MbllchelWMtung. Nr. 221. Hlknumerationepteis! Im Comptoir ganzj. f!. li, halbj. N. 5.2«. Mk dieZusscNuna in« Hau« hnlbl.NNll. ^»lit bei Poft sstinzj. st. ,5, halbj. fi. 7.5,). Douneistag, 2ß. Scptcmber ljnserti onlgebiihr bls iu feilen: ima?ß«tt., «m. 8»ll., 3«i. i sl.;j°n monischen Einklang zu bringen seien. Die kirchlichen Verhältnisse diesseits der Lcitha liegen allerdings nicht so einfach, wie in Ungarn, allein wer möchte nicht dieses einträchtige Zusammenwirken von Staat nnd Kirche anch auf das diesseitige Ufer verpflanzt sehen? So gut die Gemeinde frei ist in, freien Staate, ist es auch die Kirche. Dann bedarf sie keiner Verträge und es wird dcr Ausgleich zwi scheu Staat nnd Kirche als der größte Fortschritt mis geistigen! Gebiete zu bezeichnen sein. 27. Sitzung des Ibgeoldnstenhanss.«, am 2.'). September, (Schluß.) 5 -4 lantet - Die Fesselung der Strafe und UntersuchungSgefan> gcneu als Disciplinarstrafc darf in Zukunft nnr bei ciucm besonders widcrspänstigen, gcwallthätigcn oder an deren nnfrcizendcn Benehmen fo wie wegen Versuches oder Vorbereitung znr Flucht zeitweilig uud nie durch längere Zeit, als das strengste Bedürfniß cs erfordert, in Anwendung gebracht werden. In Anschnng der Vollzngsart dieser Fesselung bleibt es bei dcn bcstchcudcu Vorschriften. Abg. Dr. Berg er: Als ich fern vom Hause die wirklich glänzende Rede des Herrn Iustiziniuisters las, Pariser Vliese. ""5 tnpllmmtischr Corps am tjosr dcr Tuilcrirn. (Schluß.) Indem wir zn dcm eigentlichen diplomatischen Corps ^Ulcklchrcii, verdient zuerst der so zu nennende Präsi--/"t desselben, der päpstliche Nuntius. Prinz Flavins >/„^l)igi-Albani, Erzbischof von Myra >» i>l,!'l«!,!l" cr-s,^M zi, werden. Nach altem diplomatischen Branch ! M der Nnntius allen Gesandten voran. In Paris Nl^ ^ ^^ ^ ^" Fällen, in welchen das diploma-. Ichc Corps als Corporation auftritt, deren Sprecher '">cr der Gesandte des Papstes ist. Es ist dies ein dcr ^. diplomatischer Usus, wie dcr, das; die Sprache ^„^lplomatic die französische ist. welcher Regel sich, sim"^ gesagt, nnr ein Staat, dies ist England, nicht r»^'. ^ugland schreibt seine Staalsdcpcschcu nnr in "^cl'er Sprache. ^cri' '^ ^^^' ^ einen unbehaglichen Posten. Die n„f '^uug zwischen Rom und dem Kaiser Napoleon "nch?^'"'l)"l '^"a. dcr Franzosen ans Italien. Dcr päpst' ^m,,/'!"^^ ersteht es aber, so gnt es cbcn gcht, dcn zli s ^ulichteite:' aus dcm Wcgc zu gchcu. Wenn cr^ i^'^'Mn hal, so hält er sich anf dcr Oberfläche. Wct^> 'Bpr".""'.^m'dinal, Antonclli in Rom über die zahme! bei», ^ Gilles Vertreters in Paris, so ist man nach, ^n-ailfh^ heg ersten Zornes doch zufrieden, daß' dcr NuutinS den Mnnd nicht zu sehr aufgemacht hat, und so hat sich allmälig ein Verhältniß gebildet, welches schließlich zn allseitiger Zufriedenheit ansgcfallcn ist. Die Dinge müssen nun einmal gcnommcn wcrdcn, wic sic licgcn. Dcm Nnutius folgen dem Range nach die eigentlichen Botschafter, welche nicht blos den Staat, sondern auch die Person des Sonvcräns rcvräscntiren. Anßcr Ocstcrrcich sind Rnßland, England, Preußen, Spnnicn uud die Türkei dnrch Botschafter vertreten. Rußlands Maudalar ist Barou Budbcrg, früher Gcsauotcr in Berlin. Der große nordische Staat hat ein eigenes Unglück darin, daß die Intrigue als die stele Begleiterin seiner Diplomatie erscheint.' Kein Diplomat ist anf dem Feld dcr Iutriguc in Paris so verschrien, als Baron Bndberg. Anf dcr rnssischcu Botschaft hat daS Anzetteln kein Ende. Bevor der Baiser Alerauocr nach Paris in diesem Jahre kommen sollte, wnrdc Himmel nnd Hölle in Bewegung gesetzt, dcm Ezarcn Volksovationcn zn bc-rcilcu. ES wurden wcocr russische Ordeu, noch russisches Geld gespart, uud man brachte in dcr That ctwas zn Staude/was gerade 24 Stunden hielt. Nach wenig Tagen war dcr Czar unpopulär, uud wenn man hcutc die Franzosen fragt, so ärgern sie sich gcnng über dcn Empfang, wachen sie dem Kaiser Alexander bereitet haben. ^m allcrcntgcgcnsetztcn Lichte, als Rußlands Vcrlrc-tcr staud Lord Eowlcy, der cuglischc Botschafter. Eiuc jahrelange Thätigkeit hatte dcu zwar ctwas lnanscrigcn, abcr osfcncn Diplomaten bci Hofe und iu Paris beliebt gemacht. , „ . Lord Cowlcy ist von Paris abberufen und sein Nachfolge«. Lord Lyons, früher Gesandter in Constan» tinopcl,' ist noch mcht ciiMlroffcn. obwohl scinc Ankunft stündlich erwartet wird. Im SoMmcr dieses Jahres nahm Lord Cowlcy, dessen Bronzcstatnc anch in der Aus> stcllung einen Platz gefunden hat, in einem zu Ehren des Prinzen von Wales gegebenen glänzenden Balle vom Hofe Abschied und es drückte sich auf demselben ein allgc mcincs Bedauern aus. Als erster englischer Secrctär funairt Herr Fane, wclchcr bci dem Londoner Eongreß das Protokoll sührle, cin Liebling von Lord Clarendon. Pren^cn ist dnrch dcn Grafcu Goltz, frnhcrcu Gesandtcu bci dcr