Nr. 275. Donnerstag, 30. November 1899. Jahrgang 118. LMcher Zeitung. vl«n»«el«tlo»»pl,l»: Mlt Post ve r lln d u » a: «anzlilhr!» si. »», Halbjahr!« sl. 7 b0. Im 2 ° mpt o i r: «»nzlüdr»« ,l. ,,, hnlbjahr!« fl. 5 5«. Nllr b!e Zustellung sn, Ha'>» «»nzjHhri, fl. l. - I»lertlone°eb»r: Für lltlne I„,„«,, h„ ^ 4 Zflltn »ö tr„ «rößere P,r ij,uf ^rund eines vom Minister des kaiserlichen und lönig-"chen Hauses und des Aeußern erstatteten allerunter-lhanigslen Vortrage« mit Allerhöchster Entschließung vom 16. viovember d. I. dem Vestallungsdiplome des zum loniglich grohbritannijchen Generalconsul in Budapest ernannten Lcgationssecrelärs Charles Conway Thorn-l o n das Allerhöchste Exequatur huldreichst zu. ertheilen Seine l. und l. Apostolische Majestät geruhten ""«gnädigst anzuordnen: . die^Beurlaubung^des Oberstlieutenants Karl Hrelherrn Schneider von Arno, des Landwehr. "Nsanterieregiments^Klagenfurt Nr.^4,^nach dem Er-Zebnisse der Superarbitrierung als derzeit dienstuntauglich, mit Wartcgebür auf d,e Dauer von sechs "vnaten; ferner die Transferierung ^des Majors. Julius Schicho vom Landwehr. Infanterieregiment Trieft Nr. 5 zum "Ndwehr.Infanterieregiment Klagenfurt Nr. 4. . Den 28. November 1898 wurde in der l. l. Hof. und Staats» W«ei b" X^lV- und Xl^V. Stück des steichsgesehblattes in ""Icher Ausgab« ausgegeben und versendet. «»«.«> ^"^> b"n Amtsblatte zur «Wiener Zeitung» vom 28. No< «Mber itz9zz ^^ ^72^ ^rde die Weiterverbreit«»,« folgender ""sserzeugnisse verboten: Nr. A23 «Ostdeutsche Nundschau» vom 23. November 1899. ^ ^r. n «Die Fackel» von MUte November IU99. Correspondrnzlarte mit einem »10 Gebote für Radfahrerinnen» überschriebenen Texte. Das mit drn Worten «Es war in einem Vienenstaat» be« ginnende, mit den Worten «Du armer Prohnenlüing» schließende, mit dem Titel »Lird vom Drohnenlönig» versehene Gedicht. «Die öffentliche Meinung von Wien» (erschienen im Ver» loge von Cäsar Schmidt in Zürich). sir. 5 «Vi-slnllc ^iöii!»köllo okresu» vom 20. November 1899, Nr. 20 «Olirzna I^iäu» vom 18. November 1899. Nr. 24 «kol»l»»u» vom 1». November 1399. Das l. l. Ministerium des Innern hat unterm 25. November 1899 den in Genua erscheinenden Zeitschriften «^»ss^ro» und «äupplemenw »I 6»Naro» auf Grund des 3 26 des Press-gesehes den Postbebit fllr die im Reichsrathe vertretenen K0nig-reiche und Länder entzogen. Nichtamtlicher Theil. Das italienische Finauzefposv. In der am 28. b. M. abgehaltenen Sitzung der italienischen Kammer begleitete der Schatzminister Bo-selli die eingebrachten Budgets mit einem Exposi, worin er mittheilte, dass das Finanzjahr 1898/99 mit einem Ueberschusse von mehr als 15 Millionen geschlossen hat, welcher fast ausschließlich der günstigen Entwickelung der effectiven Einnahmen zu verdanken ist und das Präliminare um circa 42 Millionen überschreitet. Die Auslagen überschritten das Präliminare um 27 Millionen, und aus der alljährlichen Wiederkehr dieser Thatsache schließt der Minister auf die Noth» wendigleit, den Auslagen durch ensprechende gesetzliche Maßnahmen im Interesse einer Kräftigung des Schatzes zu steuern. Die Vermehrung der Einnahmen — erzielt insbesondere aus den Taxen des Registers, den Stempeln, aus den Eisenbahnen, dem Post- und Telegraphendienste, dem Salzgefalle und den Zöllen — ist ein sicheres Anzeichen für die bemerkenswerte Verbesserung der ökonomischen Lage des Landes. Der Ueberschuss von 15 Millionen des Jahres 1898/99 ist als das beste seit einem Decennium erzielte Resultat bemerkenswert. Der Minister geht zur Untersuchung des laufenden Budgets über, erinnert daran, dass sein Vorgänger im Amte ein Deficit von 31 Millionen vorausgesehen hat, und kündigt an, dass infolge der von chm vor-geschlagenen Aenderungen und trotz der Berücksichtigung der größeren, durch neue Gesetze lhervorgerufenen Auslagen das Finanzjahr 1899/1800 mit einem Ueberschusse von einer halben Million in den Einnahmen, effectiven Ausgaben und Eisenbahnen, sowie mit einem Deficit von 12,800.000 Lire in der Ka- tegorie «Lapitalsbewegung» schließen werde, welch letzteres wahrscheinlich durch größere Einnahmen gedeckt werden wird, wie dies schon die Resultate des ersten Vierteljahres erwarten lassen. Nachdem der Minister die neuen Gesetze, welche die angeführten Resultate herbeiführen sollen, bezeichnet hatte, erklärt er, dass der nicht zureichenden Pol für die Erbauung von Kriegsschiffen mittelst eines Vorschusses von zehn Millionen jährlich durch vier Finanz» jähre aus dem Schatze abgeholfen werden wird, ohne irgend eine Ereditoperation, und dass dieser Vorschuss in Gemäßheit der diesbezüglichen gesetzlichen Vestim« mungen durch organische Ersparungen im Budget der Marine allmählich hereingebracht werden wird. — Der Minister legt dann den Entwurf des Präliminares für das Jahr 1900/1901 vor, aus welchem hervorgeht, dass ungeachtet der neuen Lasten ein Ueberschuss von '50.000 Lire in der Kategorie Einnahmen und effective Auslagen und Eisenbahn-Constructionen vorausgesehen wird und ein Deficit von fast 14 Millionen für die Amortisation rückzahlbarer Schulden. Die Situation im nächsten Finanzjahre ist fast identisch mit der des gegenwärtigen, und deshalb ist zu erwarten, dass auch im Jahre 1900/1901 die größeren Einnahmen, welche bei einer vernünftigen, gemäßigten Präliminierung zu erwarten sind, das Gleichgewicht erhalten werden. Immerhin hält es der Finanzminister für geboten, in der Zuckerbesteuerung, der gegenwärtigen Gesetzgebung über die Handelsmarine und jener über die Pensionen Veränderungen eintreten zu lassen. Hinsichtlich des Zuckers schlägt der Minister mit Rücksicht auf die offenkundige Gefahr des protectio-nistischen Systems für das Staatsärar eine Aenderung der Einnahmen in der Weise vor, dass nur die Methode der Feststellung der Fabricationslaxe geändert werde und der Tarif wie bisher bleibe. Hinsichtlich der Handelsmarine schlägt der Minister die Bestimmung vor, dass die Auslagen für Entschädigungen und Prämien die Summe von jährlich zehn Millionen nicht überschreiten dürfen, und auch hinsichtlich der Pensionen wird ein Vorschlag gemacht werden, um der wachsenden Belastung zu steuern. Der Minister erläutert bann eine Reihe von legislativen Mahnahmen, welche die Regierung ohne ftscalische Absicht auf dem Gebiete des Steuerwesens vorschlagen wird. Auf die Situation deS Schatzes übergehend theilt er mit, dafs sich derselbe dank oer günstigen Ergebnisse des letzten Finanzjahres um 16 Millionen Gulden gebessert hat. Feuilleton. Au den Niagarasällen. w. Nn Freund unseres Blattes stellt uns folgenden wnef zur Verfügung' The Hotel La Fayette, Niagara Falls, 22. October 1899. »>.. Mein Brief aus dem Zuge Chicago - Buffalo ""'« .bereits angekommen sein. Buffalo liegt hübsch "ln «ne«See; von dort geht es längs des Niagara-""ver zum Städtchen Niagara-Falls. Ich begab mich .