Wahlspruch Was wir begehren von der Zukunft Fernen: Das; Brot und Arbeit uns gerüstet stehen, Das; unsere Kinder in der Schule lernen. Und unsere Greise nicht mehr betteln gehen. G. Herwegh. mmm R m % Stj/M Telephon Nr. 2323. Der Echeckkonto 38.415. Ueuba-ver Zentralorgan des Oesterreichischen Eisenbahn-Personales. WeCnttioii: Wien V/i, Sentagaffe Nr. 5. R-daktlon-schliitz: Zwei Tage vor dem Erscheinen de» Blatte». Sprechstunden sind jeden Tag mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage von 10 Uhr vormittags bis V*4 Uhr nachmittags. Jnfertionspreis: lezcile oder d, uftrog Nabatt. Erscheint jeden 1., 10. und 20. im Monat. Die zweimal gespaltene Nonpareillezeile oder deren Raum 40 Heller 93ei Jahresauftrag Nabatt. Abonnements-Bedingungen: Halbjährlich . Kr. 2 38 Ganzjährlich................................ 5-76 FUr das Deutsche Reich ganzjährlich Mk. 6-—. Für da» übrige Ausland ganzjährlich 9 Franken. M. 22. Wien, den 1. August 1911. 19. Ahrs. Ml. SofeUBi, Regeuhart S lomü. Durch die Reihen der österreichischen Scharfmacher geht jetzt eine Entrüstungskundgebung. Bei den Industriellen in Schlesien hat sie begonnen, bis sie auch dieser Tage im „Bunde der Industriellen Oesterreichs" in einer offiziell gefaßten Kundgebung ihren Widerhall fand. Und sie ist wert, daß man sie nicht unbeachtet läßt. Schon aus dem Grunde, weil es immerhin interessant und zuweilen auch recht lehrreich ist. zu wissen, über was sich das Gewissen der österreichischen Unternehmer anfregt. DicSmal aber besonders gehen die „Wogen der Empörung" hoch, und in den allzeit für die Interessen der Scharfmacher auf der Hochwacht stehenden dcutschradikalen Blättern flammt das sittliche Pathos, und man sieht es förmlich zwischen den Zeilen, wie die unterschiedlichen Schriftleiter im teutonischen Grimm als erzürnte Rachegeister ausrücken. Die Klage, die in den Mauern der kapitalistischen Mammonstempel erhoben wird, geht wieder einmal gegen den „sozialistischen Terror", gegen den der bekannte gerichtsordnungs-mäßig gestempelte Fabrikantengeld - S e i d e l im Deutschen Nationalverband bereits die Intervention der Regierung verlangt hat. In I ä g e r n d o r f, so wird nämlich in der Nationalverbandspresse erzählt, haben die sozialistisch organisierten Arbeiter die Entlassung zweier deutschnationaler Arbeiter durch die Androhung einer Arbeitseinstellung erzwungen, weil diese deutschnational gewählt hatten. Gegenüber dem Geschrei über Gesinnungsvergewaltigung. das freilich den Herren Unternehmern recht schlecht ansteht, müssen nun folgende Tatsachen festgestellt werden: In einigen Fabriken Jägerndorfs wurde einigen Arbeitern 'während der Rcichsratswahl ein mehrwöchiger Urlaub erteilt, damit sie für den Kandidaten der Unternehmer agitieren können. Die Arbeiter waren darüber empört, daß sich Kollegen aus ihren Reihen für Geld und gute Worte mißbrauchen ließen, den eigenen Klassengcnosscn in den Rücken zu fallen und für einen Feind der Arbeiter zu agitieren. Die Empörung wuchs aber noch mehr, als am Hanptwahl-tag einzelne Unternehmer durch gewisse Einführungen im Betrieb den Arbeitern Hindernisse bereiteten, dasselbe für den Arbeiterkandidaten zu tun. Die Arbeiter Mußten in der Fabrik bleiben und ruhig zusehen, wie bezahlte Arbeiter draußen für den Unternehmerkandidaten agitierten und die Partei der Arbeiter und ihren Kandidaten auf das schmählichste beschimpften. Die ungleiche Behandlungsweise förderte die Erregung der Arbeiterschaft. Als am Abend des Stich-Mahltages das Wahlresultat bekannt wurde und die Arbeiter durch Anwendung der niederträchtigsten und schändlichsten Mittel, der sich auch die bezahlten Arbeiter bedienten, eine Niederlage erlitten, entlud sich der Groll gegen die Verräter, die, selbst Arbeiter, sich für Geld kaufen ließen, um für den Feind der Arbeiter Wahlschwindeleien zu treiben. Die Sache hätte aber keine weiteren Folgen gehabt, als daß diese Aucharbeiter von der übrigen Arbeiterschaft mit Verachtung gestraft worden wären. Aber es kam in zwei Betrieben anders. Als die Arbeiter der Firmen Emil Chmel und Larisch u. Söhne am 21. Juni so wie alltäglich zur Arbeit erschienen, wurden sie von den bezahlten Unternehmeragitatoren höhnisch empfangen, provoziert und verspottet. Dies ließen sich Natürlich die Arbeiter nicht gefallen und sie erklärten, Unter keinen Umständen länger in der Gesellschaft meser beiden Aucharbeiter zu verweilen und verließen demonstrativ die Fabrik. Der Konflikt wurde nun nach längeren Unterhandlungen, bei welchen auch die Behörden intervenierten, dahin beigelegt, daß sich die Unternehmerorganisation bereit erklärte, die beiden Arbeiter, die sich zu Verrätern hergegeben hatten, in anderen Betrieben unterzubringen, wobei noch be- dungen wurde, daß die beiden innerhalb eines Jahres in acht bestimmten Betrieben nicht ausgenommen werden dürfen, weil dort ihr Erscheinen zu neuen Differenzen führen würde. Aus diesem Sachverhalt wird man wohl begreifen, wie berechtigt die Arbeiter handelten, als sie sich zu der ihnen angesonnenen wirtschaftlichen Vergewaltigung nicht auch noch den Spott der Verräter ihrer Klasse gefallen ließen. Natürlich nennen das, was die beiden Arbeiter taten, als sie für den Kandidaten der Unternehmer agitierten, die deutschnationalen Blätter „Eine Betätigung der Ueberzeugung", an der sie durch den „roten Terror" gehindert wurden. In Wahrheit freilich war es die wirtschaftliche Heber in acht der Fabrikanten, gepaart mit dem Jndifferentismus, in dessen Banne leider noch viele Tausende von Arbeitern liegen, die diese zwei Arbeiter bewogen, gegen ihre eigenen Klasseninteressen zu verstoßen. Und wenn für diese Tat, die moralisch mit dem Streikbruch gleichwertig ist, die organisierten Arbeiter Vergeltung übten, indem sie sich weigerten, mit beiden Arbeitern zusammenzuarbeiten, so taten sie nur, was ihnen i h r P f I i ch t g efühl gegenüber der eigenen K l ä s s e gebot und was allgemein die Solidarität der Klasse gebietet. Oder haben wir noch nie etwas von einem Boykott in bürgerlichen Kreisen gehört, der in der Regel mit allen gerade diesen Kreisen viel reichlicher zu Gebote stehenden sozialen Machtmitteln geführt wird? Aber in diesem Falle folgte dem Jnteressenverrat noch der Schimpf, indem sich die organisierten Arbeiter von den zwei Nichtorganisierten im Dienste der „Gelben" stehenden Arbeitern, auch noch bewitzeln und verhöhnen lassen sollten! Was aber der Geschichte ihren lehrreichen Hintergrund verleiht, das sind die Akteure, die diesmal die „Protestkundgebungen" ins Werk setzten. Die Sache selbst, um die es sich handelt, wäre weniger bedeutungsvoll, wenn sie nicht gerade durch die Personen und Körperschaften, die dabei im Spiele sind, verdienen würde, der Vergessenheit entrissen zu werden. Da ist Herr Dr. Oberlcutner neben dem bekannten Großindustriellen I o s e p h i und neben ihnen wieder die deutschvölkischen „Arbeiterführer" Seidl und E r t I, zu denen sich wiederum einträchtig das bekannte Herrenhausmitglied der Großindustriellen I a n o t t a gesellt. Sie alle sind voll des heiligen nationalen Zornes und protestieren in den nationalen Blättern in deutscher Eintracht gegen den „roten Terror". Und zu dem „Bund der Industriellen Oesterreichs", zu dem offiziellen Scharfmacher k o r p s, der in den letzten Tagen die Sache der nationalen „Arbeiterführer" zu der seinen machte, kommt nun noch der „nationale Volksverband für Schlesien", in dessen Namen der bekannte Ausbeuter Großindustrieller Negenhart zeichnet. Sie alle sind überzeugt, daß dadurch, daß organisierte Arbeiter ihr Klasseninteresse wahrten und Verräter ihrer Interessen so behandelten, wie sic es verdienten — „deutsche Ehre und deutsches Recht empfindlich verletzt würden". Fürwahr, man hat selten s o I ch e Kämpen für die persönliche Freiheit der Gesinnung gesehen, als wie sie hier die Sorge um die „Dcutschgelben" zusammengeführt hat. Herrn Ja-n o t t a kennt man bislang wenigstens nur aus seiner extremen Stellung, mit der er im Herrenhaus das Gesetz gegen die Nachtarbeit der Frauen bekämpfte, und die Namen R e g e n h a r t und Josephs sind allein ein Programm für die ganze arbeiterfeindliche Gesinnung und die sozialpolitische Reaktion, von der der Großteil der österreichischen Unternehmer feit jeher geleitet war. Die ganze brutale Unterdrückung und die Vergewaltigung der politischen Gesinnung, die seit jeher und die gerade bei diesen Wahlen wieder ganz speziell in den Sudetenländcrn verübt wurden, traten in die Erinnerung, wenn man die Namen der Unter- nehmer liest, die sich diesmal als die Schützer der deutschen Ehre und der freien Gesinnung aufspielen. Was aber die Sache am unerträglichsten macht, das ist der bezeichnende Umstand, daß die deutschen „Arbeiterführer" Hand in Hand mit den Organisationen der Scharfmacher g e h e n und mit ihnen nach Polizei rufen, weil sich einmal Arbeiter erdreisteten, sich nicht wie Sklaven verschachern und behandeln zu lassen! Die Ertl und Seidl im Bunde mit Rege n hart, Ianotr a, Josephs e tutti quanti als die Schützer der Freiheit der Arbeiter, das ist ein Bild, das geradezu für den proletarischen Anschauungsunterricht verwendet werden kann. Der deutschnationale und der christlich-soziale Arbeiter, das sind die Lieblingsideale der Unternehmer, und wer sich an ihnen versündigt, der ruft den Zorn der kapitalistischen Mächte auf sich herab. Aber daß auch dabei die nationalen „Arbeiterführer" so wacker in vorderster Reihe fechten, das ist nur ein neuer Beweis mehr, wie gut sich diese in ihrer Rolle als Knechte der Unternehmer zurechtfinden! Reue Rüstungen und neue Steuern. Erhöhung der Steuern und Militärlasten — das ist der Tenor der Thronrede, ist das Programm der Regierung und aller im Negierungslager sich sammelnden Parteien, ist die österreichische „Staatsnotwendigkeit", an deren ungesäumten Erledigung, wie Herr v. Gautsch dreist zu behaupten wagt, angeblich die ganze Bevölkerung ein eminentes Interesse besitzt. Die hohen Herrschaften sind nämlich der Anschauung, daß die in der sogenannten „Wehrreform" erhobenen Forderungen keine neuen Rüstungen seien, sondern nur „Versäumtes" nachl holen. Das heißt: andere Staaten sind uns dermalen mit den Rüstungen um eine Nasenlänge voraus, haben Kanonen, die schneller feuern, stellen etliche Regimenter mehr ins Feld. Das ist für bie | Herren von der Armeeverwaltung ein sinnfälliger! Rückstand, über dem. wird er nicht schleunigst nachgeholt Oesterreich znsammcnbrechen müsse. Wir begreifen ganz gut, daß Regierung und Regierungsparteien die Forderungen der Armeeverwaltung als dringlich behandeln. Eine Regierung, welche gegen die Ansprüche des Molochs nur die leisesten Bedenken zu erheben wagt, oder die Erfüllung der un< geheuerlichsten Begehren nicht mit aller Energie bc-> treibt, verschwindet wie ein Nachtschatten. Und erst die Regierungsparteien! Für die ist eine gewissenhafte und vollständige Annahme aller Forderungen des Molochs eine Maut auf dem Wege zum Futtertrog, die bezahlt werden muß. Dreist ist mir die Manier, die ungeheurlichen Ansprüche des Molochs und die notwendigerweise damit verknüpften neuen Steuern zu einer Art „Volksnotwendigkeit" hinauszuschwindeln; denn die Rcgicrungsvertrekr in den vielen gegen die Rüstungen und die Steuerforderungen abgehaltencn Versammlungen werden doch nicht rapportiert haben, daß sich die breiten Volksschichten auf ein noch stärkeres Ansetzen der Steuerschrauben unbändig freuen. Die paar Ortsgruppen des Flottenvereines, Kriegervereine und: Kerzelweiber, welche vielleicht hie und da mehr Militär begehrten, wird selbst der Deutsche Nationalverband nicht für die Öffentlichkeit mischen. Der Schwindel, die Molochsforderung in eins Volksforderung umzufälschen, wird aber erst in feiner ganzen Verwegenheit offenkundig, wenn man bedenkt, wie schwerhörig sich die Regierung zu den tatsächlichen Polksforderungcn stellt. Unser Wirtschaftsleben krankt seit Jahren an der wahnsinnigen Zoll- und Handelspolitik. Der Absatz stockt. In der Arbeiterschaft und weit hinein in die Schichten des Gewerbestandes hört man Klagen über schlechte Verdienstgelegenheit. Dazu entwertet die fortgesetzt MT Der „Eisenbahner" erscheint in einer Auflage von 46,000 Exemplaren. Seite 2 „Dev Giseubahnrv." Dtc. 22 ^ DH berschärfende Teuerung immer mehr das schmale Mrbeitseinkommen. Aber über alle diese Erscheinung iQen, die Vorderhand die Massenverarmung ins Un->gemessene steigern und in ihrer Konsequenz zu einer schweren Erschütterung des ganzen Wirtschaftslebens führen müssen, hüpft die Negierung in der Thronrede entweder mit nichtssagenden Erklärungen hinweg oder ignoriert sie ganz. Sie verliert über die Teuerung kein Wort, erledigt die notwendige Förderung unseres Jndustrieexportes mit einigen nichts« sagenden Redensarten. Bestimmt, konkret wird sie nur ;in der Verfechtung der Molochforderungen und der neuen Steuern. Das ist eine wichtige und unaufschiebbare Arbeit", die natürlich im Parlament im Hand-iAmdrehen erledigt werden soll. Volksnotwendigkeiten lrangieren weit hintenan. Und wie es die Regierung !im gegebenen Falle mit diesen zu halten gedenkt, da-ibott gibt uns das zwei Tage vor der Parlamentser-iLffnung erlassene Verbot von argentinischein Fleische einen kleinen Vorgeschmack. Sicherlich kann die.Regierung die Molochsfor-ierungen und Steuerbegehreu nur in der Gewißheit nmit diesem Nachdruck zu einer Nolksforderung em-lporfchwindeln, daß die bürgerlichen Parteien emsig ^für sie roboten wollen. Daß diese Annahme kein ^Fehlschluß ist, offenbart ja der Ausgang der Reichs-Latswahlen. Wohl bat die knechtseligste Regierungspartei, die Christlichsozialen, eine Niederlage erlitten. Aber was die Christlichsozialen verloren, hat der Deutsche Nationalverband gewonnen. Es ist nur eine Verschiebung des Kräfteverhältnisses eingetreten, das sich vielleicht in anderen Fragen, bestimmt aber nicht in der Beurteilung, ob die Bevölkerung die geforderten Rüstungen verträgt, die begehrte» Steuern zahlen kann, bemerkbar machen wird. Der Deutsche Nationalverband ist heute ebenso Hurra-'patriotisch wie die Christlichsozialen im letzten Parlament. Und die Redensarten der Christlichsozialen, lidaß sie Regierungsvorlagen erst besehen, auf die Wirkung prüfen und dann erst urteilen wollen, sind wirklich nur Redensarten; ernstlich kann und wird diese Partei, die doch noch einmal obenauf zu kommen hofft und deshalb die Gunst der Machthaber nicht verschmerzen mag, sich nie gegen eine Volksausplün-iverung stellen. Die Mehrheit, welche Bienerth im »-ölten Parlament für die Molochsforderungen und begehrten neuen Steuern besessen hat, steht auch hinter (Gautsch. Freilich reicht ihre Kraft nicht hin, sich in besinnungsloser Bewilligerei auszutoben. Darum will Gautsch ja die Tschechen mit einigen Ministerfitzen feiner Mehrheit einverleiben. Ist seine Mehrheit komplett, dann kanns mit der Bewilligerei losgehen — aber auch mit dem Kampf. Denn, daß die sozialdemokratische Partei nicht die Hände in den Schoß legen und nicht bloß durch ein Neinsagen den Regierungsparteien leicht machen wird, den Machthabern alle begehrte Volksbelastung zu apportieren, versteht sich !ziemlich von selbst. Mögen sich die bürgerlichen Parteien j'Quf das Programm der Regierung: Nichts für das iS3olk, keilte Maßnahme gegen die Teuerung,, alles für den Militarismus! einigen, nufere Partei wird beweisen, daß sie der treue Auwalt des Volkes bleibt und den Verrat der bürgerlichen Parteien an ihren Feuilleton. Die Überlebenden derMiillheimer Asenbahv. katasttoptze *). Beobachtungen eines Arztes. Von Dr. Eduard Sticrlin (Basel). Etwa zwei Stunden nach der Katastrophe hält unser Zug vor Mühlheim. Beim Aussteigen bietet sich uns ein Bild schrecklicher Verwüstung dar: Ein Eisenbahnzug, wie ein von rohem Fuß zertretenes Spielzeug, in tausend Trümmer verwandelt I Der Schauplatz ist von Soldaten umstellt. Wir erfahren, daß die Verletzten bereits alle ins Krankenhaus and ins Militärlazarett Müllheim transportiert worden sind und machen uns auf den Weg dorthin. Auf dem Platz vor dem kleinen Hospital ist eine schweigende Menschenmenge versammelt, die den Eingang umstellt. Im Korridor, den wir be. treten, liegen auf Matratzen ein kleiner Teil der Verwundeten, in einer Ecke ein totenblasser sechzehnjähriger Junge, der, ! während wir ihn untersuchen, den letzten Atemzug tut. Die Mehrzahl der Verwunderen sind in den verschiedenen Zimmern auf Betten versorgt. Die Aerzte haben hier in kurzer Zeit tfehr viel geleistet. In Anbetracht der großen Zahl der Verletzten ist ihnen aber auch noch jetzt unsere chirurgische Mithilfe willkommen. Auffallend zahlreich sind die Beinbrüche und Quetschungen, Wir haben uns das so erklärt, daß beim Zusammenstoß der Wagen die Bänke ineinandergeschoben und so die Beine der Knienden durchgequetscht wurden. Mehrere der Reisenden darauf Sitzenden sowohl wie der infolge des Stoßes am Boden tzaben denn auch an, sie erinnern sich noch genau daran, wie die gegenüberliegende Bank gegen sie geschoben worden sei. Einer sieht noch jetzt in der Vorstellung mit peinigender Lebhaftigkeit die beiden Puffer de? vorderen Wagens unter der Bank vor ihm hervorschießen. Recht häufig sind auch Quetschungen und Wunden der Kopfhaut, weil viele der Reisenden mit Macht «egen die Wände geschleudert wurden. 1 Was die Wunden anbelangt, so waren dieselben, wie der LiSherige Verlauf beweist, vorwiegend gutartig, indem durch die Natur der Katastrophe eine Infektion mit folgendem Wund, jfieber nicht begünstigt wurde. Speziell die gefährliche Infektion I *) Wir entnehmen diese Betrachtungen über das letzte Lärofce Eisenbahnunglück in Müllheim der „Frankfurter fßeitung". Die Redaktion. I \ , ____________________________________________________ KT Besucht großmäuligen Wahlversprechungen durch einen riick-sichslosen Kampf gegen die Volksausplünderung zu parallelifieren trachtet. Sur Automatik bei dm !. f. Staats- Wie die Dtaatsbahndirektionen Lin,', und Lemberg die Erlässe des Eisenbahnnnnisteriums respektieren. Es ist ein merkwürdiges Zusammentreffen. daß gerade in jenen Staatsbahndirektionen, wo noch immer am meisten von der Verhetzung des Personals durch unsere Organisation gesaselt wird/ die vom Eisenbahnministerium dem Personal zugestandenen Verbesserungen am wenigsten respektiert und die Rechte des Personals am öftersten mit Füßen getreten werden. Es ist diese Erscheinung nur ein neuer untrüglicher Beweis dafür, wie die schuldtragenden Organe dieser Staatsbahndirektionen ihre eigene verhetzende Tätigkeit unter dem Personal der Organisation in die Schuhe zu schieben trachten, mit der Absicht, dadurch das Ansehen der Organisation in der breiten Oesfentlichkeit herabzusetzen. Bei der Wahl der Mittel sind diese Organe natürlich nicht wählerisch. Einmal ist es brutaler, nackter Raub, das anderemal jesuitische Auslegung der in einem Erlaß enthaltenen Bestimmungen, wenn mit dem an-gewendeten Mittel nur einige Bedienstete um ihr Recht gebracht werden können. Und wenn sie ihr Ziel erreicht haben und das um sein Recht betrogene Personal erregt wird und energisch sein Recht fordert, dann finden die Kavaliere in diesen Staatsbahndirektionen, daß diese Bediensteten Krakeeler sind, daß sie von der Organisation verhetzt wurden und bei passender Gelegenheit wird dann an maßgebender Stelle über die Schlechtigkeit der Organisation gezetert, die sich mehrenden Bediensteten schlecht qualifiziert und — was auch schon vorgekommen ist — es wird dem Eisenbahnministerium empfohlen, mit der Organisation jede Verhandlung und jeden Verkehr abzubrechen. Aus diese Art und Weise gelingt es diesen unverantwortlichen Organen dann freilich, das Ansehen des organisierten Personals in den Augen der Oeffentlichkeit zeitweilig herabzusetzen, und es kann nicht wundernehmen, wenn durch diese verleumderische Tätigkeit bornierte Unternehmer zu der Ansicht gelangen, daß diese ewig unzu-sriedeneu Eisenbahner erpressen wollen. Das soll bei dieser Gelegenheit festgehalten werden, damit auch die Oeffentlichkeit neuerlich davon unterrichtet wird, wer denn die eigentlichen Hetzer unter dem Personal sind. Und nun zur Sache selbst: Bekanntlich hat das Eisenbahnministerium bei den Verhandlungen tm Oktober des Jahres 1908 zugestanden, daß allen jenen Dienern, die seinerzeit mit einem Ansangs-gehalt von (500 oder 700 Kr. stabilisiert wurden, und in der Zwischenzeit nicht durch ein außertourliches Avancemeut auf Grund der autzertourlichen Beschreibung bereits eine Kürzung ihrer normalen Vorrückungsfrist um mindestens ein Jahr erfahren haben, ihre nächste normale Vorrückungs-srist um ein Jahr gekürzt erhalten, beziehungsweise m jenen Fällen, iN welchen der betreffende Bedienstete nur ein halbes Jahr in der Gehaltsstufe von 700 Kr. gestanden ist, um ein halbes Jahr gekürzt erhalten werden. Dieses Zugeständnis wurde seitens des k. k. Eisenbahnministeriums mit dem Erlaß Z. 68.322 vom 5. Dezember 1908 allen Dienststellen der k. k. Staatsbahnen zur Kenntnis gebracht. Was sagt nun dieser Erlaß? Er spricht klar und deutlich aus, daß alle Diener, die mit den niederen Gehaltsstufen von 600 oder 700 Kr. stabilisiert wurden, ihre nächste normale Vorrückungsfrist um ein Jahr beziehungsweise um ein halbes Jahr gekürzt erhalten, wenn sie nicht ohnehin schon eine einjährige Kürzung auf Grund einer mit Starrkrampfbazillen muß hier nicht besonders Befürchtet werden, weil die Wunden wohl höchstens zufällig mit Erde, dem häufigsten Träger dieser Bazillen, beschmutzt worden sein konnten. Sehr wichtig ist in der Beziehung auch, daß die Befreiung der von Trümmer»- Begrabenen und die Desinfektion ihrer Wunden so rasch erfolgte. Bei anderen Katastrophen, zum Beispiel dem Erdbeben von Süditalien, war dies ganz anders. Staub und Erde wurden dort während der Stunden und Tage, in denen die Verschütteten unter den Trümmern der Häuser begraben lagen, so intensiv in die Wunden gepreßt, daß, wie ich mich selbst davon überzeugte, Infektionen fast die Regel bildeten und auch Starrkrampf häufig zum Ausbruch kam, Außerdem aber fetzte die lange Dauer der qualvollen Situation die physische Widerstandsfähigkeit des Körpers und damit die Heilkraft desselben stark herab. Auch in der Beziehung waren die prompten RettungSarbeiten in Müllheim für das Schicksal der Geretteten von Bedeutung. Wenn wir nun gefragt werden: Wie wirkte die Katastrophe auf die Psyche der Betroffenen? so lohnt es sich, etwas ausführlicher auf die Beantwortung dieser Frage einzugehen. Da dies die fünfte Katastrophe ist, bei der ich die lieber-lebenden auf ihren körperlichen und geistigen Zustand prüfte, glaube ich mein Urteil äußern zu dürfen. Diejenigen, die noch nie Gelegenheit hatten, die Heber-lebenden einer Katastrophe kurz nach derselben zu beobachten, werden erstaunt sein, zu hören, daß in den ersten Stunden nach der Katastrophe von Müllheim die meisten leicht Verletzten. auch ohne Morphium oder sonstige Beruhigungsmittel erhalten zu haben, ruhig dalagen, auf Fragen ruhig antworteten und über die Einzelheiten der Katastrophe ohne jede sichtliche Erregung sprachen, als ob sie sich darüber wunderten, daß dieses überhaupt passiert sei. Einer der ltcberlcbenden' sagte uns drei Stunden nach der Katastrophe lächelnd: „Ich katmS fast nicht glauben, daß daS Unglück passiert ist. An alles erinnere ich mich genau, und doch ist mir, als sei eS ein Traum." Andere machten mehr den Eindruck stark Ermüdeter und verhielten sich dem Geschehenen gegenüber apathisch. „ES geht nicht schlecht," war ihre Antwort auf die Frage nach ihrem Befinden. Auf die Erkundigung nach ihren Angehörigen meinten sie ruhig, diese werden wohl bald kommen. Bei ein, zelnen von ihnen fiel mir eine gewisse Schwerbesinnlichkeit auf. Bei zweien (einem etwa dreißigjährigen Mann und einem zwanzigjährigen Mädchen) machte sich eine nervöse Lebhastig-feit von stark euphorischem Charakter geltend. Diese waren, nur 8rV'iYe, in welchen der „Eisenbahner" autzertourlichen Qualifikation erhalten haben. Nun wird wohl jeder Mensch Mit fünf Sinnen zugeben, daß es an dieser Verfügung nichts zu deuteln oder zu interpretieren gibt. Doch oas Eisenbahnministerium denkt und die Staatsbahndirektion Linz lenkt. Die geschworenen Personal-feinde der Staatsbahndirektion Linz finden, daß dem nicht so sei. Diesen Jesuitenzöglingen war es Vorbehalten, der Welt weis zu machen, daß 1X2 nicht 2, sondern 3 sei. Es ist unglaublich, aber es ist wahr. Stolzen Hauptes verkündigen diese .scharfsinnigen" Juristen der Linzer Direktion, daß die Werkstättenbediensteten, die mit 700 Kr. seinerzeit angestellt wurde», keinen Anspruch auf diese Begünstigung haben, weil sie — nun staune lieber Leser — weil sie zufolge ihres höheren Taglohnes mit 700 Kr. angestellt werden mußten. Man mutzte erschrecken ob solcher Hirnrissigkeit, würde man nicht wissen, daß hier nicht Dummheit, sondern Bosheit der Vater des Gedankes ist. Aber jedenfalls staunenswert ist die Tatsache, daß bornierter Bedienstetenhaß auch vor dem krassesten Hirschauerstücklein nicht scheut, weun es gilt, arme Teufel mit Hungerlöhnen um ihr wohlerworbenes Rechtzu bringen. Als ob der Anfangsgehalte eines Werkgehilfen oder Werkmannes von 700 Kr. den er auf Grund seines höhereu Taglohnes erhalten mußte, um in seinem JahresarbeitSverdienste