Ereytag den Z'. August 1627'. ' Lord Byrons letzte Liebe. Ich wohnte unlängst einer Abendgesellschaften Genf bey. Es war ein Grieche eingeladen, der in Miss», lunghi gekampftund sich mltseinen Kampfsenossen durch. geschlagen hatte. Seine Züge waren edel, sein Auge voll Feuer; aber noch zeigten sich auf seinem Gesichte die Spuren des überstandenen Elendsund der Hungersnoth. Von Napoli dieRomania aus war er. milden besten Empfehlungen versehen, Hieher gekommen, um sein, Gesundheit wiederherzustellen. Natürlich dräng-t« sich Alles um ihn; die Anwesenden, und besonders die Damen, ergossen sich in Lobsprüchen über seine und seiner Genossen Tapferkeit. Die Männer wollten die nähern Umstände der Belagerung und' des Ausfalls hören. Das Gesprach lamauch auf Lord Byron. Spi-liades (so hieß der Grieche) sprach mit dem höchste., Enthusiasmus und mir Thränen in den Augen von ihm' und erzählt« uns folgende Geschichte, die Byron ein Jahr vor seinem Tobe in Missolunghi begegnet ist. Als Byron eines Tages von der Hühneri'agd zu. »ückkam, auf die er, von seinen Sulioten begleitet, oft ausging, hörte er in einem niedlichen Hause Cla. vi.rspiel, von einer herrlichen Stimme begleitet. Sowohl die Seltenheit des Instruments in diesem Lande als die Schönheit des Gesangs setzten ihn in Erstaunen. Er machte mit seinen Palikalen Halt. Das-Geräusch, welches hierdurch entstand, wurde oben ge^ hört; der Gesang verstummt, aber die Sängerinn tritt ntugieriH aus den Balkon, und vordt,l entzückten Bli. cken des' Lords zeigt lich eine Gestalt, deren Sch3»< heit nach seiner «igenenspäteren Äußerung, Alles über« trifft, was er je von schönen Frauen in Griechenland gesehen hatte. Er redete sie in neugriechischer Sprache an und dankre ihr für den Zauber ihrer Stimme unb ihres Spiels. Sie antworte ihm auf Französisch; ein, neuer Beweis ihrer für eine Griechinn seltenen Bildung. Gern hätte Byron das Gespräch länger fortgesponnen: aber sie zog sich bescheiden zurück. Doch die Erschei« nung war allzu bezaubernd für ihn, um nicht weiter zu gehen. Byron ließ Erkundigungen einziehen und hörte, daß sie die Tochter eines griechischen Kaufmanns in Missolunghi, und kürzlich von Marseille zurück, gekommen sey, wo sie bey Verwandten, um ihrer Au<-bildung willen, einige Zeit verlebthatte. Byron kann. te ihren Vater, der in der Stadt ein Amt begleitete und wegen seiner Vaterlandsliebe allgemein gcachter war. Da der Lord vo» den Griechen angebethec wurde, so war es ihm leicht, Eintritt in das Haut bet Griechen zu bekommen, zuerst unteil dem Vorwande von Geschäften, bald durch den Vater, der sich durch seine Besuche geehrt fand, eingeladen, So sehr ihn beym ersten Anblick die Gestalt der jungen Griechinn entzückt hatte; so'fthv wurde' er jetzt von ihrem Geiste angezogen. Sie sprach außer dem Neugriechischen und Iranzo'sischelf auch italiemsch, das Byron leidenschaft, lich liebte.