XXIV Programm des k. k. Staats-Gymnasiums zu Klagenfurt. Herausgegeben von dem Director L. Schmued. Am Schlusse des Studienjahres 1874. Im Selbstverlage des Gymnasmms. -- JIlagenfurt. Druck von J. & F. Leon. Die zusammengesetzten Nomina in den Homerischen und Hesiodischen Gedichten. Yon Dr. Friedrich Stolz. aid mb ai i i!- >* . H . iiH»I \\ Ul . r-ll i ii -{ii I« iio7 , : i -,H ii iii... r»l 'iti V orbemerkung weit dem Erscheinen von Ferdinand Justi’s ausserst anre- gendem Werke „Ueber die Zusammensetzung der Nomina in d en indogermani schen Sprachen“ hat sich auf diesem friiher nur wenig bearbeiteten Gebiete ein reger Forschungseifer gezeigt, der im Verlaufe der letzten vierzehn Jahre eine hiibsche Anzahl von Broschiiren und Aufsatzen tiber diesen Theil der Grammatik zu Tage gefordert hat. Die meisten dieser Arbeiten beziehen sich auf die Nominalzusammensetzung der griechischen Sprache, und hier wieder weitaus die Mehrzahl auf die Zusammensetzung der Nomina in den homerischen Gedichten. Wie die homerischen Gedichte iiberhaupt eine ausserst reiche Fundgrube far Fragen sprachgescliichtlichen und etymologischen In- lialtes darbieten, so auch fur diesen Theil der Grammatik. Man muss daher nur anerkennen, dass von den meisten Forschern in richtiger Einsicht gerade auf die homerischen Gedichte das Hauptgewicht gelegt worden ist. Sie sind als die altesten Denkmaler griechischer Literatur deshalb in den unser Gebiet betreffenden Fragen von um so grosserer Bedeutung, als eine weitergreifende Anwendung zusammengesetzter Nomina fast ausschliesslich in der Dichtersprache heimisch ist; ande- rerseits sind gerade die homerischen Gedichte, wenigstens fur die Epik der folgenden Zeiten, das stehende Vorbild gevvorden. Wir sehen spatere Dichter in Versmass und Sprache die Bahnen schreiten, 1 * 4 welche ihnen durcli jene altehrwurdigen Gedichte vorgeschrieben waren. Was besonders unsere Prage anlangt, so geniigt ein flfichtiger Blick auf die aus Hesiod’s Gedichten uud aus den homerischen Hymnen gesamraelten Composita, um zu zeigen, wie wahr unsere oben ausgesprochene Anschauung ist; wir stossen auf ausserst wenig neue Bildungen, die Vorbilder fast sammtlicher Composita sind bereits in jenen alteren Epen gegeben. Dass diese Erscheinung dem traditionellen Charakter des griechisclien Epos vollkommen entspricht, braucht wol nicht erst hervorgehoben zu werden. Dagegeii diirfen wir mit Fug und Recht vermuten, dass das Ansclimiegen an bereits vorhandene Vorbilder spatere Dicbter auch auf falsche Bahnen gelenkt haben mag, dass, wie auch sonst in der Entwickelung der Sprache, so auch hier falsche Analogie sich Bahn gebrochen bat. Diese Vermutung wird durch zahlreicbe Beispiele aus spateren Dichtern, die man bei West- phal u. A. nachlesen mag, bestatigt; sie berechtigt uns aber, wie ich meine, schon von vorne lierein zu einer weiteren Vermutung auch bezuglich der Zusammensetzungen in unseren Gedichten. Wir diirfen namlich, gestiitzt auf die eben angefiihrte Thatsache, ein Gleiches fiir manche, sonst schwer zu begreifende Bildung in un¬ seren Gedichten mit Sicherheit annehmen, wofiir ich im Laufe dieser Abhandlung die Belege bringen werde. Doch, um dem Gange der Abhandlung nicht vorzugreifen, mag hier nur noch bemerkt werden, dass es dem Verfasser derselben hauptsachlich deswegen passend schien, einen erneuten Versuch zu wagen, um das jetzt vielfach zerstreute zu sammeln und zu sichten. Es ist an und fiir sich klar, dass auf eine allseitige, erschopfende Darlegung der einzelnen Ansichten schon um des Zweckes dieser Arbeit Willen verzichtet werden muss; doch ist dies, auch abgesehen davon, unnotig, da die einzelnen Herren mit hochst anerkennenswertem Eifer die streitigen Punkte beleuchtet haben, wodurch jedenfalls eine umfassende und eingehende Darlegung der einzelnen in diesem Gebiete wichtigen Fragen erreicht wurde. Die gesammte hielier gehtirige Literatur ist von Gustav Mayer in Curt. Stud. V, p. 3 ff aufgezahlt; hochstens kann noch auf A. H e in, Qua ratione composita Homericae linguae epitheta conformata sint (Programm v. Hildburgshausen 1860) verwiesen werden. Ueber 5 W e s t p h ;i I s Behandlung des betreffenden Capitels in dem zweiten Bande seiner methodischen Grammatik liat bereits G. Meyer (Curt. Stud. VI, 249 f) das verdiente Urteil gefallt.*) Die Schrift G. M e y e r’s de nominibus Graecis compositis, sowie Fedde’s Programm „Ueber Wortzusammensetzung in Homer* sind mir leider trotz mancher Anstrengung niclit zu Gesiclit gekommen. Neue- stens hinzugekommen ist C o urad us Zacher, De prioris nominum compositorum Graecorum partis formatione, Halis Sax. 1873, und Dr. F. S c h a p e r, Quae genera compositorum apud Homerum distinguenda silit. Programm des kgl. und Stadtgymnasiums zu Coslin 1873. I. Uebersichtliche Bemerkungen uber Alter und Entstehung der Nominalcomposition und Stellung der Glieder zu einander. Eine Frage von weitgehender Bedeutung fiir die ganze Nominal- zusammensetzung ist die nack Alter und Entstehung derselben. Die eingehende Beantwortung derselben liegt freilich ausser dem Bereiche dieser Arbeit, die sich nur mit einem Theile der zusammengesetzten Nomina besckaftigt; nichts destoweniger scheint es geboten, wenig- stens in Kurze den Standpunkt, welchen der Verfasser dieser Abhand- lung einnimmt, anzudeuten. Justi hatte in seinem bekannten Werke, offenbar von der An- schauung ausgehend, dass die Zusammensetzung der Nomina erst dann sicli zu entivickeln begann, als bereits die Flexion derselben ausge- bildet war, drei Stufen der Nominalcomposition angesetzt, 1) die Stufe der alten Zusammenriickung, 2) die Stufe der vollendeten Nominal- * Eine kleineBlumenlese von Fliichtigkeiten und Irrtumern zu geben, kann ich mich nicht enthalten: p.r,TpoxT6voc (p. 14), .ai>i- 9 ptov (p. 24), a£pOT7tOTYic, (p. 27) sind sammtlich nicht komeriseli, \vie Westphal angibt, sondem stammen aus spaterer Zeit. al/psTiSoio? (p. 28) findet sich nicht in den hom. Hymnen, sondem S 593, 6 composition und endlich 3) die Stufe des Verfalles. Diese Gliederung ist viel zu theoretisch-abstrakt, sie vertragt sich nicht mit der leben- digen Gestaltung der Sprache. Es hat bereits G. Curtius (zur Chronol. d. indog. Sprachf. 248 ff.), dem sich auch Gustav Meyer (Curt. Stud. V., 19 und Kuhn’s Zeitsclir. NNTT, 10 f.) angcschlossen hat, die Ansicht begrundet, dass der Ur- sprung der Nominalcomposition vor die Zeit der Casusbildung zu setzen sei, da sonst die Verwendung des Themas im ersten Gliede nicht zu begreifen ware. Da ich ferner die Anschauung G. Meyer’s (Kuhn’s Zeitsclir. XXII, 13), dass die mdogermanische Ursprache die soge- naunte Dvandvazusammensetzung nicht gekannt habe, fiir richtig halte, ist es wol selbstverstandlich, dass ich Justi’s Theorie nicht mehr an- erkennen kann. Vielmehr tritt die von Justi an die zweite Stelle geriickte Stufe der sogenannten vollendeten Nominalcomposition als die erste und ursprunglichste Art der Zusammensetzung an die Spitze. Wenn auch diese Art der Zusammensetzung im Anfange niclits anderes war, als eine Zusammenruckung unflektirter Stamme, so hat sie doch einen anderen Charakter als Justi’s Zusammenruckung. In unserem Falle wird ein Stamm durch den anderen naher bestimmt und \vird eben dies durch die Zusammenruckung und Stellung der Stamme, wie wir gleicli sehen werden, erreicht; Justi’s Zusammenruckung ist im buchstablichen Sinne zu nehmen, indem sie nur ein