««h zum Wasserfall und war entzückt über die ^rownigkit diejes Naturschauspieles. Es gibt zwei MuptMe, he« amerikanischen und den canadischen. "vrmlttags besichtigte ich zunächst den amerilamschen <4a ln hoch und 322 m breil), später den canadischen ^U m hoch und 915 m dreit). Die gewaltigen, t?""t> in die Tiefe stürzenden Wassermassen, der ^aufspritzende Wasserstaub, der weiße Schaum unten ""° die Landschaft herum im bunten Herbstlleide — "es alles gibt ein Bild von unbeschreiblicher Schön-?,, ' . Von vielen Punkten aus kann man beide Falle äMeiH übersehen. An und für sich gefällt mir der ^«nadlsche Fall befser. An der Stelle, wo der Strom "Aegt, um in die Tiefe zu stürzen, hat der amerita-!">Hk Fall schon weiße Farbe, während der canadische "der Biegung wunderbar smaragdgrüne Farben in Queren und dunkleren Schattierungen zeigt, um erst tiefer unten weiß-sHäumend zu erfcheinen. Wenn Sie sich etwa 2000 Periknik« oder Rothweinfälle vorstellen, fo haben Sie ungefähr einen Begriff von der Großartigkeit diefes Schauspiels. Ich konnte nicht umhin, auch über die Felsen hinunter zu steigen, um mir den Fall von unten anzusehen. Ich machte die Partie mit einem Engländer unter Führung eines Mannes, der den Besuchern auch die Kleidung besorgt. Man muss zunächst semen Rock nebst Kragen, Manschetten, Schuhen und Strümpfen ablegen; das Hemd wird bis zur Achsel umgeschlagen, die Hosen über das Knie hinaufgestreift, dann zieht man über seine Kleidung wollene Kleider an und darüber einen Anzug aus Kautschultuch, der an allen Extremitäten festgebunden wird. Die Füße kommen in wollene Strümpfe und Filzschuhe mit starken Ledersohlen zu stecken. Um den Hals wird ein Handtuch gewunden, und dann zieht man eine Kapuze an. Da der Kautschuk-Anzug ganz gelb ist, sieht man in demselben recht drollig aus. So ausgerüstet stiegen wir zunächst die Felsen hinunter und dann auf einen Steig, zum Theil über hölzerne Brücken, zum Theil über Felfen an dem sogenannten Centre-Fall vorüber. Hiebei bekommt man eine Douche, dafs die Füße in den Filzschuhen fofort patschnasS werden. Der Eindruck des Falles aus unmittelbarer Nähe ist überwältigend. Oben sieht man ganz llein die Leute, die sich das Schauspiel in besserer Sicherheit besehen und die Kraxler drunten neugierig betrachten. Das Weitergeheu gestaltet sich immer besser, denn dann kommt der Moment, wo man sich durch ein Loch im Falle durchschlängeln muss, um hinter denselben zu kommen. Das Wasser plätschert schon wie aus Schüsseln auf den Rücken; man hat Mühe, den Wasserschwall zu durchschreiten. Von einem Sehen ist gar leine Rede mehr; aber dann kommt man wieder zu einer etwas geschützteren Stelle hinter dem Falle, wo man einen Moment ausschnaufen kann. Jetzt klettern wir zum tiefsten Punkte des Falles hinunter; das Geländer hört auf, da es immer wieder weggerissen wird, und ein Strom tritt uns mit derartiger Kraft entgegen, dass wir uns mit Macht dagegen stemmen müssen. Bei den Ohren, durch die Nase, den Mund, überall dringt das Wasser ein; der Druck der Wasser-massen ist enorm, im Gesichte hat man das schmerzhafte Gefühl, als würde man ohne Unterlafs mit einem Ruthenbesen geschlagen werden; man sieht nichts mehr als den weißen Schaum vor sich. Dann heißt es etwa 15 Schritt durchs Wasser waten — es ist zwar nicht tief, aber man kann dies nicht beurtheilen, da man vor dem ins Gesicht prallenden Wasser nichts, gar nichts sieht. Wir nahmen uns fest bei den Händen und wateten durch das Wasser, bis an der anderen Seite das Geländer wieder begann. Dort galt es noch eine tüchtige Kraftanstrengung zu machen, denn es stürzt einem foviel Wasser entgegen, dass man sich mit ganzer Kraft am Geländer aufwärts haspeln muss. Endlich gelangt man wieder zu einem geschützten Punkte, kalt wie ein Eiszapfen und ganz außer Athem, pustend und spuckend — ein herrliche» Vergnügen! Laibacher Zeitung Nr. 275. 2166 ____________________ ________30. November 1999. Hinsichtlich der Emissionsinstitute bemerkt der Minister, dass die Vermehrung der Depositen, ver» bunden mit der zunehmenden Bewegung der Immobilisierungen. eine wirkliche Verbesserung in der Situation dieser Institute beweist, welche auch auf die verbesserte Situation des Landes zurückschliehen lässt. Der Minister erklärt, die Banloronungen mit neuen Veränderungen nicht stören zu wollen, aber an der strengen und vollen Beobachtung derselben ohne Misstrauen und ohne Nachgiebigkeit festzuhalten, weil es heute mehr denn je nothwendig ist, den ehrlichen Eredit zu fördern und zu verhindern, dass die Aus» schreitungen der Speculation die Vortheile derselben zunichte machen. Der Minister schließt seine Ausführungen mit dem Hinweise auf die ökonomischen Thalsachen, welche ein sicheres Anzeichen der fortschreitenden Besserung der nationalen Wirtschaft sind. Politische Ueberficht. L »ibach. 29. November. Wie die «Pol. Corr.» erfährt, hat die englifche Regierung auch dem Wiener Cabinet mittheilen lassen, dass England sich im Kriegszustande mit den südafrikanischen Republiken befinde. Der große Sieg, den Oberst Win gate im östlichen Sudan über den Mahdi Abdullahi erfochten, gibt dem «Fremdenblatt» Anlass, auf die bedeutende organisatorische Arbeit hinzuweisen, die England im Nillande vollbracht hat. Sowohl für die Völker im Innern Afrikas als für Egypten werden sich daraus große Vortheile ergeben, und allen, die aus Hass gegen die Europäer im stillen gegen die Engländer wühlten, werde die Quelle aufregender Gerüchte entzogen fein, die das Vorhandensein einer kriegerischen Macht an der Südgrenze des egyptischen Reiches geboten hat. Nach einer Meldung aus Belgrad ist die Enthebung des dortigen Bürgermeisters, Herrn Stefanovit, vom Amte aus dem Grunde erfolgt, damit eine Untersuchung über die Gesetzmäßigkeit der von letzterem mit einem Consortium abgeschlossenen Anleihe durchgeführt werde. Diese Maßregel entspreche dem Grundsatze des Cabinets Gjorgjevic', etwaigem unlauteren Gebaren oder gar einer Um» gehung der gesetzlichen Bestimmungen seitens der Staatsbeamten — und der Belgrader Bürgermeister ist auch ein solcher — mit größter Strenge entgegen« zutreten, da die von der Regierung angestrebte Rege-nerierung der administrativen und ökonomischen Verhältnisse des Landes auch die Säuberung des Aeamten-standes von allen nicht makellosen Elementen zur un-erlässlichen Pflicht macht. Einer Mittheilung aus Constantinopel zufolge hat die mit den türkischen Gewohnheiten allerdings in Widerspruch stehende Ueberreichuug einer Sympathie-Adresse auf der englischen Botschaft durch türlifche Functionäre im Iildiz« Palaste großen Unmuth erregt, was auch äußerlich in der Thatsache zum Ausdrucke gelangte, dass gegen die Unterzeichner und Ueberreicher der Adresse Untersuchungen eingeleitet und einige derselben sogar in Haft genommen wurden. Weitere üble Eonsequenzen von den Veranstaltern der erwähnten Kundgebung fern< zuhalten scheint aber dem britischen Botschafter O' Conor, welcher die Audienz beim Sultan nach dem letzten Selamlil benutzte, um den Sultan über den Charakter jener Manifestation zu beruhigen, dennoch gelungen zu sein, da von strasweisen Mahnahmen, bisher wenigstens nichts bekannt geworden ist. Nach einem Berichte aus Washington ist die Unionsregierung, gestützt auf die bei den letzten Wahlen zum Ausdrucke gelangte Zustimmung des Volles zu ihren Expansionsbestrebungen und zu der auf den Philippinen befolgten Politik, nunmehr entschlossen, die