Nr. 45. <>l,,»u uze, >,l >l'!'»ritt» ' <1N! mplott ssaxzz. n. ll, bald-. s>. 5.'5«. «ür >>«» ^ufteUnng in« Hau» hall»!. « ^ lr, D,i! t>e>. Hlost „an,, K. >^>, holbj. s ? ii,». Freitag, 25. Februar. «876. Aintlicher Theil. 3e. l. und l. Apostolische Majestät haben mit «l'lerhüchster Entschließung vo,n ll, Februar d. I. aller Obigst zu gestalte» gcrul,l. das; dcr Seclionsrath i,u Uliinistmum des laiserlichr»» Hauses und des Äcußcrn 'udwig Przibram das Offizicrskreuz der französischen Ehrenlegion und dcr t und l. Legallonssecretär und dritte Dolmetsch lici d Orden dritter Masse nnnehmen und tragen dürfen. Am 1. März d. I. um '.) Uhr vormittags wird unter Intervenievuna dcr Ttaatsschulden-Controlcommis' ston des Reichsiathes in dem für Verlosungen bestimmten Saale im Aancogrdände — Wien, Zingerstraße -- die "4. Verlosung der Gewlnn'Nummern der Staatsschuld' vrrschreibuugcu des 8otto und die 58. Verlosung der Serien und Gewinn-Num» ">ern des Prämirnanleheus vom Jahre 1W l, vorgenommen werden. Von der t. l. Direction der Staatsschuld. Nichtamtlicher Theil. ^ie Antwott der Tilllei aus die österreichische Neformnote. Dle „W oeizulraaen. Alles was über dic ernste» Slöru,,. ^". welche dieses Pacificalionswert von Koustantlnopel """ kleiden löimie. bis jel^l in Umlauf gesetzt wurde, ^"rist sich somit als willkürliche Erfindung. Namentlich gehört hicher die i» einer stambuler Cullesvondeni des „Pester Aoyd" aufgetischte Sensa« tionsnachrichl, daß die diplom Nischen Bemühungen Oester> reichS und seil er Genossen tmrch die Intriguen eines Botschafters gekreuzt würde». Bisher hat die Eintracht zwischen den Mächten lell,c wie im,ner geartete Trübung erlilten und ihre Aktion isl sowol am Goldenen Horn als in Bosnien u» der Helzeqowina gegenüber t»n Insurgenten, sowie den Regierungen von Serbien und Monieneg'v eine vollständig übereinstimmende. Alle gtgcnlheiliqen Berichte beruhen ebenso wenig auf Wahr. hei: als die ähnlich lautenden pessimistische,, Darstel. lul^e,, der diplomaliichln Vage lur; vor Uedcrgabe der Resorlnnole. Wir lassen nun die blidtt, Schriftstücke im Wolt. laule solgtü: Raschid Pascha a« den l und l. österreichisch unga« rischen Volschafler in Konstant i n opel. Hohe Pforte, den llj. Februar l870. Herr Ootschaflerl Ich hal.c die tihre, zu Ihrer Kenntnis zu bringen, daß die hihe Pforte mit Sorgfalt die Bosnien und dic Herzegowina betreffenden fünf P>.nl>e geprüft hat, welche in der an dk Verttelcr Oesterreich U'^arne» iu Vondon, Paris und Rom serichtctcx und von Haer Ezcellenz mir durch Pcrlejut'N mündlich mit^ccheillcn Depesche Sr. EMcnz des Grafen Andrassy enthalten sind. l^a die hohe Pjolle di< Ueberzeugung crlangl hat. daß die Machte, um allen Verwicklungm, die aus der Fortsetzung der Unruhen in Bosnien und del Herzego mma enlslehen lohnten, vorzubeugen, g.'neigt sind. auf die insorgicrlen Provinzen mit alllu ih„cn zu^ebole stehen, dm Mitteln eine die rajche Pacificalion dcr letzteren be zweckende und bewirtend« moral.schc Pression auszuüben, und da sie abcrmalü eineu Vcwcis jowol des iönlliegen lommcns ge^en die Ralhschlügc der Mächte als des leb haften Wm'schcs gebe» will. die Ordnung und die Wohl« fahrt unter ihren verirrten Unterthanen wieder her. ! zustellet», so beeile ich mich, . Rcgicrung oo>, den eben erwähn« le„ wohlwollenden Olsiimuxgt!, der Mächte Act aenom' lllcn, Hut sie miltclst cilies lllis. Hrade Uou» l5>. Mou» harreu» l2i)!j die sofortige Dinchführnnq von vier Puul-ten der vorgeschlagei'lu slins i>, Bosnien und der Hcr z.gowina üugtordnel, und crllart sie sich e,n,chlossc>i, diese Puulte in ihrem vollen Umfange m diesen beide» Pro> vinzcu in Krajt lrcleu z» lasse». Den b>r in Abschrift beigeschlossenen, an die Vertreter Sr. Majestät des Sultans bei den Großmächten gcrichlele» Weisxngcu wollen Euer Excellenz entnehme», dah der fünfte Puntl durch einc Anordnung crsctzl wor^ dc<» isl, welche jowcl den Bediirfliifscu dieser Piovinzen als deu ilbsichle», welche den betreffenden Vorschlag des Grafen Andrassy hervorgerufen haben, in vollem Muße enlsp icht. Indem ich Euer Excellenz von dieser Cnlscheidung der h^hen Pforte in Kenntnis sehe, benutze ich diese Gc legenheit lc. R a s ch i d. Circular schreiben Raschid Pascha's an die Vertreter l er hohen Pforte bei den Großmächten. Hohe Pforte, den 13. Februar ltt?it Fhnen nickt unbclannt, daß Se. Elcellenz der Hrrr ^Diinister der auswärtigen Angelegcllhcittn Sr. l und l. Apostolischen Majestät eine Verständigung mit dcn Grosnnächtcn getroffen hat, um der Pforte gewisse, in Bosnien und der Herzegowina einzuführende Reformen freundschaftlich und zu dem Zwecke anzura. then, durch dieselben die Pacification unserer aufständi-fchen Gebiete einen Augenblick früher herbeizuführen. Vor einigen Tagen l>aben mir die Botschafter der drn Nordmächte, Herr Graf Zichu, Herr Baron oo»» Werther und Herr General Ignaliew deu Inhalt einer Deprsche des Hcrrn Grafen Antrafst) vom 30. Dezember au dic Vertreter Oestcrrcich so wcuigcr jr,nals eincn Zweifel gehegt, als es iyr