Nr. 148. Pl»n«m«i,. hall>l.50sl, Vl!l der Po« ss,n!>j,« ,5 h-lfj. f! '/ -^ Freitag, 3. Juli. » i<« tr., ^rihl« per gell« « tr,, be! »sl,»,> 1885. Amtlicher Theil. Se. k. und k. Apostolisch? Majestät haben den neuernannten kais. japanischen auhe« ordentlichen Gesandten m,d bevollmächtigten Minister am All,lhöchsten Hoflager Marquis Sai'onzi am 26. Juni d. I. in blinderer Audienz zu empfangen und dessen Beglaubigungsschreiben entgegenzunehmen geruht. Se. t. und k. Apostolisch? Majestät geruhten aller-gnädigst die Übelnähme des krankheitshalber beur« laubten FeldmarschalLLieutenants Sigmund v. Keler auf seiu Ansuchen in den wohlvei dienten Ruhestand anzuordnen und anzubefehlen, dass demselben bei diesem Anlasse in Anerkennung seiner vieljähr'qen. pflicht-«etreneu Dienstleistung der Ausdluck der Alle,höchsten Zufriedenheit bekanntgegeben werde. Se. k. und I. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 21. Juni d. I. dem BeziliKlichtcr in Risano Julius Nouak aus Anlass seiner nnqrfuchten Ve.Atzung in den bleibenden Ruhestand in Ane>k>mmna. seiner vieljährigen. treuen und ersprießlichen Dienstleistung das RiXerlreuz des Franz Joseph-Ordens allergnäoigst zu verleihen geruht. Se. k. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 24. Juni d. I. dem Statthaltereirathe Franz Ritter von Staehli«, g in Graz anlässlich der vou ihm erbetenen Uebernahme in den dauernden Ruhestand in Anerkennung seiner viel-jährigen, treuen und vorzüglichen Dienstleistung den Titel eines Hofrathes mit Nachsicht drr Taxe aller. gnädigst zu verleihen geruht. S-. k. und t. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 20, Juni d. I. dem Obelfinanzrathe in Zara Dr. Karl Ritter von Cerror, e anlässlich seiner erbetenen Uebernahme in den dauernden Ruhestand in neuerlicher Anerkennung seiner vieljährigrn. treuen und ersprießlichen Dienstleistung taxfrei dei, T'tel und Charakter eines Hofrathes allergnädigst zu verleihen geruht. Dunajewöki m. p. Se. k. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 20. Juni d. I. am Kathcdralcapitel zu Trieft den Domherrn Andreas Stert zum Domdechant und den Ehrendomherrn und! Pfaner zu Mariahilf i» Trieft Franz Oerne zum Domherrn allergnädigst zu ernennen geruht. Conrad- Ey besfeld m. p. Nichtamtlicher Theil. Marsch nach Salonich Wien. I.Iuli. Wcnn man in verschiedenen politischen Kreisen nichts Besseres zu thun ha>, so zerbricht man sich in der Reg l den Kops Oest'ireichs-Ungarns und spricht vnn den Pläoen, die auf dem Wiener Ballplatz oder soistwo ini Nameu der orientalischen Zukuilfspolitil uuserer Monarchie geschmiedet werden. Und wie in solchlil Fällen immer das Schlagwort an die Stelle wirklicher Pläne und reifer politischer Ideen treten muss, so auch hier. Man spricht dann am liebsten von dem vielcitierten „Maisch nach Salouick." Ganz besonders in der letzten Zeit ist von diesem abenteue»' lichen Spazierg.nige in englischen und türkischen, serbischen und russischen Blatte, n so viel die Rede ge-wesen, dass sich auch der Reichs Fiiianzmimster von Källay gelegentlich der Eröffnung der Eisenbahnlinie Mostai-'Melkovi^ bewogen fand, den Oesterreich schon so oft zugenmthelen Marsch nach dem Aegäifchen Meere in den Bereich der gruudlufen Conjeclural-Politik zu verweisen. Und um diesem Dementi einen durchaus verlässlichel, subjective« Nachdruck zu verleihen, fügte Se. Excellenz noch hinzu, dass dieser Marsch so lange nicht staüfiüden werde, al« er Minister sei. Und die „Presse" gibt der Ueberzeugung Austxuck, dass der Marsch nach Salonich auch dann nicht stattfinden werde, wenn Hrrr v. Källay nichl mehr Minister ist — was doch auch einmal möglich sein kann. Wir haben, seitdem Gitzkra im Reichsrnlh das Schlagwort: Nach Salonich! erfunden hat, den patriotisch aussehen» den Irithum von der Ersprießlichkeit des Vordringens unserer Machlsphäre bis an das Aegäisch? Meer immer begriffen. D,eser Irrthum entstand eben anö der bekannten historischen Erfahrung, dass die M„cht eines Staates im diiecten Verhältnisse zu seinem T>r-ritorialbesitze stehe. Aber wie jede Regel eine Aus» nähme Hal, wie es auch einen Läüderwsitz gibt, der nur materielle und moralische Kosten verursacht, der leicht zu erwerben, aber sehr schwer zu behaupten ist, so scheint uns auch jede Ausdehnung Oesterreich-Ungarns in der Richtung nach Salonich keine Stärkung, sondern nur eine Schwächung der Machtstellung unserer Monarchie zu sein. Wir schöpfen diese Ueberzeugung aus der genauen Kenntnis der Verhältnisse au-äßlil clo Wtrovicn. und glanben eben als hartgesottene und nnue!besserliche Anhänger der bosnischen Annexions« Polit'k ein Anrech! auf eine Anerkennung unserer eben dargelegten auflichtigen Meinungsäußerung zu besitzen. Wenn man das Gebiet südlich des Sandschat« von Novibazar auch nur vom ethnographischen und histo>ischen Standpunkte beurtheilt und alle militärischen Rücksichten beisnte lässt, so kann man sich nicht des Eindruckes erwehren, dass dort vier Völker beisam« meilwohnril, welche an den bereits bestehenden poll« tischen Balkangebilden zweifellose Attractions-Cenlren besitzen. Wenn die Serben nach Belgrad, die Bulgaren nach Sofia und die Griechen nach Athen ihre Blicke richten, so ist das ganz begreiflich, und das Polyglotte Oesterreich Ungarn hat gewifs keine Ursache, die Zahl der von Zeit zu Zeit ganz naturgemäß centrifugal gravitierenden Nationalitäten um noch zwei oder drei zu vermehren. Und was Albanien betrifft, so winde unsere Monarchie die eventuelle Herrschaft dieser allerdings sehr interessanten, aber durchaus unbotmäßigen und kaum zu cullivierenden Provinz so theuer bezahlen müssen, dass wir die nächstbeste Ge-legenheit bmützi'n müssten, um dieses Landes mit seiner wilden und bedürfnislosen Bevölkerung auf irgend eine Art los und ledig zu werden. Wenn die griechischen und montenegrinischen Zutunftspoliliker an den E'werb von Ianina und Skutari denken, so ist das am Ende ihre Sache, aber uns will doch scheinen, dass man sicks im entscheidenden Augenblick an maßgebender Stelle, in Athen wie in Cetinje, wegen eines unbedeutenden Länderbesitzes sehr überlegen wird, einen Rassenkampf mit den Nachkommen der Pelasger heraufzubeschwören. Man wird wohl am besten thun, sich das Beispiel der türkischen Staatsmänner stets gegenwärtig zu halten, welche die Ulbanesen immer nur als wehrhafte Lanzknechte und Söldlinge des Halbmondes benützt und begünstigt, Albanien selbst aber so weit als möglich sich selbst überlasse» haben. So liegen die thatsächlichen nationalen Verhält-nisst und historischen Traditionen j^nes Gebietes, durch welches eventuell der „Marsch nach Salonich" angetreten werden müsste. Wenn wir heute von diesem Gegenstände überhaupt sprechen, so geschieht es nicht, als ob uns die Zustände im Westen der Valkan>Halb< inscl zu einer hochsommerlichen Conjectural-Politik einladen würden. Vorläufig herrscht dort noch Ruhe und Friede und wir wünschen, dass dem noch so lang als möglich bleiben möge. Aber weil wir eben dies wünschen, weil wir bisher überall als offene und auf' Jemll'eton. Die Schlacht auf dem Amselfelde. Scht Vlüdcr, scht drr Serben Jammer! Trnss grübet HM'n dü'sr Türken Nud mit Fi'cheil unsern Ruhm getreten! „Ein Geschlecht grollender Helden, einsam dahin< sterbend," nannte vor einigen Jahrzehnten c>„ Reisender die Selben. Unzweiselhast lebt im Vullöganze» keiner Nation das lebhaft B^wusstein vergangener Größe und Herrlichkeit so ichs, als bei dem Geschlechte der Südslaven. Den Gipfelpunkt feiner Glöhe erreichte Serbtt» in der ersten Hälfte des XIV. Iah«Hunderts, als die Autorität det Slefan D»!