Nr. 196. Donnerstag. 27. August 1908. 127. Jahrgang. Mbacher Mtma Vriinumerationtlpsris : Mit P ostver I en d u n g: ganzjähriss ,^0 li, halbjährig l5 ll. Im Kontor: ganzjilhrig ^ «» li, valbjähli« II ll, ssür die Zustellung in« Ha,i« ganzjährig !i li. — Inserttonsgtbühr: ssüi lleine Inserate b!» ,u 4 Zeilen K0 l,, grUhere per «eile >« li; bei öfteren Wiederholungen ver Zeile 8 k. ^ ^ Die »Laibacksr Zeitung» erscheint täglich, mit ^»tnatime t,er iron» und ^eiertegc. lie »dminiftrntlon beftndtl ^ sich Milloiii^strnhe Nr. ü»; dir Medal«on Dalmatiügasse Nr, l0. Lprechstunden der Medallion von k t»i« w Uhr » vlsmittag«. Unsrllnlierte Priele werden nicht angenommen, Mllnuslrw»'' nicht zurückgestellt, Telephon«Nr. der Redaktion 52. Nichtamtlicher Heil. Die Iungtürken und die bosnische Frage. (5m >ioilstailtinopler Telegranilii meldet, daß das dortige jnngtürkische Komitee sowie der in ^ionstantiiiopel weilende Präsident Nefik Bey uild linder«.' 'Ulitglieder des Salollicher >loniitees in feierlichster Weise die Meldung, daß das türtische Parlainent sich mit der bosnischen i^rage zuerst beschäftigen und die Intervention der Signata'» mächte verlangen lverde. als falsch, tendenziös und verlenmderisch erklären. Das >lonlitee wolle leine Eroberlingen, sondern mir Reformen im türkischen Besitzteil. (5s lverde an,ch die durch Torben inszenierte bosnische Propaganda eindämmen. Wie fer ner ans >tonstantinopel telegraphiert »vird, deinen tiert anch das Blatt „Ieni Gazetta" dic erlvähllte Nachricht nnd sagt, im jetzigen Augenblicke könne kein vernünftiger Mensch daran denken, daß die erste Arbeit des Parlaments eine Debatte sein könnte, welche die änßeren Beziehungen der Türkei stören könnte. Das „None Wiencr Tag/ blatt" betont, daß diese jnngtürkischen Kundgebun-gen sicherlich bei allen Friedensfreunden mit voller Befriedigung aufgenommen werden würden. Sie bilden den eklatantesten Beweis dafür, wie den Verhältnissen wohlangepaßt die Haltung der österreichisch ungarischen Legierung gegenüber den süngslen türt'ischen Vorgängen war, und zeigen zugleich, daß man den juugtürkischeu Politikern sympathisches Vertrauen entgegenbringen dnrfte, was bekanntlich in allererster Neihe seitens nnserer Monarchie geschah. Das jungtürkische >tomitee weist mit Necht die .'Ilolle zurück, die ihm gewisse ser bische Elemeule zulveisen lvollten. Marokko. Zu den Ereignissen in Marokko seien die Aeußerungen folgender Blätter registriert: Die „Neue ^-reie Presse" erinnert in einer Besprechung des Thronwechsels in Marokko daran, daß die (^e-sandten Muley Hafids vor drei Monaten im auswärtigen Amte in Berlin erklärt hätten, Muley Hafid sei genullt, die Akte von Algeciras anzuerkennen, daß sie gleichzeitig aber den Nunseh hinzufügten, daß die französischen Truppen nnd Schiffe zurückgezogen weroen. Wird uun die frau-zösische Negierung geneigt sein, auf diese Bedingung der Anerkennung der Algeeirasakte einzu-gehen? In Marokko ist Frankreichs inililärisches Prestige engagiert, und wenn man weiß. wie empfindlieh die Franzosen in diesem Pnnkte sind, lvie die Meldung von einer Niederlage in Tong-king das Ministerinm ^erry wie ein Stnrin imi-geworfen hat, so mnß nmn auch mit der Möglichkeit rechnen, daß die Umwälzung in Marokko die Schwierigkeiten der Situation noch vergrößert Hal. — Ta6 „Neue Wiener Tagblatt" erhält eine Zu-schrift „von diplomatischer Seite", in welcher ans geführt wird, daß die Mächte, welche die Algeciras akte beschlossen haben, wenn sie offen und ehrlich einen Zankapfel ans der internationalen Politik ausschalten wollen, sehr bald Mnley Hafid anerkennen lverden. falls er die von seinem Vorgänger ratifizierten Verträge zu respektieren in aller ^orm sich verpflichtet. Den kontinentalen Mächten mnß vor allem daran liegen, daß der Schutz der wirtschaftlichen Interessen nnd die Wahrung des Priuzivs der offenen Tür allen Etaa-teil in gleicher Weise zuteil werde. Oesterreich-Ungarn hat in der marokkanischen ^rage bereits einmal erfolgreich vermittelt, es wird gewiß, wenn es notwendig sein sollie, was aber bezweifelt werden darf. neuerlich seine guten Dienste der Sach? der friedlichen Entwicklung oer marokkanischen Angelegenheiten widmen. Die naturgemäße Basis dieser oder seder anderen Intervention kann nur die Aufrechierhaltuug der Alaecircisakte in vollein Umfange sein. Die „Zeit" menu, me ^amie, oie in oer Türkei die nene Situation so rasch anerkannten, können in Marokko nicht an der veralteten Ein-mischnngspolitil festhalten. Sie werden allerdings verlangen, daß Muley Hasid die internationalen Verträge achte, die das alte Tnltanat geschlossen hat. 3ein kluges Verhalten in Tanger läßt die Erwartung offen, daß er ohne Zögern den Euro-oäeru die unangefochtene Ansübnng ihrer Rechte garantieren wird. Das marokkanische Problem, das ii. Algeeiras nicht ins klare gebracht wurde, wird dan» durch die Marokkaner selbst znm Nichen für alle Teile gelöst sein. -- Die ..Reichspost" hingegen slbreibt: Tritt das marokkanische Volk ans die 3eite Muley Hafids, so hat die französische Negierung feinen Anlaß, ihre Zustimmung zur Neugestaltung Marokkos zn verweigern. Im übrigen entscheiden über die ^rage: Abdnl Aziz oder Mnley Hafid die am Algeeiraswerke beteiligten Mächte. Oesterr.'ich-Ungarn steht nach wie vor auf dem Ttandpnnkte der Nichteinmischung und betrachtet die Thron^ streitigkeiten al5 eine interne Angelegenbeil '"'" rokkos. Das „Illustrierte Wiener Ertrablalt" ist über zeugt, daß die Mächte Mulen .vafid einstinnnig anerkennen werden, wenn er die Bestimmungen der Algecirasakte akzeptiert. Europa, das in unseren 3agn mehr Nespeki vor der faktisch<,i, Macht als DeuMewn. Champagner. Slizze von Adolf StnrN, Marienbnd. (Schluß,) Im ersten >3tock »iiachte ich Halt. Alis einem Zimmer drang, ganz leise, gedämpft, durch die Doppeltüren, Musik an mein Ohr. Dnrch eine son derbare Ideenassozialion erinnerte ich mich im gleichen Angenblicke an den späten Tanger im Parke. Und plötzlich überkam mich eine nngchenre Tehnsilcht, die Tür zn öffnen und in das Zimmer einzntreten, ans dem die Mnsik drang. Mir kam .'s vor, als müßte da drinnen das Paradies liegen, das Paradies, von dem ich in meinen Wachtränmen so oft mir Bilder ausmalte, Bilder von unendlicher Nuhe und heiliger Stille, die doch, durchweht würdevoll heißem, leidenschaftlichenl Hauche. Einen Aligenblick zauderte ich uoch-, dann trat ich ?in, rasch, lmltlos, ohne anzllklopfen. Es war fast dunkel in dem großen Zimmer, ein Dunkel, welches durch den düstereil braunen Ton der Möbel und der Tapete noch vertieft wnrde. Nur vorn, in der Ecke beim ^cnster, welche durch die ganze Länge des Zimmers von meinem Ttand-Plcch geschieden war. brannte ein mattes, rötliches "icht. welches kanm die nächste Umgebung erhellten: das .^lavier, dessen weiße Tasten in dem Dunkel l'illgsum förmlich lenchteten und anf ihnen zwei weiße, schmale ^rauenhände, noch weißer nnd leuchtender. Die übrige (Gestalt lag im schatten; "ber ich wnßte, daß es niemand anderer sein könne als die Frail des C^enerals. Ich hatte sie ein paarmal auf der Ttiege gesehen. Tie war noch jung, so l^'gen dreißig, jedenfalls um Jahrzehnte jünger als ihr Mann. Aber ihre Erscheinung, ihr Besicht, ihr Nanzos Wesen hatte so wenig Eindruck ans mich gemacht, daß ich es vergeblich versuchte, mir ihre Züge, in Erinnerung zu rnfen. Nnd jetzt diefe Hände! Wie kam es nnr, daß ich sie nie bemerkt hatte, daß sie mir nie aufgefallen waren, diese weißen, schmalen, schönen Hände, die mir jetzt auf ^mma! als der Inbegriff aller Schönheit erschienen? Wie kam das nnr? Aber vielleicht balte sie bei unseren früheren Begegnungen immer Handschnhe getragen. Ich konnte mich nicht mehr genau darau erinnern. Und während alle diese l^ danken ans mich einslürmlen, stand ich wie fest-gebannt an der Türe und konnte den Blick nicht abwenden von diesen Händen, welche träumerisch, sanft über die Tasten glitten, daß die Töne nnr wie ein Hanch das Zimmer durchzogen, wie ein Hauch unendlicher Tehnsncht. Ich wagte mich nicht zn rühreil. Die Dame hatte meinen Eintritt offenlmr gar nicht bemerkt-, denn sie waudie sich nicht um. sie unterbrach anch chr Spiel keine Minute, dieses leise, sehnsüchtige Spiel, das mich an den (^esami des späten Vogels erinnerte. Lange stand ich und lauschte. Und dann überkam mich Plötzlich ein Wahn imniges Verlangen, näher zn treten, nicht nur die Hände zn sehen, sondern anch das Besicht, jenes l^sicht, welches ich mir nicht vorzustellen vermochte und von welchem ich ill diesem Momente glaubte, daß seine Züge das Schönste, das Verlockendste der Welt sein müßten. Mit drei großen Schritten, nein Sprüngen durchmaß ich lantlos das Zimmer. Da. al5 ich hinter ihr stand, ließ sie die Dinger von den Tasten gleiten, wandtv sich langsam nm. hob die Arme empor, ohne aiifznstehen, zog meinen >topf. den sie zwischen die schönen Hände gefaßt hatte, zu sich nieder, nnd