Dienstag den 5. November 1822. L a i b a ch. >3emäß eines herabgelangten hohen Hofcanzleydecretes Vom 6., Erhalt ,5. l. M., Z> -L,i36, haben Seine k. k. Majestät mit a. h. Entschließung vom -3. v. M. geruhet, dem Anton Rainer Ofenheim, wohnhaft zu Wien , in der Stadt Nro. n5, , auf die Erfindung »ei-n« neucn Gattung geschlossener Fracht-, oder Lastwä-^en, welche im Wesentlichen darin bestehe: i)daß ein solcher Wagen, wenn er auch nur auf zwey Rädern ruht, dennoch eine deweglicheDeichsel habe. welche das Umdrehen in engen Straßen erleichtere; 2) daß er? ohne eine andere Richtung zu erhalten, und ohne einen Ablader zu bedürfen, ausgeleert werden tonne; 5) daß ein und derselbe Wagen, ohne besondere Vorrichtung ge« n^u für jede Quantität einer Waare passe, die nach cubifchem Maße verkauft wird, und dennoch selbst als ein bestimmtes Mstß dafür anzusehen sey; 4) daß die Achsen und Räder desselben auf eine Art eingerichtet seyen, wodurch ein Pfcrd fast das Doppelte der Ladungen gewöhnlicher Wagen l'tben könne; S)daß, wenn die Vcider und Achsen ein Mahl gehörig mit Öhl geschmiert Nnd, sie auch bey einem täglichen Gebrauche durch sehr l"ttge Zeit nicht mehr geschmiert zu werden brauchen; 6) daß dieselben sebr vor dem Eindringen des Staubes gesichert seyen; ?) daß kein Verlust eines Nadncigels oder Schraube, «Min kein Abfallen des Rades selbst zu befürchten sey, und 8) daß die Achsen und Räder für alle Gattungen Wagen und Equipagen anwendbar scyen." «m Privilegium auf die Dauer von fünf Jahren, nach dkn Bestimmungen des a. h. Patents vom 6. December »v2o, zu verleihen. V°m k. f. illylischen Gubernium. Laibach am 26. Octoder 1822. Schifsfahrt in Triest. "«gekommene Schisse m Trieft seit 28. September bis 1. Qctoder »822. Die österreichische Brigantine, Nina, Capitän Ioh< Minach, «. Mefsina, in ? Tagen, mil Weinbeeren, Si- monen, Hauten, Mandeln u. Wein. Der österr. Piel.» v. P. Levante, m'lt Weihen. Die engl. Brigantine, Pla» cidia, Tap. Robert Fairelongh, v.London, in 5c» Tagen, mir eisernen Fässer-Reifen, Zinn, Indigo, Kaffeh, Zu« ckcr, Bley, Färbehoiz, Blech, Manufacturwaaren, Pfef» fer u. Zimmet. Die österr. Brigantine, der Eifer, Cap. Jacob CopaMch, v. Acri, Cypcrn u. Rodi, in 94 Tagen, mit Baumwolle, roher Seide, Wolle, Wachs, Häuten» altem Kupfer, Senfsamen, Wein u. Ohl. Der österr. Piel., v. Nagusa, mit Wolle, Wachs u. Unschlitt. Die österr. Brigantine, Centaurus, Capt. Fr. Iacovich, vo» Odessa, in 36 Tagen, mit Leinwand, Häuten, Cavlar u. Getreio. Die eng!. Hrigantme Blosson, Capt. William Williamson. v. Fernambuco, in §5 Tagen, mit Zucker. Die engl. Brigantine, Carl of Lonsdale, Capt. Daniel Groom, v. Iacmel, auf der Insel St. Domingo, in 98 Tagen, mit Kaffeh U.Baumwolle. Der österr. Piel., V. Ielsa, mit Branntwein. Esssg u. SaroeUen. Die schwed. Brigantine, Clirist'na Elisabeth, Cap. Nils Bergsten, v. Stockholm, in idi Tagen, mit Pech u.Holz. Der österr. Trabakel, v.Smyrna, in 23 Tagen, mit Rosinen, Wein» beeren, Wachs u. Nnoppern. Der österr. Tartanone, v. Venedig, mit Neis u. Papier. Der österr. Trabakel, v. Vosti-lc, mit Wcmbceren. D>« ftanzösilche Vombarde, die schöne Marie, Capt. I. B. Tonrnes?, v» Marftille, in 25 Tagen, mit Grünspan, Kaffeh, Gewürznelken, Weingeist, Feuersteinen, Gummi, Seife, Kapern, Wein u. Wolle. Die sch.vcoische Nave, Elisabeth, Capt. James S^lveftn, v. Bergen, in 66 Tagen, mit Fischschmalz, Härlngen und Srockfi'ck. Die schwed. Brigantine, der Sieg, Capt. I, A. ?l^r''e',iall, v. Lissabon, in 62 Tagen, niit Zucker, KM!), Cacao u. Färbeholz. Der österr. Piel-, v. Maistra, mit Reis. D>'r ^st^rr. Piel., v. Venedig, mit (Mss ". türk. Weihen. Der östtrr. Piel., v-Zata, mit Nosoglio. D^r neap.