^- 6tt" Donnerstag den 26. Nuli 1833 V r e u fi e n. "Berlin, den 3. Juli. Die Gesetzsammlung enthält nunmehr die vorläufige Verordnung wegen des Iudenwcsens im Großherzogthume Posen vom ». Juni ^653. Der FestungSbau in Posen wird auf das Eif« »igste betrieben und die Stadt bald eine Festung ersten Ranges seyn. (B. v. T.) Mieverlanvc. Rotterdam, L. Juli. Heute sind II. EE. die HH. Baron Versiolk van Soelcn und Hr. De» del nebst ihrem Gefolge mit des Königs Dampf. I)acht von hier nach Helooelsluis abgegangen, um von dort an Bord des Dampfschiffes Curasao die Reise nach London fortzusetzen. Haag, 9. Juli. Man versichert, daß die Instructionen unserer Bevollmächtigten in London sich hauptsächlich auf das Tonuengcld auf der Scheide und das DurchgangSrecht durch Limburg beziehen. — Se. Majestät soll verschiedene Bestim« mungen für die Vollendung des großen (ZanalS von Nordholland getroffen haben. — Der ncuge. borne Sohn Sr. königl. Hoheit des Prinzen Frie. trich wird in der heiligen Taufe die Namen Wil« Helm Friedrich Nicolauö 6arl erhalten. Frankreich. PariS, den 12. Juli. Nach der Gazette ist die Herzoginn von Berry am 2. Juli zu Palermo angekommen. — Eine königl. Ordonnanz vom g. Juli erklärt, daß die von der griechischen Regierung contrahirte Anleihe von 60 Millionen Franken von Frankreich bis zur Ooncurrenz von 20 Millionen Oaranlirt werde. — Sä heißt, daß der General Bonnet die Sendung nach Algier, welche der Gc« nera! Guillcmmot ausschlug, angenommen hat. Der Moniteur enthält folgende königliche Ordonnanz: „Ludwig P h i l i p p, König der Franzosen. Nach Einsicht des am 21. Juni ,L33 an unsern Minister Staatssecretair der auswärti« gen Angelegenheiten im Namen des Königs von Griechenland durch den Fürsten Sutzo, seinen be« vollmächtigtci, Minister in Paris, gerichteten Gesuchs, die Garanticactc Frankreichs für das Dritt« theil der Anleihe von 60 Millionen Franken zu er« haften, welche die griechische Regierung in Folge der am 7. M^i 1602 zwischen Frankreich, Eng, land und Rußland einer- und Sr. Majestät dem Könige von Baiern andererseits unterzeichneten (Zonvcntion eingegangen zu haben erklärt; in Bc< tracht des Gcsctzcö vom 14. Juni iü53, das die Ermächtigung zu Ertheilung dieser Garantie gibt; > auf den Bericht unseres Ministers Etaatsfecrctairs der Finanzen haben wir befohlen und befehlen: Art. T) Die von der griechischen Regierung con« trahirte Anleihe von 60 Millionen, ist von Frank, reich bis zum Betrag oon 2« Millionen, die das Dritt< heil der besagten Anleihe und die Portion ausma« chen, für welche der Staatsschatz grgcn die Inha» ber oder Eigenthümer in Ermangelung der Bezah« lung von Seite ser griechischen Regierung verpflichtet seyn soll, garantirt. 2) Hr. v. Boubcrs, Maitre des Requites, Gencralsccretair des Finanzmnnste« riums, ist zum Spezialcommissair ernannt, um die im ersten Artikel über die Obligationen der griechischen, die Summe von 20 Millionen Frs. vorstellenden Anleihe ausgedrückte Garantie zu re'c« tisici'scn. 3) Unscrc Minister Staatt'sccretaire der auswärtigen Angelegenheiten und der Finanzen sind jeder in dem, was ihn betrifft, mit Vollziehung gegenwärtiger Oltonnanz beauftragt. Paris, »9. 2^0 Juli i353. (Unterz.) Ludwig Philipp. — Durch den König: Der Minister Staatssecretair der Finanzen, H uman n." (TcmpS.) Die neuesten Briefe aus Algier geben die nahe Besetzung von Blioa l»urch unsere >Hru.ppen als gewiß an. Die Arbeiten der Straße in'diefA Richtung werden mit Thätigkeit fortgesetzt. Es slnd i6ao Mann dabei beschäftigt. MZ. Z.7 Spanien. Madrid, den 20. Juni. Am i3. isi hier ein sehr wichtiges Dccret erlasten warden, welches den Zweck hat, die Einnahmen und Ausgaben zu bi< lanciren, und die Ersparungen allgemeiner zu ma-> chen, die der König beabsichtigt, damit endlich die Deficits, denen man durch cinc neue Anleihe ab« luhelfcn sucht, aufhören. Dieses Decret, welches an den Präsidenten des Ministcrraths Hrn. Zca gerichtet ist, enthält eilf H.mptartikcl, wodurch eine Ersparniß von 12 Millionen jährlich gemacht tverden soll. Der König hat die Truppen am 20. in ver. schlosscnem Wagen inspicirt. 