zwei heiße, glühend heiße Lippen brannten anf den meinen. Als ich am nächsten Tage — ich hatte lange geschlafeil, Mittag war schon vorüber — die Trep peil hinabstieg, stand die Tür znm Vorzimmer im ersten Stocke weit offen, und die alte Hausineisterin arbeitete darinnen mit Besen und Scheuerlappen. Ich blieb unwillkürlich stehen. Die Alte sah auf, nickte mir zn und, als habe sie die dnmme ^rage in meinein Gesichte verstanden, sagte sie: „Der Herr (^e,leral und seine ^rau sind heute Morgen znm Tommeranfenthalt abgereist. Das tnn lie jedes Jahr. Vor September kommen sie nicht wieder zurück." Langsam ginc- ich die Treppe hinab. Sonder bar, das bereitet mir gar keinen Schmerz, der l^c danke, daß ich sie nicht wiedersehen würde durch Wochen und Monate. Im (Gegenteil, ich fühlte etwas wie Befriedigung, und von meinem Herzen löste sich ein banger Drnck. Beinahe als hatte ich mich vor dem Wiedersehen gefürchtet, dem Wiederseheil im fahlen, grellen, hellen Tageslicht. Ich habe nun Stoff für meine Träume, un-erfchöpflichen Stoff. Nicht nnr die Vergangenheit, anch die Zukunft bi<-tet ihn. Ich male mir aus. wie wir uns wiedersehen werden, im Herbst, ux'nn es wieder Abend ist und die Lampe wieder brennt. Und ich fühle, wie mein Herz bei öieslin (^eoanken klopft, als wolle es die Vrust zersprengen. Dann aber. wenn ich aus m^'nen Träumen erwache und mein Verstand zu Worte kommt, daim sage ich mir, daß wir uns niemals wiederfeyen werden, anch im Herbste nicht. NK-mal?. E:- g'bt Dinge, so zart, so geheimnisvoll, daß 1ie sich nnr einmal im Leben ereignen, nur emmal. wenn w recschiedene Umstände zusammen kommen, wie Vogelsang und Blnmendufi und tVl'nhliiigollist und Sehnsucht und Ehampagner. Und diese Dinge nochmals durchleben wolleu. bedeutet, auch dns '.u zerstören, was uns geblieben ist: die Erinnerung. Nein, wir werden lins nicht wiedersehen. Ich habe mich entschlossen, zum Herbste an einer anderen Universität meine Studu'ü s,"'<'"ich,'n. Laibachei Zeitung Nr. 196, 1818 27. August 1908. vor der Legitimität hat, iverde ihn dann auf dem Throne Marokkos ruhig sich installieren lassen. — Dazu sogt das „Vaterland", Frankreich habe einen schweren Verlust erlitten. Nenn es seinen Krieg i'l Marokko fortsetzen wolle, so habe es nun nichi mehr mit einem machtlosen Schattensultan zu tun, sondern mit einem wahren Herrscher und Heerführer, der das Vertrauen seines Volkes besitzt und imstande ist, dessen ganzen Kräfte zur Verteidigung wider den Eindringling aus Europa ins ^eld zu führen^ Daher rät die „Oesterreichische Volkszeitung" den Franzosen, es den Marokkaner-n zu überlassen, die Polizei in ihren Hafenstädten zu organisieren. Tie Zeit der sogenannten friedlichen Durchdringung der asiatischen und afrikanischen Völker ist vorüber. Je eher man in Paris zu dieser Erkenntnis gelangt, desto rascher wird man der marokkanischen Verlegenheit los worden. Politische Relierftcht. Laib ach. 26. August. Man schreibt aus >tonstantinopel: Unter den seit der Wiederherstellung der Verfassung ins Leben tretenden t ü rkis ch e n Blätter n ist die Zeitung „Vassiret" in mehr als einer Hinsicht eines der interessantesten. Man hat es hier eigentlich nicht mit einer Neugründung, sondern mit, der Auferstehung eines Organs zu tun, dessen Erscheinen vor einuuddreißig Jahren wegen eines gegen, den Sultan gerichteten Artikels des ehemals berühmten Ali Suavi eingestellt werden mußte. Der „Vassi-rot", der dreizehn Jahre lang bestand, war das geschätzteste türkische Blatt seiner Zeit. Sein Eigentümer und Ehefredakteur, Ali Effendi, der seit der Unterdrückung des Blattes unfern von Konstan-linopel als Vizegouverneur einer Ortschaft lebte, will nunmehr in der neuen Epoche der Türkei trotz seines bohen Alters von achtzig Jahren wieder publizistisch wirkell. Er hatte sich während seiner früheren Tätigkeit auch im Allslande einen Namen erworben und gedenkt mit Stolz noch heute der schmeichelhaften Aufnahme, die ihm Fürst Vis^» marck gelegentlich seines Besuchs in Berlin im Jahre 15>7^ bereitet hat. — Demnächst wird in Konstantinopel ein von Muselmanen geleitetes französisches Blatt zu erscheinen beginnen, das sich ausschließlich mit den die Beziehungen der Türkei zu dcn anderen Mächten betreffenden Fragen befassen wird. — Ferner wird demnächst ein Negierungs-organ unter, dem Namen „Takvim Vekaie" gegründet werden. Zur Nachricht, daß die Pforte sich an die französische Negierung mit dem Ersuchen zu wenden beabsichtige, ihr einige finanzielle Fachmänner für die Neugestaltung des türkischen Finanzwesens zu empfehlen, wird aus Paris gemeldet, das; bisher ein solcher Schritt nicht erfolgt ist. Die von gewissen arabischen Blättern in Kairo an den Sultau gerichtete Bitte, dem gegenwärtig in Konstantinopel weilenden Khedive die Ein- s ü hru n g e i n e r V e r f a f s u n g in Aegypten zu empfehlen, hat in London nur sehr geringen Eindrnck hervorgerufen. Es wird in politischen .^reisen darauf hingewiesen, daß eine Verfassung für Aegypten nicht vom Sultan, sondern lediglich von England, dem Beschützer Aegyptens, kommen könne, und betont, daß Aegypten für eine ^Constitution derzeit noch nicht reif sei. Im Jahre 1883 wurde vom Khedive ein organisches Gesetz verkündet, wodurch eine Anzahl repräsentativer Institutionen, darunter ein gesetzgebender Rat und eine Generalversammlung geschaffen wurden, die Acgypter hätten jedoch für diese neuen Einrichtungen nur geringes Verständnis an den Tag gelegt. — Aus Kairo wird zu diesem Gegenstande geschrieben: Bei den engen Beziehungen zwischen Aegypten und der Türkei konnte es nicht ausbleiben, daß die Gewährung einer Verfassung durch den Sultan auch hier eine freudige Erregung auslöste. Bei vielen war der Ursprung dieser Empfindung die Hoffnung, nunmehr auch die Verfassungsbewegung Aegyptens ihrem Ziele bald nähergerückt zu sehen. Während sich Lord Eromer gegenüber dem seit etwa zwei Jahren laut gewordenen Wuusche nach Schaffung eines Parlaments völlig ablehnend verhielt, läßt die liberalere Haltung seines Nachfolgers Sir Eldon Gorst auf mehr Entgegenkommen hoffen, worauf die Ausdehnung der Befugnisse der Pro-vinzialräte hindeutet. Einigermaßen gekräftigt werden diese Hoffnungen durch den freundlichen, Empfang der aus Notablen bestehenden Mission, die zwecks Erlangung größerer Freiheiten nach London entsandt wurde, durch den Staatssekretär Sir Edward Grey. Ferner ist zu erwähnen, daß sich die bisherige Abneigung des Khedive Abbas Pascha gegen die Einführung konstitutioneller Einrichtungen abgeschwächt zu habeu scheint. Mau zieht diesen ^chluß aus den diese Frage betreffendeil Auslassungen der in allen Ländern des Islam verbreiteten Zeitung „Moaijad", deren Besitzer dem Khedive sehr nahe steht. Die europäische Presse ill Aegypten steht der nenen Aera in der Türkei selbstverständlich sympathisch gegenüber. Nenn franzö-sisä>e Zeitungen von einem Niedergehen des deutscheu Einflusses unter dem neuen Negime in der Türkei sprechen, so ist demgegenüber zu bemerken, daß die hiesigen jungtürkischen Kreise derartigen Behauptungen gänzlich fernstehen nnd daß dieselben von der arabischen Presse völlig ignoriert werden. Tagesneuigleiten. — (Der Lebensabend der Ex-Kaiserin von M e r i t o.) Ueber das Leben der unglücklichen Kaiserin Charlotte, der Witwe Maximilians, der bei Queretaro sein tragisches Ende fand. tveih der belgische Korrespondent des „Caffaro" einige Einzelheiten zu berichten. In dem Schlöffe von Nouchont bei Laelen, das der Vruder, der König von Belgien, der vom Schicksal so hart getroffenen Schwester zur Verfugung gestellt hat, geht in stiller, trüber Linsamlcil diescö Leben, das einst bestimmt schien, in höchstem Glänze emporzusteigen, seinem allmählichen Verlöschen entgegen. Die Ex-Kaiserin ist heute eine Greisin, eine Wjäh-rige, aber die Spuren ihrer einstigen Schönheil sind noch nicht verwischt, und noch heute legt sie auf sorgfältige Toilette den größten Wert. Eintönig und still flieht ihr Leben dahin. Allein schlendert sie durch den schattigen Parl und pflückt Vlumen für den Vruder; hin und wieder sucht ihre Seele in der Musik Erlösung oder sie arbeitet für die Armen, oder sie zupft Scharpie für die Krankenhäuser. Ihre Lieblingsbeschäftigung aber ist, in den Nohngemächern die Möbel zu vertauschen, und rastlos ersinnt sie dann neue Kombinationen. Dreimal in der Wpche Pflegt König Leo-pold die Schwester zu besuchen, bann löst sich das dumpfe Schweigen und die einstige Kaiserin beginnt zu sprechen. Visweilen scheint es dann, als lehre das Gedächtnis wieder. Aber alles, was Zusammenhängt mit dem tragischen Tage von Querelaro, scheint auf ewig tot, und nie hört man ein Wort von dem verstorbenen Gemahl, von seiner kurzen Herrschaft in Mexiko oder vyn den früheren glücklichen Tagen von Miramare. Dann wieber senkt sich plötzlich, wie ein dunkler Schatten, eine tiefe Melancholie über die unglückliche Frau. Aber