„Piel., v. Visceglia, mit Leinsamen, Marillen, Feigen. Branntwein und Senfsamen. Der öfttrr. P"l.. v. Ancona, m:t Wolle, Oliven, Käse u. EM- Der österr. Picl., v. Maistra, mit Neis. Der österr. Piel., v. Chiozza, mit Reis. Der öst.Piel., V. Patrasso, mit Weinbeeren, «lum Kupfer u. Messing. 363 WM »Wer österr. Piel., v.Patrasso, mit Weinbeeren u. Wolle. Die österr. Brigantine, Argos, Cap. Thomas Lucas Le-va, v. Odessa, jn iaa Tagen, mit Seife und Getreid. "Det österr. Piel., v. Scuttari, in i5 Tagen, mit Ge-treid, Seide, Hauten, Wachs u. Wolle. Die österr. Na> ve, die Gefälligkeit, Capt. Nic. Hillebrant, v. Odessa u. Constantinopcl, in äo Tagen, mit Getreid, Caviar, Tische lerleim, Häuten u. Wolle. Die schwedische Brigantine, das Glück, Cap. I. S. Iensen, v. Trontheim, in 90 Tagen, mit Stockfisch. Die engl. Brigantine, Protens, Cap. John Frazer, v. London, in 6b Ta^en, mit Zucker, Kaf« seh, Pfeffer, Zinn, Nhum, Eisen, Manufacturwaaren, Gewürznelken, Färbeholz u. Indigo. Die dänische Brigantine, Methilde, Cap. Thrin Olsen, v. Toulon, in 63 Tagen, leer. Die neap. Brigantine, Maria, Capt. I. Cvtroneo, v. Messina, in ? Tagen, mlt Weinbeeren, Li-monen, Manna u. Wein. Der österr. Piel., der Tugend, hafte, Capt.Ant. Marovich, v. Callamata, in 1? Tagen, mit Öhl, Feigen, Nhum, Branntwein, u. Zucker. Der papstl- Picl., v. Navenna, mit türk. Weihen. Wien. Am 3. September d. I. starb allhier der k. k. wirkliche geheime Nath,' Kämmerer, Getteral-Feldmarschall, Hauptman» der Trabanten - Leibgarde und der Hofburg» wache, des hshen Deutschen Ritterordens Land »Com-thur der Balley Coblenz, auch Comthur zu Mecheln, Inhaber des Infanterie» Regiments Nr. 56, Wenzel Reichsgraf von ColloredolMelß und Walsee. Der Vater des Verblichenen, seit 1765 NeichZfürst, war mit Francisca Gabriela, aus dem e.-lauchten Hau-,se der Grafen von Starrhemberg, vermählt, deren Ge» schlechtZbaum mit jenen der alten Fürsten und Markgrafen von Steyer sich verzweiget. Der vierte Sohn dieses erlauchten Paares, Graf Wenzel Johann Ncpomuc Franz, ward am 3. Octoder »736 zu Wien geboren, kam im vierzehnten Jahre, zur Vollendung der im väterlichen Hause begonnenen Ausbildung, in die Theresianische Rilter^Akademie, und entdeckte bald seinen Ältern, die ihn für Kirchenwürden bestimmt hatten, den unwiderstehlichen Hang zum Mi» litär, Stande. Mit Bewilligung derselben trat er am »8. Iuny i?5ä als Unter«Lieuten«nt im Infanterie-Regimente Carl Colloredo (jetzt Herzog von Würtem» derg Nr. 4«) cin. Der im nähmlichen Jahre ausgebrochene siebenjährige Krieg verschaffte ihm bald Gelegenheit zur Auszeichnung und Beförderung. Sckon im Jahre 1758 wurde er zum Hauptmann ernannt, und stieg schneu^bo) zur Stufe eines zwey. t<« Majors im Regiments empor. Mit 1. April »762 wurde er außer seiner