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ffitli, Soniilliz Den 25. Dmiiilirr 1887. ^^V-'XII. Japli-Iig.

Zum Kirtcnvrief des Mischofs von s5avant.

Se. Ercellenz der Fürstbischof von Lavant hat anläßlich des fünfzigjährigen Papstjubiläums einen Hirtenbrief erlassen, in welchem es heißt:

„Vorzüglich wette ich auch um EtwaS recht inständig den himmlischen Geber alles Guten bitten — nämlich um die christliche Einigkeit unter euch Allen in Gesinnung. Wort und That. Darum kann ich freilich nicht bitten, und wäre eS nicht nach Gottes Willen, dah nämlich alle Verschiedenheit in Sprache, in Nationalität n. dgl. unter meinen Diöcesanen aufhören und sozusagen verwischt würden — eine Unmöglichkeit." — Wohl aber werde ich darum bitten, das, darüber und de»-wegen nie die christliche Nächstenliebe verletzt, und diese Verschiedenheiten nie und nirgends zum Anlah gegenseitiger Befehdung, Verdächtigungen u. dgl. genommen würden.....*

Wir haben aus unserer Verehrung für Bischof Stepifchuegg nie ein Hehl gemacht. (5r ist unserer innersten Ueberzeugung nach ein durch und durch edler Eharakter. Trotzdem aber müssen wir bittere jilage darüber führen, wie es in der Diöcese Lavant aussieht. Aber nicht ihn, den sriedliebeude» Kirchenfürsteu, sollen unsere Vor würfe treffen. Sind wir doch davon überzeugt, das; er !eiue Schuld daran trägt, denn er ist ja fast ohnmächtig unter unserer Geistlichkeit, die den tiefsten Groll gegen uns deutsche Katho-likeu im Herzen trägt. Roh und rücksichtslos wüthen diese von nationaler Narrheil be-herrschten Herren gegen die deutschen Diöcesanen katholischen Bekenntnisses. Wenn das Christen-thu»! in uns nicht so fest verankert wäre, unter dem Cinfluße dieser Leute könnte, ja müßte es Schifsbruch leiden. Mit einer Leichtfertigkeit, als ob es sich um einen Fastnachtscherz handelte, be-zeich neu die Organe der Geistlichkeit uns den-

tsche Katholiken in Untersteiennark einfach als glanbenslos, als Feinde des Glanbens, der Kirche uud Gottes. Sie brauchen diese Lüge, um den Stnrnl gegen uns Deutsche in den Angen der Welt als gerechtfertigt erscheinen zu lassen. Aber für jeden Beweis, den sie uns für unsere GlanbenSlosigkeit ans den Reihen unserer Parteigenossen liefern, bieten ivir ihnen ein Dutzend a»S ihren Kreisen, ja aus den Kreisen der Nächstbetheiligteu selbst. Iihre Handlungen liefern fort uud fort Beweise, das; ihnen unserc Neli'iösität nicht einen Groschen werth ist, uud nichts käme ihnen ungelegener, als wenn wir Deutsche dentschnational blieben nud dabei anch in der Oesseittlichkcit die nicht hinivkgznlengnendc Religiosität bezeugten. Unsere Geistlichkeit hat noch nie etwas dazu gethan, nm das „Neu-heideuthnm," welches sie in uns angeblich be-kämpft, der Kirche zurückzugewinnen. Ihr ganzes Zielen und Trachten geht nur immer dahin, unS Deutsche mit vergifteten Pfeile» zu ver-wunden uud das Deutschthnm zu vernichten.

Boa den tausend Beispielen, die wir und unsere Volksgenossen amührcn könnten, seien zum besseren Verständnisse nur ciuige wenige aus der allerletzten Zeit angeführt.

Der durch und durch deutsche Markt Wciteustein lebte mit seinem kürzlich verstorbenen Pfarrer in echt christlichem Frieden. Die Ge-meinde verehrte ihren Pfarrer, uud eS gab in Weitensteiit Niemanden, der nicht bereit gewesen wäre, dem ruhigen Ehrenntaune jeden Wunsch in geistlicher irnd weltlicher Beziehung von, Herzen geruc ztt erfülle«. Der verehrte Pfarrer starb, und an seine Stelle laut ein Anderer. Ein Anderer an Geist nud Gemüth, ein Mann, dem der Nationalismus höher steht als alles Andere, ein Geistlicher, der in der ganzen Diöcese als nationaler Agitator einen hervorragenden Ruf genießt. Der mußte hin, um dem Deutsch-

thum au den Leib zu rücken, und im Interesse der „nationalen Sache" biirftc außer ihm kein Geistlicher es wagen, ein Conipetcnzgejnch zu überreichen ! Hofft man denn die „rclignouslosea" Weilensteiner etwa aus diese Weise zu ge-winnen? Es liegt Methode darin, daß man gerade die festeste» Punkte des DentschthumS mit bett glühendsten slavophilen ..Patrioten" besetzt.

Ein anderes Bild. Cilli ist durch und durch deutsch. Jeder Mensch, der hier lesen nnd schreiben kann, verstellt das Deutsche viel, viel besser als das Windische. Cilli's Beivohuerschast ist natürlich „religionslos" und demnach vvgel-frei für die schändlichsten Angriffe seitens der slavisch-clericalen Gegner. Cilli hat eine deutsche Kirche,' in der deutsch gepredigt wird. Man sollte nun meinen, es würde alles Mög-liche geschehen, um die „religionslose" Bevölkerung aus den rechten Weg zu bringen. Ein sympathischer, achtenswerther deutscher Prediger — was vermöchte der in Cilli! -i^as geschieht aber? Man nimmt einen der vom PanslaviSmnS am meisten erfüllten junge» Männer, von dem noch dazu alle Welt weiß, daß er wegen seiner Verehrung sür das Russeuthttm seinerzeit auS dem Cillier Gymnasium excludirt wurde, und läßt ihn nicht nur von der Kanzel herab den „geliebten" Deutschen predigen, sonder» bestimmt ihn auch noch als Katechet in unsere deutsche Schule! Heißa! Wie mögen die Herren in Mar-bürg verständnisinnig gelacht haben, als sie den Cilliern diese; „Schnippchnt" geschlagen hatten!"

Ein drittes Bild. Ter hochwürdige Herr Abt von Cilli ist einer der weuigeu Priester, der wenigen Pfarrer in Untersteiennark, welcher seinen deutsche» Psarrkindern nicht feindlich gegenüber-steht. (Sitte Fluth der infamsten Beschimpsungen qttillt deshalb aus der clcricaleu slavophilen Presse über ihn. Seine BerusSgenossett habe» ihu vor das höchste geistliche und vor die weltlichen Ge-

28 u si st : n Schotts,»v. d

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Marie 0.-Vsiiger.

Edinburg, 12. Deccmder 1^7. Eines der chronischen Uebel, an welchen die Ge-sellschast laborirt, und daS ivir auch lange nicht los werden dürften ist die klägliche Vorliebe für „Drawitigrooro*» Ätustk. Was ist Drawingrooiu-SOluftk ? Wir findeit diese Todfeindin des gnten Gedeihens der Mttsik auch in Wien, in Prag, gewiß auch in Cilli, aber doch nur in manche» Kreisen. Wir meinen damit die Passiv» sür leichte Musik, sür Tänze uud Couplets auS Operetten sür Potpourris, für den Salon-Tingl-Taitgl, sür welches in Wien ganze Cotericu intelligenter Leute schwärmen. Zur Abwechsluttg darf man auch dieses Genre der Musik anhören: ja, eS finden sich unter den Arbeiten unbekannter, namcnloser Compo"isten oft recht hübsche Sachen, die selbst dem Musiker Freude machen nnd ebenso gut in einem Hest Schubert oder Schumann stehen könnten. Aber wir sollen nns deshalb nicht in der Mittelmäßigkeit verlieren, uud u»§ nnr auf solche Musik verlegen, die wir leicht spielen und trällern können. Spielt vor Allein keine Mazurkeu von Kafka und von Wollenhaupt, kein »plnie du mai", „jterles et diamants", und wie sie alle heißen, sondern nehmt ein leichteres

Stück von Chopin Schubert oder Beethoven zur Haud tittd lernt es!

Hier schwärmt man aber noch viel mehr als sonstwo für leichte Sachen, insbesondere für Gesänge solcher Art, und es hat sich i» London eine ganze Schule gebildet mit Sullivau, Parker, Cowan, Hutton. Pinsutti uud Anderen an der Spitze, welche Lieder zu Dntzendcn sabrieiren, die Alle auf einen Leist zu schlagen sind. Ein gewisses ^National - Gefühl sagt dem Engländer iiuti dein Schotten, daß sie selber Ainsik machen können uud die Coinpouisteu des Landes unterstützen solle», und das ist an und für sich recht lobenswerlh, besouderS weitn sie dann ihre Volkslieder hecvorsuchen, die itt ihrer Einfachheit nnd mit ihren rührend schwermüthigen Melodien unvergänglich schon sind. Bekanntlich hat Beet-hoven einige derselben harmonisirt uud idealisirt — Mendelssohn nicht zu vergessen, welcher die schottische Volksweise in seiner A-.Moll-©i)»iphoitie sowie in der wunderbaren Hebrideu-Ouvcrtüre verewigt hat, in der er Töne anschlägt, die dem Meere und dem Jusellaude abgelauscht sind, nud die er auch sinnig mit der schottischen Scala abschlicßcn läßt. Aber wir hören hier in den seltenste» Fällen das Volkslied in seiner ein-fachen Faßung oder höchstens in Gesellschaft vou möglichst schalen englischen Liedern, die uns selbst die Volksweisen verleiden. Allen aber, die hüben nnd drüben der Mittelmäßigkeit huldige»

und mit Vorliebe die englischen Salon«Lieder finget! oder spielen, möchten wir int Iuleresse der Kunst Schumann'S Worte zurufen «Schlechte Contponisten mußt Du uicht verbreiten, sondern sie mit aller Kraft unterdrücken helfen. Mit Süßigkeiten und Backwerk zieht »tan Kinder nicht zu gesunden Mensch« heran. Wie die leibliche, 'so muß die geistige Kost einfach uud kräftig sein. Die Meister habe» hinlänglich für die letztere gesorgt: Haltet Euch an diese".

