rilhrerlschen ^ lockenden Versuchungen dcs Hemdes, nicht seine glänzenden Versprechungen, *) auch nicht di« Schrecknisse einer langwierigen Belagerung der, durch nichts als durch die, ihrem rechtmäßigen Monarch?" treu lMiebmen Burqrrherzrn, beschützte Stadt, waren vermögend, auch nur einen Einzigen seiner Bürgerpflicht vergessen zu machen. ") Und daß dieser Gehorsam nicht das Werkelnd einzigen, bald vorübergehenden Augen^ blicks gewesen sen, beweist ja der Umstand, daß die
*) Die Franzosen baben gleich bel «hrem ersten Ers schelnen in der Au am rechten Donauufer ^80?, lproklamationen nusgestrent, wil man sie nl^t elN' mal dem Feinde gerne verzclht. ^*) In b«r Geschichte d«r il3erth«idlgunz be« Brückenkopfs vör
8o?, schildert der Verfasser, ein östcrrelchischee Osslzler und Augenzeuge, das Benehmen der hie--stgen Einwohner »äbKnb b«r Belagerung, m't folgenden Worten: ,.Man niüid« die Anspannung aNer Kräslc des Soldaten, nie so weit, s? ausdauernd haben bring«« können, wenn dle reichlich« slln, die übtrmäßlgstcn Unterstützungen an LebenS-Mitteln Vergüten, edl°nBewohner Presiiurg«, nlcht so wohlth^cig dazu helgetragen hätten, u. s. w Kett, Laut, k«ln entferntes Zeichen des Wunsches, m
0 ^
lingebü'rgerlen hiesigen Einwohner noch jetzt an der alls gemeinen Schuldenlast — Siche Geschichte von Pres" durg — zu tragen haben, die ein zwei- und dreimonatlicher Aufenthalt eines ungenügsamen Feindes, nur der hiesigen Stadt als ein Sühnopfer für alle übrigen, die durch das Ausharren der Presburger Einwohner, nicht in seine Hände gefallen sind, auferlegthat. Und um diese Vaterlandsliebe hiesiger Einwohner ins Licht zu stellen, und zugleich den Beweis zu führen, daß sie auch rin G»ist der Nächstenliebe und das Gefühl für fremde Noch vorherrschend beseelt, bedarfs ja nur des Hinweisens auf die lauten und sprechenden Äußerungen desselben während und nach der, in den österreichischen Annalen stets denkwürdigen Schlacht bei Aspern, *) und auf die wohlthatigen Wirkungen dessel« ben, so oft irgend eine bedeutende Noth die allgemeine Theilnahme in Anspruch genommen hat. Zeugen dessen sind die jährlichen Ausweise der an den Kirchenthüren , oder in den Häusern veranstalteten Sammlungen fur Abgebrannte u. s. w.; und die wohlthätigen Anstalten, die die hiesige Bürgerschaft, ohne öffentliche Unterstützung, mit Anstrengung und Aufopferung un° ««hält. Und daß endlich auch ein Geist des StrebenK
») Siebe «presburger Zeitung vom Iabre i^y ^„. 44. das Schreiben Sr. ka!,erl. Hoheit des Erzbcrzog« <ä.c,rl, an 5en d<»'sig«n Magistrat, und bus Danlschret, ben des löblich, damals Hlllcrlschcn Infditerl« Regl-MlNlö in Nro. 4l derselben Zettung vom Jahr« ^09.
Und einer lebendigen Thätigkeit auf sämmtlichen Klasse« der Einwohner ruht, werden diejenigen nicht läugnen, bie sich durch die vermehrte Anzahl der Häuser, undde« ren ^fälligere Bauart, *) und durch die, sich täglich vermehrende Anzahl der hiesigen Einwohner , und durch den Anblick neu angebauter, bisher öde und brach lie» gender, jetzt hingegen zu Gärten, Äckern und Wein» gärten urbar gemachter Grunde, von der Wahrheit die« ser Behauptung überzeugen wollen.
XII.
Handel. — Fabriken. — Jahr- und Wochenmärkte..— Marktpreise ältere und neuere.,— Schifffahrt auf der Donau. — Konsumtion.
Handel.
^»bgcOhcn von dem Heer von Hindernissen, die sämmtli« chen Städten Ungerns rürksichtlich ihrer merrantilischcn Beziehungen zu Osterreich und zu dem Auslande im Wege sirhen, **) so hindert den lebhaften Betrieb des hicsi«
*) Eln blelhendes Verdienst «m die V«rschöli«rung Pr««burgs, hc,t sich <» der neuesten Zelt der königl. Hofrach Wie«u«r v. Morgenstern, tbell» durch die selbst ausgeführlen Baue, theils durch die häufigen Uebersttbclungtn aus elner Gasse in dle andere, erworben.
'"^) Slrhc: merkantil lsch« Bcm« rkungln un'.'
gkli Kleinhandels, in Tuch-, Sckmi^ und Mobcwae, daß Hresburg nach dem Verhältniß seiner Bevölkerung, mit den entfernteren Städten Ungerns, z.B. Naab, Ganzen gewährt, uls der auf inländische Produkte gegründete Großhandel, so biethet Ersterer auch keine statistische Merkwürdigkeit dar. Die hiesigen Großhändler, *) deren Aufnahme in die Korporation nicht wie in Wien. durch einen Ausweis von fünfzig tausend Gulden bestimmt wird, mn» chen Geschäfte ins Ausland mit Tabak, 2) Wein, l))
Vorstellungen welcke der kiesige, Naaber, linb«pestbfr Handel«>1and clner bochlöbllchcn, im Komc-l^wcscn ^nßcordnctes Reichstags - Dcxulallon lm Iunl >8"2 «lngereichl hctt. Presburg >8c>2.
^) Das Heer der merkantilischen Frell'eute,r unb sogenannten Spekulanten, d<< wäbrend d«r zlrluilrcnden Menge der Banfozclcel, und der dadurch verursach-ltl, schnellen Vteigerung des Curse«, w!« H!lz< <>„ verwitterten Dünger entstanden sind, darf nicht nut den befugten Großhändlern verwechselt werden, da sich dllse ephemeren Handelsleute zu dleftn >r
?) Der Erste, d?l von Preßburg au« he« Handel «n.if
"Wl 2l5
Walle, c) Körnerfrüchten, ^) roh?n Häuten, Knop« pern u. s. w., und beziehen aus dem Auslande: Leder, Kolonial- und Farbwaarm, die wir bei allen Surrogats-prämien leider noch nicht entbehren können r) u. s. w.
Tabak ins Ausland, namentlich nach 3eg scroll im Jahre 177? eröffnet bat, wn dafür ^ gebübrl, „wc,en dlejei'i^en entscheiden» d so lange erfreut baden, als t><« l. f, Tabak-Gefall - Direction blcsclbcu nc^t) nicht so empfindlich geschmälert Hal.
b) D«ssm Absah nacl) Schlesien durch d!< rieuci« preußischen Zollgefthe, und «mch Oelilrrcich, Böh^ men und Mähren, durch ble Entrichtung d:v Mnu: then und des Zoll« in tlingruder Mü,^^ fühlbar ab^e,illi,mien hat.
c) seldcr i^ dlcser, durch die vrredell« Gchaflultur
ä) Der Fruchthandel ist grblitenlhells ln den Hä„d,» her hlcslgen chriiUichcn u»d jüdischen Friichcbänblslv die nlchl mit den befugten Großhändlern verwcchfel: «v
e) Wa« b^t die, von Sr. M^jesl^t dem Herrn 3l-. Helnrlh, in ^estcrrcich vol. elnlgrn Ialnoi zuer.-
übrigens Ware zu wünschen, daß diejenigen, die es zu thun l'm Stande sind, so viel Grmeinsinn hätten, «us den Akten , die ihnen zu Gebote stehen,,darzuthun: wie viel von jedem Artikel nach Preßburg ein oder ausgeführt wird? damit man, wenn es sich um die Feststellung statistischer Thatsachen handelt, nicht wie bisher im Dunkeln herumtappen, und biese um 100 Jahre, zu spät erfahren müßte.
Der Stand der hiesigen Kaufleute ist nächste? hcnder:
Inkorporirle Großhändler - - > 9 Epezerei-, Matcri.il» und Farbwaarrnhandlrr 16 Tuchhll'ndler (außer den Gewölben der Tuch»
Macher . , - - - « H Schnitt« und Modewaarenliändler - , i3 E'senhändler - - ... ^
Nürnbergerwaaren» Handlungen - - 2 Schreibmaterialien-Handlung , < - 2 Saamenhandlung ...» - 1
Außer der Sassiner Zitz- und Kotton- Fabriks-Niederlage in der Venturgaffe, gibt es hier nur 2 Li« qucrs und Rosoglio, und eine Tuchfabrik, die alle zusammen kaum 100 Personen beschäftigen können. Aber diesen Umstand wird Niemand als Mangel an Industrie
«hellt« ansehnliche «pr^mle — s. Vattrl Blätter —< für das Gebelmnisi der AuSschiibung d
ben hiesigen Einwohnern zur Last legen, dem dle Beziehungen Ungerns zu. Oesterreich, mcht unbekannt slnd. >
Sonst waren in Preßburg nur H Jahrmärkte, deren jeder eine ganze Woche gedauert hat; jetzt sind de» ren 7; nämlich: den 20. Ianer, Latare, Christi Himmelfahrt, 2. Juli, Laurenz«, 29. September, Lucia, die uur drei Tage dauern, und so unbedeutend sind, daß außer den Markchütten der hiesigen Kaufleute, den Wiener Krämern, die die ungrischen Märkte beziehen, dcn hiesigen und einigen fremden Handwerkern, die ih-lc eigenen El-zeugnisse feil bieten , und dem Heer von Hinkeljuden, die ihre Waaren auf dem Straßenpflaster auskramen, kaum irgend rtwas Erhebliches und Ungewöhnliches zu sehen isi. Für die beiden Ersteren werden während der Marktzeit auf dem Haupt- und Barmherzigen- «platze, hölzerne Hütten aufgeschlagen, die das Eigenthum des Marktgefäll» Pä ch ters sind, und von demselben bis zum nächsten Markte in Verwahrung gebracht werden. Seit 1818 bestcht an der «ußerstcn Gränze des Blumenthals, in der N.'che^des Oalgens, auch ein, noch vom Konig Eigmund privilegir« ter, seitdem aber eingegangener Vi eh m a rk t, der leicht bedeutend und so wichtig seyn könnte, alö es der Wartberger, in einem Umkreise von üc» Meilen isi, wenn sich hinlängliche Weide für das Verkaufsvieh ausmitteln ließe. Aber auch so ist er schon beachtungs-werth, da er wahrscheinlich in der Folge noch vedeu« tender werden wird. Wöchentlich sinden mehrere Wo-Hrnmärktr Statt. Dienstags nämlich und Sonn->
«bends für grüne Waare, Obst, Fsdervi«-^, s^irr u. s. w. auf dem sogenannten Grünenmarkt; Fr? ^ tags und Dienstags sür Holz auf dem Kohlmarüt vor dem Michaelerthore; für Heu und Stroh , Getreide und Hülsenfrüchte, auf dem Getreidemarkt vor dcm Schöndorferchore; für Ä^lk und Kohlen -^ ersteren von Ballenstein von vorzüglicher Güte, und letztere ebenfalls von den «palsischen Gebirgsdörfcrn Kuchel, Per-nek, Lozorno u. s. w. — vor dem Dürrenmauchchor; für sämmtliche:'' Vieh, alle Dienstag, im Blumen-thale; und für Fische und Krebsen, alle Freitag auf dem Flschplake an der Donau.
Da eine authentische Zusammenstellung der Marktpreise der Viktualien kein ganz uninteressanter Gegenstand für den Statistiker seyn kann, so mögen auch hier die ältesten bekmlnttn Preise, ihren «plak sinden. Im Jahre ,563, wahrend der Krönung Maxmilians zum König von Ungern, kostete:
i Metzen Weitzcn ,------------2c» — A
l — Haber ----------------'— i5 — »
^ — Gersie - -------------i3 — ^>
T — Korn ---------------------ic> — Z
i Äapauner - - -5 — 6 — T i Huhn - - - > 2 — 3 — D' K Henne ' - - - — — ^ — 2
i fette Gans - - >---------ß— 3
» Spanferkel ^ >-----------8 — ^
, Pf. Speck < - - 3 — 4 — Z
K — Rindfleisch -------------2-7-3
5 — Kalbfleisch - . _ ^ 2 — 5
219
i Pf. «chopfensteisch > .---------i './2 V
^ __ Kase - >------------3 — l^
1 __ Butter - - .—, — 7 — n
1 — Kerzen » ,------------^ — "
5 Eier - » .------------z — ^
Wrod für 3 Personen - - — — 1 — ^
1 Pf. Karpfen - - - ^--------H — ^.
1 — Hausen ober Stör------------6 — / ^
, Wagen Hell - - - Hc» —,60 —
l Halbe Erbsen - - ^--------i — ^
^ — hfsirn Wein«------------------4 — ^ H
1 — mittlerer Gattung-----------I — A"
1 — Honig - >-----------5 — 3,
1 Fuhr Holz < >-----------25 —
ImIahrci7?8: 1 Metzen Weiben ,0 —> 28 Grosä>
1 — Korn »19 — 20 —
1 — Gerste .18 — 19 —
A — Haber - 17 — 18 »^
Im Jahre, 7»2, 1 — Weitzm 33 — 3^ —
1 —- Korn - 20 — 23 —
i — Gerste - — " »9 —
» >— Haber » — — 18 >,—-
ZmIahr-^öS: 1 — Weitzen 70 — 76 —
z — Korn .---------3o —
1 — Gerste - — — ^2 -—-
1 — Haber------— 3i —-
1 «ps. Rindfleisch . 6 Kreuzer 5 — Rmdschmalz - 36 — > Klafter hartes Holz 6 fi, 3a -—
VmIHr i6c>8: i Metzen Written - k ss. '^- ->
z — Korn - ^ fl. 3c> kr.
i _ Gerste . 3 st. ^5, kr.
i — Haber - Z fi.---------*)
S ch i f f f a h r t.
Die Gchifffahrt auf der Donau, so bedeutende Vortheile sie auch Presburg und der umliegenden Gegend zu gewahren scheint, so ist dieselbe doch ungleich mm» drr wichtig als Manche vielleicht glauben mögen. Wä'r^ ^Ircsburg ein Stappelplatz wie Pesth und Ofcn, wo die geladenen Schiffe ihre Labungen absetzen und dadurch eine Menge fremder Käufer anziehen, und eine zlltlang festhalten, so würde das die Volksmenge, den schnel-, lern ttmtrieb der Geschäfte, und die Konsumtion be" deutend erhöhen. Aber die meisten Schisse fahren die Donau hinab, um in Tolna, PakS, Mohats und «Pesih, Weine, Früchte, Salz, Tabak, Knoppern und f. w. zu laden, und setzen dieselben wieder in Pesih, Ofen nndWien ab. Wenigstens ist das, was innres« bürg zurück bleibt, sehr unbedeutend im Verhältniß zu derMenge von Waaren, die in den letzten zwciOr^ ten niedergelegt werden.
Konsumtion.
In einer Stadt wo jedes Stück Vieh oder eilige» führte Eßwaatc der Vermauthung unterliegt, oder nur
*) V«e bieder gehörlg? TabtNe steh, «»„ Anhange.
221
eine stre»:ge Konlroll der Einfuhr von Viktualien Statt sindct, da dürfte es wohl nicht schwer werden, das jährliche Konsllmo anzugeben. Aber fast unmöglich wa» ve dieses in Pregburg oder in einer Stadt Ungerns. Den jahrlichen Bedarf an Körnerfrüchten weist zum Theil d:e obige Tabelle aus, wobei aber dasjenige nicht in Rechnung gebracht worden ist, was viele der hiesi« gen wohlhabendern Bäcker und Müller aus den herrschaftlichen Schüttkasten, viele Haushaltungen beson« ders die ärmeren, von den hiesigen Fruchthändlern in theuern Jahren, und noch andre von ihren eigenen Äckern begehrn; nicht zu gedenken dessen, was beinahe der größte Theil derer, die vom Taglohn leben, al5 Schnitttheil vom flachen Lande hereinbringt, und groß« «entheils selbst.verzehrt.
Ochsen und Kühe wurden im Jahre 1819 in 34 Fleischbänken ausgehackt 7328 Stück; Rindschmalz, nachdem Wagamtsprotokoll vom Jahre i8i5, durch Privaten zu eignen Gebrauch aufgekauft, von den Liptauer Schmalzhändlern ^01 Zentner, durch die Kässiecher zum Kleinverkauf ig65Zentner. Hiebei ist nicht in Anschlag gebracht, was außerdem durch die Land« leute abgesetzt wird, noch die Menge von Schwein« schmalz und Butter. Um den Bedarf des Viers zu bestimmen, bedürfte es einer genauern Einsicht in die Rechnungsbücher der hiesigen Bräuer; da aber dieses aus allgemein bekannten Gründen nicht wohl angeht, so hält ei schwer die Menge deü jährlichen Bedarfs nach der Zahl der Eimer zu bestimmen. Nach einem Aus« Weis von 7 Monaten und zwar vom Jahre iüi3, wv
5as Biee 2 ?e., und der Wein die Halbe /^ kr. kosset?t^, und folglich dieses großen Mißverhältnisses wegen un' gleich mehr Wein als Bier getrunken worden ist, wurden vom November ,812 bis Ende Mai iF'3 aus drm städtischen Vrauhause an die hiesigen Wirthe nicht mche als 5^<2, folglich in 12 Monaten nur 902H Eimer ebgeliefert; und nach der Angabe eines, mit diesem Geschäfte vertrauten Mannes, aus den Zuckermandler Brauhäusern nur 25»«» Eimer , in die Stadt eingeführt. Ist dieses im Jahre 1813 der Fall gewesen, so darf man wohl ohne Bedenken im Durchschnitt das jährlich« Konsumo des Bicrä in Presburg, ohne dem Schloßgrunde, auf 18 — 20000 Eimer anschlagen, und die Konsumtion des einheimischen und fremden Weins mit eben so viel in Nechnmig bringen.
XII.
Kirchhöfe. — Begräbnisse. — Oesundheits - und Kranke heitszustand der Stadt. — Herrschende Krankheit ten. — Geburts-, Todlen- und Trauungslisten.
^ie Begrä'bnißplcltze waren sonst auch hier wie anderwärts, innerhalb der Linien der Stadt, und vorzüglich m der Nähe der Kirchen; daher die Gleichbedeucenheit ter Benennungen Kirchhof, Friedhof. In der ersten Halste des 1« Jahrhunderts bestand ein solcher Kirch' Hof für die Katholiken auf dem Abhänge des Hügels, Hblk welchen man jetzt vom Wödrizrr.thore zur D°m<
firchr gelang:' außerhalb dem Schölldorferchore, ber Johannes-Friel.hof, und vor dem Laurenzerthor, wo jetzt das Mehl verkauft w»rd. Die Evangelisch?« aber hatten den ihrigen auf dem Hofraume der einstmaligen Michaeler Pfarrkirche, vor dem Michaelerthore, auf deren Stelle im Jahre »717 die Äreuzgeistlichen-Kirche, nebst dem, seithero wieder aufgehobenen Kloster erbaut worden ist. Seit der Negirrung Kaiser Josephs müssen «uch hier wie überall die Todten außerhalb den Linien der Stadt begraben werden. Solcher Begräbnißplatz« gibt es gegenwärtig vier; und zwar für Katholiken, der Undreus Friedhof, zwischen dem Donau« und Spital-chore, und ein anderer für das Blumenthal vor der Ratschdorfer Linie; für die Evangelischen des Blumen-» lhals ebenfalls einer in dieser Gegend, und ein zweiter vor dem Gaisthore. Auf keinem dieser Begräbnißplätze sind Grüften angebracht, jondern diese sind nur in der Domkirche; und für die evangelischen Familien, die früher im Besitz solcher gewesen sind, in dem a(Len Michaeler Kirchhof im Friedhofgäßchen. Auf sämmtlichen Begräbnißplätzen ist es erlaubt und Sitte , die Gräber der Verstorbenen mit Denkmälern zu zieren, was auch von Vielen auf eine bisweilen sinnige und hrrzli« che Weise geschieht, wie dieses im Andreasfriedhofe und vor dem Gaisthore zu sehen ist. Die Leichen der Vornehmern werden in der Abenddämmerung auf dem Leichenwagen , und wenn der Entseelte vom Adel gewesen ist, mit Wappen und Fackeln geführt; sonst aber von eigends dazu bestimmten Leichenträgern, oder auch nach dem Stand des Entseelten, von Studierenden
KllilsMilNnsdienern oderZunftgenossen, gewöhnlich Nacß-l mittags auf den bestimmte» Begräbnißplaft getragen, und entweder nur von den, zur Begleitung geladenen, männlichen Verwandten, Freunden und Genossen —> KoNektleichenbegüngnisse — oder auch mit rilier weib^ lichen Begleitung, und wenn dcr Verstorbene zur uni« formirten Bürgermkliz gehörte, auch mit den militärischen Ehrenbezeugungen seines Corps zur Erde bestat« tet, und von dem, die Leiche begleitenden Priester oder evangelischen Prediger am Grabe eingesegnet. Vei den Evangelischen findet außerdem auch noch die schöne und freundliche Sitte Statt, bei jeder Leiche, ohne Unter« schied — Kinder unter 2 Jahren ausgenommen —-Worte des Trosses an die ^zurucfgcbliebenen Freunde, lmd der Ermunterung und Ermahnung an die sämmtliche Begleitung auf dem Kirchhofe zu sprechen; zu welchem Ende sich in jedem dcr drei evangelischen Friedhose ein kleines Gebäude vorfindet, wo sich die, den Entseelten zur Nuhrstä'tte Begleitenden, mit dem Prediger HU ver« sammeln pflegen.
