Nr. 10ö Dienstag, 11. Mai !915. 134. Jahrgang. MbacherMZeitma / 'WWW ^^ z«!7>»'»n«»e«N«»»»»»»l»: ^it Poftvc l!?"!,>i.ng: zol'.M:^ ^o li. l-,,!bjähn5 lö ii, s,« Kontor: ganzjährig ^albjäl,iiss li X, Fiil d.e f^steüung i»!l> Hau» fianzjüyiig 2 «.. — Ins«rN«n«Klbiihv: Mr llelnc Inscraie bib zu vier Z^ileu 80 ii, glüftecc per Zeüe 1ü t>; bei öftorrn WirderholuiM'» vcr Zeilt 8 li. Die «Kaibacher 8eiri>ng> erschrint täglich, mil «uinahme drr Tonn «nd Feiertage. Die Hdminift«^»» btfiu^i ftch Uillosiöslra«e «r. lS; bic »ednk««» Mttloziistrahe Nr. 1«, üpvechstunbrn bei Medaltiu» dou « di« ^0 >l!,? vormittags. Un?ranl>eite Briefe werden nicht angenommen, Manusliiple nicht zurückgestellt. Telephon-Uv. der Aedaktion 52. AnrMcheu Geil. j Der Illstiznii nister hat den Kanzlei-Olieroffizial in Möltling mit der Tiensteszuweisung nach Cilli Konrad Wl eßnig zum Kanzlci Obcrvorstcher in Cilli ernannt. Den 8. Mai 1915 wurde in der Hof- und Staatsdmckcrei das 1^1. Stück des R.'ichs^esetzblattes m deutscher Ausgabe aus. ssegeben und versendet. Den 8. Mai 1915 wurde iu der Hos« und Etaatsdruckerei das XXXV. Stück der polnischen, das XXXVI. Stück der lroaiischen und slovcnischeu. das XI.I. Stück der polnischen, das ^I^II. Stück der polnischen und rumänischen, das XI^III. Stück der kroatischen, das XI.V. Stück der polnischen, das XI.VI1. -luck der rltthcuischl'n sowie da'? XI.V11I. Stück dcr sluve-.!'Micu Ausgabe des Reichsgesetzblattes des Jahrganges 1915 ausgegeben und versendet. Den 9. Mai ^15 wurde m dcr Hofhund Staatsdruckeiei das I.II. Stück des Ncichsgesetzblattes in deutscher Ausgabe ausgegeben und versendet. Ten 10. Mai 1915 wurde in der Hof. und Staatsdruckerei da5 XXXI. und XXXII. Stück der italienischen sowie das XI.V. und XI^VII. Stück dcr liühmischen Ausgalie drs Reichs, geiepölattes deö Iahr^nugcs 1915 ausgegeben und ucrseudc-t. Nuch dein Amtsblatte zur «Wiener Zeitung» vom 9. Mai 1915 (Nr. 1l16) nurde die Weiterul'rbrcitung folgender Preß» erzeugnisse verboten: Die iin Drncke und Verlage des Antonio Vallardi in Mailand 1915 erschienene Broschüre: «Necorlli dollu, mia iusanxi», in O^ImÄ-lia» von Bruno Tperani. Der Einbandumschlag der Lieferung 209—210 der im Verlage Sonzogno in Mailand erschienenen Druckschrift: «(illliili« Lnc-iolopecUli, ^apoliu-u souioßno äiretta äa?»Imirc) krvmnli», Volume III, I^ßeicolo 5. Die von Hermann Burger in Warnsdorf angefertigte Photographielarte, darstellend das Bildnis eines Knaben mit ertränktem rechten Ange und dem Aufdruck: Kilometer südwestlich Tarnow längs des Ostufers dci> Flusses, bogen dort in das Bergland südöstlich ab u>id strichen sodann, die Niala bei Gronmil quermd, gegen Gorlice weiter. CharaNeristisch für jede russische Stellung ist die Anlage mchrcrer, gewöynlich drei, Linien hintereinander. Es sind dies die „Hauptpositioncn" und „Vorpositioncn". Besonders slarl hergerichtet und infolge Anlage und Ausbau der Befestigungen den mächtigsten Abschnitt in dem ganzen Gcbiclc bildete die vor dem österreichisch-ungarischen l.4. Korps gelegene Nüctenlinic, welche von Nakle am Dunajcc ansteigend über die Höhen-Piulo 40^) und Trigonometcr ll9 das Dorf Lubosa-SZozckanowöla, guni Jägerhaus 102 streicht. Gegenseitige flantiercndc Wirkting ermöglichte vollständige Vcherr-schlinn deo Vorterrains, was bedingte, daß vor einem Insnntcricanariff die Artillerie den Verteidiger derart hergenommen haben mußte, daß die Wirknng seines Infantcricfeucrs nicht mehr zur Geltung kommen konnte. Als dahcr der sonnige Morgen dcs !?. Mai, dcö Tages der allgemeinen Offensive an der Dunajccfront, angebrochen war, bcgann gleichzeitig! um (5 Uhr früh die gesamte Artillerie des Korps ihre wuchtige Arbeit. Da alle Vat terim sich bereits im Laufe des Vortages eingeschossen hatten, fing mit der Feuereröffnung auch gleich das Wirkungsschicßcn an. Nach vierstündiger außerordentlich günstiger Beschießung ging die Infanterie Zum Angriff vor. Trotzdem dieser, bcglcilet vom stclcn Geschühfcucr, bis auf nächste Distanz an die russischen minien herankam, gelang aber wider Erwarten das Eindringen in die Hauptposition an diese»! Tage noch nicht. Die Slärle dcr nahezu granatsichere», überall eingedeckten oder mit Schrapncllschirmen versehenen Stellungen war trotz der enormen Artillcriewirtung noch zu wenig erschüttert wor-dcn — insbesondere in dem Abschnitt beidersckts der Höhen 4W und ill 9. Unsere Infanterie konnte infolge des aus den fensterartigen, völlig cingedccllcn Scharlen ausgehenden gut gezielten Schül>?nfe»crs noch nicht an das Wegräumen der Drahthindernisse schreiten. Letztere bestanden zumeist aus spanischen Reitern, verstrickt mit Stacheldraht, und in den Waldftartien aus gleichfalls mit Stacheldraht durchzogenen nbgestockten Streifen. Um den letzten Widerstand zu brechen, konzentrierte die Artillerie am !'». Mai von Tagesanbruch an ihr einheitlich geleitetes Feuer hauptsächlich in diesem nahezu unangreifbar scheinenden Tcil oer feindlichen Front. Die hoho Präzision uusercr Geschütze bewirkte nun in Bälde dcn Nest der vom Vortag erübrigten Arbeit, denn dank dcr vernichtenden Wirkung unserer Stcilfcnergefchütze konnten die tapferen Tiroler, nunmehr die letzten der'zurückgebliebenen zähm Feinde zum Weichen zwingen. Die eingenommene Hanfttstcllung zeijgt ein überraschendes Bild bedclitcndcr materieller Wirkung, während dic moralische Wirkung durch das fluchtartige Verlassen der Position gekennzeichnet ist, da in dcn Deckungen nicht nur eine Unmenge von Waffen, Munition und Kriegsmaterial aller Art, sondern auch vielfach volle Mcnageschalcn liegen gelassen worden sind. Längs der ganzen bezeichneten Linic reiht sich Trichter an Trichter, vom Feldgeschütz cmgcfangen bis zum größten Kaliber, dic Befestigunnsfront sehr gut überdeckend, nnt vielen di- Auf die Knegsanleihe m zeichnen, ist Wcht jedes Werreicherü! LeuMeton. Krieg und Küche. Von S. d. E. (Schluh.) Achtet aus jeden Nest des Brotes, werft kcincn vcr-dorrten Abschnitt weg. Er kann zu ciner Brotsuppe oder zu Bröseln verwendet werden. Ein alter Volksglaube sagt: „Wer mit dem Vrotc, dieser großen Gottcsgnve, leichtsinnig nmgehl, dic Brösel auf dem Boden ucrsttcut, b'N; sic zertreten und in dcn Mist geworfen werden, der muß im Fegefeuer alle Bröseln zusammensuchen; er kann uicht in den Himmel kommen, so lange noch von ihm ver-slreutc Nrotbröscl auf der Erde herumliegen." Dicser alte ^"llsglcmbe, sagt uns, wie wertvoll jedes Nahrungsmittel >!