Flotte in dem Maße auszubauen, wie es die Durchführung dieser Politik verlangt. Während es früher hieß, dass sich der Voranschlag des Marineministeriums auf die Forderung jener drei großen Kreuzer beschränken werde, die der Congress im vorigen Jahre abgelehnt hat, wird jetzt angekündigt, dass der Bau von achtzehn neuen Kriegsschiffen, und zwar sechs großen Kreuzern und zwölf Kanonenbooten, verlangt werden soll. Diese Forderung werde, abgesehen davon, dass die sechs Kreuzer als Ersah für ältere Schiffe erforderlich seien, mit der Nothwendigkeit, in Bezug auf die Erweiterung der See» macht mit den anderen großen Staaten gleichen Schritt zu halten, begründet werden. Speciell die zwölf Kanonenboote sollen für den Dienst in den Philippinen bestimmt werden. Tagesneuigleiten. — (Vier Menschen im Mais erstickt.) In dem Dorfe Calpenzano bei Treviso kamen vier Menschen auf feltsame Weise ums Leben. Den Dachboden eines Wohnhauses hatte der landwirtschaftliche Verein des Dorfes als Maisniederlage hergerichtet. Die Vorräthe waren nach und nach aus 108 Doppelcentner gestiegen. Unter dem Dachboden befand sich das Wohnzimmer der Vauernfamilie Moriggi. Abends saß der sechzigjährige Giovanni Moriggi mit seinen vier Kindern beim Abendbrote, als es auf einmal in der Decke zu knistern begann. Im nächsten Augenblicke zerbrachen mehrere Dachbalken; die 108 Dovpelcentner Mais stürzten in das Wohnzimmer hinunter und begruben die ganze Familie. Nur dem Vater gelang es, sich aus diesem Maisgrabe herauszuarbeiten. Als man den Mais beiseite geräumt hatte, fand man seine vier Kinder erstickt vor. — (Eine Doctordissertation über das Mieder.) Die polnische Studentin der Medicin, Fräulein Tylicka, welche an der Pariser Sorbonne das medicinische Doctoratsexamen ablegte, wählte zum Thema ihrer Dissertation das Mieder, welches sie ein Marterwerkzeug uennt. Sie weist wissenschaftlich nach, dass das Mieder antihygienisch ist. indem es die Rippen drückt, die Athmung beschwert, die Nlutcirculation und Verdauung hindert, die Anämie hervorruft und die Hysterie fördert. Die junge Doctorin empfiehlt, diesen mörderischen Toilettegegenstand durch ein bis zur Taille reichendes und der Vüste angepasstes Leinwandleibchen zu ersehen, das vorne mit Knöpfen zugemacht wird und bloß zwei Fischbeine an den Seiten hat. — (Der Kuss im Dienste der Wohlthätigkeit.) Aus London wird geschrieben: Da in England und speciell in London gegenwärtig alles in den Dienst der guten Sache gestellt, d. h. wohlthätigen, lriegs« patriotischen Zwecken zugeführt wird, so kann es nicht verwundern, dass selbst Damen der Londoner besseren Gesellschastsclassen sich dazu hergeben, ihre Küsse an den Meistbietenden zu versteigern. Eine Matinee mit künstlerischem Programm, die am Donnerstag nachmittags zu Gunsten der Witwen und Waisen gefallener Soldaten im Palace-Theater in London veranstaltet wurde, brachte als letzten und offenbar pikantesten Punkt des Programmes eine — Kussauction. Ein Kuss von Miss Mabel Love erzielte einen Preis von 5 Pfd. St. (100 Marl). Tin anderer Kuss wurde nur auf 4 Pfd. St. (80 Mark) geschäht. Originell dürfte es jedenfalls sein, dass sich i«-Abwechslung auch eine Dame fand, die für das Ver< gnügen, dem Veranstalter des Concertes einen Kuss geden zu dürfen — 5 Pf. St. zahlte. — (Doctor Münchhausen.) Ein englischer Militärarzt gieng nach der Schlacht bei Waterloo über das Schlachtfeld, um Verwundeten beizustehen. Er fand einen Soldaten, dessen ganze Kopfhaut durch einen gt" waltigen und doch für ihn glücklichen Säbelhieb abgetrennt worden war; der Scalp hieng nur noch lose am blutigen Schädel. Da der Verwundete noch athmete, aber bewusstlos war, so ordnete der Arzt an, dass er, wie die anderen Verletzten, aufgenommen und zum Hospital gebracht werde. Zugleich aber nahm er den Scalp und llappte ihn über den Kops, mehr zum Schuhe des bloh' gelegten Schädels, als dass er etwa geglaubt hätte, dass die Haarhaut sich wieder mit dem Schädel vereinige Nun geschah aber das Unerhörte — der Mann genas und die Kopfhaut heilte wieder an. Leider aber hatte der Arzt den Scalp verkehrt auf den Kopf gestülpt, so dass der Geheilte sein ganzes Leben lang die Haare verkehrt auf dem Kopfe tragen musste. So berichtet der berühmte englische Arzt Sir Charles Bell, dem die Geschichte au« sicherster Quelle mitgetheilt worden ist. — (Ein theures Rührei.) Im Teltolvel Kreise, der seine unfruchtbaren Sandflächen bis in das Weichbild Berlins erstreckt, liegt die «Neue Mühle». D!e Historie erzählt, dass König Friedrich Wilhelm U., als er vom Wusterhausener Iagdschloss einst einen Spazier gang nach der Mühle machte, sich beim Müller etwas zum Essen bestellte. Die Frau Müllerin sehte dem gt" strengen Gast eine Portion Rührei mit Speck vor, die so sein Wohlgefallen fand, dass sich der Müller eine Gnade ausbitten sollte. Der Müller bat darum, der König möchte ihm eine Schleuse bauen lassen. Der König fand diesen Preis für eine Portion Rührei mit Speck etwas hoch, el bewilligte ihn aber, nur solle der Müller und seine Na«^ solger für alle Zeiten zwei königliche Jagdhunde in Kost und Pflege nehmen. Die beiden Jagdhunde wurden spä^ von den Mühlpflichtigen abgelöst, und die Schleuse is< neuerdings von der preußischen Regierung um den P«l< von 1.200.000 Mark angekauft worden — die hoW Summe wohl, die jemals eine Portion Rührei ab" geworfen hat. — (Die Freundinnen.) Eine sehr tragische Geschichte wird von einem Athener Correspondent«!» b? richtet: Mytilene war vor kurzem der Schauplatz eines ergreifenden Dramas. Zwei, den ersten Familien del Stadt angehörende junge Mädchen waren durch inniA Freundschaft miteinander verbunden. Da entzündete f^ in beider Herzen heiße Liebe zu einem und demselben jungen Manne. Ihre Freundschaft verwandelte sich nun i» Feindschaft, und als die eine eines Abends am Fenftel ihrer Rivalin vorüber kam, rief sie herausfordernd hinaUl' «Nie bekommst du ihn.» «Ich bekomme ihn, das wirß du sehen», war die ihr in höchster Erregung zugerufen Entgegnung. Und außer sich, riss die Sprecherin die s" der Wand hängende Flinte ihres Vruders vom N«s"' legte an und gab einen Schuss auf ihre Rivalin ab, bit, auf der Stelle todt, lautlos zusammenbrach. — (Eine Leidensgeschichte Schiffbr^ chiger.) Amerikanifche Zeitungen berichten über furcht bare Leiden, denen die Reisenden des vor wenigen Woch^ an den kahlen Felsen von Belle Isle gestrandeten DawA Roman von «l. Xaft. (33. Fochetzun«.) «Nur heraus mit der Sprache!» ermuthigte sie Aglaja Nikolajewna. «Um was handelt es sich denn? Fehlt eS Inna an Wäsche, oder braucht sie ein neues Sonntagsfähnchen?» «Ach nein, das ist es nicht!» seufzte Aglaja Nilolajewna. «Ich wollte — ich komme — und ich denke —» «Nun, vorwärts, vorwärts!» kam die Schlossherrin der einfachen Frau in ihrer gütigen Weise zur Hilfe. «Was denkst du denn?» «Ich denke, dass Inna lange genug zu Nikolaus Michailowitsch gelaufen ist,» platzte die Kartschenlo heraus. «Was für ein Buch man ihr auch immer vorlegen mag, sie liest aus jedem, ohne auch nur einmal zu stocken, vor, und ein ganzer Korb ist mit Heften angefüllt, die sie vollgeschrieben