öan vom adriatischen bis zum ägeischen, ja fast bis zum schwarzen Meere, bis zur Maritza anerkannt wa>d und Notznien, M^cedonien. Albanien, Slavonien, Dalmatian und ein Theil von Bulgarien, Thracien und Thessalien seinen Befehlen gehorchten. Dieser Fülst nahm den Kaisertilel an, und sein Bündnis und seine Hilfe suchten bald die mäch tigsten Souveräne Europas. Dies war indes der Glanz, der dem Falle vor« angeht! Denn schon der Sohn und unmittelbare Nachfolger des Slefan Duian. Uro^, verlor ganz Ru-melien an den Sultan, und später wurden die Grenzen Serbiens Schritt für Schritt verengt. Kurze Zeit nach der Eroberung von Rumelien unterhielten Serbien und die Türkei sogar freundschaftlich!' oder doch friedliche Beziehungen, denn die Regenten dieser Länder lUchten nicht selten gegenseitig ihre Frauen in der Fa- milie des benachbarten Her»schers, so dass der Sultan und der Fürst von Serbien wiederholt mit einander verschwägert waren. Als indessen die Macht des Sul« tans sest geworden war und die Unterwerfung der eUlopä'schen Länder gesichert zu sein schiel,, verursach-ten die systemalischen Erweiterungen der osmanisch^n Macht nnd die Ausdehnung ihres Telrilmiums in aUci, Richtunqe» dem ssiiistei, und Volke Serbiens gerechte Bt'soril»nS, tiis endlich im Jahre 1389 ein entschiedener Versuch gemacht ward, dem Vordrängen der muhalM'dllnischen Macht zu widerstehen, Unter Zar L>,zm, dem regie,enden Fülsten S'rbiens, wurde auf der Ebene vou Kosuvopolje (Amselfeld) in Albanien am Tage des heiligen Vitus eine mördelische Schlacht geschlagen, welche das Sch'cksal des Landes entschied. Durch Verrath des Vul Branlovi«!. eines der Ober. bes'hltzhabcr dcr serbischen AlMloö Obil,«! von den Türken ge-lödtet. Wiewohl die Form einer unabhängigen Monarchie kurze Zeit noch bewahrt uud Serbien durch einen eigenen Fmsten beherrscht wurde, so ward doch da^ ganze Land der Pforte tributpflichtig gemacht, lns in der Mitte des XV. Jahrhunderts selbst die äußere Form der Unabhängigkeit verloren girng und Serbien dem Nameu und der Wirklichkeit nach eine türkische Provinz wurde. Nun bea/um die gemeine Tyrannei der Dorfbeamt^n, verschärft du>ch persönlichen Hass, denen die Christen stets unlelworfen waren. Denn in den ! Tagen der Giöße einer Nation find die Tugenden der Gerechtigkeit und selbst der Erohmuth gegen einen un« terworfenen Volksstamm möglich, doch werden sie selten gefunden in der Zeit des Verfalles derselben. Das haite Llis der christlichen Bevölkerung in dzr Türkei ist zumeist ja auch daher a/kommen, dafs die Central» b'chölde am goldenen Horn b"» dem Rückgänge der Macht zu wenig Autorität besah, um der Willkür der kleinen Despoten zu begegnen. Die herrlichen Moste,, welche der fromme Sinn der Fürsten ins Leben gerufen, gieugeu in der fast vlerhuxdlttjährigen Verwüstung zugrunde oder wur> den im günstige» Falle uur ihrer literarischen Schätze beraubt. Und während die bedrängten Serben in der tiefsten Einfamkeit der Wälder sich zum Gottesdienste versammelten, stampften die arabischen Rosse in den herrlichen byzantinischen Klosterkirchen, die zu Stal« tunken umgewaudllt waren, d^u herrlichen Mosaik» boden, ober es verunzierte dummdreister Barbarismus die herrlichen Frescogemälde, die italienische Meister in der Glanzperiode des serbischen Reiches geschaffen halten. N'cht sicher vor dem Vandalismus der Sieger, siüchtetm die Klosterbrüder selbst die Gebeine der in den Monastir.(Kloster-)Vlüftet, zur ewigen Ruhe ge-brachttn Todten in eulfeint liegende Asyle, in deren Nähe neue Siedlungen entstanden, wo die Mönche ihr kümmerliches Dasein fristet«n. Die Nameu derer aber, die in heldennuithlgem Kampfe gefallen, leben noch h'utt auf den kippen ihrer Landsleute. Ob auch .hr? oft .mr vc.n äugen-blicklichem Erfolge qekrö.ttet, Thaten m den stürmischen Wo«"' der Ze-itaeschichle langst spurlos verschwunden scheme«», lm Herze» des Volkes sind sie nicht untergegangen; und was der Geschichtsschreiber Laibacher Zeitung Nr. 148 1222 3. Juli 1885. richtige Gegner einer macedonischen und albanesischen Eroberungspolitik mit Rücksicht auf Oesterreich-Ungarn ausgetreten sind und es auch fortan so halten wollen, und weil wir es endlich angesichts auswärtiger Iour-nalstimmen für unsere Pflicht halten, die öffentliche Meinung in Oesterreich nach Möglichkeit von dem Vorwurfe oder von der Anschauung zu befreien, dass es irgend eine maßgebende Partei oder Persönlichkeit in unserer Monarchie gebe, welche den Marsch nach Salonich wünschen oder mit Erfolg befürworten würde — aus allen diefen Gründen glauben wird auch heute diese Frage berühren zu dürfen, ohne dadurch irgendwo oder irgendwelchen Verdacht zu erregen. Wenn wir aber auch für den gegebenen Moment jeder österreichischen Eroberungspolitik in dem erwähn« ten Sinne abhold sind, so halten wir doch an den Grundsätzen der von u»s ganz besonders seit dem Ber> liner Vertrag vertretenen orientalischen Handelspolitik für Oesterreich-Ungarn fest. Wir brauchen wohl heute nicht die Gesichtspunkte zu wiederholen, die wir schon so oft gelegentlich des Abschlusses von Handelsverträgen mit den verschiedenen Balkanstaaten, gelegentlich der Donaufrage wie der Herstellung der orientalischen Bahnanschlüsse erörtert haben. Wir wollen heute wie in der Zukunft die so vielfach berufene österreichisch' ungarifche „Machtsfthäre" nur im handelspolitischen Sinne aufgefasst und berücksichtigt wissen. Aber in dieser Art Politik liegt für niemanden eine Bedrohung staatlicher oder nationaler Interessen. Diese Politik ist vielmehr ein naturgemäßes, sich von selbst aus den ökonomischen, industriellen und wmmerziellen Verhält« nisfen unserer Monarchie entwickelndes Ergebnis, dem eben darum eine vorausblickende Berücksichtigung und Fürsorge werden kann, ohne irgendwo auf der Balkan.-Halbinsel bei ernst und objectiv denkenden Politiken einen ernsten Verdacht erregen zu müssen. Nbcr wenn in der Richtung auf Salonich handelspolitische Jot?»-efsen unserer Monarchie zu wahren sind, so bedarf es hiezu weder heute noch später einmal eines Marsches nach Salonich, einer Eroberung Macedoniens und Älba-niens. Wir brauchen nur auf das Beispiel Englands, ja selbst Oesterreich-Ungarns oder einer anderen pro-ducierenden Großmacht hinzuweisen, damit jedermann klar werde, dass die Gesetze der commerz'elleu und handelspolitischen Dynamik auch ohne territoriale Eroberungen Wirken, Weil auf ökonomischem Gebiete nur Angebot und Nachfrage Bedürfnis und Befriedigung, nicht aber directer materieller Druck politischer oder militärischer Natur die entscheidenden Factoren sind. Fassen wir alle diese Momente zusammen, so kaun man sich der Ueberzeugung nicht verschließen, dass man der Orient-Politik unserer Monarchie leinen schlimmeren Rath, keine gefährlichere Unterstellung, als den eines Marsche« nach Salonich versetzen kann. Freilich, wenn man bedenkt, dass immer wieder nur die Feinde Oesterreich^Ungarns von diesem Marsche sprechen, so kann man schon daraus, die Ueberzeugung schöpfen, dass die Absicht zu einem solchen Eroberungszuge niraends besteht, weil dieser eben Oesterreich-Ungarn keinen Gewinn, sondern nur unabsehbaren Schaden bringen würde. Inland. (Parlamentarisches.) Aus mehreren Pro-vinzhauptstädten erhält die „Presse" die Meldung, dass die Landtage der betreffenden Kronländer erst im Spätherbst einberufen werden dürften. Danach zu schließen, würde die Reichsralhssessili!» erst im De> zeinber beginnen; da jedoch auch die Delegationen