d) Äbfaazl». RLMRMRCH D. ÖSTERREICHISCHEM RIVIERR :: 1908-1909 KtiSTEMLÄMDiSCHE KURORTE-REVÜE : Redlgiert von Ctnil Bayer, k. k. Staatsbeamter d. R, und franc Krt>afek. Druck Dragotin Hribar in Latbach, Im ^elbst-: Verlage der Verfasser. (b ALMANACK DER OESTERREICHISCHEN RIVIERA 1908-1909 KÜSTENLÄNDISCHE KÜRORTE-REVUE Redigiert von Emil Bayer, k, k. Staatsbeamter d. R. und Franc Krbalek. iCH Druck von Dragotin Hribar in Laibach. Im Selbstverlage der Verfasser. Vorwort Der Almanach der Österr. Riviera pro 1908 — 1009 behandelt die Kurorte an der österr. Adriaküste; Abbazia, Lussinpiccolo-Cigale, Brioni, Portorose, Sistiana, Monfalcone und Grado. Von Abbildungen wurde aus dem Grunde abgesehen, weil die einzelnen Artikel mehr oder minder wissenschaftlichen Charakter tragen, und die heutige Ansichtskarten-Industrie ohnedies schon eine derartig reiche Auswahl von Ansichten der Österr. Riviera aufzuweisen hat, dass es publizistischen Unternehmungen bereits unmöglich geworden ist, mit diesem neuen Industriezweig zu konkurrieren. Einen Hauptbestandteil des vorliegenden Werkes bilden die demselben angehängten beiden General-Anzeiger, auf welche wir unsere p. t. Leser besonders aufmerksam machen; sie enthalten die verlässliebsten Auskünfte über die einzelnen Kurorte bezüglich Unterkunft, Verpflegung etc., sowie auch die empfehlenswertesten Firmen in den Städten und Kurorten an der Österr, Riviera. Die Verfasser, Abbazia als Luftkurort.^) Es ist schon so viel über »unser Abbazia« geschrieben worden, daß man heute als Publicist tatsächlich in Verlegenheit kommt, einen richtigen, der Bedeutung dieses Kurortes entsprechenden Stoff ausfindig zu machen. Die bei Behandlung so heikler Themen oft ins Treffen geiuhrten typischen Reklamephrasen schaden mehr, als sie nützen resp. nützen sollen, denn die Weit ist heute leider nicht mehr auf Sentimentalität geaicht, sondern will von Tatsachen wirklich überzeugt sein. Es ist daher das Beste einem Thema über Abbazia eine rein wissenschaftliche Grundlage zu geben, d." h. an der Hand meteorologischer Daten den strickten Beweis zu liefern, daß unser Abbazia ein klimatischer Kurort L Ranges ist, es ergo verdient, auch als solcher anerkannt und gefeiert zu werden. Einter der ältesten Kurärzte Abbazias, kais. Rat Herr Dr. Franz Tripold hat das Klima Abbazias in seiner sehr sinnreichen Tabelle veranschauHcht. In dieser Tabelle erscheint Abbazia allen europäischen Winterkur orten, wie Arcachon, Biarritz, Cannes, Mentone, Nervi, Nizza, S. Remo, Ajaccio, Korfu, Lussinpiccolo, Palermo, Arco, Gries, Meran, Pau, Gardone, Montreux (Territet), PaUnza, Vevey, Locarno, Lugano entgegenstellt und nachgewiesen, daß 1. die mittlere Jahrestemperatur und mittlere Wintertemperatur Abbazias höher ist, als die der europäischen Binnenkurorte (Arco, Gardone, Gries, Locarno, Lugano, Meran, Montreux, Pallanza, Vevey) und nur Pau in Südfrankreich eine um wenige Zehntelgrade höhere Mitteltemperaturen-als Abbazia zeigt^ 2. Abbazias /ahres- und Wintertemperaturmittel vollkommen dem von Arcachon, Biarritz (Küstenkurorte in Frankreich am Atlantischen Ocean) gleicht; 3. Abbazia in den Sommermonaten kühler ist ab Arco, Gries, Meran und beträchtlich kühler als die Kurorte an der franzö-sichen und italienischen Riviera; Quellen; Kaiserl. Rat Dr, Fram Tripold, Abbazia: Meteorelogiscte SkiMe, LagG und Klima Abbadas. •i. durch die ausgleichende Wirkung des Meeres die Temperaturextreme (Differenzen zwischen Maximiiin und Minimum) in Ab-bazia, sowie an den andern Küstenkurorten geringer als an den klimatischen Winterstationen des Binnenlandes sind; 5. die tiefsten Temperaturen, welche bisher in Abbazia beobachtet wurden, etwas niedriger sind als jene von Cannes, dagegen beträchtlich höher als die Minima in Arcachon, Arco, Meran; 6. der Liiftdrück in Abbazia ein hoher ist und jenem an den Kurorten der Riviera di Ponente entspricht; 7. die relative Luftfenchtigkeit Abbazias sehr groß ist und darin sämtliche Winterstationen Europas mit Ausnahme von Brighton, Pau und Montreux, welch letztere um 1 bis höhere Werte aufweisen, übertrifft; 8. Abbazia einfe sehr große Niederschlagsmenge per Jahr (1882 mm) hat, gleich viel wie Lugano, während Biarritz, Korfu, Lussin-piccolo schon um Beträchtliches, die übrigen Winterstationen gar um die Hälfte und darüber zurückbleiben; 9. in Abbazia seltener Schnee fällt als in den Binnenkurorten; 10. die Atmosphäre in Abbazia — namentlich in den Wintermonaten — häufig bewegt ist, wobei die Luft kühl und trocken (Bora) oder warm und feucht (Sdrocco) sein kann und heftigere Winde selten auftreten gegen die Bora bieten die abseits vom Strande an der Berglehne befindlichen Gebiete und Anlagen ausreichenden Schutz und schießlich 11. Abbazia alle Eigenschaften eines Küstenklimas in sich vereinigt und sich durch relative Gleichmäßigkeit der Temperatur und hohen Barometerstand auszeichnet, sich aber von den übrigen Winterkurorten durch einen höheren Feuchtigkeitsgehalt der Luft und eine weit größere Niederschlagsmenge unterscheidet. Abbazias Klima muß demnach als milde, mittelfeucht, tonisierend — was die Luftbewegung anlangt — sedativ, in Bezug auf die große Luftfeuchtigkeit, bezeichnet werden. ■ Die glänzenden Erfolge hat Abbazia ohne Zweifel bei den^ver-schiedensten Erkrankungen des Herzens und den großen Gefäße aufzuweisen; neben den Herzkranken, welche in auffallend großer Anzahl nach Abbazia kommen, suchen wie an allen klimatischen Kurorten, auch vorwiegend Patienten mit Leiden der Respirationsorgane oder des Nervensystems Heilung. Bezüglich dieser beiden Krankheitsgruppen sei bemerkt, daß das Klima Abba^as während der Wintermonate in zwei Perioden getrennt werden muß, von welchen die eine durch sciroccale Luftströmung und sehr hohen Feuchtigkeitsgehalt, die andere durch heiteres, trockenes Wetter mit nördlichen Windrichtungen ausgezeichnet ist. In den Monaten Oktober, November, Dezember und zumeist auch im März ist die Luft an dieser Küste in der Regel feuchtwarm und mit Salzteilchen erfüllt, da zu dieser Zeit starke Brandung und lebhafte Zerstäubung des Seewassers stattfindet. Bei dem Umstände, daß Abbazia einen prachtfollen, ebenen Strandweg besitzt, welcher abseits von der staubigen Straße auf den Klippen geführt ist, atmet man hier während der bei Sirocco hochgehenden brandenden See die salzgeschwängerte Luft ein. Während dieser Sciroccalperiode eignet sich i^inser Kurort vorwiegend für Krauke, welche an Rachen-, Kehlkopf- oder Bronchialkatarrhen leiden, letztere jedoch nur, wenn trotz lästgien Hustenreize^ der Auswurf gering ist. Die trockenen Monate Jänner Und Februar sind für derartige Kranke des ab und zu auftretenden Nordostwindes wegen nicht geeignet, wähirend Patienten mit reichlicher profuser Expektoration sich grade zu diser Zeit wohler flihlen. Ist Abbazia überhaupt für Erkrankungen der Lunge, namentlich für Tuberkulöse ein zweckentsprechender "Winteraiiflenthalt? Diese Frage wurde namentlich von ängstlichen Menschen, welche jedes von der See herwehende Lüftchen fiirchten, gewiß hundertmal erörtert, und wir wollen uns bemühen, dieselbe so eingehend zu beantworten, als es unsere bisher gesammelten Erfahrungen gestatten. Es unterliegt keinem Zweifel, daß die Annahme-es seien alle Lungenkranken und insbesondere die Tuberkulösen besonders empfindlich für Erkältungen, grundfalsch ist Es gibt eine ganze Reihe derartiger Patienten, welche sich allen möglichen Un-"bilden auf der Jagd und auf der See aussetzen können und dabei an Körpergewicht zunehmen, während sie in geschlossenen Räumen allraählig dahinsiechen. Solche Kranke gehören im Winter an die See, und sie sind es, welche sich auch in Abbazia erholen, denn sie bedürfen nur reine Luft zum atmen, um zu genesen. Wir hatten Gelegenheit, eine ganze Reihe derartiger Kranker zu beobachten, welche bei jedem Wetter ausgingen oder selbst auf die See hinausfuhren und sich dabei einer staunen erregenden Eßlust erfreuten, die in einzelnen Fällen eine rapide Steigerung des Körpergewichtes hervorrief. Man hüte sich aber, leichterregbare, fiebernde Lungenkranke nach Abbazia zu senden, denn der oft rasche Wechsel zwischen extremer Feuchtigkeit und Trockenheit der Luft wirkt entschieden ungünstig, so daß der Verfall der Patienten oft ein rapider ist. Kranke, bei welchen sich an der See kein erhöhtes Eßbedürfniß einstellt und deren Körpergewicht keine Zunahme erfährt, tun am besten, den Kurort ehetnöglichst zu verlassen. Glänzende Resultate werden zumeist bei Rekonvalescenten nach Lungen- und Rippenfellentzündungen erzielt bei welchen in der Regel eine rasche Aufsaugung der Exudatreste erfolgt, Skrophulöse, schwächliche Kinder erholen sich während des Winters in Abbazia außerordentlich, wozu der Gebrauch warmer Seebäder wesentlich beiträgt. Die zweite große Krankheitsgruppe, welche an den klimatischen Kurorten Heilung oder doch Linderung sucht wird von den Nervenkranken gebildet, und zwar vorwiegend von Neurastenikern und Hysterischen. Während Kranke mit greifbaren anatomischen Veränderungen des Rückenmarks, wie bei Tabes und chronischer Myelitis, durch die Möglichkeit, während des Winters viele Stunden des Tages im Freien zuzubringen und leichte hydropathische Kuren vorzunehmen, ohne Ausnahme eine Erleichterung oder einen Stillstand ihrer Leiden erziehlen, so ist der Efekt eines