(^ llyrifche^ lattD Kamstag den 17. Muni 1837. Der Pnllast z« FontainebleMt. ^er Pallast zu Fontainebleau, in welchem am 30. Mai der Vcrmählungsact vor sich ging, «st ein Magazin von Schlössern genannt worden. Ludwig VII» (A4180) baute zuerst einen Königssitz zu Fontaine-bteau^ Entwickelt hat sich der Bau zu seinem gegenwärtigen Ulnfang durch die Sorge vieler Könige. Ludwig der Heilige, Ludwig XII., Heinrich IV., die dvei Ludwige, die ihm folgten, dann Napoleon und Ludwig Philipp haben den Pallast von Fontainebleau geändert, erweitert, verschönert. Der Pallast besteht «us sechs Pallästen. Die Namen der Verbindungs-Höfe haben etwas Originelles bewahrt, das von ihrem Alter zeugt. -So ist der Hof des weißen Pferdes noch da, aber seit zwei hundert Jahren ist das Kunstwerk verschwunden, das nach dem Pferde Marc Aurels zu Rom gebildet und da aufgestellt war. Von dem Gitter an diesem Hofe nimmt sich derPallast am großartigsten aus; man sieht in der Mitte die schöne Treppe, Lemer» ciers Meisterstück, links den Flügel, wo die Minister wohnten, ein Bauwerk aus Franz I. Zeit, rech^den unter Ludwig XV., an der Stelle der Ulysses-Gallerte errichteten Anbau. In dem Hofe der Fontänen, ist^up,, eine; der ovale Hof ist nicht oval, der KücheWM e^istirt seit Heinrich IV. z der Name ist nicht poetisch,. aber passend; man denkt dabei an den Kött'ig, dcr »edem Bauer eitt Huhn iu dcn Topf wünschte. So einfach die Benennung dieses Hofes ist, so superlatio sind die Inscriptionen an dem Eingangsthor. Heinrich lV. heißt da Lullator lal-t!5§imu5, Victor clemen-U««mu2, N,6x cllrl5tl2ni55imu5. Auf den Orangerieoder Maintcnon-Hof gcht die Diana-Gallerie hinaus, / Ludwig Philipp hat seit 1831 alle Theile des Fon-taincbleau-Pallastcs neu einrichten und ausschmücken lassen. In dem Saale, der in die königlichen Gcnwcher fiiHrt, zeigt der Fries des Umkreises in erhabene«' Arbeit die Chissern der Souveräne, die a« nicistsn für Fontainebleau gethan haben. Die Emblem« von zehn Königen empfangen den Eintretenden; da schim-wert. der Halbmond Heinrichs II., der Salamander, den sich Franz I. zum Sinnbild erkohren, die Sonne Ludwigs XIV., über einem I. strahlend, die Keule Ludwigs XIII. — und dann das N Napoleons, 2(n dcn Saal stößt die Gallcrie Franz des Ersten: eine reiche Sammlung von Gemälden und Sculpturen; link) ist die Drcifaltl'gkcits.-Capelle, ursprünglich ven Ludwig dem Heiligen gestiftet; die Zeit hat die Inschrift verwischt, welche übcr dem Eingänge stand: ^6oi-2t6 Deum, 6ein6e regem. §n der langen Reihe von Gemachern, die sich durch den ersten Sto-ck ziehen, ist vornehmlich das Zimmer Ludwigs XIII. zu bemerken. Der Sohn Heinrichs I V. und der Maria von Medicis wurde am 20. September 1601 in diesem Zimmer geboren. Arabesken, Gemälde, Vcrgoldungcn ?in köstlicher Plafond sind neueren Datums. Die de.n Herzog von Orleans und seiner Gemahlinn be< si-'üuntcn Appartements hat man im Styl dcr Zeit '.uowigs XIII. meublirt; sie nehmen zmn Theil den Naum ein, wo Kaiser Carl V. im Jahre 1539, dann unter Napoleon der König Carl IV. von Spanien, und später der Papst Pius VII. logirt waren. Eine nicyt so ansehnliche Gemächcrrcihe, die dcr Frau v. Maintenon, ist ebenfalls mit Aufwand und Geschmack restaurirt worden. - 94 - Aeber ven VamzMglauben in Griechenland. Der Vampyr oder Katakhanas, wie er in Kreta heisit, wird Vurvulakas oder Vrukolakas auf den In-seln des Archipels genannt, wo der Glaube allgemein herrschend ist, dasi, wenn ein Mann ein großes Verbrechen begangen hat, oder im Kirchenbann stirbt, die Erde ihn nicht aufnimmt, und er allnächtlich umherwandeln