einen Tag gibt es im Jahre, an dem ein leiser Lichtstrahl die dunklen Nebel ihrer Seele zu zerteilen scheint. Das ist der Namenstag. Dann geht sie hinaus in den Garten und pflückt Vlumen, auf dem Tische ordnet sie sie dann zu Sträußen nnd Gruppen, und dazwischen legt sie die zahlreichen Geschenke, die stets zu diesem Tage in dem stillen Schlosse eintreffen. Und vor den Tischen mit den Vlumen und Geschenken stehend, freut sie sich lindlich wie ein junges Mädchen, das nie den Schmerz, das Leiden und das Unglück kennen gelernt hat. — (Welches Satzzeichen ist hinter die Anrede in Briefen zu setzen?) Diese Frage wird jetzt öfter erörtert, weil man gegenwärtig häufiger als früher Briefe bekommt, in denen hinter der Anrede „Lieber Freund", „Verehrter Herr", statt des gewöhnlichen Ausrufezeichens ein Beistrich (Konnna) gesetzt ist. Man l>at sogar darin eine Nachahmung englischer Sitte finden wollen — aber die Franzosen setzen auch den Beistrich und wir finden diesen Schreibgebrauch bei uns schon in einer Zeit, wo von einer N'achäffung englischer Sitten leine Nede sein tonnte. Setzt man aber nach der Briefanrede den Beistrich, so entsteht wieder die Frage, ob man den Brief mit einem großen oder kleinen Buchstaben beginnen soll. Auch in dieser Beziehung sind die Meinungen geteilt. In einer der letzten Nummern der Zeitschrift des Allg. deutschen Sprachvereines untersucht Hermann Dünger auf Grund der reichen Vricfsammlung der königlichen Bibliothek zu Dresden den Schreibgebrauch unserer besten Schriftsteller in dieser Hinsicht. Er kommt zu o?m Ergebnisse, daß die verschiedenen Schriftsteller verschie» den verfahren und daß oft dieselben Schriftsteller bald diese, bald jene Art befolgen. Dunger empfiehlt in feierlicher Vriefanrede nach altem Brauche das Ausrufungszeichen beizubehalten, dagegen in vertraulichem Vriefvcrlehr nach dem Vorgänge von Goethe. Schiller. Grimm, Vismarck und anderen die Anrede nicht in üblicher Weise steif voranzustellen, sondern in den Brief selbst einzuflechten; dadurch lverde der Brief, der doch das Gespräch von Mund zu Mund ersetzen soll, natürlicher und herzlicher. Für Postkarten, die doch meist nur sachliche Mitteilungen enthalten, empfiehlt Der Weg zum Leben. Roman von Erich Gdenftein. (42. Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.) Wolfgang sehte sich auf einen Vaumstrunk und trocknete sich die Stirne. Es war so heiß. und der Weg hatte immer aufwärts geführt. Plötzlich schrak er zusammen. Mißtönende Laläe waren an sein Ohr geklungen, Grunzen, Aechzen, grollende Worte. Neugierig, wer in diese weglose Einsamkeit gekommen war, erhob er sich und ging ein Stück vorwärts. Er kam auf eine kleine Lichtung, in web ch.'r ein Kreuz stand. Rechts mündete ein breiter, ausgetretener Weg, und unter dein Kreuz kauerte ein Mann. Nein, kein Mann, sondern eine MfMvurt, <-in Zwerg mit krummen Beinen, struppigem grauen Haar und einem so verrunzelten (Besicht, das; es einem verdorrten Holzapfel glich. Die Veine steckten in Schuhen, deren Größe und Nägelbeschlag für einen Niesen berechnet Uxir, Lederröhren crsetz-ten da5 Beinkleid bis zu den Knien, wo sie an cinc alte Lederhose angesetzt waren, und deu Oberkörper bedeckte ein vielfach geflickter alter Spencer voll unerkennbarer iyarbe. Ein Nückenkorb, die sogenannt Krare, stand daneben, gefüllt mit allerlei Düten, die halb bedeckt wurden von einem darübergelcg-ten Männcrrock. Vei Wolfgangs ,>tommen wandte sich das Männlem mit einem neugierigen Vlick um und murmelte dann ziemlich mürrisch: ,,'N Tag." „Guten Tag", sagte Wolfgang freundlich. ,.Heiß heute, was Alter? Ihr kommt wohl schon weit her?" Der Zwerg murmelte etwas, das klang wie „ss-reili wohl. Verdammter Vühel da herauf. A sakrische Hitz'". Wolfgang lächelte und meinte: „Habt auch schwer zu tragen gehabt! Wart gewiß im Markte, Einkäufe besorgen? Seid Ihr ein Vauer aus der Umgegend?" „Vauer! Der wird sich wohl selber, den Vuckcl krumm schleppen. Dazu is der Einleger gut genug." Ein mitleidiger Vlick flog aus Wolfgangs Augen. Einleger! Er wußte, was das hies;. Arbeiten jahraus, jahrein, bis das Mark in den Knochen schwack wird und die letzte Spur von Kraft verschwindet, dann das Gnadenbrot essen, bald hier, bald dort, je nachdem die Reihenfolge es ergibt. Verspottet, gescholten, herumgestoßen, mit einem unfreundlichen Vlick empfangen uud einem „Gott sei Dank" entlassen. Das schlechteste Essen, die Widerwärtigstell Arbeiten, ein Sündenbock für Vaner, Väuerin und Gesinde, das hieß Einleger sein. „Wollt' int klagen, Herr, hab's ja eh' nit schlecht beim ^riedbauern, is a rarer Mensch und die Väuerin auch, nur grad' soviel heis; is heut' und der Vuckelkorb so schwer über'n Verg 'rauf, und drunt hab' i mi ärgern müssen; sakrisch giften über den Doktor, der nie ka Zeit hat für arme Lent. Das is halt a Nobler, der; tm mein!" Er seufzte und sah betrübt vor sich hin. Wolfgang, den der Mensch zu interessieren anfing, fragte, was er beim Doktor gewollt? „'s Dirndl is krank, unfer Mirzl; völli ver- kommen tut's, wann's a so weiter geht. Und gestern ik von der Vank abikugelt, wie a Prügel Holz, und 's G'sicht is bloach word'n wia Tchneeball'n. gar nimmer aufstehen hat's heut' mög'n. Da hat mi die Vänrin abi zum Doktor g'schickt; 's kost freili an Haufen Geld, hat's g'meint, denn an> Gulden wird er scho rechneil bis zum ^riedhof auf,'. Aber. du mein Gott, die Mirzl is hali ihr Um und Auf. Auf die Letzt hat's ma no nachg'rnfen und hat man die Kraxen geb'n, damit i ihr glei etlich's mitbring vom Markt." „Und jetzt kommt der Sakra nit!" Er schlug sich zornig auf's Knie, daß es klatschte. „Koa Zeit! Natürli! Kennt ma eh schon! Morgen is Vest-schießen, und hellt' kommen die Gast', da kann er freili int die drei Stunden zum ^riedhofbauern gehen." „Aber das imch er doch! Das ist seine Pflicht!" warf Wolfgang ein. Der Alte lachte giftig. „Sö sein wohl a Fremder? Da Wissen's hall nit, wie das is da bei uns. Der Vauer kann halt nit viel zahlen, nnd der Doktor is a nobler Herr, ganz a Herrischer! Wohl sein no andere da, aber die wollen alle noch mehr, zu die traut sich unser^ eins gar nit." Wolfgang dachte einen Augenblick nach. Seit er am Spital gewesen, hatte er keine Praris ausgeübt, aber am Ende, wenn der andere nicht kam und bei diesen einfachen Leuten . . . vielleicht konnte er ihnen doch helfen? „Wißt Ihr was, Alter? Wenn es Euch recht ist, gehe ich mit zum ssriedbanern, ich bin nämlich auch Arzt." (Fortsetzung folgt.) Laibacher Zeitung Nc. 196. 1519__________________________________________27. August 1908. er Weglassung der Anrede, wie es jetzt schon häufig geschehe; dir Versicherung von Freundschaft und Verehrung sei auf einer offenen Karte wenig angebracht und nehme nur den Platz weg für wichtigere Mitteilungen. Am Schlüsse des Aufsatzes wendet er sich gegen das in Deutschland leider noch immer weit verbreitete Vorurteil, daß man briefliche Mitteilung nicht mit Ich beginnen dürfe. Zur Beruhigung ängstlicher Gemüter weist er nach, daß viele unserer lvstcn Schriftsteller ihre Briefe ungescheut mit Ich beginnen. — (Die Musil der Indianer.) Wie die ..Umschau" berichtet, hat eine Mitarbeiterin des amerilanisch-cthnologischcn Bureaus, Miß Fletcher, mit Hilfe des Phonographen viele indianische Lieber aufgezeichnet, in unsere Notenschrift übertragen und dann von amerikanischen Musi-tern prüfen lassen. Dabei stellte sich heraus, daß sie sich keineswegs aus jenen mißtönenden Klängen, die als „Inbiancrgeheul" bezeichnet zu werden pflegen, zusammensetzen, vielmehr gewisse Aehnlichleiten mit Themata von Beethoven, Schubert, Schumann. Chopin und noch mehr mit Wagner und Liszt ausweisen. Besonders der Anfang des „Friedenspfeifcngesangcs" soll überraschende Aehnlichlcit mit Wagners Art haben. Daß die Indianer musikalisch sein müssen, folgt schon daraus, daß sie imstande gewesen sind. zahlreiche Melodien von Generation zu Generation aufzubewahren, obwohl sie leine Notenschrift haben und auf das Gehör allein angewiesen sind. Ihre Gesänge behandeln nicht etwa die Gefühle und Stimmungen des einzelnen, sondern schildern Erlebnisse des Stammes. Miß Fletcher hat sich ein und dasselbe Lied von vielen Indianern vorsingen lassen, und beim Vergleich der phonographischcn Aufnahme hat sich herausgestellt, daß bei allen Melodie und Rhythmus ohne die geringste Abweichung übereinstimmen. — (Erlennt si ch.) „Sie sind doch sicher auch gegen die Vivisektion. Herr Wamperl?" — „Aba g'wiß. Herr Rat, da lass' i mi schon lieba vabrenna!" — (Im Eifer.) Gemeinbevorstand (bei Gelegenheit eines sehr reichlichen Festessens einen Toast ausbringend): „Hochverehrte Mitesser . . .!" Lolal- und Provinzial-Nachrichten. Dcr Zirkuihcr Höhlcnsec. Von G. And. Pcrlo (Bischoflack). (Fortsetzung.) Die Talschlucht liegt zwischen Zirtnitz, Natel und Unec in der Mitte des Waldes am Fuße des Berges Iavornil. Sie ist nahezu 2000 Meter lang und stellenweise nur 200 Meter breit. Die ganze Flächcnausbchnung beträgt etwa 50 .Hektar. Das Tal besteht eigentlich aus sechs großen», Einstürzen; die österreichische Sftezialtarte hat jedoch nur vier verzeichnet. Der erste von der Zirlnitzer Seite her ist der interessanteste, da man von seinem nördlichen Nande die Aussicht über die zweite Brücke genießt, die aus einem sehr gefälligen, schlanken Felsbogen besteht, der den letzten Nest der einstigen Höhlendeckc darstellt. Die Brücke ist ?