krinuuirraiious-prcisc: Für Laibach: *-k>i-hrig . . . 8 sl. 4« kr. ^ ^ . 4 „ so „ ^v.rliährig. . . z io „ , . - , 7V . Äi! der Post: ^ ?»Mrig . , . 11 fl. - kr. palbjahrjz . . . s , so. " ^-cha-rig. . . L , 75 . Mi dach er ^ Z-iZillung in» HcliiS viertel. ^)rig 25 !r„ monatlich S kr. L»zilve Nummern s kr. « N c d a K t i o l l ^abnbcfgasse Nr. 13^ Ckvc)iliou uuL Lnscratr»^ 6iircail: »siigretzplatz Nr. 81 (Buchhandlnvj oon I. v.KleinmavrLF. Bamberg), Anonime Mittheilung-n werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. Zuscrtionspreisc: i)ür die einspaltige Petitzeile 3 kr bei zweimaliger Einschaltung a 5 kr dreimal L 7 kr. Insertionöstempel jedesmal 3V kr. "ei yröheren Inseraten und öfterer Linsckaltnnq entsprechender Rabatt. Nr. 59. Dienstag, 12. März 1872. — Morgen: Nosina. .r . ^ayrgang. Schulgesetz-Debatte im preußischen Her-reuhause. (Bismarck's Rede.) (Schluß.) Die Motive, welche im Kommissions-Berichte angegeben sind, stellen die Ansicht hin, daß man Zwar zu der gegenwärtigen Regierung das Zutrauen haben könne, sie werde die Erziehung der Jugend nicht ganz den Geistlichen entziehen; aber es öffne ^ Gesetz dix Thvre, durch welche „die wilden Fasler des Unglaubens von dem entchristlichten ^ M ^ Schulen überfluthen werden." Solcher Redensarten finden sich im Berichte mehrere; ^ sind dies eben die Mittel einer solchen Art von Rhetorik. Die Herren mögen aber bedenken, daß sie sich damit zu Mitzengen und Eideshelfern von Beschuldigungen machen, die ungerechtfertigterweise von katholischer Seite her, vom „Baierischen VolkSblatt" bis zur ..Germania" in Berlin, gegen die Regierung ausgesprochen worden sind. Sie ist da beschuldigt worden, sie strebe dahin, den christlichen Staat zu zerstören und ihn zu einem heidnischen zu machen, zu einem Staate ohne Gott. Solche Beschuldigungen werden unter dem Volke verbreitet, welches nicht untersucht, sondern nur vertrauensvoll den Ansichten der Gebildeten folgt. Bedenken Sie also, Meine Herren, daß Sie auf diese Weise der Regierung Lasten in der öffentlichen Meinung anfbürden, wie es gewiß nicht in Ihrer Absicht gelegen haben kann, wenn Gie nicht Ihrer ganzen Vergangenheit untreu werden wollen. Sie haben die Schwere des Steines gar nicht bedacht, mit dem Sic nach der Regierung werfen, und der im Zurückrollcu die Wirkung einer Lawine habeu kaun. Sic haben die Schwere der Umstände gar nicht erwogen, haben nicht ermessen die außerordentlichen Wirkungen, welche solche Uebertreibungen der Uebel, die durch dieses Gesetz kämen, hervorrufen müssen, — Uebertreibungen, die im höchsten Grade ungerecht nnd mit dem Charakter einer konservativen Opposition nicht mehr verträglich sind. Was uns geleitet hat, dieses Gesetz aus dem Unterrichtsgesetz herüberzu-uehmen, und gerade jetzt nicht mehr die Geduld zu haben, die wir früher hatten, das war die Erwägung, daß wir früher in einem von ganz Europa beneideten konfessionellen Fried:n gelebt haben, und zwar auch mit der Konfession, mit welcher es für eine evangelische Dynastie am schwierigsten ist, mit der römisch-katholischen. Dieser Friede fing an minder sicher für uns zu werden von dem Augenblicke an, wo Preußen und mit ihm die evangelische Dyugstie eine stärkere Entwicklung nahm. So lange zwei katholische Großmächte in Europa waren, von denen jede eine stärkere Basis für das katholische Bedürfniß bot, als Preußen, haben wir den Frieden gehabt. Dieser Friede wurde schon bedenklich angeseindet nach dem österreichischen Kriege, als damals die Macht, die in Deutschland so lange das katholische Prinzip aufrechterhalten hatte, 1866 im Kriege unterlag und die Zukunft Deutschlands in die Hand eines evangelischen Staates gelegt wnrde. Aber man verlor die Ruhe auf der anderen Seite vollständig, als die zweite katholische Hauptmacht in Europa denselben Weg ging uud uns eiue Macht zufiel, die mit Gottes Hilfe in unserer Hand bleiben wird. So ist wenigstens die Thatsache bestätigt, daß gleichzeitig mit Preußens Wachsthum sich eine Vermiuderuug des konfessionellen Friedens herausgestellt hat. Inwieweit das mit den Absichten einer Partei zusammenhängt, Waffen für ihre Zwecke in die Hände zu bekommen, und inwieweit diese Anschaffung vom di- plomatischen Standpunkte getheilt wird, das charak-terisirt am besten einer unserer hervorragendsten Gesandten in einer der wichtigsten Stellungen, in einem Bericht, der zufällig in meiner heutigen Post enthalten ist und mich eigener Aeußerungen überhebt. (Der Minister-Präsident verliest einige Stellen aus einem Gesandtschaftsbericht neuesten Datums, der fast wörtlich Folgendes enthält: „Die in Frankreich gewünschte Revanche knüpft sich an die Heranf-beschwörung religiöser Zerrissenheit in Deutschland. Die deutsche Einheit und Kraft soll durch diesen Zwiespalt lahmgelegt werden, uud der gesammte Klerus, von Rom geleitet, soll in Verbindung mit diesen Bestrebungen den römischen Hoffnungen auf Wiederherstellung der weltlichen Macht des Papstes dienstbar sein. In Frankreich ist eine gegenseitige Vereinbarung oder besser Dupirung des klerikalen und nationalen Interesses nur möglich, sobald dort der Klerus die Rache an Deutschland und die Wiederherstellung des Supremats auf seine Fahne schreibt, unter welcher Regierungsform dies auch immer sein möge. So hofft man dort stark zu werden, während in Deutschland durch die wohlorgani-sirte, vou Rom, Paris und Brüssel aus geleitete Arbeit des K^rus kirchliche Zerwürfnisse bereitet werden sollen." In einem anderen Passus heißt eS: „Man mache sich keine Illusionen darüber, daß gleichzeitig mit der