Aufenthaltes in Abbazia bei Nenrastenischen und Hysterischen nicht mit derselben Gewißheit vorauszusagen. Man kann demnach für Neurasteniker und Hysterische nur ganz allgemeine Indikationen bezüglich der klimatischen Eigentümlichkeiten Abbazias aufstellen, doch unterliegt es im Allgemeinen keinem Zweifel, daß sich die große Mehrzahl aller Kranken, welche an funktionellen Nervenstörungen leiden, in Abbazia schon deshalb wohl fühlen, weil das wärmere Klima den Aufenthalt im Freien und die Durchführung von Wasserproceduren auch im Winter gestattet. Hiezu kommt noch, daß der Kurort über gut geleitete Sanatorien verfügt, welche eine entsprechende physikalisch-diätetische Behandlung ermöglichen. (Vide Inseratenteil: Sanatorium Dr. Koloman Szegö). Von besonderem Interesse ist es auch, daß sich Basedowkranke in Abbazia meist rasch erholen und daß dieser Kurort, ähnlich wie Helgoland, von einer Jahr für Jahr steigerden Zahl Heufieberkranker besucht wird, welche den Anfällen entgehen, wenn sie die kritische Zeit hier zubringen. Der Mangel blühender Gräser und Getreidearten erklärt hinlänglich die überraschend günstige Wirkung unseres Klimas auf den Verlauf dieses quälenden Leidens. Der Einfluß unseres Klimas auf nervöses Asthma ist der Natur dieser Krankheit entsprechend sehr verschieden; es gibt Asthmatiker, die hier von ihren Anfallen ganz verschont bleiben und solche, welche eilends flüchten müssen, weil sich ihr Zustand akut verschlimmert. An die bisher genannten großen Krankheitsgruppen reihen sich namentlich noch Bleichstichtige und Anämische, sowie Re-konvalescenten nach schweren Krankheiten, und zwar nicht nur nach Lungen- und Rippenfellentzündungen, sondern auch nach Typhus, Scharlach, Masern, Keuchhusten, Wechselfieber, nach schweren Operationen und nach Schmierkuren. Derartig geschwächte Individuen, welche im Norden nach über-standener Krankheit noch durch Wochen das Zimmer hüten müssen und sich infolgedessen nur sehr langsam erholen, gewinnen in der anregenden Seeluft oft in 6—8 Wochen 10—12 Kilogramm an Körpergewicht. Auch für Diabeteskranke ist die Möglichkeit, viele Stunden des Tages im Freien zuzubringen und viel Bewegung zu machen, von großem Werte, so daß bei derartigen Patienten eine Abnahme des Zuckers bei gleichzeitiger Steigerung des Körpergewichtes eintritt. Rheumatiker fühlen sich in Abbazia in den feuchteren Herbstmonaten nicht gut, und Kranke, welche an interstitieller Nie- renerttzü,ndung leiden, hsben hier während des Winters nicht viel zu erwarten, dagegen sind die trockenen, warmen Sommermonate für derartige Patienten uuiäerordentlich vorteilhaft. Nicht unerwähnt darf es bleiben, daß, während an verschiedenen Punkten der istrischen Küste ab und zu Wechselfieberfälle beobachtet wurden, die Malaria bei der einheimischen Bevölkerung Abbazias unbekannt ist, was sich wohl nach den neuesten Erfahrungen aus defn völligen Fehlen der Mo-squitos erklärt. Schließlich sei hervorgehoben, daß Abbazia seinen klimatischen Verhältnissen und seiner Lage nach für Herbst und Frühjahr die beste Uebergangstation für alle Reisenden .bildet, welche nach Aegypten gehen oder von dort kommen, da die Entfernung von Abbazia und Triest, dem Hafen für die nach und von Alexandrien verkehrenden Dampfer, nur 4 Fahrstunden beträgt. "Was von Abbazia gesagt wurde, gilt im Grossen und .Ganzer\ auch von den benachbarten Orten Volosca, Ikä und das durch den Aufenthalt mehrerer Mitglieder unseres allerhöchsten Kaiserhauses und des Herrn Bürgermeisters Dr. Karl Lueger so rasch berühmt gewordene Lovrana. Abbazia als Seebad.*) Bei der Beurteilung der Wirkung, welche das Seebad auf den menschlichen Organismus ausübt, haben wir zwei Faktoren ^a berücksichtigen : 1. Das Lüftbad und 2. das Wasserbad. Nachdem an der Küste der Adria die Luft viel, wärmer und weniger bewegt ist als an der Nordsee, so müssen wir die physiologische Wirkung des Seebades in Abbazia hauptsächlich in dem »Wasserbade* suchen. Abbazia besitzt neben Einrichtungen für warme Seebäder auch mehrere mit allem Komfort ausgestatete Bäder am Meeresstrande. Eine eigentliche Düne mit regelmäßigem, durch Flut und Ebbe bedingten Wellenschlag wie an der Nordsee findet sich hier allerdings nicht, da das Ufer klipptg und die Flut sehr gering ist^ dagegen ist die Brandung und Seewasser-Zerstäubung namentlich bei Scirocco sehr bedeutend.- Der Meeresgrund ist mit dem feinsten Sande bedeckt, so daß man die Empfindung hat, auf einem Teppiche zu gehen, ein Vorzug unseres Strandes, welchen auch de Goracuchi hervorhebt, Das Bad wird von Herren und Damen gemeinsam benützt und ist gegen die offene See mit einem Drahtnetze abgeschlossen, um ängstliche Gemüter der Haifische wegen zu beruhigen, doch badet die einheimische Bevölkerung längs der ganzen Küste ohne jede Schutzvorrichtung, und niemals wurde hier, soweit uns bekannt, ein Mensch von einem Hai angegriffen. Die Badesaison, weiche sich von Jahr zu Jahr lebhafter gestaltet, beginnt mit dem 1. Mai und dauert bis Ende Oktober, Die Bäder in der Adria sind im Allgemeinen ausgezeichnet durch einen sehr hohen Gehalt an Salzen durch eine hohe Temperatur und fehlenden oder dock mbedeiUenden. Wellenschlag. Durch diese Eigenschaften ist auch das Seebad von Abbazia charakterisiert. Der Salzgehalt, welcher in der Nordsee durchschnittlich 33 Permille beträgt und in der Ostsee zwischen 6 und 19 Permille schwankt, wurde für das Mittelländische und Adriatische Meer mit 32 bis 41 g im Liter bestimmt. *) Au» dem »Führer dnrch Abbazia« Absatz: »Abbazia als Seebad t vott k, k, Regiernngsrat ProfeCor Dr, Julius Glan. Eine durch Herrn Professor Dt. Buchner an|esteltte Analyse des Seewassers von kbbazia ergab folgenden Resultat: Gramm Kochsalz............ 29.027 Bromnatrium...........0,520 Chlorkalium...........1.046 Chlormagnesiuin..........3.073 Bittersalz............2.554 Schwefelsaurer Kalk........1,154 Kohlensaurer Kalk ........0.381 Kieselsäure...............o.010 Organische Substanz........0.045 37.810 Vergleichen wir die Resultate dieser Analyse mit jenen, welche Leichtenstern für einzelne Punkte des Atlantischen Oceans, der Nord-und Ostsee zusammengestellt bat, so ergibt sich; In einem Liter Meerwasser sind enthalten in Gramm; ^ U lit ^ V} <|Q II 'S = Summa der Fixa Atlant Ocean, bei Havre .... 247 2-7 M 30-37 Nordsee: Ostende . . . Scheveningen Helgoland. , . Norderney. . , 22-4 24-5 20-f) 21-7 5-2 3'8 3-3 8-2 4-4 1-2 2-7 0-7 05 1-0 0-1 1 28-33 Ostsee: Travemünde . . Doberan , , . Putbus .... 8'8 10-9 90 2-8 4-6 2-9 -- 0-6 0'5 0-4 1 10-19 Adridtisdi. Meer: Abbazia . . . 29-0 307 2-5 M 37-8 Das Seewaseer von Abbazia ist sonach wesentlich, reicher an Salzen als jenes der bekanntesten Bäder an der Nord- and Ostsee. Wir wollen es nicht unterlassen, gleich bei dieser Gelegenheit darauf hinzuweisen, daß weder Büchner in Abbazia, noch, wie uns de öoracilchi mitteilt, die Chemiker Vierthaler und Salvetti im Adriatischen Meere Jod nachweisen konnten, während Brom in ziemlicher Menge vorgefunden wurde. Im Allgemeinen enthält das See- Wasser auch anderwärts nur Spuren von Jodj so dt^ß es als eine vollkommen irrige Ansicht bezeichnet werden muß, wenn diesem Bestandteile des Seewassers irgend eine Wirksamkeit beigelegt wird. Die bedeutendste Menge von Jodnatrium, welche im Meerwasser gefunden wurde, soll 0.009 g im Liter betragen, so .daß nicht einmal vom innerlichen, geschweige denn -yom äußerlichen Gebrauche eine Wirkung zu erwarten stüude. Das Seewasser wird von den Matrosen sowie von d« einheimischen Bevölkerung als Abführmittel getrunken, doch läßt sich dasselbe nach den namentlich von Herrn Dr, Fodot in Abbazia angestellten Versuchen in allen jenen Fällen mit Vorteil verwenden, in welchen Trinkkuren mit Kochsakwasser angezeigt sind. Zur Durchspülung des Nasenrachenraumes bei chronischen Katarrhen der Schleimhaut ist daß Seewasser sehr geeignet und der Erfolg mitunter ein überraschender. Die Temperatur des Meerwassers in Abbazia beträgt nach mehrjährigen Messungen in Mittelwerten ausgedrückt: Im Monate Jänner 5'8® Reaumur - 7'3® Celsius » t Februar » 7-50 * p März 7.50 p = 9'4.® > > April 10-7® 1 = 13'3® * > Mai 14-3, s - 17-80 > Juni 18-5® v - 23-1® p * Juli 21-2® » se-s« * £ t August 20-3® > 25-2® 1 > »■ Sept. 16-1® » = 20 1® > f F Oktober 12-9® i - = 16-1® s p i No vem b. 7-8" > 9-5® J r t Decemb. 7-6® -- 9'5® Das Temperaturmaximum, welches wir ■ beobachten, war im Monate Juli "l889 mit SS'S" R. = 29 3» C., das Minimum im Jänner desselben Jahres mit 5® R. ^ 6-2' C., während nach Niller auf Grundlage zehnjähriger Messungen für die Nordsee 16,4® R. = 20'6® C. und für die Ostsee 17-5® R. = 21.9'^ C. als Maximum und — 1'7" C., bez. — l'OT" C.-als Minimum angegeben werden. Der Salzgehalt und die Temperatur des Seewassrrs in Abbazia unterscheiden sich nach den vorausgehenden Schilderungen wesentUch von jenen der Nord- und Ostsee, und demnach muß auch die physiologische Wirkung dieser Bäder eine andere sein, Während das Nordseebad einen kräftigen Nervenreiz ausübt,, wirkt das Bad in Abbazia beruhigend auf das Nervensystem, und dieser Eigenschaft verdankt es neben dem hohen Salzgehalte auch seine besonderen Heilanzeigen. Indikationen und Regeln für den Gebrauch des Seebades in Abbazia. Der gioße Gehalt an Salzen, die hohe Temperatur des Wassers und der Luft, sowie der unbedeutende Wellenschlag lassen die Seebäder Abbazias in einer Reihe von krankhaften Zuständen angezeigt erscheinen, wo namentlich der Gebrauch eines Nord- oder Ostseebades nicht geraten wäre. Unter den Indikationen seien genannt: 1. Die Skrophulose und Rhachitis. 