Die Leichenkosten sinb verschieden, je n.ichdem eine Halbe- oder Viertel-Schul-Leichc— 1., 2 mid 3. Klasse — verlangt wird. Die Anstalten werden von den, eigens hiezn bestellten L eiche nbe stellern, die s,ch durch <'chwar,ze Mäntel auszeichnen, gemacht. Die Verstorbenen werden namentlich nach ihrem Standc und Glaubensbekenntnisse, im Intelligeizblatt drr Pres-burgtr Zeicung, nach den Todtcnschauberichten an-» geführt.
Preöburg hat cme gesunde Lage, ?cm Theil der
Otädt und der Vorstädte, keine Gegend in der Nahi derselben kann als ungesund bezeichnet werden. Dies ist ein Vorzug, den es vor den meisten großen Städten hat. Tel, Winden überall zugä'ttgig, stockt die Luft niemals. Eine der Stadt eigenthümliche — endemi« sche — aus ihrer Lokalität resultirende Krankheit, ist nicht wahrzunehmen. Dicke Hälse, die manchen, sonst schonen Frauenhals verunzieren ^ sind bei weiten nicht so häufig, wie in manchen Ortschaften der nahe gelege-nen Insel Schütt, wo dicke Halse und Kröpfe häusig gesehen werden. Überschwemmungen der Donau sinl> zu schnell vorübergehend, um eine daher entspritigende, stehende Krankheit in den medrrn Theilen der Stadt und Nzrstädte hervorbringen zu können^
Die herrschenden Krankheiten sind rheumatischer^ katarrhalischer mit> gastrischer ?lrt; häusig sind Etlt-zündm'gen und Rheumalisme l>ci stark und lang we< henoen Ostwinden, derett Entstehen durch die Vettei« dung bei Frauenzimmern noch mehr" befördert wird; und beide hinterlassen öfters bedenkliche Krankheiten. Der Typhn-, 5a» Wechselsicber, der Keuchhusten, der Scharlach und die Masern sind in Freiburg epidemisch beobachtet wordem Der Vlalternepidemie wird durch die, vom städtischen Physikate, weise ciugelcitete Kuh< Pockenimpfung *) nach Kräften vorg^cugt. Die höuti«
^) Ueber d<« ersten Versüße bec Fubpöckenlmpfung in Presiburg sieh« die Ztllschiift b«N Und für Un^ntt.
""^- 2«6 ^^^
ge Braune erscheint alle Jahre sporadisch 3 ihr Entstehe» wird durch eine schnell wachsende Witterung befördert. Der trockene Ostwind ist nicht ohne Einfluß «uf dieses lebensgefährliche Übel. Die Hirnwassersucht in dcr hitzigen amd chronischen Form nimmt jährlich zu. Der Bandwurm, der Vlasenstcin, die Bleikolik sind, die Volksmenge berücksichtigt, nicht häusig. Anhaltend trockenes Wetter ist hier der Gesun^heitskonsiittttion am zuträglichsten. Ein Mehveres und Genaueres ge» hört in eine medizinische Topographie
O e b u r t s l i si e n. ")
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Hm I. 1809 wurden getaust Kath. 1061 "v
^_ — — — Evang. 26^> i32^
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Im I. 1816 sind gestorben Hath. 8^9>
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Trauungslisien.
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— ig^ä -^- — Kath. 28u>
— — — "- Evang. 54> 334 .— 1616 — — Kath. 2Iü>
— — —, — Evang. ^oV 356
— i8»7 — — Kath. 2^5>
— — — — Evang. 56/ 2g 1.
«Vaar. IM I. iZl 6 wurden getraut Zach. 2L^>
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— 1819 — __ Kach. 32?>
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XlV.
Öffentliche Spektakel. — Belusligungsörter und <3p.»-zicr^änze.
Theater. >
^)n ril??r Stabt, wo das Verhältlnß lvr Anzahl dee mittleren unl» gemeinen Klasse zu der höhrrn so ungleich ist, wo die Aln-rizungen, sich den ganzm Sommer über in dcn freundlichen, der Stadt so nahc ,-
sie sich gegenwärtig befindet. Zwar müssen unter so „n« fiünssigen Umständen von derselben alle großen unt> kostspieligen Klmstdarstettllngen aus dem 3^,'iche drsGc-sanczs lmt» des Tanz?^ , die, wrnn sie nicht von gr>" ßen Künstlern dargestellt werden, ohnehin nur Fraycn und Wechselbalge drr Kunst sink», ausgeschlossen bleiben; aber dagegen werden die frühern und neuesten Erzenanisse der dramatischen Literatur, bisweilen auf eine Art dargestfslt, daß kein unbefangener Zuschauer, und der den Dichter nicht mit dem Schauspieler verwechselt — was leider! so oft geschieht — drr Li'itung dieser Bühne, ") und den einzelnen Mitgliedern derselben ") seinen Beifall wird versagen können. Daß demungeachtet so manges Stück a»ch auf der hiesigen Bnhne vorübrrqrht, das weder den Ä'mstsinn noch das moralische Gefül»l befricdiqt, ^') ist nicht bie Schuld der Direction, sondern muß »Ms den nämlichen Ursa? chen erklärt sterben, warum sogar auf dem sogenannten
*) Gegenwärtig lsl Direktor derselben Hr. Friedrich Heikler, ber mlt d«rselb«n Gesellftbaft, während der Sommermonate auch d!« Leitung be« Badn«llbe, atcr« besorgt.
") W«r erinnert sich ni^t,nl, V«ra,m'gen, dafi «Ine Corne^a, Fisch er, Waldmüller, Band«: niu. s. w., und eln FortI,
?**) Und darunter sind vorzi'igllch ble Venesiz.Vorsiellust^ ^n hex nn>esien Z«ls zu nH>i,t»,
" «3! ""
Musierbühnen derHauptstädte Europa« 5 bei allen Hilfsmitteln , und einer liberalern Unterstützung, dennoch «uf eine Art dem schwindelnden und gahrend^n ^eit» gciste gesröhnt, un^ dcm verzerrten Kunstgcschmacke auf eine Art geh
R e d 0 u t e.
Der an daß Theater anstoßende, sehr geräumige und niedlich dekorirteNedoutensaal, ist ringsherum mit einer Galerie für die Zuschauer und das Orchester verschen , und so bequem eingerichtet, daß die Gaste über eine, mit dem Tanzsaal in Verbmknma. gesekte Treppt unmittelbar in das, im Erdgeschoß befindliche Casino, wo sich die Vüfets, Spiel- und Speisezimmer brsin^n, gelangen können. Dies ist der einzige Ort wo Masken bälle veranstaltet werden dürfen , dergleichen hier während des Faschings an den Sonntagen und an den l?»-ten Karneual^dienstag Statt haben. Sonst ist der Saal geschlossen, und wird bisweilen nur durchreisenden Künstlern zu ihren Darstellungen eingeräumt. Der Ertrag dcr Rcdoute stießt gewöhnlich in die Theaterkasse, wcmi der Pächter dl's Lc'tttern die Regie derselben nicht an Jemand andern verpachtet. Vor Hi'iten war hier her Sammelplatz des Adels, der freilich einstens viel zahlreicher gewesen ist, und der gebildetes» Klasse der hiesigen Einwohner; seit mchrcrn Jahren aber ist di?
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Oesellschaft sehr gemischt, und wird des Tanzes wegest Ülwn den Gebildetern gar nicht mehr besucht.
Der Palfysaal, in dem forstlich Palfyschrn Garten, hinter demKapuzinerkloster, ist um virles kleiner als der Nedoutensaal, "aber ebenfalls reinlich und nett »erziert, und mit einer Galleric, nebst dcn erfur» derlichen Kredenz-, Tasel« und Rauchzimmern, verschen. Hier finden keine Maskenbälle Statt; für die Tanzlustigen ober ist derselbe aNe Sonntage, und während der Karncvalszeit alle Dienstag aeüffnct. Sonst wird, derselbe auch Konzertgebern, durchreisenden Seiltänzern und.Gauklern, von dem jedesmaligen Pächter eingeräumt.
Der Hcchtrni'aal an der Donau, in der Nahe des Zucksrmandels, gewahrt den Tanztiebenden zwar alle Bequemlichkeiten und ist in frühern Zeiten eben so wie die Nedoute ein Vert'imgungsvunkt drr gebildeten Klasse der hiesigen Einwoh^r gewesen; wird aber gegenwärtig nur mehr von Menschen aus den niedern Standen, und der dienenden Klasse besucht.
Die übrigen Tanzsalr zum Stadtkoch u. s. w. sind so unbedeutend, daß sie gar keine Beachtung verdienen , und ihre Aufzählung füglich unterbleiben kann,
Promenade.
Dem Theater gegenüber ist die sogenannte Promenade, bestehend aus ii, 170 Schritte langen Laub-gangen, die durch 5 Reihen schöner kindcn-, Akazien-und Spitzahornballmen gebildet werden, und selbst in hrr größten Sommerhitze den^kusiwardrltldm, zu de?
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pen Bequemlichkeit von ,n zu 10 Schritttn Bänke an« gebracht sind, mit ihren dicht belaubten Ästen, Schatten und Kühlung gewähren. Dieser innerhalb der Stadt angebrachte Spaziergang, der so vorzüglich ist, daß gegenwärtig nicht einmal die Residenz einen ähnli' chen aufweisen kann, wurde vor ohngesähc ^0 Jahren unter dem Bürgermeisteramt des Ios. Steltner auf der Stelle angelegt, wo sonst Schilf und Nohr gewachsen ist, und wo Frosche und Unken ihr Wesen gttnebcn hablN. Jetzt ists der Sammelplatz nicht nur aller derer die mit Reckt oder Unrecht zu der galanten Welt ssezählt seyn wollen, sondern auch sämmtlicher Matronen und Greise, denen die Nahe dieses Lusiwandclorte, vorzüglich zu Statten kömmt.
Durch den Vorzug der Nähe zu der innern Stadt empfiehlt sich den Spazierenden der Fürstlich Pal-fysche Garten hinter dem Kapuzinerklofier. Derselbe wurde anfangs im französischen Geschmack ange« legt, und mag damals wohl einer der schönsten hiesigen Gänen gewesen seyn, wie er auch jetzt noch so manchen Vorzug vor den übrigen behauptet, z. B. daß man mit Erfrischungen bedient werden kann. Gegenwärtig sind in demselben noch einzelne alteHarthien vorhanden, die dem Lustwandelnden Schatten und Kühlung gewahren; aber die mrisim Terrassen und Bosquet« mußten rinrr neuen englischen Anlage dcn Hlak räumen, die, da sie nur noch im Werden ist, und kein Wasser hat, die Ämner schlecht erbauen wird; obgleich nicht zu laugnen ist, daß sich von dem höchsten Punkt des Gartws, die Sludt wie ein Amphitheater
be„, Auge darstellt, und mit dem grünen Vordergrutt-» Ve, einen schönen, freundlichen Anblick gewährt In dirsem Garten pflegt jährlich das An na fest, durch emc Beleuchtung der Alleen und Musik, die der jedes-malige Pächter dcs anqränzendenPalsyfaales, gegen ein mäßiges Eintrittsgeld veranstaltet, gefeiert zu werde». Der erzbischöfliche Garten, indcrVov-stadt, nächst der sogenannten Färstenalle?, ist erst in der neuern Zeit auf englische Art angelegt worden, mit Beibehaltung einiger Alleen von Nüstern und wilden Kastanien. In drr Mitte des Gartens ist rin geräumiges, mit schönen Trauerweiden mahlerisch bekränztet Wasserbecken, das dem Garten zur vorzüglichsten Zie^ dc gereicht. Die neueste Anlage von Vosler ist geschmackvoll; da sich aber in dem Garien auch nicht die geringste Anhöhe vorfindet, so fchit ihm eine we» sentliche Eigenschaft natürlicher Gartenschönheit. Nach dem Wunsche des seligen Primas (larl Ambrosius sollte derselbe sich bis an die Liniengasse erstrecken, die ganze Fürstenallee einnehmen, und durch die beiden Straßen, milk der Pollen- und Ratschdorfrr - Linie be« lebt werden. Nebenan ist bl>r crzblschöslichrKüchengarten, mit einer ansehnlichen, in ziemlich schlechten Stande erhaltenen Orangerie, der ebenfalls ein eigener aber nunmehr hilfloser Gärtner vorsieht. Übrigens verdankt die erste Anlage des Gartens und Hauses ihr Dasey« drm Erzblschofe von Gran, Grafcn Franz k'urZ«c!', wie dir» die alte Inschrift bnveiset: k^Hncisoug ^or-ßack 6c N;mc5. 5. K. k. Presbyter. Oa^inai^
m«co mmcup^mm^.^v^XIV. Imperante IV^r-tdia I- semper ^u^uzto. Um die Verschönerung des Gartens und Gebäudes hat sich dann in späterer Zeii, shngefahr um die Mitte des 17. Jahrhunderts, dce Erzbi»'chof Georg Lipvay, das meiste Herdienst erworben indem er denselben, nach damaliger Sitte, mit einer beträchtlichen Anzahl von Statuen, die aber nun alle'weggeräumt smd, versehen lirß. Dieselben sind m einem eignen Werke beschrieben, das den Titel führt: Iiw-ttr. gc I^cverenäizz. principi v. (?cor^, I.,ipf,ai, L. L. 6e Xarndor, Tronicpisc. 3tri^. pntr. zuc, ^ratios, in cledit»e odäervamiae monumentum, lionenkes esti»6cm vicennaicz ladorez aen inciznz
Der vormals gräflich Kr ä6 6i'sche, gegenwärtig Graf Vitx»/sche Garten, vor dem Durrmautthore in der Merzelgasse, iss erst seit Kurzem auf eng« lische Art mit wildem Gehölze angelegt, und der gebtt« deten Klasse des hiesigen Publikums der Eingang ge, siattet worden. Was die Kunst in dicftm kurzen Zeit» r.ium auf dieser schmalen Fläche nicht leistrn konnte, das hat die Natur durch die reizende Lage diese« Gar-tens vielfach ersetzt. Denn von der Terrasse des Garten-haufts, da^ auf der höchsi.n Anhöhe crdant ist, breitet sich vor den Augrl, des Naturfreundes eine Landschaft aus, die gegcn Osten und Süden bewässert durch den schlangenarmigen Vonaustrom, belebt durch eme ^trächtlttlie Anzahl yyn Dyrftrn, und b^nn>tt durch
die Trentschiner und N?utraer Gebirge, einen reiner» und schönern Genuß gewährt, als die andern, in Mauern eingeschränkten englischen Gartcn, an dcnen oft nur die gefegten Stege das Schönste und Besic sind. Konnte man aus dem augvänzcnden Gebirge vollends eine le« bendige Quelle in das äußerste Nasenpartcrre hcrabzau» bcrn, so müßte dies ein Vorzug seyn, dessen sich nur wenige Gärten erfreuen dürften.
Der Kastanien garten, außerhalb der Kal» varienlinil', einst ein Eigeiuhum des Barmherzigen-Brü^ der-Fonds , ist gegenwärtig ein öffentlicher Garten, wo Gaste mit Erfrischungen bedient werden. Das Ortliche desselben ist angenehm, da er mit großen Kastanirn-liaumen bepflanzt ist, und auch einen wetten Gesichtskreis in dic Ehrne nach Osten und Süden aufschließt.
Müh lau und Oberufer.
Unter der ersten Benennung wird der Spatzier» gang nach dem öffentlichen, der Stadt zugehörigen, aber an den Pächter der Mühlllllbrücke verlassenen Wirthshause, zunächst der Mühlaubrücke verstanden. Die Straße zu demselben iss die schönste und beinahe die einzig «brne, die aus der Stadt durch die, mit einer Kunstbahn versehene Donaugaffe *) bis nach Oberufer, einem 3/4 Stunden weit von dcr Stadt entfernten, der gräflich «Palsyschen Familie zugehörigen Dorfe, durch lauter Auen und Obstgarten wic in einem, kunsimaßig
*) Ein Merk be«, l,m ble Vtlsil^ncrimg «vltßburg« vndttmrti, HoslalhtsWlsnn von Morgenstern.
««gelegten Parke bis zu dem dortigen Wirthsliausi', w? man ebenfalls mit Erfrischungen bedient wird, hinab« führt. Dieses ist daher auch die gewöhnlich?Promenade für Fahrende und Reitende, da die übrigen Spayirr-gänge theils zu entfernt, theils weder so leicht noch so angenehm zu befahren sind.
Die beiden ersten Land mühten, die von dem Flüßchen Weidritz getrieben werden, sind ebenfalls öffentliche Spatzicrgn'nge, die ihrer geringen Entfernung wegen, von der Stadt eine halbe Stunde, des Sommers besucht werden. Die erste derselben, zunächst an dem Donausirome, zeichnet sich durch ihre Lage und den angranzenden Garten, der von der Weidritz durchschnitten ist, und an dessen Ende sich dieselbe in die Donau ergießt, vorzüglich aus. Auch die zweite von derselben nur einige Hundert Schritte entfernte, Fer» gischeMühle, gewährt in dm schwülen Sommertagen, durch ihren dicht besetzten Garten einen angenehmci» Aufenthalt. Am belohnenden abcr ist der Gang oder die Spazierfahrt nach der, von ihren einstmaligen Beschern sogenannten
Gras lisch en oderApponyischen Mühle, die in der Entfernung von Z/^ Stunden, in einer romantischen Gegend, ebenfalls an dem Flüßchen Wei-drltz liegt. Da wo die Natur alles, die Kunst wenig yder gar nichts gethan hat, sind die einzelne» Schönheiten einander so nahe gebracht, daß sie nur ein einzelnes Ganze ausmachen. An oem Vingange des Gartens stürzt sich, bri anschwellenden Wasser, schäumend die Naiade d«5 Baches üyer einen kunstlosen Steinblock
zu dett Füß?n des eintretenden Gastes, und labet ihn freundlich ein, zu dem Epatziergang lä'nqs dem blu-» menbe^ranzten Ufer, bis zu der odenbeschrl'ebenen mineralischen Quelle. Zwar ist der Gesichtskreis rings« herum durch die, rechts und links mit Eichen und Bu« chen besagten Hügel wie abgeschlossen: aber der Gesang der Waldvögel, das dunkle und melancholische Grün der Eichen, und die mit bunten jugendliche» Farben geschmückte, und zu den Füßen drs Wandlers ausgebreitete Wiese, erfüllen mit angenehmen Empfindungen und Gefühlen, die, für die Freuden der Natur nicht völlig erstorbene Seele.
Der Gemsen b erg,
Wo emsi ein, der Welt und ihren Freuden abgestorbener, oder die Lasten des bürgerlichen Lebens scheuender" Einsiedler lange Zelt gehaust hat, und wo gegenwärtig nur ein Forsthüter mit seiner Familie wohnt, ist die höchste Anhöhe des stadtischen Gebietes. Der Weg zu derselben rechts von der dritten Äalvarienstation durch Obst- und Grasgärten , die sich nach einer halben Stunde an einen schönen Eichen« und Buchenwald anschlie« ßen, der sich endlich in eine kunstlose Allee von Buchen und Eichen verliert, und an der Forsthücherwoh» Hung endiget. Da hier fast keine andern Erfrischungen, als die die lebendige Quell? anbietet, dem Müden gereicht werden, ft »st jeder nur auf den Genuß den diese Waldgegend dem Naturfreunde anbietet, eingeschränkt, oder auf den Auslausch froher Gesinnungen , die die Gesellschaft nothwendig hier beleben müssen, angewiesen.
Ochade nur, daß auf dieser beträchtlichen Anhohe, nicht ein einziger bedeutender Aussichtspunkt in die umliegende Gegend sich vorfindet, wenn man den einzigen ^mip ä'ocil nach drin Schloßhofer Lustschlosse, und der Vallensieiner Nuine ausnimmt. Die neue Welt, das Batzen ha us, 8aN5
zouci und die friedliche Hütte, and öffentliche Orter die nur von Fußgängern besucht werden, da sie sämmtlich auf der Anhöhe liegen, die »or dem Gaisthore allmählig beginnt, und in weniger «ls einer halben Stunde, die neue Welt ausgenommen , erstiegen werden kann.
Überall werden Erfrischungen feil sseboten; abee den angenehmsten Genuß gewährt dem Freunde der Na-tur unstreitig der Spatziergang nach der friedl i ch e n Hütte, wo daö ruhige Anschauen der mahlerischen Landschaft, die der Donausirom mit seinen Inselgruppen, Wolfschal und Hainburg mit seinen Burgruinen, die Schütt und der Haideboden mit seinen Feldern und Dörfern, und die, zu den Füßen des Berges ausge-breitete Stadt mit den angranzenden Garten und Wein-Hügeln bildet, nicht durch lärmendes, oft von Zoten be^ yleitete5 Kegelspiel gestört und unterbrochen wird.
XI.
Entferntere Umgebungen von PreSburg.