>0 Meter lang und ziemlich gleichmäßig 4 Meter breit, es führt über sie ein unebener, mit Bäumen bewachsener Fußsteig, der an sich nicht gefährlich, aber nur für schwindelfreie Leute gangbar ist. Unter dem Felsbogen sieht man, wie der Nalbach durch den ersten Einsturz unter der Brücke fließt und in der Felswand verschwindet. Hoch oben sieht man eine fensterähnliche Oeffnung. durch die die Sonnen-strahlen in den schauerlich tiefen Abgrund fallen. Aus diesem ersten Einstürze gelangt man an der Westseite des Baches durch einen niederen Durchgang in den zweiten, kleineren Felszirlus. mit stark zerklüfteten Wänden und von hier weiter über einen Steg durch einen breiteren Durchgang in dcn dritten, die sogenannte „Zadnja Iama". über die sich in kühnen gcwegtcn Bogen „Die zweite Brücke" wölbt. Diese Felsmulbe ist 70 Meter laug. 23 Meter breit und 55 Meter tief. Der Anblick aus der Tiefe hinauf auf die Brücke ist unbeschreiblich schön, der größte Teil des Kessels befindet sick auf der anderen Seite der Brücke. Ei„ Steg führt über das rauschende Wasser wieber auf die Westseite des Nal. baches zu den Felswänden, aus denen uns zwei schwarze Höhleneingänge cntgegengähnen: der rechte bildet einen Teil des Seeabflusses; der links gelegene ist durch eine hölzerne Tür verschlossen. Die erste Höhle heißt „Fürst Hugo-Grotte" und ist bequem auf etwa 1000 Meter flußaufwärts mit Kähnen befahrbar. Die zweite, viel interessantere, heißt „Prinzessin Christine-Grotte". Sie ist nur 30 Meter lang. 3 Meter breit und 8 bis 6 Meter hoch und hat so wunderbare Tropfstcinbildungen, baß ihr Eigentümer Fürst Windifchgrätz sie sperren ließ, um sie vor rücksichtslosen Beschädigungen durch die Besucher zu schützen. Ginige Schritte von der Zadnja Iama nach links ist ein zweiter. 35 Meter tiefer, lessclähnlicher Schlund, in welchen man links über steile Felsen und durch Gestrüpp gelangt. Auf dem Grunde dieser Höhle, die einen Durchmesser von 10 Metern hat, entspringt aus eincr schmalen Spalte am Füße der mächtigen Felswand der stärkste Zufluß des Ral. baches. Links und rechts sinb Spalten vorhanden, durch die "uft und Licht in die Höhle gelangen. Ein Einbringen in diese Spaltenhöhle ist nicht immer möglich, da das Wksscr gewöhnlich den ganzen unterirdischen Tunnel anfüllt. Durch )icse Höhle versuchte Puiick in die Große Karlovica zu ^langen. Er fuhr auf dem Wasser ungefähr 600 Meter auf-uärts, über sechs tiefe Seen bis zu einem großen Felssturz, in dem er nicht vorbei konnte. Von diesem Einstürze aus ^ließt der Ralbach ruhig durch schattige Auen über 1300 Netcr weit und wirb immer schwächer, da das Wasser lach u»b nach in ben Spalten am Grunde des Vachbeitcs .'crsickert. Schließlich verschwindet das Wasser vor der eisten Vrücke don St. Kantian in kleine unpassierbare Sauglöchcr. Die oben erwähnte Brücke ist nichts anderes als ein riesengroßes Fclsgewölbe. Der Tunnel ist 19 Meter hoch lind 48 Meter lang, über ihm ist die Decke noch 23 Meter breit, so daß sich die ganze Felswand 42 Meter über ben Wasserspiegel erhebt. Während der heißen Sommerszeit verschwindet das Wasser bei der rechten Brückensäule ganz. Vci Hochwasscr aber flicht der Ralbach durch den Tunnel weiter in eine riesengroße Einsturzhöhle, in die das Wasser mehr stürzt als fließt. In dieser 16 Meter breiten Saug-höhlc kann man 250 Meter weit im Innern vorbringen. Nicht weit vom Eingänge sieht man auf der linken Seite 5N der Decke eine fensterähnliche Oeffnung, zu der eine steile Schutthalde führt, über die man auf einem schlüpfrigen Steig wieder hinauf auf die Höhe der Brücke gelangen kann. Der Ralbach, der in ben Schlund von St. Kantian verschwindet und unter dem Bergrücken weiter flieht, kommt nach einem 4200 Meter langen unterirdischen Laufe im 50 Meier tiefer gelegenen Kesseltale von Planina, und zwar ein Teil durch die Mühltalschlucht unterhalb des Schlosses Hc.asberg, ein anderer Teil aus der großen Kleinhäuslergrotte. Ehe er aber hier erscheint, kann man ihn schon am Grunde der riesengroßen Einsturzdolincn „Große Koli-<"ivla", südöstlich von der Ortschaft Planina, beobachten. (Fortsetzung folgt.) " (Aus bem Voltsschuldie nst e.) Seine Exzellenz der Herr Minister für Kultus und Unterricht hat die Einführung der mit dem Ministerialcrlasse vom 25. Juni 1907, Nr. 21.081, für das Schuljahr 190^/1907 genehmigten Einfühlung des Vormittagsunterrichtes an den städtischen öffentlichen Volksschulen und au dcn beiden Privat-Mäbchenbürgcrschulcn der Ursulinerinnen in Laibach für die Zeit vom 1. Mai bis zum Schlüsse jeden Schuljahres bis .nif weiteres genehmigt. —?. " (S t a a t s su b v c n t i o n.) Seine Exzellenz bei Herr Minister für Kultus und Unterricht hat dem Diözcsan. Cäcilicnvereinc in Laibach zum Zwecke der Veranstaltung eines lirchenmusilalischen Lchrlurses für Organisten und Chorregenten eine einmalige Subvention im Betrage von 800 X bewilligt und die l. l. Landesregierung für Kram ermächtigt, dieselbe zu Handen des Vereinspräses flüssig zu machen. —?. " (E i s< n b a h n a n ge lc g e n he i t e n.) Das l. l. Eisenbahnminisicrium hat der l. l. priv. Sübbahngesellschaft in Wien den Vaulonsens zur Herstellung eines Personal-wohngebäudcs in der Station Salloch der Linie Wien-Trieft erteilt. —i». — (Einige Ratschläge zur Abwehr der Hochwassergefahr am Laibacher Moor,) Jahr auf Jahr wiederholen sich größer« und kleinere Uebcr-schwemmungen der weitgcdehnten Fläche des Laibacher Moores. Jedes Hochwasscr beschädigt inehr oder weniger die Kulturen und gefährdet Menschen und Tiere, sie oft auf Tage hinaus von jedem Außenverlehre ausschließend. Von der sicheren Höhe der altersgrauen Ruinen unseres Schloßberges betrachten oft Neugierige das ungewohnte Bild eines wogenden Sees. Viele erfüllen aber auch bie humane Pflicht der Nächstenliebe, indem sie mit Kähnen ,ind Flußschiffen dcn bedrohten Menschenkindern zu Hilfe eilen, — Das soll nun durch die Inangriffnahme bcr Re^ gulirrung bes Laibachflusses unb ber damit verbundenen Entsumpfung des Moores besser werben. Aber wie lange dauert es noch bis bahin? Sicher über ein Dezennium! Wieviel Schaben bis bahin bas entfesselte Element noch anrichlcn wird, zeigte die letzte Ueberschwemmung. Es fragt sich, durch welche Vorsichtsmaßregeln der Ueberschwcmmungs-gefahr provisorisch etwas gesteuert werden könnte. Es sei d> unterbreiten. Vor allem sind an den Straßenrändern deutlich sichtbare Wegweiser anzubringen. Wenn bas Wasser infolge ber Zuflüsse über bie Moorfläche fast überall gleich-mähig verteilt ist, weiß oft auch ber erfahrenste Ortskundige nicht, wo die Straßenränder aufhören und die tiefen Grä' ben daneben beginnen. So kommt es, daß sich die Morast-bewohner selbst, auch die Ortskundigsten, beim Fallen des Hochwassers mit ben Fuhrwägen nicht in die Stadt getrauen, um dort ihre dringendsten Geschäfte zu erledigen. Dies trat bei ber letzten Ueberschwcmmung wieber zutage: Die Leute trauten sich. obwohl sie bringende Geschäfte in Laibach zu verrichten hatten, tatsächlich fast vier Tage nicht auf die Straße, bis sich ein mutiger Mann (Vibmar) dazu entschloß, mit seinem Fuhrwerk den Weg zu wagen. Erst jetzt bekamen auch die anderen Mut. Verhältnismäßig sicher wären bicsc Fahrlen. lvenn die vielen das Moor durchkreuzenden Straßen an ihren Rändern mit entsprechenden Hegweisein versehen wären. Zu Wegweisern empfiehlt sich c-m besten Anpflanzung »on Bäumen. Bis diese heranwüchsen, sollten in bestimmter Entfernung entsprechende Pflöcke die Richtung der sicheren Fahrt angeben. Die Aufstellung dieser Wegweiser würde sich besonders bort nützlich ei weisen, wo weder Telegraphenstangcn noch sonstige Orientierungspunkte anzutreffen sind. Solche Wegweiser würben bei großen Ucberschwemmungen auch den auf Kähnen usw. zu Hilfe eilenden Rettungsmannschaften vorzügliche Dienste Kisten. — Das wäre der notwendigste und auf billigste Weise auszuführende erste Teil ber Sicherungen. Der zweite Teil ist etwas schwierigerer Natur: Die Aufstellung hoch-gebauter, primitiver Schutzbarackrn, vorwiegend im von Hochwassergefahr am meisten bedrohten Territorium. Ehestens auf dem Gebiete bcs Zusammenflusses mit ber 5e-ljimljica, Iiica unb I^la. Diese lediglich aus Holz in einfachster Vauart aufzustellenden Schutzbaracken könnten drei Zwecken zugleich dienen: eine Abteilung für bie Unterkunft ber Menschen bestimmt, eine zur Unterbringung des Viehes unb eine dritte wäre mit den