2. Anämie und Bleichsucht. 3.. Net venkrankheiten, darunter speziell Neurasthenie und Hysterie, 4. Frauenkrankheiten und schließlich 5. Als Abhärtungsmittel. Lussinpiccolo und das Seebad Cigale. Unter den Inseln des Quarnero nimmt die zwischen 44' 43' und 44« 28Va' "ördl. Breite uud zwischen 14» und 14» östl. Länge von Greenwich gelegene Insel Lussin mit ihren ein würdiges Seitenstück zu der mit Recht so hochgepriesencn österr. Riviera bildenden günstigen klimatischen Verhältnissen wohl den ersten Rang ein. Sie ist za. 30 km lang und zerfällt eigentlich in zwei Teile: den nordwestlichen massiven, dessen höchste Erhebung der Monte Ossero bildet und den südwestlichen, fast um die hälfte kleineren Teil, welcher nur wie ein unbedeutendes Anhängsel der Hauptmasse erscheint. Beide Teile sind durch eine tiefe, nur wenige Meter den Meeresspiegel überragende Depression (Privlaka 3 m) mit einander verbunden. Wo' nun der laselzug am schmälsten ist, dort befindet sich die Bucht von Lussinpiccolo, eine nur 3 Seemeilen lange und Vs Seemeile breite Wasserfläche, die nur an zwei Punkten durch schmale Einfahrten mit dem offenen Meere in Verbindung steht. Diese Bucht ist teils von kahlfelsigen, teils mit Ölbäumen bewachsenen Hügeln umgeben. Dies der geographische Teil. Über die Geschichte der Insel ist nur wenig zu sagen, Sie soll Absyrtis geheißen haben. Strabo schreibt wenigstens darüber, daß dieser Name von dem Bruder der Medea, Absyrtos, stamme welcher dort von ihr ermordet wurde. Weiters brachte Octavianus vor der Schlacht von Actium (31 V. Ch.) einen ganzen Winter in der Bucht von Lussinpiccolo zu, welche seit dieser Zeit die Bezeichnung Valle d' Augusto führt. Der Hauptort dieser Insel, Lussinpiccolo^ war noch am Ende des 18. Jahrhunderts ein von armen SchifFeri] und Fischern bewohntes Dorf mit kaum 200 kleinen Häusern. Zu Beginn des 10, Jahrhunderts besaß Lussinl^iccolo nur einige Küstenfahrer, welche teils nach Venedig, teils nach Neapel verkehrten; auch mit Salzhandel fristeten die Lussignaner ihr Lebfen. Erst in den Jahren 181Ö und 1817, als in Frankreich, Spanien und Italien Hungersnot und Teuerung herrschten, .verdienten die Lussignaner viel Geld mit Getreidefrachten. Der Eigentliche Begründer des gegenwärtigen Wolilstandes der Bewohner -voti Lussinpiccolo ist ein Istrianer, namens Bernardo Cap-poni. Er kam als Gemeindearzt nach Lussinpiccolo und verfiel auf den Gedanken den Lussignanern in Triest den nötigen Kredit zur Erbaung einiger Schiffe zu verschaifen, damit sie mit denselben längere Fahrten unternehmen könnten. — Der Unternehnmngsgeist Capponis übertrug sich auch auf die Bevölkerung. Es wurde die gegenseitige SchifFsversicherungs-Gesellschaft gegründet und wenige fahre darauf befuhren mehr als 100 Hochbordschiffe der Bewohner von Lussinpiccolo alle Meere. — Um dem Mangel an geschulter Schiffsmannschaft abzuhelfen, gründeten die Brüder Vidulich in Lussipiccolo auch eine Navigationsschule. — Und nun wuchsen Bildung und Wohlstand in gleicher Weise. Die Lussignaner verlegten sich auch darauf, in Odessa Getreide für England zn laden und dort als Rückfahrt Kohlen einzunehmen. Viel wurde auch im Jahre 1828 durch Beförderung russischer Truppen und während des Krimkrieges durch Frachtenbeförderung ins Schwarze Meer verdient. — Auch die französichen Kriege in Algier brachten viel Geld nach Lussinpiccolo. Wenn auch die Zeiten des so reich-hchen Verdienstes, während welcher sich Lussinpiccolo zu einer stattlichen Stadt entwickelte, vorüber sind, indem die Konkurrenz von Seite der Dampfschiffe und die Entwicklung einzelner Industrien im Innern der Länder die Handdsmanne schwer schädigte, ruhte-^der Unternehmungsgeist der Lusignaner nie. Sie widmeten sich dem Obstbaue, resp. dessen Export, erhielten aber auch dadurch, daß Lussinpiccolo sich durch sein außerordentlich mildes Winterklima zu einem betrachte US werten Kurorte entwickelle, eine neufe Einnahmsquelle. Das bekannte Axiom, daß die Milde eines Klimas in der einheimischen Pflanzenwelt den entschiedensten und untrüglichsten Ausdruck findet, rückt auch, auf Lussinpiccolo angewendet, dessen klimatische Vorzüge ins beste Licht. In Lussinpiccolo weht vrns jene milde weiche Luft entgegen, die wir nur in jenen Regionen finden, wo die Dattelpalme gedeiht. Während in anderen südlichen Winterkurorten die sorgsam gehegten und gepflegten südlichen Pfianzengestalten uns allenthalben förmlich entgegengehalten zu werden pflegen, gehört in Lussinpiccolo die si-cilianische Pflanzenwelt förmhch zu den Geheimnissen der Stadt und deren Umgebung. Am bezeichnendsten ist das Vorkommen der Agaven und der aus Mexiko stammenden Opuntia (der Cactus), welche mehr als Manneshöhe erreicht und feigenähnliche Früchte (Fichi d' India, Ficorini) trägt. — Die Araber nennen diese Pflanze Kar m us nas s arah, Christenfeige, weil sie von den Christen ins Land gebracht wurde, während sie-vonden christlichen Kolonisten Fique araba oder Flque de la Barberie genannt wird, — Man findet aber auch Orangen-und Citronenbäume, ja sogar Mandarinenbäume, eine kleine sehr geschätzte, aus Cochincbina stammende Orangengattung (Citrus madu-rensis), welche 1828 nach Palermo gebracht und von dort nach lÖ Lussin verpflanzt wurde; bisher galt als deren nördlichstes Verbreitungsgebiet die Insel Sizilien. Wenn man aber die wildwachsende Vegetation der Insel in ihrer ganzen Fülle kennen lernen will, niuss man sich entweder südwärts über Lussingrande der Pufita Cornu, oder nordwärts nach Osserö begeben. Auf diesen beiden Wegen existiert noch heute jene immergrüne, fast undurchdringliche Buschwaldformation, welch Machie genannt wird und aus baumartigen Haidesträuchern, Erdbeerbäumen, Pistazien, Myrten und immergrünen Wegdornsträuchern besteht. Das Klima von Lussinpiccolo kann mit jenem von Elba und Korsika verghchen werden. Da die Insel Lussin vom Festlande, u. zw. 45 Kilometer von der kraatischen, 55 Kilometer von der istrianischen Küste entfernt ist, besitzt sie ein reines Seeklima mit seinen charakteristischen milden Wintern und verhältnismässig kühlen Sommern. Die Bucht von Lussinpiccolo ist vollkommen staub- und miasmenfrei, rein und massig feucht, ein Heilfaktor, der besoders bei allen Erkrankungen der Atmungsorgane stark in die Wagschale fällt. Dem Resultate mehrjähriger Beobachtungen sind fur das Klima von Lussin nachstehende Daten zu entnehmen. Mittlere Temper at ure n: Jänner 7-2, Februar 8*1, März 100, April 13'7, Mai 17'6, Juni 21*0, Juli 24'6, August 23'6, September 20'4, Oktober IS'Ö, November IT?, Dezember 9'1. Höchste und niedrigste Temperaturen in den einzelnen Monaten: Jänner 13'6 und 0'2, Februar 14'2 und l'O, März 17-6 und 3-7, April 21'2 und 7'6, Mai 28-6 und 10'5, Juni 31.9 und 13-2, Juli 33-7 und 17*8, August 30 9 und 17'0, September 27'7 und U'3, Oktober 22-8 und 8'1, November 18'6 und 5-3, Dezember i4'9 und 2-1. Die tiefste Temperatur, -welche bis jetzt auf Lussin beobachtet wurde, war — 3'', ebenso ist auch erwiesen, dass Schnee äusserst selten fällt. Während einer 7jährigen Beobachtungszeit, konstatierte man nur 2 Tage, wo der Schnee mehrere Stunden liegen blieb und nur 13. Tagen, an denen Regen mit Schneeflocken gemischt fiel. Die Regenzeit fällt in den Monat Oktober. Die gefürchtete Bora kann Lussinpiccolo infolge seiner geschützten Lag? nicht viel anhaben ^ sie wütet nur auf der Ostseite der Insel, d. i. an jener Küste, welche dem kroatischen Li-torale und Dalmatien zugekehrt ist. Wenden wir nun unser Augenmerk der Stadt Lussinpiccolo selbst zu. Sie liegt am Südende der Bucht und steigt amphiteatralisch gegen die sie umgebenden Hügel auf. Lussinpiccolo hat zirka 7000 Einwohner, ist die Huptstadt des Quarnetobezirkes und Sitz- einer die Quarnero-Inseln- umfassenden Bezirk s hauptmannschaft, eines Bezirksgerichtes, eines k. k. Zoll- und Steueramtes, eines k. k Hafenkapitanates und schliesslich eines ärarischen Püst- und Telegraphenamtes, IG Wie bereits erwähnt mirde, befindet sicli dortorts aucli eine k. k. nautische Schule mit Lehrmittelsamailung, meteorologischer Be-obachtungsst^tioQ und Zeit warte. Interessant ist ferner, dass Lussinpiccolo auch eine prächtige Sternwarte besitzt, welche den Namen Ma nora-S tern warte führt; gewiss das günstigste Prognostiken für Lussinpiccolo s klare, zu solch' heiklen Beobachtungen geeignete Atmosphäre. Auch Lussinpiccolo trägt den eigenartigen Charakter der malerischen Küstenstädte Istriens und Dalmatiens. Das bergige Terrain, die schmalen und stellen Gässchen, die in die Stadt hinauf ftihren, die zusammengedrängten Häuser mit ihren tn a ni g faltigen Formen und Tünchen und .schliesslich die von hohen Mauern umgebenen Gärtchen, in welchen oft nichts anderes vorzufinden ist, als einige Kohlstauden, Feigen- und Citronenbäume. Am Südende des Hafens befindet sich eine kleine mit Bäumen bepflanzte und mit einem Brunnen gezierte Piazza, hinter welcher der grösste Teil der Stadt staffülförmig emporsteigt. Längs der Ost- und "Westseite des Hafens zieht sich ein breiter Kai hin, welcher zum Andenken an den seinerzeitigen Aufenthalt unseres durchlauchtigsten