hat. Sie zählt ja nun auch bald siebzehn Jahre, und andere Kinder quält man doch höchstens bis zu ihrem vierzehnten Geburtstag.» Martha Petrowna dachte einen Augenblick nach. «Ja, du hast recht,» sagte sie und fügte dann hinzu: «Ich habe Inna hauptsächlich deshalb solange unterrichten lassen, damit in das einförmige Leben, welches sie führt, ein wenig Abwechslung kommt. Aber in der That. sie ist nun doch schon zu alt, um noch länger die Schulbank zu drücken, uno hat außerdem mchr gelernt, als sie jemal» brauchen wird. Ja, ja, nun haben wir lein Kind mehr, sondern eine junge Dame im Hause!» Martha Petrowna lächelte vor sich hin, während sie das sagte, denn sie dachte dabei, dass diese junge Dame sich doch noch sehr gerne mit den Hunden herumbalge und sich mit Peter Petrowitsch und den Leuten necke. Wieder führte Aglaja Nilolazewna die Spitze, welche den unteren Saum von Martha Petrownas Frisiermantel verzierte, an die Lippen. Und zwar that sie es diesmal mit einer wahren Inbrunst. «O, Dank, Dank!» stammelte sie, tief auf. athmend. «Ich weiß wirklich nicht, weshalb du mir so stürmisch dankst,» rief Gräfin Deljanow verwundert, doch die Kartschenlo hörte nicht auf das, was Martha Petrowna zu ihr sagte, sondern bat um die Erlaubnis, Inna für einige Zeit nach einem benachbarten Dorfe schicken zu dürfen. «Aber was soll sie denn dort?» fragte Gräfin Deljanow überrascht. «Bogoiodsl liegt ja 20 Wjerst von hier! Ich würde mich sehr bangen, wenn ich Inna nicht täglich sehen könnte.» Aglaja Nilolajewna senkte den Kopf. «Auch ich werde mich bangen.» seufzte sie. «Aber meine Schwester wünscht nichts so sehr, als Inna ein-mal für ein paar Wochen bel sich zu haben.» «Für ein paar Wochen? Nein, Nylaja Nikola» jewna, das geht nicht an!» rief Grafin Deljanow ganz erregt. «Nur wenn deine Schwester sich damit begnügen will, das Mädchen drei, vier Tage um s^ zu haben, mag Gawrilo meinetwegen heute noch be" braunen Pony einspannen und Inna hinüberfahre"' An wen ist deine Schwester doch verheiratet?» i^ sie nach kurzer Pause hinzu. «An Stefan Stephanowitsch,» beeilte Aglaja N»^ lajewna sich zu erwidern. «Er besitzt ein hübsches Hau?' chen und hat nur ein Kind, einen Sohn, der ein g^ schmucker Bursche ist.» , «Ach!» machte Gräfin Deljanow, und sie drey» den Kopf zur Seite und fixierte die Kartschenlo scha^ «Du hast wohl die Absicht, aus Inna und del" schmucken Burschen ein Paar zu machen? Höre, v" habe ich.denn doch auch noch ein Wörtchen mitzurede"' Inna ist ja auch noch ein halbes Kind, und auherd^ — außerdem—» sie schwieg einen Augenblick, und l ihren Augen leuchtete es zärtlich auf, als sie sortfM' «und außerdem habe ich sie auch viel zu lieb, uw >' fortgeben zu können!» ^ «Wenn Inna aber an dem Sohne meiner Schwel" Gefallen findet?» warf die Kartschenko ein. Gräfin Deljanow wurde unruhig. ^, «Ich glaube doch, ich thue besser, Inna die «A suchsieise nicht machen zu lassen, meinst du das nlH auch, Anna?» wandte sie sich an die Kammerfrau. Anna Andreewna verdrehte ein wenig die AM und flüsterte mehr als sie sprach: . ^ «Aglaja Nilolajewna hat aber nun doch slv ^ einmal die Erlaubnis erhalten, Inna nach Vogor^ schicken zu dürjen.» ttaibachrr Zeitung Nr. 27b. 2 l 87 39 November l »99 hisses 'Scotsman» der Dominio-Linie ausgesetzt waren. Ale Schiffbrüchigen, unter denen sich viele Frauen und «Inder befanden, mussten vier Tage und fünf Nächte Me die geringsten Lebensmittcl und ohne sich vor dem 'Mfen Winde und der Kälte schuhen zu können, aus den "den Klippen zubringen. Die Mannschaft hatte sich bis zur Tollheit betrunken, und in diesem Zustande voll-'winener Unzurechnungsfähigkeit peinigten und belästigten "e rohen Burschen die hilflosen Reisenden. Alle Wert-'"Hen, Nahrungsmittel und alkoholischen Getränke, die sie °°" bem sinkenden Schiffe hatten retten können, belegten "e Matrosen mit Beschlag. Den verzweifelnden Reisenden °l«b nichts übrig, als den Versuch zu machen, das «wanzig englische Meilen entfernte Leuchtlhurmhaus zu "eichen. Geschwächt von Hunger und Durst, halb erstarrt °°r Frost, kletterten sic über die bis dahin wohl noch 'e von einem menschlichen Fuße betretenen Klippen, von °knen eine die beträchtliche Höhe von siebzig Metern auf-"eist und so steil ist, dass sie nur unter äußerster Lebens-Aahr erstiegen werden kann. Eine Miss Gertrude ^oslvell ließ nicht einen Augenblick ihr mit auf die llhangnisvolle Reise genommenes Lieblingshündchen aus °tm Arme. Um des kleinen Vierfüßlers willen hätte sie «H ^ eigenes Leben eingebüßt. Die Matrofen weigerten den ^ ^""" ^" ^ ^^ aufzunehmen, wenn sie nich l n Hund zurücklassen wollte, und die sehr energische ^"1S musste sich mit Anwendung von List und Gewalt . en Plgh ;„ wln Fahrzeug erobern. Die in der New« "°«er Gesellschaft bekannte Mrs. Allan hatte ihre er« m "" dem Umstände zu danken, dass, als das na^ ^' '" bk"l sie Aufnahme fand, gelentert war, ihre tA einem Taue fassende Hand an diefem buchstäblich ^" Sie wurde dann bewusstlos aus dem Wasser ^..... Local- und Provinzial-Nachrichten. . -7- (Militärisches.) Se. Majestät derKa i s e r M n» t Allerhöchster Entschließung vom 19. d. M. der ,"aufläge oer'Schieß.Instruction für die iu ^ ^' Traintrupve» die Allerhöchste Sanction dlss./^eU'M und allergnädigst zu genehmigen geruht, oafs "'es Dienstbuch sofort in Kraft tritt, sabrl,^ (Auszeichnung.) Dem Director der Pulver-!vu^ !" ^"n, Oberstlieutenant Wilhelm Günther, "ve das Ritterkreuz des Franz Iofef-Oroens verliehen. t>.z^(Aus dem Verordnungsblatte für lein. "b l. Heer.) Eingetheilt wurden nach Ab-<2? ^ Präsenzdienstes die Referve-Assistenzarzt-<^u Kreter und Doctoren der gesummten Heilkunde: beim zu vermehren. Auf diefe Art sinke die Steuermoral, da den Ausfagen des Steuerzahlers von Seite der dazu berufenen Behörde lein Glauben geschenkt werde. Eine Belehrung und Anleitung zur einheitlichen und richtig geregelten Verfassung der Einlommensteuerbelennt-nisse für Hausbesitzer wird in Druck gegeben und an die Bereinsmitglieder vertheilt werden. Die Eingabe des Vereines in Angelegenheit der Hausnummer-Tafeln wird, da die diesbezüglichen Instanzwege noch nicht abgefchlossen find, zur Kenntnis genommen. Auf das Ansuchen des Stadtmagistrates, die Vinsammlung der Beiträge für den österr. Völker-Verein zu übernehmen, könne der Verein derzeit nicht eingehen. Die Eingabe des Vereines, die Vorschreibung und Entrichtung der einzelnen Steuern betreffend, wurde vom Stadtmagistrate dahin erledigt, dass für das nächste Jahr die Wasser- und Zinslreuzer auf einem Bogen vorgeschrieben werden; was aber die übrigen Steuern anbelangt, habe sich der Stadtmagistrat in diesem Sinne an die l. l. Landes-Finanz-Direction gewendet. Die Vereinslcitung wurde weiterhin beauftragt, sich mit einer Eingabe an den Vtadtmagistrat zu wenden, ob die Entrichtung der Steuern im Wege der l. k. Postsparcasse möglich wäre, wozu dann eigene Posterlagschcine beim Stabtmagistrate gegen Entrichtung der Erstehungslosten erhältlich sein sollten. Der Entwurf einer Hausordnung und der zur Hausadministration nothwendigen Drucksorten wurde einem Referenten zu-gewiesen. Der Stadtmagistrat wäre weiterhin