Pforte vertreten. Sein Vorgänger war bekanntlich Graf Bismarck. Man wird dcr allgemeinen Meinung beipflichten müssen, daß Preußen mit sciner Vcttretuug am hicsigcu Hofe zufncdeu ist und daS läßt sich annehmen, daß dcr prcnßische Minister des Answärtigen in deni hiesigen Botschafter einen speciellen Gesinnungsgenossen in den innern und auswärtigen Fragen seiner Politik hierher gesandt hat. Spaniens Vertreter ist Hcrr Mon wclchcr nn Unbchaglichleit ,n seiner Stcllung mit seinen! türkischen College» Djemcl Pascha und dem päpstlichen Nnnlius wetteifert. Daö spanische und türkische Gou-vcrnemcnl haben beide das Unglück, mehr zn schcmcn als sic stud uud, wenn ihre Vertreter mit .höslicl,,eil abgespeist werden^, so sind sic zufrieden und mü sen si zusr.edeu ze.u. Obwohl beide Regierungen, die sp u ich ^s ve'tret!! ^n "^ lp mnatischc Personen ersten Ran^ gcs vclttctcn ynd so stehen ^c doch Italien nnd^ord. wei7 na7 ^D "^V "''^ ^'landten re rasenNrt . 3^ er N..^ s.^^"'che Gesandte ist bekanntlich v u ^b?. ' '"^'"' ^" ^°'"u schon seit e,»er Rcihc de <^' /"" ^l. Obwohl junq an Jahren, ist d Genannte wissenschaftlich wohl der gelehrteste Hcrr lm ganzen diplomatischen Corps. Dcr Riltrr bcschäftinl !'?^''!^ Wit dcm Studium ncucrcr, nameullich oricuta ll'^er Sprachen nnd vercinigl i„ seinem Hotel einen gros-cn Kreis von 3p»'nä>qrleh,l,n Foch. Dic Tp'.cMcr 1494 freute ich mich, daß dic humanitären Gedanken durch» drangen und daß die menschcncntwürdigcndeu Ketten und ihr Gerassel verschwinden sollen. Trotzdem sind die Ketten beim Hauptthor hinausgeworfen nnd rückwärts bei dem Hinterthürchcn wieder ins Gefängniß gebracht worden. Es gemahnt dies an einen parodistischeu Ausspruch, der seinerzeit in Frankfurt im Umlaufe war und der da besagte: die Todes» strafe als Strafe ist zwar abgeschafft, aber als Maßregel wird sie beibehalten. (Heiterkeit.) Wenn man die seiner» zeit vom Justizminister für dic Anfhcbung der Ketten» strafe vorgebrachten Argumente in sich anfgcnommcn hat, so muß man zur Ueberzeugung kommeu, daß die Kette als absolut gesundheitsschädlich, ja lebensgefährlich gilt. Ist sie dies, dann darf mau sie weder im Hauptstrafwege, noch im Disciftlinarstrafwcgc auferlegen, zumal es das Eisen noch nicht dahin gebracht hat, selbst zu unterscheiden, ob es im Straf- oder Disciplinarwegc verwendet wird. (Heiterkeit.) Man sollte meinen, daß daS 19. Jahrhundert, wcl» ches doch so erfindungsreich ist, Mittel finden werde, um den Trotz und Ungehorsam einzelner Sträflinge im Zaume zu halteu, und sollte denn die Armee, für die so große Summeu selbst jetzt noch aufgewendet werden, für so wenige höchst störrigc Individuen in den Straf» Häusern nicht die nothwendige Ucberwachuugsmannschaft uns bieten können? Auch die Tcxtirung des Gefctzes ist eine höchst unglückliche. Gegen wen sind die Gewaltthätigkeiten gerichtet, wer reizt auf? das alles kann man nicht in diesem Paragraph lesen. Das Wort „aufreizen" spielt in der modernen österreichischen Strafgcsctzgebuug über--Haupt eine vcrhängnißvollc Rolle. Ich criiincrc an dic zahllosen Paragraphs des bestehenden Strafgesetzes. NaS reizt da nicht alles auf? Nehmen wir an, ein Straf« ling beschwere sich bei dem StrafhauSdircctor über schlechte Behandlung, das reizt den Director auf uud dieser gibt ihm. statt Abhilfe zu schaffcu, die Kette nach 8 4. Auch die Dauer der Strafe ist nicht normirt. DaS..strengste Bedürfniß" ist kein Maß und eine Strafe ohne Maß läßt cben maßlose Straft zu. Der Strafhausdirector lann beispielsweise sagen, das Indiuionnm ist so wider» spänstig, daß cS die Kette bis zum Tage vor seiner Eut-lassuug uuuntcrbrochcu tragen muß. Die in dem § 4 > nachgewiesenen Gebrechen können dnrch eine Abänderung im Hause selbst nicht sofort beseitigt werden; ich stelle deshalb den Antrag, den H 4 au den Ausschuß zurückzuweisen zur erneuerten Berathung. (Unterstützt.) Abg. Dr. Zybliticwicz ist bcdingtfür den Antrag Bcrgcr. Abg. Dr. Ryger spricht dagegen. Berichterstatter Dr. Mühlfcld: In der vorliegenden Frage kommt alles darauf an, ob das HauS sich der Meinung hingibt, man reiche felbst bei dem höchsten Grade der Widerspenstigkeit oder bei Fluchtucr» suchen ohne Fesselung aus. Entweder möge das Hans jeuer Meinung beipflichten, die Fesselung sei zu entbehren, oder das Haus pflichte der Ausicht der Regierung bei, daß man genöthigt ist, denn doch für die äußersten Fälle von ihr Gebrauch ;u machen. Mir scheint es nicht gerathen, daß der tz 4 noch einmal dem Ausschüsse zur Berichterstattung zugewiesen wcrdc. tz 4 stehe oder falle, er empfange sein Schicksal durch den Beschluß des Hauses. Bei der Abstimmung wird der Antrag dcs Dr. Aerger auf Zurückweisung des § 4 an den Ausschuß schungen haben den Ritter aber nicht nntanglich für sein Amt gemacht und noch sind selbst seine Feinde