'69^ Dienstag den 26. August 1627. K a r n t e n. 33 leib'ur g. Der ^i. August d. I. war fur die De° wohner unserer Stadt l,n Tag des Schreckens. Wäh> rend eines heftigen Ungewittcrg. das sick Abends gegen L Uhr über uns zusammenzog, zündete ein Blitzstrahl eine ncche vör den, Stadtthore gelegene Sä>eune, Ei« genthum d^r Frau Mar,a Wr>h. an, und trotz der schleunigsten Hülse stand in wenigen Augenblicken das ganze Gebäude in Flammen, diese ergr'ffen l.och eine nebenstehende Scheune, und in kurzer Zeit waren beyde ganz in Asche gelegt. Nur durch rastlose Anstrengung der eben zahlreich anwesenden Handwerksgesellen und Dienstbothen. besonders aber der würdigen Anleitung des eben sich hier aufhaltenden Hertschasts^Inbaber. des Hoch- und Wohlqcdornen Herrn Grafen Georg S. Thürn . seines Herrn Pflegers und Vezirks.Commissars Ca rl Isopp, unseres thätigen Herrn StadtrichtctS, Mathias Kollitsch, und der Herren Feuer.Commissars verdanken wir es. daß di? Gefahr, welche der ganzen Stadt drohete. okn« größere Verwüstung von uns labgewendet wurde. — Der Unter-Aqent der k. k. yliv, Tllester.Feuer'Assecuran^.Ge'ell^chaffdafcldst, Herr Anton Götz, erhielt, nachdem er die Anzeige dieser thätigen Verwendung fremder Menschen an die Haupt. Agentschaft der Herren Nothau er und Cornp. zu K lag e n fu r t machte, soaleich die Anweisung, dem löbl. Stadtmagistrate im Nahmen der ^«ion6« »«»iou. r^ricc: in T r > < st 2o fl. (5onv. «Münze unter Diejenigen auszutheilen, die sich bey diesem Vrande besondersthä. tig gezeigt , und welcke die. oirca 3o an der Zahl asse^ curirten Haus-Eigenthümer in ,hrer Mitwirkung so Mtnschenfleundlickst unterstützet haben. (K.Z.) Vteßburgden iy. Iluguss. Se. k. k. aposlol. Majestät stnd gestern unter den lautesten Fieudensbezeugungen einer zahllosenVo!kS< menge, welch« Höchsldemselden enl^gcn gegcuigen war nngtkcmmen. Um 5 Uhr Nachmittags begaben sich S«' Majestät nach dem großen Audienzsaale, wo die Mag» naten und Stande dcS 5iön,greichs bereits versammelt waren. Se. Majestät derKaiser «nd K ö n i cz hielt an die zahlreich« Versummlulig eine herzliche Nede, rvel» che bey mehreren Stellen durch einstimmiges Vivatlu» fen unterbrochen, und mit unbeschreiblichen Enthufias« Müs aufgenommen wurde. Noch geendigter Ncd< wurde der Reichstag für geschlossen erklärt, worauf Se. Majestät der Kaiser, von den Segenswünschen Il^er getreuen Stände, und der Bewohner txese« Stadt begleitet, heu« te die Neise nach W^cn angetreten haben. Wien, den 20. August. Se. Majestät unser allergnädigsler Kais< t, Aller» höchstwelche gestern Mittags im erwünschtesten Wohl» s, l'n von Pleßbu 1 O h'er eingelroffen waren, sind heut« Morgens, von Ihrer Majestät der Kalstii nn be» gleitet, nach ihrer Familien 'Herrschaft Persenbeug abgereist. Königreich Sardinien. Genua, 16. August. Brief, von Gibraltar melden» daß algierische Corsaren an zwey von Mal»c,Ue aüsgelau» fenen französischen Stiffen, von denen üas eine nach G>drc»ltar, das andere nach Martinique dest>mmt war, »eiche Priesen abmacht hätten. Beyde wurden nach Oran aufgebracht. (^>'^>) Frankreich. Die G a z ette de Fran ce widerspricht d,r Nach» licht einiglt Blätter, daß Sir N'Mam Acourtzu M, fabor, durch S>l Charles Stuart elleht wc^cn solle, Nach einem Briefe aus Cette sollen die. in der Nähe dieses Hafens se Araber jener Gegenden üben noch jene Gastfreund« schaft aus,, wegen der ihre Vorfahren so berühmt waren. (0.1.) Spanien. Das