Zusammennekmen und Verbinden zweier fur gewohnlich getrennter Begriffe durch die Verbindungsconjunktion , und “ bezweckt. Wie sich aus diesem von dem Zweeke der eigentliclien Nominalzusammensetzung so verschiedenen Zusammenrucken die erstere entwickeln konnte, ist nicht abžusehen. Dass auch die auf der Annahme eines Bildungs- oder Compo- sitionsvocales beruhende Stufe des Verfalles bedeutend eingeschrankt werden muss, wird uns im Verlaufe klar werdcn; ja eigentlich konnen wir gar nicht sprechen von einem Verfalle der achten Nominalcompo¬ sition, sondern konnen nur zugeben, dass im Laufe der Entivickelung der Sprache auch lioch andere Wege betreten, andere Ansatze gemacht wurden, um denselben Zweck zu erreichen, wie er bei der sogenannten achten Nominalzusammensetzung erreicht wurde. Das Einfiihren dieses anderen Principes in die Zusammensetzung — ich meine die Verwen- dung vollkonmien ausgebildeter Casusformen im ersten Gliede von Zusammensetzungen — mussen wir nach dem frtiher Bemerkten in 7 eine viel spatere Zeit setzen. Schwer wird es, principiell einen Unter- schied in dem Alter dieser sogenannten Casuscomposita durchzufuhren. Allerdings konnen wir bei manchen die Entstehung auf eine graphische Aneinanderrtickung zuruckfiihren (Berchp.3 Anm. Bekker Hom. Blatter 179, Classen-Beobachtungen p. 65). Allein, warum z. B. xnpi-ysvYfc (Hes. Op. 416), 6p£(jo-(pdyo?, (paoao- 'povo?. Die gleicbe Bildung zeigen zahlreiche a-Stamme, im zweiten Gliede, so sckiT-iip-Epo-;, i-ve^tAo-?, šy-/c£.Eo)v (vgl. 6Xtyo-Spav£co), IluA'A-y£v/i{ (vgl. l l'jAO’.-y£vr'c), rtuprr^oco; (neben Ttupo-^opo?). Dass ahn- liche Bildungen in spaterer Zeit sehr beliebt waren, kann man aus Westphal’s Zusammenstellung (Method. Gramm. II, 1, 7) ersehen. Die Erklarung dieses Wechsels zwischen dem a- und o-Laute suchte man auf verschiedene Weise. Curtius hatte (Erlauterungen 1 139) darin noch eine Špur der urspriinglichen Einheit des o und v) im alten a gesehen. Dagegen schienen Rodiger (pag. 24 f.) allen diesen Bildungen altere Nebenformen zu Grunde zu liegen. Ein- gehend hat sich mit diesen Bildungen Gustav Meyer (Curt. Stud. VI, 388 ff.) beschaftigt, nach dessen im Anschlusse an Angermann (Curt. Stud. V, 379 ff.) gegebenen Auseinandersetzungen die Ansicht Rodi- 10 ger’s bestatiget wird; das dort angenommene Nebeneinanderbestehen zweier Stamme (z. B. vkrni und nrrcr,) ist ziemlich wahrscheinlich, wenn auch nicht gelaugnet werden kann, dass die Spuren solcher Dop- pelstamme mit Ausnahme der in der Zusammensetzung vorhandenen ziemlich gering sind. Diese Ansicht tiber die vorliegenden Composita verdient auch deswegen den Vorzug. \veil die Lange dadurch eine genetische Erkl&rung iindet. Ob auch ŽTocka-cppcdv und xaXa-upo$ hieher zu zalilen sind, (Curt. Grdz. 2 314) ist zweifelhaft. Hieher gehoren auch noch einige Com- posita, die zum Theile eine andere Erklaruug gefunden habeu: aOr.pn- Xoiy6«; das von Sophokles Frgm. 404 Dind. in derselben Bedeutung gebrauchte 40-/ip6-3pwTov weist auf einen neben aOvip im Gebrauche gestandenen Stamm id-r.oo hin (vgl. auch aOapa). Eerner miissen wir auch noch t/. amn-^okoc, IjMCTn-jkks-nr)? und uTuepvi-ipavoc, uirspTi-cpavEMv hier einreihen. iv. anri- gehort sicher zum Adjectivstamm £ x . o ito- der in dem haufig als Beiwort des Apollo gebrauchten bmito? vorliegt (A 385, H 83). 'i-sor,- gehort zu einem alten Adjectivthema wspo- (supero-), das uns vollstandig erhalten vor¬ liegt in u-spo-Tuko? (Curt. Grdz. 2 261, Justi 64). Einen Locativ von demselben Stamme erkennen wir in uražp-o^o; (Orcsp£-o^o;)l (Anders Fick Et. W 2 20, u7T£p-y](pxvs-ovT — skr. abhanas geil, iippig). Den Schlussvocal haben trotz folgendes consonantischen Anlautes abgeworfen in £s(-d«poc und die Composita mit Srfcoc und itpavato? im ersten Gliede (At,i-x6mv, Ar,i- m Xt-, 7ro>u-, 6>x.u,-dwTu. Die Anfiigung eines Hilfsvocales (o), wie sie in Bil- dungen aus spaterer Zeit sich findet (Justi p. 39), ist in den vorlie- genden Beispielen aus Homer ohne Analogon, und aucli das hymn.3, 314 vorkommende 0107:6X0? (von oi?) mag wol dem homerisch. 0107:6X0? (olo? und xsXo;;.3ct) seinen Urspning verdanken. Im zweiten Gliede erscheint r/boo- in 7roXu-^Ooo-?. Fiir Šopu erscheint stets der Stamm Soupo = SopFo (vgl. ttoXu uiid t:oXFo ) Sa/.pu und Sax.puo) als erstes Glied von Zusammensetzungen, wenn niclit der Dativ Sopi oder Soupi venvendet wird. Der Stamm 6p-/t — erscheint im zweiten Gliede in der Form 6p-/o — in evop-^o? (vgl. dag. sv-op'/i-? Herod. VI, 32. und ev-op^r,-? Aristopli. Equit. 1385). Dass in oivo-{6xpri? ^akz.o-Sapr,? nicht das Adjectiv Kapuc, sondern das Substantiv (ixpo? steckt, wird best&tigt durch das Femininum yaXxo-(Jape-ia (fiir *-^xX/to-|iapsff-ix). Dagegen ist tvoS-<.'jx.-x;? von dem geschvviichten Stamme c6*e ahgeleitet, wie dieselbe Schwachung iiber- haupt in der Flexion der Adjectiva auf u? zur Regel geworden ist. C. xu- u n d ou - S t a m m e. Bei consonantischem Anlaut des zweiten Gliedes erscheint das vocalisch endigende Thema, von dem wir freilich schwer sagen kdnnen, ob es alter ist, als das mit F schliessende (Curt. Gedz. a 498). F, welches vor dem anlautenden Vocal des zwciton Gliedes ge- schwunden ist, ist zur Zeit der Entstehung unserer Gedichte jeden- falls auch im Inlaute noch verhanden gewesen. Dafiir spricht, abge- sehen von der weiter unten zu besprechenden Erscheinung, dass vor ursprunglich digammirten IVortern a als verneinendes Prafis erscheint, wahrend in den andern Fallen iv vor vocalischem Anlaut venvendet wird, auch die Erhaltung des F in Gestalt von u in der Commissur bei TxXx-upivo?, a-uisc^o?. Als Beispiele fiir diphthougische Stamme mogen dienen: (Jou-Trkvi^, Nau-fioktSv)?, |6oF-(07ri?, |6oF-7iXa.a(prip6Xoe und den iibrigen Compositis dieser Art aus dem einge- schobenen a, bez. n zu erklaren, oder in K^uvat-^voovpa t fur einen Compositionsvocal zu halten, hat keinen Anklang gefunden, und mit Kecht. Anders ist es bei den consonantischen Stammen; hier zeigen sich in der Commissur der beiden Glieder nicht selten Vocale (a, o, t), deren Auftreten fur den ersten Blick nicht erklarbar erscheint. Dies, sowie der Umstand, dass ahnliche Vocale (s, o, t) auch bei einer zahl- reichen Classe von Zusammensetzungen, deren erstes Glied verbalen Charakter hat, sich zeigen, hat zur Annahme des sogenahnten Com- positionsvocales Veranlassung gegeben. Derselbe liat, tvie man sich durch einen Blick in Justis, Clemms Buch u. a. ilberzeugen kann, lange Zeit ein recht heiteres Dasein gefuhrt, und ihm gestattete man gar manches, was sonst nicht erlaubt gewesen, so den Uebergang von a, o in t. Das Missliche eines solchen iiberall auftauchenden Vocales, auch wo er entschieden nicht notwendig war, \vurde denn auch bald gefuhlt, namentlich wurde die Hauptstiitze desselben, dass er aus euphonischen Kiicksichten eingeschoben worden sei, durch einfachen 13 Hinweis auf Beispiele, wie iyyia-izxkot; neben opsa-y.wos neben opsct-rpoipo;, u.sAaY-'/ooir'; neben pielavo-^po)? u. a. ihm entzogen. Rodiger, der dem Compositiousvocal mit scharfen Waffen zu Leibe gegangen ist, hat zuerst einem anderen Gedanken Balin ge- brochen, indem er die gewiss richtige Vermutung ausgesprochen, dieser Vocal gebdre noch zu dem Thema des ersten Gliedes, und es ist ihm in vielenFallen gegliickt, seiue Vermutungen mit stiehlialtigen Griinden zu erweisen; trotzdem glaubte er noch e, i, letzteres mit der Reschran- kung, dass es nur