p rivuiurraillill» - Prri>k. Für Laidach BiUizzahrlg . . 6 ft. — ?r. HalLjshrig . . . ^ . Bierreljährig. . . . „ so . Monailich . . — ^ SO . Mil der Pvft: Sauzjährig . . . » II. — k. HLlbjährig . . . 4 „ Sa . Bierleijährig. . . 2 , SS . 8ür Zustellung ins Hau» viertel-jübridl LS tr., mouarlich 8 kr. itivsellie Nummern L Ir. Laibacher «cdakli»»: «adnbl>IqadandllM üüii I. v. Lleinmavr L F.Bamberg! Zuscrlioasiirrisk: F ir die einspaltige Petitzeile ü kr. ?ei zweimaliger Einschaltung L 5fr. dreimal L 7 Insertionsstentpel jedesmal SO kr. Bei größeren Inseraten und öfterer LinsLaltnng entsprechender Rabatt Anonime Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manusk-ipii: nicht zurückgesendet. Nr. 56. Donnerstag, 10. März. — Morgen: Heraklius. 1870. Die 50 fl. des Dr. Bleiweis. Wir hatten uns vorgenommen, über die Jantsch-berg-Iofcfsthaler Affaire, welche gegenwärtig in den Hallen des Gerichtes ihren traurigen Abschluß findet, so lange zu schweigen, bis das Gericht sein letztes Wort gesprochen, es schien uns ziemlicher, auf die Dauer der Gerichtsverhandlung uns strengste Reserve auf-,»erlegen und uns vorläufig auf den objektiven Bericht über selbe zu beschränken. Allein „Noviee" nimmt schon jetzt einen solchen Anlauf, um gegen ihre Gegner mit den ihr sehr geläufigen Waffen der Verdächtigung loSzugehcn, so daß wir uns gezwungen sehen, aus unserer Reserve herauszutreten, wenigstens insoweit, als es sich um die Anwürfe der „Noviee" gegen ihre Gegner handelt. „Noviee" ist nämlich darüber in höchstem Grade entrüstet, daß der Name Bleiweis in der Gerichtsverhandlung so oft genannt wird, daß man so oft von den 50 fl. spreche, welche Dr. Bleiweis den Bauern von Jantschberg für den Raub der Turnerfahne angeblich versprochen habe; sie ist entrüstet darüber, daß man die Fäden der Affaire in dem PleiweiS'schen Gewölbe am Hauptplatze gesponnen wissen wollte, man lasse den Namen Plei-weis selbst im Grabe nicht ruhen; sie rcproduzirt Dr. Bleiweis' Verdienste um das Land, das Vertrauen der Landbevölkerung an ihn, sein mehr als 25jähriges patriotische« Wirken u. s. w. Wir begreifen cs, daß cs den Dr. Bleiweis unangenehm berühren muß, wenn er sieht, daß die angeklagten Bauern von den 50 fl., von der erhaltenen Vollmacht sprechen; allein auch das Unangenehme mit Würde zu ertragen ist Mannespflicht. Dies berechtiget den Dr. Bleiweis noch nicht zu behaupten, daß die Nachricht von den 50 fl. Belohnung dcn Bauern aus dem Ne sie de r N e m sch -kutars zugesteckt wurde. Ist Dr. Bleiweis einer solchen Naivetät wirklich fähig, oder hat er denn gar nicht daran gedacht, wie widersinnig die Behauptung ist, daß sich die Deutschen, wenn sic einen Ausflug auf das Land machen, die Bauern selbst aufhetzen und unter diesen die Nachricht verbreiten sollen, daß jeden eine Belohnung erwarte, der ihnen etwas ans der Landpartie zu Leide thue? In der That, es scheint uns gefährlich, sich in einer solchen Affaire so schlecht zu vertheidigcn; ist Dr. Bleiweis der.50 fl.-Geschichte fremd, gut, so genügt eine einfache Erklärung, wie er sie auch wirklich gegeben hat, einefolcheVertheidigung aber, wie die der „Novice", ist schlechter als keine. Uns aber gibt diese Angelegenheit gar vieles andere zu denken. Wir unserseits haben nie daran geglaubt, daß Dr. Bleiweis den Bauern 50 fl. für die Turner-fahne versprochen hat, schon ans dem Grunde nicht, weil wir den Dr. Bleiweis für zu klug halten, als daß er sich anf eine so eminente Weise der Gefahr einer Kompromittirnng ausfetzcn würde. Wir glauben, fanatisch nationale Parteigänger haben in Verkennung des Schadens, den sie ihrer eigenen Partei damit zufügen, und unter Mißbrauch des Namens Bleiweis die ganze traurige Affaire hervorgerusen, man braucht sich nur auf das freudeustrahlende Gesicht vieler nationalen Parteigänger zu erinnern an jenem Tage, als die Nachricht vom Fahnenraube in Laidach eintras. Aber eins erscheint uns u> der ganzen Affaire höchst bemerkenswert!.,, und das :sr der Umstand, daß das angebliche Getdver sprechen des Dr. Bleiweis so allgemein Glauben fand. Dr. Bleiweis arbeitet schon 25 Jahre — wie er vorgiebt — für die Hebung des slovenischen Volksstammes, und wenn er auch unser Gegner ist, können und wollen wir ihm daö Zeugniß nicht verwehren, daß er das Anrecht sicher erworben hat, daß man von ihm nicht glaube, er setze eine Belohnung aus für ein zu begehendes Verbrechen. Und doch fand dieses Gerücht sofort Glauben, unbedingten Glauben unter der ^andbevöl-! kerung. Ist das nicht eine bemerkenswcrthe Erschei-! nung? Wir wollen sic dem Herrn Dr. Bleiweis! erklären: Dies kommt daher, weil man den Sinn ^ des Landvolkes berückt hat, weil man ihm aus Par-j teiinteresse allerlei Gaukeleien vor die Augen führte, j weil man die Leichtgläubigkeit des Volkes in Len! Journalen und auf den Tabors mißbrauchte, weil! man ihm vorsagte, daß man ein neues Reich grün- > den wolle, und daß dann die Steuern kleiner scini werden, während die Redner an die Verminderung, der Steuern selbst nicht glaubten nud über daö neue-Reich selber heimlich lachten (siehe Zarniks Enthül lungen), weil man durch beständiges fanatisches Los-! dreschen auf politische Gegner die Bauern an diese! Sorte Politik gewöhnte, weil man in der „Novice"! und