Es leben in unserer Stadt mehrere einfluß-reiche Diusiker. die »ach Kräfte» arbeiten, um uur gute Musik zu lehren uud aufzuführen. Daruuter uanteutlich der Dirigcui des ^ hiesigen Singvereiues (Choral Union), Mr. Collinson, dem ivir sehr a6)tenswerthe Ausführungen von Haydn'S und Händel'S Oratorien, sowie vor-zügliche Leistungen im Orgelspiel verdanken. Ferner uuter Anderen Mr. Lichtenstein, Towcscnd und Mr. della Torre für trefflichen Clavier-Unterricht. Mr. della Torre, ein geborner Schotte, hat schon einige interessante Concerte gegeben und überrascht durch brillante Technik uud fabelhaftes Gedächtnis, welches ihn befähigt, fast sämmtliche Präludien und Fugen sür das Clavier vou Seb. Bach, nebst vielen anderen schwierigen Cornpositionen mit wunderbarer Präcision, Klar-Heit uud Kraft auswendig zu spielen, und sich auch durch erfolgreiche Mütvirkung itt Kammer» ntnsik-Cvncerte» hervorzuthun. Für Violin-Unter»

richte gezerrt, er wurde der Freimaurerei ange« klagt, und man sagte ihm nach, er habe — eine» B^ner närrisch gemacht! Der furchtbarste Haß verfolgt ihn auf Schritt und Tritt, man hat ihn mit beispielloser Frechheit in seinen tiefsten Ge-suhlen verletzt, und als er i» seiner Bedrängnis an seine Brust griff und einen glänzende» Be-weis für die Schlechtigkeit feiner Feinde erbrachte, da hat man ihn auch noch der Gewogenheit seine« Bischofes beraubt! Mit Hohngelächter hat man seine Resignation aus die DeeernalS-vorstchung aufgenommen, und sein Haus wird von den BerufSgenossen gemieden, wie das Haus eines Pestkranken. Und warum all das? Weil er nicht deutschfeindlich ist, weil er einmal bei einer Wahl — man kann die Grunde nicht genug oft wiederholen — offen vor aller Welt erklärte, der Candidat der clericalcn Partei sei ein Re-ligionSloser, der sich als solcher öffentlich erklärt hatte, nnd weil er einmal anf dem Fried hose in der deutschen Stadt Cilli bei dem Leichenbegängnis eines „Slowenen" ein deutsches Vaterunser gebetet hat!

Der Abt von Cilli ist ein wahrer Märtyrer seiner Friedensliebe, uud die Peinigung, die er zu erdulden hatte, wird in der Geschichte der Stadt Cilli unvergessen bleiben.

Wir konnten noch auf einen Geistlichen von Frieda» hinweisen, der, wie er selbst betonte, „ans vorgeschriebener pastoraler Klugheit" den Deutsche» der Stadtgenieinde nicht feindlich gegenübersteht. Wie eme Todsünde ist ihm das in den clericaleu Organen vorgeworfen worden.

Eine weitere Auszahlung von unbestreitbaren Thatsachen würde zu weit führen. Wir wollen hier nur noch beifügen, daß auch der Bischof in diese» Kreisen sehr verhaßt war. daß man sich nicht schämte, über ihn loszuziehen uud ihn hä-misch zu bekritteln. Als er in Laibach vor einigen Jahren eine deutsche Predigt hielt, — eS war am Sarge des dort verstorbenen Bischofes — da erlustigte man sich über dessen „komisches Thema und über die näselnde Stimme, die natür-lieh deutsche Worte gebrauchte." Uud daS Alles, weil er den deutsche» Diöcesanen nicht als Feind gegenüberstand! — Unserer Geistlichkeit ist in der Zeit der nationalen Narrheit der wahre christliche und katholische Sinn abhanden gekommen, sie ist ungerecht gegen uns Deutsche und versäumt über der politische» Hetze ihre eigentlichen Pflichten.

Möge sie i» sich gehen, möge sie so werden, wie der Bischof selber ist, und bald wird der Friede in unsere Gaue eingezogen sein, der Friede, uni den Bischos Stepischnegg ein Gebet sprechen will, zu dem wir herzlich gerne, aber leider hoff-nungSloS „Amen" sagen!

richt haben wir eine tüchtige, junge Kraft, Mr. Colin Mackenzie, und sür Stimmbildung Mr. Albert Bach, dessen bereits in stillster Auflage erschienene Vorlesungen über musikalische Er-ziehung und Stimmbildung ebenso viel Aufsehen erregt haben, als seine künstlerisch vollendeten Gesangvortrage im Concerte, und welcher im Verein mit obgeuannten Meister» eine große Zahl junger Schüler nnd Talente ans bessere musikalische Bahnen leitet. Möge es ihnen ge-lingen, das Gespenst „Drawingroom - Musik* bald zu verscheuchen.

Große Unterstützung in diesem Sinne ge-wahren nns auch die Concerte, welche seit -l Jahren das Heckmann-Quartett ans Cöln in Edinburgh und in ganz England nnd Schottland veranstaltet. DaS genannte Quartett ist heute weltberühnit, hat in ganz Europa seltene Trinmpse geliefert und in allen Orten, groß und klein, gewiß auch in Cilli, das Verständnis für die schwierigste und zugleich vollendetste Form der Musik, den vier-stimmigen Satz, vertieft und angeregt. Das Hectniann-Quartett ist entschieden daS beste, welches wir überhaupt kennen, denn es hat auch in London die Feuerprobe bestanden, wo berühmte Geiger wie Joachim. Neruda, Strauß nnd der Cello - Virtuose Piatti ihre Quartette geben. Wenn diese etwa an technischer Meisterschaft jedes einzelnen Instrumentes, besonders aber der Mittelstii,tuten, Einiges voraus haben, so über-

Schuhcreme.

Wien, 22. December. In der am 20. December stattgefundenen AuSschußsitzuug wurde den beide» Ortsgruppen im VII. Bezirke von Wien, der FrauenortSgruppe iu Jglau, den Ortsgruppen in Gutenstcin uud Mähr. - Ostrau sür erträgnisreich« Veranstaltungen, dem' Turn-vereine in Hohenelbe sür Zuwendung eines Fest-erträgniffeS und dem Bürgermeisteramte in Hictzmg für einen Jahresbeitrag der Dank auS-gesprochen und der Bericht über daS Einlangen und die Versendung von Weihnachtsspenden der FrauenortSgruppe» WienS an die bedürftigsten Schulen zur Kenntnis genommen. WeiterS wurden eine Reihe von Vereinsanstalten. die zur Fortführung im Jahre IL8S nothwendigen Be-träge bewilligt, ferner der Fortbezug einer An-zahl von Subventionen für dasselbe Jahr ge-währt, den Schulen in Groß-Galleitt, Gutwasser und Fraueiithal die nothwendigen Unterstützungen gewährt und zur Deckung von Be-dürsnissen für den zu errichtenden Kindergarten in Deutfch-Benefchau die erforderlichen Beträge bestimmt. Der Bericht des Obmannes über die irrthflinlich erfolgte Beanstandung des Sammelschützen bei einer Festveranstaltung der Orts-gruppe im IX Bezirke von Wie» wurde zur Kenntnis genommen und schließlich zur Unterstützung armer Kinder in Nieder-EmauS, Alt-buch-Doberneq, Ober-Dubenetz, GeSna, Stiirfau, Roßwein, Schreibcudorf, Böhm.-Trübau, Wischau uud Colloredo angenommene Beträge bewilligt.

Meine Ctiromk

s D i e Ausrüstung und B e k I c i< dung des Landsturms! ist, wie der nngar. LandesverthetdignngSmiutster im Finanzausschüsse des Reichstages erklärt hat, bereits vollständig fertiggestellt.

sD a S „Vaterland" gegen L i e n-b ach er.) DaS clericale „Vaterland" behauptet, die Deutschliberalcn wollen die konfessionelle Schule als Keil zwischen die vereinigten Christen treiben und zu diesem Zwecke „vermummen sie Figuren ihres Gelichters in die Maske cleriealer Eiferer und schicken sie mit pseudo - katholischen Blättern in daS Land, wie weiland Simsoit Füchse zu gleichen: Zwecke in die Felder der Gegner jagte. Aber die List ist bald erkannt worden und Jedermann weiß heute, welche Leute hinter den „Politischen Fragmenten" und hinter dem „ReichSboten" verborge» sind." Die „Politischen Fragmente" und der „Reichsbote" sind bekanntlich Organe des erzclericalen Lien-bacher.

[ R tt f} i | ck) - P i) l c lt als Kriegs -s ch a u p l a tz.s Rapoleon l.. der sich im Jahre

ragen jene mit ihrem wunderbar beseelte» Zu-sammenspiel, ihrer liebevollen Hingabe sür die gemeinsame Sache, dem geistreichen Jndividuali-siren der von ihnen gespielte» Meisterwerke, nnd einer mit sich fortreißenden zündenden Be-geisterung Alles bisher dagewesene. Robert Heckmann ist ein Sologeiger ersten Ranges uud wahrlich „jeder Zoll ein Musiker" ; er ist der Kops, die Scele des ganzen Quartetts, obschon die ihm beigegebene zweite Violione, die Bratsche nnd das Tello durch die Herren Forberg, Alle-sötte und Bcllman» gleichfalls in hervorragender Weife besetzt sind. Die Auffassung aber, daS Eindringe» in die Compositioucn, das Heraus-finden und plastische Gestalten aller verborgen».» Schönheiten, mit einem Wort, das geistige Ele-ment, ist und bleibt Heckntann allein anvertraut, und die andern Künstler haben das hohe Verdienst, sich seinem Willen unterzuordnen und deshalb mit ihm ein sinneberückendes, einheitliches Ganze hervorzubringen, bei welchem keiner für sich glänzen will, sondern ausschließlich dem Com-ponisten das Wort läßt. Der aufmerksame Lauscher weiß uud sühlt eS genau, wann und wo Heck-mann's Zanberstab die Andern, mehr als sonst berührt und mit sich fortzieht oder zurückhält: bald ist'S bei einem von ihm angeregten Temi>o riibat", bald bei einem Kitardamlo. welches ihm Componist uud eigenes Gefühl gerade da dietireu, wo die Andern gleichgiltig hinweggeeilt wären.

1S07 mit be» Russen am Bug herumschlug. sagte über Polen: „Ich habe hier ein sünftes Element kennen gelernt, den Koch". Im Herbst nnd Frühjahr sind nämlich die augeschwvl-leiten Flüsse mit ihren meilenweit morastigen Usern ganz unpasfirbar. Im Hochsommer dagegen sinkt das Niveau der Flüsse, und die Mo-raste trockne» theilweise auf, während sie iit Der Mitte deö Winters zuirieren uno deshalb pafsirbar sind. Ei» Krieg in Polen ist also am besten zu führen in den Sommermonaten oder im Jänner und Februar, wen» Flüsse nnd Moräste zufriere», ohne daß zu große Kälte herrscht.

[A11S w e isu » ge n ans R u ß l a n d.s Sämmtliche österreichisch-ungarische und deutsche Saatsbürger, welche bis jetzt in den Kohlen-werken in Pole» beschäftigt waren, erhielten Be-fehl, binnen 27 Tagen daS russische Territorium zu verlassen. Infolge dessen stellten die Kohlen-werke „Golonog", „WarschawSkoje Obscheftwo" u. a. die Arbeiten ein.

