^ M. samstag am 6. Dezemlm- 1862 Me „Laibacher Zeitung" erscheint, niit Ausnahme der Somit mit» Feiertage, täglich, und lostet sammt dcn Veilagen im Comptoir ganzjährig 11 si., halb-jilhrtg ü fl. 50 lr., mit Hrcuzband im Comptoir ganzj. 12 fl,, halbj. 6 si. Für die Zustellung in'« HanS sind ljalbj. 50 lr. nnchr zu entrichten. Mit der Post portofrei ganzj., unln Kreuzband und gedruckter Adresse 15 si., halvj. 7 fl. 50 lr. Änstrtionsgebiiyr silr emc Garmond - Spaltenzelle oder den Naum dcrsell'en. ist filr imalige Einschal-Mng L lr., für 2maligc8lr., filr ömaligc 10tr. u. s. w. Zu diesen Gebühren ist noch der Insertions - Stempel per 30 kr. filr eine jedesmalige Einschaltung hinzu zu rechnen. Inserate bis 10 Zeilen losten 1 sl. 90 lr. filr 3 Mal, 1 fl. 40 lr. fl!r 2 Mnl nud 90 lr, fl!r 1 Mal (mit Inbegriff des Insertionsstempelö). Amtlicher Theil. e3e. k. k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 2^ November d. I. die Wabl dcö Univcrsiläts> Professors Meo. Dr. Joseph! Majer, zlim Präsidenten der Krakaner Gelehrten» Gesellschaft für das Jahr 1803 allcrgnädigst zu ge>! lohmigeu geruht. Das Staatsmiuisterium bat auf Vorschlag dcs ('llnl.l^Ii. Klasse; die Stcucramts-Offizialc ll. Klasse Josef Götzl uud Joh. Stola, den ersten zum definitiven, dcu lehtercn ,;uin prooi sorischcu Klilttrollor ^««. Klasse; die StcueramtS-Zlssistouteu l. Klnsse Franz Iuvan zum definitiven m,d Valentin Vcvienil zum provisorischen Steuer-amtö-Offizial lll. Klasse und dic Stcucramtö-Prak-titantcll ^ndwig Wcbcr zum definitiven, dann Karl Thomann znm provisorischen Stencramts-Wflcn< ten lll. Klasse ernannt; den Stcucr-Untcr-Inspeltor und fnlWrcudcu provisorischen Stencr-Eiuuchmcr >l>. Klasse Leopold Augllstiu iu gleicher Eigenschaft definitiv bestätiget; die Ofsizialc lll. blasse Johann Iagodiz defiuitiu uud Johann Trat nil provisorisch in die ll. Ochaltoflasse dcr Stcucramts.Offi-ziale; die Stcncramtö Assistenten ll. Klasse Franz Ich an definitiv uud Bartholmä Mitlancic provisorisch iu die !., und die Stcncramts - Assistenten lll. Klasse Franz Wahrheit definitiv uud Ignaz Müller provisorisch iu die ll. Ochaltötlassc dcr Stcueramt>!<'Assistcutc!> vorrücken lassen. Vom Präsidiuul dcr k. t. Stencr-Direltion für Krain. Laibach am 9. Dezember 1862. Nichtamtlicher Theil. Laibnch, i». Dezember. Die l'ebre von dcr i'ogik der Thatsachen ist gar sl? übel nicht und wird den Ven'assnngsfeindcn recht nubeglicm; denn mit aller Sovbistik l>nd Rabllüst'k können sie die Thatsache nicht wegleugnen, daß die Kousolidiruuq und Besserung der Verhältnisse, trol) den Sä'wieri>',kliten. welche oer Durchfül''.iiu^ der Ver» fassuuq iu den We^ gelegt werden, eine offeul'arr isl Da qeln sich die qropeu uud v^rtheilbasteu Vl-ränderunssei! 'rreiä'. Die «Süodsuü'che Zeitiü'g". wclclie so culschiedeu qegcu Oesterreich Frout macht, cntda'lt folgeu Passus: «Für österreichische Yffl-klen bleil't die Gjinimuüg slmu!l?igeud. Die Vcssyer haben Ver< trauen, ser Kapitalist kaust, weil man clnliche A». ftrlu^llnqeu siedt. dem ?audc Freiheit uud Wohlfahrt in gel'eu. weil vor Allem das uoch sc> juu^c cou-stitutiouelle i!ehen iu den Re^icrun^slreiseu aufrichli>ie ^lchtiliis, findet, weil man hier keinen Anstauo uimmt. trot) schwierigen Verhältnisse!! nach Innen lind Außen am KrieMicer sc^ Millionen zu spare», währeud man nnderlrärt,? der Volksvertretung zum Hohuc das gauze ^m,d zu Soldateu machen möchte." Uud woher diese Wandlung der öffenllichcn Stiminung? Sie ist offcnhar nnr eine Folge d) ei!,ill!chr!l iliio l>cs lilsslschsii Prilizr» nils' t»ie ^l'ic« chischc Krone scheiut wirklich alls' diplomatischem Wege zu Stande gebracht. Nunmehr rücken die anderen Kandidaten wieder in den Vordergrund. Es wurde gemeldet. Fürst C>artorykki sci ebenfalls unter die Kandidaten gegangen. Ein Vcricht ans Paris sagt. die Agenten dieses polnischen Magnaten seien bereits in Atycn. um das Terrain zu bearbeite». Der Prä« lenient für den polnischen Thron scheint somit seine polnischen Hoffnnngen aufgegeben zn haben. Der Herzog von Dalecarlien. welcher ebenfalls genannt worden. dürfte kaum auf zahlreiche Auhäxger zählen sönnen trol) seiner 'Abstammung oon Vernadollc, dessen Eigenschaften, wie ein griechisches Vlatt meint, der ucne König uou Griecheulaud habeu müßlc. Iu Pm'iö haben iu Vetreff der griechischen Frage die diplomali,chlü Kreisc sich scheu ft> weit aufgeheiterl, oaß ein Sta,uc!uauu scherzhaft äußrrle: es sei die rechte Zeit gekommen, einen allgemeinen Konknrs um die Zulassung zum griechischen Thron iu deu Blätter» auszuschrcibcu. Iu Turin bemüht man sich bis jept erfolglos ein Ministerium zu Stanoe zn bringen; es will ebcll Niemano das Slcncr in die Hand nehmen, da dao Slaati'schiff rettungslos dcr äandbaul zlitreibt, oie exi ..frauzöüschcr Eiliftuß" heißt. Italien war nie unfreier als jettt; es ist in der Thal eiue französische Präfcklur uul> der jeweilige Mlui,ttr mnß tanzen, wic man an dcr Seinr pfeift. Natazzi beabsichtigte, die Kammer aufznlösen. wnrde aber vom Könige im lchten Augenblicke iu> Stichegelassen, indem dieser sich der Aufiösung wider sehle. Man glaubte in Tnrin. der Umschlag in dcr Ansicht dcS Königs sci dem Einflüsse