nötigsten Lebensmitteln für die Zeit ber Hochwassergefahr verfolgt. Da die Bewohner bes Morastes bei solchen Fällen zumeist die Dachstübchen usw. ihrer Wohnhäuser beziehen, wird es sich wahrscheinlich in erster Linie um Unterbringung des Viehes handeln; denn der Mensch kann sich in solchen Fällen zu seiner Sicherung doch viel eher einen Rcttungsplatz aufsuchen, als das arme Vieh. — Daß schließlich für die Ueberschwem-mungrn am Morast bcr Mangel von schwimmenden Fahrzeugen durch Anschaffung zweckentsprechender Kähne behoben werben soll. darüber ist man auch in Laibach schon längst einig; nur getan wurde in dieser Richtung noch immer zu wenig. Nicht, wenn die Gefahr schon da ist, soll man an Abhilfe denken, jetzt schon ist es an ber Zeit. die him" unter ber Leitung des hiesigen Herrn Oberlehrers Rudolf Horvat vorgetragen. Sodann bestieg der Herr Oberlehrer die Tribüne unb hielt eine begeisterte Festrede. Er sagte unter anderem: „Es ist die Liebe unb trcue Ergebenheit zu unserem erhabenen Monarchen, welche uns heute versammelt hat, um derselben öffentlich Ausdruck zu gebcn." Sodann schilderte der Festredner bie vielen edlen Taten Seiner Majestät unb schloß mit einem Rufe, die treuen Untertanen wollen Nach wie vor bem hohen Herrscherhaus? Habsburg inniglich ergeben sein. Die Menschenmenge brach in enthusiastische „2ivio"-Rufe aus. -Hierauf traten vor das Kaiserbilb die drei weiß gekleideten Mädchen unb legten vor dasselbe mit einer Anrebe den Lorbeerlranz nieder. Nun wurde die Kaiserhymn« abgesungen, welche die Anwesenden entblößten Hauptes anhörten. — Nach einer lurzei Pause trat der Festredner abermals bor und jetzt galten seine Worte ben tapferen anwesenden Kriegern, wovon sich einer an zwei Felbzügen, im Jahre 1859 unb 1860. beteiligt hatte unb auch verwundet wurde, während die übrigen sei es bei Custozza. sei es in Bosnien unb in der Hercegovina ihre Feuertaufe erhielten. Der Redner erinnerte sie an die heldenmütigen Taten und die überstandenen Leiden unb als er des Signals „Zum Gebet!" gebachte, blies dieses militärische Signal ein Trompeter unb alle hörten es mit entblößten Häuptern an. Die Anrede wurde mit einem dreimaligen „Hurral,"-Rufe auf den Obersten Feldherrn, ben geliebten Kaiser, geschlossen. Nachdem die Sänger noch bas feurige Lieb „55» <1"in inc"1 !,<»)'»!> ^i-s»in" 'von Volaru- vorgetragen hatten, umringten bie Vlleranen bas Kaiserbilb; bie Feuerwehr defilierte sodann vor dem Kaiserbilde. b«n Veteranen unb dem Gemeinde, rate. Nach der Defilierung bildeten bie Feuerwehrmänner Salier und begleiteten, mit bem Kaiserbilde unb Lorbeer-klanze an der Spitze, die alten Helden bis zum Gasthause des Bürgermeisters, woselbst für bie letzteren ein Festessen aus Gemeindcimtieln bereitet war. So endete die schlicht? Jubiläumsfeier im freundlichen Zagorje, bie bei der hiesigen Bevölkerung gewiß noch lange in bester Erinnerung bleiben wirb. — < 2e ffe n < l i ches Schauturnen in Je-l,'5ni Vrh bei Idria.) Am 2I. d. M. um 4 Uhr nachmittags fand auf der am Ibrijcafluß gelegenen Niese des Herrn Jan Gruden in Ielwni Vih bei Ibiia ein Schau- Laibacher Zeitung Nr. 196. 1820 27. August 190«. turnen statt, welches der Turnverein „Solo!" in Idria im Verein mit jenem in Sairach ob Idria veranstaltet hatte. Der männliche Nachwuchs aus Idria (56 an der Zahl) führte unter der Leitung des Herrn Kinkovec freie Uebungen aus, wie sie für den II. slovenischen Sololtag in Laibach zusammengestellt waren. Der weibliche Nachwuchs (54 an der Zahl) produzierte sich unter der Führung des Herrn Julius Novak und unter der Leitung der Fräulein Lucia Troha und Julie Kopaö in Uebungen mit Fähnlein. Das Turnen des Nachwuchses, sowohl des männlichen als auch des weiblichen, gereichte den betreffenden Leitern und Leiterinnen, die die junge Turnerschar so exalt ausgebildet hatten, als auch den Ausübenden zur Ehre. Die lebhaften kleinen Turner und Turnerinnen mit ihrer fröhlichen Art und ungezwungenen Exaktheit waren auch gar zu nett. Kein Wunder, daß die zahlreich erschienenen Eltern den gelungenen Vewegungen ihrer Knaben und Mädchen mit Liebe und Bewunderung folgten und sich überzeugt fühlen, daß ihre Jugend auf guten Wegen wandle und geschickten Händen anvertraut sei. — Die Männerabteilung trat unter der Führung des Herrn Julius Novak und unter den Herren Fr. Kr5nil und Johann KrZisnil als Vorturnern in Freiübungen auf, welche für den I. serbischen, im Jahre 1909 in Belgrad abzuhaltenden Sololtag bestimmt sind. Der fesche Auftritt und das gediegene Turnen der Männerabteilung bildete wohl den Glanzpunkt des ganzen Programmes. Dem Turnen wohnte eine große Menschenmenge an, welche die einzelnen Produltionen mit gespannter Aufmerksamkeit verfolgte und die Turner des öfteren lebhaft akklamierte. Unter anderen waren beim Schauturnen anwesend die Herren: Josef Kepetavec, Bürgermeister von Idria; Oberhüttenverwalter Gottlieb Slavil; Oberbergarzt Dr. Georg Ktverak u. a. — Nach beendetem Turnen entwickelte sich im Gasthausgarten des Herrn Jan Gruden eine gemütliche Unterhaltung, wobei der Musitverein aus Idria unter Führung des Herrn Josef Polan3el konzertierte; der in den Abendstunden hereingebrochene Regen machte der Unterhaltung ein vorzeitiges Ende. —^. — (Die Sozialdemokratin in Idria) hielten am 19. d. M. abends im Garten des Hotels „Zum schwarzen Adler" eine gutbesuchte Versammlung ab. Der Genosse Herr Ignaz Sitar aus Trifail referierte über das Thema „Die Organisation der Bergarbeiter" und wies auf Grund statistischer Daten nach, was eine gut durchgeführte Organisation zu erreichen vermag. — Der Fachselretär Herr Anton Kristan sprach ausführlich „Ueber die Forderungen der Bergarbeiter in der jetzigen Zeit", wobei er die Inspektion der Bergarbeiter, die Akkordarbeit in den Bergwerken, die Minimallöhnung der Bergarbeiterschaft sowie di< Altersversicherung der Bergarbeiter, ihrer Witwen und Waisen näher beleuchtete; für seine Ausführungen erntete ev den lebhaftesten Beifall. —3. — (Zuertennung der Lebensrettungs-t a g l i e.) Me t. l. Landesregierung hat dem Johann 8 i 3 l 0 aus Gurtfeld für die von ihm mit eigener Lebensgefahr bewirlte Rettung des sechsjährigen Inwohnerssohnes Josef Povhe aus Gurkfeld vom Tode des Ertrinkens die gesetzliche Lebensrettungstaglie im Betrage von 52 X 50 k zuerkannt. *(ZuiVollsbewegunginKrain.)Im politischen Bezirke Laibach Stadt (39.671 Einwohner) fanden im zweiten Quartale des laufenden Jahres 113 Trauungen statt. Die Zahl der Geborenen belief sich auf 282, jene der Verstorbenen auf 298, darunter 71 Kinder im Alter von der Geburt bis zu 5 Jahren. Ein Alter von 50 bls zu 70 Jahren erreichten 52. von über 70 Jahren 65 Personen. An Tuberkulose starben 65. an Lungenent-ziindunz 14, an Diphtheritis 1, durch zufällige tödliche Beschädigung 4, durch Selbstmord 2 und durch Mord und Totschlag 1 Person; alle übrigen an sonstigen verschiedenen Krankheiten. — Im politischen Bezirke Littai (35.969 Einwohner) fanden im zweiten Quartale des laufenden Jahres 56 Trauungen statt. Die Zahl der Geborenen belief sich ci'.lf 318, jene der Verstorbenen auf 191, darunter 70 Kinder im Alter von der Geburt bis zu 5 Jahren. Ein Alter von 50 bis zu 70 Jahren erreichten 43, von über 70 Jahren 31 Personen. An Tuberkulose starben 35, an Lungenentzündung 6, an Diphtheritis 3, an Masern 5, durch zufällige tödliche Beschädigung 8. durch Selbstmord 2 und durch Mord und Totschlag 1 Person; alle übrigen an sonstigen verschiedenen Krankheiten. —r. — (Das erste Opfer der Triglav-Nord-wand.) Der Ilatorog kennt kein Erbarmen! Der 22jäh-rige, hoffnungsvolle Jüngling, der einzige Sohn eines Neinhauers in Döbling. wurde mit zerschmettertem Schädel und gebrochenen Gliedern in einer fast unzugänglichen Mulde der zerklüfteten Wand gefunden und Karl Wagner wird auf dem Friedhof zu Lengenfeld, zu dem das weihe Haupt des Triglav ernst herübergrüßt, zur ewigen Ruhe bestattet werden; auf seinem Grabe weiden die Triglavrosen blühen . . . Gute Laune und Zuversicht spricht noch aus seinem letzten Lebenszeichen, einer Ansichtskarte von der Unterlunftshütte unter der Wand (dem „Alja^heim"); er schreibt, daß er „auf dieser wunderschön gelegenen Hütte eingeregnet ist. Es gießt hier ununterbrochen in Strömen; der einzige Trost ist die gute Verpflegung und die Aussicht. daß es nach dem Regen gewöhnlich schön wird". Die Karte ist vcm 16. datiert, am 17. aufgegeben und langte Dienstag, den 18., bei seinen Eltern an. Am 17. August war das Wetter schön; in der Alja/chütte ließ er Piclel. Havelock und Visiten> larte zurück mit dem Wunsche, man möge, falls er bis zum 19. d. nicht zurückgekehrt sei, seine in Wien lebende Mutter verständigen; denn dann sei er bestimmt verunglückt. Wagner, der wohl wußte, daß er sich auf eine äußerst schwierige Klettertour begebe, hatte sich in der Hütte seines Mantels und des Pickels entledigt, um beim Klettern ungehindert ,',u sein, und hatte, wie es scheint, nicht einmal Proviant mitgenommen. Montag in aller Frühe dürfte er nun von der Aljaxhütte aufgebrochen sein und den Einstieg gemacht haben. Falls ihm die Tour gelungen wäre, hätte er wohl mittags die Spitze des Triglav erreicht. Wagner war nicht hinaufgekommen, denn eine Partie, die nach ihm am Dienstag dieselbe Route nahm, kam auf der Triglavspitze an. ohne eine Spur Wagners zu bemerken ... Er war abgestürzt; wann und wie es geschah, ioer weih es! Eine Woche lag er tot da. bis am 25. d. M., abends um -^6 Uhr die telegraphische Nachricht beim Alpinen Nettungsausschuß in Wien anlangte: „Wagner tot ... Leiche nach üengen-feld gebracht." — Und doch war man die ganze Zeit eifrig auf der Suche. Bereits am Mittwoch langte beim Alpinen Rcttungsausschuß in Men die Nachricht ein, daß Wagner von seiner Tour nicht zurückgelehrt sei. Ein zweites Telegramm meldete, daß noch Mittwoch von Mojstrana zwei Führer auf die Suche geschickt worden seien, deren Expedition resultatlos verlief; ebenso erfolglos war eine zweite Rcttungsexpedition, die in der Stärke von fünf Mann, zwei Führern und drei Touristen, die Nachforschungen nach Wagner aufgenommen hatte. Der Rettungsausschuß schickte nun am 21. d. nachmittags die Herren Zimmer und Iahn und abends noch d« Herren Gerin und Niegle nach Mojstrana. um die dortigen Führer bei der Aufsuchung Wagners zu unterstützen. — Man sehte auf diese Expedition die ganze Hoffnung, da die Leitung derselben der bekannte Hochtourist Franz Zimmer, der seinerzeit selbst die Triglav-Nordwand bezwungen hatte, übernahm. Am 24. lehrte nun auch diese Expedition zurück, ohne eine Spur des Abgängigen gefunden zu haben, die sie mit Bestimmtheit als jene Wagners hatte ansprechen tonnen. Der Hochtourist Franz Zimmer machte dem ..Fremdenblatt" über die Nachforschungen folgende Mitteilungen: „Auf die Nachricht, daß der uns als gewiegter Hochtourist bekannte Karl Wagner seit einer Tour, die er allcin am Montag auf den Triglav über die gefährliche Nordwand unternommen hatte, vermißt wurde, sind wir, Maler Gustav Iahn und ich. Donnerstag mittags nach Tarvis gefahren und haben uns Freitag früh mit zwei an Ort und Stelle aufgenommenen Führern sofort auf die Suche gemacht. Die sehr schwierige Nordwand besitzt, wie ich bemerken muh, drei Schluchten, die bei Bewältigung deZ Aufstieges in Betracht kommen. Wir beide haben mit einem Führer zunächst die eine Schlucht durchstiegen, während wir den zweiten Führer auf den Gipfel sandten. Wir haben jeden Abgrund, jedes Fleckchen mit unserem ausgezeichneten Trieder-Binolle abgesucht, ohne auch nur die geringste Spur zu finden. Der zweite Führer hatte im Schnee auf km Gipfel wohl Fußspuren entdeckt, ob sie aber von Wagner herrührten, tonnte nicht festgestellt werben. Noch am Freitag waren die Herren Gerin und Riebe zu uns gestoßen, die Donnerstag abends Wien verlassen hatten. Mit ihnen zusammen durchstiegen wir Samstag abermals die Nordwand, wobei wir unser Augenmerk vornehmlich auf die zweite Schlucht richteten, doch so sorgfältig und systematisch wir auch vorgingen, soweit wir uns in den schroffen Klüften auch vorwagten, wir konnten nicht das geringste Zeichen entdecken, das darauf hindeutete, daß Wagner dort gewesen. Auch zwei Studenten, die wir trafen und welche die Tour über die Nordwand am Dienstag, also einen Tag nach Wugner ausgeführt hatten, teilten uns mit, daß sie nicht die geringsten Spuren von ihm bemerkt hätten. Sonn^ tag trat schlechtes Wetter ein, so daß wir von einer weiteren Expedition absehen muhten und die Rückreise nach Wien antraten. Die Mcnsilien Wagners haben wir mit nach Wien gebracht. Die beiden Studenten sind noch draußen geblieben, sie wollen bei günstiger Witterung noch die dritte Schlucht durchklettern und auch den Gipfel noch absuchen; vielleicht ist es ihnen beschieden. Wagner zu finden. Daß er noch lebe, ist nahezu ausgeschlossen, denn Wagner hat seineil Rucksack mit dem Proviant und einige Kleidungsstücke teils in der Schutzhütte, teils in Tarvis zurückgelassen, um bei der schwierigen Kletterpartie möglichst unbehindert zu sein. Da ec nun seit Montag vermißt wird. so muß er. falls er nicht abgestürzt ist. schon an Erschöpfung zugrunde gegangen sein, wahrscheinlicher aber ist, daß er in irgendeinen von uns nicht gefundenen Abgrund gestürzt ist. denn sonst hätten wir unbedingt irgendeine Spur finden müssen." — Diese Befürchtungen erwiesen sich als nur zu richtig. Vorgestern vormittags wurde dcr Vermihte von der Rettungsexpedition tot aufgefunden. Di« erste Spur entdeckte man übrigens schon Tags vorher, der Bergführer Urbas fand nämlich schon am Montag die Feldflasche des Vermißten, woraus man schloß, dah er doch in der Nordwand verunglückt sei. Die näheren Details der Auffindung und spezielle Angaben über die Unfallsstätte sind uns noch nicht zugekommen. Ueber die Persönlichkeit des Verunglückten erfahren wir folgendes: Seit fünf Jahren war Karl Wagner in dem Vanlhause Schellhammer u. Schattera angestellt und erfreute sich wegen seines ernsten, liebenswürdigen Wesens großer Wertschätzung bei Ehef und Kollegen. Von dem Wagner zugestoßenen Unglücke ist man vollkommen überrascht. Alpinisten, die schon Touren mit ihm unternommen haben, kennen ihn als einen der besten Kletterer, aber dabei sehr vorsichtigen Hochtouristen. Gewöhnlich unternahm Wagner, obwohl er Mitglied des Oesterreichischen Alpentlubs und der Sektion Wien des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereines war, allein ohne Begleiter seine Bergtouren und schlug, wenn Einladungen zur Beteiligung an einer größeren Partie an ihn ergingen, diese meistens ab. Die Nordwand des Hochtors, die Südwand vom Dachstein und andere äuherst strapaziöse Touren hat er ganz allein absolviert. Wurde er vor besonders schwierigen Unternehmungen darauf aufmerksam gemacht, daß er sich ohne Begleitung in doppelt große Gefahr begebe, so wies er jede Unterstützung mit dem Bemerken zurück, er wolle leinen zweiten Menschen in Gefahr bringen; sei es ihm beschieden, in den Bergen zu verunglücken, so solle lein anderer mit ins Verderben gezogen werden. Wie Wagner das Unglück zugestoßen ist, darüber können wohl selbst die erfahrensten Hochtouristen bei dieser so schwierigen Partie nichts sagen. E? ist nicht ausgeschlossen, daß Wagner beim Kletteraufstieg von einem Unwohlsein befallen wurde, da er, wie es hieß, einen Herzfehler hatte. Der Chef der Firma Schellhammer u. Schaltera. Herr Wancura. hat sich bereit erklärt, die Kosten der Ausrüstung der Rettungsezpedition zur Auffindung Wagners zu tragen. — Zum Schlüsse bringen wir noch die bisherigen Erlletterungen der 1000 Meter hohen Triglav-Nordwand in Erinnerung, die bis vor drei Jahren als unzugänglich galt. Im Jahre 1905 wurde sie von Dr. König, Ingenieur Reinl und Karl Domenigg zum erstenmal erstiegen. Die drei Erst-besteiger brauchten sechsunddreißig Stunden zur Absolvie-il'Ng dieser Klettertour. Seitdem wurde die Nordwan^ dreimal von dem bekannten Hochtouristen Franz Z i m m e r erstiegen. Herr Zimmer hat mit Iahn dreien Bergführern die neue Route, die dann „Iahn-Zimmer-Route" genannt wurde, gezeigt, da man noch immer an der Ausführbarkeit der Tour zweifelte. In sechs Stunden waren Zimmer und Iahn oben angelangt. Sechsmal ist die Nordwind des Triglav erstiegen worden. Der siebente Ersteiger ist ein Opfer der Berge geworden. —in— — (Hauptversammlung der Imler-filiale in R u d ol f s w« r t.) Am 23. d. M. nachmittags fand im Gasthause des Herrn D r e n i l in Mschlin bei Rudolfswert die diesjährige Hauptversammlung der Rudolfswerter Imlerfiliale statt. Die gut besuchte Versammlung — es erschienen über 25 Imker aus der Umgegend — begrüßte der Obmannstellvertreter, Herr Ackerbauschul-direltor W. Rohr mann und berichtete sodann in einem längeren Vortrage über die Tätigkeit dcr Imlerfilialc im verflossenen Jahre; der Herr Ackerbau schul le hrer A. L a -pajne erstattete den Bericht über das Rechnungsgebaren und der ,herr Oberlehrer Lilozar hielt einen Vortrag über die richtige Betriebsweise der Bienenzucht. Im Anschlüsse daran fand die Wahl in den Ausschuß für das 'lächstc Jahr statt. Es wurden einstimmig gewählt: Herr Ackerbauschuldirettor W. Rohrmann zum Obmann, Herr Oberlehrer N. Gebauer zu dessen Stellvertreter urd zu Ausschußmitgliedern die Herren Ackerbauschullehrer A. Lapajne. Vahnbeamter A. T 0 nejec und Arbeitsleiter A. Globevnil. Rege beteiligten sich die Imker an der Debatte über den Schaden, welchen die hierortigen Bienenzüchter infolge der starken Einführung fremder Bienen zwecks Bienenweide während der Heideblüte erleiden und über die Mittel zu deren Behebung. Diesbezüglich wurde beschlossen, dahin zu wirken, daß ein Landesgeseh geschaffen werde, welches die Bienenzüchter vor der zu starten Einführung fremder Bienenstöcke während der Vienenweide wie solche in aederen Kronländern vorhanden