Theben, llävin,
ein mit einem Dreißigstamt für die, auf der D»n.l
von Wren herabfahrenden Schisse versehener unk deö fürstlich Balfyschcn Familie unterthäniger Marktflecken, bestehend aus 208 Häusern , deren Einwohner sich vo,n^ Handel, Wein- und Gartenbau und der Schiffahrt nähren. An dem obern Ende desselben, da wo sich die, aus Mahren henibstießende March mit dem Donaustro-me vermahlt, sind die Ruinen einer Vurg, die zum Theil auf einem blanken, thurmartig erhabenen Felsblock, zum Theil an dem, diesem Felsen zunächst liegen-, den Berge, und zwar aus sehr verschiedenartigen, in Unsrer Gegend nicht vorkommenden Gesteine, z, B. 7 aus grobkörnigen, mit röthlichcn Quarz versllttrn Gra^ nit, erbaut ist. Ihre Entstehung schreibt man einer Jungfrau zu, für welche Behauptung aber nichts als dcr Name Do>voinn, Dowina spricht, der slawischen Ursprungs ist, und eine Jungfrau bedeutet; und woher die ungrischen lmd deutschen Benennungen Q^vin, Ocdcn, Theben, entstanden seyn sollen- Gewiß ists, daß in dieser Gegend dic Maharenser Slaven einst ihr Wesen getrieben haben, und daß man bisher das, The-ben gegenüber, auf dem rechten Donauufer gelegene Wolfsthaler Schloß — nur mehr Ruine — ungrisch i.eHnyva?, — Göttlnnenburg, — Ootttnburg, viel" leicht aus dem Grunde zu nennen pflegt, weil es mit I1cvvmn5< Theben, einerlei Ursprung gehabt hat. Unl> konnte zur Erklärung dieser Benennung nicht auch der Umstand benüßt werden, daß die heidnischen Slaven ihre Venus Vcwoina, Newa, vcxvimia, genannt huben? Im Jahre 86^ nach Ch. G. wurde diese , da-H
2^ l
ban Ludwig dem Deutschen belagert und eingenommen, und in der Folge ist sie die Beute verschiedener Tie-ger gewesen, bis sie endlich zu Anfange des sielienzchn-ten Iahrduil^'lts der damalige Besitzer Stephan Uä-t^orv i seinen Verwandten vermacht, und diese ihv Recht auf dieselbe, der Graf Palfyschen Familie kauf« lich überlassen haben. Nordwärts von Theben, in der Entfernung einer halben Stunde ist der Berg Kobel, dessen Kuppel den Franzosen im Jahre 1609 zu einem Observatlonsposten der möglichen Bewegungen der öster« lrichischen Armee über die March und die Donau ge« dicnt hat. Der Berg wurde zu dem Ende soweit von Bäumen entblößt, bis ein freier Überblick in alle Gegenden erzweckt war, und überdies mit Schanzen, deren Svuren noch vorhanden sind, umgeben. Hingegen ist jetzt die Auss»cht von dem Gipfel dieses Berges ft weit eröffnet, daß man bei heiteren und klaren Himmel nicht nur den Neusiedler-See im Tüdcn, sondern auch die, Wicn benachbarten Berge in Westen, über« schen kann. An der Nord- Ostseite des Fußes, dieses, die ganze Gegend beherrschenden BergeS, liegt da» fürstlich Palfysche Dörfchen
Kaltenbrunn, ungr. ?ÜäeH.Kütj slaö. Vubrnvvk^
dessen slawisch- kroatische Einwohner vom Feld« und Weinbau und den Fuhren, die sie nach der Otadt machen, leben. Oberhalb dieses Dörfchens, in dee Entfernung einer viertel Stunde, la^gi des mäßigstes len Weges nach dem Kobel, lrisst man sogar auf he»' Oherstache sehr viele Versteinerungen oon Se»»ry«
tMen, besonders aus dem Geschlechte der Bohrmuschel«' an, die bald loS, bald zusammengebacken, in großen Klumpen, und auf der Wcst- und Nordseite des Berges gegen Neudorf zu, und in den eine Halde Stunde entfernten Steinbruch in zentnerschweren Blöcken erschei» nen; sich abrr allmahlig, wie man dem Gipfel desBer« ßr^' näher kömmt, rerlicren, und durch Thonschiefer der auf der Oberstäche in losen Fragmenten, lirfer aber in größern Massen vorkömmt, ersetzt werden. Oben trifft man unter der Nnsrüdeckc ein, 2 Zoll mächtiges Lager von moorgrauer sehr feincr Torferde an, das weiter unten, gegen den Fuß des Berges, in der Neudorfer und Kalt
Klcni Hoch bcmer?t zu werden, daß auf ber Nl?rdöW-«)cn Seite des Verges, „icht weit von der Spiye des-srlbcn, das 5mvsmmn periolisttum in Menge, und der Kellerhals — l^äp^nc mc-ercum — sehr sparsam anzumessen ist. Nordwärts eine halbe Stunde liegt
Neltdorf, N 6 vjn - 17 j 5aIu ,
rin, mit emrm Dreißigstamte, unmittelbcr an dem Ufer hl'«l Marchstuß>'s, über welchen hier einc> llinge, sehr gllt erhaltene Brücke — Siehe Preßburger Zeitung Jahrgang ->s^9, «nd Hesperus 1820 4. Hft. — nach Österreich und zunächst mich drm kaiserlichen Lustschlosse Schloßhof führet, versehenes, und dem Fürstm ^alsy zugehöriges Dörfchen. Diesem nordostwarti ge< genüber liegt
«plamenau, Blunienau, I^Ämacz^
eltt slavisch- kroatisches, der städtischen Gerichtsbarkeit unterthäniges Dorf, dessen Einwohner s,ch theils vott dem sehr unbetrachtlichei» Wein» und Ackerbau, thcilS vom Fuhrwcsm nach der Stadt zu ernähren pfiegem Nordwärts von diesem ist
Wisternitz, Lcs^toltxe,
ein ebenfalls «palfyscheS slavisch« kroatisches Dorf, da« sich höchstens durch eine beträchtliche Menge Thonmer» «rl auszeichnet, der hier auf der Nordete hiusig an* getroffen wird. Noch rine hal!>e Stunde „orowälls^ zwischen zwei auslaufenden Bergrücken liegt m «lNlM tomantischen Thale das Dörfchen
Maricnthal, Va In 3 K5 » ri 2 N 3, Welches Ludwig I. ,'m Jahre 1377 als Eigenthum den Geistlichen des «paulincr-Ordens, sammt dem angran« zenden Wisternih, das aber im 16. Jahrhundert die Grafen Fltggcr käuflich an sich brachten, übergeben hat. Go unbedeutend jetzt dieses, der Kummer zugehörig?, und von derselben verpachtete Dörfchen ist; so groß war einst dessen Berühmtheit und ehrwürdiges Ansehen, in welchem es bei vielen Königen und Großen Ungarns, wegen einer wunderthatigen Kraft seines Marienbildes gestanden hat. Seildcm der, bis zur Negir-rung Kaiser Josephs daselbst bestandene Orden aufgehoben ist, hat dieses wahrhaft geistliche saNL-zouciz, au« ßer der Annehmlichkeit seiner ^age nichts vor den übrigen benachbarten Ortschaften voraus, als daß sich jähr-» lich am Geburtstage MarienS, eine große Menge Wall-fahrtrnder, bei dem in der Äirche aufgestellten Ma-rienoitde zu versammeln pftegt. Westnordwärts von Marienthal liegt
Ballen st ein, slawisch, cpaistun, ungrisch L o-
an einelt, Bache, der einen Kupfer- und Eisenhammer, eine Papier- und Schießpulvermühle treibt. Sonst ein unbedeutendes Dorfchen dessen slawische Bauern die hie«
*) Epbeuburg, vlesselcht von dem vt«l
fige Stadt und Umgebung mit dem besten Kalk unk dauerhaftesten Obste versehen. Oberhalb desselben liege», die Ruinen einer Veste, *) die nicht so alt zu seyn scheint als die Thrbner, da ihrer in der Geschichte der ottokarischen Unruhen mit keiner Sylbe erwähnt wird, beren Anblick aber uon der Stampfner Poststraße einen viel impoiantern Anblick gewährt, als so manches andere Fragment d?5 Alterthums, das bereits gezeichnet, gestochen und gleich einem Gnadenbilde, für fromme «Pilger beschrieben worden ist. Von der Ruine genießt man eine sehr schöne Aussicht aus die March und die Krümmungen des Donaustroms, in das Gebiet dcr Wiesclburger Grfpannschast, auf die Ruinen vonWolfs-thal mih Hainburg, und auf die schonen Umgebungen Wiens und d.
5) Herr Joseph 3c, n<, ««ner ber geschissen Ze'i chenmeister/ hat diese R"lnen gezeichnet; nur scha, b«! baß sein« schön« ?lrl)cit noch kelne V«ffentllchke
P e r n e k, *)
das deßhnlb erwähnt zu werde» verdient, weil man fei< mehreren Jahren in'der Nähe diesei uon Wäldern ein? geschlossenen Dorfes auf Gold und Silber mit abwech-sellttem Glücke baut; und weil hier ein Sttinkohlenber^ werk(?) eröffnet werden könnte, wenn dics den Prioatvor-theilen Einzelner nicht widerspräche. Verfolgt man den nächsten Wrg im Gebirge noch einige Gtunden zn Fuß»», und hat man die Dörfer Kuchcl, 3t n h r h a ch unl> Breitenbrunn im Rucken, so gclangt man nach dem unansehnlichen slavischen Dorschen
Blasensiein, ungr.Vetrcko, slav. Po d hra d,
das seiner bedeutenden Wirchschllftögebäudr und ansehn« lichen ökonomischen Anstalten wegr», — Siehe Unterhat-,'Uligsblalc derPresburiM Zcittmg 18:9, und HespernS 2820, ^trs Heft— den Ökonomen eben so sehr fesselt, >:ls eä den Mineralogen angenehm anspricht. Außer dem Torsc befindet sich auf einer beträchtlichen Hohe die Ruine eines Schlosses, das seinen Ursprung wahrschein« lich jenem Zeitraum verdankt, als die llngcrn den deut?
*) «vernek und Blas«nssein sind ,u well von Presbu,^ «inferltt, als daß sie l„ die N^lbe der hieben, wenn auch ^lNsernltn Umgebungen gezählt werden dürften. Ab«r der Mlncralog und überhaupt jedlr Natulfreui'b werden es dem Verfasser vlrz«
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sck>«, und slavischen Völkerschaften diese Gegend, und insbesondere das linke Donauufer, streitig zu machen an« gefangen hatten. Seinem Untergänge mag rs wohl schon srit länger als einem Jahrhundert entgegengegangen seyn. Denn Schriftsteller aus dem ersten Iahrzehend des i^. Jahrhunderts haben schon ihr Bedauern über dessen allmähligen Untergang ausgesprochen. So wie ei jetzt dasteht mit seinen äußern Mauerii auf d?r Hohe eines Berges, der wahrscheinlich dem Kampf des Feuergottes mit dem empörten Neptun, seyn Daseyn verdankt, ist die Nuine noch immer ein schönes, erfreuliches Denkmal des ausdauernden Fleißes unsrer Norwelt, aber auch ein desto traurigeres Vild der Vergänglichkeit mcnschli« chrr Werke. Einen Vorzug hat sie doch noch, den, daß sie eine freundliche Aussicht in di? fruchtbare, mit Dörfern besaete Eb?ne des Marchfeldes gewährt, und, einen Gesichtskreis eröffnet, der den Wanderer für das mähsame Erklimmen hinlänglich zu entschädigen im Stande ist. Wov ungefähr 3^ Jahren entdeckte ein Hirtenjunge in der Nähe diescr Vergruine eine Ossuung, deren Müu« dung einem Menschen kaum das Hmtersirigen gestattetc-. Es geschah indcssn», und nachdem man 55 Klafter in etwas schräger Richtung zurückgelegt hatte, gelang-te man in eine geräumige, mit Kalksinter angefüllte Höhle oder Grotte, deren Anblick die Hypothese nicht unwahrscheinlich macht, daß der ganze Berg und a'--ch seine nächsten Nachbarn aus Übergangskalk bestehen. Da sich die Höhle bis beinahe an die Sohle des Berges cr« streckte, so wurde am Fuß? des letztern eine Art Htol^ jen angelegt um das Besuchen dieslr geheimen Merk-
siätte der, auch im Zerstören schassenden Natur, zu ee> leichtern. Aber leider! ist dies auf ein>» Art geschehen, daß man dic Natur völlig beseitigt und diesem natürlichen unterirdischen Tempel, besonders am Ein« gange, einen Kunstleppen angehängt hat. der das Au« ge, das hier nur ein Wer? der Natur schauen soll, gewaltig beleidigt. Den Eingang verschließt nämlich eine eiserne Thür, die den, großtentheils aus Back-» sieinen — nicht einmal aus Kalksmtcr und Tuff —schr regelmäßig gewölbten Stollen , verschießt. Um das Innere d^r Grotte zuganglich zu machen, sind in den Seitenwänden eiserne Wandlcuchtcr angebracht, die mit mehr oder weniger Kerzen besteckt, je nachdem der Fremde dem Cicerone vornehmer oder geringer dünkt, die Gänge beleuchten, unt> drn imposanten Eindruck zerstören , den sonst dies chaotische Gpiel dcr Natur in dem Beschauer erzeugen würde. Wer übrigens in feinrm Le-ben keine ahnliche Erscheinung gesehen, bcr wirb auch das horazische ,,cic5inic in pisccni" hier nicht anwenden, und seit, Vergnügen an den mannigfachen Formen der zerstörenden und schassenden Kräfte der Natur, wie s»ch dieselbe hier in dcr Bildung der Stalaktiten und Stalagniten äußert, sinden, ohne ängstlich zu unter» suchen, ob das eine Hauptgewölbe dieser Grotte 16 Klafter hoch isl, oder ob dieser und jener Stalaktit irgend einer arhitektonifchen Ordnung, dieser und jener Stalagmt einem Kapuziner mit Bart und Kutte, diese« vder jenes Äggrogat versteinttter Tropfen einer Kanzel vder noch sonst etwas andern ähnlich sey? Denn ists t)ttch kcine Elwchöhle jn Dcrdisliiec, «^er eine Gr,W
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suf ^n^parciz, so ists doch etwas imValerlande, das uns so nahe liegt; aber vielleicht gerade deßhalb, wie der Wald der Bäume wegen übersehen wird, unb worauf erst das Ausland in der Person der hochgeehrten deutschen Frau Caroline von Pichlcr — S. Sarto« riV> Naturwunder des österreichischen Kaiferchums —> aufmerksam gemacht hat. Seit Kurzem hat man in dem benachbartltt, eitle Viertelstunde ostwärts entfernten, und wie ein Koloß über dem kleinen Dörfchen siehenden Berge Rachstun, cine ähnliche, noch beträchtlichere Höhlung entdeckt, und bereits Hand angelegt, auch diese , mittelst eines tiefen Stollens zugänglich zu machen, und den Freunden der Natur ein neues Vergnügen zu bereiten. Eins nur vermißt hier der Fußgänger, der über das Gebirge Hieher kommt — ein Wirthshaus, wo man für Geld und gute Worte, wenigstens als Diogenes speisen könnte. Aber auch hier, wie auf den meisten Dörfern, haust als Wirth ein, den Bauer brandschatzender, und das Volk demoralisirender Iuke, den es wenig kümmert, ob der Fremde an einem Sab-bathtage irgend etwas zu essen hat oder nicht; ob ich gleich nicht abgeneigt bin zu glauben, daß dcr Regent der fürstlichen Herrschaften, und der eigentliche Schöpfro der hiesigen schönen ökonomischen Anstalten, auch diesem Übel abhelfen würde, wenn nur die Pilger nach diesem neptunischen oder vulkanischen Tempel häufiger waren.
Ostwärts von Presburg gelangt man in 3 Vier« telstunden auf einer, längs dem Gebirge, sich hnniehen-hep Etratze nach dem ziemlich großen Mnrktftecken
sl«tschdo rf,- N.6tzo,
bessen Orößc aber mit dem Reichthum und Wohlstand der dortigen ftavifchen und deutschen Einwohner'i>n verkehrten Verhältnisse steht. Denn der Fruchlbobe» ist so klein, daß sanlnttliche Elllwohner mit ihrem Unterhalt nur auf den Ertrag de» Weinbaus angewiesen smt>. Und wie schlecht dieser seine Pfleger seit einigen Jahren gelohnt habe, hat die Erfahrung gelehrt. Dazu kämmt noch, daß der hiesige Weinbau nicht so musterhaft und belohnend ist, als der Presburger; aber der Wein Übertrifft letztern an Güte und Dauer; obgleich leider, auch die dortigen Einwohner seit einiger Zeit die Güte ihres Weins, der Menge desselben, durch das Ausrot» das Aufpfropfen der bloß tragbaren Sorten, aufzuopfern geueiht sind. Ostwärts von Ratsche dorf, eingeklemmt in einen Winkel, den zwei auslaufende Berge verursachen, liegt
die k. Freist adt St. Georgen, ssnnum 5t. (Zeorgii, 82. 6/c)r^, Sw. Gur,
nnt den, eine Viertelstunde von der Stadt entfernten, Ruinen eines Schlosses, dessen Ursprung, 00 er gleich Nicht so alt ist als drr, der übcigen bisher erwähnten Schlösser, dennoch ziemlich unbekannt ist. Mündliche Überlieferungen schreiben denselben den Templern zu; aber c5 ist auch nicht die entfernteste Spur vorhanden, daß jemals auf diesem Platze Nittcr, dieses, in mysti-sches Dunkel gehüllten Ordens, gelebt hätten. Die ßt»dt zählt nur fünf Gössen, u,nd in denselben kqum
-i5i
23on, Westens deutsche, evangelische unb fatholische Eitnrohner, die vomWeinbaue leben. Der hiesige Ans-bruch nimmt in dem Verzeichnisse der europäischen Weine, eine der ehrenvollsten Stellen ein; leider aber haben theils mehrere Fekljahre, und die Sucht der dortigen Weinbauer, ihre gute und zu Trockenbeerrn geeignete Traubenforten mit schlechter», aber tragbaren' zu ersetzen, theils und vorzüglich die künstliche Bereitung des Ausbruch? von Auswärtigen und der Verkauf dieses Surrogates für ächten, diesen alten Ruhm bei» nahe wankend gemacht, und die Einwohner, die überdies noch so inanchcn andern Vrrlust in srühercr unb späterer Zeit erlitten, zu dem grrcchten Wu„sche, daß es bald besser werden mochte, veranlaßt. Äorabinssy erzählt in seinem geographischen L^-icon von Ungern, daß es hier sonst so vitle Schlangen gegeben habe. Dics ist dahin zu berichtjgen, daß diese naturhistorischeMerkwürdigkeit auch jetzt noch das hiesige, Gebiet auszeich, net. Man findet nämlich di? Ringelnattern anfangs September und zwar an sonnigen Tagen sehr häufig «uf dem Wege, wo sie im Geleise und im Staube gerne zu liegen scheinen. Übrigens ist dics außerordentlich häu-> sige Vorkommen dieser Thiere aus dem ljmftande z^ erklären, daß sich beinahe zwischen j-drm, der an der Straße liegendenWtingarten, Etelnwände und Riegel bcsindrn, in denen sich diese Nattcrn bekanntlich gerne aufhalln. Das hiesige Schwefelbad wird nur von sehr Willigen und meisscns Juden besucht, und muß in dieser Hinsicht dem B 5 ft u g er Eisenbade, dessen Quelle lvassrr ab«:!,' cber.^lyä crst tünstlich crwfirntt werden
muß, und das eine Stunde Welt nol, hie» in eine?
unmuthigen Gegend, am Fuße eines Berges liegt, sehr lvrit nachstehen.
Ostwärts von «Vresburg und südwärts von St. Georgen und Natschdorf, in dem obersten Winkel de6 Dreiecks, liegt
We in ern, Prät52, slao. Wainori,
in den alten Urkunden 5?0!ö3 genannt, ein slavisches Dorf, da5 der Stadtgerichtsbarkeit unterliegt, und dessen Eimvohllrr sich theil» von eignem und anderwärts gepachtetem Merlande, theils von ihren Weingärten nähren, die ebenfalls auf der Südseite des Bergrückens liegen, der sich von Theben bis an die äußersten Gränzen des «preSburger Komitats erstreckt, und von den Weinbauern Presburgs, Natfchdorfs, St. Grorgens, Bösings, Limpachs, Moderns, Bibersburgs und Nußdorfs, mit verschiedenem Glücke auf Wemerzeugung b?, putzt wird. Der von den Weinbauern erzeugte Wein ist besser als der Preßburger und nimmt mit dem statschdorfer den erssen Platz ein. In der Entfernung eimr Stunde, südwärts von Weinern, und einer halben ostwärts von Preiburg ist
' Hberuser, 56 R.6v,
ein, zu der palfyschen Seniorais-Herrschaft gchö'riges Dorf, dessen Einwohner vom Ackerbau und der Obst« sucht leben , die in denen, der Donau angränzcnd?« y'luen mit Vortheil qetriebm wird. Sie sind deutschen Stammes, und häufig trifft man unter ihnen Mensche«
«n, die dicke Hälse und Kröpft habm, dies« gewöhnli« chen Folgen eines niedern, Überschwemmungen ausgesetzte» Wohnorts, und eines schlechten TrinkwafferS.
Was sogar ein Flüchtiger französischer Neisebe-schreiber Dllrnomliie, mit ungewöhnlicher Genauig« keit beschrieben und gelobt hat, das darf wohl auch hier, in der Aufzählung der, Hrcsburg umgebenden Örttr, nicht unbeachtet blciben. Ich meine den, cine lpostmeile von lpresburg, und ,/^ Meile vonIvanka, einem, Mit einem Kastell des Fürsten Ornzzaikovltg, veriehenen Dorfe entfernten, ungrisch-slavischen Mark^ fiesen
Lanschitz, Landsitz, (?5ek!c52,
der, wenn man das, vom Grafen Joseph ^xteriiä?;^ im Jahre 1722 auf der Alihöhe erbaute Schloß von demselben trennt, schwerlich einen Vorzug vor den benachbarten Dörfern und Ortschaften haben wird. Aber hingegen vereinigt dieses so virle Vorzüge vor hundert andern ähnlichen Schlössern und Landsitzen! der Großen Ungerns, daß es keinen reuen dürfte, dieselben der Beachtung und des Allsrhens gewürdigt zu haben. Abgesehen von dem Überstuße des hier aufgehäuft?« kostbaren, und zu seiner Zeit auch sehr geschmackvollen Haustathes, so ergötzt sich hier der Kunstfreund an ciner ausgesuchten, interessanten Sammlung von Ohlgemälden; der Gelehrte an einer com-pendiösen aber gewählten Büchersammlung; der Naturfreund an einem nach französischer Sitte angelegnen Garten, dcr, weil er eine Aussicht auf die Umgebun-
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grtt tiach allen Selten hm gewährt, im Vcrhalini^ ^ der übrigen schönen Landschaft, die diesen Landsitz ums gibt, nur als Modell zu l'inrr eben so schönen, koloffa-len Garlcnparchic erscheint. Schade daß dieses schöne Schloß mit seinen Schatten, zwanzig und mehr.Jahre durch die Entfernung seines geschmackvollen Besitzers riner Schonen geglichen, deren Vorzüge die flatternde Männerwelt verkannt Und übersehen hat. *)
Ga d end orf, und Brück anberLeitha,
zwei, in Suden drei bis vier Stunden vott Presburg entfernte, und durch ihre schöne Gartmanlagen an dem Flußc sehenswerche Orter: ersterer der gräflich ssasimir I- z,ltc:r1i^>'schen Fanlilie, letzterer dem Grafen Harrach zugehörig. Go schön und geschmackvoll auch jener Garten i,'t, so verliert er doch in der Nähe des letztern, de« ich den Naturfreunden nicht besser empfehlen kann als N.it den Worten des Hofraths v^n Schultcs ^^) dieses wissenschaftlichen Kenners und kompetenten Nichters in diesem Fache. „Ich nehme keinen Anstand, dielen Garten in Hinsicht auf die Schönheit mit der seine Par-? thien gedacht und geordnet, und in Hinsicht auf di«i Kunst und tiefe Kenntniß der Natur der Gewächse, mit
-) pblge» ist aus achtjHbrlger Erinnerung nledtva,«-schrleben.
