^ KK«. Dinstag am RR. Juli R8K4 Kreu,l^ 7/^" ' ""t Ausnahme der Sonn-nnb Feiertage, täglich, und kostet sammt dcn Beilagen im Comptoir ganzjährig 11 fl.. halbjährig 5 fl. 30 fr., mit ^re lr. - Inserationsgebi.hr für eine Spaltenzeile oder den Raum derselben, für ein- Zn Z <^ G ' ?l ist nach dem o T ^ ^ M. Inserate bis 12 Zeilen losten 1 fl. für 3 Mal. 50 kr. für 2 Mal und w fr. für 1 Mal einzuMicn. ^n o.e,ui ^cl'uy^n „t nach dem ..Provisou,chen Gcsttze von, 6. November 1850 fnr InserationSstämpel" noch w lr. für eine jedesmalige Einschaltung hinzu zu rechnm. Amtlicher Theil. Erlaß des Ministers des Inncrn vom 6. Juli 1834, giltig für dcn ganzen Umfang des Reiches, mit Ausnahme der Militärgrcnzc, wodurch den Besitzern lan-dcsfürstlichcr Lehen und Fidcikommisse und dein Grund» besitze im Allgemeinen, den Pupillen und Pflegebefohlenen, beziehungsweise deren Vormündern und Kuratoren, dann den Gemeinden, Korporationen, dcn Verwaltern der unter öffentlicher Aufsicht oder Kontrole stehenden Anstalten, Stiftungen, Fondc u. s. w. bei der Betheiligung an dem mit dem kaiserlichen Pa-tcntc vom 26. 'Juni 1864 (Nr. Ui8 N. G. B.) er» öffneten freiwilligen Anlchen Erleichterungen gewährt werden. Mm den Besitzern landcsfürstlicher Lehen und Fi-deikommissc und dem Grundbesitze im Allgemeinen, dcn Pnpillcn nnd Pflegebefohlenen, beziehungsweise Vornn'indcrn und Kuratoren, dann den Gemeinden, Korporationen, den Verwaltern der unter öffentlicher Aufsicht oder Kontrolc stehenden Anstalten, Stiftungen, Fondc u. s. w. die Betheiligung an dem mit dem Patente vom 26. Juni 1884 eröffneten freiwilligen Anlehen zu ermöglichen und zu erleichtern, haben Sc. k. k. apostolische Majestät in Erwägnng dcs Zweckes des Anleihcns und dcr zugestandenen günstigen Eml'ssionsbcdmgnngcn lallt der Allerhöchsten Entschließung vom 5. Juli 1834 zn nachstehenden Verfügungen sich allergnädigst bestimmt zu finden geruht i 1. Den Besitzern landcsfürstlicher Lehen und Fi-deikommissc wird dcr Konsens ertheilt, daß sic znm Zwecke ihrer Betheiligung an dem Anleihen . n) die unbeweglichen Lehen- und Fidcikommißgü-tcr bis zur Erschöpfung dcs ersten Dritthcils dcs als Gutswcrth anzunehmenden hundertfachen Betrages dcr landcsfürstlichen Grundsteuer sammt den: Drittclzu-schusse (mit Ansnahmc der besonderen Zuschläge zu Landes- und sonstigen Zwecken), nnd b) das erste Drittheil dcr mit dem Lehens« odor Fideikommißbandc uinknlirten Kapitalien mit jenem Betrage belasten dürfen, welcher 93 pCt. dcs auf das Anleihen subskribirtcn Betrages ansmacht. Beide diese Begünstigungen sind an die Bedingung geknüpft, daß die in dieser Art erworbenen Schuldverschreibungen dem Lehen oder Fibcikommissc für die Befreiung von der zu dcrcn Erwerbung gc-machten Lehens- oder Fidcikommißschnld haften. 2. Jene Grundbesitzer, welche für die ihnen zu« gesprochene Grnndcntlastnngscntschädigung bisher noch keine Schuldverschreibungen, sondern nur Nentenan» Weisungen erlangt haben, so wie jene, welchen auf Rechnung dcr auszumittcludcu Entschädigung fortlau, fcndc Rentenvorschüsse angewiesen worden sind, können die in: Zeitpunkte dcr Subskription auf das Anleihen noch unerbobenen und weiter lanfcndcn, definitiv oder vorschußweise angewiesenen Grnudcntla-stnngsrenten als Kaution und als Zahlung auf die Emzahluugsraten für dcn von ihncn subskribirtcn An-sen "cdil '"^ ^" 6"' Empfangsnahme ,bestellten Kas- ^ll ^n'./n^i^"""^'' l" denen nnr von Fall zn Fall l^llliat ,vnr- dcn, w^den bindere Verfügungen erlassen. ^ «,, ..^' Den Vor,nundnA und Kuratoren, sowie den Wayenkommmwnen wlrd die oberste vormundschaftliche , bezichlUlgsweisc kuratorische Vewillignnä er-theilt, die verfiigbarcn Barschaften ihrer Mündel nnd Pftegcbefohlcnen durch Slil'ftription auf das Anlei. hcn obnc vorlälifige Einholnng ciner behördliche Ge-nel'Nliainla ftuel'tbringcnd machen zn dürfen. ^ ' 4 Gemeinden nnd Korporationen wird, m so. ^ ferne dicselbcn zur Beschaffung dcr Einzahlungen auf n dcn subskribirtcn Anleihensbctrag entweder im Wege^ u der Utnlagc oder 'des Kredits, oder durch Verwen-dung von Kapitalien, Veräußerung des beweglichen 2 oder Verpfändung ihres unbeweglichen Vermögens cinc behördliche odcr dic allcihöchstc Bewilligung Sr, k. k. apostolischen Majestät nach den bestehenden Gc. sehen bcnöthigcn, dicsclbe hiennit ertheilt; sowie 6. dic Verwalter dcr unter öffentlicher Anfsicht odcr Kontrolc stehenden Anstalten, Stiftungen, Fonde u. s. w. hiermit die administrative Bewilligung erhalten, dic verfügbaren Barschaften durch Verwendung in das Anleihen fruchtbringend zu machen. Freiherr v. Bach m. p. UI Verzeichn iß der mildin Gaben, welche in Folge Aufrufes vom 7. Juni l. I., Nr. 1tt3, für die durch cinc Feucrsbrnnst verunglückten Insassen der Ortschaft Nicdcrdorf, bei dcr k. k. VczirkslMiptmannschaft Gottschec cingeflos-sm sind.. Von der Herrschaft Nassenfuß eingesendet '. 1ü -Von der k. k Gcnsd'armcricmannschaft dcs Zuges m Gottschec ....... 7 — Von den Insassen dcr Gemeinde Licnfeld dnrch dcn Gemeindevorsteher Älath. Wolf 12 21 Von dem Hrn. Lokalkaplan Vlichacl Win- dischcr iu Ebcnthal ........ 4 10 Von dem bochwürd. Herrn Pfarrer Georg Krischai in Ricg........12 — nebst 1 ^tl'lck Leinwand und «iucr Wcste Von dcm Gemeindcuorstandc in Hinterberg 11 49 Von dcr Lokalic Noob ...... 