Revanche an Deutschland auch ein L-chlag gegen Italien vorbereitet werden soll, so daß, wenn Deutschland durch die kirchlichen Zerwürfnisse paralisirt und zerrüttet ist, das klerikale Element in Italien seine Fahne aufpflanzt." Meine Herren! Dies ist die Ansicht eines gewiegten Diplomaten, der diese doch nicht für den Gebrauch der parlamentarischen Debatten geschrieben hat, sondern seine Ueberzeuguug seinem Könige vorträgt. Diese Eine Vorlegung wird einen Blick auf die Erwä- Jeuilleton. Theater. (Schluß.) „Geld. Geld. Geld!" von Fr. Kaiser. - ..Morilla" von H°pp Benefiz des Herrn G. Löcs.) „Geld, Geld, Geld!" (oder „Montecueuli " wie wir der Vereinfachung wegen anrathen würden das Stuck zu nennen) heißt eine nene Posse von Mtedrich Kaiser, die wir am verflossenen Freitag iu sehen bekamen. Es ist dies eine der vielen No-taten, mit denen uns unsere überaus strebsame Erektion im Laufe der Saison förmlich über-> »wem,ute. Wir müssen gestehen, noch kein Jahr °ch e u„ser Repertoire eiue so reichhaltige, Muk. Erneueruug, wie das laufende. «Vien wir auch über einen nicht kleinen Theil lii,,,' ? ^ getretenen Erscheinungen kühl ^''Weggehen, manche derselben sogar entschieden zu- L'7'?!'/ "'EMU sich doch iu alle,, eiue N hr.gkelt uud Befl. seuheit der Direktiou, die un-D ul, V * ° Anerkennung verdient. Leider hat das de "icht immer in gleichen Maße geübt, wie wir es hier jederzeit mit der Feder thaten. Gerne möchten wir dies der Direktion als Ersatz anbieten, wenn nicht gegrüu-dete Zweifel iu uns aufstiegen, ob sie eine derartige Rekompense klingender Anerkennung durch eine geschriebene wohl anch vollgültig, zum Pari-Kurse, akzeptiren würde? Daß wir diese unsere Anerkennung heute abermals zum Ausdrucke gelangen lassen, verdankt die Direktion zwar keineswegs — wie man irrtümlicherweise vielleicht vermuthen könnte — einem besonderen Entzücken, in welches uns speziell die oben genannte Novität versetzte, sondern eben nur dem Umstande, daß wir als gewissenhafter Theater-Reporter uns dieser Schuld schon seit längerem bewußt sind. Die Besprechung der neuvor-geführten Posse „Geld, Geld, Geld," gab nur den äußeren Anstoß hiezu, sie selbst aber hätte uns zu einer besonderen Dankeshymne sicher nicht zu begeistern vermocht. Sic ist eben eine Posse, der wir die Palme der Bottenduug weder nach der einen, noch »ach der anderen Seite hin reichen können. Jedenfalls sahen wir schon manche Posse, die besser, aber zum mindesten gewiß auch eben so viele, die schlechter sind, als die genannte. Besonders strenge nahm es der Dichter mit der Komposition ihres Themas allerdings nicht, denn dasselbe ist von rührender Einfachheit und Harmlosigkeit. Lorbeeren der Originalität und Erfindungsgabe hat ihm dieselbe sicherlich nicht eingetragen. Daß sic aber andererseits doch etwas höher steht, als manche andere dramatische Ausgeburt jener berüchtigten, modernen Wiener Mob-Literatur, von welcher wir im Laufe der Saison bereits etliche Kraftproben „zum ersten-malc" verdauen mußten, dafür bürgt uns schon der Name: Friedrich Kaiser, den sie an der Stirne trägt. Fr. Kaiser verdient unter den lebenden dramatischen VolkSdichteru Wiens mit Recht einer der besten genannt zu werden, denn mehr oder weniger liegt allen seinen Stücken eine edlere, sittliche Tendenz zu Grunde, und nie wird er sich in seiner Durchführung bis zu jener bodenlosen Geschmacklosigkeit und Trivialität — um nicht zu sagen Gemeinheit — «ersteigen, in welcher ein Theil seiner Kollegen von der Feder mit Vorliebe zu arbeiten pflegt. Dies zeigt sich auch iu der vorliegenden Posse, welche sich zwar in einem sehr einfachen, aber gesunden Fahrwasser bewegt und alle niederen Effektmittel verschmäht. Die Darstellung derselben war eine durchwegs recht gute, und nennen wir hiebei anerkennend: Hrn. Hofbauer (Rump- gungen eröffnen, welche die Regierung bei der Ergreifung solcher Maßregeln geleitet haben. Ich begebe mich aus dem Gebiete der Konjektural-Politik auf die Konstellationen zurück, unter denen das polnische Element, wo es nicht so lokal ist, als der Herr Vorredner es hingestellt hat, eine Schwerkraft weit über seine Anzahl hin gewinnen kann. Es gibt eine Partei, deren Ideal in der Zeit liegt, wo das Kommando des Rittmeisters schwächer wird, als der Einfluß des Beichtvaters. Und dann würde» allerdings die Angelegenheiten der Regierung wohl gpnz anders stehen; dann würde das Mittel des Herrn v. Waldow, diese Leute niederzuschlagen, wohl nichts mehr nützen. Wir wollen die Leute gar nicht erst so erziehen, daß wir sie niederschlage» müssen, sondern wir wollen das Verderben in seinem Keime ersticken. Der Beichtstuhl bleibt immer noch ein hinreichend mächtiges Mittel für die Bestrebungen besonders von Geistlichen anderer Nationalität; aber dennoch wird man wünschen müssen, daß solche Geistliche nicht zn Schuliuspektorateu genommen werten. Ich bin überzeugt, daß dieses Ideal unzuverlässiger Rekruten nicht erreicht werden wird, weil die Leut- Deutsch lerneu und aus der Presse und anderen Quellen erfahre» werden, wie sie dergleichen Dinge zu benrtheilen haben. Sie werden sich selbst Aufklärung über die Tendenzen der Regierung verschaffen, sie werden den Kommissions-Bericht lesen (Heiterkeit), aber auch Dinge, die dagegen gesagt sind. So lauge sie aber die deutsche Sprache nicht kennen, erfahren sie nur das, was ihnen die Gebildeten übersetzen, und dies geschieht nicht immer loyal. Diesen Zwecken können allerdings auch polnische Preßorgane dienen; fraglich ist cs nur, ob - ie Leute sie lesen, oder die Priester es ihnen untersagen werden. Denn