Garibaloi's zn» iuschrcibcu. Am Dresdner Hofe soll die r»om prellßischcn Kabiuctc an deu Knrfürsten von Hessen gerichtete Note eine große Aufregnng hervorgebracht haben, ludem man darin einen das deutsche Äundeörecht uer l.ycudeu Eingriff in die Sonvcra'netätsrcchtc der deut' scheu Fürsteu ftudct. Da man in Dresden Kunde hat von einer gleichen Auffassung dcr Note bei dcu mcisteu Regierungen der Mittelstaaten. so dürfte sich der Dresdner Hof mit den andern dcntschen Höfen in Verbindung sepen. nn^ die Angelegenheit, iu dcr Vnndcöucrsalnmlnng zur Sprache zn briugen. Zur griechischen Frage. Die provisorische Rcgicrnng in Griechenland hat tn dcn lehlcn Tagen das im Beginne ihrer Thätigkeit von ihr veröffentlichte demokratische Wahlgesey umgeändert, uud dadurch t-ie Ncchtc der Körperschaf« ten an dcn Wahlen zu der bevorstchcudeu Nalioual» Versammlnng verneint. Es hatten nämlich diese Landsmannschaften. bestehend ans Eviroteu. Thcssa.-lieru. Krelcru, Thraziern, Mazedoniern. Ionicrn x.. seit dein Jahre 1i>2l wegen ihrer Mitwirkung in dem Unabbängigkeitskriegc das unbestrilt-nc Necht, als Körperschaften an den ?i>ab,lcn für die Abgeordneten znr Natioualversammlnng lheilzuuehmcu. Dieses Nccht ist nuu den Körperschaften genommen nnd hiermit, wic ein Vcricht der «Allgem. Ztg." aus Atlieu vom 22, v. M, sich ausdrückt, eiu ungeheurer Niß iu d,;s gcmcinslinic und einige Zusammenwirken dcr Nation gcmacht. Mau will mit Pcslimmthcit voraussageu. daß dicsc LaudZmannschaften, soweit sie in Athen vertreten sind. ungeachtet der Nichtanerlcnnnng ihrer alten Rechte von Seite der beutigcu provisorischeu Rrgicruug doch zu dc» Wahlcu schreiten werdeu. iu dcr Uebcrzcngnug, daß uur dic Nationalversammlung selbst über ->ic rcchlmäßige Anwesenheit ihrer Abgc< ordnete» in ihrem Schooß elUscheidcn könne; n»um-iviiüdsii sprechen sic die Absicht ans, sich mil den Wliffcn ill dcr Hmid iu dcr Natioimwcrsammlung zu l'cl'aiiplcn. Als Antwort mis' den Ncgieruug^bcschluß wurden dic i» ^Iihcn „ud Pyräu^ wohucudeu Thessalier zu cii'er Gcneralvcrsammlnng alls den 2!j. November einbcrnfen. dlc im Theater in Athen stattfinden sollte. Zweck war: Vorstand und AnSselmß zn wählen. Dic Athenische Presse tadelt olmc Aus« nabmc den Veschluß dcr Regierung. von welcher es deißt. daß sie jeyt zwischen zwei Fcnern sich befinde: dem Vollswillen, dcM sie vor wenigen Wochen das Recht eingeräumt habe. uud dcm Willru dcr Diplo» malie, dem sie das Recht einräume» müsse. Auch in anderen Richtungen stößt die provisorische Regierung anf Widerstand und kommt hänfig iu den Fall. ihrc cigcncn Maßregeln, namentlich die uou ihr verfügten Anstclluugcu widrrrnfcn zu müsscu. So vertrieben die Vaueru willkürlieh deu von oer Regie« rung ciugesente» Nomarchen von Euböa, weil sie merkten, daß es n>n ibr Vesi^tbnm gsschcheil sci, wenn der neue Nomarch laugr auk seinem Posten bliebe. Dcr erstc Anstoß zn dcn DemonstrUiouen ui Gunsten der Wahl d.^ Prinzen Alfred so.l von den griechischen Kausleuten in England nach Syra nud >n>f die ionischen Inseln, und erst vo» ka naäi Alben gekommen sein Uebriaen»; dauern diese Demouslra« lioucu nnnnterbrochen fort. Die Nede des Abgeordneten Kromer, welche derselbe in dcr Sinnng dcs Abgeordnetenhauses vom 27 v. M. hielt, bat zwar den Erfolg nicht gc> ^babt. dcn der Herr Redncr anstrebte, da eö jedoch linsere i'eser iutercssiren dürfte, die Gründe zn bö'.cn, auf welche hin drr Redner den Ausschluß unscreü Kroulandcs in Vezng auf die Steucrcrböbung verlangte, so theilen wir in, Nachstebcndcn die Rede nach dcm stenographischen Berichte mit: „Es ist zwar cinlcuchtsnd. daß zur Dcckuua. des bedeutenden, im Stafttshansbaltc für das Iakr !8li3 bez,fferten Defizit und zur Abtragung der Staats« schnld an die Pauk dic Eilinabmsqnellen aller Steuer-gallungen vcrhättuißmäöig iu Anspruch genoinmen werden müsse», daß sobin anch dic von dem Flna,;° allsschnsse im Ariikll >' des vorliegenden G.sepeiU-wurfes branlra>,lc Erböhnn^ der direkten Steuern — obschon -sprechenden Vichstand eine lohnende Aodenknltnr fast nicht denkbar und daß lehterc nnr in Verbindung mit industriellen Unternehmungen mehr ergiebig ist, fo dürften Sie wohl zngebcn, daß anderen Kronländern gegenüber Krain wirklich zn hoch belastet sei. Znm mehreren Beweise dessen berufe ich mich auch anf den in der Sipung vom 23. September vernommenen Vortrag des verehrten Herrn Abgeordnc» ten Schlegel, welcher bei den Kalastralcmfnabmcn in Stcicrmark. Kärntcn, Krain. Salzlmrci, mw Ober» österreich dnrch volle neun Jahre beschäftigt »run, daher in diesem Felde gewiß ein erfahrener Gewährö« mann ist. Auch cr hat das Kronland Kram als das meist belastete bezeichnet, und insbesondere dnrch statistische Daten über die Pachterträgnisse der Staatsgüter nach« gewiesen, daß die Grundsteuer von verpachteten staats-herrschaftlichen Aeclcrn, Wiesen und Gärten in Nieder-östcrrcich 17 vO. i>, Böhmen 3l'/2 pCt. und in Krain 60 p(5t. des jährlichen Pachtcrträgnisscs, daß ebenso die Grundsteuer von den Waloungcn in Riedcrö'stcr-reich 11'/5 pCl.. in der Steicrmark 1 l ^ pEt.. in Böhmen 16 p(5t. und in Krain über 60 psst. des jährlichen Pachtzinses, daß endlich die Grundsteuer von den sämmtlichen