durch die Stabilisierung nicht allzuschwer geschädigt zu werden, kein Ansaugs-gehalt, sondern eine Zwischengehaltsstufe oder gar eine Endgehaltsstufe wäre. Diese Blamage war also den Machern in der Staatsbahndirektion Linz Vorbehalten und wir wollen nur noch konstatieren, datz die sonderbare Logik eine Spezialfrucht der Tätigkeit des Herrn Staatsbahndirektors Messerkliuger ist, die eben jetzt wieder einmal diese Enthaltung gezeitigt hat. Erfreulicherweise ist das betroffene Personal nicht geneigt, sich so ohneweiters das schwer erworbene Recht rauben zu lassen und wir teilen schon heute mit, daß wir kein Mittel unversucht lassen werden, um zu erreichen, datz die beteiligten Bediensteten; der Wcrkstätte in Linz der ihnen gebührenden Kürzung der Vorrückungsfrist teilhaftig werden. Nicht viel besser handeln die Organe der Staatsbahn-direklion Lemberg, obwohl im folgenden Falle Unkenntnis der einschlägigen Bestimmungen vielleicht als Entschuldigungsgründ angeführt werden könnte. Hier handelt e3 sich Um folgendes: Bei Herausgabe der neuen Automatik im Jahre 1909 wurden bekanntlich gegen den Willen der Organisation die Vorrückungssristen in den erhöhten An-sangsgehaltstusen von 900 und 1000 Kr. für die jüngeren Diener von 2 Jahren auf 21/», 3 und 3^ Jahre verlängert., Das Eisenbahnministerium begründete diese Matzuahme! damit, datz dadurch eine Gleichstellung der jüngeren mit den älteren Bediensteten infolge der Erhöhung der An-| fangsgehalte hintangehalten werden solle. Es war nun eine selbstverständliche Sache, datz die Werkstättenbediensteten, i die auf Grund ihres höheren Lohnes in den erhöhten Anfangsgehaltstufen von 900 oder 1000 Kr. stabilisiertj wurden, nach nne vor in diesen Gehaltsstufen statt der' verlängerten die normalen Vorrückungssristen zu bean--! sprachen hatten. Und zwar aus dem einfachen Grunde,! weil sie in diesen Gehaltsstufen auf Grund ihres höheren! Lohnes auch dann stabilisiert worden wären, wenn noch die alte Ansangsgehaltslufe von 800 Kr. bestanden hätte. | Trotzdem waren mehrere Direktionen entweder der gegenteiligen Ansicht, oder es herrschte über die Auslegung Zweifel. Wiederholte und energische Interventionen des Abgeordneten Genossen T o m s ch i k veranlagten das k. k. Eisenbahnministerium endlich im Vorjahre folgende Verfügung zu treffen: K. k. Eisenbahnministerium. Z. 51.301/4. Wien, am 25. Oktober 1910. Vorrückung von Werkmännern. In Erledigung dcS obzitierten Berichtes wird der k. I. Staatsbahndirektion eröffnet, daß den Bestimmungen des Erlasses vom 20. September 1909, Z. 43.318, die Erwägung wie ich hörte von Natur frohmütig und lebhaft veranlagt. Weinkrämpfe, heftige Klagen über das erlittene Unglück, starke Erregung konnte ich wenigstens in den ersten Tagen bei keinem der Geretteten konstatieren. Niemand von ihnen fiel es ein, den schuldigen Lokomotivführer wegen seiner Fahrlässigkeit zu verurteilen. Diese Ruhe der von der Katastrophe Betroffenen stand in auffallendem Gegensatz zu der hochgradigen Erregung der hinzugceilten Angehörigen. Wir haben es hier mit einer sehr zweckmäßigen Einrichtung der menschlichen Natur zu tun. Gewöhnlich reagiert sie auf Einflüsse nach außen leicht und lebhaft. Gegen maximale Schreckwirkungen aber, die schwer schädigend auf die Psyche' einwirken könnten, besitzt sie eine Sicherheitsvorrichtung. DaS Geschehnis, die Katastrophe wird mehr oder weniger vollständig und rasch aus der Seele verdrängt, so daß sie etwas Unpersönliches und Vergangenes darstcllt, und so wird die Rückkehr zum seelischen Gleichgewicht erleichtert. Wie wichtig diese Fähigkeit für den Menschen ist. läßt sich aus dem Schicksal solcher Menschen ermessen, welche dieselbe nicht besitzen und sich deshalb von den Eindrücken einer erlebten Katastrophe nicht mehr befreien können. Es sind dies die Kandidaten für die* jenige Nervenkrankheit, die man als traumatische Neurose Be«! zeichnet. Ich hatte Gelegenheit, nach den Erdbeben von Val* paraiso und namentlich Süditalien an der betroffenen Bevölkerung ähnliche Beobachtungen zu machen und bei zahlreiche«! behandelnden Aerzten Erkundigungen über ihre diesbezüglichen Erfahrungen einzuziehen. An beiden Orten war eine eigenartige Apathie gegenüber den Geschehnissen der Katastrophe, die sich bis zu Gleichgültigkeit,: steigern konnte und Tage bis Wochen anhielt, bei vielen Geretteten in hohem Grade- auffallend. Da erzählte zum Beispiel eine Frau, wie sie eng umschlungen mit ihrem Mann drei Tage unter Trümmern gelegen habe, wie sie lange beide gejammert, wie dann allmählich die Stimme ihres Mannes schwächer geworden sei und dann versagt habe und sie bald darauf gefühlt hätte, datz sein Leib allmählich erkaltete. Ihre zwei Kinder habe sie anfangs auch noch schreien gehört, dann seien sie aber bald verstummt und jedenfalls gestorben. Dies alles erzählte sie 011 einer Ruhe, als ob sie zur Unterhaltung bloß eine sie in keiner Weise persönliche Geschichte zum Besten gebe. Oder da be1'** tete ein sehr geachteter Mann aus gebildeten Ständen auf d>c teilnehmenden Fragen nach seinen Verlusten ganz ruhig.,er habe nur Eltern und Frau verloren; zwei Brüder und ern« aufliegt l *^8 -ugrundelag, jene Bediensteten, ivelche tu der Uebergangsveriode (P. 12 des Erlasses vom 8. Juli 1909, Z. 14.535) auch bei Nichteinführung des neuen Gehaltsschemas in Berücksichtigung 11) r c ä höheren Taglohnbezuges mit dem Gehalt von 900 Kr., beziehungsweise 1000 Kr. stabilisiert worden wären und nach den bestandenen Normen die Gehaltsluse von 1000 Kr., beziehungsweise 1100 Kr. nach Absolvierung einer zwei- bis dreijährigen Vorrückungssrist erreicht haben würden, durch Umgang-nähme von den Uebergangsbestimmungen vor einer Benachteiligung zu bewahren. I Lern Vorstehenden gemäß ist daher während der ganzen Uebergangszeit rücksichtlich während der Vorrückung von 900 itr auf 1000 Kr. zu unterscheiden, ob ein Bediensteter schon zufolge 'seines höheren Lohnbezuges in die Gehaltstufe von 900 Kr. einzureihen ivar, oder ob seine Stabilisierung mit dem Anfangsgehalt von 900 Kr. lediglich eine Folge der Einführung des neuen Gehaltschemas mar. Für den letzteren Fall gelten die in den Uebergangsbe-fttmmuiigeii festgesetzten verlängerten Lorriickungssristen, während im crstereit Falle die regelmäßige Vorrückungssrist Anwendung zu finden hat. u Bei den eventuell in den Ansangsgehalt von 1000 Kr. erfolgten Stabilisierungen sind, wenn diese Stabilisierungen in Konsequenz des früher bezogenen höheren Lohnes in die gedachte Gehaltsluse erfolgten, gleichfalls die regelmässigen Vorruckungs-fristen anzuwenden. Trotz dieser klaren Verfügung hat sich die Lemberger Direktion beim diesjährigen Juli-Avancement bemüßigt gefühlt, einer Reihe von Werkmännern, die am 1. Juli 1909 mit 4 Kr. Taglohn in der Gehaltstufe von 900 Kr. stabilisiert wurden, die am 1. Juli 1911 fällige Vorrückung tit die Gehaltsluse von 1000 Kr. vorzuenthalten. EL kann keinem Zweifel unterliegen, daß die Werkmänner, ivelche mit einem Taglohn von Kr. 4—, Kr. 4"20 :c. am 1. Juli 1909, 1. Jänner und 1. Juli 1910 u. s. w. in der Gehaltstufe von 900 Kr. stabilisiert wurden, Anspruch auf die normale zweijährige Vorrückungssrist haben. Denn sie wären auch dann mit dieser Gehaltstufe stabilisiert worden, wenn im Zeitpunkt ihrer Stabilisierung noch die alte Anfangsgchaltstufe von 800 Kr. bestanden hätte. Nach den in Geltung stehenden Stabilisierungsnormen für die Werkstätteiibcdiensteten wird nämlich das Dreihundertfache des vor der Stabilisierung bezogenen Taglohnes als Ansangsgehalt gewährt, und zwar in folgender Weise: Ein Werkmaun hat am 31. Juni 1909 einen Tag-lohn von 4 Kr. Gerechnet mit 300 Tagen ergibt einen Jahresarbeitsverdienst von 1200 Kr. Der Mann erhält nun am 1. Juli 1909 anläßlich der Stabilisierung als Anfangsgehalt 900 Kr. Gehalt in Lemberg 280 „ Quartiergeld (80 °L Wiener Quartiergeld) 35 „ Wert der Dienstkleider 1215 Kr. Jahreseinkommen Dieser Werkmann ist also auf Grund seines vorder Stabilisierung bezogenen höheren Lohnes, beziehungsweise seines Jahresarbeitsverdieiistes in der Gehaltstufe von 900 Kr. stabilisiert worden und hat daher im tsinnc des obigen Erlasses Anspruch auf die normalen zweijährigen Vorrückungsfristen. Dagegen kann ein Werkmann, der mit einem Taglohn von Kr. 3-70 in genanntem Zeitpunkt mit 900 Kr. stabilisiert wurde, ^diesen Anspruch auf die zweijährige Vorrückungsfrist im Sinne der derzeit gültigen Bestimmungen nicht erheben, iveil er ebeii nicht auf Grund seines höheren Lohnes mit 900 Kr. stabilisiert wurde, sondern deshalb, weil die 900 Kr. für ihn, beziehungsiveise für seine Dienst-mtegonc die erhöhte Anfangsgchaltsstufe bildet. Denn wenn im Zeitpunkt seiner Stabilisierung noch die alte Anfangsgchaltstufe von 800 Kr. bestanden hätte, so märe er eben mit 800 Kr. und nicht mit 900 Kr. stabilisiert worden, ivas aus folgendem Beispiel leicht ersichtlich ist: Är. 3°70 TaglohnX 300 —1110 Kr. Jahresverdienst. Stabilisierungsnorm: 800 Kr. Gehalt -40 „ Quartiergeld (80 % Wiener Quartiergeld) 35 , Wert der Dienstkloider 1075 Kr. Jahreseinkommen Schwester seien ihm geblieben, er könne noch von Gluck reden. Ja ich sah einen siebzigjährigen Allen, der Frau und sieben Söhne und Hab und Gut verloren hatte und sich doch seiner .Genesung freute, als ob ihm das sonnigste Dasein wieder geschenkt wäre! Im Gegensatz zu den von der Katastrophe Betroffenen waren auch hier die herbeigeeilten Verwandten vielfach in höchster Erregung, die sich bei einigen zu eigentlichen Psychosen steigerte. Die meisten, die ich selbst beobachtete (über zweihundert), hatten den Wunsch, nach Messina, respektive Reggio zurückzukehren und wieder zu arbeiten — als ob dies noch die früheren Städte und nicht Trümmerhaufen gewesen wären! SIIS ich im Spital Müllheim diesen und jenen der lieber* 'lebenden fragen hörte, wann ich glaube, daß er seine Arbeit 'toieber ausnehmeu könne und andere am ersten und zweiten (Tage „Geschäfte halber" abreifen sah, erinnerte ich mich lebhaft meiner in Süditalien gemachten Erfahrungen. Dort wurde itt den Trümmern in halbeingefallenen Häusern, die jeder Windstoß ganz zerstören konnte, schon wieder verkauft und gefeilscht, als ob man alles Geschehene vollkommen vergessen Mtte. Wie rasch sich bei einigen nach kaum überstandencr Todes» Mahr ruhige Ucbcrlcgimg und alltägliches Interesse wieder cherstcllcn können, bewiesen auch einige der Geretteten in Müll* [heim. Einer erzählte mir, wie er, den Trümmern entstiegen, sogleich zu einem 'Brunnen gegangen sei, um sich seinen Kops igu waschen, der beschmutzt war und einige Qutschungen hatte. Ein anderer gtng, sobald es ihm gelungen, sich zu befreien, ins Telegraphenamt, wo er ein Telegramm an seine Angehörigen diktierte, endlich ein Dritter suchte, nachdem er soeben aus einem zertrümmerten Wagen herausgezogen worden war, seinen verlorenen Ring. Hier kommt mir jener Mineur aus Courrieres in den Sinn, der nachdem er vierundzwanzig Tage in der Mine begraben und bann durch ein halbse Wunder getestet worden war, seine Frau zuerst nach seinen Sonntags-Neidern fragte und sehr ungehalten war, als er erfuhr, dieselben seien verkauft, der sich ferner fortwährend erkundigte, *6 er nicht auch wie einige feiner Kameraden einen Orden bekomme, und während er noch in der Mine unten in hoffnungs-jkfem Zustand umherirrte, Schlüssel und Uhren seiner geworbenen Kameraden sorgsam sammelte, sowie aus einer gefundenen Schnupftabakdose von Zeit zu Zeit zur Zerstreuung KsPour. s’amuser un peu") eine Prise nahm. Aus diese Kategorie von Werkstättenbediensteten finden daher die verlängerten Vorrückungsfristen Anwendung, die, was nebenbei bemerkt sein soll, im Sinne der Bestimmungen des Punktes 12 über die neue Automatik (siehe „Eisenbahner" Nr. 21/1909) durch außer-tourliche Beschreibung entsprechend abgekürzt werden können. Die Lemberger Direktion hat also die klare Verfügung des Eisenbahnministeriums ebenfalls nicht eingehalten und die Herrschaften dürfen sich nicht wundern, wenn durch solche Schädigungen das Personal äußerst erregt wird, und erklärt, jeden Glauben an die Objektivität der Vorgesetzten Behörde verloren zu haben. Wir haben auch in dieser Frage bereits energisch beim Eisenbahnministerium Stellung genommen und verlangt, daß alle ansvruchsberechtigten Bediensteten mit Rückwirkung ab 1. Juli 1911 in die Gehaltstufe von 1000 Kr. befördert werden. * * * Ein bemerkenswerter Erfolg der Organisation. Wir haben in der letzten Nummer des „Eifmbalmer* einen Erlaß zum Abdruck gebracht, mit welchem das Eisen-bahnministerium unter Z. 20.425/4 vom 16. Juni 1911 verfügt hat, daß auch jenen Dienern, die am 1. Jänner 1899 in der Gehaltstufe von 700 Kr. stabilisiert wurden und am 1. November 1899 in die 800 Kr.-Gehaltstufe überstellt wurden, eine Kürzung um ein Jahr und jenen Dienern, die am 1. Juli 1899 mit 700 Kr. angestellt wurden und am 1. November 1899 in die 800 Kr.-Gehalt-stuse überstellt wurden, eine Kürzung um ein halbes Jahr zugestanden ivurde. Der Erfolg ist deshalb besonders bemerkenswert, weil sich unsere Organisation seit dem Dezember des Jahres 1908 unablässig um diese Verbesserung bemüht hat. Das Eisenbahnministerium vertrat stets den Standpunkt, daß jenen Dienern, oie nur 10 Monate in der 700 Kr.-Gehaltstufe gestanden sind, nur ein halbes Jahr Kürzung und den anderen, die nur vier Monate in dieser Gehaltstufe gestanden sind, gar keine Kürzung gebührt. Wiederholt legten wir in ausführlichen Eingaben die Nichtberechtigung dieses Standpunktes dar, Abgeordneter Genosse T o m a s ch i I intervenierte mehreremal persönlich und auch die Vertrauensmänner der Wiener Zugsbegleiter, insbesondere Genosse Wabisch, sprachen wiederholt diesbezüglich im Eisenbahnministerium vor. Den vereinten Bemühungen ist es also nach zweijähriger Frist doch gelungen, diese Verbesserung durchzusetzen. Hoffentlich schenken die einzelnen Direktionen dieser Verbesserung die nötige Aufmerksamkeit, damit nicht auch hier erst Erregung und Empörung des Personals die Herrschaften an ihre Pflicht mahnen muß. A. M. Die Lohnbewegung der Lokalbllhn-bediensteten Jnnrbrnikr mit krsolg beendet. Die Bewegung der Lokalbahner Innsbrucks ist abgeschlossen. Wohl war cs dem Personal nicht möglich, alle Forderungen dnrchzusetzen; aber bedenkt inan, daß die Bahnverwaltniig das Memorandilm der Bedienstete» zuerst abschlägig beschied und sie sehr „wohlwollend" auf die Zukunft vertröstete, da die Bahn angeblich mit Rücksicht aus ihre finanzielle Lage auch nicht die geringste Mehrbelastung des Löhnekontos vertrage, so ist das Resultat der Lohnbewegung ein sowohl in moralischer als auch in sachlicher Beziehung erfreuliches: die Halsstarrigkeit der Bahnverwaltung wurde gebrochen, sie hat doch anstatt des bloßen „Wohlwollens" die Forderungen wenigstens zum größten Teil erfüllen müssen. Zusammen übersteigt die Aufbesserung 15.000 Kr., und weil die Aufbesserung nicht, wie gefordert, ausschließlich zu den G e- Wcmt wir aus dem Mitgcteilten im allgemeinen die Ueberzeugung gewinnen, das; die Natur den Menschen so zweckmäßig organisierte, daß sein stärkster Trieb, derjenige der Selbsterhaltung, auch den schwersten Schreckensereignissen gewachsen ist, so müssen wir hierzu gleich eine gewisse Einschränkung machen. Wohl kam es auch bei der Katastrophe von Miill-heim bei den Geretteten im allgemeinen nicht zu schweren geistigen und gemütlichen Störungen; allein dem aufmerksamen Beobachter konnte nicht entgehen, daß das Ereignis, auch abgesehen von den Verletzungen und deprimierenden Einflüssen infolge des Verlustes von teuren Angehörigen, doch nicht ganz spurlos au den Betroffenen vorübergegangen war. Um mich nicht in sozialistische Details zu verlieren, möchte ich diese Beobachtungen dahin zusaminensassen, daß ein Teil der Geretteten in den ersten Tagen gewisse leichtere nervöse Störungen zeigte (schreckhafte Schlafstörungen, Schlaflosigkeit, Puls-befchleuniguug, erhöhte Sehnenreflexe). Man wird vielleicht einwenden, die obemähuten Symptome werden in kurzer Zeit von selbst verschwinden, und ich teile im allgemeinen diese optimistische Erwartung. Allein ich gedenke auch hier der Resultate meiner Beobachtungen im Erdbebengebiet von Süditalien, wo ich denselben nervösen Symptomenkomplex noch zwei bis drei Monate nach dem Erdbeben bei einem Fünftel bis einem Viertel der Untersuchten fcr>id und bei einigen nach der Rückkehr in die früheren, damals noch erschwerten fiebenS* Verhältnisse daraus eine sogenannte traumatische Neurose, das heißt eine hartnäckige Nervenkrankheit, sich entwickeln sah. Die Einwirkung auf die Psyche war allerdings bei jener Katastrophe intensiver. Dennoch glaube ich, daß man den genannten Symptomen auch bei den Geretteten von Müllheim in warnendem Sinne Rechnung tragen sollte, namentlich in Anbetracht der so häufigen Kopfverletzungen, die, wie bekannt, den Ausbruch einer Nervenkrankheit begünstigen können. Im Verein mit den Aerzten des Krankenhauses versäumte ich denn auch nicht, diejenigen der llcbcrlcbenten, die sogleich von ihrer Arbeit sprachen, darauf aufmerksam zu machen, daß das sofortige Wieder» aufnehmen der Arbeit nicht ratsam sei, und sie sich int Interesse ihrer Gesundheit zuerst einige Wochen Erholung gönnen sollten. Meiner Ansicht nach wäre eine mehrwöchige, leichte den Geist ablenkende Arbeit für die zu Depression Neigenden die beste Erholung. halten, sondern zum Teil zu den variablen Bezügen erfolgte, bleibt sie hinter dem Geforderten zurück. Die Beschlüsse des Verwaltungsrates sind durch da9 energische Eingreifen der sozialdemokratischen Eisen-bahnerorganisatioii, welcher die meisten Innsbrucker Lokalbahnen angehören, bewirkt worden. Der Obmann der Innsbrucker Eisenbahnerorganisation, QScnosse Scheibein, setzte sich mit der ganzen Kraft für die Lokalbahner ein und feine Energie hat in Verein mit den Vertrauensmännern der Lokalbahuer hauptsächlich in die; verworrene Situation Klarheit gebracht, die Kräfte zn-samiuengefaßt und zum erfolgreichen Kampfabschluß geführt. lieber den Verlauf dieser.Bewegung, den wir zum Teil in unserer letzten Nummer schilderten, ist weiter zu berichten, daß am Montag den 17. Juli die Vertrauens-' männer der Innsbrucker Lokalbahnbediensteten beim Präsidenten des Verwaltungsrates Dr. v. Wackernell vor-I sprachen und mit diesem verhandelten. Dr. v. Wackernell. bot den Bediensteten 10.000 Kr. znr Durchführung der Verbesserungen an und erklärte, es sei diese Summe das Maximum dessen, was gegeben werden könne. Alle Vor-^ stellungen der Vertrauensmänner, daß man mit dieser Summe für die Angestellten und Bediensteten nichts anfangen könne, fanden taube Ohre». Oberkondukteur Scheibein und Gewerkschaftssekretär Flöckinger begaben sich tags darauf zum Vizebürgermeister Dr. Weitin, legten ihm das ganze anseinander und verlangten, daß mindestens die Summe von rund 15.000 Kr. gewährt werden müsse, um eine halbwegs zufriedenstellende Lohn-beziehungsweise Gehaltsregulierung durchführen zu können. Dr. Wenin erkannte dies cm und gab zu, daß. wenn die Lokalbahnverwaltung 15.000 Kr. für Unter* beamte, Diener und Arbeiter bewillige, von dieser Summe die wirkliche Aufbesserung ohnehin eine minimale für den einzelnen sei. Er versprach, sich in Stellvertretung des Bürgermeisters zum Präsidenten des Verwaltungsrates Dr. Wackernell zu begeben und zu versuchen, daß die Summe von 5,000 Kr. noch erwirkt werde. Der Präsident Dr. v. Wackernell hatte nach längerer Unterredung dem Vizebürgermeister Dr. Wenin die Mitteilung gemacht, daß er persönlich gegen die nunmehrige Forderung der Bediensteten nichts einzulvenden habe und daß er das Ergebnis der Verwaltnngsratssitzuug am Samstag den 22. Juli vormittags den gewählten Vertrauensmännern bekanntgeben werde. Herr Präsident! Dr. Wackernell und Herr Vizebürgermeister Dr. Wcitiiv sprachen den Wunsch aus, die Bedinsteten »vollen sich wie bisher verhalten und das Ergebnis am Samstag von ihren Vertrauensmännern entgegennehmen. Ober-kondukteur Genosse Scheibein dankte dem Herrn Vizebürgermeister Dr. Wenin für seine Intervention und versprach, seinen ganzen Einfluß in Dem gewünschten taitme geltend zn machen, insbesondere, daß die Bedien-; steten bis Saninstag den 22. Juli eine zuwartende und ruhige Haltung entnehmen. Die Bekanntgabe des Erfolges der Intervention des Lohnkomitees beim Vizebürgermeister Dr. Wenin hatte bewirkt, daß die Lokalbahnbediensteten, die über das lange Hinansziehen der Angelegenheit schon unzufrieden waren, ruhig den in der Versammlung zu er-' stattenden Bericht abwarteten. Leider hatte die Betriebsleitung sich dazu verleiten lassen, mit dem Wiener Unter» nehmerverband wegen eventueller Lieferung von Streif* Brechern in Verbindung zu treten, was eine große und berechtigte Erregung unter den Bediensteten hervorries. Die Lokalbahnverwaltung behauptete in einer uit die Innsbrucker Tageszeitungen versendeten Mitteilung,' daß sie ihre Bediensteten besser bezahle als die Gemeinde Wien ihre Straßenbahner. Die Behauptung, daß man bessere Löhne zahle als die Stadt Wien, ist kein Beweis dafür, daß man gut zahle, denn die Wiener Rathaus-Cliquen haben als Ausbeuter der Straßenbahner und kommunalen Arbeiter ziemlichen Weltruf erworben. Obendrein waren aber diese Behauptungen in den Innsbrucker Tagesblättern unrichtig. Die Wiener Straßenbahner haben sich in einer selbständigen Organisation vereinigt, einige Lohnverbesserungen durchgesetzt, und unser Innsbrucker Parteiblatt, die „V o l k s z e i t n n g", die auch sonst der ganzen Angelegenheit vollste Aufmerksamkeit schenkte, wies an detaillierten Gegenüberstellungen der Bezüge der Wiener (Straßenbahner gegenüber den. Bezügen des Innsbrucker Personals uach, daß in Wien' besser gezahlt werde als in Innsbruck. , Es nahm auch Herr Suske, der deutschuaticrnale Arbeiterführer und Reichsratskandidat, zur Frage der Erhöhung der Preise der Lokalbahnen und zur Lohnbewegung der Lokalbahuer „Stellung", und zwar unter einhelliger Zustimmung der Vertrauensmänner des „Deutschen Volksvereines". Er sympathisierte mit der: Bevölkerung, die begreiflicherweise über die Fahrpreis-' erhöhimg alles andere als erbaut ist, imb andeinteils „anerkennt" er mit gleicher Sympathie die schlechte materiellen Lage der Bedienstete». Wie Snske schon ist, wollte er gleich zwei Fliegen mit einem Schlag treffen und die beste Waffe dazu schien ihm eine Resolution, die' sich mit dein aus der Wahlbewcguug bekannten „Brust«; ton der Ueberzeugung" für die Bevölkerung und für die Bediensteten zugleich eiusetzt und außerdem gegen die-Lokalbahngesellschaft scharfe Töne findet. Herr Suske und; feine ihm zustimmenden Parteifreunde vergaßen nur, daß es ihre Parteigenossen waren, die früher die fetten Dividenden einstrichen, ohne an die B c-d i e n st e t e n z n d e n k e n n»d daß es das Ictztcmcil kinch wieder ihre eigenen Part e i genossen luarcii, die am meisten über die geringe Dividende raunzten und eine Fahrpreiserhöhung befürworteten. Den Bediensteten wie auch der Bevölkerung wird durch solche Resolutionen nur eilt herzlich schlechter Dienst erwiesen, denn s i e v e r-q u i ck t zw e i A k t i o n e n, die unabhängig voneinander durchgeführt wurden und nichts miteinander zn tun haben. Die Lokalbahnen haben ihr Gesuch an den Ver-waltnngsrat gerichtet, ohne von der bevorstehenden Fahr» Preiserhöhung etwas gewußt zit haben, und der Verwais tungsrat hat die Erhöhung durchgeführt, mit der Be-! gründung, daß die Dividende unter 4 Prozent gefallllv sei, und ohne die Absicht zu haben, die Erhöhung tcM ' y p 111 —.................. ■ ■ ......................................................................... -.............. - ■ ■■■ .............................. Sorget dafür, daß der „Eisenbahner" auch vom reisenden Pnblikrun gelesen werdet Seite 4 J z\. /-. <■ V, > /.f „Der Eisenbahner." Nr. 22 1 —* beife den Bediensteten zuzuwenden. Durch die Verquickung der beiden Angelegenheiten wird nur bewirkt, dcisj, wenn -cs gelingt, die Fahrpreiscrhöhung rückgängig zu machen iodcr herabzumindern, die Gesellschaft eine Ausrede hat, iwomit sie das Gesuch der Lokalbedicnsteten ablehnt. Wird lobcr die Fahrpreiscrhöhung ganz oder zum Großteil aufrecht erhalten und den Wünschen der Bediensteten Rechnung getragen, dann fällt das Odium der Fahrpreis-Erhöhung auf die Bediensteten, obwohl vielleicht nur ein Bruchteil derselben für die Aufbesserung ihrer Bezüge verwendet wird. lieber das Endresultat der Verhandlungen wurde kürzlich in einer von fast sämtlichen Lokalbahnern besuchten, im Arbciterhcim tagenden Versammlung Bericht Erstattet. Den Vorsitz führte Genosse Flöckinger, den IBericht über die Zugeständnisse erstattete Genosse Scheibe in. Der Redner besprach in längerer Rede die ein-seinen Phasen des Kampfes, welche Schwierigkeiten zu überwinden waren, den Vcrwaltungsrat zum Reden und izur Beschlußfassung zu bringen. Wohl entsprechen die eugeständnisse, erklärte Genosse Scheibein, nicht den orderungcn des Personals, da nicht, wie verlangt, die feste ii, sondern die variablen Bezüge erhöht worden sind. Aber zusammengercchnct ergeben die Zugeständnisse 'völlig das Geforderte. Wenn das Personal die Zugeständnisse ablchnt und cs auf einen Streik ankommcn läßt, so 'bleibt cs doch fraglich, ob durch einen Streik mehr durch-[ gesetzt werden könnte. Besser ist cs, diese Errungenschaft als Ä b s ch I a g s z a h l u n g zu betrachten und sich durch eine feste Organisation für weitere Kämpfe vorzubereiten. An die Ausführungen des Genossen Schcibein knüpfte sich eine lebhafte Debatte, in welcher eine Reihe Bediensteter ihre Unzufriedenheit mit den Zugeständ-nissen, hauptsächlich mit der Art, wie die Lohnerhöhung aufgetcilt wurde, zum Ausdruck brachte. Doch pflichteten die Redner dem Genossen Schcibein bei, daß man sich mit den Zugeständnissen für diesmal zufricdcngcben soll, um sich gleichzeitig für die Zukunft zu rüsten. Genosse Schcibein schlug dann vor, zunächst darüber abzustimmen, ob das Personal die Zugeständnisse in der 'Höhe annimmt, und dann erst über die Aufteilung der Aufbesserung abznstimmcn. Bei der Abstimmung wurden die Zugeständnisse, was die Höhe der gewährten Aufbesscruiw anlangt, mit großer Majorität angenommen. Genosse Scheibein schlug dann vor, das Lohnkomitcc zu beauftragen, neuerdings an die Bahnverwaltung mit der Forderung hcranzutreten, die Aufbesserung den Gehalten zuzurcchucn. Dieser Antrag wurde c i n st i m in i g angenom-men und die Versammlung mit Dankesreden an das Komitee, wie für das Wirken des Genossen S ch e i-bcin und das Eintreten der „Volkszcitung" für das jPersonal, mit der Aufforderung, an der Organisation l festzuhalten, geschlossen. Damit ist die Lohnbewegung der Innsbrucker Lokalbahncr wohl abgeschlossen, denn bei einigermaßen Entgegenkommen der Lokalbahnvcrwaltung wird sich über die noch obschwcbenden Streitfragen leicht ein Einverständnis erzielen lassen. Es wird Sache der Innsbrucker Lokalbahner sein, durch treues Ausharren in der Organisation das Errungene festzuhalten und sich nicht der Möglichkeit zu begeben, auch künftig in gleicher Weise die eigenen Interessen zu vertreten. >*v...