zusammentreten müssen, so gewinnt die Nachricht, dass im September eine kurze Vorsejsion des Reichsraths stattfinden wird, viel an Wahrscheinlichkeit. Nächste Woche nehmen die Ausgleichöconferenzen zwi-schen den beiderseitigen Ministern den Anfang und dürften wohl bis zum 15. d. M. beendet werden. (Nachwahlen.) Nachdem die Vornahme der Neuwahl eines Reichsraths-Abqeordneten in der Reichen-berger Handels- und Gewerbetammer bereits für den 10. d. M. festgesetzt wurde, erübrigt nur noch die Ausschreibung der Neuwahlen je eines Abgeordneten im Stadtwahlbezirle Iiöin-Neubydzow und in dem lrai-nischeu Landgemeinden-Wahlbezirke Krainburg Bifchof» lack-Neumartll. (Der gemeinsame Finanzminister von Källay) ist von seiner Reise durch Gosnnn und di.' Herzegowina zurückgekehrt und vorgestern in Wien eingetroffen. (Staatsschuld-Obligationen.) Um die Finalisienlng der vor mchl als 16 Jahren begonnenen Convertierunn der verschiedenen alteu österreichischen StaMschuld«Obligationen in Notenrente thunlichst zu beschleunigen, ist im Auftrage drö Fmanzuiimsteriums an die gerichtlichen Depositenämter die Weisung ergangen , die etwa bei ihnen erliegenden Odligc»lioncn alier Form lhunlichst rasch der Convertierung zuzuführen, respective die Vormünder, Curatoren und Ve» lreter der Processparteien hiezu zu veranlassen. Man erwartet von dieser Verfügung, dass nunmehr die noch vorhandenen Obligationen bei den Conoertierungs« cassrn präsentiert werden dürften. Man glaubt, dass uuch in Deutschland, speciell in Süddeutschland, noch ältere Staatischl'lden-Obligationen erliegen. (Donau »Regulierung in Ungarn.) Wie man aus Budapest telegraphiert, wird der ungarische Communicalions-Minister demnächst die Concurreuz jür die Vergebung der Regulierungsarbeiten auf der oberen Donau, und zwar der Strecke Deveny'Rad-vanya, ausschreiben. Zur Concurrenz werden sowohl inländische als ausländische Unternehmer eingeladen werden, und ist als Präclusiv-Termin für die Ein-reichuna, der Offerte, welche mit einem Vadium von 350000 fl. verjehen sein müssen, der 22. August, mittags 12 Uhr, festgesetzt. Die Ausschreibung erfolgt auf Grund des Gesetzurtikels 8 vom Jahre 1885. Nach diesem Gesetze hat die Durchführung der ge-sannuten Regulie»ungsardeiten auf der oberen Donau innerhalli zchn Jahren zu erfolgen. Die Ausschreibung betrifft eixen Theil der gesammten Regulierung«, arbeiten. Die Durchführung der Reguliernngsarbeiten am Eifernen Thore sollen von der ungarischen Regierung selbst in einem späteren Zeitpunkte in Angriff genommen uud die Kosten derselben durch ein besonderes Anlehen bedeckt werden. Ausland. (Der Papst und Italien.) Der „Osser-vatore Romano" tritt der Anschauung eines Theiles der liberalen Presse, welche in der Veröffentlichung eines päpstlichen Schreibens an den Erzbischof Guiberl ein Symptom der Annäherung des Papstthums an die gegenwärtige Ordnung der Dinge in Italien erblicken, entgegen und glaubt, es sei eine augenscheinliche Ab' surdität, aus dem Schreiben zu folgern, dass man sich in die Ordnung der Dinge fügen wolle, welche durch die Beraubung des Papstthums hergestellt wurde und einen so schweren Eingriff in die päpstliche Autorität bildet. Die liberale Presse habe nur eine lange Serie von Handlungen des Papstes selbst in den allerjüng. sten Tagen durchzulesen. welche seine Rechte erhärten und seinen festen Willen bekunden, dieselben unversehrt zu erhalten. (In der franzöfischen Abgeordnetenkammer) vertheidigte am 30. Juni der Handelsminister umrand den Handelsvertrag mit Holland gegen die extremen SchutzzöUner. Man habe Holland einige Concessionen machen müssen, um die französische Wein« aussuhr nicht zu gefährden. Der Verlrag wurde dann mit 298 gegen 106 Stimmen angenommen. Die Kam« mer erledigte auch das Kriegsbudget und einen Theil des Unterrichtsbudgets. Minister von Freycinet stellte in der Commission für den Vertrag mit China den Gana. der Verhandlungen dar. Die erste officielle Mittheilung Chinas vom 26. Februar über die Aenderung des Miulstrrium« habe den Gang der Verhandlungen in keinem Sinne beeinflusst. Das Gerücht, dass die Neuwahlen auf den 16. August angesetzt seien, ge-winut a» Bestimmtheit. Der Nusschuss der republikanischen Gruppen vereinbarte ein Manifest, das demnächst definitiv redigiert werden soll. (Die Krise in Italien.) Deprelis wieder-holte vorgestern in der italienischen Kammer die Mit-theilungen der Amtszeitung über die Miuistertlise und fügte hinzu, die gegenwärtigen Minister bleiben den bisherigen liberalen Grundsätzen und angewendeleu Regierungsmitteln treu und hoffen, durch Thaten das Vertrauen der Kammer zu verdienen. Roux, Fazio und Odescalchi interpellierten über die Lösung der Krise und die Absichten der Regierung, namentlich die Colonialpolitik. Depretis rechtfertigte die Lösung, welche correct fei. Er bestätigte seine Solidarität mit seinem Vorgänger Mancini, und werde er in Hinkunft nach Umständen mit Klugheil vorgehen. Sein Alter fei eine Garantie dafür, dass er nicht zu kühnen Unternehmungen geneigt ist. Man könne ihm vertrauen, dass er wissen werde, was er zu thuu hübe. Die Kammer wurde hierauf auf unbestimmte Zeit vertagt. (Serbien.) Nach einer der «Pol. Corr." aus Belgrad zugehenden Meldung werden sofort nach der im Laufe dieser Woche erfolgenden Rückkehr des Könias Milan in die Hauptstadt die Vorberathun-gen über die der nächsten Skupschtina zu unlerbrei-lenden Vorlagen beginnen. Die diesjährige Session der Skupschtina dürfte wahrscheinlich Ende September zusammentreten. Einen der wichtigsten Gegenstände, mit denen sie sich zu befassen haben wird, dürfte die Vorlage, betreffend die Einführung des Tabalmono-pols im Königreiche, sein. (Der braunschweigische Landtag) hat sich vorgestern in geheimer Sitzung nach Einblick in ,hm vorgelegte Aclenstücke dafür entschieden, dem preußischen Antrage beim Bundesrach, der gegen die Erbfolge des Herzogs von Cumberland sich ausspricht, sich anzuschließen. Jetzt bleibt noch die Frage übrig, was mit dem Sohn? des Herzogs geschehen wird. Die Gründe, welche die Zulassung seines Vaters zum Throne verbieten, verbieten freilich auch die seinige. (Nachrichten aus Macedonien.) Bulgarische, griechische und türkische Blätter bringen seit aufzuzeichnen versäumte, Pflanzt lebendiger und in' edlerer Gestaltung sich durch Sängersmund fort. j Wer sich davon überzeugen will, braucht nichts erst in das Herz Serbiens sich zu verlieren, es ge-^ nügt ein Besuch der abgeschiedenen Thäler Syrmiens. wo sich da« bekannte Kloster Navanica befindet. Die tieferen Gelände der waldbewachsenen Berge des syr-mischen Gebirgszuge« sind mit Weinreben bepflanzt. In den Steinbrüchen dieses Gebirges arbeiteten nicht weniger als sechshundert Steinmetze m,d Künstler unter den Augen des Kaisers Diocletian Kunstwerk? aller Art, in den idyllischen Thälern nahm Kaiser Probu« seinen Lieblingsaufenthalt da, wo heute serbische Mönche 13 Klöster besitzen. Und darum herrscht heiliger Friede im ganzen Bergrevier, der nur an Festtagen durch anhaltendes Glockengeläute unter, brochen wird. Ein bewegtes Bild zeigt indessen j-dcs dieser Monastire am Rastabende eines Feiertages in den Sommermonaten. Huuderte von Bauern mit ihren Familien in ihrer schönsten Volkstracht lagern dann inmitten ihrer Wagen und Achsen um die zahl' losen Feuer auf dem Rasen vor den Klostermauern und braten unter dem Gesänge ihrer Volkslieder mit Begleitung der „Gusle" die Lämmer und Spanferkels am Spieß, bis die Abendgebelsßlocke zur Ruhe ruft. Eine typische Gestalt