- Besonders aber bezauberte ihn ein gewis, fer romantischer Schwung in ihrem Wesen. Bey al« ler Weiblichkeit und der Bescheidenheit ihres Geschlechts, hegte sie «ine schwärmerische Liebe für ihr Vaterlands «ar stolz auf den griechisch«« Namen und den alten Ruhm ihres Volks, und haßte die Türkei, unversöhnlich. Byron-faßte eine heftige Liebe für sie, dle er erst »urch Blicke, später durch leidenschaftliche Worte zu »erstehen gab. Ader sie wich letzteren immer aus, lenkte da, Gespräch ab, wenn er von Liebe ansing, blieb «bet immer sanft und gut gegen ihn, und ließ ihre Verehrung für ihn a!6 Griechenfreund frey durchschim, niern. Es war vielleicht das erste Mahl, daß er bey «tle?l Bemühungen, Gegenliebe zu erringen, unerhört blieb. Indeß reitzle dieses Mißlingen seine Leidenschaft nur noch mehr. Aber ohne Erfolg, obgleich auch der Vater eine ernste Verbindung hoffend, ihm nicht en-t? Zegen schien. Byron konnt« sich diesls Räthsel nicht erklären, bis es sich endlich schrecklich löste. AIS er eines Tages nach feiner Gewohnheit zu ihr k^n , fand er sie tovtenbleich, thrcme'ilos, und über ihre himmlischen Züge den tiefsten Schmerz gusgegoss.'n.' Außer sich eilt er auf sie zu, und fragt sie nach der Ursache ihres Grams. Sie antwortete ihm : »Wisse, ir schlug mit der größten Heftigkeit um sich, und mitvie-ler Mühe gelang es uns endlich, sie festzuhalten. Nu« band ich ihr den Rachen zu, nahm ihren Kopf fest unter Mtinen Arm, während der eine Neger sie in der Mit. te, der andere am Schwanz faßte; auf diese Art tru. gen wir sie nach Hause, wobey sie sich mil aller Wacht loszumachen snchte, so daß wir sie nur mitdergrößten Anstrengung festhalten konnten. Zu Haufe ließen wir si« in einen großen Sack krischen, worilf sie bis om Morgen sich herumwälzte. Am Mo'gen machte ick den Sack auf und ließ sie durch zehn Neger festhalten, während ich ihr den Hall abschnitt. Hie^f ^^ jH ihr die Haut sorgfältig ab und gegen Abend war ich mit der ganzen Dissetcion fertig. Ich fand die Zähne dieser Schlange nichl sogroß, als ich sie erwartet hatce, allein sie sind vollkommen geeignet für den Gebrauch, dkn sie davon macht. Sie sind alle nach hinten g«bs« gen und dienen nur dazu, den Naub festzuhalten, «äh. rend die Schlange ihn allmählig hinunterschluckt, «h„,e ihn je zu kauen. Auch tödtet sie ihre Beut« nicht mit den Zähnen, sondern sie erdrückt si« mit ihrem 3eil»e. Den Leichnam-ließ ich in denW^ld zurücktragen, und bald fanden sich die Geyer in großer Anzahl ein. Sie setzten sich aber auf die benachbarten Bäume, ohne das Aat anzurühren. Endlich kam auch ein sogenannter Geyevkonig, und erst nachdem dieser sich gesättigt und «uf einen hohen Morabaum in der Ncihe gesetzt hatte, fielen die übrigen Geyer überdaö Aas her, und.lieSe>» bald nichts davo«, übrig., Cl!) Gegen Mitternacht horte ich den Indianer sagen : „Massa, Massa, hörst du den Tiger?" Ich horchte, und vernahm leise Tritte, die sich uns näherten. So wie dai Fluerherunterbvannle, kam ex uns naher, und wenn der Indianer es wieder anschürte, entfernte er sich plötzlich. Endlich erhob der Indianer, dem diese Gesellschaft nichc zu behage» schien, ein gräßliches Ge« schrey, ,ber Jaguar that einen ungeheuren Sah, und V«rschwand ohn« wieder zu kommen. Von Zeit zu Zeit hörten wir große Fische im Strome austauchen «>,o plumpen. Auch die Caymans wurden