darin einig, daß Ratazzi cincn großen Fehler begehen würde, wenn er den Einflüstcrnngcn von Madame Rattazzi, bekanntlich ciucr Buonaparte, folgend, den Ritter abbe» rnfen würde. Es ist bekannt daß der Conflict zwischen Italien nnd Frankreich, die Legion von AntibeS betreffend , Herrn Nigra beinahe den Postcu gekostet hätte. Die Sache ist aber jetzt beigelegt und der Ritter seinen vielen Freunden in Paris erhalten. Nurd-Amerila's Gc» sandtcr ist General Dix, seit dem December vorige« Jahres erst in Paris, ein besonderer Freund des Prä« sidenten Johnson. Der General hat sich für die lnrzc Zeit seiner hiesigen Wirksamkeit schr beliebt gemacht. Die etwas kleinere Republik, die Schweiz, ist durch Herrn Dr. Kern. cincu speciell dem Kaiser uahc stchcu' den Diplomaten, vertreten. Man kennt die besondere Vorliebe des Kaisers für die Schweiz. Ihr Reprüscn» tant ist ein alter, langjähriger Bekannter Napoleons lll. und es ist natürlich, daß es mehr als ein Moment gc» geben hat und geben wird, in welchem der alte Bekannte dcsser seinen Platz ausfüllt als der Gcsaudtc. Helvetia wird wohl daran thnn, in diesem Verhältniß keine Aendc< rung eintreten zn lassen. AnS der Rcihc der übrigen Gesandten lassen sich füglich nur die Namen angeben, da ihre Thätigkeit tcinc besondere hervortretende ist. Schweden ist dnrch Baron Adelswärdt, Dänemark durch Graf Moltkc (beim Kaiser sehr beliebt, auch Inhaber des OroßkrcnzcS der Ehrenlegion), Baiern durch Baron Pcrglcr von Perglas die Nachsicht dcr Todesstrafe auszusp'rcchcu, weil die Gründe dazu maugclu; wir können es nur dcr Gna^ des Thrones überlassen; — wenn diese also schon au<^ gesprochen haben, daß tcinc bcrücksichtigungswürdigcn Grüudc vorhanden sind, die Gnade dcr Krone eintrete,! zn lassen. Dazu komme dic wichtige Betrachtung, daß doch wahrhaftig dic Einheit des praktischen Rcchtcs gerade in Oesterreich von viel höherer politischer Bedeutung als iu irgend cincm anderen Vandc ist. Wcun der ^ l' des Ansschußantragcs durchgeht, so wcrdc man in Be ziehuug auf den wichtigsten Theil dcr Strafrcchtsftsicg/ die größte Difformität haben: in dcm ciucn Landc wc>-den LandeSgcrichte oder Krcisgerichtc oder Oberlands gerichtc sich zu ciucr gewissen milden Praxis herbcilassci!. in dem anderen zn einer strengen, wobei vielfach aum politische, auch nationale Betrachtungen uud Motive mü iu Erwüguug gezogen werdcu. Wclchcr Eindruck auf das RcchtSbcwnßlsein dc5 Volkes müssc herbeigeführt wcrdeu, wenn wir ciue uud dieselbe Haudlungsweisc in dcm cincu Kroulaudc mil dem Todesurthcile, nud zwar vou den Uulcrgcrichkn uach der VorauSsctzuug rechtskräftig erkannt, abcr in dcm anderen mit Nachsicht dcr Todesstrafe ausgestattet finden. Schließlich sagt dcr Hcrr Justizmiuistcr, cr, person lich als verantwortlicher Rathgcbcr dcr Krone, würdc es niemals wagen, dcr Krone den Rath zn geben, diescu § 5, wie cr hier vorliegt, zn santtionircn, nud fährl sohin fort: Ich spreche es offen anS. weil ich cS licbc, Farbe zn bckcunen, nicht nur darum, weil, wie schon erwähnt, cr an das wichtigste Kronrccht, wclcheS bcsou-dcrs in dcr constitntioncllcn Monarchie uuangctastct bleiben soll, an das herrlichste Kronrccht, an dasjenige Majcstätsrccht, in dessen Ausübung dcr Monarch mir Gutes, nie Schlimmes thnn kann, tastet «ud dcr Mi nistcr der Krone nicht anf das Rücksicht zu nehmen hat, was vielleicht im Augenblick die herrschende TagcSmei-nuug fordert, sondern auf Dasjenige. waS nach scincr Ueberzeugung von dcm wahren Wohlc dcs Volkes dicli'l und als mit den Rechten dcr Krouc verträglich crschcint. Jedenfalls würde abcr dic Auuahmc dicscs Paragraph^ Wochc», Monate lang, vielleicht «och läugcr dic Hustaudc' briuguug dicscs Gcsctzcö hiuausschicbcii. Nabcn wir, hochverehrte Herren, dazn Ursache? Bedenken Sie, daß durch dieses Gcsctz die Schmach der Prügelstrafe, dic Inhumauität, odcr um es richtiger zu sagcu, die Uugc< rcchtigkcit und Herzlosigkeit der Kerlcrstrafc, die Hn'rtt dcr ledenSwicrigcn, nachthciligcu Ehrcnfolgcn auf "jcdc" Verbrechen, die Feststellung von Folgen überhaupt a"f gewisse nicht entehrende Verbrechen uud Vcrgchcu bcsci-tigt wcrdcu, daß cudlich durch diese Novelle, wie wir hcutc noch höicn wcrdcu, der schwärzeste Flcck dcr östcr rcichischen Justizgcsctzgcbuuy für immcr ausgetilgt ww den soll. Ich bezeichne cS uämlich als den schwarzcslcu Flcck, daß wir, uud ich muß lcidcr beifügen, daß nnr dicsfallö ziemlich isolirt in Europa stchcu, daß wir uoch iimiM' Demjenigen, dcr wcgcn Unzulänglichkeit dcr Bcwcisc freigesprochen wird, lebenslängliche nachthciligc Folgc" aufcrlcgcn, d, h. daß in nnscrcr Gesetzgebung uoch immcr festgestellt crschciut, über einen Menschen, dcm wir leine Schuld nachzuwciscu vermögen, eine Strafe zn verhänge", daß in diesem Gesetze noch immcr daS Momcut stthl, daß cin Mann, dcr