fehlt niemals bei diescn Volkszufammenkünften bei den Monastic,,. Unter der schattiaen Linde des Klostervorhofes nämlich sitzt der greise, blinde Sänger - Guslar genannt - und sinqt in wehmüthiger Begeisterung von der Schlacht auf dem Kosovofelde. Mit den ernsten Vorbereitungen zum Kampfe beschäftigt sitzt Zar Lazar m„ semer Gattin, Frau Milica, am Vorabende der Schlacht in traulichem Gespräche beisammen. Da naht in der Gestalt eines Edelfalken der heilige Elias dem frommen Seibeusürsten und briugt einen Brief der Mutter Gottes. Der blinde Guslar recitiert den Inhalt des-felben so : Zar Lazar, du uou erlauchten« Stamme! Sasse, welches Reich du dir erwählest: Willst das Himmelreich dri lieber haben, Oder willst das ird'schc Reich du lieber? Wenn das ird'sche Reich du dir erwählest, Sattle Rosse, zieh' die Gurte fester. Lass dir Helden um deu Säbel schnallen, Greise an mit Sturm das Heer der Türlen, Und das ganze Heer wird dir erliegen. Aber willst das Himmelreich du lieber, Wohl! errichte auf dem Amsclfeldc Eine Kirche, nicht aus Marmorgrunde. Nein, gesertiget aus Seid' und Scharlach, Dass das Heer zum Abendmahle gehend Und entsündigt sich zum Tod bereite! Alle deine Krieger werden fallen, Du, u Fürst, »lit ihnen untergehen'.-------- Als der Zar Lazar dies Wort vernommen, Dacht' er nach ein Jegliches bedcnlend: „Herr. mein Gott! was soll und welches soll ich? Welches wähl' ich von den beiden Reichen? Soll ich mir das Himmelreich erwählen? Oder mir das ird'sche Reich erwählen? Wenn das ird'schc Reich ich mir erwähle: Irdisches ist lnrz nur und vergänglich. Himmlisches siir Zeit und Ewigkeiten!" Uud so fiel Lnzar, der Zar der Serben, Und mit ihm das ganze Heer der Krieger! Alle sind mm viel geehrt und heilig Aufgenommen bei dem lieben Gotte! Lazars Grab ist nicht in fremden Klöstern, Ist in seiner eig'nen frommen Stiftung. In Ravanica, dem schöne» Kloster, Das er einstmals selber sich erbauet, Als er noch im vollsten Ueben blühte, Sich erbaut zu seinem Seelenheile Von dem eig nen Brot und eia/nen Gelde, Ohne Thran' und ohne Gut der Armen. Der entscheidende Schritt, die Freiheit Serbiens auf dem Nmselfelde zu retten, wäre vielleicht noch gelungen, wenn der Keim der Zerstörung nicht in seinem Schoße selbst geruht hätte; denn während Stamm« verwandte und Glaubensgenossen dem bedrohten Volle die Hand reichten, herrschte Zwietracht im Kriegslager und am Hofe des Zaren. Ein kleinliches Gezänk der Gemahlinnen der beiden Eidame des Zaren führte die Feldherren feindlich zusammen: Vulofova, die Gattin des Milos Obili^, rühmte die Tapferkeit ihres Gemahls; ihre Schwester Maria pries den Nuhm ihres Gatten Vul Branloott. Ein Wort gab das andere; Maria setzte Miloö herab, und darüber erbittert, gab ihr Vulofova einen Backenstreich. Mit Thränen in den Augen eilte die Beleidigte zu ihrem Gemahl, die Schmach ihm b richtend. Dieser, die Gattin zu rächen und vielleicht dem Hange des eigenen Herzens folgend, forderte Milos zum Zweikampfe. Miloi hob feinen Gegner aus dem Sattel, ohne ihn jedoch zu verwunden. Wir wissen nicht, ob es das Gefühl dieset Demüthigung gewesen, welches Vuks geheimen Verhandlungen mit dem Sultan den Ausschlag gegeben. Selbst Verrath im Herzen brütend, beschloss er, den Verdacht des Zaren auf den verhassten Milos zu lenken. Heimlich klagte er ihn bei dem Fürsten deS Einverständnisses mit den Tüllen an. Ob nun Lazar Laibachet Zeitung Nr. 148 1223 H Inlt 1885. einiger Zeit Berichte über Zusammenstöße zwischen türkischen und bulgarischen Banden, und je nach dem Standpunkte der Blätter werden die Truppen oder die Banden als die Sieger in diesen Kämpfen bezeichnet. All diese Nachrichten sind jedenfalls mit äußerster Vorsicht aufzunehmen. Tagesneuigkeiten. Se. Majestät der Kaiser haben, wie die «Kla-genfurter Zeitung" meldet, der Pfarrgemeinde Sanct Ulrich zur Renovierung ihrer Kirche eine Unterstützung von 100 fl. zu spenden geruht. Se. Majestät der Kaiser haben den freiwilligen Feuerwehren n, Erdftreß im poliUschen Bezirke Mistel, dach urw in Landegg im politischen Bezirke Wiener. Neustadt in Niederösw reich eine Uxierstützung von je 80 fl. aus Aller höchstihren Privatmilteln allergnädigft zu bewilligen geruht. — (Oesterreichs Bevölkerung.) Es liegt uns eine nach amtlichen Quellen gearbeitete Zusammen, stellung der Gesammtbevölkerung der diesseitigen Reichs. Hälfte vor. die nach mannigfacher Richtung das Interesse in Anspruch nehmen darf. Die nachstehenden Ziffern sind für Ende 1884 fixiert. Die Gesammtbevijlkermrg beziffert sich nach diesem Ausweise auf 22 804106 Seelen, von denen, um eine Scheidung des Geschlechtes vorzunehmen. N 170408 männlichen. 11 693 638 weid' lichen Geschlechtes sind. Es prävalierte daher das schwa» chere. aber schönere Geschlecht um nicht weniger als 523170 Individuen. Bei einer Durchsicht des Ver< hiiltnisses beider Geschlechter in den einzelnen Kron-ländern und Provinzen findet sich die merkwürdige Er-scheinung. dass nur in der gefürstelen Grafschaft Görz und Grabitzka, dann in dem benachbarten Istrien die männliche Bevölkerung die weibliche überstieg. Wie man we,ß. besteht ein derartiges Verhältnis zu Ungunsten der mannlichen Bevölkerung in den meisten Staaten EuropaS, und erst unlängst hat ein belgischer Statistiker die allerdings etwas baroke Behauptung aufgestellt, oafs binnen hundert Jahren in Europa mindestens l'/,mal so Viel Frauen als Männer vorhanden sein werden, wenn nämlich erstens die Gilde der Hagestolzen sich consequent so weiter vermehren wirb, wie dies bisher der Fall, dann wenn große Kriege unter den kräftigen jungen Männern so aufräumen werden, wie die» in den letzten Decennien der Fall gewesen. Vorläufig bleibt aber den der Frauenwelt sicherlich nicht willkommenen pessimistischen Prophezeiungen deS belgischen Statistikers ungeachtet das Factum bestehen, dass die weiblichen Wesen bei uns in der Mehrzahl sind. In der angeführten Ziffer der gesummten männlichen Ve< völlerung Cisleithaniens sind schon 162 423 Personen des activen Milltärstandrs inbegriffen. Gegenüber den durch die allgemeine Volkszählung des Jahres 1880 festgestellten Ziffern der österreichischen Gesammtbevölke-rung weisen die Daten für das Jahr 1884 eine con< tinuierllche Zunahme aus. — (Ein Nationalfest in Agram.) Die Agramer Bürgerschaft bereitet ein großes Nationalfest vor. Die fünfzigste Jahreswende der Wiedergeburt der kroatischen L,teratur soll in würdiger Weise gefeiert Werden. Ein Vurger.Comite hat zu dem Zwecke eine ansehnliche Anzahl von Bürgern vorgestern zu einer Besprechung einberufen, um die Grundzüge des Arrangements zu besprechen und ein Arrangierungs-Comite' zu wählen. — (Belohnte Ritterlichkeit.) Kürzlich ist in Süd'Nussland ein Veteran des Jahres 1812. Oberst Oernobuzou. im Alter von 93 Jahren gestorben. In seinem Nachlasse fand sich eine goldene Reftetieruhr mit der eingravierten Inschrift: «Joachim Murat, Ca« pitän der reitenden Jäger"; die dazu gehörige Kette trug ein Medaillon mit der Widmung: „Leonore ihrem Joachim. Vergifs mein nicht" Der Oberst war 1812 ein einfacher Kosak gewesen, der eine Streifftatrouille anführte, als die Franzosen vor Borodino standen, Auf einer Recognosricruilg begriffen, stieß Mnrat, König von Neapel, mit diefer Patrouille zusammen, und die KosatVn wollten eben aus nächster Nähe Feuer geben, als Aernobuzov commandiert?: „Präsentiert! Hurrah für den König der Tapferen!" Erstaunt gehorchten die Kosaken. Murat salutierte und Überreichte dem Patronil-lensührer zum Andenken seine Uhr. deren Spenderin