in anderen Blättern einen Ton zur Mode' machte, welcher sich von wirklichen Piügeln fast gar nicht mehr unterscheidet, weil man den TerrcriSmuS handwerksmäßig betreibt. Wenn der Bauer gewahr wird, daß man ihm das unglaublichste vc,spricht, wenn er sichr, wie man ihn gegen alles Bestehende hetzt, wenn man das Ansehen des Beamten künstlich und sistematisch untergräbt, wenn der Bauer liest, daß man politische Gegner sozusagen sür vogelsrei erklärt, wenn nach der Jeschza-Affaire und nach der Jantschverg-Affaire die Intelligenz seiner Partei solche Verirrungen beschönigt, belobt, anstatt ihn über seine Verirrung aufzuklären, wenn man aus solchen Ber-irrten nationale Märtirer macht, zu deren Grab man wallfahren müsse, wenn man mit einem Worte das Rechtsgesühl des Landvolkes solcher Gestalt verwirrt und das Volk aus so unverantwortliche Weise d ein or a li s ir t, wir fragen da: hat Dr. Bleiweis da ein Recht, sich darüber auszuhalten, wenn das Volk auch das unglaubliche sür wahr hält, wenn cs ein an dem Politischen Gegner begangenes Unrecht als Heldenthat ansieht, wenn cs im Raube einer Turnerfahnc, in dcr Verwehrung cincs Trunkes Wassers nur die Ausübung politischer Rechte sicht; wcn, fragen wir. kann es da noch wundern, wenn das Volk glaubt, der Dr. Bleiweis zahle 50 fl. für den Raub der Turnersahne? Wurden die Tur- einen schon vorbereiteten Boten und den nöthigen Glauben vorfinden? Hat „Novice" nicht selbst oft genug geprcdiget, daß von dcr Partei dcr Turner dem Glaube» die größte Gefahr drohe, obwohl sie das Gegentheil so gut weiß, wie wir selbst? Wer Unkraut säet, darf nicht Weizen zu ernten hoffen. Wenn „Novice" und die anderen Blätter einmal cs einfehen werden, daß man politische Kämpfe ehrlich und anständig durchsechten muß, daß man Unrecht sür Unrecht erklären muß. gleichviel, welche Partei es begehe, wenn man eine sittliche Grundlage für sein politisches Kämpfen festhält, dann wird das Rechtsgefühl des Volkes erstarken und dann werden wir es erleben, daß der Bauer dcn städtischen Wühler, der ihm sagt, Dr. Bleiweis zahle 50 fl. für ein Verbrechen, eigenhändig fassen und ihn selbst vor das Gericht führen wird. Möge cs Gott verhüten, daß Dr. Bleiweis noch jahrelangen Kämpfen für eine an sich edle Idee im späten Alter nicht noch traurigere Erfahrungen mache, wohin es führen kann, wenn man in seinem politischen Handeln den sittlichen Hintergrund. den Boden der Moral verliert. Möge diese traurige Erfahrung von heute eine Mahnung sür Dr. Bleiweis und seine Partei sein, mit dcn Waffen dcr Verdächtigung uns Heuchelei ru bre» chen und ehllich und offen und stets anständig auf dem Kampfplatze der politischen Gegensätze zu erscheinen. ner nicht in der „Noviee" oft genug als Feinde des Volkes hingestellt, ist cs nach solcher journalistischen Verhetzung noch ein Wunder, wenn unkluge Agitatoren unter Mißbrauch des Namens Bleiweis Klerikale Agitationen in Tirol. Ans Innsbruck, 4. März, schreibt man der „Presst" : Bestätigen sich die Nachrichten, welche von verschiedenen Seiten einlanfen. so scheint man klerikalerseitS gar nicht abgeneigt, die Schulfrage zum Anlaß ernstlicher Putsche zu nehmen. Im Pu-sterthal geht die Sage, ein Bauer mit seinen Treuen werde kommen, die Herren zu erschlagen. Ein Fanatiker sagte jemandem, er habe bereits fünfzehn Bauern ;um dreinschlaqen geworben. Ein Kaufmann zu Innsbruck, der den Maskenzng arrangirt hatte, bei dem ein ultramontaner k. Beamter, getrieben von wildem Fanatismus, einen Wagen an-fiel, wofür er dann eine Katzenmusik bekam, erhielt bereits mehrere Drohbriefe, die Bauern der umliegenden Dörfer würden kommen, die Freimaurer zu erschlagen. In einem ganzen Bezirke des Oberinn-thaleS haben sich die Gemeinden verabredet, die Schulinspektoren zurückzuweisen und sich allenfalls gegenseitig zu Hilfe zu kommen. Wie wir vernehmen, ist deshalb heute bei der Statthalterei eine Berathmig; wir wünschen, sie möge nicht blos sür die berühmten österreichischen Papierkörbe schätzbares Material liefern. Böswillige Leute werfen der Regierung vor, sie sei — regierungsunfähig, jetzt ist Gelegenheit, das gründlich zu widerlegen und durch Energie das Versäumte gut zu machen. Wir glauben nicht, daß man einen Frieden von —Knez-lac schließen und unseren Ultramontanen ein Trinkgeld geben wolle. Die Agitation im Sinne dcr LandtagS-Majorilät geht rüstig vorwärts ; die Sache wird ernst, sic ist, wenn man nur ein bischen Muth hat, nicht gefährlich, sie wird es, wenn man noch länger zaudert. Der ungarische Episkopat und das Konzil. Die Spaltung unter den Väter« des Konzils fängt an, eine klaffende zu werden, die Erbitterung hat in den oppositionellen Kreisen, besonders nach der letzten Kongregatmii, sich gesteigert, in welcher der Präses eine wahre Satire der Redefreiheit dadurch lieferte, daß er ein Mitglied der Opposition zuerst mit der Glocke zum Schweigen bringen wollte, als dies nicht gelang, den Sprecher mit den Worten: „1u6«.it88 äs806n6g,t!" (Schweigen Sie und steigen Sie herab!) die Rednerbühne zu verlassen nöthigte. Die an ein Pester Blatt gelangte telegrafische Nachricht, daß die ungarischen Bischöfe in oorxore Rom zu verlassen beabsichtigen, war daher nicht so ganz aus der Lufl gegriffen. Jenes Mitglied der Opposition, das