sind. schützen solle. Zum Schlüsse wurde der Wunsch geäußert, die Imlerfiliale möge zur Hebung der rationellen Bienenweide wie solche in anderen Kronländern vorhanden jeder Imler einen modernen Bienenstock gratis erhalte. — Sodann schloß der neugewählte Obmann Herr Ackerbau« schuldireltor W. Rohrmann die Versammlung, die ihm für die umsichtige Leitung den innigsten Danl votierte. Die zahlreich erschienenen Bienenzüchter bekundeten ein reges Interesse für die Verhandlungsgegenstände. — (Vereitelter F a h r r a d d i e b st a h l.) Am Sonntag, den 23. d. M., entlieh sich der Gemeindeselretär Ignaz Mercina aus Ober-Ka^elj vom Verzehrungssteuer-agenten Franz Tro^t aus Veli>e ein Fahrrad. Mit diesem Fahrrade lehrte Mercina im Gasthause des Franz Plevnit in VelMN zu Boden warfen ^nd ihm am Kopfe und am rechten Oberarm mehrere Verletzungen beibrachten. Millio flüchtete sich in seine Wvh-^lng; die Burschen erfolgten ihn auch dahin, erbrachen b'e Tür und mißhandelten ihn noch in seiner Wohnung, -luf die lauten Hilferufe des Millw entfernten sich die Angreifer. Die gerichtlichen Erhebungen sind im Zuge. —o— " (Gin Hemd in einen Sack verwandelt.) diesertage hatten zwei Schlossellehrlinge beschlossen, nachts üuf dem Karolinengrunde auf einen Acpfelbiebstahl auszugehen. Als sie sich abends lahenartig dem Apfelbaumc klierten, wurden sie ertappt. Einem gelang es den "lallen seines Feindes zu entkommen, während der zlvcite, "er sein .Hemd in «inen Sack für die Aufnahme der Aepfel ^wandelt hatte, einem Manne des Gcfehes übergeben lvurde. * (U ebe r fa h re n.) Gestern abends wurde vom Ascher Michael Sitar aus Sto^ce an der Ecke der Vegagasse und des Kongreßplatzes durch schnelles und unvorsichtiges «ahren die 77jährige Bettlerin Maria Urbas überfahren und so schwer verletzt, daß sie mit dem Rettungswagen ins "'anlenhaus überführt »verden mußte. Der betrunkene Fuhrmann wurde durch einen Sicherheitswachmann angehalten. * (Unvorsichtlger Radfahrer.) Vorgestern wannte ein Radfahrer bei der St. Ialobsbrücle ein 12jäh-l'ges Mädchen, namens Iosefa Wolf. nieder und verletzte es leicht. — (Einlieferung.) Der Postdefraudant Karl 5'rcelj aus Unter-Ki^la, der. wie bereits veröffentlicht. Nach der Defraudation in Kanäle im Kustenlande einen Selbstmord versuchte, wurde aus dem Spilale der barmherzigen Brüder in Görz als geheilt entlassen, und mittelst ^cndarmcriecslorte dem l, l. Landesgerichte in Laibach ein-^liefert. —o^ Theater, Dunst und Literatur. — („Die Eroberung der Luft".) Kultur-^"Man aus dem Jahre 1940. Von Oskar H o f f m a n n. Meis M. 1-80.) — Das Buch baut sich auf der Idee "Uf. es werde im Jahre 1940 (ist das nicht ein bißchen ,^ früh?) das Luftschiff schon ein allgemein eingeführtes Vehikel sein und es tverde eine große Luftschlacht geschlagen "tden, >n der Deutschland mit Hilfe eines neu erfundenen ^tusche,, Oszillators die Feinde in geräuschloser und unmutiger Weise nicht tötet, sondern tot macht. Der Stoff ^ gewiß ein fruchtbarer und gibt der Phantasie freiesten -"aum. Der Wiener Rudolf Hawcl hat in seinem Roman "^ie Homunluliden" auch meisterhaft gezeigt, was sich aus u>em solche» machen läßt: reizende Geschichten voll unge- ^t«r Spannung. Unser Buch hingegen ist — bis auf das ^"hlapitel — von erstaunlicher Öede des Geistes und. inN ^i'mner ist. von einer noch größeren Oede des Ge- ^, eine trockene Aneinanderreihung von wirklichen und ^eblickst,, Erfolg,, der Luftschiffstechnil, ohne jeglichen ä^sl . zu einer künstlerischen Geschlossenheit der .Handlung. los ^ ^ Form eines Romans gelegentlich durch gehalt- Dialoge imitierend. Die einzige Gefühlsregung, welcl)« der „Roman" auslöst, ist der Aerger; das Herz bleibt lalt, es kommt gar nicht dazu, zu erwärmen. Und das Ding nennt sich ein „Kulturroman"? Er hat es wohl dem Zeppelin und der Leichtgläubigkeit der sensationslustigen Leute zu verdanken, daß er schon in dritter Auflage erscheint. — O Jules Vernc! o Hawel! o — Quatsch! —in— — (Neu - Nerlin) betitelt sich ein neues Buch des bekannten Humoristen Edmund Edel, in dem er mit semen feuilletonistisch geschriebenen Satiren ohne viel Kunst oen heutigen Spree-Athenern auf den Leib rückt. (Ladenpreis 1 Marl.) Telegramme des k. k. Teleyraplien-Korrespondenz-Bnreaus. Ministcrliegcgnungcn. Wien. 26. August. Minister des Aeuhcrn Tittoni und Staatssekretär v. Schoen richteten aus Verchtes-gaden ein im kameradschaftlichen Tone gehaltenes Vegrü» hungstelegramm an den Minister des Aeußern Freiherrn v. A eh rent Hal, das dieser in ebenso herzlich« Weise erwiderte. Salzburg, 2<>. August. Der italienische Minister des Aeußern Tittoni, der um ^11 ühr vormittags mittelst Automobils von Reichcnhall abgereist ist, ist über Salzburg ohne Aufenthalt nach Linz nxitergereist. Karlsbad. 2«. August. Der französische Ministerpräsident L l 5 m c n c e a u und der russische Minister des Acußcrn Izvolslij haben sich um 11 Uhr vormittags nach Marienbad begeben. Das Leichenbegängnis des Grafen St. Iulicn-Wallsee. Salzburg. 20. August. Um 3 Uhr nachmittags fand heute unter allgemeiner Anteilnahme des Publikums die Üe i ch en fei er für den verstorbenen üanbespräsibenten Grafen St. I u l i e n - N!a M s ee statt. Es nahmen daran te,l: In Vertretung des Kaisers Flügeladjutant Major Freiherr von Bronn. Erzherzog Josef Ferdinand. Erzherzog Franz Ferdinand war durch den Hauptmann des Generalstabslorps Freiherrn von Gudenus. die Erzherzogin Alice Großherzoginwitwe von Toslana durch den Obersthofmeister Freiherrn v. Lilien, die Erzherzoge Ludwig Viktor, Eugen und Peter Ferdinand durch ihre Kammer-rnsteher vertreten. In Vertretung der Regierung wohntl Minister des Innern Freiherr von Vienerth der Leichenfeier bei. Im Presbhterium des Domes nahm Kardinal Erzbischof Dr. Katschtaler die Einsegnung der Leiche vor. Nach der kirchlichen Zeremonie wurde die Leiche zum Bahn r^f gebracht, dort nochmals eingesegnet und zur Beisetzung w der Familiengruft nach Wolfsegg (Oberösterreich) überführt. Der Herzog von Alenfon in Ischl. Bad Ischl. 26. August. Der Herzog von Alen^on ist um 11 Uhr vormittags hier eingetroffen. Er wurde von dem Flügeladjutanlen des Kaisers Grafen Hoyos auf dcm Vahnhof erwartet. Nab Ischl. 26. August. Der Kaiser hat um 12 Uhr mittags dem Herzog von Alenyon im Hotel Elisabeth einen Besuch abgestattet. Bad Ischl. 26. August. D°er Herzog von Alen^on fuhr um 3/^2 Uhr nachmittags in die laiserlicht Villa, um am Hofdiner teilzunehmen. Bad Ischl. 26. August, Der Herzog bon Alen-<>on ist um halb 5 Uhr nachmittags nach Salzburg abgereist. Zum serbischen Handclsvcstraa.. N i e n. 26. August. Die Korrespondenz „Austria" ver ösftntlicht ein Kommunique über die heutige Sitzung der christlichsozialen Partei, betreffend den Handelsvertrag mit Serbien, an der auch die Minister Dr. Ebenhoch und Dr. Geßmann teilnahmen. Nach längerer Diskussion wurde einhellig beschlossen, daß in dieser rein wirtschaftlichen Frage jedem Abgeordneten, je nach dem Standpunkte, der in seinem Wahlkreise maßgebenden Interessen, die volle Freiheit der Altion und Abstimmung zu wahren sei. Hierauf erklärte Ackerbauministcr Dr. Eben. hoch. daß er auf die aus biefcr Frage resultierenden Schwierigkeiten mit allem Nachdrucke aufmerksam gemacht habe, mit Rücksicht auf die große gesamtstaatlich« Bedeutung des Handelsvertrages aber seine Mitwirlung nicht versagen konnte, daß er sich jedoch auf Grund der in den agrarischen Kreisen hcirsckMden Stimmung seine »oeileren Entschlie ßungen vorbehalten müsse. Die Benrlanbnnss der östcrr.-unaarischcn Offiziere in Mazedonien. K o n st a n t i n o pe l. 26. August. Die heutigen tiw lijchen Blätter verzeichnen mit Befriedigung die Nachricht über die Beurlaubung, bezw. Konzentrierung der österrei chisch-ungarischen Offiziere im Vilajet Kosovo, sowie die bezüglichen Komentare der europäischen Presse und heben hervor, daß dies« Maßregeln «in< Folg« d«r Einführung d?r Verfassung seien. Ueslüb, 26. August. Einer bereits vor läng beizuführen, denn sie sind der Ansicht, daß sich die Macht, die leine reservierte Haltung beobachtet, eine schwere Verantwortung aufbürden würde. Aus guter Quelle wird versichert, baß diese Anschauung diejenige aller Mächte sei. Tanger, 26. August. Der nach Arsila geflüchiete Vu - Auda hat sich heute brieflich den hiesigen hafidischen Behörden unterworfen und seine Ankunft für morgen angekündigt. Wi« n. 26. August. Der serbische Minister der Laibacher Erdbebenwarte lvrt: Gebäude der l. l. Staats.iDberrealschlile.) «age: Mrdl,Breite 46°0:V; Östl.Länge von Grernwich !4'3l'. Nebcnberichte: Am 2!. August gegen I Uhr b0 Vti» nuten Erdstoß in Narcis lUdine). — Am ?2. August gegen 2 Uhr k»0 Minuten Auszeichnungen in Mileto und Nocca di Papa; gcgm 8 Uhr lib Minuten Erdstoß VI. Grade« in Montecassino (Caserta,. - Am illi. August gegen 8 Uhr Ib Minuten zwei leichte Erdstöße in KecSlemrt. Vobcnunruhe:* Am 27. August am 4 Sekunden» Pendel «schwach», am 7'Selunbenpendel und am lii'Selunden« Pendel «sehr schwach». » H)!f «°d,,!!!