verpachteten Staatsgütern ^zusammengenommen in Wcstgalizien durchschnittlich l»^ psst., in Kroatien l)^ p(5,t„ in Niedcrösterreich 2«^ p(5l., in der Baczka 26 p(5t.. im übrigen Ungarn 3 l pCt., in Ostgalizien 41 M.. in Böbmen 6ü pCt. und in Krain gar l>8 pEt. des gesammten jährlichen Pachtertrciges absorbirt. Nun, diese Zahlen sprechen doch dentlich für eine zu große Belastung Krams, und in einem fast gleichen Verhältnisse steht die Grundsteuer anch zu den von Privatgütern erzielten Pachtzinsen. Von dieser Steuerüberbürdnng auch ganz abge-scbcn, wnrde das ^,'and Krain, nachdem es dnrch Jabr. Hunderte in allen Wechselfällcn den übrigen Erblän« dern trell znr Seite gestanden, im Jahre 1809 bt> kanntlich an Frankreich abgetreten und erst dnrch den Pariser Frieden in, Jahre l8I4 dem angestmnmtcn Hcrrschcrhausc wieder rückgegeben. Damals nlm bat die hohe Regierung das ge-sammle ^andesocrmögen incamcrirt und daraus den Ständen Krams alljährlich nnr eine Quote ausbc-zahlt, welche zur Deckung der Kauzleianslagen und Fimklionsgebührcu 5er nnr mehr zu einem Scheinleben verurthcillcn Bandes - Vertretung kaum zurei-chend war. Wiederholte Gesnche und Vorstellungei, auf Rück« ausfolgimg des Provinzialfondes blieben ohne aus« reichenden Erfolg, und so ist das Kvonland Krain bcmüssigt. alle Landcsauslagen durch drückende Steuer» zuschlage zu decken, währcno der ihm von der Regie-rnng entzogene und ineamcrirtc Provinzialfond theilweise noch derzeit für Slaatszwtcke verwendet wird. Endlich lnnß das Land fchon seit dem Iabre !849 fortgeseyt die Einquartierung. Verpflegung und Vorspann für alle Trnppeu beistellen, welchc auf den Durchmärschen nach odcr alicj Italien i» Krain. als dem Knotcnpnnktc von allen Seiten her sich konzen-triren, Für die Einqnartirnng wird bekanntlich so viel wie keine, für die Verpflegung der Truppen kaum die halbe Vergütung geleistet, für die Vorspann nur Das unbedeutende Meilengeld, für die Rückfahrt gar nichts bezahlt. Erwägen Sie daher, meine Herren, die enormen Opfer, welche das Land seit 14 Jabrcn sorlgesept für die Gesammtheit schon dadnrch bringt, daß alle Häuser der Landeshauptstadt, daß ebenso alle Ortschaften in der Nähe der Heeresstraßen fort-gesetzt mit Trnppen überfüllt, daß endlich die Grnnd« bcsiyer auch zur Zeit der dringendsten Feldarbeiten genöthigt sind, ibr Zngvich für das karge Mcilcngeld znr Vorspann beiznsteilen. Ich glaube. diese seit Jahren fortdauernden Prästaticmcn müssen schon an mW für sich als eine sehr drückende Grund-, Hmisklnssc» . und HmiszmS-stcuer angeschen werden. Zur nähern Beleuchtung dieser Last will ich hicr nur Eines Beispieles erwähnen. Die Stadt Laibach, welche kaum 1000 Häuser zählt, hatte in den Jahren 1868 bis l86l, also in einem Zeiträume von kaum vier Jahren, zusammen über 2,400.000 Einquartierungen zu übernehmen. mw im gleichen Verhällnissc natürlich auch die erforderliche Vorspann beizustellen. Sie werden anch nicht verkennen, daß alle diese Trnp-pcnbewegnngen und Durchmärsche nicht lediglich im Interesse Krams, sondern im gleichmäßigen Interesse des ganzen Reiches erfolgen. Und wer zahlt deßun-geachtet anch die baren Vorspannsauslagen für alle diese Truppenbewegungen? Nnr ein Drittel davon wird ans dem Militär- oder Reichsctat, die beiden anderen Drittel aber werden aus dem Landesfondc bestriltcn, und vorzüglich die Vorspann verursacht dem Feuilleton. Laibacher Plaudereien. (Das Wetter und der Mensch — Eisbahn — St. Nikolo — Weihnachten -mW imi-lo«! — Die Nilölaqefeuster der Modisten ^- Verführer der weiblichen IliMd — Beobachtuiiqei! — Sand in die Augen — Soir^m — Ocfsmtlichc totale.) Wer das Mccr gesehen hnt bei trübem und heitern Wetter, der weiß, welchen Einflnß der Himmel anf daösclbc hat. Vci trübem, regnerischen Wetter ist es farblos, fahl, traurig; bei 'heiterem, sonnigen Himmel erglänzt es in'all' scincr Schönheit. Achnlich wirlt das Wetter auf' den Menschen und ein feiner Beobachter wird oft bemerkt haben, daß der Mensch bei klarem Himmel und Sonnenschein viel freundlicher d'rcin blickt, als bei trübem Wetter. Daher mag anch das misnnthropischc Temperament der Engländer tommcn, denn die habcn mehr neblige Tage im Jahre als sonnige. Seit dem ersten Dc-zcmbcr haben wir nach einer langen Ncihc von Tagen, „dic uns nicht gefielen", wieder heitern Himmel über uns, und die Freude darnbcr lesen wir in Aller Mienen. Das berechtigt uns auch, vom Wetter zn rcdcn denn der -Feuilletonist muß nicht nnr von der herrschenden Stimmung Ali nchinm, er mu,i cmch dic Grnndc, wclche dicsclbc hcruorricfcn, erwähnen. Nachdem das Thermometer dic entschiedene Neiqung hat, des Nachts anf 6-8 <^ad "ntcr 0 zu fallen, haben wir Hoffnung auf dm baldigen Genuß cincr der schönsten Winterfrcudcn, ans dic Eis- bahn. Dic Schlittschuhe werden bereits lMorgcsncht uud uutcrsucht, ob dic Eiscn noch fcst sind, ob das Nicmcnzcng nicht schadhaft ist. Dic sonst wenig bcsnchtc Tirnan-Vorstadt wird dnnn wieder das Ziel dcr Schlittschuhläufer, und anf dcr Wicsc dort gibt dic schöne Welt sich Rendezvous. Eö ist gewiß ein feines, ncrucnstäriendcö Spiel, anf dcr spiegelglatten Bahn in leichten kreisen dahin zn schweben, und dcn Damen, dic sonst wcnig