-wl.. Das Schriftstück, in welchem die Lokalbahnvcrwaltung dem Personal die Zugeständnisse mittcilt, hat folgenden Wortlaut: Lokalbahn Innsbruck-Hall in Tirol. Innsbruck, am [22. Juli 1011. Zahl.1043/L. An das Personal der Lokalbahn Innsbruck-Hall in Tirol, Innsbruck. De^ Verwaltungsrat der :Lokalbahn Innsbruck-Hall in Tirol hat in seiner Sitzung vom 21. Juli 1011 nachstehende Erhöhungen der Bezüge beschlossen, und zwar: 46 Professionistcn und Hilfsarbeiter: Erhöhung des Stundenlohnes um 2 H. per Stunde. Gesamtbetrag 2626 Kr. 15 im Taglohn 'stellende Erhöhung des Taglohnes um ilO H. per Tag, Gesamtbetrag 548 Kr. 11 Aushilfskondukturc: Erhöhung des Taglohnes um 30 H., Gesamtbetrag 1205 Kr. unter Beibehaltung einer Fahr-zutage von 12 H. per Stunde. 17 Aushilssmotorführer: Erhöhung des Taglohnes um 20 H., Gesamtbetrag 1241 Kr. unter Beibehaltung einer Fahr« zutage von 16 H. per Stunde. 42 Kondukteure: Erhöhung der Fahrzulage von 12 H. auf 16 H. per Stunde, Gesamtbetrag 4536 Kr. 27 Motorführer: Erhöhung der Fahrzulage von 16 H. auf 20 H. per Stunde, Gesamtbetrag 2016 Kr. 17 Unterbeamte und Diener: Eine in die PensionSver. sicherung nicht einrcchenbare Pcrsonalzulage von 100 Kr. per Mann. Gesamtbetrag 1700 Kr. Zusammen 14.671 Kr. , Diese Erhöhungen treten unter der Bedingung, und zwar rückwirkend ab 1. Juli 1011 in Kraft, daß das Personal seinen Dienst in aller Nutze weiter versieht und die Stadt Innsbruck gegen die am 1. Juli 1011 eingctretenc Erhöhung der Tarife keine Einwendung erhebt. Sollten diese Voraussetzungen nicht in Erfüllung gehen, so wird dieser Beschluß zurückgezogen. Der Verwaltungsrat hat mit diesen Erhöhungen, welche die Grenzen der Zulässigkeit erreichen, bewiesen, daß er das Wohl der Angestellten stets im Auge hat, und gibt sich der Hoffnung hin, daß feine Bestrebungen den gewünschten Erfolg haben, das Interesse, welches wir alle am Gedeihen der Lokalbahn haben müssen, neu zu beleben. Lolalbahn Innsbruck-Hall in Tirol. •• , ' Dr. Josef Wackcrnell. Falk. Auch das Personal der Hungerburgbahn wurde durchwegs um 20 H. aufgebessert. Es bezieht jetzt der Maschinist Kr. 3-80 (früher Kr. 3-60), der Wagenführer 3 Kr. (früher Kr. 2-80), der Türsteh er Kr. 3-20 (früher 3 Kr.) per Tag. Steiges von den Kanzleigehilfen der Südbab«. Bekanntlich wurden, respektive werden alle vor dem 1. Oktober 1007 in den Dienst der k. k. priv. Südbahngesellschaft als Schreiber aufgenommenen Bediensteten z» Kanzleiexpedienten ernannt. War schon die Anstellung zum Kanzlciexpedicnten keineswegs eine rosige zu nennen, besonders für jene außerhalb des ZentraldtensteS, fo brachte noch das Zirkular 385 A ex 1907 (das „rühm- lichst" bekannte Zirkular!) eine Verschlechterung, indem es von nun an den Schreibern die Möglichkeit benahm, bei der E r st a n st e l I u n g Kanzleiexpedicntcn zu werden; wohlgcmcrkt: bei der Erstanstellung. (Laut Akt 3364 S ox 1909 können gut qualifizierte Kanzlei-gchilfcn bei Erreichung des Gehalts von 1100 Kr. — damals der Anfangsgehalt für Kanzlciexpedienten außerhalb der Zentrale — nach mit Erfolg abgelegter Unter-bcamtenprüfung zu Kanzlcicrpcdicntcn (angestellt) ernannt werden. Auf diesen Akt wird noch im weiteren Verlauf dieses Artikels hingcwicscn werden.) Um aber für die Kanzleicxpedienten, denen man damals und im Laufe der Zeit gewisse materielle und auch moralische Vorteile, wen» auch bescheidener Natur, bot, einen billigen Ersatz zu schaffen, schuf man mittels erwähnten Zirkulars (385) eine neue Kategorie: die der 1 Kanzleigehilfen. Nun wäre eine Frage aufzuwerfen: Von welchen Beweggründen ließ sich die Südbahnverwaltung leiten bei Errichtung dieser Kategorie? Ist die Leistung des Schreibers plötzlich minderwertiger geworden als vor Oktober 1907? Ist das Schreiber-personal minder qualifiziert als vor Oktober 1907? Mit nichtcnl Weder das eine noch das andere trifft zu! Im Gegenteil: die Schreibarbeiten haben sich bei allen Dicnstzweigen, sei es im Frachten oder Eilgutmagazin, in Heizhaus, Werk-stätte 2C. bedeutend vermehrt, stellen infolge Kompliziertheit an das Pflichtgefühl und die Ausdauer strengere Anforderungen als sonst. Zur Anstellung zum Kanzlei-expcdienten genügte die Absolvierung einer Bürgerschule; feit 1907 wird Schreibern mit oft drei bis vier Mittelschulklassen oder absolvierter Handelsschule die Anstellung zum Expedienten nicht zuerkannt. Ja, um Gotteswillen, sollen auch nun diese Stellen den „Maturanten" Vorbehalten bleiben? Das hieße ja mit Recht das Kind mit dem Bad ausschütten. Bei Errichtung der Kanzlcigchilfengruppe dachte man bei den Pcrsonalauslagcn etwas zu ersparen, um für Verpflichtungen gegen andere Kategorien Mittel zu haben. Es ist dies der erste Fall und diene den anderen Unterbeamtengruppen zur Warnung, daß eine Unter* beamtcngrnppe zu einer Dicnergruppe umgcwandelt wurde. Nehme man einmal auch das Gehaltschcma des Kanzleigehilfen und des Kanzleicxpedienten zur Hand, mache man eine Gegenüberstellung und behalte man nur zwei Richtpunkte im Auge: den Anfangsgehalt und den Endgchalt. Ersterer, welcher zumindest die Vorbildung wie fein Berufskollege, der Kanzleiexpedient, hat und auch zu denselben Schreibarbeiten verwendet wird, wird mit 1000 Kr. angestcllt, rückt in je drei Jahren mit je 100 Kr. bis zur Erreichung des Endgehalts von 1800 Kr. vor, welchen er in 24 Jahren erreicht (die einmalige zweijährige Vorrückung von 1000 Kr. in die Gehaltstufe von 1100 Kr. kann nicht in Berücksichtigung gezogen werden, da selbe bei allen bis jetzt Angestellten, mit Ausnahme einiger wenigen, infolge der Uebergangstabelle in Wegfall kommt und für jene Kanzleigchilfcnanwärter, welche ab 1. Jänner 1910 in gesellschaftliche Dienste kamen, ohnehin ein anderes, noch ungünstigeres Schema mit dreijähriger Vorrückung gilt). Letzterer (von welchen alle bis jetzt Ernannten zum Großteil die je zweijährige Vorrückung haben, was logifcherweise als Matzstab für die Erreichung des End-gehalts dieser Vedienstetengruppe dient), wird mit 1200 Kronen angestellt, rückt bis zu 1400 Kr. mit je 100 Kr., von da ab bis zur Erreichung des Endgehalts von 3000 Kronen mit je 200 Kr. in je zwei Jahren vor, so daß er den Endgchalt in 21 Jahren und nach eventueller Eliminierung der Gchaltstuse von 1300 Kr., was ja wahr-schcinlich nur noch eine Frage der Zeit ist, nach 19 Jahren erreicht. (Bei dieser Aufstellung ist die einmalige 2y2 bis 3jährige Wartezeit in der Gehaltstufe von 1200 Kr. vieler Kanzleiexpcdicntcn infolge der Ileberleitungstabelle berücksichtigt, ansonsten man zu den 20 respektive 18 Jahren käme). Hierbei ist noch in Betracht zu ziehen, daß dem bis inklusive 1. Juli 1911 ernannten Kanzleiexpedienten das Recht eingcräumt ist, sich in den neu geschaffenen Beamtcn-status III — ohne Prüfung — einreihen zu lassen ober bei Erreichung der Gehaltstufc von 1600 Kr. oder mit Prüfung nach sieben definitiven Kanzleicxpedientenjahrcn in den Beaintcnstatus II b. Angenommen, ein Kanzlei« expedient wird mit dem „kleinsten" Expedientengehalt ernannt, so erreicht er den Anfangsgchalt des Obcr-rcvidentcn nach zirka 19 Beamten-, respektive nach zirka 25 bis 26 Dienstjahren überhaupt. Ich erwähnte, daß der Kanzleigchilfe, wenn er nicht das Glück hat, doch Unterbeamter zu werden — man muß das fast als ein Glück bezeichnen, obzwar das Darben und das Elend auch da noch eine Reihe von Jahren seine Fortsetzung findet — 24 Jahre zur Erreichung des End-gehalts (1800 Kr.) braucht, welchen Gehalt der Kanzlci-und Stationscxpedicnt nach acht bis neun, der Werk-führer nach sechs, der Werk-, Bahn-, und Telegraphenmeister 2C. nach vier Jahren erreicht. Es schmeichelt manchen Kanzleigehilfen gewiß nicht wenig, daß sie, da die meisten die Uniform nicht tragen, vom Publikum für Bahnbcamtc gehalten, werden, und aus Eitelkeit luird auch dieses Dekorum gewahrt, weil man sich faktisch „schämt", eingestehen zu müssen, wie minder bewertet man für seine qualifizierte Arbeitsleistung ist. Laut Zirkular 174 ex 1911 ist es „qualifizierten" Kanzleigehilfen möglich, nach Ablegung der „Kanzlistenprüfung" (warum nicht ohne Prüfung?) „Kanzlist" bei Erreichung der Gehaltstufc von 1200 Kr. zu werden; die Verwaltung wird den Kanzlcigehilfendcputationen gewiß Vorhalten: Daß ja ohnedies qualifizierte Kanzleigehilfen u. s. w. — Nun muß man sich schon die Frage erlauben, was es mit der Bestimmung im „Akt" 3364 8 ex 1909 ist, wonach qualifizierte Kanzleigehilfen bei Erreichung - der Gehaltstufe von 1100 Kr. — damals der kleinste Gehalt für Kanzleicxpedienten außerhalb der Zentrale — noch abgelegter „Unterbeamtenprüfung" zu Kanzlei-expcdienten ernannt werden. Man kann doch nicht den Kanzleigehilfen so mit einem Federstrich das Recht und die Hoffnung, zu welchen sie ja doch berechtigt waren, nehmen, nach Jahren des Darbens einmal doch Kanzlei* expedient zu werden. Dies ist ja doch mit materiellen und moralischen Vorteilen verbunden. Die Verwaltung verweist sehr gern — ein billiges AuSknnftsmittel — auf die Normen der k. k. Staatsbahnverwaltung. Nun möge sie das auch in diesem Falle tun, die Antwort wird ihr schon hier gegeben: Bei sämtlichen k. k. Staatsbahnlinien werden die Kanzlistenpostcn „nur für beim exekutiven Dienst gesundheitlich nicht mehr befähigte, sonst aber noch dienstfähige Unterbeamten" Vorbehalten, währenddem aber Kanzleigehilfen Offizianten nach Maßgabe der Normierung werden können. Nach Dienstes* znlässigkcit, das heißt wenn der Kanzleigehilfc auf einem Osfiziantenpostcn ständig Dienst versieht, wird er nach „zweijähriger" Kanzlcigehilfcndienstzcit und abgelegter' Unterbeamtcnprüfung Kum Offizianten (Endgehalt 3000 Kr.) ernannt. Zumindest dasselbe muß auch für die Kanzleigehilfen der Südbahn gelten. Eine Bcssergcstaltung der tristen Lage der Kanzlei»! gchilfen ist dringendst geboten, was in folgenden bisituiti unerfüllten Forderungen seinen Ausdruck findet: 1. Jene bis inklusive 1. Juli 1911 ernannten Kanzlei- -gehilfen, welche bei ihrer Anstellung eine mehr als fünfjährige' Dienstzeit, sei cs als was immer, nachzuweisen haben, und vor j ihrer Ernennung bereits eine Prüfung abgelegt haben —- j welche ohne Prüfung angestcllt würben, haben selbe nachzu-1 holen — find rückwirkend vom 1. Juli 1911 zu Kanzlcicxpc-dicntcn zu ernennen. i 2. Kanzleigehilfen, welche über eine genügende Vorbildung (zum Beispiel Absolventen einer llntermittelschule oder dieser gleichgestellten Schule, wie Handelsschule) sich aus-weisen können, ferner die Schreiber werden zu Kanzleiexpedienten ernannt, und zwar erstere rückwirkend vom 1. Juli 1911, letztere nach je einjähriger Dienstzeit als Schreiber und Kanzleiexpedientenaspirant. 3. Schreiber mit geringer Vorbildung sind nach einjähriger Dienstzeit — als Schreiber — zu Kanzleigehilfen zu ernennen. 4. Gut qualifizierten Kanzleigehilfen ist schon im letzten: Halbjahr des zweite» Jahres die Möglichkeit zur Prüfung zu bieten, worauf dann beim nächsten Vorrückungstermin deren •’ Ernennung zu Kanzleicxpedienten erfolgt. 5. Die Vorrückung von je zwei Jahren bis zur Erreichung des Endgehalts bleibt für die ad Punkt 1, 2 /ausgenommen die in diesem Punkt genannten Schreiber, welche bei der „Erstanstellung" zu Kanzleicxpedienten ernannt werden), 3, 4 und 5 ernannten Kanzleicxpedienten und Kanzlisten aufrecht, die Kanzleigehilfen rücken bis zur Erreichung der Gehaltstufc von 1200 Kr. in je zwei Jahren vor, werden im letzten Halbjahr des vierten Jahres zur Prüfung zugelassen, worauf dann zum Vorrückungstcrinin deren Ernennung zum Kanzleiexpedienten, ohne Prüfung (automatisch) zum Kanzlisten erfolgt. (Solcherart ernannte Kanzlisten sind späterhin auf ihren Wunsch zur Prüfung zuzulassen und bei ihrer „nächsten" Vorrückung zu Kanzleicxpedienten zu ernennen.) , 6. Laut den hier zum Ausdruck gebrachten sechs Punkten entfällt die Ernennung zum Kanzlcigehilfenaspiranten oder Aushilfskanzleigehilfen von selbst. 7. Es ist ein Vorbereitungskurs für die Ablegung der Prüfungen zu aktivieren. Aus dem Angeführten ist ersichtlich, daß diese For-' derungen gewiß nicht weitgehend sind und hoffen die Kanzleigehilfen, deren Lage bei dieser enormen Teuerung immer unerträglicher wird, und deren berechtigte Wünsche keinen Aufschub mehr ertragen, auf ein Entgegenkommen seitens des Herrn Generaldirektors. Sektionschef Ritter v. Weber, welcher ja bei seinem Amtsantritte zusagte, das materielle Wohl der Bediensteten fördern zu wollen, insoweit es die finanziellen Verhältnisse der Südbahn zulassen. Der Herr Sektionschcf hat während seiner kurzen Amtstätigkeit schon einigemal bc-' wiesen, daß er nicht nur Sachkenntnis in Pcrsonalangc-legenheiten hat, sondern auch solche mit Taktik einer gün- j fügen Erledigung zuführte. — Dasselbe gilt auch vorn l Herrn Direktor Fall, und ersuchen die Kanzleigehilfen ' auch um Entgegenkommen. Die Sanierung der Südbahn ist nahezu perfekt, finanzielle Kalamitäten wie bisher ausgeschlossen, daher bei Aufstellung „billiger" Forderungen dieser bis nun angewcndcte Hinweis entfällt, j Ein Wort noch an die Kanzleigehilfen: Wir sollen nicht Vereinen beitreten, welche nur dem Zweck dienen, die allgemeine Organisation zu zertrümmern, j Diese hat allein die Interessen aller Eisenbahnbedien-' steten stets gewahrt und wird diese auch weiter wahren. Wir können keine Erfolge erringen, wenn wir nicht dieser: großen Organisation, in welche alle Eisenbahnbedienstete; hineingehören, beitreten. Unzählige Deputationen wnr- j den je nach der bei der Gencraldirektion momentan herrschenden Laune abgefertigt und unvcrrrichtetcr Dinge heimwärtsgeschickt. Wir werden unsere gerechten For-derungen nur in der allgemeinen Organisation durchsetzen. Von einem Kanzleigehilfen. Militarrertifikatistev aus den verstaatlichten Bahnen. Die k. k. Nordwestbahn hat 402 Untcrbeoiutctw Posten für anstellungsberechtigtc Unteroffiziere reserviert und in den verschiedenen Bureaus dieser Bahn sitzen seit einiger Zeit Leute in Unteroffizicrsuniform, die sich bemühen, den Eisenbahncrdicnft zu erlernen.-Damit hat das Militärzertifikatistenwescn von den alten Staatsbahnen auf die verstaatlichten Privatbahnen! übcrgcgriffen, und künftig werden nicht mehr Salut»' mcisterpostcn allein mit Unteroffizieren besetzt werden,, sondern auch StationSincister- und Offiziantcnposten, und wenn bei den k. k. Staatsbahnen das Zertifikatisten-wcsen int gleichen Maße fortschreitet, in der Folge vici»] leicht sogar auch die anderen Unterbcamtenposten, dte gegenwärtig nicht im Wege der direkten Anstellung für diesen Posten, sondern durch Vorrückung aus anderen Kategorien besetzt werden. Die Heeresverwaltung hat bei der von der Südbahn betriebenen berechtigten Erhöhung des Militärpersonentarifes ein klein wenig Entgegenkommen gezeigt und das dürfte hinreichen, die Statsbahnvcrwaltung dein Herzenswunsch der Heeresverwaltung ganz gefügig zu machen, die ausgedienten Unteroffiziere bei den k. k. Staatsbahnen unterzu-, bringen. . ! Es soll diese Angelegenheit hier nicht von einem Standpunkt aus behandelt werden, der irgend jemand, das Anrecht auf eine Existenz streitig macht. Aber wenn; sich Erscheinungen zeigen, wie jene der k. k. Norbltieft-; bahn, treten unwillkürlich die Fragen auf, wie es künftig um das Fortkommen der eigenen Bediensteten der. k. k. Staatsbahnen bestellt sein wird, welchen Einsluv diese Einschiebung des neuen Elementes auf das 23er», hältnis der Bediensteten untereinander nehmen muß, wie weit bei dieser Unterbringung der längerdienenden Unteroffiziere den Interessen des Staatsbahndienstes Rechnung getragen ist und ob eine Versorgung dieser Unteroffiziere im Rahmen des Staatsdienstzwciges nicht zweckmäßiger erscheint, um den sie sich durch ihren Militärdienst Verdienste erwarben. Selbst wenn die Anstellung von längerdicnenden Unteroffizieren auf die Posten beschränkt würde, die gegenwärtig im Wege der Erstanstellung vergeben werden, wie die Bahnmeister- und Stationsmeisterposten, könnten sich mit diesem System die Bediensteten der k. k. Staatsbahncn nicht ruhig abfinden. Die Zahl der Unterbeamtenposten wächst auf den k. k. Statsbahnen nicht in gleichem Verhältnis als sich der Personalstand vermehrt. Das hat zur Folge, daß sich für den einzelnen Bediensteten die Aussichten, einen Unterbcamtenposten zu erreichen, immer mehr verschlechtern. Nun werden noch Unterbcanitenposten, die bisher durch Vorrückungen aus Dlenerkategorien besetzt wurden, den Dienern weggenommen und für die Militärzertifikatisten reserviert. Durch die neue Prüfungsvorschrift wurde in einzelnen Fällen das Vorrücken von Diener- auf Untcrbeamten-posten unmöglich gemacht und dies wirkt alles zusammen, um das Fortkommen der Staatsbahnbediensteten recht ungünstig zu beeinflußen. Auf der anderen Seite wird aber mit der Verbesserung der Schulbildung das Bildungsniveau der jungen Leute ein immer höheres, die sich deni Bahndienst widmen. Damit 'steigt die Möglichkeit zu deren Verwendung für qualifizierteren Eisenbahndienst und bereit wirkliche Ausnützung. Man scheint mit Vorbedacht zu handeln, wenn man vre Militärzertifikatisten in den Personalstand ein« schiebt. Die auf den k. k. Staatsbahnen bestimmenden Faktoren dürften da wohl wünschen, daß sich die Zertifikatisten im Personalstand als ein Clement erweisen werden, das sich mit den übrigen Bediensteten nicht vermengt, mit diesen nicht iit der Organisation verbindet, sondern das sich getrennt durch die Scheidewand der Bc-borzuguiig bei der Anstellung und der voraugegangenen Militarlaufbahn von den anderen Bediensteten separiert, mit den anderen Bediensteten keine Jnteressen-solidaritüt bekundet und das sich für Bevorzugungen dazu gebrauchen läßt, rücksichtslos den Anforderungen der Bahnverwaltungen auf rationellste Ausnützung des unterstehenden Menschenmaterials zu entsprechen. Man wurde diesen frommen Wünschen dienen und die Sache von den Personen nicht zu scheiden vermögen, wenn man, sei es dienstlich oder außerdienstlich, beitragen würde, daß sich zwischen den Zertifikatisten und den anderen Bediensteten ein Verhältnis' gegenseitiger Abneigung herausbildet. Die Wünsche der Bahnverwaltung werden wohl ni keinem hohen.Grade in Erfüllung gehen. Unter den Zertifikatisten wird es ja gewiß Leute geben, die den Unteroffizier nicht ablegen werden und die auf der Bahn rhre Unterstehenden so zu behandeln versuchen werden, wie ste die Rekruten behandelten. Die Mehrzahl der ausgedienten Unteroffiziere dürfte aber nach den physischen Anstrengunge.n^deH.Militärdienstes Bedürfnis und Vsr- lniigcit nach einer ruhigen Existenz und damit das Bern, UJrc" Kollegen und mit dem ihnen leben Personale uu leidlichen Einvernehmen zu Wen man darnach fragt, ob der Eisenbahndienst gewinnt oder verliert durch Aufnahme der ausgedienten Unteroffiziere m die Reihen seiner Bediensteten, muß man die Umstände einer Prüfung unterziehen, die, vom Stanopnukt der Eiscnbahnverwaltung aus betrachtet, für deren Aufnahme sprechen sollen. AllcS was man zugunsten der Anstellung der ausgedienten Unteroffiziere anzuführen hat, ist die Behauptung, daß durch diese Anstellung Leute für den Bahndienst gewonnen werden, die zur strammen Disziplin erzogen sind, was angeblich im Bahndienst günstig zur Geltung kommen ... Man kann hier sofort einwenden, daß die militärische Disziplin nicht wesensverwandt ist mit der Diszi-stitn, die der Dienst des Eisenbahners erfordert. Das Unterordnen unter die Bedürfnisse des komplizierten Mechanimus eines Eisenbahnbetriebes ist nicht identisch mit widerspruchslosem militärischen Gehorsam. Der Eisenbahner, speziell der österreichische, muß beim Handeln .Kompromisse schließen zwischen dem Buchstaben feiner Instruktion, den erhaltenen Aufträgen und dem Möglichen, um schließlich das Notwendige zu tu». Das wird der richtige Militärmensch niemals verstehen. Er wird unbedingten Gehorsam ebenso fordern als leisten. Was dies im Eisenbahndienst, wo das Einhalten der Instruktionen gleichbedeutend ist mit der passiven Resistenz, unter Umständen für Situationen schaffen und Katastrophen hcraufbeschwören kann, braucht hier nicht weitspurig auseinandergesetzt werden. Das Argument vom Vorteil der Uebertragung der militärischen Disziplin auf me Eisenbahn ist also keineswegs stichhältig, wie überhaupt der Zcrtifikatist der ihm zugemuteten Rolle des schneidigen, strammen Antreibers nur in wenigen Fällen gerecht werden wird, hat er doch bereits einen guten Teil seiner ^ physischen Kraft und damit einen Teil seiner Energie im Militärdienst zugesetzt. Wie fährt die Eisenbahnverwaltung sonst mit den angcstellten Zertifika-tistcn materiell und in dienstlicher Beziehung? Der längerdienende Unteroffizier, der sich in früheren Jahren über seine Militärdienstzeit hinaus eine Existenzmöglichkeit sichern wollte, war im Laufe seiner »Wölf- und oft mehrjährigen Dienstzeit Verhalten, Kanz-leruntcroffizier, Rechnungsunteroffizier oder Rechnungs-Hilfsarbeiter zu werden, sofern er sich nicht in einem Dienerposten in der Zivilanstellung begnügen mochte. Dies verhielt jene Leute unter den Unteroffizieren, deren Schulbildung Lücken aufzuweisen hatte, diese Lücken durch Selbststudium auszufüllen, um zunächst für den Dienst eines Kanzleiunteroffiziers befähigt zu sein. wirkte also das alte System der Versorgung der ans-lledienten Unteroffiziere innerhalb bestimmter Grenzen bildungsfördernd, wie es auch eine Auswahl der bildungsfähigeren Elemente unter den längerdienenden Unteroffizieren für den Zivilstaatsdienst traf, n. In der neueren Zeit begünstigt man aber den Frontunteroffizier feitens der Heeresverwal- tung. Man sucht diesen durch höhere Dienstprämien beim Frontdienst zu erhalten und will ihn auch durch eine frühere Unterbringung in den Zivilstaatsdienst versorgen. Hierzu scheinen nun die k. k. Staatsbahncn mit ihren Unterbeamtenposten herhaltc» zu müssen. Der bildungsfähige Unteroffizier wird gewiß nach wie vor der Erlangung eines Beamtenzeltifikates und damit das Anrecht, als Beamten in den Staatsdienst unterzukommen, anstreben. Die Leute, die Wohl nicht die Befähigung für das Beamtenzertifikat, aber dafür die Neigung und Eignung für den rein militärischen Dienst, die Rekrutenabrichterei, die Märsche und das Exerzieren, das Abrichten von Nemonten, den Stalldienst u. s. w. auf« brachten, sollen nun mit der Ausübung wichtiger, verantwortungsvoller Funktionen im Eisenbahndienst betraut werde». Die eigenen Bediensteten der Staatsbahnverwaltung haben z u m inde st so viel allgemeine Bildung aufzuweisen, als die ausgedienten Frontunteroffiziere, vor letzteren aber eine jahrelange Erfahrung im Dienste und Vertrautheit mit all den vielen Einrichtungen des Eiscnbahiidienstcs voraus, welche jahrelange Erfahrung nicht leicht durch schulmäßige Ausbildung ersetzt werden kann. Es steht da außer Zweifel, daß bei dieser Zertifikatistenanstellung der Eisenbahndienst schlechter wegkommt, als bei dem Vorrücken praktisch geschulter Bediensteter aus den Dienerkategorien auf Un-terbeamtenposten. Finanziell ist für die Staatsbahnvcrwaltung die Anstellung der ausgedienten Unteroffiziere weit ungünstiger als das Vorrücken der eigenen Bediensteten auf diese Unterbeamtenposten. Der längerdienende Unteroffizier muß in einer Gehaltshöhe übernommen werden, die seinen Bezügen im Militärdienst entspricht. Seine Militärdienstjahre werden in die Pension eingerechnet, und wenn auch für diese Dienstjahre die Pensionsbeiträge seitens der Militärverwaltung nachgezahlt werden, bedeutet dies dennoch eine materielle Belastung der Staatsbahnverwaltung, da