>, süh, w!sb b„! »»«jl'sizi»! ! «l!«jch!«lls l!i« »>' l! Millilütlsr «khi^ Ichwach.. VM! l bi« » M, limelll «lchwach.. vo» 2 d!« 4 Milllmtü'!', .,"«<,'« ftarl», n°>' < bi« 7 VNNimfls,'», «slarl.. vm, 7 b!« 1° Ullümels"' .!cl,r s««rl. m.b Nbss ,l> «!l!.m„,r .ids»»„r!,h,. brbs,,!,! »„'ch^'"!, a,Mltl'»vt >sw,l,» Uoi-nbs n»l o»f" ^f«»"'!" ^^^^^^^^,^^^..-^»»»»»».«. «botoaraphiiche Apparate siir «iletianten. Wir empfehlen allen, die für Photographie diesen anregends.en und die auf Wunsch unberechnct verschickt w,rd. (»6^ ») / von zwei Joch ist am Laibacher Felde, nahe der Stadt gelegen, preUwürdig zu verkaufen. — AdreBse in der Administration dieser Zeitung. (3424) 3—2 Laibacher Zeitung Nr. 196. 1822 27. August 1908. Kurse an der Wiener Börse (nach dem offiziellen Kursblatte) vom 26. August W08. Die notierten Kurse »erstehen sich in Kronenwährung, Die Notierung sämtlicher Nltien und der ..Diversen Lose" versteht sich per Stüll. Geld Ware Allgemeine Staats» schuld. Einheitliche Rente: 4°, tonver. steuerfrei. Kronen (Mai Nov.) per Ka,se . . g« 05 9S-25 detto (Iünn-Iuli) per Kasse 9« - 96 20 4 ««/<, ö. W. «oten (Febr,-«ug. per Kasse......»«9b »9 15 4 »«,>, 0. W. Silber («pril Olt. per «asse......9« 9b »9 i.', 18S«er Btaatelose 5»0 fl. 4"/^i52 50 >5« bc 18«0er „ 100 fl. 4"/„2«K 50 220-5« «8«4tl ., 10" fl. . 260-50 2S450 1864er ,< 50 fl. . . 260-50 2S4-50 Dom.-Pfandbl. b l20 fl. »«/„ 291 4» 293 40 Staatsschuld d. i. Reichsrate vertretenen König» reiche und Länder. ^sterr. Voldrentc struerfr., E old per Kasse .... 4°/«'1«'—IIS »0 iÜIsttrr. Rente in Kronenw. stfr., per Kasse.....4"/« »« 30 96-50 detto per Ultimo . . , 4"/„ 9« 30 9650 Lst, Investition«-«ente. stfr.. «r. per «»sse . . »>/,°/< 8705 87 «5 lis»nbahn.zi«»l»sch»ld' ««rschnibunge«. «lifabeth Vahn i. G., steuerfr.. zu 10.000 fl.....4°/„ — — —'— Franz Iofepb-Bahn in Silber (biv. St.) . . . . 5'/.°/n<16 65l19-S5 «aliz. Karl Ludwig-Vahn (dlv. Stücke) Kronen . , . 4"/« 95 «0 9« 5b Nubolf-Bahn in Kionenwähr. steuerfr. (div. St.) . . 4"/n 96 2<1 97-2« Vorarlberg« Pahn, stfr., 400 und 2000 Kronen . . 4«/» »5 8» 8« 6b )» 3t»»t»schnll»«rschitlbnngen abgestempelte Hilenb»tj»»A!ltitU Elisabeth.«. 2N« fl. KM. 5V<°/o von 400 Kr......4S0 - 4«4 — detlo Liiu-Nubwti« 2 sl. ö. W. L. 5>//V„ . . . .431-—434 — detto Ealzburg lirol 200 sl. ». W. S. 5"/„ . . . 420-- 422 — «remitalVahn «00 u. 2000 «r. 4"/„.........194 — 19» — Geld Ware Vo» Zl»«le zu» Zahlung übtl> n»»»ent fisenbahN'Pliorllil»- ^bligatlonen. Vöh«. Westbahn, Em, 1895, 40«. 2000 u. 10.«0«Kr. 4"/» »6 10 »7 10 ElifabethVahn «00 u. 300»M. 4 ab lO"/„......115--- N« >- Elifaheth-Vahn 400 u. 2000 M. 4"/„........113 25 114 25 Ferbinands-Nordbahn Em. 1888 99 lo ioo^« detto Em, 1904 98-eo 99 eo Franz Ioseph-Nah» Em 1884 (diu. Et.) Silb. 4"/n. . . SS «e «7 S5 Galizisch«. Kail Ludwig - Bahn (div. Et.) Silb. 4"/„ - . . 95 »0 »6 m Ung.galiz. Vahn 20» fl. N. b"/„ ,02 25 >0425 detto 400 u, 500« Kr. 8>/l"/n 8?^ 88 — Vorailberger Uahn Em. 1884 93-15 4"/„ detto per Ultimo 92 «f> 93 15 5>/,"/n detto per «asse 82-4l> «^65 Ungar. Vrämien.Nnl. k 100 fl. 1«» 8K 1 »7 «l> detto k 50 fl inn «51«? «k> Thcis,Reg.-L°!c 4"/„ . . . . 14li 1b I46-1K 4"/« un«ar. Vrunder.tl.-oblig. 9«'S0 9390 4"/<>lr°at. u, flav, Vrdentl.-Obl. 93 50 9450 Andere öffentliche Anlehen. V°«n, Landee>Anl. (div.) 4"/,, 90-90 919« Bllsn.-Herceg, Eisenb. -Landes- Anlehcn (dlv.^ 4>/,"/n . . 98 Ü0 99S0 5" „ Tonau-Neg.-Anleihe 1878 103-- 104 - Wiener Vcrlchrs-Anl. . . 4"/« »e- 97'— betto 190« 4°/, 9«- 97- »lnlehen dcr Stadt Wien . . 101-5» «02-50 detto (N. oder G.) 1874 li9-?5120 75 betto (1894).....»H-80 94-80 betto (Gas) v. I. 1898 . 95-7« 9S'7O detto (Lleltr.) V, I. 190« 95-70 «S'70 detto (Inv.-?l.)v,I.i!»02 »8io 97'in Nörsebau-Nülehen verlosb. 4"/„ »5 15 «« 15 Nnfsische Etaatlanl. v. I, 1906 f. 100 Kr. p. K. . . 5"/„ - -- —--dclto per Ultimo . . 5°/« se-20 9S 70 Vula.. Etaat«'Hypothetar Änl, 189-2......e»/n 1?05blL1 5b Geld Maie Oulg. Staat« - «yoldanleihe 1«)7 f. 100 Kr. . . 4'/i"/° 87- 88 > Pfandbriefe nsw. «°denlr..°llg.öst. i.ü»I.vl.4"/„ 95- 9L-— Nöhm. Hypolhelenb. verl. 4«/„ 97 30 »3-3" Zentrlll-Vod.-Kreo,.Vl.. österr.. 45I. verl.....4'/,°/« lO2- —- detto s>5 I. Verl. . . . 4°/» 97-25 98-85 Krcd. Inst., üsterr., f.Vcrl..Unt. ». üffentl. Arb, Kat. ^. 4"/^ 9560 »S-eo Lanbesb, d. »«n. Galizien nnd Lobom. 57>/, I. ruclz. 4"/„ 93 75 »4-75 Mähr. Hypotheken», verl, 4°/„ 9S 30 97 3n «.-üsterr, Landes-HNP.-Nnst. 4"/, ,?-- 9«-- detto inll. 2«/l, Pr. vcrl. 3'/,"/« 8»-50 »9-5« dctto K. Schnldlch. verl. 3>/,"/<> 8«'«> «3-s,o detto Vtll......4"/,, «675 97-75 Ostcrr.-ungar, Banl 5» Jahre Verl. 4"/n ü. W.....»8-35 98-35 betto 4"/„ K7......9<< 80! »!, 80 Spar!., Erste öst.,S0I.vtrl.t"/o «9»- -- Eisenbahn-Prioritäts. Obligationen. Öslerr. Norbwestb. 200 fl. S. . 10825 104»25 Elaatöbahn loo Fr..... 401- 4>>7-— Südbahn k 3"/„ Jänner-Juli 500 Fr. sper St.) . . , 27ü-- 274 — SNdvllhn K 5«/„ »00 fl. S. °. E, 121-25 122-35 Diverse Lose. Ptlzlnlliche ftsl. 3"/,, Uodeulrebit-Lofe Em. 18«O 270-- 27S-- dettll En>. 188!» ^«6-- 272 - 5"/n 3°Nlli!-R,g,ll,.l/ufe 100 fl 25«-- 2S2-' Serb. Präm.-«lnl.p.100Fr.2«/o :<,» 90 10990 Zlnverzln«llche ssoft. Vubap.-Basilila «Tombaii) 5 fl. 20— 22-- Kreditlose 100 fl...... 474-— 484-- Llary-Lose 40 fl. KM. . . . K7-- 157- Ofener Lose 40 fl...... 20c-— - -— Palffti-Lose 4« fl. KM. . , . 194-- 204 — Notcn Kreuz, üst. We>. v. IN fl, 49-50 535<» Rolen Kreuz, »mg. Gcs. v. ü fl, 2ö'5« 2850 Rudolf-Lose 10 fl......S8'- 72'- Salm-Lose 40 fl. KM . . , 230" 240 — Tüll. E..V,-Anl,-Pr«m.-Oblig, 400 Fr. per Kc>sse . . . !22'50 18350 detto per Medio . . 18»>25 1»4'25 Neld Ware Wiener Komm.-Lojc v. I. 1874 489- 4«9 — Vcw.-Slii. d. 3"/n Präm.»Schuld d, Vobenlr.-»Inst, «m. 1889 73-- 77-— Altie». Hl2n»port»zlntern»l)»nn8tn. Aulsig-Tepliycr Eücnb. 500 fl. 2410-- 2415- Vijhmijchc Norbbahn 150 fl. , 405-- 40«-— Vufchtichrndcl 00 fl, KVl, X877 — ?8«5'— detto (!it, N» 200 fl. per Ult. 10S3-- 1073'-Donau - Tampfschifsahrt« - Ges., 1.. l. I. priv., 500 fl, KM, !>»?-— 100?'- Dux Vodenbachcr E.-V. 400 Kr. 547-— 553'— Fcrbii'.and!! Nordl,. loOOflKM. 5!10>- 5!40'— Ka!cha» - vberbcrger Eilenbahn 20« <>fl.abäst. 223-- 224- Htaalscisenb, !?00 sl, E. per Ult. 6l,9 «5 s!'0-— lose- - ^enlr.-Vod.-Kredbl. öst. 200fl. 530'— 534'-Kreditanstalt für Handel unb Gewerbe, 160 fl., per Kasse —'— —>— dctto per Ultimo l!80 50 S3!50 Kreditbank, ung, allg., 20« fl. 740— 74«'— Lepositcnbanl, alla., 200 fl. , 454'- 45«'- Eslompte - Gesellschaft, nieder- ästerr,, 400Kr..... 576-— 5»^' Giro- u, Kassenvercin, Wiener, 2«, sl........ 455'- 457'- HlWochrlenbanl, üst. 200 Kr. 5"/„ 287'— 283'— öändcrbanl, ostcrr., 200 fl,, per Kasse....... -'— -'— betto per Ultimo 43^-5" 436-50 „Mcrlnr", Wechsclstub.-Altien- Gesellschaft, 20» fl. . . . 593'- 595- Östcrr..ungar. Äanl 1400 Kr. 1740-— 1747-- Mslb Wa,c Unionbanl 20« fl...... 543'- 544 — Unionbanl, böhmische l0«fl. . L45— li4S'— Verlehribanl, allg 140 fl.. , »34— 33«'^ Induftl!t»Z!nlemt!i«ung»n. Vanaesellsch.. allg, «st., 10» fl. 13250 i»»5» VnlzerKonlenbcrab.Ges, 1«0fl. 72b'- 729 — Eisc!!blll»!verlcl,l«.«»stal>, öst., 100 sl........ 40V— 407' - Eisenbahnw-Lrihg., erste. 100 fl. 2N6- 2U9 — ,,Elbrm!!lil", Papiers, ,,. V.-G. l«0 ..Poldi-Hütte", Tiegelgußstahl- F..A..O. 200 sl..... 425- 430— PranrllziIen.I»d>,strle-Gc!ellsch. 20« fl........ '^«95 — !l?06 ^ Nima- Muran», - Lalgo-Taljnner ltiscuw, 100 sl..... 5ü7— 558 — Lalgo-Tarj. Nlcinlohlcn 100 sl, 573'— 57?'— „Schlüglmiil,!". Papiers.,200fl, UNO'— 3<1O'25> „Schodnica", «l.-V, f. Petrol,- Industrie, 500 Kr. . . . 45s 50 4«0-— ..Sleurcrmühl",Papiers,u.V.G, 430'- 440^ Irifailer Krhlenw,.O. 70 sl. , 26?-— 271'— Tüll, Tabalrcgie-Gcs, 20« Fr, per Kasse...... - -— — betto per Ultimo . . . 390 5« 3»1 — Wllsfenf.-Gcs,,»steri., lOO fl. . 542-- 545 — Wr. Vaugesellschaft, 100 fl. . . 142 50 14,1 60 Wienerbcrgc Zicgclf.-Vllt.-Ges. 703- 707— Devisen. Aul)« Sichle» und Zcheck». Amsterdam....... 198-20 19843 Deutsche Äanlplühe .... 11? 25 11745 Italienische Bankplühe . . . 95>25 95 3?^ Bonbon........ 239-20 2«ll-55 Pari«......... 9517' »5-30 St. Petersburg...... 252 — 25225 Zürich >mb Basel..... 95'^d »5'2?° Valuten. Dnlatcn........ 11-36 11'4t 20 Franlen-Ttücle..... 19 09 19-11 20-Marl-Slüctc...... 23-48 23'52 TentI6>e Reichsbanlnoten . , 11? 20 11740 Italienische Baiilnolen . . . 95 il?'> 95'47' «ubel-Nolen....... 2-51" 2'5ü" 1^°- .^Är xr*»i^5u, *^*. JT. Cm HBa^rei* I Privat-Depots (Safe-Deposits) I von Renten, Pfandbriefen, Prioritäten, Aktien, i ^t^ • -^l-/» i*'m^a.^^.^m -m_^-^ , * \ i ; Losen etc., »evlNen nml Valnten. | Bank- U.TO.(3l T77"ech.slergesch.aft I vLaa.fr • 1 g«a.• «a. Vt aela.l-a.aw d.T F»rf 1. Los-Veršièherung. (34) Lalbach, HtritaricnNMc. Verzinsung von Bareinlagen Im Konto-Korrent und auf fllm-Konto,