1 36 Summe 63 36 Hiezu die Summc aus bcm H. Verzeichnisse pr...........230 26 ergibt sich eine Totalsumme von ... 294 22 Laiback, 7. Juli. Sc. Durchlaucht der Herr Otto Viktor Fürst von lHchönburg ° Waldcnburg, Bcsitzcr dcr Hcrrschaf-tcn Laas uud Schnccbcrg, hat'in Falgc dcs Aufrufes in dcr „Laibacher Zcitnng" Nr. 87 uom 13. April l. I., aus Anlaß dcr allcrhöchstcn Vcrmäluug Sr. k. k. apostol. Majestät, dcm Herrn Statthalter ein Geschenk von 200 fi. C. M. durch das herrschaftliche Verwaltuugsamt in Schnecberg mit dcr Widmung für dic Pfarrarmen dcs Laascr Thalcs eingcsendct, wclchcs sogleich seiner Bestimmung zugeführt wurde. Die National - Anleihe. in. Dic in Rede stehende Maßregel ist cinc der wich« tigstcn und folgereichstcn, mii denen die k. k. östcrr. Regierung hervortrat. Von ihrer glücklichen Durch-^ führung hängt die Sicherung der allgemeinen Wohl. fahrt in dcr Gcgcnwart uud Zukunft ab; alle Lebens-intcressen, dcr Gesammtheit wic dcr Einzclncn, wcrdcn dadurch auf das Mächtigste berührt, und dcr erste Moment, in welchem die Angelegenheit znr Erledigung gebracht wird, ist wohl geeignet, alle Ocmutber tics zn bcwcgen und zu jcncr bercitwilligen Hingebung zu stimmen, wodnrä/ alle großen und lebenskräftigen Nationen sich znmeist auszeichnen ,und ihren erhabenen Wcltbcruf am wirksamsten erproben. Wic in dem Eingänge dcs a. h. Patentes klar ausgesprochen wird, bandelt es sich darum, die nöthigen Mittel zu erlangen, um einmal die im Laufc dcr nächsten Zcit im Staatshaushalte sich ergebenden Abgänge angemessen zu bedecken, hanpt,achlich aber der Vntwerchnng der Landeswahrnng ein Ziel zu setzen lnd die einheimische Gcldzirkulatcon in regelmäßige >nd unveränderliche Bahnen zurückzuführen. Mit Fug und Recht dürfte man hoffen, in beiden Uezichungen durch allmälig, abcr sicher wirkende Mit- tel das Ziel zu crrcichcn, wäre nicht seit Jahresfrist jene bcdauerliche Verwicklung hinzugetreten, welche den ganzen Wclttheil fortwährend in Spannung erhalt. Ic unerwarteter sie auftauchte, desto bedrohlicher äußerten sich ihre Rückwirkungen in allen Sphären der politischen und materiellen Existenz. Jetzt, wo jcnc für den allgemeinen Friedensznstand bcrcchncten Mittel nicht mchr ansrcichcn, jctzt gilt cs, durch cine energische Kraftanstrengung die Schwierigkeiten dcr Lage gründlich zu bcfcitigcn. Sc. Majestät unser allergnädigstcr Kaiser und Herr rnft den- vielfach erprobten Patriotismus seiner Völker auf, und — wir hcgm die feste, freudige Ueberzeugung — diese ernste Berufung wird ebenso sichcr von dcm vollen Erfolge gekrönt werben, so wahr es ist, daß Oesterreich unter dcr Acgyde seines erhabenen Monarchen eine große, schöne Zukuuft vor sich hat, uud in der Bildung und Gesittung seiner Völker in ihrer Thatkraft und ihren: Fleiße, so wie in dcn uncrmcßlichcn Naturschätzen, womit die Vorsehung dicscs Reich gcscgnct hat, alle Bürgschaften einer unabsehbar blühenden Entwicklung und somit auch im vollen Maße dic Mittel besitzt, um der a. Y. Aufforderung vollständig zu entsprechen. So groß dic Bcträgc sind, um deren Aufbringung cs sich dicßmal handelt, so sind sie doch nichts weniger als unerschwinglich für ciu Reich vou 39 Millionen Seelen, und die Vertheilung dcr Last auf mehrere Jahre erleichtert das Gelingen dcr Operation in dcr befriedigendsten Ncisc. Die großen Abschnitte von drci, vier, füuf Jahren, iu welche das Anlehen, jc nach der Größc dcr gezeichneten Snmmc, zerfallen wird, brcchcn dcm Einwürfe, daß die Zirkulation durch dic Entnchmung so bedcutcudcr Beträge gehemmt und gc-stört werben möchte, von vornchcrein die Spitze ab. So weit der Umlauf der Wcrthzcichcn in Folgc davon cinc Beschränkung erleiden wird, wird dadurch nnr dem Bedürfnisse entsprochen, die Ziffer des Zirkulations. mcdinms auf cin normales Maß zurückzuführen. Im Uebrigcn werden in jedcm folgenden Einzahlungs« monatc die Beträge der vorhergehenden Monate entweder bereits iu die Zirkulation zurückgeflossen, odcr doch zur Rcgclung derselben in angemessener Weise vcrwcudct wordcu sciu. Hochwichtig erscheint in dieser Hinsicht die in §. 21 des die Modalitäten dieses Anlehcns feststellen-dem Ministenalcrlaffc enthaltene Bestimmung, daß die Schnlo dcs Staates an die Bank während der Ein-zahluugspcriode jedenfalls auf 80 Millionen, somit, in Anbetracht dcr noch von dcr Bank einzuzichendcn Staatsnotcn in rundcr Summe, um 190 Millionen Guldcn Conv. Münze herabgemindert werden soll. Die Solvabilität dcr Bank und mit ihr die Negull-rung dcr Zustände des öffentlichen Geldumlaufes m Oesterreich wird dadurch endgiltig sichergestellt. Es kann hier nicht in unserer Absicht liegen, eine Geschichte des Metallagio's zu schreiben; die Ercig« nissc einer stürm bewegten Epochc, wclchc die Entwrr-thuna der vaterländischen Gcldwäbrnng bewirkten, leben noch in der Erinnerung aller Zeitgenossen; nicht weniger fühlbar und bekannt sind die Ucbel, welche das Agio nach sich zog nnd die jetzt noch anf dem Lande lasten. Die schwankende Unbcstimmthcit dcr Werthe aller Vesitzthümer, dic Erschwerung eincs gc-ordneten Verkehrs im Innern und insbcsondcrc nach Außen, und cine uberspanutc, dcn natürlichen Produk« tionsverhältnissen des Landes keinesfalls entsprechende