<, und daß es eine Sündc vor Gott ljt, achtlos damit "»'zugehen! Damin achtet auf jede Kleinigkeit, damit chr später nicht mit Bedauern und Knmmcr Zurückdenken mußt. oamit shr euch keinen Vorwurf zu machen braucht. Glaubt mcht, daß es Geiz oder Knickerei ist, wenn eure Frauen jedes Staubchen Mehl, jede Krume Brot, jedes Ncstchen einer Speise beachten, wenn sie einfache Kriegskost essen und nur so viel kochen lassen, als zur Sättigung nnbedmgt nötig ist; sie müssen als treue Patriotinnen mir den Lebensmittcln sparen, dürfen nichts, namcntlich lein Mehl, durch Unachtsamkeit verderben lasscn, müssen helfen, eine allgemeine Hungersnot zu verhüten. Scld darum bestrebt, die Not der Zeit zu be-arcifen, feid genügsam in allem und helft, w o und w i e ihr könnt, bei unserem Kampfe mit unseren Feinden und seid eingedenk, daß jcdes Opfer, das jene einzelne bringt, der Allgemeinheit zugute kommt. Das reichlich vorhandene Maismehl bietet einen 8cm teueren Fett, verwendet des öfteren Ol oder Ecrcssctt, vermeidet so viel als möglich in Fett ausgebackene Speisen. Zum Einpanicren von Fleisch und Fifchen empfiehlt sich statt der laum noch vorrätigeil Bröseln Maismehl. Ich habe cs zu wieder-holtenmalen mit gutem Erfolge versucht. — Was die Milch betrifft, so muß mit Rücksicht darauf, daß auch sie knapp zu werde,: beginnt, nnt ihr sehr sparsam umge gangen werden. Z. B. versäum!, nicht, die Milchflaschen mit ein wenig Wasscr auszuspülen und dieses Spülwasser anch zu verwenden. Man bekommt kondensierte und Trockenmilch, letztere in Pnlverform, erstere^ in Dosen. Veidc cigncn sich vortrefflich als Ersatz für frische Milch. - Auch der Ileischnennß ist einzuschränken, hauptsächlich wegen der Viehzucht. Es ist veshalb zn empfehlen, einige Tage in dcr Woche kein Fleisch auf den Tisch zu bringen und sich auch an den Fleischtagen mit wenig zu begnügen.- Von Fischen und Würsten lasscn sich mit Erdäpfeln viele gute Gerichte bereiten. Kaninchen- und Schöpsenfleisch sollte bei jetziger Zest mehr Verwendung finden. Besonders ersteres läßt sich in Form eines Gulasch, eines Paftrikahuhnes oder mit Wacholderbeeren nnd Notwein eingebeizt vorzüglich verwenden; gebacken oder gebraten scheint es am wenigsten schmackhaft zu fein, doch ist das Guswsqche. Leider findet bei uns das Kaninchen in der Küche nicht jene Würdigung, die ,^tcr Johann, Zgf. .^ustcr^i<-Franz, 5. K,, lriegsgef.; Ins. Svalj Johann, 3. 5t., verw.; Inf. .^viligoj Anton, 8. K., triegsgef.; Korp. Tekavc Philipp, 3. K., tot; Korp. Ten-ek Vinzenz, 1. K., vcrw.; OffTicn. Tertinck Jakob, Ins. Tiberio Josef, Gefr. TitKorp. Tofol Alois, Inf. Trampn-. Alois, 5. K., lrieaMef.; Inf. Tratnik Johann, Inf. Travcn AI»ois, 1. K., kriegsgcf.; Inf Traviscm Rafael, Ins. Tunnin Alois, ä. 5t'., kriegsgef.; Inf. Turlani Vinzenz, 1. it., kriegsgef.; Inf. Uj<'iü Franz, 5. 5t., kriegsgef.; Inf. Ul6 Ferdinand, 1. 5k., tot; Inf. Uran Andreas, 1, 5t'., verw.; Ins. Urban«i<- Franz, 5. it., tricgsgef.; Inf. Ul^i/' Virtor, 1. 5k., tot; Inf. Valentin«-^ Josef, Inf. Valjavec Johann, Inf. Verton Johann, 5. K., triegsgef.; Inf. Viduiar Franz, 1. 5t., triegsgef.; Inf. Vidmar Johann, 5. K., lricgsgcf.; Inf. Vodasck Philipp, 3. 5t., vcrw.; Inf. Vodoftivcc Franz, 1. K., verw.; Inf. Vodounil Michael, Ins. Volarw Josef, Inf. Vr-hovnik Franz, Inf. Vr^^aj Johann, Inf. Wilchelm Michael, Gcfr. Zajc Vittor, 5. 5t., lriegsgcf.; Inf. Zarnil Johann, 3. 51., tot; Inf. öcleznik Josef, 3. 5t., verw,; Inf. Libert Josef, 3. 5t., verw.; Inf. ^idan Johann, ^ioanek Bartlmä, 7>uidar^i^ Fr.^ ^nidar^ St., 5. 5?., kricgsgcf.; Inf. Zorc Johann, 1. K., lricgsgcf. 5torp. Zorc Josef, Zgf. Zore Franz, 3. K., verw.; Korp. Zu lian Eugen, 1. 5t'., kricgsgcf.; Inf. ^unicr Franz, Inf. Zupan Josef, 5. 5t., lricgsgcf.; Inf. Zupaiu^ Anton, 3. 5t., verw.; Inf. Zupau<-i5 Rudolf, 5. 5t., lricgsgcf. — Berichtigungen zur Verlustliste Nr. 21: Fähnrich in der Reserve Pölz Johann, IN 17, 5. 5k., kriegsgef.; Leutnant in der Reserve Wagaja Ludwig, IN 17, lriegsgef. (war vcrw. gemeldet); zur Verlustliste Nr. 48: Oberleutnant in der Reserve Harter Franz IN 27, 3. 5t. statt 7. 5t., lricgsgef. (wall. vcrw. gemeldet); zur Verlustliste Nr. 7N: Oberleutnant Schwickert Hermann LIR 27, triegsgcf.; zur Verlustliste Nr. 163: Fähnrich in der Reserve Gabrov.^ck Johann, LIR 27, kriegsgef. (war verw. gemeldet); zur Verlustliste Nr. 32: Oberleutnant Strache Adolf, IN 27, 5. 5t'., tricgsgef. — (Notes Kreuz.) Das 5tommando der Marsch-balterie des 7. Feldtanonenrcgiments hat durch seinen Kommandanten Oberleutnant von Mehlem in seiner gegenwärtigen Station Sesana unter den Offizieren und Offiziersdamen, den Manuschaflspersonon der Batterie und in Kreisen der Zivilbevölkerung neuerlich eine Sammlung zugunsten des Landes- und Fraucnhilssuer-eincs vom Roten Kreuze in Laibach eingeleitet und deren Ergebnis im Betrage von 78 X 57 /< »lit der speziellen Widmung für die fünf Objekte der Bclgierkaseme zu Handcn der Damen des Noten Kreuzes zur Verwendung nach eigenem Ermessen übermittelt. Ten edlen Spendern wird hicmit der wärmste Dank zum Ausdruck gebracht. — (Ernteschähunsscn 1915.) Der aus interessierten Kreisen seit Jahren geäußerte und vom Ackcrbaumini-stcrium stets als durchaus begründet anerkannte Wunsch, daß die Ergebnisse der Ernte hinsichtlich der einzelnen Feldfrüchte alljährlich unmittelbar nach der Fechsung mit möglichster Genauigkeit schätzungsweise ermittelt und der Öffentlichkeit bekanntgegeben werden sollen, ist uuter den gegenwärtigen Verhältnissen ganz besonders aktuell geworden. Eine dahingehende Anregung bildet auch den Gegenstand eines dem Beirate der Kriegs-Getreidevcr-lchrsanstalt kürzlich unterbreiteten Antrages. Um derartige „vorläufige Erntcschätzungen" durchführen zu können, ist es unbedingt erforderlich, die den betreffenden Feldfrüchtcn jeweils gewidmeten Flächen so bald als möglich nach der Frühjahrsbestellung der Felder zu erheben und auf diese Weise eine verläßliche Grundlage für die Ermittlung dcs tatsächlichen Ernteergebnisses zu gewinnen. Diese mit nicht unbeträchtlichen Kosten verbundene Erhebung, für deren Durchführung zunächst die landwirtschaftlichen Hauptlorporationen in Betracht ge-tonunen wären, konnte in früheren Jahren mangels der hiezu erforderlichen Mittel bedauerlicherweise nicht allgemein in Angriff genommen werden. Da jedoch unter den gegenwärtigen Verhältnissen eine baldige Orientierung über die zu erhoffenden Ernteergebnisse besonders wünschenswert erscheint, ist das Ackert,auministerium vor einiger Zeit dem Gedanken näher getreten, die Feststellung der Anbauflächen für das Jahr 1915 ausnahlns-weise durch Heranziehung der politischen Behörden durchzuführen. Zu dein Behufe wurden die pol. Landesstellen beauftragt, ein von der Stntthalterei in Prag vorgelegtes Projekt, dessen Verwirklichung in Böhmen bereits eingeleitet wurde, sofort einem eingehenden Studium nach der Richtung zu unterziehen, inwiefern in den einzelnen Verwaltungsgcbietcn unter Berücksichtigung der lokalen und kulturellen Verschiedenheiten die Erhebung der Anbauflächen auf ähnlicher Grundlage durchgeführt werden könnte. — (Netiimvfuna der Meningitis.) Anläßlich des in letzter Zeit beobachteten häufigeren Auftretens der epidemischen Genickstarre (Meningitis) l)at das Ministcrium dcs Innern allc politische» Lanocsstcllen angewiesen, oic Aufmerksamkeit der, Sanitätsbehörden und der Ärzte ans die bei Behandlung und Vclämpfung dicser Krankheit erforderlichen Maßnahmen zu lenken. Nach Tunlichteit ist Unverzüglich dcr bakteriologische Vcfund festzustellen, itrxmte sowie Krankheitöverdächtiae sind möglichst abzusondern, aber auch die für die Ansteckung besonders in M' tracht klimmenden Personen, die — ohne selbst krant zu sein — Verbreiter dcr Mcmngc»'Kottcn sind (Kottenträ- gcr), müssen über die einzuhaltenden Vorsichtsmaßregeln vclchrt und einer sanitätspolizcilichen Überwachung untcr-,;>M'ii werden. Da die Übertragung dcr Mmckswrrc