[D i e G ä h r u n g an den r u s s ische n Universitäten] greift immer weiter um sich. Neuestens hat auch die Universität Odessa wegen Unruhen in der Studentenschaft geschlossen werden müssen. Die Studenten, tnißmuthig darüber, daß man ihnen unter der Regierung deS jetzigen Kaisers einen großen Theil der Freiheiten ge-nonimen hat, welche ihnen Kaiser Alexander II. gewährt hatte, finge» an. gegen einen Professor zu tobe», welcher sich besonders gehässig zeigte. Sie stürmten in den Rectoratssaal. dessen vcr-schlössen? Thüren siie erbrachen, rissen die Bilder von den Wänden, vernichteten sie nnd trafen sogar Anstalten, das Bild deS Kaisers zu zerreißen. An die Wände hefteten sie Proklamationen des Inhaltes: Alle Studenten müssen sich ver-einigen, lim den jetzigen Zustand abzuschaffen, alle Universitäten müßten geschlossen werden, nur aus diese Weise würde man Concessionen erreichen. Der Direktor suchte die Gemüther zu beschwich-tigen und bestellte sämmtliche Studenten aus den nächsten Tag zur Berathung. Zum Dank dafür schlössen sie den Direetor in ein kleines Gemach ein und verbarricatirten die Thüren. Am nächsten Tage wurden alle Studenten, welche sich zur Berathung in das Universitätsgebäude begaben, von Kosaken empfangen. Diese hatten die ganze Straße nnd sämmtliche Gänge der Universität besetzt. Man sühne die Studenten vor deu General-Gouverneur, welcher ihre 'Kamen notirte und ihre Karten abnahm. Man wird ihnen jetzt den Proceß machen. Richt Wenige fürchten, nach Sibirien verbannt zn werde». An den Hochschulen von Kasan und Charkow sind gleichfalls Unruhen entstanden, so daß zum Schutz dieser Burgen der Wissenschaft Kosaken aufgeboten sind.

iA ns Bulgari c u.| Nach Mittheilungen aus Rnstschuk hat die Nachricht, daß Fürst Fer-

Deitu so sehr auch vieles gemeinsame Musicircn und Probiren gewisse rhythmische uud technische Schwierigkeiten feststellen und überwinden mögen, so bleibt doch noch Manches dein Augenblicke vorbehalten, wo eS gilt, die Herzen der Zuhörer zu treffen, und Alles so klar, verständnisvoll und vollendet zn geben, das; Jeder ei» aufge-schlageneS Buch vor sich zu haben wähnt, das er müheloS lese» kann. Heckmann, dessen ganzes Wesen verräth, wie lies er sich i» seine hohe, heilige Aufgabe versenkt, findet auch iu ent-scheidender Stunde immer den rechten Ton. das rechte Maß; sein Enthusiasmus muß sich Jedem mittheilen und zugleich die befriedigende Bürg-schast geben, daß da Alles getreu und wahr, ja die unmiltelbare Empfindung ist, welche eine Ki'mstlerseele vou dem Genius in dem Augen-blicke empfangt, wo sie ihm in feinen Werken nahe ist ; dann sagt Schumann irgendwo : „vielleicht versteht nur daS Genie das Genie ganz." — Wir hörten im diesjährigen ersten Concerte iu der tjnoonLtieet-llnII drei Sätze von dem interessanten Quartett RheinbergcrS op. 117, das A-Moll-Qusli'tctt 'SchumattnS o|>. 11 Nr. 1 mit dem tief ernsten Adagio, itt welchem sich eine todmüde Seele auSspricht. ferner das frische, lustige, liebliche C'-iliir - Quartett von Haydn co]>. :J3 Nr. 3, bei dessen Finale es wie jleetrische Fitnkcu von Hcckniann'S Bogen prühte, und das Publikum in seltenen

1887

Drutfchc Wacht"

3

dinand von Bulgarien für dc» Fall, als cr durch seine Anwesenheit in Bulgarien das Hindernis für die Erhaltung des europäischen Friedens werden sollte, sich wieder in daS Privatleben zurückzuziehen gedenke, unter den Offizieren der dortigen Garnison eine ungeheure Aufregung hervorgerufen. Man beschuldigt Rußland, Ur-Heber aller Zetteleien gegen den Fürsten Ferdinand Au sein nnd hat sich demzufolge im Kreise deS OffieierScorpS das wechselseitige, Zierliche Ge-löbniS geleistet, den Versuch einer Wiederherstellung des russischen Einflusses nöthigeufalls mit den Waffen itt der Hand bis zum Icljten Blutstropfen zn bekämpfen.

Die H c i l n n g der Tuberkulose.) In den Berichten der .Academi>! do nu'Iivin«!" in Paris ist ein Referat des Dr. Hvrard, de-> Obmannes einer Commission, enthalten, die vo.i der Aeademie zur Prüfung eines neuen Heil-Verfahrens niedergefeht worden ist. ES handelt sich um die von Dr. Garcin angeführten Heil-Wirkungen der Eiuatbmunge» von Fluorwasserstoffsäure bei Tuberkulose. Der Autor beginnt mit der Erinnerung an die Thatsache, das; Arbeiter inGlasgraviriverkstättei», die täglich mitte» inFluor-lvafserstofsdänipscn arbeiten, davon nicht nur uicht belästigt sind, sondern selbst eine bedeutende Er-leichternng beim Einathmen dieser Dämpfe fühlen, wenn sie schwachbrnstig oder von Tuberkulose bedroht sind. Andererseits ist es sicher, das; Fluorwasserstoffsäure ein mächtiges Antiseptikum ist, vielleicht da» stärkste vou allen. Die ent scheidende Frage war aber: Ist Flnorwass.r-stoffsäure antibacillär, das heißt vernichtet sie die Tubcrtelbacillen? Diese Frage wurde durch eine Reihe von Versuchen des Herrn Hippolyt Alartin gelöst, welche die autibaeilläre Wirknng derFlnorwasserstosfsänre bewiesen. DieAnwendung de^ Gases, die sich auch bei Diphtheritis be-währt hat, erfolgte, indem man rund um dtii

die Erblichkeit der Präsidentschaft in Frankreich be-schlössen »verdcn sollte, ist für alle Fälle reichlich vorgeforgt. Sadi Earnot wird nämlich demnächst nicht nur wieder Vater, sondern auch Groslvater. DaS ist doch da>s Acuberste, was die Republik an Sorge für den Nachwuchs von ihrem ersten Bürger verlangen kann.

jD e r P a p stj hat anläßlich feine» Jubiläum» bis je tu über uO,00O Flaschen Champagner erhalten. Nicht übet!

Kranken Flnorwasserstosfd impfe

erzeugte. Die

ersten Wirkungen dieser Behandlung waren die Rückkehr des Appetits, das Verschwinden der Nachtschweiße. Mäßigung des Fiebers uud Zu nähme de§ Körpergewichts. Der Husten wurde minder hartnäckig, der Auswurf hell, die Baeillen wurden weniger und verschwaudeu schließlich ganz. Endlich wurde die Lungeneapacilät erhöht, d. h. die Fähigkeit der Lnnge, Lust aufzunehmen. Von 10<> Kranken wurden 35 geheilt, 41 ge bessert, 14 blieben stationär, 10 starben. Hvrard glaubt, sagen zu können, daß Tuberkulose, wenn sie nicht zu weil vorgeschritten ist, durch das neue Verfahren geheilt werde» kamt.

[£> t c Hoffnungen Sadi Earno t'S.^ Eine Voraussicht, wie sie der neugewählte Präsident der französischen Republik, Sadi Carnot, bethätigt hat, steht ohne Beispiel in der Geschichte. Weint je

Jubel ausbrach. Int zweiten Eoueerte wurde uns ein Andante uud überaus pikantes Scherzo aus einen» Quartett von Gernsheim (oj>. 51, K-iiu ) gebracht und eines der große»» letzten Onartettc Beethovens, >ip. l 30, B-dur, iu wahrhaft entzückender Weise vorgespielt. Wie nie Erlebtes zog dieses grandiose Werk an uns vor-über, oft mit der Macht eines Orchesters und dauu wieder mit der einer einzigen menschlichen Stimme wirkend; das letztere gilt in erster Linie von dem Andante uud der Caoatina, die wohl noch Niemand so schön gespielt hat, »vie Heck-mann mit seinen College». Heckmann spielte auch an diesem Abend mit großer Wärme uud Virtuosität die Einleitung und daS Andante von Bruch's Violin-Eoneert in C-moll, welche enthusiastisch aufgenommen wurden. Wir. Albert Bach fang die Serenade und das Champagnerlied aus „Don Juan" in italienischer Sprache, dann Schubert's „Doppelgänger" und „Erlkönig", so-wie Sieginund's Arie „Winterstürme wichen dem Wonnemond" aus Wagner'S „Walküre" mit seiner schonen, trefflich geschulten Baß-Bariton-stimme, nnd er mußte über stürmisches Verlangen zwei der genannten Nummern wiederholen, was uns besonders vou der Wagner'fche« Arie über-raschle und ein Beweis war, daß die Schotten bildungsfähig sind und auch an Wagner'S, ihnen noch ganz ferne stehender Musik, wenn sie schön gesungen und gespielt ivird, Geschmack finden

urci .

|2>tt Stärke deö Sch lafeS.^ Die mo- ! derne Wissenschaft hat bei Untersuchung der Ursachen ; deS Schlafes einige interessante Thatsachen festgestellt. Professor ikohlschütter hat mittels eines Schall- ' pendels von rcgulirbarer Schallstärke die Tiefe des Schlafes gemessen; die zum Erwecken des Schläfer» j erforderliche Schallstärke gibt ein SHafe sür die Tiefe des Schlafes. Man fand, daß die Tiefe des Schlafes in der ersten Stunde zunimmt, am Ende der ersten Stunde ihr Maximian erreicht, nach anderthalb ' Stunden aber schon auf ein Viertel, zwei Stunden , später auf ein Achtel deS MaximalwcrtheS gesunken i ist, und datz der Schlaf dann in den letzte» Stunden vor dem Erwachen einen gleichmäsiigen, jedoch nur seor geringen Jnleusi.ätögrad beibehält. Eine andere Beobachtung, mittels Pttlentoferö RefpirationSapparat genauer festgestellt, ist die, dast wir von dem in 2 i Stunden eingeathmete» Sauerstoff zwei Drittel während des Schlafens und nur ein Drittel während des Wachens einathmen. Trotzdem ist die Menge der Kohlensäure in der auSgcathmeten Luft während des Schlafes um ein Viertel geringer als während dcs Wachens. Während des Schlafes findet somit eine starke Aufspeicherung des Sauerstoffes statt.