nach a auftrete, als Compositiousvocal festhalten zu miissen. Allerdings hatte bereits friiher Sanneg (de vocab. comp. diss. Hal. Sax. 65. p. 11) den Gedanken ausgesprochen, dass Nomina zur Zusammensetzung nur dann verwendet wurden, wenn sie vocalische Stamme waren; allein dieser ziemlich abgerissen liingeworfene Ge- danke ist jedenfalls in dieserFassung unrichtig, wie uns 6pea-x,wo?, Tiup-zair;, p.sAav-dsTo? und andere zeigen. Etwas wahres steckt aber doch hinter demselben, namlich die Wahrnehmung, dass viele consonantische Stamme dieNeigung haben, in die vocalische De- clination uberzugehen. Von dieser Seite die Prage nach dem Compo- sitionsvocal gefasst und ausfuhrlich erbrtert zu haben ist dasVerdienst Gustav Mayer’s (Curt. Stud. V, 3 ff.). Er hat zunachst die Unhaltbar- keit eines solchen Compositionsvocales nachgewieseu aus dem Umstande, dass in keiner der venvandten Sprachen ein ahnlicher sich finde, zu welchem Behufe er dem Lateinischen eine ausfuhrliche Betrachtung gevvidmet hat. Aus dem Lateinischen hat Gustav Meyer den Nachweis geliefert, dass eine grosse Anzahl urspriinglich vocalisch sich endi- gender Themen zu consonantischen sich abgestumpft hat , und dass umgekehrt viele consonantische Stamme in die vocalische Declination ubergegangen sind. Denselben Nachweis sucht er fur das Griechische zu erbringen, und mir scheint, dass es ihm gelungen ist, die Annahme sehr wahr- scheinlicli zu machen, dass \vir in den vocalisch sich endigenden Themen, wie sie die zusammengesetzten Nomina aufweisen, Neben- formen der consonantisch schliessenden Themen zu erkennen haben. Wenn auch Meyers Auseinandersetzungen in manchen Punkten zu weit gehend sein mogen, so lasst sich doch nicht verkennen, dass das Princip, welclies er zuerst eingehend begrundet hat, das richtige ist. Ist die neuere Sprachforschung liberhaupt sehr mistrauisch gegen 14 unmotivirt auftauchende Vocale, so muss sie es gerade besouders gegen den Compositionsvocal sein, zumal die Entstehung der Composita in eine so alte Zeit zurflckgeht, und in der That kaum eiu wirklicli tref- fender Grund fur denselben erbracht werden kann. Was gegen G. Meyers Auffassung vorgebracht werden kann, ist aus Conrad Zaeher (de prior. nom. comp. graec. partis form. Hal. Sax. 1873) zu ersehen, womit man G. Meyer’s kurze Antwort (Curt. Stud. VI. 385—388) vergleichen mag. Zaeher hat bezuglich des an consonantische Stamme tretenden o, welches Gustav Meyer als zum Stamme gehorig betrachtet, das bereits von Herzog (Jahn’s Jahrb. Bd. 101, p. 289—302) besouders in Schutz genommene Princip der Analogie (Zaeher p. 9) geltend gemacht. I)ass letztere auch in der Zusammensetzung eine grosse Eolle gespielt habe, ersehen wir aus manchen Beispielen: avSpsi-ipovrr,«, wenn nicht vielleicht richtiger avSpYic/);, TCod-vivepo;; vgl. aeXXo-7i:o; in dem formelhaften Verse w; šepav’, oipzo de ~Ipi; a sXXgtco; ayyel£o\jua. 0 409, il 77, 159 ; aeXXo- 7c6dea, ^ep-vuj/, y_ep-vt(6ov, (vgl. zapvepo- yeip), zep-vopo;. 16 Der Stamm dureh o erweitert: dr.po-aaoTCo;, ^eipo-Sbcr;, vgl. h.xr6y- yetpo;, vispo-tpcovoc, -st^ri;, -ipotTi;. Ein Thema Trupt- mussen wir mit Rodiger p. 53 f., G. Meyer (Curt. Stud. V, 86) in Tupt-rr/.r,; erkennen; dagegen sind Trupt-aauoTo;, I lupt-tpl^sfrtov, epOTupi-jiniTT); Casuscomposita. In >«)pi-ysvifc Hes. Op. 416 ist wol ein Dativ zu erkennen. Die Affectionen der Stamme xaTr,p, v.r ( Trp, ; avr,p sind mit G. Meyer (Curt. Stud. V, 87) zu erklaren; aus ravop (vgl. p-nTpo-TraTup), ji.7)Top, avop sind dureh Metathesis die im ersten Gliede der Zusam- mensetzung gelaufigen Formen iravpo' (-ptE ; vgl. fernor žv-vu^o-;. aiyi- (in aiyž-Poro;-Tr6Svi?-^«]/) ist altes Thema, mit Curt. Grdz. 2 157 aus ayi- herzuleiten (Rod. p. 55); desgleichen 'ihvj- in Akai-piScov, 'Ak/i-voo? ; (vgl. xAx.i TCTSoiOto;; E 299 und av- x1m-;; auss. Rod. 58) und vielleicht apyi- (apyt-xipxovo;, apyi-6Soo{ und apyt-7roo;) ; vgl. Curt. Stud. V, 115; docli konnte man hier auch an eiu Adj(;ctiv apyto; (Nebenform zu apyo?) denken, das in der Zu- sammensetzung sein -o gerade so verloren, wie tirlo;. /tpavaio;, da sich sonst gar keine Spuren eines auf -i sich endigenden Stammes finden. d. v-Stamme. Das consonantische Thema auch vor cons. Anlaut des zweiten Gliedes: u.EAxy-yxGy;:, ia Ts^su-^opo«, und mit Ausfall des c lzyjz-minc, £dsvE-Xao; (od-svo;). Wabrscheinlich gehort liieher auch (Ac-poo-To-zo;. In die Analogie der o-Stamme baben umgeschlagen Eitfo-den, cipo-zcpto;, eipo-7Coxoc, &uo-ox.6o;, KAso-jicukoc, p-Evo-Enoj;; ^suS-a-p^pEko;. Dieselben Abstufungen zeigen die wenigen at-Stamme: tzoxt- oitto;, zspaoAoo; und 'pripo-zop-o;. Analog ist die Bilduug dieser Stamme im zweiten Gliede: £U-T£iy£TO-;, 77£pt-pLvix£TO-; (neb. 77Spi-U.Vi)Ur,;) ; £')-T£iy£0-7 (acc. SU-TEV/S-*) ; a-yvipa-o; la-y»ipo)-;), di-zspoj; neben v/j-zspo-c; mit Suffis po (Leo Meyer Vergl. Gramm. 2, 573) irsvTa-STTi-po;. Desgleichen gehoren hieher: £u-ysvs-to; fur *eu-y£v£d-io;, -fipi-, Kiurpo- y£v£-ix (Curt. Grdz. 2 537), 77puiAv-d>ps-ta, 'Avti-zAs-ix, u.ioy-ayz.£-ia. Hier ist auch der Erscheinung zu gedenken, dass eine ziemlich bedeutende Anzabl von a - Stammen im zweiten Gliede in die Flevion der as-Stamme ubergangen ist, wahrend Spuren des umgekehrten Ueberganges sicb nicht finden. Man vergleicbe ETsp-al-zr,;, su-tvzti?, Eu-^poii;, Eupu-TriAri;, 7rup-xuy^;, T7iX-auyr,;. Derselbe Fali ist bei <)ua- 77ov£o; metapl. Gen. zu &usirovo; (e, 493) eingetreten; 'A^idspoT); findet sich nur im Nominativ ((3 157 u. p G8), daher liber seine Flexiori nicht sicher entschieden vverden kann ; docb lasst I loAu-lkpos- iSri; y 287 darauf scliliessen, dass auch ' VAi-bspor,; als ; - Stamm be- trachtet werden rnuss, ebenso 7ruYu-bxpa-/-;. Ueber den offenbar analo¬ gen Metaplasmus des Accusativs vieler zusammengesetzter Eigennamen, welche in allen librigen Casus nach der dritten Declination flectirt werden, vergl. Kiihner Ausf. Gramm. I, 394. Aehnlich ist das Verhaltniss der Composita, deren zweites Glied /Aeo; ist; den bei as-Stammen gewohnlichen Ausgang xkzr,c zeigen ayaz.lsr4 u. a.; Daneben haben wir die contrabirte Form in BaduzV?);; wie von einem Stamm J 7TO, - pOZO, — ZTU7T0, - iSo, (SvpaTo) - v izv], (Ropavo) —• Mjr,. Passiv ist die Bedeutung in a^a-vvupo-? Aptpi-apao-? (von beiden Seiten erfleht) -/akzo-ToTCO-c und mke-nzoTtG-;. 2. In den Verbalthemen, deren Stammvocal s ist, hat derselbe bei den in Frage stchenden Bildungen regelmassig den Ablaut in o angenommen, so in — y° v °, — Sozo, — Spoiro, — uokrco, — vopo, — 'oo, — opyo (Aozu-opyo-? Curt. Grdz. 2 165), — oyo, — 7toko, — ■rcopo, —- (jtovo, -— vopo , — aiS, Tuolu^nbvi;, , )(aXxo-?(ia'r/i;. Passive Bedeutung haben: «ibpm-YEv»i?, dvep.o-Tpeprjc, *-i-p.wv ) itoXu-SeY-p.o)v, <7up.