bei allen diesen Fragen handelt cs sich immer nur darum, wer der Stärkere ist, der geistliche oder der weltliche Vorgesetzte. Durch dieses Gesetz wollen wir erreichen, daß sich die Geistlichen, bei welchen die Disziplin so stark ist, daß sie kaum durch die militärische Disziplin bezwnngen werden kann, sich nicht allen Anforderungen, wie sie es oft thnn, mit einem Aon xossuinus entziehen. Soll der Kultusminister verantwortlich sein für das Resultat unserer Vvlkscrziehung, und sollen unsere Nachkommen der Regierung nicht den Vorwurf machen, den ich den Vorgängern des Kultusministers 10 und 15 Jahre zurück mache, daß sie die Sache außer Acht gelassen haben, so muß sic sich regen und sagen: die Gefahr droht, sie muß ve'mieden werden. Ausnahmsgesetze halte ich nicht für an-nehmbar, die Regierung lehnt es ab, darauf einzugehen. Wir find, ich wiederhole es, nicht darauf gefaßt gewesen, daß dieses Gesetz in der konservativen ler), Hrn. Traut (Malberg) uud Hrn. Schlesinger (Tratschberger), welch' letzterer durch Spiel uud Maske den heiteren Theil des Stückes in trefflicher Weise besorgte. Nicht unerwähnt dürfen wir Frl. Weber (Klara) lassen, welche die, ihre eigentliche Ssäre weit übersteigende Rolle mit Geschick und Routine zu lösen wnßte. Frl. Krägel schien ihre kleine Volksstnckrolle sehr zu amüsiren, wir sahen sic wenigstens selten mit so viel Lanne und Mnthwille» spielen. Freilich mit dem Vollblut Wiener-Dialekte scheint das Fräulein ans dem „grünen Rhcinlai'de" noch ans etwas gespanntem Fuße zu stehen, und mnßle» wir nns diesbezüglich mit ihren m ehr gntgcmcintc n Imitations-Versuchen begnügen. Doch sollte es Frl. Krägel nebst ihren bereits erworbenen Ehrenpreisen anch nach der Siegespalme auf diesem Gebiete gelüsten, so wüßten wir ihr wohl ein Mittel hiezu an die Hand zu geben. Ein kurzes Sommcrcngagcment anf den bcrnhmie» Nesidcnzbühncn zn Meidiing oder Rn-dolssheim — nnd ,vrl. Krägel )vird dem klassischen Verständnisse der verborgenen Schönheiten des Lich-tcnthalcr- und Thury-Dialekles gewiß um ein bedeutendes'näher gerückt scin! 1'rodut.nm ost! Noch eine Novität rcnommirtcr Art brachte Partei irgend welche Anfechtungen erfahren würde, und ich muß sagen, man hat die Uebel, die ans diesem Gesetze entstehen können, in einer höchst un-gerechtfertigten Weise übertrieben. Die Sache ist auch von evangelischer Seite aufgebläht worden und zu einer Wichtigkeit erhoben, als Hütten wir fämmt-liche Geistliche kassirt und schafften nur tabula rasa und wollten mit ten 20.000 Thalern den evangelischen Staat zerstören. Ohne diese Uebertreibnngen würden die Streitigkeiten und Konflikte nicht entstanden sein, auf die ich, ohne persönlich zu werden, nicht näher eingehen darf. Ich kann indessen, nachdem hier bei der Erläuterung dieses Gesetzes mit einer Offenheit und Erregung, zu welcher es konservative Leute nicht bringen sollten, vorgcgangcu worden ist, nachdem wir die Tendenzen dargelegt haben, die uns dabei beseelten, nur noch die Hoffnung anssprechen, daß das Herrenhaus in seiner Majorität, und zwar mit einer starken Majorität, sich für das Gesetz entscheiden möge, die uns zeigt, daß wir auch in dieser wichtigen Sache der Zustimmung des Herrenhauses, die uns schon so oft zu Theil geworden ist, nicht entbehren sollen. Lebhafter Beifall folgte dieser Rede, ein Pole und Herr v. Waldow (Steinhövel) traten dem Minister-Präsidenten noch entgegen, er führte jedoch beide mit kurzen Bemerkungen aä ubburäum. Politische Rundschau. Laibach, 12. März. Inland. In der Abendsitzung des Abgeordnetenhauses vom letzten Freitag war unserem Justiz-minister Dr. Glaser scharf an den Leib gerückt worden. Die Berufung vou sogenannten Aushilss-richtern an den Obersten Gerichtshof, sowie die Bestimmung deutscher Schwurgerichte für die czechifchen Journale wurden vom Abgeordneten M enger einer schneidenden Kritik unterzogen und die erstere Maßregel geradezu für eine ungesetzliche erklärt. Dieser Angriff bot dem Juslizminister Gelegenheit zu einem bcdcutsamcu moralischen Trinmfe. Seitdem er im vorigen Sommer das Verlang?» Costa'ö nach einer eigenen slovenischen Hochschule so glänzend zurückgewie-scn und aä ilbsuräum geführt, hat Dr. Glaser nicht so vollkräftig gesprochen, wie am Freitag, wo. er die gegen ihn gerichteten Verdächtigungen wegen Dele-girnng der Schwurgerichte uud Anstellung von Hilfsrichtern beim Obersten Gerichtshöfe znrückwieS. In der Samstagssitznng ergriff der Juslizminister vor Beginn der Tagesordnung wieder das Wort, um die Fux'sche Interpellation wegen der Geschwornen-delegirnng zu beantworten. Was er tagSvorher nur leise gestreift, führte er da in längerer Rede znr vollsten Klarheit aus. Die' volle Begründung der Maßnahme in dem Gesetze, die wir schon früher uns die verflossene Woche, es ist dies die komische Oper: „Morilla," eine Kompagniearbeit der bekannten Offcnbach'schen Librettisten Meilhac und Halevy, in Mnsik gesetzt vom liederreichen Wiener Hopp. Wir sagen „reuomm irt," weil uns dies eben der Zettel besagt, ohne daß wir dabei auch wissen, woher dieses besondere Renommee stammt. Unsererseits wenigstens soll dasselbe gewiß — nicht weiter erzählt werden. „Morilla" ist eine Operette, oder modern gesprochen „komische Oper," vou ganz hübschem Werthe, aber über die Grenze anerkennenSwerther Mittelmäßigkeit erhebt sic sich in keiner Weise. Der »»streitig bessere Theil derselben ist der musikalische — also diesmal deutsche, speziell österreichische Arbeit, der weit schwächere das Libretto. Ersterer muß sogar recht hübsch genannt werden. Ohne irgendwie höheren