ftlbi't am Herzen lag. dic>c verirrten intcrcssnulc» Völlcrschaflrn auf deu rech» tc» Weg zu führcn, um ihnen gleich dcn übrigen Pro. vinzrn des ikaiscrrcichcs die Vortheile der durch den jümMu Fcruw» von, 12. Dczrmbcr cingcführlen Wohl« tyalcu zuzuwenden. In Sorge um die Wohlfahrt uUer Seiner Unterthanen ohne Unterschied und in der Absicht, mit hoher und großherziger Initiative auf dic iu,urgierten Pro. vinzen ebcnsonwl dic bereits zugeslandcucn Bcgünstiguu« gen als die vom Grasen Andrassy in loyaler Weise an« geregtcn Maßregeln auszudehnen, hat rs Sr. Majestät dcm Sultan gcfallcn. indem Er diese Maßregeln als in den Kreis Seiner Suuvlrimltätörcchle salleiid und zu» Feuilleton. tin Huftizmorl. R,n,au von I. vernharbt. (stortsehung,) Eimge Minuten später kehrte der Polizeicommissar u^".^"^""- ^' beruhigte d'e tobende Menge ^ "e Ptrficherunli. der «rzl habe erklärt, die schöne Umo,,^0ertauserln die zuweilen an Nervenschwäch« ^ //' "^ ^"^ "'. "" ^°l°n he.rschende Hitz: wie durch E„„h ohnmächtig geworden u»d scho» wieder zuw Bewußtie,,' gelangt. Jedenfalls würde die größie wer?/"^ ^ s« getragen werden. Am nächsten Tage Er s^/^^.^""' ""^°" erscheinen können, "l lchloß mit den Worten: ..Es ist Mitternacht. Die Damen und Herren wer. "N so gut sein, stch z.l entfernen." b°a c^°^ °^r übel, die Gäste mußten gehorchen, und w°r i"°l, leert« sich nach und nach. Der Marquis a "" der letzte, der es ocrließ. Vaui?^ " ^ "''l schwankenden Schrillen nach der au? i^ bcgab, die auf der andern Seite der Strake ^nler Nch"^^' ^"l er plötzlich eine kreischende Stimme ht,t"H"r Marquis! Soll ich leben! warte,, Sie doch, Herr von Grandchamp wandle sich um. Der Jude Abraham und Heir Pcrrin waren ihm nachgeeilt. Der Alle mit der Brille fragte: „Nun, wie steht's mit unserm Geschäftchen, Herr Marquis?" Der Genannte starrte !hn a„. Er halle seine Brillanten, er hatte vergessen, daß es noch eine Well um ihn her gab. „Sie gehen fort," sprach Ab,al,am weiter, „ohoe zurückzuverlangen Ihre kostbare'» Steine. Uch .-»ie Iu^ gend! die Iuge»o! Wen» wir »licht so ewlich- ^^u«e wären. Sie könnten eingebüßt huben —" ..Es ist wahr. Ich dachlc „icht dalau.' „Ist gewesen elne große Thorheit von Ihnen. Wollen wir denn jetzt —" ..Es sei. Wie hoch schätzen Sie die Steine?" ..Ich meine, sie seien doch werth zehntausend Franken." „Gut! gut! Ich nehme sie." „Aber ich habe nicht bei mir so viel Grid. Ma:, nimmt nicht eine so große Summe unter die vielen Mengen mit — es gibt auch Spitzbuben darunter, fragen Sie nur Herrn Perrin. Aber morgen, so früh als möglich, können Sie das Geld bclommm." Dcr Marquis »nacht.: eine Geberde der Ungeduld. „Morgen. Sei es denn. Händigen Sie die Schmuck, fachen Herrn Petrin ein. Lr wird sie Ihnen gegen die genannte Summe ausliefern. Abraham verbeugte sich tief. „Soll geschehen, Herr Marquis. Ich habe die Ehre, mich Ihnen zu empfehlen ganz gehorsamst und bin glück« lich, Ihre Bekanntschaft gemacht zu haben." Herr von Grandchamp verabschiedete sich von beiden mit einer flüchtigen Haudbewegung uno schritt auf seinen Wagen zu. Aber er stieg nicht ein. Wie e« schien, hatte er seinen Entschluß geändert. Er rief seinem Kutscher, einem Engländer, zu: „James, fahre ohne mich nach Hause. Das Wetter ist so schön. Ich will noch einen Spaziergang machen. Vor allen, sprich nicht davon, daß wir hierher gefahren sind. Du verstehst mich." > „^!! riß!,t, ttir!« war die Antwort. Mit die,en Worten fuhr der Kutschet davon m,t, sein Herr schrill vorwärts. Indessen halte Abraham dem Diebeshehler zuge- „Du wunderst dich wol, daß dein Herr Marquis '.ms den kostbaren Schmuck zurückließ, ohne einen Schein zu verlangen. O, das schöne Mädchen hat's ihm ange-than bis zum Tollwcrden." Nach diesen Worten wandte er seme Augen schnell der Richtimg zu, die der Marquis eingeschlagen. Er sah, wie derselbe sich durch die Straße Saint-Honors langsam mit unsicherem Ganze wie ein Trunkener ent. fernte, und lachte laut aus. „Der Fisch hat an die Angel gebissen; er fitzt feft und mein Plon wird gelingen. Mein Liebling hat mich vortrefflich unterstützt. Ah. so ein feuriger Vlick thut 348 gleich als Ergänzung der bereits durch Sein jüngstes! erhabenes Rescript kundgemachten Verbesserungen be> trachtet, durch ein Iradc vom 15. Mouharrem l2W die Durchführung der nachstehenden Punkte anzuordnen, welche sich aus den von der hohen Pforte angenommenen Grundsätzen ergeben und welche ausnahmslos in allen Gebieten Vosnicns und der Herzegowina in Kraft zu treten haben werden. Diese Ergänzungsformel» find folgendermaßen zusammenzufassen : 1. Bolle und unbedingte Religionsfreiheit; 2. Aufhebung des Steucrverpachtungs«Systemes; 3. Verbesserung der agraren Lage der ackerbauenden Veoüllerung; 4. Einsetzung einer zn gleichen Theilen aus Muselmännern und Nicht'Muselmännern zusammengesetzten Lokalcommission, um im allgemeinen die Ausführung aller angeordneten Reformen zu überwachen. Was den in Verwendung der directen Steuern für die Bedürfnisse der Provinz selbst betreffenden Punkt des Vorschlages