muß. Viele glauben, daß er diesi selbst am Tage zu thun genöthigt sey, und nur Einmal in der Woche, am Sonnabend, seinen Vcgräbnisiplatz einnehmen dürfe. Wenn es bekannt wird, daß ein Vurvulakas die Gegend heimsucht, bcgibt sich das Volk an einem Sonnabend zu seinem Grabe, wo man den Körper immer noch unvcrwcst und so fin-det, wie er begraben wurde; der Priester liest gewisse eigenthümliche, für solche Fälle besonders wirksame Gebete, welche meistens den Vampyr zur Nuhe, nöthigen. Wirkt aber dieses nicht, so wird der Körper an einem Sonnabend verbrannt — ein Schritt, zu welchem die Griechen, jedoch nur in der äußersten Noth, ihre Zuflucht nehmen, da sie es für verbrecherisch halten, einen Körper zu verbrennen , über welchen der Priester das heilige Öl ausgegoffcn hat. Selbst die rohen Hydrioten, welche in ihrem see.> fahrenden Leben so viel mit fremden Völkern verkehren, haben den Glauben an die Vurvulakas keineswegs verloren, und sie erzählen, dasi es früher zahlreiche Vampyre in Hydra gegeben habe, und daß sie ihre jetzige Befreiung davon nur den Bemühungen ihres Bischofs verdankten, welcher sie alle nach der wüsten Insel Santorin bannte, wo sie in großer Anzahl sich finden, und an den schroffen Abhängen Steine nach der See hinabrotten, »wie jeder hören kann, welcher in der Nacht in einem Kaik vorüberfährt.« Auch die Sfakioten glauben, daß dieVam-Me erst in neuerer Zcir durch den größeren Eifer und di,e Geschicklichkeit ibrcrPriestcr seltener geworden seyen. Der Volksglaube an Vampyre beschränkt sich bekanntlich nicht auf Griechenland , sondern findet siA« auch jetzt noch in Dalmaticn, Ungarn, Mähren und andern Ländern. D'c'r Name Vurvulakas oder Vrukolakas ist wahrscheinlich slavischen Ursprungs, da cr sich auch bei den Wallachen, Böhmen und Montenegrinern sindct, und durch diese wohl zu den Ar-yauten in Hydra und Albanien kam; diese Vermuthung ist um so wahrscheinlicher, da in Kreta, wo der Emsiusi dcr Slaven nicht so gefühlt wurde, wie in Morea und d:n meisten ägäischen Inseln, dcr Vampyr unter dem ganz verschiedenen Namen Katakhanas bekannt ist, ein Wort, welches ursprünglich bloß einen Zerstörer bedeutet haben mag, und allmählich erst in diese specielle Bedeutung überging. Den Glauben, daß ein Todter an dem Blute eines Menschenopfers Gefallen finde, trifft man schon bei den alren Griechen; Euripides schildert die Geisteserscheinung des Achilles, als zeigte sie sich in goldener Rüstung auf dem Grabe, und werde durch das Blut einer Jungfrau beschwichtigt, deren Blut sie trinkt. So lecken auch in der Odyssee die herauf? beschwornen Schatten gierig das Blut der geschlachteten Schafe auf. Zu Korinth erzählte man von den Kindern der Medea, daß sie nach ihrem Tode Kinder verzehrten, und in ihrem Vernichtungswerke erst dann aufhörten , als jährliche Opfer an ihrem Grabe dargebracht wurden. Strabo, Pausanias und andere Schriftsteller erzählen eine Sage, deren Schauplatz Temesa in Italien war, und welche gleichfalls ein Beispiel von Vampyrismus darbieten. Der Verfasser eines Buchs, welches gewöhnlich dem Hippokrates zugeschrieben wird (6e morb. vii-F.), behandelt den Glauben an solche Geschichten feindlicher Dämonen als eine Krankheit, und sagt, solche eingebildete Erscheinungen, welche man nicht bloß bei Nacht, sondern auch bei Tage sehe, hätten manche Personen, namentlich Weiber dahin gebracht, sich zu erhängen; wenn sie aber von der Krankheit geheilt worden, hätten namentlich die Weiber der Artemis große Opfer dargebracht. Nach dem neuern Aberglauben genießen die Weiber ein besonderes Vorrecht hinsichtlich dcr