**) S<«bt Mrginblatt, Jahrgang i8»«, und
??s0. 20.
welcher Herr Lübeck aus Dessau, seme göttlichen Ideen ausführte, für den schönsten Garten der östcrreichischri, Monarchie zu halten, d^n ich gesehen habe. Eine H^ de mit einigen Auen die die Lcilha jährlich über-schemmte, rin alte6 Gchloß, da^ noch vo? nicht gar langer Zeit, eine Festung war, nirgends umher auch nur eine einzige, an sch schöne Aussicht, außer allen? falls jener auf die Verge von Theben und Presburg, dies lvar das ganze Materiale zu einem Garten, der nutt ohne alle Hilfe der Natur, der Triumph der schöne»» Gartenkunst in Österreich geworden ist. Nur ein Manul her inWörlitz") in die Schule ging, konnte ein solches Meisterstück schaffen; und nur durch die gründlichen botanischen Kenntnisse die dieser Mann bescht, konnte er so vollendet werden, wie er jcht vollendet da ficht. Die Glashäuser des Gartens, zu welchen die alten Fe< siungsmauern des Schlosses umgeschaffen wurden, sint> sehr reich besetzt, enthalten viele Kostbarkeiten und Seltenheiten, und alles was sie in sich fassen, in der üppigsten Vegetation und in Fülle von Gesundheit, so daß Herr Lübeck als Kultivateur eben so liebenswürdig ist, wie als Meister in der schönen Gartenkunst.
*) Ein Stäbchen b«s Fürlien von Anbalt-Dessau, orel St,md«n von dessen Residenz «ntfernt. Siebe, Be? schrelbung des Anballdessauischen Gartens zu WörlH von August Rob«.
Geschichte von Pres bürg.
^83as die Geschichte eines jeden Voltes und Landes das durch einen lungert, Zeitraum der Willkuhr schnell aus einander folgender Eroberer ausgesetzt, und der Möglichkeit seiner geistigen Ausbildung beraubt gewe» sen ist, erschwert, das steht auch der Abfassung der ältesten Geschichte von Presbura. mächtig im W
drM Tode Atlilas um das Jahr <5^ erfolgte, habe» sich auswärtige Volker, und zwar Hcruler, in die« srr Gegen!) nirdergelafsen, unter deren Herrschaft An» dllet, als ein Schutthaufen bezeichnet wird. Nach 0em im Jahre 526 erfolgiem Auszüge der, eine Zeitlang hier wohnenden Heruler, bezogm die Slaven das , von den übrigen alten Bewohnern nicht hinlänglich bevölkerte Land, und errichteten daselbst, anfangs um das Zahr 5^8 eine Art republikanischer, um das Jahr Lga aber, eine monarchische Negierung.
Unter den slavischen Königen war für unsre Gel» ssend der merkwürdigste 3ta tisl a w oderRadislaw, auch Wratislaw genannt, welcher vom Jahre '«^2 bis 869 regiert hatte. Von ihin berichtet ^Vvcn-im, ein berühmter Geschichtschreiber aus Baiern, in HnNHlibusLaloruiii, daß er aus einem alten Burg» stall *) eines alten zerstörten Ortes der Römer, diese Stadt erbaut, und pozomum genannt haben soll. Derselbe legt ihr auch den Namen I^t'ktizl^.'UsAUtn b^i, welche Benennung auch auf der Karte, des Hase'schen historischen Atlasses, 'I^b. IV. Impcrii l'r^nci^l-j, und auf der kleinen Karte des ^umkn^säxk^ vor« kommt. Unter Wratislaw brfand s»ch das mährischslavische Reich, das sich von der Donau und dem Gran-fiuße vis an die carpachischen Gebirge erstreckte, m ei'
^) Bls auf den heutigen Tag ntnnt man einige ixiii Schlosse zunäch,! ll«^euo« W«ingärl«n ,,unter d«m Burgstall."
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nem blühenden Zustande. Allein unglücklicherweise haft
Im Jahre 69Z kamen die Ungern, angeführt von 3 Feldherren, ^ugrcl, lüackiza und t^uda in unsre Gegend, und in das damalige Gebiet des Herzogs ^VIoFeinuZ an dem Waagftuße, überschwemmten das mahrische Reich mit ihren Heerhaufen , verwüsteten das ganze Land um die Waag und um den Einfluß der March in die Don au, und brachten alles, was an der Waag und zwischen derselben, und der March lag, unter ihre Gewalt. 8^aw^nd, König von Mähren, ein Sohn und Nachfolger 8wawplu^5 wußte kein anders Mittel sein Land zn retten und seiner Feinde los zu werden, als den Frieden von ihnen zu erbitten, den er auch im Jahre gaä unter den harten Bedingungen erhielt, daß er den Ungern die ganze Gtrecke von der Maag an bis
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his ?.'.:m Ausfluß? der March in die Donau, und den g'ößten Theil diesseits derselben, sammt den daselbst befu:dlichen Städten und Schlössern.- I'ruzun , (Trent« schiu), L!(inclu3, (Beykow), ^2,ia, (Banotz), (-al-^n^c)', (Galgotz,) I^itra, (3teura), 8tumrc^, 8cmp-te, (Schintau), 0ov^jn2 , (Theben), Loron« , Zo-roncl^ , üerentz und VVr^tiZwbur^, (Bresburg) ab-treten mußte. Mit dieser Abirrung halle nun die Herrschaft der Mährer in dieser Gegend ein Ende, und Presburg fiel den Ungern zu. Und hierauf erhellet das Irrige der Aventinischen Behauptung im V. Buche der baierischen Jahrbücher, daß nämlich der heilige Stephan. Konig von Ungern, «presburg, Theben, Oedenburg und so weiter; als einen Brautschatz, mit Gisela, der Schwester Heinrichs, im Jahre ,c>o3 . bekommen habe. Der gelehrte lloi, in seiner NntittÄ kexm ^llmxHt. und andere Geschichtschreiber, beteten diesen Irrthum nach, aber mit Unrecht. Dcnn da der Strich Lankcs zwischen der March »md Waag, folglich auch Presburg nie zu Deutschland gehörte, nie von Deutschen erobert worden ist, so konnte es von deutschen Fürsten auch nicht verschenkt werden. Dl.ß übrigens ^v?Mimi5 diese Nachricht aus einer unach» ten Quelle geschöpft habe, erheNct aus >U<.Iä5 u. l>ek> lar^n, rines gleichzeitigen Schriftstelln^ Worttn: Osresriclnam Zcl »nnu,n 972 a m«i,cril)U5 5uiii mn-x'lMll cx parts occlipatlir« nan älm^il^ <^v8", «cä conzt^mer i'crinuit. Hat also König Sl^vyan lincn Theil von Osterreich dl? an Unqcc, ^cinzte sch''« vor seiner VeroindlMg mit Giseln mne grhaot, so wird
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^resburg um so gewisser sein Eigenthum gewesen seyn« König Stephan, dem es um die Ausbreitung der christlichen Religion und die Bildung seiner Nation zu thun war, wies allen Fremden, die Künste und Hand« werke trieben, eine sichere Unterkunft in seinem Lande an. Diese Ansiedelungen hatten gewöhnlich in der Nahe von Burgen und Vergvesten Statt; und so mögen denn auch unter der Presburger Bergveste nach und nach mehrere Häuser, und endlich Gassen entstanden seyn, die unter Stephan von eingewanderten Franken und Baiern (vor Stephans Regierung höchst wahrschein« lich keine Deutschen,) den hiesigen Platz bewohnt haben. Daß diese christlichen deutschen Ansiedler einen wohl-» thätigen Einfluß auf die ganze ungrische, damals auf einer sehr niedrigen Bildungsstufe stehende Nation, ge' habt hadc, ist nicht zu laugnen. Aber leider, konnte sich die Stadt diescs Glücks , das ihr die wohlthätige» Anstalten dieses christlichen Königs bereitet hatten, nur so lange erfreuen , bis Kaiser Heinrich mit einer zahl» reichen Armee sich ihren Gränzen näherte, um Stephans Nachfolger Peter, dem er schon früher auf den ungr. Thron verholsen hatte, neuerdings einzusetzen, und oegrn die Anmaßungen des Samuel Aba, den die ungrischen Stände zum Könige ausgerufen halten, kräftig zu unterstützen. Er erschien vor Prcsburg mit einer beträchtlichen Anzahl bewaffneter Schiffe und belagerte beinahe zwei Monate um so hartnäckiger die Gtadt, je tapferer sich die Einwohner vertheidigten; bis endlich der Befehlshaber der Besatzung, durch den Mangel an Proviant aufs äußerste gebracht, den Entschluß gesaßt
halte, die Stadt durch List zu entsetzen. Vm gewisser ^otmun^ wagte cs nämlich, sich in der Dunkelheit der Nacht, den feindlichen Schiffen zu nahen, unk den größten Theil davon zu durchbohren. Das plotzli» He Untersinken derselben verbreitete Furcht und Schre« sen unter den Deutschen, und zwang sie die Belagerung im Jahre io5o plötzlich aufzuheben.
Salamo, der vom Jahre 1068 bis 74 Ungern beherrschte, trug, da er sich zu wiederholtenmalen in Hresburg aufhielt, weil er s,ch hier in dem festen Schlosse vor den Nachstellungen seiner Verwandten, des Geysa und Ladislaus sicher wähnte, sehr viel zur Verschönerung der Stadt, und zur Befestigung des hiesigen Ochlosses bei.
Im Jahre 11^0, unter Geyfa II., wurde Press bürg von Heinrich von Österreich und dem römischen Kaiser Konrad III., ehe noch Ungern die feindseligen Gesinnungen des Erstern erfahren konnte mit List eins genommen; aber von dem jungen nmthigcn Könige in Kurzem mit einem großen Verlust der Feinde wieder xrobert.
n65 erhob Stephan III. 20 hiesige Einwohner« wegen der ihm vermuthlich im Kriege treu geleisteten Dienste in den Adelstand, von denen einige Abkömmlinge noch unter Karl d?n VI. in der Insel Schütt gelebt haben. Ihre Namen,
Ombud, Colon, Guzcn, Petu, Vokut, Niclnv, Numsa, Endre, Searecunpentiki, Juna , Kelud , Guca , Cekfij, Gurdas, Scaragunka, Fonsol, Arichdi , trajct?
noch sämmtlich das Gepräge szythischev Abkunft.
Unter Beta IV. im Jahre 12^1 mußte Pre«burg das traurige Schicksal eines verheerenden Krieges durch die Tarnen und den österreichischen Herzog Friedrich erfahren. Mit welcher Grausamkeit die beiden ver-bürdeten Feinde gewüthet haben, läßt sich aus dem Antrage des Tataren Königs Battus entnehmen, »er« ni'ge dessen Friedrich, nach Abschwörung drs Glau--be„s' an Gott, kein menschliches Leben in Feindes Land verschonen sollte.
126a wurde hier drr Friede zwischen dem böhlm-scken Kölnae Ottocac und Brla geschlossen, und das nächste Jahr in Wien unterzeichnet.
1262 wurde ebenfalls ein Friedensinstrument zwi-schen Vela IV. und dcfflN Erstgebornen Stephan V. der den Titel eineS jungen Königs von Ungern führie ausgefertigt, und fast zu gleicher Zeit «presburg unb Neitra dem jül'gern Sohne B^las, als Geschenk über« geben.
127» wurde Presburg vom böhmischen Könige Otlokclr, nebst Tyrnau, Wibersburg, Raab, Neitra u. s. w. eingenommen, und dabei di? Gewalt der Waf« fen so schrecklich ausgeübt, daß alle privac und öffentlichen Gebäude verbrannt und niedergerissen, der vom jtönig Bela hinterlassene Schatz geraubt, und das hiesige' Stadt- und Kapitel - Archiv gänzlich vernichtet wurden.
In diesem Zustande blieb «presburg bis zum Iah-re 1276; wl'il es inzwischen nur kurze Zeit in den Händen der Ungern gewesen, mid noch einmal von den »ttokarischcn Truppen eingenommen worden ist.
"^ 262 "^
,23c> schenkte Labi«lau« IV., sonst der Kumanier zenannt, um die Verdienste eincr hiesigen Magistrats« person, die sich bei einer auswärtigen Gesandtschaft vortheilhaft auszeichnete, zu belohnen , der hiesigen Stadt die Dörfer Weidritz, Schellmdorf und Vlumenau.
1285 wird die Stadt von dem österreichischen Herzog Albert mit Gewalt eingenommen, und das hiesige Schloß von dessen Truppen besekt.
1291 erneuerte und bestätigte Andreas III. sammt«
liche Privilegien , die die früheren Könige dieser Stadt
^ verliehen hatten , und deren Urkunden wahrend
den ottocarischen Unruhen verbrannt, oder sonst vernich»
tet worden sind. '
,297 ertheilte derselbe den hiesigen Schissmeisscrn das Vorrecht, sämmtliche Waaren , die von Wien und sonst aus Osterreich hicher gebracht werden, durch niemand andern weiter führen zu lassen, als mittelst ihrer eignen Schiffe und Züge.
i3o2 wird PreSburg von den Österreichern unter Anführung des Herrmann Landberg eingenommen, und, lnuß in deren Gewalt durch mehrere Jahre bis zum Antritt- der Negierung Karli I , im Jahre »Zog ver-. bleiben.
1309 wurde hier unter dem Vorsitz des pabstlichen Gesandten, eine Nationalsynode gehalten, deren Ver« Handlungen in Raynoldö Kirchengeschichte, Bd.XVII.^ und in Peters,« Geschichte der Oncilicn Thl. I. G. ^il verzeichnet sind.
;323 ertheilte Karl der Stadt, um sie für öle, lh, so häusig zugefügten Unbil)m liingermaaßen zu ent«
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schädigen, das, zwischen Posing, Lanschitz und Ivan-» ka (?) gelegene Landgut 8xol«'i^ dessen Ausmaaß der damalige Palatin Nik. kuiuk , öem hiesigen M^g^stra-» te schriftlich übergeben hat.
»331 wurde hier zwischen Karl I. „nd den Herzo« gen Friedrich und Albert ein Friede geschlossen; und im Iührr »3^6 ein Blindniß zwischen Karl, Kc'Nlg von Ungern, Kasimir, König von «pohlen, Johann, Kö-pig von Böhmen, und dessen Sohn Karl, Mcirkgrafen von Mähren, gegen Ludwig ron Aaiern und die Her^ zöge von Osterreich, auf I verschiedene Urkunden unterzeichnet.
i,^» ksmmt hier ein neuer Friede zwischen Karl l. und Albftt von Österreich, durch ansehnliche Schiedsrichter zu Stande; auch erlaubt der Konig der Stadt, s.ch einer Scheidemünze nach Gutdünken zu bedienen, um den Handelsverkehr auf der Gränze drsto kräftiger zu unterstützen.
Ludwig I., sonst der Große qenannt, bestätigte alle die, von den vorhergehenden Königen ertheilten Freiheiten und Vortheile; unterwarf neucrding« im Jahre '3^5 der stabtischen Gerichtsbarkeit die Vorstadt Wei« driz und Blumrnau mit dem Vorrechte eines, auch durch kcinr königliche Gerichisperson oder irgrnd eine Slellerentrichtung zu störenden Besitzes; ließ auch eine Verordnung ergehen, daß sämmtliche verdüchti^e Per-sonen, die ohne Paß oder Kundschaft in die Stadt kom-men, von derselben entfernt, und daß den Ungerechtig-keilen endlich, di? s,ch einzelne Herrschaften gegen jh?
re Unterchanen bisher erlaubt hadcn, ein Ziel gesetzt werden sollte.
,3^6 wird durch ein Dlplom Ludwigs I.verord» net, daß Jedermann, weß Stande undNangüs cr auH sey, selbst die Klerisey nicht ausgenommen, der in der Stadt und deren Gebiethe ein Haus besitzt, v rpftichtet sey, den ihm zugemessenen Beitrag zur Befestigung und Erhaltung der Stadt, zu entrichten.
i35Z hielt sich Ludwig mit Rudolph Herzog von Österreich hier auf; und
,359 stattete hier Ersterem der Herzog einen neuen Besuch ab, und unterzeichnete die Verträge scif neS Vaters mit den Ungrrn.
»362 wird in Hreßburg ein neuer Friede zwi«, schen Ludwig und Karl IV. geschlossen, und von 53 ungrischen Magnaten unterzeichnet.
Während des Regierung Karl I. und Ludwig fast? den sich, zum großen Nachtheil der übrigen christlichen Einwohner, die Juden auch in Presburg ein und nahmen so sehr überHand, daß sie nicht nur den ganzen Handel an sich zogen, sondern auch überdies den größten Theil des «privatvermkgens hiesiger Bürger, ja sogar das Rathhaus mit dem Benesiziachausc und der Lorporiz Ol,riiU Kapelle pfandweise cm sich brachten. Diesem Unfug einigermaßen zu steuern, befahl Lud? wig der I, daß auch die Juden dem Stadtmagistrat« Vttuern entrichten sollten. Eine au6 dieser Zeit vom Jahre i3?6 auf dem hiesigen Rathhause noch vorhan« dene Handschrift im Betreff der Juden, .verdient, da s,c zugleich den damaligen Zustanh der Verfassung die.
ser Stadt und den damaligen Geist der Sprache chara?« terisirt, hier ausgrzeichnct zu werden. Sie ist fol» gende:
Von dem Iudenpuech.
Auch ist mer derfunden, als oben geschrieben stet, daß dir Juden sullen haben ein puech, vnd dasselb sol eil, Kristen ein geschworn man ynne haben, vnd dasselb puech sol man nicht auftun , iß sey dan dopey ein grjworn Kristen und ein grsworn Juden dieKrifien vnd Juden darzu erwellnit, vnd dieselbe zwen gesworn ein Krisien vnd ein Iud sullen daß puech versiegeln mit iren Insigeln vnd waß in daß puech geschriben Wirt zwischen Juden und Ärisien , daß ist stet vnd daß mag nymant wider reden weder Juden noch Kristen, auch sullen in das puech die Jude«, laßßen schreyben von ei« nem pfunte zwen pfenning zegesuech vnd nicht mer, aber NIVNN r mag man einen vol darin zegesuech schreybrn nach Juden vnd Kristen willen, vnd waß vnber einem pfunt ist von Sechzich pfenning zegesuech oder von drin schillingen Pfenninge einen zrgesuech ein Wochen.
Von pfentung der Juden.
Seczt ein Kristen einem Juden ein pfant für alß Vl'el gelcz , gicht der Krisien mynner vnd der Jude mer, so sol der Iub daß besten auf dem pfanbe mit seinem Ayde, Is eß vber zechen pfunt Pfenninge, s° muß der Jude swern auf dem Redal, Ist eß aber hinter zehen ufunten, so sol der Jude swern rinen And auf den Ryn» ße nls cß vor ßewenlrich ist gewesen.
Von dem Rechte der Juden.
Wen ein Kristen einem Juden zuspr'cht vor drm Iudengeri6)t, so vragt man Krisscn und Juden vmü daß rccht, vnd koment dan dieÄrisicn vnd Juden vber ein vnd do muß eß pey belryb?n, würden aber die Kristen vnd die Juden die pey dem Juden recht siczenth vmb baß recht krieghaftig, alss daß sie daß recht nicht mochten dersinden, Go sullen Vi daß recht dingen in den Stat ze Prespurck und nicht fürbaß, vnd waß dan der Nat ze einem rechten erfint, da sol eß pey beleyben und daß sot nymant wider reden.
„Leicht ein Jude auf ein phant daß vrrsioAen ist vnd waiß daß nicht, daß daß phant verstollen sey, so sol der Jude ein Ayd dar vmb swern daß er daß nicht gewißt hat daß daß phant geseczt sey.
,,Ob ein Jude ein phant vertust von eins für Für« sien gewalt wegen, ober von offenbares rawber wegen, oder von einer offenbaren dawphait wegen, oder von zewnnst wegen, daß er beweisen mag, daß sol der Jude nicht enkelten ; verwarlost er es «ber, wie er daß anders verlenst dan oben geschriben stet so sol es der Jude dem Kristen mit Zwiffcl gelten, dan das phant geseczl ist.
Von des.Juden Fleisch wegen.
No, Anno DniMCCCLXXVI, proximaquar-ta fcria post Dnicam Letare in quadragesima.