sEinHeiliger.derGehaltbeziehts, ( ist gewiß eine wunderbare Erscheinung, die allerdings verständlich wird, wen» man hört, dasi dieS in Brasilien passirt. Wie die in Rio erscheinende „Allg. D. Z." schreibt, wird dort an den heiligen AutouiuS, oder vielmehr, wie er itt diesem Falle officiell heisst, an den Toin-utt1-I> >■• i'arift ] flo «seritilo bfuzil'uro » ^litrioso StnU» Alitiuio ,dcn Ehren - Oberst - Lieutenant der brasilianischen . Armee, deit glorreichen heilige» AutoitiuS) die Summe von U lO.'HMj Dollars ausgezahlt, welche ] jedesmal der Prior des Klosters auf dem Morro , dc oatito Antonio für den Heiligen in Empfang nimmt. Auf welchem Wege nun der Prior dcmHciligcn daS Geld zustellt, darüber ist nichts Näherei bekannt.

jE i n neues a m c r i k a » i s ch c ö G a u-»erstü<f,| bei welchem merkwürdiger Weise Zahl-kellner die Geprellten find, wird folgend«r»tas>cn erzählt : Ein eleganter Herr tritt in das ReftauralionSloeale. ^ nimmt an einem Tische Platz, wo cr der Beobacht tung der übrigen Gäste niöglichst wenig exponirl ist, ißt und trinkt und bezahl» fchliesjlich mit einer Hundert-Dollar-Note Der Zählkellner bringt den Rest des Geldes, erhält ein ansehnliches Donceur und der elegante Herr entfernt sich Räch Verlauf

können. Am 21. November hätte ein dritter Kaminer-Musikabend stattfinden sollen, doch mußte das Eonccrt, iu welchem unter Andernt auch daS e-:uoll-1.'.io. op. 10 l. von BrahmS mit della Torre am Clavier im Programme stand, abgesagt werden, da dem Heckutann-Quartelt nnd den» Sänger M. Bach die Ehre zn Theil wurde, von der Königin von Ettglattd aus ihr Schloß Bal-»»oral in Schottland berufen zu werden, nm an demselben ein Hof - Eonccrt zu gebe». Alan »vählte für das Programm einige sehr interessante, schöne 3ätjc aus Quartette» von Dittersdorf, Haydlt, Alozart und Beethoven i Herr Heckmann spielte die Jutroduction t»»d das Andante ans dem Bruch'schen Violiu-Eoneert, und Mr. Bach sang, außer Schurnantt'S „Wanderlied", über ausdrücklichen Wunsch der Königin „Die beiden Grenadiere" desselben Meisters. Nach der Pro-duction wünschte die Königin die Herren Heck-mann und Bach zn sprechen und sagte beiden Künstlern unschönsten Deutsch sehr schmeichelhafte Worte der Anerkennung und des Dankes, aus welchen mau ihre Freude au guter Musik ersehen konnte. Dies ist dem englische» Volke ein neues Beispiel, daß man die Musik und die Knust, selbst iveuit mau taufend andere Pflichten nnd Sorgen hat, ernst nehmen nnd nicht blos als Zeitvertreib betrachten soll.

einer Viertelstunde fängt ei» anderer, nicht mi^er elegant gekleideter Gentleman, der ebenfalls allein a» einem Tische sitzt, sehr heftig zu klingeln an. Die Gar onS stürzen dienstbeflissen zu ihm, in der Er-Wartung, von dem Herrn, der viel Durst und einen trefflichen Appetit zu besitzen scheint, wieder einen - Auftrag zu erhalte». „Den Zählkellner!" herrsch» er sie an. Der Zählkellner ersä>einl. „Wie lange soll ich noch warten, bis Sie mir den Rest bringe» ?" j erkundigt sich der Gast, ein wenig indignirt. „Den Rest?" — „Ich habe Ihnen doch mit einer Hundert-Dollar-Note bezahlt; aber nun beeilen sie sich etwas, denn ich habe keine Zeit mehr!" Der Kellner ist so perplex, wie noch nie in seinem Leben. Er wendet ein, dab sich der Herr irre, uud eo entsteht ein Seandal, zu dessen Beilegung der Wirth geholt wird. Der Gentleman erzählte diesem gelassen, daß der Zählkellner ein Betrüger sei, desgleichen es keinen mehr auf Erden gebe, und fordert den Wirth auf, er »löge veranlassen, das; der „Schwindler" ihm endlich sein Geld gebe. Der Kellner betheuert aufs Neue, dab er vou diesem Herrn überhaupt noch kein Geld erhalten habe. Ueber diese ..Frechheit" geräth der Gast auszer sich; plötzlich greift er nach seiner Brieftasche: „Zufällig notire ich mir Nummer und und Serie jeder gröberen Note." Er blättert in dem abgerissenen Notizbuche. „Scheu Sie, diese Noten habe ich heute mitgenommen" (er nimmt attS einem Fache mehrerc andere Noten), „eS febll mir. wie Sie sich hier überzeuge«» können, eine Hundert-Dollar-Note, welche Nr. . . . und Serie . . . trägt; diese muß dieser Betrüger haben!" Der Zahlkellner erbleicht. „Ich habe heult überhaupt nur eine Hundert-Dollar-Note von einem Gast empfangen." . . . „Wo ist der Gast? . . . „Er ist schon fortgegangen." Sie reden sich sehr ungeschickt auS, mein Lieber", höhnt der elegante Herr, „bille, zeigen Sie doch die Note, die Sie von Ihren» unbekannten Herrn empfangen haben!" Der Kellner gehorcht der Auffordc.'ung — die Hundert-Dollar-Note trägt wirklich die von dem Gaste angegebene Nummer und Serie. Damit ist es bewiesen, dab der Kellner ein Betrüger ist. — Das Gaunerstück soll seinen Erfindern sehr viel ein-getragen haben.

[K r i e g 3 l> e r e 11 s ch n j t.] xanzleitath (Vater von vier unbegebenen Töchtern): „Also, Kinder, ich habe Euch eine »vichtige Mittheilung ju machen! Der Herr Hauplmann Müller wird heul' Abend seilte Aufwartung machen. Derselbe scheint enstlich Sturm lausen zu »vollen. ES wird daher gut sein, wenn Ihr die nöthigen Vorbereitungen trefft." — Die jüngste Tochter (Backfisch): „Aber, Papa, Du »virst uns doch nicht alle Vier auf einmal in'o Tressen führen? ES würde dem Herrn Hauplmann doch sicher weit »nchr imponiren, wenn Du ihm zuerst die Linie, dann die Landwehr, daranf den Landsturm und schließlich erst die Ersatzreserve enlgegenführtest, »vie dies beim Militär Sitte ist."

Atasirtcs und Zlugtasil tes aus Krain.

lCnlturbilder von Einst und Jetzt./

Wenn ich in nachfolgenden Zeilen von Ölst* sirtcm und Unglafirtcm in Krain sprechen will, so meine ich die Thonwaareniudustric,- wie sie sich in diesem Lande die Zeiten her entwickelt hat, und iveuu ich dann, wie eS »»eilt Stoff mit sich brachte, von thönernen Füßen sprechet» würde, so könnte ich nur die oer „Reindeln" meinen, ivie sie noch auf jenen Herden im Lande »md ab und zu auch uoch in alten Stadthäusern von Laibach zu findet!sind, aus denen, »och das ..offene Feuer" brennt und vo>» denen allen Nauchfängen zum Trutz, bei anständigem Scirocco der drenz-liehe Nauchgeruch auf Gänge und in Zimmer

dringt! . .

Die Entwickelung der Thonwaarentndttstrte reicht in Krain weit in die prähistorische Zeit zurück und ist, »vie uns ein vergleichender Gang über den Jahrmarkt und dann durch die Hallen unsere» neuen Museums „Rudolfinnm" belehrt, die noch heule erhaltene Form deS sog. eerni piSker deS unglafirten, mit Graphit geschwärzten ..Hefen" der Bauern indentisch mit den Formen der auS den prähistorischen Grabstätten bei Waatsch, St. Margarethe»» u. f. w. auSgcgrabeueu schwarzen Urnen aller Größen.

Die überraschende Fülle und Schönheit diese prähistorischen Urnen in Krain ist »vohl dem ans-

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» sDer Schuster vonKafchau.f Bei Gelegenheit feiner jüngsten Anwesenheit in Wien füllte der Bischof von Kaschau den Meldzettel in folgender Weise aus:

Konstantin Schuster Bischof von Kaschau.

In den Fremdenlisten war nun am nächsten Tage unter den Angekommenen zu lesen : konstant:» Bischof, Schuster von Kaschau.

fN a ch dem Essen i tt einem vor nehmen G a st h o f f.] Gast : „Kellner, zahlen!"

— Kellner: „Eine Suppe 45, ein Fleisch garnirt 1,50, ein Omelette 2,80, Wein 3,80 . . . bitte, waö haben Sie noch ?" — Gast (dumpf) : „Hunger 1*

[A u ü dem Lebe n.j Der Doktor (NachtS herausgeklingelt, zum Fester hinaus): „WaS gibt'S denn, iver braucht mich zu so nachtschlafender Zeit?"

— Bote: .IesseS, Herr Doktor, kommen'S schnell! Im Spital drüben liegt Einer, der kann nicht sterben!"

Locates und Wrovinciateü.

Cilli, " t. December.

jD c r d e » t s ch e V c r c i n in C i l l i] hält, wie wir bereit« gemeldet, Dienstag den 27. d. eine Vollversammlung ab. Nach den voin Vorstand getroffenen Bestimmungen findet die Versammlung im Gasthos „Zur Krone" statt, ist öffentlich, d. h. es haben auch NichtMitglieder Zutritt, und beginnt um 7 Uhr Abends. Sollte um diese Zeit die beschlußfähige Anzahl von Mitgliedern nicht zugegen sei«, so wird die Versammlung um 8 Uhr eröffnet, und ist dann unter allen Umständen beschlußfähig. Aus der Tagesordnung stehe»: der Jahres- und der Caffebericht, ein aus den Prozeß deS Herrn Reichs vaths. Abgeordneten Dr. Foreggcr contra „Südst. Post" bezüglicher Antrag des Bor-standeis, Neumahl des Vorstandes und Allfällige Anträge. Wie Herr Dr. Foreggcr dem Vorstand mittheilt, muß er leider darauf verzichte», der Versammlung des Deutschen Vereins anzuwohnen: er krankt an den Folge» einer Erkältung, welche er sich ans der letzten Cillier Reise zugezogen hat. Der Vorstand gibt sich trotzdem der Hoff--nung hin. das; die Versammlung recht zahlreich besucht sein werde.

sD i c Svlvesterfeier i in Cillier C a s i n o) dürste heuer die Besucher ganz besonder» befriedigen. Ein gewähltes Mnsikpro-granun, eine außerordentlich reich ausgestattete Tombola, und Tanz zu rechter Zeit werde» die Mitglieder ohne Zweisel in die heiterste Stim-mung versetze». Die Tanzleitung hat Herr Baron Falke übernommen. i

uv noch diesen Schrit f."] Das elericale „Grazer VolkSblatt" gelaitgt in einer Besprechung der vorgestrigen Debatte des Land-

„Deutsche Wachs

tages über Erziehungs » Angelegenheiten zu der Anschauung, daß sich die Redner von links ans die Defensive beschränkten, uud erblickt hierin ein halbes Entgegenkommen. Ferner sagt es wörtlich, daß aber die Liberalen doch noch werden „einen Schritt weiter gehen und zugeben müssen, die gänzliche Unabhängigkeit der weltlichen Schul-Erziehung von der Kirche und die Degradirung der Religion zum bloßen Lchrgcgenstaude seien nicht mehr haltbar. Nur noch diesen Schritt", so schließt daS Blatt seine Ausführung, „und dann machen wir Frieden." — Wir haben von nnserem Standpunkte hierauf nur eine Antwort, nnd diese ist ein sehr entschiedenes „Nein!" Die Begründung derselben findet sich in nnserem heutigen Leitartikel.