Neihe, mit dem Beysatze: „in aller, »gnädigster Erwägung der besonders rühmlichen Vel» »Wendung, der bereits geleisteten ersprießlichenFelddicn->.ste und übrigen stattlichen Eigenschaften," zum Oberst-Lieutenant im Linien « Infanterie-Regimente Waldek (nunmehr Herzogenberg Nr. 35), und am 12. Februar »764 zum Odersien, und statt seines zum General-Ma» jor beförderten alteren Bruders, Grafen Joseph Collo-rcdo, zum Commandanten des Regiments üacy (nun» mehr Prinz Leopold von Sicilien Nr. 22) befördert. Am :4. November 1766 erhielt er dic Ernennung zum General'Feldwachtmeister, mit der Anstellung in Böhmen. Nebst diesen, sich gleichsam drängenden Beweiset' der Huld und des Vertrauens seines Monarchen, war er auch m,i 1. May 1781 unter den 36 zur beständigen Dienstleistung bey der Person weiland Kaiser Josephs II. ausgewählten Kammerherren begriffen, und versah die mit dieser Ehre verknüpften Obliegenheiten, bis ihn am 18. April 1783 die Beförderung zum Feldmarschall, Lieutenant mit der Anstellung in Ungarn traf, und am 1.2. May 17L4 nach dem Tode deö Feldmarschall-Lieutc-nants, Grafen Nugcnt, ihm sowohl dessen Infanterie» Regiment Nr. 56, als auch das slavonisch, banatische Ge« ncral-Commando zu Theil wurde. So ehrenvoll der ihm hierdurch angewiesene Wir' kungökreis gewesen, so mußte doch Graf Wenzel Collo« redo (seit 6. Iuly 1762 Ritter des Deutschen Ordene, und unlängst mit der Comthurey zu Mechcln betheilt) wünschen, seinem neuenVesitzthume näher zu kommen, daher er um die Enthebung von dem Commando des am entgegengesetzten Ende der österreichischen Staaten liegenden Generalats ansuchte, wofür ihm am 16. Au' gust 1766 eme Division in Mähren zugewiesen wurde. Der ausgebrochene Türkenkrieg rief ihn von dort ab. Umer dem Heere des großen Feldmarschall« Laudort wohnte er als ältester Feldmarschall ° Lieutenant der Belagerung von Belgrad bey, erlangte zum Lohne seiner wichtigen Dienste am 19. December T78Z die Er« nennung zum General-Feldzeugmeister, und am 2Z. September 1790 jene zum commandirenden General von Inner-Österreich nebst Tyrol, endlich am Z^ D«' cember ,792 jene zum wirklichen k. k. geheimen R^Y«- Der ausgebrochene Revolutions-Krieg rief >hn mit Anbeginn des Jahres 1792 zu dem bey Tongern, n"' fern Mastricht, unter dem k. k. FeldmarschaUPli^cn Iosias v. Sachsen-Coburg versammelten k. k. H^re. In jenem thatenreichenFeldzuge zeichnete er sich besun" 3^9 Vers in ;w?y Gelegenheiten aus. Am 18. Mirz,79z tn der Schlacht von Lanöen ober Neerwinden. hielt cr mit dem ersten Treffen auf der Anhöhe vorwärts Ober, winden (der Grabhügel Von Mittelwmden genannt) die ungestümen Angriffe von Dumouucr'g Hauptmacht, phne nur elnen Zoll breit Boden zu verlieren, so lange aus, bis dec Erzherzog Carl mit dem verstärkten Vor-tr^,be den feindlichen linken Flügel geworfen und den glänzendsten Sieg davon geiragen hatte. Am 1. May rückte Dampierre, um Condö zu entsetzen, auf jenen Theil oom Armee-Corps des Feldzeugmeisters Grafen Ferraris vor, welchen Graf Wenzel Colloredo befehlig, te. Dieser widerstand mit größter Festigkeit dem wieder» höhlten Heranslürmen, und schritt sodann selbst an» grifföneise vor, warf den rechten Flügel des Feindes über dieRonelle, und drang bis auf die Höhcn, dem