zu ersuchen, die im tz K2 der Gcmemdeordnung vorgeschriebene Veröffentlichung der Gemcinoeraths-Veschlüsse durch die Presse vornehmen zu wollen. Die weiteren Schritte in der Portalsteuer-Frage behält sich der Verein vor. — (Unsere Holz- und Kohlenausfuhr nach Kairo.) Unser Generalconsulat in Kairo be-richtet: Der Gesammtimport von Holz, Holzerzeugnissen und Kohle, welcher im Jahre 1897 auf 1.178.952 L. E. bewertet wurde, stellte sich im Jahre 1898 auf 1 478.404 L. E. Die vermehrte Einfuhr kam hauptsächlich England zugute, dessen Import sich von 499.645 L. E. auf 651.363 L. E. hob. Auch der Import Oesterreich-Ungarns steigerte sich von 63.363 L. E. auf 80.895 L. E. Eine weitere Iunahme ihres Importes hatten Amerika, die Türlei, Schweden und Rufsland zu ver. zeichnen, eine Abnahme Rumänien. Die Steigerung un-seres Importes ist umso erfreulicher, als in den letzten Jahren theils wegen der vermehrten norwegischen Im-porte und der zunehmenden Verwendung des amerika« nischen Pitchepine, theils infolge von Frachtschwierig, leiten eine Einbuhe unseres Importes zu verzeichnen war. Der Aufschwung der baulichen Thätigkeit, die Anlage von Hotels, Wasserwerken lc. erforderten eben große Mengen von Bauholz. So hat ein Triester Haus mit Hilfe von Erleichterungen seitens des österreichischen Lloyd für den Bau des New Continental-Hotels 5000 Ballen in der Länge von 12 bis 15 Meter und mit einem Querschnitt von 30 Centimeter liefern können. Die gangbaren Maße für Ballen sind bis 15 Meter Länge und 10 bis 40 Centimeter, manchmal 60 Centimeter Querschnitt. Die aus Steiermarl, Kärnten und speciell aus Krain gelieferten Ballen haben in Bezug auf Ausführung und Einhaltung der Maße die Importeure mehr als je befriedigt. Zur Steigerung der Einfuhr haben auch die großen Bezüge der Eisenbahnen an Eichenschwellen (10 bis 12 Meter lang, 30 50 Centimeter X 30 50 Centimeter Querschnitt) aus Ungarn beigetragen. Der Bretler-import wie« gleichfalls einen Fortfchritt auf. da im Winter, nxnn die Iufuhren aus Norwegen fehlen, die Lieferungen au« Krain gehen. Vielfach wird über ver-fpätete Lieferungen gellagt, woran unsere Exporteure leine Schuld trifft. Das einzige Transportmittel, welches diesen zur Verfügung steht, der österreichische Lloyd, kann oft nicht so große Holzladungen aufnehmen, als gewünscht wird. Ließe sich eine Verbindung zwischen der Monarchie und Egypten herstellen, durch welche auch große Quantitäten verfrachtet werden könnten, fo würde unserem Holzexport noch größerer Absah erstehen. — Der Wert der Kohleneinfuhr des Jahres 1398 beziffert sich auf 606.067 L. E. (gegen 472.237 L. E. im Jahre 1397), eine Erhöhung, die durch den zunehmenden Gewerbefleiß und durch die Erhöhung der Kohlenpreife ihre Erklärung fiudet. Da die hier importierte Kohle, mit Ausnahme von unbedeutenden Quantitäten belgischer Briquettes, aus England kommt und sich die hiesigen Kohlenprelse nach der Marktlage in England richten, so übten die eng« tischen Strikes des verflossenen Jahres ihre Wirkung auch auf die Kohlenpreife in Egypten, wozu noch die während des fpanifch-amerilanischen Krieges vertheuerten Schiffsfrachten beitrugen. — (Der Werkmeister - Vezirlsverein sür Laibach und Umgebung) wird feine Monatsverfammlung am 2. December um halb 8 Uhr abends in Hafners Bierhalle abhalten, Die Herren Mitglieder werden eingeladen, zu dieser letzten diesjährigen Versammlung vollzählig zu erscheinen. Die auswärtigen Collegen werden ersucht, ihre Monatsbeiträge im Laufe des Monates December an den Vereinscassier einsenden zu wollen. — (Todesfall.) Der Realitatenbefiher und Seifensieder Herr August Winller ist gestern mittags gestorben. tt. — (Die Kuhnstraße) erhielt diesertage einen Drahtzaun auf Holzpflöcken. Derfelbe wurde rechterseils von der Stabtgemeinde, linkerseits von der Landioirtschafts-Gesellschaft errichtet. f. — (Die Käse- und Milchgenossen-schaften am Lande), und zloar die von Gereuth und von Loitsch, die sich bekanntlich mit der Erzeugung von Käsequlllitäten (Emmenthaler und Limburger Käse) und mit der Lieferung von größeren Quantitäten von Milch an heimifche sowie auswärtige Abnehmer befassen, erfreuen sich eines starten Zuspruches. Die Preise find mäßig (per Kilo 25 lr. und aufwärts). f. — (Die Gottscheer Braunkohle), von welcher täglich gegen 20 Waggons eingeführt werden, weist bereits eine bedeutend bessere Qualität auf. Nach Steinlohlenadern wird derzeit in der Umgebung von Gottschee, Treffen und Seisenberg eifrig geforfcht. f. * (Lebensgefährliche Verletzung durch einen Dieb.) Am 26. d. M,, gegen drei Uhr früh, hörten die Hausleute des Wirtes Anton «viler in Asp, politifcher Bezirk Radmannsdorf, einen Dieb in den oberen Localitäten hantieren. Anton «Ziler stand auf und verfolgte den Dieb durch das rückwärtige Thor ins Freie. Der Dieb brachte nun dem Wirte mit einem Messer an der linken Schulter zwei schwere und in der linken Bauchseite eine lebensgefährliche Verletzung bei, so dass Siler über Anordnung des Diftrictsarztes Dr. Klimel ins Spital nach Laibach überführt werden musste. Der Dieb hatte in der Speisekammer mehrere Sachen eingepackt, um sie mit sich zu nehmen. Der Verletzte glaubt, der Thäter sei entweder mit Anton Potocnil oder mit Anton Slivnit identisch. Die beiden wurden verhaftet und dem competenten Gericht eingeliefert. —r. — (Schadenfeuer.) Am 28. d. M. nach 11 Uhr vormittags brach in einem Nebengebäude der Parletenfabril des Herrn I. Got evict in Treffen Feuer aus, indem die im Trockenraume befindlichen Par-keten sich entzündeten. Das Feuer wurde zuerst vom Mafchinenheizer bemerkt und sodann von den herbei-geeilten Fabriksarbeitern nach mehrstündiger Arbeit gelöscht. Der angerichtete Schaben ist noch nicht festgestellt, dürfte jedoch nicht sehr bedeutend sein. 8. "- (Jagdglück.) Sonntag den 26. d.M. wurde in dem von dem Apotheker Herrn I. Ruprecht und Consorten gepachteten Jagdgebiete bei Dedendorf, Ge meinoe Treffen, ein feister Rehbock erlegt, was erwähnt zu werden verdient, da diefes Wild schon viele Jahre in dieser Gegend nicht anzutreffen war. 8. Theater, Kunst und Literatur. ^(Deutsche Bühne.) Es ist wunderbar, wie das Genie Strauß' über die Blüte des höheren Blödsinns, den uns daö Libretto zum «Prinz Methusalem» bietet, seinen versöhnenden Schimmer strahlen lässt. Die Operette ist deshalb bemerkenswert, weil ihr Buch einen Anlauf zu Offenbach'schen Tendenzen nahm. Sie ver-fchlägt sich wieder an die kleinen Fürstenhöfe mit unmöglichen Ministern und weist die ganze Verlogenheit von französischen Gnaden aus. Dass der Stoff dem Wiener Componisten Strauß gewissermaßen unter den Händen zerrann und ihn veranlasste, französischen Geist in Wiener Blut zu tauchen, gibt der Operette einen eigenartigen Reiz. Sie ist eigentlich das Piedeftal sür einen der schönsten Walzer, der sich durch alle Acte schlangelt und poetisch zart dem anstürmenden Vlddfinn Laibacher Zeitung Nr. 275. 