dnrch Kontakt (Tröpfcheninhalation, gemeinsame Eh- und Trint-gcschirrc, Küssen usw.) erfolgt, ist es geboten, die solcherart gegebenen Änstcckungsmöglichkciten tunlichst zu vermeiden und mich Vorsicht bci Husten, Räuspcrn, Niesen uslu. zu beobachten. Der Desinfektion ist alles, was Rachcnschlcim von Krauten und vom Kottcnträgcr enthält (Auswurf, Nasenschleim, Speichel, Erbrochenes) zu unterziehen. Die Wäsche des Kranken und dcs Kotlen-irägcrs (vor allem Leib- und Bcitwäschc, Kleidungsstücke, Sack- und Handtücher) ist in Sodalösung auszukochen, allfällig im strömenden Dampfe zu ocsinfizicrcn. Schließ-lich wird den Krcmlenhauslcitungcu, Ärzten usw. die im Epidcmicgcsetzc vorgesehene Anzcigcpflicht für epidemische (^cnickstarrc in Erinnerung gebracht. — (Vom Vultsschuldienfte.) Der k, k. Bezirksschulrat in Littai hat all Stelle des zur Landswrindicnstlo^ stung eingerückten Oberlehrers Johann Polak die Lehrerin Maria Polal mit der inerimistischen Leitung dcr vierklassigen Volksschule in St. Veit bei Sittich betraut und an Stelle des zur Kriegsdienstleistung eingerückten Lehrers Johann Step iänit in Töplitz die Lehrerin an der Volksschule in Sagor Theresia Vroaj bis aus weiteres der Volksschule in Töplitz zur Dienstleistung zugewiesen. — Dcr l. k. Bezirksschulrat in Gurlfeld hat an Stelle dcs zur Militärdienstleistung eingerückten Ober lehrers Andreas !> lu l j die Lehrerin Adele Pogorclc mit der interimistischen Leitung der vicrNassigen Volks schnle ili TM^c betraut. — Der k. l. Bezirksschulrat in Adelsberg hat die provisorische Lehrerin in Harije Johanna Justin in gleicher Eigenschaft an die einklas-sige Volksschule in Slaft versetzt. — (Verleihung vun Stiftungen.). Das Gremium des Laibacher Sladtmngistrates hat die Graf Lambergsche Stiftung für Swdtarme in Laibach im Betrage von 28 /t täglich dcr Franzisla Ehvatal, die Zindlschc Stiftung für mittellose Kinder des Soldatcnstandes im Betrage von 90 X jährlich der Antonia Hoch maycr verliehen. — (Prämien für die Maitiifelvcrtilgung.) Dcr Lai-wacher Stadtmagistrat hat eine umfassende Vertilgung der Maikäfer angeordnet und in der jüngsten Gremial-sitzungs beschlossen, eine Prämie von 12 /< für ein Kilogramm vertilgter Mailäser auszuschreiben. Die Maikäfer stnd in dcr städtischen Gärtnerei in Tiuoli zu übergeben. — (Feuersbrunft.) Aus Bischoflact wird uns berichtet: Am 7. d. M. um 10 Uhr vormittags tam in der Ortschaft Knape, Gemeinde Selzach, ein Feuer zum Ausbruche, das in kurzer Zeit acht Wohnhäuser samt den dazugehörigen Wirtschaftsgebäuden einäscherte. Die meisten Häuser waren mit Stroh gedeckt; das Feuer verbreitete sich liei der herrschenden Dürre mit rasender Schnelligkeit, so daß eine Löschungsaktion nicht möglich war. Dcm Feuer sielen auch acht Stück Rinder und einige Schweine zum Opfer. Die Schadensumme ist dermalen noch nicht bekannt, dürfte sich aber zwischen 40.000 bis 5)0.000 /< bewegen. Das Feuer soll durch mit Zündhölzchen; spielende Kinder verursacht worden sein. — (Verhaftete Pfarrhofeinbrecher.) Wie bereits berichtet, wurde vor sechs Wochen während des Vormit-tagsgottcsdienstes in den Pfarrhof in Kanter ein frecher Einbruchsdiebstahl verübt. Die Diebe versuchten zuerst das Haus mit einer Holzhacke aufzubrechen. Da ihnen dies nicht gelcmg, stiegen sie über eine Muucu auf eiu angebautes Objekt und von da auf das Dach des Pfarrhauses, entfernten eine Anzahl Dachziegel und krochen durch die entstandene Öffnung auf den Dachboden, wo sie nach gewaltsamer Entfernung mehrerer Hindernisse in die inneren Räume gelangten. Die Täter drangen dann in mehrere Zimmer ein, durchsuchten alle Behältnisse, die sie ebenfalls mit Gewalt öffneten, und entwendeten daraus zusammen bei 1013 /<, einige Pre-zioscn und eine Silbcrrcnte im Werte von 153 ^. Weiters wurde am Sonntag den 25. v. M. während dcs Frühgottcsdienstes zwischen 5 und 6 Uhr früh in das Pfarrhaus zu Iantschberg im Gerichtsbczirke Littai eingebrochen und aus verschiedenen Behältnissen zus/munen ein Geldbetrag von 192 ^< und ein mit sechs Patronen geladener Revolver gestohlen. Die Diebe verschwanden in beiden Fällen mit der Beute ohuc Rücklassung jeglicher Spur. Vor einigen Tagcn wurde aber in dcr Slom^el-gasse dcr 1885 geborene lcdige Arbeiter Anton Godcc aus St. Georgen, Bezirk Cilli, von einem Wachmanne wegen Bedeullichkeit angehalten. In seinem Besitze wurde der vom Einbruchsdiebstahlc im Pfarrhofe zu Iantschberg herrührende Revolver vorgefunden. Nach einigein Zögern gestand Godec ein, die Eiubruchsdicb-stählc in den Pfarrhöfen zu Kanter und Iantschberg, in Gesellschaft dcs 1885 in Höflein geborenen Taglöhners Franz Slugovi<' uud dcs 30 Jahre alten Knechtes Martin Zupct aus Zavor>it verübt zu haben. In Begleitung des Godcc befand sich auch der Komplice Martin Zuftet, der aber vor seiner. Anhaltung die Flucht ergriff und bisher nicht eingebracht werden konnte, während dcr dritte Koinplico bald darauf in einer Branntweinschenke an der Wiener Straße verhaftet wurde. Bei den Dicbs-gcnossen, die bei einem Arbeiter an der Hiener Straße zusammen gewohnt hatten, wurden neue Kleider, Schuhe, Wäsche, Uhren, Ketten usw. vorgefunden, die sie sich offenbar mU dcm gestohlenen Gelde angeschafft hatten. Auch ein Teil dcs gestohlenen Geldes wurde nc.ch bei ihnen gefunden. Die beiden Verhafteten wurden dem Landcsgerichte eingeliefert. Albert Vassermann-Film: „Das Urteil des Arztes". Schauspielerisch ist die Figur, die Albert Vasscrmann darstellt, eine vorzügliche Leistung, die so stark ist, psychow gisch zu erscheinen und eine Voraussehung glaubhaft zu machen, die an dcr Schueide geht. Diese Tragödie wird von, hcnte bis Donnerstag im Kino „Ideal" vorgeführt. Sehr aut ist auch das oreiaktige Lustspiel „Möblierte Zimmer zu vermieten". Freitag: „Schwerter heraus!" Gro-s;cs Kricasdraina in drei Akten. Ter Liebe Sieg ist der Titcl des herrlichen Liebes-oramas in drei Alten, welches von hcute an im ersttlas-siaen Kino „Central" zur Vorführung gelangt. Das Drama wird geWitz großen Eindruck machcu, denn es ist ein Künstlerdrama, welches in phutographischcr Kunst luic auch in dcr Darstellung vcrblüffcno wirtt. — Antzcrdcm noch dic allcrncuesten Kriegsberichte, eine interessante Naturaufnahme aus Südtirol und drei humoristische Stückc. Das Programm ist für Jugendliche nicht Maänglich. Theater, Kunst und Literatur. Wohltiitigfeitskonzert. Die „Glasbena Matica" veranstaltete ainj Samstag abends im großen Saale dcs hiesigen „Narodni dom" ein drittes Wohltäligleitslonzert zu Gunsten der in den Laibncher Spitälern befindlichen Verwundeten und zur Festigung ihres eigenen Fonds. Nn dein ausgezcichnet besuchten Konzerte wirkten ausschließlich heimische Kräfte mit, die dein veranstaltenden Vereine, was dankende Anerkennung verdient, ihre Fähigleiten in der selbstlosesten Weise unentgeltlich zur Verfügung gestellt hatten. Fräulein Dana Koblcr, Abiturientin des^Prager Konservatoriums, übertraf alle Erwartungen, wiewohl diese nicht gerade die mäßigsten waren. Die F-Moll-Phantasie des leidenschaftlichen Romantikers Chopin wußte sie ailcn rccht crhcblichcn technischen Schwierigkeiten zum Trotz mil Verve uud Eleganz hcrauszuarbeilcn, so daß der stimmungsvolle Zauber