seinem Herzen wohl nicht mehr nahe stand. Als der Hetman Platou den Vorfall erfuhr, ernannte er den ritterlichen Kosaken sofort zum Osftcier. In unserer nüchternen Z?it wäre der Kosak für das Entwlschenlasskn solch eines feindlichen Feldherrn ohne Zweifel kriegs rechtlich erschossen worden. — (HoheS Alter.) Der Nuszügler Leopold Welder, welcher im Hirschenhofe bei Weitra lrbte, ist kürzlich im Alter von 104 Jahren gestorben. — (Richtige Folgerung.) Alte Dame: ,, - Ja, ja. zu meiner Zeit, da war es ganz anders — da konnte man noch von Sitte reden — da schlugen felbst die jungen Herren die Blicke vor den Mädchen zu Boden." — Herr: „Gnädige Frau, damals trugen die Mädchen aber auch noch kurze Nuckel" Local- und Prouinzial-Nachrichten. — (Unterkrainer Nahn.) Die seit langem ventilierte Frage der Herstellung einer durch Unterkrain führenden Eisenbahnlinie fcheint endlich in Fluss zu kommen. Die General. Inspection der österreichischen Eisenbahnen ist eben angelegentlich mit Prüfung der diesbezüglich ausgearbeiteten verschiedenen Projecte beschäftigt, wovon daS eine die Linie Laibach'Weixelburg» Treffen Nudolfswert (circa 70 Kilometer) mit Weiterführung über Mottling nach Karlstadt, ein zweites Pro« ject die Linie Laibach.Gottschee (circa 60 Kilometer) betrifft. Ein drittes Project fchlägt eine von Gurkfeld nach Rudolfswelt führende Linie (circa 37 Kilometer) mit Fortsetzung nach Gottschee vor. — (Silberne Hochzeit.) Gestern feierte unser um doS Gemeinwohl hochverdienter Mitbürger Feuer» wehrhauptmann Herr Franz Doberlet mit seiner Gemahlin Leoftoloine das Fest der silbernen Hochzeit sowie das Fest deS 30jährigen VestandeS seine» a«s> gebreiteten Geschäftsunternehmens. Die Laibacher frei» willige Feuerwehr brachte ihrem hochgeehrten Haupt» manne anlässlich dieses Festes einen Fackelzug mit Serenade. Der Ausschuss der freiwilligen Feuerwehr beglückwünschte corporativ den Jubilar, Später fand im Gasthaus-Garten des Herrn Perles eine Festkneipe statt, bei welcher der Vereinsarzt Herr Finz iu warmer, mit großem Beifall aufgenommener Rede der großen Verdienste des Hauptmannes Doberlet um die Förderung dieseS humanen Institute» gedachte. — Gleichzeitig sei erwähnt, dass gestern auch die Trauung des Herrn Franz Doberlet junior. eineS Sohnes deS Jubilars, mit Frau« lein Tony Bernard stattfand, — (Die Verfammlung der k. l. Notare) aus Krain. Steiermark und Körnten findet morgen 8 Uhr abends in der Bahnhofrestauration zu Laibach und Sonntag 9 Uhr früh in Veldes. Hotel Mallner. statt. — (DieMaturitätSprüfungen am hie« sigen k. k Obergymnasium) beginnen Montag, den 6. d. M. — (Fahnenfest desLaibacher deutschen Turnvereins.) Anlässlich der Ueberreichung de» neuen Fahnenbandes, welche herrliche Spende bi« Frauen Laibachs dem Vereine gewidmet haben, findet morgen in den reichgeschmückten und festlich beleuchteten Räum» lichkeiten deS Casinogartens und GlaSsalons ein Fest statt, dessen Reinerträgni» dem Anaslasius.GrüwDent« malfonde zustießen soll Das reichhaltige Programm. daS unter Mitwirkung der k k. Milllärmusitkapelle deS I7ten Infanterieregiments zur Ausführung kommt, verspricht die anmuthigste Abwechslung, Wir heben auS demselben nur Folgendes hervor, und zwar auS den Vorträgen der Musikkapelle: „Oberon" Ouvertüre. Marsch au» ..Sommernachtstraum". Phantasie aus „Fliegender Holländer". „Vergissmeiimicht" von Fr, Suppe. Flügelhornsolo und ein dem Vereine gewidmeter Marsch von Karl Bürger; weiters die Männerchöre „Sch'sferlied" von Ecker und „Vineta" von Fr. Abt. E,nen Glanzpunkt deS Abends dürfte jedoch daS Auftreten der amerikanischen, bei elek< trischem Lichte aufgezogenen Kraftkmder Bob Bubbler (Nob Bubbler and Brother) in ihren unübertrefflichen Leistungen am Neck bilden, Die Garteneröffnung findet um halb 7 Uhr abends statt. daS Fest beginnt jedoch erst nach 8 Uhr, nach Ablauf der in der Turnhalle stattfindenden feierlichen Uebergabe und Befestigung des FahnenbandeS. In die Turnhalle haben an diesem Abende nur die Mitglieder deS Vereines und die mit besonderer Einladung versehenen Gaste Zutritt. Entrie in den Garten prr Person 50 kr,, für Familien 1 fi. Bei ungünstiger Witterung wird das Fest verschoben. — (Militärisches.) Bei den heuer im Herbste stattfindenden größeren Truppenübungen wird auch die 44. Infanterie-Brigade, welche im Frieden dermalen nicht besteht, aufgestellt und aus den Landwehr»Bataillonen von Steiermark, Kärnten und Krain zusammengesetzt. — (Unheimlicher Fund.) Diesertage haben mehrere Arbeiter beim Demolieren einer Schupfe in St, Georgen die Gebeine eines Kindes in einem irdenen Topfe vorgefunden. Nach dem Gutachten deS Bezirks» arztes follen die Gebeine von einer Frühgeburt her«« rühren und sich bereits einige Jahre im Topfe befinden. — (Im Bade Töpliz in Unterkrain) sind bis Ende Juni 526 Gäste zum llurgebrauche eingetroffen. — (Urweltliche Kn och en reste.) Iu Plrl« dorf in Kärnten, südwestlich von Vleiburg. teufte vor' einigen Tagen ein Bauer einen Brunnen ab, und zwar hart an der daS Dorf ostwestlich durchziehenden Straße. Der Brunnenschacht verquerte durch drei Klafter rölligen Diluvialschotter u»d erreichte dann eine circa 18 Zoll ! mächtige Lettenschichte, In derselben war der ganze ! Schädel eines do8 prinerig sammt den beiden Horn- , kernen eingebettet. Die Hornkerne dieser urweltlichen Riesenbüffel zeichnen sich durch ihre groß« Länge und ihm vielleicht nicht unbedingten Glauben schenkte oder emer großmüthigen Regung folgte, genug, er prüfte Milos auf eine Weise, die in beiden eine hohe Seele voraussetzte. Am Vorabend der Nmselfelder Schlacht nämlich versammelte er seine Kriegsobersten zum Mahle. Auf einmal ergriff er den Bacher, wandte sich an Milos. trank ihm zu und sagte: „Diesen Becher bringe !ch d»r. Milos Obiliöl Ich wünsche dir. dass du ihn m, Wohlsein leeren mögest, obwohl du mich morgen in der Schlacht an den Sultan verrathen wirst!" Milos sprang entsetzt auf. Aber dann ergriff er den Becher, that dem Fürsten Bescheid und schwur mit den heiligsten Eiden, er wolle ihm beweisen, dass er seinem Herrn und seinem Glauben treu sei. Durch die Ermordung des Sultans am Tage der Schlacht, die dem Helden selbst das Leben gekostet, glaubte Mllos sein Wort einlösen zu müssen. Und ehe noch die Kunde von Murals Too in das serbische Lager gedrungen war. hatte der verrätherische Vuk bereits den von ihm befehligten anderen Flügel, ohne dass den Truppen die schändliche Absicht bekannt war. zum Feinde überführt. Damit war das Schicksal Serbiens entschieden. In dem Schlosse zu Krusevac harrte mittlerweile Milica. die Zarin, auf Botschaft aus der Schlacht. Woiwode Vladeta kam mit der Hiobspost: Von dem Amsclsrlde lomm ick ebrn; Alier nicht den chrcureiche» Fürsten, Nur des Iütstctl Apfelschimmel sah ich. Den die Türlrn übers Schlachtfeld trieben; Und so dent' ich. ist der Fürst gefallen. - Nirgends sah ich Vul, o Zann! Sah ihn mchl,.., su seh' ihn nicht die Smmc! Er verriet!) del, ehrrnwcrleii Fürsten, Seinen Herrn, den meine» und den deinen! Erniedrigte und Beleidigte. Roman von Theodor Dostojewski. (107. Fortsetzung.) — Nrlly, mein E„gel! - begann ich — willst du unsere Retterin sein, willst du uns alle retten? Sie sah mich verwundert an. — NeUy, unsere ganze Hoffnung ruht auf dir! Du leimst den Vater, der seine Tochter verflucht und gestern hier war. um dich an Kindesstatt zu sich zu nehm.n. Jetzt hat j?ner die Tochter. Nntascha (du sagtest ja, dass du sie liebst) verlassen, den sie gellebt, für den sie aus ihrem Elternhaus? geflohen. Es