Lager von Famars gegenüber, vor. (Der Beschluß folgt.) T l/.ol und V orarlberg. Der Bote von Tyrol vom »9. October enthalt noch folgende Nachrichten über das große Freyschie, ßen, welches Se. Majestät unser aUergnadigster Kaiser als Nationalftstzur Feyer der Anwesenheit Ihres erha, denen Freundes und Bundesgenossen Sr. Majestät des Ka'sers von Rußland in Innsbruck zu veranstalten ge, ruhten. »Der hiesige Hauptfchießstand ist zu diesem Feste mit aus grünen Zweigcn geflochtenen Triumphbogen geziert. In dnn Nebenge baude sind die von Sr. Majestät un» serm allerhöchsten randesfürsten gegebenen Beste in ei» Nem Saale aufgestellt. Die Hauptbeste bestehen aus zwölf Fahnen in Seide und Goloverzierung. Ihre Farbe ist die der Tyroler Schützen, weiß und grün. Die erste Hauptfahnc tragt unter der Kaiserkrone dieNaymenSchif-fern Sr. Majestät des Kaisers Franz und Sr. Maj. des Kaisers Alexander, umgeben von Lorbern. Diese Zeichnung ist aus zneyhundert Speciesducaten und angemessener Stickerei) gel'ildet. D>e zweyte Hauptfahne führt das Wcipen des Landes Tyrol mit einhundert Cpeciesducaten. Dle übrigen zehn Pestfahncn führen an gestickten Bändern zweyhundert scchs Speciesducaten 'n verschiedenen Abstufungen. »Der Hauptkranz besteht aus einer Fahne mit ^«rzigSpecieLducaten und ans der sogenannten Vlum e. Dlese Blume bildet auf em.-m sammetnen Kissen ein heeillches Füllhorn, umwunden von Palmen, demS.m» dol« des beMckenden Friedens; an einer Pyram.^c zctgt sich unter elner Krone, vvn Aofenguirlanden umschlun, qen, d« Nahmenszug Ihrer Majestät unserer geliebte» Landel'fürstinn.* >,Nach dicsem Hauptkranz folgen noch drey Kränzfah» nen mit fünfzig Spcciesducaten in verschiedenen Abtheilungen." «Endlich kommen vier Fahnen, wie die obigen, mit ein und zwanzig Speciesducaten als Schlecker beste, das ist, als Beste für die Übungsschüsse." »Im Saale, wo diese Fahnen aufgestellt sind, werden gegenwärtig auch jene zwey Scheiben aufbewahrt, auf welche Se. Majestät unser attergnädigster Landesherr, und Se. Majestät der Kaiser von Rußland, an diesem Volksfeste huldvoll thcilnehmend, geschossen haben; wel« che Scheiben mit den schönen, von »en beyden Monarchen darauf gemachten Schüssen, ein ewiges hoch « ehrtes Denkmahl für die hiestge Schießstätte bl. e» werden." »Die von dem Hauptschießstande zu diesem denkwür, digen Freyschießen aufgestellten Scheiben sind folgende: »Die Bestscheibe stellt das Schloß Tyrol und desse» Umgebung vor; der Genius von Osterreich schwebt über dasselbe mit dem Füllhorn und dem schirmenden.de» Nahmcnszug Sr.Maj. unsers Kaisers tragenden Schilde. Die Umschrift sagt: Was lebt in unserm Alpenlande, Das athmet, Vater Franz, für Dich^ Und uns'rer Treue hcil'ge Bande, Sie lösen nimmer, nimmer sich. »Die Kranzscheide stellt auf der einen Seite eine» Landmann, umgeben von den. Werkzeugen der friedli» chen Beschäftigung und den Früchten der Arbeit untz des Friedens, ver, der den Segen für die Schöpferde? Friedens von oben ersieht; vyn der andern,Peite zeigt sich ein bewaffneter Landesvettheidiger mit'den Waffe» und Attributen der Landesvertheidigung. Im Hintergrund, in der Mitte, zeigt sich der Hauptschießstand vo» Innsbruck, zur Bezeichnung, dc»ß diese Stätte zur Feyer und zum Vergnügen im Frieden, zugleich aber zur Uebung und Vorbereitung für die Tage 0er Gefahr b«, stimmt sey." D>e Umschrift spricht das Gefühl des Landes aus: Unser Ruf ist: Hctt dem Kaiser! Wünn um uns der Friede lacht; Unser Nuf ist: Für den Kalser! Wenn im Feld die Büchse kracht. Doch getrost! Zwey Kaiser weben, Um die Welt den Friedengkranz; Hoch soll A^'xancer leben, Hoch der Me Kchcr Franz! 