Schwung oder einen besonderen Reichthnm mnsikalisch hervorragender Motive zn verrathen, hält sich die Musik doch durchwegs in einer angenehmen, stellenweise lieblichen Zartheit, nnd läßt in ihrer Durchführung eine geschickte und vor allem sehr sorgfältige Jnstrumcntirung erkennen. Den unverfieglichc» Born Offcnbach'schen Melodienreichthnmö vermissen wir einmal dargethan, hat der Minister vom juristischen Standpunkte ans erwiesen und so sich von allen wider ihn geschleuderten rechtlichen Vorwürfen gereinigt. Zudem ist die Delegationsbefngniß bei der englischen, französischen und würtembergischen Jury in umfassendem Maße gestattet, nnd hat nie Anlaß zu solchen Anfechtungen geboten. Freilich standen sich dort auch nie Parteien so schroff gegenüber, um die Jury zum Werkzeuge der Parteileideuschast zu machen oder wenigstens als solches verdächtigen zu lassen. In dem parlamentarischen Skandal zu Pest ist augenblicklich Stillstand eingetreten. Die letzte Sitzung wurde zur Vermeidung kompromittirender Vorgänge einfach abgesagt. DaS Ministerium- war anfänglich zu Kompromissen geneigt, aber die Schreier forderten so Unerhörtes, daß Lonyay seinen Plan aufgeben mußte. Freitags hat ein Ministerrath unter Vorsitz des Kaisers stattgefunden, worin ein vollständiger Aktionsplan fcstgestellt wurde. Abeuds ö Uhr fand eine Konferenz des Deak-Klnbs statt. Die Partei war beinahe vollzählig erschienen, 'selbst der etwas leidende Deak. Lonyay dankte für die Unterstütznng und erhielt dagegen so deutliche Kundgebungen des Vertrauens seiner Partei, daß sich die Sitzung zu einer förmlichen Ovation für Lonyay und die Regierung gestaltete. Die Debatte über Lonyay's Aktionsplan dauerte zwei Stunden; die Partei verpflichtete jedes Mitglied auf Ehrenwort, den Inhalt dieser Debatte nicht in die Oesfentlichkeit zu bringen. DaS Ministerium erhielt Vollmachten bezüglich seines ganzen Aktionsplanes. Nach der Sitzung fuhr Lonyay selbst in den Klub der Linken, um mit der Opposition zum mindesten die Dauer der täglichen doppelten Sitzungen, worüber so viel nutzlose Debatten stattgefunden, zu vereinbaren. Die Auflösung des Reichstages dürfte nicht nöthig werden, als letztes Mittel ist sie jedoch in Aussicht genominen. Ausland. Hauptgegenstand der Besprechungen in den preußischen Blättern ist natürlich Bis-marck's Rede in >,er Mittwoch-Sitzung des Herrenhauses. Die Enthüllung, wie katholische Pclttw« nen -je nach Belieben der Arrangeure bestellt und abbestelll werden, und mehr noch die Mittheilnngen über die von den Jesuite» betriebenen Pläne zur Wiederherstellung der weltliche» Papslmacht und des französischen Prestige, wie zur Zerstörung Deutschlands, haben einen überwältigenden Eindruck gemacht. In rückhaltSlosester Weise wird deshalb die Kreuz-zeitungS-Partei wegen ihrer Allianz mit den Ultra-montane» gegen das SchnlanssichtSgesetz verurtheilt. Die Strase für die Junkerpartei naht übrigens schon. Die preußische Regierung soll, der „Kölnischen nnd Schlesischen Zeitung" zufolge, zur Auflö- in ihr allerdings fast ganz; was uns in der Hinsicht geboren wird, ist mir ein schwacher Onell gegenüber den schießenden Flnthen des Großmeisters an der Seine. Der letztere hat uns bereits zu sehr verwöhnt —- dies ist gewiß, und dürste wohl znm großen Theile dieser Umstand Schuld daran scin, ivcun uns heutzutage einfachere Kost, — mag sie sonst anch nett und zierlich gearbeitet sein, .wie die Hopp'sche Musik — nicht mehr ganz behagt nnd sich "mit den bescheidenen Lorbeeren eines sogenannten suooös ü'68diwo beguügen muß. — Weil s ch w ä -> cher, sagten wir früher, ist das Libretto! Abgesehen hievon, daß dasselbe schon seinem Ursprünge nach nicht auf Mcilhac-Halcvy.'scheni Acker gewachsen, sondern nur dic Dramatisiruug einer sehr gewöhnlichen, über und über abgebrauchte» Märcheuidcc ist, entbehrt auch dic Art i,»d Weise der Behandlung nnd Durchführung derselben jedes Witzes und Humors. Denn eine „kölnische Oper," bei welcher wir uns nach wirklich komische» Szenen im ganzen Sujet vergebens nmsehen, uud deren ganze Komik nnr in dem Schmeerbanche eines Bonzen und der Fratze eines zweiten infallibiiislischen HanSwursteS, — also nnr in dem Vorha»de»sei» zufällig gelungener Aeuß erlichkeiten und in keiner Meisr sang des Abgeordnetenhauses entschlossen sein. Die Neuwahlen würden die Pietistenpartei auf Rull reduziren. Die Nede erfährt übrigens von den Organen der Fortschrittspartei ungetheilte Anerkennung. So sagt die „Vossische Ztg.", die Rede sei bedeutender als alle Reden, die Bismarck je gehalten; ihre große Bedeutung erhalte sie dadurch, daß sie „auö allen Schranken des Staates, der Nation, der Partei hinaus auf den universalen Bodeu des Kampfes tritt, der die Geister der abendländischen Welt bewegt, daß das deutsche Kaiserthum dem Papstthum gcgenübergestellt wird, daß cs die Freiheit in Lehre und Glauben auf seine Fahne schreibt und sie allen Menschen ohne Unterschied voranträgt gegen die Knechtung der „Geister." Man könne die Rede das Programm der konservativen Staaten gegen die unfehlbare Kirche nennen. Die sächsische zweite Kammer hat °ihr: freisinnigen Beschlüsse dahin erweitert, daß den kirchlichen Orden und Kongregationen die Errichtung von Unterrichts- und Erziehungsanstalten aus kirchlichen Stiftungen in Sachsen verboten sei. Desgleichen soll den einzelnen Mitgliedern solcher Orden und Kongregationen die Ertheilnng von Unterricht verboten sein. Ferner wird der Religions-Unterricht in der Volksschule auf wöchentlich drei Stunden beschränkt. Das englische Unterhaus dagegen, welches am 