Thcnernng sind die Ucbel, nud von ihren« Einflüsse ist kein Stand, keine Klasse der Bevölkerung, kein Erwcrbszweig bcfrcit. Dicscr bösartige Einfluß durch» driugt das ganze Geäder der österreichischen Proplck« tion und Konsumtion in solchem Maßc, daß eine durch-grcifcndc Heilung sich dermal als cin Akt der unerläßlichen Nothwcndigkcit hcransstcllt. „ Durch das vorlicgcndc Anlchcn wirb den Pol-kern Oesterreichs das bequemste, vcrhaltnißmaßlg vor-theilhaftcste nnd jedenfalls am wenigsten druckende Mittel gründlicher Abhilfe dargeboten und uicht nun^ dcr wird cs ihrem wahren Wohle zu Stattcn kom-mcn das Bedürfniß des Staatshaushaltes fur die «84 nächsten Jahre untcr Einem angemessen bedeckt zi wissen. Es ist solchergestalt nicht bloß eine Frage dec ' Patriotismus, um die es sich handelt: es ist zuglciä eine Lebensfrage aller Interessen im Staate, es gl? die Befriedigung eines allen Volksklassen gcmeinsa men, hohen Bedürfnisses; es ist ein Appell a, die Einsicht der österreichischen Völker, eine Mahnung das ihnen von der Negicrung dargebotene Hilfsmittel - zu ihrem eigenen Besten mit Vcciferung zu ergreifen, und das Ansehen und die Würde des österreichischen Finanzkrcditcs in den Augen der ganzen Welt wieder herstellen nnd befestigen zu helfen. Wo so mächtige Beweggründe zusammenwirken, ist ein günstiger Erfolg mit vollster Zuversicht zu hoffen. Mit festem Vertrauen sehen wir den Ergebnissen dieser Operation entgegen; sie werden unzweifelhaft aller Welt darthnn, daß das österreichische Na-tionalgcfühl kein leeres Wort ist, und daß der Fond moralischer nnd materieller Kraft in diesem Reiche groß genug ist, um auch diese Aufgabe würdig zu losen. Ueber manches eben so interessante als wichtige Detail der in Rede stehenden Operation werden wir uns in einigen folgenden Aufsähen aussprcchcn nnd erlauben nns nnr noch die Vcmcrknng. daß es uns die dringende Pflicht aller durch ihre Stellung. Wohlhabenheit nnd Intelligenz hervorragenden Vatcrlands-freunde zn sein scheint, durch warmes Wort und frische That, so wie dnrch Einwirkung auf ibre nach-sten Kreise den Erfolg derselben kräftigst zn fördern. (Oestcrr. Korr.) Die Besetzung der Donaufürsten-thümer. " Angesichts der allgemeinen und berzlichcn Zustimmung, welche das Schutz- nnd TruZbündniß zwischen Oesterreich und Preußen vom 20. April sowohl bei deu Regierungen als in der öffentlichen Meinung Deutschlands gefnndcn, hat eine bekannte preußische Panci, welche den Abschluß jenes Trakta-1 tcs mit innerer Unlust aufnahm, es sich zur Aufgabe ^ gemacht, den für Mittel-Europa und für Deutschland insbesondere so bedeutungsvollen Bündnisse jede praktische Bctbätignng im Voraus abzusprechen. Man beschränkt sich nicht auf die eigenen bekannten Partei-blättcr, deren Sprache nnd Haltung gegen Oesterreichs Vorschreiten in den orientalischen Wirren nur dazu dienen soll, indirekt die eigene, mit dem kaiserl, Kabinetc eng verbündete und prinzipiell mit ihm einverstandene Negicrung balo mit Drohungen zu schrecken, ball» mit nngefordcrtcn Rathschlägen zu bedenken, sondern ihre Schriftführer nehmcn zuweilen aueb die Miene der Eingewcibtcn und der Halboffiziellen an, um in Blättern anderer Färbung Mißtrauen und Verdacht zu erregen in der Absicht, die glücklich bestehende Eintracht zwischen den beiden deutschen Großmächten zu lockeru oder doch ihr Einvcrständniß über die großeu Fragen des Tages als zweifelhaft dar-znstcllcn. Von diesem Gesichtspunkte aus müssen wir nothwendig einen Korrcspondcnzartikcl ans Berlin vom 3. Inli in der „Breslauer Ztg." betrachten, welcher die eventuelle Besetzung der von den russischen Truppen geräumten Tbeile der Donaufürstcnthümer durch eine östcrrcichiscbe Kriegsmacht bespricht. Die ganze Argumentation jcncs Artikels läuft auf die Logik dcs Chalifen Omar yinaus. als cr die Bibliothek zn Ale-xandrien verbrannte, angewendet auf den vorliegenden Fall: „Was nicht in dem Traktate vom 20.'April ausdrücklich steht, ist gegen ihn, steht es aber darin, unnütz zu wiederholen." Sodann dürfe man auch nicht die Thatsache übersehen, daß selbst eine friedliche Besetzung der Donaufürstcntbümer von Seite Oesterreichs schon ein Akt der Feindseligkeit^ gegen Nußland ist, weil damit die russ.-türkischen Verträge zer-rmen werden, lant denen eben Rußland allein ein eventuelles Bcsetznngsrccht in der Moldau und Walachei hat." Der Korrespondent der „Brcslancr Zeitung" ist im Völkerrechte wenig bewandert, sonst wüßte er, dasi der Kriegszustand zwischen zwei Staaten du? früheren Verträge, besonders die, welche dem Einen Rechte oder Privilegien in dem Gebiete dcs Andern einräumen — anfhcbt oder mindestens in so lange suspendirt, als nicht der water erfolgende Friedensschluß sie ganz oder theilwcisc wieder herstellt. Es ist somit im vorliegenden Falle kein Vertrag zu zerreißen, da die erwähnte Konvention zwischen Ruß-land und der Türkei im Augenblicke nicht mebr zu Recht besteht. Nußland aber hätte um so weniger begründete Ursache, sich über einen Einmarsch der k. k. Trnppen in dic Donanfürstenthümer zu beschweren oder gar einen Vorwand zum Kriege daraus abzulcltcu, als es selbst seine dicßmaligc Okkupation nicht auf sein — für ganz andere Fälle berechnetes — Vcrtragsrccht gründete, sondern