dnrch eine unglückselige Verkettung vou äußeren Umständen, vielleicht gänzlich schuldlos cincs Verbrechens odcr VcrgchcnS blos verdächtigt wird, daß dieser Zeitlebens gcbrandmarkt wcrdcu soll und f^ daS Unglück, daß er dic Verkettung dicscr Umstä''^ mcht abwenden kann, auch noch vou Staatswegcu "M strafe erleidet. Hohes Haus! Jcdcr Mouat, jcde Wochc, ja jcd"' Tag, um welchen früher wir diese Ucbclständc unscm Ocsctzgcbnug bcscitigcn, ist ein Gewinn für dic Gcscl' schaft. cin Gewinn für dic Gerechtigkeit. Jcdcr MolM, jede Woche, jcdcr Tag, dcn wir dics fernhalten, ist oayc anch eine Süudc gcgcn die Justiz, eine Sünde lM unsere Mitbürger. Wollen wir dahcr, indcui wir etwa anstreben, was vielleicht mnuchen von Ihneu als n 1495 »esscr erscheint, wollen wir über das noch Bessere das > vahrhaftiz Gute, welches wir hier anstreben, nicht ans )en Angen verlieren nnd wollen wir nicht durch die Annahme dieses Paragraphs auf Wochen oder Monate, vielleicht ans noch längere Zeit hinans die Annahme des Lanzen Gesetzes verzögern. (Bravo rechts.) Abg. Dr. N y g e r.- Ich glanbc, wenn das Gericht sin- würdig genng craä)tet wird, Richtcrsprüchc zn fällen, dic üdcr Menschcnschnld oder Unschuld, über Lebcn nnd ^od entscheiden, daß diesem Gerichtshöfe anch die Wür-bigung der Mildernngsgründc nnd die Würdigung, ob >>n solcher Fall eintreten könne, das; die vom Gesetze ^rhiingtc Todesstrafe nicht zur Anwcndnng komme, mit voller Vcrnhignng überlassen werden taun. Es war ein bedenkliches Argnmcnt, das der Herr Iuslizmn.istcr vorbrachte, dieses Gesetz könnte bei Annahme des § 'i nicht sanctionirt werden. (Zustimmung.) Ich glaube, cS mag ein triftiges Argnment gewesen sein, welches jeder Abgeordnete im stillen Hintergründe selbst zu erwägen hat, daß mau aber vor das HauS der Abgeordneten mit diesem Argnmcntc tritt, halte ich für ""gerechtfertigt. (Zustimmung.) Wenn ich nm der Sache willen das Wort ergreife, 'st es nm es zn rechtfertigen, daß ich gegen § 5) stimmen werde, aber ans anderen Gründen. Es ist Sache der Legislative, und ich schließe hicbei d>c Krone nicht anS, Gesetze zu geben. Ich will eine Gesetzgebung aufrecht erhalten, welche niemandem das Rccht einräumt, gegen decrctirtc, vom Kniscr sanctionirtc Gesetze zn handeln. Ich will nicht, baß die richterliche Gewalt corrumpirt werde, das; man "»in über sic eine neue Gewalt stelle. Das ist das Motiv, warnm ich anf Verwerfung du §ß 5 und '.) antragen werde. (Einzelne BravoS.) Se. Excellenz Instizministcr Ritter v. H y c: Wenn uh dcn Ausdruck in der Art gcwählt haben sollte, daß 'lh mit der Nichtsanction der 5lronc, wie gesagt wnrdc, A'droht habe. so hätte ich einen unpassenden. mir nicht gehenden Ansdrnck gewählt. Ich glaube aber auch b>cs nicht gcthan zu haben. Ich lcinciltc, daß ich für ^line Person niemals es anf meine Verantwortung ''chmcu könne, einen folchcn Paragraph der Sanction bsr 5tronc z:: empfehlen, nnd bcincrtte, daß jedenfalls dieses eine Hin» uud Herschicbnng des GcsctzcntwnrfcS und sei es anch nnr gegenüber dem anderen Hanse, daö ^) aus Zartgefühl nicht einmal erwähnen dnrftc, herbei» sichren würde. Dies ist die Ursache meiner großen Bewegtheit, die ich gern zugestehe, und dies anßcrdcm uoch n»S dem Gruudc, wenn ich die Gefahr sehe, daß dnrch ^e Annahme eines solchen Paragraphs, und sei es anch !>>r Monate, die ganze Strafnovcllc in Frage gestellt wird. Wer die Gelegenheit hatte, zn sehen, zn welchen folgen die Prügelstrafe, insbcsondcrs aber die Ketten-A'nfe fiihrl, wer da weiß, wclchc Bitten täglich um "^Habilitation vorkommeu, der muß wahrhaftig von der Mtcn inneren Bewegtheit ergriffen sein, wenn er dcnlt, "^ wichtige Lebensfragen in dicfer Beziehung in Frage llestclll bleiben, weil etwas vom Anöschnsfc inS Gesetz ^"eingetragen wurde, dessen Annahme überhaupt und "^besondere in kurzer Zeit ich für höchst problematisch Neunen mnß. ^ Daß ich mir anmaßen wollte, anf das Hans eine ^cssivn zn üben und mit der Nichtsanction der Krone A drohen, fiel mir nicht ein. Ich hätte anch leine ^Wchtlgnng hiczn, weiß anch nicht, wie die Krone ^eriikcr denkt, und kann in einem conslitntioncllcn Staate 1^ von dcm reden, was ich in meiner durch ihre eigenen ^setzc begrenzten Verantwortlichkeit dcm Throne rathen ^ nicht rathen kann. ^ Abg. Sturm: Ich vermag in dem vorliegenden . ^NMphc cinc Beeinträchtigung dcS Bcgnadignngs< ^htcs der Krone uicht zu fiudcu, Das Recht der 5tronc .,^'l>t nnbcrnhrt. So wie das Rccht dcr Gnade anch in !