ist der Sohn jenes Fürsten, der einst in meiner Abwesenheit hier war und dich allein getroffen hatte, du aber walst damals von ihm fortgestürzt. . . Du kennst ihn? Es ist ein böser Mensch! — Ich weiß — antwortete Nelly und zuckte zusammen. — Er hasst Natascha. weil Nljoscha. sein Sohn. sie heiraten wollte. Heute ist Aljoscha forlgereis». sein Vater war ebm bet Natascha, hat ihr mit der Cor« rections-Anstalt gedroht, über sie gelacht . . . Natascha ist jetzt hilflos, ist allein . . . Nelly, gehen wir zu ihrem Vater; du liebst ihn nicht, du wolltest nichts von ihm wissen, aber thue es j.tzt, ,ch führe dich zu ihm, ich sag? ihm, dafs tu statt Natascha sein Ki»d sein willst. Er bat seiner Tochter geflucht, er will nichts von ihr wissen, aber er liebt sie. NeUy. er liebt sie, und möchte sich mit ihr aussöhnen, ich nmß es! . . . Hörst du mich. N^lly? — Ich höre — flüsterte sie leise. — Glaubst du mir? — Ja! — Dann komm' mit mir! Ich werde das Ge« sprach auf deine Vergangenheit lenken, man wird dich ausfragen, wie du früher gelebt, man wird dich nach deiner Mutter, nach deinem Großvater fragen. Erzähle alles, alles. Nelly, verhehle nichts! Und wenn du es gethan, wirst du des Alten Herz erweichen. Er weiß, dass Aljoscha heute seine Tochter verlassen, dass sie beschimpft und erniedrigt, hilflos und elend dasteht, er weiß dies alles . . . Nelly, rette Natafcha! willst du? — Ja — antwortete sie mit einem schweren Seufzer und mit seltsamem, durchdringendem Blick, aus welchem ein stiller Vorwurf zu sprechen schien. Ich nahm Nelly bei der Hand, und wir ver« ließen das Gemach. Es war ungefähr 3 Uhr nach« mittags. Der Himmel bewölkte sich. und man Hört5 das ferne dumpfe Rollen des ersten Frühlingsgewitter«. Wir nahmen eine Droschke. Schweigend saß Nelly neben mir und schlug zuweilen mit demselben seltsamen rächselhaften Blick das Auge zu mir auf. Sie war so aufgeregt, dass ich in meiner Hand — ich hatte sie umfafst — ihr kleines Herz so heftig hämmern fühlte, als wollte es die Brust ihr sprengen! XI.III. Der Weg schien mir kein Ende nehmen zu wollem Endlich langten wir an; mir stockte d?r Athem^ als wir eintraten! Ich wusste nicht, wie ich dies Hau« verlasstn würde, aber ich wusste, dass ,ch "«, leoen Preis Vergebung erlanaen. Frieden st'f"" n'"'^. Den alten Ichmenew fa.'d'ch t.efgebeugt. krank und bleich in halb um den Kopf, in seinem Sorgenstuhl. Anna Andre, jewna saß neben ihm, nrhie ihm zuweilen die Schläfen mit Essig "lid schaute ihm mit forschendem, besorgtem Blick ins Antlitz, was den Alten zu beunruhigen und Laibacher Zeitung Nr. 148 1224 3. Juli 1885. bedeutende horizontale Entfernung der Enden aus. Das auSgestorbene Thier nähert sich am meisten dem amerikanischen Bisun und dem lithauischen Auerochsen, — (Vom Blitze getüotet.) Am 27. Juni zwischen 6 und 7 Uhr abends wurde die 37 Jahre alte ledige Tochter Anna deö Grundbesitzers Michael Hor^el aus Borst, Gemeinde Cirkle, ale sie in dem circa 200 Schritte vom Hause befindlichen Garten auf einem Kirfchbaume klitschen pflückte, vmn Blitze getroffen und getüdtel. — ( Unglilcksfa ll. Vorgestern abends, als die Arbeiter auf dem hiesigen Südbahnhofe einen auf einer Lowly geladenen Holzstoß mit einer Kelle binden wollten, siel infolge des Herausspringens eines Kettengliedes das Holz herunter, wobei dem dortselbst beschäftigten Johann Ing lit aus Stefansdorf beide Fliße gebrochen wurden Auch der Arbeiter Ignaz Verdaj 3 aus Laibach wurde derart verletzt, dass beide in das Spital übertragen werden mufsten. — (Aus unglücklicher Liebe.) Wie auS Adelsberg berichtet wird. kam am vorigen Montag die aus Laibach gebürtige Untonia Bo z i c dortselbst an, um mit ihrem Geliebten, dessen Treue in letzterer Zeit wankend zu werden schien. Rücksprache zu pflegen, Die gepflogene Konferenz fcheint nicht den gewünschten Erfolg gehabt zu haben. denn das Mädchen stürzte sich noch am selben Tage in die Poik u»d fand in den Wellen den Tod. „Ja, ja, die Liebe ist gar so trübe.,." — (Für das reisende Public um.) Der Iuliband der für alle Neiseudeu geradezu unentbehrlichen Waldheim'schen Ausgabe des officiellen Cours-buches „Eouducteur", welches die Fahrpläne der öster« reichischen und ungarischen Eisenbahn-, Post- und Dampfschiffe-Course enthält, ist focben ausgegeben worden. — (Einjährig-Freiwilligen dien st.) Wie die „Armee- und Marine-Zeitung" erfährt, soll im Reichs-Kriegsministerium eine Nachtrags-Verordnung zum Wehrgesetze vorbereitet werden, welche für die Einjahrig-Freiwilligen-Institution von großer Wichtigkeit ist. Es soll nämlich der Kreis jener Lehranstalten, deren Absolvierung ipso laow das Recht auf den Einjährig« Freiwilligendienst mit sich bringt, erweitert und in Zukunft den Schülern der höheren Gewerbeschulen, der landwirtschaftlichen Lehraustalteu und der höheren Hau» delsfchulen daö Einjährig-Freiwilligenrecht eingeräumt werden. Wenn diese Verordnung zur Durchführung ge» langen sollte, dürfte sich die Zahl der Einjährig-Frei. willigen und also auch der Referve.Ofsiciere um elu Bedeutendes vermehren, waS offenbar in der Absicht der leitenden Kreife gelegen ist. — (Vom Großglockner.) Wie man aus Kärnten meldet, hat diesertage die Eröffnung des Glocknerhaufes auf der Elisabethruhe nächst Heiligen-blnt für den diesjährigen Verkehr stattgefunden. Na-mens der Eigenthümerin dieses beliebten Touristenheims der Section Klagenfurt des „Deutschen und österreichi' schen Alpenvereins" vollzog der unermüdliche Hausvater, Kaufmann Dolar aus Klagenfurt, den Act, allerdings unter heftigem Sturm und Schneegestöber. Früher fchon waren viele Touristen von Salzburg über die Pfanol» fcharte zum Unterkunftshause gekommen, was bei der günstigen Witterung leicht möglich war. Gegenwärtig wird an dem Glocknerhause eben ein Iubau vorgenommen. Nach Vollendung desselben, der man für den August entgegensieht, werden den Touristen in jenem Hause vier Zimmer mit vierzehn Betten mehr zur Verfügung stehen. Und so dürfte allen Ansprüchen auf Unterkunft genüge geleistet werden, auch wenn sich die Zahl der Touristen beträchtlich steigern wird, was bei der baldigen Eröffnung der Iselber^er Strecke in sicherer Aussicht steht. — (Einfaches Mittel. Trichinen im Fleische zu erkennen.) Angesichts neuerdings wieder mehrfach vorgekommener Fälle von Trichinen-Infection wird es vielleicht auch für weitere Kreise von Interesse sein. ein Verfahren kennen zo lerne», wonach man einfach und bequem die gefährlichen Schmarotzer im Schweinefleisch zn erkennen vermag Von verschie d.nen Stellen des zu untersuchenden Fleisches werden Schnitte von zwei bis drei Millimeter Dicke entnommen, namentlich von den Mutzkelflä'chen. Von jedem dieser Stücke wird eine Anzahl Sectionen angefertigt und all, in eine Lösung gelegt, bestehend aus einem Gramm Me-thylgrim in dreißig Gramm destillierte» Wassers. Nl,ch zehn Minute» werden die Sectionen zum Entfärbe» in ein großes Glasgefäß voll destillierten Wassers gelhan und unter Schütteln und zwei. bis dreimaligem Er» neuern des Wassers e^ue halbe Stunde lang dariu be lassen Bleibt das Wasser endlich klar. so wird es mit einem Glatzstäbchen aufgerührt und das Gesäß gegen das Licht gehalten, wobri sich not unblw^ffuetem Ange jene Sectionen. welche Trichinen enthalten, erlennen lassen. Die Trichinenkaftseln zeigen sich nämlich darin als kleine, längliche, schön blau gefärbte Pünktchen, weil das Methylgrün an den Trichinencysten mit größerer Hartnäckigkeit haftet, als an den anderen Geweböp^ttien des Fleisches. Es genügt dann eine nur fünfzigfache