-c-ta. Sehr baufig ist -to als secundares Suffix, so in ept-odv-to; neben ept-ouvTK, dtavipdt-ato-? (aus *a-x.ripa-Tto) neben a-znipaTO-c, neben tira-Tikovr/)-;; weiter in abgeleiteten Femininis und Neutris: avSpo- a.Ta-rrtri (’AvSpo-y.TdtTYi-? Herodot 9, 25), jioF-^ka-d-/) (poF-v)k«Tr,c bei Spateren), ETCeo-pok-tT) (ŠTCo-pokoc), -/.ooto-ppaip-t r, (vgl. su-p xfr,c) I otx- orpek-tT! (onc-toipsAii;), at-Tuok-tov (xi-7rokoc), Bou-irpa-otov B 615 Platz, wo man Kinder verkauft, abgeleitet von einem vorauszusetzenden pou--p4- T7)?, OsO-TVpOTT-tOV (OsO-TrpOTT-O?), (TU-pO-OtOV (ljU-pO-TT)?). k. Suffix -uto (= tja), Curt. Grdz. 2 556. iv-ap-uto-?, ^ta-7rpu-uto-c (Curt. Grdz. 2 645), Os-u-s-uto-c. l. Vereinzelte Bildungen. a^-op-po?. (Curt. Grdz. 4 546), Suffix -po (Schleicher Comp. 2 419). yakx-07;-v6c, Suffix na (Schleicher Comp. 2 428). a-tS-r,koc Suffix la (Leo Meyer, Vergl. Gramm. II, 580). wsp-To?, avdpo-zp.UTO?, r)to-yvY)-To?, dso-Sp/zi-TO?, p-ski-KprrTO?, 7roXu-j*v^o-TVi; As6c-4o-to? (Hes.), x. 0 TuX-vipu-T 0 -c, p.uXri-cpa-TO?, 6vop.a-x.Xu-TO?, ouko-^u-rai. ttiXu- ys-Toc, (t7)Xu = skr. tal-una-s Curt. Grdz. 2 430 und 201, und W. ya). Ganz vereinzelnt ist v/i-ya-Tso?. Die Manigfaltigkeit verbaler Bildungen im zweiten Gliede, sowol neuer, als selbstandig erscheinender, ist, wie die vorausgehende Auf- zahlung zeigt, eine sehr bedeutende, und vielleicht liesse sich dieselbe noch vermehren, wenn man die gesammte griechische Literatur in Berucksichtigung ziehen wiirde. Immerhin gestattet uns die grosse Zalil verschiedener verbaler Bildungen im zweiten Gliede auch einen Schluss auf die von Verben herstammenden ersten Glieder von Zu- sammensetzungen, die sich in grosser Zahl in den hier berucksichtigten Gedichten finden, wahrend sie in der spateren Gracitat immer mehr zurucktreten. Es ist bereits oben bemerkt worden, dass diese Composita sich grosser Aufmerksamkeit von Seite verschiedener Forscher zu erfreuen hatten, dass sie funvahr ein vielumstrittenes Gut geworden sind. Die stattliche Anzahl der Specialschriften, welche dieselben behandelten, mag man aus G. Mever’s oft envahnter Abhandlung ersehen; hier rnoge es nur gestattet sein, die verschiedenen Erklarungsversuche auf- zuzahlen, wobei ich mich zur Unterscheidung der von Clemm in An- 24 wendung gebrachten Namen „ sigmatische “ und „asigmatische“, z. B. (žkjtsai-raTtko;, iskrjc-mKOi; und ^s-duj/.oc) bediene. Bopp (Vgl. Gramm. 2 §. 965) erkennt in den sigmatischen Com- positis dieser Art Verbalsubstantiva auf -at (ti), in den asigmatischen nom. agentis auf -o. Ihm sind, was die ersteren betrifl’t, im We- sentlichen Weissenborn und Rodiger gefolgt; in Riieksiclit auf die letzteren bat Rodiger in Compositis, wie ap-/s-x.ax.oc und almlichen, das s als Schwachung von t erklart, mitliin in ip-/£- fur ursprunglich ap-^t- Verbalnomina auf t gesehen. Pur Imperative theils des Prasens, theils des Futurums liatte Grimm (Deutsche Gramm. II. 976 lf) die ersten Theile der in Prage stehenden Composita erklart. Justi (p. 45) erkennt in ilmen verkurzte Participialthemen auf -ant; ihm hat Tobler (Ueber die Wortzusammensetzung BerRn 1868, p. 32 f.) sicli ange- schlossen, und mit geringen Abauderungen stimmt auch Sanneg damit iiberein. Im Anschlusse an Justi hat Schonberg alle verbalen Bil- dungen im ersten Gliede auf as-Stamme zuruckgefiihrt (vgl. Clemms Recension in Kuhns Zeitsclir. XIX, 70—77). Berch hat in seiner bekannten Schrift (p. 8) den Standpunkt vertreten, dass allen Bildungen dieser Art der reine Verbalstamm zum Grunde liegt; a ist Wurzelde- terminativ, s, o, t sind Bildungsvocale. Die voraufgefiihrten Erkla- rungsversuche (mit Ausnahme des Schonbergischen) sind Gegenstand eingehender Untersuchung geworden durch Clemm’s bekanntes Buch, der seinerseits in den asigmatischen Compositis Prasens- und starke Aoriststamme, in den sigmatischen scliwache Aoriststamme sielit, wahrend e, o, t, Compositionsvocale, oder, wenn man, wie Clemm (Kulm’s Zeitschr. XVIII, 239) selbst zugibt, lieber wiU, thematische Vocale sind. Clemm’s Erklarung billigt Curtius Eri. 2 148. Somit liabe ich in gedrangter Kurze die mannigfaltigen Versuche, die bis auf Clemm gemacht worden sind, diesen Compositis geschickt beizukommen, verzeichnet, und nur noch hinzuzuftigen, dass G. Meyer in der envahnten Abhandlung neuerdings auf diese vielbesprochene Prage zuriickgekom- men ist und dieselbe mit der in der ganzen Untersuchung herrschendeu Besonnenheit und Umsicht, wie ich glaube, zur endlichen Losung ge- fuhrt hat. Mit Recht betrachtet er Clemm’s Erklarungsversuch der sigmatischen Composita als gescheitert an dem Compositionsvocal, der, wie ich ebenfalls zustimme, zur Evistenz nicht berechtigt ist. Und ein zweites vvesentliches Verdienst G. Meyers ist, dass er von der 25 starren Anschauung, alle diese Composita mussten liber einen Leisten geschlagen werden, abgegangen ist. Denn ist auch nicht zu laugnen, dass das Bildungsprinzip bei allen dasselbe ist, so weist doch die MannigMtigkeit verbaler Bildungen im zweiteu Gliede auf die Mog- lichkeit kin, auch im ersten Gliede eine ebenso grosse Mannigfaltigkeit annehmen zu diirfen. Ich gehe jetzt daran, die aus den in Beriicksichtigung ge- zogenen Gedichten vorliegenden Composita kurz nacli einzelnen Unter- abtheilungen zu sondern. A. Sigmatische Composita. 1. Die Bilduugen auf -zrn sind as-Stamme mit der Bedeutung von nom. agentis (Curt. Stud. V, 97). Es sind mit Ausnahme von as7v-wpyi hieher gehort, wage ich wegen des dun- keln Bedeutungsiiberganges nicht zu entscheiden. Wahrscheinlich ist es endlich auch, dass in xa>.a-upivoc (Curt. Grd/,. 2 497), va^a-^pcov u. s. w., soivie in den mit txvu — gebildeten Compositis der Verbal¬ stamm zu erkennen ist. b. Verbale Bildungen auf —i. Diese wenig zahlreiche Klasse bietet verhaltnissmassig die grdssten Schwierigkeiten. Die wahrscheinlichste Erklarung bleibt die von Bo- diger angebahnte und G. Meyer angenommene, dass -i Suffix sei zur Bildung von Verbalnomina. Freilich zahlreich sind weder die aus dem 28 Griechischen noch die aus verwandten Sprachen beigebrachten Bei- spiele fiir die Venvendung dieses Suffixes. Ausser den bereits Curt. Stud. V, 115 aufgefiihrten sikfercotff, x.>j8t-avstp«, Xa&t->unoifc, vspm- x.Epa.uvo;, ya.7J.-y ptov gehdrt noch hieber ap.apTi-voo; (Hes.) F. Zahlwdrter und Adverbien im ersten Gliede. Ein gewiss beachtenswerter Umstand, der auch auf die Ge- staltung der nominalen Tliemen Liclit zu werfen geeignet ist, liegt darin, dass sich in Compositis, deren erste Glieder den in der Ueber- schrift aufgefiihrten Wortklassen angehoren, niemals ein Hilfsvocal zeigt. Offenbar liegt also das Auftreteu eiues ahnlichen, so genannten Vocales bei den nominalen Theinen in der Bildungsfahigkeit des Stammes, und es muss demnach auch von diesem Gesichtspunkte aus der friiher sogenannte Compositionsvocal als thematischer, als Bestand- tlieil eines neu gebildeten Themas gefasst werden. Wenden wir uns zunachst zu den Zahhvortern. Sie erscheinen nach dem Unterschiede der Bedeutung in der Form der Cardinalia Ordinalia oder Zahladverbia. Von den Ordinalia gilt das in Betreff der o-Stamme bemerkte. Ueber die Cardinalia als erste Glieder vor Com¬ positis ist folgendes zu bemerken. Vocalischer Auslaut wird vor voca- lischem Anlaute des zweiten Gliedes elidirt; vgl. švvsa-^oto; mit evvs- wpoc, sw- 7 p.otp, daneben auch die ionische Form siva in siva-vu^s %. Das Auftreten von a an Stelle von z oder t in kixoirx-(ioioe, 6>vri-xv7ifroc, 7trevTa-ET£c u. s. w. konnen wir nach Analogie des a - Lautes in den Formen 8toc-x6;. Uebrigens kann A- auch fiir SFt- stehen und mithin die Grundform von 8uo enthalten (Curt. Grdz. a 215). Fiir das Zahlwort drei erscheint in der Zusammensetzung Stamm xpi — z. B. Tp(-yX 7 vo?, Tpt-yXw-/tv, rpi-croijo ;; die adverbiale Form vpi? steckt viel- 29 leiclit in Tp£V-Wro?. Als besonders auffallend muss noch tovttjiovto- yuo; (I 579) envahnt werden; Rodiger will das auslautende o anstatt des gewohnlichen a fur einen Feliler der Abschreiber halten, wie mir scheint, cine ziemlicb gewagte Annabme. Das Eintreten von o fur a kann vielleicbt aus falscher Analogie erklart werden, die der Wechsel derselben Laute bei den a und o Stammen bewirkt hat. Fiir die Be- handlung des consonantisch auslautenden iv. a-rov vgl. folgende Bei- spiele: šaaT^-^stpo;, šz.xtojj.