5. d. M. auch über ein neues Schul-berieth, hat sich zu radikalen Aendernngen "och nicht entschließen können. Dixon hatte die von der Regierung vorgelegte Schul-Akte angegriffen, indem er in sechs Resolutionen die Unzulänglichkeit derselben darzuthun suchte. Die Hauptklageu, welche cr vorbrachte, sind die, daß konfessioneller Unterricht durch RegicruugSzufchüsse gefördert werde und daß die Akte nicht im Stande fei, die allgemeine Herstellung von Schnlämtern, noch die Einführung des Schulzwanges zn erzielen. Was den Standpunkt aubetrifst, welchen der Unterrichtsminister in der Sache cinuahm, so läßt sich derselbe kurz dahin charakterisiren, daß allerdings an der Akte Manches auszusetzen sei, daß man-aber nicht ohneweiters über dicielbe den Stab brechen, sondern sic vielmehr als ein UcbergangS - Stadium betrachten müsse. Der Minister stellte für die nächsten Jahre Veränderungen in Aussicht, welche die Bestimmnngen des heutigen Gesetzes, namentlich hinsichtlich des Schul-Zwanges und einiger anderer Punkte, den gerechten Erwartungen aller Freunde eines gnten Volksschnl-wescuö anpassen würden, und das Hans war augenscheinlich hinsichtlich der Nothwendigkeit des Ab-warteus mit" ihm einverstanden, denn bei der Abstimmung wurden zunächst die Resolutionen Dixon's mit 355 gegen 04 Stimmen abgelehnt und das in einem derselben innewohnenden Wort- oder SituatiouSwitze liegt, ist cben — keine kölnische Oper. Hiczn dünkt uns doch anch ein bischen eigener Geist erforderlich, mit dem bloßen Hinsicllen zweier Karrikalnren ist es noch nicht abgethan, obwohl speziell in diesem Falle beiden Vertretern derselben, Hrn. Schlesinger wie Hrn. Schulz, das Verdienst reichlich znerkannt werden mnß, aus ihren Rollen alles gemacht zu haben, was nur immer zu machen war. N amentlich Hr. Schlesinger bewies als „Don Pablo" von neuem, welch' überraschendes und eminentes Talent im Cha-rakterisirnngsfachc cr besitzt. Seine Leistung war b°m künstlerischen'Standpunkte ans entschieden die bedeutendste der ganzen Vorstellung und trat M'ch die innere Leere der Rolle mir um so glänzender hervor. — Bis zum Ekel reich gescgnct ist da« Snjet „Morilla's" mit den trivialsten und d r j g st e n »iraftprobcu niedriger Tendenzhascherei. ^>r sahen selten ein Stück, namentlich eine „Oper," d>e sich in so geschmackloser Weise entblödet, den Plunipcsten politisch religiösen „Schlagern" als "ereitwillige Lärmlrompctc zn dienen. O Toleranz U"d konfessionelle Freiheit, ihr edlen Errnngcn- Amendement des Ministers, daß noch nicht hinreichende Zeit verflossen sei, um über die Akte ein Urtheil abzugeben, wurde darauf mit 323 gegen 98 Stimmen angenommen. Zur Tagesgeschichte. — Die italienischen Blätter berichten folgendes Gespräch, welches der preußische Prinz Friedrich Karl im Quirinal mit dem Minister Visconti-V en osta gehabt haben soll. Der Prinz: „Es scheint, daß Ihre Beziehungen mit Frankreich zu wünschen übrig lassen." Der italienische Minister: „Dies gerade nicht, sie sind so gut als möglich. Man läßt uns ein wenig auf den diplomatischen Repräsentanten warten, aber wir wissen, daß dies nicht von Herrn Thiers abhängt. Herr v. Gonlard ist Minister geworden; sein Nachfolger kann in den nächsten Tagen ernannt werden; wir erwarten dies, ohne uns deswegen auch nur im geringsten za beunruhigen." Der Prinz: „Warum dringen Sie nicht darauf, Sie haben nichts zu fürchten. Stehen wir nicht hinter Ihnen?" — Sollte nicht die schleunige Ernennung Fouruier's zum französischen Gesandten, wenn auch nicht mit diesem apokryphen Gespräch, so doch mit der Reise des Prinzen Zusammenhängen? — Die Ratten haben einen unerklärbaren Hang, Phosphor zu fressen, wie neuere Untersuchungen eines englischen Gelehrten gezeigt haben. Diese That-sache ist sicherlich der Grund zu so manchem Feuer, dessen Ursprung man sich nicht hat erklären können. Die Ratten baueu ihre Nester von leicht eudzündbaren Stoffen und schleppen fo viel als möglich Strohhalme herbei, um sie weich zu machen. Bei dem großen Verbrauch von Streichhölzern ist es nicht selten, daß ein solches unbeachtet verloren geht und, wenn sich gerade die Gelegenheit bietet, von den Ratten gefunden und in's Nest getragen wird. Dort suchen sie die Phosphorköpfchen zu benagen, und so geschieht es, daß durch die Reibung das Hölzchen sich entzündet, das Nest in Brand geräth und dieser Brand die Ursache einer vielleicht großen Feue,sbruust wird. Besonders bei Biehställen, die auf unerklärliche Weise ein Raub der Flammen wurden, mögen die Ratten oft die Ursache davon gewesen sei». Mal- und Provinzial-Angelegenheiten, Lokal-Chronik. — (Slovenifche K o u l i f f e u ge h ei m -nifse.) „Slov. Narod" bringt über die letzte Besetzung der landschaftlichen Primararzt-Stellen folgende interessante Enthüllungen. Für Dr. BrZnjak's Unterbringung als Primararzt am hiesigen Zivilspital inter-essirte sich der srühere Landeshauptmann Dr. Razlag, während Dr. Bleiweis entschieden davon nichts wissen wollte, dies war auch die Haupmrfache der späteren schäfte» der Ncuzcit, auf wie schwachen Füßen scheint ihr noch zu stehen, wenn eure Freunde euch durch derlei widrige Farßen einen Dienst erweisen zu können glauben! — Mit der Aufführung „Morilla's," die an beiden Abenden bis zum Erdrücken volle Häuser zu Stande gebracht hatte und am zweiten Abende zum Benefiz des Regisseurs Hrn. Gustav Löcs iu Szeue ging, können wir uns im allgemeinen zufrieden erklären. Außer dem. bereits oben gewürdigten, hervorragenden Verdienste Hrn. Schlesingers heben wir jenes der Fr. Pa ul mann hervor, die iu Spiel wie Gesang eine