die Fürstcnthümcr als Pfand für sonstige Zwecke ergriff. Abcr auch abgesehen uon die« sen völkerrechtlich klar gezeichneten Verhältnissen, kann ein offensives Vorschrcitm wahrlich darin nicht gesehen werden, wenn eine mit den kriegführenden Staaten anf beiden Seiten im Frieden befindliche Macht in Folge einer Ucbereinkunft mit dem znstän-! digen Oberherrn bestimmter Provinzen, dieselben dnrch ihre Armeen zeitweilig besetzt, um in dem Nachbarlande einem vorauszusehenden Zustaude völliger Anarchie entgegen zu treten. Nach Berichten, welche zn Jedermanns Kunde gelangten, wollten die kaiserlich russischcu Befehlshaber in der Walachei bei der noch vor wenigen Tagen als nahe bevorstehend angesehenen Räumung dieser Provinz, nicht nur die Kassen nnd Vorräthe, sondern anch die Behörden des Landes, vielleicht sogar die Landesmiliz mit fortführen. Untcr solchen Üm> ständen ging der allgemein und laut ausgesprochene Wunsch in der Walachei dahin, daß Oesterreich, als die in dem gegenwärtigen Kriege nicht befangene benachbarte Macht, im Einvernehmen mit dem Sultan, dem gesetzlichen Obcrhcrrn der Donanprouinzcn. sie vor den Uebeln der Anarchie und der Gesetzlosigkeit bewahre. Dem zn entsprechen wäre Pflicht der Humauität, wäre die würdige Aufgabe eines christlichen Monarchen, wäre zumal uud vor Allem die Wahrung allgemein deutscher Interessen. Wir dürfen versichern, daß die königlich preußische Regierung die besprochene Eventualität von dem gleichen Gesichtspunkte betrachtet nnd somit anch dieser Versuch, die Eintracht nnd das herzliche Einverncbmen zwischen den beiden Kabineten als gefährdet, das Schutz- und Trntzbündniß vom 20. April als in Frage gesetzt darzustellen. die Gemüther der Einsichtsvollen nicht beunruhigen darf. Sollte jedoch, wie wir iu Folge neuerer Berichte annehmen müssen, die freiwillige Räumung der Walachei durch die kaiscrl. russischen Truppen nunmehr doch nicht erfolgen, dann hat die eben erörterte Fragc selbstverständlich keine praktische Bedeutung mehr. Oesterreich wird in diesem Falle streng anf dein Boden des Schntz- und Trnhbündnisses vom 20sttn April, in engem Einvernehmen mit dem königlich preußischen Kabincte erwarten, ob nnd welche Folgc seiner nach St. Petersburg crgangcnen Aufforderung , gegeben wirb, nm hiernach die weiteren Schritte übereinstimmend mit dem verbündeten königlichen Hofc zu bemessen." (Ocst. Corrcsp.) Kriegsschauplatz an der Donau und der griechische Aufstand. Die festen Plätze in der Dobrudscha werden so eben von den Rnsscn geräumt. Aus Varna meldet man, daß der Kriegszug in die Krinun entschieden beschlossen zu sein scheint; erfahrene Militärs halten denselben aber jetzt schon für gewagt wegen der vcrhältnißmäßig geringen Anzahl der Landungstruppcu, dic sich anf nicht mehr als 40.0l10 Mann belaufen, während die Rnsscn in Scbastopol nnd Umgebung 60.000 Mann konzentrirt haben und sich immer noch verstärken. Aus Schumla vom 28. Inni wird berichtet; ?aß die türkische Valkanarmec ihre Bewegungen gegen die Dobrudscha fortgesetzt, daß Abtheilungen der alliirten Armeen am 24. Inni in Prasaoi eintrafen, oaß Küstendschc von den Türken besetzt sei, endlich daß die in Varna in Garnison gestandenen egypti-schcn Regimenter nach Basardschik marschircn, und oaß in Varna nur cinc aus englisch-französischen Truppen bestehende Garnison zurückbleibt, daß Sc."k. Hoheit der Herzog uon Cambridge von Varna nach Schumla abgegangen ist. und daß von emcr Erpedition gegen die Donaunumdungcn nnd vielleicht auch gleichzeitig in die Krimm wie von einer ausgemachten Sache gesprochen wird. Omer Pascha verläßt am <. Schumla nnd geht über Silistria nach Nustschuk. Kriegsschauplatz in der Ostsee. St. Petersburg, 3l). Juni. Die «St. Petersburger „Polizcizeitung" vom 29. Juni enthält nachstehenden Tagesbefehl dcs Oberpolizeim c i stcrs von St. Petersburg an die Polizeiverwaitung vom 27. Juni: „Der Herr Kriegsminister hat dem Herrn Mili-tär-Gcncralgouverncur von St. Petersburg auf allerhöchsten Befehl Sr. Majestät dcs Kaisers mitgetheilt, daß eine feindliche Eskadre, ungefähr 30 Wimpel an Zahl. am 26. d. M. in Sicht dcs Ssoikin-Berges," «0 Werst von Kronstadt erschienen; gestern am 2i>. Inni näherte dieselbe sich Krassuaja-Gorka; einige Dampfschiffe kamen an den Tolbnchin - Lcuchtburm heran; bisher ist nicht zu bemerken, daß der Feind etwas gegen Kronstadt zu unternehmen beabsichtigt, wo alle Maßregeln zn seinem Empfange getroffen sind. Nachdem ich dcßfalls cinc Vorschrift von Sr. hohen Erzcllenz dem Herrn Militär-Generalgouvw ncnr v. 27. Juni, untcr Nr. 8!N l, erhalten habe, verordne ich der Polizei, Obiges unverzüglich den Be- wohnern der Residenz kund zu thun. Unterzeichnet: der St. Petersburger Oberpolizeimeister, Gcneral-Adjntant Galachow I." Dieser Publikation ist noch hinzuzufügen: Am 28. Inni fiel von einem feindlichen Schiffe ein ein-zelner Schuß anf cinen russischen Dampfer ljedoch im Bereiche der doppelten Schußweite), wclchcr bei dic. ser Begegnung mit dem Feinde gegen 27 Segel zäh« len konnte. Ein englisches Schiff ist bereits auf einer Sandbank gestrandet. Karrcspandcn;. Marburg, !