des blendenden, anö dem Gedächtnisse vorgetragenen Stückes vortrefflich zur Wirkung glcangtc. Ihr reinliches, sicher und fest zugreifendes Spiel, das von ansreisendem Kunstgeschmact geleitet wird, ließ auch Smelanas erquicklich lustiges .Klavierstück „Böhmisches Landfcst" mit den vielen auf- und absteigenden Tonläufern zur vollen Geltung t'ommen. Dio Atllmcnspendc, die Fräulein Kobler unter lebhaftem Beifall gewidmet erhielt, war ein sinnreiches Wahrzeichen ihrer zu duftiger Blüte heranreifenden Kunst. Herr Opernsänger Josef Kri5aj schlug die Zuhörer durch Licdervorträge sofort in den Bann seines mit außergewöhnlich sympathischer, klangvoller Naßstimme bewerkstelligten, von echtem Empfinden geleiteten Kunstgcsangcs, nachdem ihm ein Erwärmen für Dalands Arie aus Wagners Oper „Der fliegende Holländer" ob der allzuWlcn Gemcsscnhcit des Vorlragcs nicht recht hatte gelingen wollen. Anton Lajovic' „Nomanca" malt mit all dcr siegreichen Tonschönheit, die diesem männlichphilosophischen und doch so lyrisch feinfühligen Kompo-nislenlüustlcr eigen ist, das Empfinden eines über alle Anfechtungen dcs Fleisches siegreich hinwcgschrcitendcn Alumnen, wobei der Gesangs- und Klavierpart untrennbare Komplemente bilden Es ist das ein prächtig geartetes Hohelied der männlichen Keuschheit und kam durch Herrn Kri^ajs reife Vorlragslunst zu eindrucksvoller Geltung. Desselben Komponisten Licbcsgcsang „Poljub" (Der Kuß) vermochte ob stellenweiscr Verwischtheit des Vortragcs lein sicheres Empfinden rege zu machen und entzog sich dadurch einer allgemeineren Einschätzung. Dr. Benjamin Iftavic' Lied „C'cz noc" (über Nacht) bewegt sich in Alltäglichkeiten nnd erweckte kein tieferes Interesse. Franz Gerbk? Trutzlicd eines voll der Geliebten abgewiesenen Dorfburschcn „Pojdcm na. ftrejo!" (Ich gehe unter die Spinnerinnen!) gefiel ob seines lustigen, leicht sangbaren Wesens so sehr, daß es .Herr Krixaj wiederholen und sich dcr anwesende Komponist auf der Bühne zcigcn mußte. Dr. Gojmir Krcts „V vrezupnosli" (In dcr Verzweiflung) ist das Stoßgebet eines mit dcr Resignation ringenden tatentschlossenen Kraftmenschen. Anhebend mit einer betenden Deklamation, steigert sich dcr Sang zu einem effektvollen Schluß voll männlicher Entschiedenheit. Durch rauschcuden Beifall für den bereiteten Mlnstgenuß bedacht, entschloß sich Herr Kri^.aj zu einer Zugabc und sang die unverwüstlich gefällige Arie Kecals aus Smetcmas Oper „Die verlauste Braut". Die Zwcigesänge kamen nicht recht znr Geltung, weil sich der Tenorist, Herr Leopold K o v a 5, zu reserviert hielt, seine Partnerin, Fräulein Cenka Sever, sich aber zu sehr vernehmen ließ, wobei sie jedoch viel! wohlange-brachten Gcfühlsausoruclcs an den Tag legte. Der gemischte Sängerchor trug unter Leitung des Herrn Konzertdircftors Matthäus Hub ad außer einigen beim vorangegangenen Wohltätigfcitskonzerte zn Gehör gebrachten neueren Ehorlompositlonen etliche Volkslieder vor, die nicht minder ob dcr musterhaften Wiedergabe als ob ihrer Volkstümlichkeit bei prächtig geratener Harmonisation derartige Wirkung übten, daß einige wiederholt werden mußten. DaS Textbuch sollte sorgfältiger hergestellt wordeil sein. Das mährische Voltslied „Zadnja ^elja" z. B. lst darin so verstümmelt abgcdmclt, daß dcr Hörer an der Hand dieses LicdleMrsos dem Sänger ganz und gar nicht folgen konnte. ^. Laibacher Zeitung Nr. 106_________________________ 816____________________________________11. Mai 1915 Der Krieg. Telegramme des k. k. Telegraphen-Korrespondenz-Bureaus. Österreich-Ungarn. Vom nördlichen Kriegsschauplätze. Wien, lO. Mai. Wie vun maßgebender Ttclle vlr° llU'lN, ist die Zahl der in dm Känlpfcn i,i Weftnnlizicn bi^er gemachten (befangenen bereite auf 1l)0.cschi'!til, die der Maschinengewehre 2W. Wien, 10. Mai. Amtlich wird 'verlmltbart: ltt. Mai llilö mitwgs. Die nnlcr schweren Verluste,» anci Weft nnlizic« nnd den Karpathen zllrinigcschlagcnc russische dritte Armee ist, den« Drucke aus beiden Dichtungen nach gelieud, mit der Hanpttraft im Nanmc um Sanul und Lislo zusammengepreßt. Gegen diese Masse dringe»» die verbündeten Armeen weiter erfolgreich vor und habe« vun Westen den Übergang über die Wislol crtämpft, von Süden die Linie Dwonnt-Baligrod-Bnlowüto erreicht. Am nördlichen Flügel der westgnlizischcn Front erstürm ten gestern Oberöstcrreichcr, Salzburger und Tiroler Truppen mehrere Orte östlich nnd nordöstlich von Dcbica. Die Zahl der in Wcftgnlizien gemachten (befangenen ist auf ttO.UOll gestiegen; hiezu lommen noch über WM<) (befangene, die bei der Verfolgung in den Karpathen eingebracht wurden. Die russische dritte Armee, die aus dm fünf Korps ')., N1., 12. und 24. und 3. tanlasischcs sowie mehreren Neservedivisionen znsammengeseht war, hat somit einen Verlust von allein zirta MIMli Mann an (befangenen. Rechnet man hiczn die Zahl der Toten und Verwundeten, so taun der (> Mann angenommen werden. Von der auch jetzt noch nicht zu übersehenden Menge an Kriegsmaterial sind bisher 00 (bcschi'chc und Ml Maschinengewehrs gezählt. Die Kämpfe in Eüdostgalizicn dauern noch fort. Durch einen (begmangriff wurde auf den Höhen nordöstlich Ottynia eine starte (bruppc des Feindc<' zurückgeworfen. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: von Höfer, FML. Ministerpräsident Graf Stiirgkl) beim Kaiser. Wien, 10. Mm. Seine Majestät der Kaiser empfing yeutc um 1! Uhr vormittag den Ministerpräsidenten Grafen Stürgkl) in Schönbrunn in längerer besonderer Andienz. Die zweite KrielMuleilic. Wien, !l>. Mai. Bei der Ersten Österreichischen Sparlasse wnrden am hentigen Tone KriegsanleiheA'ichnllNlU'n im Betrage von eineinhalb Millionen angemeldet. Wien, 10. Mai. Die österreichische Versich crnngs-gesellschaft „Douail" hat den Betrag von l Millionen Kronen österreichischer nnd nngarischer Kriegsanleihe gezeichnet. Wien, 10. Mai. Das Hans S. M. Rothschild hat sich bei der jetzt im Zuge befindlichen zweiten Kriegsanleihe mit einem Betrage von 25 Millionen beteiligt. Die Zentralverwaltnng der österreichischen Güter des regierenden Fürsten Johann von und zu Liechtenstein hat bei der Kreditanstalt eine Zeichnung von 5 Millionen Kronen auf die zweite Österreichische Kriegsanleihe angemeldet. Die ungarischen Staatskafsenschcine. Wien, 10. Mai. Nin 1. Inni d. I. gelangen die im Jahre 191^ emittierten 150 Millionen Kronen 41/2 pruzentiger ungarischer Staatskassenscheine zur Einlösung. In der Annahme, daß die Besitzer solcher Scheine den Umtausch derselben in neue Kassenscheine der Einlösung in Varcm vorziehen, hat der uugarischc Fmanzmiuistrr mit dem unter der Leitung der unga-rischcu allgemeinen Kreditbank stehenden Konsortium für ungarische Staatsanleihen eine Vcreinbamng getroffen, welche diesen Umtausch in dreijährige 5>V>Pro-zentigc königlich ungarische Staatskassenscheine ermöglicht. Teutsches Reich. Von den Kriegsschauplätze«. Berlin, 10. Mai. Das Wolff-Aurccm meldet: Großes Hauptmmrtier, 10. Mai 1915. Westlicher Kriegsschauplatz: An der Küste machten wir in den Dünen Furtschritte in der Richtung anf Nienport, nahmen mehrere feindliche Gräben und Maschinengewehre. Cm Gegenstoß des Feindes während der letzten Nacht gelangte bis an Lombartzydc heran, wurde dann aber völlig zurückgeworfen. Auch iu Flandern wurde wieder nach vorwärts Gelände gewonnen. Bei Vnlorcnhoel machten wir 162 Engländer zu Gefangenen, Südwestlich Lillc sehte der als Antwort auf unsere Crfolge in Galizien erwartete große französisch-englische Angriff ein. Er richtete sich gegen unsere Stellungen von östlich Fleubaix - östlich Richccomt — östlich Vcrncllcs, in Ablain, Carcncy, Nenville und Saint Laurent bei Arras. Der Feind — Franzosen sowie weiße und farbige Engländer ^ führ-lcn mindestens vier neue Armeetorps in den Kampf irebcn den in jencr Linie schon längere Zeit verwendeten Kräften. Trohdcm sind die wiederholten Angriffe fast überall mit sehr fturlctt Verlusten für den Gegner abgewiesen worden, im besonderen war das bei dm englischen Angriffsuersncheu der Fall. Etwa 5W Gefangene wurden gemacht. Nur in der Gegend zwischen Carcncy und Ncuville gelang es dem Gegner, sich in unserer vordersten Linie festzusetzen. Nördlich von Eteil«!