Ka-takhanades; besucht nämlich ein solcher eine Frau in der Abwesenheit ihres Mannes, so überlebt sie gewöhnlich den Besuch. Auf diese Weise wird. ein sterblicher Liebhaber, welcher in andern Zeiten für einen Gott oder einen Heiligen angesehen wurde, in Kreta wohl manchmal für einen Vampyr gehalten. Während des langen Kriegs zwischen Christen und Mu-hammcdanern auf c>cr Insel wurde allmählich von ^Vampyrcn wenig mehr geredet; wie kam es, daß zu ^WlGAit, wo so viele Menschen umkamen, keiner ein M^hanas wurde? Die Antwort auf diese Fragc^Ti-, dasi niemand ein Katakhanas werde, welcher iWriegszeit stirbt. ?Mn muß indeß nicht glauben, daß ein so roher >AoerglauHn gar keine Gegner finde; im Gegentheil Im^u^n ?ie Bischöfe in einigen Theilen der Türkei u Puncte sehr aufgeklärt zu denken. Im Anfang dieses Jahrhunderts erhielt der Metropolitan von Larissa die Nachricht, dasi cm Papas zwei Leichen habe ausscharren und unter dem Vorwande, - 95 - daß sie Vrukolakas seyen, in den Haliakmon werfen lassen. Als der Papas vor den Bischof gerufen wurde, gestand er die Thatsache ein, behauptete aber zu seiner Rechtfertigung, es sey das Gerücht gegangen, daß ein großes Thier unter Flammen aus dem Grabe hervorgekommen sey, in welchem die beiden Körper beerdigt waren. Der Bischof strafte den Priester mn 250 Piaster, und machte in der ganzen Diocese bekannt, daß er ein ähnliches Vergehen künftig mit c'mcr doppelten Buße belegen, und den Priester unfehlbar absetzen werde. Von da an wurden alle Vam-pyre in seinem Bisthum ruhig. Weuschrecken in Ehina. Die ö'gyptische Plage der Heuschrecken erschien in Kwang-se und den westlichen Strichen von Kwang-tong um den 20. Julius 183Z. Als ein kleiner Vortrab derselben bis Canton gekommen war, erhielt dasMilitär und Volk Befehl sie zu vernichten, wie dieß geschehen war, als sie im October 1833 erschienen. Da dieß viel leichter gesagt, als gethan war, kam man auf den viel vernünftigern Einfall , eine Belohnung für ein gewisses Maß anzubieten; als aber heftige Winde die Heuschrecken in solcher Menge und so an einem Orte zusammentrieben, daß die Sammler einen ziemlichen Gewinn gemacht hätten, wurde die Belohnung herabgesetzt. Der Schaden, den diese Insecten verursachen, ist ungeheuer: in ganz kurzer Zeit zerstören sie ein Reisfeld, daß man nichts Grünes mehr sieht. Die Chinesen behaupten, der Führer eines Schwarmes sey das größte Individuum darin, und die andern folgten allen seincn Bewegungen. Einige Nachzügler erschienen in den Gärten von Canton; sie waren 2 V2 bis 3 Zoll lang, stark gegliedert, und glichen der gewöhnlichen Art der ägyptischen Heuschrecken. Die Eingebornen betrachten sie, wenn der Unterleib abgenommen ist, und sic gehörig gekocht sind, als ein ganz ordentliches Mahl, scheinen aber doch nicht gerade sonderlichen Geschmack daran zu finden. Was Meueste unv Interessanteste >m Gebiete ver Kunst unv DnvuNrie. ver Nänver« unv ^ölkcrkunve. In der Nähe von Güstrow in Mecklenburg liegt cin kleiner aber tiefer See, der grundlose See genannt. Am 21. April d. I. sank das östliche Ufer dieses Sees m bedeutender Ausdehnung auf eine Tiefe von 22 bis 50 Fuß ein, während sich mitten aus dem See, und zwar da, wo er bisher am tiefsten gewesen war, eine kleine Insel aus dem Grunde emporhob. M i s c e 11 e n. Das merkwürdigste Gasthaus der Welt, Astor-House zu Neu - York, wird nächstens den Reisenden und andern Gästen eröffnet werden. Das Gebäude hat eine Fa^ade von 200 Fuß Länge, sein Portal ruht auf Marmorsäulen, und es ist unstreitig die schönste Zierde von Broadway. Seine Masse, seine Simplizität und seine