Tronfolgers in Lussinpiccolo »Riva Arclduca Francesco Ferdinande getauft wurde. Auf der Piazza und der zuletzt genannten Riva stehen denn auch die ansehnlichsten Gebäude der Stadt, unter ihnen das Rathaus, die nautische Schule, das Gebäude, wo die k, k. Bezirkshauptmannschaft, das k. k. Bezirksgericht, Zoll- und Steueramt und k. k. Post-und Telegraphenarat untergebracht sind etc. Wenngleich Lussinpiccolo in den letzten Jahren bezüglich Unterkünften für Kurgäste einen ziemlichen Aufschwung genommen hat, muss trotzdem betont werden, dass das spekulative Kapital hier noch ein reiches Feld zu einer äusserst günstigen Anlage finden würde. Von den Hötels und Pensionen seien an dieser Stelle besonders hervorgehoben: »Fritzi« (Besitzerin Frau M. Kräsza), >de la Ville,« daš schönste Haus an der Riva (Besitzer A. Starclch), das H6tet H ofm an n, die P ensi on Adria (Besitzerin Frau Josefine Hampel), das. H 6 te l-Rest aurant Dreher mit- Dependance Hötel Central, und schliesslich die Häuser »Pannoniat »Vindo-bona« und »Punds^chut, Es sei hier ausdrückhch bemerkt, dass die Reihenfolge der Letzteren eine vollkommen willkürliche ist, daher von einer Bevorzugung des einen vor dem anderen absolut keine Rede sein kann. Allen Angeführten mögen die Worte des Verfassers dieses Artikels genügen, wenn derselbe sagt, dass sie alle bestrebt sind, ihren Kurgästen nur das Beste zu bieten. Lussinpiccolo besitzt auch ein kleines, jedoch sehr nettes Kurhaus mit Fremdenzimmern, Spiel- und Lesesalon, sowie einem Wiener-Caffd Im rückwärtigen Trakte befindet sich das sogenannte »Bullin g - Inhal at or ium< mit seinen neuartigen, das beste System bildenden Inhalations-Apparaten, deren Grundprinzip auf der feinsten Zerstäubung^ medikamentöser Flüssigkeiten beruht. Die Einfülirung dieses Inhdatoriums ist ein Verdienst des stets um das Wohl seines Kuroites bedachten, rührigen Kurvorstehers, kaiserlichen Rates Dr. Veth. Und weil wir schon gerade bei der Aufzählung von jenen Etablissements sind, welche für den Fremden in Betracht kommen, dürfen wir auch des CafTes »Quarnero« nicht vergessen; bildet es ja doch den derzeit einzigen Rendezvous-Platz der Einheimischen und Fremden. Was die Sehenswürdigkeiten betrifft, wäre in erster Linie die Pfarrkirche her vorzunehmen, welche einem geräumigen und schönen Hallenbau darstellt. Dieselbe steht auf dem höchsten Kamme des Hügelzuges, welcher einerseits gegen den Quarnero, anderseits gegen den Quar-nerolo abfällt. Sie besitzt schöne Marmoraltäre, ein Christusbild von Carara-Marmor und im Presbyterium ein Gemälde von P. P. Rubens, An der Aussenseite befindet sich das von der Bürgerschaft dem Gedächtnisse des Dom, Giovanni Vidulich und des Dr. Bernardo Cap-poni errichtete Denkmal. Unter dem Plateau der Kirche liegt die grosse Hauptcisterne der Stadt, welche die öffentlichen Brunnen der Stadt mit Wasser versorgt. Zur Pfarrkirche gelangt man über eine kleine Stiege, welche sicli in der Nähe der Kapelle am Hauptplatze befindet. Lussinpiccolo ist reich an schönen und lohnenswerten Ausflügen. Man kann dieselben zu Fuss, per Wagen oder mit'Eooten unternehmen. Wir müssen uns hier etwa kürzer fassen und dieselben daher nur mit Schlagworten, skizzieren. Zu Fuss: Vom Hauptplatze, vorüber an der nautischen Schule und dem Teater, über die Höhe nach Cigale 20 Minuten, dann weiter am Restaurant Osternig, Seebad Cigale, Parkhotel vorüber nach Velopin (Boote), zurück nach Lussinpiccolo. (Im ganzen 1 Stunde.) Über Velopin, Bocca falsa (Nägele-Weg)^ Cigale zurück nach Lussinpiccolo iVa Stunden. Über Velopin, Cigale, Madonna Annunziata, Val di Sol nach Lussinpiccolo 2 Stunden. Über Cigale bis Punta Cigale, Val d' argento und zurück über die neue Strasse, vorüber beim Kurhaus des »weissen Kreuzes* nach Velopin und Lussinpiccolo 2 Stunden. Über Velopin auf Vela Straža (hübscher Überblick), Abstieg zur Bocca falsa (etwas steinig) P/a Stunden. Bei all diesen Ausflügen kann man den Weg durch Bootfahrt nach oder von Velopin .wesentlich abkürzen. Oberer Weg vom Parkhotel Cigale bis zum Haupt platze »/ä Stunde. Weg zur Landenge von Privlaka, vorüber an der Werfte Mar-tinolich, Vs Stunde. Von Privlaka oberer We^ zur Windmühle, vorüber an den Tennisplätzen S. Martino (eyentueli «um alten Fort oder Domkirche), Stunden (Weg steinig). Weg zur Wndmühle (15 Minuten von der Riva), steiniger Weg, schöner Überblick über Stadt, Hafen bis Sansego, Unie, Ossero, Quarnerol, Veiebi, Arbe, Pago. Kalvarienberg (Va Stunde), weiter zum Monte Umpiljak (I Stunde) bis zum Monte S. Giovanni (l®/^ Stunden), Weg steinig herrliche Rundsicht. Abstieg nach Lussingrande (Va Stunde). Votvi Monte S. Giovanni bis zur südlichsten Bergspitze der Insel, Monte Cornu (l Stunde), Nach Lussingrande: Entweder zu Fuss übet die Strasse oder den neuen Fussweg, etwas steil, aber schöner Überblick über den Quarnerol (zirka 1 Stunde), oder mit Boot von Valdarche oder per Wagen (Va Stunde). Über Privlaka, vorüber am Fort Monte Asino (in diesem Teil der Insel ist das Photographieren strengstens untersagt), nach Cofzagna, auch per Boot oder Wagen zu machen (2 bis 3 Stunden). Zu Wagen: Übet Cofzagna nach Chiunschi (1 Stunde) (schöner Ausblick bei der Bella vista), nach Neresine (l Va Studen), Ossero (1®/* Stunden), älteste Ansiedlung auf den quarnerischen Inseln (siehe Wörls Führer durch Lu s sin piccolo), grösstenteils in Ruinen; auf dem Stadttore der Löwe von S, Markus. Ausserhalb der Stadt inmitten des Friedhofes die älteste Kirche zum heiligen Gaudentius, einst Bischofsitz, leider ohne Verständnis restauriert. Hauptkirche mit schönem Portal, enthält einige Sehenswürdigkeiten; im Rathaus interesanntes Archiv und viele römische Ausgrabungen. Am Hauptplatze alte Gebäude mit schönen Skulpturen. Sehr ratsam, sich bei längerem Aufenthalte Esswaren mitzunehmen. Sommer und Herbst Fieber, daher Vorsicht geboten. Ausflug auf den Monte Ossero (588 m), am besten von Neresine aus (2V3 Stunden), Weg sehr steinig, viel Gerolle; Überblick herrlich. Abstieg zur Stadt Ossero sehr schlecht, daher besser zurück nach Neresine. Mit Booten: Im Hafen mit Ruder- und kleinen Segelbooten; mit grossen Segelbooten nach S, Pietro di Nembi, Sansego, Unie, Val Liski; mit den grossen, gut eingerichteten Segelyachten Rundfahrt um die Insel (3 Tage) oder Ausflüge nach Arbe, Zara u. s. w. Man nehme sich bei diesen Ausflügen gutes Trinkwasser und viel Esswaren mit. Eng verknüpft mit Lussinpiccolo erscheint derzeit bereits das. Seebad Cigale. Wenn es auch in Lussinpiccolo Faktoren gibt, welche sich einem Aufschwünge dieses wohl reizenden Fleckchens Erde gegenüber nicht nur skeptisch, sondern direkt feindselig verhalten, muss an dieser Stelle ausdrücklich betont werden, dass ein solches Vorgehen absolut nicht am Platze ist. Betrachten wir uns die Bucht von Lussinpiccolo etwas näher, müssen wir gewiss zugeben, dass hier die Erbauung einer allen sanitären Massregeln entsprechenden Badeanstalt fast ein Ding derXJn-m<5glichkeit ist. Wer in ein Seebad geht, will die Annehmlichkeiten eines Strandes — und sei derselbe noch so kurz — voll geniessen können. Wenn man sich z.B. vorerst auf ein in der Mitte der Bucht verankertes Ungetüm einer sogenannten Badeanstalt hinaus rudern lassen soll, um sich dann in ein hängendes Bassin hineinzusetzen, kann man gleich zuhause bleiben und sich das Seewasser einfach in eine Badewanne hineinpumpen lassen. Jetzt ist Lussinpiccolo nur Winterkurort. Wird einmal das prächtige Seebad Cigale so voll zur Geltung kommen, wie es schon lange verdienen würde, wird man endlich einmal zur Einsicht gelangen, dass Seebäder, auf Inseln gelegen, von bedeutend grösserem Jiygie-nischen Werte sind, als an Küsten gelegene (vide z. B. Helgoland), dann wird an diesem Aufschwünge auch die Stadt Lussinpiccolo partizipieren. Die Hötels und Pensionen werden das ganze Jahr geöffnet bleiben müssen, t:nd nicht wie jetzt, im, Sommer förmlich verödet daliegen. — Wo Sonderinteressen obwalten, wo es Parteien gibt, die einander so gut sind, wie Hund und Katze, kann von einem Aufschwünge im wahren Sinne des Wortes niemals die Rede seinl — Dartam Lussignaner reichet auch Ihr Euch die Hand zum Frieden, eingedenk Oesterreichs Wahlspruches: Viribus unitisl Schauet Euch z, B. Abbazia an und seine Nachbarorte. Was waren sie noch vor 15—20 Jahren? Fischerdörferl Sonst nichts anderes. Und was sind diese Fischerdörfer heute? Die gefährlichsten Konkurrenten der soviel gepriesenen französischen und italienischen Riviera. Und nun zur Sache. An der Westseite der Insel Lussinpiccolo, etwa Stunde, sage also eine viertel Stunde entfernt, liegt die Bucht von Cigale. — Sie ist eine gegen Nordwinde vollkommen geschützte Lokalität, zu trelcher zwei Wege führen: der eine vom Hauptplatz durch die via Arciduca Stefano, resp. das von der derselben abzweigende erste rechte Gässchea aufwärts und dann wieder abwärts zwischen Weinbergen und Olivenanlagen zu einer Teilung, wo man abermals rechts gehend, zur Nordseite der Bucht gelangt; der andere führt längs der Westseite des Hafens, der Riva Francesco Giuseppe, bei der ehemaligen Schiffswerfte Vfelopin vorüber auf ebenem, sandigen Terrain direkt ans Ziel. Bevor wir zur Beschreibung des von Herrn Ingenieur Alexander Kräsza mit grossem Verständnis erbauten Seebades übergehen, müssen wir noch eines Etabhssements Erwähnung