des Grafen Andrassy anbelangt, so macht die hohe Pforte darauf aufmerksam, daß diese Einrichtung mit dem allgemeinen Systeme unserer Finanz» Verwaltung nicht in Einklang ;u bringen wäre. Nichtsdestoweniger ist Se. Majestät, unser erhabener Herr, in den Gesinnungen Seiner Gnade und Seiner hohen Sorgfalt für die durch den Aufstand verwüsteten Provinzen, willens, daß ihre Lage von der Regierung in Betracht gezogen werde, und hat daher die Auswerfung einer Snmme angeordnet, deren Höhe auf Anord« nung Sr. Majestät nach Anhörung der Wünsche der administrativen Verathungslörpcrschaften auf Grundlage der Lolalbedürfnisse festgestellt werden wird. Diese Summe wird eine Ergänzung der bereits für die Herzegowina und Bosnien zu öffentlichen Zwecken bestimmten Ein« gunge bilden. Die Verwendung der betreffenden Fonds wird unter sorgfältige Controle der im Sinne des Fer« mans vom 12. Dezember einzusetzenden Provinzialräthe gestellt werden. Euere Ercellenz wird sich wesentlich an diesen Ideen« gang der hohen Pforte, der uns leinen fühlbaren Unter« schied zwischen dem Sachlichen der Frage und den, formellen Standpunkte der Vorschläge des Grafen Andrassy aufzuweisen scheint, zu halten haben. Ich schließe diese Depesche, indem ich auf Befehl Gr. Majestät unseres allcrgnäoigsten Herrn erkläre, daß die kaiserliche Regierung fest entschlossen ist, diese Reformen in ihrem vollen Umfange ill Vollzug zn setzen und jeden Angriff auf dieselben abzuwehren. Ich ersuche Sie, Herr Botschafter, die vorliegende Depesche Seiner Ercellenz dem Herrn Minister dcs Aeußern vorzulesen und ihm Abschrift derselben zu hinter« lassen. Empfangen.... Aeichsrath. 188. Vitznng des Abgeordnetenhauses. Wien, 22. Februar. Abg. Krzeczunowicz begründet seinen Antrag, betreffend die Gewährung von Steuerfreijahren für Neu», Um« und Zubauten. Finanzminister dePretiS bemerkt, die Regierung fei eben daran, Ueberaangsbestiinmungen zu erlassen. Wenn aber das Haus dem vorliegenden Antrage Folge geben wolle, so habe die Regierung nichts dagegen. Der Antrag Krzeczunowicz. wird dem Steuerreform»Aus-fchusse zur Vorberathung zugewiesen. Das Gesetz, betreff-nd dcn Vahnbau Mürzzu-schlag'N eub er g wird in dritler Lesung ange» nommen. Wunder. Der Herr Marquis ist in meine Hände ge. geben." Und dem Diebeshehler auf die Schuller schlagend, setzte er hinzu: „Und am Ende die Ohnmacht — o, ein prächtiger Effect. Demoiselle Mars im Theater franpais Hütte ihn nlcht wirksamer ausführm können." Herr Perrin, der von alledem. was sein Gefährte sprach, nichts begriff, schüttelte verwundert den Kopf. „Ich weiß nicht, was Sie meinen, Herr Vidoc." „Ist auch unnöthig. Aber höre jetzt, Alter. Du wirst morgen früh zu mir kommen. Du findest mich in der Straße Eloche stellte Interpellation über die Invalidengehalte und erllärt, daß mit Verordnung ocm 7. Februar 1876 die Auszahlung der Gebühren geregelt wurde. Die Gesetzvorlage über den Bau der Bahn Bozen < Meran wird in dritler Lesung angenommen, ebenso das Gesetz über die Eröffnung von Nachtrags« crcditen zum Staatsooranschlage für das Jahr 1876. Es gelangt sodann die Regierungsvorlage, bctref-fcüd das Ges.tz über die Herstellung einer ^ocomolio Eisenbahn von Tarvis an die Rtichsgrenze deiPon» tafel zur zweiten Lesuna. In der Generaldebatte sprechen Abg. Teuschl liegen die Vorlage, Abg. Stelle und Pflügel für dieselbe, wobei besonders oAusschusses vom 22. d., der vonseite der Regierung Handelsminister Ritter v. Chlumecly und Sectionschef o. Nord-ling anwohnten, referierte Abg. Dr. Ruß namens des Subcomitss über die Regierungsvorlage, betreffend die Fusion der galizischen Bahnen, welche nebst dem bekannten Antrage des Abg. Iaworsli an dieses Comits zur neuerlichen Berichterstattung zurückgewiesen worden war. Der Referent stellte den Antrag: „Die Regierung wird aufgefordert, die Dniesterbahn für den Staat anzukaufen, den Bau der Tarnow-Leluchowcr Bahn weiter zu führen; bezüglich der Albrechtsbahn habe es bei deren gegenwärtigem Stande zn verbleiben." Dcr Handels-minister erklärte hierauf, daß ihm gegenwärtig nicht die genügende Information zugebote stehe, welche ihn in die Lage setzen wnrde, den Standpunkt dcr Regierung gegenüber dem neuerlichen Antrage des Sub' comit6s zu kennzeichnen. In der nun folgenden kurzen Debatte würd? unter anderm die Besorgnis ausgesprochen, die 16 Millionen Prioritäten, welche die neue Gesellschaft hinaus zu geben hätte, lönnlen nothleidend werden. Der Handels -minister wies nach, daß diese Besorgnis uuliegrimdet sei, da ja gegenüber den 816,000 fl., welche die acht-pcrzentige Verzinsung dieser Prioritäten erheische, der Staat jährlich eine Summe von mehr als 900,000 st-garantiere. Schließlich wurde der Antrag des sllMocdlltlei« Iaworsli. die Beschlußfassung über die Anlriiac dcS Suucomitsö zu vertage,,, bis die Regierung in der Lage sein werde, zu dielen Anträgen Etcllullg zu nehuil", mit 13 gegen 11 Stimmen angenommen. Die Wahlen zur französischen Nationalversammlung. Wenngleich auch zur Stunde »och nicht das ac»n;t