regelmäßigen Verhältnisse geben ihm den Charakter der höchsten Großartigkeit, und Herr Astor hat sich durch dessen Errichtung ein Denkmal gesetzt, welches seinen Namen den folgenden Jahrhunderten überliefern wird. Die innere Eintheilung übertrifft Alles, was man in dieser Art bisher gesehen hat. Das Haus enthält 300 Gemächer, 400 Fuß Länge, 41 Fuß Breite, und 19 Fuß Höhe. Die Fenster aller Zimmer gehen auf die Straße heraus, alle haben einen Kamin und Glockcnzug. Die Küche ist dermaßen eingerichtet, daß der Vorsteher, ein Kochkünstler von geprüftem Verdienste, mit cincm Blicke sein ganzes untergebenes Personale übersehen kann. Außer den gewöhnlichen Küchcnciniichtungen ist hier noch cin eigener Dampf-Apparat zum Kochen der Gemüse, des Fleisches u. s. w. vorhanden, und das glänzende Gaslicht läßt die große Reinlichkeit bewundern, welche allenthalben herrscht. Unter der Küche befindet sich das Waschhaus, einer der interessantesten und schenswiu'digstcn Theile der Anstalt, wo durch die Gewalt des Dampfes das Linnen in einer Unzahl von Kesseln, eine halbe Stunde, nachdem es in die Wäsche gegeben worden, gewaschen, getrocknet und zum neuen Gebrauch bereitet ist. Noch unter diesem befindet sich die Dampfmaschine, welche das Wasser in oie vier Abtheilungen des Gebäudes treibt, die Küche und das Waschhaus mit Dampf versieht, die Messer und Gabeln, Schuhe und Stiefeln reinigt, und noch einen Überfluß von Dampf hat,, der zu irgend einem anderen Zwecke verwendet werden kann. Dle Fremdenzimmer sind geschmackvoll, doch ohne schimmernden Flitter mö'blirt, alle Möblcs von Nußholz, mit cinem dunkeln Firniß überzogen, die Spiegel haben eben dergleichen Rahmen. Der Spiegel im' Gesellschaftssaale der Damcn ist wohl der größte in den vereinigten Staaten, 120 Zoll hoch und 72 Zoll breit. Die Parketten und Tafeln zeigen fürstlichen Glanz, das gcsammtc Mobiliar? kostete 90,000 Dollars (etwa 190,000 fi.), und dieAn-zahl der Domestiken beläuft sich auf 80 Personen. > 96 - Von 400 Schlössern in dem Gebäude können nicht zwei mit demselben Schlüssel geöffnet werden 5 und das ganze Haus ist mit Marmor gepflastert. Herr Anastasi, hat einen »kurzen Bericht seiner Forschungen und Entdeckungen in Ober - Ägypten" bekannt gemacht, wohin ihn der bekannte englische Consul, Herr Salt, zur Sammlung von Alterthümern gesendet hatte. Er erzählt in diesem Berichte folgenden merkwürdigen Umstand: »Im Jahre 1817 kamen drei Araber zu uns, um bei unsern Nachgrabungen Beschäftigung zu finden; da sie aber schon ziemlich bejahrt waren, so wurden sie abgewiesen, und beschlossen nun, auf eigene Rechnung zu arbeiten. An demselben Tage noch fanden sie zwei Götzenbilder, auf die sie jedoch keinen Werth legten, obwohl sie schwarz und von der gewöhnlichen Art der altägyptischen Denkmale waren. Gegen Abend gaben sie, verdrießlich darüber, nichts von Werthe gefunden zu haben-, die Arbeit auf, und beklagten sich über ihr Mißgeschick, das sie, ihrem Ausdrucke nach, nicht einmal ein Stück Brod für den Tag gewinnen ließ. Plötzllch indeß sprang einer von ihnen auf, nahm die beidenGo'tzenbilderund ging nach dem Flusse, wo sich damals Lord Belmore, Herr Salt Und Herr Drovetti befanden. Der Araber wandte sich an den letztem, der ihm 50 Paras fü> die beiden Götzenbilder bot; der Araber verlangte 70,' waS etwa anderthalb Piaster des Landes ausmacht, und wie er sagte, genügend war, um für ihn und feine beiden Gefährten Nahrung zu kaufen. Da aber Herr Drovetti ihm nichts weitera ls 50ParaS geben wollte, so n/arf er voll Zorn eines der Götzenbilde? auf die Erde, wo es zerbrach, un^ zum großen