in der ob-erwähnten Weise des Wortes beraubt wurde, ist nämlich einer der hervorragendsten ungarischen Kirchenfürsten; er, der einst wegen einer öffentlich gehaltenen Rede und muthiger Verkündigung seiner Ueberzcugung der weltlichen Macht gegenüber von seinem Bischofssitze entfernt wurde, wird auch dort in Rom sich nicht so leicht einschüchtern lassen, selbst auf die Gefahr hin, seine Kardinalswnrdc zu verlieren. Der Genannte (Erzbischof Huynald) wird gewiß alles Das sagen, an dessen Äusfprechung er diesmal durch einen präsidirenden Kardinal-Diakon verhindert wurde. Dieser Präsident aber hätte, wie auch einer der Bischöfe in der Kongregation bemerkte, als Kardinal Diakon ohne Diözese nicht einmal da« Rechl, auf den BerathungSbänken zu sitzen. Politische Rundschau. Laibach, 10. März. Die Regierung bereitet eine Vorlage über Aenderungen der böhmischenLandtagswahl-ordn un g vor. Für die Landtage von Böhmen und Mähren sollen in vierzehn Tagen die Neuwahlen ausgeschrieben werden, die letzten Vorgänge lassen es, wie man versichert, der Regierung wünschenswert!, erscheinen, daß die Partei der Jungczechen erstarke. In dieser Richtung sollen vom deutschen Kasino Vereinbarungen getroffeu worden sein, die, wie man behauptet, eine Art vom Kompromiß bei den Wahlen in Aussicht stellen. Die deutschen Wähler derjenigen Wahlbezirke, in denen kein verfassungstreuer Kandidat ausgestellt wird, sollen nämlich aufgefordert werden, ihre Stimmen dem jeweiligen Kandidaten der Jungczechen zu geben, um so der passiven Politik ein Ende zu machen. In der vorgestrigen Sitzung des Abgeordnetenhauses wurde der bekannte Antrag Petrino's auf die friedlichste Weise zu Grabe getragen. Die Polen und die Fraktion Rechbauer waren ursprünglich gesonnen, für die Zuweisung des Antrages an den galizischen Resolutionsausschuß zu stimmen, aber auf die Be-gründnngsrede des Abgeordneten Petcino, welche man als dem Ausgleiche mit den Polen feindselig betrachtete, beschlossen die genannten Fraktionen, den Antrag des Abgeordneten aus der Bukowina fallen zu lassen. In den Reihen der anderen Abgeordneten konnte der Antrag am allerwenigsten aufSim-pathie rechnen und so mußte er fallen. Wie das „W. T." hört, berathen die Abgeordneten aus der Bukowina und Krain über ihr weiteres Benehmen der Abweisung des Petrino'schen Antrages gegenüber. Nach den Privatäußerungen dieser Abgeordneten zu schließen, könnte ihr Austritt aus dem ReichSrathe bevorstehen. In der vorgestrigen Sitzung deS ungarischen Unterhauses interpellirte Miletics den Ministerpräsidenten und Finanzminister, ob es wahr sei, daß die Kosten des dalmatinischen Aufstandes zu den gemeinsamen gerechnet werden, wie dies Wiener Blätter meldeten. Andrassy antwortete, daß in dieser Angelegenheit noch nickt einmal Verhandlungen gepflogen wurden. ! Aus Zara wird unterm 8. der „Tr. Ztg." telegrafirt: Heute fanden hier die Gemeinderathswahlen statt. Zwei russofile Priester hetzten die abstimmenden Laudleute auf und es kam zu einem Konflikte, wobei gegen 30 Personen verwundet wurdeu. Bei fortgesetzter zweiter Lesung des Bundes-Strafgesetzbuches im norddeutschen Reichstage wurde der Antrag Tw e sten S angenommen: Die Landtagsmitglieder und Kammermitglieder in den Bundesstaaten dürfen wegen ihrer Abstimmungen oder wegen in ihrer Berufsausübung gethaner Aeuße-rungen nicht zur Verantwortung gezogen werden. Die ..Jtalia Militare" meldet, daß der Kriegs-minister die B e ur l a u b un g der Altersklasse vom Jahre 1845 mit dem 31. März d. I. auf unbestimmte Zeit anordnete. Diese Urlaubsentlassung betrifft 30.000 Mann. Dem „Wiener Tagbl." wird aus R o m berichtet: Einhundert und zwanzig Bischöfe haben einen Protest gegen die neue, dem Konzil oktrojirte Geschäftsordnung unterzeichnet. Die Beralhungen über das Dogma der Unfehlbarkeit stehen unmittelbar bevor. Frankreich wird zu dieser Berathung einen Botschafter aus dem weltlichen Stande entsenden und auf der Zulassung bestehen. Zur Tagesgeschichte. — Im Ackerbauministerium tritt am 10. d. M. eine aus Vertretern dieses, wie auch des Unterrichtsministeriums bestehende Kommission zusammen, um die Frage der Errichtung einer land- und forstwirth-schastlichen Hochschule einer eingehenden Berathung zu unterziehen. — Bei der vorgestrigen Gemeinderaths-wahl des zweiten Wahlkörpers in Graz siegten sämmtliche Kandidaten des Zentralwahlkomitee. — Der Landesausschuß von Istrien hat gleich nach Empfang der Nachricht des Unglücks im Bezirke Volosca einen Delegirten an Ort und Stelle abgesendet und demselben für die besonders hilfsbedürftigen Familien der durch das Erdbeben am Isten l. M. betroffenen Ortschaften den Betrag von fl. 1000 zur Verfügung gestellt. — Die vom Triester Statthalterei-Prasidium nach Clana zur nähern Konstatirung des durch das Erdbeben vom 1. d. M. angerichteten Schadens entsendete Kommission ist bereits nach Triest zurückgekehrt. Die „Tr. Ztg." hört, daß die gepflogenen Erhebungen die ursprüngliche Schadenangabe leider vollkommen bestätigen. Der in den letzten Tagen wüthende Borasturm hat die Lage der Einwohner zudem noch verschlimmert und überdies den weiteren Einsturz mehrerer erheblich beschädigten Gebäude veranlaßt. Zur Zeit des Abganges der Kommission stellte sich die