tun, das am Wege links unsere Aufmerksamkeit in hohem Grade in Anspruch nimmt: des Sanatoriums Dr. Hajos. Es ist dies die ehemalige Villa Premuda, ein schönes Landhaus, mit grossem, sehenswertem Garten, der auf der Lussinpiccolo zugewendeten Seite in ein natür- liches Conifern-Inhalatorium i]nigewaiidelt wurcfe, während die der Bucht von Cig.ile zugekehrte Teil mit Obstbäumeti, Orangen- und Citronen-bäumen rationell bepflanzt ist, Dieses Sanatorium ist, wie aus dem unserem Werk^i beigegebenen General-Anzeiger zu ersehen ist, mit den modernsten Kurbehelfen ausgestattet und finden darin Nerven-, Magen-, Darm-, Gichtleidende, Frauen, Kranke mit Katarrhen der oberen Luftwege, ferner Herzkranke, Blutarme und Rekonvaleszenten Aufnahme, während mit Lungentuberkulose Behaftete und Geisteskranke ausdrücklich ausgeschlossen sind. Es, ist schliesslich, wie die Erfahrung gelehrt hat, eine irrige Ansicht, dass in Lussinpiccolo und dem angrenzenden Cigale Lungentuberkulose Heilung oder wenigsten^ Erleichterung finden, im Gegenteil, es ist konstatiert worden, dass selbst leichtfiebernde Kranke eine Verschlimmerung ihres Zustande® erfahren. Immerhin soll seitens der massgebenden Faktoren von Lussinpiccolo-Cigale streng darauf geachtet werden, dass diesen Unglücklichen, selbst wenn sie sich im Anfangsstadium des Leidens befinden, nahe gelegt werde, sich lieber einer streng medikamentösen Behandlung zu unterziehen oder Sanatorien aufzusuchen, wo man mit elektrischen Licht, resp. künstlicher Bestrahlung die günstigsten Resultate erzielt hat. — Es geht denn doch nicht weiter an, dass das schöne Lussinpiccolo im Rufe steht, total verseucht zu sein, was Übrigens der Wahrheit nicht entspricht. Das Seebad Cigale wurde im Jahre 1902 mit 20 Kabinen eröffnet, umfasst aber heute, also nach 6 Jahren, 200 Kabinen. Es ist mit grossem Komfort eingerichtet, besitzt eine Herren- und Damenabteilung, welche in gleicher Weise mit Sandplätzen für Sonnenbäder, Liegestühlen, mit Turnapparaten, Süsswasserduschen und mit allen notwendigen sanitären und Sicberheits-Vorrichtungen ausgestattet ist. Der sanft abfallende Meeresgrund mit einer weichen Sandschichte auf schwarzem Moorboden, gestattet Schwimmern, Nichtschwimmern und Kindern freie Bewegung. Einzelne Winkel des ganz eigenartig gestalteten Bades bieten dem Besucher Gelegenheit, halb im Sande und halb im Wasser liegend, sich den alles heilenden Sonnenstrahlen auszusetzen. Das Seebad besitzt auch ein Kaff'ee-Restaurant und einen eleganten Glas salon mit grosser offener, direkt ins Meer vorspringenden Terrasse. Die Frequenz dieses Bades steigt von Jahr zu Jahr, und nimmt ein Teil der Badegäste, welche in Cigale keine Unterkunft finden, Aufenthalt in den Hötels und Privatwohnungen Lussinpiccolos. Es erübrigt nun nur noch Einiges über die Unterkünfte in Cigale, Ausser dem auf der Höhe des Sattels im südlichen Teile der Bucht ■von Cigale befindlichen, bereits genannten Sanatorium Dr. Hajos, haben wir da das in nächster Nähe des neuen Militärkurhauses »vom weissen Kreuzt, vis-a-vis dem Seebad gelegene ParkHotel, dessen Besitzer, Herr Natale G, Skewin, weder Mühe noch Kosten gescheut hat, hier ein wahres Eden einzurichten. Dieses H&tel besitzt einen eigenen Pinienwald, sowie einen derart schattigen Re-staurattoosgarten, dass man im Hochsommer selbst um die Mittagszeit von den sengenden Sonnenstrahlen vollkommen verschont bleibt. — Doch auch Küche und Kelter des Herrn Skewin bieten stets nur Exquisites. — Auf dem links beim Seebade abzweigenden Strandwege gelangen wir zu dem schon alten Pension Osternig, deren gutes Rennom^e allen Freunden Lussinpiccolos und des Seebades Cigale wohlbekannt ist und auf demselben Wege schliesslich zu der am 1. Oktober 1907 eröffneten hocheleganten Pension »Malepartusc. Dieselbe liegt auf dem wohl herrlichsten Punkte der Bucht bereits in unmittelbarer Nähe der als Wallfahrtsort der Schiifer bekannt gewordenen Kapelle S. Maria Annunziata. In derselben ist — man kann so mit Recht behaupten, alles Styl. Man sieht, dass ihre Besitzer in jenem Reiche weilten, das als die Geburtsstätte der Eleganz und des vornehmen Geschmackes eine gewisse Berühmtheit erlangte. Recht hübst präsentiert sich auch die neue Josefs-Villa, deren wind geschützte, prachtvolle Lage am Meere und das sie umgebende Pinienwäldchen zu einem Aufenthalte in dem neuerstehenden Paradiese — Cigale einladet. Anmerkung; Wie verlautet, soll auch Herr lugeoieur Alexander Krasza die Erbauung eines grossea Kurholels in Cigale planen. Es wäre dies nur wUnscIieDSwert. Auch der Herausgeber dieses, Werkes plant die Gründung eines eigenen Vereioea, dessen Zweck die ErriclituDg von Kuraostallen für k. k. Staats-, Eisenbahn-, Kommunal- und Privalbeamte tn Ctgale sein soll. 'Der jetzige Bezirkshaupttnann von Lusflinpiccolo, Herr Paul Mosettig, verhält sich diesem Projekte gegenüber äusBerst woiilwolleud und ist dasselbe gewis auch durchführbar, wenn seitens der mas8|fe-benden Faktoren von I^ussinplccolo der Wahlspruch: lEintracht ist Macht« in seiner Tolleti Bedeutung aufgefa,Bst und gewürdigt werden wird, Brioni^). Wo die Eisenbahn von der Höhe des iatriamschen Plateaus bei Dignano sich nach Pola senkt, da haftet der Blick der Reisenden wie gebannt auf einer buchtenreichen, grünen Inselgruppe, die sich gleich einem riesigen Fragezeichen aus dem Meere erhebt. Schön ist des Meeres unabsehbare Fläche, aber schöner sind die grün bewachsenen Inseln Briqni. Vielgestaltig sind der Hauptinsel kleinere Küsten vorgelagert, und so tief schneidet das Meer allerorten ins Land ein, dass man in der grünen Insel selbst wieder blaue Landseen eingeschlossen glaubt Die Mitreisenden drängen sich- an die Coup^fenster, jeder sucht ein Plätzchen, um diesen zauberhaften Anblick nicht zu versäumen, und auf jedem Gesicht leuchtet der Wunsch, verweilen zu dürfen in diesem Garten, spiegelt sich die Begierde nach Besitz und Genuss dieses eigenartigen Landes. Nur einer ist Jahr um Jahr stumpfen Sinnes an diesem Bilde vorübergefahren. In seinem vielbeschäftigten Geiste ist der Wunsch nie lebendig geworden, sich hier niederzulassen; und gerade er hätte bloss die Hand auszustrecken gebraucht, sein mächtiges Wort hätte das weltentrückte Eiland entzaubert. Dieser eine, der Berufene heisst — doch es ist besser ihn noch nicht nennen. Der Leser wird in-bald erraten. Jahrhundertelang hat Brioni als eine Perle der Adria gegolten; römische Prinzen, heisst ts, bewohnten hier ein Lustschloss; Göttertempel schmückten die reizende Buchi Catena*, Bäder luden zum Genuss der lauen Flut ein; mächtige Tonkrüge, aus dem Schutte römischer Vorratskammern ausgegraben, zeugen von intensivem Weinbau, Ölpressen von Olivenkultur, mächtige Zisternen von rationeller Bewässerung zur Zeit des römischen Weltreichs. Auch das Mittelalter und die Neuzeit haben den Wert Brionis geschätzt; von hier stammt die mächtige Steinkuppel auf Theodorichs Grab in Ravenna, ein viel-bewunderter.Monolith; in jeder Bucht, auf jeder der sanften Höhen dieser lieblichen Inselwelt finden sich die Spuren der klugen Vene- *) Auszog aus dem in der »Oesterreiehischen Rundschau*. (Band VII. Hciaus-gogeten YOQ Dr. Alfred Freiherrn von Bcrger und Dr. Karl Glossy. Heft 84, 85), erschienenen Artikel: Brioni, ein KuUurmärchen aus unseren Tagen, von Univeraitäts-professor Dr, Karl Brockhausea, zia.ner — hier ein Wartturm, dort ein Kirchlein, eine Komturei, Wirtschaftsgebäude und Wohnhäuser, vor allem aber die unaofgeräumt zurückgebliebenen mächtigen Steinbrüche — überall Reste und Trümmer regsamen Lebens. Erst der neuesten Zeit blieb es vorbehalten, dies alles dem Verfalle preiszugeben; man Hess die Macchia walten, jene struppige Wildnis manshoher Sträucher, die keines Menschen Fuss durchdringen kann, und um alte Mauern und Schutt rankten sich Dornen und Schlinggewächse zu kulturfeindlichen Dickicht; es überwucherte den fruchtbaren Boden, umklammerte den Ölbaum, erstickte, was nutzbringend war und vertrieb den Menschen, der zu schwach wurde, Einhah zu tau. Kein niännerraordender Krieg, keine Pest wirkt gründlicher zerstörend, als dies Gestrüpp, sobald es die Herrschaft erlangt. Zwei bis drei fieberkranke Bauernfamilien, eine wert- und ertraglose Saline, ein Fort, mehr eine Strafkolonie denn eiu menschenwürdiger Aufenthalt — das waren die Kulturerrungenschaften bis in die Neunzigerjahre des abgelaufenen Jahihunderts auf diesen Inseln, wo einst glückliche Menschengeschlechter in ewigem Frühling gelebt. Und der Besitzer dieser Wildnis, ein Ausländer, der in Portugal lebte, hat sich gehütet, sie jemals zu betreten. Und heute — ein Jahreszehnt später? Ein Naturpark im grössten Stile, mit hundert lauschigen Plätzchen; Bäder und natürliche Terrassen am Meere; alte Steinbrüche in tropische Gärten yerwatidelf, dazu 35 Kilometer fahrbarer Strassen, umsäumt von Alleen seltener Bäume, ein Dorado fUr Spaziergänger und Radfahrer. Den Jagdfreund entzücken hunderte Hasen, die sich auf den Wiesen tummeln, tausende Fasane, die im Gebüsch kriechen — Abkömmlinge einiger ausgesetzter Exemplare; kein Raubtier, keine Giftschlange und kein Automobil auf der ganzen Insell Pola hat den reizendsten Sonntagsausflug erhalten; ein Kurort seltsamer Art, einen Garten am Meere, ein Unikum, vielleicht nur vergleichbar mit der Insel Wigth, aber in ewigem Frühüng, umworben von