Ergebnis der Wahlen für die neue französische Nationalversammlung bekannt ist, so ist doch bereits soliicl con-slatiert, daß dieselben in jedem Falle, wie immer auch die wenigen noch ausständigen Wahlresultate lnulen mögen, einen entscheidenden Sieg für die Sache der Republik aufweifen. Der zunächst erhielte große Erfolg wird durch die Thatsache illustriert, daß der allenthalben in eigener Person geschlagene Bussel seine Entlassung überreicht hat und höchstens noch auf Mac Mahons Bitte auf dem Posten, von dem er durch das Verdict ber allgemeinen Abstimmung abgesetzt worden, bis zum Z'isammenlrilte der Kammern bleil,en wird. Inzwischen erweist sich durch oie „enesten Berichte der Sieg der Republikaner als ein immer glänzenderer. Von 499 Candidaten gehören 293 ihnen an, nemllch 17 Radicale, I«? Repnblilaner, 7l conservative Republikaner, l8 konstitutionelle Conservative. Die legi-timistische Minorität hat es nur auf 23, die bonapar-tistische auf 59 gebracht. Der sogenannten Conservatioen sind es bis jetzt 20. Am stärksten ist unter den Republikanern die Partei vertreten, die der Fahne Gambetta's folgt, und sie wird somit berufen sein, die Führung der Republikaner zu übernehmen. Die Radicalen bilden eine unbedeutende ssrac-tlon und können nur dann ersprießlich wirken, wenn sie sich der republikanischen Fortschrittspartei anschließe"' Stärker ist das linke Centrum vertreten, das jedoch, allerdings erst nach manchen Schwankungen, der Republik zugercigt ist, wcil es in ihr die Interessen Frankreichs am besten gewahrt sieht. Das linke Centrum wird bei der Neubildung des Eabincts eine hervorragende Rolle spielen, aber es wird. auf die Unterstützung der übrigen Rtpnblilaner anaewi se„, „ur dann seine Post' lion behaupten können, wenn es sich entschlossen ze«^' die republikanische Ioee in den verschiedenen Zweig"' der Staatsverwaltung zu verwirklichen. Die Restaurationspolilil der Monarchisten '!' nnmöglich, denn die monarchistischen Parteien hab'" bisher nicht mehr als !30 Tlimmcn aufzuweisen. Unter ihnen ist der Bonapartismus an, stärksten, "it »^ Stimmen, vertreten; ihm dürften auch bei den engern Wahlen die meisten Stimmen zuwachsen. Die Gonapal' listen verstehen sich eben besser als die Legitimisten uno Orleanisten auf die Ausbeutung des allgemeinen Stimm- 349 rechl^ und zählen unter den einflußreiche Prllfecten hiwebende Freunde. Trotzdem sind sie unschädlich, wenn d<> republikanische Majorität, belehrt durch so viele trän. 'lge Erfahrungen, einig bleibt und mit Klugheit und Mäßigung ihre Stellung in der Hammer auSnicht. Es ist nicht uninteressant, davon Kenntnis zu m!j men, wie sich .an, Vorabend der Wahlen Mi Älallcr aus den cntgcgc»gchtzten Agern, „Opinion Nationales und „Gazette dc France", über die Bedeutung ocs Vcv-dictes der allgnneincn Abslinnnnnz aussprachcn. Die Opinion Nationale sagte uc.raus, es werde clilf die eclatanteste Art bewiesen werden, daß die Spaltun. aen. deren trauriges Schauspiel die Nationalversammlung Frankreich und Europa zur Schau gab, außerhalb der Gänge von Versailles und des Gräbersaales nicht bestehen, daß der Klericalismus nur ein zufälliger Alp, daß die Reaction nur ephemer und schließlich, daß das ganze hart betroffene Frankreich über das Mittel gegeil icine^Uedel, sowie über dic Ursache dieser Ucbcl einig 'It, Schon lange beschäftigt die Monarchie, unter allen chrm Formen, göttliches Recht, doclrinärcr Constitnlio» nalismus oder casarische Dictalur, nicht mehr die allgemeine Abstimmung. Diese spricht aus: l>s ist nicht wahr, wie unsere Gegner behaupten, daß zwischen den vnschicdellen Massen Antagonismus der Meiuungcn und ber Interessen besteht; es ist nicht wahr, daß die einen "lles zurückhalten und die anderen alles nehmen wollen; ts ist nicht wahr, daß die einen behaupten, Frankreich und Rom im Namen des heiligen Herzens retten zu wollen und daß die auoercn nur den Umstnrz d",r Grundlagen der Gesellschaft tränmen: cS ist nicht wahr, daß der Bürgerkrieg in, latenten Zustande ill Frautrcich besteht. Dic Gazette dc France bekräftigt dies wcu^-Nens nach einer Richtung, indem sie schnibt: „Was vcr^ Iteht inail nntcr einer Republik? Wenn man die Reden drr Hclllptcr dieser Partei durchlesm hat, darf man ohne Schwierigkeit antworten: „Die Repnblil ist die Ans-wel'sung der Jesuiten, der Krieg ohne Barmherzigkeil 3egen die Kirche. Nur über diesen einzigen Pnntt „um Nden Preis mit den Katholiken und der Geistlichkeit en, Ende inachen" ist man im Vager der Republik ein» winning einverstanden." , Von dcm Treiben in Paris am Wahltage Nlbt die ..Franz. Corr." folgendes Bild: „Nachmittags l llhr trotz des regnerischen Wetters, welches den Vor-"uttag über uorl,errschlc, war in Paris die Theilnahme "u den Abgeordnctenwahlen allenthalben eine sehr leb' ^flc; nachmittags drängten sul, oic Wähler in hellen scharen zn den Urnen; noch vor der Thüre des Sec-uons.Bureaus hörte mail hänsig politische Discussiuncn, >o namentlich in, fünften Bezirke, wo in der Rue des ouis Blanc's uud über die Frage, ob