Gclcgcnhcit habcn, sich körperlich abzuhärten, ist cs nicht genng anzucmpfchlcn. Dcr Vorläufcr des ^hristtindchens, dcr von allcn „schlimmen" Anbcn nnd Mädchen clust gcfürch-tctc St. ^)titolo ist wicocr crschiencu mit all' seinem bunten Tand, Naschwarcn, schrecklichen 5krampuscn nnd vergoldeten Nuthcn. Allein unsere Jugend fürchtet sich nicht mehr, sic wandelt sarkastisch lächelnd zwischen dcn abenteuerlichen Gestalten dcr Nemesis in zottigen Gewändern nmhcr und spöttelt darüber, selbst dic grausigstcu Ungcthümc mit ricsigcn itrallcn und fnrchtbar hcrvurgcrccktcr Znngc rnscn nnr ein mitleidiges Vächcln hcrvor. Unscrc Jugend ist vollständig materialistisch geworden, sie intcrcssirt sich nur für dic Acpfcl und Nnssc, für dic Lcbzcltcr- und Zuckcr-warcn und cutwickclt sclbsl ^Iccigung für das drohcndc Birkeurcis — wcil es mit allcrlci ^taschwaren gc< schlnückt ist. Ic näher wir Weihnachten kommen, nm so sorgen-voller blickt dcr Fcumlicnvatcr d'rcin, dcnn co >st dai> dic Zcit, wo cr cincn ticfcn Griff in scincn Säckel thun muß. Gcwiß dnrftc cs Viclc gcben, wclchc sich dcn Rciehörath zum Borbild nchmcn und ucrschicocnc „Streichungen" am An^gabc-Etat vor« nchmcn möchtcn; aber dicse Umkchrnng dcr Vcrhält-nissc wird nicht gestattet wcrdcn. Dic Haus angeht rigcn wcrdcn chcr anf cinc Pcrmchrnng antragen und da^> ^bcrhanpt wird Mühc haben, dcn verschwende« rischell Gelüsten zn begegnen. Solche Gclüstc zu wcckcn, sind unscrc Modisten eifrig bemüht, sie ha« bcn ihrc Auslagcfcnstcr mit so köstlichen Gegenständen vcrschcn, daß auch dic Älickc Jener davon angezogen wcrdcn, für wclchc diese Gegenstände nicht be< stimmt sind. Es lohnt sich schon dcr Mühc, ""-solchen Auslclgcfcnstcrn stehen zn blcibcn; nebst dem Anblick dcr diucrsm Hüte, Bänder, Klcldcilwlscil, Shwals und Schlcicrn hat inan Gclcgcnhc't, ^noie»! zn machen. Da sicht man dcnn, wic d"s ^cuan-gcn genährt und dcr Hang zum LnP.^ zweckt wird. Zwei schlichte Mädchen nahen, betrachten M) dlc allcrlicbstcn Stoffc, dic Pclztra«M und Mnffc, die Spitzen und Seidenkleider, und scufM: ach, wc.M wir solch' schöne Sachen doch hatten'. Dann lommt dcr Ncid dic Schcclsncht, nnd der Gedanke swgt in ihnen auf/daß Madame X. trotz dcr Pracht ihrcr Toilette scl/icch" bleibt, und daß sic (dic Mädchen nämlich) !'n solchen Kleidern ganz anders „anschauen" würden. Daraus geht dcnn ganz evident hervor, daß dic Modchändlcr dic eigentlichen Verführer dcr weiblichen Jugend zur Putzsucht und znm ^nxuö sind. In frühcrcr ^cit, dic man so gcru dic „gntc, alte" ncnnt, wo mau dcn Mcnschcn für am glücklichsten erachtete, wenn cr recht viel gcmasircgclt war, hat mail Verbote gcgcn den ^nö erlassen. Hätten wir dicsc „gntc, altc" Hcit noch, es würde an clncr, dlc AnMgcfcnslcr betreffenden Bcrordnullg nicht schlcn. R«3 Lande auch jene cmpsi>ldlichrn Vciträgc für dci, Lan> dcsfond. welche in Krain schon über 4l p(5t. dcr sämiuilichen direkten Etcuern ansmachen. Wcun Sic sobin. meinc Hcrrcn, die zu hohc Besteuerung des Kronlandcs Krain. die widerrechtliche Incamerirung des Provinzialsondcs. endlich die große Last der Mill« täreiiignartirung. Vcrpstcgnng nnd Vorspannslcistnng auch ganz undclsu'ksichtigt lassen, so werdcn Sic doch zugeben, daß Kram bci dicscn ohnehin rmpfindlichen Naturallcistungen billigcrweise doch nicht verpflichtet sein kann. ucbstbei auch die baren Vorspannanslagcu für alle jene Trllppen zn bezahlen, weiche iin Inter« cssc dcs Gesammlstaalcs seit 14 Jahren fortgesetzt, das Land dllrchzicben. Denn schon diese baren Vorspann-anslagcn verursachen dem Lande fast gleich hobc Zu» schlage auf sämmlliche direkte Stcnern, als jene Steuer-Erböbung. ivelche der Finanzausschuß iiu Artikel V des vorliegenden Gesetzes beantragt. Wenn ich demnach das Kronland Krain von dieser Stcmrcrböhung vcrschout wissen möchie. so gc< schicht es gewiß nicht in der Absicht, diesen, Landc eine minder gerechtfertigte Begünstigung zu erwirke», sondern lediglich aus dem Grunde, nm das große Mißvcrhältmß doch ll>eilwcise zn desritige», welches in der Belastung dicses Kronlandes gegen jene der übrigen Kronländer gegenwärtig obwaltet. Man wiro mir natürlich einwenden-, die Revi« sion des Katasters ist ja ohnehin in nächster 'Aussicht lind bisbin müssen alle Länder gleichmäßig sich gc« dulden. Nun mindcv belastete Länder können aller« dings mit dieser Aussiebt sich bescheiden. Allein Kraiu isl bereits seit beinahe 29 Jahren uuverhältnißmäßig überbürdet, und sollte die Revision des Katasters nicht oberflächlich vor sich geben, sollte sie den bisherige» Gebrechen gründlich abhelfen, so wird sie vielleicht in >'!