Gesunden und Kranken; schon können die Hotelgebäude die Zahl der Erholungsbedürftigen nicht fassen. Daneben eine ausgiebige Bodenwirtschaft? Ackerland, Wiesen und Weinberge; eine moderne Kellerwirtschaft überhaupt eine Musterwirtschaft für die ganze, so sehr vernachlässigte Gegend; Milch- und Käseerzeugung (Brionikäse), Ölbäume, Zedern, Palmen, Lorbeerhaine Steinbrüche u. dgl. Und noch stehen wir am Anfange der Entwicklung. Haus um Haus wird gebaut, Wirtschaftsgebäude entstehen, eins ums andere, und die Gewerbetreibenden können kaum liefern, was man von ihnen bestellt. Noch ist erst der zehnte Teil das Landes der Urbarmachung zugeführt, und wenn einmal die kühne submarine Wasserleitung vom Festlande herüber durchs Meer hieher geführt ist, dann wird die Kulturarbeit ein ganz anderes Tempo einschlagen können1 Wer hat diese grosse Wandlung vorgenommen f Hat die Gemeinde Pola eingesehen, dass hier ein herrlicher Erholungsplatz liege, sozusagen vor den Toren der Stadt? Hat der Landesaua s chus s von Istrien helfend eingegriffen, um die Insel der Wildnis zu entreissen? Hat die Bezirkshauptmannschaft Pola entdeckt, dass vor ihren Augen kulturelles Neuland zu finden sei ? Hat die Forstbehörde erkannt, dass während sonst Karstboden mit Mühe aufgeforstet werden muss, hier eine üppige Flora von selbst wächst und es nur darauf ankommt, der schaffenden Natur nutzbare Wege zu weisen? Haben unsere Sanitätsbehörden die Initiative ergriffen, um die Gegend fieberfrei zu machen ? Hat endlich die Kriegs ver waltunlf in Pola eingesehen, dass der Mund des wichtigsten Kriegshafens nicht Ausländern gehören dürfe f Nichts von alledem ist gesehen 1 Ein Jahrhundert lang 'dauerte der Dornröschenschlaf und die Entzauberung klingt wie ein Märchen, das deshalb nicht allzu romantisch ist, weil es sich in unserem Vaterlande und vor unseren Augen ereignet hat. Es war einmal ein Forstmann, der kam im garstigen Nebelmonat November des Jahres 1884 nach einer Insel und sah, wie hier alles in ewigem Frühling . grünte und wucherte;-mannshoch wnchs hier, was anderwärts am Boden kriecht, leider erstickt und überwuchert von Unkraut und Dornen, Und er atmete die balsamische Luft des Landes und die reine des Meeres, er hackte und sein Kennerauge sah in die tiefe Schicht rotbrauner fruchtbarer Erde, und es kam ihm wie eine Erleuchtung, hier könnten glückliche Menschen wohnen, hier würde Wein, Obst und Gemüse wachsen, hier könnte Vieh gezüchtet werden, kurz, hier müsste wieder geschaffen werden, was einst da war: eine grosse Kulturstätte. Und er hörte, wie der Besitzer dieses Landes, unbekümmert um dessen verborgene Schätze, weit von hier lebe und nicht das mindeste Interesse an demselben habe — genau so wie die Grossen des Landes. Aber ihm fehlten die Mittel, die Insel zu kaufen, so gering ihr Kaufpreis im Vergleich zu ihrer Grösse war. Und er ging herum zu den Reichen und Mächtigen des Landes und schilderte ihnen das verborgene Juwel, aber sie lachten ihn aus und nannten ihn einen Phantasten; vielleicht dachten sie gar, er sei ein Schwindler. Der oberste Arzt der Gegend aber riet jedem ab, solch einem Schwindler aufzusitzen: nur giftiges Gewürm hause auf der Insel; Mensch und Vieh müssen binnen kurzem elendig sterben. Und die verständigen Leute im Lande, die sprachen mit hoheitsvoller Weisheit: Für solche Pläne ist in unserem Vaterlande kein Geld und keine Lust, denn wir sind ein Volk von Pessimisten und Satirikern! Aber die Liebe zur Insel hatte ein Feuer entzündet in der Brust des Mannes^ das sich durch Spott und Hohn und Verleumdung im Vaterlande nicht ersticken Hess. Er wandte sich an einen Schweizer und siehe da, acht Tage später kaufte eine Gesellschaft vpn Schweizern die Insel. Aber es waren Spekulanten, die schnell reich werden wollten und kein Herz für die schöne Insel hatten, nicht sie urbar machen, sondern blos Holz holen wollten, mochte darüber die Insel nur noch mehr zu gründe gehen. Und als es mit dem Reichwerden nicht so schnell ging, trachteten sie, das »Objekt« möglichst rasch wieder los zu werden. Da erlebte die arme Insel einen Glücksfall, wie er seit Menschengedenken ihr nicht geblüht. Ein bemittelter Mann hatte einen Jugendtranm. Als er noch ein ganz kleiner Praktikant in einem düsteren Eisenwerke war und Maschinen um ihn klapperten und die Kohle ihm den Atem benahm, da träumte er; wenn ich einmal ein volles Menschenleben hindurch geschafft und'gtwirkt habe, dann will ich mich zurückziehen auf ein Landgut, und zwar auf ein solches, das ich selbst urbar machen muss, am Hebsten im sonnigen Süden meines Vaterlandes. Und ein glücklicher Zufall wollte es, dass er hörte, "was jener Forstmann unaufhörlich gepredigt hatte. — Und er kam, sah uad kaufte die Insel. Hier endet ein Märchen, und was nun folgt, Ist bittere, harte Prosa, ein Jahrzent schwerer, gelährlicher schier hoffnungsloser Arbeit, ein fast todbringender Kampf mit der Natur und ein* ebenso aufreibender mit den Menschen, Dieser Kampf, der ein Stück Kulturgeschichte unseres Vaterlandes enthält, wird wohl noch seinen Geschichtschreiber finden; er ist spannend wie ein Roman und dramatischer als manches Drama, das unsere Teater aufführen. Hier sei nur eine kurze Skizze gegeben. Also am 15. März 1893 kaufte der ehemalige Generaldirektor der Witkowitzer Eisenwerke Herr Paul Kupelwieser die Insel Brioni (Gross- und Klein-Brioni) im Ausmasse von 1200 Joch von dem Schweizer Wildi, und bald darauf bewog er den Forstbeamten Alois Zuffar, den Pfadfinder Brionis, dessen späteren, leider schon verstorbenen Güterdirektor, in seine Dienste zu treten. Nun hatte die Insel einen Eigner, wie sie ihn brauchte; keinen herzlosen Spekulanten, der sie ausbeuten wollte, sondern einen Idealisten, der in ihrer Urbarmachung ein neues, schönes und erhebendes Lebensziel erblickte, zugleich einen Mann, wohlhabend genug, um auch Geld auf ihre Hebung zu verwenden; und ihm zur Seite stand Zuffar, der mit dem Feuer der Begeisterung Jahr um Jahr fur die Verwirklichung eines Ideales arbeitete, der buchstäblich sein Leben in die Schanze schlug und in übergrosser Rastlosigkeit sich ein Leiden holte, dem er voriges Jahr eriag. Viel war zu tun; mehr als man, ohne zu langweilen, schildern kann. Eine Aufräumarbeit im grossen; Fuss um Fuss wurde Kulturland gewonnen — konnte doch die einzige Kuh, welche Ku-pelwieser auf die Insel brachte, anfanglich auf den 1200 Joch nicht genügend Futter finden; die Schutthalden der Steinbrüche mussten beseitigt werden, das Dorngestrüpp abgehackt, die Macchia ausgerodet werden, Mit dfen beinharten Wurzelstöcken musste anfgeiäumt werden, sollte nicht immer wieder das undurchdringliche Dickicht emporschiessen; nur die edlen, hoffnungsvollen Schösslinge der ligu-rischen Flora wurden geschont und aus todbringender Umklammerung befreit. Sümpfe wurden getrocknet, Bodenlöcher ausgefüllt, Wege und Strassen gebaut. Hierauf wurden Baumschulen gegründet, Haine und Wälder angelegt, Alleen gepflanzt, Weinstöcke gesetzt, Wiesen gewonnen, eine Kellermusterwirtschaft eingerichtet, Vieh Wirtschaft eingeführt, Molkerei und Käserei eiöffnet. Dann kam das Grösste: die Insel wurde assaniert; die Malaria, jenes furchtbare Fieber, dem Ku-pelwieser und Zuffar beinahe erlegen wären, ist gebannt worden in der verständnisvollen Arbeit eines Jahres (1901) und, wie es scheint, für immer. Endlich ging es an die Verschönerung der Insel, an die Herstellung jenes einzig geratenen Naturparkes, und schliesslich kam auch noch die Wissenschaft auf ihre Rechnung. Die Ausgrabungen an der Catena-Bucht,' geleitet von Professor Gnirs in Pola, hatten einen unerwarteten Erfolg.. Zum ersten Male, seit Archäologen graben, wurde das Gesamtbild einer antiken Luxusvilla aus augusteischer Zeit mit allen Nebengebäuden blossgelegt; und nach etwas Merkwürdiges zeigte sich; jede Kultui, die sich jemals ao den" Küsten der Adria etabliert hat, von der Castelliere-Perlode mykenischer Zeiten angefangen, hat eine Probe ihres Könnens hier hinterlassen, genau so wie die Kulturunfähigkeit unserer Tage, So wurde Brioni zuerst ein Kulturland, dann auch ein Kurort, unser Vaterland hat eine kleine Provinz gewonnen, aus dem Nichts ein Wertobjekt erlangt, nicht durch Krieg und Eroberung, sondern durch friedliche Arbeit. Wie schon angedeutet ist zwar die all erschwerste und gröbste Arbeit getan; aber da noch immer neun Zehntel der Insel ihrer Kultivierung harren und bei der Energie Kupelwiesers möglicherweise das Zehnfache des Bisherigen in Angriff genommen wird, so dürften wir noch so manche Überraschung erleben. War der erste Einblick in die lokalen Verhältnisse ein unerfreulicher, so darf man darauf rechnen, dass aus dem trefflichen Menschen- und Beamtenmateriale, über welches Österreieh verfügt, geeignete Kulturträger ausgesucht werden, die den Samen, der durch Brioni s Erschliessung gezogen wurde, in der ganzen dortigen Gegend verbreiten helfen. 