-7vo'X^ und s/.a.Td-iVpot;. Haufig erscheinen zusammengesetzte Zahlen im ersten Gliede, z. B. ix.xxiSsx.x-S(i)pOi l duojxai£t/.o5i-Trr,yjc. Beztiglich der Adverbien konnen wir uns kurz fassen; vor voca- lischem Anlaute des zweiten Gliedes wird vocalischcr Auslaut, wie bei den o-Stammen elidirt, vor consonantischem Anlaute erleiden consonan¬ tisch endigende Adverbien die nach den Lautgesetzen erforderlichen Verand erungen. Die Doppelformen ay/s- in ay^e-p-a^o? und ay'h- in ay^i-p.aj/)TV);, *TZ t_ ^ad"o?, ay^t-vooi; werden wir am besten mit Cy t. Grdz. 2 643 auf eine gemeinsame Grundform ayyst zuruckfuhren. Die aolische Form ‘(a- fur Sta (Curt. Grdz. 2 544) liegt vor in ‘(x-r,c (St. aF), '(i-hso:. ^a-x.oTo;, ‘{a-TpEtpvii;, J[a-ypY|7i; ^a-ptsvri; (hymn.) und sm-^aipe^oi;. Eine adverbialische Form werden wir mit Justi p. 14 in sur,- (= skrt. vasva) anerkennen, mag nun der zweite Theil nach der gewohnlichen Leseart -y£vn; oder vielleicht richtiger mit Bekker, dem auch Curt. Grdz. 2 448 zustimmt, -.24 mit kurzem a). 2. s im Anlaute. Kurz geblieben ist s in dy>a-si)sipo; und auv-sptd-o?, gedelint erscheint es in -7ipsTp.o;, do>iy-*4psT[;..o;. 3. o im Anlaute. Kurz geblieben ist o in siv-ocho?, ~>av- odtoc, lupu-obsia, s£tx.6;-opo?, nui-ovo;, u7u-o>i^wv. Ktirze und Lange ne- beneinander finden wir in dpyt-6x-w- dovTtadri?; in{/-6po-fliW und tco>u-wv>j[/. 0 (; ; su- tovug-o?. Ausschliessliche Lange haben wir in zpaT£p-wvu^ Trep.7r-tojilo>ov, 7 ;puav-ttp£ta und u7r-wpsta, womit man vgl. 'tlpsi-fruia. Vielleielit ist in dem letzten die Lange eine uralte, da opo? aus yFop, Pop hervorge- gangen ist (Curt. Grdz. 2 312), womit auch ionisch oupo; stimmt (vgl. dorisch Gzt fur oPav, oipavo? fur oupava;). b. Das zrveite Glied ist ein Verbalnomen. Die Dehnung des anlautenden Vocales ist hier fast durchaus Regel geworden. 1. a im Anlaut. av-viasofoc (dxito), j3pi-7)7tuo; (aivuto); su-nipis, h-up.-apVi;, Trspt-TipTi;, yy/.Az-r,pr,c (St. ap); su-Tipu-ro?, xpTu>-7)pu-roc (dputo); ttupL-vrpspstov , opi-rrfEpvfo (dys£pu)) ; ']TC7t-r)fJ.o>yol av-r,jj.s>/-TO? (xpi>yci)) ^ xco>7]i|/ (Ž7 Ttu) ; 6y£T-7)yo? (ayo>); irap-Tiopo;, Tsvp-aopo; (St. aPsp Curt. Grdz. 2 318); a--r,>£yso)c, duo-r ( Asyzc, Tav-7)>£yrk, rvofiir immerhin die Ableitung Doderleins von a>ysw als die annehmbarste erscheint (vgl. Hentze, Zusatze zu Ameis Odyssee p. 22.) Die Lange rvechselt mit der Kiirze in šx-ap.oi[ia&s und £(--/i[xotfio?, Eii-TifAoiflo;; in o^-apoTT)? und TipcoT-opov/i; (beide Hes. Op. 488) und av- -flpoTO?; in sir-apr,, ~o>o-4pr ( -o; (alang) und’A(za(3p-ay6pY)i;, uaoivi, wr7t-7)>aTrK (£>auvco); £ir-yjya£vsSiei;, §i-nvEx.Vi;, asvrp- •/)VE)«i; (St. evsjc Curt. Grdz. 2 277); dpnp-vipicrro:; (sp^ta); irs-p-ripaTo;, ett- r,paT0i;, Tio>u-i;paTO? (spaw); vs-7iyspETa, (iTEpoTC-7)y£peva (šysipco); ys- Yi>u; (St. E>uh); ua-zioTifc (St. eS). Kurze und Lange erscheinen in {nj/-EpEcp-/i? nehen sTv-vipscpTic, xxT-7)p£cpvfc (žpscpM). Die Kurze ausschliesslich in d[zcpi-e>w<7a (vgl. £>tx.o-[3>sv T 149. ArpoAtuv T 395. Sžra-oupa 'F 523. £uy6-Ss 469. 4 A 302 (Curt. Grdz , 2 248). xwA-n^ 'E 726. ysp- vuj; y 440. Trup-z.ae/i H 428. t up.po-^ovi 323. dvSpo-z.Tafita E 909. (Nom, propr. Hes. Tbeog. 228). fio-r.Aa^G A 672. sra^-PoAla 8 159. xaxo-ppa v °? ^ 336. Y^ ay - T 0 - ¥*Y 0 S ^ 6 . Saip.o-^opo; A 231. Ai)p.o-Š 6 ito? h 483. Arip.-oCtyo? Y 457. Soupo-Soxi) a 128. Spu-oyo? t 574. Spu-r 6 p.o? A 86 . EYyeff-iraXo? B 131. X zrsi ~ p.wpo? B 692. Eipo-x.op.oc T 387. sXa 257. 7i«iSo-,]xa-oyo? h. 4, 31. 5puy7)-ypife). £yps« E 698 („wieder beleben*, '(wo; und £ystpco). tro-cpap(((w (-p ?). ’Ep4-Xao; 11411 („Volks- schutzer'). llpobo-rivojp B 495 (,die Manner im Laufe uberholend “). TaXa.-Epy6; 'F 654. Taka-Tisipio; 193. TxXa--Evib/i; s 222. TaXx-uptvo; E 289. TXyi-7u6X£iaoc B 653. d-TCTo-S7ur^ 0 209. 7|AiT6-f/.7)vo; T 118. p.o; 0 320. Eys-xXrfe JI 189. (*Ey£/.Ao? T 474). Ey£-vr,oc r, 155. b/z- 7rsu-/.ric A 51. E^š-tooAoc A 458. sys-wSoi,p.o; Hes. Theog. 925. (£yp£-!Ady_-A hymn. 5, 423 [ed. Bothe]; der Vers ist uneeht und von den meisten Herausgebern verworfen). Nixs-GTpaTo; Hes. Fragm. 132. fzp£-or/.oc Hes. Op. 569. e) Verbalnomen und Substantiv. a) Verbalnomina auf -t. 'AAsP-av&po; F 16. dlEE-dvEp-o; \ 529. p B 833. oi-yE vvfc A 101. opETi-Tpooo; M 299. 6pET-/.(po? A 268. u§*TO-Tpsj-7t6Xsp.o; h. 8, 4. (, tiichtig im Kriege”). d) Adjectiv und Verbalnominen. p.sXV)? O 701. b) Pronomen und Verbalnomen. 3ia: xux-iypsxoc 77 148. auxo-&3azxo? •/ 347. auxo-p.xxoc B 408 (Fick. Et. W. 2 145). auxo- TCpeir^c h. 3, 86. xuxo-p B 822. «vxž- Oso; A 264. dvxž-Oupo? tv 159. ’Avxi-ko^oi; A 457. šy-xsipako? 1 300. 0 521. špL-tpuko; o 273. šv-xuko? FI 71. lv-3io; A 726. sv- vu^o? A 716. sv-gjtvtj E 374. STv-ipoupo? k 489. iTr-auko? 358. £~- sxvv) ! 18. S7v-7]sxxv6; 3 89 (Curt. Grdz. 2 345). s7r-7ipsxp.o? (3 403. sm-youvl? p 225. šp S 516. u7ro-7vkdzio; Z 397. uTvo-vvito; y 81. ev-akoc h. 2, 2. Msx-dvstpx h. 5, 161. vvsp t-akko; h. 19, 46. ž6vio? I 457. p.sxa-Svip.to? O 293. p.sxx-Sop7vio; S 194. p,sxa-p.d(Aoc E 19. p.£x-ap.tovio; A 363. 7voxt-S6p7uo? i 234. u7VEp-0upiov V) 90. U7V-Xxo nach Fick Et. W. 2 209 (vgl. Curt. Stud. V, 96) auf skr. stak zuruckzufiihren, erseheint mir deshalb sehr zweifelhaft, weil die griechischen Worter, welche diese Wurzel enthalten, durchaus Aspiration derselben aufvveisen. ^apri-jtop-ocovrs; B 11 wird richtig mit Bekker getrennt geschrieben (vgl. dessen hom. Blatter 179). 45 B. Determinative Composita im engeren Sinue (karmad¬ haraja). Das erste Glied enthalt eine nahere Bestimmung des zweiten, die nicht casueller, sondern attributiver oder adverbialer Natur ist. Es ist d a li er sachgemass, diese Klasse nach Heerdegen in Attributiva und Adverbialia einzutheilen. Was speciell die Attributiva betrifft, so ist es eigentiimlich, dass die Neubildung stets eine Bedeutung annimmt, die durcb einfache Nebeneinanderstellung von Substantiv und Adjectiv nicht erreicht wird. (Curt. Eri. 150 f.). G. Meyer (Ourt. Stud. VI 254 f.) hat, wie mir scheint, die Zahl der attributiven karmadharaja fur Homer allzusehr eingeschrankt, indem er nur ax.pd-~o'Ai.c, Ka/.o-t>.io;, pic-aulo;, uij-o-jeprn als solche gelten lassen will. Ich habe noch andere karmadharajas zu den attri¬ butiven gezahlt, und zwar jene adjectivischen Bildungen, in denen das Verhaltnis beider Glieder auf ein attributiv bestimmendes zuruckge- fiihrt werden muss, z. B. Eupu-alo;, das ich erklare „ auf dem weiten Meere seiend “ (Pott. Et. Forsch 2 II, 260 erklart „ weit auf dem Meere sich umthuend“) oder axpo-*vsio; neben [Asu-aulo?; denn dass das erstere von dem zweiten abgeleitet sei, ist mir ganz unwahrscheinlich, vielmehr gehen beide meiner An- sicht nach auf ein karmadharaja p.sc-xuX7) zuriick. Ueberhaupt miissen wir doch anerkennen, dass das Secundarsuffix -to auch in der Composition zu Neubildungen vervrendet worden ist; so kann das bahuvrihi doch unmdglich aus der Zusammensetzung des fertigen Adjectivs 6;y/pxi;oj mit entstanden sein, da daraus nimmer- mehr die Bedeutung „alle Vorzeichen habend “ erwachsen konnte; das¬ selbe Bewandtnis hat es mit Eu-[io-tx, wovon wir bereits oben gesprochen haben. Wenn die vorausgegangenen Bemerkungen richtig sind, werden wir auch beziiglich derjenigen Composita, die im ersten Gliede Pra- positionen aufweisen, im zweiten Gliede aber das Secundarsuflk -to haben, anders urtheilen, als G. Meyer (Gurt. Stud. VI 375). Derselbe erklart diese Composita in der Weise, dass erst das bereits vorliegende Adjectiv mit der Praposition zusammengesetzt worden sei. Es fallt 46 dabei weniger ins Gewicht, dass von manchen derartigen Bildungen das einfache Adjectiv nicht uachweisbar ist, so von aTro-dujAiO? utto- Taprapio?, u7r-wpocpos n 255. itoXu-x6tvmc h. 5, 211. 