>rück im Fcchttale warfen wir den Feind, der sich unmittelbar vor nuscrer Stellung im dichten Nebel eingenistet hatte, durch Angriffe zurück und zerstörten seine Gräben. Eines unserer Luftschisse belegte heute früh den befestigten Ort South-end an der Themscmündung mit einigen Bomben. — Östlicher Kriegsschauplatz: Die Lage ist ,'nuerändert. — Südöstlicher Kriegsschauplatz: Trotz aller Versuche des Feindes, dnrch eiligst mit der Bahn oder Fußmarsch herangeführte neue Kräfte unsere Verfolgung aufzuhalte», warfen die verbündeten Truppen! der Heeresgruppe dos Ge,«ralobcrstcn v. Mackcnscn anch gestern den Gegner von Stellung zu Stellung zurück uud unhmen ihm «bw 12. Minuten vormittags Giolitti. Tic Audienz währte 50 Minuten. Das Alatt fügt hinzu: Es wird versichert, daß Ministerpräsident Salandr^ und GiD-lilti nachmittags eine, Unterredung habon werden. Rom, 10. Mai. (Ageuzia Stefaui.) Deu Blättern zufolge begab sich Giolttti nachmittag zum 3)iinister-präsidenten Salandra und hatte mit iym eine lange Konferenz. Wie die „Tribuua" erfährt, hat die Audienz Giolittis beim Könige ungefähr eine Stuude gedauert. Nachmittag empfing der König den Ministerpräsidenten Salandra. Englische Drohungen nn Italien. Küln, 10. Mai. Die „Kül,iisä)c Zeitung" meldet ani' Äcrlin von: l). d. nnter der, Überschrift: „Englische Tru^ hungen an Italien." Iu welchen Mitteln England greift, um Italien in den Krieg zu treiben, zcigt folgendes tras--scs BcisMl: „Giornale d'Italia" licß, wie aus Nmu gemeldet wurde, unter seinen allabeudlichen Xiichtl>ildl,'rn (über dem Redaktionsgebäude) einen Sah erscheinen, wor» iil gesagt wurde, „England zwmne Italien zilm Kriege dnrch Voreullialtung liull stöhlen, die es nur noch ail Eng-lands Verbündete liefere. Aus Kühlenmangel würden in sechs Tagen alle Industrien, Eisenbahnen nsw. in Italien stille stehen". Die Ankündigung des „Giornale d' Italia" wnrde alsbald vun dein l-nglandsr^nndlichen „Messaggero" in einer angeblichen londoner Meldung bestätigt'. Dieser Einschnchterungsuersnch ist se> pllimp und dumm, dah es unbegreiflich wäre, wenn er in Italien verfangen sollte, denn es ist den italienische» Interessentenkreisen bekannt genug, das', Italien Kohlen aus Deutschland erhielt nnd anch un'iler c'vljaKen lmin. Der Päpstliche Stuhl. Kein Bl'snch Viiluws uud Mncchius beim Papslr. 5!ium, 10. Mai. Der „Osservatore romano" schreibt: Trotz nnserer Dementis lMlten einige Blätter an ihren Behauptungen fest, txis; der deutsche Botschafter ^'lusl Vülow und der österreichisch-ungarische Botschafter bei der italienischen Regierung Freiherr von Macchio den P"pst oder doch den Staatssekretär des Heiligen Stuhles besucht halten. Wir sind neuerlich zu der Erklärung ermächtigt, datz diese von jedem Gesichtspunkte aus un>uahrsä)eiiilichcn Besuche niemals stattgefunden haben. Her Seekrieg. Die Aerscntuna der „Lusilnnia". London, !>. Mai. Ein Leitartikel der heutigen „Mor-ningpost" gibt zu, dah die „Lusitania" mit Gcschi'chi,'" armiert gewesen sei. Diesen habe jedoch die Munilwn gr-fehlt, da das Schiff sonst gemäs; den in Amerika bestehenden Vorschriften der Intcrnierung verfallen wäre. Kupenlialleu, ,0. Mai. Die „NationaMdcnde" »ueldet ans London: Das Washingtoner Answärlige Amt erbat von der Regierung in Berlin einen Bericht über die Tor-pcdiernng der ..Lusitauia" uud forderte, das; der Bericht allf Meldungen des Führers des Unterseebootes lcrul)e. Kricgssetretär Corrisou unterbrach seine Inspektionsreise nach Tennessee. Vcrlin, w. Mai. Zu der Torpedienma der „Lusi-tnuia" meldet der „LotalanZciaer" nud andere Vlcitter:, Bei der Toruediernug wurden mehrere Explosionen gehört, was darauf schlicßcu läßt, dah die in dm Schiffsraum eiudringcudcu Torpedos die Mumtiou zu^ G,^-gündung brachten, die das Schiff in großen Mengen mit- Laibacher Zeitung Nr. 106_____________________________817_______________________________________11. Mai 1915 fühnc. Welch ungeheure Mengen von Kriegsmaterial allein durch die Cunard-Linc von den Vereinigten Staaten nach England transportiert wurden, ergibt folgende Aufstellung, wobei es sich! nur um sichere Angaben han^ delt, die aus zuverlässiger Quelle bekannt wurden. Die „Üusitania" brachte ab Newyork zu Anfang des Monates Februar Unterseebootteile, am 26. Februar 7440 Kisten Munition, 225 Kisten Armecausnistungsaegenstände,, 7000 Schußwaffen; am 4. April Geschütze und große Mengen Gewehre; der Danipfer „Ordune" ab Ncwyork mn 19. März Munition und anderes Militärgut im Wert uon 171.822 Pfund Sterling, ferner Flugzeuge, Automobile, Feldgeschütze und zwei 38,1 Zentimeter-Geschütze, — Die „Vossische Zeitung" sagt: Die englische Admiralität behauptet zwar, die Meldung, daß die „Lusitama" bewaffnet war, sei unwahr. Diese Behauptung wurde aber durch einen längeren Artikel von Archibald Hurd im „Daily Telegraph" widerlegt, indem er feststellte, daß die ..Maurctania" und „Lusitama" die einz'gen Schiffe nnd, die eine mächtige Bestückung mit Schnellfeucrkano-ncn erhielten, wenngleich sie nicht zum aktiven Kriegsdienst herangezogen wurden. Die „Lusitania" habe, wird in dem Artikel ausgeführt, außerdem geschulte Matrosen an Vord, um die Geschütze zu bedienen unt> sollte bei einem Zusammentreffen mit einem feindlichen Kreuzer diesen angreifen. — Die „Kreuzzeitung" schreibt: Was würde die Welt von dem Kommandanten eines Forts sagen, der weiß, daß er beschossen würde, trotzdem aber unbeteiligte Zivilpersonen, Frauen und Kinder erst noch hineinführt, um sa< den Feind von der Beschießung abzuhalten. Der Entschluß, die Munition an Vord der „Lusitania" Zu versenken, die Tausenden unserer Leute das Üeben kosten sollte, war ftw uns durch die Kriegslage geboten. Die Tatsache, die der 7. Mai mit unbarmherziger Klarheit ans Licht brachte, ist der klägliche, jammervolle Zusammenbruch der Legende von der Beherrschung der See durch Englands stolze Flotte. In den eigenen Küstcngcwässern kann England seinm Handel und Verkehr nicht mehr schützen. Eines seiner schönsten, größten, schnellsten Handelsschiffe kann es vor dem Torpedo-^cbuß nicht bewahren, obwohl ihm dieser Schuß in 'ausführlichen Kundgebungen angedroht, ihm die Anwesenheit der deutschen Flotte in jenen Gewässern durch manche sühne Tat