3g. Die Schlickscheibe (das ist, die Scheide zur Vor» Hbung) stellt eine Schießstätte dar, wo ein alter Landes-Vertheidiger einem jungen Schuhen Lehre und Anleitung im Scheibenschießen gibt. Die Umschrift ist : Huf Wind und Ladung merket »voht, Trefft, wie die Väter, gut, Dann bricht am treuen Land Tyrol Sich jeden Feindes Muth. NaH dem unterm 22. Scpt. d. I. von dem Haupt» fchießstand kund gegebenen Ladschreiben sind jedem Schützen vier Schüsse gestattet. Die Schüsse geschehen aus freyer Hand. Die Entfernung der Scheiben vom Stand sind i43 Schritte. Auf die Kranzscheibe dürfen nur jene schießen, welche auf der Vestscheibe d,e erssen oder letzten, zwey Schüsse in das Schwarze getroffen haben. Die Zahl der Schleck- oder Üdungsschüsse «uf dem vom Hauptschitßstand. abgesonderten Schlecker«, stände ist unbeschränkt. Bis heute (den 19. Qct.) haben sich nun bereits 17H, Schuhen einschreiben lassen. Im Durchschnitt dürfte jeder fünfte Schuß als in Vas Schwarze getroffen angenommen werden können. Reine Centrumschüsse sind »iZher zehn erfolgt. Merkwürdig und beynahe ohne Bey» spiel ist der Fall, daß em Schütze, Johann Prantl, von kana. aus den vier ihm zustehenden Schüssen zwey Cen« «rumschüsse machte. Lombardisch'venetianischts Königreich. Verona, den «4. October. Am 17. Abends kamen die königl. Prinzen von Preußen, Friedrich Wil° htlm Ludwig und Friedrich Carl Alexander hier an, und stiegen im Hause Taffelli ab. — Frcytagü den »8. früh besuchten Ihre Majestät die Kaiserinn unvermuthet das weibliche Collegium, und verweilten dort über 4 Stun° den. Die Monarchinn unterrichtete sich vom ganzen Detail der Anstatt, lichtete mehrere Fragen an die Elevin» nen, und legte hieben die umfassendste Einsicht m die Lehrfächer jeder Classe an den Tag. Am 21. Morgens hatte zuerst der oberste Justiz ° Senat, und sodann alle Civil-Behörden und die verschiedenen Corporationen der Stadt die Gnade, bey Sr. Majestät dem Kaiser zur Audienz gelassen zu werden, wo ihnen die huldvollste Aufnahme zu Theil wurde. Sie genossen hierauf diese «usgezeichnete Ehre auch bey Ihrer Majestät der Kaise, rinn, und empfingen auch hier die huldvollsten Merk« mahle herablassender Güte und Gnade. Am 22. erschienen im herrlich beleuchteten Theater Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserinn, unsere Souveräne, Se. Maj. der Kaiser von Nußland, Se. Maj. der König von Preußen, Ihre k. k. Hotzeit die Erzherzoginn M-eeko'niginn und der durchlauchtigste Ercherzog Viceko» mg, so wie alle übrigen Souveräne, Fürsten und vornehme Standespersonen. Bey der Ankunft Ihrer Majestäten erschallte das ganze Theater vom lautesten und wiederhohltesten Iudelrufe des freudetrunkenen Volkes, welches auch Statt hatte, als sich die erhabenen Sou» veräne und Fülsten nach dem ersten Acte wieder ent, fernten. DüS Schauspielhaus war gedrängt voU; eS