2188 30. November 1899. entgegentritt. Auch sonst begegnet man den süßesten Melodien und charakteristisch packenden Gesangsnummern, die um ihres eigenen Wertes willen zu leben verdienen. Das Iwitterding zwischen französischer Frivolität und Wiener derber Gemüthlichkeit ist nicht leicht darzustellen. Insbesondere erwächst den Komikern, welche das Hauptwort sprechen, in den Rollen des Sigismund und Cyprian die Aufgabe, die richtige Mittelstraße zu wandeln. Herr Swoboda charakterisierte den Fürst von Trocadero zwar drastisch-tomisch, gieng aber viel zu weit und vergröberte diese Figur durch derbe Zuthaten. Herr Löscher zeigt gute Anlagen, ihm mangelt jedoch noch die Routine für große komische Charakterrollen. Discret im Spiel, hübsch im Gesänge waren Frl. Schütze als Methusalem, Frl. Hesse als Pulcinella ; sie erhielten nach den reizenden Zwiegesängen lebhasten Beifall. Hr.Theaterdirector Dietrich erzielte mit seinen wirkungsvoll gesungenen Nummern den gewohnten Erfolg. Was sonst mitwirkte, war bei Laune und gut bei Stimme. Chor und Orchester hielten sich unter der Leitung des Kapellmeisters Herrn Hildebrand sehr wacker. Die Ausstattung war sehr hübsch, das Scenische recht geschickt angeordnet. Das Theater zeigte sich insbesondere in den Logen gut besetzt. .1. — («Die Mittheilungen des Musealvereines fürKrain») liegen uns in ihrem 5. Hefte vor. Nls erster Aufsah erscheint: «Die Pest in Laibach» (Fortsetzung) aus der bewährten Feder des Professors I. Vrhovec. Wir erfahren aus dieser hochinteressanten Localstudie, dass die Eontumaz der Petersvorstadt für manche Häuser 42 bis 70 Tage betragen hatte. Unzufriedene schürten gegen den Magistrat, welcher aber auf der strengen Sperrung der Petersvorstadt bestand; trotz« dem hatte die Pest die innere Stadt auch ergriffen. Am 23. August befahl der Magistrat die gänzliche Sperrung aller Thore und nahm sogar die Thurmwache weg. Selbst manche Gassen wurden ganz dem Verkehr ent« zogen, z. B. die Deutsche Gasse, wodurch auch der Rann an Wert verlor; dieser war nämlich der damalige Hafen und Stapelplatz für die über Oberlaibach auf dem Laibachflusse von Venedig und Trieft kommenden oder dorthin bestimmten Handelswaren. Die Vorsichtsmaßregeln wurden von Tag zu Tag schärfer; Schwierigkeiten erwuchsen an allen Ecken; selbst die Bestellung eines Priesters für das Lazareth zeigt uns die Noth jener Zeit. Die Spendung der heiligen Sacramente an einem so gefährlichen Orte erforderte einen todesmuthigen Mann. Es vergieng einige Zeit, bis sich ein gewisser Thomas Rostinger dazu bereit erklärte. Der gewiss energische Bischof Thomas Chrün gab dem Magistrat auf feine Bitte um einen Spitalspriester eine ausweichende Antwort, versprach aber monatlich 10 st. Beisteuer zum Gehalte desselben; er verlangte monatlich 25 ft. Als Iahresgehalt von 300 fl. hätte dies den Kaufpreis für ein Bürgerhaus auf dem Hauptplatze betragen. Die heiligen Messen mussten auf freiem Platze gelesen werden, damit die in den Häusern Ein-gesperrten daran theilhaft sein konnten. Um die Mitte August des Jahres 1599 scheint bereits eine allgemeine Panik in der Stadt ausgebrochen zu sein. Die Beamten der Landschaft und das Vicedomamt flüchteten zuerst. Der Amtssitz beider Behörden wurde nach Stein verlegt, wo auch der Landtag zusammentrat. Diese Flucht gefiel dem Magistrate in keiner Weise, und seine diesbezüglichen Briefe hatten einen sehr unverblümten Ton. Gegen flüchtige Bürger stand ihm sogar ein Strafrecht zu, und er maß die Feigheit mit 100 Goldducaten Buhe, trieb auch dieselbe unnachsichtlich ein. Freilich war es unter diesen Umständen unangenehm, dass der Bürgermeister Andreas Chrön selbst seine Gesundheit höher als die Ehre schätzte und sich nach dem 26. August nach Oberburg flüchtete. Dort wartete er bis zum 26. November. Als er vernahm, dass die Pest mit Eintritt der kühleren Jahreszeit ganz nachgelassen hatte, erschien er wieder in seiner Amtsstube. Als zweiten Aufsatz lesen wir von Professor Franz Komatar: «Die Theilnahme Hans Kahianers bei der Wahl Ferdinands I. von Oesterreich zum Könige von Kroatien». Nach der Schlacht von Mohäcs 1526 sammelten sich die Stände Kroatiens und Slavoniens um Christoph Frangepani. Dieser wurde vom Erzherzoge Ferdinand zum Commissär und Bevollmächtigten ernannt, um die Königskrone dem Hanse Habsburg zu sichern. Aber dieser mächtigste Magnat Kroatiens rechnete darauf, selbst König zu werden, und benahm sich deshalb sehr zweideutig. Als nun im December 1526 die kroatischen Stände sich in Cetin versammelten, schickte Ferdinand unter anderen, den Kroaten wohl bekannten Herren auch Johann Katzianer als Commissär an den Landtag. — Der dritte Aufsah heißt: «Ueber die Bildungsweise der terra rossN des Karstes» von Dr. E. Kramer, Director der landwirtschaftlichchemischen Versuchsstation für Kram; in dankenswerter Weise werden verschiedene frühere Hypothesen geprüft und widerlegt. (Ein ausführlicher Bericht darüber folgt morgen.) — Nls letzten Artikel finden wir von K. Trnologar eine Studie: «I.M.Reinwaldt (1731), ein lrainischer Maler». In der Kirche St. Thomas zu Spodnja Draga (in der Pfarre Sittich) befindet sich ein äußerst interessantes Oel-gemälde dieses wenig bekannten Malers, das durch die ungewöhnliche Darstellung des heil. Johannes von Ne-pomul ausfällt. — («?lnuiu»lci V<;»tnil5».) Inhalt der 11. Nummer: 1.) Einiges über die Höhlen. 2.) Franz Kadilnik: Ein Ausflug auf den Monte Maggiore. 3.) Johannes Frischauf: Die Oberseeläuder Kotna. 4.) Strninski: Auf den Schneeberg. 5.) Vereins« Mittheilungen. 6,) Verschiedene Mittheilungen. — («Ueber Land und Meer»), die beliebte Familienzeitschrift, bereitet in dem neuen, vor kurzem begonnenen Jahrgange mit jeder Nummer den Lesern angenehme Ueberraschungen. Das jüngst erschienene dritte Heft (Preis 60 Pfennig) widmet den Ereignissen der Gegenwart eine Fülle vorzüglicher Abbildungen. Die Hauptmomente der deutschen Flottenmanöver veranschau-licht Karl Saltzmann, der berühmte Marinemaler und ständige Begleiter Kaiser Wilhelms II. auf dessen Nordlandsfahrten, in wirkungsvollen Darstellungen, und reihen sich in mannigfachem Wechsel die Wiedergaben bedeutsamer Vorgänge wie die Bildnisse von Personen, die im Vordergrunde des Tagesinteresscs stehen. Ein breiterer Raum ist selbstverständlich dem südafrikanischen Kriegsschauplatze gewährt, auf den sich das allgemeine Augenmerk richtet. Zu diesen Actualitäten gesellen sich viele in entzückender Farbenpracht wiedergegebene Ansichten aus dem heutigen Japan, die als Musterleistungen des künstlerischen Buntdruckes zu bezeichnen sind. Hinter der ungewöhnlich reichen Ausstattung steht der textliche Inhalt nicht zurück. Neben dem fesselnden, seelisch vertieften Roman «Fe'licie» von Johannes Richard zur Megede erscheint «In Schwulibus», eine ergötzliche Hu» moreske von Otto Vehrend, und ein mannigfaltiges Feuilleton. Neueste Nachrichten. Neichsrath. Sitzung des Abgeordnetenhauses. Wien, 29. November. Im Einlaufe befindet sich ein Dringlichleitsantrag des Abg. I a u d a wegen so» fortiaer Abberufung der in Böhmen dislocierten aus« wärtlgen Gendarmen, welche infolge Unkenntnis der czechischen Sprache auf die Gemüther provocatorisch wirken sollen. Abg. Freiherr von Berks interpelliert wegen einer gegen einen Lehrer verfügten Gehaltsentziehung. Der Präsident theilt mit, dass alle Abtheilungen des