Daß daß erfunden und gemacht ist nach Herrn Jakobs vnscrs Hcrrm des Königs Lantricht und auch
Tarnykmeist' R. den vnser Herre der Hömg an sei« fiatt durch der Statnöt vnd auch durch ande fachen willen gesant hat gen Preßburg vnd der auch ze der Zei« «Uer Juden Richter waß in dem ganzen Lande ze Vn« gern vnd auch mit wiNen vnd gunst armer und reicher Krifien rnd Juden und dcr Slat gerrchtig?eit willen, also was die Juden fleyschs bedürfen dasselb Vieh sullen sie lebenlig kaufen, daß sullen sie selbe stachen oder laßßen flachen , wenn s, wullen, also was sie bedürfen vnd selbe nüczen wellent, daß sollen sie nüczen nachiren willen , aber daß ander fleysch daß sie nicht eßßenl und liuczent, daß sullen sie selb verkauffen in iren Haew» fern oder vor iren Haewsern und sullen daß keinem Veischhacker verkaussen.
i385 wurde «presburq von König Sigmund, al^ er sich nack Böhmen flüchtete und Geld brdurfte an seine Vettern Iodokus und
1.I92 schenkt Sigmund Presburg einen Kroßen Theil von Frattendors nebst dem ttftr (78^116 ; unl» i^la2 die Stappelgerechtigkeit. Die Urkunde ^arübee wurde ,.^53 von seinem Nachfolger Ladislaus poztdu^ iiNl5 bestätiget.
,^0^ wird hier zwischen Wilhelm Herzog von Osterreich und König Sigmund ein Friede geschlossen, wobei der König selbst zugegen war.
l^s, richten die Hußiten Verheerungen in dev Vladt an (?>
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1^3a erhält Presburg die Freiheit Geld zu prägen. Die Münzen wurden mit den Buchstaben 1^,. unt> ?» — I^i^a pozomenäjä — bezeichnet, und die eine Hälfte der Münzoortheile an die Kammer, die andere «n die Stadtkasse abgeliefert.
i H35 war abermals^andtag, auf welchem die, neuere tings vorzunehmende Befestigung der Stadt und des köm'gl. Schlosses entschieden wurde.
i^36 verleiht der König Sigmund der Stadt das noch bestehende und durch König Mathias bestätigte Wappen. Auch räumte er cpreßburg den Vortheil ein, daß die Einwohner nicht nur von den bisher bestehen« den Steuern losgesprochen, sondern auch sämmtliche Waaren, die zu Wasser ins Land gebracht würden, von allen Zahlungslasten befreit seyn sollen; was auch in der Folge Johann vonl^lun^«cl, Ladislaus V. und Ma< thiaS bestätigten, und worüber die Urkunden im hiz,s> gen städtischen Archive noch vorhanden sind. Den hie« sigen Handel zu beleben, vermehrte Herselbe und vcr« la'ngerte die von Ludwig den I. zuerst eingeführten Mark» te und bchchl, daß außer den bereits eingefühncu ^< tarc- und Lorenzer-Märkten, Niehmärkte gehalten werden sollen.
i^38 verleiht Albert Presburg die Freiheit, von jedem ohne Unterschied, der sich a^f der fiiegendet, Brücke ü'brr die Donau setzen läßt (das konigl. Gefolge, die Reichstags Deputirten und den hiesigen Probst auS« genommen) ein hest»mmtks Überfchrt^ld abzufordern ^
welche. Vorrecht auch von den nachfolgenden Königen bestätiget wurde.
,439 und i^a werden in dem hiesigen Büchsen» hos von 6 Vüchsenmeistern und deren Gesellen Kanonen, Morser, Kugeln u. s. w. aus dem Hrrrengrunder ^Kupfer gegossen und Gchießpulver bereitet.
i<4» befreit Elisabeth, Alberts Gemahlinn die hiesigen verschuldeten Bürger nicht nur von den unbilligen Zinsen, die sie an die jüdischen Wucherer zu zahlen hatten, sondern auch von sämmtlichen Steuern, die sie das nächste Jahr an die Otadtkasse entrichten sollten.
,45o beruft Johann von l^lMy^ä, die Stande von Ungern Hieher, und erläßt den Einwohnern die bis-hertgen Steuern.
i^55 wird auf dem hiesigen Landtage von Ladis-lau5 abermals beschlossen, daß die Juden die öffentli. chen Lasten ebenfalls tragen helfen sollten.
Vom Jahre ,^,3 bis 1^90, unter dcr weisenNe-gienmg Mathias soromus, erfreute sichPresburg nic-seitlicher Vortheile. Derselbe bestätigte sämmtliche Frei, heiten und Privilegien, die seine Vorgänger Andreas, Ludwig u. s. w. verliehen hatten.
1459 ertheilte er der Stadt das Recht, sich bei Ilnterfertiqung der Tiegel, des rothen Wachscs bedie« nen zu dürfen, und
1^6^ sogar eine goldene Bulle über ihre sämmtliche Rechte und Privilegien.
»475 ergeht der Befehl, datz keinChrist sein Vrb-M an Juden verpfänden dürfe, e5 mag in Häusern,
«ndern Grundstücken oder sonstigen Habseltg?eiten bestehen. Und weil nach damaliger Sitte auch shristen Bärte trugen , so mußcen sich die Juden durch rothe Kapp, chen von den letzten» unterscheiden. (S. die im ungr. Magazin Bd. I. S. 116 abgedruckte Urkunde)
1^91 Landtag unter Wladislaus, und Friedens» schluß mit Maximilian.
i5»5 rine feierliche Zusammenkunft dreier H«lni« ge, zu deren Unterhaltung man verschiedene Feste ver« anstaltete, die durch eine Feuersbrunst, die einen gro» ßen Theil der Stadt und die Wohnung Wladislaus, wo sich viele Kostbarkeiten befanden in Asche legte, auf das unangenehmste unterbrochen wurden.
1526 flüchtet sich Maria, Ludwigs Gemahlinn, nach der unseligen Schlacht bei Mohats^ sammt dem Kirchen-schätze und den übrigen Kostbarkeiten, nach Presourg; und aus Furcht vor den siegenden Türken wird die Stadt neuerdings befestigt, die Pfarrkirchen zu Tt. Michael und St. Lorenz niedergerissen, die Steine zu der, Festungswerken verwendet, und aus den Glocken Kano» nen gegossen. Auf dem in diesem Jahre abgehaltenen Landtage werden dieIuden aus derStadt verbannt, ihre Häuser den Hosteuten der Königinn Maria überlassen, und von diesen an hiesige Bürger verkauft. Der ei» gentliche Zweck des Landtages über bestund darin, Ferdinanden auf den ungrischen Thron zu setzen; welchen, damals wünschenswerthen Zweck, Presburg nach seilten, Vermögen um so lieber unterstützte, da wegen der ziemlich bedeutenden Parthei Aäpc>!/i»5 die wemgstel, »ngrischen Stäöte beim Landtage erschienen, und Fer/
blnands sehnlichstes Wunsch mit ihrem Einfluße unter» stützen konnten.
i532 kommen auf Befehl Ferdinands die Gro« ßen von Ungern, die sich von /5 p< 1>N5 Verspre» chungen nicht hatten hinreißen lassen, in Pvesburg zu« sammen, um di^? Pcirth/iganger des letztern schriftlich zum Gehorsam gegen den rechtmäßigen König zurücktu-führ?«; was Ferdinand nach seiner, in einigen Tagen darnach erfolgten Ankunft ebenfalls versucht hatte.
,5^3 wird dle Kammer und der Sitz des Graner Erzbischofs aus Furcht vor 55«, Türken nach Presburg verlegt; und Ferdinands Wohltvol^N gegen die hirsi« gen Einwohner spricht sich dadurch aus, daß derselbe nicht nur ihre alten Freiheiten, die allmählig ztt verlö-schen schienen, erneuerte, sondern auch die zuletzt vott Giglmmd denselben ertheilte Handelsprivilegien bestä» tigte. Und welche wohlthätige Folgen diese Begünsti-gungen auf den vermehrten Wohlstand Hrcsburgs ge« habi haben, beweist der Umstand, daß die hiesige Stadt» lasse sehr oft im Stande gewesen ist, nicht nur Ferdi-li mdcn, sondern auch dessen Nachfolgern Maximilian und Nudolp-H, Gcldvorschüsse zu Führung deß Krieges ßegen die Türken, machen zu können. Übrigens sind hier während der Neuerung Ferdinands 20 Landtage gehalten worden. In einem derselben im Jahre ,536 ward Presburg, weil Ofen in dic Hände der Türken ge» rirth, für die Hauptstadt deS Landes erklärt.
i563 den 6. September la'ßc Ferdinand seinen Gohn Marimilian II. in Presburg zum unZrischm Kö« nige krönen; zu welcher Feierlichkeit er selbst zu Waffe,
von Wien herabführt. 'Dic Stande sinb d,,b?t schwis« rig, weil sie m dcm Vorrecht, frei wählen zu dürfen beeinträchtigt zu seyn glaubten. Uin demnach diesem Rechte nichts zu vergeben, werden sie in drr Domkirche vom Vice-Palatin öffentlich befragt: „Wollet, uerlan' get, befehlet ihr, daß Maximilian zum Könige gekrönt Werde?" worauf denn die Antwort: „Ja wir wollen, Verlangen und befehlen es," erfolgte. Eine große Men» grMenschen verherrlichte diese Krönung, bri der 233 l Ritter zugegen waren. Den folgenden Tag wurde auch die Königinn Maria gekrönt, und in der Franziskaner Kirche H »mgrische Edelleute zu Rittern von, golhenen Sporn geschlagen.
»564 wurde die Bewilligung des heil. Abendmali unter beiderlei Gestalt auf königlichen Befehl bekannt gemacht, und die Einwohner von der Vcrbindlichkclt, ihre Bücher der Censur zu überliefern, wie dieses der Grzbischof Nikolaus Olahus verlangte, freigesprochen.
1^67 wurde in das hiesige Gchloß Johann Fri» brich II. Herzog von Sachsen »Meimar und Gotha als Gefangener gebracht und hier bis zum Jahre 1U71 verwahrt. Siehe ungr. Magazin I. Bnd. S. 79.
15,72 wird in Pnsburg Rudolph, noch bei Leb» zeiten Maximilians, zum Köm;5 von Ungrrn gekrönt.
i5«6 wird die Stadt durch ein heftiges Erdbeben be« drccht, und von der Pest befallen»
1Ü90 der RathhauSthurm durch ein Noch heftige« ves Erdbeben gefährlich beschädigt; und eine heflige Feuersbrunst wüthet so grausam, daß außer der Dom' Und Hranziskanereirche, dem «rzbischöstichen Palli.i
V «
Und dem Nachhause beinahe sämmtliche Privat« und öffentlichen Gebäude, ein Naub der Flammen gewo?" den sind.
1L04 wird Mathias , der nach Presburg kommt um hier Landtag zu halten, mit einer außerordentlichen Feierlichkeit empfangen, die abrr durch eine in der Lo-rcnzel'g^e ausgchrochene Feurrsbrunst, welche den i?o, icnzcrthurm zum Theil in Asche legt, unterbrochen wird. Auf eine ähnliche Art ist auch seine Abreise vom Land-
i6a5 nehmen die hiesigen Einwohner und insbesondere die Besitzer der Weingärten, ihre Zuflucht zu dem damaligen Zot^l,i'schen Günstling Stephan 11-I^esliä^, der sich in Tyrnau aufhielt und als Ver^ lnittlcr zwischen dem rebellischen Fürsten und dem kaiserlichen Hofe eine ehrenvolle Nolle spielte, um ihn zu bitten, daß er durch scinen Einfluß die häufigen Ein-fälle der unzufriedenen Ungern, Türken und Tartaren in die hiesigen Weingärten wenigstens so lange verhin» dern mochte, bis sie ihre Erndte würden eingebracht haben. Er versprach ihnen seinen Beistand und erließ vom ia. October ein Schreiben an den hiesigen Magistrat mit der Weisung, einige aus der Bürgerschaft an ihn abzusenden , mit denrn er sich über die Bedingungen , unter denen ihre Biete erfüllt werden solle, be» sprechen könne — Siehe neues ungr. Magazin II. Bd 2 Hft. S. !2^. — Später meldete IN^ezliü^ denen, um ihre Erndte ängstlich besorgten Presburgern, daß zur Veschützung ihrer Weinlese loc, ZotzkHi'sche Reiter bestimmt seyen, denen die Stadt, für die Zeit d«
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iVklnlese einen monatlichen Gehast uiil» zwar jedl'M Net« ttr ^ fl. , und dem Hauptmanne 5o fi. zahlen soll. Au« ßcrdem soll die Stadt auf Rechnung des Zehenten i5,ac» ungrlsche Gulden bis Martini erlegen, und der Waffm-stillstand bis zum iö. Novemb. dauern.
i6c,ll äußern sich die Vnt5l<«i'schen Unruhen im< wer fürchterlicher und drohend,».'; LazlH besetzt Pres^ bürg mit mehr als io,aao Mann kaiserlicher Truppen, denen beinahe eben so viel herumirrendes Ges>ndel nach« zieht, wobei Presburg und der umliegenden Gegend, durch Zerstörung der Saaten und Garten, und durch die Ausschweifungen eines zügellosen und durch d'le Vor-rnthaltung eines 12 monatlichen Soldes vollends em» pörten Heeres, ein unendlicher Schaden zugefügt wird. In Kurzem schränkt sich U»5ta mit seinen Truppen bloß auf die innere Stadt ein, und gibt sämmtliche Vorstad' ie den Rebellen preis, die die letzteren in Brand steck« tt't», und ihrer Muth alles aufopferten, bis die, in der innern Stadt besindlichen Walloner einen Ausfall wagen, und die feindlichen Truppen zum Abmärsche zwingen.
il,n8 wird in Presburg Mathias II. aufs sncr« lichstc zum Äo'nige von Ungern gekrönt, und die Krone, die 5« Ialßr»! lang außer i^nde gewesen ist, wird in Zukunft aus dem hiesigen Schlosse aufbewahrt, und z" Äronhülcrn Pner Kc^va und Stephan ?ült'/ ernennt; d:c Wurdecincs Palatins aber, die seit ^6 Jahren er« lrdigt war, m der Person des Gtephan Ill^e^Iiäl:^ wie« der besetzt.
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1609 wurde auf dem Reichstage die Ausfuhr ln« ländischer Weine verboten;
1613 wurde Anna, Mathias Gemahlinn, zu» Königinn von Ungern gekrönt.
,618 wurde Ferdinand, vom König Mathias den Standen zum ungrischen Könige empfohlen, den i5. Mai gewählt, und den 1. Juni feierlich gekrönt. Der siebenbürgische Fürst Gabriel Zotnlcn, dem das nicht gleichgültig war, kam mit seinem Anhange nach Ungern, eroberte Kaschau, und nahm auch Presburg ein. Ehe cr noch seinen feierlichen Einzug in das hiesige ko< nigliche Schloß hielt, ließ >»r in der Domkirche einen katholischen und evangelischen Gottesdienst anstellen.
2619 hält ^etliien hier Landtag, und wird von den Ständen zum König crwählt; wclchc Würde er aber, nicht annimmt, obgleich er dieKrone, die er später nach Altsol und Ztlecl schassen ließ, in Handen behielt.
itiiil) hält er einen zweiten Landtag in Preß, bürg, auf welchem die Friedrnspuncte entworfen, u„b 1622 zu Nikolsburg in Mahren unterzeichnet wur» den. Am Schluße diese« Landtags- wird, aber ohne Zustimmung Ferdinands, em Bündniß zwischen Un» g«n, Böhmen und Österreich ae,chlossr„. Dasselbe Jahr besetzt Dampier mit 8«c>a Mann Presburg und liefert vor den, Fischerchor den Bethlenschen Truppen ein Treffen, wird aber in demselben getödtet.
162! kommt l^tkicn mit i5,ac»a Mann der Seinigen nach Presburg, und laßt sichs sorgfältig angelegen seyn, die Stadt zu befestigen; sieht sich aber talö genölhiget, der Übermacht des kaiserlichen Gene«,
ral« Nsuic^ny- zu weichen. Aber alsbald faßie er wie« der den Entschluß, «Presburg mit Gewalt einzunehmen, und sendet zu dem Cnde aus seinrm Hauptquartier melirere Truppen, die die Stadt einstweilen beunruhigen sollten Die kaiserliche Besatzung, der Treue und Ergebenheit hiesiger Einwohner mißtrauend, bemäch' tiflt sich durch List und Gewalt, sämmtlicher, in der Stadt vorhandenen Wancn, mit Ausnahme der Sei-teng^wehre, die der Stadtrichter, Vürgcrmrister und Vtadihauptmann als ein Ehrenzeichen behalten durften. Im Krirgsrnllie ward sogar beschlossen, daß der ?om-lnandirende General Schwend, sämmtliche Vorstädte abbrennen solle, damit sich in drnsclbm der Feind nicht verbergen fänne. Noch raucliten die Trümmer der abgebrannten Gebäude, als 15ct!^li am Fuße drr Ho» henaun' Weinberge ein Lager aufschlug, und sich ernstlich zur Belagerung Presburgs anschickte. Die erste Battrr?e wurde aus der Vieremirraasse errichtet. Da ab^r die Stadtmauer auf dieser Seite den meisten Wi? drrstand leistete, und Tagc lang fruchtlos beschösse» wurde, so ward eine zweite in dcr Gegend des Barm» herzigen» Klosters angelegt, und zugleich die Stadtmauer in der Gegend des LnrenM-thores aus Laufgräben mit gröberem Geschütz stark beschossen. Als die Ve-lagerer auch bei dieser Maaßregel keinen glücklichern Erfolg sahrn, als daß der obere Theil, der, dem Thore zunächst befindlichen Mauer hrrabstürtzte, so wart» noch eine dritte Batterie gegen das, damals zunächst hem Michaeler-Thore grlrqein', aus festen Mater»« lien, in der Form rines Thurms ubcr der Stadtmauer.
erbaute Zeughaus, wo sich die Pnwervorräche der Veo lagerten befände», gerichtet, ablr uuch hier ohne son< derlichen Erfolg» Da indessen dieAelagerlen nicht ohne Grund befürchteten, daß dir «Vtadtinaucrn am Loren, Zerthore und an: Zeughause in die Länge keine so heftige Erschütterung erleiden konnten, indem sich der Thurm bereits zu spalten ansing, so wagte Schwend in drr Gegend des Franziskancrklvfiers einen Ausfall, der aber zu nichts diente, nlsbie, durch vereitelte Hossnun^ gen ohnehin empörten Feinde noch mehr zu reizen. Schon ward dem Kaiser die Nachricht t>on d.'r ltberga» be der Stadt hinterbracht, als der Kriegsrath 6noo Italiener und i ouc» Kürassiere, unter Anführung des Thomas Carazoli, zum Entsatz derStadt bewilligt hatt?« Kaum waren diese angelangt, als man auch schon ernstlich ansing die Stadt zu entsetzen. Mehrere Tausend Soldaten sollten in verschiedenen Abtheilungen und aus verschiedenen Seiten, unter Lichtenstems Anführung , dcn Ausfall wagen. Denen am Michaelerthore gelang es zuerst den Feind auß dem Michlnlerfriedhofe zu verdrängen und dessen Batterien zu zerstören. Die am Loren-zerthore waren nicht minder glücklich. Um indessen von dem Feinde nicht umgangen und eingeschlossen zu we« den, wurde beschlossen, sich nach dieser beträchtlichen Niederlage deg Feindes, in die Stadt zurück zu ziehen. Die Frucht dieses Unternehmens war der. nach drei Tagen erfolgte schimpfliche Abzug des Feindes nach sei-, nem Hauptquartier Tyrnau.
ili22 wurde die ungrischeKrone wieder nachPrei« burg geschasst. Nach den gestillim Mruhcn Letlücusi
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und delfen im Jahre is.29 erfolgten Tode', siengPres« bürg aNmählig an, sich durch die, aus Österreich, Mähren, Steirrmark und Karnchl-n hier eingewanderten un> den Kunststeiß und Handel belebenden «Protestanten, zu erholen.
i^<2 sind durch die Nachlässigkeit eines Töpfers 80 Häu^r ein Naub der Flammen geworden.
16.^ wird hier die kaiserliche Armee zusammen« geigen, um dem siebenbürgifchen Fürsten ?vä^orx^ entgegengestellt zu wrden.
,16^5 läuft Pri^burg Gefahr, von den herannahenden Schweden, die die umliegende Gegend bereits beunruhigten, eingenommen zu werden. Nm wenig" siens das Palladium, die ungrischc Krone, zu retten, wurde dsslslbe, auf Anordnung des damaligen Pala« tins nach Naab geschasst, indeß der Erzherzog Leopold Wilhelm, vo?n Kaiser nach Presburg gesendet wird, um die Gesinnungen der dortigen Einwohner zu erforschen, und sich ihrer Treue gegcn den Kaiser, auch in dem möglichst schlimmsten Fall, zu versichern.
16^7 wird Ferdinand IV. in seiner Iugeud zum Könige von Ungern gekrönt, und zu dem Ende die, während der ?v2kor?/schen und schwedischen Unruhen in Raab verborqene Krone wieder nach Presburg gebracht. Noch vor Anfange der Krönungsfcierlichkeit nmßlen die Einwohner dcn Verlust von ,5c> Häusern erfahren, die zugleich mit einen beträchtlichen Dorrach der, zur Krönung herbeigeschasstru Sachen, ein Raub der Flammen geworden sind. Untl.r mehreren Landtagen, die Ferdinand II. während seiner Regierung, nach
Preöbllrg ausgeschrieben hatte, war kemer segensrei^ chcr als der vom Jahre i6^K, wo die Religionsfrei« heit mit Zurückweisung des, von der katholischen Geist« lichkcit dagegen gemachten Widerspruchs festgesetzt und verordnet worden, daß den Evangelischen in 18 G^ spanschaften s,u weggenommene Kirchen, wieder zu< zückgrgeben und diejenigen mit emcr Strafe von ssoo fl. belegt wcrden sollten, die es wagen würben, Unruhen durch die Wegnahme der evangelischen Vcthhäuser zu veranlassen und zu befördern.
165 5 auf dem Landtage, wurde in Presbnra, Eleynora, Ferdinands III. Gemahlinn, und einige Wochen spater auf demselben Reichstage, der einer der zahlreichsten stcwesen ist, da sich bci demselben 5oooAdcliche eingc« funden hatten, Leopold, Ferdinands IV, Bruder, im »9' Jahr, nnt den gewöhnlichen Feierlichkeilen zum Ki>-< nige von Ungern gekrönt.