Vergrößerung, um die in der Kapsel befindliche Tri chine zu erkennen. Zeigen sich nach dieser Methode die blauen Pünktchen nicht, fo kann man überzeugt sein. dass das Fleisch leine Trichine enthält. — (Frequenz der Curorte.) Die letzten Curlisten weisen folgende Frequenz auf: Aussee 1238. Baden Baden 10 055. Franzensbad 3205. Gleicheuberg 1905. Gmunden 1808. Ischl 2487. Karlsbad 13 149. Krapina-Töpliz 593, Lipik 407. Marienbad 4827. Neuhaus 271. Pörtschach am See 337. Römerbad 283. Rohitsch 35l. Velden 188. Warasdin, Teplih 897. Wildbad Gastein 957 Personen. — (Unbestellbare Briefp ostsenduuge n.) Seit dem Monate Juni erliegen beim hiesigen k. k, Post. amte nachstehende unbestellbare Briefpostsendungen, über welche die Aufgeber verfüge» können, und zwar an: Gorschniek Maria in Wien; Hoffnung (20. Iänuer) in Loco; Iusti» Josef in Villach; Pertot Luigia in Görz; N, v. Rauscher in Klagenfurt; Saiden Ernst Freih v.. in Wien; Urbancic Anton in Unterbergeu; Zuftaniiö Anton in Littai; Dollenz Ludwig in Spalato; Hatt Mathias in Wareczka; Koren Anton in Burczle; KavZek Cecilia in Graz; Lucker Wilhelmine in Wien; Maöek Johann in Pöltfchach; Potberbar A. in Loco; Boslovic Ivan in Petrinja; Vovk Franz in M; Horbart Ursula in Trieft; Aufrichtige Liebe iu Loco; Genediklk Peter in Treibach; Modic Franz in VeldeS; Brus Max in Loco; Bolha Elise in Florenz; F. B. 40 iu Wien; Grabin Carolina in Gorizia; Hubcr Maria in Sze-gedin; Kump Heinrich in Kindberg; Nedved Eduard in Loco. Kunst und Aitevatu^. — (Afrika. Der dunkle Erdtheil im Lichte unfcrer Zeit. Von A. von S ch w e ig er »L er ch en f e l d. Mit 300 Illustrationen hervorragender Künstler, 18 colorierten Karten ?c. In 30 Lieferima.cn ü, 30 kr, A. Hartlcbens Verlag in Wien.) Von diesem Werke liegen mm weitere sechs Lieferungen (13 bis 18) vor, welche den sogenannten „egyptischen Sudan", Abessinien, Egypten und einen Theil des Saharagebictes um» sogar zu ärgern schien. Er schwieg, sie aber wagte es nicht, etwas zu sagen. Unser unerwartetes Erscheinen machte sie staunen, und Anna Andrejewna erfchrack sogar, als sie mich mit Nelly erblickte. — Ich habe Ihnen Nelly gebracht — sagte ich. — Sie ist nun anderen Sinnes geworden und hat selbst zu Ihnen kommen wollen. . . Ichmenew sah mich mlsstrauisch an: aus diesem Blick errieth ich, dass es ihm bekannt war, dass Na-tascha nun allein sei, dass Aljoscha sie Verlassen . . . Er bemühte sich, das Geheimnis unseres Kommens zu ergründen, und blickte mich und NeUy fragend an. Bedend. mit gesenktem Haupte, stand Nelly da und wagte es kaum, den scheuen Blick zu uns zu erheben. Anna Andrejewna besann sich jedoch Plötzlich, um« armte Nelly, küsste sie, setzte sie neben sich und mochte sie nicht von sich lassen, während Nelly neugierig und erstaunt zu ihr aufzublicken versuchte. Nun aber. nach« dem Anna Andrejewna Nelly geherzt und geküsst und neben sich geseht, wufste sie nicht, was sie thun sollte, und warf mir einen naiv erwartungsvolle» Vlick zu. Ichmenew runzelte die Stirn; er hatte vielleicht errathen, weshalb ich mit Nelly gekommen. Als er sah, dass ich seine unzufriedene Miene nnd fein Stirn-runzeln bemerkt, fühlte er die Hand zum Kopfe u«d ^^_ Wir brennt der Kopf, Wanja! Wir saßen schweigend da; ich überlegte, w,e ,ch beginnen sollie. Im Zimmer herrschte Dämmerlicht; eine dichte finstere Wolke kam herangezogn,, u»d von neuem vernahm man das entfernte Rollen des Donners. — Wie früh in diesem Jahre das erste Gewitter hereinbricht — bemerkte Ichmenew. Anna Andrejewna seufzte. — Wie ist dein Name, Kind? — fragte sie. Mit schwacher, kaum hörbarer Stimme nannte Nelly ihren Namei, und senkte das Köpfchen noch tiefer. — Und du hast, silhes Kind, weder Vater, noch Muller, noch Verwandle? — fragte sie weiter. — Nein! — antwortete N^lly scheu uno kurz. — Und ist deine Mutler schon lange todt? — Nein. — Du armes Kind, arme kleine Waise! — fuhr Anna Audrejewna sott, Nelly mitleidsvoll betrachtend. Nikolai Ssergejewitsch trommelte mit den Fingern ungeduldig auf den Tifch. — Deine Mutter war eine Ausländerin, nicht wahr? — fetzte Anna Andrejewna ihre schüchternen Fragen fort. Nelly fah mit ihren schwarzen Augen ängstlich zu mir auf. als flche sie mich um Beistand an. Sie athmete schwer und ungleich. — Ihre Mutter war dic Tochter eines Engländers und einer Russin — flocht ich ein. — Nelly ist jedoch im Auilande geboren. — Ist Ihre Mu'ter mit ihrem Mann ms Aus-land gereist? Nelly wurde Plötzlich feuerrolh. Anna Andrejewna sah sofott. dass sie zu voreilig gewefe»'. und zuckte zusammen, als sie des zornig auf sie gelichtrlen Gl.ckes ihres Mannes gewahr wurd<>. (Fortsetzung folgt.) fassen. Mit Ausnahme des letzteren sind es lauter Territorien, welche neben dem Congogebiete dermalen zu den aktuellsten des afrikanischen Erdtheilcs zählen. Dieser Actualität ent> sprechend, entrollt der Verfasser ausführliche Schilderungen von der religio's-socmll'ii Veweguug unter der Aegide des „Mahdi", Mohammed Achmcd von Dongola, von den Ver» hältnissc» in Abessinicn nnd den europäischen Bcsiherwerbungen an der Küste des Nöthen Meeres und außerhalb der Straße von Bab el Mandel). Die nicht sehr rosigen Mittheilungen über Olx'l. Assab, Zulah, Veilul neuerdings vielgenannte Punkte — dürften in weitesten Kreisen Interesse erregen. In den Schilderungen Egyptens, zumal der Khalifenstadt Kairo, ent-rollt sich ein farbcnplächligcs Stück Orient, nnd man erkennt unschwer, dass der Aulur hier in seinem eigentlichen Elemente sich befindet und seine auf persönliche Erfahrungen beruhende Locallcnntnis in umfassender und interessanter Weise verwertet. Vielleicht nicht minder wertvoll ist das geographische Vild von der Sahara, von dem so viele, irrthümliche Vorstellungen im Schwange sind. Die Darstellung ist fesselnd und lichtvoll; in knapper Form wird vorzügliche Orientierung über die merl» würdigen Verhältnisse in der großen afrikanischen Wüste ge« boten. Besondere Beachtung verdient die Abhandlung über das „Saharameer", d. h. über das Inundations»Projcct der algerisch» tunesischen Schottdepression, welches zuzeiten so viel Staub aufgewirbelt hat, indes technisch fast unausführbar ist und wirtschaftlich keine» Nutze» veisprechen würde, Karten und Bilder unterstütze» dru Text der vorliegenden sechs neuen Lieferungen in sehr instructive»,' Weise. — („Das Wissen der Gegenwart".) Zwei weitere Bände dicseö Sammelwerkes (Verlag von F, Tempsfy iu Prag) bringen wieder zwei sehr interessante Abhandlungen. Im 39. Baude schreitet C. O, Hopp in seiner „Geschichte dcr Vere i nig tcn Staaten von Nordamerila " weiter fort; die zweite Abtheilung schildert die Schicksale der Union von d«r Constitution des Bnndcsstaatcs 1783 bis zum Ausbruch des großen Bürgerkrieges 186 l. Die Mehrzahl der 32 textlichen Illustrationen dieses Bandes bilden die Porträts der einstigen Präsidenten der nordamerikanischen Freistaaten. — Der 40. Band ist der Kunstgeschichte gewidmet. Er enthält eine übersichtliche und gediegene Darstellung der „Geschichte der holländische» Malerei" von Dr. Alfred von Wurzbach und bildet mit seinen 71 vorzüglichen Abbildungen selbst ein kleines Kunstwerk, das jede» Kunstfreund in hohem Grade zu befriedigen geeignet ist. Neueste Post. Original «Telegramme der Laib. Zeitung. Berlin, 2. Juli. Der Vnndesrath beschloss, zu dem Antrage Preußens betreffs der Thronfolge in Oramischweig die Ueberzeugung auszusprechen, dass die RegieiUllg des Herzogs von Cumberland in Vraun-schweig mit den Orundprincipien der Bündnisverträge u»d der Reichsuerfassung unvereinbar sei. Paris, 2. Juli. Das Synbicat des Vereines der französischen republikanischen Journalisten beschloss, vor den britischen Gerichten gegen Smith und Wolseley die Civiltlage zu erheben, weil sie auf den Kopf Pains einen Preis aussetzten. London, 2. Juli. Der russische Botschafter Staat halte gestern eine lange Unterredung mit Salisbuly, und soll die Fortsetzung der Unterhandlungen der afghanischen Grenzfrage discutiert worden fein. Madrid. 