vorzügliche „Morilla" war. Auch Frl. Ebcrhardt sang dcn „Prinzen" mit Anmulh und Natürlichkeit, schade nur, daß ihre Stimmmittel, namentlich in den höheren Lagen, ziemlich beschränkt sind. Hr. Löcs sang den „Amarin" ganz gut, sein Spicl trägt jedoch zu sehr den Stempel widriger Erkünstelung nnd Anfdringliclsieit, als daß nns dasselbe nicht alles eher als zu entzücken vermocht hätte. — Orchester und Chöre hielten sich gut, ebenso müssen wir die unter Fr. Plciningerö Leitung geschickt exc-kulirten Evolutionen lobend anerkennen. Das Hans nahm beide Vorstellungen mit großen« Bcifalle anf. Jntriguen gegen Dr. Razlag. Als Dr. VoZnjak keine Aussicht für ein Primariat am Spital halte, kompetirte er um die schlechter bezahlte Stelle am Zwangsarbeitshause, aber auch diese mißgönnten ihm Dr. Bleiweis und Muruik. Drei Tage vor der Besetzung begab sich Dr. V. zu Bleiweis, um sich zu erkundigen, ob er auf seine Stimme rechnen könne. Bei dieser Gelegenheit schüttete Dr. Bleiweis über Dr. VoZnjak all' seine Galle aus, indem er ihm die freisinnige (?) Haltung des „Narod," dessen Hauptmitarbeiter Dr. VoZnjak ist, vvrwarf uud ganz entschieden erklärte, daß er ihm seine Stimme nicht geben werde. Als Dr. VoZnjak sich auf die ihm bei der Föderalistenzusammenkunft in Prag von Dr. Costa gemachte ganz bestimmte Zusicherung einer Primararzt-Stelle berief, meinte Dr. Bleiweis,' diese Zusage habe nur für die erste Besetzung im Dezember gegolten, welche aber bekanntlich zu keinem Resultate geführt hat. Auch der Landesausschußbeisitzer Muruik, welchen „Slov. Narod" als „Famulus" des Dr. Bleiweis bezeichnet, empfing den Dr. VoZnjak in höchst ungnädiger Weise mit den leidenschaftlichsten Vorwürfen. Nur Dr. Costa blieb bei der Ansicht, daß er sein gegebenes Ehrenwort Hallen müsse. Dies war auch entscheidend. Dr. Costa sagte zu jenen beiden: „8io volo, sie Mkso, Dr. VoZnjak muß die Primar-arzt-Stelle im Zwangsarbeitshause erhalten." In Folge dieser Erklärung verschwand bei den beiden ändern alle Leidenschaftlichkeit und ihre sonstigen Bedenken. Dr. Bleiweis und Mnrnik stimmten drei Tage später für Dr. VoZnjak als wären sie seine intimsten Freunde. Wenn sich dis Sache wirklich so verhält, so ist die Behauptung des „Slov. Narod" vollkommen richtig, daß Dr. Costa der faktische Führer der altslovenifchen Partei in Krain sei, und daß der Name Dr. Bleiweis schon in das Bereich der Mythe gehöre. — (Landwirt hschaftlicher Unterricht.) Die k. k. statistische Zentralkommission hat dem hohen k. und k. österr. Ackerbauministerium einen Auszug über die au den Volksschulen bestehenden land-wtrthschastlichen Kurse in Triest, Görz, Gradiska, Kärnten, Krain, Mähren, Schlesien und Dalmatien mit-getheilt, nach welchem an den Volksschulen in Mähren 15 landwirthschaftliche Fortbildungskurse und 3071 laildwinhschaflliche Kurse, in Schlesien eben so viele der elfteren und 537 der letzteren bestehen, während für Kärnten nur sechs Fortbildungskurse, in den anderen der genannten Länder aber gar keine solchen Kurse, so wie überhaupt nur sehr wenig landwirthschaft-licher Unterricht an den Volksschulen nachgewiesen erscheint. Diefer Auszug liefert einen bedauerlichen Nachweis, daß in unserem Heimathslande für landwirthschaft» lichen Unterricht in Volks- und Fortbildungsschulen noch viel zu thun ist. Die krainische Landwirthfchaftsgefell-fchaft wird nun wohl auch Anlaß nehmen, die Frage wegen Einführung landwirthfchaftlicher Kurse in Krain in Erwägung zu ziehen. — (Die Männerchor-Probe) der filhar-monifcheu Gesellschaft findet morgen Mittwoch Abends 8 Uhr statt, und werden die Mitglieder um zahlreiche Betheiligung ersucht. — (Schadenfeuer.) Am 6. d. ist auf der Dreschtenne des Wirthfchaftsbesitzers Franz Brüder in Pechdorf Hau-'-Nr. 11, Bezirk Rudolfswerth, Feuer ausgebrochen uud hiedurch das Wirtschaftsgebäude nebst den in demselben befindlichen Strohvorrätheu und Ackerwerkzeugen ein Raub der Flammen geworden. Der Schade beträgt beiläufig 300 st., und war B. nicht afsekurirt Es verlautet, daß das Feuer gelegt wurde. — Am 7. d. M. um 12 Uhr Mittag ist in dem Wirthschaftshause des Matthäus Räuber in Ratesch, Haus-Nr. 22, Bezirk RudolfSwerth, Feuer ausgebrochen, und sind hiedurch ^>er Getreidekaften und das HauS abgebrannt. Der Schade im beiläufigen Betrags pr. 240 fl. ist versichert. Auch über diesen Ungliicksfall verlautet, daß das Feuer entweder aus Unvorsichtigkeit oder böser Absicht enstanden sei. Ueber beide Fälle wird die kompetente Gerichtsbehörde Anlaß nehmen, die Erhebungen zu pflegen. — (Bon den „G o tts ch ee we r n.")^ lieber daS Leben der Gottscheer in Wien bringt ein dortiges Biait folgende Schilderung: „Heuer sind dis Oran-' gen gut gerathen. Das regsame Völkchen der Gotscheer wandert auch fleißig umher und bietet die goldenen Früchte, die wahrscheinlich zur Mythe von den goldenen Aepfeln der Hefperiden den Anlaß gaben, zum Kaufe aus. Wie wenig Orangen würben wohl in Wien kon-sumirt werden, wenn nicht durch die Verlockungen des Spieles, durch die Hoffnung auf Gewinn sich so mancher von den Golscheern verführen ließe. Welche Mühe haben die armen Verkäufer und wandernden Spielbanken. und wie klein ist der Verdienst, den dieselben nach beendeter Saison nach Hause bringen. In der Herberge der Golscheer, im „Kegel" in der Magda-lenenstraße kann man einen Blick in das geschäftliche Leben dieser wandernden Südsrüchtenhändler ihun. Hier Hausen sie, wohnend im engbegrenzten Raume, in ziemlicher Anzahl und besorgen ihren Lebensunterhalt gemeinschaftlich, so zwar, daß jeden Tag einen ändern der