wohl bekannt war. — Die sozialistische „Welt am Montag" schreibt zu der Tatsache, daß die „Lusi-iania" in den, amtlichen Berichte de«r englischen Marine als Transportschiff für Munition und Kriegsgerät stehe. Unter diesen Umständen wird es sich Nordamerika gewiß überlegen, ob es sich über den Untergang oon Nordame-likancrn bellagen kann. Wenn die deutsche Regierung erfährt, daß mail drüben Munition gegen uns verschifft, so hat sie ohne weiteres das Recht und die Pflicht, alles, was in ihrer Macht steht, anzuwenden, .l,n zu vcrhiu-dnn. daß..diesc Munition dazukommt, deutsche Soldaten ^i töten. Vcrlin, 10 .Mai. Die deutsche Presse fährt fort, ihr menschliches Bedauern mit den Opfern der „Qusitania"-Kaiastrophe auszusftrechen, betont aber allgemein, dah Englands Aushungerungsmaßnahmen Deutschland zum U-Vootlrieg gezwungen haben. Nie bekannt gewordene Verfrachtung von 540N Kisten Munition und massenhafter Kricaskonterbanoe habe das Tchicksal der „Lusitania" ue-sicacll. Die „Frankfurter Zeitung" hebt den Spott der englischen Presse über die Warnung des Botschafters Grafen Bernsdorff hervor und sagt: Wer über die Opfer der „Lusiiania" klagt, soll sich erst legitimieren und erklären, ot> er geklagt habe, als russische Heere auf Ostpreußens Vodcn gebrannt, gemordet und geschändet haben. Und wer an der Berechtigung'unserer Kriegführung zweifle, soll es sagen, wie er über Englands Aushungerungskrieg s,caen Deutschland denke, ob er uns vielleicht zumute, uns u>chrlos aushungern zu lassen und den fragen wir, wie er übcr die Milliardenlieferungen an Waffen und Munition aus Amerika denke, diese Mithilfe, durch die allein den Engländern und Franzosen seit Moiraten überhaupt die Fortführung des Krieges ermöglicht wird. Fur Versenkung eines englischen Unterseebootes durch em deutsches Marineluftschiff. London, 9. Mai. (Reuter-Meldung.) Die Admiralität berichtet: Die amtliche deutsche Mitteilung, daß ein englisches Unterseeboot bei einem Gefechte- mit einem Luftschiffe vernichtet worden ist, ist unwahr. Das Unterseeboot ist wohlbehalten zurückgekehrt und hat gemeldet, daß sich das Luftschiff zurückziehen mußte, weil es durch Gcschützfeuer beschädigt worden war. — Das Wolff-Bureau erfährt hiezu von maßgebender Seite: Wie in drr amtlichen deutschen Mitteilung vom 4. Mai bekanntgegeben wurde, hatte das Luftschiff mit mehreren englischen Unterseebooten ein Gefecht, in dessen Verlaufe die Vernichtung eines der englischen Unterseeboote einwandfrei festgestellt wurde. Die Erklärung der Admiralität spricht nur von einem wohlbehalten zurückgekehrten Unterseeboote. Sie kann daher als zwar entbehrliche, aber immerhin erfreuliche Bestätigung der amtlichen dmtschen Bekanntgebung vom 4. Mai angesehen werden. Die Behauptung! der britischen Admiralität, daß das Luftschiff beschädigt worden sei, ist unzutreffend. Das Luftschiff erhielt keinerlei Beschädigung. Zur Torpebierung des britischen Dampfers „Acantha". Aerlin, 10. Mai. Das Wolff-Aurcau meldet: Die „Times" behaupten, daß bei der Torpcoierung des britischen Dampfers „Acantha" vor Longstone, während die Vuole zu Wasser gelassen wurden, mehrere Schüsse auf deren Vemannung abgegeben worden seien und das; die Besatzung deö deutschen Unterseebootes sogar, nachdem die Mannschaft des Dampfers von den Booten aufgenommen worden war, mit Gewehren auf sie zu feuern fortfuhr. Tie Beliauptungcn sind unwahr. Durch amtliche Ermittlung wird folgende» bekannt: Auf Befehl des Kommandanten wurde der Dampfer selbst, der die englische Flagge führte, beschossen, da er auf die an ihn gerichtete Forderung hin nicht stoppte. AIs die Stoppung des Dampfers dadurch erzwungen worden Nxir, wartete, der Kommandant einige Augenblicke, um der Besatzung des Tampfers Zeit zum Ausbooten zu geben. Dieses Manöver wurde so langsam ausgeführt, daß durch einige Schüsse ill die Bordwand seine Beschleunigung erzwungen loerden muhte. Von den Leuten des Dampfers wurde niemand getroffen. AIs sich die Besatzung in den Booten befand, wurde nicht auf sie gefeuert. Demnach ist es festgestellt, datz auf die Mannschaft der „Acantha" überhaupt nicht geschossen wurde, geschweige denn, nachdem sie sich in die Boote gerettet hatte. Auf eine Mine gestoßen. Luiidun, 9. Mai. Das Reuter-Bureau meldet nuo Grimsby: Der Fischdampfer „Helenic" stieß Samstag in der Nordsee auf eine Mine und flog in die Luft. ^>loei Mann der Besatzung wurden getötet, der Nest landete in Grimsby. Ein italienischer Dampfer von einem englischen Kreuzer angehalten. illom, 10. Mai. Der italienische Dampfer „Washington" wurde im Ägäischen Meere von einem englischen Kreuzer angehalten und mutzte seine aus Eisen, Holz und Mehl bestehende Ladung in Lemnos löschen. Der englische Schiffsverkehr. London, 10. Mai. Das Neuter-Bureau meldet: Obwohl aus den Mitteilungen der Admiralität über die deutsche Blockade hervorgeht, datz die Unterseeboote in der Woche bis zum 8. Mai eine lebhafte Tätigkeit entwickelten, liur allem gegen Fischereifahrzeuge, fo lann man doch sagen, datz die Anzahl der eingelaufenen Schiffe seit Aus-brnch des Krieges nie so groß war wie in dieser Woche. Ihre Zahl stieg von 801 in der am 12. August 1914 endigenden Woche auf 1604. Bei Lloyds wird erklärt, datz selbst der Verlust der „Qusitania" auf die britische Schifffahrt wenig Einflutz haben wird. Die Zahl der Reisenden, die gestern bei der Cunard-Üinie Reisen »lach Amerika buchen lietzcn, loar ungefähr eben so grotz wie gewöhnlich, während auf dem Cunard-Damftfer „Trnnssylvama", der gestern fahrplanmäßig aus Newyork abfuhr und 579 Passagiere an Vord hatte, nur zwölf Fahrgäste von der Neise Abstand nahmen. Verdoppelung der norwegischen Schiffvcrficherungs-prämien. Kopenhagen, 9. Mai. Infolge der letzten Ereignisse zur See verdoppelte die norwegische Kricgs-versicherung die Versicherungsprämien. Die Kohlenausfuhr aus Kanada nach Dünemark, Schweden und Norwegen ist verboten worden. Ausnahmen werden anf Ersuchen vou Fall zu Fall zugestanden. Die englisch-französischen Verluste in den Dardanellen. — Znr Vernichtung des „L6on Gambctta". Wien, 10. Mai. Die „Politische Korrespondenz" meldet aus Athen, daß die englisch-französischen Streitkräfte in den Dardanellen bisher an Toten und Vermißten ohne Einrechnung der Verwundeten eine Einbuße von 17.000 Mann erlitten haben. Bei der Vernichtung des französischen Panzerkreuzers „Leon Gambetta" durch das österreichisch°ungarische Unterseeboot soll auch der 14tägige Äarschatz der französischen Mittelmeerflotte im Betrage von 2 Millionen Franken untergegangen sein. General b'Amabe ertrankt. Paris, 9. Mai. Die „Agence Havas" meldet aus London, es werde versichert, dah der Befehlshaber des französischen Expeditionskorps bei den Dardanellen. General d' Amaoe, feit etlva acht Tagen erkrankt sei. Er befinde sich augenblicklich wieder wohler. Die Überlebenden der „C-mdcn". Konftantinopcl, 9. Mai. Die überlebenden Helden der „Emdcn" sind mit der Hadschas-Bahn, von Medina kommend, in Maan eingetroffen. Die Bevölkerung bereitete den! Deutschen gestern überall die lebhaftesten Sympathiekundgebungen. Frankreich. Eine amtliche Note über angebliche deutsche Mißerfolge nnf dem westlichen >lrica.sschauplahe. Paris, 