^ schließt das Rccht, die Strafe herabzusetzen, so um-^ auch das richterliche Recht dasselbe Recht iu sich, ^ doch (ullidirt dies nicht mit dcm Rechte der Krone, as Gesetz soll hier jcuc Stelle ausfüllcu, wo bisher ^'s^'m Thcil die kaiserliche Gnade gewaltet. Dasselbe ^?l steht anch dcm Richter in Preußen nnd Frank« ") zu. Hx, Sc. Exc. Instizministcr Ritter von Hyc: Der ^ Uvcis auf die Gesetzgebung in Franlrcich war vielleicht dim ^ allerwenigsten glückliche. Dicö Recht der Bcgna-t^lua, steht nicht dein französischen Richter, sondern der ^.Mschcn Jury zn. Nach dem Gcsctzc vom 28. April dia l ^^- ^'^ ^"^ ^"^ ^^^' '^'"" ^"'^u't ans schnl-dcn s ^')^^u „schuldig, aber mit mildernden Umstän-so gleitet". Macht einmal die Inry diesen Beisatz, clin,,? ^' ^'lhtcr nicht mehr das Recht, die Todesstrafe "icht ^"' ^^ ^c hievon ist die: so oft die Inry Sch ^ uldcrnngsgrnndc findet, sondern Zweifel an der diese,, ^ ""^ Bedenken trägt, die Todesstrafe ans lasse,, ^ ^'"^" Grunde in Ansführnng bringen zn !tiind/ !." ^'^ärt sie „schnldig nntcr mildernden Um-^ordfitt ^^ ^"^^ ^' Franlrcich Hunderte von ^Ilanb-^Urdcn ' ^^^^ °^'^ ^^ vcrrnchtcstc Weise ansgcsührt sehe,, ' ^"^u der Inry mit diesem Beisätze begleitet gc-Das'l'',^'?"mit "'^^ die Todesstrafe ausgeführt werde. ^UHm,I uisbcfondcrc dort ein, wenn sich in der Inry ^gc E ^"' "lbolition dcr Todesstrafe vorfinden. Ich then ^-.^'"""c Herren, ob man dicö allein von sol-^ ^"'lllleu abhängig machen will. Abg. Sturm stellt cocntncll, um allen Bedenken zu begegnen, für dcn Fall, als dcr Ausschußautrag uicht, angenommen werden sollte, dcn Antrag, es möge im tz 5 an Stelle dcr Worte „nach Berücksichtigung aller Umstände" gesetzt werden: „bei Vorhandensein wichtigcr Mildcrungsgrüud c". Berichterstatter Dr. v. Mü hlfcld verwahrt sich gcgcu dcn Vorwurf, dcr Ausschuß suche auf Umwegen die Aufhebung dcr Todesstrafe herbeizuführen nnd erklärt, daß diese Bcstimmnng wie sic vorliegt, gerade in die Novelle hincingchörc, weil die Erlassung eines ncncn Strafrcchtes lange Zeit für sich in Anspruch nehmen werde. Die Anrnfnng dcr Opportunität fährt Reducr fort, ist uicht geeignet, gegen ^ 5 jcmauden zn bestimmen. Es hängt dies allerdings von dcm Charakter uud dem Gemüthe ab; die Natur des Eiucu mag durch derlei Bemerkungen sich gewinnen lassen, die Natnr des anderen spricht dagegen. Allein —- das ist mcinc Meinung - wcnn cin maßgebender Eiuftuß anf uns dcr Vorstellung eingeräumt wird, ob wir mit dem, was wir beschließen, durch-driugcn, sei es bei dcm audcrcu Factor dcr Gcsctzgcbuug, sei cS bei der Krouc selbst, daß wir daun praktisch das-jcuigc an dcn Tag legen, was im Gcsctzc hätte anders verfügt sein follcn, daß nus nämlich keine Initiative, weder in: Ganzen, noch Einzelnen znständc, sondern nnr die Approbation oder die Ablehnung. So lauge uus c>bcr dic Initiative zuslcht, so lange habcn wir nach nnscrcr Ucbcrzcngung von Rccht nnd Wahrheit zu cut-scheiden, mag es dauu genehmigt werden oder nicht, mögen die Hindernisse, die dcm entgegenstehen, sich auf dieser oder jcncr Seite zeigen. Und wcnn Sie mit dcm, was Sie vorschlage», nicht durchdringcn, so bcrnhigcn Sic sich damit, daß Sie in dcr Opposition stehen, welche wenigstens die Hoffnung hat, daß in fpätcrer Zeit Wahrheit und Recht dnrchdringc::. (Beifall.) Bei dcr hierauf erfolgten Abslimmnng wird dcr Ausschußantrag mit 48 gegen 75i Stimmen abgelehnt (für denselben stimmt die Linke und eiu Theil des liu« tcu Ecutrums), dcr Autrag deS Dr. Sturm mit 70 gegen 47 Stimmen angenommen. tz 6 wird ohne Dcbattc angenommen. Derselbe lautet.- 8 l'. In Zutuuft soll tcinc strafgcrichtliche Vcrur. thcilnng nichr dcn Verlust odcr cinc Beschränkung der bürgerlichen Handlnngssähigkcit des Vcrnrthciltcn nach sich ziehen, uud es werden demnach die im tz 27, Iü, !> des Strafgesetzes vom 27. Mai 1652, R. G. Bl. Nr. 117, enthaltene Anordnung, so wie die hierauf bezüglichen Bestimmungen dcö allgemeinen bürgerlichen Gesetzbuches bcstchcndcu Gcsctzc mit strafrcchlllchcu Erkcuutnisscn vcr-' linndcncn nachlhciligcn Folgen bci dcr Vcrurthciluug zn ^ cincr Strafe wcgcn Vcrbrcchcn, die nicht anf cincr ver-!ächtlichcn Tricbfcdcr bcrnhcn odcr keinen entehrenden Eharaktcr habcn, nicht inchr eintreten. 2. Der § 7 werde zur Aufuahme dieses Gruud-satzcs in dcnsclbcn in dcr entsprechenden Formulirnng ^ an dcn Ausschnß zurückgewiesen. Der Antragsteller begründet diesen Antrag mit dem Hinweise darauf, daß es ohnedies nnr die Ockonomic dcs Gesetzes gewesen sei, welche dcn Ansschnsi hinderte, diese Bestimmung ansznnchmei:. Allein mit dcr Einführnng desjenigen, was das Recht fordert, soll man tcincn Augenblick warten. Es solle dahcr heute schon ausgesprochen werden, daß die Folgen einer strafgerichtlichcn Vcrurtheilnng bci jenen Verbrechen wcgznfallcn habcn, die nicht auf cincr verächtlichen Tricbfcdcr bcrnhcn. (Dicfcr Antrag wird hin länglich unterstützt.) Abg. Mcndc stellt zu Alinea 3 dcs i; 7 folgenden Zusahantrag: Es solle nach den Worten „aber auch nicht für schuldig erklärt worden ist," gesetzt werden: ..beziehungsweise vom Verfahren wcgcn Mangels zulänglicher Beweise abgelassen worden ist," und