600—700 Millionen sind nach einer mässigen Schätzung in den letzten 37 Jahren auf die militärische Sicherung jenes Landstriches verwendet worden; ein Zehntel dieses Goldstromes würde genügen, aus diesen unkultivierten, fieberkranken, verblendeten Leuten von grosser natürlicher Begabung ein Volk zu machen, das sich glücklich fühlte, einem Kulturstaate anzugehören, der etwas fttr sie leistet, der ihnen hilft, die gottesgÄsegneten Gefilde an der herrlichen Adria zu dem zu machen, was sie ein Jahrtausend lang waren. Und nun noch einige Winke für den Fremden, der Brioni entweder als Tourist oder als Kurgast aufsucht. Mit dem nun seit I.Juni d.J. eröffneten /Hotel Carmen* wird einem lang gehegten Bedürfnisse Rechnung getragen und ein zahlreicherer Besuch der Insel ermöglicht. Das neue Hotel besitzt 60 von ersten Wiener Firmen modern eingerichtete Zimmer und Salons mit Dampfheizung, elektrischem Licht, Meer- und Südwassetbäder. Der Kurort verfttgt nun in seinen Hotels über 150 Zimmer mit 250 Betten. Das Seebad, durch einen kurzen, schattigen an den Klippen entlang führenden Waldweg in wenigen Minuten erreichbar, ist in Beton-Ei senbau mit flach verlaufendem Sandboden errichtet. (Temperatur des Wassers 18 bis 20 Grad Reaumur.) Durch die äusserst günstige geographische Lage Brionis mit seiner üppigen immergrünen subtro* pischen Vegetation, seinem bekannt angenehmen Adriaküma, welches die Verwunderung der Besucher erregt, die die Hitze des Südens fürchten und über die angenehme kühle Witterung überrascht sind, eignet sich- Brioni in jeder Jahreszeit flir Erholungsbedürftige jeder Art sowie für Bleichsüchtige, Rekonvaleszenten nach schweren Erkrankungen der Atmungsorgane mit Ausschluss der Tuberkulose usw. zum Aufenthalt. Die ärztliche Behandlung (elektrische Kuren, Massagen usw. sowie eine komplett eingerichtete Apotheke) untersteht dem Kurarzt Dr. Lenz. Was Brioni anfangs von einem regeren Fremdenverkehr aus-schloss, war die mangelhafte Verbindung mit dem Festlande und die ebensolchem Verkehrsanschlüsse an den allgemeinen Reiseverkehr von Pola aus. Die derzeit giltigen Fahrpläne der Südbahn und der k. k. österreichischen Staatsbahnen geben Aufschluss dartlber, das nunmehr auch letztgenannter Übelstand behoben ist. Für eine bequeme Beförderung der Kurgäste ab Pola sorgt ja Herrn Paul Kupelweisers nimmer rastender Geist, der es so einzurichten wusste, dass nunmehr wenigstens eine täglich mehrmalige Verbindung Brionis mit Pola mittels eines eigenen Dampfers hergestellt ist. Portorose bei Pirano. Man kann mit Recht behaupten, daß das Seebad Portorose wohl der einzige Ort an den Gestaden unserer Adria ist,- der sich ohne fremdes Kapital und ohne Anwendung marktschreierischer Reklame, d. h. nur infolge seiner herrlichen und günstigen Lage aus sich selbst entwickelt hat. Werfen wir nun einen Blick auf die Landkarte, u. zw. begeben wir uns von Triest aus an die Nordwestküste Istriens, finden wir der Reihe nach nachstehende Buchten, Vallone genannt: Muggia, Capo-distria, Isola, Strugnano, und Pirano. Im hinteren Teile der Bucht von Pirano, der sogenannten Bucht von Sizziole, Hegt nun Portorose. Förmlich eingebettet in Lorbeer-, Zypressen- und dichte Olivenhaine, geschützt durch gegen Nordosten aufsteigendes Terrain, Übt es auf den Beschauer bei der Einfahrt einen geradezu überwältigenden Eindruck aus, Und wie eingestreut in dieses immergrüne Gelände odef längs des langen Strandes liegend, sehen wir da bereits eine große Anzahl größerer oder kleinerer Hotels, Pensionen und Privatvillen, als sicheres Zeichen einer raschen Entwicklung dieses so beliebt ge* wordenen Kurortes. Die Geschichte dieses Kurortes beginnt mit dem Jahre 1874, Um diese Zeit machte nämlich ein aus Pirano gebürtiger und auf der chirurgischen Klinik in Wien tätiger Arzt — Dr. Pupini ist sein Name — den bekannten Professor Monti, der sich sehr für Seehospize an unserer Küste interessierte, auf Portorose aufmerksam. Das jetzige Sool- und Strandbad wurde jedoch erst 1891 von einer Aktiengesellschaft eröffnet und bis zum Ende des darauffolgenden Jahres in eigener Regie geführt. Die Salinen von Portorose, aus -welchen die zu therapeutischen Zwecken verwendete Mutterlauge (Soole) gewonnen wird, gehören einem Konsortium, welches bis zum Jahre 1888 auch Besitzer des jetzigen Bade-£tablissements (die Dependance) war. AU nuA infolge erhöhter Kurfrequenz dieses Bade-Etablissement ŽU klein wurde und das Konsortium sich aus geschäftlichen Rücksichten mit dieser Art von Unternehmen nicht mehr beschäftigen konnte, bildete sich in der Stadt Pirano eine Aktien-Gesellschaft, welche diesem Konsortium das Etablissement abkaufte und dasselbe durch Sool- und Strandbäder, sowie den Aufbau eines neuen Hotels erheblich vergrößerte. Der ganze Komplex nun wurde an den gewesenen Sekretär des bekannten Hotels »de la Ville« in Triest, G, 0. Frediani, verpachtet. Genannter verstand es durch Umsicht und vorzügliche Leitung des Kuretablissements, resp. des Kurhotels Portorose den seit Jahren stets zunehmenden Aufschwung zu geben. Die eigentliche Blütezeit flir Portorose ist jedoch erst jetzt, und zwar durch den Umstand eingetreten, als nunmehr tatsächlich Kapital zur Vergrößerung des Kurortes zur Verfügung steht. Durch den bevorstehenden Aufbau eines — wie man hört, 400 Personen fassenden neuen Kurhotels, sowie einer Keihe von Dependancen, soll der sich schon sehr empfindüh fühlbar gemachten Wohnungsnot gesteuert werden. Der bekannte Sportsmann Hans von Keininghaus ist es, der die ganzen Aktien aufkaufte, nebstbei aber noch fast alle verfügbaren Gründe erwarb. Schon nach Beendigung der heurigen Badesaison soll mit dem Baue des neuen Hotels, das sich an Stelle des alten Kurhotels erheben wird, begonnen werden. Betrachten wir nun Portorose vom hygienischen Standpunkte, d. h, bezüglich seiner Lage, klimatischen Verhältnisse etc. Der Boden ist bröckeliger Sandstein, welcher eine tiefe, fruchtbare Ackerkrume bildet. Hügel bis zu 200 m Höhe- umgeben die Bucht und schützen den sich am Fuße dieser Hügellandschaft ausbreitenden Kurort gegen die Bora, verhindern aber gleichzeitig, daß die feuchten Seewinde wirkungslos hindurchfegen. — Die eben genannten Faktoren bedingen eine immergrüne Vegetation, deren ausgesprochen südlicher Charakter durch Wein- und Obstgärten, Granatäpfelbäume und die bereis eingangs genannten Lorbeer-, Zypressen-und Olivenhaine vertreten ist, — Doch auch dieses ausgesprochen südliche Khma wird in angenehmster Weise durch den regelmäßigen Seewind tagsüber und den Landwind während der Nacht gemildert. Zu allem gesellt sich noch die bekannte temperierende und ausgleichende Wirkung einer so üppigen Vegetation, — Infolgedessen erreicht die an anderen Punkten Istriens herrschende — oft schon lähmende Sommerhitze hier niemals eine so exzessive Höhe, während die abendliche Kühle dagegen stets angenehm bleibt, ohne jemals empfindlich zu werden. Portorose eignet sich somit sowohl zu einem Sommer- als auch außerordentlich günstigen Winteraufenthalte und entspricht allen Anforderungen, welche an einen südlichen klimatischen Kurort gest eilt werden. Erwähnenswert ist das Sool- und Strandbad, Ersteres bezieht die Soole (Mutterlauge) aus den nahen Salinen, in welchen Seesalz gewonnen wird. Sie besitzt ein spezifisches Gewicht von 1*27 bis 1-30; der Liter Soole enthält somit 270-300 Gramm Salze, d. i. Kochsalz^, große Mengen von Magnesiumsalzen und Bromverbindungen. Dieselbe ist daher von einer Konzentration, welche von keiner anderen Mutterlauge übertroffen wird und einer in therapeutischer Hin- sieht höchst wirksainen Zusammensetzung, Diese Soole oder Mutterlauge, durch reichlichen Zusatz von Seewasser in ähnlicher Weise verdünnt, wie sonst Soolbäder bereitet werden, findet ihre Anwendung bei allen jenen Krankheiten, bei denen Soolbäder überhaupt verordnet werden, wie: Skrophulose, Rhachitis, Blutarmut, vielen Nervenkrankheiten, Schwächezuständen und Rekonvaleszenz nach schweren Krankheiten u. s. w. Infolge ihres .starken Bromgehaltes ist sie von besonders kräftiger Wirkung. Ganz unerreicht ist die Wirkung dieser Soolbäder bei starker Konzentration, d. h. bei 10 bis Salz- gehalt. Es ist dies eine so starke Lösung, daß der Körper im Bade durch eine entsprechende Vorrichtung künstlich unter Wasser gehalten werden muß. In dieser Konzentration ist die Soole von Portorose von ausgezeichneter Heilkraft bei Rheumatismus, Gicht und den verschiedenartigsten chronischen Gelenksaffektionen, bei chronischen Entzündungen der Sehnenscheiden, Schleimbeutel, Muskeln und des Zellgewebes, bei Krankheiten der Knochen und Folgen ihrer Verletzungen, bei Krankheiten der weiblichen Unterleibs organe und deren Folgezuständen, vielen Darmkrankheiten, chronischen Hautkrankheiten, veralteter Syphilis u. a. Durch ihr starkes Aufsaugungsvermögen bringt diese Mutterlauge oft binnen kurzer Zeit Exsudate und andere Krankheiten zum Schwinden, welche zuvor durch lange Zeit jeder anderen Behandlung getrotzt hatten. Das Strandbad, dessen Boden von feinem, weichen Sande gebildet wird und dessen Temperatur schon im April 1R, im Hochsommer dagegen 24'' R, beträgt, ist wirkungsvoller als an anderen Orten unserer Adriaküste, well die Bucht von Portorose abseits der Flüssfe liegt, welche im Norden einmünden. Dies bedingt auch einen relativ höheren Salzgehalt des Wassers, somit auch ganz besondere Vorteile bei solchen Kranken, welche z. B. Soolbäder infolge Ermattung nach längeren Krankheitsprozessen nicht sofort gebrauchen können. Und nun noch etwas über die Gewinnung der Mutterlauge. Mutterlauge ist die Flüssigkeit, welche zurückbleibt, wenn aus einer Salzlösung ein Teil des Salzes heraus kristallisiert. Sie 1st bei der herrschenden Temperatur mit diesem Salz gesättigt und liefert oft bei