derselbe wohl daran gethan hätte, seine Candioatnr in mehreren Ar» wndijsciucnlö zllgleich zn stellen, zuletzt in eine Hchlagc-"' alisa.tete. I:n ersten Bezirke hatte sich Herr Hanß-mann nlit einem nenen Straßenanschlage eingestellt! >är wendet stch darin speciell an das Bauhandwcrl und ucr-!prichl, wen,, er gewählt würde, ncne Straßen-Erwei U'ninqcn durchzufttzcn. Als ob er selbst in diesen, un« ^ahrlchrinlichm Falle irgend einen Einflnß auf die pa< "'"' Gemeindeverwaltung üben könnte! Dic Wähler ^. Ui. ArrondissenlcntS erfnhrcn wiederum an den ?llaße»eckcn. daß Garibaldi, der sich in der Rolle Mus pariser Kurfürsten zu gefallen scheint, ihnen die "aiwidntnr des famosen Ex-Generals Crcmcr nicht bringend genug ans Herz legen könne. In Belleville wo die Wahlbureaux mit einer besonders starken polizeilichen Bcdcckuug ausgestattet waren, gicng alles in nnistcrhaftcr Ruhe vou stattcu, wie dcun der Rnf, daß der Wahlact selbst sich nirgends in so ungetrübter Ordnung vollziehe, als gerade an diesen, Herde allcr Rcvolntioncn °mh hente sich wieder rechtfertigen zu wollen scheint. Aus Bosnien »«ht der „Pol. Corr." über die Ereignisse im Insur. rectlonslager nachstehender Verlcht vom 20sten l>- M. zu: Nach mehr als zwülflägiger Waffenruhe hat es sich 'm ^n,urgeulenlager wieder zu regen begonnen. Die ^urgcnlcn haben nach mehreren Seiten hin die Offen« in„"^"' ?""^'t '^"c fich Ost'ja Vojnovit mit 5 ^^c^ . ^'L d" ^iühe von Nooi. Bei Vuvanza ii^<" ""^ d,e Türken und da kam es zu einem mehr- es^?.7?"^^'^- ?""^' welcher für beide Theile »ultatlos end.gte Türken, wie Insurgenten schlüge» in "r Nacht e.ne andere R'chtung «in, welchc beiderseitige "ewcgung das merkwürdige Ergcbni« hatte, dah sich die hÄn" btl Tagesanbruch am 12., ohne e«'oeru.H zu Mtzlick"" bei Ivanslo 'V^ ^genuberstauden. Nun ging der »ampf von " an und da,lerle durch volle 10 Stunden Da« c'ullat dcs Tagcö aber war der Rückzug der Insur- ^ "ltl^ welchen die Munition ausgegangen war bclitf «I ^"?^° ^'""lt in dcm Gefechte von Ivansto ktmln F/"s 68 Todte und Verwundete. Die Insur. ""büßten mindestens dle gleiche Zahl von Veuten ein vo» ^ ^"utet. soll demnächst Server Pascha' 'vo er «?"" '""""end, hier durch nach Wien reisen' ^lisH n^''" Mission in Bezug auf den Anschluß der ^2" hüll '"" "' "^ österreichischen ^nien zu ent. Politische Uebersicht öatbach, 24. Februar. Die Debatte im Abgeordnetenhause über die rumänische Convention dürfte am Freilag beginnen und, wie erwartet wird, am folgenden Tage beendigt werden. Samstag Abend sollen die Deleaalionswahlen stattfinden. Im ungarischen A bgeord netenha use wurde am 23. d. die Specialoebatte über den Gesetz, entwurf, betreffend die Steuermanipulation, zu Ende ge« führt. Die drille Lesung findet heute statt. ES folgte die Verhandlung des StaalSoertrageS mit der Schweiz, betreffend die Niederlassung und den Rechtsschutz der beiderseitigen Staatebürger. Der Vertrag wurde unoer-ändert angenommen. Bis auf die „Kreuzzeilung" haben sich alle berliner und die großen preußischen Provinzblätter über die Er» nennung deS Grafen Otto zu Slolberg zum Botschafter beim wiener Hofe ausgesprochen, und das Urthcil über die Wahl lautet beiuahc übereinstimmend dahin, daß sie eine außeroideullich glückliche gewesen sei. In Fraulreich ist das Unvermeidliche eingclros. sen: der Marschall Mac Mahon Hal die Demission Buffets, nachdem dieser das beschämende Geständnis gemacht hat, daß er nicht mehr die genügende Autorität besitze, um tie Verwaltung fortzuführen, angenommen. Wie man dcr „Indöpcndance Belge" aus Paris berichtet, dürfte Dufaure berufen werden, bis zum Zusammentritte der neuen Kammern die Leitung des Ministeriums des Innern interimistisch zu übernehmen. Die pariser Journale beschäftigen sich meist nur mit den hauptstädtischen Wahlresultaten. Mit Aus< uahmc des „Journal des D6bats" zeigen sich allerepu. blilanischcn Organe in hohem Grade befriedigt. Wie man aus Madrid telegraphisch meldet, ist auch Tolosa, die Hauptstadt GuipuzcoaS, wie Estella erst nach vorausgegangenem ernstem Kampfe in die Hände der Rcgierungslruppeu gefallen. Es war dem jungen Köm'g Alfonso vergönnt, an der Spitze seines siegreichen Heeres in dir llhle Burg des Prätendenten einzuzieheu. Von Tolosa ist der König unverzüglich nach San Sebastian aufgebrochen, in dcssen Umgebung ?S gilt, mit oen Resten des Rebellcnheeres aufzuräumen. So bcllagenSwerth dieses Blutvergießen für eine von Anfang uerlorne Sache sein mag, so darf mau cS doch wol als einen Gewinn für Spanien bezeichnen, wenn die baslischen Provinzen nicht durch einen faulen Eon-vcnio pacificiert werden, sond:rn durch Waffengewalt. In Rom wnrdc au» 1U. d. im Palazzo delta Minerva beim Ministerpräsidenten ein Ministcrralh abgehalten, um den Tan der Wiedercinberufung der Kammern zn bestimme» nnd dir ^istc der zu ernennenden Senatoren fcstznstellen. Abends reiste dann dcr Minister-Präsident nach 'Neapel ab, um dein Könige die Bor» schlage des Ministerinms zu unterbreiten und seine Be-fehle einzuholen. Als der