—10 Jahren noch nicht durchgeführt werden. Wie lange also soll das Land noch gedulden! Fast ein Dritthcil der männlichen Bcvöl-fcrung Unlcrkrains und einiger Bezirke Oberkrains muß ohnehin fast alljährlich seine Heimat verlassen, um mit dein Hansirbanocl, dann in den Holzschlägen und bei den Gewerkschaften der benachbarten Kronländer die Mittel zur Sleucrzahlung uno zur Sub» sistcnz der Familien sich erwerben, und dcsscuuugc« acblet hat. ob rer bisber drückenden Belastung die Verarmung des Landvolkes bereits derart zugenommen, daß es sein Bcsitttbum schon ganz glcichgiltig den Ncal-Erckutioncn preisgibt, indem es vollends entmutbigt als thatsächlich bcbanptet, dcr Grundbesitzer könne sich derzeit olmchin nicht helfen, bis er seiner Realität losgeworden sei. Ich hal'c Ilmcn, mcino Hrrrcil, ftic l'i^lirriac Vclastlüni Drains uiid die dortigen Pcrt'ält»issc wahr-ysil^gctrci! dargestellt. Sie haben auch jenen Ländern . in welchen nnr unfruchtbare Jahre oder sonstige rein lokale Ursachen ciuc momentane Bccräng« niß veranlaßten, durch Vo'tiruug billigeren Salzbezugcs und dergleichen bisher manche Begünstigung gewäbrt, Ich bille für das Land Kram ans derlei Anlässen um keine Begünstigung, sondern nur um eine loyale Würdigung dcr empfindlichen, in den lehtcu Jahren von diesem Lande für den Gcsammtstaat gebrachten, noch fortdauernden Opfer, und um eine endlich b,llige und gerechte Alisglcichung des zwischen dcr Besteuc» rllng dieses Landes grgcu jcnc der übrigcu Kroulän' der bisher blstandcncn Mißverhältnisses. Hiezu ist gegenwärtig die Gelegenheit geboten, denn, wenn Sie auch das Kronland Krain von dcm neuerlich beantragten Sechötclzuschlage auf die direkten Steuern crimiren. fo bleibt cs »och immer so hoch wie die höchstbcstenertcn Kronländcr dcs Kaiserstaales belastet, und dcr dicßfälligc Ausfall in den Staatseinnahmen dürfte kaum auf l0l).000 st, im Falle dcr Annahme des Minoutäls'Anlrages aber lanin auf i!0M0 st. sich bcrechucn, Ich stelle daher den Antrag, das hohe Haus wolle beschließen: Im Artikel V. Zahl l dcs Finanz gcseßeö pro l8(i3. ui^d zwar den drei Abtbcilnngcn c>) bei dcr Grundsteuer, li) i.>ci der Hauszinssteuer und c) bei dcr Hausklasscnstcuer seien die Worte beizufügen: „Das Land Krain ausgenommen," Im Falle der Nichtannabme dieses Antrages aber wolle das hohe Hans wenigstens beschließen: Im Artikel V. Zahl l dcs Finauzgcsehes pro I8(i3, und zwar der Abtheilung ;>) bei der Grundsteuer, seien dic Worte einzuschalten: «Das Land Krain ausgenommen." Oesterreich. Mie«. Ihre Majestät dic Kaiserin Maria Anna haben eine historische Denkschrift über ein seit Jahrhunderten in Biadcnc verehrtes Marienbild cnt. grgcnznnchmen, und dem dortigen Pfarrer als Veitrag für die Bedürfnisse der von j>cn Biadenscrn in diesem Jahre gebantcn Kirche 100 Gnldcn zu spen, den geruht. Wien, 3. Dez. Dic ..Leipziger Mg, Ztg.« vom !l(1. v, Mts. hatte in lintr Pcrliner Korrespon« ocuz die Ansicht mitgetheilt, der bekannte Artikel dcr „Allg. Prcuß. Ztg," (gcgcn Verbindungen auswär^ tiger Diplomaten mit dcr inländischen Tagcsprcssc) sönne nur «an die Adresse des Grafen Karolyi, dcs gcgenwättigen österreichische Gesandten am kö»igl. Hofe gerichtet sein." Die «Donan-Ztg.« schreibt, daß nicht allein der erwähnte Artikel nicht gegen den kaiserlichen Gesandten gerichtet gcwcscu ist. soudcru auch, daß in gauz Berlin sich Niemand findet, der dieß ernstlich vermuthet hätte. Venedig, l! Dez!. Wie mrlantet, steht die Auflösung dcr 3:j<1l1 Mann starken cstensischen Brigade schon in wenigen Monaten nnwiderrusticb fest. und es dürfte dieselbe böchstens noch den Winter hindurch l'cisciil!!,!!,'!! l'lsll'c-ü. Dic Mannschaft wird zum Theil in dic k. k. Armec aufgenommen , zum Theil in ihre Heimat entlassen, zum Theil auf un. bestimmte Zeit beurlaubt. Ein Tlieil dcr Offiziere beginnt sich bereit» jetzt um cm Unterkommen umzu» scheu. Diejenigen, welche bis zur Zcit dcr Anftö» sung uicht uutcrgcbracht sind, werden, wic wir hö« reu. in Disponibilität verseht und von dcm Herzoge aus cigcucn Mitteln erhaltcu werden, da kein (5inzi< gcr sich dazu entschließen wollte, in dic Heimat zu. rüclzukehrel'. und unter dcr Regierung V. Emanucls zn dienen. Wic cs beißt, wird dcr Herzog ciueu seiner zahlreichen Paläste im l, v. Königreiche den in Disponibilität trctendci, Offizieren als Wohnung zur Verfügung stellen, sowie bereits ein Tl>cil derselben die Zusichcrnng crhaltcu habcn soll. eine Au-stcllnng anf den Gütern Sr. kaiscrl. Hoheit zu cr< hallen. (Tr. Ztg.) Deutschland. Aus Verlin wird der „Presse" geschrieben: „Die bicsigcu diplomalischcn Kreise tragen sich mit dem pikanten Histörchen, dcr Kurfürst von Hessen habe sich dllrch die von dcm Feldjägcr'Licutcnant nach Kassel überbrachte Note veraulaßt gefunden, eincu eigenhändigen Schrcibbricf an Se. Majestät den König Wilhelm zu richten. In diesem Briefe, beklagt sich, so sagt man, der Kurfürst bei scmcm königlichcn Bruder über die Drohnng dcs preußischen Minister-Präsidenten mit «cincr Pcnsioniiung", mW änßcrt die Ueberzeugung, daß dcr König nicht Kenntniß gehabt haben könne von der uael) Kassel überbrachten «Styl« übuug" dcs Herrn von Bismark. Denn der König von Prcnßcn, welcher das monarchische Prinzip so hoch halte und für das Königtbum von Gottes Gnaden feierlich eingetreten sei, werde uicht mit zweierlei Maß messen und auch das göttliche Recht anderer Fürsteu. welche ihre Krouc uicht minder rechtmäßig überkommen haben als dcr König von Preußen, rück-haltslos anerkennen." Tagesbericht. Laibach, 6. Dczcmbcr. Morgen Abend findet im Bahnhofsaalc cine musikalische Soiree Statt. — Dcr Urlauber, wclchcr dieser Tage auf der Straße todt gefnnden wurde, ist nicht erschlagen wor-dcn. sondcrn ist. wie die Obdnktion nachträglich dargc-than hat, lincm