laut; der kaut, den sie vonsichgcben, hat etwas sonderbarHngst-liches, wie ein unterdrückter Seufzer, der plötzlich her-«usbricht, und sol^ut, baß man es eine Meile (engl) weit in der Nacht hört. Zuerst ließ einer diesen schreck, lichen To» hören, und die andern antworteten ihm liach allen Seiten Der Indianer machte ein sehr ein« facheS Werkzeug, um einen Caymann zu fangen. Vier Stücke hartes Holz, an beyden Enden zugespietzt, wur> den kreuzweise fest zusammengebunden, dann mit einem langen Strick an einen Baum gebunden, und mit einer Lockspeise, etwa vier Fuß über das Waffer gehangt. Hierauf schlug der Indianer eilige Mahl auf eine leere Schildkrötenschaale, um, wie er sagte, die Cay, mans aufmerksam zu machen, daß etwas Neues gebe. Wir;ogen uns nun zurück. Gegen Morgen fanden wir, daß ein Cayman angebissen hatte, wir zogen ihn aus dem Wasser. Er war gegen zehn Fuß lang. So wie er am Ufer ankam, sprang ich ihm auf den Nü-ektn, indem ich mich an seinen Vordevfiißen fest hielt wahrend er mit seinem Schwanz gewaltig um sich schlug. Nach vielen vergeblichen Versuchen sich zu befrepen, u,o»d er aps Ermattung rnhig, und nun schickt ich ihm die Gurgel ab. Vielleicht gibt es kein Thier, das e«. nen-solchen Ausdruck von Grausamkeil und Boßheit hjlt, wiH der Capmait. Gesund heits-Magnet. Die pomphafte Ankändigmig dieser Wunderdinge lautet (in der Agramer Zeitschrift) Folgendermaaßen: „Nachdem dZr Unterzeichnete von Sr. Maj. dem Kö" nig die Allerhöchste Genehmigung, und permöge hohen Beschlusses der töni,gl. Regierung des IsarkreiseS, die Erlaubniß zur F^brizirung von Gesundheitsmagneten erhallen hat, so gibt er sich hiemir die Ehre einen hohen Adel mid «in verehrungswürdiges Pubticum hie« von in Kenntniß zu setzen, und diese in Neubayern, in Hauz Sgchsen , im Braunschweigischen, Hannoverischen, in Preußen, so wie m B^den rühmlich dekanil-ten Gesundheitsmagnete, v.on denen auch schon in Müll' chen, sogar am Allerhöchsten Hofe wirksame Proben gemacht wurden, zur ge die, Schmerzen heben, ohn« daß man genöthigt wäre, sich einen Zahn ausnehmen zu lassen, was dem Menschen, besonders dem schönen Geschlechte, um so willkommener'seyn wird, a!i es somit ^möglich ist', bis ins hohe Alter sich die Zahne vollüäu. dig Md gesund zu erhalten. -El!,« gleich wohlthätig Wirkung äußert das magnetlsche Fluldüm Coder die Ausströmung der magnetischen Kraft) auf andere krank, hafte Nervenleiden, besonders Mf alle Arien von Rheu» matismus, auf Glchr, Podagra; ferner bey Krumpfen^ . Magenkrämpfin, bey verminderter Sehkraft, bey Kopf-, ! Augen», Ohren ., Hals - lmd andern Übel,,.— Der ,^ menschliche Körper enthält viele Eisentheile, von wel. ^ cher Beimischmig auch die roth^ Farbe des Blutes her. , rührt, und daraus sind die so fehr überraschenden Wir«' , fungen der Gesundheitsmagnete zu erklären, die ofr in emigen Minuten da^ harriMigste Kopf- und Zahnweh oder andere Übel heben; eine Erfahrung, welche' sogar von Ihrer Maj. der regierenden Konigin gemachr wurde. Überhaupt sind die viel?