>. Juli. D,'. P . . . . Selten vergeht ein Tag, an wel« chcm sich nicht heftige Gewitter in nnsercr nächsten Umgebnng entladen. Bei einem der verderblichsten, das jüngst die südöstlich von uns gelegenen Wcinbcrgc verwüstete, wurde ein Winzer, am Fenster stehend, augenblicklich getödtet; in Marbnrg selbst abcr schlug dcr Vlitz in die im Bau begriffene Militär-Akademie, nnd zwar in das provisorische Kanzlcigcbändc, uud hauste namentlich arg in dcr Wohnung dcs zum Glück am selben Abeiid außer Haus gewesenen Amtslcitcrs, Hrn. Nak. Die Sammlung für dic durch die Fcncrsbrunst am Pfingstsonntag verunglückten Bewohner des Mark» tcs Fichtenwald an der Save schreitet rasch vorwärts, sie ergab bisher in der innern Stadt Marbnrg allein schon 203 ss. !5 kr. CM. In dcr Nacht vom 2. Inli vernnglücktc zu Stein -brück der vor wenig Wochen aus Marburg dahin übersetzte Eisenbahn - Wagenmcistcr Nödl, cin gebildeter jnngcr Mann. Er hatte das Unglück, bei dem Her. ansspringcn ans einer znr Untersnchnng dcr Schweller gemachten Grube zweimal zu fallen nnd durch die eine Maschine, die in seinem Rücken ziemlich geräuschlos nachkam, nntcr den Hüften überfahren zn werden Von 10 Uhr Nachts bis 8 Uhr Früh untcr maßloscn Schmerzen litt und endete der Unglückliche mit stoischer -Geduld nnd christlicher Standhaftigkcit. Das Bahn« amtspcrsonalc in Marburg brachte sogleich eine Kol« lektc für seine Witwe zu Stande. Emc große Schaar Trauernder folgte dem Sarge dcs zu früh Dahingeschiedenen. Die schöne Jahreszeit brachte nns bereits viele freundliche Besuche gefeierter Oesterrcicher; so die gemüthlichen Dichter Gabriel Scidl und Karl Gottfried Ritter v. Leitn cr, den noch lebenden Nestor "er steier'schcn Geschichtsschreibung. Hrn. Archivar Joseph War ting er. Montag, den 10. Inli, trifft dcr in Frankreich und Spmüen einbcimisch gcworoenc stcicr'« schc Violin-Virtuosc Lonis Ellcr hier cin. Oesterreich. " In Gemäßheit eines von dein k. k. Armec< Oberkommando erlassenen a. h. Befehlsschreibens vom l7. Inni d. I. haben aus Anlaß der Trnppcnkon' zcntrirungcn au der südlichen nnd südöstlichen Rcichs-gränze nnd in Galizien die Militärbehörden in Ungarn die Benennung „Rescrvctruppcn - Kommando der l!I. Armee", jene in Galizien die Benennung „Reserve-Mlppen-Kommando der »V. Armee", jcnc in Mähren und Schlesien die Benennung „Ncservttrnppcn-KoM' mando des N. InfantcricI. Infanterie-Armeekorps anzunehmen. Wien, 8. Juli. Nach Konsularbcrichten aus Galacz werden in Folge der durch cinc englische und cinc französische Dampffregatte bewerkstelligten Vlokadc der Sulinamünduug zwar die beladencn Schiffe an dcr Eiufahrt gchindcrt und nach Varna zur Löschung der Ladung gewiesen, hingegen wird oen leeren Fahrzeugen die Einfabrt in die Donau auch fortan gestattet. -"- Gin Fallissement von nntcrgeordncter Vrdcu< tung ist anf hiesigem Platze erfolgt. Die Seiden- -handlnng Eima und Silvestri hat ihre Zahlungen eingestellt, der letztgedachte Associ<> sich entleibt. P rag. ''!. Juli. Auch in Böhmen ging die Aller' höchst angeordnete austerordcntlichc Rckrutinmg überall ganz austaudlos vor sich; wie dcr Eifer der Bc« Horden, so gaben sich anch zahlreiche Beweise patriotischer Gesinnung der Bevölkerung bei dieser Gelegen« hoit kund. Vom 0. bis zum lctztcu Iuui siud in Böhmen 12.431 Mann abgestellt worden, so daß mit dem Schlüsse dcr Hauptstellung bloß cin Nest uon 14 Mann verblieb. Trieft, 7. Inli. Der hiesige Rhedcr und Kanf-luann. Herr Spiridion Gopcevich. wnrdc an der Vollziehung seiner Verpflichtungen hauptsächlich durch dic Hemmung der Ansfuhr seiner, in den südrussischen Häfen lagernden Getrcidcvorräthe gehindert. wcßhalb cr gestern zeitweilig scinc Zahlungen einstellen mußte. Die Passiva sollen gegen drei Millionen Gulden, die Aktiva in Grundstücken, Schiffen ic. :c, un« gcfähr sechs Millionen Gulden betragen. (Tr.Ztg.) V85 Schweiz. V c r n, 3. Juli. Hcute fand dic Eröffnung dcs Nationalrathcs und des Vundcsrathcs Statt. Dic Präsidentenwahl bot kein schr großes Interesse. Zum Präsidenten dcs Nationalrathes wurde der Abgeordnete Duks ans Zürich, zum Vize-Präsidenten D. C. Pfyffcr aus Luzern, zu,u Präsidenten dcs Standcra-thes Fazn von Genf, zum Vize-Präsidenten Rappcler von Thurgau gewählt. Von größerem Intcrcstc lvar dic Eröffnungsrede dcs abtretenden Präsidenten Pioda (aus Tessin)'im Nationalrathc. Nachdeiu er cmcn BIlck am die curopäischc Situation geworfen, bezeicyncte Pioda als die Hauptfragen, dcrcn Losung der Bun-desuersanunlung obliege, die Auswanderung und die Vertretung der Schweiz im Auslande. Er meint, daß die Beziehungen zum Auslande im Süden und im Norden günstiger sein könnten, und zwar ganz abgesehen von dem Konflikte mit Oesterreich. Die ständc-räthlichc Kommission ergriff schon dic Initiative nnd stellte unter Anderem den Antrag, der Bundesrat!) sei eingeladen: „auf eine wirksame Weise die geeigneten Schritte zu thnn, um sobald als möglich die von einigen deutschen Staaten gegen die Schweiz ergriffenen Aus-nahmsmaßrcgcln aufboren zu machen." Italien. In Piaccnza wurde am 1. und 2. l. M. die Ruhe gestört, doch durch energisches Einschreiten des österr. Militärs wieder hergestellt. Den: amtlichen Berichte entlehnen wir hierüber Folgendes: Am 1. gegen 11 Uhr Vormittags füllte sich der Domplatz, auf welchem gewöhnlich der Gctreidcmarkt abgehalten wird, mit Weibern und Kindern ans den unteren