>D i e ..Süd st. kP o st"] bringt immer wieder die Unwahrheit vor. Herr Dr. Foregger hätte wegen der gelegentlich seiner Mandats-Niederleguug erhobenen Verdächtigungen nur sie, die „Südst. P." uud nicht auch die „Wiener Allgemeine Zeitung" geklagt, aus welcher das Pervakenblatt seine bezügliche Nachricht geschöpft hatte. Um diese eigenthümliche Kampfweise ge-bnhreud würdigen zu können, muß man sich erinnern, daß Herr Dr. Foregger unter dein Eide ausgesagt, daß er nicht nur die „S. P." sondern auch die „Wr. Allg. Ztg." geklagt, und ! sich zur Zurücknahme der Klage gegen die letztere nur durch ihre sowohl privat als öffentlich vor-gebrachte Abbitte veranlaßt gefühlt hat.

sZurWahl desDr.Sernee in den LaIIdtagj haben wir einige den Thatsachen entsprechende Bemerkungen gemacht, die in der hiesigen russischen Kanzlei offenbar eine sehr ge-reizte Stimmung erzeugt habe». Die Tliatsache, daß man bei den llnvahleu nur mit Müde und Noth die zur Constituiruug der Wahlcommissionen erforderliche Wähleranzahl zn Stande brachte, steht der „Begeisterung", mit der die Candidatur des Herrn Dr. Sernee ans dem Lande ausgc-»online» worden sein soll, freilich recht sonderbar gegenüber. Wir haben seither noch allerlei andere interessante Vorkommnisse erfahren, auf die wir zur gelegener Zeit ganz gewiß zurückkommen werden. In einer nicht sehr artigen Korrespondenz, die wohl in der russischen Kanzlei versaßt worden sein dürste, versucht s die „Südst. P.", unsere Behauptungen zu entkräften, macht Regierung, Wind, Wetter und weiß Gott was «och alles sür die TheiluahinSlosigkcit bei den Ur-wählen verantwortlich. Unter Anderem findet sich auch folgender Satz vor: „Wir erachten je-doch diese Angriffe (!) nicht für werth, sie auch »nr mit einer Silbe zn beantworte»." Diese i Bemerkung steht mitten in den hundert und drei Zeilen, mit welche» unsere ..Angriffe" bekämpft werden. Das ist wahrschei»lich jungrufsische Logik.

1887

f„S lovenSki GoSpodar"s schreibt in seiner letzten Nummer: In Kärnten ist jeder 24'1. Mensch taubstumm, und doch haben die Teutschliberalen an diesen OHM Kerlen noch nicht genug, denn sie schieben den wendischen Kindern noch immer daS Deutschthum in den Mund, waS gerade so viel ist, als ihnen den Mund versperren, wenigstens für einige Zeit. . DaS Deutsche erlernen sie nicht, das Wendische vergessen sie.. . Ein reines Wunder, wen» aus diesen Schulen „nicht lauter Trotteln (tepee) hervorgehen."

sG e m e i n d e w a h l in Sauerbrun n.] „Slovenski Gosp." hetzt iu seiner Weil)nachts« numnter gegen die deutschfreundlichen und deut-scheu Wähler der Gemeinde Sauerbrunn. Das Blatt schreibt: „Die Gemeinde Sauerbrnnu hat am 28. Dezember die Gemeindewahl. Es ist nicht einerlei, wer in der Gemeinde die Majo-rität hat, ob k a t h o l i s ch e C h r i st e n oder Feinde der k a t h o l i s ch c lt Kirche und der Slovenen. (Immer dieselbe elende, verlogene Taktik!) Wähler! an euch ist es, Ge-meinderäthe zu bekommen, die sich um euere Interessen annehmen, und euch nicht eine deutsche Schule ausdrängen werden. Kommt, thut euere Pflicht, für Gott uud die Nation." — Der Hirtenbrief des Bischofes hat, wie man sieht, in der Redactionsstube des Blattes — wo bekanntlich nur Geistliche sitzeil — also vorläufig noch nicht große Wirkung gehabt. Was kümmern diese Leute die Friedensliebe des Bischofes und fein Hirten brief!

(A n s d e r F r i e d a n e r G e g c n ds wird dein Bauernhetzblatte geschrieben, daß der Be-zirksschulrath daselbst alles Mögliche aufbieten werde, damit dort überall Lehrer angestellt wer-den, „deren Herzen für die „Nation" schlagen." Dürste eine nette Gesellschaft zusammenkommen im Schulbezirke Frieda». Glücklicherweise ist dafür gesorgt, daß die russischen Linden nicht in den Himmel ivachseu.

Verkehrs st öruu g.J Infolge äußerst heftiger Schneestürme im Karstgebirge wurde ge-stem der Verkehr ans der Bahnstecke Laibach-Trieft eingestellt, heute jedoch wieder eröffnet. Gestern laugten alle Züge mit beträchtlicher Ver-spätuug an, so der Conrirzng statt um 2 Uhr 2U M. Morgens, um 11 Uhr 14 M. Vormittags, der Triester Eilzng statt um l Uhr 18 M. um !t Uhr 12 M.. der Seeundärzug von Miirz-Zuschlag statt um 9 lUir 4<> M, um 12 Uhr M. Nachts. Der Wiener Postzug, der um 10 Uhr 25 M. Vormittags fällig ist. verspätete sich um eine Stunde und 16 Minuten, und der Triester Postzug traf statt um b Uhr 37 M. Nachmittags, erst wenige Minuten vor 7 Uhr Abends ei», u. f. w. Ganz ausgeblieben sind der Nachtpostzug vou Trieft und der gemischte

Valvasor nennt in seiner „Elire des Herzog-thums Krain" (1689) als besondere Stätten der Töpferei die Ortschaften: Dvlnjeavas, Goncavas, Hernatfcha, Nemshkavas, Otanezah, Pergorica (in Unterkrain), den Flödniger Boden (in Cöer» krain). dessen Töpfern „daS Lob zugeeignet wird, daß sie im ganzen Lande das beste irdene Ge-schirr machen", dann den Ort Horjul bei Ober-laibach, das, wie er betont, viel Hafner zu Einwohner» hat, „weil eS einen ausbündig guten Hafner-Leimen daselbst gibt."

Der bekannte „Reisende" des l8. Jahr. Hunderts, Benedikt Franz Hermann, schreibt in seinen Briefen aus Krain (Wien 1781): „In keinem Lande gibt es vielleicht verhältnismäßig so viele Hafner als in Krain. Die meisten Ge-schirre, die sie ausführen, sind sogenannte schwarz.' Geschirre und bestehen größtenthals in Töpfen. Dieses Geschirr wird am häufigsten uud besten bei Komnienda in der Pfarre St. Peter (bei Stein) verfertigt. Die übrigen Töpfer sind im ganzen Lande zerstreut; sie machen Oesen, Töpfe, Krüge, Schüsseln k. Vorzüglich wird zu Groß-gallenberg (bei Zwischenwässern in Oberkrain) viel davon verfertigt.

Neben diesen bäuerlichen Töpfereien gab es zu Ende des vorigen Jahrhunderts aber auch schon in der Stadt Laibach drei größere „Hasne-reieit" (wie dies aus Aufzeichnungen des Archivs

gezeichneten Thonmateriale dieses Landes zuzn-schreibe», welcher Umstand denn auch den prak-tischen Römer, als er Herr dieser Gegenden ge-worden, bestimmte, an verschiedenen Orten große Töpfereien zu errichten, deren einige in ihren Resten in dem Umkreise der alten römischen Niederlassung in Dernovo bei Gurkfeld (in Unter-krain) aufgesunden wurden.

Der geistvolle und scharfsinnige Beobachter und Vergleiche?, Custos Deschmann, bezeichnet es mit Recht als eine ausfallende Erscheinung, daß noch heutzutage in den bäuerlichen Töpfereien von Altendorf im St. Bartholomäer Felde, nicht weit entfernt von Dernovo, mitunter Thongeschirre von überraschend schöner Form, wie man solche anderwärl» in Krain nicht findet, verfertigt wer-den. Die von dort in den Verkehr gefetzten Töpfe für den gewöhnlichen Gebrauch in der Küche sind roth gebrannt. waS anderwärts bei Küchentöpfen in Krain nicht der Fall ist; auch sind sie vou mehr gedrungener bauchiger Form, den rothen offenen Aschenurnen der Römergräbcr auffallend ähnlich. Es hat sich also die Thon-Waarentechnik der Römer im Lande Krain bi» zur Stunde erhalten.

Schon im Mittelalter waren es gewisse Ort-schasten in der Nähe von Laibach, in Ober- und Unterkrain, iit denen sich die Laudleute mit Vorliebe dem Handwerke der Töpferei zuwendeten, so namentlich zwischen Laibach nnd Stein, wo

auch heute noch eine Menge „Bauern-Töpfereien" bestehen, in denen Alles, was zum Hanfe gehört, bei der Arbeit zugreift bis zum Verführen der fertigen Waaren (auf Leiterwage» in Heu und Stroh wohlverpackt) nach den näheren und ferneren Marktplatzen; dann in Oberkrain, im Lackerboden, wo die einstigen Herren, die Bischöfe von Frei-singen, die Zunft der Hafner mit ansehnlichen Privilegien ausstatteten, und in Unterkrain, in der Goischee und im Reifnitzer Gebiete, sowie auch anderwärts da und dort. Gewerbeinspektor Dr. Valentin Pogatschnigg hat in seinem Be-richte*) ein ebenso anschauliches als lehrreiches Bild der kraiuischen Hausindustrie in Töpscr-waaren vou heute entworfen.