Schlaganfall crlegeu. Er halte mit zwei anderen Burscheu vier Halbe Branntwein getrunken und wurde ein Opfcr dcr Uumäßigkcit. ÄVien, 4. Dczcmbcr. Sc. Maj. dcv Kaiser hat gestern Vormittags Audienzen ertheilt und später auch die beiden Hcrrcn Statthalter, Grafen o. Mcunsdorf und Straßoldo, sowie dcn Vcßprimcr Bischof Johann Nauoldcr empfangen. — Se. Maj. dcr Kaiser hat eine Verwaltung und Gebarung in dcn Gcstüwwirthschaftcu mit cincm prubcwciscil Termine vou ö Jahren genehmigt. Dic liishcrigcn Erfolge erweisen sich nlö giinslig. — Ibrc Majestäten der Kaiser und die Kaiserin babcn für dic unbeschäftigten Arbeitcr u»d Wcbcr in Böhmen l^W0 ft. gcspcudet. — Nach dcm Schlüsse dcr NcichsrathS-Session wird ciuc aus Vcamtcn bestehende Sektion in Tha-tigtcit vcrblcibcn, wclchc dic Archw^ uud Rcgistratnr-Gcschäftc bis zur Wicdcrcinbcvuflmg dcs Rcichörathcö zu bcsorgcn habcn wird. Jetzt wcisi man, das? dcr Lnxuö dcr bcstc Consnincnt ist, und das;, jc grö^cr dcrsclbc wird, um so manch-faltiger dic Bcdürfnissc, werden, nnd in Folge dessen die Produktion steigen muß. Kaum sind die beiden. Mädchen gegangen, so naht ein jnngeö Ehepaar. Der Mann, die Gefahr ahnend die ii)m droht, will schnell vorüber; aber sie sagt: Ci, sieh' 'mal, dcn eleganten Kopfputz; ist cr uicht reizend? Ich möchte wisscu, lvaö cr kostet. — (5r meint, cr werde sehr theuer fein. Laß nns fragen, cntgcgnct sie. ^'»I('N5 - vol!'»,-; muß das liebe Männchen mit eintreten. An dcr glücklichen Miene der jungen Frau> an den hängenden Mundwinkeln des Mannes beim Herauskommen mcrtt man, cr hat „blechen" müssen. So lassen sich allerlei Äcobach tnngcn vor dcn Schaufenstern anstellen. Fragt man sich, wozn eigentlich dcr Mensch so erfinderisch ist in Modeartikeln — cr ist da fast so erfinderisch als in ilricgö- nnd Mordwaffen — so hattcu wir die Antwort darauf jüngst im Theater. Er streut mit all' dcn schoucn Süchclchen „Sand iu die Augcn". Was wären manche Mcufchcu, wcuu die Mode nicht wäre! Durch dicse allein machen sie sich geltend, lenken die Augen auf sich nnd prunken. Ohne die Mode nnd dcn durch sie hervorgerufenen Luxus würde man sie kaum beachten. Mittelst cincr eleganten Toilette strcncn Viele dcn Lcutcn „Saud in die Angcn" und machen ihnen glaubcu, sie gehörten zur gebildeten Welt, während sie doch darauf dnrchans teiucn Anspruch habcn. Das Stnck, in welchem dcr Gesellschaft ein Spiegel vorgehalten nnd ihr gezeigt wird, wie sie sich gegenseitig mit Acußcrlichieitcn betrügt: „Saud in die Augen", hat bei der Wiederholung weniger Pnblirum angezogen, nls wir nach der ersten gntcn Aufführung annahmen. Sollte die Wahrheit, die in dcr gauzcu Handlung liegt, verletzt yabcn? Es wäre das ciuc interessante! Kritik unserer sozialen Zustände. Wir glauben eher, der Besuch wäre größer gewesen, wenn die Wiederholung nicht so rasch erfolgte. Die Wintcrvergnngnngen werden einen Zuwachs erhalten; im Bahnhossaalc sollen öfter musikalische Soireen stattfinden, nnd ist die erste auf morgen anberaumt, voraussichtlich wird sie stark besucht werden. Äedancrlich ist, daß außer dem Vahnhof-^aal tciu öffentliches Lokal cMirt, wo ein Paar Hundert Menschen sich in geselliger Weise zusammenfinden können. Wirtlich passende Lokalitäten die hier sind, gehören meist geschlossenen Gesellschaften. Vor dcr Wiener Linie hat Herr Ncnnig ein Lokal gcbant, das diesem Zweck cutspricht, nnr ist cs leider nicht vollendet, um cs heuer schon benutzen zu tönncu. Für nächstes Jahr dürfte cs ein gesuchter Ort werden. Eine gute Spekulation wäre, wenn die Vierhallc iu der St. Peters - Vorstadt in einen Glassalon verwandelt und zn Nachmittags-Konzerten im Winter verwendet würde. Das müßte sich offenbar rcntircn. Allein unsere Gastwirthc scheinen vom Spckulationsgcistc noch zn wenig beseelt zn sein. Etwas Luxus nnd Komfort bezüglich der öffentlichen Ncstanrationslokale ist gewiß kein übertriebener Wnnsch. Möge cr bchcrzigt werden. Konzert. Das gestern Abend stattgehabte Konzert der phil. harmonischen Gesellschaft zum Besten ihres Fondes, mit Ausnahme einer Piolinpiccc rein vokal, war ein ganz ausgezeichnetes zn uenncn. Wir finden uns da vielleicht im Widersprüche mit dem Urtheil des Publi. knms. da5 sich sehr lau verhielt, anßcr bei den drci Damcnchören, wo cs schr lebhaft applaudirtc; allein wir tbeilen einmal nicht den Geschmak nnd die An» sichten dcr großen Mengc, die durch den Genuß neu« italicnischcr Musik ucrwöhnt, bessere Kompositionen nicht zn würdigen weiß Haydn's großartiger Chor aus dcr Schöpfung: „die Himmel erzählen die Ebrc Gottcs". rccht gut vorgetragen, wurde mit nur geringer Tbeilnahmc bmgcnommcn, und doch ist cr se> wunderbar schön. Die beiden Maunerchörc von Her-beck und Wer: «Zum Walde" nnd „Morgcuwandc« ruug" in würdiger Weise vorgetragen, hätten eben« falls cine günstigere Anfnahmc vcroicnt, und Schu> mauus reizender Chor «Zigeunerleben" ist so charakteristisch, nnd wurde sc» gut gesungen, daß auf eiuc lebhafte Zustimmung bältc gerechnet werden können. Nun, wir wollen nicht mit dem Publikum rechten, cs bat das unbestrittene Recht sich frei zu äußern; aber als Maßstab für die Leistungen dcs Vereins lassen wir cs nicht gelten. Dcr Beifall, welcher dem Vortrage