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24 Šolska kronika • 1–2 • 2015 Zusammenfassung Schulorganisationsplan für das Herzogtum Krain aus dem Jahr 1754 Teodor Domej Im Zug der Reformen des aufgeklärten Absolutismus unter Maria Theresia wurde im Jahre 1752 an die Repräsentationen und Kammern der habsburgischen Erblanden eine Druckschrift »über ein mit leichten Kosten zu errichtendes Seminarium politicum«, eine berufsbildende Schule neuer Art, versandt. Verfasser dieses Plans (er wurde 1739 in Nürnberg gedruckt) war der deutsche Publizist und Reformpädagoge Johann Gottlieb Groß (1703–1768). Die höchsten Verwaltungsorgane in den Erblanden wurden beauftragt, unter Beiziehung von Sachverständi- gen zu diesem Plan Stellung zu nehmen. Aus drei Ländern, nämlich Böhmen, der Steiermark und Krain, gab es Rückmeldungen nach Wien. In Prag gingen die Piaristen daran, eine Schule dieser Art zu errichten, in Graz erklärten sie dazu ihre grundsätzliche Bereitschaft. Die Re- präsentation und Kammer in Krain führte 1754 unter Teilnahme von Beamten, dem Rektor des Laibacher Jesuitenkollegs und des Laibacher Bistums eine Besprechung durch. Das Projekt, im Herzogtum Krain ein Politisches Seminar zu errichten, wurde als nicht durchführbar (»un- thunlich«) abgelehnt, als »unumgängliche Nothwendigkeit« aber die Anstellung »eines in der teutschen Sprach perfectionirt tüchtigen Schullmeisters« in Laibach vorgeschlagen. Im Zug der Behandlung dieser Schulfrage wurden auch schriftliche Stellungnahmen abgegeben (unter anderem von Joseph Nitsch, dem Rektor des Jesuitenkollegs, und Johann Joseph von Hofmann, einem Beamten der Repräsentation und Kammer. Hofmann entwickelte einen Schulorganisati- onsplan für das Herzogtum Krain. Er schlug vor, die Oberaufsicht des Elementarschulwesens in die Hand der Jesuiten zu legen. Soweit bekannt, handelt es sich dabei um den ersten Schul­ organisationsplan, der in der Zeit des aufgeklärten Absolutismus für Krain erstellt wurde. Der Beitrag behandelt unter anderem den sprachpolitischen Aspekt. Im Kontext der Zentralisie- rungsbestrebungen in der Habsburgermonarchie wurde im Rahmen der Bildungspolitik der Verbreitung der deutschen Sprache viel Aufmerksamkeit gewidmet. Die Wiener Zentralbehörde verordnete, dass sowohl in Laibach als auch in Görz und allenfalls auch zu Gradisca öffentliche deutsche Schulen einzurichten sind.

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