AuS dem Mittelalter haben wir in Krain in der, wenngleich längst außer Gebrauch gesetzten, ehemaligen Klosterkirche der Kalthäuser in Pleter-joch (in Unterkrain) an der Mittelhöhe der inneren Wände thönerne Gesäße eingesetzt, erhalten, Schallgesäße gegen daS Verhallen der Stimme, wie sie nach dem Muster der Griechen nnd Römer in mittelalterlichen Kirchen Deutschlands, Däne-markS uud Schwedens nicht selten Anwendung fanden. Professor v. Luschin, der dieselben in Pleterjoch entdeckte, schreibt, daß das Landvolk in der Umgegend vonPleterjoch sie Stimanee nenne.

*) Aus welchem einzelne Theile in der „D. 23." seinerzeit veröffentlicht wurden.

T7TTT

Zug. — Heute hatten fer Wiener Eourirzug eine Verspäterung vou 23. der Triester Eonrir-zug eine" solche vo» 11 Minuten, der Triester Rachlpostzug kam erst um 3 Uhr >5 M. an, und der Wiener Rachtpostzug stall um I Uhr 36 M. um -t Uhr .'»4 M.

jL o c a l b a l» » C i l l i - S ch ö n ste i » -Wöllan.j Ueber das Project dieser Bahn-linie hat der EisenbahuauSschujz des steierm. Landtages einen Bericht versasst, ivelcher in einer der ersten Sitzungen uach der Wiedereröffnung zur Berathung gelangt, Uiid im folgenden Au-trage gipfelt: „Dem Herrn Daniel von Lapp, Eiseubahnbau-Uiiternehmer und Bergiverksbesitzer, und Herrn Eduard Klemensiewiez wird sür den Bau und Betrieb einer normalspnrigen Local Eisenbahn vou Eilli über Schönstem nach Wöllan g.mäß dem vorliegenden Pla :e mit den Stationen Pletrowilsch. Sachscnseld, St. Peter, Heileustein, Ritzdvrs. Schöllstein. Wöllan nnd der Hallstelle Packtbal, inelufive der »ohlenbahu nach Skalis eine Subvention ans Landesmitteln im Gesammt betrage vo» 17i,oöüsL, zahlbar iu zehn Jahres raten, u. zw. mit jährlich 20,000 fl. iu den erste.« fünf Jahr.» nach der Bel.iebSerösfuuug der ganzen Bahn, und mit jährlich 15,000 fl. iu den darauffolgend«» weitere» fünf Jahre» unter der Bedingung zugesichert, das; der Bau der Bahn uach den vou der k. t. Geueral-Jn-speelion der österreichischen Eisenbahnen geprüften und genehmigten Plänen in« Jahre > mss begönne» und dieselbe längstens nach zwei Jahre» in Betrieb gesetzt werde." — Die Linie Cilli-Schön« stein-Wöllan wird die erste der Lokalbahnen sein, welche i»l »ächten Jabre gebaut werden.

sEanonicuS Dr. Gregore es ist wie unseren Lesern bekannt, mit EanoilicuS 5t l u u nnd den übrigen slovenisch gesiuuteu Abgeord-netea aus Krain feil einigen Äionalen schon ini Streite. Man beschuldigt sich gegenseitig der Lüge uud Verdrehung und dergleichen mehr. Der Kleine von Renkirche» hat aus die letzte, im „Slovenec" erschienene Erklärung der slove-nisch gesinnten Abgeordneten ans Krain und Trief», welche Gregorec als uilausrichtig. und verdrehfüchtig hinzustellen bestrebt ist, dem „Slo venee" eine Berichtigung eingesendet. Da diese Berichtigung nicht gebracht wurde, klagte Dr. Gcegoree de» „Slooeuec", dessen Redacteur vorgestern zu 10 sl. Strafe und zur Aufualime der Berichtigung verurthcilt worden ist. Dr. Gregor« schreibt in dieser Berichtigung: . . . . Die slovenischen Abgeordneten Pokliikar, Schukele, Pfeifer, Kluu, 3!abergoj, Toukli, Hren uud Ferjaneie veröffentlichten gegen mich eine Erklärung, in der sie behaupten, das; mein Reichsraths - Rechenschaftsbericht in Pellau „i u der That m eist u n iv a h r >» u d mit Ueberleg« «g verdreht w a r." DaS

der Stadt Laibach hervorgeht). Die eiue davon, errichtet voll dem Italiener Syloa, war eine Weiszgeschirrfabrik, die sich der besonderen Protektion des eminenten Mäcens und Förderers jedes heimathlichen Aufschwunges, des weit über Kraius Grenze» hinaus als Gelehrter u»d stmist-freuud sowie als Großindustrieller bekannten nud berühmte» Siegmund Freiherrn von Zois er-freute. Als Sylva starb, übernahm Zois die Weibgeschirrfabrik auf eigene Rechnung uud bc schäsligle darin im Jahre 1 cJOd die sür jene Tage ansehnliche Zalil von fünfzehn Arbeiter», „welche die großen Bestellungen kaum bewältigen konnten, die der tüchtigen, solide» uud schöne» Arbeit aus dem Auslande zukamen." Baron Zois erhielt, da cr in seiner Fabrik alle möglichen Versuche anstellen ließ, u. a. auch durch den um die Aus-deckllng der Adclsberger - Grotte vielverdienten Ritter vou Löwcugreif in Adelsberg „geschlemime Grottenerde" zur Probe eingeschickt, doch eröffnete k dem Einsender unter Bezeugung seines be-sonderen Dankes sür seine Aufmerksamkeit: „die Erde ist nach Aussage der Arbeiter aus der Dreh scheide uud Modellirbank beinahe nilbezwingbar, weil sie gar zn leimig ist, selbst mil unserm weißen Thon von Selzach i» Oberkrain gemengt, war die Paste schwer zn traetiren".

Heute weist der Laibacher Markt an Thonwaaren heimathlicher Provenienz neben den Ei-Zeugnissen der Landtöpfer die schönsten Produkte

wolle» sie beweise», doch ihre Beweise sind v o l l k o in nt e n unbegründet und u u iv a h r, uud ich bin bemüssigl. jetzt in dieser Angelegenheit mit eitler entschiedenen thatsächliche» Berichtigung zu erwiedern. Bor Allem ist es ll n w a h r, daß ich jemals den Bericht des „Slovensti Rarod" als wahrheitsgetreu bestätigt hätte, da ich ihn nicht einmal ganz zu Ende gelesen habe (!)" — Herr Dr. Gregorcc such! iinn Satz für Satz der „Erklärung," die sich auf die Borgäuge bezüglich der Er.lcunung eines womöglich slavisch - nationalen Bischofs für Körnten beziehen, zu widerlegen, nnd erklärt Alles für verdreht »nd erlogen. „Ich wider-lege nnd protestire gegen die Erklärung der slovenischen Abgeordnelen, welche mil so vielen erwiesenen Unwahrheiten ausgestaltet ist, als Memch. Abgeordneter nnd Priester gerade so «neidisch, wie gegen dc» unwahren »»gerechten uud beleidigende» Brief i» Rr. 236 des „Slo-ve»ee." Im Uebrigen klagt Dr. Gregorec anch noch Herrn Klu» beim Landesgerichte in Laibach wegen Eh enbelcidiguug.

jD i e B e Z i r k S v e r l r e l u n g W i n d.-Fe i st r i tz> soll d..i Beschlusi gefaßt .>aben, dem Papste eine Glückwnnschadress.' durch drei Äiil-glieder derselben überreichen zn lasse».

jF i u a » z ie l l e S a u S L a i b a ch.j Es ist eiue bekannte Thatsache, das; sich die Peroa-ken in Bezug aus Gclda.igclegen'neite.t nur dann als tüchtig erweisen, wenn es sich um die eigene Tasche bandelt: das Talent dagegen, auch sür öffentliche Geldangelege iheilen ersprieSlich zu wirken, fehlt ihnen. DaS sieht man au der Geld-gebahrung der Stadt Laibach wieder einmal selir gnl. In einer der letzten LaudlagSsitzuugen haben die deutsche» Abgeordnete» den 'Rachweis ge-liefert, daß die Stadt Laibach jetzl eine schlechte, ja geradezu unverantwortliche Wirthschaft in finanzieller Beziehung treibe. fl. seien

»»nöthiger Weise verloren gegangen, .">000 fl. betrage der jährliche Zinseuverlnst, 10.nl» st. habe man fast „leichtsinnig" ereditirl u. s. w. Verlege,l'aeits ^ Bürgermeister Graselli musite z» all dem schweigen, er war über diese Bagatellen „nichl iusormirt." Reite Zustände!

jEiu neue slavisches Blatt.] Da die „Slovencn" nur sür neue Uiiternehmun-gen eine Zeit lang Interesse zeigen, wird der „Slovan", weicher uch in wenigen Jahren zn Tode gelebt Hat, im nächsten Jahre nicht mehr erscheinen, au seiner Stelle aber ein neues Blatt, „SlovauSki Svet." die „ Slowenische Welt," herausgegeben werde».

|D e r Lande S schul r a l h s ü r G ö r z uud G r a d i S k a | hat, wie der Triester „Osservatore" meldet, über Antrag deS Abge-ordneten Gaffer als Vertreters des Landesans-schnffeS beschlossen, das, an allen VolkSschnleu

moderner Thonwaarcnindnstrie ans, welche die Lai-bacher Fabriken des Herr» Drelfe liefern.

Begegnen wir unter den Töpferwaarcn der krainifchen Hausindustrie deu verfchiedensteil Gal tungen ordinärer nnd besserer Thonwaaren, Häfen, Schüsseln diverser Form nnd Größe», gla>in und uuglasirt. deSgleicheu „Neiudelu" u. s. w., und an Kinderspielzeiig die abeuleuer-lichsleu Thiersormen, die schier an heidnische Idole erinnern, gleichwie die Klapper.öpfchen ihren ältesten Muster» aus de» Psahlbauleusuuden noch ähneln, so entsprechen die Leistungen der genannten Fabriken in altdeutschen Oefen, iu Thou-Email sür Badewannen und dergleichen, den Anforderungen des kunstgeläuterten Ge-schmackes unserer Tage wie nicht minder den Aiiforderuiigc», welche die moderne Technik dieses ÄllnstiildustriezweigeS stellt.