Journal des Debats schreibt aus Madrid vorr ' 3o. July: »In dem^Miliz-Negimente von Ciudad wurdl ein Desertions »Comvlott entdecke, in Folge dessen «in, Anzahl Unter'Officiere und Soldaten zu den Galeeret verurtheilt wurden. Die Besatzung von Penon , einen der drey festen Plätze, die Spaxien an der Küste vo> Afrika besitzt, ist desertirt, und zwar, wie man versichert am Vord eines Columbischen Fahrzeugs. Da Peno, ein GaleelcnsclaVetvEcfänZniß ist, so sind viele Galee rensclaven mit desertirt, aber es scheint, daß die Best" hung, die sie mitnahm, bloß die wegen politischer Ner< gehen Veruttheilten bey sich aufnahm.« (W.Z.) Portugal. Der Constitutionnel meldet ausZL issa bon vom 25. July, das Entlaisungs'Decret des Ministers Ga Idanhasey von seinem Neffen, dem Vicomte v. Santarem, Minister des Innern, contrasignirt ge« niesen. Der General sey sogleich nach Cintra abgereist, um den Übelwollenden jeden Vorwand zur Vcrtäum» dung zu entziehen. In Lissabon selbst hatten sich große Massen von Einwohnern auf den Straßen und öffenlli' chen Plähen versammelt, und seyen bis ein Uhr Nachts beysammen geblieben, jedoch ohne irgend eine Unordnung sich zu Schulden kommen zu lassen. Vloß die Anhäng» -lichkeitan den entlassenen Minister?ey der Gegenstand ih» rer Ausrufungen gewesen. Die Patrouillen der Natio» nal»Garde und der Linien,Truppen hatten sich mit den Massen vereinigt, und in ihren Nuf mit eingestimmt. Am 29. sey das Mißvergnügen gestiegen. An diesem Tage sey ein Dampfschiff nach Oporto abgegangen, wo jene Nachrichtauch eine ^roßeBeweaung hervorbringen werve. D>« Minister der Marine und der Justiz, so wie die G" nerale V i ll a flo r undSampayo. sollten entschlossen seyn, das Schicksal ihres College» zu theilen, General Clinton habe gerade vor der Ankunft des Decretg die Generale Villaflor und Saldanha noch zur Tafel . geladen. Er sey in Lissabon sehr beliebt, und stehe mit den beyden Letztern auf dem freundschaftlichsten Fuße." ,(öft. B.) Großbritannien un) Irland. Der Moniteur vom 12. d. M. enthält unter >>r ^ Aufschrift: Paris, Folgendes: «Man lieöt im engli-. fchen C o uri e r vom io., daß der Hiönig von England dem Lord God e rich (Sir Frcderik Robinson) den Auftrag zur Bildung des Ministeriums ertheilt habe, als dessen Chef man ihn bezeichnet." Am 6, Morgens war folgende Anzeige auf Lloyd's ' Kaffehhaufe aligeschlagen: 2 Aus de n D ü nn en vo m 7. 25 ugu st. , "" „Die russische Flotte, die sich von Kronstadt nach dem 1 mittelländischen Meere begibt, ist diesen Morgen , ockt !t Liuienschiffe, sieben Fregatten und eine Corvetre stark, , vor den Sandbänken von Goodwin vorbeypassirt, und n gegen 9 Uhr, mit frischem Oslwinde, um die Spitze von . Süd-Folcland gesegelt-« . (Öst.V.) 2^5 Hl. Vynald drückr die Hoffnung aus, daß das Jahr 1827 sich nicht enden werde, ohne doß nicht auch der schreckliche Kampf, der die Menschhett verheert, mit zu Ende geht, und in drey, vielleicht schon i>< einem ein» zigen Monat Griechenlands Leiden ihr Ziel finden wer» den. — In einer Nachschrift wird berichtet, daß die Griechen sich jetzt in kleine Corps getheilt haden. Den Türken fehlt es an Lebensmitteln, und die Gricchen un« terbrechen die VerdindunSen, und hindern die Zufuhr. (B.v.T.) I 0 nifch e Inseln« Corfu, den 4, July. Hier ^behauptet man, daß e'we engtische Escadre vonachl Schiffen von Maltanach Alexandrien unter Segel gegangen sey. ' (V.v.T.) , O s m a