möchten bey 2000 Menschen dort versammelt gewesen seyn. Ruhe und Ordnung herrschten allenthalben. Am 23. früh re sten Se. M^j. der König von Preußen nach Venedig ad. Ihre Majestäten unsere Souveräne genier ßen dcr besten Gesundheit. — Die Souveräne von Sardinien und Neapel sind noch nicht angekommen, werden aber in Kurzem erwartet. Man glaubt, es werdn beyde einen fcyerllchen Einzug halten. Donnerstag den 1?. war dit Kö'mginn von Sardinien angetommen, und hatte ihr AbsttigeaMltier im Hause V^miscalchi genom« men« Ihre-Ankunft wurde foglelch den Souveränen ge> meldet. Um Mittag stattete sie in größter Galla, von ihren zwey Prinzessinnen begleitet, der Kaiserinn einen Besuch ab, welche diese Visite bald darnach erwiederte. Die Königinn erhielt darauf Besuch vom KaiserAlcxan» der unö den übrigen Fürsten und Prinzessinnen ; sie sou« pirtc Abends bey Ihrer Maj. der Kaiserinn, und reiste hierauf, nach Mantua ab. Am 20. hörten Se. Majestät, der Kaiser zu T. Fermo mit der K.iferinn die Messe. Später empfingen Ihre Majestäten das ganze Ossic«r» Corps. Am 20. statteten alle Person,'» vom russischen und preußischen Hofe und die französischen Gesandte« den Souveränen ihre Besuche ad; diesk speisten bey Sr. Maj. dem Kaiser von Qüerr'ich, bis auf den Her» zog und die Herzoginn von Mo5ena, welche zu Hause speisten, und die ganze Familie Mimscalchi zur Tafel luden. Die Ehrendame der Herzoginn von Modena ist gefährlich krank, und har heute die hcil. Stcrbsacramen« te erhalten. — Wie es hcißl, :vkd Donnerstags der gan» ze Pallast Canossa, zur F^ye'-deüIahrZagea d^r Schlacht von Leipzig vom Kaiser Alcrani>er prächtig beleuchtet, auch ein VaUfest gegeben. Die Fürsten stat-en sich wechselweise Besuche ab, und gehen Abende ins Theatcr.AlN 20. war Corso in Wagen g.?gen das 'neue Thor. M ^'^ Louife, der ViceköniZ und die Vic^königinn speisen f^'t täglich beym Kaiser. Man eswarctt alle Tage dcn Erb-prmzen von Toseana, und beratet das Haus Nioa zu seinem Empfang. — Am 22. ,st der Graf v. I^kelderg, k»is. russ. bevollmächtigter Minister und außero:dentti« cher 3

cr Minister am Wiener Hofe, und am 24. 5er f. prcuß.sche wirtliche geheime Finanzratl) No: thet, Pr,;si><.'Nt der Hauptverwaltung der Staatsschulden,'lv,e auch der koaigl^ preußische Hofrath Schm,d, hicr an glommen. Päpstliche Staaten. Nom, den 23. Oct. Vorgestern »st der Cardinal Spi,a nach Bologna abgereist, von wo et sich nach Verena begütt M>rq>'n ernartet man hier den König von Neapel. Der Kronprinz vo» Sckweden besucht mit tzisll'm (3 fer eie li,cr b. fmdl'chen Schätze der Kunst. Am 16. qab er ein glänzendes, Vank^t, und lud alle Kunst, lcr d^ü'ein, dercn Mli^en er mit seiner G<'aenwart h,H)rt hatte. Am 20. rclsle er durch Ober-.Italien nach V ünU">n ad. um slch dort mtt der Tochter des Herzogs >ou Lcucht^nberq zu vci mähten. (V. V.T.) Königreich beyder S'tilien. Nach:lit'i aus Neapel vom 16. d- M- 5«folge, »a« die Abreise Sr. Majestät deü Königs beyder Bici-lien nach Verona, die ;u liand erfolgen soll. nunmehr Vtstimmt auf cen 22. ftstgeselit, Dec Präsident des Mi« nistenal-R^ttzes, Fürst von Nuffo, wollte dieN^ifenach Verona bereits am ig. antreren. Brasilien und Portu^atl. Sämmtliche Pariscr Platter vow »6. ^ M. U«fern aenheiten