Tag, an welchem die Kammern wieder zusammentreten sollen, wird der 6. März genannt. Die Anke läßt schon znm vorans verkünden, daß sie gleich nach Eröffnnng der parlamentarischen Arena der Rcgicrnng mit zwei Interpellationen zulcibc gehen werde. Dic eine dieser Interpellationen soll den dcr Schifffahrtsgesellschaft „Trinacna" gewährten Borschnß von fünf Millionen ^ire, die andere die Verzögerung dcr löinbernfnng dcr Kammern lind das Arbeitsprogramm derselben betreffen. ^aul Telegramm auS Konstant! no pel ist am 22. d. der in Aussicht gestellte kaiserliche Irade inbetreff von Bosnien und dcr Herzegowina erschienen. Die Bestimmungen dieses neuen Erlasses des Sultans haben den Zweck, sofort in Bosnien uud der Herzegowina einen Zusta„d herzustellen, welcher die Einführung der von den Mächten gewünschten und formell publicicrlen Reformen möglich macht. Der Irade ertheilt allen Insurgenlen und Flüchtlingen, welche tinnen vier Wochen in ihre Heimat zurückkehren, Amnestie und ordnet ferner eine Rcihe von Maßregeln an, welche die Rück. kehr den Flüchtlingen auch thatsächlich möglich macht. ES wird denselben verheißen, daß ihre Häuser und ihre Kirchen auf Staatskosten hergestellt werden sollen, ferner werden den Heimkehrenden die Mittel übergeben, um ihre Arbeiten aufzunehmen.__________ Oagesneuisslieiten. - (ffur II tl! hllus in Merll n.) Dti Kaiser Hal, wie die „Wirmr Zeitung" meldet, mil Vcjriediguug be» Veschluß del. Stadtgemeilldt Merun, d°« olle Fllrstenhaus daselbst, den gen, gewilhllcn Ausculhall mehrerer laiserlicher Ahnen von der tiroler lümc, i» aufrechtem Stande z» erhallr«, zur Kenillni«' gliiommcll und als eine» Veittag zur Helstellima. und Instand-sitzmia. dies'« alterlhilmlicheil «audelilmal« ein- silr allemal 3'»<» fl. auS der Privailosse bewillig!, bncn zwcckrnlssiilchrudc Vellvuduug die Eenli-ülcommissio« am 2l. b. die Feier dcr Er. Hebung der Vewtrlie>chule zur ötualslehransialt statt, bei welcher Hofrath Vblur namens der Regierung die lreierung einer Universität in Salzburg in «u«sichl stellte. (Vevorllehellde Reise de« persischen Thro „ so l ge r« nach Vur opa.) Wie die «Pol. 3orr." einem Schreiben von Teherau, 18. Illuner, entnimmt, beabsich« ligt der Schah vou Pcrsien seine,, prUsumliven Thronfolger, den Prinzen Mlizrffer.Ebdin, zu seiner Aulbilbung nach Vuropa zu schicken. Prinz Muzefser wirb ohne allen Pomp und große« Ve< folge incognito al« einfacher Perser reisen, um die gehvrige Muhe zum kernen zu gewinnen. — (Von der agramer Universitllt.) Vla» meldet au« 2gram, 2l. Februar: Die in letzteren Tagen an der hiesigen Universität seilen» der Studenten anläßlich der «elegie» rung eine« Juristen unterbrochenen Vorlesungen wurden hntt, in größter Ordnung wieder aufgcnnmmcn, , -(»u«stel lung in Algier.) l'aul einer Mittheilung des l. und l. Oeneralconsulllte« in Algier ist die dort projektierte Ausstellung von Producten der Industrie und de« Nllerbaue« vcrlagl und au deren Stelle von der dortigen landwirlhschafllichen Vesellschalt eine Prei«beweibung sllr Geemftänbe beS Garle». und Nclerbauc« auf deu Monat Aplil l. I. ausgeschrieben wor. den, an »vllcher Fabrilauleu von Acker« und Oartcnbaumajchinen theil nehmen lünnen. - (Falsche V ri e s m ar le u.) Iu lehterel Zeil wu,» den wiederholt Falsificale von üfterrelchischen Vriefmarlrn zu zehn Kreuzer, die auf lithographischem Wege erzeugt waren, von ter Vehürde beanständet. Schon bei fluchnger Velrachlung ber Marleu sind die lalschen von den echten zu unterscheiden, b» der äuße»e Theil der Malle, welcher die Arabc«len enthält, dadurch, daß die blauen Theile derselben durchweg» viel ftürler ansgesllhrl sind als du ber echten, ein mehr duulle« Aussehen erhalten, und sich da« mitllcrc Medaillon infolge dessen weniger schars von dem Randc abhebt. Auch erscheint da« Portrait de« Kaiser« undeutlich, insbesondere ist die Zeichnung deS varle» sehr blaß, — (Von Wolfen gefressen.) Ein Ehepaar fuhr mit seiner achtjährigen Tochler vorigen Samstag von Muulacs nach R.-Nlma« um bort Verwandle zu besuchen. Sie waren schou nicht sehr weit vom Dorfe, al« die Pferde plötzlich die Ohren zu spitzen, zu schnauben und sich zu bäumen anfingen. Die im Wa» gen Sitzenden solllen nicht lange über die Ursache davon im Zweifel bleiben. Acht Wälse wurden seitwärl« von der Straße sichtbar, welche gegen den Wagen herangerannt lamen. sin Enl» rinnen war nichl möglich, denn die Pferde blieben plühlich stehen, wie festgebannt und rührten leinen Fuß, so sehr auch der Kutscher in sie einhieb. Die Wolfe hatten bald den Wagen erreicht, dessen Insassen alle vom Schreck gelähmt waren. Nur der Kutscher ver« lor die Geistesgegenwart nicht. Lr durchschnitt mit feinem Taschen» Messer die Stränge de« eine« Pferde«, schwang sich aus seine« RUcken und spornte ihn mit Messerstichen an Laut auflvichslnd jagte da« Roß ,m rasenden Galopp m»l seinem Netter davon, ohne von den Wölfen verfolgt zu werden, die über da« sudele Pferd und die uuglllcklichr Familie t>lfi?len. Al« nach eiuige« Stunden ber Kutscher mit bewofsiiele» Dorsteuten on die SleUe zurücklehne, fandru sie nur mehr «och b« fchrecklich verstümme!