begründet die sen Antrag mit Hinweis auf die kaiserliche Verordnung vom 3. Mai 185i8, wclchc dic Fassung cincs Ablassnngs-beschlusscs wcgcn Mangels an Beweisen eingeführt habe. lWird unterstützt.) Berichterstatter Dr. u. Mühlfclb tritt dem Antrage des Abg. Zaillner entgegen. Bei dem Bestände nnscrcs gegenwärtigen Strafgesetzes fehle nämlich dem Richter jcdcr Maßstab, wclchc Handlung einc entehrende, wclchc cine nicht entehrende sci. Es fehlt dahcr auch jedes Kriterinm für dcn Nichter, welche Folgen mit einem strafgcrichtlichcn Erkenntnisse einzutreten habcn. und es würde dahcr rcincS Ermrsscn des Richters hier cntschc^ den mnsscn. Dies könnc nicht angehen und man müsse dahcr dic Vcrwirllichuug dcs gestellten Autragcs auf jenen Zeitpunkt verschieben, wo das ncuc Strafgcfctz ins Leben trete, welches gcnan bestimmt, welche Handlung cinc cntchrendc sci oder nicht. Mit dcm Antrag drs Abss. Mcnde ist Berichterstatter einverstanden. Bei der hieranf erfolgten Abstimmung wird der Antrag dcs Abg. Zaillncr mit großer Majorität ange-nommcn. Abg. Dr. Rygcr stellt dcn Antrag auf Schluß dcr Sitzuug. Derselbe wird angcnommcn nnd über Bor^ schlag dcs Präsidenten die nächste Sitzung für Donners tag 20. bestimmt. Schluß dcr Sitzung 2 Uhr 15) Minuten. Ausland. Florenz. 23. September. (Beschlagnahme. - Verhaftungen. R o m.) Die heutigen Iour-ualc berichten, daß anf dcm hicrortigcn Bahnhöfe einige nach Perngia dirigirtc Kisten, bcilänfig 300 Gewehre enthaltend, mit Beschlag belegt worden sind. — Ein Telegramm des „Eorricrc italinno" aus Narni meldet dic Vcrhaftnng von ungefähr hundert Pcrsoncn dnrch die päpstliche Polizei. — Die „Opinionc" berichtet die in verflossener Nacht erfolgte Verhaftung einiger Personen in Florenz. Dasselbe Blatt sngt weiter, daß, laut brief» tichcr Nachricht ans Rom, allc Officicrc dcr Legion von Antibcs am 21. d. ihrc Demission gegeben hätten. -Dic päpstliche Regierung führt fort, Truppen in Rom zu conccnlrircn. - Die „Italic" meldet, dcr Kriegs, minister habe dcn Militär-Divisionen Bcfchl ertheilt, Trnppcn an die päpstlichen Grenzen zn entsenden. Paris, 23. Sept. (S chn c i d cr S Nc dc. — Die ,.Patri c" ü bcrBiöma r ck.) Der ..Abcnd-Monitcur" bringt dic Ncdc dcs Präsidenten Schneider anläßlich dcr Einweihung dcr Eisenbahn-Linie Ehagny-Ncvcrs. Die Rede sagt: So ist es, daß Frankreich stolz ist auf fcinc Größe und auf sciuc Macht vertraut. Auf leine Natiou eifersüchtig, hegt cs keinen Erobcrungsgcist abcr unvorsichtig wäre Derjenige, dcr cs wagen würde' darau zu denken, nicht auf fcinc Sicherheit, sondern nur auf die gerechte Empfindlichkeit seiner nationalen Ehre cincn Angriff zn machen. Die „Patrie" in Acantwor. tung dcS Tadels dcr rcscrvirten Haltuuy dcr Patric" uud dcS „Eonstitutionncl" gcgcnübcr dem Rundschreiben Bismarck's seitens dcr französischen Blätter, schließt ihre Bcmcrlnngen dahin, daß die Regierungen, welche in B> zichungcn zn Frankreich stehen, wohl wissen, was rs mit dcr angeblichen Schwäche uud dcm angeblichen Fehlen jedweden Selbstbewußtseins, wovon die Sprache ist, für ein Bcwandtniß habe. Unsere Gegner werden cs nicht bewirken, daß die Ereignisse in Franlrcich nicht verfolgt werden, wie sie vcrfolgt wcrdcn sollen, und daß die Ehre uud Iutcrcssen dcs Laubes uicht in den Händen seien, wclchc ihnen zu dienen verstanden nnd dieselben auch noch zu vertheidige» wissen wcrdcn.___________ Hagesneuigkeiten. — (Hohe Spenden.) Se. I. l. aposlolische Ma-jeslüt haben zu Gunslcn der dutch eine Feueisbrunst ver-lmgllicktcn Vrwohnci der Stadt Arnau in Böhmen eine Ul-lciMunss von 1000 fl. huldvollst z« bewiUiqen aetubt" w.lch,enn ssarolma Augusta habcn den Äbgcbrcnmtsn zu V'uck lM Pmzgau -100 si. und dcn Abgebrannten zu Dlllach in Obtr'Kürnten die gleiche Summe zu spenden geruht. 1496 — (Cholera.) Ill Tuest vom 23. bis 24. d.M. 3 Erkrankungen in ler Etadt (Malcanton, Fontanone vecchio, Via nuooa), 3 in d^'u Vorstädten (Chiadino, Chiarbola sup. und Rozzol), 4 im Tellilolium (Longera und Varcola), im Gan» zen It) i 1 gcnas, 5 starben, 39 in Behandlung. Drei gehören früheren Tagen an, da sie erst später angemeldet wurden. Locales. — (Ez ceß.) Verflossenen Montag Nachmittag wurden in dem Wirlhshausc des Martin Kramar in Vrunndorf Nr. 11 zwei Hochzeiten abzuhalten. Eine Tanzmusik spielte und die Burschen des Torfes sangen vor dem Kramar'schen Hause, wofür sie von dcn Brautleuten mit G^Io beschenkt wurden. Eine GcndarineiiepatrouiUe, aus zwei Mann bc< stehend, fragte die lustige Gesellschaft nach der Musillicenz, man erwiderte ihr aber, wir brauchen leine Licenz, übrigens brachen die Gäste 'chon zeillich auf, theilweise um nach Laibach zurackzulehrcn. Die Gcnsdarmen entfernten sich eben» falls, wurden aber später aus der Vezirlsstrahe in Biunn-dorf selbst von ungefähr 30 von zwei Seiten mit großem