9. Mai. „Agence Havas" uerüffentlicht eine amtliche Note, worin es heißt: Aus politischen Gründell, welche so klar sind, daß es unnötig ist, darauf b:sonders hinzuweisen, wiederholte der deutsche Generalstab seit l4 Tagen die Offcnsivoperationen auf dem westlichen Kriegsschauplätze und erlitt völlige Mißerfolge, seine Truppen blutige Nerluste. Ill der amtlichen Note wird sodann nochmals eine Darstclklnn^der Kämpfe bei Vpcrn gegeben und daß die französischen Verluste gering, die der Deutscheil aroß waren. In den Vogeselh hätten die Deutschen, nm die Neutralen zu beeinflussen, den Gipfel des Hartmannsweilerkoftfcs angegriffen nnd genommen, seien aber nach wenigen Stunden zurückgeworfen worden. Die Gesamtheit der deutschen Verluste ill Belgien, an den Maashöhen, in Woewer und den Vogesen übersteige 35.000 Mann. Befürchtung vor dauernden Nachwirkungen der deutschen Verwaltung in Velgien. Frankfurt a. M., 10. Mai. Die „Frankfurter Zeitung" meldet aus Paris: In einem Artikel über die deutsche Verwaltung in Belgien spricht der „Temps" die Befürchtung aus, datz die Rücksichtnahme der Deutschen auf den vlälnischen Teil der Bevölkerung dauernde Nachwirkungen hinterlassen und zur Vertiefung des Gegensatzes zwischen dem vlämischen nnd walonischen Teil der Bevölkerung beitragen werde. Requisition der Getrcidevorräte. Paris, 9. Mai. Nach dem „Temps" sind die Bürgermeisterämter Frankreichs durch ein Rundschreiben l'eauf-tragt worden, in den Gemeinden alle Getrcidevorräte zur Versorgung oer Zivilbevölkerung zu requirieren. AIs Preis für hundert Kilogramm wurden 82 Franken festgesetzt. England Feldmarschall French berichtet. London, 10. Mai. (Reuterbureau.) General French berichtet vom Gestrigen: Die letzte Nacht und heute setzte der Feind die Angriffe östlich Ipern fort, die alle mit schweren Verlusten abgeschlagen wurden. Unsere dortige Linie ist jetzt start besetzt. Heute früh machte unsere erste Armee einen Augriff auf die Linie der Feinde zwischen Visgrenic und St. Hubert und gewann Gelände in der Nähe von Frommeles. Der Kampf dauert noch an. Unsere Flieger unternehmen erfolgreiche Angriffe aus St. Andrä, einem Kreuzungspunkt nördlich von Rijsel, und auf die Kanalbrücke zu Don. Friedenöa.cmiglheit bei der englische« Negierung? Wien, l0. Mai. Aus Lissabon meldet die „Pol. Korr.": Aus Äußerungen hier einaetroffener hervorragender Engländer geht hervor, das; in den maßgebenden Kreisen der britischen Reaierunn, unzweifelhafte Symptome der Geneigtheit zu einem baldigen Friedensfchluß zutage treten. Man schrecke davor zurück, >>aß die Zurück-dränaung des deutschen Heeres, sei es auch nur aus Frankreich, weitere acmz enorme Opfer cm Menschenleben und Geld bringe. Hiezu tomme noch die Befürchtung, daß ein endgültiger Mißerfolg in den Dardanellen sehr gefährliche Rückwirkungen auf Indien, wo die Situation trotz lokaler Unruhen im allgemeinen eine leidliche sei, haben müßte. Auch die Siege der Verbündeten in West-galizien machen in London tiefsten Eindruck. Das Vorrücken der Deutschen gegen Vpern. London, 8. Mai. „Daily Mail" meldet aus Rotterdam: Zoll für Zoll rücken die Deutschen gegen ?)pern vor. trotz des hartnäckigsten Widerstandes der Engländer. Um den Besitz der Höhe 60, wo die Deutschen Futz faßten, finden harte Kämpfe statt. Rußland. Attentate auf Fabriken in Petersburg. Wien, 10. Mai. Die „Pol. Korr." meldet: Einer Vlättermeldung aus Kopenhagen zufolge sei bei den jüngsten Attentaten auf die Fabriken in Petersburg die einzige russische Fabrik für Melinit sowie die einzige Fabrik, welche sich mit der Erzeugung von Luftschiffen befaßte, in die Luft gesprengt worden. Ferner habe eine Pulverfabrik durch Erplosion ziemlichen Schaden erlitten. — Aus denselben Quellen verlautet, daß 5ie Stimmung in der russischen- Bevölkerung, und zwar besonders in Offizierskreisen, recht gedrückt fei. Der Glaube, nach Wien oder Berlin marschieren zu können, sei gänzlich geschwunden. Die Frage der Monopole. Moskau, 9. Mai. Die „Rußkija Vjedumosti" melden: Das russische Finanzministerium habe seine Absicht, gc- Laibüchor Zcnung Nr. 100___________ __________818_______________________ 11. Mai 1915 wissc ^ndnstric^wcM und Produkte z»: luoilopolisi.'rcii, aufgc^cbcn. Dio prinzipielle Einführung dcr Moiiopolc sei nicht ivünschcnsluert, da' Nuhland hauptsächlich auf die private Iniiiatidl,' nn^cwiesen sei. Bulssarien. Anaclllichc Bunden gene» Terlncn. Sofia, 9. Mai. Nic „Agoilco tel. bulga-re" nictdct: Tie Nachricht, dah eine aus den Bandrnführern Palili Kristol,,. s'ulov und Alerander Torev bestehende Abord-nuny sich nach Österreich beqelien hätte, um dort das zur Bildung Kon Banden, die ssc^en Serbien operieren sollen, nötige Geld zu erlialten, ist in allen Stücken erfunden. Bei den erwähnten Blindenführern, die ruhig in den Kaffeehänsern von Sofia sihen, erwecken derartige Tatarennachrichten, die voll gewissen Telegraphenagenturcn übermittelt und von ausländischen Blättern berüffenUicht werden, nur ein spöttisches Lächeln. Die Türkei Sensationelle Entl)nl!unncn über cin cnsslisch-französischeö Komplutt gegen dio Türkei. Küusiantinopcl, 9. Mai. Der „Tanin" beginnt mit der Veröffentlichung, sensationeller und erdrückender (5n<> hi'lllunycn über ein revolutionäres, von England nnd Frankreich in Konslantinopcl angezetteltes Komplott. Danach sollen durch Bombencxplosioncn türkische Staats-manner, die gegenwärtig an der Macht sind,A getötet, der Kreuzer „Iavnz Sultan Sclim" (früher „Goeben") durch Torpedo in die Luft gesprengt, die deutschen Offiziere ernwrdei! werden nnd auf diesen« so unwürdig vorbereiteten Wege sollten die englisch-französischen Truppen mit Leichtigkeit in Konstantinoftel einziehen und das Krenz anf die Hagia Sophia aufpflanzen. Aber, so bemerkt der „Tanin", die Geschütze des Feindes donnerten gegen die Dardanellen und anstatt die Türkei zu zertrümmern, erzeugten sie den gegenteiligen Effekt. In Konswntinoftel herrscht NuHe. Die teuflische Politik der englischen, fran Mischen und russischen Diplomaten hat Bankerott gemacht. Die ottomanische Polizei kennt bereits alle näheren Umstände des scheußlichen Komplotts, das sich dank ihrer Mühsamkeit in eine Komödie verwandeln konnte. Trotzdem, so fügt der „Tanin" hinzu, halte er sich verpflichtet, alle darauf bezüglichen Dokumente, diplomatischen Chiffren, die Korrespondenz mit den verschiedenen Minister» des Äußern, Besprechungen »lit hervorragenden Swaismänncrn usw. zu veröffentlichen. Die Organi satoren waren: Prinz Sabah Eddin, der frühere Gesandte in Stockholm und gewesene Gcneral-Scherif, der wcsene Oberst Sadik, der frühere Abgeordnete von Gü-müldschina Ismail, Lord Kitchener sowie Franssreichs und (z»glcindK Gesandte in Athen, Veniselos, der frühere griechische Gesandte in Konstantinipel, Panas, der gegenwärtige Archivar der Gesandtschaft Griechenlands, Vukas, der griechische Offizer und Revolutionär Niko^ laidis, ein englischer Admiral, der frühere griechische Deputierte Busios, weiters mehrere Mitglieder des armc»i-schen Hmlschakkonütees, wie Sabahguli.u>, Firomaz und Vcrastat, außerdem ein Kawaß dev «Fiechischen Gesandtschaft und einige in türkischen Stadtvierteln etablierte Apotheker unu Kolonialwarenhändler. Alle^ wickelte sich unter der Leitung Vcniselus' in Aihcn ab, wo der Mittelpunkt des Komplottes war, von dein die Instruktionen ausgingen und wo die Depeschen aus Paris oder Kairo passierten. Scherif, Salial, Eddin und Sadik waren gleich' fills in Athen. Die politischen Fäden lagen in den Händen Venisclos' und der Gesandteil Englands und Frankreichs. Das große Puppenspiel dauert noch innncr in Athen fort, da seinen Abenteurern nicht bekannt ist, daß die türkische Polizei bereits alles weiß. Der englische Gesandte in Athen veranstaltet noch immer geheime Zusammenkünfte in der Mciiiung, daß die Revolutionären in Konslantinoftcl nur auf ein Signal von Athen warten, ui» zu handeln. Große Summen Geldes waren für das Komplott verausgabt worden. Lord Kitchener hatte im Namen des englischen Schatzamtes W.OM Psnnd für die Ermordung eines türkischen Ministers versprochen. Inzwischen hatten Sadik und Sabahguli.ni, ans Ägypten, Ismail und andere Elende von Scherif, Sabah Gd-din von Frankreich Geld erhalten. 