der Lieocr für Sopran — schr hübsch ge-simgen von einer jungen Dame — gespendet wnrde, fanden wir dagegen ganz gerecht- dasselbe gilt bc-züglich dcr Deklamation — Hcrr Direktor Sallmayer sprach in vortrefflicher Wcisc cins scincr Gedichte ..des Sanges und dcr Wahrheit Nacht" uud dann cm zweites „Amor uud der Tod" — und bezüglich der Fautasic für Violine „Souvenir dc Villiui" von Artot. iu dcn getragenen Stellen namentlich sel,r hübsch gc< spielt von Herrn Zappe. Daß dic drei Damenchöre so ausuehmlnd gefielen, hat scinen guten Grnno; einmal war es rin Kranz rcizcnder Damcn, der sic sang, und für's Zweite warcn sie vortrefflich stuvirt nnd wurden so ausgezeichnet gesungen, daß das drille der zweistimmigen Licdcr wiederholt werden mußte. Raber einzugehen' anf rie einzelnen Nummern dcs intcre,. santen Programms gestattet uns heute der Raum nicht, das aber bebanpten wir: das Konzert war em recht gnles zn nennen. 5sK4 — Tic Gcscpf zuin Schupe der prrsonlicheu Freibeit und dls Hausrcchts. wic sic richten aus Calcuta 7., Bombay 12. November.: Die Nachrichten cms Kabul reichen bis zum 25. Ot-tobcr und m^^cu, es sei auf Andringen des persischen Gesaudlcn Mschen Dost Mahamcd und dcm Sultau Ahmed ^an von Herat ein Vergleich abgeschlossen worden. NMe Nachrichten und Tclrgrnmmc. Turin, 3, Dezember. Abends. Die „Discus, sione" schreibt: Das Ministcrium ist beinahe zusam. nicngcscßt. Pasolini soll das Acnsicrc und das Präsidium übernehmen, vom frubcrcn Ministcriuul würde Pctitti verbleiben, für das Iuucrc sci ein Lombarde bcstiinmt, Athen, I. Dezember. Der russische Gesandte hat dem Präsidenten Bulgaria eine Mittheilung gemacht, welche die Gcltcudmachuug dcr im Protokolle vom Iahrc 18W aufgestellten (^ruudsätzc bezweckt. Vtew'Aork, ^2. )loocmber. Es gcht da^< Gerücht, daß Kongreßmitglieder aus den südlichcu Uuiouöstaatcn die Absicht habcu, Briefe aus dcr Zeit des Zusammentritts des Kongresse zu veröffentlichen, in welchen Waffenstillstand und lmcdcu verlangt wird. Mailand, 4. Dezember. Die heutige „Pcrsc« veranza" mcloct aus Turin: Pasolini soll dcm König erklärt haben, daß ciu politisches Ministerium ohne cincu dcr hervorragendsten Männer, der Majorität. Gegner des gestürzten Ministeriums, uicht zu Stande gebracht werden lö'ims. Dciuznfolgc soll bereits Mmgbctti, dessen Alis,fl'licßung bcsäilosscn war. in daö Ministcrium aufgeuoinlncn wovdcu slin und dic Finanzcli übernehmen. Aus der Sitzung des kraillischeu Landes - Ausschuffes uo»! 20. Nou^ilbcr 1862. Zum Vortrage gelangte ein Referat über dic Militnrbcguatticrliug im ^auoe Kraiu. Es wurdc ciuc geschichtliche Darstellung aller Ereignisse seit dcn letzten französischen Kriegen geliefert, welche die Vcr-anlassung gegeben haben, daß Krain, insbesondere aber die Hauptstadt ^aibach, eine nngewühulichc Bc> quarticrungslast habe tragen mnsscu. Seit dem Er« scheinen dcö neuen Bcquarticruuge-')iormal? vom 15). Mai 185)1 sei jedoch diese ^ast „och vergrößert worden , weil nach dcn Bestimmungen desselben dic Ge- meinden auch dic Untcrtuu>l sur dir dauernde Be-quarticruug beistellen müssen, insofernc die ararischen itasernen nicht hinlänglichen Raum darbieten. D»> serwcgrn geschehe es, daß die in Vaibach für dic Unterbringung dcr Transcnal-Mannschaft beigestellten Näumlichlcilcn größtcnlheils von Garnisons-Trnppeu belegt sind, uud dcßwegeu zur Uutcrbriuguug dcr Mannschaft bei Durchzugen, der weilcrc Bcquanic-rnngsrayon in Anspruch gcuommen wcrdcn miissc, wornach die um dle Stadt Vaibach liegendcu Ort-fchaften bciuahe fortwährend solvohl mit Mannschaft als init Pfcrdcu belegt siud. In diesem Vortrage ist weiter ziffcrmäßig nach' gewiesen worden, inwicfcrnc iirain im Verhältnisse mit dcr übrigen Monarchie übermäßig dnrch dic Mi-litärbrqnarticrnng überbiirdet sci, zugleich wurde aber auch oargcthau, daß auch im ^audc selbst ciuc Uu-gleichluäßigleit obwalte, iudem nur ciuigc Ortschasteu im ^andc mehr oder weniger von dcr Beguartiernug heimgesucht werden, währcud viele Ortschaften diese ^ast gar nie empfinden. Ans diesem lctzlern seu, dic dicßfälligcn ihn gceignct schciueudeu Auträgc au dcm nächsten Landtage zur Berathung uud Beschluß-fassuug vorzulegen. ^lir. 27(>5). Ucbcr au das h. Staatsmiuistcrium gerichtete Vorstclluug des traiu. Vaudcs-Ausschusses, l>) daß bis zur Erlassuug cincs ucucn Straßcu-louturrcuz-Gcsetzes kciuc ucuc >ötraßeubaulichlcit ohuc Auhöruug uud Zustimmung dcr «.