Volksschichten, unter dem Nufe: Tod den Händlern, wir wollen den Star Weizen zu 7 Franken! Der Tumult wuchs, Handwerker liefen ycrbci, uud bald waren die angränzendcn Straßen mit Men» scheu so schr gefüllt, daß man sie nicht passircn konntc. Dic Gctrcidehäudlcr ergriffen zum Theile die Flucht, theils gaben sie dem Ansinnen der Lärmenden nach, indem sie ihnen den Weizen zu 7 und den Mais zu 4 Franken verkauften. In einer Stunde war kein Getreide mehr auf den: Platze. Nun eilten Andere herbei, um solches zu kaufen; da dieß nunmehr nicht möglich war, so begann der Nnf: Gehen wir in die Magazine! In demselben Augenblicke erschien Sc. Erccll. dcr k. k. Festungskommandant Gcncralmajor Graf Wratislaw. Die Menge rief: Es lebe der General! Es gelang seinem freuudlichen Znrcdcn, die Bevölkerung zu beruhigen, welche ihn unter lan-tcm Lebehoch nach seiner Wohmmg begleitete und sich dann ruhig zurückzog. Die Kaufläden waren am 2, kaum geöffnet, als sich wieder Volk zusammenrottete, und von den Bäckern das Pfund Brot zu 8—10 Ccntesimi verlangte. Die Verkäufer gaben furchtsam nach, die Drohungen verdoppelten sich jedoch in dem Maße, als die Brotläden leer wnrden. — Die Unruhestifter wurden durch das Militär an ihren: Ansinnen gehindert, und die Ordnung wurde um so leichter hergestellt, als zur Zeit dcs Gottesdienstes die Kaufläden geschlossen wunden. Mittlerweile wnrden thatkräftige Maßregeln ergriffen, nm dcr Wiederholung ähnlicher Auftritte zu begegnen. Se. Erc. der Fcstungskommandant erließ eine Bekanntmachung, welcher zufolge jede Zusammenrottung durch Gewalt unterdrückt wcrdcn sollte, da die Ermahnungen nichts halsen. Diejenigen, welche willkürliche Lebcnsmittelprcise erzwmgm wollen, werden verhaftet und nack dem Gc,ehe bestraft werden. Starke Patrouillen durchzogen dlc ^tra^cn, dic Wachen wurden verstärkt, und der Vrotverkauf ging daml ruhig von Statten, Drei IndMducn, welche die Tumulte zu erneuern suchten, wurden festgenommen, und auch viele andere Verhaftungen fanden Statt. — Die Nuhc wurde am 3. und auch später am 4. nicht gestört. — In Ponte dell' Olio nnd Pontcnurc fanden ebcnfqlls Unordnun-gen Statt, die jedoch auch dort schnell unterdrückt wurden. Frankreich. surick?'?.^' ^ I"". Der «Moniteur dc la Flotte" ^nN^ /"? ""ltc" Konflikt zwifchcn dem nord-^ « u^r" ^"^ in Novo, Archangelsk nnd den, d ,rI ^i?^ "'"Kamtschatka, General Sawoika, rikm ^ und ?i''^ l" »icreireglements cm ame- 6« hatte mit Be- Großbritannien. London, 3. Juli. Die Neuerung ist darauf bedacht, die Strcitkräftc aus allen Punkten des Kriegsschauplatzes zu vermehren, um den Admiralen die Möglichkeit zu verschaffcu. im Nordcn uud Osten einen entscheidenden Schlag gegen die feindlichen Flotten zu' führen. Eiu Angriff auf die Krim ist nach Allem, was hier verlautet, möglich und wahr» schcinlich. Vermehrt wird dicsc Wahrscheinlichkeit dadurch, daß neuerdings sieben Regimenter Ordre erhalten haben, sich zur sofortigen Einschiffung nach dcr Türkei bereit zu halten. Es sind dieß das 20., 21., 34., 4U. und «3. Infanterie-Regiment, das 2. Bataillon der Schützen-Brigade, das 2. uud 4. Dragoner-Regiment. Jedes dieser Infanterie-Regimenter wird auf 1U00 M. gebracht und die 4. Division, mit einem General und zwei Vrigadiercn an dcr Spitze, bildcn. Das Schuyen - Bataillon wird aus i^W Mann bestehen und die ganze nachrückende Macht wird auf Dampfern direkt nach dem schwarzen Meere transports, ohne in Malta oder sonst wo anzuhalten; nebenbei schreibt man aus Portsmouth, daß (i große Dampfer sich nach Cherbourg verfügen und daselbst 0000 Mann Franzosen an Voro nehmen wcrdcn, die gleichfalls nach dem Kriegsschauplatz abgehen (man glaubt nach dcr Ostscc.) Was dic Operationen dcr Ostsecftottc betrifft, so hat Sir Eharlcs Napier schon bei Uebernahme des Kommando's darauf gedrungen, daß man ihm erstens: so viel Schiffe als möglich zur Verfügung stelle, zweitens: daß er mit flachen Kanoncuoampfern versorgt werde, uuo drittens: daß eine Rcscrveftottc ausgerüstet werde, um den Kanal uud die britischen Küsten zu decken, wofern seiner Flotte in den gefährlichen Gewässern des Nordens oder in ciucm Angriffe aus die feiudlichcu Festungen ein Unglück begegnen sollte. Die zwei ersten Bedingungen sind, so weit es dcr Adnuralität bishcr möglich war, erfüllt, und dle Bildung einer gewaltigen Kanalftottc wiro jetzt in Angriff genommen. Dcr Beschluß wurde im' vorgestrigen Konseil gefaßt; dic nöthigen Ordres sind ertheilt, und Admiral Berkeley ist mit dem Kommando desselben betraut. Aus Irland kommen bittere Klagen — wie regelmäßig seit mehreren Jahren um diese Jahreszeit — daß die Auswanderung zunehme, das Land ent< ^. f^.l ^""^ "u Arbeitskräften von Tag zu <Ä/Ä c"' '""'^' Die Erhöhung dcr Arbeitslöhne, schretdt em in Sligo erscheinendes Blatt, sei mcyi mehr nn Stande, die Kindcr dcs Landes zum Mclbcu zu ucrmogcn; Tausende folgen dem Nufe ih-, rcr u: den Kolonien und in Amerika angesiedelten Verwandten; Viele ließen sich übrigens durch den Kricgsschreckcn aus dcr Heimat jagen. Die Ausweise, die von Liverpool über die Auswanderung aus dem dortigen Hafen vorliegen, liefern die Vclcgc, daß obige Klagcn sehr gegründet sind. Spanien. Die «Gaceta de Madrid" vom 29. Juni veröffentlicht eine Bckanntmachnng