Sachlage folgendermaßen dar: Vollständig zusammengestürzt 9 Wohn- und Stallgebäude; Beschädigungen, die eine vollständige Abtragung und einen Neubau des Objektes bedingen, bei 13 Wohn- und 2 Stallgebäuden; Beschädigungen, die eine theilweise Abtragung und Neubau des Objektes erheischen, bei 13 Wohngebäuden; endlich bei 32 Wohngebäuden größere oder geringere Beschädigungen, die ohne Neubau durch Reparaturen gehoben werden können. — Der durch zwei gleichlautende richterliche Erkenntnisse wegen im Amte begangener Mißhandlung einer Braut vernrtheilte Oberkonsistorialrath Dr. Fonr-nier hat nunmehr, wie aus Berlin geschrieben wird, wahrscheinlich einem Drucke von Außen folgend, seine Amtsentlassung nachgesucht. Lokal- und Provinzial-Angelegenheiten. Lokal-Chronik. — Se. k. und k. apostolische Majestät haben mit allerhöchster Entschließung vom 25. Februar d. I. den vom Landtage des Herzogthums Krain beschlossenen Gesetzentwurf, betreffend die Schulaufsicht, allergnädigst zu fanktioniren geruht. — (Landwirthschastl. Subvention.) Der Ackerbauminister hat mit Erlaß vom 4. März 1870 der Landwirthschaftsgesellschast in Laibach zur Vermittlung des Bezuges von Giillick'schen Saatkartoffeln für kleinere Landwirthe Krams eine Subvention bis zur Maximalhöhe von 400 fl. bewilliget. (Für Einjährig-Freiwillige.) Die letzte Prüfung von Aspiranten zum einjährigen freiwilligen Dienste vor der diesjährigen Stellungsperiode findet am 24. März bei dem k. k. VI. Truppen-Di-visions-Kommando in Graz statt. — (Der gebildete Slovene.) Die slo-venischen Volksführer haben bekanntlich die Herausgabe des „gebildeten Slovenen" (Olilcmi Aovsnöe) als ein Bedürfniß der Nation anerkannt. Seitdem nun der flovenischc „Knigge" erschienen, ist an den echt nationalen Manieren der Pervaken noch keine Verfeinerung bemerkbar geworden, vielmehr gab sich ein nie geahnter Fortschritt in der Brutalität kund, wie dies mtseren Lesern aus deren Auftreten im krainischeu Landtage noch sehr in Erinnerung sein wird. Einen unglaublichen Grad von Roheit und Gemeinheit jedoch tragen in jüngster Zeit die Leibjournale des Dr. Bleiweis und Dr. Costa zur Schau, jene Blätter wetteifern in der Verdächtigung und in den rohesten Beschimpfungen ihrer politischen Gegner, namentlich gefällt sich ein ländlicher Bürgermeister als Korrespondent der „Novice" in der Rolle des elendesten Denunziantenthums und des erbärmlichsten Geklatsches. Die Nemsch-kutars im Lande wissen sich über solche liebenswürdige Manieren der slovenischen Journalistik zu trösten, denn was Hänschen nicht lernte, wird auch Hans nicht lernen, und Dokter Bleiweis wird sich denken: „Grau ist alle Theorie des Olikim Aovguse." Weiters mag den Angegriffenen zum Tröste der Umstand dienen, daß nicht allein die verhaßten Deutsch-thümler, sondern auch geachtete nationale Schriftsteller, die nicht nach der Pfeife der Herren Dr. Costa und Dr. Bleiweis tanzen wollen, den rohesten Insulten der Pervaken ausgesetzt sind. So lesen wir im jüngsten „Slov. Nar.", daß einer der slovenischen Pervaken über den soeben nach Wien übersiedelten Schriftsteller Levstek, der für die flovenischc Literatur mehr geleistet, als die vom Eigendünkel aufgeblähten Halb, götter der Nation, den menschenfreundlichen Ausspruch that: „Krepiren soll der Hund!" „Slov. Nar." gibt aus diesem Anlässe den Führern folgende Lektion:. „Wir kennen eure Schwächen besser als ihr glaubt, und wenn wir dazu schweigen, so thnn wir es der Eintracht wegen, ohne uns dem Laibacher Absolutismus zu fügen." Bisher sind die Pervaken und ihre Leibjonrnale auf diese unliebsame Enthüllung des „Slov. Nar." die Antwort noch schuldig geblieben. — (Slovenische Lehramtskandidaten in Rußland.) Aus Petersburg wird dem czechischeu „Pokrok" geschrieben, daß an der dortigen Universität unter ändern westösterreichisch-slavischen Lehramtskandidaten auch zwei Kramer, Dr. Celestiu und Bresovar, die Prüfung mit vorzüglichem Erfolge abgelegt haben. Die Gimnasialprofessoren in Rußland haben einen Jahresgehalt von 1500 bis 2000 Rubel.. Gemeinderathssitzilllg am 8. März. (Schluß.) Dr. Kalteuegger reserirt Namens der Rechts-sektion über eine Petition der Gaskonsumenten an den Magistrat wegen Herabmindernng des Gaspreises, und beantragt, der Bürgermeister möge die von der Gasanstalt angegebenen Verhältnisse prüfen lassen und das Resultat dem Gemeinderathe vorlegen. (Wird angenommen.) Im Nameu der Finanzfektion referirt Dr. Schöppl über die Rechnung der Stadtkasse pro 1866. Wird nach einigen Bemerkungen des GemeinderatheS Stedry über die damaligen ungewöhnlich hohen Regieauslagen, so z. B. beim Gute Tivoli im Betrage von 6000 fl., weiters die Anschaffung von 394 Zentnern Kalk, nach einer Gegenbemerkung des Berichterstatters, daß über die nöthigen Ersparnisse in dem Stadthaushalte schon in einer früheren Sitzung ein Gemeinderathsbeschluß gefaßt wurde, nach dem Antrage der Sektion genehmigt. GR. Leskovic referirt über ein Gesuch der Apollonia Jndof um Abschreibung des Kaufschillings von 71 fl. 96 kr. für eine Goloucparzelle, die ihrem verstorbenen Manne eigentlich als Entschädigung für Abtretung eines Grundes zur Herstellung der Straße längs der Hradeckyvorstadt gegeben wurde. Wird bewilliget. Im Namen der Bausektion beantragt