« ten Leichen. — (Gustav Nasch) Der Schriftsteller Vustav Nasch wulbe diele, läge vom Krei«gerichle zu Vraunschweig wegen lllr»' gehen« ssegm die tz6 139 und 131, dc« deutschen ReichSstrafgeseh. buche«, begangen durch Veröffentlichung „mr Schrift uuler dem Tiltl „die Preuße» in «tlsah'Kolhrillgen", zu l<> Moualeu <5e. twgnis vcrurlheill. — < « asin 0 vra nb in Ud > ue) Äu« Udine wird br-richte!: Am lv. l>. um U llhr nachmittag« brach »m hiesigen städtischen Casino Feuer au«, welches in drei Stunden bieje» Object vollständig einäscherte. Da« Casino, in den, großen Rath«» saale dcr Notablen des ehemaligen Herzoglhumes Friaul im Jahre I87ii sehr elegant eingerichlct, bestand aus einem prächtige« vallsaalc und au« mehreren Spiel» u«b Villarbzimmern. Im Parterre war die schöne Loggia, wo die SridencocouSmärltt ab« gchalte» wurden. Der schöne Vtenalssancebau wurde un Jahre 1448 von dem Archiltlten lüon'Uo beendigt und bilde:« die schönste Zierde unserer Stadt. Ganz in Marmor ausgeführt, ruhte er auf 64 lorinthlfchen Säuleu. Trotz der anstrengenden Arbeit der Feuerwehr und be« hier garnifonierenden Militär« lonnlc nicht« gerettet wnden. dige Feier de« 70. Geburtsfeste« de« illustren Dichter«. Staat«' manne« und Patrioten Anton Graf Auersperg (Anastafiu« Grlln) zu veranstalten babe, einstimmig angenommen und in dasselbe die Herren V » mberg . Dr, K ee « b a ch er, Dr. Leil» maier, Lestovic, Dr. Schaff er und Dr. Sup pan gewählt, — Landeshauptmann Dr. Ritter o. llaltenegger besprach hierauf die Äusgleichsverhandlungen mit Ungarn in ihren verschiedenen Phasen, gab einen sehr interessanten geschichtlichen Abriß der Entstehung der gegenwärtigen dualistischen Staatsform in Oesterreich und stellte schließlich den «ntrag auf Fassung nach» stehender Resolution: „Der coustitutionelle Verein spricht e« al« l»ine Ueberzeugung au«, daß bei den bevorstehenden Verhandlungen mit der ungarischen Reichshtilfte leinem Vegehren stattzugeben sei. welche« die diesseitigen Länder der Monarchie mit größeren Lasten al« bisher belegt, da« einheitliche Geldwesen und dic «lredilverhältnisse Oesterreichs benachteiligt, schließlich also die einheitliche Kraft des ganzen Reiche« gefährden würd«." Zusah: «Der const. Verein gibt sich der Erwartung hin, es werde der mit Umstch» gepaarten Festigkeit unsere« parlamentarischen Ministerium« gelingen, die bevorstehenden Verhandlungen mit der ungarischen Regierung im Sinne dieser Resolution ,u einem ge» «eihlichm Erfolge zu leiten " Mit der einstimmig erfolgten Nn-uahme dieser Resolution war die Tagesordnung der Versammlung erledigt, und wurde oiesclbe hierauf vom Vorsitzenden Tr v. Schrey um 9'. Uhr geschlossen, — (Instruction für die l, l. S t e n e l iim l e r.) Da« Ministerium de« Innern hat im Einvernehmen mit dem t. l. Finanzminisserium «ine Aenderung der am 12. Februar 1875 hinausgegebenen Instruction für die l. t Tteuerämter zur Durch< fllhrnng der Orundenllaftung in Vezng auf die Veld- und Na» luralgiebigleiten fllr Kirchen. Pfarrer, und Schulen nach dem Lande«gesetze vom 18. Juli 1871 angeordnet. — (Vom Amte suspendiert.) Ueber Auftrag de» Lande«schulra,he« wurde vom Veziilsschulruthe Laibach Umgebung dl« Suspension von Amt und Gehalt geqcn den Lehnr O^imel von D « biova w'gtü der in unserem Matte, bereits mitgetheilten Mishandlung eilie« Hchulmädchen«. rlicksichUich welche« die gerichtliche Untersuchung bereit» im Zuge ist, verhängt, — (Vemeiu de wählen.) Mit Vegiun des kommenden Monates finden die Vrgänzungswahleu in den laibacher Gemcindcc rath statt. Die Tage, an denen die Wahlen vorgenommen werden, find noch nicht festgesetzt, werben jedoch demnächst bekannt gegeben werden. Zu wählen siud diesmal im ganzen I 1 Ge -meinderäthe und zwar ze 4 aus dem ersten und dritten, und 3 au« «e« zweite» Wnhllörper. Mit dem morgigen Tage, den 26. d., läuft die Reclamation«srist ab; milge daher jeder, der sich hinsichtlich seine« Wahlrechte« verlilrzt glaubt, oder einen sonst,« gen berechtigten Eiuwurf gegen die ucim Magistrate zu jedermanns Einsicht aufliegende Wählerliste erheben zu können meint, die lurze Spanne Zcil bis zum Schlüsse der Reclamatiunssrist zur Vordringung und Vegrlrntmug seiner Eii'wände benutzen, da nach Nblaus des Telmiu« erliobem Neclamaliouen leiue Ve-nictsichtigung mehr finden lönne». — (Theater.) Da» sUr heute abends projeltielt gewesene Gastspiel der kleinen Dora Fries« mußte eingetretener Hindernisse halber bi« zu V,qinn de« kommenden Monat« verschoben werden. An dessen Stell« erfolgt heute da« erste Debut de« als Rtmplacant für Herrn Iank neu engagierten Vithnenmitgliede« Herrn O. Lemaitre; derselbe hat sich zu seinem Antritte E. Vauernfeld« dreiactige« Schauspiel „Ein deutscher «rieger" gewählt. — («giozu schlag.) FUr den Monat März d. I. wurde der »giozuschlag »u den telegraphischen Depeschengebilhren nach den außereuropäischen Staaten auf 4 Perzent nnd der An-nahmewerth «ine« Napoleonsd'or mit 9 st. 19 lr. ö. W. in Papier festgesetzt. - (Postalische«) Nie die «Gemeindezeitung" berichtet, wurven di« Postämter Tommenda S t. P e t e r und St. Martin bei Stein ihre« allzugeringen Erträgnisse« halb:r auf» gelassen. Auch die Votenfahrt zwischen Krainburg nnd Stein soll angeblich demnächst zum Theil aufaehoben werden. (Verunglll ctt.) Ein trauriger Ungllllksfall ereignete sich am 20. d. in Soderschiz. Der Vesitzer der dortigen Mühle macht« sich im Laufe desselben Vormittags daran. oaS Mühlrad von dem Eise, welche« sich stellenweise um dasselbe gelegt hatte, freizumachen. Da« Unglllcl wollte es, daß er hiebei, sei es nun au« Unvorsichtigkeit oder einem sonstigen unglücklichen Zufalle, von dem Rade erfaßt und m>t dem Kopfe nach vorne so heftig zu Noden gedruckt wurde, daß er sofort todt blieb. — (Imp ort von ungarisch en Weinen.) Wie die «Er. Tgpst." schreibt, ist heil.r die Einfuhr von ungarischen Weinen, insbesonder« au« der Hegend von Fünflirchen, in Sleiermarl und Kr a in eine äußerst bedeutende. Namentlich sind e« Rothweine, die hier stark Eingang finden und mit 4 bi« 5 fl. per Eimer gekauft werden. Der Prei« der einheimische», lrainifcher und insbesonder« steierischer Weine wirb hiedurch we» sentlich gedruckt. - (Schwnrgerichtswelen.) Im Jahre 1875 wurden beim l. l. LandeSgerichte Laibach im ganzen 53 und beim l. l Krcisgerichtc in Rudolfswerth 21 Schwurgerichlsverhand« lungen durchgeführt. Fllr die ilbrigeu im Sprengel de« grazer Oberlandesgeiichle« gelegenen Landes« und KreiSgerichte stellen sich die correspondiereuden Ziffern wie folgt: L. <3. Vraz 93; L. T. Klagcnsutt 39; 5r. E. ,genieur, Klassenfurl. Stransly. Prag. - Kastelih, Hdlsm., Ungarn. Mohren. Hofbauer, Student, ^ieilmarltl. - ssachier sammt Frau, sseiftriz. - Gracher. Ves., Lack. Theater. Heute: 1. Debut deS Herrn W. Lemaitre: Ein de«< scher Krieger. SchHuspiel in A Acten von E. vauernfelt'' Meteorologische Vcolmchtnnsten in Laibach. 7U.Mg. 729.,, ^- 1., NW. schwach bewölkt 24. 2 „ N. i 728 ?s -i- 7., SSW. schw. theilw. heiter 0.oo 9„ Ab. 731 «» 4. i!o NW.schwach sternenhell Morgen« trllbe, lagUber theilweise heiter, Sonnellschei"! schaue Nbendbtleuchlung bei untergehender Sonne: flerneuheut Nacht Da« Tagesmiltel der WUrme ^ 3 5«, um 3 2" ilb" dem Normale. Verantwortlicher Redacteur: Öttomar Vamberg WnH's^Ns^i'li'^ ^i«u, 23. Februar. Die Börse zeigte sich auf der ganzen Linie wenig animiert. l»zwl^l. Viundt zur Enthaltsamkeit, al« deren wichtigsten sie Befürchtungen wegen des Ausfalle« der französischen Wahlen affecliertt. »«1» ««« Febrnsr.) """ l..... 651b Kd2b I»M»»r«) «.l«,r««., ( - - ?2»0 72 80 »vrU. ) 6lldtrnnte ^ . . . 7280 72l,0 i»«se, 1889........ «46 - 24t,- - . 18H4........ l07 - I07H0 " lg«) ...... 11190 11210 Demiwtn-Pfondbriefe .... i^^bO 134 — Präwienunlthen der Gladl Wien 100 25 100 7b «»tzwen l «. x l llX)" l00b0 3"i?i!n "«"' < 8« 2b «6 b0 «iebeuburgen i "' < . . 76 H0 7725 Un,»rn l l°fi"N» i . . 7775 75 2H Donau-«,gulierun««.«ost . . 104V0 10490 Ung. Eisenbahn'««!..... 99 3b V9b0 Un«. Prän.,«n-Vnl...... 74 7b 7b — Wien« «ouinmnal» «ulehen . 9« 40 92 60 «ctie« »<» v»ule». »ngl«»V»ereflerr. «anlgesellschaft . . . 178— 174- Umonbanl ........742b 7450 Verlehrsbanl .......77— ?7b0 «lctien von trausport-Uuterneh-«uugeu. ««lb w«»e NlföldeVllhn........117 . 117 60 ilarl-Ludwig.Vahu.....1867b 1?6 — 2)onau.TllMpschifl.,Olfeuschaft L64^ 366 — Elisllbclh-Neftbahn.....,<;j,2l) iß8.?h Vlifllbeth.Bahn (Lmz-Vubtveis« Strecke).........—» ^ _. »erdinaubs-Nordbahn . . . IH80—1H40-— Franz. Joseph - Vohn .... 148 ?b 144 2b Lemb..- I8b'b0 tloyb.Gesellsch........847— 85O-- vesit«. »ibldwefibahn .... 140 kl) 141 - «eld «v«« Mubolfe-Vllhn....... 128^0 I«4 Staatsbahn........ 381 b0 882-50 Sudbnhn......... 115 - 11525 Theiß-Vahn........ 209 - ^09 50 Ungarische Nordoftbahn . . . 112— NV-- Ungarische Ostbahn..... 417k> 42-25 Tramway-VestUscd...... 95-- 96 — Vaugesellschafte«. Mg. tzfierr. Vaugesellschllft . . — >-. ._ _ Wiener Vaugesellschaft..... 2075 81>— Pfandbriefe. Nllg. öfterr. Vobencredit . . . 101 2b 101 7b blo. in 33 Jahr« 90 — 9025 slationalbanl ö. W.....9ßh5 9705 Una.. Vodencredit......hh-bo 9579 Prioritäten. Elisabeth.-V. 1. Em.....91- 91-2b sserd.-Norbb.-S.......103— I0»-bft hranz-Ioseph.V.......92-50 92 ?b Gal. 5llrl«Ludwig«V., I.Vm. . 98 b<» 38 7b Oefterr. «ordwetlv.....91 »b 91 bv Gelb ^ll^«) VlebenbUrger....... 68L5 «^^ Staulsbahn........ 1457b 1«b ^, Slidbahn i 5«/....... 1N7 60 W> ^ 5'/....... 92 70 ^ Südbah«. Von«...... 226 50 »A.z Nng. Ofisahn....... 67 50 " / Priv«ttose. ^) Lrebit.L..........164 - l«^ Rubolf«-L.........1350 15 Wechsel. ^.,0 Augsburg......... 55-90 A,<» Frankfurt......... 5b 90 5b <, Hamburg......... f>b-^ Ah London ......... 114'bb ti .g Pari« ......... 4kb0 ^ «eldiorten. ».lb ^ «"«" ft, Duca'.en .... 5 si. 88 lr. 5 fi- A, ^ Napaleonsb'or . . 9 « 18'/,« ? " «a , PreußKassenscheiue b6 „50 ,. 56 ,. ^ ^ Silber .... 104«— ,. 104 „ " «raiulsche »run°entlnstun««-0bli«<»tioU^ PrivamoU«r»n«: »«lbvb—. W»r«