Ma» sieht aus dieser kurzen Skizze über deu Entwickelungsgang eines wichtige» Zweiges der VolkSwirlhschaft im Lande Krain einerseits, das; das tresslichste Materiale sür die Keramik in Krain vorhanden ist, und anderseits, das; es nur der richtige»! Führung uud Anleitung bedarf, um diese Techuik, die seil den ältesten Zeiten im Lande sozusagen autochton ist, bis zu der erreich-bar größtmöglichen Vervollkommnung zu brin-

gc»! . .

der Granchasl Görz uud Gradiska die deul>che Sprache als obligater Gegenstand zu lehren sei. Zn Anbetracht deö Umslandes, daß die Roth-! wendigkeit der deutsche» Sprache dort viel weniger j i» die Auge» springt als hierzulande, empfehlen ! ivir diesen Beschluß unsere» Rußliuge» zur be-i sondere» Würdigung.

jDas Messe r.) Der BesiizerSsoh» Johann

! Dworschat aus Oktarkouz, brach!« bcui Johann C?cvjaf

! in einem Raushandel nicht weniger alS siebe» Messer-

l stiche bei, so das> Eerjak lebensgefährlich verwundet

! darniederliegt.

sTod durch E r st i ck u » g.^ Die Ehelenle

I Wallouscheg in Susche gingen am Sonnlag zur

: Kirche, und liehen ihre beide» Kinder, ein zwei-

! jähriges Mädchen und einen vierjährige» Knabe»,

' im versperrten Zimmer zuhause. Aus dem Ofen

! lagen Zündhölzchen, die Kinder bemächtigten sich der-

> selben, machten Feuer an, und buhlen in Folge von , Erstickung ihr Leben ein.

sBrandlegu » g.j Am i 2. d. M. brannten ! in Rade», Gemeinde Laak, die Wehn- und Wirth. ^ schastSgedäude des I. Predeosek ab. Der verdacht, ' dc» Brand gelegt zu haben, lenkte sich alsbald aus ! die Eheleute Predeosek, und ward so dringend, dah

> das Paar i» Hast genoiuiuen und dem Kreiözerichte Cilli eingeliefert werde» muhte. Wie eo sich heraus-

I stellt, waren die abgebrannten Gebänd bei zwei Ajseeuranze» u. z. »»verhällnisinaszig hoch versichert.

jT o d t s ch l a g. <5s gibt kc.nen Ärund, der nichtig genug wäre, um unter den windischen Burschen nichl Excesse gröbster Art und selbst ^odlschlag her-vorzurufen. Leylen Sonnlag unterhielt sich im Zug' i schen Gasthaus zu Kompolschek cine tleinc Gesellschaft ! mit dem landesüblichen Tanzvergnügen, als zwei ' junge Leute, Joses und Franz Ärach,, an seinem Fenster des TanzsaaleS erschienen, um zuzusehen. DaS - ist doch gcwib harmlos. Nichlsdcslowcnigcr fühlte sich Johann Beloglavcz veranlasst, vor das Hans zu treten, um die Zuseher zu verscheuchen. Sie zogen auch ab. die beiden Burschen, aber sie kehrten, mit . Prügeln bewaffnet, wieder, und als Beloglavez aber-i malS vor daS Haus kam, die iniflliebigeu Zuschauei ! davonzujagen, da — erschlüge» sie ihn imch kurze? j Wortwechsel.

|@ i ii seltsamer Aorfallj ereignete st j kürzlich im Roscnlhale iu »lärnlen. Die „Fr. Sl \ berichten über denselben wie folgl: „Einem Bau.., vulgo Doujack in Zelt widerfuhr dab Mißgeschick, daß auf dem schlechte» Wege sein Wagen, woraus 2(j Bienenstöcke sich befanden, nmstürjlc. Um nun das darau» entstandene Gemengsei doch irgendwie zu j verwerthen, wurde cS von den Angehörigen des Bauers und dem Knecht als Speise veriocndei. Alle Personen, welche davon gegessen, erkrankte» plötzlich, ! eS stellte sich Erbreche» und Durchfall ein und im ! Verlaufe von drei Woche» waren U Personen ge-slorben. Die Bewohner der Umgegend hielten dafür, dah cine Epidemie auSgebrochen sei, biS Herr Dr. ! T s ch a u k o feststellte, dah der Uebergenub des un-^ gereinigten Honigs die Urjache der Erkrankungen und . Todesfälle war."

*

| D c ii Bericht des ft cicrmär -k i s ch c n Landtages! müssen wir wegeu : RauimiiangelS zurücklassen, und werde» das ^ Wichtigste aus demselben in der nächsten Rnmmet | nachtragen.

Hljcater, Kunst. Literatur.

[(Cillier Mufikverei n.J Unsere letzte ! Nummer brachte die Rachrichl, daß am 2ti. d.

M.. fc llhr Abends, ein Äiilgliederconccrt in» , Easinosaale stattfinden werde. Bezüglich deS Pro-^ grammeS verweisen wir auf den Injeratcntheil ^ unseres heutige» Blattes, und füge» nur bei, ! daß die Vereinsleilung bemüht war. jeder Gv-schiuacksrichtuiig »»serer Bewohnerschaft nach ■ Thunlichkeil Rechnung zu trage». Wie wir schon erwähulen, wird unser Orchester außer hiesigen ! Dilettanten auch durch Dilettanten und Musiker j aus Pellau namhaft verstärkt, wodurch uns ein j Genuß geboten wird, wie er bei den hiesigen i Verhältnissen nur in Verei»seo>«eerten geboten werden kaun. Es steht somit ivohl außer allem Zweifel, daß unsere lieben Pellauer Gäste aus einem recht zahlreichen Besuche des Concertes die Ueberzeugung gewinnen werden, daß auch

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unsere Stadt von wahrem Musiksinnc beseelt, und den kiinsterischcn Bestrebungen der Nachbar-städte. mit Freudigkeit zu folgen bereit ist.

Liilier Stadtthrutcr.

Wenn ein Bühnendichter die Kritik von vorne-herein entwass> eu will, dann bezeichnet cr sein Werk, da« ursprünglich als Lustspiel angelegt war, al>> Schwank. Der Schwank ist die Posse der Zukunft. und liosfentlich wird es nicht allzu lange wiilnen, bis cr die heutige Posse vetdrangt haben wird. Inbezug aus Motivirung weniger gewissenbast als das eigentliche Lustspiel, zielt der Schwank lediglich auf einen Lacherfolg ab, und braucht demnach wohl uicht jede Situation ängstlich ans ihre Wahrscheinlichkeit zu prüfen, soll aber das Hauptgewicht auf gute Charakteri-sirung bor einzelnen Figuren und auf scharfe Pointirung des Dialogs legen. Die Darstellung eines Schwankes erfordert demnach mindestens ebenso große Sorgfalt wie jene eines Lustspiels, wahrscheinlich aber »och nielir. da bei demselben ein möglichst rasches Vorbeiführen der Scenen-reihe die erste Bedingung des Erfolges ist.

Wir würden der Direktion einen schlechten Dienst erweisen, wenn mir den vorgestern zur ersten Aufführung gebrachten Schwank ..Die blaue Grolle" unter die Lupe nähmen. Sie will ja daS Stück noch ein zweitenmal zur Aufführung bringen, uud wenn sie damit Glück haben soll, so darf vou dem Inhalte desselben nichts ver-rathen werden. Es genüge die Bemerkung, daß > die Novität ganz danach angethan ist, nngemei» zu erheitern. Aber freilich muß sie auch ent-sprechend gespielt werden.

Ein geistreicher Habituv unseres Musenheims äusserte »ach der Premiere, man habe uus dies-nial wohl eine Zeichnung, ober kein Colvnt sehen lassen. Wir finden diese Kritik sehr zutreffend. Man boi Wasser statt schäumenden Rebensaftes, man snhr mit der Postkutsche, statt mit dein hastenden Dampfroß, mau steckte ei» Oellämpchen aus. wo der zündende Ölilj niedergehen sollte. Um vom AUgenieiuen in das Besondere zu kommen, »wchten mir der Direction enipsehle», 1 eS bei einer Wiederholung des Stückes »üt einer Aenderung in der Nollenvertheilung zu versuchen. ' Der Senator Christoph Heimchen, die wichtigste Fignr des Stückes, muß entschieden einen, Dar-steller überantwortet werden, welcher für das komische Fach mehr Eignung hat als Herr Za-netti. Unseres ErachteuS wäre Herr Schmidt-Renner der einzige Schauspieler der Truppe, der diese Rotte belustigend zu spiele» verniöchte. Den 'Wachtmeister »mszte dann Herr Feuereisen geben

'und den Butter----nun, der Polizeirichter ist

ja ohnehin »u>- Beiwerk. Gegen die Besetzung • • der übrige» Rolle» läßt sich dagegen »icht das Geringste einwenden. Die Herren Thalmann und Elmenberg, die Damen Ewald und Groß-mann. Wilhelm nnd Knkla standen alle aus deni richtigen Posten. Am beste» gefiel »uS diesmal Herr Thalmann. der angenfchcinlich fleißig studirt uud sich in seine Ausgabe ganz eingelebt hatte. Auch die Leistung deS Herrn Schmidt-Renner als Wachtmeister war eine lobenswcrthc.

' Morgen, lung statt.

Sonntag, findet^keine Vorfiel-

* AuS dem Nachlasse Richard Wagner's ist soeben ein bisher nicht bekannt gewesener Ent-wurs zu einem musikalischen Drama veröffentlicht worden. Er führt den Titel ..Jesus von Nazareth" und hat süus Auszüge. Eine exponirende Scene ' zwischen Judas u»d Bar»abaS eröffnet denselben und cr schließt vor der 5kreuzigung mil der 'Gründung des Apostolate».

?otkswirtkschast.

sR u s S.l a n d s F i n a n z n ö t h e n.s Wie auS Brüssel gemeldet wird, ist nun auch der letzte Anleiheversuch Rußlands — es handelte sich um 7<j0 Millionen — endgiltig gescheitert.

[(Sin mitteleuropäischer Z o l l-verband. 1 Im Schweizer Nationalrathc wurde > von Bergcr (Beni) der Antrag eingebracht, e« möge aus die 'Anbahnung eines mitteleuropäischen Zoll-

verbände» hingewirkt werden. Der Bundeipräsident wies jedoch auf die großen Schwierigkeilen hin, wo-rauf der Antrag zurückgezogen wurde.

Kans- und Lcindwirthschast.

sGegen das Ei »ballen deSSchneeS in» P f e r d e h u f e^ benühl man »>it Vortheil Strohpuffer. Man verwendet glatlhalmigeS Roggen-stroh, welches etwa» mit Wasser angefeuchtet wird, ergreift einen fingerstarten Strobbüschel, bindet ihn am starken Halmende mit einem Faden zusammen und fertigt daraus ein dreitheiligeS Geflecht. Ist dieses fertig, so rollt man eS nach den breiten Flächen aus; gleich bei Beginn deS Aufrollens werden die Lagen deö Geflechtes festgenäht, damit die Verbindung haltbar wird. DaS Aufrollen setzt man so lange fort, bis der Puffer groß genug ist, um zwischen den Schen-kein des Hufeisen» festzusitzen. Die Puffer sind halt-bar und es geht selten einer verloren.

Eorrcl'pondcnz der Keduction.