Gcschiti anrückenden Burschen überfallen und schwer ver« wunvct, wobei einem Gensdarmen Gewehr und Säbel «nt> rissen wurde. Beide Verwundete wurden Tags darauf in das l. l. Garnisonsspital überführt. Herr Nezirtshauplmann Pajt begab sich sofort an 5)rt und Stelle und nahm die nöthigen Nachforschungen vor. Gestern Morgen« wurde bereits ein dcr Theilnahme an dieslm Verbrechen delnzicyl ligler Bursche an das t. l. Bezirksamt eingcliiftrt und von demselben nach aufgenommener 5Pl'ci<»» >l>c!i dem t. l. Lan< desgtlichte zur weiteren Verfügung übergeben. Der Vorfall liefert leider einen neuen Beweis von der unler der Vevöl» lerung der Umgebung immel mehr einreihenden Verwilderung, welcher zu stluern Herr Bezirlehauptmann Pajl alle Energie ausbietet, deren tiefere Gründe zu entfernen aber wohl auher dem Bereiche selbst des tüchtigsten VerwallungKbeamten liegt. — (F cu e r ö b rü n st e.) Vorgestern um 5 Uhr Nach-mittags traf ein Blitzstrahl die Behausung des Michael 3lubel Haus-Nr. 4/5 in Rudnil, welche sammt Getreidespeicher und Schweinstall niederbrannte und wodurch ein Schaden von 1000 sl. verursacht wurde. — Denselben Nachmittag zwischen 5 und 6 Uhr zündele der Blitz in einer Doppel« harpfe des Thomas Schuslerschilsch am Moraste bei Lippe C.'Nr. 30 und brannte dieselbe sammt Flüchten nieder, der Schaden betrügt auch hier 1000 fl. — (Theater.) Td gestrige Theaterabend war ein sehr glücklicher. Ein volles Haus, eln animirles, danlbares Publicum und eine gerundete allseitig befriedigende Vorstel» lung, das sind Dinge, dic sich nicht immer zusammenfinden. „Accept gegen Schwiegermütter" ist ein köstliches Lustspiel mit dlm witzigsten Dialog, das man auch ganz gut „Recept gegen Laxgcwcile" dttittln könnte. Die Darstellung war allseitig entsprechend und zusammengrmend. Den gröhlen und velvientlste» Beifall erhielt Herr Krosset als Hausarzt Don Cleto für sein unwiderstehlich drastisches Spiel. — Tie Operette „Flotte Bursche" genießt hier große Beliebt» heil. Sie war diesmal in den bedeutendsten Partien mit Opeinlräften: Anton (Frl. Anger) und Lieschen (Frl. Le Pretre) beseht. Frl. Anger brachte ihre schöne Stimme zur vollsten Geltung und wurde lebhaft applaudirt. Frl. Le Pretre war ein niedliches Lieschen mit eincm niedlichen — Etimmchen, mit welchem sie diesmal glücklich opcrirtc und Beifall erntete. Der Glanzpunkt des Abends war natürlich wie immer das Engländerduelt, in welchem Hr. Müller und Fr. Keller«Podhorsly gleicherweise excelinten. Der Chor verdient alles Lob. Die vortreffliche Llistnng des Herrn Art als HieronymuS Geyer, uns schon aus der letzten Saison im besten Andenken, dür« sen wir schließlich nicht übergehen. Nach dem Erfolge dcs gestrigen Abends tonnen wir uns fchon jcht im Lustspiel und Operette viele angenehme Abende versprechen. Vericht iiber die Sitzung des krain. Landes« Ausschusses vom 2<>. September. Es ereignet sich sehr hüusig der Fall, daß arme, mit unheilbaren Krankheiten behaftete Kranke aus dem Spitale entlassen werden müssen, weil sie sich eben zu einer weiteren Behandlung in einer Heilanstalt nicht mchr eignen. Derlei sieche und erwerbsunfähige Personen sollten nach den be- stehenden Vorschriften in die Armenuersorgung der Zustän-digleitsgemcinde abgegeben werden, allein bei der höchst mangelhaften Einrichtung der Armenpflege am stachen Lande und der Vcrmögenslosigkeit der meisten Gemeinden erscheint es ost aus Humamtatsrücksichten geradezu unlhunlich, di.se ar» men, unbehilssichen, zudem m>ist alten Menschen ihren Heimalsgemeinden zuzuschieben, da sie von denselben die nothwendige Unterstützung und Pflege nicht gewärtigen können, namentlich dann nicht, wenn sie schon durch viele Jahre von der Heimat abwesend waren und dort keine Verwandten mehr haben. Aus Anlaß eines neuerlichen solchen Falles beschließt der Landesausschuß, tic Frage in Erörterung zu ziehen, auf welche Weise die Errichtung von Siechen-hHusern in den einzelnen Bezirken dcs Landes anzubahnen wäre. Herr Tr. Blei we is übernimmt es, in einer dcr kommenden Sitzungen hierüber Anträge zu stellen. Uebcr eine Anfrage der Gemeinde H limlje, was für Ausweise diejenigen, welche Findelkinder in ihre Pflege übernehmen wollen, beizubringen haben, wird derselben bedeutet, daß solche Personen vo» Seite dcs Gemrindevorstanves und des Pfarramtes mit Certificate» versehen sein müssen, worin bestätiget wird, daß sie die moralische Eignung und auch die pecuniaren Mittel besitzen, um die Erziehung und Pflege der Findlinge besorgen zu können. Weil übrigens fortwährende Beschwerden austauchen, bah von Stile dcr Germindevorstände und der Cural-geisllichleit die gedachten Certificate den Bewerbern besonders auö dem Grunde verweigert werden, um nicht Findlinge in die Gemeinde zu erhalten, so wird beschlossen, an sämmtliche Gemeinden de3 Landes eine Belehrung zu erlassen, dah es für die Gemeinden selbst vorteilhafter rc. Mctalliqnes mit Mai- m>t> !Novcmb:r-Ziuscu 58.70.