Stedry die Flüssigmachung der Berdienstgebühren für eine Kanalherstellung in der Krakau und für Lieferung von Deckmaterial zur Beschotterung der Straßen. Wird genehmigt. Weiters wird der Berirag der Kommune Uber die Hintangabe der Rauchfangkehrer-Arbeiten in den städtischen Gebäuden um den Betrag von 112 fl. ratifizirt. Hierauf referirt GR. Pirk er über die Errichtung einer Parallelklasse an der ersten Klaffe der Un-terrealschule und beantragt im 'Namen der Schulsek-tion die sogleiche Aktivirung derselben, indem sowohl aus pädagogischen als auch aus sanitären Rücksichten die Beseitigung der bisherigen Ueberfüllung der gedachten Klaffe dringend noth thut. Der Antrag der Schulfektion wird angenommen und gleichzeitig das vom Magistrat vorläufig aufgenommene Akkordprotokoll wegen Beistellung der nvthigen Gegenstände für den Fall, als eine weitere Herabminderung nicht zu erzielen wäre, um den Minimalbetrag von 208 fl. genehmiget. Gemeinderath Ritter von Kalteneger reserirt über die wegen Uebernahme der Parallelklassen der hiesigen Normalschule, welche am I. Oktober l. I. zu geschehen hat, von der Gemeinde zu treffenden Voreinleitungen, und beantragt Namens der Schulsektion, daß vom Magistrale wegen Erweiterung der St. Jakobsschule zu einer doppelklassigen Hauptschule eine Angebotskonkurrenz der Hausherren zu deren Unterbringung in acht Schulzimmern mit einem Kanzleizimmer für die Direktion, oder in Ermangelung solcher Lokalitäten von wenigstens vier in der Nähe der St. Jakobsschule gelegenen geräumigen Zimmern zu eröffnen sei. Weiters ist die Regierung um die baldige Erledigung der auf diese Frage Bezug nehmenden Rechtsverwahrungen der Kommune zu ersuchen. Nach Annahme dieser Anträge wurde die Sitzung um 8 Uhr geschloffen. Aus dem Bereinsleben. 2:i. «crfamiulunl, des konstituttouellen Vereines. Der Vorsitzende Herr Kustos De sch mann theilt mit, daß der Verein cinen großen Verlust durch die Ueber-setzung des Herrn Bergkommissärs Ritter v. Fritsch nach Leoben erlitten hat. Die vielen Ovationen, welche dem Scheidenden von allen Seiten gebracht worden sind, sprechen am besten dafür, welche Simpathien sich Ritter v. Fritsch in Laibach durch sein thatkrästiges, gemeinnütziges Wirken erworben hat. Weiter theilt der Vorsitzende mit, daß vom Linzer konstitutionellen Verein an den hiesigen Ausschuß das Ansuchen gestellt wurde, die von ersterem herausgegebeue, Broschüre über den Zölibat und die Nothwendigkeit seiner Abschaffung im Vereine zu verbreiten, daß der Ausschuß zu diesem Zwecke eine größere Anzahl Exemplare kommen ließ. Statt des Herrn v. Fritsch wurde Regierungsrath Dr. Laschan in den Ausschuß gewählt. Die nächst meisten Stimmen hatte Herr Dr. Glantschnigg. Hierauf besprach der Vereinsobmann die Wichtigkeit der bevorstehenden Gemeinderathswahlen und forderte die Versammlung auf, etwaige diesbezügliche Auschannugen oder Anträge vorzubrigen. Professor Ritter v. P erger ergreift das Wort und weist in längerer Rede auf die Wichtigkeit der stets nuiiuterbro cheueu Fühlung zwischen Wähler und Gewähltem hin, er spricht die Ueberzengnng aus, daß derjenige, welcher als Ver lranensmann zn wirken gewillt ist, sich nicht scheuen wird, in schlichten Worten den Wählern gegenüber seine Anschauungen insoweit auszusprechen, als sic mit der zu erringen den Stellung iu Beziehung stehen, daß gewiß jene, welche bereits durch das Vertrauen der Wähler zu einer solche» Ehreustelle berufen waren, sich nicht scheuen werden, sachge mäße Interpellationen ihrer Wähler entgegenzunehmen. Redner meint, wenn auch oftmals die Wähler von der Trefflichkeit ihrer Wahl von vornherein überzeugt sind, wenn auch die kommunalen Gegenstände am wenigsten geeignet erscheinen, Motive für Kaudidateuredeu abzugeben, doch in diesem echt konstitutionellen Gebrauche, der überall geübt wird, ein treffliches Förderuugsmittel politischen Lebens liege, durch welches das allgemeine Interesse gehoben und gefördert würde. Zum Schluffe stellt Redner den Antrag: es sei ein Zentralwahlkomitee zu organisiren, welches Wahlversammlungen — nach Wahltvrpern getrennt — in Szene zu setzen hätte, in welchen Versammlungen sowohl die freie Kandidatur ermöglicht wäre, als auch andererseits den Wäh lern Gelegenheit zur fachgemäßen Interpellationen geboten würde. Ferner hätte das Komitee auch die Probewahlen § zu leiten. Der Antrag wird von der Versammlung voll inhaltlich angenommen. Prof. R. Pirk er stellt den Antrag, den höchst interessanten letzten Gegenstand der Tagesordnung wegen vorgerückter Stunde aus die nächste Sitzung zu verschieben. Der Antrag wird angenommen und die Sitzung sonach geschlossen. Aus dem Gerichtssaale. Schlußverhandlung in der Jantschberg - ZosefS-thaler-Affaire. (Fortsetzung.) Gestern, am 6. Verhandlungstage, wurde noch immer mit der Zeugeneinvernehmung fortgeschritten. Die meisten Zeugen wiederholen den sattsam genug bekannten Hergang der Affaire und bringen in den Lauf der Verhandlung wenig oder sagen wir: keine Abwechslung; erkennen, wie die vorhergehenden, einige der Angeklagten als Rädelsführer, Hetzer oder Renitenten — diese wieder leugnen in urwüchsigen Worten zum größten Theile jede Theilnahme und wollen nur müffige Zuschauer in Jantschberg oder Josefsthal gewesen