2. Juli. Vestern sind hier 4 Erlran. lungsfälle und 1 Todesfall, in Aranjuez 152 Erkran-kllngs- und 78 Todesfälle infolge von Cholera vor« gekommen. In den Provinzen von Valencia, Murcia, Castellon, Alicante und Saragossa sind gestern insgesammt ungefähr 1300 Personen von der Epidemie befallen worden und 600 derselben erlegen. Kairo. 2. Juli. General Wolseley geht mil dem Gelieralstabe Utwerziiglich nach England ab. Newyork, 2. Juli. Die Jury sprach Frau Dudley, welche aus O'Donnovan Rossa geschossen hatte, mit der Motivierung frei, dafs sie irrsinnig sei. Angekommene Fremde Am 1. Juli. Hotel Stadt Wien. Hertle, Director, Kirschbaumer, Rosenberg, Kaufleute, Wien, — Szugliwich, Aniöit, Private, Trieft. — Hieng. Holzhcmdler, f. Familie, Rakel. Hotel Elefant. Ialobi, Apotheker, und Volla. Kaufm.. Wien. — Hojs, Agent, Marburg. — v. Santi, l. l. Aichamts'Ober» inspector, Trieft. Hotel Europa. Iama, l. l, Oberfinanzrath, sammt Frau, und Kollmann, Kohlenhändler, Wien. — Franz, t. l. Hosrath, sammt Frau, Zara, Gasthof Sübbahnhof. Znidarsic, Professor, sammt Frau, Sara« jevo. — Schäfer, Privat, sammt Tochter, und Haus Johanna, Private, Trieft. — Znidarstt, Kaufm., fammt Mutter, Prem, — Bednar, Kellner, Horowitz, ^ Schany Maria, Private, Klagcnsurt, ^ Rosmann, Privat. Laibach, Gafthof Kaiser von Oesterreich. Mayer, Privat, Nösing. Sternwarte. Reich, Besitzer, Planma. Meteorologische Beobachtungen in Laibach^ 7U.Mg. 736.44 lb.6 ^NO. schwach, bewölkt ! „,„ 2, 2 « N. 737.68 2l,0 iNW, schwach theilw. bew.^ H^ ') ., Ab. 738.70 18.8 SW. schwach fast heiter ^^en Morgens theilweise bewollt. dan» Aufheiterung, gegen Mittag dunkle Wolkenzüge, geringer Regen vorüberziehend, dann Aufheiterung. Das Tagesmittel der Wärme 19,5", um 0,4" über dem Normale._________ Verantwortlicher Redacteur: I. NagIit. Rein seidene Stoffe 75 kr. per Meter sowie k sl. 1.05 und sl. 1,30 bis 5.90 (farbig, gestreifte und carrierte Dessins) versendet in einzelnen Roben und ganzen Stücken zollfrei ius Haus das Seidcn'Fabril^Dcpot von G. Hen« neberg (tönigl. Hoflieferant) in Zürich. Muster umgehend. Briefe nach der Schweiz losten 10 kr. (1b6) 9—6 1225 Course an der Wiener sörse vom 2. Juli 18N5. M« ^ oM^n Coursblam Geld Na« Staats.Anlehen. Notenrcnle....... 82 80 8880 Silbrrrente....... 88 40 88 «0 l 854« 4 «/„ Staalslose 250 fi, 12« — 12? — 1860« 5 °/o ganze 500 ,, 139-—in» 50 issuer 5°/u stilnftcl I0l» ., 140 75 141 25 I8«4er Staatslose . . 100 „ i«7 75 i«8 x5 1864er „ , . 50 „ !««> - ie«75 Lomo-Mentenscheine . per St. 4« — 45'— 4«/« Oeft. Goldrente, steuerfrei , 10875 108 05 Oefterr. Notenrenle, steuerfrei »» b5 »97« Ung. Goldrente 4 °/, . . . . 98 95 99 10 „ Papierrenl-» k>"/., .... 9L'?f, 92-90 „ Visenb, Vln! i^ft,ö.W.S, 1<9- .14950 „ Oftbahn-Prioritäten . . 98'50 99-__ .. Vtaat«'Obl. (Nng, Ostb,) 128 25 124 25 " «. - ". » . ""^ ^' !67« 108 50 109- - ^' ,FZ'°'i"'''lnl,b100ft.ö,W. 117 50 118- Theiß-Neg,.<'^se 4°/„ la» fi. . , n» 70 i!o - Grundentl.-Obligationen (für lou fl. E..M). 6 o/o böhmisch«......lag.zo —-^ ?A g°Msche......ici-bo I02-ea !>°/<> mnhrlsche ...... i<»5'25 —-. - b°/u Nleberöfterreichische . . . io? — 107-75 5°/a oberüsterreichische .... 10» — 10/-— ^°/° ftenische - ,.....104-- 1UL50 b«/„ koatlsibe und slavonische . 102— 104 — b°/, slebenblllgischc.....101 5« 102 — Geld Wale 5°/, Temeser Vanat , , , . 101 75 102 50 5°/n ungarische......102 50 103 50 Andere üffentl. Nnlehen. Dona» Meg,°Vose 5, «/„ iu<> fl. . 11«-— 11« 50 bto, Anleihe i»7», steuerfrei . 104-5U 10« — Nnlehen b.Stadtgemeinde Wien lOl!'— 10275 Anlehen d, Stadtgemeinde Wien (Silber und Gold) .... — — — — Prämien-Nnl. b,Stabtgem.W>eu 123 ?a 124 10 Pfandbriefe (jiir 100 fi,) Vobencr. aUa,,öfterr.4 >/,°/„Told, 123'50 124 25 dto, in 50 „ „ 4 >/, u/o 99-53 i«o — dto. in f>0 ,, „ 4°/n , 93'52 94'— dto, Plämie!l°Schulbversch,3°/n 97— 97 50 Oefl, Hypothelenbanl Ivj. 5 >/» °/n 101 — — — Oeft,«ung, Bank veil. 5 «/„ - 102 90 la» «<, bto, „ 4 >/,"/» , 101-85 IN» Ik dto. ,, 40/1, . . »890 e»'2K Ung. allg. Nodencrcdit-Nctienges, in Pest in 1.1839 verl. 5 >/,«/« 102 ?ü I04-— Prioritäts. Obligationen (für 100 fi.) «tlisabeth-wefibahn i. Emission 114 — 114-50 Ferdinands-Norddah» in Silb. 10« — 10« b0 Fianz-Ioses-Nahn.....9250 93-- Gallzische Karl ° Ludwill < Vahn /,°/o - 10075 101 — Oesterr. Norlveftbahn .... 104— 104 30 Slcbenbillgei......««30 »s'«c Veld Wa« Staatöbahn 1. Emission . . . 194-25 195 — Siiddahn k 3°/„......150-50 151 — ,, k 5«/"......127 —------- Ung'galiz. Bahn.....100 — 1U0 «9 Diverse Lose (per Stück) diebiUoje N,u fl...... l?0'76 17L-25 <ölarv.>,'ose 40 st...... 43-25 44 — 4o/n DonllU'Dampssch, 10» st. , — — -.— l,'aibacher Prämicn-Anlehen ^Uft, 23— 23 50 Osener Lose 40 st...... 4250 43-5« Palffy-Lose 40 N...... 39-75 40-25 Rothen Kreuz, öst. Ges. v. 1U st, 14-50 i4-?c Rudolf-Lose 10 fl..... 1775 18 50 Salm-Lose 40 fi..... 55— 55 5N St,°(^'!!oi«,'Lose 4« fl. . . . 48— 48-75 Walbsdin Ll,se XU sl..... 29— 29-75 Wind^'chgläy.Voie ^> st. ... 37 25 »7-75 Vaul-Actien (per Stück) Nnglo-Oefterr. Vanl 200 fi. , . 08'kc 9» — V,nll-Gesellschast, Wiener L0U ft. —------------ Bantocrelu, Wiener, 100 st, . .101- 10150 Vdncr.'Anft., Oeft.!i0ust,S. 40»/,, 22« 75 22? 5c, > >-bitbanl, »llg. Ung, »ou fl, . 28« 75 287-25 Deposttenb. All«. l!N« fi. . . . 194 . 195 — Löcompte^Ges,, Ätiederöft. 50»fi. 585 — 5»a — Hypothefcn!»,.öft, W0 st, »5°/°E. 59— bi-— Länberbanl, öst ,!i0U fi,G.50°/i,E, »4 50 94 ?5 Oester..Nn«, Äanl..... 8«l — 8«3 — Uuionbaitt 1ÜU fl...... 78 30 ?8«N Verlehrsbanl «llg. 140 ff. 143 50 144 — Neid wa« Nctien von Transport» Unternehmungen. (per Stuck) Nlbrccht-Vahn 200 fi. Gilber . —-— - — Alföld-ssium,-Vahn 200 fi, Silb. 185 »ft ,8b — Aussig Teft, Eisenb, üM st, CM,----------------- Vöhm, Norbbahu I5.U fl. , . , 18L 5l> 184'5? „ Westbahn L«u fl. . . . ——------- Nuschtichladcr Eisb, 500 fl. EM. 820 — 825 — „ (lit. II.) »00 st. . 190-. 19«-— Donau - Dampfschiffahrt« - Ges. Oesserr, 5»0 st. EM, . , - 458 — 460 — Drau-Eis,(Vat,-Db,-H,)l00fi,S, —- . — - Dur-Äobeubacher0ft.EM. «4« 25 248 50 Äraz-Köstacher V.»Ä, »00fl,ö.W. 28250 2U4 50 Kahlenbcrss-Eisenb, 100 fl, . . 34— »5 — Kaschau-Oderb. Lisenb. üuu fi.S. 148L5 14«'50 Lembcrg°ll»crnow,-Iasst! Eisenbahn-Gesell. »0U ü, W, . . 230 — 230-50 Lloyd, öst.-ung,, Trief! 50Ust.CM. 5«5 — 5«« — Oesterr, Norbwestb. »00 fl. Silb. I7O 5u ivi- -dto. (M, ») L00 fi. Silber . 1?« 25 170 ?b Prag.Durer «iisenb. i50fl. Silb. —-. ------- Nudolf-«ahn >0<> fl. Silber . . 184 50 185— Siedendürn« «iisenb. »«0 fi, . 184 — 134 50 Staatseisenbahn »00 fi. U. W. . 29750 293-- '^^' G«lb W«« Sübbahn 2«0fi. Silber . . . i««-?5 i«7 — Süd-Norbd,'Verb..B.Laofi,»«-— «0 — U»g.«!iali^. Liseub, 800 fi. Silber i?4 50 17° — llug. Norbofibahn iioa fi. Silber 17« 5» 17? — Ung.Wefid (Naab-Graz)loofi.S. l«, »0 «» «0 IndustrieActien (per Stll«) Egydi und Kindbcrg, — Trifailer«ohlenw..G«l. 19U fi, . —>---------— Devifen. Deutsche Plähe......S1— «1 »0 London.........1»4 ?o 1»4 vc Pari«.........4» ««5 4» «7, Petersburg......— — — — Valuten. Ducaten........ b88