diese Beiträge zur Leistung der Pensionen nicht l) in reiche» und durch Zuschüsse seitens der Bahnverwaltung ergänzt werden müssen. Im Verhältnis zur Dauer der Dienstzeit erscheint die Staatsbahnverwaltung bei den Zuschüssen zu den Pensionen der Zertifikatisten stärker in Anspruch genommen als bei den anderen Bediensteten. Dann ist noch ein finanzielles Moment in Erwägung zu ziehen. Wenn einem Teil der Bediensteten ein Benefizium entzogen wird, kann die Staatsbahnverwaltung über kurz oder lang vor der unumgehbaren Notwendigkeit stehen, diese Bediensteten auf andere Weise für das entzogene Benefizium entschädigen zu müssen. Sie hat dann anstatt nach einer Richtung hin, nach zwei Seiten finanzielle Leistungen zu erfüllen. Dabei ist aber die Unterbringung der längerdie-nenden Unteroffiziere in den Eisenbahndienst keineswegs eine unbedingte Notwendigkeit. In der „Neuen Freien Presse" erschien vor einigen Tagen ein aus Militärkreisen stammender Artikel, der unter anderem auch die Frage der Versorgung der längerdienenden Unteroffiziere ventilierte. Die Ausführungen des Artikels gipfelten in dem Vorschlag, die Kadettenschulen aufzulassen, den Offiziersuachwuchs für den höheren Dienst nur in den Akademien auszubildcn, die akademisch gebildeten Offiziere mehr zu dem eigentlich militärischen und weniger zu dem internen# administrativen Dienst zu verwenden, und dafür die erfahrenen Frontunteroffiziere zur Versetzung des niedrigeren Offiziersdienstes, nach Verbesserung der allgemeinen Bildung derselben in entsprechenden Anstalten, in den Offiziersstand auf-rücken zu lassen. Diese Ausführungen hatten, im. wohltuenden Gegensatz zu der Haltung einzelner Eisen» bahnbeamtenkreise in der Frage der Ernennung von Unterbeamten zu Beamten im Eisenbahndienst, keinerlei Offiziersstandesdünkel an sich und gingen von einem Standpunkt aus, der sowohl die Zweckmäßigkeit für den Dienst, als auch die Erkenntnis im Auge hatte, daß bei der Suspendierung des Offiziersstandes von niederen Diensten, dieser Stand nur zu gewinnen habe. Wie immer es um die Realisierung dieser Vorschläge bestellt sein mag, liefern sie doch den Beweis der Möglichkeit der Versorgung von längerdienenden Unteroffizieren im Nahmen des Militärdienstes selbst. Von keinerlei Vorteil für den Eisenbahndienst, dabei für die Eisenbahnverwaltung finanziell ungünstig, ist die Anstellung von Zertifikatisten nur geeignet, die Bediensteten der k. k. Staatsbahnen im Fortkommen »u schädigen, sie mtt die Früchte ihres langjährigen und unter ungünstigen Entlohnungszustünden geleisteten Dienstes zu bringen. Die Verminderung der Aussichten, im Eisenbahndienst nach einer Reihe von Dienstjahren eine halbwegs zufriedenstellende Existenz erreichen zu können, muß auf das Angebot von Arbeitskräften ungünstig wirken. Die Bahnverwaltung vermag auf die mit Taglohn entlohnten Stellen keine Zertifikatisten zu setzen. Sie benötigt für einen Teil der schlechtentlohntesten Stellen Leute mit guter Schulbildung, für einen anderen solche mit gewerblicher Ausbildung, und so sie die Rosinen aus dem Brote ihrer Bediensteten löst und den Zertifikatisten serviert, mag gerade dem für den Bahn-dienst geeignetsten Bewerber das Brot des Staatsoahn» dienstes zu geschmacklos werden. Was die Staatsbahn-Verwaltung durch diese auf den Diensteifer deprimierend wirkende Anordnung in ihrem eigenen Hause an Schaden anrichtet, soll hier gar nicht mit in Berechnung gezogen werden. ___________________ Bewegung der Bahnerhaltungr- Unter den Bahnerhaltungsarbeitern der Staatsbahnen gärt es schon seit langem. Die zu leistende Arbeit ist schwer, der Lohn ganz unglaublich niedrig. In der Zeit stetig zunehmender Teuerung ist es für die meisten Bahnerhaltungsarbeiter eine absolute Unmöglichkeit, mit dem geringen Lohn auch nur die b e s ch e i d e n st e n Bedürfnisse zu decken. Oftmals haben sich die Arbeiter an die zuständigen Amtsstellen gewendet und um eine Verbesserung ihres drückenden Loses gebeten. Deputation auf Deputation erschien im Eisenbahnministerium, uni eine Lohnerhöhung zu erwirken. Die Bahngewaltigen blieben allen Bitten gegenüber taub oder speisten die Arbeiter mit etlichen S 3) e i n r e f o r m c it ab, die die Sache nicht besser machten. Nun haben die Bahnerhaltungsarbeiter der Staatsbahndirektion Wien endlich die Geduld verloren. Sie bitten nicht mehr, s i e f o r d e r n. Mittwoch den 19. v. M. fand in Horaks Saal am Ncubaugürtel eine große Versammlung der Bahnerhaltungs-arbciter statt. In Scharen waren die Arbeiter herbei-geströmt. Trotz der tropischen Hitze war der Saal gedrängt voll und immer neue Massen strömten herbei. Es herrschte ein beängstigendes Gedränge. Viele konnten nicht mehr in den Saal gelangen und füllten nnn den Hof und den Garten. In der Versammlung herrschte eine entschlossene Kampfesstimmung. Jedes kräftige Wort der Redner wurde mit dröhnendem Beifall und markigen Zwischenrufen ausgenommen, während Mahnungen zu abermaligen Verhandlungen, die die Referenten vorbrachten, auf stürmischen Widerspruch stießen. „Wir wollen nicht mehr verhandeln, wir wollen kämpfen!" erscholl es aus hundert Kehlen. Aus Herzogenburg, Groß-Weikersdorf, Waidhofen an der Ubbs, St. Pölten und vielen anderen Orten waren Deputationen erschienen. Genosse S o m i t s ch cröffnete mit einer kurzen Ansprache die Versammlung. In das Präsidium wurden die Genossen H o f b a u e r, S o m i t s ch und K o t r b a gewählt. Genosse Hofbauer wies darauf hin, daß jetzt viele Bahnerhaltungsarbeiter fluchtartig die .Arbeit bei der Bahn verlassen, weil sie mit den dort gezahlten Löhnen nicht leben können. Dafür werden fremde Arbeiter in das Land gezogen, denen man schließlich m ehr bezahlen muß, als den heimischen Arbeitern bezahlt wird! (Hört! Hört! Große Bewegung.) Der Lohn der hier seßhaften Arbeiter beträgt Kr. 2-60 im Tage, das sind etwa 750 Kr. im Jahre. (Pfui!) Die Hälfte brauchen wir beinahe allein für den Zins. Wovon sollen denn die Arbeiter l e b e n? (Rufe: Wir hungern!) Lebhaft begrüßt ergreift nun der Abgeordnete F o r st n e r das Wort: Es ist erfreulich, daß eine so starke, nachhaltige Bewegung die Bahnerhaltungsarbeiter erfaßt hat, denn die Verhältnisse sind wirklich unhaltbar geworden. (too ist es!) Es soll einmal so ein hoher Herr von der Direktion probieren, nur einen einzigen Tag mit dem Lohn esnes Bahnerhaltungsarbeiters auszukommcn. Der möcht' schauen! (Lebhafte Heiterkeit.) Man zahlt den Arbeitern in Privatbetrieben viel mehr als den Arbeitern der Staatsbahnen. Die Bahnverivaltuug sollte sich schämen. (Bravo!) Mir scheint aber, die hat schon das Schamgefühl verloren. (Heiterkeit.) Ich begreife vollkommen, weil ich eure Verhältnisse kenne, daß ihr einen Weg sucht (Rufe: Den letzten!), um aus dem Elend herailszukommen. Seien Sie versichert, daß die s o z i a I« demokratischen Abgeordneten alles tun werden, um die gerechten Wünsche der Bahnerhaltungs-arbeiter zur Erfüllung zu bringe». (Dröhnender Beifall.) Genosse S o m i t s ch: Was möglich war an Vorstellungen und Gesuchen, haben wir getan, um die Vahn-verwaltung zu wirksamen Reformen zu bewegen. Es war alles umsonst. Wohl hat man in den Jahren 1905 und 1909 96.000 Kr. für Lohnaufbesserungen bewilligt, aber das war ein Tropfen auf einen heißen Stein. (So ist cs!) Heute müssen wir sagen: So wie bisher kann es nicht weiter gehen. (Demonstrativer Beifall.) Die österreichischen Bahnerhaltungsarbeiter sind schlechter daran als irgendwelche anderen Arbeiter. In Deutschland zum Beispiel ist der A n f a n g s l o h n für die Arbeiter der gleichen Kategorie so hoch wie bei uns nach fünfzehn Jahren. (Pfui! Pfui!) Freilich, auch bei uns zahlt man manchen Arbeitern etwas mehr, so den Mazedoniern. Die inländischen Arbeiter läßt man dafür um so ärger hungern. (Stürmische Rufe der Empörung.) Unser Verlangen gipfelt nun in zwei Reformen: erstens eine ausgiebige Lohnerhöhung und zweitens kürzere Lohnvorrücknngsperiodeu. An diesen For-> derungen werden wir festhalten. (Lebhafter Beifall.) Inzwischen ist, von der Versammlung stürmisch begrüßt, Abgeordneter Genosse Toms ch i k erschienen. Er sagt: Wenn wir voiwEiscnbahiiiiiinisterium die Erfüllung eurer Wünsche forderten —. und wir haben das, wie Sie wissen, wiederholt getan — da sagte mau uns: Der Finanzminister will kein Geld dafür hergeben. So kann cs aber nicht mehr weiter gehen. Auf der einen Seite weigert man sich, die Löhne zu erhöhxn, während maw anderseits auch nichts tut, um der furchtbaren-L e b e n s m i t t c l t c u c r u u g zu begegnen. (Sehr richtig!) Notwendig ist, daß drei Millionen Kronen zur Lohnaufbesserung für alle Arbeiter verwendet werden. Wenn das Geld da ist, so man es für den Moloch Militarismus braucht, muß man es auch beschaff können, um den Hunger der Bahuarbeiter zu stillen. (Dröhnender Beifall.) Wenn die Regierung jetzt -nicht endlich Vernunft annimmt, wenn diesmal wieder nichts geschieht, dann hat sie sich .die Folgen selbst zuzuschreiben. (Demonstrative Zustimmung.) Ja. die Negierung will sich nichts dreinreden lassen, weil ihre „Autorität" darunter leiden könnte. Der Hunger ist eine viel größere Autorität als das k. k. Eisenbahnministerium (Stürmischer, andauernder Beifall), und der zwingt uns zu ernster Tat. Fassen Sie heute keine unüberlegten Beschlüsse, arbeiten Sie kühl und planmäßig, dann wird der Erfolg nicht ausbleiben. Vertrauen Sie auf uns, die wir im Parlament tätig sind, wie wir auf euch vertrauen, und dann wird es möglich sein, gemeinsam den Sieg zu erfechten. (Lebhafter, andauernder Beifall.) Auf Antrag des Genossen G i l h o f e r wird folgende Resolution beschlossen: „Die Versammelten Bahnerhaltungsarbeiter der Staatsbahnen beschließen, es solle eine Deputation der Arbeiter sofort bei der Staatsbahndirektion, beziehungsweise dem Eisenbahnministerium vorsprechen und die in der Versammlung zu Tage getretene Stimmung der Arbeiter vortragen und erklären, daß mit den gegenwärtigen Löhnen von Kr. 2-60 nicht mehr zu leben ist; sie soll ferner verlangen, daß sofort eine Lohnerhöhung der Grund- sowie auch der übrigen Löhne um vierzig Heller zu gewähren ist und daß die Lohnvorrückungsfristcn mit zwei Jahren — ja, zwanzig Heller — festzusetzen find. ' Die Versammelten erklären, daß sie bei Ablehnung Dieser bescheidenen Bitte entschlossen sind, mit allen erlaubten Mitteln in den Kampf um die Cxistcnz "für sich und ihre Familien einzutreten. Die Arbeiter sind überzeugt, daß ihre Bitte sofort durchführbar ist, und beauftragen daher die Organistion, sofort die notwendigen Schritte einzuleiten, und beschließen auch, nach Empfang der Deputation sofort wieder eine Versammlung 06311= halten, um undgültig über ihre Stellungnahme schlüssig zu Werden." In die Deputation, welche dem Eisenbahnministerium die Wünsche der Bahnerhaltungsarbeiter Vorfragen soll, werden gewählt: Loidolt, Huterer, Schneider, Schober, Steiner und Hinter-wallner. Auf Antrag des Genossen Loidolt wird beschlossen, daß diese Deputation so bald als mög-l i ch mit den maßgebenden Stellen die Verhandlungen zu beginnen hat. Hierauf schließt der Vorsitzende mit einem kräftigen Schlußwort die bewegt verlaufene Versammlung. Langsam leert sich der Saal, die Erregung zittert in vielen Herzen nach. |„ Schon Freitag den 21. Juli l. I. war die gewählte ^Deputation bei Herrn Hofrat S ch m i tz in der Staats-ibahndirektion Wien, welchem sie die in der großen Versammlung einstimmig gefaßte Resolution unterbreitete !und an der Hand von genauen Daten die Unmmöglich-ikeit der bestehenden Verhältnisse nachwics. In der Erwiderung des Herrn Hofrats spiegelte sich das volle Verständnis der Lage dieser Arbeiterkategorie, doch erklärte jer dezidiert, daß in der Frage der Lohnerhöhung auf gar kernen Fall die Staatsbahndirektion selbst in Betracht jfomme. Was sie tun könne, ist, daß sie die Wünsche ihrer !Arbeiter befürwortend an das Eisenbahnministerium jlciten kann und daß sie auch diesesmal mit aller ihr zu iGebote stehenden Energie sich für die Durchsetzung dieser >'Notwendigkeit verwenden werde. Auf jeden Fall würde die Arbeit nnr zur Hälfte getan worden sein, wenn die ^Deputation bloß bei der Staatsbalmdirektion Wien vorgesprochen hätte und nicht auch beim Eisenbahnmini-jstcrinm. Die Direktion wird deshalb sofort das Material 'ans allen Sektionen sammeln und dein Eisenbahnmini-isterium berichten, und soll deshalb die Deputation am Samstag den 29. Juli l. I. im Eisenbahnministerium , erscheinen, bis zu welcher Zeit es dort jedenfalls schon 1 auflicgen wird. j Die Mündige Audienz hatte also zum Resultat, !daß man auch höherenorts informiert wurde, daß die } derzeit bestehenden Lohnverhältnisse im höchsten Grad unzulänglich sind und deshalb einer Regulierung auf das dringendste bedürfen. Inland. Der Verbrauch von Ministerien in Oesterreich. Seit Beginn der dualistischen Aera verbrauchte Oesterreich 23 Ministerien, so daß im Durchschnitt ein Ministerium mcht ganz Zwei Jahre am Ruder war. Dabei ist zu bedenken, daß diese 23 Ministerien eine Legion von Ressort-mmrsterien verbrauchten. Es ist ja bekannt, daß jedes Mmistermm mit Anfang, in der Mitte und am Schluß der Reaierungszeit stets vielfache „Auswechselungen" vor-nahm, so daß das betreffende Ministerium bei einem Vergleich am Beginn und am Lebensende seines Regierens kaum erkennbar war. Nach dieser Vorausschickung haben rn Oesterreich folgende Ministerien bestanden: ^Ministerium Karl Auersperg vorn 30. Dezember 1867 bis 26. September 1868. 2. Ministerium Taaffe 1 vom 26. September 1868 bls 15. Jänner 1870. 0_n 3- Ministerium Hasner vom 3. Februar bis 7. April 1870. 4. Ministerium Potocki vom 12. April bis 23 No-vember 1870. 5 Ministerium Hohenwart vom 4. Februar bis 30. Oktober 1871. 6. Ministerium Holzgethan vom 80. Oktober bis 2o. November 1871. 7. Ministerium Adolf Auersperg vom 25. Novem-ber 1871 bis 12. August 1879. _ 8. Ministerium Taaffe II vom 12. August 1879 bis 29. Oktober 1893. 9. Koalitionsministerium Windischgrätz vom 11. No-vember 1893 bis 19. Juni 1895. n „1°; Ministerium Kielmannsegg vom 19. Juni bis 2. Oktober 1895. 11- Ministerium Badeni vom 2. Oktober 1895 bis 28. November 1897. 12. Ministerium Gautsch I vom 28. November 1897 bis 7. Marz 1898. 13. Ministerium Thun vom 7. März 1898 bis 2. Oktober 1899. 14. Ministerium Elary vom 2. Oktober bis 21. Dezember 1899. 15. Ministerium Wittek vom 21. Dezember 1899 bis 18. Jänner 1900. , 16. Ministerium Koerber vom 18. Jänner 1900 bis 1. Jmm er 1905. ... „ ^ Ministerium Gautsch II vom 1. Jänner 1905 bis 3. Mai 1906. 18. Ministerium Hohenlohe vom 3. Mai bis 27. Mai 19Uo. 19. Ministerium Beck vom 2. Juni 1906 bis 7. No-vember 1908. r > 20 Ministerium Bienerth I vom 14. November 1908 bis 10. Februar 1909. 21 Ministerium Bienerth II vom 10. Februar 1909 bis 12. Dezember 1910. w 22. Ministerium Bienerth III vom 1. Jänner bis 26. Jun, 1911. 23. Ministerium Gautsch III. Genosse Franz Auer gestorben. Der Verband der Arbeiter-Kranken- und Unterstützungskassen Oesterreichs hat einen schweren, schier unersetzlichen Verlust erlitten; sein langjähriger Buchhalter und Inspektor, Genosse Franz Auer, ist Samstag den 22. Juli in der nieder-österreichischen Landes-Heil- und Pflegeanstalt „Steinhof", wohin er tagsvorher überführt worden war, gestorben. Durch den so rasch eingetreienen Tod ist Auer von einer bösen, heimtückischen Krankheit erlöst worden, die den arbeitsfreudigcn und gesunden Mann mitten in der Arbeit auf einer Dienstreise meuchlings überfiel und durch neun Wochen marterte. Schlaganfälle, die sich in Zwischenräumen von zwei bis drei Wochen wiederholten, und zum Schluß seinen klaren Geist trübten, hatten diesen treuen und braven Genossen gefallt. Auer war noch einer von der alten Garde und hat die guten und die bösen Tage der österreichischen Arbeiterbewegung miterlebt. Von Profession Buchbinder, war er auch in der gewerkschaftlichen Be- wegung seiner Branche tätig. In den Achtzigerjahren des vorigen Jahrhunderts wurde er wegen dieser seiner Tätigkeit gernaßregelt und fand in ganz Wien keine Arbeit. Er trat infolgedessen in die Arbeiterkrankenkasse als Hilfsbeamter ein, um einige Jahre später im Verband der Arbeiter - Kranken- und Unterstützungskassen Oesterreichs Stellung zu finden. So tüchtig wie Franz Aiier in seinem Fache als Buchbinder war, war er auch als Kassenbeamter und später als Inspektor des Verbandes. Männer von wissenschaftlichem Rufe_ konnten nicht umhin, diesem Bauernsohn und Autodidakten das beste Zeugnis in der Buchhaltung auszustellen. In vielen Krankenkassen Oesterreichs hat er die Verwaltung von Grund auf reformiert und andere hat er vor dem Ruin gerettet, indem er zur rechten Zeit auf Reformen drängte. Was Franz An er, der in den letzten zehn Jahren Obmann des Verbandes der Arbeiter der chemischen Industrie und der Papierarbeiter war, für die gewerkschaftliche Organisation und für die Krankenkassen leistete, wissen nur die zu würdigen, die mit ihm arbeiteten. Auer ist 55 Jahre alt geworden und hinterläßt eine Frau und zwei verheiratete Töchter. Schon wieder ein neues Geschütz. Die österreichische Heeresverwaltung „plant" schon wieder die Einführung eines neuen G eb i r g s g eschütz es. Während der heurigen Sommerübungsperiode werden die Probegeschütze einer scharfen Schieß- und Fahrerprobung unterzogen werden. Den Beschreibungen in den militärischen Zeitschriften zufolge handelt es sich um „ein ideales Geschütz", das von den österreichischen Geschützkonstrukteuren noch derart vervollkonunent wurde, „daß unsere Artillerie einen einzigen Erfolg zu verzeichnen hat" .... Wie viele Millionen wird dieses neue „erfolgreiche" Gebirgsgeschütz wieder den Steuerzahlern kosten?... Als vor ein paar Jahren die im Gebrauch befindliche Gebirgsschütztype eingeführt wurde, hat man diese als unübertrefflich bezeichnet. Und nun kommt sie schon ins alte Eisen. In ein Paar Jahren wird man auch die neueste Type zu alten Eisen werfe». So gehen Millionen um Millionen zum Teufel. Dem Volke aber werden sie auf die schamloseste Weise herausgepreßt. Der erste Bolksverrat der Natioiialvcrbändler. Man wird sich die erste Abstimmung im neuen Parlament als Dokument des nationalen Volksverrats gut merken müssen. Gleich am ersten Sitzungstage brachten die Sozialdemokraten einen Alltrag ein, der verlangte, daß das von der Regierung erlassene Verbot der weiteren Einfuhr von argentinischem Fleisch rückgängig gemacht und daß der Antrag sofort auf die Tagesordnung gestellt werde. Das haben die Deutschnationalen vereitelt und sie haben die Christlichsozialen beschimpft, weil sic „die Bauern schlecht vertreten". Und sie haben noch einen Kniff angewendet. Herr Dr. S t ö l z e l und nach ihm Herr Mark h l, beides rechtsgelehrte Herren, haben erklärt, wenn die Sozialdemokraten wirklich um eine rasche Erledigung der Frage zu tun wäre, sollten sie beantragen, daß ihr Antrag ohne erste Lesung dem Ausschüsse zugewiesen werde. Die'beiden Juristen wissen nicht einmal, daß es einen solchen Antrag gar nicht gibt, daß die Zuweisung ohne erste Lesung nur erfolgen kann, wenn alle Abgeordneten ohne Ausnahme 311 stimmen. Der Widerspruch eines einzelnen Abgeordneten ist hinreichend, um das zu verhindern. Wenn man also die Frage stellt, warum die Natio-nalverbändler den Antrag der Sozialdemokraten so wütend bekämpft haben, fa ist die Antwort die: Weil der Antrag die einzige Möglichkeit bot, die Frage des Verbotes der Fleischeinfuhr sofort zur Sprache zu bringen und weil die Agrarier, die die Haupt-rolle im N a t i0 n a lv erb a n d e spielen, eine sofortige Besprechung der Frage, die in einen Protest gegen die konsu ment en-feindliche Maßnahme der Regierung auskling e n m ü tz t e,u in j e d e u P r e i s v e r h i n d e r n wollten. Und die Vertreter der Gewerbetreiben, den und Beamten im Deutschen Nationalverbande und die Herren von der sogenannten „Deutschen Arbeiterpartei" können nicht stimmen, wie es das Interesse der Konsumenten erheischt, sondern w i e die Agrarier es b e-fehle n. Der neue Präsiedent des Abgeordnetenhauses ist Dr. Julius Sylvester. Er wurde'am 30. Juni 1854 zn Wien als der Sohn eines Fabrikanten geboren. 1879 wurde er in Wien zum Doktor der Rechte promoviert, 1885 ließ er sich als Advokat in Salzburg nieder. Er ist Nationalverbändler und vertritt die Stadt Salzburg seit vielen Jahren im Reichsrat. Er ist ein durchaus mittelmäßiger Politiker, und als Jurist ein Bauernadvokat, wie sie am Lande üblich find. Diese Eigenschaften sind für manche Leute schon der Grund gewesen, Herrn Sylvester als Anwärter auf den Posten des Eiscnbahnministers zu nennen. Die Transpurteinnahmen der Staatsbahnen. Im Monate Juni haben nach den provisorisch ermittelten Verkehrsergebnissen die Transporteinnahmen der österreichischen Staatsbahnen eine Steigerung um rund 2-4 Millionen Kronen gegenüber der korrespondierenden Periode des Vorjahres erfahren, so daß sie sich auf insgesamt 57'5 Millionen Kronen beliefen. Von der Steigerung der Einnahmen entfielen auf den Personenverkehr 1-37 Millionen Kronen, welche Mehreinnahme teils auf die günstigeren Witterungsverhältnisse, teil auf den Einfluß des Pfingstverkehres zurückzuführen ist, welcher Heuer dem Monate Juni zugute kam. Aus dein Güterverkehr resultiert eine Mehreinnahme von rund einer Million Kronen, wobei zu bemerken ist, daß der Berichtsmonat infolge Beschießung der Pfingstfeiertage um zwei Werktage weniger zählte als der vorjährige Vergleichsmonat. Die gesamten Einnahmen deS ersten Semesters betrugen 328 Millionen Kronen undwarenumrundl7MiL l i 0 n e n K r 0 n e n h ö h e r a l s i in V o r j a h r. j Ucbcr die Eisenindustrie Oesterreich-Ungarn hat dei bekannte Generalgewaltige des österreichischen Eisenkartells Kestranek ans Anlaß der Brüsseler internationalen Tagung der Hüttenkönige eine größere Arbeit veröffentlicht (in der Brüsseler „Revue Eeanomique Jnteri nationale"), der wir folgendes entnehmen:_ Dem reichen Eisenvorkommen Oesterreich-Ungarns steht ein Mangel an koksbarer Kohle gegenüber, so daß bei 2-2 Millionen! Tonnen jährlicher Koksproduktion noch 600.000 Tonnen Koks aus dem Ausland jährlich bezogen werden müssen.; Mit 2-15 Millionen Tonnen Roheisenproduktion steht; Defterreich'Unganrn an sechster Stelle, ebenso mit beci gleich hohen Stahlerzeugung. Die Rückständigkeit der intm»; striellen Entwicklung und die Folgen der schutzzall-! begünstigten Kartellräuberei zeigt der Umstand, daß per Kopf mir 55 Kilogramm Eisen in Oesterreich, 38 Kilo-' gramm in Ungarn verbraucht werden gegen 140 in Deutschland, 220 in England, 320 in Nordamerika. Die heimische Produktion vermag nach Kestranek den Bedarf zu decken, es werden aber noch 200.000 Tonnen Gießereiroheisen u. s. w. aus dem Auslande eingeführt. Da möchte man Wohl durch einen Weltverband solcher Konkurrenz einen; Riegel vorschieben. Die Zölle betragen 15 bis 90 Kronen per Metertonne Eisen von Roheisen bis zu den Grob-' blechen. Sie sind höher als irgendwo in der Welt, mit we-i nigen Ausnahmen in Nordamerika. Unter dem Kon-^ knrrenzansschluß dieser Zölle ist die Betriebskonzentration! weit vorgeschritten. Die Alpine Montangesellschast er-' zeugte noch vor 30 Jahren in 31 Hochöfen 165.000 Tonnen! Roheisen, heute erzeugt sie in nur 5 Hochöfen 520.000 Tonnen. Ihre Stahlproduktion war vor 30 Jahren 79.000 Tonnen in 4 Bessemer- und 3 Martinhütten — heute stellt sie in einer Martinanlage 400.000 Tonnen1 Stahl her. Und die Arbeiterzähl ging trotz dieser Steige-! rung die Produktion von 17.500 auf 14.000 Mann/ herunter! Ein Nicsciibrmld am Wiener Nordbahnhof. Donners^ tag den 27. Juli d. I. brach im Holzlager des Wiener, Nordbahnhofes ein Feuer aus, das von einem entlassenen Tagschreiber gelegt worden war. Dank der günstigen Windrichtung bliÄen die angrenzenden Kohlen-, Petroleum-und Venzinlager sowie das angrenzende Schuckertwerk von einem Uebergreifen des Feuers verschont. Die auf, einem Raunt von zirka 300 Meter im Geviert aufgeschlich-' leten Holzlager wurden aber fast vollständig ein Raub; der Flammen. Feuerwehren, Eisenbahnbedienstete und': herbeigeeilte Arbeiter arbeiteten unerschrocken unter der; unerträglichsten Hitze daran, den Feuerherd einzugrenzen, j Der Schaden wird die Summe von Hunderttausenden! Kronen erreichen. Ausland. 