sein. Ueberdies ist die Atmossäre im Verhand-lungssaale in Folge der Ueberfülle von Angeklagten und Zuhörern eine drückende. Bei Beginn der Verhandlung entspinnt sich eine lange Kontroverse, ob die Verhandlung fortzusetzen oder zu vertagen sei, da zwei Angeklagte krankheitshalber zur heutigen Verhandlung nicht erscheinen konnten, woraus schließlich der Gerichtshof die Fortsetzung der Verhandlung beschließt. Die Zeugen Friedrich Bürger, Ernst Spatzek und August Fleischmann werden hieraus einvernommen: Während die Turner am Berge gefrühstückt, seien plötzlich 50 bis 60 Bauern, mit größer» und kleinern Knütteln bewaffnet, herangeschlichen gekommen und hätten mit Ungestüm die Fahne begehrt, indem ihnen dafür 50 fl. rc. versprochen worden feien. F. Bürger bezeichnet den Michec als einen von denjenigen, die mit Pflöcken bewaffnet waren; nach der Aussage des Ernst Spatzek war Lorenz Zgajner in der Nähe der Fahne, August Fleischmann erkennt von den Angeklagten den Johann AnZur, Andreas Anzur und Bernhard Jeunikar, die, mit Pflöcken bewaffnet, dreingeschlagen hatten. In Oberkaschel trafen die Turner bereits mehrere Bauern versammelt, einer trat ihnen entgegen, in jeder Hand ein verdorrtes Fichtenbäumchen haltend, welche Bäumchen er ihnen höhnisch statt ihrer verlorenen Fahne hinwies, und als die Turner vorübergingen , hieb er damit in diese ein. Bei der Ättake am Wassergraben wurde Ernst Spatzek von zwei Steinwürfen in den Rücken getroffen. Zeuge Raimuud Schiegl war nur bei der Jofefsthaler Affaire zugegen. Er erwischte einen von den Bauern, die auf die Laibacher Steine warfen, und nahm ihm einen kindskopfgroßen Stein aus dem Sack heraus. Er glaubt den Bauer in der Person des Anton Gostiucar zu erkennen. Zeuge Arthur Hei mann erkennt die Angeklagten Lorenz Zgajnar, Johann Anzur und Anton Godec. Die Angeklagten leugnen jede Theilnahme. Zeuge Michael Jeunikar versuchte die Burschen, die in großer Anzahl erschienen, zu beruhigen. Er sah keinen mit einem Pflocke versehen und erkennt noch heute mehrere der Angeklagten, die am Jantsch-berge anwesend waren. Zeugen Jakob Witt, Franz Matajc, Eduard Zurhaleg wissen nichts wesentliches auS-zusagen. Zeuge Franz Levicnik, Pfarrer in PreZ-gajn, ist in Laibach mit dem Schulmeister Bercic, der nach Laibach geschickt worden, um zu erfahren, was mit der Fahne zn geschehen habe, zusammengekommen, dieser erzählte ihm, daß er bei Dr. Bleiweis gewesen u. s. w. Das Gerücht, die Fahne sei auf dem Dreschboden der Organisten-Behausuug in Prezgaju verborgen gewesen, war im Dorfe das herrschende, er glaube es übrigens nicht, da ihm Bercic als ein unbescholtener und ausgezeichneter Kopf bekannt sei. Zeuge Bernhard Pokonc erfuhr die ganze Affaire nachträglich im Wirthshause des Korbar. Zeuge Georg Zaverl spricht heute, abwei- chend von seiner AuSsagc m der Voruntersuchung, die Bauern entlastend. Zeuge Ignaz Zaverl sagt nichts wesentliches aus. Zeuge Franz Fink erzählt umständlich den ganzen Hergang. In Kaschel habe ein Fleischer ge-schrien: „Hier ist unsere Erde, die Fremden müssen alle fort, alle soll der Teufel holen!" Zeuge erkennt den Bizjak und Zajc, beide benahmen sich sehr renitent. Ueber Antrag des Vertheidigers Dr. Ahacic wird schließlich die Vorladung des Ludwig Klemenc, auf den sich der Angeklagte Bartlmä Ostre*, in seiner Verantwortung öfters beruft, als Zeuge beschlossen und hierauf um halb 1 Uhr die Verhandlung abgebrochen. Nachmittags ^4 Uhr wird die Verhandlung fortgesetzt. Zeuge Josef Zaverl will, abweichend von seiner in der Voruntersuchung abgegebenen Aussage, keinen der Bauern mit einem Pflocke gesehen haben. Zeuge Jakob Levicnik erzählt, daß er in Laibach im Gewölbe „zur blauen Kugel" erfahren habe, daß die Turner aus den Jantschberg kommen werden. Er habe den Kommis Ludwig Klemenc, der ihm diese Nachricht erzählte, vor einem Ausfluge nach Jantschberg gewarnt mit den Worten: die Gebirgler rausen sehr gerne. Den Ausgang habe er erst nachträglich erfahren. Zeuge Ludwig Klemenc bemerkt hierauf, er wisse sich nicht zu erinnern, mit einen Bauer über den Ausflug nach Jantschberg gesprochen zu haben. Am Berge selbst habe er den Bartlmä Ostrez der mit einem Pflocke bewaffnet war, angesprochen und ihn ermahnt, die Turner in Ruhe zu lassen, worauf Omahen auch wirklich den Pflock weggeworfen hatte mit dem Bemerken, er werde ihn (Ludwig Klemenc) unbehelliget lassen, da er mit ihm und seinem Vater bekannt sei. Zeuge erkennt den Omahen und Lorenz Zgajnar, beide waren am Orte der That mit Pflöcken bewaffnet. Zeuge Bartlmä Schlieber, Beamte der Bezirkshauptmannschaft Krainburg, kam bekanntlich mit einer Patrouille von 10 Gendarmen den bedrängten Turnern zu Hilfe. Diese Patrouille ging um 1V» Uhr von Laibach fort. Schlieber bemühte sich unter wegs, auf die Gemeindevorsteher und Gemeinderäthe einzuwirken, damit sie die Gemeindeinsassen bewegen, sich von Exzessen und Demonstrationen gegen die Laibacher Gäste zu enthalten. Allein die machten nur ausweichende Einwendungen. In Studenc schrie ein kaum in die Hosen gekommenes Knäblein der Patrouille nach: Ihr werdet noch laufen. Als sich die Patrouille dem Orte Josefsthal näherte, wurde sie von einigen Laibacher Gästen, welche von Josefsthal flohen, zur Eile mit den