Kompagnie das Los trifft, einkaufen zu gehen und die wenigen Nahrungsmittel zum gemeinschaftlichen Mittagstisch um 11 Uhr, auf dem aber sehr selten Fleisch zu sehen ist, zuzubereiten. Ein Chef hat den ge-fammten Borrath von Orangen, kandirtem Kalmus rc. unter sich, ein jeder einzelne hat sein eigenes Konto, und am Schlüsse der Saison erfolgt eine allgemeine Abrechnung. Es gibt „Herren" unter ihnen, d. H. solche, die einen eigenen Fond haben und für eigene Rechnung arbeiten, Andere hingegen sind nur „Bedienstete," erhalten für den ganzen Winter einen Lohn von 40 fl. (!) und müssen die Einnahmen vollständig abliefern. Heuer nun, da die Orangen sehr billig und in Masse vorhanden sind, können die Verkäufer auf ein ziemliches Geschäft rechnen, in schlechten Jahren aber herrscht zuweilen die bitterste Noth unter ihnen. Wenn man oberflächlich im Gasthause einen Gotscheer in seinen Manipulationen beobachtet, kommt man auf die Idee, die Leute müßten ein ganz passables Geschäft machen, denn von den Gästen, welche ihr Glück versuchen, wird gewöhnlich viel mehr verloren als gewonnen. Man täuscht sich hierin: ein einziger glücklicher Spieler kann an einem Abende dos Geschäft eines Golfcheers auf lange Zeit ruiniren. Solch' glückliche Spieler gibt eS in den alten „Stammbeiseln" der Vorstädte sehr Viele. Von einem derselben versichert man sogar, daß er in der Zeit von vierzehn Tage» dreitausend Orangen gewonnen habe. Vor diesem Glückspilze haben alle Golscheer Respekt und vermeiden es, in seine Nähe zu kommen." Man sieht, auch eine Orangen-Spiel-bank hat ihre „Sprenger" und Amateurs! L i l e r u r > I rl> e s. Unser neues Matz und Gewicht im bürgerlichen und häuslichen Leben. Bearbeitet von Eduard B rata ssevic. Heft I k 40 kr. Erscheint in sechs selbständigen Heften (A. Hartlebens Verlag). Jnhat des I. Hefles: Geschichte und Entstehung des Metermaßes.,— Das metrische Maß und Gewicht in seiner Wesenbci. und Eintheilnng. — Nutzen und Vortheile — Nutzen und Bortbeile des metrischen Maß- und Gewichtssystems. — Einführung des metrischen Maß- und Gewicht>'systenis. — Gesetze und Verordnungen über die Einführung des metrischen Maß- und Ge-wichtssystems. So wie jede tiefgreifende Maßregel Besorgnisse im Publikum erregt, so wird die bei uns ins Leben tretende neue Maß- und Gewichtsordnung im allgemeinen Verkehre, ja selbst fiie jeden Einzelnen wenigstens im Anfänge Schwierigkeiten bieten. Wir müssen, wie im Jahre 1858 mit der neuen Geldwährung, eine Uebergangsperiode durchmachen. Um nun diese dem großen Publikum minder schwierig zu gestalte», um demselben leichte und bequeme Mittel zu bie-ieu, sich mit den neuen Maßen und Gewichten vertraut zu machen, um in allen Lagen des Berkehrslebens stelS das Rechte zu treffen, liegt die Anschaffung eines Hilfsbuches wohl im Interesse jedes Einzelnen. Ein solches verläßliches Hifsmittcl für alle Klaffen und Stände der Bevölkerung ist das vorliegende Werk: „Unser neues Maß und Gewicht im bürgerlichen und häuslichen Leben" von Eduard Brataffevie. Sich auf authentische Quelle« stützend, mit der größten Sorgfalt ausgesiihrt und mit den genauesten Berechnungen versehen, wird es bald ein beliebtes Handbuch, ja für Alt und Jung, für R>ich und Arm ei» „othwendiger Rathgeber werde». Wir empsehlen dessen Anschaffung Jedermann, dem es darum zu thun ist, sich bei Zeilen mit dem metrischen Maß- und Gewichts-sistem, welches schon ab 1873 in der Monarchie ins Leben tritt, vertraut zu machen. ________ (126-3) Verstorbene. De» 1l. März. Fr-,,, Aloisia Kastcllitz, k. k. Hilss iiniter-DireltorSwitive, alt 80 Jahre, iu. der Siadt Nr. 2li Druck vou Jgn. v. «l»iu»ayr t st ed. «amderg in Laibach. an Erschöpfung der Kräfte. — Dem Michael Urbancic, Kaischler, fein Kind Antou, alt Jahre am Moorgrunde Nr. 75 an Fraisen._____________________________ Witterung. Laibach, 10, März. Anhaltend dicht bewölkt, schwacher Südostwind. Wärme: Morgens 6 Uhr -s- 6.4"; Nachmittags 2 U!r ^ 112 6. (1871 -j- 9.8"; 1870 7.0"). Barometer 732.12 Millimeter. Das gestrige Tagesmittel der Wärme -j- 7.2"; um 4.4" über dem Normale. Der gestrige Niederschlag 2.75 Millimeter._______ Angeloiiiniene Freu,de. Am 11. März. HVi«,,. Se. k. Hoheit Erzherzog Wilhelm, Görz. — Koblitz, k. k. Oberst, Görz. — Christel, k. k. Oberst, Görz. — Beck, k. k. Hauplmann, Görz. — Rudolf, Kfm., Wien. Moretti, Handelst»., Udine. — Brann, Kfm., Hamburg. — Kemperling, Fabrikant, Wien. — Anisets, Kfm., Wien. — Berger, Reisender, Kirchlach. — Krumm, Juwelier, Wien. — Roos, Fiume. — Zagar, Handelst»., Presid. — Frau Sortsch, Flitsch. — Frißnegg, Modistin, Graz. — Deuisch, Private, Graz. Theater. Heute: Zum Voriheilc dcS Kapellmeisters C. Plein Niger. Die Prinzessin von Trapezunt. Komische Oper in drei Akieu von Hopp. Musi! von Offeubacki. Gedenktafel über die am 15. März 1872 stattsindenden Lizitationen. 2. Feilb., Sknfca'sche Real, Kleinliplach, BG. Seifen-berg. -- 3. Feilb., Fegei'sche Real., Zapnze, BG. Wippach. — 3. Feilb., Mule'fche Real., Oberseedors, BG. LaaS. — 2. Feilb., Selles'lche Real., Killenberg, BG. Feistriz. -- 2. Feilb., Avigel'sche Real., Niederdorf, BG. Planina. — 2. Feilb., Opeka'sche Real., Niederdorf, BG. Planiua. 3. Feilb., Bratous'sche Real, Podgoric, BG. Wippach. Telegramme. Wien, 11. März. Der BersassungsauSschuß, über das Galizien zu gewährende Pauschale bera-thend, verwarf alle einschlägigen Anträge. Die meisten Stimmen (12 gegen 14) erhielt der Antrag Rechbauers auf eine fünfjährige Pauschalrevision, zunächst der Subkoinileeantrag auf fixe Panschal-beslimmung. Telegrafischer Kursbericht der Filiale der Llricrnüirk. Eskoinptelmiik in Laibach, von der k. k. öffentlichen Börse in Wien am 12. März. Schlüsse der Mittagsbörse. 