1669 war abermals Landtag, auf welchem bestimmt worden, daß jedes Komitat die Limitationen des Fleisches und anderer Waaren, nach den Umständen der Zeit und des Ortes gewissenhaft besorgen soll.
,5,02 Landtag, der die Alt und Weise bestimmte, wie die Insun-eklionen, falls welche nothwendig wür> den, eingeleitet werden sollen.
1672 drang die Neuhäusler türfische Vesayung bis vor die Thore Presburgs und übte daselbst so vie«, !e Gräücltbaten au«, daß sich der Kaiser genöthigt sah, ,den Ausfallen der Türken durch die Befestigung der bei« den Schlösser zu 5c^o und Vchintau (scmpte) vor, zubeugen.
^68,^ hieli sich Leopold eine zeitlang in Presburg auf, um die zwischen Preßburg und Zittsee geg?n die Türken aufgestellten Truppen zu besichtigen. Während die Türken, Wien belagern besetzt'I'i)w'lU,«Q0 der Semigen und 10,000 Türken. Nachdem er fruchtlos die Einwohner zur Übergabe aufgefordert, steckte er die Vorstädte in Brand; und da den Bela« gcrten auch nicht die entfernteste Hoffnung eines Entsatzes erscheint, wird die Stadt endlich den Nebellen Übergeben, aber in Kurzem durch die Tapferkeit und Klugheit des «Prinzen von Lothringen dem Feinde entrissen. Nichts desto weniger wurde durch die bestand^ gen Streifcreien der bei Wien versammelten Türken, der Stadt manches Ungemach zugefügt. Diesen bestan« digen Einfällen und Plünderungen einzelner Haufm aus dem türkischen Lager zu begegnen, wagten es von Zeit zu Zeit auch die hiesigen Einwohner, Ausfalle aus der Stadt zu machen; und so hausig dieses auch mit Vor« cheil geschah, so wurde doch im September desselben Jahrs, die ganze Schaar dieser Muthigen, den rigne,» Herd schützenden Bürger, von denen, im Hinterhalt lauernden Türken, auf einmal ermordet. Aber alle die Schrecknisse und Übcl konnten den Wohlstand der hie-sigen Einwohner doch nicht erschöpft». Im Gegentheil nahm derselbe durch den lebhaften Betrieb des Handels ,,nd der Gewerbe so schnell und dauernd zu, daß un« geachtet des, durch die IMvöU'slhen Minchen, und del, Türkmkricg zugefügten Schadens, sämmtliche Vorstäd« t? im Kurzen wieder erbaut, mid die Zahl drr Vmwoh-
ner, angelockt durch die neueröffneten Quelle«! des Wohlstandes , täglich vermehrt wurde.
1687 wirb Joseph I. im neunten Jahr seines Al« trrs zum Erb-Kö'nig von Ungern erklärt, und den 9. Dezember gekrönt.
,703 und die folgenden Jahre, bis zu dem im Jahre ,711 erfolgten Ableben Josephs I., mußte Preßburg abermals die Schrecknisse des Kriegs erfahren. Franz?väl^>t?l> scheTruppen nahten sich nänttich auch der brfesltgtl'nStttdt, und übten unter den Maucrn derselben und in den Vor-si^'dttN, alle die Gräuel aus, deren sich die Einwohner «or Kurzem nur von den Türken versehen durften. Die zügellosen Truppen trieben sämmtliches Vieh weg, zerstörten frevelhafterweise Saaten und Weingarten, hin< derten die Bestellung derselben und bem
1712 wird der aus Spanien angelangte Karl VI. zum Könige von Ungern gekrönt.
4?i3 bricht in Pnsburg eine Pestseuche aus, an
welder in der innern Stadt 335, , in den Vorstufen 25,35,, m, Schlosse ,20, auf dem Schlohberge unl> Zuckermandl ^09, und im La^arrch ^^1 , zusammen 3 No Perlonen gestorben sind. Die Zahl der, von dc? Prstseuche Genesenen betrug ,55i.
771^ war die Krönung Elisabeths, Gemahlinn Karls VI.
1715 war Landtag unter Karl VI. in welchem bestimmt wurde, diejenigen zu sirü5?n, die sich erfrechen würden, mehr als 6 fi. Zinsen vom Hundert HU ver« langen.
172I versammelten sich die ungrischen Stände lind es wird entschieden, daß künftig in Ermangelung ei' nes männlichen Kroncrben, die nngrische Krone auf die weibliche Linie übergchcn solle. Auch wurde zugleich dersiy des ko'nigl. ungristhen Statthaltcreiraths zu
1729 werden auf dem hiesigen Reichstage ver' schiedene Mißbrauche bei Zünften und Innungen ab« geschafft.
17^1 den 25. Juni wird cuf dem Landtage Ma-^ ria Theresia als Königin?, uon Un^.irn ^cfl^ttt, unb ihr Gemahl Franz I., H^rzoc, v.'n Lothringen zum Mit« xegenten erkläre. Die Krönungimünze stellte auf einer Seite die ungrische Äron? vor, mit der Inschrift: IVIn.
3!). ,sun. 17^1; auf der andern einen doppellm Lä, wen, der das doppelle ungrischc Wappen stützt, mit drr
llmschrift: ^fuztitia et dementia. Von sechs mäch-iigen Fürsten Europas angegriffen, erschien,d«e neuge» krönte Königinn, den halbjährigen Erzherzog Joseph auf dem Arme, den ,,. September vor den hier ver-sammelten Ständen, und rcdete dieselben in lateinischer Sprache folgendermaßen an: „Verlassen von meinen Freund en, verfolgt von meinen Fein» den, angegriffen uon meinen nächsten Anverwandten, ist meine einzige Zuflucht zu eurer Treue? zu euren Muth und zu eurer
,761 wird auf dem Landtage den hiesigen Einwohnern die Zusicherung ertheilt, daß ihre Beschwer-» den wcgm dcr Kronwache beachtet, ihre Forderungen vergütet, und das Ansuchen um Pässe, das nöthige Bauholz aus Osterreich herabführen zu dürfen, erleich? tert werden solle.
1760 wird die ungrische Garde errichtet. Den 2F. September legt dieselbe in Gegenwart des königt. Kom< niissärs, Grafen Niklas?a1f/, vor dem erzbischöfiichen Vommergebäude auf der Fürsienallee den Eid der Treue ab.
'764 war Landtag, auf welchem bestimmt wurde, daß auch in Presburg und in andern föniglichen Frei-siadten Niederlagen für inländische Produkte errichtet, der Franziskaner-Orden in Ungern bestattiget, das Klo, sier von der Versammlung Unsern' lieben Frauen, (^n-tte Oamek) zum Ankauf nöthiger Grundstücke herechi
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ligt und der ungrische Stephansorden erneuert werden sollen. Letzteres geschah den 20. August, wo sich die Ritter desselben in ihrem Ornate vom Schlosse in die hiesige Domkirche begaben, um daselbst das erste er. neuerte Ordensfest zu begehen. Die bei dieser Gelegenheit ausgeprägte Münze, stellt auf der einen Seite die Königinn im Ordenskleide stehend vor, wie sie ein. Ordenszeichen hält, mit der Umschrift: Oclmiz 8t.
tuta- auf der Rückseite einen, über dem Wappen schwe« benden Adler mit der Umschrift: Iiliz Mt» sub aliz; im Abschnitte: Klaret konore novo.
,765 und die folgenden Jahre hatte «presburg oft ler« das Glück, die Königin in seiner Mitte zuschcn; und dieses Glück verdankte es dem hiesigen Aufenthalt-der Erzherzoginn Christine, und deren erlauchten Gemahl Herzog Albrecht, damaligen Statthalter voi» Ungern. Welchen wohlthätigen Einfluß dieser Aufenthalt auf Gewerbe, Kunstfleiß, die Verschönerung Pr^s-hurgs und auf allgemeine Bildung gehabt habe, dessen erinnern sich dankbar sämmtliche hiesige Einwohner.
1769 wurde von Ihro Majestät der Königinn auch hier das anstoßige damianische Buch, Mta KeUxio-in? coactia, und ülro'z Lnckirickon, verboten.
,770 die Jahrmärkte, die auf den Sonntag fal« len, auf die Wochentage verlegt.
177t wurde die Verordnung getroffen, daß Geist» liche bei Krank"» keine Testamente machen, noch al« Zeugen zugegen seyn dürfen.
,7?2 wurden die vielen Feiertage beträchtlich,ver« winbert.
^??3 kam der Damm am jenseitigen Donauufer, oberhalb der fliegende« Vrück>>, zu Stande, und wurde von I.M. m Augenschein genommen; — eine anstan« dige Feier der Sonn- und Fesstage verordnet.
177/i wurde die Normal- oder Musterschule ein» geführt.
1775 die Reisen und Wahlführten der Pilgrimme verboten.
1776 die Tortur abgeschasst und die ^rlaulmiß. die Todten in die Kirchen zu begrabrn, aufgehoben. Im Oktober wurde der Anfang mit der Schließung desöa« nmls 5 Klst. 2 Schuhe tiefen Karlburger Arms gemacht, und ein Damm von 6«° L,'l!,ge und 5^ 2^ Tirfe aufgeführt; die dazu erforderlichen Steine betrugen 4030 Kubik Klft., wozu indejsin^ ols sich das Beet der zurückgebliebenen Öffnung vertieft halte, neuerdings 750a Kub. Klft. Steine erforderlich waren.
1777 wurde endlich dir Öffnung umer der Di' ration des .Vlidce >ViUckcr5, durch den Navigations-Ingenieur Hoppe, mit 800 Mann, in i5 Tagen und eben so viel Nächten, am Vorabend des Thrresienta« ges geschlossen. Der Bau aber soll 200,000 fi. geko-siet l/aben.
177g schenkt Maria Theresia ,5,Ocw fl. zum Ban des hiesigen Lazareths; — dasHckhaus vor drm Dürrenmauthldor wird erbaut, aber zu Ehren eines
besseren Geschenks bald wieder ringerissen; __ das Wci"
dritzerchor, wo der Magistrat Ihrer Majestät dir Schlüs-
set der Stadt zu überreichn» pflegte, das Vorenzer« und Fischcrchor, und die Sperre beim Michaelerthore aufgehoben, die Verbindung mit dem hintern Theile des Franziskaner-Klosters und dem Varmherzigenplatzc durch ein breitcä GDchen eröffnet.
1779 der Schkeßgraben am Michaelerthore ver-kauft und die Schießstatt vor dav Dürrmauthchor ,':». die Merzclgasse verlegt.
i78oAnsang der Anstalt drrFiakl'r. — Im Dezember verläßt die durchlauchtigste Erzherzoginn Maria Christina, und deren GemahlHrrzogAlbrecht von Sach-sen-Teschen , königl. ungrischer Statthalter, Presbiir.;, um sich nach den Niederlanden zu begeben. Dankbare Segenswünsche der hiesigen Einwohner begleiteten das erlauchte Paar, das wahrend seines ^jährigen, hiest« gen Aufenthalts zur Belebung der Industrie und Kunst so mächtig und thätig mitgewirkt hat.
17SK ergeht die Verordnung, daß keine ledige schwangere Weibsperson bestraft werden darf, außer sie verhehlt ihre Schande; durch öffentlichen Anschlag verboten, kein Geld aus dem Lande zu verschicken; — verordnet, es solle jeder, von allen der Lotterie nachtheiligen Glückspielen und Loosziehungen sich enthalten.— Das von der Statthaltern dem hiesigen Magistrate zugestellte Toleranzsystem Sr. Majestät Kaiser Josephs, wird auf dem hiesigen Nachhaufe öffentlich bekannt ge« macht und von Sr. Eminenz dem Fürsten Primas üat-tlnan/ in der Domkirche von der Kanzel abgelesen; — im Palfyhofe eine Studienkommission von allen ^ Rc> ligionsoerwandten gehalten.
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,782 kündigt der konigl. Kommissar 'd?n hiesigen Klarissrrnonnen, die Allfhrbung desKlofirrö an; — dem Statthaltrreirathe wird von Sr. Majestät aufgetragen, der hiesigen katholischen Geistlichkeit durch ein Cirkulare bekannt zu machen, baß in Zukunft die zweite Lect.on aus der zweiten I^ocwrnll dcs Osslcmm3(ile^arÄ VII. auszulajsen und ganzlich zu vertilgen sey.
1788 werden den hiesigen Meinhändlcrn Nieder« lagen in Lioorno gestattet, um von dort aus den Wein< Handel nach Schweden zu eröffnen; — angezeigt, daß die seit 1766 für ungrische Weine in Rußland zu ent, richtende Abgabe von 6a Rubeln ver Eimer dahin ab-geändert sey, daß vom Jahre 178"^ für einen l?imeo Tokanerwein nur 9 , und fü? den ordinären ^ Nudel bezahlt werden dürfen; — 102 Dukaten, mit Geheimhaltung drs Entdeckers, werden demjenigen ausgezahlt, der es anzcigi, daß auf drr ^Post ein Brief erbrochen worden fty;— die Iudrnnationalschule wird durch dcn Domherr» v. Lader eröffnet; — mittelst Hofdekret wird verboten, mit Gold und Silber zu handeln; die« jemgen Profefsionisien, die es bedürfen, sollten die erste Gchäzung im Münzamte oder wenigstens in Gegenwart einer Magistratsperson veranstalten; — k. k. Münzen rinzuschmelzen ist bei Todesstrafe verboten; — dcn Iu« den, die keine schriftliche Bewilligung haben, soll nicht gestattet seyn, mit Aruchsilberzu hündec»; —verschwenderische M.lhlzeittn bei der kontribuirenden Kla„e hie« slger'Vinwohner sind streng verboten; — der studierenden Velstlichkeit wird da^ hiesse königlich? Schloß einge« ra'umt. Mit dem Schloße dieses, durch Kaiser Josephs II.
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schnell auf einander folgende Verordnungen für UngrtN so merkwürdigen Jahre?, wurden von hicr die, ftit 2oo Jahren in Prcsburg bestehende Hofkammcr sammt dem Gtatlhaltereirath nach Ofen, al^ dem Mittelpunkte dei Reichs verlegt.
178^ wird bl'e ung«fische Krone aus dem hiesigen Schlosse nach Wien abgeführt; — verordnet, daß Ka» tholiken ihre Kinder in keine evangelische Schulen schicken; — Fremden, ihres Fachs kundigen Profes» sioniste», muß das Meisterrccht unentgrldlich ertheilt werden ; —- anstatt der bestehenden 7 Jahrmärkte wer« den nur vier, und zwar den 3. März, i:i dlr Iohau, ms-, Michaelis« und Kathariliawoche, nebst einem wöchentlichen, Dienstags nbzuhaltenden Wochenmarlte gestattet; sämmtliche marianische Bruderschaften, sowie die akademischen und geistlichen Predigten in der letzten Charwoche, werden eingestellt.
1786 habn bei der, in der Domkkrche durch den erzbischäftichen Vicar veranstalteten Firmung sechs Men» schrn im Gedränge das Leben eingebüßt; "- das Lau" ten derGlocken während des Gewitters, und den Frau« rnzimmern das Tragen der Hüte und jeder unanständig gen Kleidung in der Kirche, ist verboten; das Kloste« der Trinitaricr wird zu einem Garnisonspitgl einge» richtet.
»786 wird die Verordnung bekannt gemacht, daß sämmtliche Kaffee- uud Wirthshäuser um 11 Uhr ge, schlössen werden, und daß sämmtliche Geldspiele der Handwerksburschen und Livceebcdientcn verboten seyn sollen. — Die neueingefllhrte Polizei-Direction best«^
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aus einem Direktor, i Wachtmeister, 2 Korporals und -5 Gemeinen; — die Warnung wegen der, im Jahre »785 verbotenen Schnürbrüsie wird neuerdings in An' regung gebracht; — das Jagen und Vogelschießen in den Auen und Gärten, bei einer Geldstrafe von 25 Dukaccn verboten; — wird verordnet, daß künftig al« le U!)laßl)t,'l'eün0igungcn, die sich auf die Seelen im Fegfeuer erstrecken, bei allen Gebeten, Directorien und andern Blattern untersagt sey, und Buchdrucker, die dergleichen Ändachlsdücher auch ohne dieser Klausel drucken , müssen ein Attestat des Diocesans einsenden, daß dieser das Ablaßbreve gesehen und gültig befunden habe. Auch wurde der kaiserliche Vesehl, die Kinder mit dem sechsten Jahre in die Schule zu schicken in Ausübung gebracht.
,78? Wird Prcßburg hinsichtlich der politischen Angelegenheiten demÄonittat, hinsichtlich der ökonomischen Verwaltung aber, dem königlichen Kammcral-Ad» minisirator untergeordnet, und hieimt die gewöhnliche, jetzt neuerdings bestehende, unmittelbare Korrespondenz mit dcr Statchalterei und Kammer aufgehoben; — die blauen Montage der Handwerksgesellen verboten; — das bisherige Stalchaltcreigebäude auf dem Hauptplatze zu einer Kaserne eingerichtet, damit die Einwohner durch übermaßige Einquartierung nicht belästigt würden, und das Landhaus zu dem noch bestehenden Drnßigst-amtc verwendet; — durch ein Hofdekret auch den hie« slgcn Beamten bei Strafe der Kassation verboten, un« ter was immer für einem Vorwand, Geschenke anzuneh« men, und allen Übrigen, bei Strafe einer doppelten
Leistung, welche zu geben; — alle nnl Prozession att< znllellenben Wallfahrten smd verboten, und nur dee Umgang am Frohnlrichnamslage unl> in der Kreuzwoche qessattet; — im October ergießt sich das hohe Donau« wasser bis an das Fischerchor und durchbricht den Kitt» seer Damm ; — Errichtung des Armeninstitutes.
1790 im Mai wird in der Sta'ndeoersammlung deß hiesigen Komitats die Nachricht verbreitet, daß sammt-» liche Staatsgeschäfte wieder auf die Art betrieben wer» den sollen wie im Jahre 1780; im November wirb hier Kaiser Leopold ll. zum Konige von Ungarn gekrönt") und ein Landtag gehalten.
»792 den 7. September hie? und in der Umgegend von <4 bis 5 Stunden ein schreckliches, und lange an» haltendes Gewitter, da« an mehr als 20 Orten ein» schlug und zündete.
1796 leistete Presbllrg einen freiwilligen Kriegs« beitrag von 2000 Metzen Hafer; — sieben Häuser auf der Echöndorfergasse ein Raub der Flammen; — die Schützencomf'agme und deren Freunde machen den Ty» roler Scharfschützen ein Geschenk mit 1^ Stutzen; —< im September leistet die Bürgerschaft neuerdings einen Kriegsbeitrag von !<,Ooo fl. und hundert Rekruten; im November ist Landtag auf welchem die Gtände Sr. Maj. 5o,oao Rekruten — Presburg muß dazu i2o
*) Slehe Schauf Johann Nep. dle Fe«lrl<^f
5 2
Mann abliefern, --- das für 3^0,000 Soldaten ersor^ derliche Getreide, Hafer für 6o,alloPferd? und 10,000 Ncmontenpferde freiwillig anbieten, und den Erzherzog Joseph zum Reichspalatin erwählen.
1797 war im März eine FeuerSürunst auf dem Ochloßberge, die vier Hauser und die Iudenschule in Asche legt; im Mai legt das Insurrections? Husaren-Regiment der Prcsburgcr Gespanschaft den Eid der Treue ab.
1798 im August werden durch eine vor dem Schön-» dorferthore ausgebrochene und bis in die Spitalgasse gedrungene Feuersbrunsi, außer mehreren Scheunen und Maierhöftn, Zo Häuser und 2800 Klafter städtisches Holz ein<;».'äschrrt.
17l'9 überschwemmt die Donau die ganze umlie« gende Gegend, soweit man s,e vom Schloße übersehen konnte; —die Bürgerschaft gibt einen freiwilligen Beitrag zur Deckut»g der Kriegsbedürfnisse von 53o0Metzcn Oersic und 200c» Metzen Hafer.
1800 im Juli bricht durch Unvorsichtigkeit beim Fischbacke:, in der Michaelergasse Feuer aus, welches so schrecklich um sich gre:ft, daß in einem Zeilraum von Zwei Stunden über 10c» Häuser ein Raub der unaufhaltbaren Flamme, die sich bis auf das jenseitige Donau» Ufer verbreitete, geworden smd. Ein älinlichrs Schicksal hatten den 3i. Juli 10 Häuser im Blumenthal, und »4 Tage fpaier zwei andere «uf der Hochstraße; — im September gibt Presburg 108 Mann zurInsurrek« tio« ab.
iso! im Iäner, Errichtung der bürgerlichen Iä«
ger-lVoinyagnie; — im Februar die königliche ungrische und siebenblirgische Hofkanzlei in Presburg.
,fto2 imAvril, Errichtung einer stehenden Schiff» brücke über d>> Donau.
>---------Mai, Landtag und Ankunft Sr. Maj. zu
demselben.
---------Juni, Anwesenheit der Ksniginn von Nea'«
pel sammt den Prinzen und Prinzessinnen.
--------- August, Übergabe des Erzgymnasiums an
die Benediktiner; Öfterer Aufenthalt Vr. Maj. Fran; II. in Presburg.
--------- Dezember. Einrichtung des königl. Schlos«
ses zu einer Kaserne für ,6 Compagnien.
iNc^ Feier des Dankfesles wegeu d?s, von Gr. Majestät angenommenen Titels eineS österreichischen Kaisers.
i8c>5. Abtragung des Dürrcnmciuchchores.
-.------- Oktober. Landtag wegen einer schnell zu
errichtenden Insurrection.
---------den »5. Oktober erscheint ein Kommando
Franzosen von 3o Mann mit einem Offizier auf dem rechten Donauufer und beseht die fliegende Brücke; in zwei Tagen entfernt sich dasselbe, und rs wird eine permanente Deputation beauftragt, ihre Sitzungen auf dem hiesigen Rathhause zu halten, und die nöthigen Anstalten in der Folge auf der Stelle zu treffen.