1 Georg Knorr, der Erfinder der Knorr-Bremse, ifi nach längerer Krankheit gestorben. Knorr trat vor Jahren bei der Eisenbahnverwaltung in Krefeld als Ingenieur ein und Wurde auf das Spezialgebiet der Luftdruckbremsen zu-'-nachst als Mitarbeiter des gleichfalls durch seine BremS-konstrnktion bekannten Amerikaners I. F. Carpenter, welchen er in Krefeld kennen lernte, geführt, der als Erster in Deutschland Luftdruckbremsen fabrizierte. Der jetzt Verstorbene übernahm dann nach dem Tode Carpenters dessen Firma uild erfand die von ihm benannte Knorr» Schnellbremse, die heute bei den Preußischen Staatsbahnen und vielen ausländischen Eisenbahnen eingeführt ist. In! den letzten Jahren galt seine rastlose Tätigkeit der durch»1 gehenden Güterzugsbremse, für die er gleichfalls eine sehr1 gute Lösung fand, die bereits im Betriebe der preußischen! Staatsbahn erprobt und von dieser sowie von fachmänni« j scher Seite sehr günstig Beurteilt worden ist. 2000 Straßenbahner in Mexiko traten am 4. Juli wegen Nichterfüllung von Lohnforderungen in den Aus« stand. Die von ihren Vertrauensmännern getroffenen Vereinbarungen lehnten die Straßenbahner ab. Es kam zu; blutigen Konflikten mit der Polizei. Ein afrikanisches Eisenbahnerblatt. Die A m a l- i gamated Society 0 f Railway and H a r b 0 r- > Servants 0 f South Afriea hat soeben die erste Nummer eines monatlich erscheinenden FachorganS herausgegeben. Es führt den Titel: „South African-Rail w a y Servants' Revie w". Die neue Nummer- bringt Mitteilungen über die Verhältnisse der Eisenbahner in Germiston, Kroonstad, Ladysmith, Mafeking und Pretoria. Das sind alles Namen, die in der Geschichte der jüngsten Ereignisse mit blutigen Lettern verzeichnet stechen, die aber jetzt das Zentrum einer fortschrittliche«; Gewerkschaft bilden, welche gewillt ist, die Interessen ihrer Mitglieder mit aller Energie zu vertreten. Unserem Mit- i streitet in Südafrika die herzlichsten Glückwünsche! Die Gehaltsordnung der schweizerischen Eisenbahner hat der BuudeSrat in seiner Sitzung vom 27. Juni endgültig festgestellt. Er hielt sich dabei an die Beschlüsse des Verwaltungsrates mit der einzigen Abweichung, daß die Lokomotivführer in der fünften Besoldungsklasse um eine Gehaltstufe höher eingestellt wurden. Damit hat nun die Aesoldungskampagne ihr Ende erreicht. Der Zentralverband deutscher Eisenbahnhandwerker und -Arbeiter, das ist jener Verband, der als seine erste und vornehmste Aufgabe die „Pflegung und Förderung treuer vaterländischer Gesinnung" betrachtet, hielt in der Zeit vom 19. bis 22. Juni seine Generalversammlung i.lls Halle a. S. ab. Den Verhandlungen durfte man mit einiger Spannung entgegensehen, wurden doch kurz vorher! dem Syndikus des Verbandes, Herrn H e i tz n e r, von | dein früheren Verbcmdsvorfitzenden Severin schwere 58or-' Wurfe in Bezug auf seine Geschäftsführung gemacht, uiw; bei einem großen Teil der Mitglieder hatte eine tieffl^'i hende Erregung Platz gegriffen, die sich gegen die gesamte j Leitung richtete. Auf der Generalversammlung in Halle a. S. kam es zu ernsten Auseinandersetzungen, jedoch wird darüber strenges Geheimnis bewahrt. Das Ergebnis dieses Teiles der Verhandlungen besteht in der Entlassung des Herrn Heißner, der, wie noch bemerkt sei, konservativer Kandidat für den Reichstagswahlkreis Potsdam ist. Der frühere Vorsitzende Herr Severin wurde aus dem Verbano ausgeschlossen und der nationalliberale Reichstagskandidar lädier (Göttingen)' zum ersten Vorsitzenden gewählt. Der .Delegiertentag bewilligte Jckler für den Wahlkampf 1500 Mk., das ist zwar nicht diel, es genügt aber diesen iv,unpolitischen" Eisenbahnerverband ins richtige Licht zu Hetzen. Der Verbandsbeitrag wurde von 20 Pf. auf 25 Pf. monatlich erhöht und einige mehr oder niinder wichtige »Aenderungen der Satzungen vorgenommen. Der Vorstand !wrrd jetzt aus 23 statt bisher 15 Mitgliedern bestehen. Der Verband wird in das Vereinsregister eingetragen, ein sicheres Zeichen dafür, daß diese Organisation nicht als -eine gewerkschaftliche Organisation angesehen sein will. Internationale Sozialistenzusammenkunft an der Schweizer Grenze. Am Sonntag den 16. Juli d. I. fand auf Schweizer Boden bei A r b o n und in unmittelbarer Nahe der österreichischen und der deutschen Grenze die schon traditionell gewordene alljährliche internationale proletarische Zusammenkunft statt, an der sich die Sozial-Demokraten aller drei Staaten in riesigen Massen beteiligten. 38te es thr Sinn ist, gestaltete sie sich auch diesmal 8U einer mächtigen Manifestation für den Frieden. Die diesmalige Demonstration war eine der großartigsten und packendsten Kundgebungen. Zwölftausend Men-scheu, von ihnen fünfhundert zu Rad, bildeten einen riesigen r>cstzug, in dem sieben Musikkapellen spielten. Auf dem Festplatz hielten die Genossen Kauf m ann aus Ar* von und Kit gl er aus Zürich Begrüßungsreden, worauf als Begrußungschor der Sozialistenmarsch ertönte. Dann sprachen Genossen aus allen drei Staaten: Dr. Adolf Braun (Wien), Landtagsabgeordneter Dr. Karl Liebknecht (Berlin) und Nationalrat G r e u l i ch (Zürich), der Nestor der Schweizer Sozialdemokratie. Unter großem ^ubel wurde einstimmig eine Resolution beschlossen, in der gegen die Kriegshetze protestiert wird, die die Chauvinisten wegen des Marokkostreites heraiisbeschwörcn wollen. ... Eisenvahnüberschüsse und Betriebssicherheit. Zu der jüngsten großen Eisenbahnkatastrophe bei Müllheim wird dem Berliner „Vorwärts" geschrieben: „Die Schuld °n ‘)er entsetzlichen Katastrophe soll der Lokomotivführer Platten (Offenburg) tragen, weil er trotz der in Basel er-haltenen Anweisung nicht langsam in den im Schienenumbau begriffenen Müllheimer Bahnhof einfuhr. Der A"6me:ster, der m Basel den Dienst übernahm, gab an, E8 der Führer ihm sehr abgcmattet vorkam. Das wird wohl stimmen — sehen wir uns die Arbeitszeit Plattens M dieser Zeit der Gluthitze an: Sonntag früh 10.56 von jßffenburg nach Basel, Sonntag nachmittags 5.15 von [Basel nach Offenburg, Montag früh 2.41 von Offenburg nach Bafel, Montag früh 8.00 von Basel nach Offenburg. Ware um %9 Uhr die Katastrophe nicht eingetreten, so hatte derselbe Führer am Montag noch nach Heidelberg laljren müssen. Das ist eine geradezu unerhörte Ausnützung der Kraft eines Mannes, der schon 25 Jahre Lokoinotiv-t^rer ist. ^n der Petitionskommission des Reichstages hat der Abgeordnete Geck anläßlich einer Petition der Loko- Sngämefen"aUf ^ öcfal)c dieser Personalausbeutung hnm 5eo^^T8l?aie'3ufd6ttft. Also auch wenn t^TSSofomihbfl,.^er hatten nicht das geringste Ver-^brden kann, wenn vielmehr die i Smi nrn ^ ^chlich auf das Versagen der Bremse A ruckzufuhren feut sollte, wäre es höchste Zeit, daß die Eisenbahnverwaltung auf Nerven und Gesundheit ihrer Beamten größere Rücksicht nähme, auch im Interesse der Passaarere. Die Eisenbahnen sollen in erster Linie dem Verkehr dienen, erst in zweiter Linie kann die Erzielung eines Ueberschusses m Frage kommen. Leider aber bilden, namentlrchin Preußen, die Eisenbahnen seit jeher bk milchende Kuh, um den besitzenden Klassen das Zahlen an-eemefiener Steuern zu ersparen! ... genossenschaftliches Eisenbahnuntcrnehmcn. Es Durfte wohl noch nicht vorgekommen sein, daß eine Ar-beiterorgmiisatioii sich zu einer Vergnügungs- und Belehr ungsmse eines den Arbeiern gehörenden Extrazuges bedient. Dieser ^,age wird die Arbeiterkammer von Reggio E?1!*10 I?0 ihrer Mitglieder zu einem Besuch der Turiner Weltausstellung senden, wobei die Reise in einem Extra-zuge stattfindet, dessen Lokomotive und Waggüns einer Organisation gehört, die bei der Arbeiterkammer von Keggio organisiert ist nämlich der Arbeitsgenossenschaft für den Bau und den Betrieb der Eisenbahnlinie Reggio-®t°nP; Diese Festfahrt aus einem Zentrum der modernen Arbeiterbewegung, wie Reggio Emilia, nach Turin, das mich auf seine gewerkschaftlichen und genossenschaftlichen Organisationen stolz fein kann, wird wirklich einen Mark-stein m der internationalen proletarischen Bewegung bilden. Zeigt sie doch, was sich durch Organisation und durch das ^;nelnandergreifen von politischer, gewerkschast-r* u1 genossenschaftlicher Bewegung von der Arbeiter-jchaft erreichen laßt, selbst da, wo es sich, wie in Reggio t-iniua, um ein vorwiegend ländliches Proletariat handelt. .. arbeitslosen Einkommen der Eiscnbahnaktio- nare. Die Berliner Zentralbank für Eisenbahn-w e r t c veröffentlicht aus dem Geschäftsbericht einer Reche ungarischer Privatbahnen für das Jahr 1910 folgende lehrreiche Ziffern: Bei der Westungari-j n schießt die Betriebsrechnung zugunsten der Gewinn- und Verlustrechnung mit (tm Voriahre 1,359.252 Kr.) Das Minus von 85.934 Kr gegenüber dem Vorjahre ist lediglich darauf zuruckzufuhren, daß die Bahn zu Lasten der Betriebs-rechnung einen größeren Betrag wegen der in Aussicht genommenen Erweiterungen zurückgestellt hat. Der Rein-gewinn betrug 1,303.445 Kr. (1,333.187 Kr.) Es wurde tue das alte Aktienkapital eine Dividende von wiederum Kr. ,12-70 == 6-36 Prozent per Prioritätsaktie und für die jungen Aktien eine Dividende von wiederum 10 Kr. = 5 Prozent per Prioritätsaktie verteilt; hieraus resultiert etne Zahlung auf Dividendenrückstände von Kr. 2-70 — 250.400 .Kr. Die Zalathalbahn, die sich bekanntlich mit der Westungarischen Lokalbahn A.-G. in einer Be-triebsvereinigung befindet, hat für 1910 eine Dividende von 6Ü Prozent (61/» Prozent) auf ihre Prioritätsaktien verteilt. Die Zalathalbahn soll nunmehr mit der West-ungarischen Lokalbahn fusioniert werden. Die Fusion wird als notwendig betrachtet, weil durch die Aufhebung der Betriebsgemeinschaft und gänzliche Einverleibung der Zalathalbahn erhebliche Ersparnisse erzielt werden. Bei »er .Stein am anger-Pinkafelder Lokal- eisenbahn A.-G. wurden im Personenverkehr 265.687 (+ 16.721) Personen bei einer Einnahme von 169.524 Kr. (+ 7096 Kr.), im Güterverkehr 68.218 Tonnen (+ 11.872 Tonnen) bei einer Einnahme von 254.019 Kr. (+ 8740 Kronen) befördert. Die Dividende wurde wiederum mit 51/2 Prozent bemessen. Die Budapest-Gran-Füzi-töer Lokaleisenbahn A.-G. erzielte einen Reingewinn von 1,133.804 Kr. (1,033.502 Kr.) Die Dividende belief sich auf 7-1 Prozent (6% Prozent) für die alten Prioritätsaktien und auf 5 Prozent für die jungen Prioritätsaktien, so daß für das laufende Geschäftsjahr 5 Prozent voll und außerdem 2-1 Prozent = 31&321 Kr. auf Dividendenrückstände gezahlt werden konnten. Der aus dem Betriebe der Staatsbahnen herrührende Betriebs» Überschuß betrug 1,196.641 Kr. (1,072.955 Kr.) Streiflichter. Heiliger BureaukratiuS! Wie eifrig man sich im I. !. Eifeubahnministerium bemüht, für die Witzblätter zu arbeiten, ersieht man aus folgender amtlichen Kundmachung, die die „Muskete" mitteilt: Im Amtsblatt des k. k. Eifenbahnministeriums, XXXIV. Stück, d. d. 16. Juli 1010, betreffend die Berichtigung des Repertoriums der von den Direktionen vorzulegenden periodischen Eingaben, ist folgender Passus enthalten: „4. Bei Post Nr. 14, Seite 5, ist in der Rubrik .Bezeichnung der Eingabe' in die Klammer statt .artikelweise' ,nach Paragraphen-SummeM zu fetzen, ferner in der Rubrik .Fälligkeitstermin' das Datum auf ,31‘ zu berichtigen, sowie in der Rubrik ,Jst vorzulegen an Departement' statt ,9‘ ,M. R. D. I.' einzusetzen. Die Vorlage dieser Nachweisung hat aber in Hinkunst zu entfallen und cs ist daher in die Rubrik ,Anmerkung- zu setzen: ,Aufgelassen mit Erlaß, Z. 31.727, ex 1910'." Ein humaner Bahnarzt. Zu dem bekanntlich reichhaltigen Kapitel „Bahnärztliches" wird uns ein neuer Fall aus Salz, bürg mitgeteilt, der beweist, wie manche Bahnärzte ihre Pflichten gegenüber erkrankten Eisenbahnern und Kasseniuit-gliedern auf fassen. Der in der Werkstätte der hiesigen k. k. Staatsbahnen beschäftigte Arbeiter Reitmeier erkrankte kürzlich an einer Zahngeschwulst, die ihn nötigte, die Hilfe des BahnarzteS Herrn Dr. Karl Kulich zu beanspruchen. DaS war an einem Dienstag, wo der genannte Arzt eine leichte Beinhautentzündung konstatierte, ohne der Sache eine weitere Bedeutung beizulegen. Am Donnerstag nachmittags hatte sich jedoch das Befinden des Patienten derart verschlimmert, das; um Herrn Dr. Kulich geschickt werden mutzte. Dieser jedoch zeigte sich über die „Belästigung" nicht wenig ungehalten und erklärte, „daß an einer Zahuge f chwulst noch niemand gestorben sei" und ging demnach auch nicht mit. Durch die fortschreitende Verschlechterung im Befinden des Erkrankten veranlaßt, schickte die Mutter desselben in der Nacht nochmals zu dem genannten Arzt, der die Botin anschnauzte: „Ich weitz gar nicht, datz die Frau Reitmeier — diese ist nämlich Hebamme — auch so dumm sein kann wie andere Leute". Endlich lieh er sich aber doch bewegen, mitzukommen und ordnete, als er den Erkrankten jetzt sah, dessen sofortige Uebersührung ins Spital an, da bei demselben Erstickungsgefahr nicht ausgeschlossen sei. Wie weit die Pflichtvergessenheit dieses humanen Jüngers Aeskulaps geht, beweist dabei wohl am besten der Umstand, dah er trotz der erkannten Gefahr, in der der Patient bereits schwebte, diesen mit seiner Mutter allein fahren ließ. Im Krankenhaus wurde der Patient am nächsten Tage operiert und Samstag, das ist tags darauf, ftarb er, da sich infolge eines vernachlässigten Zahngeschwürs ein SenkungSabszes; gebildet hatte, daS den Tod herbeiführte. Bei diesem Vorfall, der einem jungm Mann das Leben kostete und eine Mutter ihres Ernährers beraubte, drängen sich wohl auch dem Laien zwei Fragen auf: Hat Herr Dr. Kulich, als er seinen charakteristischen AuSsprnch tat, dah „daran noch niemand gestorben sei", wirklich nicht gewußt, dah Zahnabszesse unter Umständen lebensgefährlich werden können, oder war es pflichtvergessene Gleichgültigkeit, weil es sich „nur um einen Arbeiter" handelt36Und zweitens: Hätte der Abszeß so weit fortschreiten müssen, wenn Dr. Kulich am Donnerstag nachmittags, alS man ihn rief, gleich gekommen wäre und die Operation eventuell noch an diesem Tage hätte vollzogen werden können? Ob nun Ignoranz oder Pflichtvergessenheit vorliegt, auf jeden Fall gehört Herr Dr. Kulich von diesem Posten, wo ihm die Gesundheit Hunderter von Eisenbahnbediensteter anvertraut ist, weg, und wir verlangen von der k. k. Staatsbahndirektion Innsbruck, daß dieser Fall eingehend und genau untersucht werde! Eine offene Anfrage an bitS T. k. Eisenbahiiininisterium. Wir haben schon des öfteren die Gelegenheit gehabt, öffentlich auf die Paschawirtschaft in der k. k. Werkstätte in Knittelfeld unter der derzeitigen Leitung hinzuweisen. Jedoch immer und immer wieder hat die Direktion in Villach ihre schützend»! Fittiche darüber gebreitet und mit ihrem Namen die Korruption gedeckt. Es wurden zum Schein Kommissionen ein« geleitet, die gewöhnlich die Engelreinheit der Beschuldigten konstatieren muhten. Run erlauben wir uns die Anfrage: Ist es einem k. k. Eifenbahuministerium bekannt, daß im Direktionsbezirk Villach, Werkstätte Knittelfeld, mit Wissen der Vorgesetzten und über deren ausdrückliche Anordnungen für nationale Feste gearbeitet wird? Dah in der Werkstätte, Abteilung 2, durch Wochen mehrere Arbeiter an der Herstellung von Eisenkonstruktionen arbeiteten? Daß in der Abteilung 4 die Zeltdecken genäht und dieselben später mitsamt der Maschine inZ Heizhaus zur Verfertigung geschafft wurden, da dort leichter Ueberstunden gemacht werden konnten? Daß die ganzen Bestandteile in der Werkstätte, respektive Bahn. erhaltungSsektion, gestrichen wurden? Dah aus der Werkstätte das notwendige Material zur Verfügung gestellt wurde und daß bei der Aufmontierung ein Herr Ingenieur nur immer per Rad in die Werkstätte fuhr, um das Fehlende anfertigen zu lassen? Daß zur Aufstellung auf dem Festplatz acht Mann von der Werkstättenleitung dorthin kommandiert wurden, und dieses nicht in ihrer Zeit, sondern an einem Mittwoch, einem Wochentag, und somit unter der Dienstzeit? Dies alles geschieht in der Werkstätte, wo man die Freigabe der Wahl» kommissionsmitglieder durch eine Intervention beim Ministerium erwirken mußte und wo man den Kommissionsmitgliedern nur 7*4 Stunden Urlaub gab. Für das nationale Fest gibt man den Arbeitern wochenlang Zeit, um hierfür zu arbeiten, um die Aufstellung der in dem Betrieb hergestellten Gegenstände durchführen zu lassen. Ingenieur und Werk, meister (Abteilung 2) waren den ganzen Tag auf dem Fest, platz, um die Arbeiten zu letten. Ist dies in der Ordnung, oid ist dies nicht Korruption und ein unglaublicher Mihbrauch der Amtsgewalt? Fehlen nun da auch noch die Beweise? Wir fragen das k. k. Eisenbahnministerium, ob es nun endlich ge* neigt ist, dieses Treiben untersuchen zu lassen und endlich ein* mal diefer Skandalwirtschaft ein energisches Halt zu gclwctevy Wir fragen an, ob das k. k. Ministerium nun noch mehr Beweise braucht, um sich von der von uns so oft als solche be<-zeichneten parteiischen Haltung der Werkstättenleitung zu überzeugen. Hoffentlich wird einmal im Sinne der Dienstordnung eine gründliche Reinigung vollzogen. DaS Nichteinhalien tiim Turnussen. Wie die Erlässe seitens unserer Vorgesetzten befolgt Herden, zeigt folgendes? Das Linzer Güterzugspersoual führte in der Personal» koiniuission des öfteren darüber Klage, daß ihre im Einvernehmen mit der k. k. Staatsbahndirektion erstellten Turnusse nicht eingehalten werden. So zum Beispiel durch das sogenannte Vorschieben der Partien oder Absagen der rege!» mäßigen Züge und Einleitung von Erforderniszügen, welche dann von Turnuspartien geführt werden müssen, was meistens die Verkürzung der Ruhezeit zur Folge hat. Auf das hin erschien ein vom f. k. Staatsbahndirektor unter Z. 368/V/l, vom 24. März 1911 herausgegebener Erlaß, in welchem es wörtlich heißt: „Die von der k. k. Staatsbahndirektion im Einvernehmen mit dem Personal erstellten Fahrturnusse sollen, nur in den allerzwingendsten Fällen umgestoßen werden. Das sogenannte Vorschieben der Partien ist tunlichst zu vermeiden. Während seiner turnusmäßigen Dienstleistung soll das Personal möglichst zu anderen Diensten und Fahrten nicht herangezogen werden." ZU Anfang des Sommerturnusses schien eS, als ob man sich doch daran halten möchte. Jetzt sind kaum zwei Monate vorüber und ist wieder das gleiche wie früher. In Amstetteii/ wo die Aufenthalte ohnedies so kurze sind, wird einfach wieder vorgeschoben und regelmäßige Züge abgesagt. Dafür bekommt die Partie den Erforderniszug, meist verbunden mit Verkürzung der Ruhezeit zu Hanse Ins zu sechs Stunden. Oder man schickt eine Partie, welche mit Zug 794/194/162 von Passau kommt und turnusmäßig von Valentin mit Zug 11 (Regie) nach Hause fahren sollte, mit Zug 12 nach Amftetten, um Zug 65 zu erreichen, wie es am 5. d. M. der Fall war. So werden die Erlässe eines Staatsbahndirektors seitens unserer Vorgesetzten einyehalten. ES muß auch sehr erzieherisch aus daS Personal wirken, wenn zum Beispiel der Herr Assistent Braun in Amstetten sagt: „Dieser Erlaß ist mir W u r st." Diesem Herrn möchten wir überhaupt raten, sich bessere Umgangsformen gegenüber seinen Untergebenen anzn-cignen. Am 1. d. M. war Zug 163 abgesagt. Die Partie bekam den Auftrag, den hierfür eingeleiteten ErforderniszUg 191 zu fuhren. Zug 191 kommt in Linz um 5 Uhr früh an. Die Partie hat aber nachmittags 1 Uhr wieder Zug 99/899 nach Simbach zu führen. Daher Verkürzung der Dtuhczeit in Linz um sechs Stunden. Aus diesem Gründe wurde Herr Assistent Brau n von seiten des Zugsführers davon verständigt. Antwort: „Das geht mich nichts an, Linz hat den Auftrag gegeben." Auch ein Kondukteur der Partie erlaubte sich, diesen Herrn mit den Worten anzusprechen: „Bitte schön, Herr Assistent, daS gebt ja nicht; wir können Zug 191 mit Rücksicht aus die kurze Ruhezeit in Linz nicht führen." Antwort: „W arten Sie, Sie F r e ch d a x, wenn ich h e r e i n k o m in e, werde ich Ihnen was sage it." In die Platzinspektion rückgekehrt, sagte er: „Wenn Sie nicht so frech gewesen wären, so hätte ich in Linz gefragt; fp aber nicht und wenn Sie nicht sichren, so zeige ich euch wegen Dienstverweigerung an." Wo erblickt dieser empfindliche Herr in den paar Worten eine Frechheit? Wir glauben, der Herr will mit feinen Anschauungen das Personal provozieren, dah sich dieses vielleicht in der Erregung zu einer unbedachten Aeußeruug hinreihen läßt, um dann Grund zu einer Anzeige zu haben. Aber nein, Herr Assistent, wir sind soweit gebildet und wissen, wie wir uns gegenüber unseren Vorgesetzten zu benehmen haben. An Ihnen ist eS, sich bessere Umgangsformen anzueignen. An die k. k. Staatsbahndirektion Linz richten wir aber die dringendste Bitte, die Herren fi la Braun darüber zu belehren, dah ihnen die herausgegebenen Erlässe nicht Wurst sein dürfen, um c$ dem Personals endlich einmal zu ermöglichen, in feinen Turnussen zu bleiben. Die Angestellten der Straßenbahn in VudwciS, die int Dcstcrrcichtschcn Transportarbeiterverband organisiert sind, hatten anfangs dieses Jahres Forderungen gestellt und haben nun folgende Zugeständnisse erhalten: Maschinisten wöchentlich 36 Kr., früher 32 Kr.; ' teiger wöchentlich 33 Kr., früher 30 Kr.; ’v ohlenführer wöchentlich Kr. 29-50, früher 27 Kr.; Revisionsschlosser halbmonatlich ' 55 Kr., früher Kr. 47-50; Wagcnwafcher halbmonatlich 41 Kr., früher 36 Kr.; Streckenwächter und Schienenputzer halbmonatlich 38 Kr., früher 32 Kr. Straßenbahner nach zwei Jahren Dienstzeit 3 Kr., früher Kr. 2'80; im fünften bis achten Jahr Kr. 8"20, im neunten bis zwölften Jahr Kr. 3-40. Ueberstunden werden mit 30 H., früher 22 H., entschädigt. Die Arbeitzeit beträgt in sieben Tagen 81 Stunden, früher bei der Aufnahme 94% Stunden. Bezahlter Urlaub wird nach einem Jahre gewährt und dauert acht Tage. Bezüglich der Disziplinär^ kommifsion und Dienstpragmatik wurde daS Personal auf die Dienstordnung verwiesen. Diese Zugeständnisse wurden jedoch mit gemischten Gefühlen entgegengenommen, namentlich wohl deshalb, weil von dem Fahrpersonal noch niemand zwei Jahre im Betrieb beschäftigt ist und daher auch kein Mann eine Lohnaufbesserung erfahren hätte. Durch Vermittlung der Vertrauensmänner wurde deshalb tocite'r verhandelt und eine Verschiebung von drei Monaten bei allen Bediensteten vorge-nommen, so daß augenblicklich zwölf Bedienstete in den höheren Lohnsatz von 3 Kr. ausstiegen. Ferner wurde auch noch zuge» standen, dah bei Erkrankungen die Differenz zwischen Lohn und Krankengeld seitens des Unternehmens nachgezahlt wird. Jedoch auch dieses Resultat befriedigte die Straßenbahner nicht, zumal immer noch 15 Mann vollständig leer auSgeheri sollten, die erst nach etwa zehn Monaten in den Genuß der er. Höhten Löhne treten sollten. Es wurde daher nochmals interveniert und erreicht, dah die Karenzfrist zum Bezug der höheren Lohnsätze auf ein Jahr herabgesetzt wurde. Diese Verfügung ist dann mit 1. Juni in Kraft getreten. Auch wurden für die Frauen der verheirateten Bediensteten Freikarten auf der Straßenbahn bewilligt. Borsprache der Wächter von der WolkerSborfer Streckt in der Direktion, der k. k. Staatseiscubahngesellschast. Am Samstag den 8. Jati d. I. sprach eine Deputation der Wächter der Strecke Wattersdorf bei der Direktion der k. k. St. E. G. vor. um in erster Linie zu erreichen, daß den Wächtern dieser Strecke, die einen lS/12stündigcn Dienst haben, ein 16/16stündiger Dienst gewährt werden soll. Der Deputation wurde aber erklärt, daß der Dienst nicht geändert werden könne. | Auch bei der zweiten Bitte, den Wächtern endlich ein* mal den ihnen in den Vorschriften über die „Dienst- unti Ruhezeiten" gewährleisteten 24 Stunden umfassenden freien Tag im Monat zu gewähren, konnte die Deputation keine zustimmende Antwort erwirken. Der Dienst sei so, wie er in Wollersdorf ist, auf der ganzen Strecke üblich, war der Bescheid. Womit nichts anderes gesagt ist, al» daß atifl Seite 8 «Der Ciseubali>rer.