7idy-xaz.oc Hes. Op. 811. irav-onnipLuv Hes. Op. 809. xav-apicTo; Hes. Op. 291. 7roXu-!;sivo; Hes. Op. 713. d) Zahladverb und Adjectiv. dt-iOZo? T 415. e) Praposition und Adjectiv. dp. 249.'Ap.- gttouv 0 276. api-iips7inj; Z 477. apt-sipaAiK p 196. dijz-oppoo; S 399. afc E 585. Eu-raiO-ni; a 383. su-ppsio? (Genetiv) Z 508. su-ppetTT)!; Z. 34. su-caap&p.o; N 31. eu-gv.o-o? tl 24. Eu-^op^o; II 808. Eupu- pdr/i? A 320. Eupu-dap.ac E 149. E’ip'j-p.ayoc a 399. Eupu-p.sdwv A 228. Eupu-pidouaa n 8. Eupu-vop-o; (2 22 (Eupu-vop.7) S 398). supu- oTta E 265 (St. Pete, „der \veithin tonende“, vgl. sptydou7ro;). supu- p£wv B 849. £xtk p- 313. £x- 450. 7toAo-'/.ayx.r,' A 642. 7 toXu-'zXu«fo B 449. eu-ttakto? B 661. su-toiato; E 466. su-^pACTo; E 471. su-ppacpifo [3 354. su-cTatH; E 374. su-.iv-6p[Asvo; A 326. itccTav-tito? a 379. 7ia>.tv-Tovo? 0 266. 'rcoT.u-dpuTOi; 280. ~oA’j-^a/.puTo; 12 620. ^oAu-r,paToc ~k 275, I loku-jtac-n) y 464. 7uoW- x£(jTo; T 371. 7CoX , ij-x'Xy)tos A 438. 7ro'Xd-x.[A7rro? Z 48. tccAu-AAioto; s 445. nrolu-iAVTiiTTri S 770. A 308. TroM-imi^o? 0 411. TroAu-fTTTSpr,: B 804. mhj-zor^oc a 111. 7rolu-Tpoito; a 1. ttAs-zAsito; E 491. TYiXs-.OTT-ovjpYiic h. 31,14. vs7i-4? ‘b 262. xpo-yeva; I 161. 7rpo-Yovo; i 221. 7rpo-rWr„ A 107 (,,Warte u ). 7 Epo-xAuToc Y 204. upo- 51 p-a^o; 0 99, -vpo-Tovo; p. 409. <7up.-ippddpcov B 372. suv-viopo; d 99. imzip-ojo ; Z 20^. uvrsp-avi; A 297. uTOp-dsvi; P 330. u7rsp-v 6 270. av-airco; A 654. a-vocmp-o; S 182. a-mcTo; ti 207. a-dviio; Hes. Op. 6. av-sre^suTO? Hes. Op. 744. d-Esivo; Hes. Op. 713. a-aavo; S 271. a-awro; A 567. a-dv^sTO; ti 708. x-3a7|Tg; A 540. d-yap.o; T 40 (act.). d-yšpa<5To; A 119. d-yva>jpo-Siv/); B 753. ap'pjp6-7cs^a. A 538. A 551. A(o-x.Xvi; E 542 („Ruhm wie Zeus habend“). Aio-pniSn? E 415 („Ein- 54 sicht wie Zeus habend 11 ). x.pox6-7rs7uTo; © 1. --cjv-cot u« A 159. xuv-&jn; F 180. Au-zo-p-viSr,; I 84 („List wie ein Wolf habend“). Au>c6-(ppcov O 430. — prjpui; p. 187. p.sTž-.ap.d(o h. 3, 357 (frfiher av6-TCpci)po; O 693. •/.uavo- yaiv/is N 563. xuav-win; p. 60. r.ovJ-oA a 69 (Ku/.aoj-e; t 106). Tivo- btopnE B 529. Tuco-mSti; N 53. iasTi-^Sa; Z 258. va6-loyo; S 846. oivo-(iocp75; A 225 (oivo-(3apsici)v i 374.) oivo-TrTTibvi; o 406. oup«vo-pLV)x.7i; s 239. Oovvo-voo; n 179 ( = ttovtou voov sywv, „seinen Sinn auf s Meer gerichtet habend“, Pott, Et. Forsch. 1 II, 260; ebenso sind die iibrigen Composita, deren zweites Glied -voo; oder -von ist, zu deuten). •EuTo-p-TiTs-iSn? S 343 („ Sorge fur’s Volk habend “). yocTy.o-yT<6yiv X 225. yjy.ly.o-~y.pr/ic M 183. ya).zo-/.v/ip.i; H 41. yaTx.6-7rou; 0 41. yaTxo-yivcov A 371. XaTz-wSovv-iaSn; B 541 (vielleicht richtiger als 55 vergleichendes bab. zu fassen: „ Zahne wie Erz habend “, von XaXx.- (oSwv). ^puir-ip.Tpj? E 358. ypuv h. 3, 413. ■/.umo-ivznlog h. 5, 319. ^up-otupte h. 8, 6. TspaT-ai-oc h. 19, 36. yapp.o-«ppcov h. 3, 127. yopo-7ilhi; h. 19, 3. ypiKj6-(V'oc h. 31, 15. yp'j'To-7i'Xox.ap.o; h. 2, 27. ypu- voTi Hes. Seut. 356. ypuao-*6[/.y]<; Hes. Theog. 947. Mit verkehrter Stellung der Glieder: v in avemEšcTTMv bedingt. Vielleicht ist desshalb dennoch die gewohn- liche Erklarung „Topf mit Ftissen 11 festzuhalten. Die verkehrte Stel¬ lung der Glieder konnte nach Analogie der zahlreichen Composita, in denen ttou; mit Eecht die zweite Stelle einnimmt, erklart werden. In diesem Falle ware das Compositum ein karmadharaja. Ob hsoudvis ‘C 121, wie Savelsberg Dig. p. 48 annimmt, aus dso; und dso? zusammengesetzt ist, in welchem Falle es hieher ge- horen wtirde, ist sehr fraglich. b) Das bestimmende Glied im D ati v. atb)pvi-Xoty6s 1 128. fipoTo-Xoty6; E 31. (Nach G. Meyer Curt. Stud. VI, 252 ist -Xoiyo aus St. Xoy unmittelbar gebildet und sind daher die beiden Compo¬ sita als Abhangigkeitscomposita zu fassen). avSp-a^&vis •/. 121. Anp-o- TtToksp-o; y 242 („mit dem Volke Krieg habend 11 ). A6pu-xXo$ A 489 („durch den Speer Ruhm habend 11 ). ŠTsp-cOasa H 26 (.,fiir den einen Starke habend 11 ). 'Hpa--/.Xn? E 324 („durch Hera Ruhm habend 11 ; Pott Et. Forsch. 1 I, 223 'Hpac = skr. vara, also Tipa*Ar,; = „hoehberiilimt“). D-ua-TiSn; ~ 389. Aao-dG.r, I 145 („fur’s Volk Recht habend 11 ). ’Oi- xX£-/i,- o 244 („durch seine Schafe Beriihmtheit habend 11 ). Ilavpo-jdo? A 345. Sopu-cjdsvo; h. 8, 3. y«po-<&uos Hes. Op. 187. Mit verkehrter Stellung der Glieder: KXs6-[io>jXo? II 330. KAso- -avprj I 556. 56 c) Das bestimmende Glied im Locativ. 'A7i-0£pffv); P 157. ayp-au7o; K 155. 7eye-Troi7i; B 697. 'Opeff-pio; E 707. fjp.epo-aoiTo; Hes. Op. 603. 67 y)-xo(tvi; Hes. Op. 527. Mit umgekehrter Stellung der Glieder : EOeve-7ao; n 586 („Kraft im Volke habend“). 2) Auf dem karmadharaja beruhende bahuvrihi. a) Auf dem attributiven. a) Adjectiv und Substantiv. ayav6- 294. aiv-apETT); 14 31. aivo-p.opo; X 481. aivo-TcaOf,; c 201. aiolo-Odipr,? A 489. aio7o-p.ŽTpir); E 707. ato76-ica>7o; I 185. axpiTO-p.uOo; B 246. axpiTo- 143 (paOu-Stvoei; < t> 15). P«06-£covo; l 594. BaOu-xA.fi; 14 594. [ia.fW-x.oT.7coc S 122. paOu-7cf,io; E 550. Pa06-7etp.o; I 151. paOu-ppoo; H 422 (= Sadov ooov ey«v; G. Meyer (Curt. Stud. V4. 257) fasst es [als tatpuruša = pa 06 pewv). 8a06-ffyoivo; A 383. [iappapo-^tovo; B 867. p7offup-MTu; A 36 (,,strotz- augig, Curt. Stud. I, 295 fi). yapyi-fovu? 14 428. y7aux-wTci; H 33 („lichtaugig“, Curt. Grdz. 2 163). y7.oxo-0op.oc T 467. Saff6-p.a7.7o; t 425. Srip.to-£py6; p 383. So7cy-au7o; 1 156. So7.ty-£yyf,; (J 1 155. So7ty- fpsffp.o; S 499. So7iyo-ffxio; T 346. Sou7tyo-Seipo; B 460. ’Eteo-x7y[eio; (’Eteox7y);) A 386 (vgl. skr. satjagraves, Fick Et. W. 2 193.). E6-atp.o)v E 79. eu-avOf,; 7 320. Eu-pota y 174. so-(Soto; o 406 (Potov Weidevieh). Eo-Scopo; D 179 (E6-Sc6pn Hes. Theog. 244). eo- eiSvi; T 48. eu-Epavi; I 472. su-£uyo; v 116. eu-^covo; A 429. eo-Opc? H" 13. eo-Opovo; 6)565. eu-Oup.o; c 64. s6-xv^p.i; A17. eu-xux.7o; E 453. E6-7etp.(j)v S 607. Eo-p.p.e7tnc A 47. eu-p-ever?!; £ 185. Eo-p.f.Sr,; E 314. eo-p//i7o; o 406 (nom. propr. B 714). eu-p.op 141. supu-a&svvi; H 455. supu-yopo? B 498. tiSu-stctic A 248. vimo-Scopo? Z 251. dpaou-xap§to? R 41. 0paau- piSn? I 81. 'nnuio-^alTTi; Z 469. t7U7rio-^app;n<; £1 257. iso-p.opo; O 209. xax.o-Etad)v a 41. y.ay.o-spyo; a 54. xaxo-p.7fyocvo; Z 344. xaxo-^etvo; u 376. '/.ax.o-T£yvyi? O 14. xaXXt-yuva«ca B 683. xaXXi-‘(wvoi; H 139. y.aXXW>p'E E 323. v.aXXi-y.o;Aoc I 449. y.aXXi-xpi$sp.vo(; S 623. y.aXXt-7uap7}o? A 345. xaXXi- 7 rX 6 y.ajj.oc S 326. xaXXi-pss9po; a 107. -/.aXXt-ppoo; B 752 (KaXXi-p6r, h. 5, 419). xaXXt-ujj.o5 e 33. IloXu- Seuxy)? r 237 („rukinreich a Curt. Grdz. 2 589). 7uoXu-&.u-v/io? & 114. IJok'j-?£ivo; B 623. xoA'j-xaL/.o:>v A 433. xoX’j-7r£v()'ric I 563. I loku-Tr/ip-ov-ičus « 305 (~oAu--vip,tov h. 3, 37). 7:oXu-7riSocc © 47. itoXu-irous s 432. xo).u-7rupo; A 756. xokd- ppvjv I 154. TCcAu-s-raipiAo; B 507. TCoku-Tpupcov B 502. xoAu-cpicp.ax.Os II 28. Iloku-ipup.os A 264. xo>,u-cp),om[ioc A 34. xoku-(op7£ A 448. ysp- w7cn? Hes. Op. 194. Hes. Scut. 387. Mit verkehrter Stellung der Glieder: TCoS-wxn; B 860. 