2er (Zeremonie in der Kirche selbst wohnte das ganze diplomatische ceira folgt dem Feinde und rückt in Alentejo ein. Die Regierung bleibt in Faro, und organism die Bataillone Freiwilliger, Milizen!c. Unsere Kavallerie ist bereits beritten. Wir fanden vortreffliche Artillcrictrains und die mit ungefähr 6noo Pfund Sterling gefüllte Militairkasse, welche der Gouver« neur in der Hast der Flucht zurückließ. Die Eg. cadre segelt morgen ab, um den Tajo zu blocki« rcn, in Verein agirend mit dem Herzog von Ter« ceira. Sie ist verstärkt durch die hier gefundenen Schiffe. ' (Allg. Z.) Der Eou'rrier ron London enthält über die Expedition nach Algarbien folgende Nachrichten: «Die Depeschen des Marquis de Palmella und ces Kapitän Napier sind vom 3a. Juni außerhalb La° gos datirt. Sie meldeten, daß die Expedition an« sanglich am 24. Juni zu Villa »Real hätte landen sollen, allein sie wurde durch die aus 12 bis ,400 Mann bestehende Garnison darau verhindert. Dem ungeachtet lieh Eapitän Napier beim ersten Anscheine des Widerstandes alle seine Schiffe in Schlachtlime gegen die Batterien des Platzes aufstellen, und nach einer kurzen Kanonade schien die Garnison in ihren Meinungen uneins geworden zu seyn, denn ein Theil der Truppen verließ die Stadt, und der andere erklärte siä) für Donna Maria. Dem ungeachtet kam jener Theil der Truppen, welcher die Stadt verlassen hatte, wieder zurück, und vereinigte sich mit den Truppen der Königinn, wo» durch die Zahl der Soldaten, die sich für sie er< klärten, auf 600 anwuchs. Nachdem der Graf von Villaflor die nothwendigen Maßregeln ergrissen, hatte, um sich des Besitzes der Stadt zu versiche^ und dort eine hinreichende Anzahl Truppe,, zurück, gelassen halte, bildete er aus seinen übrigen (Zorps zwei Divisionen, und schickte eine derselben nach dem Norden zur Verfolgung des Miguclistengou-verneurs, Grafen Molcllas, auf der Seite von Bcja in Alentcjo, welche Provinz sich zu Gunsten der Königinn nachdrücklich erklärt haben soll. Die Einwohner von Villa-Real und dessen Um< gcbung lieferten ihnen freiwillig 490 Pferde. Die andere, vom Marquis de Palmella angefübste Division marschirte gegen Westen, und kam über Tavira und Faro zu Lagos an. Zu Tavira und Faro vereinigten sich mit ihr die Garnisonen dieser beiden Plätze, und die Einwohner empfingen sie mit Enthusiasmus. Von allen Städten und den ansehnlichsten Dörfern, durch welche die Division zag, erhielt sie Adressen und Deputationen, und die constitutionclle Fahne der Königinn wehlc i>n ganzen Königreiche Algarbicn. Man fand zuVilla« Real 5o Kanonen, und bei 5000 Pf. St. an Gelo. Der Eapitän Napier ging mit seiner Escadre von Lagos nach dem Tajo unter Segel. (B. v. T.) Großbritannien. Am Jahrestage der Schlacht bei Belle-Alliance wurde zu Ehatam der Waterloo, ein Kriegsschiff von 120 Kanonen, vom Stapel gelassen, das in der Länge auf dem Unterdecks 2o5 Fuß, in scincv größten Breite 54, und in der Backbordghöhe 64 Fuß mißt. Es führt 2693 Tonnen Lasi. und im Unterdeck? 5o Zweiunddrcihigpfünder und 2 acht, undsechzigpfüncige Earronaden, im Mitteldecke 54 Zweiundoreihigpfünder und edel, so viele im Oder« 2.'; 2 decke; ferner in der Schanze 2 Achtzehnpfünder und 14 zwciundtreißigpfündigc (Zarronadcn; und end. lich im Vorder Kastell 2 AHtzchnpfünder und 2 zwciunddrcißigpfündige Earronaden. Dcr Waterloo ist nach den neuesten verbcsserten Erfindungen in der Schissbaukunst und nach dem Plane des Sir R. Seppings mit rundem Spiegel gebaut. Man halt ihn für i?as vollkommenste Schiff diescr Größe, das die englische Marine gcaenwärtig besitzt. (Wien. Z.) Ein Korrespondent zu Portsmouth bcnachrich« tigt uns, daß die Fregatte Bclvidera von 42 Kanonen stündlich aus London erwartet wird, und er glaubt, daß auch noch zwei andere Kriegsschiffe Befehl haben, sogleich nach Oporlo unter Segel zu gehen. Die Belvidcra soll am 9. oder 10. ab« gehen. Man vermuthet, es soll eine