eines immerwährenden Protectors dieses Königreichs, der mir von den besagten Völkern so groß. wwhig u,id loyal üvertfagen worden, angenommen ha» t« , fo bin ich verbunden, um so viele Liebe und Treue »ä> be, mir n Coiteü vo^i Lissabon bey ltncm thörichten Systeme bebarr^!, U'?d in stanfinniger Verhärtung ge« gen alle dessen E^niceii Brasilien schlechterdings wie» der l'urch die Gewalt 5cr Waffen zur Colnnie machen wct^ len, oti-ie zu erwägen, daß ich beleitä dessen poli'tischeU^av-l)cing!gti!t proclamirt habe, und daß, krclft meines ?ö^ nigüwtn Decrets vom 2. Iuny d. I., auf das einmü« tlnge Verlalig^n s6n>mtlichtr.Ccwm,unitätcn, die allge» meine, constituirende und gesehgedrnde Versammlung gesetzlich berufen worden ist." »Da ich demnach unter Beobachtung von Forma» litäten, über die man in Portugall sich dinwl'gqeseht» und dieselben mit Füßen getrett-i, zu Welke gegangen bin, indem dvlt die Berufung des National, Congres« scs, lediglich dem Acte eincc! im Finstern schlei« Henden und aufrührerischen Club bs ihr Daseyn verdankt, und gleicherweise in Erwägung zie« he , daß S.'. Majestät d«r Könic, und Herr, Johann Vl., dtssen Nahmen une Autorität die Corlcs als Deckmantel ikrel ruä-losen Zwecke vorschühen, sich gegen Seinen Willen und ohne jene Fr rMit ^u handeln, wclcke der voU^il'henoen Gewalt m den constituticnellen Monarchien zusteht, als Gefangenet m Scinem König, reiche befindet.» ^So dccretire ich. nach V rn'hmuna meines Staals« rathes, allcr provisorischen N^gicrungs.Junten, Mili» täsgouverneurs, Commandanren, »nd fammlllchcn Be» Horden, denen die Vollstreckung gegenwärtigen Decrets obliegen wird, was folgt: »1) AUe, es sey aus Portugall oder anderswoher, unter welchem Vorwande «s acschche, ohne meine vor» läufige Einwilligung, nach Brasilien gesandten Truppen sollen als Feinde betrachtet werden; dasselve-gilt von den Schiffsbesatzungen und Equipagen, welche anbLand sehen wollten; doch soll den merkanulischen und freund« schafllichen Vcchällm'sN'n zwischen den beyden Königreichen, zur Erhaltung der von mir sehnUchst gewünschten politischen Union, «tte Frcybeit gewahrt sen.n.« „2) Wenn dergleichen Truppen als Freunde ankommen, so haben sie unverzüglich umzukehren; doch können sie am Bord ihrer Schiff'', abcr ohne Verkehr mit dem Lande, fo lange an der Küste verweilen, bis man ihnen die nothwendigen LcbenLmtttel und ander« Bedürfnisse zu ihrer Rückfahrt gcUefert haben 'vird." ,5) Wen-: vergleichen Truppen 0lcs«n Vefthlen nicht Zq« Folge leift«« und ans «and zu sehen wagen sollten, weiden sie mit Waffengewalt von der gesammten 2?l-lit wacht der ersten und zweyten Linie (den Lü,ie'»Truppen Und M«Uzen) und von dem Zanosturm zucactgetrieoen, Und in einem solH'n Falle a.e erc>entl,chen Mct«l an« g^vendet werden, um, wenn es N.th lyur. i>ie Schiffe zu verbrennen, und 0n »r^nd einem Hafen oder an emem Tht'l der Käft«' linoen so'ten, so ner» den t>.te Vwwohuer ssch ins IHa^e iuruckzieh,'n. und Olle LebtN->MlUel und H,ercen, furz A^!eo, w^s dem Feinde von Nutzen senn köxnte, m,t sich >u dle '^>, er U.nl> Gebirge fortuelimk« d« ye»m«sche Boden von diesen Ga>e« H«fä>hört «st." ^5) Auch Ansicht des GlNtNwärtlgcn sind alle M«» litär« und C>u>l«Pel)Slden, dl« es anqeht. sse^^lt^n, Olle Hafen und Rheden Vraflliens. wo dcrglcichln Landungen bewerkstelligt weroen konnten, unter der aUer»' genauesten und stcengstenVeralN^ortlichrelt, dcf.NPen zu lassen.