n n i fches Ne ich. Cane, den 2a. May, Die zahlreiche Vevölkerung von Candiawünscht sich täglich mehr Glück wegen Soli« man» Paschas Ernennung zum Serasklcr 5tl ganzen In» sel. Auf die tyrannisch« und habsüchtig« Negierung des LauftoulaoPzscha, der mit allen den Semigen m Un» gnade fiel, folgte Organisirung. die für d>e Zukunft Ord» nung, Gerechtigkeit und Nuhe verspricht. Soliman«Pa» scha regiert Ca^dic, durch einen von ihm selbst ernannten Mußelim, dessen Detragei, er strenge beobachtet. In alle Dörfer wurden Proclamation?« gesch'ckt, die Iedem^dcr sich unterwirft Verzeihung versprechen, Jenem, aber der sich dieses zu thun weigert, Strafe androhen. Die Sphakioten wollten von keiner Unterwerfung hören, son, dern flüchteten sich nach Caradula, um die dortigen See» tauber zu verstärken, die ihr Handwerk wie zuvor aus» üben. D>e übrigen griechischen Dörfer scheinen geneigt 'zu seyn, sich zu unterwerfen. Alex anvrien, den 3i. May. Die ganze heurige Vaumwollcn-Erndte wird sich nur auf i5o,oao Ballen belaufen, wovon bey La aoc» nach Marseille gehen. Mit Vinfuhrwaaren wird wenig Handel getrieben, wovon die locale Armulh die Ursache ist. Die zu Cairo errich» teten Manufacture« find beständig sehr thätig; die Baum. »Dolle wird dort gut gesponnen; auch wird dort gemahlte Leinwand fablizirt. — Zu Fouah am Nil werden Mü« hen nach Tunefer Artgemacht, die man zu Marseille und Parie vergeblich nachzumachen gesucht hat.Dagegen bleibt die Tuchmanufactur sehr zurück, und konnte bisher noch nicht das Mindeste in den europäischen Handel absehen. , (B. v. T.) Constan ti n opel, 26. July. Der >n London am 6. Juli) in Betreff der P^c fication Griechenlands geschlossene Tractat der Höfe von London, PaciS und Peters» durg ist nun seinem ganzen Inhalte nach der Pforte kein Geheimniß mehr. Allein sie i,si dadurch nickt geneigter geniorden, ,dieGrundsätz< dieses Vertrags anzuerkennen, und man versichert, daß, sobald die Vollziehung dfb° selben beginnen welde, der Divan den M,nislern dieser drey Höfe ihre Passe zusenden woUc. Vekanntlich hätte die Abberufung der Gesandten, vermöge des PeterZdur» ger Protocols vom /,. April 1826, von Seite 0er Höfe , «rsolgen sollen, falls di« Pforte die Vcrmlttlü ngZanträ, ge verwarf, allein England und Franfleiä' nahmen in der Folge diese Klausel zurück. In Smyrna ha: der Troc° tat noch mehr Sensation als hier erregt, und d>e eng» lischen Kaufleute sehr beunruhigt.— Hr. v. Nibeaupierre hatte von dem NeiS'Effendi eme Co«iserenz in Rücksicht des, Servlen beiieffenden ArtikclZ der Convention von Ilkjerman begehrt; ober der Neib-Offendi befugte leinen Wunfch, diese Verhandlung nur durch Dragomans ge» führt zu sehen; vermuthlich weil sich Hr. v. Nibeaupielre gegen die Äußerungen des Neis-Effendi, Nußland habe in Akjerrnan velsplochen , die griechische Frage fallen zu lassen, feyerlich verwahrte. Demzufolge scheint noch keine Conferenz statt gefunden zu haben. — Man bcc werkt, daß ein Zug Aillllerie nach der Donau geführt worden ist, um die dortigen Festungen in bessern Vel» theidigungssland zu sehen. Corfu, 2/1. July. Über die Plane und Erfolge von, Cochrane und der unter seiner Führung stehenden Macht wissen wir noch nichts mit Vestimmthett. Im Pelopon« ncg hat diedurch entschlossene Stellung und Thätigkeit der Unsrigen Ibrahim Pascha überall Hindernisse getroffen, auf die er nicht gerechnet hatte. Zuerst griff er Mega» lospeleon, das festeste