Worten ersucht, daß es in Josefsthal schon losgehe. Als nun die Gendarmen im Lauftritt anrückten, hatten sich die Bauern, die sie schon früher bemerkt haben mußten, schon über die Fabriksbrücke gezogen und als die Gendarmerie vor der Restauration eintraf, übergab Schlieber den Rode zwei Gendarmen und setzte mit den übrigen Gendarmen den fliehenden Bauern bis gegen Zadvor nach, wobei von den Gendarmen einige Schreckschüsse abgefeuert wurden, und als diese fielen, verließ ein. Gendarm den Rode, so daß nur Hedenig bei demselben blieb. Die fliehenden Bauern beschimpften Die Gendarmen mit „Lumpen" und drohten, daß sie nun Mist- gabeln und Waffen holen, um diese Lumpen zu vertreiben. Nachdem die Bauern einen bedeutenden Vorsprung gewonnen hatten, stellten sie sich in Gruppen auf und drohten mit Fäusten gegen die Patrouille und forderten sie auf, nachzukommen, wenn sie Kourage hätten. Die Gendarmen rückten nicht in das Dorf Zadvor ein. Schlieber kehrte mit ihnen nach Josefsthal zurück. Unterwegs erfuhr er, daß Gendarm Hedenig den Rode erstochen habe. In Josefsthal fand Schlieber noch zirka 120 bis 140 Bauern. Schlieber stellte den Gendarm zur Rede; dieser bemerkte, daß sich Rode gegen die Arre- tirung wüthend wehrte und sich losreißen wollte, wor- auf er (Hedenig) ihn verwundete; allein auch da erfaßte noch Rode sein Gewehr, so daß er sich genöthi- get fand, demselben einen zweiten Stoß zn versetzen, oer aber so unglücklich ausgefallen, daß Rode todt zu Boden stürzte. Die Menge sammelte sich hierauf um Rode und war sehr aufgeregt. Schlieber forderte sie auf, sich zu zerstreuen. Er wiederholte diese Aufforderung mindestens siebenmal; nach fruchtloser Aufforderung ließ er sechs Verhaftungen vornehmen. Die Namen der Exzedenten hatte er vergessen, nur an wenige wisse er sich zu erinnern, so wie an den Gemeinderath Ko-cianöik, der obiger Aufforderung keine Folge leisten wollte. Nachdem hierauf Militär eingetroffen, trat er den Rückweg an. Als der Zug mit dem getödteten Rodei durch Üdmat fuhr, stellten Johann Verhouc und Jen-uikar den Schlieber darob mit groben Worten zur Rede, als: Verflucht, was werdet ihr hier fahren, das dulden wir nicht. Die nachfolgenden Zeugen Josef Korbar, Maria Minka und Georg Heptavc, Wirth in Josessthal, wissen nichts wesentliches auszusagen. Schließlich werden nach mehrere Zeugenaussagen vorgelesen, worauf die Verhandlung um halb 7 Uhr abgebrochen wird.___________________________________________ Witterung. Laib a -f- 3.6°. 1868 -f- 4.7°). Barometer im fallen 322.38'". Das gestrige Tagesmittel der Wärme -j- 3.2°, um 1" über dem Normale__________________ Verstorbene. Den 9. März. Helena Jskra, Magd, alt 34 Jahre, im Zivilspitat an Erschöpfnng der Kräfte. — Franziska Sedlak, KnrschiniedSwitwe, alt 24 Jahre, im Zivilspital an der Auszehrung._____________________________________________ Wiener Börse vom 9. März. i 5perc. österr. Wäbr. . dto. Rente, öst.Pap. dto. dto. öst.inSilb. öose vou 1854 . . . Lose vou 1860, ganze Lose von 1860, yünst. Prämiensch. v. 1864 . SruuLvrrtl.-Odl. Steiermark zuZpCt.. Kärnten, Kram ».Küstenland 5 „ Ungarn. . zu5 „ Kroat. u. Slav.5 „ Siebenbürg. „ 5 « Nationalbank . . . Lredrtanftalt . . . N. ö. Escompte-Ges. Nnglo-österr. Bank . Oett. Bodencred.-L. . Ocfl. Hyvvlh.-Bank . Steier. E4compt.-Bk. lkais. Ferd.-rttordb. . Südbahn-Gescllsch. . Kais. LUsabetL-Bahn. Carl-Ludwig-Bahn Siebenb. Eisenbahn . Kais. tzranz-Iosefso.. Ünfk.-Barcser E.-B. lföld-Fium. Bahn . Nation. ö.W. verlosb. Ung. Aod.-Creditanst. Lllg.öst.Bod.-Lredit. dto. rn3:t3.rückz. . Geld ! Ware 61.50 71.30l 90.50! V7.8L'! 106.25 11V.75 61.60 71.40 9,.— 98.— 107.— 120.— 52.50 93.50 86.— 9L. 78.75 79.— 84.— 85.— 75.50 76.— Geld Ware Oest. Hypoth.-Bank . 98.— 99.— L^rlorltLIs-VdlLx. Südb.-Ges. zuSOOyr. 121.75 122.— dto. BonS 6 pCt. 249.50 250.50 Nordb. sioo fl. CM.) 93.75 94.25 Sieb.-B.(200si.ö.W.) 91.— 91.25 RudolfSb.(300fl.ö.W.) 93.75 94.25 Franz-Jos. (200 fl.S.) 95.25 95.50 L,oss. Marktbericht. Laibach, 9. März. Auf dem heutigen Markte sind erschienen: 6 Wagen mit Getreide, 3 Wagen mit Heu und Stroh (Heu 66 Ztr., Stroh 32 Ztr.), 16 Wagen und 2 Schiffe (17 Klafter) mit Holz. Durchschnitts-Preise. Mrr.- Mgz.» Mll- Mgz fl. kr. fl- kr. s>- kr. fl.jr 5 5 51 Butter, Pfund 45 —- 3 20 3 2!« Eier pr. Stück 2 3 — 3 S Milch pr. Maß 10 2 — 2 10 Rindfleisch, Pfd. — 22 — > — — 3 70 Kalbfleisch „ 2!! 2 80 3 — Schweinefleisch „ 21 3 W 3 13 Schöpsenfleisch „ — — — — — Hähndel pr. St. — 60 2 — — — Tauben „ 15 5 50 — — Heu pr. Zentner 1 10 5 20 — — -Stroh 5 — — — Holz, har.,Klftr. — 8k — 55 — — — weich ,. — 5 i — -12 — — Wein, rother, pr. 30 — — Eimer 9 — 42 — — — weißer, — — 10- Weizen pr. Mtz. Korn „ Gerste „ Hafer „ Halbfrncht „ Heiden „ Hirse Knknrntz „ Erdäpfel „ Linsen „ Erbsen „ Fisolen Rindschmalz,Pfd. Zchweineschm. „ Speck, frisch „ — geräuch. „ NuVvlfSwertti, 7. März. Die Durchschnitts-Preise stellten sich auf dem heutigen Markt, wie folgt: fl. kr. fl. kr. Weizen pr. Metzen 5 14 Butter pr. Pfnnd . — 48 Korn „ 3 32 Eier pr. S>nck . . — u Gerste „ 2 8" Milch pr. Maß — 10 Hafer „ 1 80 Rindfleisch pr. Pfd. — 24 Halbfrncht „ 4 10 Kalbfleisch „ — 26 Heiden „ 3 20 Schweinefleisch „ — 24 Hirse ,, 2 88 Schöpsenfleisch „ — — .luknrutz 3 — Hähndel pr. Slück . — 28 Erdäpfel 1 40 Tauben „ — 22 Linseu 4 8" Heu pr. Ceutner . 