« ,6) Wenn in irgend einer Provinz PrasllieuS zu» fälliq Mündel an angemess^cr Icstunq» l Mnnttion seyn folttc» so h«ben die besagten Behörden den s)cf sogleich hie von in K^nntlnß ^us^tzea, damit diesem Man» gel ad^eliolfcn werde, o^er auch der ^Ull.ichjt gelegenen PloiK'Nh o>e Hn^ei^e davon zu machen, welke dann ver« pssvcbte.t,'t, alll'n zum Succeß einer ss wichtigen Sache ncthwcndig^n Beystand auf der Stelle zu leisten.* „Pl< CwU- und Mllitär » Behörden., denen die VcMrcckung meines gegenwärtizen kömglichenDecret» Vb!>eg» , daden dewsclbtn. mit E'fer , Energie und Scb-'<'lliakc>t nachzukommen; sie werden sich .wenn sie sclbes nicht gewissenhaft beftlgcn, des Hoch .uyd Staatß' '. tzerratft» schuldig machen." . ^In PHllafte.zu Rio de I«^eirs, den ». Au- gust Kg,«. Unterzeichnet »l?« Sr. königlichen Hshej« ! ' dem PrinzoRtgenten. Luiz Pcreira da Nobreg«. - de Sou^a C-outinho." Ü!»er P^nämbuc» w«een Nachrichte« Ms Bas)l« vomg. A^i.wll >n England angekommen. D't Expedition von Lissabon war am Zage zuvor daselbst angelangt, und kaum war ssz ,n den Hafen eingelaufen, als die von N'l de Ianc,ro komm^ndeEscadre m dtl Entfernung ersvien. P,cß >st ein sehr krcksches Ere-gn ß für die p^rtuülcftscht Partey in B^hia; eg scheiot indessen, daii sie wenigstens au^cine Z«^: oleOt>^tlicrr!cyaftl.r^llo de Janeiro stach die po" t :gie'i cyeEscadre^!, See, gl ich am llls wenn s^e eint ZchNcht anböthe, aber Ms diele Nachricht B^h-a ven,eß, la^l-n beyde Flotten eman^^r gcg-nüb.-r, .ohne daß es zum Treffen getonimen w''. Hcemocn ^ Anzeige. Angeto mmen b« n 39. October. Her? S^'M^l H«oav?r d> Sukjas. Kc. oer Tlieols» g>< un^M tgli^d der armenisHe^ Äkaoe^ni? des l>. La>"' rus «n V neixg, mit deiü Dr. der Tli-olog e Thevo^c Buck>», von V'nedlg n«cv PltcrKburg. — H?rr ^rani Freylil-cr von Hn»i>cl, r^ls. ojcr. Gtscinc't.r am koni^l. «aioin. H^»fe. und Herr Mlcha l. Puouich, Dscter c»^e -M«:0!c,n. v^yde von priest nach iLlen. Den2o. Herr Neichaid Fr,edriH Roent<,,n, unl> H.'rr Fran; Anton Zanol,, ^aufle^re. oou W>vi «'^' Trle't. — Hcrr Pmcen; K>.'In. tais. okr. Lc!d.vu.-d^l»t und,Professor, von Neapel nach ^,ei. D»"" Z». H^rr Ioscph v. Ba i^nstl in, P,irt!sutier, mit V^udlr Pc,lkpV, von ^rä<) n.ib Trieft. — H^rt Fr >", I.ikey d.> Palin. k. l. Kämmerer und Comitals» ^ss ssrr, alg D^ntllter «,u ^Dr Miiiest.!it. von MaraS« dllT n>»V V,ro^c»,. — H^rr Mlint>>qu 'n> enql. H'nc":,, und Hl'rr T^om^s ßor^ni 'R?ck, H,!tN'»,'löMü«n. ^!-i,!>e vo-n Trieft naH Wieu. -^ Herr Joseph v. Stawlc. A^!.'es,!).r. nuc F^mU.e vs« Gocz. A dgr, r e i,ti ? ? n 1,0. Qcr 0 ber. Frau Tl^'refta «Fr^n i"i v.AtllünZ. Güt«>rb.'sitzsr!NN, nich >>;>:,, — ^i»,'rc H nou ^au^n, k. k. Hofconclplst, « ch Wicn. ' - , ' W e ä, s e l c u r s. Am 3," der. war .u Wien de« M'ttelvre's ^f^ ! S'aat5''i->uldv, .^.r^^'.ina-n^uH vCr m'^M. 66'/'» Wi>>ncl Zs,,dt.H,inco '>l''!,a,:li ? >s2 vCc.m EM.40'^ Daclci). >n lV r^,of yo^ ", 1821 'ür loafi. inCM -^" ' Cpnoensiyns'nutn»' vCt 249 7/ii. B"«t -. Acrien pr. Htück 9<2 V^ '" CM. Ignaz Uloys Edl. ». Kkinmayr. VnleKi, und Rcdacteur.