Kloster im Peloponues, an, und ward zurückgeschlagen. Dann wendete er sich in das Gebiet!) von Keriteas, und traf dort auf NikitaS und Genaios Kolokotroni. Ihr mannhafter Widerstand ver« eitelte fein Vorhaben, das dahin,ging, die reifen Feld' fruchte und das V>eh aus der Gegend nack Tripoli;« zu entführen, wo wegen der Unsicherheit und Verödung des Landes großer Mangel herrscht. Der unkriegeiische Theil der Einwohner verläßt, wo er vordringt, die Landstraßen,,undwas er trifft, ist bewaffnet. Kiutachi hat sich nach dem Innern von Griechenland gewendet, um es zu unterwerfen. Es wird von 4000 entschlösse« , nen Lcuten, vertheidigt, und ihnen Zeit, Anstrengung 266 und Mannschaft genug kosten. Die bnzantische Flotte iN zum ^vtliten Mahl nach Navarino gegangen, und hat den vier griechischen Vriqqs das Meer überlassen, die Lord Cochrane aufgestellt hat, den korinthi-fchcn Meerbusen zu sperren. Marseille 9. August. Der Unicorn ist am 3. August von hier wieder nach Griechenland abgesegelt. Das nordamerikanische Sckiff, die sechs Gebrüder, Ca> pirän Wllllam Lee, welches Ledensmittel für Rechnung der vereinigten Staaten nach Griechenland gebracht d>'t, ist hiehcr zurückgekommen. Es verließ Porös am >U, July und berichtet, die griechische Flotte sey nach ihrer Rückkunft von Alexandrien, am »3. July abgetackelt, und die Mannschaft entlassen worden, mit Ausnahme der Fregatte Hellas, aufwelcher Lord Cvchrane wiede^ ln See ging. (Allg. Z.) Afrika. D<^r Dey von Algier sucht so viel Leute d«n zwey algierische Corsaren in eben dem Augenblicke genocnnimen , als sie im Begriff standen , sich aus dem Hafen zu schleichen. (V.v.T.) Nachrichten aus Algier vom 17. July melden, daß der Dey an diesem Tage Fcankcoch den Krieg erklärt habe. (Prag.Z.) Nordamerika. Von Charlestown war die Vrigg statesman mit 25ao Tonnen Mehl, nebst Tuch und >onst>g«n Kleidungs, stücken für die Griechen abgesegelt. (Prag. Z.) Fremden-Anzeige. Angekommen den 20. August 1827. Hr. Ant. Graf v. Hendl, k. k. Kämmerer und Land» rechts' Präsident, von Tl«y,fo «ach W>en. — Hr. Sig« mund Hermann, Hof- und Gerichts.Advokat, von Wien noch Trieft. Nachricht. Frey tag den 5i d. M. nehmen die statu-tcnmässigcn musikalischen Äcademien der philharmonischen Gesellschaft wieder ihren Anfang, worauf kdie (P. 's.) Herren Mitglieder, Dillc-tanten und Gäslc mit dem Ersuchen aufmerksam gemacht werden, sich bey deren Besuchen der in Handen habenden Eintritts - Karten bedienen au wollen , '.veil sich die Direction zur Abstellung der cingescliliclinen Missbräuche veranlasst gefunden hat, dem aufgestellten Billeteur slrengcro Massregeln an Hand zu geben. Von jder Direction dor philharmonischen Gesellschaft. Laibach am 27. August 1827. (Z,ourö vom 25. August 1827. MittelprtiS. Vtaatsfchuldvcrschreibungcn ju ä v. H. sinCM.) 91 li)zä dctto decco zu 2 ^2 v-H,(in CM.) 45 »3^6 Verloste 2bIlgation.,Hofkam. , ^ e, ) - ,« NarlN)e.,ölnKr.ui u.Äer^<^^/2c'.H.^ -nal^ac.oerSt^ Wien. Scadt°'üanco'Obl. ^u » 1^2 v.H.(in CM.) 45 1^2 (Hr^lial) (Don>c,Ii^8 — men, Mahren, Hchle- zU2i/4v.H.^— — sten.Bteyermalk,^ar>^ zu 2 o-H.l — __ ten, Kram und Gorz. zu i 2/H o-y.! 2i^3 — Bank-Actien pr. Zeück 1076 ^^ozin Cono. Münze. W^sferstand des L.nbach, Flusses am Pegel dei gemauerten lHanalbrücke bey Sperrung der Wehr: Den 27.August: 4 Schuh 7Z0H ö Lini«» oderdcr Schleußenbecrunzj. Rtdacttu«: Fr. Xas. Heinrich. Veil«gcl: Ign»z Alsys Edler v. K l< i nm«yi.