starke Macht entwickelt werden, wegen der Weigerung Don Mi« guels, die brittischen Unterthanen gehörigen Weine direct vom Douro nach England verschiffen zu las» sen; er soll nämlich darauf bestanden haben, sie zu Lande nach Aveiro blingen und dort einschiffen zu lassen. N u ß l a n V. Aus Odessa reichen die Nachrichten bis zum 22. Juni. Das Kriegs «Transportschiff Längeren brachte wegen der bevorstehenden Rückkehr dcr rus» fischen Flotte und Armee aus der Türkei die erste Abtheilung der Kranken derselben mit. Die Pa« tienten leiden größtenthcilK an chronischen Uebeln, ohne eine Spur dcr Pest, und wurden in dcr Qua» rantaine untergebracht, wo ein Hospital für 600 Mann eingerichtet ist, und wo auch die übrigen noch erwarteten Kranken untergebracht werden sollen. (W. Z.) Gsmannisches Neich. Konsian tinopel, 26. Juni. Es stand uns wieder eine politische Katastrophe bevor, die durch das Vertrauen, welches der Divan jetzt den russischen Repräsentanten zeigt, abgewendet ward. Die englische Escadre unter dem Admiral Malcolm war vor den Dardanellen angekommen, und wollte in das Marmora Meer einlaufen. Der mit dem Oberbefehl der Schlosser der Dardanellen beauf« lragte Pascha machte dagegen Einsprache, und schickte sich an, mit Gewalt das Einlaufen in die Meerenge zu verhindern.- Er machte zugleich hie« her die nöthige Anzeige und erhielt zur Antwort, die Einfahrt nicht zu gestatten, und jedes willkürliche Verfahren streng zurückzuweisen. Der Pascha gab von seinen Instructioncn dem Admiral Malcolm Kenntniß, der gleichzeitig von Lord Pensonby über die Lage der Dinge unterrichtet und aufgefordert worden war, mit großer Borsicht zu Werke zu gehen. Nun stand Malcolm von seinem Ansin« nen ab und gmg hart unter den Schlössern vor Anker. Er dürfte da nur so lange verweilen, bis, die ^russische Land- und Seemacht abgegangen ist. Man weiß bereits, daß Ibrahim's Avantgarde den Taurus am »7.0. passirt hat, und glaubt, daß die ganze ägyptische Armee bis zum 2g. oder 5o. den völligen Rückzug vollbracht haben wird, worauf auch die russischen Truppen sich zurückziehen werden, was in der ersten Hälfte des künftigen Monats geschehen dürfte. — Auf den Werften werden zwei neue Linienschiffe gcbciut, die nächstens vom Stapel laufen werden. Admiral Hugon »st mit scinem Gcjchwadcr bci Smyrna stationirt, wohin später wahrscheinlich auch Admiral Malcolm sich begaben wird, dessen Flotte in zwei Linienschiffen, 4 Fregatten, ü Briggs und mehreren Kuttern bestehen soll. (Allg. Z.) skriechenlanv. Die Nummern ilo und m der Minerva eines zu Nauplia erscheinenden Journals in grie« chischer Sprache, erhalten eine Liste der Besoloun» gen sämmtlicher griechischer Staatsbeamten. So bezieht der Staatskanzler einen jährlichen Gc» hall von 12,aoo Drachmen ; cin Nom arch,Gouverneur eines Departements, 6ano; cin Staats» rath 4200; Bczirksvorsteher 36oo u. s. w. Gc« dachte Blätter enthalten auch eine gri-^e Anzahl Individuen, die zu Magistratspcrscnen in den verschiedenen Städten Griechenlands ernannt worden sind. . (O. ^.) Tunis. Man schreibt aus Tunis unterm 10. Juni, daß der Bei gesonnen ist, die Regentschaft aut einen sehr achtbaren Fuß zu organisiren. Er wlll seine Armee auf zwei Divisionen, jede von 18,000 Mann bringen, und zwei Regimenter Lanciers errichten, welche in einem Jahre 1600 Mann zählen sollen. Es wird jetzt zu Tunis eine prächtige Ka» ' serne gebaut. Auhcr den Bclagerungs« und Post« tionsstücken besitzt dcr Bei auch 2ü metallene, mit schonen Maulthicrcn bespannte Feldstücke. Ein französischer Artillerie «Offizier hat den Auftrag, 5 Feldbatterien und 6 Compagnien Artilleristen zu errichten. Die französischen Exerziermeister werden sehr gesucht, und Geschenke an sie^nicht gespart. Nach einem Schreiben aus Siracusa vom 23. Juni ist in Tunis cine Empörung ausgcbro» chcn, in welcher eer Bci abgesetzt, nach Andern von seinem Neffen, dcr ihm nach der Macht strebte, ermordet worden ist. (B. v. T-) Revacteur: F5, 5av. Mein rich. Verleger: Pgnaz As. Vvler v. Kleinmaz.'r.