dcs General-Kapitäns von Ncu-Castilien, General dc Lara, worin dieser sein vollkommenes Vertrauen auf die Umsicht der Bevölkerung dcr Hauptstadt ausspricht, und jede Znsam-meurottung in dcn Straßen von mchr als 3 Pcrso. neu üutcrsagt. Dem General Dulce sind nicht nur alle seine Aemter, Titel, Orden ?c. :c. entzogen, sondern er ist auch aus dcr Armecliste gestrichen, und zwar vorbehaltlich dcr nach dcr Strcngc des Gcsctzcs noch zu erwartenden Strafe. ! Eine andere Ordonnanz rcpulizirt die von dcr Regierung unterm 22. Februar erlassene Verfügung, dic Ordnung und die Gesetze des Reiches um jeden Preis anfrccht erhalten zu wollen, dem zu Folge die ganze Halbinsel mit dcn benachbarten Inseln in Belagerungszustand erklärt uud permanente Kriegsgerichte in den Provinzen, in denen sich keme befinden, eingesetzt wcrdcn. Die „Indep. beige« und „Iourn. dcs D»>bats« berichten in eiucm Schreiben aus Madrid vom 29. Juni Folgendes über die Insurrektion: Die Insurrektion brach am 28. Juni beim An-l'"lch des Tages aus. Dcr Generaldirektor der Ka-vauerie, General Dulce, hatte Abends vorher bei dem General-Kapitän, General Lara, die Autorisation nach ge>ucht, Musterung über sämmtliche Kavallcrictruppen-die sich in Madrid uud der Umgegend befinden, ab, halten zu dürfen. Dicsc Autorisation wurde ebcn nm so chcr ertheilt, da ihm iu scincr Eigenschaft als Gc-ncraldircktor die Pflicht oblag, sämmtliche Regimenter dcr Waffengattung, dic uuter seinem Befehle stehen, zu inspizircn. Der General Dulcc aber war, wie sich gezeigt hat, in ein Militärkomplot verwickelt, dessen Bestehen die Regierung schon seit einiger Zcit gcarg-wohnt hattc, und wcßwcgcn auch zahlreiche Verhaftungen vorgenommen worden waren. Das Kavallcrie-korps dcr Garnison von Madrid vcrsammclte sich also wirklich am 28. Inni, um 4 U. Morg, auf einer großen Wiese, die nnter dcm Namen »l^ml" ^« ^»ln sim^« bekannt ist. Hier fand sich der General O'Dounel ein uud haranguirtc die Truppen. Plötzlich erhob Nch der Ruf: ".Es lebe die Königin!" «Nieder mit ^n Ministern!" Die Generäle O'Donnel, Dulce, Nos de Olano und Messina (? Medina) sehten sic an die Spihc von 600 Reitern und des 3. Linier Infanterie. Regiments und marschirten zuerst nac! Canillejas, in der Nähe von Madrid, und schlugei nachher die Richtung nach Alcalcl ein. Das Kabiuct befand sich in diesem Augenblick, nicht in Madrid. Dcr Ministerpräsident und Marinc minister waren seit dem 26. bei der Königin in Eskurial. Der Minister dcr öffentlichen Arbeiten hiel, sich auf Urlaub in Palencia auf. Nur die drei übri' gcn Minister befanden sich in Madrid und vereinig' ten sich mit dem General-Kapitän und dem Zivil-gouvcrncur, um sich mit ihnen über die zu ergreifenden Maßregeln zu berathen. Die Regierung rechnete auf die Treue der Armee. Die Insurgenten hatten nur beiläufig 4000 Mann und zwar Kavallerie und einen Theil dcs dritten Infanterie - Regiments mit sich genommen. Gestern Abend befanden sie sich an den Thoren von Alcala. wo sich unter dcm Befehle dcr Obersten Fiter und Gallardon zwei Kavalleric-Ncgimenter befinden. Sie rechneten auf diese Verstärkung, da der General Dulcc, als Gcncral « Dircktor der Kavallerie, den Oberbefehl über sämmtliche Korps dieser Truppengattung hat. Dcm Vernehmen uach hielten sich die Insurgenten gestern fünf Stunden in Canillcjas auf, wo sie Vcr-^ stärkungen aus Madrid erwarteten, besonders die An-^ kunft dcs Ncgimcnts dcr regierenden Königin, dessen . Chef, Euadros, versprochen hatte, sich mit ihnen zu ^ vereinigen. Aber auch diese Truppen langten nicht an, ^ Cuadros wurde von dem Kriegsminister von seinem ^ Posten abgesetzt. ^ Die Truppen, die sich im Eskurial uud in la Granja befanden, sind nach Madrid zurückgekehrt. . Die Königin wurde auf ihrer Rückreise von dem Ka- ^ valleric-Negimcnte Villaviciosa begleitet. Die Insurgenten haben unter den Truppen der Umgegend von Canillejas aufrührerische Proklamationen und auch Geld unter die Soldaten (1 Fr. pr. Kopf) vertheilt. Es gchcn Kuriere nach allen Richtungen ab, um die Truppen in dcn Provinzen gegen die Insurgenten aufzubieten. Eine Gewaltthat, bei der Vlut floß, hat in dcr Kaserne San Franzisko gestern Statt gcftmden. Zwei Untcrlicutcnants dcs dort kascrnirten Regiments Cucuca machten dcn Versuch, die Truppen aus der Kaserne herauszulocken, aber dcr bcfchlshabcnoe Kapitän wi< dcrsctztc sich diesem sträflichen Ansinnen. Hierauf feuerte einer der Untcrlieutcnants einen Pistolenschuß auf den Kapitän ab, die Kilgel streifte seinen Kopf ohne ihn zu todten. Die Königin hat diesen Haupt-manu zum Bataillons-Cbef ernannt. Einer der Un-terlicutenants ist verhaftet worden und wird wahrscheinlich erschossen werden; dem anderen gelang es, die Flucht zu ergreifen. Dcr General-Kapitän von Madrid, General Cara, steht im Begriff, mit vier Kanonen, vier Infantcrie-Vataillons und 1000 Reitern zur Verfolgung der In» surgenten aufzubrechen. Daß die königlichen Trnppen über die Insurgenten gesiegt, und Madrid vollkommen ruhig ist, haben wir bereits in telegraphischen Depeschen mit' gcthcilt. Telegraphische Depeschen. * Paris, 9. Juni. Dcr „Monileur" meldet aus Madrid vom 7. d.: Die Insurgenten sind wieder aufgebrochen, muthmaßlich nach Estremadura und an die Gränzen