Erstaunen der Anwesen» den eine Papyrusrolle zum Vorscheiü kam. Herr Drovetti, der nie daran gedacht hatte, daß diese Alt von Götzenbildern Papyrusrollen enthalten könnten, war entzückt; der Araber benutzte den Umstand, und Herr Drovetti mußte nun die Papyrusrolle und das andere Götzenbild viel theurer bezahlen, als der Araber Anfangs begehrt hatte. Auf solche Weise kam das Geheimniß der.alten Ägyptier, oder vielmehr ihrer Priester/ an den Tag. Der Ruhm der Leipziger Messe ist jetzt sogar bis nach dem fünften Welttheile, nach Australien oder Neuholland gedrungen; denn aus Sidney war ein Handelsmann zur lctztverfloffeuen Neujahrsmesse hier, der bedeutende Einkäufe in Tüchern und andern Waaren gemacht hat. Zu seiner Herreise über das Cap der guten Hoffnung brauchte er fünf Monate Zeit, und er gedenkt seinen Heimweg um das Cap Horn zu nehmen, um einen Monat an Zeit zu ersparen. Nichts desto weniger hat er versprochen, zur künftigen Neujahrsmesse wieder nach Leipzig zu kommen. Er ist ein geborner Preuße, und hat sich in Sidney in einem Zeitraume von unge« fähr sechzehn Jahren ein,Vermögen von 300,000 Pfd. Sterling erworben. In derselben Stadt lebt seit 1831 auch ein geborner Leipziger, Herrr von R., der seit jener Zeit ebenfalls auf dem Wege des Handels Herr von wenigstens 60,000 Pfund Sterling geworden ist. Unlängst stand in London ein Fuhrmann vor dem Lord-Mayors-Gericht unter der Anklage, daß er in trunkenem Zustande seine Pferde habe durchgehen lassen, so daß der Wogen mit einer Stage-Coach in Collision kam s und dieser Schaden zufügte« Der Fuhrmann sagte aus, ein Schuhsiicker habe ihn betrunken gemacht, und wirklich wurde vor d«m Gerichte nachgewiesen, daß e5 ein solches Subject gebe, welches ein förmliches Handwerk daraus macht, jeden Fuhrmann betrunken zu machen, bis ihm die Pferde durchgehen; wenn dann der Wagen umfällt, so ist es gewöhnlich der Flchrwann selbst, der am meisten Schaden nimmt; der Schuhfiicker hat schon solche Übung im Fallen, daß er unversehrt davonkommt; wie el denn auch dießma< nicht vor Gericht gebracht w,vden konnte, weil er sich gleich nach dem Sturze des Wagens aus dem Staube gemacht hatte. Die Bra»ntweinflasche, mit welcher er d«n Fuhrleuten zusetzt, nannte der Angeklagte »eins nasse Flinte."--------- Die Arbeiten dcK artesischen Brunnens ienscits de? Barriöre v>on Grcnelle werden mit jedem Tag interessanter: die Sonde ist jetzt auf 1240 Fuß hinabge-tommen. Man bohrt im Durchschnitte täglich j Fuß und einige Linien tief^ die Verwaltung soll im Begriffe stehen, mit dem Leiter der Arbei.t, Hrn. V?ulot, cmcn neuen Contract abzuschließen, und bis auf 1700 Fuß bohren zu lassen^ wenn das Wasser nicht aufspringt. Die Geologen, welche sich lebhaft für die Sache in-tcrcssiren, sind der Meinung, daß das Wasser pnmit« telbar zu warmen Bädern verwendet werden könne. Die deutsche Musik macht sich jetzt selbst nach Afrika Bahn. In Algier ist Meycrbeer's »Robert der Tcuftl" mit ssrosiem Beifall gegeben worden, und in Alexandrien studirt man Weber's »Freischütz« ein. Kürzlich hat man in Kennington einer Witwe, Namens Elisabeth Cobett, die freie Verwaltung ihres Vermögens gerichtlich benommen. Diese hatte son« dcrbare Manien: so bildete sie sich ein, sie iväre nie verheirathct gewesen, obwohl sie 4 Kinder hatte, die immer um sie warcn^ Auch hatte sie eine außerordentliche Leidenschaft für Virgil, und, obgleich sie nicht ein Wörtchen Latein verstand, so las sie doch stets vom frühen Morgen bis in die Nacht hinein dessen ^eneib.-------- Nevacteur: H-r. kav. Heinrich. Verleger: Hgnaz M. Svler v. Kleinmnyr.'I