-5verc. National Anlehen 65.30. -- Oanl-aclien «84. — Trebitacticn 179.70. - 1860er ZtaatSa'llebe» 82 ?», — Gilber 121.65 — l'ondon 123 85. — K. l Dlicaten 5.91' ... Keschästs-Zeitung. Laiback,, 25. September, Auf dem heutigen Marlte sills' >i-schienen: 4 Wagen mit Getreide. ________________Durch schuitts - Preisc. st.,lr. st. lr. fl. lr. ft. ll. Weizen pr. Meyen 5 70 «37 Butter pr. Pfund '!4 - — Korn „ 3 20 3 5,0 Cicr pr, Stillt — 2 _,'„. Gerste „ 2 50 313 Milch pr. Maß —10 - Haftr ,. 1 «0 180 Ni!ldslrischPr,Psd, -21------- Halbfrucht ,. -------4 30 Kalbfleisch „ - 22------ Hsidsil „ ------- 3— Schwciuchchch,, ^ 22 - - Hirse .. 2«0 3- Schijpscnsicisch „ —12- - Kulurntz „ -------3 6l; Hähndcl pr. Stllct — 30 - - Erdapfel „ 130--- Täubn: „ «, 13_.. ^ ^.'inscu „ 4------------ Heu pr. Zentner — ,i0 Hrbscii „ 4------- Stroh „ —HO—. Fisolen ,. 3 50------- Holz,haN.,pr,Klft.-------7 5<> slindsschmülz Pfd. — 44---------------- weiches, „ -..... 5 5,0 Schweineschmalz „ — 4 >------- Wein, rother, pr. Speck, frisch, „—36------- Cimer ^. _. 12.- — qeräuchcrt „ — 4>1 —!— — weißer „ —-.13-. Äuftekonlmelte Fremdöl Am 24. Septemlier. Stadt Wien. Die Herren: Luzit, l. l. Oberst, uon G,az. -Rossger, von Verona. — Hirschman, Kanfm.. von Großlanischa, Novi«, Großhändler, von Trieft, - Gillermann. Kansm, uu» Nainliclg. - Lavinscheq. Outsbes., uou Gairiui. — Frl, Homan, von Radiliannsdorf. Elcphaut. Dic Heircn: Dermcl, von Adclsberg. — Hirsch, Pliulliicr. und Weiß, Kansm., uon Wien, -- ProssmiM. Me-, biciner, und Huelicr, uuii Gra;. — ,Lcngyl, Kanfm,, uun Groß. kanischa. — Stern, Weinhändler, uun Agram. -> Mcllu?, Opernsänger, uon Trieft. - Vlcindaner und Älmsbcrger, Privalier^, von Linz. — Stcinbaner, Privatier, von Steier. Wilder Mann. Die Herren: u. Aergfcld, Priualier, von ssi,^ nisssberss. — Stampfl, van Goüschee. Sternwarte Fran Hans, BeamtcuSwitwe, von Nndolsewerll, Mohren. Die Herren: Polorn, m,^x. Olierlt. — Pichler. Mn rineofficicr, uon Villach—Mayer, Cadet, von Poln. — DiiM, Seifensieder, Faflil, ^ondnclciir, und Frl Golduer, Kächi", von Graz. Theater. Heute D 0 n n 2 r S t a a.: Die Waise von Vowood. Schauspiel in 4 Acten uon Eharlottc Birch-Pfeiffer. Morgen Freitag: Dab Mädchen von der Spule. Posse in 3 Aunilgsi! uon (5, Elmar. Meteorologische Ael,0 328.«3 ^8.« SO. schwach Regen ^egcn Rasches Steigen dcs Barometers. Trüber Regentan Vedeü-tcnde Ablilhlnng, Dic Alpen tief herab beschneit. _____Verailtivllrtlichcr Redacteur: Iaua, v. Kleinmanr Hörsenlienchl. Wien, 24. September. Dic Bürse war sehr gcschäftSlös und dcr Cft'cctenmartt laum verändert. Devisen und Valuten schloffen ctwaS flauer. Geld fliissla. Veffentliche Schuld. .X. dcs Staates (für 100 fl) Geld Waare In ii. W. zu 5pEt. für 100 fl. 51,30 51 4<> In üslerr, Währung steuerfrei 57.30 57.40 *,, Steucranl. in ö. W. v. I. 18,',4 zu 5pCt. rlichahlbar . 87.25 87.50 Silbcr-Anlchen uon 1864 . . 73.— 73.50 Sill)eranl.18«5 (Frcs.) ritckzahll,. m37Iahr. zu5pCt. 100fl. 78.— 78.50 Nat.-Ant. mit Iän.-Eoup. zu 5°/, 65.30 55 40 ,, » « Apr.-(lonp. „ 5 „ 65.50 65.<:<» Metaslrques . . . . „ 5 „ s^.-jo 5^.45 detto mit Mai-Eoup. „ 5 „ 58.K0 58.^0 detto.....„4^ 48 25 48.50 Mit Verlos, v. 1.1839 ... ^7. _ 137 59 „ „ „ „ 1854 . . . 71.75 7225 „ „ „ „ 1860 zu 500 fl. 82.70 82 80 „ „ „ „ I860 „ 100,, 86.75 87 2,-. „ „ „ 1864 „ 100,. 73.70 73 30 «tomo-Renteusch. zu 42 I.. »uzt. lft-0 ii0... 8. dcr Kronläudn- (für 100 fl.) Gr.-Entl.-Oblig. Niederösterrcich . zu 5°/, 88.— 89.- Obcrüsterreich , „ 5 „ —.— 83.— Geld Waare Salzburg .... zu 5°/, 86.— 87.— Vohmcu .... „5 „ 89.— 90.- Mähren .... „ 5 „ 86.50 87.50 Schlesien .... „ 5 „ 86.— 87.- Stcrcrmart ... „ 5 „ 89.50 90.— Ungarn.....„ 5 „ »)8.,^0 69.25 Temcser-Vanat . . „ 5 „ 6 Süd,-nordd.Ver.-V.2O0 „ „ 123.75 124.— Süd.St.-,l.-ven.u.z.-i.E.200fl. 184.25 184.50 Gal.Karl-kud.-B.z.200fl.2M. 212.75 213.— Geld Waare Böhm. Wcstbahii zu 200 fl. . 113.50 144 — Ocst.Dou.-Dampfsch.-Gcs. Z-H 480.- 481.— Oesterreich. Lloyd in Trieft Z I 17 <.— 176.— Wicn,Damftfm.-Ac!g.500fl.ö.W. 4^0.— 430.— Pester Kettenbrücke .... 375.— 385. — Anglo - Austria - Bank zu 200 fl. 105 50 106.'- Lcmbcrgcr Eernowitzer Acticn . 173.- 173.50 Pfandbriefe (für 100 fl.) National- ^ bank auf ^verloSbar zu 5"/« !>670 96.90 E. M. j Nationalb.anfö.W vcrlo«li.5„ 92.15 92 .'i0 Ung. Bod.-Crcd.-Anst. zu 5'/, „ 89.75 90.25 Mg. oft, Bodeu-Ercdit-Anstalt vcrlosbar zu 5"/„ in Silber 104.50 105,50 Domaincn-, 5pcrc. in Silber . 106.25 106 50 Uose (pr. Stück.) Cred.-A.f.H u.G.z.100fl.ü.W. 127,40 127.60 Don.-Dmpssch.-G.z.I00fl.EM 85.75 86.75 Stadtgcm. Ofen „ 40 „ " Krainischc GrnndenllnNungs: Obligationen, P^ valnot,ruug: 87 Geld, 93 Waare,