5perz. Metalliqnes mit Mai- und November-Zinsen 65.10 — Sperz. National Aulehen 71.40. — 1860er Staats-Aiilehen 103.25. — Bankaktien 845. — Kredit 344.60. -Auglobank 3i>0.'0. — Fiankobank 143.—. — Lombarden 20U.20. — Unioubank 332.50. — Wechslerbank 348. — Baubank l26. - . - Auglobaubank 177.50. — WechSlerbau-bauk 56. -. — Mäklerbank -. — London > 1 > .25. — Silber 109.50. — K. k. Müuz-Dukaten 5.26. — 20-Frank-Stiicke 8.82'/,. Kundmachung. Donnerstag am LL. d. M. Vormittags um 10 Uhr wird Hieramts die Lizitation für die Bermie-thung der städtischen Krambude dir. 11 iu der Elefantengasse abgehalten werden. (l3o-2) StMlMiMrlü Mlich am 7. März 1872. Der Bürgermeister: Deschnrann. Indem ich für das meinem seligen Manne DH geschenkte Zutrauen danke, zeige ich den geehrten A N P- T. Kunden ergebenst a», daß ich das Ge- M schäft unverändert weiter führe, und gebe die Zu- ^ sicherung, daß ich keine Milben noch Kosten scheuen M weide, dnrch fortwährend gute Auswahl von stoffen ^ M uud gewandte Geschäftsleiter allen Anforderungen ^ A zu enisprcchen. jeder Branche, namentlich LanSwirthschafts- und Forstbeamte, Weinbau Kundige. Kellermeister, M»,st.,nrt- ner (mehrere Stellen als Stadigärtner und Eisenbahn-Obergärliier offen), Eisenbahn und Bahnbanbcanite, kommerzielle Buchhalter, Korrespondenten und Kassiere, Gouvernanten und Hofmeister' können in Kroatien, Sla-vonken, Dalmatien, Süd-Ungarn, Serbien, Rumänien, Süd-Rußland :c. unter sehr günstigen Bedingungen rasch, sicher und dauernd plazirt werden. Es sind bei uns «och sehr viele offene Stellen verschiedener Branchen in Vormerkung, trotzdem zu Neujahr über 150 Personen bei unsern Abonnenten (Güter- und Forstdirektiouen, Herrschafis- und Gutsbesitzern, Eisenbahndireklionen und Bauleitungen, industriellen Etablissements, Großhändlern rc) dnrch uns angestellt wurden, worüber zahlreiche Tank und 4l»crkcn«u»gs-fchrelben vorliegeu. Frankirte und rekommandirle Briefe mit Einschluß von 2 fl. für Korrespondenz- und Frankatnr-spesen werden sofort erledigt, Honorar nur für wirkliche Leistungen beansprucht, Diskretion verbürgt. Man adressire: An die Administration der „Tonntags Zeitnni," in Agram (Kroatien). (I34-I) Herrn Lk,. «e. Wien, ^ K. k. k. Hofzahnarzt in Ziadt, Bognergasse Nr. 2. Lugano (Schweiz). Geehrter Herr! Durch Gegenwärtiges nehme ich mir die Freiheit, mich an Sie zu wenden um Zusendung von 2 Flaschen (Lkiu-vsutikriee-^NLtlierine) Anatherin-Aknnd-wosser. Nachdem ich bereits mehrmals Gebrauch von diesem heilsamen Mittel gemacht, kann ich es nur loben betreffs seiner bis jetzt erzielten Erfolge uud seiner wunderbaren Wirkungen für Mund- »nd Zahllkrank-heiten. Wollen sie mir gefälligst bekannt geben, wo man es in der Schweiz bekommt. ' (10-1) Indessen zeichnet achtungsvoll derzeit Notel ein Mre in Lugano. Depots in: Laibach bei petri'oiö L Wirker, A. Xrisper, loses Xsringer, lob. Xrssobovvitr, Lü. I/Isln-, L. Sirsvliitr, Apoiheker, und f. I». 8okmitt; Kra > n b u r g bei f. Kasper und 8ed. Seksunig, Apotheker; Bleiburg bei «erbst, Apotheker; Wa -rasdin bei «alter, Apotheker; R ndolfswerth bei 0. Mrroli nnd l. öergmsnn, Apotheker, und losef kergmaim; Gurkfeld bei krieür. kömvbes, Apo-; theker; S t e i u bei lskn, Apotheker; Wippach bei Anton »eperis, Apotheker; Görz bei Ponton«, Apo-j theker, nnd l. Keller ; Wartenberg bei f. Ksiüer; Adels berg bei l. Kupfersobmitit, Apotheker; Bischof lack bei 0. fabi'sni, Apotheker; Gottschee bei 1. öraune, Apotheker; Idria in der k. k. Verks-spotbeke; Littai bei X. Mblivenrel, Apotheker; R a d m a n n sd o r f in der Apotheke von Lslloobers Vitne. Wiener Börse vom 11. März. Ich ersuche gleichzeitig, jenes Bertranen aus ^ ich zu übertrage», und bitte um ferneren ge- M Hochachtungsvoll H8», l, mich neigten Zuspruch. ösi.Pa». i,ro. t-ko. öst.mSttd. Sole von I8S4 . . . ?e von i8v0, 103.75 104.— ir von l8K, s-iüifi. 1L». IÄi.5i> 117.50 i-tS. Geld Ware! !G-id ^Warr 64.90 6S.8SlO-ii.HvPo!-..««!-!. 8S.- SS.S0 ?4^- >3^50 - prämiensch. v. 1864 Steiermark zurx'uk iirnren, kcain ü. Küstenland 5 , anqarn. . zub . rroar.ll.Eiav. b ^ Kiebendürg. » -> . so.- sü- ss. >s «>.-8».-78.— 86. -81.iS 84.-78.LS 847.- 84».- 3»s.saN<^- ____ . 346.S0 S16.S0 Salm Palffy Lotio». /tattonaldank . ilnion - Bank . ireditLNftail . -r. ö. EScomPte-Sel- SÜS. V60. 2nglo-öft-rr. Bank . S64.SÜ »64.75 Oest. Bodcncred.-A. . 282.- 284.— O-st. HVVolh.-Bank . > 98.—IVL. -Sieier. E»co>npl.-«k. L6L. L6S. Franko - Austria . . I43.SV >43.75 »ais. Kerd.-Nordb. . M.— ÜSS 56 Sädbahn-Gcsellsiy. . LI0.40 210.60 «Lis.Llisabech-Bahu. 21S.S» 24S.7S «art-Liidwig-Bahn 260.S0 261.-Siebenb. Eisenbahn ,!IS».2S ISIi.75 Staatsbahn.... W2. . S->2.50 Siidb.-iSe!.,»LvuFr. Ii!.- ^1IS.Si> dio. Bons 6 pEt. k»U.- 232.— Nsrdd. (1,»> n. CM.) 165.2S los.so Sieb..!v.l2»l>!I. ö.W.i SS.- SS.50 Staaköbahn Pr. Stück 134.SV ISS.— SlaalSb. pr. Si. 1867 4SI. 4S2.— RudoisSb.lSvvII.ö.W.) »4.2S S4.S0 iZranz-gos. (Lttij st.H.) IV2.40 IUS.— Kredit lO» fl-W. . Don.-Dampfs!-.-Hel. ,u 10» fl. CM. . . Triester t»0 fl. Civ!. . dto. 6Ü fl. S.W. - 40 fl. ü.W. - » 10 » Ckary . , 4» , St. GenoiS, 40 , Windischgratz 20 „ Waldfl-in . 20 ü Keglevich . 10 » iRudolsSstift. »Oö.W. Laif. Kranz-IosesSb.. Musk.-Bareser S.-B. «llöld-Siuui. «ahn . k>r»»n ü»:i.riick,. 210.25 210.75 IS6.50 >»7.50 186.25 1S6.75 »0- ! »0.2» 8S.S0 8S.7S 104.5» >»S. -87.5»! »8.- XVvoI»»»l Verleger und für die Redaltion verantwortlich: Ottomar Bamberg.