---------den 27. desselben Monats besetzen abermals 3oo frauzäs. Husaren da5 jenseitige Mer, und zufolge einer , zwischen dem kommandirmden General und der permanenten Deputation abgeschlossenen Konvention,
«llch die fliegende Brücke. Abend zwischen 6 und 9 Uhr fömmt von Neudorf ein 9000 Mann starkes Korps — eine Abtheilung des, unter dem Obercommando dls Marschalls O^vonzt sichenden Heers — u,ner Unführung desDiris,ons:Generals<3u6m zum Dürren-mauththore Herrin. Den 3o. zeigte General (iu^in durch cln verbindliches Schreiben der permanenten Deputation an, haß er v»n seinem Kaiser den Bcfrhl erhal, ten habe, dte Stadt und das ungrische Gebiet zu vcr-lasscn. Dem zufolge ,',ogcn sich den ,. Dezember sämmtliche feindliche Truppen in der besten Ordnunq zurös?. Bei dieser ersten Invasion des Feindes haben die Bewohner Presburgs, außrr der, bei der damaligen theuer» Zeit geleisteten Verpflegung, und die Stadtkasse außer der Lieferung an Heu, Hafer, Wein u. dgl., was die Summe von luo^9 st-17 kr. betrug, keine Bedrückung, empsnnben. Alles cprivateigenchum blieb unangetastet, dle eöniqlichen Kassen verschont, und überhaupt keine Acquisition im Baaren verlangt. Den 1,. Dezember,nach her Llusierliyer Schlacht, rückte abermals ein Kommando französischer Jäger als Vot^rab, und den 12. d.M. ein ganzes, unter dem Befehl des Marschall Nav0l!',c siehendrs Corps, hier ein. Vs bestund aus tt Linien-In-säNterie-, einem Husaren« und einrm IHger-Refiimente, nebst der dazu gehörigen Generalität, dem Genrralstab «nd Genie-und Artillerie-Corps. Sämmtliche Generale, Stabs- und Oberoffiziere, die Jäger und ein Infante-rieregiment wurden m die Häuser in, und vor der Stadt; 5 Insanterieregimen ter in das Schloß, die Waft serkasekn? und in zw«i kö nigliche Gebäude cinquartittz
das Husarenregiment abcr auf das jenseitig? Dottauufer beordert, um daselbst die dortige Demarcationslmie zu besetzen. Übrigens würd? die 5-inrichtuug getroffen, daß keinem der feindlichen Soldaten ein Quartier ohne schriftliche Anweisung gegeben, auch keinem der Ein» quartierten bessere Kost gereicht werde, als die der Hausherr selbst genießt, An demselben Tage m.irschirt'e ein großer Tdril dieser Truppe:, bis auf 5 Infanterie« und i Kavallerieregiment nach Mim ab. Den 2c>. De. zember trafen die k. f. österreichischen Abgesandten und FeldmarschaN'Lii'lttmanls Fürst Johann Lichtcnstein und Gr.if Ianaft G'iulay, nebst dem Staatssekretär Hovve und Andern hier ein, um wegen dc5 Friedens mit drm französischen Minister ^Ile^ranä, der des andern 5a« ges mit l o Gcheimschreiberi, und Hauspersonale in der' selben Absicht hier ankam, zu unterhandeln; welcher Friede schon den 27.Dezember in
,8a5 den 0. und 7. Im'er haben sämmtliche französische Trupvcn Presburg verlassen, und sind über Hainbura nach Wien von hier abgezogen. Der Auf« enthalt dersclben in «yreshurg nach der Schlacht bei Au« sterlitz, hat dcr Stadtkassa «?,,'^6 fi, ^8 ?r. gekostet. Im September wurde ein Rescript Gr. Ma,'. des In« Halts öffentlich bekannt grmccht: „Nachdem Gr. Maj. s,ch ost'entlich überzeugt haben, daß die Bürgerschaft dieser Stadt und sämmtliche Bewohner derselben wäh« rend dem feindlichen Einfall der Franzosen, redende Vewcise ihrcr unerschütterlichen Treue, Liebe und An'
hll!'glick)?eit geg5n unsre Person sowohl, als unser gan, zes Haus und Vorland gcgebcn haben, so wollen wir dagegen mit Gegrnnx'irtigen unser höchstes Wohlgefallen und unsre f. k. Guade Euch, Euern Bürgern u:>d Vin^ wohnern yssammter Stadt Presburg versichern u. s. w."
i8"? «m April haben Se. Majestät mittelst der Hofkanzlei dem hiesigen Magistrate, für die ausgrzrich-nete patriotische Handlung eincr im vorigen Jahre vcr« anstaltetsn Sammlung vou ^797 ss. für die bessere Ver« pssegung kranfrr Soldaten, Ihr Wohlgefallen bezeigen lassen.
ißaZ im Juni haben Ee. königl. Hoheit der Crzher,iog Karl Ambrosius, als Crzbischof von Gran und Primas von Ungarn, ihren feierlichen Einzug in «presburg gehalten. ") Im August vrrsammeltm sich hier die Stände von Ungarn zu einem Landtage, unb
*) Da« vollmundige Verzelchnlß aller, er ressbllender Erzblscliöfe von Gran tss nachstehende« : «Paul v. Villlli,, lmIabre iH^2; Nikolaus Ol^Iiuz. lFHZ ; Ant. V«r«nliu», 1569: Stephan li'ejerllHv;, «596; Johann v. Kuta»«)?, »Hy7; Graf Franq V'olßä«?', Z607; lP^f«s v. ?^»m«n, »«><;,' Emerlch v. I.l»5«x. '6^7; Georg v. lippi,)', ,642, S5»sg v. 52»!ept«en?, 16^6; Graf Georg v. 5iec1^u)', iszZ; k«sp. v. Ivolnnitz, ,095^ Christ. Auglist. Her^l, von Sachsen - Zeth, »706; Graf ßmetlch I?«2tell,äl^, ,725; Nlfoluus Graf s?5äll/, »75« i Franz Ü2ikol,y, 176»; Eüls! Joseph Valt^ian^, 1775.
im September wird Maria Ludovika zur Königinn feie?» lich gekrönt. ") DieKrönungZmü.nze ssellt auf dcr Vor« derseitr die ungrische Krone vor mit der Umschrift:
Lol». Kc^iz caronHta. llmiF i^cF. ?nznnil VII. ^e^t. 1808; auf der Rückseite eine Lilie, mit berUm« schrift: Ive^te ot cancii^e. In einer der, nach der Krönung fortgesetzten Landtagsslyungen, wurden binnen einer Stunde über 600,000 si. zur Begründung einer Militär-Akademie in Ungern, von den anwesenden Mit« gliedern der Gtandeversammlung unterzeichnet. Die we« sentlilhsten Artikel dieses Reichstages bezogen sich auf die Krönung der Kaiserinn, aus die drei Jahre hm» tereinander zu besiehende Insurrektion, auf Stellung dcr bewilligten 2000 Rekruten, auf die neu zu errichtende Militärakademie, das ungr. Nationalmuseum, und die Kultur der ungr. Sprache.
i«c>9 den 29. Ianer hatte sich der Eisstoß m der obern Donau-Gegend gehoben und wurde mit fürchtcrli« cher Gewalt an die, in der Nähe der Stadt angehäuften Eismassrn gctrieben. Das Wasser ergoß sich nun mit
*) Verzelchn«ß sämmtlicher ln Pr?«b,,rg blähe? gelrönt«r ungrlscherKönige und ßiös!sH5; Joseph I., !6«7; Karl ill., l?»«; Vlisabecha, l?>4! Maria T^eiesla, ^741; Lcopyltz U. / 1750.
reißender Gewalt unb unbegreiflicher Schnelle in meh^ rere Theile der Stadt, drang in die Keller ein, überschwemmte alle tief liegenden Straßen, unl> verbreitete überall Schrecken und Verwüstung. Alle am Ufer befestigten Schisse unb Fahrzeuge wurden losgerissen unb von den Eisschollen zertrümmert und an die Häuser geworfen; viele andre Kähne, Bäume, Zimmerholz, Varken und verschiedene Gerächschaften wogten mit den Eistrümmern durch die nahe gelegenen Straßen; frste Mauern, und einige einzeln stehende Gebäude, siürtzten zusammen, und noch mehrere wurden in ihren Grundpfeilern erschüttert und beschädigt. Die Vor-siadte, der Zuckermandel und das Vlumenthal, ein Theil der Wodritzer Vorstadt, die Promenade, die Ländler», Andreas- und Nosengasse, der ganze Größ-ling , dieDonau-, große Huterer- nnd Langegass?, die Gegend am Fischerthor bis zum Lorenzerthor, wurden gänzlich überschwemmt; ja selbst am Iohanncsvlatz bis zum Prim.ttialgeb/nide drang das Wasser, und richtete ,'iberall Zerstörungen an. Der größte Theil, der in dcm Erdgeschoß der Häuser wohnenden Menschen hatte , da das Wasser aus allen Kanälen und Schleußen so Plötzlich in die Höhe stieg, kaum Zeit genug, das Leben in den obcrn Stockwerken oder auf den Böden Hl» retten, und mußte Gut und Eigenthum den Fluchen Preis geben. Am meisten hat das, auf der gegenüber liegenden Donauseite gelegene DorfEngrrau, da der Strom, nachdem c'r den Damm durchgebrochen, feinen Weg über dasselb? genommen hatte, gelitten» Zum Glücke retteten sich die meisien Einwohner früher
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nach der Stadt, und die auf den Dachern um Hilfe
rufenden wurden sämmtlich bis auf zwei, die die Fluch
mit fortgerissen hatte, auf siachc:! Fahrzeugen, Pleiten,
durch muthi'e Ichisser gerettet, un^> von dem hiesigen
Adel, den
Graf.n Iostph v. ^ppci^^j, u. m, a. menschenfreundlich
aufgenommen.
i«c>9 den i5. Mai wird die stirgende Brücke ab-' getragen, und alle a
---------, L. Mai Abends erscheint ein feindliches
Kavallerie-Detackkment am jcliftitigcn User, das bis zum 20. d. M. daselbst verweilte, und sich dann eiligst mit allen den Trupuen, die sich in Karlburg, Gadendorf, Wolfsthnl, Hainburg u. s. w. befanden, entfernte. Sogleich wurde die Verbindung mit dem jenseitigen Ufer durch «plettcn und Kähne wieder eröffnet, und kaiserli« ches Militär zur Besatzung desselben und der zunächst liegenden Ortschaft Engcrau hinüber geschifft.
---------den ?2. und die folgenden Tage wurden
von dem hiesigen Adel und den Bürgern viele auf dem Schlachtfeld? bei Aspern verwundete österreichische Krie-gcr in den hiesigen Spitälern und Krankenhäusern «n-» tergebracht, und von Menschen auS aNen Ständen und Klassen, mit Geld, Speisen, Wein, Wäsche und Ver-handstücken aufs reichlichst? versehm; zugleich ahrr
auch eine allgemeine Sammlung von verschiedenen 8e< bensmitteln gemacht, und aufWagen nach dem Haupt, quartier der siegenden Armre abgeführt.
»-------den i. Juni Abends rückte ein feindliches
Corps von beiläufig ^000 Mann Infanterie, unter-stützt durch eine starke Co/onneKanaNerie und einige Kanonen, aus der Gegend von Wolfschal und Hamburg gegen dieEngerau an. Die Kavallerie und. ein Theil Infanterie blieb in einer zur Unterstützung des Angriffs «ngemessenen Entfernung zurück; aber 2^00 Mann Infanterie mit < Kanonen griffen schnell das Dorf an, und suchten das zur Vertheidigung dort vertheilte zwei« le Bataillon vom Regimente Gyulai, zu vertreiben. Nachdem das lebhafte, beinahe 2 stündige Gefecht dem Feinde, der nur in die Mitte dei Dorfs vordringen konnte, keine Vortheile anbot, so zog sich dasselbe bei einbrechender Nacht wieder nach Wolfsthal zurück. »
---------den 3. Juni gegen 5, Uhr zeizten sich auf
der Straße nach Ki ttse e unb Wolfüthal mehrere und stärkere Detachemenis, und bald darauf sah man mehrere Kolonnen Kindlicher Infanterie und Kavallerie mit einem starken Artillerietrain gegen Engerau und unsre Vrrschanzungen anrülten. Die Zahl der hierzu» sammengrzogcnen feindlichen Truppen belirf sich bei ig,ooc) Mann Infcmtt-rie. ohne der, im Rü^en ausgestellten Reitrrei. dic zu der vorgehabten Unlerneh, niung deS Fl'l'nde.ä nicht verwendet werden konnte. Dsr Herzog von Auel-städt (l)^voU5t) war hicr persönlich zugegen, um den Befehl Napoleons, sich des Brü«
ckenkopfs bei «presburg um jeden «preis zu bemächtigen, il, Ausübung zu bringen. Dem zufolge geschah gegen 7 Uhr von allen Seilen der Angriff. Die in dem Dorfe aufgestellten 2 Bataillons des Regiments Beaulieu, zogen sich fechtend in die Verschanzungen hinter dem Dorfe zurück; diesen folgte der Feind auf dem Fuße nach, unb versuchte mit den sich Zurückziehenden zugleich in die österreichischen Verschalungen einzudringen ; allein dieser Versuch mißlang. In dichtgeschlof. senen Nrihen drang er nochmals im Sturm gegen die, im Zentrum der Verschanzimgen angelegten 2 Brücken an; wurde aber wie das erstemal mitNachdr«lck zurück« geschlagen. Das heftige Kartätschen- und Gewehrfcuer der Unsrigen nöthigte ihn, sich in das Dqrf, u„o als dieses in Brand geriech, in das, demselben nahe gelegene Gehölz, zurück zu ziehen. Die einbrechende Nacht machte dem Gefechte ein Ende; aber die Flamme oe« brennenden Dorfes Engerau beleuchtete die mit Leichen bedeckte Wahlstatte.
---------den 4. Juni mit Sonnenaufgang begann
der Feind den Brückenkopf mit 2^ Kanonen zu beschiß ßen, müde aber der nutzlosen Anstrengungen, gegen denselben, richtete er um 10 Uhr Vormittags sein Feuer mit Kugeln und Granaten auf die Stadt, in der sichern Hoffnung, man werde eher den Brückenkopf räumen, als ihre Zerstörung zugehen. Um diesen ohnmächtige» Versuch des Feindes zu vereiteln, befahl der damalige kommandirende Generalmajor 0. Bianchy, daS Kano« neufcuer einzustellen, «m die erschreckten Einwohner durch ein Schreiben, (Siehe PrcSdurger Zeitung Äiro,
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^l.) zu beruhigen. Dieses erste Bombardement datter« te nur 2 Stunden und zündete nirge-lds; aber mch< nur die zunächst liegenden Häuser, sondern auch die weiter entlegene»» auf der Promenade und der Langengasse,, die Domkirche unl> das akademische Schulgebäu« de wurden beschädigt. Mehrere Kugeln ftogen nochtyei« ter über das Michaelerthor bis auf die Schöndorftrgaffe, und über die Nonnenbahn; und reichten bis in das nahe liegende Weingebirge. Einige Menschen wurden beschädiget und erschlagen. Die Beschießung geschah mit vier- achi» und zwölfpfündigen Kugeln und Haubitz-» Granaten. -
---------den i2. Juni erfolgte aus dem feindlichen
Lager wieder eine heftige Kanonade auf die Stadt, wo-' bei viele Häuser in der Stadt beschädigt wurdrn, und einige Menschen verunglückten; abrr „ach einer Stun-de hörte das feindliche Feuer auf, und es erfolgte wieder völlige Nuhe.
---------26. Juni, einige Stunden nach der An»
kunft Sr. Maj. in Prcsburg, forderte der französische Divisions ? General Dczzni schriftlich den General Bi« anchi auf, den Franzosen den Brückenkopf, und alle, auf dem rechten Donauufer angebrachten Schanzen, sammt der P ctsch enin sel zu räumen; widrigenfalls die Stadt nach Verlauf einer Stunde vernichtet lurrde,, solle. Noch vor Empfang der Antwort sieng, um halb 1, Uhr Abends, das Bombardement an, und seyte bei Überreichung derselben eine Weile aus. Da aber dem Wunsche des Feindes nicht willfahren wurde, ft begann die Beschießung von Neuem. Die ersten Vom-
ben zündeten; und obgleich alleVorsichtsmaaßregrln z« Abwendung einer Feucrsgefahr schon langst vorbereitet waren, auch an einigen Orten das aufgebrochene Feuer geloscht wurde, so war dieses doch nicht überall möglich zu verhindern. In dem Stadtpfarrhausc, wo ebenfalls rine Bombe zündete^ nahm das Feuer schnrll überHand, und in kurzer Zeit stand die ganze große und kleine Kapitelgasse m vollen Flammen. Das feindliche Bombardement wurde immer heftiger, mehrere Vom« ben sielen in die Gegend, wo es brannte nieder, und vermehrten dadurch die Gefahr des Lö'schens. Mehrere Tausende hiesiger Einwohner mit ihren Familien , un!> viele mit Geräthsch asten beladene Wagen drängten sich durch die Straßen und Thore der Stadt, und flüchteten sich, um ihr Leben zu retten, mit Hinterlassung ihres Eigenthums, ins Blumenthal, auf die Felder, oder ins Weingebirge, wo sie die Nach< zubrachten. Während dem wüthete die Flamme, welcher die, zum Löschen herbrigeeilten, muthigen Leute, sogar mit der kräftigsten Anstrengung nicht hinlänglichen Einhalt thun konnten, unaufhalsam fort, und griff bald die Probst« und alle in der großen und kleinen Kapitelgasse stehnt-den Hauser der Neihe nach an. Non da verbreitete sich die Flamme nach der Ventur- und Herrengasse; so daß gegen die Morgendämmerung das grastich ^icl»v sche oder ZHi1i,i>i'sche, das Münzhaus, das Johann Ac!i)" sche, gräflich ^c^Icviciischc und ^räö^ische, und beinahe sämmtliche in den benannten T,raßen bejmdli» chen Hausl'r, mit Ausnahme drr Tomkirche, des Wirchs« Hauses Hur Sönne, und der neben l»ie,em bejmolichrn
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HFllser am Domplatze, nebst einem Theil der Hä'llser auf der Wodritz, ein Raub der Flam'M'N geworden sind. Viele Häuser sind durch die einfallenden Bomben beschädiget worden, und mehrere Menschen verunglückt. Erst Morgens ^ Uhr ließ daS Bombardement, das von ii Uhr ununterbrochen gewährt hatte, nach Des andern TageS wiederholte der Feind seine Anforderung zur Übergabe, mit der Drohung, daß wenn nicht bald eine befriedigende Antwort erfolgen würde, er die Be» schießung fortsetzen, und die ganze Stadt in Asche le> gen werde, und zwar mit desto größerem Fug und Recht, da Preiburg gegenwärtig ein förmlicher Waf« fenplatz sey, in welchem sich viele Truppen und Kriegs-» vorrath^ befänden. Der konunandirende General Bian« chi ließ ihm abermal antworten, daß seiner Forderung nicht genug gethan werden könne; und daß er immer» hin sein Feuer auf die Trümmer der Stadt forlschcn möge; indem die Einwohner ohnehin wüßten, wessen sie ftch von den Franzosen zu versehen hätten, und dem» nach clles zu erdulden, und aus treuer Untcrlhanenlie-he alles aufzuopfern, bereit seyen. Und so sicng denn das feindliche Bombardement um Mitternacht wieder «n. Die Bomben ereilten einander beinahe in der Luft; vicle zerplatzten in derselben, einige fielen in die Hau-» scr, zersprangen daselbst, und richteten da, wo sie ,ncht zündeten sehr vielen Schaden an. Gegen 2 Uhr nach Mitternacht hatte endlich eine Bombe in dem Wirthshause zum rothen Krcuz auf dem Schloßberge gezündet; das Feuer griff schnell un, sich, und verzehr-
die ganze Nacht vom 27. auf den 28. Juni Mittags, fort. Bald darauf forderte der feindliche General die Verschanzungen und die Petscheninsel, zum drittenmal zur Übergabe auf, und zwar unter Bedrohung der Fortsetzung des Bombardements. Da die gewöhnliche Antwort erfolgte, so erneuerte sich nach ic» Uhr Vormittags die Beschießung und dauerte bis gegen 6 Uhr Abends; und das hintere Geba'uve des Primalialpala» sieö, das Nathhaus, die kleine und große Huterergasse bis zum Lorenzerthor, rückwärts die Lorenzergassc bis zum Fischerthor, wo außer dem Dreißigstamte, dem ötamaßeter'schen und Lützenmaier'schen Hause alles in Flammen gerieth, waren das Opfer dieser etlichen Stun^ den. Die Zahl der abgebrannten Häuser belief sich auf 12Z, jene aber der von Kugeln und Bomben beschädig» ten , viel hoher. Denn in der Stadt ist fast kein Haus, und in den Vorstädten nur die entfernten von Kugeln oder Bomben verschont geblieben. Der durch dies Born« bardement Presburg zugefügte Schaden dürfte sich leicht über eine Million Gulden belaufen. Nur die äußere Vorstadt Blumenthal, und die in dirser Gegend liegem den Gassen sind von diesem Unglück gänzlich verschont geblieben; daher auch in der Nacht vom 26. und die folgenden sich sehr viele Einwohner aus der Stadt dahin flüchteten, und in der Folge srlbst der Stadtmaglstral seine Sitzungen in das sogenannte Iosephislift, auf der Landstraße, verlegte Vlrle üer vermögenden Emwoh» ner haben sich nach Blumenau, St. Georgen, und noch weiter begeden. Übrigens war der Zu>lau'> Pres« hurgs, in den letzten .Tagen deS Monat« Juni ^ höchst
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traurig. Die abgebrannten Straßen waren verödet, die Häuser und Wohnungen leer, und alle Gewölbe ge< schlössen; überall herrschte dumpfe Stille, die ,mr durch das Wegführen der Feuerspritzen und Wassergefaße, oder durch das Zuslimnmstürzen der Gemäuer und das Hcrabwerfen der noch rauchenden Balken unterbrochen wurde.