Portugals; die Truppen verfolgen sie ohne Unterlaß. Aus Athen meldet das amtliche Blatt, Chadschi Petros sei nach Griechenland zurückgekehrt; die in-surgirten Rajah's in Thessalien wollen mit Fuab Ef-fendi in Unterhandlung treten. Das «Bulletin des lois" bringt ein kaiserliches Dekret, womit ein außerordentlicher Kredit von 168 Millionen und 726.223 Francs zur Vcrmchrung dcs Effcktivstanoes dcs Hccres im Allgemeinen, insbesondere dcr orient. Armee, und zur Bildung dcr bereits beschlossenen Lager eröffnet wird. Weitere Dekrete bestimmen die Bildung eines neuen Korps leichter ' Kavallerie unter dem Namen Spahis zur Verwendung im Oriente. Die Zahl der diesem Korps angchöri-gcn Regimenter dürfte sich auf 7 erheben. Dieses Korps soll nach Umständen wieder reduzirt, eventuell auch aufgehoben werden. * Piaccnza, 6. Juli. Die Ruhe wurde si'it den letzten Unordnungen nicht weiter gestört. '" Turin, 6. Iuui. Nach dem „Parlamento" haben mehrere Verhaftungen in Sizilien stattgefunden; unter dcn Verhafteten befindet sich ein ^ohn dcs Komthurs ssaraffa. ^„« u,w ^,«2 ^,.» ». ««.««»>». « F. «»^ber« m L»ib°ch,^N^M^mUHleda«mie: I. v. Kl.«...»,. H 3. V^cr«, Ankann;ur Rm^OrljerOeitmt^ V örsenb ericht auS dem Abendblatte der österr. kais. Wlener-Zeitung. Wien 8. Juli Mittags l Uhr. Da heute bezüglich der Verhältnisse des Triester HauseS Gopccvich, das stinc Zahlungen eingestellt hat, beruhigendere Nachrichten cmae'angt waren, welche eine baldige Ausgleichung hoffen lassen, 'o zeigte sich die Börse einer günstigeren Tendenz Fremde Wechsel und Valuten wichen im Preise und blieben zur Notiz niedriger offcrirt. Das Effektengeschäft erstreckte sich fast ausschließend auf 5'/ Metall., welche bei Mangel an Stücken bis 86 bezahlt wurden. Neues Anlehcn war mit 89 '/, begehrt. Nordbayn-Aktien hoben sich von 470'/, auf 171 '/.. Vskomptebank-Aktien erreichten 98'/,. Im Uebrigcn war das Geschäft sehr matt. London war zuletzt mit 12.44 ausgeboten. Gold war um mehr als '/, pCt. billiger, Amsterdam. — Augsburg 130 Brief. — Frankfurt 129 '/.-— Hamburg 96'/.. — Livorno. — London 12.44 Brief. — Mailand 128. — Paris 153'/. Brief. StaatSschuldverschreibunqcn zu S °/. 85'/,^86 detto „ 5. L. .. 5°/, 99—100 detto Gloggnitzer m. R. „ 5 7<. 917,-91'/^ detto ,, „ 4'/. 7« 75-75'/. detto ., . ^7« «»'/.-«8'/. detto v.J. l850mitRückz. ^ °/^ 89 '/,—90 detto 185« .. 4 7» 88-88'/. detto .. 3 7« 55-55'/, detto ,. 2'/,7. 42 7.-42'/, detto „ 17. 17 7,-18 Grundentlaft.-Oblig. N. Oester. zu 5 7, 84 7.—»4 '/, detto anderer Kronländcr 82 7.—83 kotterie-Anlehen vom Jahre 1834 22« 7,-227 dctto detto 1839 126 7.-12« 7, detto detto 185t 89 7,-89 7. Banco-Obligationen zu 2 7. °/. 57'/. - 68 Obligat, des L. V. Vlnl. v. I. i860 zu 5 7» 101—101 7, Bant'Aktien mit Bezug pr. Stück 1252—1254 dctto ohne Bezug 1058—1060 detto neuer Emission 988—990 Escomptebank-Stttie» 98—98 7. Kaiser FcrdinandS-Nordbahn 171 7,—I7l 7. Wicn-Raaber 82 7.-83 Budweis-Linz-Gümndner 275—278 Preßb. Tyrn. Eiscnb. I. Emission 20—25 2. „ mit Priorit. 30-35 Ocdcnburg-Wien-Neustädter 60'/,—6l Dampfschiff-Aktien 580—582 betto 11. Emission — ^ detto 12. do. S67-569 dctto des Lloyb 5ft8—570 Wiener-Dampfmühl-Actien 133—13« Lloyd Prior. Oblig. (in Silbct) 5 7« 99-10<> Nordbahn detto 5 7, ^7.-91/, Gloggnitzcr dctto 5 7» 83-83 /, Donau-Dampfschiff dctto 57, 87 7,-8« ssomo Nentscheiue <3 7.-13 '/, Gstcrhäzy 40 ss. Lost 85 7,-86 Wiudischgräh-Lose 29 7,-29 '/. Waldsteiu'sche „ 30 7.-30'/, Kcglcvich'sche „ 10 7,—10 7. ^ Kaiserl. vollwichtige Dukaten-Agio 35 V,—36 Telegraphischer Kurs - Bericht der Staatspapiere vom ltt. Juli 1854. Staatsschuldvcrschreibunqcn . zu 5 M. (in CM.) 85 7/8 dctto ........ 4 « 500 fl. C. M....... 567 1/2 ff. in C. M Wechsel Kurs vom lo. Juli 1854. Amsterdam, für l00 Holland. Guld.. Rthl. 108 »/2 Vf. 2 Mrnat. Augsburg, für 100 Gulden Cur. Guld. 130 1/^ Bf. Uso. Frankfurt a. M. (für 120 fl. sildd.Vcr-) ems Währ.im24-. Josef Schredl, Handelsmann, von Klagenfuit nach Wien. Nebst 185 andern Passagiere-.,. Z. 396. « (I) Nr. 6389. Den 9. l. M. Vormittags wurde von der Domkirche bis gegen das Ratyhaus ein Armband von geschliffenem Golde, mit einem Füllhorn, mit Perlen besetzt, verloren. Der redliche Finder wolle selbes bei der k. k, Polizei - Direktion gegen den gesetzlichen Finderlohn abgeben. Laibach am 1U. Juli 1854. Z. l061. (3) Der nene Gasthof »zur Stadt Meran in Marburg, gegenüber dem Bahnhofe, wird am tt/Iuli d. I. eröffnet. Durch Zahl und Gemächlichkeit der Zimmer, durch Küche, Keller, Bedienung und Billigkeit Fremde und Heimische zufrieden zu stellen, ist das Strebcn des Eigenthümers. Wilhelm Ghrenberg. Z IN93. (!) A u f n a h m e eines Gemeindcdieners in der Gemeinde Planina, mit monatlichem Gehalte pr 15 fl. Die Bewerber dafür wollen mit Nachwei-sunq ihres bisherigen Lebenswandels, bis 25. d. M. bei dem gefertigten Gemeindcvorstande entweder sick persönlich melden oder ihre schriftlichen Gesuche l'i'3'^u überreichen. Gcmeindevorstand Planina am 8. Juli 1854. Karl Thon«sehitz, Bürgermeister. Z. >027. In e UH,KlT5 v. IUIl^,»»»N^» - «' Buchhandlung in Klagenfurt, 1pHt<»»'nc>KN'sÄ'en Buchhandlung in Görz und bez 8<;z»i,»,pt' in Trieft ist zu haben. Anzeige. 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