1 50 Erbsen 4 80 Stroh 1 — Fisolen „ 3 84 Holz, hartes, pr. Klft. 6 50 Rindsschmalz pr. Pfd. — 45 — weiches, „ — Schweineschmalz „ — 40 Wein, rother pr. Speck, frisch, „ — 30 Eimer 6 50 Speck, geräuchert, , — 36 — weißer 5 50 Nl.bO sss.— ^71.so 340.— SIS.— ^<4 8« INL.SV L40.— 168.56 186.77. 180.50 175 — 729.— ^81.70 86k).. 37^.-350.-97.-S50.— >iI55 2^5. 1^3.— r.t 181. 175 25 93.10. 93.25 90.75. 91. 107.75 108. 90.— 90.50 . 162.50 163.— Äredit 100 fl. ö. W Don.-Dampfsü-.-Ges zu 100 fl. CM. . .l 99.- 100.— Triester 100 fl. CM. .124.-126.-dto. 50 fl. ö.W. . 61.—^ 63.— Ofener . 40 fl. ö.W.! 33.50 34.50 Salm . „ 40 „ 40.— 41.— Palffy . ,. 40 ^ 3".50! 31.- Clard . „ 40 „ 36.— 37 — St.GenciS^ 40 „ 2ri.ü0 30.50 Mndiscbgrätz 20 ^ 20.50 21.— Waldfiein . 20 ^ 22.— 22.50 Keglevikb . 10 17.50 18.50 Rudolfsstifr. IO ö.W. 15.75 16.50 ^soLsvL(3Mon.) > ÄugSb. 100 fl. südd.W. 108.10 103.25 Franks. 100 5. . „ ^ 103.20 London 10 Pf. Sterl. 124.25 Paris 100 Franc« . -19.20 103.20 103.4«. 124.40 49.25 Kais.Mürn-Ducaten.i 5.82 20-FrancSflütk . . . 9.89 BcreinSthaler . . . 1.82^ Silber . . . .!l2125 5.83 9.90 1.83 121.50 Neuerliche VLU-L-iLitLUo». Zur Hintangabe des Baues eines neuen Kreisgerichts-Arrestgebäudes beim städtischen Klostergebände in Cilti findet WM- a,n 31. März d. I. -WU Bormittags 10 Uhr die Mimiendo-Lizitalion in der Kanzlei des Stadtgenieindcamtcs in Cilli statt. Der Ban ist auf 38.395, fl. 32 kr. veranschlagt, wird aber mit einer lOperz. Aufbesserung, mithin nm 42.234 fl. 85 kr. ausgernfen. Unternehmungslustige werden mit dem Beisatze eingeladen, daß die bezüglichen Baubehelfe, als: Borausmaß, Kosteniiberschlag, Banpläne und Bedingnisse in der bezeich-nctcn Aiittskauzlei zur Einsicht aufliegeu. Auch werden Offerte angenommen, wenn sie Vorschrift' mäßig instrnirt sind und die Erklärung enthalten, daß Offerent fäimntliche Baubediugnisse kenne, überdies mir dem lOperz. Vadium der AnsrufSsumme in barem Gelde oder in Staatspapieren, die nach dem Knrswerthe berechnet werden , versehen sind und vor Beginn der Liziiation beim StaLtgemeindeamte eingebracht werden. (99—1) Stadtamt Cilli am 8. März 1870. Thcater-Rachricht. Das k. k. priv. Josefstädter Theater in Wien erfreut sich seit 3 Monaten eines ihm gar viele Jahre ungewohnt ae wesenen Faktums — es ist nämlich allabendlich überfüllt. Ein Wunder muß Lies herbeigefiihrt haben, denn eS war dort, wie man zn sagen Pflegt, bereits „Hopfen und Malz verloren," die Wiener hatten nun einmal" Anti pathie gegen das in früheren Jahren so sehr besuchte Theater in der Josefstadt, und auch den neuen Unternehmern Börnstein und Buckovics begann für ihr mühsam errungene? Vermögen zu bangen, — da erschien zu rechter Zeit ein Retter aus der Noth in der Gestalt des gewandten Büh nendichters Hugo Müller, der dortiger Direciiou ein Volts stück einreichte, das bis heute bereits 90 (ireimzig) mal das Josefstädter Tbeater iu allen Räumen füllte. Von Anse m Großes Volksstnck mit Gesang und Tanz nach Hugo Müller von I. Böhm Ztukc betitelt sich dieses Wunderding, und nach vorliegenden Be richten hat der Berfasser uusere derzeitigen sozialen Zustände in so überraschend sessetnder Weise dramatisch behandelt, daß eS wieder kein Wunder zu nennen ist, wenn die Wiener schaarenweise zu diesem Genüsse pilgern. (98) Auf hiesiger Bühne kommt dieses Volksstück am Samstag den 12. März, und zwar zum Bortheile des Regisseurs M. I. Moser zur Aufführung, und können wir dem Benefizianten zu dieser glücklichen Wahl nur gratnliren nnd ein volles HanS im Voraus verspreche», das derselbe als einigermaßen Ent Schädigung für seine große Beschäftigung anch gewiß verdient. Die Lungentuberkulose wird naturgemäß, ohne innerliche Medikamente geheilt, Adresse: »I II. ««Nt,»,,»«» in 41 schaffenlntt'n am Mai». (Gegenseitig franko). (78—3) Zk Epileptische Krämpfe MI (Fallsucht) (16-5N heilt brieflich der Lpezialarzt für Epilepsie Doktor «». «tllimel, in Berlin, Mittel-straße 6. — Bereits über Hundert geheilt. Aper?.. Renr, rom 10. März. 5>perz. Rente Ssterr. Papier «;i 50. — öpcr österr. Silber 71.25. — 18L0er SraatSanleben 98. . -Bankaktien 723. — Mediraklien 280.—. London 124 05. — Silber 121.—. - K. !, Dukaten 5.83. Theater. Hente: Täuschung auf Ti'nlschnng, Schauspiel in! 5 Actcn Morgen: (>«iar und ^iinmermam», Op>-r in Actcn.! 8ud8knip1ionkn suf liie k'i'smiensnikike kgDsr'I« vttomsn'iseken Kk§i« IS. »iRÄ L«. MÄLL neiiinL ioli /.ii Oii^inal-IZeclinAun^eii . .leäs OdliA-itioiL xu IHs. 400 ^oiniimlo Icostst I<'r8. 180 effoktiv. ttauptti-elföi' mit fi-8. 600.000, 400.000, 300.000, 200.000. 2iii86N pr. Obligation 12 Mlirlioli. /iüilung äsr 2inson rriü 1. ^pril unä 1. Oktodsr, sovvis äsr verlostsu ObliMtionen Assekiölit naeli VVrütl dos Lö- sitrers in krtris, X>m8i,Lutui0p6l, ^Vivu, Ii'rii.vlckurt it. U. aclör ^uistsiclaM. kwspölits, LudskriptiousbeclinAnissg und l'ilAunAsplan Ara.ti8. I_. L. t,ucliur Lsljuemlieklksit äsr x. t. 8ub8l886ll i8t bei Lin/.Lliluug äör /^voitkii liatö von IHs. 70 por 8tüel< unü IledörimiiE äsr Intsrimssokoiuö /.u oränon. (97—2) Verleger und Mr rie Redaktion verantwortlich: Ottomar Bamberg. Druck »bii Jgn. v. Kleinmayr L Fcd. Law bcrg in Laibacb