« Nr. 22 der ganzen Strecke der k. I. St. E. die Bestimmungen über die „Dienst- und Ruhezeiten" noch nicht zu Recht bestehen. Beim dritten Punkt, Gewährung eines Brennstoff-pauschales, wurde der Deputation erklärt, daß vielleicht später tu der Angelegenheit etwas geschehen könne. Gegenwärtig sei es aussichtslos. Einen Erfolg hatte die Deputation in der Montur-fragc. Von vielen Beamten werden die gegenwärtig geltenden Bestimmungen so ausgelegt, daß die Bediensteten, die ihre Montur noch bei der alten St. E. G. ausgefaßt haben, diese schon nach den Tragzeiten der k. k. Staatsbahncn austragen müssen. Da nun die Tragzeit bei den k. k. Staatsbahnen langer ist, so wären alle die Bediensteten, die ihre Montur noch bei der alten St. E. G. ausgefaßt haben, verkürzt worden. Der Deputation wurde mitgeteilt, daß die k. k. Direktion die bezüglichen Bestimmungen so handhaben wird, daß alle jene Bediensteten, die ihre Montur vor dem 1. April 1911 erhalten haben, die Montur nach den Bestimmungen der alten St. E. G. austragcn können. Weiters wird denjenigen Bediensteten, denen nach den Normen der alten St. E. G. am 1. April 1911 eine neue Montur ausgesolgt worden wäre, denen sie aber infolge der inzwischen vollzogenen Einreihung nicht ausgesolgt worden ist, die Montur mit Gültigkeit vom 1. April 1911 ausgefolgt. Damit war die Vorsprache beendet. Was an dem Bericht am schreiendsten hervortritt, ist das liebliche Festhalten der löblichen Direktion der k. k. Sl. E. G. an der ganz unzeitgemäßen Gewohnheit der freien Zoitbewilligung nach altem Schlag. Mit einer gewissen Naivität verkünden die Organe der k. k. Direktion, daß die freie Zeit, so wie sie auf den einen Strecken nicht gewahrt wird, daher auch auf den anderen nicht gegeben wird. _ Unter solchen Umstünden bleibt nichts anderes übrig, als in wirksamer Weise der löblichen Direktion der *•, k- St. E. G. klar zu machen, daß die „Bestimmungen über die Dienst- und Ruhezeiten" bestehen, und auch für die k. k. St. E. G., sowie für die diversen Macher und Untermacher Geltung haben und von ihnen zum Schuhe der Bediensteten, dessentwegen sie ja erlassen worden sind, cingc-halten werden müssen. Was an uns liegt, soll geschehen. Die Wünsche der Nordbahnbeamten. Eine hundert» gliedrige Deputation der Nordbahnbeamten der VII. und ,VIIL Dienstklasse erschien kürzlich unter der Führung der Herren P r c l l und S t e p p e r t beim Vorstand des Deutschen sozialdemokratischen Klubs, in dessen Namen die Abgeordneten Dr. Ellenbogen und T o m s ch i k die Deputation empfingen. Die Deputation brachte eine Beschwerde vor über die systematische Zurücksetzung der Nordbahnbeamten an» . läßlich der Einreihung bei den jüngst verstaatlichten Bahnen, ; eme Zurücksetzung, die insbesondere kraß ist im Vergleich zu | der Behandlung gleichrangiger Beamten der St. E. G. und der Oe. N. W. B. Der Wunsch dieser Beamten geht also i Jnt Westm darauf hinaus, daß ihre Einreihung auf Grund '■ der vollbrachten Dienstzeit erfolge, was im ganzen einen Aufwand von 70.000 Kr. erfordern würde, der sich überdies nicht auf einmal geltend machen würde. Ueberdics wünschen sie, daß das sogenannte Stcucrprivileg. das darin besteht, daß ihre Steuer vom Staate bezahlt wird, und das ihnen bei der Einreihung genommen wurde, restituiert werde, in flicufjer Weise, wie es den Kollegen der beiden anderen -Bahnen bis zur Erreichung des Endgehaltes auf Grund der Automatik belassen wurde. Die Abgeordneten antworteten darauf, daß sie mit allem Nachdruck für die Erreichung dieser durchaus berechtigten Forderungen eintreten werden, da ein sachlicher Grund gegen deren, Erfüllung nicht bestehe. Doktor Ellenbogen verwies darauf, daß er nicht glauben könne, daß das Elsenbahliminlsterium sachliche Schwierigkeiten machen feines Wissens bloß die Frage der technischen Durchführung im Ministerium auf Schwierigkeiten stoße, Schwirigkeiten, die aber keine Ausrede für die Ablehnung der berechtigten Wünsche bilden können. Am allerwenigsten habe das Finanzministerium einen Grund zu einer ablehnenden Haltung, da die Summe, um die es sich da handelt, so geringfügig ist und in keinem Vergleich steht zu den vielen überflüssigen Ausgaben, denen das Finanzministerium zu- Die geschädigten ehemaligen Nordbahnbenmtcn. In der letzten Zeit haben die Beamten der früheren Nordbahn Wünsche und Forderungen vorgcbracht; es waren aber nicht irgendwelche Fwue Forderungen, die den Staatssäckel belasten konnten Die 7Nordbahnbeamten haben im Vergleich zu allen anderen Be-amten, die mit ihnen durch die Verstaatlichungen der ber» schiedenen Privatbahnen und der darauf erfolgten Einreihungen in den gleichen Personalstatus gekommen sind, die schlechtesten Existenzbedingungen. Ehemalige Nordbahnbeamte mit einem bis zu zehn und mehr Jahre längeren Dienstalter als die kürzlich Eingereihten stehen jetzt mit diesen im gleichen Nangsverhältnis. daher auch im gleichen Gchaltsbezug! Es ist dies eine horrende pekuniäre Schädigung für diese Nordbahnbeamten. Hervorgcrufen wurden diese kaum glaubhaften Unterschiede durch die verschiedenen Gehaltsschemen, welche bei den verschiedenen Privatbahnen bestanden sowie durch die im Laufe der Zeit notwendig gewordene Aufbesserung der Personalbezüge, die bei allen diesen Verwaltungen in der verschiedensten Weise zur Durchführung gelangten. Ber Hauptgrund für die nun bestehenden großen Unterschiede der Existenzbedingungen bei den in dem gleichen Personalstatus zusammengewürfelten Beamten ist in den Einreihungen zu suchen, bei denen nie das Dienstalter als Basis für den Rang aufgestellt wurde. Daher kommt es, daß die ehemaligen Nordbahnbeamten im gemeinsamen Status der Staatsbahnen die am schlechtesten bezahlten Beamten sind. Um das Maß- der Schädigung voll zu machen, wurde diesen Beamten auch noch das Steuerprivilegium bei ihrer Einreihung — im Gegensatz zu den später eingereihten Beamten — nahezu sistiertl Auch das in jüngster Zeit eingeführte gekürzte Zeit» avancement hat für diese längerdienenden Beamten, namentlich des Mittelschulsttuscs in der siiebcnten Dienstklasse keine Verbesserung herbeigeführt. Zur Hebung der enorm rückstädigen Existenzbedingungen dieser eingereihten Nordbahnbeamten ist daher eine Notstandsaktion absolut unvermeidlich. Das streben diese Beamten an. Weil sie sehen, daß trotz aller Petitionen noch immer gezögert wird, sie endlich mit ihren übrigen Kollegen in den gleichen Staatsbahnstatus zu stellen, müssen sie alle anderen irgendwie gangbaren Wege betreten, damit endlich einmal dem primitiven Gercchtigkeitsprinzip entsprochen wird. Um die Existenz-Bedingungen zu bekommen, die ihre gegenwärtigen Rangs-kollegen schon besitzen, ohne daß sie darum erst jahrelang petitioniert haben, sind 100 dieser emgereihten Nordbahner am 19. d. M. auf der Parlamentsrampe aufmarschiert I Hoffentlich sieht sich nun das Eisenbahnministcrium veranlaßt, seine Schuld an diese ungerechtfertigt zurückgc setzte Beamtenschaft in Kürze voll zu bezahlen. DaS f. I. StaatsbahnhcizhanS St. Andrea-Triest. Daß es die Tantiemenwirtfchaft der Staatsbahn nicht weit bringen wird, haben unsere Fachblätter schon wiederholt prophezeit. Das schönste Beispiel einer abgewirtschafteten Verwaltung ist Wohl das Triester, Heizhaus der k. k. Staatsbahn in St. Andrea. Bei einem Lokomotivstand von mehr wie 5 0 Lokomotiven, von denen mehr als die Hälfte auSgemusterte Typen /sind, hat eS die k. k. Staatsbahn soweit gebracht, daß sie zur Instandhaltung dieser Lokomotiven nur noch sechs Schlosser aufweisen kann. Jede größere Kaffeebrennerei kann sich mit gleichem Stand an Schlossern mit einer k. k. .Staatsbahn messen. Seit dem unglücklichen Ministerialcrlaß, in welchem es insbesondere auf die Reduzierung der lleberstunden in Heizhäusern und Werkstgtten abgesehen war, ist keine einzige Lokomotive in diesem Heizhaus, die nicht mehrere, sehr wichtige Reparaturen notwendig hätte, die aber wegen Mangel an Schlossern und Kesselschmieden, trotz wiederholter Eintragungen in das Reparaturbuch, nicht durchgefnhrt werden können. Lokomotiven mit nur einem Speiseapparat, halbem Blasrohr, zerrissenem Stehbolzen, ohne vorgeschriebene Signalmittel, ohne Werkzeug, verrichten den verantwortungsvollen Dienst. Daß mit solchen Lokomotiven dem Personal der Dienst nicht erleichtert wird, braucht wohl nicht betont zu werden. Unbedacht auf die unzähligen Gefahren spart die k. k. Staatsbahn weiter. Alles wird riskiert, nur um lumpige paar Heller, die man den Schlossern zahlen sollte für die Ueberstunden, zu gewinnen; daß man aber anderseits Taufende verliert und auch die Gefahren riskiert, bedenkt man nicht. — Was eigentlich die k. k. Staatsbahn damit erzielen will, weiß man nicht. Möglicherweise das Lokomotivpersonal zwingen, die Repara-turen selbst zu machen —? Das wird sich das Personal aber überlegen. Nach den neuen Normen für Lokomotivinstandhal-tungsprämien wird es wohl sehr wenig so glückliche Lokomotivführer geben, die mit einer solchen bedacht werden. Ueberdics überlassen wir den Leuten, denen man Tausende an Tantiemen gibt, unsere 6 bis 30 Kr. auch gerne. Das Lokomotivpersonal wird sich wohl überlegen, außer den notwendigsten Reparaturen während seiner Ruhezeit auf der Strecke die Lokomotive instand zu halten und dadurch die Tantiemenwirtschaft zu züchten. Es wird aber auch im Falle der Notwendigkeit sehr schwer sein, mit dem vorhandenen Werkzeug eine Reparatur durchzuführen, denn das Werkzeug der meisten Lokomotiven besteht aus einigen Schraubenschlüsseln, die wegen ihrer unförmlichen Größe nur zum Zerschlagen der Kohlenstücke verwendet werden. Ein Schienennagel versieht den Dienst eines Stemmeisens und als Hammer dient eine Schraubenknppelmutter. die auf einem Stil angesetzt wird. Trotzdem, daß es in diesem Heizhaus an allen Notwendigkeiten mangelt, fehlt es doch nicht an Vorgesetzten. In einem Heizhaus, wo zur Instandhaltung von 50 (sage fünfzig) Lokomotiven nur sechs Schlosser notwendig erscheinen, hält es die k. k. Staatsbahn für notwendig: 1 Inspektor, 3 Oberingenieure, 3 Ingenieure, 3 M a s ch i n e n m c i st e r und 1 Partieführer zur Beaufsichtigung aufzustellen. Es kommen folglich auf je zwei Arbeiter drei Vorgesetzte. Der neue Herr Inspektor gibt sich wohl Mühe, eine gebührende Ordnung herzustellen und wir geben sehr gerne zu. daß sich, seit Herr Inspektor Fliegl das Heizhaus übernommen hat, schon so manches zugunsten der Sicherheit und des Personals geändert hat. Es wird aber auch dem besten Vorstand nicht so leicht möglich sein, alle Uebel-stände, die sich durch Jahre angehäuft haben, zu beseitigen, wenn er nicht die notwendige Stütze in seinen zugeteiltcn Ingenieuren und Beamten findet. Es sind dies außer einem oder zwei Herren meist junge unerfahrene Ingenieure, die selbst erst Erfahrung suchen, aber eine sehr traurige Erfahrung in diesem Heizhaus finden werden. Vor allem zeichnet sich der Herr Oberingenieur Vorsteherstellvertrcter in all seinem Können und Wissen aus. Dieser Herr, der von der k. k. Staatsbahndirektion anher versetzt wurde, scheint von dort nichts als Einbildung und Protektionswirtschaft, von der er selbst ein großes Maß genossen hat, hierher gebracht zu haben. Alles andere hat er wahrscheinlich dort vergessen. Insbesondere mochten wir diesem Herrn raten, sich auf die Vorprüfungen der Prüfungskandidaten und auf Belehrungen in der Schule besser vorzubreiten, daß er dann eine bessere Antwort geben kann. Das Personal wünscht sich und erwartet in der Schule nur gute Beispiele und Belehrungen zu hören, daß es sich im Falle eines Vorkommens darnach richten kann. Es ist auch nicht ganz richtig, wenn man glaubt Recht zu haben, indem man behauptet, die Probierwechscl auf dem Lokomotivkessel wären doch nur dazu angebracht, um die Luft beim Füllen des Kessels aus demselben auszulassen. Korrespondenzen. Wörgl. (Zur Bahnarztfrage.) Nach dem Tode des Herrn Dr. Avancini bewarben sich um die Stelle eines Eisenbahnarztes die beiden hier ansässigen Herren Acrzte, Dr.' Angeli und Dr. Zottl. Die paar nationalen Beamten, welche, nebenbei bemerkt, gar nicht Mitglieder der Krankenkasse sind, gaben an, daß Herr Dr. Angeli hier unbeliebt sei, außerdem könne er nicht deutsch. (Mancher unserer Beamten würde schwerlich sein Deutschtum Nachweisen können.) Die Mitglieder der Krankenkasse der österreichischen Staatsbahnen Wörgls aber, welche vom Deutschtum auf Raten wenig wissen wollen, dafür aber desto mehr für Humanität sich interessieren, machten am 20. Juni eine Eingabe an die Direktion Jnnsvruck, worin gesagt wird, daß Herr Dr. Angeli nicht nur nicht unbeliebt sei, sondern sogar die Direktion ersucht wird, bei Bestellung eines Arztes auf ihn die möglich st? Rücksicht zu nehmen, da er sich schon lange infolge seiner Kenntnisse und Geradheit das Vertrauen erworben hat. Aber waS kümmern sich Beamte um das Wohl und Wehe der Arbeiterl Herr Dr. Erler soll interveniert haben und die berühmte Arbeiterfreundlichkeit eines Dr. Erler ist ja bekannt. Nach Ansicht gewisser Leute sind ja die Arbeiter nur da, um zu zahlen und eventuell um schikaniert zu werden. Da wird ohne Rücksicht auf bereits vorhandene Beschwerden über den Kopf der Mitglieder hinweg ein Arzt bestellt, welcher unmöglich eine Erfahrung haben kann, wenig bekannt ist und schon im Anfang durch seine Definierung von Krankheiten sich unbeliebt gemacht hat. Am 26. Juni machten dann sämtliche Mitglieder der Krankenkasse der Südbahn Wörgls eine weitere Eingabe, und zwar direkt nach Wien, mit dem Bemerken, daß Dr. Angeli weder Spital- noch Gemeindearzt und daher besser in der Lage sei, sofort bei Unglücksfällen zur Stelle zu fein. Daß dieses Verlangen mehr als berechtigt ist, zeigte auch schon der 6. Juli, an welchem Tage eine Probe» übung des Sanitätskorps Wörgl stattfand. Auf Veranlassung des Obcrchefarztes wurde von der Station Söll-Leukental von Wörgl telephonisch die Rettungsabteilung mit Sanitätswagen, Maschine u. s. w. sofort verlangt, da dort ein Eisenbahnzusammenstoß stattgefunden habe, wobei zwei Personen getötet und mehrere verwundet wurden. Natürlich wurde von dem angeblichen Unglück auch Dr. Zottl verständigt und aufgefor-dert, sofort mit dem Rettungswagen zu fahren. Nach langem, vergeblichem Warten aber mußte die Abteilung ohne Arzt abfahren. Herr Dr. Zottl kam erst später und telephonierte nach Leukental, ob seine Gegenwart wirklich dringend notwendig sei, und erst auf bejahende Antwort begab er sich per Rad nach dort. Daß ein Arzt, welcher einem großen öffentlichen Spital vorsteht, nicht immer prompt sein kann, ist dadurch haarklein bewiesen worden, da doch das Spital den ganzen Mann benötigt und nicht umsonst 3000 Kr. Wartegeld zahlt. Eine Aeuherung aber mutz festgenagelt werden. Herr Dr. Zottl soll gesagt haben, man solle ihm in Zukunft immer sagen, ob's wirklich dringend ist. Als wenn bei einem Zusammenstoß, wobei es Tote und Verwundete abgibt, die Anwesenheit eines Arztes nicht dringend wärel Wie aber, wenn, statt Leukental, Hopfgarten die Station des Unglücks gewesen wäre? Dort würde der Arzt erst nach anderthalb Stunden gewesen, beziehungsweise angekommen sein. Wenigstens haben sich die Herren von der Nichtigkeit der Eingaben selbst überzeugen können und cs wird sich dies öfters zeigen. Die zahlenden Mit-Glieder der Staats- und Südbahnkrankenkasse Wörgl haben das Recht, zu verlangen, daß ein Arzt in erster Linie für sie hier sei. Deswegen wird gesorgt werden, daß die Schlamperei von früheren Jahren, wo ein Arzt alles hatte und nirgends befriedigend nachkam, nicht mehr vorkommt. Hier handelt es sich nicht um Protektion, sondern um Humanität, um das Wohl und Wehe mehrerer hundert Eisenbahner und deren Familien. Für oberflächliche Behandlung bedankt man sich ernstlich. Alle Beschwerden sollen ohne Rücksicht, genau und gewissenhaft vorgemerkt werden, dann werden auch die weiteren Schritte energisch gemacht werden. Snnlfclde». (E i s e n b a h n e r r i s i k o.) Am 17 d. M. fuhren Bahnrichter I. M aj er und Vorarbeiter 9t oHirn o f e r, jeder mit einem Bahnwagen und den dazu gehörigen Oberbauarbeitern, mittags auf die Strecke, mit der Weisung, die bei Wächtcrhaus Nr. 108 lagernden alten Schwellen in die Station Saalfelden zu bringen. Bei genanntem Wächterhaus wurden auf jeden Bahnwagen 75 Schwellen aufgelegt, worauf Bahnrichter Majer als erster die Fahrt in die Station antrat. In vorgeschriebenen Intervallen folgte Vorarbeiter Rohr-moscr mit seinem Wagen nach. In dieser zu durchfahrenden Strecke ist zuerst ein ziemlich starkes Gesälle und dann wieder eine kleine Steigung. Der erste Wagen befand sich auf der Steigung und mußte daher von den Oberbauarbeitern geschoben werden; der folgende zweite Wagen durchfuhr die Ge-sällsstrecke in einem schnelleren Tempo und fuhr an den ersten, trotzdem die Bremse vom Vorarbeiter Rohrmoser bedient wurde. Die Leute vom ersten Wagen konnten sich in Sicherheit bringen. Vorarbeiter Rohrmoser aber wurde zwischen die durch den Anprall sich verschiebenden Schwellen gezwängt und ziemlich stark verletzt. Wen die Schuld an diesem Unfall trifft, muß erst erhoben werden. Jglau. (K. k. S t a a t § b a h n.) Vor nicht gar langer Zeit erst mußten wir darauf Hinweisen, welch unwürdige Zustände in der Station „Jglau-Stadt", k. k. Staatsbahnen, herrschen. Heute sind wir gezwungen, direkt auf eine Person hin» zuweiscn, die hier ihr Unwesen treibt, zum Schaden für das Personal und zur Herabsetzung des Ansehens der Eisenbahner in den Augen der Bevölkerung, dabei aber Liebkind des Herrn Stationsvorstandes ist. Man sollte nicht glauben, daß ein Stationsdiener der k. k. Staatsbahnen sich erlauben darf, dem diensthabenden Beamten über Zugsdisponierung Vorschriften zu machen, oder daß sich ein Stationsdiener anmahen dürfte, die Rangierung von Zügen anzuordnen. Der Jglauer Stationsdiener Novotnh hat dieses Recht, denn er ist für den Herrn Stationsvorstand ein guter Spitzel. Er denunziert vom Beamten angefangen bis zum letzten Arbeiter alle. Und so ist es nicht zu verwundern, daß dieser Denunziant noch immer im Dienst der k. k. Staatsbahnen steht, wiewohl er manches Stück am Kerbholz hat. Dieser feilte Patron, der schon in allen Organisationen gestanden ist und überall geliefert werden mußte, mußte auch schon aus mehreren Stationen der k. k. Staats-Bahnen abziehen .Wir wollen über ihn hier einiges anführen, damit auch der Herr Vorstand sich einmal überzeugt, wer sein Zuträger ist, im Falle ihm nicht genügt, was ihm ohnehin bekannt ist. Novotny geht in die Wirtshäuser mit seinem Grammophon konzertieren und geht dann mit der Unter« Beamtenmütze am Kopf von Tisch zu Tisch absammeln. Zum Neuen Jahr ließ er sich Visitkarten drucken mit dem Titel: „Platzmeister und Wagenevidenzführer" und ging damit von Haus zu Haus Schnallen putzen. Wenn eine Partei in die Station kommt einen Wagen zu bestellen, ist sofort der allgewaltige Stationsdiener zur Stelle und fragt die Partei, wann und an welcher Stelle sie den Wagen beigestellt wünscht. Er hält aber sofort die Hand auf und von der „Bildung" der Partei hängt es dann ab, ob Novotny dem Diensthabenden und dem Verschieber den Auftrag erteilt, wo und wann der ) Wagen dort stehen muß, und wehe, wenn sein Befehl nicht: befolgt wird, er geht nur zun- Herrn Vorstand, und das ge«; nügt. Die größte Vermessenheit aber ist ein Brief, den dieser' Novotny an Herrn M a t u l a, eine Privatpartei, geschrieben hat. Er teilt darin Herrn Matula mit:: „Wenn sich Herr Matula „erkenntlich" zeigt, wird ihm ein Wagenpönale nicht angerechnet werden!" Und solche Leute läßt der Herr Vorstand als Ohrenbläser in seine Kanzlei? Auf solche Individuen horcht er aus? Sollten diese Zeilen nicht helfen, folgt noch „eine Serie von Mitteilungen, zurückgreifend bis Oberleutensdorf. Stcyrerinühl. (Ein gräßlicher Unglücksfall im Eisenbahn dien st.) Aus Steyrermühl wird uns geschrieben: Montag den 17. Juli ereignete sich auf unserer Bahnstation beim Verschieben ein gräßliches Unglück, welches dem in den schönsten Jahren stehenden Bahnbediensteten Moser das Leben rostete. Derselbe wollte nämlich, nachdem er die Weiche gestellt hatte, eiligst auf einen der von der Maschine abgestoßenen, im vollen Lauf befindlichen Lastenwagen auf» springen und die Bremse anziehen. Dabei glitt er jedoch aus und stürzte so unglücklich auf die Schienen, daß sein Körper von den Nädern des in voller Wucht rollenden Waggons erfaßt und förmlich auseinandergeschnitten wurde. Die schweren Lastwagen gingen quer über die Brust des Unglücklichen, der selbstverständlich sofort tot war. Nach glaubwürdigen Aussagen von Augenzeugen soll fremdes Verschulden an dem Unfall ausgeschlossen sein. Moser war erst kurze Zeit auf der hiesigen Station und erfreute sich infolge seines ruhigen, anständigen Benehmens allgemeiner Beliebtheit. Olmütz. (K. k. Staatseisenbahngesell-s ch a f t.) Wie alle Jahre, wurden auch laufenden Jahres im Frühjahr die Turnusse geändert. ES wurden die Partien zwar um eine vermehrt, jedoch mit der für das Personal schädigen- i den Einführung, daß jede der Partien den 16. und 17. Tag Reserve hat. Eine Einführung, mit der in Olmütz, da hier nur eine 87 Kilometer lange Strecke und keine Lokalbahn in Betracht kommt und auch keine Lagerplätze zu bedienen sind, nichts erzielt wird, als höchstens das, daß das Personal an* den Reservetagen zwei- bis dreimal ohne jede Entschädigung zur Kommandierung gehen muß. Weiters wurden früher, um auf der eingeleisigen Strecke, auf der in 24 Stunden nicht weniger als 40 Züge verkehren, unter ihnen drei Schnellzüge, den Verkehr halbwegs geregelt abwickeln zu können, sogenannte Verteilungszüge eingeleitet, und zu jedem dieser Züge je ein Manipulant turnusmäßig bcigegeben. Eine Anordnung, die zur Sicherheit des Verkehrs viel beigetragen hat, weil der Zugsführer der schriftlichen Arbeiten enthoben war. Wer die gefährliche Zugsabwicklung auf der genannten Strecke kennt, mutz sich wundern, daß hier noch nicht ein Unglück geschehen ist. Wegen kurzer Geleise müssen die Züge geteilt werden und wegen Platzmangel in der Station die Geleise wechseln. Man kann sich da denken, was für eine Verantwortlichkeit der Zugsführer hat. Trotzdem wurden aber die Manipulanten ab 26. Juni I. I. bei den Verteilungszügen abgezogen und die ganze schriftliche Arbeit dem Zugsführer aufgehalst. Der Kondukteur Alois S m o l d a S soll daran schuld sein, waS er natürlich in Abrede stellt. Wir können ihm aber beweisen, daß er gesagt hat: „Was werden wir bei den Zügen machen, dem Zugsführer die Pfeife anstopfen." Derselbe Smoldas hat die Aeußerung gemacht, der nicht genug schimpfen konnte, wenn er im alten Manipulationsturnus Ausladung gehabt hat. Er weiß ganz gut, daß bei diesen Zügen genug zu tun ist, hat aber damit gerechnet, baß im Fall die Manipulanten abgezogen werden, er wieder zu den Personenzügen kommen wird. Derselbe Smoldas hat die Aeußerung gemacht, der den Signalmann fragen kommt, wohin man im Stundenpaß die Scheibe einträgt. Es ist nicht ausgeschlossen, daß seine blöde Aeußerung einem Kontrollor zu Ohren gekommen ist, und jetzt stehen wir vor der Tatsache, daß die Arbeit die Zugsführer allein machen müssen. Wir ersuchen die löbliche Direktion, die Belastungs-) yiv. 32 . f cuStpeife der Verteilungszüge zu revidieren und darnach zu urteilen, ob die Arbeit der Zugsführer allein machen kann; ; Wagcnaufschrcibcn, Bremsbrutto, Bruttotonnenkilomcter, Führerbuch, Verzeichnisse schreiben, nebst allen anderen Arbeiten den Vcrschub überwachen und für den Verkehr der-antwortlich fein. Das ist von dem Zugsführer zu viel verlangt. Wir müssen daher, solange die Manipulanten nicht bei-1 gegeben werden wie itt B öh in i s ch - T r üb a u, jede Verantwortung ablchnen. ! Wien-Donaulaibahnhof. In letzterer Zeit nimmt das .Denunziantenunwesen am Wien-Donaukaibahnhof wieder sehr 1 stark überhand und wird Herr Bahnamisvorstand Hranihky soft unrichtig informiert. So zum Beispiel wurde ihm kürzlich mitgeteilt, daß ihn das Personal in den „Eisenbahner" geben will. Dazu wollen toi rbemerken, das; wir derzeit keine Ursache hierzu haben. Jedoch wollen wir dem Herrn Vorstand an-raten, solchen Denunzianten und Speichelleckern, welche auch imstande sind, ihre eigenen Vorgesetzten zu verleumden, den i richtigen Weg zu weisen. Das Personal ist gewiß gewillt, mit : ihrem Vorstand in gutem Einvernehmen zu bleiben, jedoch möge er oben gegebenen Rat beherzigen, da solche Denunziationen das gute Einvernehmen sehr stark erschüttern. Diesen Denun-i zianten raten wir, sie mögen vor ihrer Tür kehren, da wir sonst genötigt sind, uns mit ihnen an dieser Stelle eingehender ! zu befassen. ,.> j Bruck an der Mur. Die organisierten Eisenbahner von ; Bruck an der Mur rufen dem nach Innsbruck versetzten Ge-! nassen Hanü Hm d o w a n i k sowie seiner Familie ein herzliches Lebewohl zu und beglückwünschen gleichzeitig das Innsbrucker Heizhauspersonal zu seinem neuen Werkführer sowie die dortige Ortsgruppe zu ihrem neuen und wackeren 1 Mitarbeiter. j Leoben. (K. k. Staatsbahn.) Seit einiger Zeit be-merkt man, daß am hiesigen Bahnhof den mit den Personenzügen 1421 und 1417 zur Dienstleistung ab St. Michael weg-fahrenden Güterzugspartien das Zuladen der aufgegebenen !Eilgüter anbefohlen wirb. Es existiert unseres Wissens keine Vorschrift, welche diese Verrichtung den außer Dienst | f n r l f a h r c n d e n Zuqsbegleitern zur Pflicht macht. 