Hauses bis auf eine, die nicht beschlussfähig war, die Wahl des Missbilligungsantrages vornahmen. Er sehe dem diesbezüglichen Antrag im Laufe des Tages entgegen. Abg. Freiherr v. Berks beantragt behufs Vornahme der noch ausständigen Wahl und zwecks Stellung des Missbilligungsausschusses die Unterbrechung der Sitzung auf eine halbe Stunde. Nach längerer Debatte wird der Antrag Berks angenommen und die Sitzung unterbrochen. Der Missvilligungs-ausschuss hielt bis '/^ Uhr eine Sitzung ab und bestellte den Abg. Dr. Herbst zum Referenten. Gegen 2 Uhr wurde die Sitzung des Abgeordnetenhauses wieder aufgenommen, der Referent des Missbilligungsausschusses, Abg. Dr. Herbst, beantragt, dass beim Abgeordneten Cingr wegen dessen hochgradiger Erregung von der Missbilligung abgesehen werde, wiewohl der Aus-schuss emmüthig überzeugt sei, dass Abg. Breznovsly keine Lüge vorgebracht habe. Dagegen möge über die Abgeordneten Nerner und Josef Steiner die Miss-billigung ausgesprochen werden. Hierüber entspinnt sich eine Debatte. An derselben betheiligten sich die Abgeordneten Verkauf, Resel und Verner, welche den Antrag ungerechtfertigl finden, ferner Gehmann, Brzorad, Stransky und Steiner, welche unter Hinweis darauf, dass der Äusschuss mit der Angelegenheit Cingr überhaupt sich nicht befasse, für den Ausschussantrag eintreten. Abg. Wolf unterstützt den Antrag Verlaufs, der Missbilligungsausschuss möge die Acten contru. Cingr requirieren, ihn und seine Vertrauensmänner einvernehmen und hierauf neuerlich Beschluss fassen. Während der Rede des Christlichsocialen Steiner, der die Socialdemokraten heftig bekämpft, kommt es wiederholt zu erregten Controversy zwischen den Christlichsocialen und Socialisten. Nach einer Reihe thatsächlicher Berichtigungen wurde der Ausschussantrag, den Abgeordneten Berner und Josef Steiner die Missbilligung des Hauses auszusprechen, unter Ab. lehnung des Antrages Verlaufs angenommen. Abg. Kaftan wird in die Delegation gewählt. Nächste Sitzung morgen. Die Delegationen. (Ollglnal'Ttlegramm.) Wien, 30. November. Wie die «Pol. Corr.» erfährt, findet die Eröffnungssitzung der Delegation des Reichsrathes heute abends um 6 Uhr im Sitzungs» saale des Herrenhauses statt. — Die ungarische Delegation tntt heute um 5 Uhr nachmittags zu ihrer Eröffnungssitzung zusammen. Parlamentarisches. (Orlzinal'Itlegramm.) Wien, 29. November. Der Äusschuss für die Abänderung des tz 14 hielt eine Sitzung in Anwesenheit der Minister Clary, Kindinger und Körb er. Per Referent erläuterte namens des Subcomite's den Gang der Verhandlungen in demselben und recapitu-lierte in kurzem den Inhalt der von der Regierung im Subcomiti abgegebenen Erklärung, er empfiehlt die Annahme seines Antrages. Es sprachen Roschmann, Zalinger mid Straus ty, worauf Kindinger auf seine im Subcomiti bereits abgegebene Erklärung, wonach sich die Regierung gegen alle Anträge aus Streichung des § 14 ablehnend verhält, verweist und in längerer Rede die seitens der Regierung gegen die Anträge Zaliugers und Grabmaiers auf Abänderung des § 14 obwaltenden Bedenken auseinandersetzt und schließlich erklärt, die Regierung sei nicht in der Lage, sich für auf Abänderung des § 14 abzielende Antrag/ auszusprechen. Nachdem noch mehrere Abgeordnete ge< sprochen, wird die Sitzung abgebrochen. Wien, 30. November. Das «Fremdenblatt» und das «Neue Wiener Tagblatt» melden ziemlich übel' einstimmend: Mit Wissen und Zustimmung des Ca°> biuets Clary richtete die Rechte an die Linke die Einladung zum Zusammentritte einer Verständigungsaction behufs Herstellung der Ordnung, welche unw Vermeidung der Obstruction die Erledigung von Staatsnothwendigteiten ermögliche. Ungarisches Abgeordnetenhaus. tvriglnal'Tllfgiamm.) Budapest, 29. November. Das Abgeordnetenhaus nahm den Gesetzentwurf betreffs der der heimischen Industrie zu gewährenden staatlichen Begünstigung an Handelsminister Hegedüs trat m längerer Rede für den Entwurf ein und betont, die Aufgabe bestehe darin, die bestehenden und noch zu gründenden Fabriken planmäßig zu fördern, und erklärt, es könne sich nur darum handeln, innerhalb der Aollgemeinschaft die Industrie zu fördern. Ungarn sei wohl vorwiegend ein Agricultur treibendes Land, doch könne von einem gänzlichen Fehlen der Falirilsindustrie nicht gesprochen werden. Der Minister sprach sich gegen die Heran« ziehung von fremdem Capital unter staatlicher Zinsen* garantie aus, was jedoch nicht bedeute, dass der Mi-nister im allgemeinen eine Aversion gegen fremdes Capital habe. Der Krieg in Hüdafrika. (vilginlll'Telegrammt.) London, 29. November. Nach der letzten officiellen Verlustliste wurden auf Seite der Engländer in der Schlacht bei Velmont 4 Officiere und 4li Mann gelobtet und 42 Officiere uud 284 Mann verwundet. London. 29. November. Eine Depesche des Ge-nerals Buller an das Kriegsamt besagt, General Me-thuen berichte in einem Telegramme von Modder River vom 28. d. M., dass seine Streitmacht uw 5 Uhr morgens vor den Stellungen des Feindes anlangte. Die Bnren waren stark verschanzt. Da der Fluss hoch gieng, war es unmöglich, den Feind zu umgehen. Der Kampf begann um halb 6 Uhr mit dem Vorrücken der Artillerie, berittenen Infanterie und Cavallerie. Die Garbe-Infanterie stand rechts, die neunte Brigade links von der feindlichen Stellung. Der allgemeine Angriff in weit ausgedehnter Formation begann um 6 Uhr mit Unterstützung der Artillerie. Die gefammte Steitmacht der Buren mit 8000 Man» nahm am Kampfe mit zwei schweren und mehreren leichten Geschützen theil. Der Kampf war erbittert und dauerte zehn Stunden. Die englischen Truppen tämpten ohne Nahrung und Wasser in der Sonnenhitze und zwangen den Feind, seine Stellung aufzugeben. London, 29. November. Eine officielle Depesche meldet, dass General Methuen bei Modder-River mit den Auren zusammengestoßen sei und ihre gesummte Streitmacht dortselbst vernichtet habe. Windsor, 29. November. Das gemischte R<" giment Gardecavallerie der Königin ist zur Einschis' fung nach Südafrika von hier nach Southampton abgegangen. __________ Wien, 30. November, l« Wiener Zeitung.»1 Der Leiter des Finanzministeriums ernannte den Fmanz-secretär Ferdinand Avian zum Finanzrath im directen Steuerdienste für den Bereich der Finauzdirection Laibach. Vrieg, 29. November. (Orig..Tel.) Ingenieur Brandt, der Unternehmer des Simplondurchstiches, ist heute vormittags infolge eines am Sonntag erlittenen Schlaganfalles gestorben. London, 29. November. (Orig..Tel.) Kaiser W" ' Helm und Kaiserin Auguste Victoria sind heute um 7 Uhr 50 Minuten vormittags an Bord der «Hohenzollern» abgereist. Bei der Abreise von Po" Victoria übermittelte Kaiser Wilhelm dem Oberst der Royal Dragoons, dessen Inhaber der Kaiser ist, 3"" Pfund Sterling für die Frauen und Kinder der Unterofficirre und Mcmuschaslen he» Regiments, Mbacher Zeitung Nr. 275 2189 SWeteorotogifdje iBcobac^iuugcu in %a\ba$. ____ ©ce&% 306-2 »n. aftiitL üuftbrucf 736-0 mm. ar ~-—^^-M-'l -9'9 _ J°!ä?_____^f.«f__i wIV U. % | 744 • 6 -3 "3 | " 6.