Herrn K. in Marburg. Ihre Mittheilung, das, der Portier des Marburger SiidbahnhofeS, wel-cher den Zeitungen-Verschleiß hat, von der Direction strengstens beauftragt wurde, die „Südst. Post" in fünf Exemplaren zu führen, daß dagegen unser Blatt dort nicht aufliegt, hat uns »icht überrascht, denn an anderen Bahnhöfen ist es damit ganz ebenso, und im llebrigen sind uns noch mehr solch schmählicher Miltelchen bekannt, deren sich nur die „VersöhnungS"-Politik bedienen kann.

Herr» L in Windisck?straft. Wir habe» Ihr« Angelegenheit den» Herrn Dr. F. übergeben.

Hingesendet.*)

Jagdzustäude uin Cilli.

Es ist eine unbestrittene Thatsache, daß die Jagd in Storrö, seitdem sie im Besitze des Herr» DirectorS Jellek ist, sich enorm gebessert hat. Dies ist vor Allem einer rationellen Hege, ba 11 n einer scharfen Aufsicht, uud einer euer-gifchen Vertilgung d eS Raubzeuges zu danken. Auch Herr Hofrath Heinricher hat sein Jagdgebiet außerordentlich gebessert, niib es dürste nicht lange mehr dauern, um dieses Revier deueu vo» Marburg uud Pettau bci mittlerem Jagdersolge anreihe» z» könne».

Die Jagdgesellschaft von Cilli hat sich auch bemüht, de» Wildstand durch Hegung zu heben, und wurde, insbesondere um Slorrv uud Cilli, die Schonung der Rehgaiseu beschlossen. Auch sind sowohl Herr Dr. Schurbi, als auch Herrr Hofrath Heinriche? und die Gewerkschaft Stör«.-, die Tüfferer Jagdgesellschaft nicht zu vergessen, durchwegs noble Jagdnachbarn. Herr Dr. Johann Stepischnegg, welcher iu jeder Be-Ziehung eine Ausnahme von der Regel zu bilde» bemüht ist, glaubt auch als Nachbar anders als die genannten Jagdpächler verfahren zn müssen, und mag cr berichtige«, wie er wolle, die Thai-fache steht fest, daß er, so oft eine Jagd in de» angrenzenden Revieren Storv oder Cilli statt-findet, stets die Grenzen besetzt, uud Alles schieße» läßt, sei es Bock oder Gaiö.

Als Jagdzüchter ist er hiezu berechtigt, und vom Rechtsftandpuiikte kann man ihm keinen Vorwurs machen ; aber eS gibt viele Handlungen, die gesetzlich erlaubt sind, gesellschaftlich aber als mindcsteuS unnobel angesehen werden.

Wie überlassen es den Jägern und ^anfreunden, vom Standpunkte des Iagdsport-manneS die Handlungsweise des Herrn Dr. Johann Stopischnigg, Advocaten in Cilli. zu beurtheilen.

Christkind! im Armenhaufe! — Vor einigen Tagen kam cine Dame in's Armenhaus, erknu-digte sich um die Verhältnisse dortselbst, ivie viele Arme untergebracht sind u. s. w. uud hinter-ließ schließlich den Betrag vo» 5 fl. zur Betheiligung der Annen. Das Geld ist seiner Be-stimmung zugeführt worden, uud ich sage hiermit der edle» Spenderin im Name» der Beteiligte» den wärmsten, innigste» Dank.

Eduard Skolaut, Arnieuvcnvaltcr.

Gedenket doch der armen Vögel, die sich ' in, Stadtpark in großer Zahl auf dc» Futter-[ Plätzen einfinden uud sie ängstlich umflattern. ' Nicht e i n Körnchen finde» sie vor!

j Ein Thierfreund.

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Don

hochherz. Mitgliedern des M. Frauenvereins

in Cilli

wird bekannt gegeben, daag durch dio Erbitcbstst den llcrrn Franz "Wrotgchko, welch© 205 fl. beträgt und den milden Quben der Mitglieder, welche 162 fl. 50 kr. betragen, Lumina 367 fl. 50 kr. Damit wurden 66 Arme den 22. December 1887, 3 Uhr Nachmittags, in der Wohnung der Frau Vorsteherin Killen von Wer theiln stein, Wianeretraaso Nr. 31, l. Stock, Tom Comite, wie bereits durch 10 Jahre, betbeilt.

Der w >1 r tu s t o Dank wird im Numeri der Armen *o auch vom Comite allen edlen Mitgliedern imsgo-»proehon. 954 j

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«il laqe^dlicher '.VitSifie ollea igreit Beschiflizunntit wieder «ach-lenimen t«a». ü<i>n diese, meiner D«,ilia<in»tz bitte ich Sie iiim W»hlc aller keidende» lÄedianch ju mnch.-n und ersuche gleich, zeitig, wieder um Uiaün uni| vo» ,»ei !H«Uc:i Pillen uub ,wei |»iliit chinesischer Seife. SNil dessnderer .5ioch.nlitan<t er.ieticmr Alola Noviik. Ctier.jiirtiici. ßitet JPolil nedoren I an der »«ranlliehnii«. das, alle Ihre .^r>it«ieii e»ii nleiifee Wille (ein >lii|len. teie Ihr lieruliuilne FeitHtlialKani, »«» ui meiner ifoiailie iiie vrifn üeeoiieten Ätusltieuleii ein t« che» linde bereitete, dab« ich midi trci,' mein« •Jliiötiauen« jrttll l»(Cil«itatc Uniucr(a(iiiiuel citlfchlosfea. ,11 Ihren Vliilreini.znnzet - Pillen tu greifen, um um Pille biefer Knnen «u^eln uieia lnn.jiäl|tinc< Hüllt»!ihi>id«lleiden tu tioia-biubtren. Ich nthiue null daii>iu« leinen flu|toiiD, Ihuea!U (lefleliea, baft mein olle« Veitea uiich »lerluöchentliche-n Gebrauche flnni and nar bcl|«lten ist »ad ich Int Steife meiaei Bekounlea diese Pillen ans« cifiiaftc «nempfehle. Ich d>>de <i»ch ni»l« da. (tfflcn eiiijuwealieii. wenn Sie u.-u diesen.Heilen ilj'ealiich — l<d»ch »hae 3!ainea4|<(iij,niig — i^ebrnach lunchen wollen.

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10P

qgUukiui wgnaAPMT

ItcU aNe«roxylinA für meine Kruu, die an Ulironreiiiken leidet, |)ier Naclinnhm«.

Klcinhorn, (Post P.riiwui th|, 27. Juni 1987.

Andrea* V o u k, Wirlli»cbistibciiti<>r,

Senden Hin mir frcnnditukut dnrült rontaAt'JiiiAhme »icr l'Uhcbeii llirrs ^Knlk-KUen-8jrrup»a>, welcher mir bei meinrr Blucarmutl», di« »nbon zum UlMtspnckon sulutr, Au*£v«eicbnet* Uicitbii« ^«>|iMNtrt luit. Frau» Clxek,

Spinnfnbr. ünrirntbni, 1*. Orumnint-Neualedel, 2. P+b. 1867.

Da Ihr «.Knlk-Kiacn-Syrup* »ehr evtr liienate loiatet und Allgemein gelobt wird, erauebe hüflicbut mir bnldigat 5 FUicben per INiatiiAcbnnKn# xu »enden.

SAurJcro, (Po»t Orou-Qoricn, Cronticn), 9. Aucuat 1987.

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Wir beehren uns höflichst bekannt zu geben, dass wir von jetzt an tätlich das erste wie auch das zweite

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der Sparkasse der Stadtgemeinde Cilli

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Sonntag, den 18. December d. J. an

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dem Bahnhöfe.

vom Balkon-Portale ans.

jLI, am 16. December 1887.

Die Directio

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I. Satz.

2. a) W. A. Mozart. „Das Veilchen"; h) Hcinr.

Wcidt, „Wenn der Frühling auf die Berge steigt". Lieder für eine Sopranstimme.

3. Fr. Chopin, „Scherzo" in B-Moll, op. 31,

Pianofort e.

A. B. Volkmann, „Serenade" in F-Dur, Nr. 2, Op. 03, für Streich-Orchester.

5. G. Mcycrbcer, „Mailied", für eine Sopran

stimme.

6. a) Fr. Chopin. „Nocturne". Op. 15; b) F.

Liszt, „Die Nachtigall", für l'ianofortc.

7. Ed. Braun, „Wiegenlied", für Streichorchester.

8. Chr. v. Gluck, OuverLure „Iphigenic in Aulis".

051 1 Anlauf präcise 8 Ulir Abends.

Ein Scssclsitz fl. 1.— resp. 50 kr. und 40 kr., Entrü« 110 kr. reap. 30 kr., Studierende HO kr.

Laut Plenarversammlungs-Beschluss vom

9. September d. J. gemessen die Mitglieder eine 50#/#ige und deren Familien, wenn mehr als 3 Personen, eine liu°/0igc Ermässigung.

Karten im Vorverkauf in der Apotheke i des Herrn J. K u p fe rs c h m i d. wo auch Beitrittserklärungen entgegengenommen werden, und Abends von halb 8 Uhr angefangen an der Cassa.

3. 20125.

V-dict.

Vom L !. ftäbt. Bezirksgerichte Cilli wird bekannt gemacht: sei die versteigernngSweise Feilbietuiig der in dem ^tachlah der ant 9. Oe-tober 1887 ju Cilli ohne letztwillige Anordnung gestorbenen Frau Maria Wenzbauer gehörigen Möbel, Kleider nnd Wäsche bewilliget »nd zu deren Vornahme die Tagsahrt 1111s Den 28. Dc-ccrnlcr 1887, BonnitlagS !> — 1- mit) Nach mittags 2 — 5 llhr. eventuell an den daraus folgenden Tagen im Vogrinz'sche» Hause nächst der Stadtpfarrlirche zu Cilli mit dein Beisätze angeordnet worden, das: die feilzubietenden Gegenstände nur »im oder über deu Schätzwerth und gegen fogleiche Wegschassnng werden hint-angegeben sverden. — Zugleich wird, da dem Gerichte der Aufenthalt deS zu obigem Nachlasse gesetzlich erbesberechtigte» Neffen der Erblasserin, nämlich des angeblich in Brasilien oder China weilenden Ingenieurs Andreas öernadek nicht bekannt ist, derselbe aufgefordert, sich binnen einem Jahre von dem unten gesetzten Tage an bei diesem Gerichte zn »telden und die Crbs-erklärnng anzubringen, widrigenfalls die Ver-lasseuschafl mit dc» sich »leidende» Erbe» und dem für ihn ansgestellten Curator Herrn Carl (?cruadek Banquier in Graz abgehandelt werden würde.

Cilli am 18. December 1887.

Lcr f. k. LaudeS-GcrichtS-Rath.

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Herausgeber und verantwortlicher Redacteur A. Ehrlich.

 
Izvedba, lastnina in pravice: NUK 2005-2012    |    pogoji uporabe    |    napišite svoje mnenje    |    na vrh