1 Dieser Befehl wird vom Personalbeamtcn oder Dicnsthaben-i den aus eigener Machtvollkommenheit gegeben. Wie kommt man ; dazu, von den Zugsbcgleitern eine Leistung zu verlangen, zu i der sie nicht verpflichtet sind und wofür sie auch nicht bezahlt ■ werden, abgesehen davon, daß die Zugsbegleitcr keine Stationsarbeiter sind. Wir fragen deshalb: Mit welchem Rechte? Von der k. k. Staatsbahndirektion Villach erwarten wir, daß sie Remedur schafft und diesen willkürlichen Verfügungen Einhalt gebietet. Dos ZugbeglcitungSpersonal hat es satt, Dienste zu verrichten, die ihm nicht zukommen und wofür weder eine Verpflichtung noch eine Entlohnung besteht. Pragerhof. (Ein erfolgloser Gimpelfang.) Am Iti. Juli 1911 kam der Revident Klein nach Windisch» Feistritz mit einer Leibgarde von fünf Mann, um die dortigen Oberbauarbciter für den „Reichsverein" zu gewinnen. Zu dieser 'Versammlung kamen von Windisch-Feistritz acht Oberbau» i arbeitet und zlvci Wächter. Herr Klein sprach zirka ; 15 Minuten und wußte nichts anderes zu erzählen, als daß das i Vertrauenömännersystem ein Erfolg des Reichsvereines sei, ! und daß den Oberbauarbeitern der Schuh drückt. Er sagte: 1 Es muß sich eia jeder Eisenbahnbedienstete organisieren, sei 1 es dann in welcher Organisation es will. Wenn es zu einem Kampfe kommen sollte, dann werden alle Organisationen zu-; famnten in den Kampf gehen. Nach Klein sprach dann der j Oberbauarbeiter Klancnik aus Unter-Drauburg. Da er nichts j zusammenbringen konnte, fing er an, über die Professionisten ; beim Oberbau zu schimpfen und sagte, daß die Professionisten die größten Schwindler sind und daß die Bahnmeister nichts anderes tun, als die Obcrbauarbeiter beschimpfen und schikanieren. Hierauf meldete sich ein Genosse zum Worte, der die beiden Vorredner in energischer Weise widerlegte. Unser Ge-nasse sagte, daß wir Herrn Klein sowie seine Mitläufer schon längere Zeit kennen, und wir mit solchen Leuten, die aus unserer Organisation hinausbugsicrt wurden, nie etwas Gemeinsames zu tun haben wollen. Wir haben im Jahre 1907 solche Herren sehr gut kennen gelernt und werden, Ivcnn es zu einem Kampfe kommt, auch ohne Herrn Klein fertig werben. Den dem Alkohol ergebenen Zgajner aus Windisch-Feistritz möchten wir aufmerksam machen, er möge aufhören, über unsere Organisation zu schimpfen. Wenn ihm der Herr Klein einige Liter Bier gezahlt hat, wird er schon wissen warum. Es sei „och bemerkt, daß unsere Organisation gerade für Zgajner - sehr vieles getan hat, und er möge zurückdenken, wie er in der grüßten Not war, hat ihm die Zentrale geholfen, daher er sehr wenig Grund und Ursache hat, über unsere Organisation zu schimpfen. Also ba'dige Besserung 1 Der Herr Klein mag aber, wenn er viel Geld hat, um den Oberbaüarbeitern Bier zu zahlen, lieber anstatt selbst herzukommen, das Geld per Postanweisung senden. Peggan-Dcutsch-Feistritz. Der hiesiege Südbahnassistent | Herr Vogl wurde bereits an anderer Stelle wegen seines ! unqualifizierbaren Auftretens gegenüber den Bediensteten und Arbeitern öffentlich gcbrandmarkt. Er wurde damals auf das Buch „KniggeS Umgang mit Menschen" aufmerksam gemacht, jedoch scheint er es bis derzeit noch nicht gelesen zu haben. Wir erinnern dieses kleine Herrchen daran, daß die Direktion der sLÜdbahn keine „O ch s c n", „Rindvieher" und „E s e l" re. in ihre Dienste einstellt, sondern gesunde, kräftige und leistungsfähige Menschen. Vielleicht bessert sich der kleine Mann noch j früher, bevor wir die Einstellung seiner Frechheiten höheren 1 Orts zu verlangen gezwungen sind. Neuern. Ein unkollegialer Patron ist der Vorarbeiter, respektive Bahnrichter Franz K l e nt. Dieser Mensch verbietet seinen Arbeitern sogar das Wassertrinken. Die Arbeiter waren am 18. Juli in der Strecke Neuern-Grün mit AuLwechseln der Schwellen beschäftigt. Infolge der großen Hitze und der furchtbaren Antrciberei von seiten des Klein sind die Arbeiter erschöpft und sehnen sich nach einem Trunk frischen Wassers. Als ein Arbeiter mit dem vollen Wasserkübel vom nächsten Wächter-Haufe zurücklehrte, um seinen Kollegen das erquickende Wasser zu übergeben, brüllte ihn der Bahnrichter Klein an: „Zum Wasserholen ist keine Zeit, wir sind da zum arbeiten und nicht zum herumlaufen". Ebenso werden die Arbeiter brutal angerempelt, wenn einer derselben die Notdurft verrichtet und auf eine kurze Zeit aus der Partie aus tritt. Mit der Uhr in der Hand wird die Dauer der Abwesenheit kontrolliert. Alle Achtung vor dem Diensteifer des Bahnrichters K l c m. Doch scheint dieses Individuum mit dieser Antreiber« es mehr auf die Schikanierung der Arbeiter abgesehen zu haben, denn Klem ist keineswegs um die Arbeit so besorgt, insbesondere um seine eigenen Arbeiten. Klem schickt doch öfter Arbeiter um Bier, Zündhölzchen oder Tabak mehr wie eine halbe Stunde weit fort; sollte dabei keine Zeit verloren gehen? Wir vermuten, daß sich ein Bahnrichter, der seinen Arbeitern selbst bei der größten Hitze bas Wassertrinken verhindern will, auf keinen Fall zu einem Aufsichtsorgan und Vorarbeiter eignen Gelesene Nummer» des „Eisenbahner" wirft man nicht weg, sondern gibt sie an Gegner und Indifferente weiter. „Der Eisenbahner.' kann. Wir erwarten jedoch, daß dieser Held sich noch , bessern. und seine ihm unterstellten Arbeiter menschlicher behandeln wird, ansonsten wir gezwungen wären, den Bahnrichter K l c m so zu schildern, daß er als Bahnrichter von der Bahn gerichtet und — gelichtet wird. Herr K l e m, Sie werden uns hoffentlich verstanden haben — oder? Straßhof. Ein humaner Bahnmeister ist Herr Neßler in Straßhof, der seine Untergebenen, besonders die Oberbauarbciter von fremden Strecken, nicht für Menschen hält. Seine geläufigsten Kosenamen sind: Lausbuben, Rotzbuben, Bagage u. s. w. Männer, die drei bis vier und mehr Kinder zu ernähren haben, sollen sich dies ruhig gefallen lassen und ja kein Wort verlieren, sonst ruft dieser Herr ganz einfach: „Bahnrichter, das Schichtenbuch heraus und dieser Bagage zwei Stunden abziehen!" Wahrscheinlich denkt er, wenn sie für zwei Stunden weniger Lohn erhalte», sie mehr Hunger und arbeiten noch mehr. Aber Herr Neßler könnte es von seinem Vater erfahren haben, der auch Oberbauarbeiter war und dann Wächter wurde, wie es tut, so gemein behandelt zu werden. Natürlich behandelt er auch seine ständigen Arbeiter so, die sich diese Behandlung ruhig gefallen lassen, weil keiner organisiert ist. Auch die Jansenpause, die auf allen Strecken eingeführt ist, wollte uns Herr Neßler konfiszieren, als wir nach Straßhof dirigiert wurden, was wir uns jedoch nicht bieten ließen. Herr Neßler, wir machen Sie aufmerksam, daß wir nur eine anständige Behandlung gewohnt sind, wonach Sie sich richten wollen. Wir geben uns der Hoffnung hin, daß Sie einer Besserung noch zugänglich sind; um Ihnen dies leichter zu ermöglichen, empfehlen wir Ihnen das bekannte Buch: „Knigges Umgang mit Menschen" zur angelegentlichsten Lektüre. Preran. Obzwar Herr Ouiczala bereits seinen blauen Bogen erhalten hat ,und wir die Absich hatten, mit seinem Namen unser Blatt nicht mehr zu belasten, sind wir doch noch einmal gezwungen, uns dieses edlen Menschen zu erinnern, da uns die „Deutsche Eisenbahnbeamtenzeitung" durch ihren Artikel vom 28. Mai 1911 dazu zwingt. Bei der Beschreibung des Abschiedsfestes dieses Herrn schreibt diese wörtlich: „Dieses Fest, welches sich äußerst weihevoll gestaltete, gab den Beweis der wirklich aufrichtigen Beliebtheit, welcher sich der Scheidende besonders bei den unterstehenden Beamten und Bediensteten wahrbaft erfreute." Nun schauen wir uns einmal die Wahrheit dieser Behauptungen genauer an, ob denn der scheidende Herr wirklich einer aufrichtigen Beliebtheit wert war. Nehmen wir als Behelf die Qualifikation zur Hand. Im Jänner-Avancement finden wir 26, im Juli-Avancement 53 Kreuzel-borrückungen. Bei einem Pcrsonalstand von 3000 Bediensteten machen diese 79 nach dem Anffassungsgeist des Herrn Ouiczala am besten Dienst. Wenn wir fragen, ob dies richtig, so wird uns darauf gesagt: Schauts den an, der die Freifahrtscheine schreibt, der gute Mann hat keine einzige Prüfung, vom exekutiven Dienst keine Ahnung, aber ein Kreuze! hat er. Oder: Wer kennt nicht den Platzmeister, dessen Frau die Zeitungen verkauft? Wer kennt nicht den „Offizier von der Treppe" oder den Sch., der die Züge ins Heizhaus entfahren ließ? Wer kennt nicht den Kondukteur I. M., der als Manipulant bei den Eilgüterzügen schläft, die Auslader selbständig ausladen läßt, u »dwcnn er vom Zugsführcr geweckt wird, diesem Ohrfeigen anträgt. Diese Leute kennt der Herr Ouiczala ausgezeichnet, darum bekamen sie alle die Note: „Außer der Rangtour", und sie mußten — da eine Hand die andere wäscht — Staffage bei der Abschiedsfeier dem Herrn Ouiczala machen, was diesen deutschnationalen Psitzncr aus dem tschechi-scheu Kataster dazu vcranlaßte, von einer aufrichtigen Beliebtheit bei den Bediensteten zu schreiben. Da nun Ouiczala fort ist, werden wir uns mit ihm nicht länger beschäftigen. Den Bediensteten könnte aber diese Vorrückung die Augen geöffnet haben, um zu erkennen, wo der Fehler steckt. Solange itt Preran solch miserable Organisationsverhältnisse herrschen, daß einzelnen Individuen die Möglichkeit geboten ist, Verräter an den eigenem Kollegen zu werden, insolange ist eine Besserung in Prerau ausgeschlossen. Ob jetzt der Vorstand Karl Louse oder Ouiczala heißt, hinein in die internationale Gewerkschaft, damit dieser Wirtschaft mit den Kreuzcln wenn schon nicht ein Ende, so doch dahin gewirkt wird, daß wenigstens ehrlich borgegangen wird, da bei dem heutigen System ein ebrlich denkender Eisenbahner nur durch bloßen Zufall dieses „Außer der Rangtour" bekommt. Kontotnu. (Sin hie Herren Zugsführer: Bukett, Werner. Schuh und Z Iv e r i n a der B. E. B.) Das Personal der B. E. B., das diesen Herren Zugsführern untersteht und fortwährend in gröblichster Weise von ihnen behandelt wird, ersucht dieselben, sich baldmöglichst zu bessern, da dem Personal das ungebührliche, rohe Vorgehen schon unerträglich wird. Sollten diese Zeilen nicht genügen, wäre das Personal gezwungen, mit anderen Mitteln an die Oeffentlich-keit zu treten. Das Güterzugspersonal. Choticschau. (Ein Buben st reich gegen den Prager Schnellzug.) Ein Bubenstreich, welcher leicht ein großes Unglück nach sich hätte ziehen können, wurde dieser Tage in Chotieschau verübt, indem auf das Geleise ein 84 Kilogramm schwerer Stein gelegt wurde, offenbar in der Absicht, den um 11 Uhr nachts von Budwcis abgehenden Schnellzug zur Entgleisung zu bringen. Die Lokomotive des Schnell-zugcS jedoch schleppte den Stein ungefähr 80 Meter mit, worauf sie ihn zur Seite schleuderte. Die Lokomotive wurde so schwer beschädigt, daß sie in Wessely abgckuppelt werden mußte. Prerau. (Ein Eisenbahnunfall.) Am Sonntag abends ereignete sich in der Station Prerau der Nordbahn ein Zusammenstoß, der glücklicherweise ohne weitere Folgen blieb. Als der Berliner Schnellzug, der um 10 Uhr abends in Wien ankoutmen soll, um 7 Uhr abends die Station Prerau passierte, streifte er eine Lastwagengarnitur, die gerade verschoben wurde. Durch den Anprall wurde die Maschine des Schnellzuges aus dem Geleise gehobelt, die Lastwagen und die Geleise an der Unfallsstelle beschädigt. Verletzt wurde niemand. Die Passagiere des Berliner Zuges kamen mit dem Schrecken davon und konnten nach einstündigem Aufenthalt die Reise mit einem Hilfszng fortsetzcn. Die Unfallsstellc war nach dem Zusammenstoß nicht passierbar, so daß der Verkehr durch Umsteigen bewerkstelligt werden muhte. .Heute früh dürfte der Verkehr bereits wieder in normaler Weise ausgenommen werden. Roseubach. Die Staatsbahndircktion Villach hat den Streckenwächtern für das Jahr 1911 die Grasnutzung, respektive den zu entrichtenden Pacht um ein Bedeutendes erhöht. Da die Grasnutzung dem erhöhten Pacht nicht entsprochen hat, so mußten einige Wächter der BahnerhaltungSsektion Klagen, furt auf die Grasnutzung verzichten und cS mußte dieselbe an andere Kauflustige abgegeben werden. Einigen Bahnmeistern ist es durch vieles Zureden gelungen, die Grasnutzung um den erhöhten Pacht an andere Bedienstete abzu-geben. Nur bei Pasten 26 konnte der Bahnmeister Kueh keinen finden, der anstatt 8 Kr. 16 Kr. gezahlt hätte, und so mußte die 1400 Meter lange Strecke von den Oberbaüarbeitern abgemäht und daS Gras auf sogenannte Scheiben zusammen» getragen werden. Als das beisammen war, konnte es der Bahnmeister um 16 Kr. verkaufen. Diese Arbeit hat ungefähr 20 Schichten in Anspruch genommen; nun rechnen wir durchschnittlich Kr. 2'70 per Mann, so ergibt sich der Betrag von 54 Kr., was aber nur gering gerechnet ist, da wir nicht in Erfahrung bringen konnten, wieviel die Oberbauarbeiter für Werkzeugabnützuttg erkalten haben. So wird bei den k. k. Staalsbahnen gespart, ------------------------------------------------ Seite 9 ■> - Versarnrnlungsberichte. Wien X. Am 5. Juli 1911 tagte im Arbeiterheim Favoriten eine sehr gut besuchte Versammlung der St. E. G.* Bediensteten aller Kategorien, bei welcher der Bericht über die letzte Delegiertenvcrsammlung gebracht wurde. Der Obmann! Genosse Pohl referierte über die Statutenänderung sowie diq Hinterbliebenenuntcrstützung, und forderte zugleich zur zahU reichen Anmeldung für die projektierte fakultative Hintere bliebenenunterstützung auf. Genosse Kirchmayer berichtet« über die geplante Aendcrung der für die Eisenbahner sehq wichtigen verschiedenen Gesetze, besonders der projektierten 58er* schlechterung der Unfallversicherung. Die am Delegiertentach diesbezüglich gefaßten Resolutionen wurden den Versammelter« zur Kenntnis gebracht. Genosse Holztrattner referiert« über Organisation und Taktik und forderte die Eisenbahner aufs mit Rücksicht der kommenden schweren Zeiten stramm und treu zur Organisation zu halten. Die Versammlung nahm hierauf einstimmig folgende Resolution an: „Die am 5. Juli 1911 im Arbeiterheim versammelten! St. E. G.-Bediensteten aller Kategorien nehmen mit tiefstem, Bedauern zur Kenntnis, daß die Forderungen der Eisenbahner« lute Nachtdienstzulage für Wächter, Stabilisierung der Arbeiter; zweijährige Vorrückungsfrist für Diener, Lohnregulierung der Arbeiter k., noch immer nicht durchgeführt sind; sie erklären! schon heute, wenn hier nicht baldigst Ordnung geschaffen wird, die Verantwortung für kommende schwierige Situationen ablehnen zu müssen. Die Versammelten wünschen den Kampf nicht, wenn er jedoch unausweichlich sein wird, werden sie denselben1 mutig zu führen wissen." Stach Schluß entfernten sich die Eisenbahner mit dem' festen Entschluß, gegebenen Falles, wenn es gilt, auch am Platze! zu sein. , Strahwalchen. Am 2. Juli fand hier eine Versammlung statt, wo Genosse Müller referierte. _ , j BudweiS. Am 12. Juli fand in Budweis eine sehr gut besuchte Versammlung des Verschubpersonals statt, wo die. wichtigsten Forderungen, wie anderthalbfache Anrechnung deri Dienstzeit, Verschubzulage von monatlich 24 Kr. u. s. w., ein«i gehend besprochen wurden. Die Stimmung unter den 58er«! sammelten war sehr ernster Natur und dürften bei Nichtbelvil«! , ligung der bescheidenen Forderungen des Verschubpersonals. weittragende Differenzen entstehen. An dem Verschubpersonal liegt es nun, durch ein geschlossenes Vorgehen die gestellten Forderungen zum Durchbruch zu bringen. Darum, Verschieber, Mann für Mann hinein in den Allgemeinen Rechtsschutz- und Gewerkschafts-Verein! Cilli. Am 8. Juli sprach hier Genosse Kopac in einer1 gut besuchten Versammlung über die Beschlüsse der General-' Versammlung in Wien. j Hütteldorf. (Heizhaus.) Am 20. Juli 1911 fand ims Eisenbahnerheim, Hackingerstraße 55, eine sehr zahlreich bc«j suchte Versammlung des MaschinenheizhauS- und Werk»! stättenpersonals der Ortsgruppe Hütteldorf statt. « Anlaß dazu gaben die groben Mißstände, die hier herr-j sehen, zum Beispiel werden Lokomotivführer bei kleinen Ge»! brechen an der Maschine mit den höchsten Geldstrafen belegt' und obzwar dieselben schon lange Jahre als llnterbeamte er« nannt sind, wird denselben angedroht, daß sie'heim nächstenmal! die Schaufel erhalten! (? —) Als besondere Berühmtheit wirkt in diesem Heizhaus der unter den Namen „der Grobgnahte" bekannte Werkmeister Hörzing. Seine Intelligenz und sein Benehmen läßt viel zu wünschen übrig und wird jedem, der unter seinem Kommando steht, täglich mit dein Entlassen ge» j droht. Wagt cs jemand nur zu widersprechen, so wird er mit! den Worten: „Ich dulde keine Widerrede, kommen Sie mit"« zum Betriebsleiter geführt. Nachdem alle Mißstände seitens dev anwesenden Genossen erörtert waren, wurde einstimmig folgende Resolution beschlossen: ! Resolution. Das am 20. Juli 1911 int Eisenbahnerheim versammelte Maschinen-, Heizhaus- und Werkstättcnpcrsonal der Wiener Stadtbahn protestiert auf das entschiedenste gegen die Behand-lungSweisc, der es seitens seiner Vorgesetzten und zwar der Herren Oberkommissäre A u s P i tz und Singer, sowie der Werkmeisters Hörzing ausgefetzt ist, und bedauert lebhaft,! daß cs trotz seines langjährigen schweren und aufreibenden Dienstes auf der Wiener Stadtbahn, so schonungslos behandelt wird und» seitens des HeizhauSleiters und der Direktion des nötigen Schutzes entbehrt. Die Versammlung erklärt sich mit dem Gestraften und Beleidigten solidarisch und fordert all« Bediensteten auf, behufs Abwehr solcher Angriffe der Gewerkschaft bcizutreten. Nachdem noch Genosse 6 o ttt 11 s ch von der Zentrale in treffenden, von Beifall begleiteten Worten über den Nutzen und Zweck der Organisation gesproch hatte, haben die Genossen von Hciligenstadt erklärt, sich auch den Genossen ins Hütteldorf anzuschließen. Straßhof. Den 23. Juli sprach hier in einer gut bc« suchten Versammlung Genosse Fuchs über Zweck und Nutzen der Organisation. Eine stürmische Versammlung der Bahnmeister der Süd» bahn. Es wird uns geschrieben: In Marburg tagte Sonntag eine sehr stark besuchte, von der Zcntralleitung des Oejter-reichiscben Bahnmcistervereincs beschickte Delegiertenversamm». lung aller Südbahnortsgruppen dieses Vereines, bei der es, a!4 die Pcrsonalkommissionömitglieder über den abweiSlichen Bescheid der Generaldirektion auf die Forderung nach Ernennung zu Beamten berichteten, zu heftigen Sturmszenen kam. Die Erregung ergoß sich hauptsächlich über die Personalkvm» missionLmitglieder, welchen man die Schuld an der Nichterfül» lung der Hauptforderung beimaß, weil anderen Unterbeamtcn-katcgorien die Erreichung des BeamtencharakterS vom 1. d. an> ermöglicht wurde, während man die Bahnmeister darauf 6er-; wicS, daß man sie erst dann zu Beamten ernennen wolle und-1 könne, bis dieser Punkt bei den Staatsbahnen realisiert! feilt werde. Die Personalkommissionsmitglieder erklärten, daß sie cs stets als ihre erste Pflicht erachteten, im Sinne ihrer Mandanten für eine Besserstellung mit Mut und Tatkraft einzutreten, und weiter, daß sie, als auch ihr am 15. d. unternommener letzter Versuch, die Hauptforderung durchzubringen, an dem Grundsatz der Generaldirektion, die Beamtenerncnnung erst dann durchführen zu können, bis sie bei den SlaatSbahncn-erfolgt sei, scheiterte, durch N i e d c r l c g u n g der Man», bäte ihre Konsequenzen zogen. Die Versammlungsteilnehmer kamen nach stundenlangen überaus heftigen und erregten Debatten zu der Ueberzeugung, daß nunmehr der Hebel einzig und allein bei den Staalsbahnen anzusetzen ist, und daß c8 Pflicht aller Bahnmeister der Staatsbahnen fein wird, zu einem Mittel zu greifen, das die StaatSeisenbahnver. waltung zwingt, die Bahnmeister endlich einmal auf jette Stufe zu stellen, die ihrem für die Verkehrssicherheit des reisenden Publikums so eminent wichtigen, gefahr- und vcrantwortungS-' vollen Exekutivdienst entspricht. j Wien XVI. (V e r s a m m lu n g S b e r i ch t.) Die Elektrizitätsarbciter in Hciligenstadt und den dazu gehörigen Betrieben, veranstalteten am 16. Juli l. I., um 10 Uhr vormittag» eine Versammlung in Heiligenstadt in Purzelmayerl» Gasthaus, um ihre unhaltbare Lage zu besprechen und endlich einen Weg zu betreten, auf welchem eine endgültige Besserung erzielt werden kann. In beiden Beziehungen, in den Lohn- und Dienstverhältnissen leiden diese Arbeiter seit Jahren unter dem Druck unerhörter Willkür, und es hat den Anschein, als ob das Losungswort besonderer Schinderei, auöaeaeben nur von. L •■' j Einzelnen, selbst jene Instanzen durchseucht hat. Hon welchen wolt sonst voran»setzt, das; wenigstens einigermaßen noch .Menschlichkeit als MahstaB genommen wird. Aber die Arbeiter .appellierten vergeblich an die Staatsbahndirektion Wien und Ivergeblich an das Eisenbahnministerium; alle ihre Deputationen ! und Bitten wurden sozusagen noch mit Hohn behandelt und von j Tag zu Tag verschlechterten sich ihre Verhältnisse. Der Arbeiter j>?mächtigte sich naturgemäß eine ungeheure Erregung, welche | in der Versamlung zum Ausdruck kam. Der Referent, Genosse Swoboda ans der Zentrale, legte in einstündiger sachgemäßer Rede die Verhältnisse eingehend dar, indem er insbesondere die in dieser Sache von der Organisation unternommenen Arbeiten hervorhob, daraus hinweisend, daß die vorge-isetzte Dienststelle eigentlich schon sieh selhü in eine Sackgasse verrannt hat. Dort wird man sie nun eriiHchen. Folgende Resolution wurde sodann einstimmig angenommen: „Die heute versammelten Arbeiter des Elektrizitätswerkes Keiligenstadt protestieren gegen die Art und Weise, wie ihnen jboit der f. I. Staatsbahnverwaltung in Bezug auf die Lohn-;-und Dienstbedingungen^egegnet wird. Insbesondere wird her-jliorgchoben, daß sich diese Arbeiterschaft aufs schwerste geschä-Idigt fühlt, durch das gewalttätige Hintertreiben der gewährleisteten Bezahlung der U e b e r st u n d c n und der Nacht-d i e n stz n l a e, in der beabsichtigten Einstellung des freien und bezahlten Tages, in der Reduzierung des Personals und jin der Schädigung der Umrechnung von sechs auf sieben Tage. ;Die Arbeiter fordern deshalb auch die Zentrale deä Allgemeinen Rechtsschutz- und Gewerkschaftsvereines auf, ihre 'Sage sofort in einer Interpellation, welche Abgeordneter Ge-Inoffc Josef Tomfchik, als Vertreter der Organisation, im «Parlament zu erörtern hätte, zu veranlassen und zu fordern, ifoafe die gerechten Wünsche dieser Arbeiterschaft und ihre gewährleisteten Rechte definitiv gewahrt bleiben!" Graz. (Südbah n.) Am 18. d. M. fand in Graz, Eggen-!$ergergürtel, Straßerö Gasthaus, eine sehr gut besuchte Versammlung der Verladescheiuschreiber statt, woran sich auch eine Anzahl Genossen dieser Kategorie aus Leoben, Bruck, Cilli und anderen Stationen der Südbahn beteiligten. | Von der Ortsgruppe Graz I waren als Delegierte die ■ Genossen Anton Ferenz, F e i g I und Personalkommissions-; Mitglied Wendl vertreten. Zweck dieser Versammlung war, Beschlüsse für die nun einzuschlagende Taktik der Verladescheinschreiber bezüglich ihrer 'Stabilisierung zu fassen, da Genosse Wendl den Schreibern 1 die Mitteilung machte, das! auf seine in der letzten Persoual-»kommissionssitzuug erfolgte Anfrage an die Direktion, was eigentlich, mit der Stabilisierung dieser Kategorie sei, erklärt wurde, •dies sei in der letzten Direktorenkonserenz abgelehnt worden. Nach erfolgter Berichterstattung von seiten des Genossen Wendl und dem Arbeiterausschußmitglied Genossen Fei gl ientspann sich eine fast zweistündige, teilweise sehr erregte Debatte, an der sich sowohl Grazer, als aus auswärtige Genossen beteiligten. > Tie versammelten Schreiber kamen schließlich zu dem > Entschluß, die Sache nicht so aus sich beruhen zu lassen und '.Beantragten eine diesbezügliche Resolution an die Zentrale, die auch einstimmige Annahme fand und der Ortsgruppenleitung ‘■zur raschesten Weiterleituug überwiesen wurde. v Resolution. Die organisierten Verladescheinschreiber, welche seit dem ^ Jahre 1908 um die Stabilisierung kämpfen, ersuchen, die Zen-jtrtic möge ermöglichst eine Konferenz dieser Kategorie, und izwar nach Graz einberufen, um über die zu unternehmenden 'Schritte zur Durchführung der Stabilisierung zu beraten, da in [der letzten Personalkommissionssitzung dem Genossen Wendl tauf seine Anfrage erklärt wurde, die Direktorenkonserenz hätte rbics abgelehnt. i Unter den Verladescheinschreibern erzeugt dieser Vorgang j der Direktion begreiflicherweise umso größere Erbitterung, da I bereits im Jahre 1909 einer Deputation derselbe» bei der Ver-I ZehrSdircktion diese Zusage gemacht wurde, außerdem bei den tl. k. Staatsbahnen die Stabilisierung dieser Kategorie schon ‘längst erfolgt ist. Außerdem muß noch bemerkt werden, daß in der Station Matzleinsdorf die den Dienst der Verladescheinschreiber versehenden -Bediensteten schon im Jahre 1908 stabilisiert wurden. ■ Die Verladescheiuschreiber protestieren gegen die Vorgangs-roetse der Direktion und ersuchen die Zentrale nochmals um ihre «olle Mithilfe, damit auch diese Kategorie zu ihrem Recht kommt. i Nach einigen kernigen Worten mit der Aufforderung zu tastlofem Weiterbau der Organisation unter den Schreibern, die Genosse F e r c n z sowie Genosse Wendl an die Versammelten richteten, schloß der Vorsitzende Genosse F e r e n z die sehr er« '.regte Versammlung. Aus den Organisationen. Neusattl. Bei der Generalversammlung wurden folgende .Genossen in den Ausschuß gewählt: Anton Ga reis, Zahl-Istellenleiter, Rudolf Lutz, Stellvertreter; Josef Maier, I Kassier, Anton Strauch, Stellvertreter; Anton 2)t o u r c f, !Schriftführer, Felix Seidl, Stellvertreter; August Keil und ^Hermann Mort l, Revisoren. Schriftliche Angelegenheiten Nind zu richten an Anton Gareis, SBcichcniv achter ji n Neusattl N r. 160; in Geldangelegenheiten an Josef : M a i c r in Grasseth N r. 6 7. Die Monatsversamm-Üungcn finden jeden ersten Sonntag nach dem 3. statt. Stenz II. Am 14, d. M. fand unsere diesjährige General-»Versammlung statt. Es wurden folgende Genossen in die Orts-teruppenteitung gewählt: I. Eberl, Obmauu. M. C h o h o l k a [und Weingerl, Stellvertreter; Ho m an«, R. Schera n jimd Zolle, Schriftführer; Duzia und S ch w a m b e r g e r, ISaffierc; I. Scheran und R. P u d i l, Revisoren; Koller, .Habe r l, Reiter, Ä o st n c r, Huber, Suppanz, K. Wo 11 n er, Peschitz, Holz mann, Krazer, Kropf, 'Mo ritz er, Pribik, Ausschüsse. Alle Zuschriften sind an jGenossen I. Eberl, Reichs st raße 159, zu richten. Bezug. !'Itch der Bibliothek machen wir die Genossen aufmerksam, daß 24 Bände schon längere Zeit ausständig sind, wir ersuchen daher die Betreffenden Genossen, die entliehenen Bücher sobald wie Möglich zu retournieren. Unter-Dchischka. Der Ausschuß der Ortsgruppe Unler-Echischka hat beschlossen, Diskussionsabende einzuführen, welche icdcn ersten Mittwoch im Monat im Gasthaus des Herrn RebcrZek „Zum Anzok", in Unter-Schischka, um 8 Uhr abends iftattfinden werden. Der erste Diskussiousabend findet Mittwoch den 2. August L I. statt, zu welchem eine rege Beteiligung ■gewartet wird. Prerau II. Bei der am 14. Juli 1911 abgehaltenen ordentlichen Generalversammlung der Ortsgruppe 11 des Allgemeinen Rechtsschutz- und Gewerkschaftsvereines in Prerau wurden folgende Genossen in den Ausschuß gewählt: Eduard Äleibl, Obmann, Adalbert Hantel, Stellvertreter; Kordula, Kassier, Kajetan P r o s ch und Eduard Bittner, Eubkassiere; Josef Lermak, Schriftführer; Ottokar Wild 3tnt> Johann Liedermann, Revisoren; Karl Grub er, Karl Bayer, Martin Jurasz, Johann Bittner, Anton <2ütz. Josef Eder, Rudolf Knauer, Rudolf Christen, ßohann Krehcha, Johann Rossel, Ausschüsse. Alle Zuschriften in Vereinsangelegenheiten sind zu -richten an den Obmann: Eduard K lcib l, Prerau, 6 c ch-|gaf f c 17; in Geldangelegenheiten an Karl Kordula, j$mau, Kleine Novosad Q, „Der ©ifcnbaljucf.