1468- apyoc 0 185. llo8-apyn 11 150. p) Verhalnomen oder Verbalstamm und Suhstantiv. azni- -wl A 462. AiD-io^ A 423 („Brandgesicht“). 8ai-(ppwv o 356 (8anvai). pwvuE E 236 (St. pa „raschhufig“). rald-tppwv IN 300. ravu- nxn? H 385. ravu-ylw(7<70? e 66. ravu-ylw}pv 0 297. ravu-TCETClo; T 228. Tavu-TCTEpu? M 237. ravu-cploio? n 767. Tav6-$ Z 319. IvvEd-poio; Z 236. EvvEa-TCn^oc Li 270. £vv£-opyuio? A 312. £WE-wpo? S 351. £tctx- Poeio? H 220. ETTTa-TroSn? O 729. ŠTCrd-7iulo? A 406. 6xra-xvnp.o; E 723. 7iEp.TC-wPol.ov A 463. TCEvra-Ernpo; B 403. TC£VTnxovr6-yuo<; I 579. TEi-7cuXo; Z 416 ('Y<|/i-tojX 7) H 469). tty-6pocto; h. 3, 6. T7|X-auy^s h. 31, 13 (skl - . augasEick. Et. W. 2 27). uikt-Kpnavo; ep. 6, 5. ui|/i-i/iX5c0po; h. 3, 102. Suv y 128. etc-covuiao; 1 562. Ilsp£-[žoia i) 57. :repi-yXjwfe A 845. 7V£pi-7vXnO to? o 405, rcspt-tppMv E412. 7rpo-7)X7)$ o. 205. Trpo-tOjpir, B 588. Ilpo-voo? Tl 399 (I Ipo-vor, Hes. Theog. 261). 7cpo-£p.icTo? 163. d-soiSvis 4> 123. a-avipio? H 100 (,,ohne Herz “), d-avipio? p. 98 („olme Misgeschick 11 ). d-zAsvi? H 100. a-jcoup-o? B 213. d-aoupo? ■/) 64. a-Y.T7ip.tov I 126, x-ay'io? I 125. d-Aopo? K 258, d-p.svr,v6š /C 521. d-pifyavo; K 167. d-p.p.opo$ S 489. d-p.up.tov A 194 (,,ohne Tadel“, Curt. Grdz. 2 302 , 646). iv-asSvo^ I 146. iv-aiSvi? A 158. av-atptov E 342. av-aXxi; B 201. (dv-aXx£Ž7) Z 74). dv-diroivo? A 99. dv-aoy_oc B 703. av-auSo? e 456. dv-stp.tov y 348. dv-£.Xo? B 42.5. a-yoXo? S 221. d-yp£io? B 269. a-yprp.o- 5uv7i p 502. A-^euStic S 46 („kein Falsch habend u ). a-[iouTYj? Hes. Op. 449. a-Scco? Hes. Op. 258. d-p.top. 0 ? Hes. Theog. 259. dv-doTso? Hes. Op. 522. av-uSpo? Hes. fragm. 97. d-otao? Hes. Op. 600. d-o/tvo c Hes. Op. 493. d- 437. av-aip-toH P 363. av-iSpom O 228. dv-ouTY)Ti 62 . X 371. d-<77tou§£ 0 512. auro-vu^i 0 197, u.sTa-^Toi^t 'F 358, Tpt- (ttoi yj K 473 (Tpi-crroi^st Hes. Theog. 727). dpi- jaAO' statt xpaTai-yu£aXo;. Pag. 12 Z. 14 von oben scbiebe ein : oder vielleicht richtiger: .,schnell zu Schiffe.“ Pag. 18 Z. 18 von unten lies : Suc-tcovso; statt Soc-tovso?, Pag. 20 Z. 1 von unten lies : Hes. Scut. statt Hes. Seul. Pag. 41 Z. 11 von oben lies: ravu-pir,8vi? statt Pavu-p/mS"/);. Pag. 41 Z. 4 von unten schiebe ein: do-jboli-sp^po? Hes. Op. 411. Pag. 42 Z. 1 von unten lies : d-Oša-cpaTO? statt d-&s;-ipaToc. Pag. 46 Z. 11 von unten lies : Binder statt Kinder. Pag. 48 Z. 10 von unten lies: špi-ouvio; statt špi-ouvio;. Zur Geschichte der Anstalt Das Schuljahr wurde in iiblicher Weise am 1. October mit dem Festgottesdienste eroffnet, wobei der hochwiirdige Herr Canonicus und Propst Dr. Miiller freundlich das Hochamt hielt, wie er dies auch beim Schlusse des vorangegangenen Schuljahres gethan. Da die neu- ernannten Herren Professoren bereits eingetroffen waren, so komite nach Beendigung der Aufnahms-, .Wiederbolungs-, und Nachtrags- Priifungen sofort mit dem Unterrichte begonnen werden. Die Veranderungen im Lehrkorper waren folgende: I. 1) Mit Erlass des h. k. k. Landesschulrathes vom 23. Juli 1873, Z. 1836, wurde eroffnet, dass der Herr Minister fur Cultus und Un- terricht den Professor am Staats - Obergymnasium in Linz, Herrn Johann von Klebelsberg, zum Professor an dieser Lehranstalt er- nannt habe. Derselbe trat seinen Dienst am 1. October an. 2) Mit Erlass des h. k. k. Landesschulrathes vom 21. September 1873, Z. 2443, rvurde eroffnet, dass der Herr Minister fur Cultus und Unterricht dem wirkliclien k. k. Gymnasial - Lehrer am Staats- Obergymnasium zu Iglau, Herrn Dr. Julius Steiner, eine Lehrstelle am hiesigen Gymnasium verliehen habe. Derselbe trat seinen Dienst am 29. September an. II. Der Titel „k. k. Gymnasial-Professor“ und zugleich die Be- statigung im Lehramte wurde vom h. k. k. karntnerischen Landes- schulrathe zuerkannt den k. k. Gymnasial-Lehrem: 1) Herrn Christian Kroll mit Erlass vom 5. September 1873, Z. 2201, 2) Herrn Jakob Rappold mit Erlass vom 28. October 1873, Z. 2540, 3) den Herren Adalbert Meingast und Dr. Julius Steiner mit Erlass vom 7. November 1873, Z. 2670. 64 HI. Aus dem Lehrkorper sind geschieden die Supplenten: Herr Anton Fras und Herr Julius Biedel. Ihnen folgte zu Anfang des Schuljahres der Nebenlehrer der italienischen Sprache, Herr Karl Krall, der einen Ruf an die Riirgerschule zu Fiume angenommen hat. — Fiir ihre wirksame Thatigkeit wird hiemit der beste Dank gesagt. Gegen Ende November 1873 erkrankte Herr Professor Kroll an den echten Blattern, die ihn bis zum 7. Janner 1874 von der Schule ferne hielten. Den Unterricht iibernahmen die Herren Jager, Dr. S to iz und v. Kleinmayr sowie der Dir ec tor. Mit grossem Jubel begriissten die Schiller ihren wiedergenesenen Lehrer. — Ausserdem wurden einige Schiiler von den Blattern ergriffen, die im Winter et- was bedenklich zu werden drohten, ohne dass es aber zu einer Epi- demie gekommen ware. — Leider fiel auch ein Schiller, HussaViktor, einem Lungenleiden zum Opfer. Da die Leiche in die Familiengruft nach Volkermarkt gefiihrt wurde, so begleiteten Lehrkorper und Schiiler selbe nicht bis zum Grabe, sondern bis zur Gemeindegrenze von Klagenfurt (12. Mai). Ausserdem erfullten beide eine traurige Pflicht, indem sie einem ehemaligen vorziiglichen Schiiler der Anstalt, Herrn Tarmann Martin, der bereits dem Ende seiner Universitatsstudien nahe ins Vaterhaus zuriickgekehrt nach einigen Tagen seiner erschiitterten Pamilie entrissen wurde, am 9. Dezember 1873 zur ewigen Buhe das Geleite gaben. Dem allgemeinen Peste, welches in der Monarchie aus Anlass des 25jahrigen Regierungs-Jubilaums Sr. kais. und kon. Apostolischen Majestat gefeiert wurde, schloss sich natiirlich auch die Lehranstalt an. Um 8 Uhr Prtih fand Fest - Gottesdienst in der Gymnasial - Ka- pelle statt, welchen abzuhalten der hochw. Herr Propst und Domherr Dr. Mii 11 er die Gevvogenheit hatte. Hierauf hielt der Director eine langere Ansprache an die Gymnasial-Jugend, in welcher die Erschiit- terungen dieses Zeitraumes nur kurz, eingehender aber die so gewaltig umgestaltenden und fiir die Zukunft belangreichen Aenderungen und Verbesserungen auf dem Gebiete des Unterrichtswesens im Allgemei¬ nen, insbesondere des Mittelschulunterrichtes dargelegt wurden. An das begeistert ausgebrachte Hoch auf Se. Majestat schloss sich die Volkshymne an. Um 10 Uhr wohnte der Lehrkorper dem von Sr. fiirstb. Gnaden celebrirten Hochamte bei, worauf der Director in Begleitung der beiden dienštaltesten Herren Professoren Robida und Hohemvarter sich zu Sr. Excellenz dem Herrn Statthalter begab und die Bitte aussprach, den Ansdruck der Ergebenheit und des ehrerbietigsten Gluckwunsch.es an die Stufen des Allerhochsten Thrones gelangen zu lassen, was Se. Excellenz freundlich zusagte. 