~f typad) | Hebel [ Ö • 2 ^ *a« tafle8mittel ber geftriflcn Xftn^erolur IG«, Wor- *franttt)ottH4ft 9?fbartrut: «nton Suntef. SBenn baä bon 3!)n?n bieder ßebrauc^te Wunbipoffcr ju Jn« ist, empfe^Un tpic 3^nen an Stffle be«felben einen "^lu^ mit Kosmlii' »Junb- unb 8af)nn>affer ju madjen. Sie tuerbrn bann ftnben, base 6te biffed in gan& ^^^ befonberem üüJa&e be» ^^^^^|^^^^ friebigt, benn Kosmin ^^^^^^^^H^l^k beäinficifrt bic SRutib« ^^^^^^^^^^^^^^^ t)i>l)le, conferDiftt bie ^^^^^r ^^^[^^^^^ $äf)nr un^ fräfttfjt bad ^^^^r^ ^*v^^^^^L ^sl^n^e'^'< ^f' überaus ^^^^^¦f^^ . V y^^^^^F Alaidje fi. r , lan^f aui- ^^^^H ^"iC^Vl^^^^ iciriH'itb, crbältli« in Sipo ^^^^^A ^MT^^^ Uh'Ii'ii, [^ffcrni 5)rofliicrifn ^^^^^^L ^^jf ^^^ unb !)iarfümrrini. Hktwral ^^^^^^k ^7^H «fpräffittaiu: K. Hkriwan, J^tfbcroecläufei unb AumSdbftflfbrnu*. ,>}u ^aben bfiörttber «ails1' CfJforbcn., «orf. unb &trniffe'$aui>(nttg, nohl:a*' *rancW«nertiaf|e. 9iac^ au«toärt« mit 9lafr "flWf- (872) 11-9 JUieder neuester Fagons vorzügliches Fabrikat billigst bei (*677> * jfflois Per sehe Domplatz 22. Gut Heitl Der ehrenfeste Laibacher Victzcle»«lub veranstaltet VamOtag den 2. December, abends 8 Uhr, in der llafino» Glashalle einen Kamilienabend, zu welchem unsere Vereins» Mitglieder freundlichst eingeladen wurden, was hiemit der Theil» nähme wegen zur Kenntnis der Mitglieder gebracht wirb. ----- 3er Hurnralb. Donnerstag den 7. December 1899 abends 9 Uhr in der Gasinc»«O lash alle Taut-'lkneipe. Jene Mitglieder, welche die Anmeldungen bisher noch nicht eingesendet haben, werden nochmals ersucht, solche bis 2. December abends bestimmt einzureichen. (4646) 2-l Z>er Aneipwart. W Danksagung. W W Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahm« W M während der Kranlheit und anlässlich des Ablebens W « unserer vielgeliebten Mutter, beziehungsweise Grotz« W ^ und Schwiegermutter, der Frau » Marie Mltz » W sowie für die schönen Kranzspenden und die Ve< W W aleitung zur letzten Nuhestätte spricht den innigsten M ^ Danl aus >W W die trauernde Familie Völtz. W W Lai bach am 29. November 1899. W Apotheke Piccoli, Laibach empfiohl I hellen Medicinal-Dampf-Leber-thran bester Marke nicht zu verwechseln mit übelriechende», widerlich schmeckenden Bauernthranen, durch infolge ergiebigen Fanges günstigen Einkauf zu nachstehendem bedeutend ermäßigtem Preise. (4561) 10—2 Eine Flasche mit circa '/< Kilo Inhalt 40 kr., zehn Flaschen 3 fl. 60 kr. Postversandt gegen Nachnahme. > VlariePraproinig, geb »inller gibt im >W >» eigenen und im Namen der übrigen Verwandten die W >» höchst betrübende Nachricht von dem Hinscheiden ibres W W innigftgeliebten Vruders, beziehungsweise Onlels, W > des Herrn W I August Ludwig Winkler > >» Kaufmannes und Hausbesitzers in Laibach W > welcher nach kurzem, schwerem Leiden heute Mittwoch W > am 29, November um halb 12 Uhr vormittags im W W 74. Lebensjahre, versehen mit den heil. Sterbesacra» W W menten, gottergeben und ruhig im Herrn entschlafen ist. W >» Die irdische Hülle d<-s theuersten Dahingeschie^ W > denen wird Freitag den 1. December um halb A Uhr W > nachmittags im Trauerhause Polanostraße Nr. 1b W >» feierlich eingesegnet und sodann auf dem Gottesacker « > zu St. Christoph in der Familiengruft zur lchleu ^ > Ruhe beigesetzt werden. M > Die heil, Seelenmessen werben in der Psarr» W >» lirche zu St. Peter gelesen. W D Laibach am 29, November 1899. M Proitovoljno gasllno druitvo ljub-jjfcnsko javlja žalostno vest, da je VsemogoCni i rvolil poklicati ustanovitelja podpornega sklada in èastnega èlana, gospoda Avgusta Winklerja izdelovalca mila in hiSnega posestnika v Ljuhljani vèeraj dne 29. novembra ob polu 12. uri dopoldne po kratki bolezni v boljSi svet. Pogreb bode v petek, dne 1. decembra, ob polu 3. uri popoldne od hiSe žalosti Poljanska cesta St. 19. Pokojnik se priporoca prijaznemu spominu vseh p. n. Clanov kakor tudi prijateljev in znancev. ^odl"v«uj -v »aiaru.1 V Ljubljani, dne 30. novembra 1899. Odbor. Vie Laibacher freiwillige Feuerwehr aibt ^ hiemit die traurige Nachricht, dass es dem Allmächtige!, ^ gefallen hat, den Gründer des Invalidensondes und ^ ihr Ehrenmitglied, den Herrn August Winkler > Seifensieder und Hausbesitzer in Laibach gestern um halb 12 Uhr vormittags nach kurzen Leiben in ein besseres Jenseits abzuberufen. Das Leichenbegängnis findet morgen, Freitag den 1. December, um halb 3 Uhr nachmittags vom Irauerhause Polanastraße Nr. 19 aus statt. Der Verewigte wird dem freundlichen Andenken aller ?. I. Mitglieder sowie aller Freunde und Ve. kannten empfohlen. Kr ruhe in Ilrieden l Laib ach am 30. November 1899. Der Ausschuss. W Course an der Wiener Börse vom 89. November 1899. «»«d«. o^«««, «ou«^ Hin»,» ^ , > >5tld War, ^ s>alll».Hnlt!)tn. l" H'oiV """"b" - , . 9«40 »»^<, ,.«! 5""rz ifslirilür'«»«»« »'««^ <»»bü ^ "°« veiz, Iü.,„„ ^„ll »>»lb l»5!» ^i«, 1«/ »," «lpr!lO<-»ub,r »9 1b «»»i. !^O»I 3>/' ^»at»ll>l, 2^>0 si, ««< Li ,«9 -. 3«0»r «,' " ^ya"ze 5«« l. lll« ?t» i»7 ?e '^r «,« ..." fünftel lua l. lbb«, <5? ,b ^ dl°^."°lb«n,e, steueift«» ,»6 60 N6 «< .. dl° 5""Wki'>,,,,,!«„n'. »»»,) «»^ il»i°N^I''vtft!tlon».«»nl« «"" «Konti, Nim. . . «,9V 8?^ *"'"«h'"««-'.,s«n,>^ ^ 'chrtldunlltn. ." ,»" «.. steutrwi «»n,.^')' >"l , ft«, 4«/ ill.?» 1,5,5 ^°"«^l, 1^". "^' °'^' "" " '"" fteH""H"'/.«.»r°..tn». " ««»..... «5U »«,b »V,W'"l »ooN 0«, v>/. «,» - «... «A«N» ««, V«, «t«»te »«» Zahlung >»trno«»ent vbllna««o»e». »lllabtthbah» «ou u, «x» »X 4»/, ab ,o°/. «, «». ... ,,, « >»-?» «l«!»beN>bahn. 4<» >. »000 «l. lW M. 4»/...... ll7«v«5-. yran».yo, »allzilche »all.Lubwla «ahn, divers» Olücke 4»/, , . . »? 80 vv bo V°r>irlbsr<,ei Vahn. 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Papiers u, «« ,5... «7« L!esin«el »rauerel >«0 fl, , 17^ . 173 — vl«lt«N'«est«!«l>,, Oest.»alpine ^?? üu »?S — Pl»«er «Nlen.Ind,.«,!, 5X> sl, 1^41 1X4^ Sal»».T«ri, bleinlolilen «<> >l, z><»'— 311 50 ..KMV»H«" V«pi«f, »00 N — . . - . „>»« lS?— «50 »»ld «j«, lr«f«ll»l «ohlenw-Vss, 70 st, »>4. »0b«) «L»ftn,f.^»,,c)sfl in W«,n,,0Ufl. »73 - 1?» -lUllg«m<«eihanft,. «ll» . in Pesi, «1, »ausesellscknsl l0y fl, , . ,04.^ ^«-H «ienerberger Zie«,l.«stien ««,. U " 4^ _ Diye,s» Kos« (per Stück) Bubapeft.Vllstliu, fDombau) . ««« ,,. «rebitlose ,N« fl...... »u» t»0 >l>» l»l» «larh.kole 40 fl, «M . . «5 tX» «4»>, ^"„Donall.Dampflch. Nwfl ««. «55 - <«^ _ ll7!ü„r Los, 40 fl..... «4-5» »<< »« Pu,ffy.«o1« «> fl >Xo!>>,n »reu«, U»a Vts, »,, bfl, , «0 l0 »<» «llbolpl, Loss !» ?I , . , ^>.__ zo^ kalm Ll>!e fl, LVl, , . _., __. »ewlnsilch, b, «"„ P>, Scki,lbv, d Nob,nlreb«!!i,s!alt, l, , ^,Iz ^4 ,z d!°, dl», u «IN 1»»» . . »- «— V»ib«ch»r 2,!,......« .. ^ DtVlstN. Un!l?n-b»m....... «0V10«»<»«,) Dt!>t,che >l»lü»e...... «<>» t»«i«, l!vi,°»n........ l»N 7^ 'A» »<» Par»« ........ «?8« «?»5 Vt. G«t«r»burß ..... '— — — Valuten. Dura!,«........ 5«S^ z^l, », iltMattlüott» . . »9 0^ l»9 l0 Ilalienixi», ^ai!l»oteu . . , 4b »<» 4l»'l<<> »««««.»iubsl...... z,7^» ,„/ Tm-n- und Trmx*m.-*.t . mW• CU« lÄÄ^y^BÄ^ ,1, Priv»t-Depdt« (Safe-Deposits) ¦ f»M) Lo.-Ver«loherunii Lalb*«b, Spl«iiirMm. »KXJiwif»«kf-EIMa|N !¦ tMh-CwrN»- m» af Wn H». : ^^*—TTu.i ______~" »""*«"""1»"«- ________ .....,|,,......s T----T------------------------————'—¦—...¦¦..¦¦ i ii ¦¦ ¦¦...... I II ¦ ........................