“ —— Mährisch-Ostrau-Odersurt. Am 11. Juli l. I. fand in den Saallokalitäten des Herrn 91. Bialek die diesjährige Generalversammlung der Ortsgruppe Mährisch-Ostrau-Odersurt statt. Die Berichte des Obmannes, des Kassiers und der Kontrollore wurden mit Befriedigung zur Kenntnis genommen. In die Vereinsleitung wurden folgende Genossen gewählt: Franz Gilg, Obmann, Viktor Langer, Josef P rav da, Stellvertreter; Wilhelm Muck, Schriftführer, Julius Tovilrek, Stellvertreter; Rudolf Hanke, Kassier, Franz Bureezek, Stellvertreter; Heinrich BlaLcj, Heinrich S ch r a m nt, Richard 8 v ec, Anton H o r s in k a, Johann Patyk, Alois Boleslavsky, Bibliothekare; Thomas L e n d l e r, Josef Tuma, Revisoren; Alois Friedrich, Jnventaroerwalter; Ignaz Stütz, Anton Siegel, Josef Schweda. Franz Grüner, Johann Hanke, Vinzenz (Steler, Franz Schind ler, Johann Bittner, Wilhelm Bönisch, Wilhelm Jahn, Rudolf St ü r n e r, Johann Träumer, Anton Preßfreund, Franz Dittrich, Karl Schnerch, Kaspar Watroba, Joses Habicht, Franz Janik, Konrad Sokol, Wenzel Wolf, Adolf Rybsk, Emil Rossel, Joses S t e j s k a l, Josef Steiner, Franz K u b i k, Anton S t e j s k a l, Joses Heller, Franz H e g r a d, Subkassiere. Zum fünften Punkt sprach Genosse Adolf Müller aus Wien. Derselbe erntete für feine trefflichen Ausführungen lebhaften Beifall. Weiters sprachen noch Genosse Gilg und B l a i t j, welche die Mitglieder anssorderten, die bedeutend vergrößerte Bibliothek mehr zu Benützen und für die Instandhaltung der Bibliotheksbücher Sorge zu tragen. In Lereiusangelegenheiten sind alle Zuschriften an Franz Gilg, Odersurt, Am K a i 228, und in Geldangelegenheiten an Rudolf Hanke, Oderfurt, Skodnicastraße 404, zu richten. Fachtechnisches. Sandstreuer für Lokomotive». Im Sommer pflegen sich alljährlich die Eisenbahnkatastrophen zu mehren, ähnlich wie die Unglückssälle in den Alpen. Da kommt es denn jedem mit verstärkter Kraft zum Bewußtsein, daß auch die kleinste Verbesserung der bestehenden Vorrichtungen für die Sicherstellung von Zügen von unberechenbarem Wert ist. Mit der Verhütung von Entgleisungen in Kopsstationen und aus toten Geleisen ist man schon einigermaßen fertig geworden, nachdem endlich jemand das Kolumbuöei gesunden hatte, daß man ja nur das Ende des Geleises genügend mit Sand zu bestreuen brauchte, um unter allen Umständen zu verhindern, daß die Lokomotive über die Puffer hinausfahren könnte. Gewissermaßen eine Erweiterung dieser Einrichtung ist ein von dem Franzosen Lambert erfundener Apparat, der für Lokomotiven etwa dasselbe bezweckt wie der Sandstreuer bei elektrischen StraßenBahnen und auch ungefähr dieselben Mittel dazu anwendet. Der Gedanke ist auch für eigentliche EisenBahnzüge längst nicht mehr neu, vielmehr kommt eine große Zahl verschiedener Konstruktionen von Sandstreuern vor, die a&er, aBgesehen von einem zuweilen ziemlich hohen Preis, den Fehler haben, leicht zu versagen, wenn der Sand nicht durchaus trocken gehalten wird, weil er sonst nicht schnell genug aus dem Apparat heraus ans das Geleise fließt. Diesen Uebelftand hat Lambert, ein Ingenieur einer der größten französischen Eisenbahngesellschaften, durch diese Erfindung zu vermeiden gesucht. Er verzichtet von vornherein auf trockenen Sand, sondern mischt ihn gleich mit einer genügenden Menge Wassers, aber doch so, daß er eine hinreichende Bremswirkung herborBringt. In Frankreich sind Bereits 350 Lokomotiven mit dem neuen Apparat ausgestattet worden, der sich durchaus Bewährt hat, sogar Bei Versuchen im vorigen Winter zur Zeit eine« starken Frostes. Die Vorrichtung soll nicht allein die Bremswirkung steigern, sondern das Gleiten der Maschinen ans den Geleisen Bei zu großer Glätte, namentlich Bei starkem Gefälle der Strecke, verhüten. Das Wachstum der Lokomotiven. An den modernen Lokomotiven ist alles gewachsen, nur der Schornstein ist immer kleiner geworden. Die Ingenieure, die für die Dampfmaschinen im allgemeinen und für die Lokomotiven im besonderen zu sorgen haben, konnten sich eben des WettbewerBes der Elektrizität nur durch Besondere Anstrengungen erwehren, die zu einer ungeahnten Entwicklung dieser Maschinen geführt haben. Dadurch ist es gekommen, daß die Herrschaft der Dampsmaschmen jetzt noch aus lange Zeit gesichert erscheint, während man ihnen vor etwa zehn Jahren eine volle Niederlage gegenüber dem Vordringen der Elektrizität prophezeite, und zwar ist diese Entwicklung in fast allen Industrieländern in gleichet Weise vor sich gegangen. Auch in Amerika, wo die Elektrotechnik gewiß nicht zurückgeblieben ist, hat der Bau der Dampflokomotiven ganz außerordent-iche Wege eingeschlagen, und man ist zu wahren Riesenmaschinen an Größe und Leistungsfähigkeit gelangt. Einen solchen Leviathan unter den Lokomotiven, der vor kurzem eine amerikanische Werkstatt verlassen hat, wird von Professor Bellet im „Stosmoo" beschrieben. Die Maschine selbst ruht auf zehn Rädern, die in zwei Gruppen verteilt sind. Die vier vorderen werden durch Niederdruckzhlmder von säst 1 Meter HnBhöhe ongetricBen. Die Hinteren Zylinder dagegen sind für Hochdruck Bestimmt und außerdem gibt es noch ein Paar Räber unter dem Feuerraum, die nur als Stützen dienen. Außer diesen zehn Rädern, die zum Tragen und Treiben der eigentlichen Maschine Bestimmt sind, sind noch vier weitere vorhanden, die an einem gewissermaßen vor der Maschine ^erlaufenden Rahmen Befestigt find. Durch diese Verteilung der Achsen wird der ganzen Maschine eine große Bieg samkeit gcgeBcn, die um so notwendiger ist, als sie im ganzen eine Länge von 21 Metern Besitzt, mit dem Tender zusammen sogar eint solche von fast 31'/- Metern. Der Tender faßt 55 Kubikmeter Wasser und über 18 Kubikmeter Petroleum, denn die Maschine ist für Feuerung mit flüssigem Brennstoff eingerichtet. Ihr Gesamtgewicht beläuft sich auf 150 Tonnen. Literatur. Le Traducteur, The Translator, II Traduttore, drei HalBÄ»lumatsschristen zum Studium der französischen, englischen italienischen und deutschen Sprache. Gar manche Ha&cn in der Schule französisch, englisch oder italienisch gelernt und lassen die crrvor&cncn Kenntnisse aus Mangel an Ue&uttg wieder zerfallen, anstatt sie zu erweitern und zu vervollkommnen. Diesem UeBel-stände wird durch die vbeu genannten Publikationen aus möglichst einfache und unterhaltende Weise durch Darbietung reichhaltigen Lese- und Uebungsstoffes a&gcholfcn mit ganz Besonderer Berücksichtigung der alltäglichen Sprache, für die man leider in den Schulen so wenig Zeit findet. — Probenummern für Französisch, Englisch oder Italienisch kostenfrei durch den Verlag des „Traducteur“ in La Ehaux-de-Foirds (Schweiz). „Freie Glocken", Nr. 14, Halbmonatsschrift für Freidenkertum und monistische Weltanschauung. Inhalt: Das freie Wort. Von Hermann v. Gilm. — Gibt cö ein Fortleben nach dem Todetf Von Th. Arnim. — Die Denklehre und Weltanschauung Josef Dietzgens. Von Engen Dietzgen. — Der Wotaiistult in Erntegebräuchen. — Die Republik steht. — Tiere als Wetterpropheten. — Neues aus den Wissenschaften: Neues vom Fixsternhimmel. — Eiszeitliche Riesenkadaver aus Petroleumsalzboden. — Ein 20.000 Jahre alter menschlicher Schädel. — Rundschau: Mindestens drei Jahre, drei Monate und fünfzehn Tage tut Fegefeuer. — Es war' schön gewesen. — Ein ungläubiger Katholik. — Im Namen der Strumpfbänder katholischer Damen. — AbonnementspreiS: Vierteljährlich (sechs Hefte) 1 Mk. Einzelne Hefte 25 Pfg. Verlag »Freie Glocken", Leipzig, Bayrische Straße 4. I Sprechsaal. Achtung! ——— Achtung! Mitglieder des Nordwestbahn-Untcrstntznngs-fonds! Bedienstete und Arbeiter! Vom 12. Bis 14. August 1911 finden die Ausschußwahlen in den Nordwestbahn-UnterstützungSfondS statt. Es ist wichtig, daß ihr trachtet, in den Ausschuß Männer hineinzuwählen, von denen ihr voraussetzen könnt, daß sie alles daransetzen, die Rechte der Mitglieder in jeder Beziehung, soweit ihr Einfluß reicht, zu wahren und Reformen in dem UnterslützniigSsondS zugunsten der Mitglieder anzustreben. Als Kandidaten für den Ausschuß ivurden in mehreren Vertrauensmännerversammlungen der organisierte» Eisenbahner in Wien folgende vertrauenswürdige Männer vorgeschlagen, und ersuchen wir euch, dieselben in eurem eigenen Interesse auch zu wählen: I. A u s s ch u ß m i t g l i e o . Josef Schwab, Offiziant, Wien, B. E. Joses Appelfeld, Ossiziant, Wien, Station. V>ofcf Schuster, Kupferschmied, Floridsdorf. Jedlefce, Werkstätte. Ludwig Chlumetzky, Lokomotivführer, Wien, Heizhaus. Franz Tschellot, Weichenwächter, Floridsdorf-Jedlcsee, Station. II. Ersatzmänner: Georg Vollmost, Zinnnermmut, Wie», B. E. Josef John, Kondukteur, Wien, Station. Rudolf Sturm, Schlosser, Floridsdors-Jedlesee, Werkstätte. Franz Mezera, Säilosser, Wien, Heizhaus. Josef Donner, Oberverschieber, Floridsdors-Jedlesee, Station. Jedes Mitglied des Nordweslbahn » Unterslützungssonds muß einen unausgesüllten Stimmzettel erhalten und hat sämtliche oben angeführten Kandidaten auf den Stimmzettel zu schreibe». Zur Erleichterung der Durchführung der Wahl haben wir Klebezettel drucken lassen, ivelche von den Vertrauensmännern der Organisation zeitgerecht zur Verteilung gelangen werden. Jeder Bedienstete, welcher seitens seiner Vorgesetzten in ungesetzlicher Weise deshalb, weil er frei wählen will, beeinflußt wird, die von anderer Seite ausgestellten Kandidaten zu wählen, oder wenn ihm gedroht wird, wenn er frei wählt, soll sofort, ohne sich in eine lange Debatte mit einem solchen Vorgesetzten einzulassen, die Ausnahme eines Protokolls verlangen. Dieses Protokoll ist nur dann zu unterschreiben, wenn es wahrheitsgemäß abgefaßt ist. lieber jede Wahlbeeinflussung, respektive Wahlschwindel wolle man sofort unter Angabe von Zeugen :c. an die Redaktion des „Eisenbahner", Wien, V. Zentagasse 5, Berichten. EisenBahner, Mitglieder des NordwestBahn-Unterstützungs-fonds I Kollegen und Genossen! Wählt nur die oBett angeführten Kandidaten, um jede Stimmenzersplitterung zu vermeiden. Die oBen angeführten Kandidaten sind erproBte Männer, die jederzeit, soweit ihre Macht reicht, für die Rechte der Mitglieder des Unterstützungsfonds cintrcten werden. Die Exekutive der organisierten Eisen Bah net Oesterreichs. An alle Bahnrichter und Vorarbeiter der k. f. Staatsbahnen nnd der Privatbahnen. Achtung! Achtung! Einladung zu der am Samstag den 12. August 1911 gleich nach ArBeits-schluß in BrunnBaners Weinhalle, Wien, IX. AlserBachstraße 41, nächst der StadtBahnftation BrigittaBrücke stattfindenden Versammlung der Bahnrichter und VorarBeiter der k. k. Staatsbahnen und der Privatbahnen. Tagesordnung: Die Lage der Bahnrichter und Vorarbeiter der f. k. Staatsbahnen und der Privatbahnen und Stellungnahme hierqu. RcichSratSnbgeüfbncter Genosse Tomschik sowie andere RcichSratsaBgcorbncte werden zu dieser Versammlung erscheinen. Werte Genossen und Kollegen! Unsere traurige Lage zwingt uns neuerlich gegen die elenden drückenden Verhältnisse zu protestieren und uns schlüssig zu werden, welche Schritte wir sofort $u unternehmen gedenken, um Bessere l'cBeniucrhültnisfe zu erreichen. Erscheint daher bis zum letzten Mann zu dieser wichtigen Versammlung. Auch die Kollegen von auswärts sollen nach Möglichkeit trachten, zu der Versammlung zu erscheinen. Die Ein berufe r. In die herrliche Mährische Schweiz — nach Brünn-Adamstal-Blansko — veranstaltet der Bildungs« ausschuß vom 13. bis 15. August d. I. eine Reise mit S o n d e r z u g der Nordbahn. Abfahrt Sonntag beit 13. August um 7 Uhr früh nach Brünn. Besichtigung von Brünn. Am Abend Fest int Arbeiterheim. Montag den 14. und Dienstag den 15. (Feiertag) Wanderung durch die wildromantische Mährische Schweiz und Besichtigung der neuersorschten Tropfsteinhöhlen. Dienstag abends Rückfahrt nach Wien. Führung: Ortsgruppe Brünn der Naturfreunde. Fahrkarte (gültig zur Hin-, und Rückfahrt) 8 Kr. Genaueres Programm in allen Arbeiter-kotifumvereiuen oder vom Reiselomitee der jugendlichen Arbeiter, Wien V/1, Wienstraße 89 A. Offene Anfragen. An die f. k. Direktion für die Linien dev Staatseisenbahngesellschaft in Wien. Die Bediensteten der Station Zttaint erlauben sich an die k. k. Direktion die 'Anfrage zu stellen, wann diese gesonnen sein wird, die Prüfungen von dem vorgemerklen Personal abzunehmett. Wir glauben nicht, daß eine k. k. Direktion durch diesen Vorgang die definitive Anstellung hinausschieben will, sondern cs dürfte nur ein Willkürakt einzelner Herren sein. Das Personal ersucht, dringend um Abhilfe. _____________ Offene Anfrage. Die Verladescheinschreiber der Haupt- und Nebenlinie der k. f. privilegierten Südbahngefellschaft erlauben sich an die löv« liche Berkehrsdirektion die Anfrage zu stellen, bis wann die genannte Direktion geneigt wäre, ihr am 17. OktoBer 1907 gc* gebeneS Versprechen betreffs Stabilisierung einzulüfen? Welche? außer den Vcrladcfcheinfchreibern bei den übrigen Kategorien schon teilweise eingelvst wurde, da dieselben größtenteils den T. k. Staatsbahnen gleichgestellt wurden. Die der Erledigung entgegensehenden Verladcschcinschreiber. An die k. k. Staatsbahndirektion in Wien. In der PersonalkommissionSsitzung vom 16. Marz 1010 unter Punkt II, Initiativanträge, Zweiter Antrag des Mitgliedes Sommerfeld, wurde den UeberfetzungLwächtern des k. f. Bahn-betriebSamtes Penzing betreffs Regelung des ReservediensteS vom Vorsitzenden der Personalkominission die Zusage gegeben, daß die Regelung des ReservediensteS täglich aus 13 Stunden in Aussicht genommen wird. Da die genannten Wächter aber noch immer 13'/- Stunden Dienst machen müssen und am nächsten Tag den sehr strengen Hauptdienst zu versehen haben, stellen die betroffenen Wächter an die löbliche l I. StaatSbahn-direktion die höfliche Anfrage, wann dieselben dieser Regelung von 137t aus 13 Stunden, und zwar von 7 Uhr früh bis 8 Uhr abends teilhaftig werden. Die Betroffenen. An die Direktion der k. ?. Oesterroichischen Nordwestbahn. Die im Taglohn stehenden Bediensteten, welche bei der Uebemahme übergangen wurden, haben vor längerer Zeit ein Gesuch um Aufnahme als Aushilfsverschieber, Magazinsdiener, Lampisten und dergleichen eingebracht, doch bis jetzt ist keine Antwort erfolgt. Die Gesuchsteller bitten eine k. f. Direktion um eine baldige gütige Erledigung. Ebenso ersuchen jene ^eute, die vor einem halben Jahre Schwellen bestellt und bereits bezahlt haben, um deren endliche Ausfolgung. An die k. k. Staatsbahndirektion in Prag! Die Bediensteten der Stationen Teplitz-Waldthor, Eichwald und Moldau haben ein Gesuch um Fahrpreisermäßigung aus der elektrischen Kleinbahn Teplitz-Eichwald eingebracht. Da bis heute keine Antwort erfolgte, fo erlauben sich die Bittsteller nochmals um eine baldige Erledigung zu ersuchen. An die f. k. Staatsbahndirektion Innsbruck. Die Vorheizer der k. k. Heizhausleitung BischofShofen sprachen am 22. Mai 1911 in Angelegenheit der Erlangung des ISstündigen Dienstes mit LLftündiger Ruhezeit bei der t. k. Staatsbahndirektion Innsbruck vor und wurde ihnen die Erfüllung ihrer gerechten Bitte seitens des Herrn Oberinspektors S ch i 11 i bestimmt zugesagt. Da diese Zusage jedoch bis heute nicht durchgesührt wurde, erlauben sich die Vorheizer obigen Heizhauses eine löbliche k. k. StaatSbahndirektion zu fragen, wie lange sie auf die Erfüllung derselben noch warten sollen und wer an der bisherigen Nichterfüllung die Schuld trügt. Gleichzeitig bitten dieselben um eheste Durchführung der gemachten Zusage. An die Direktion der k. k. Böhmischen Nordbahn. Den Arbeitern der Sektion Kreibitz-Teichstatt wurden im Mvyat März l. I. die Photographien znr Ausstellung von Legi-timations- und Identitätskarten abverlangt. Das Geld für diese Karten, teilweise 2 Kr. und teilweise 50 H., mußte sofort erlegt werden. Da bis heute von diesen Karten nichts zu hören war, ersuchen die Arbeiter aus diesem Wege eine löbliche Direktion, die Legitimations- und Identitätskarten ehetnnlichst auszusvlgen. • , . ,, . , , . : Die Betroffenen. Freie Eisenbahnerversammlungen. .. v , Prerrnr. Sonntag den 6. August um 2'/.Uhr nachmittags fmdet im Beremslokal „Hotel Austria" eine Wagenschreiberoer-sammlung der JE. k. Nordbahn statt. Tagesordnung: Die Lage der Wagcnschreider und die Unterbeamtenernennung. Referent aus Wien. , Suttti im Wald. Sonntag den 6. August, 9 Uhr abends rvird im Lokal „Zum goldenen Stern" eine öffentliche Versammlung mit nachfolgendem Programm abgehalten. 1. Die Bahnbediensteten und das Parlament. 2. Berichterstattung aus der Delegiertenversammlung der Organisation. Referenten aus Pra g und Pilsen. Genossen beteiligt euch zahlreich an dieser Versammlung. Allgemeiner Rechtsschutz- und Gewerlrschastsverein für Oesterreich. Zahlstelle Deutsch-Wagram. SamStag den fi. August um 7 Uhr abends findet in Herrn Jakob Eders Gasthaus die Generalversammlung statt. Mitglieder, erscheint recht zahlreich. Ortsgruppe Obernitz. Die Monatsversammlung findet am 3. August im Vereinslokal statt. Als Kassier fungiert Genosse Bohumil Blaha, Magazinsdiener in Böhmisch-Zlatnik Nr. 46, an den auch die Mitgliedsbücher behufs Revision abzugeben sind. Ortsgruppe Vordernberg. Die Monatsversammlungen finden jeden ersten Samstag im Monat statt. Die Mitglieder werden aufzesordert, die VereinSabende jederzeit zahlreich zu besuchen. Jene Mitglieder, die sich mit den MouatSbeiträgen rm Rückstand befinden, werden anfgesordert, ehestens nachzuzahlen, da sonst nach den Statuten vorgegangen wird. Ortsgruppe OlmUtz. Es wird sämtlichen Mitgliedern zur Kenntnis gebracht, daß laut Beschluß der Vereinsversamm» litng vom 15. d. M. die Diskussionsabende nicht mehr Dienstag, sondern jeden Samstag, 7 Uhr abends, im Vereinslokal stattfinden. Es werden dortselbst die Beiträge entgegengenommen und Bücher ausgegeben. Die Genossen werden aufgefordert, diese Diskussionsabende zahlreich zu besuchen. Ortsgruppe Turnau. Am 6. August um 8 Uhr abends Mitgliederversammlung im Vercinslokal in Chrazeniö. Die Liebenauer Genossen werden auf diese Versammlung besonders aufmerksam gemacht. Ferner werden die Genossen ersucht, die Mitgliedsbücher und JnterimSkarten behufs Re- vistsn an den Kassier Genossen H a v l i e e k abzugeben. Zahlstelle Teplitz. Sonntag den 6. August, 8 Uhr abends, findet im Restaurant Spaten, Teplitz. Wühlstraße, die Monats. Versammlung statt. Zahlreiches Erscheinen ist Pflicht, da Ge-nosse Schiller von Aussig den Bericht von der Wiener Generalversammlung erstatten wird. Auch werden die rück-ständigen Mitglieder aufmerksam gemacht, ihren Pflichten riachzukommen, da sie sonst den Anspruch auf ihre Rechte verlieren. Ortsgruppe Zeltweg. Die Generalversammlung wird am 6. August um 8 Uhr abends in Herrn Richters Gasthaus abgehalten. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen ist Pflicht. Gäste herzlichst willkommen. 1 Ortsgruppe Brüx. Den Mitgliedern der Ortsgruppe Brüx mene zur gefälligen Kenntnisnahme, daß die Monatsversamm» wng für den Monat August anläßlich deS MariafchneefesteS nicht am 6., sondern am 13. August l. I. im Restaurant „Suck", abends 8 Uhr, stattfindet. Vollzähliges Erscheinen der Mitglieder ist notwendig. — Gleichzeitig bringen wir allen Mit» 8ltcdem zur Kenntnis, daß am 80. Juli im Parteilokal ^Gartenrestaurant „Sut") ein Gartenfest der organisierten Arbeiterschaft stattfindet. Pflicht aller Genossen ist cs, sich mit Familie daran zu beteiligen. Ortsgruppe St. Valentin. Am 6. August 3 Uhr nachmittags, findet in Frau Hubers Gasthaus eine Versammlung statt. Wegen Wichtigkeit der Tagesordnung vollzähliges Erscheinen notwendig. Referent aus Wien. . Zahlstelle Lichten«». Die Mitglieder werden freundlichst aufgefordert, die Versammlungen besser wie bisher zu besuchen. Jene Genossen, welche Bücher aus der Bibliothek entliehen haben, wollen diese sofort zurückgeben, da eine Revision der Bibliothek stattfindet. Zahlstelle Parfchnitz. Am 6. August 1011 - um 2 Uhr nachmittags findet int Gasthaus des Herrn Heinrich Lebeda in Goldenöls eine Vereinsversammlung statt, zu welcher die Genoffen und Kollegen eingeladen werden. Referent Genosse Tauber aus Trautenau. Zahlreiches Erscheinen erwünscht. Ortsgruppe Triest IL Am 8. August um 8 Uhr abends findet im Arbeiterheim die Generalversammlung statt. Die Mitglieder werden ersucht, zahlreich zu erscheinen. Ortsgruppe Budweis. Die nächste Monatsversammlung findet am 6. August um 9 Uhr vormittags im Vereinslokal statt. Ortsgruppe We'chkirchlitz. Es diene den Genossen zur Kenntnis, daß wegen des Verbandssängerfestes die MonatS-versamlnng Samstag den 5. August, 8 Uhr abends, im Ver-einsloml abgehalten wird. Es ist Pflicht aller dienstfreien Genossen, zu dieser Versammlung bestimmt und pünktlich zu erscheinen. Ortsgruppe Brünn II. Am 8. August um %8 Uhr abends findet im Gasthaus „zum Rehbock" in Kumrowitz eine ordentliche Mitgliederversammlung mit folgender Tagesordnung statt: „Bericht von der Wiener Delegiertenkonferenz". Referate deutsch und böhmisch. Die Genossen werden ersucht, in dieser Versammlung pünktlich und bestimmt zu erscheinen. Die in letzter Zeit.eingerifsene Interesselosigkeit der Mitglieder an den Versammlungen muß aufhören, wenn die Verhältnisse in der Station Brünn gesunden sollen. Also bestimmtes Erscheinen ist Pflicht! Ortsgruppe Steyr. Die Ortsgruppe Steyr veranstaltet am Sonntag den 13. Angust 1911 um 12 Uhr mittags in Herrn Franks Gasthaus in Losenstein eine freie Eisenbahner-Versammlung. Referent aus Wien. Inhalt der Nrrnmler 21 vom 20. Juli 1911» Artikel: Der Deutsche Nationalvcrband. Die Erziehung für die Eisenbahn. Fluktuation. Der Rationalismus dient dem Kapitalismus. Unsere Delegiertenkonferenz. Die 21. ordentliche Generalversammlung der berufsgenofsenschastlichen Unsallver-ficherungsanslalt der österreichischen Eisenbahnen. Eine Lohnbewegung der Innsbrucker Lokalbahnbedienstete». Feuilleton: Das Eisenbahnunglück. Auffi ins Heu. Inland: Parlamentsanfang. Die Gemeindeämter arrangieren eine öffentliche Bettelei für die Deutschgelben. Die Ausgestaltung der Wiener Stadtbahn. Die Betriebseinnahmen der Bnschtiehrader Bahn. Aus laud: Die Internationale der Unternehmer. Äaffen-aussperruugen in Skandinavien. Die Wiedereinstelluna der Eisenbahner in Frankreich. Eine furchtbare Eisenbahnkatastrophe in Amerika. Ein großes Eisenbahnunglück in Deutschland. Aus dem GerichtSsaal: Ein ernster Unfall in Kolin. Ingenieur Jung wegen verleumderischer Ehrabschneiderei verurteilt. Streiflichter: Personalausbeutung bei der Bufchtie-hrader Eisenbahn. Intelligenzattest eines Bahnarztes. Bon der Südbahn. Elektrizitätswerk Heiligenstadt. Ein gräflicher Sports» mann über die Gefahren der Uebermüdung von Fahrzcuglenkcru. Aus den Amtsblättern: Vorrückungssristen für Diener. Korrespondenzen: Graz. Ober-Gerspitz. Steinbrück. Komotan. Villach. Oeblarn. Reumarkt-Kallham. Eben. Brünn. Ebensee. St. Pölten. Bruck an der Mur. Hullein. Bielitz. Eisenerz. V e r s a in ui l u n g S b e r i ch t e: Wien. Penzing. Ans den Organisationen: Unter-8ischka. Kufstein. Altpaka. Laibach. Bielitz. WilfleinSdorf. Daßnitz. Verschiedenes: AuS der Predigt des niederbayrischen Pfarrers Balthasar Zoglhuber. F a ch t e ch n i s ch e s : Die neue Schwebebahn zum Montblanc. Patentbericht. Literatur: Eine Gedenkschrift an die Reichsratswahlen. Mitteilungen der Zentrale: Verwaltungs- komiteesitzung. Äekanntmachnng derAdnrinistration: Aviso an alle unsere Obmänner, Kassiere und Kolporteure! S p r e ch s a a l: Maschinisten, Pumpen- und Kesselwärter aller Bahnen! Signalmeister in Mähren! Bahnrichter der Südbahn, Achtung! An die organisierten Eisenbahner in Tirol! Offene Anfragen: An die k. k. Nordbahndirektion. An die k. k. StaatSbahndirektion in Pilsen. An die General-direktion der Bnschtiehrader Eisenbahn. An die Verkehrsdirektion der Südbahn. An die Direktion der Staatseisenbahnoesellschast. An die k. k. StaatSbahndirektion Wien. AllgemeinerRechtSschntz-undGewerkschastS-vereinfür Oesterreich: Josefstadt - JaronE. Kaaden-Brunnersdorf. Neudek. Wickwitz. Hannsdorf. Stillsried. Saaz. Michelob. Briefkasten der Redaktion. P. 9t. Die Gründung von Klubs ist keiner Bediensteten-kategorie zu empfehlen. Eine wirksame Vertretung von Bediensteteninteressen ist nur in der allgemeinen Organisation gewährleistet,' die durch ihre Einrichtungen (Aktionskomitees einzelner Kategorien, Konferenzen u. f. w.) auch speziellen Bedürfnissen Rechnung trägt. — I. M. Wächter. Die Adresse ist: Josef Sommer-seid, Blocksignaldiener, Wien XIII, Gnrkgasse 6. — M. G. Die Berpslichtung zum Beziehen der Naturalwohnung besteht. — G. 42. Anonyme Anfragen beantworten wir prinzipiell nicht. — B. Hallet«. StativnSmeisteranmärter. Diese Posten werden zumeist mit Militärzertifikatisten besetzt. In den einzelnen Orten verschiedener Taglohn. ~ Wicsa-Oberlentenödorf. Betreffs des Loses werden wir nachschlagen und in der nächsten Nummer antworten. — Knfstcin. Die Adresse de? Notars konnten wir nicht ermitteln. Zn der Liste der Notare Wiens und Nieder-Österreichs ist der Name nicht enthalten. Eine Anzahl von Einsendungen konnte wegen Naummangcl nicht untergebracht werden. FOr don Inhalt dar Inserate Übernimmt die Redaktion und Administration keine wie Immer nonrteto Ver* o o Entwertung. o Für den Inhalt der ln-«orate übernimmt dlo Redaktion und Administration keine wie Immer geartete Ver-o » antwortuni). 0 o Achtung! Eisenbahner! 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