65 Vom 8. bis 11. Juni nahm der Herr Landes-Schulinspektor Dr. MathiasWretschko die Inspektion in den realistischen Fachern vor. Derselbe zeigte sich tiber die Aufmerksamkeit der Jugend, im wesentlichen auch liber die Erfolge sowie liber den Vorgang des Lehr- korpers befriedigt. Ueber die Beliandlung der Geografie und tiber wiinschenswerte Aenderangen beim Zeichenunterrichte, dessen Organi- sirang durck die bochortigen Erlasse eben geregelt wird, wnrden vom Herrn Inšpektor eingehendere Erlauterungen und Auftrage ausge- sprochen. Bisher hatte der h. karntnerische Landtag jahrlich 105 fl. zum Ankaufe von Pramien fur wiirdige Schuler gespendet. Da nach den neueren Gesetzen Preise-Vertheilungen auch an Volksschulen mehr ausser Uebung treten, so fand sich der hohe Landtag nicht mehr be- wogen, die besagte Summe fur diesen Zweck zu bewilligen, gewahrte sie aber zu Gunsten des Studenten-Unterstiitzungs-Vereines, bei dessen Ausweis sie auch verzeichnet ist. Ein wohlwollender Gonner der An- stalt, Herr Dr. Ernst von Edlmann, Gutsbesitzer und Advokat, hat indess in der Erwagung, dass die Sitte eingelebt ist und das Mittel gewahrt, diirftigen und wurdigen Schiilern sehr wiinschenswerte Hilfs- biicher, wie Levica etc. zu verschaffen, welche selbe selbst sich nur schwer oder gar nicht kaufen konnen, dem Director den Betrag von achtzig Gulden ubergeben, wodurch die Betheilung mit Preisen mog- lich wurde. Dem edlen Spender wird hiefiir im Namen der studierenden Jugend der innigste Dank ausgesprochen. Hochw. Herr Eugen Pierl hat giitigst Herrn Prof. Scheitz in der Abhaltung der Evhorten unterstiitzt, indem beide Herren abwech- selten, wofur demselben die Direction ihren verbindlichsten Dank aus- spricht. Der Schluss des Schuljahres findet am 30. Juli statt, da am 1, August die mundlichen Maturitats - Prufungen beginnen. Zur Begrussung und Betheiligung der Herren Theil- nehmer an der diesjahrigen XXIX. Versammlung deut- scher Philologen und Schulmanner zu Innsbruck hat der Lehrkdrper auf eigene Kosten 400 Separatabdriicke des literarischen Aufsatzes verfertigen lassen. 5 66 Wichtigere Erlasse von Mitte Juli 1873 bis Mitte Juli 1874. 1. Erlass des Herrn k. k. Ministers fur Cultus und Unterricht VOm 1. Juli 1873, Z. 132. Die Gymnasial-Matiiritats-Priifungs-Com- mišsioneu vverden ermachtigt, beziiglich eiiies Candidaten, der sich mit 'einem gesetzlich erworbenen Maturitats-Zeugnisse ftir Studien an tech- niseken Hochschulen ausweist, von der Priifung aus Mathematik, Physik und Naturgesehiehte in dem Falle abzuselien, als die in j enem Maturitats-Zeugnisse enthaltenen Noten betreffs dieser Facher nicht unter „ befriedigend “ stehen. In das neuerworbene Zeugnis sind die Noten -beziiglich der so ausgelassenen Facher aus dem ersten Zeugnisse unter Berufung auf dasselbe einzusetzen. 2. Erlass d. II. M. f. G. n. U. vom 17. Juli Z. 4972, ivornach iiber das Lelirziel und die Vertlieilung des Lehrstoffes-, soivie die zu venvenflenden Lekrbiicher betreff des stenographiseheri Unterriclites Bestimmungen getroffen werden. 3. Erlass d. H. k. k. M. f. C. u. U. vom 11. Sept. 1873 Z. 9592, ivornach betreffs Entlohnung fiir Ertlieilung des Eeligionsunter- richtes an Scliiiler evangelisclier Confession die Bestimmung getroffen wird, dass in Zukunft auf Grand des Gesetzes vom 20. Juni 1872 in ! so lange, als sich an keiner Mittelschule in Klagenfurt und Villach eine Anzahl von mindestens 20 Schiilern evangelischer Religion vor- findet, die Bestreitung des Kostenaufivandes! hierfur der betreffenden evangelischen Kirchengemeinde iiberlassen bleibe. Derselben steht es jedocli frei diessbezuglich in Gemassheit des §. 134 der evangelischen Kirchenverfassung vom 6. Janner 1866 (E. G. B. N. 15) im kirchen- regimentlichen Wege bei dem Ministerium um eine Unterstfitzung aus dem den evangelischen Glaubensgenossen Allerhochst gewahrten Staats- pauschale einzuschreiten. 4. Erlass des h. k. k. karntn. Band. Scliulrathes vom 8. Ok¬ tober 1873 Z. 2226, wornach auf die Einrichtung des Zeichenunter- riehtes wie sie im Minist. Verordnungsblatte N. 17 vom 1. September enthalten ist, hingewiesen wird. 5. Erlass des h. k. k. Ministeriums fiir Cultus und Unterricht vom 25. October 1873, Z. 14472, wornach die Bestimmungen des h. Miništerial-ErJasseš vom 24. Juli 1S49, Z. 5260 (E. G. BI. Nr. 337), dass Gymnasialschuler an Vereinen nicht theilnehmen, noch Vereine in der Eegel unter sich bilden diirfen, neuerdings eingescharft werden. 6. Erlass des h. k. k. Ministeriums fiir Cultus und Unterricht vom 5. November 1873, Z. 13690, ivornach Eemunerationen und Aus- hilfen, nachdem die Gehalte neu geregelt wurden, nur in ganz be- sonders riicksichtswiirdigen Fallen zu beivilligen sind. 67 7 . Erlass des h. k, k. Landesschulrathes ddo, 20. Februar 1874, Z. 456, womit ein Erlass der h. k. k. Landes-Regierung Mer an die k. k. Bezirksbauptmannschaften, das Verhalten bei der Blattern - Epi- demie betreffend, sowie diesbezugliche Weisungen der Direction zur Darnachacbtung mitgetheilt vverden. 8. Erlass des Herm Mi ni ster« fiir Cultuš und TJnterricht vom 10. Februar 1874, Z. 1755, dass die nach dem Gesetze vom 15. April 1873, Absatz 1, zulassige Vprriickung in 8. Rangclasse nicht auf ein Gesuch des betreffenden Professors zu genehmigen, sondern der dies- fallige Antrag unter Wurdigung aller Verhaltnisse vom k. k, Landes- schulrathe selbstandig in jedem Jahre zu stellen sei. 9. Erlass des li. k. k. Ministeriums fiir Cultus und Unterricht vom 6. Marž 1874, Z. 2710, wornacb die h. Verordnung vom 27. August 1854, Z. 11381/954, dass es den Schulern der Mittelscbulen oline besondere Erlaubniss der Lehrer nicht gestattet ist, mit Erzeug- nissen ihres Geistes vor die Oeffentlickkeit zu treten, indem sie sich eben erst in der Schule fiir eine ktinftige offentliche Wirksamkeit her- anzubilden haben, neuerdings zur genauesten Darnachachtung einge- scharft wird. 10. Erlass des h. k. k. Landesschulrathes ddo. 25. Juni 1874, Z. 1348, womit auf die in Nr. XI. des Ministerial-Verordnungsblattes erschienene Orgamsirung des Zeichenunterrichtes hingewiesen wird, in Ausfuhrung des sub Nr. 4 angefuhrten h. Erlasses. 5 * 68 Bestand des Lehrkorpers. 1. Director: Ludwig Schmued lehrte Geograpliie und Gescliichte in der 8. Classe. K. k. Gymnasial - Professoren und wirkliche Gymnasial-Lehrer *) 2. Hochw. Herr Carl Robida, k. k. Gymnasial-Professor, Capitular des hochw. Benedictiner-Stiftes St. Paul, lehrte Mathematik in der 8., Physik in der 4., 7. und 8. Classe. 3. Hochw. Herr Benno Scheitz, k. k. Gymnasial - Professor, Capitular des liochw. Benedictiner-Stiftes St. Paul, lehrte Religion in allen Classen, deutsch in der 7. 4. Hochw. Herr Norbert L e b i n g e r , k. k. Gymnasial-Professor, Capitular des hochw. Benedictiner-Stiftes St. Paul, Classenvorstand der 7. Classe, lehrte Geograpliie und Gescliichte in der 3., 4., 6. und 7. Classe und ertlieilte den Schreibunterricht. 5. Herr Thomas Hohenwarter, k.k. Gymnasial-Professor, Classen¬ vorstand der 8. Classe, k. k. Bezirks-Schulinspector fur Ivlagen- furt (Stadt) und Mitglied des stadtischen Schulrathes, lehrte Latein in der 4., Deutsch in der 8. und philosophische Propadeutik in der 7. und 8. Classe. 6. Herr J a k o b R a p p o 1 d, k. k. Gymnasial-Professor, Classenvorstand der 3. Classe, lehrte Latein und Griechisch in der 3., Griechisch in der 8. Classe. 7. Herr Vincenz Borstner, k. k. wirklicher Gymnasiallehrer, lehrte Mathematik in der 3., 4., 5., C. und 7. Classe. 8. Herr Adalbert Meingast, k. k. Gymnasial-Professor, Classenvor¬ stand der I. Classe, lehrte Latein und Deutsch in der 1., Latein in der 8. Classe und ertlieilte Unterricht im Gesange. 9. Herr Christian K r o 11, k. k. Gymnasial - Professor, Classenvor¬ stand der 2. Classe, lehrte Latein und Deutsch in der 2., Grie¬ chisch in der 7. Classe. 10. Herr Franz Jager, k. k. wirklicher Gymnasial-Lehrer, lehrte die ') Die Professoren und wirklichen Gyranasiallehrer sind nach der Zeit ihrer VVirksamkeit a n dieser Lehranstalt geordnet.