«,' wohlthätigen Wir-lungen des magnetischen Fluidumf noch nicht bekannt; ober zuverlässig ist, daß derjenige, welcher «inen von mir verfertigten Gesundheitsmagnet, nur von 2 fi. im Preise, auf der Brust tragt, vor Nervenschlägen oder Schlagflüssen ganz gesichert ist.- Chemikus in München. M i s c e l l e n. Di« 3ust, fremde und entfernte Bänder zu besll» che» , hat sich auch den ursprünglichen Bewohnern von Amerika mitgetheilt. Zu Cbarleston trafen kürzlich auf einem Dampfboote 6 Wilde vom Osage Stamm, H. Männer und 2 Frauen, in Begleitung eines Dolmetschers ein, die sich von ba aus nach England begeben wollen. Die Namen der 4 Männer sind: Hihega. shugah, oder der kleine Häuptling ;Waesingsobach, oder der schwarze Geist; Moshatelalongay , oder der große Soldat; und Minksathchong, oder der kleine Alligator. Am i2. Iuly hat in der Nahe von London em «inäugiger Kerl, Namens Mills, seine Frau mir «inem Halfter um den Hais zuin Verkauft ausgestellt. Ein gewisser Gallimore, der schon früher mit ihr be° lannt war, kaufte sie mit dem Halfler für zwey Schil, ling (ungefähr 2 i^2 Fr.) Dieser sonderbare Hand«! wurde im Beyseyn einer ungeheuern Volksmenge abgeschlossen , und der Kaufer führt« di« Frau durch das jubelnde Volk ab. Der Redacteur der Times bemerkt dabey, baß er schon mehrmahls gegen solche Concracte, di« dem gemeinen Rechte durchaus zuwider waren, gesprochen habe, und daß es die Pflicht der Be. Horden sey, sich denselben zuwidersetzen. Aber bl«, ser Gebrauch, der in England seit Menschengedenken statt hat, ist für daS gemeine Volk nur ein verstecktes Mittel, eine leichte, schnelle und wohlfeile Eheschec. düng zu erhalten, wenn l'eyde Ehegatten dieselbe wollen. Die gesetzliche Ehescheidung verursacht näm» lich bedeutende Kosten^ Ein öffentliches Blatt erzählt: Der Graf v. Sa. viesty, einer der reichsten polnischen Edelleute, hat kürzlich in einer einzigen Partie Piket 2a,ooo Morge« Wald und ein prächtiges Schloß am llfer der Ester an den Fürsten Dolgorucki verloren. Dieser Graf Sa« vi«4ky ist derselbe, der als Gesandter in Constantino-pel, im Schachspiel vott einem Kapudan Pasch« »2 Sclaven und »6,oao Leopardsfelle gewann. Die Scla» ven setzte er in Freyheit, und die Fell« verkauft« «r m Ungarn um 1,600,00,0 Fr. Zil Pompeji ist neuerdings ein sehr großes Gebäu« de entdeckt worden, welchem die Gelehrten den Na« men Pantheon beylegen. Es hat die Gestalt eines Pa. rallelograms. An einer der schmalsten Seiten besin, del. sich der Emgang und in den Winkeln sind drey kleine Gemächer. In dem mittlern stehen in zwey Nischen, die ausgehaueneir Bildnisse Tibers und der 3ivia. So vortrefflich die Statuen gearbeitet sind, so fehlen ihnen doch leider die Arme. An der Tog, des Tiberius bemerkr man noch Spuren von rother Farbe. Die Hauptwand ist mit gut erhaltenen Mah» lereien geschmückr, welche die Geschichte Romulns un5 Remus vorstellen, im Augenblicke, wo sie von der Frau des Hirten Faustulus' genährt werden. In der Gallcrie, welche in's Pantheon führt, beswden sich Marmor.Täfelchen Mlrverschiedelien Nummer,,. Man l'tmerrl unter den zahlreichen Abbildungen Iagdstück«, Seeut'geheue? und allerley Thiere. ^.^.71 5r,H,»H»,.l.ch, ««"«" »" N«°.^« ^'"°'° «,..«n,.P..