^emciudcu vorge-uommeu und l)) daß bis dahin auch alle schon beschlossenen, jcdoch noch nicht in Angriff gcuommcucu Straßcn-bautcn, gegcu welche vou dcn Gciueiudcn Einfprachc erhoben worden sci, einer neuen Verhandlung mit Znzichung eincs Ncpräscntantcn dcs Vandcs-Ausschusses uutcrzogeu werdeu, — hat das Ttaatsmiui» stcriuul mit Erlaß vom 7. Oktober d. >!. erwiedert, lui l>) daß sich hochdassclbc zn keiner besondern Vcrfüguug veranlaßt fillde, weil ohuchiu am nächsten Landtage ciu ucucs Straßcutonkurrenz-Gcsctz zur Vorlage kommt; ull l^) daß ein solcher Vorgang mit dcn dermal noch bcstchcudcu Gesetzen uichl vcrcinbcn'lich sci, daß abcr dcm nngcachtct dic ^alldcorcgicrung augcwicscn wnrdc, mit dcr Ausführuug solcher Bamcn, bei vorliegender Eiusprachc d^r Gemeinden nur im Fallc dcs dringenden i^cdarfcs und dcr Unvcrschicbbarlcit vorzugehen. Nr. 2976. Ein Gesuch um Bewilligung ciucr Guadcngabe aus dcm Lauocsfoude ist auf Weitcrcs vertagt wordcu, weil uoch nähere Erhcbuua/u zu pflegen sind. Untcr Nr. 25)^ wird Bericht erstattet über die zu Folgc Beschlusses vom 5l. August l. I. am 20. September d. I. abgchaltcnc E.nitl'«Sitzung zur Eiuvcruchuniug von Sachverständigen über das znr Ordnung dcr Gcldvcrhältuissc d.'o Grnndcutlastuugs-ßondcs beantragte ^ottu - Anlchen-Projekt im Allgemeinen nnd übcr die mit dein Gn"''). Hause ^chullcr <>l Eomp. vereinbarten Modalitäten uud Vcrbiud-lichkcitcu. Nach Erörtcruug dcs Gcgcustaudcs ist beschlossen worden, au dcu uächsteu Vandtag die Auträgc zu stellen: u) Es werde zur Orduuug dcr Gcldvcrhältuisse dcs Gruudcntlastungssondcs ein Vottcric^Anlchcn von zwei Millionen Gulden durch Ausgabe vou NX».(M ^iiicl ^osen ^ 20 fl. a'llfgcllolnincn. l») Die Rmizahlung erfolge dllrch dcu loco vaibach zu crrichtcndcu und uutcr der Vcrwaltuug dcs ^audcs'Ausschusscs stehenden Tilguugsfond. «') Dcr Vaudrs-Ausschuß werde ermächtiget, nach crfolgter nllcrh. Sanltio-, mit Groß'h. .s^nuse Schulter ioo!l «nöglichst güusiig fruktifi;iit wcrdcu. <) Gewiunstc, welche bis zur Begebung sämmlli-chcr ^ose dcm Laudc zufallen, dauu uicht beho-bcuc Gcwiuustc uud dcrcu Iutcresscu flicßcn in den.^andcsfond zur Verwendung für Bandes» zwcckc. ß) Ueber allfälligc Abäudernilgen des Vertrages in formeller Richtung habe der Bandes - Ausschuß endgültig zu beschließen. l>) Dic Verwaltung dcs Tilguugsfuudcs und die Obsorge für deu Verkauf dcr Obligationen uud die Frullifiziruug der Gcldcr licgc dcm Laudes-Ausschlissc ob lind sci das Rcsnltat dieser Gebarung jährlich zn veröffentlichen. Nr. 2'.»74 enthält einen Amtsvcrtrag im Gcgcu staudc dcr Systcmisinmg dcs dcm ^audcs-Ausschusse bcizugcbcudcu Amts-Personales sciucr Bezüge und dcr Dicustes-Pragmatik. Dic übrigcu Gcgcustäudc dieser Sitzung betrafen durchaus Pcrsoualicu, welche beim Landtage zur Berathung kommcu wcrdcu. „Juristische GeseWast" in Mch. Tagesordnung der XVill, Versamlulung. welche eingetretener Um- sländs wegcn Gamstass am 6. Dezember 1862 um ft Uhr M's,w5 i.n Gcssllschaflölokalc (S a l c n d e r- gas,c Nr. 19^, ll. Stock) ndgchaltc» wiro. 1. Vorlesung dcs Protokolls dcr XVll. VcrsamiN' lung. 2. Wahl ncucr Mitglieder. li. Ocschäfllichc Mittheilungen. 4. Besprechung dcs Ncchtsfalls: >.>Gcuügt zur Erwirkuug lines Pranotatiousrcchtfcrligungs'Urtblils die Liquidiruug der Forderuüg? oder bedarf eS auch der Nachwcisung sines besonderen Pfandrcchtslitels?" Nrfcrcnt: Hcrr Hof- und Gerichtsad^olat Doktor Ura » it s ch. Laibach 5. Dczcmbcr 1862. Vom Präsidium der juristischen Gesellschaft. Theater. Heule, zum Vorlbeilc des Fräulciuö Marit Sachs: Jäger nnd Huave, i^oluischcö iicbens-l'ilo iu ll Abihciliiügcu mit Gesang, von O. Acrg. Musik vou A, Müller. Morgeu: Die schöne Klosterbäuerin, oder Dcr Lawinensturz, Voltöslüct mil Gcsana in ^', Aufzügen. Ucbcnu.: Die Herzvssin von Praönn ode Die Hchrrcken^nacht im Hotel Sebastiani Drama iu 5 Abth., vou A. Laug. ^V!(fi,UVl.NU)l. gäi,.,!^ Auch Glild uud Sildcr uc>l,ält>nßml)ßki l'ill>^>. Foxds^p^'isrc dnrchschuiltlich I'>l)a>lpt,t. msbcsrudllc 15ft fcst, Vaiil. slflicu slill- Norol'ah»' ^' ">' ^. be, Slant« (sÜr N»tt ft.> O,ld War. I>l üst.lr, W^h.unq . z» 5// ^,-5 gH.7^ ü'/. N»!.!,. v. I««:i mit Rüctz dtttl' ol'nc Al'schnitt 18»!l Äprll-(5otN'o»< > - ., 5 » 32 70 82 60 Mctaliqilss . . . . „ 5 „ 71.»5 714l> detlc> lilit Mai-l5oup. „ 5 „ 71.5« ?i^ t..lto.......4j. «1!» 621.-) «it Ht.l°su»g v. Jahr, 1639 1« 50 14^ 75 500 si. «"10 8920 ^ ^ z» 100 st. 9210 ^3«' ,-Ols., 5i(«) fl, ,', W. ,. Hllnr llal. Eis, 200 st, ö. W 500,^,' m IW fl. ).!t> War« G.'ll<.,ssc»l:k>ldw.-Ä iu Trit!> 3 ^ 23?.— 2^8,— W!e!„rDc,»!P!»!,-'.'lkt.'Ots.^W W5.- 390,-Pc!icr Kstlcul'riicts» .... 398.— 400 — Vü!»». W.,U'.ib» ^u 200 ft, . 171.— 17150 Tlicikbahn-Altit» 200 fl 6 M. m. 140 fl. (707.) 6i!,i.,l,lu!!g. 147.— -.- «Pfandbriefe (sü, 100 fl.) National-,6jäl>,v.J. 1857z 57» 104.-- 10-i.5>0 ^n.l°uf 10., b.llo 5 „ 100- 10«'^ C, U. ! ^rli'sbaie 5 ., V9 — "^"" Natio>!all>.a>lsü.W vcrlesb.5 „ 84^) H5>, - !itosi,' (p.r Ztlick.) ^rcd.-Anstalt sur Hnndcl il Gcw, ,« 100 si. ö!>. W. ... 13^^0 152 90 Den 'Da»n>',',-^. z« 100 si ''^ 94 50 95. -Llartacm. Ofcn „ 40 .. 6. '1>l. 36,50 3?.-M.rh.z« ..40.. .. 98.50 99- No»,, 40fl.^.W 38- 38 .',0 ----------------------------------'-----iytld W.irt Valss» ju40fl.(5M. - A77 37 50 Windiscl'g^v .. "'« " ' ^"0 !>!.-Waldst.». ..^'" " ' 2l.2-> 2l.?5 «^^ " Wechscl. ''"'"" 3 Monat e. Wclt> Vricf« l,1l,q.'burg für 100 fl. südc». N. 101.50 10t.75 Oran ,ull a. Vi. dctto 101 75 101.90 Hüml'iivg für 100 Mark Vanso ;»0-. 90,25 ^ndlln ,iu 10 Pf. Ttcrlin,, . 119 80 119 95 ^aris fur 100 ,n^»fö . . . 4?.'50 47 70 Cours dcr Weldsorten. K. Mil!lz.Dlllc,tcu 5 fl. >4 lr. k. sl 7.i Nlv Krl'ücn . . . . 16 „ 50 ., 1«' .. 52 „ Vlal'c>!eo!!Hc>'or . . 9 „ 58 „ 9 .. 60 ., 3lust. Imi'enal« . 9 „ «5 .. 9 ., 86 .. Vll'linsthollr . . 1 „ 781 „ 1 „ <>1 „ Zill'sr-Aqio . . 119 .. 25 .. 119 .. .5 .. Druck l^ "' Kleinmayr st Fedor Vamberg. — Verantwortlicher Redakteur: Ignaz v. Kleinmayr.