20.000 Franken waren, für die Polizei bestimmt, die alle diese Puppen lenkte. Schcrif hutle bei einem Schneider in Konstantinopel eine Großwcskuniform bestellt. Die Mitglieder der neuen Regierung waren bereits designiert. Nur in einem Punkte hatte man sich getäuscht: die Persönlichkeit, die Scherif für den Posten des künftigen Poizeidirektorsi ausersehcn hi.tle, war gerade jene, die der Konstautinopler Polizei alle Geheimnisse des Komplottes anuertrant und so zum Hauptfaktor der Entdeckung der feit ungefähr einem Jahre in Konstantinopel spielenden Machinationen wurde. Der „Tanin" schließt mit der Bemerkung: Er findet keine Worte, um das Vorgehen einiger angeblicher Ottomanen zn brandmarken, die in dem Allgenblicke, wo Hnndcrtwnscnde von Söhnen des Vaterlandes ihr Blut iil Ägypten, im Kaukasus und in den Dardanellen vergießen, sich »lit den Feinden des Vaterlandes zu einem Kvmplotl verbunden haben. Persien Tlimftnthieflüldnclmllncu für Teutschland und t^strrrcich-Unnarn. Wien, n>. '.li^ai. Hie „Politische >wrrespcnl0l.'n^" mcl^ dot aus Teheran: Ter östcrrcichisch.unaarische Gesandte ^»raf Lc»a»thethi lind der deutsche O^esandte Prinz Rens; trafen am ^6. April uach einer beschwerlichen Reise in Teheran ein. Beim Eintreffen in Kermanfchali wurden die beiden Tiftlomaten von der Bevölkerung mit stürmischem Jubel als Befreier begrüßt. Die dortigen ^tousulu Nußlands und Englands ergriffen die Flucht. Die unter persischem und russischem Kommando stehenden Kosaken desertierten zu Logolhethi und Rens;. Die englisch-indische Konsularwache stellte sich den beiden als Ehreneskorte Mr Verfügung. Der von russischer Seite gegen den Einzug der beiden Gesandten in Teheran nnlernmmnene Anschlag wurde von dev Polizei vereitelt. (5ine neue russische Nutc. Konstantinopel, 10. Mai. Wie der „Taswir-i-Eftiar" erfährt, hat Rußland an die persische Regierung neuerlich eine Note gerichtet, in der es sich über den von persischen Patrioten gegen die Russen kundgegebenen Haß, und über die Tätigkeit dieser Patrioten beschwert und verlangt, daß died aufhöre, andernfalls würde es dies als einen Cafus belli betrachten. Man glaubt, daß diese Note das Schicksal aller andereu seit Vcginn des europäischen Krie-ges übermittelten russischen Noten erfahren wird. — (Tödlicher Unfall.) Am verflossenen Donnerstag stürzte während der Arbeit im Steinbruche in Vorovnik bei Kisovec der 16 Jahre alte Arbeiter Johann O^ina aus Loke aus einer Höhe von 16 Metern herab nnd blieb mit mehreren Beinbrüchen tot liegen. — (Vcrsturlicno in Laibach.) Josef kkrinar, Konto rist, 40 Jahre; Alexander Tcxak, Pflegekind, 4 Monate: Georg O5ani5, Gefreiter; Franz Dolar, Landsturmmann: Anton Pcri^i5 nnd Franz Pei>,i<"', Infanteristen; Il.sef Hribar, Landwchrmann; Angela Vertollo, LandsNlrm-mann. Verantwortlicher Redakteur: Anton Fu»- Meteorologische Beobachtungen in Lailiach Seehöhe 306-2 m. Mittl. Luftdruck 786 0 mm B «>2 LZV» V '*"" del oimmett Z--» 77s2^U7N7 7Ä8 2 ^ -0 ^TO7 ,nätzlg"s'^iielüö!ti ' " ^" 9 U. Ab. 3^4 12 5 NO. mäßi« Regen________ II l 7 U. F. > 38 b> » 0> . > . j ^»'9 Das Tagrsmittei d^r gestril^n Teinperatur i^trcl.-,t 14 7«, Normale 13 4°. Answeis über den Stand der im Lande Kram nach dcn am k. Mai 1915 vorliegenden Berichten der politischen Bezirksbchördcn herrschenden Epizootic«. Vläschenaussehlast der Pferde im Bezirke ^aibach Uuigc-dung iil den Gemeinden Dobnmje (1 Ort, 1 Geh.), Franz» , orf (1 Olt, 1 Geh.). , »iiinde der Pferde im Bezirke Gurkfeld iu der Gemeinde St. Ruprecht (1 Ort, 1 Geh.); im Veznke Rlldolfswc'i iil den Gemeinden Ambrus (1 Ort, 1 01eh.), St. Michael-Ttopitsch (1 Ort. 1 Geh.); in der Stadt Laibach (1 On, 7 Geh.). Schweinepest im Vezille Littai iu der Gemeinde Ocsnjice <1 Ort, 1 Geh.); im Bezirte Rudolfswert iu der Gememde Treffen ll Ort, 1 Geh.); im Vczirle Tschcruemlil iu der Ge» meinde Dragatus (1 Ort, 1 Geh.). Ilotlauf der Schweine im Bezirke Littai in der Gemciudc Odcrgult l2 Orte. 2 Geh.); im Bezirte Rudolfswert in der Gememde Amliruö (1 Ort, 1 Geh.). H^. k. Zandesregisrung für Arc,i^. «ai bach. am 8. Mai l!'15>, zteckenplesil.r!l!«nm»c!,.§elle uach wie vor unübectrrfftich für eine ratiouelle Haut- und Schüttlicitspflegc. Tä^llchc Auerkcnml>:q!?jch'.^!b»,'il. ü, 1 Krone ül'l'rall vurrätig. ','4^ 40 -M MetoWlIfliPI zu Tier mid secha Zimmern samt Zugehör im Zentrum der Stadt sind sofort beziehbar1. Anzufragen bei Herrn Krapoi, Na-rodna kavarna. 195 34 2 ptiotopraphisshe UKlIlHüll, Laborant, werden für sotort oder spater in Laibach gesucht. Nähere Auskunft erteilt die Administration dieser Zeitung. 1152 3 1 Kinderlose Partei sucht Wohnung mit 4 Zimmern, womöglich mit Garten. Antrage unter ;,Nr. 1158" an die Administration dieser Zeitung. 1158 3—1 alle Sorten, rot, weiß, gell» and Kipfler-Kartoffeln in Fuhren oder -waggonweise lbillijjst prompt aTbziajjelben. lir>1 Brüder Schick, Großkartoffelexporteure, Wien, XX-, Tel. 49.033. Klosterneuburgerstrafle 47. Tel. 49.033. i Teile den geehrten Kunden höflichst mit, daß ich mein : aus der Schellenburggasse Nr. 0 in die : g PT' St. Petersstraße Nr. 7 (Hotel LSoyd) -^H c ) verlegt habe, und bestrebt sein werde, meine Kunden auch weiterhin auf das [ : sorgfaltigste zu bedienen. f ; Ais gewesener Artillerie-Regimeutssehuhmacher empfehle ich mich für r ; sämtliche Militär- sowie orthopädische Arbeiten aller Art. t "¦ 1169 3 1 Hochachtungsvoll I*. LXJK^AS. t mmramr iit nmmmr t ir tirtiriirTirT^n^rrnrr^nnrTinirTirTirTirnrTl'' 1 Kaufen Sie bd Den firmen, i l die in l \ unserer Zeitung inserieren! ( ^Vortrefflich bewÄhrt für «lie ^B ¥ Kriejferlni Felde und überhaupt V ! für Jedermann hat sich iils beste ¦ sdimsrzslillendB Einreibung I I bei Ei-käluui^i'ii, flhuuniii'lismus, (»ifthr, ffl I Influenza, Hals-, Brust- u. Itückenschinei/. ffi I u. s. w. H I Dr. RICHTERS H iüker-Linimei-« I GT; Anker-Pain-Expeller. I I Flasche K —80, r«o, a.—. H I Zu haben in Apotheken oder A ¦ I direkt zu bezieheu von .S. Bj I Dr. RICHTERS Apotheke ill I \ „Zum Goldenen Löwen" ^fc' H l Prag, I, Elianbethstraüe 5. M BL Tfielloher Versand. ^fl 1 Fläsohohen 20 Heller. 489 Iß Vruck uud Verlag von Jg. v. Kleiumayr H Fed. Bambcrg.