Den ^f. Juli Nachmittags beschoß der Feind ohn« gefahr 2 Stunden lang nochmals die Stadt mit Kanonen, welche aber gar kemcn Schaden anrichteten.
Den ii. Juli ließ der kommandircnde General Bianchi seine Corps aus dcn Verschanzungen und dem Brückenkopfe zurückziehen und das dießseitige Ufer be» setzen, nachdem man ausVesehl des, einlge Tage hier anwesenden Erzherzogs Johann , die Insel Pelschcn den Franzosen geräumt hatte.
Den i^. Juli ist zufolge eines Waffenstillstandes die erste Division der königl. sächsischen Truppen, unter dem Kommando des französischen Generals Kc^nier, hier eingerückt; sie bestand aus den Dragonerregimentern Prinz Johann und Clemens, einer Division Husaren , der konigl. Lcib-Grcnadier-Garde, und mehreren Feld-Infanterie-Bataillons, welche sämmtlich in den hiesigen Kasernen und öffentlichen Gebäuden, wie auch hei den Bürgern einquartirt wurden. Gleich nach dem Einrücken haben dicsclben die Wache an den Linien und den äußern Posten übernommen, den Nachtdienst aber auf der Hauptwache in der Stadt hat die königl. sächsische Leib-Grenadier-Garde zugleich mit der städti« schen Ourgrrmiliz versehen.
Den ,5. October wird endlich auch hier der, von hen hiesigen Einwohnern so sehnlich erwartete Friede, verkündigt.
Den i^. und 19. November verließen sämmtliche sächsische Truppen Preöburg. Vor dem Abmarsch derselben, wurden sowohl die, aus Brettern und Stroh' in drin vor der Natschdorfer Linie errichteten sächsischen Kagcr, befindlichen Hütten und Baraken, als auch auf Befehl des französischen Befehlshabers der Artillerie, I^nrikniöicrc, die hiesige Schiff- uild ftieg.nde Brücke, dann die auf der Donali und dem Marchsiuße beiThe' ben, Hof und Marcheck befindlichen brücken, Schisse, Anker und verschiedene« Schiff- und Brüctrnbauholz, endlich in Theben mehrrve hundert Schiedk^rren, Echa^' feln, Krampen lMd verschiedene andere Requisiten, die früher sämmtlich theils die Stadt, theils «Privatleute angeschafft hatten, an die Meistbinhenden verkaust. Die von dem Feinde theils im büürem Grlde, theils ui Früch' ten, Pferden, Monticmigsstücken u. s, w. geforderte Brandschatzung des, innerhalb der Demarkationslinie gelegenen Theils der Pr^sburger Gespanschüft belrug »,506,862 Frailken, wovon zwei Fünftheile Presburg allein, (ungeachtet der ungeheuern Unt^rhaltungsko-sien der feindlichln Truppen durch vier Monate lang) folglich 602,^62 ^/'6 F?anken, odrr nach damaligem Kurs in Bancozetteln, 725,9^ ft. ^5 kr. auferlegt wurden. Um theils diese verlangte Contribution, theils die täglichen Bedürfnisse des ungenügsamen Femurs zu decken, wurde sämmtlichen Bürgern und Hauöiphaberl« ein Zwangsdarlehen, zwar gegen Obligatton, über oh<
nr dem Schein einer Hoffnung zur Wiedererstattung, auferlegt, und dennoch beliefen slch nach beendigtem Kriege die Stadlkassa-Schulden auf 2,10^,895 Guld. 5u kr. *)
,9l» den 28. Mai brach in dem Schlosse, wo sich ein Theil der hiesigen Garnison befand, auf eine lmbekamne Weise an mehreren Orten zugleich Feuee aus, welches das mit Ziegeln gedeckte Dach ergriff, und weil .die schleunige Hilfe vereitelt wurdr, nicht mehr gedampft werden konnte. Durch den von Norden gegen Südwest wehenden Wind, strömte die Flamme vom Schlöffe wie ein Strom herab, und ergriff die an dem Fuße des Berges dicht angebauten Häuser des Zucker-mcmdels mit einer solchen Gewalt und Schnelligkeit, daß sogar der nahe Donaustrom kein Rettungsmittel bieten konnte. Sieben und siebenzig größere und kleinere Geväude, darunter ö Brauhäuser und 9 Menschen wurden ein Opfer dieses Brandes, dessen Schaden man auf 2 Millionen Gulden geschätzt hat. Welche Zerstörungen derselbe auf dem Schlosse selbst angerichtet habe, davon zeigen leider, die traurigen Überreste dieses.
*) Siebe, ble auf bem Landtage i»li lm Dezember den vtlsammllten ungr. Ständen fruchtlos eingereichte Bittschrift be« hiesigen Magistrats und der Bürger« fchaft, wegen einer lelcht mögllchen und dem G«i«t der ungr. Verfassung nlcht widersprechenden Unterstützung und Aufrechterhaltung der, seit H Jahren, durch dle Lasien des Krieges und andere wibrlge Zufällt so d«rt gedrückten Stadt.
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tn der vaterländischen Geschichte so merkwürdigen Ge» bäudes.
i8i» im August wurde von Sr. Majestät hier ein Landtag ausgeschrieben, dem die Verhandlungen über die Einführung des neuen Fmanzplanrs, d^r die Herabsetzung der bisherigen Bancozettel auf das Fün^t" iheil ihres vorigrn Werthes, und die Einwechslung der-selben gegen Einlösungsscheine, bezweckte, vorzüglich zum Grunde lagen. *)
,Ni3 im Februar stieg das Wasser tm Donaustro« me zu einer so ansehnlichen Hähe, daß sogar in der Lorenzergasse und in der Gegend dcs Fischerchores mlt
*) Hier 1st das Ver^lcknlsi sämmtlicher kanb,^?, die von jeder ln «Vresburg sind gehalt«n worden: Gigmund, lm Jahre 14", '43Z« Lablslcn,«, '4fZ; Vlarla, Wittwe Ludw!g« II., 1526; Ferdinand I., »5Z6, ,5)7, ,F4?, . ,544, '5Zo, '55Ä, ,554, >555, 1556, ,HH?, ,5FY/ 156.»,: MallmlUan, »566, '567, »568, !H<5p, ^?a l,n FFY.?, 1795, 'H96, ';y7, Üy«, lsyy, 160a, I60Z, I604, >6c>z, ,6a«; Mathias II., ,60z, 1609, 16,3, l6,8; Ferdinand II., ,6Zo; Ferdinand III., 16)7 . ,646, ,649 , »655; Leopold I., »659, ,662, »so?; Joseph i-/«8; Karl I!I. 1712, l7»4, »7>F, 1722, '7»Z, !?28/ >?«p;Mai rla Theresla, ,74,, ,7,1, ,764 >ml> '?6Z; kiopoll» II., 179« und »7yl; Se. jeh< »eglerendc Majestät, Franz I., ,796, »go?, »805, l»y8, l^li ;>nd »8l«.
Kähnen gefahren wcr5rtt konnte. Die Hemmung dez Muhlauarmes durch ungeheure Eisblö'cke, rcrursachte eine ähnliche Überschwemmun«; im Blummthale, wo an den niedern Hqusern, das Wasser bis an die Fenster reichte, und einen förmlichm Hce zu bilden schien.
i8i5 im Mär^z ist der König von Sachsen mit der Königinn und Prinzessinn Auguste in Presburg eingetroffen, und nebst einem Gefolge von mehr als ^o Personen im Primat''ala.eba'u5e auf dem Iohannesplatze abgestiegen; und im Mai sind Te. Majestät mit ihrem Gefolge wi."dcr van Hresburg nach Ihren Staaten abgereist ; nachdem Eie hier, wie es schien, nicht ohne Vergnügen an den freundlichen Umgebungen dieser Stadt, aber auch nicht ohne Schmerz ihrer verwaisten Unter« thanen, bcinahe drei Vfonate lang verweilt haben. — Tags vorher hatte das hiesige Off.'ziercorps und eine Deputation des läbl. Pr^bllrger Komitats und der hiesigen Stadtbehärden die Ehre, durch T'c.E^lll'nz Gra.' f^n Leopold pälss, alsObersthofmeister Sr. kö'nigl. Majestät, vorgestellt zu werden. Abends brachte den hohen Gcheidenden die hiesige Bürgermiliz eine Nachtmu^ U,ld ein dreimaliges Lebehoch;
XVII.
Schloßberg und Zuckermandel^
I'Ingefahr üo^ Schritte wrstwärts von der Stadt, auf einem mehr als ^uu Schuhe über dem Niveau der Do-
nau , erhabenen Verge, find die Rumen des einstmaligen königlichen Schlosses , diesem alten Zeugen des bei-nahe Merkwürdigsten, was in unserm Vat?rlande seit 9«ci Jahren geschehen ist. Geht man auf die Entste« hungs- und Grünbungsgeschichte der meisten Städte Cu« ropas zurück, so scheint es nicht unwahrscheinlich, daß dieses Schloß einer viel früheren Zeit als die Stadt selbst angehört habe; wenigstens weiset die Geschichte der lektern keine einzige Spur cmcr spätern Erbauung des Schlosses nach. Was es rinstens gewesen, welche Schicksale e5 erfahren, und welche Bestimmung es gehabt habe, das lrhren die, in der Gesch ich teures, lnirgs, ^zählten Thatsachen. Schade d«ß auch nicht ein einziges Bill> vorhanden ist, das dem Geschichtsforscher ssine Gestalt vor dem Jahre ,635 zu vkrgcaenwärtia.m im Stande wäre. In dieftm Jahre wurde nämlich auf öffentliche Kosten, unter dem damaligen Schloßhauptmann und un-grischrn Kammerpräsidenten , Grafen «Paul li V'.) ?ü!s^, der Ball dessflben in der noch jrkt sichtbaren ^eckigie« Gestalt begonnen, und nach « Jahren glücklich vvllcn-bet. In dem untersten Theil des Schlosses befanden sich Kerferund Weinkeller, im <5rd^schosse Speisekammern, und ein Zeughaus mit verschiedenen alten Krieqsrü" siltngen und Gesandelten; ^. V. der Harnisch Karl V. der Panzer Mathias Oosvimiä und andere Überblcih« sel tartiirischer. ungrischer und fi'irfischer Massen. Die oberen Stockwerke waren für die königliche Familie unl» die hochsirn für deren Gefolge bestimmt. In dem e^ nen der ^ Thürme, der Wolfsthal zunächst liegt, wn?'
ben dce 5!eschs?ll'Nodien: als Krone, Szepter, Mantel, u. s. w. aufbewahrt und von 2 Kronhütern und einer Wache von 5o Mann ungrischer und eben so viel österrei-Lt-iscbrr Infanteristen bewacht. Im Jahr 176a wurde daS Sck'loß durch ein neues, modernere« Gebäude ge» gen dir Stadt zu, für die Königinn Malia Theresia vergrößert, und die innere Form desselben, ohne dem Wesentlichen zu schaden, durch die kostbar? Einrichtung dera^ss^lt verändert, daß es diejenigen, die dieses Schloß ln seinem Glanz gesehen naben, nicbt befremden k
Das vollständige Verzeichniß der frühesten Wür« di'Ntrager der Schloßhauv^mannschaft, als nämlich die' se Würde etwas mrhr als bloßer Titel gewesen ist, >mk> der jedesmalige Schloßhauptmann noch das Recht und die Gewalt hatte, nach feiner Einsicht, die Befehle zur Vertheidigung und Befestigung gegen die Angriffe der Feinde zu ertheilen, und sämmtliche Anstalten zu lei-ien, und selbst anzuführen, dürfte, bei dem gänzlichen Mangel zuverlässiger Nachrichten, schwer werden.
*) iOem es Vergnügen gewährt, bas Sonst unb Jetzt biescs königlichen Wodnsltzes mit elnand'er zu vclglci« then, der l«se dle genaue Beschreibung der damalt, gen inneren Elnrlchwng desselben
Go viel isi indessen gewiß, daß die Stände auf dem Landtage 1699, Se. Majestät den König um die Ver« leihung der Würde a». den Grafen Nikolaus pälf^, gebeten haben. Kaiser Rudolph genehmigte diese Vitte, mit der Bedingung, daß diese Würde nur dem Nikla« und dessen Sohne Stephan und Enkel verliehen sey. Ferdinand III. aber übcrtrug diesen Beweis der könig» lichen Huld auf das jedesmalige älteste Glird der ?äl» lv'schen Familie, und mit dem Titel eines Schloßhaupft Manns zugleich die Obergespanswürde des «presburger Komitats und den Besitz und die Einkünfte des Schloß» Herges mid Zuckermandels, Engeraus und Obrruftrs, der Marktflecken Sommerein undSerdnhely, nebst den i3 Dörfern Lcnke-pgwi^ , Lc^-el-paton^ , (?5c-
<3c1Ie, ?cmek-8llr, P6z5a, ^oncie und Loclok.
Der Zuckermandel und die Schloßber« gerstraße , die von der Stadt nur durch ein Hölzer« nes Gitter getrennt sind, haben ihr eigenes Grundge-» richt, das aus einem Nichter, Syndikus, 6 Gerichts« brischern, 6 Genanntenbürgern, 2 Visirmeistrrn, H Wachtmeistern und einem Faßziehermeisier besteht. Aus ersterem befindet sich eine Kirche unweit der Donau zur heil, Dreifaltigkeit, lmd eine Elementarschule für sshri« sten-Knaben und Madchen, die im Lesen, Schreiben u. s. w. unterrichtet werden. Auf dem Schloßberge ist die Kirche des heil. Nikolaus und eine Trivialschuls für die Iuaend bciderlri Geschlechts. Die m dieftp
Straße häufig»'« Iul>en, haben noch ein eigenes Ge^ richt unter sich, das aus den» Rabbiner, zwri geschwor, nen Juristen oder Schriftgelehrten, einem Adjunkten, /l Beisitzern, einem Kassirr, einem Buchhalter und 2 Beglaubigten besteht. Zum Behuf des jüdischen Got- ' tssdienstcs ist ein Tempel auf dem Schloßberge und eine Schule für Knaben und Madchen.
Für kranke Bürger auf dem Schloßberg? unbZu-lkermandel ist sehr nothdürftig durch ein Hospital gesorgt, das keinen sichern Fond hat, und nur durch milde Beitrage und wöchentliches Almosenabsammeln er« halten wird, und höchstens 3 — ^ Kranke zu erhalte» im Stande ist. Desto besser und reichlicher ist da6 Iu-denspital bedacht, das blos von Israelilrn und für deren Glaubensgenossen erhalten wird, und wo jährlich eine beträchtliche Anzahl armer Kranker fremder unt> einheimischer aufgenommen und wahrhaft samaritisch, verpflegt »vird. Es hat drei Spitalvater oder Vorsteher, und einen, oder nach Erfordrrniß auch mehrere, Kranken-, wärter.
Untee den hiesigen Bädern zeichnet sich eines, zun» blauen Schlüssel genannt, auf demZuckermandef, dul,ch seine Nettigkeit und Reinlichkeit so rorlheilhaft aus, daß keine» der städtischen mit demselben vergli» chen werden kann; weshalb es auch häufiger als jene besucht wird.
Die Gtraßm find gepflastert, und die dazl» ersor-derlichen Steine werden m dem angränzenden Steinbruch «M Zuclermandcl gehrochrn, der noch lange hwaus hü^
länglichen Vorrach enthält, da der ganze B?rg, der die Kette des Gebirges, auf welchem das Schloß liegt, bildet, aus festem Granitlager besteht, und den Haus" inhabern sehr gute FelsenkeNrr gewahrt.
Die, von soliden Baumaterialien erbauten Hau, ser sind größtentheils stockhoch und von einer Form, die sich von den Häusern in der Stadt wenig unterscheidet; diejenigen ausgenommen , die am AbHange des Ber» ges ohne Symetrie und Ordnung wie Schwalbennester, unter und übereinander angebaut sind, und wo beinahe in jedem derselben eine Bierschenke befindlich ist, eine Einrichtung, wogegen nichts eingewendet werden könn"
Das für so viele Vierhausrr auf dem Schloßbcrc; und Zuckermandel erforderlich,» Bier, wird in drei Brauhäusern erzeugt, die gegenwärtig im Gange sind, und woher auch eine beträchtliche Anzahl Fqsser (siehe S. 1Z4) zum Vchufe der städtischen ssonsumtion bezogen wird. Unter den Häusern sind ,o adeliche oder so-
*') Da« nämllchc gllt von d«m einzigen Kaffeehause auf dem Zuckcr,na.,del, das auch selntin Zw«ck« als Kaf, sechau? nicht ganz zu «nlft,r«chen schelnt.
"^ 2l6 ^^
ymannte Curien —> Freihäuser — die dieselben Hri-vilcgien genießen, wie daS sogenannt«' Weißmönchhaus — (S. '33) in der Langengasse.
Die Einwohner sind Deutsche, und rücksichtlich ihrer Herkunft gemischter als in der Stadt, da eg un-gleich leichter ist auf dem Schloßgrunde als in der Stadt eingebürgert zu werden. Die Bürger leben vom Handel und Handwerken; hinsichtlich der Menge zeich» nen sich die Geschtvr- und Bauholzhändler, die ihren Handel auf der Donau betreiben, vorzüglich aus. Sonst eMirte'hicr auch eine Bürgermiliz; diese besteht nicht M?hr, obgleich die Bürger dcr Verbindlichkeit, den Wachendienst , wahrend der Abwesenheit des Militärs zu versehen, nicht enthoben sind.
Die auf drm königl. Schloßarund? und Zucker-mandel bestehenden bürgerlichen Gewerbe und Hand" werker smd:
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Apotheker -
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" l
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Oelbgießer -
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i
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Vindrrmeister
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- 4
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Glaser
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2
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Buchbinder -
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2
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Goldarbeiter
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K
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Vräuer
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3
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Geschirr- unbHolzha'nb
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-
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Bürstenbinder
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ler -
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Drechsler
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2
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Greisler und Kässsecher
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6
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Chirurgen
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5
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Handschuhmacher .
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6
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Visenhll'ndler
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Hafner
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i
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Flaschner
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I
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Hufschmiede -
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2
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Fleischhauer
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2
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Hutmacher -
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K
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Fleischselcher
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. 3
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Instrumentmache? «
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»
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|
«" 3l
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Hammmacher - 2
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Silberarbeiter
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Kirschner . - 7
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Siebmacher -
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-
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»
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Knopfmacher. . 1
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Spezrreihanblungen
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Lederer . > 1
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Stärkmacher -
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-
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I
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Maurermeister - 2
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Strumpfwirker
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Muplsteinhauer - ^
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Taschner
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;
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Nagelschmied > ^
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Tischler
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Perrückenmacher - 2
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Tuchmacher -
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-
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Sattler - - 4
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Uhrmacher -
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-
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3
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Schiffmeisier - - 4
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Wagner
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-
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2
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Schwarzbäcker - 1
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Weber -
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5
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Seifensieder - - K
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Weißbäcker -
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8
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Schlosser > . 6
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Zcugschmied .
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-
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»
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Schneider » - 21
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Zimmermeister
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Vchuhmacher » I2
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Zischmenmachet
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8
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Seilermeister - 1
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Zuckerbäcker -
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-
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»
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Der Volksbeschreibung >
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>om Jahre 1765
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zufolge
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Häuser am Zuckermandel
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8?
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— — Schloßberg
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» ^ »
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152
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Bürger insgesammt .
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. » »
|
26^
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Juden am Zuckermandel
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" . -
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ii5
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— — Schloßberg
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,562
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Gämmtliche Einwohner
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ee5o
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Im Jahre i3iä:
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Besteuerte Häuser
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» « «
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Curien oder Freihsuser
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Familien - , .
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»202
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Preß burg, »622.
Gedruckt bei E^rl s. Snischl!?.
Weiblich - - - - -l - 2710
Mannlich - » - ^ . - 23^1 Juden von 1 — 17 Jahren - - > 42g
— verheirathete . - . - 2c»5
— ledige.....9s (?)
— über 40 Jahren , - > 918
X
Inhalt.
F.. Abschnitt: Geographische un physische Lage. Standorter, die i)le schönste Aussicht gewähren. Größe. Flusse. Klima. Trinkwasser. Boden. Pro, dukte. Landwirthschaftlicher Zustand. - - R
II. Abschnitt: Merkwürdigere Grbäude der Stadt und Vorstädte. Ehemalige und gegenwärtigeTho»
re. Zahl der Gassen und Häuser > - - 7a
III. Abschnitt: Kirchen und Klöster - ^ «2
IV. Abschnitt: K. K. Militärbranchen, und königliche Civil-Amter . . 5 . 106
V. Abschnitt: Der Stadtmagistrat . ^ 550
VI. Abschnitt: Anstalten zur öffentlichen Si» cherpeit und Vequemltchkeit - - - iiä
VII. Abschnitt: Anstalten der Wohlthätigkeit ,36 VIII.Ab schnitt: Lehr-und Erziehungsanstalten i^3
IX. Abschnitt: Hilfsmittel des Unterrichts und der Bildung. B,oliocheken. Buchhandel. Leihbibliothek. Buchorucfcreien. Zeitungen. Hunsi-handel ^ - - - - - -,57
XI. Abschnitt: Volksmenge. Sprache. Kleidung.
Bürgerliche Gewerbe. Bürgermiliz. Gittenge-n^ilde von Prrsburg., - - » - »92
XII Abschnitt: Handel. Fabriken. Jahr- und Wochenmärkte. Marktpreise ältere und neuere Schissfahrt auf drr Donau. Konsumtion. - 2»2
XIII. Abschnitt: Kirchhöfe. Begräbnisse. Ge» sundhelts- und Krankhettszustand der Stadt. Herrschende Krankheiten. Geburts-, Todten-Trauungslisten - - - - ,222
XIV. Abschnitt: Öffentliche Spektakel. Belu» stigungsörter und Vpazieegänge . - . 22g
XV. Abschnitt: Entferntere Umgebungen von lpresburg >....» 239
XVI. Abschnitt: Geschichte uonPreSburg - 256
XVII. Ab schnitt: SchloßhergundZuclermandel 310
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