weiterem Abdampfen öder durch Abkühlen abermals Kristalle desselben. Enthält eine Satzlösung mehrere Salze, so wird dasjenige, welches In größter Menge vorhanden oder welches am schwersten löslich ist, zuert kristallisieren, u, zwar ziemlich rein. Bei einer zweiten Xristallisaaon erhält man vielleicht nochmals eine Partie desselben Salzes ; endlich aber wird die Lauge auch für andere Salze gesättigt sein, und dann kristallisieren diese ebenfalls, so daß man ein Salzgemisch erhält. — In der letzten Mutterlauge sammeln sich die am leichtesten löslichen Salze und diejenigen, welche In geringster Menge in der Lösung enthalten waren. — Derartige Mutterlaugen entstehen bei der Gewinnung von Kochsalz aus Meerwasser oder Soolquellen, und enthalten besonders Chlornatrium, Jod- und Bromalkalimetalle, Chlorniagnesium und Chlorcalcium, schwefelsaures Natron etc. Matt benüut die Mutterlaugen vielfach zu Heilzwecken, zur Bereitung von Bädern u. dgt. Bisweilen werden sie auch vollständig zur Trockne verdampft und liefern dann das Mutter) äugen salz. Aus der Mutterlauge, die bei der Verarbeitung des Meerwassers und der Staßfurter Abraumsake erhalten wird, gewinnt man Brom und aus der Mutterlauge von der Verarbeitung des Kelps und des Chilisalpeters Jod. Auch die Melasse der Zuckerfabrikation ist Mutterlauge. Bevor wir £ur Aufzählung aller uns schon seit einigen Jahren bekannten Hotels und Pensionen übergehen, ist es am Platze, auch der rührigen Kurkommission, an deren Spitze der Piraneser Advokat, Herr Dr. Depangher steht, mit einigen Worten zu gedenken. Sie hat» besonders in der letzten Zeit für Portorose trotz der knappen Mittel, die ihr stets ^ur Verfügung standen, viel geleistet. Besonders der unmittelbar am Strande vis-a-vis der Landungsbrücke erbaute Kursalon bildet eine Zierde dieses aufstrebenden Kurortes; doch auch der von der Kurkommission in jüngster Zeit erschienene Prospekt deutet auf das Verständniss hin, das Herr Dr. Depangher für eine zielbewußte Reklame an den Tag legt. Was in Portorose schon heuer besonders zur Geltung kam, ist das geschäftliche Leben. — Früher erhielt man in diesem Kurorte nicht einmal einen anständigen Schuhriemen; heute bereits Alles, — Und wie lange wird es unter den gegebenen Verhältnissen dauern, wird da ein zweites Abbazia, d. h. ein mit dem modernsten Luxus ausgestattetes Seebad, ein neuer Winterkurort erstehen! Unter den Hotels von Portorose nimmt das bereits genannte Kurhotel den ersten Rang ein. Es enthält 70 komfortabel eingerichtete Zimmer, einen großen Lesesaal, Spielsäle, Lawn-Tennls-Plätze und einen prachtvollen schattigen Kurpark. Höchst originell und wohl einzig dastehend ist auch der Kinderspielsaal. Sowohl das Hotel, als auch die dazu gehörige Dependance sind unmittelbar am Meere gelegen. Was die Zimmer- und Pensionsprdse betrifft, sind dieselben so zivile, daß es selbst Minderbemittelten möglich ist, sich einer Kur in Fortorose unterziehen zu können. Zu den Pionieren von Portorose gehört u. a. auch der Besitzer der sogenannten >Casa verde« (Pension >Wienerheim«) in S. Bernardino, Felix J.anger Ritter von Edenberg. Dieses »Wienerheim« muß als geradezu mustergültig geleitet bezeichnet werden und ist es bekannt, daß Herr von Langer stets bestrebt ist, seinen Gästen um solide Preise nur das Beste zu bieten, Und so kommt es auch, daß Genannter sich noch niemals über eine schwache Frequenz seines Etablissements zu beklagen hatte, im Gegenteil in seinen gastlichen Räumen oft schon den ganzen Winter hindurch Kurgäste weilten. In unmittelbarer Nähe des genannten >Wtenerheims( befinden sich noch: das heuer erheblich vergrößerte Hotel >Casa rossac, über dessen Besitzer nur bekannt ist^ daß sein Haus stets gut besucht war; vielleicht nur deshalb, weil man anderswo keinen Platz fand, sowie das >Hotel Bellevue«, dessen Entstehungsgeschichte in einen Roman zusammengefaßt werden könnte. Dem Herausgeber dieses Werkes gelang es heuer nach langen Bemühungen fttr dieses in so prachtvoller Lage befindliche Hotel einen tüchtigen Pächter ausfindig und zugleich den Versuch zu machen, dasselbe in ein Be-amten-Erholnngsheim umzuwandeln; ob mit Erfolg, wird erst die nächste Saison lehren, Die angesetzten Preise für Unterkunft und Verpflegung sind darnach beschaffen, diesem Hotel, resp. Beamten-h^im eine schöne Zukunft zu sichern. (Siehe Inserat). Das neu erbaute, in einem schönen Parke gelegene Strandhotel Koenitzer entspricht ebenfalls allen Anforderungen, die man an ein erstklassiges Etablissement zu stellen pflegt. Weiters besitzt Portorose u. a. noch das Hotel >Zur PostEdelweißi, jRomanat sMiladat und »Adr i a>. Übet die einzelnen Firmen, welche sich in jüngster Zeit in Portorose etablierten, läßt sich vorläufig nichts sagen; man muß dieselben erst näher kennnen lernen, bevor es möglich ist, sie dem Pubhkum zu empfehlen. Bezüghch Einkaufes von Lebensmitteln, Delikatessen etc. wird an dieser Stelle vorläufig nur Herr Heinrich Safran genannt; sein Geschäft befindet sich im Zentrum Porto ros es. Genannter verstand es sich in kürzester Frist durch äußerst koulantes Vorgehen, mäßige Preise und Verabreichung von nur Prima Ware einen ausgebreiteten Kundekreis zu sicheren. Von großem Interesse ist schließlich noch die Gründung eines Sanatoriums durch den in Portorose ansäßigen und so manchem Wiener bekannten praktischen Arzt Herrn Dr. Orazio Pupini. Die zu dem genannten Sanatorium adaptierte Villa wurde bereis im Jahre. 1903-erbaut und liegt in geradezu wunderbarer Lage. Besonders schön wirkt ihr römischer Villenstil mit Säulen vorhall e, sow^ie der terrassenförmige Aufbau des Parkes, — der zu Terrainkuren dient. — Das Etablissement umfaßt derzeit 8 Zimmer, welche mit jeghchem Komfort eingerichtet sind. Wir wünschen diesem Heben Arzt und Menschenfreund nur Glück zu seinem neuen Unternehmen! Strugnano. Da es Sache unseres Werkes ist, nicht nur jene Kurorte zu propagieren, deren Ruf bereits begründet ist, sondern die Mitmenschen auch auf Gegenden an der österr. Riviera aufmerksam zu machen, welche es ebenfalls verdienen wurden, zu Kurorten proklamiert zu werden, sei an dieser Stelle eines Complexes an der NordwestkUste Istriens Erwähnung getan, dessen Eignung zu einem Luftkurorte und Seebade ausser Zweifel steht: Strugnano, Bei der Beschreibung von Portorose ist dieser Name bereits vorgekommen, u. zw, bei der Aufzählung der einzelnen Buchten an der NordwestkUste Istriens: Muggia, Capodistria, Isöla, Strugnano und Pirano. — Dieser Name kommt aber auch auf dem Fahrplane der Lokahlbahn Triest-Pa-renco als Haltestelle vor. Strugnano ist, wie bereits oben angedeutet wurde, ein Complex, umfassend za, 300 über das ganze Terrain zerstreute oder längs den Hauptstrassen und der obgenannten Eisenbahastrecke gelegene Häuser mit 2000 dem Bauernstande angehörigen Einwohnern. Das Klima ist äusserst mild, die Vegetation reich, das Meerwasser von einer Klarheit, wie man sie nur in den Quarnero-Gegenden vorfindet, was zur Folge hat, dass Strugnano bereits seit einiger Zeit von vielen Fremden aus der Provint und Italien besucht wird. Besonders ist es die Villa Tartini, deren pittoreske und zugleich ruhige Lage zu einem Aufenthalte förmlich einladet. Hier verbrachte der 1693 zu Pirano geborene Komponist Giuseppe Tartini, dessen Monument wir am Platze gleichen Namens in Pirano sehen können, seine Jugendzeit, In der Villa selbst befinden sich noch die ihm seinerzeit gehörigen Möbel und einzelne Andenken an seinen Aufenthalt. Diese Villa besitzt inklusive der zu ihr gehörenden kleinen Depen-dancen 30 auf das eleganteste möblierte Zimmer, diverse Gärten mit einer reichen exotischen Vegetation, und einen Kilometer im Umfang aufweisenden, vollkommen geschlossenen Fischteich von geringer Tiefe, dessen Ursprung, wie die ganze Struktur und einzelne Mosaike beweisen, bis in die Römerzeit zurückreicht. Der ganze Complex ist bora- und schirokkofrei. Der Boden ist sehir fruchtbar. Es gedeihen hier Obstbäume aller Art, Erdbeeren, Wein, Oliven etc. Fremde finden derzeit Unterkunft nnd Verpflegung in 2 HotelRestaurants. Bedauerlich ist nur, dass ausser der bestehenden Eisenbahnverbindung noch immer keine direkte Verbindung Strugnanos mit Pitano einerseits Triest anderseits »per mare« existiert. Wie verlautet wird jedoch von Seite des Staates baldigst für die Erbauung eines Molo vorgesorgt werden. Vorläufig will Herr Peter Vidali aus Pirano eine Verbindung mit Portorose und Pirano mittels eines prächtigen Benzin-Motorbootes herstellen. Strugnano ist Wahlfartsort. Die Kirche der hl. Mutter Gottes ist das Ziel einer grossen Anzahl Pilger aus Istrien und Dalmatien und fällt der eigendiche Festtag auf den 15. August, In Strugnano befindet sich auch eine Eiche, welche den Namen weiland Kaiser Maximilians in die Rißde eingeschnitten aufweist. Im Jahre 1862 besuchte Genannter mit seiner erlauchten Gemahlin Strugnano und ruhte, begleitet von dem jungen Musiker Tartini, unter dieser Eiche aus. Nach dem tragischen Ende des unglücklichen Kaisers pflanzte der damalige Besitzer, G. Vatta, zum ewigen Angedenken an diese Ereignisse rings um diese Eiche — dunkle Cy-prcssen. Und an Wallfahrts tagen pilgern die Andächtigen auch zu dieser Eiche und es gibt keinen, der sich nicht zum Andenken ein Stückchen Rinde von dem historichen Riesen mitnehmen würde. Seebad Sistiana bei Duino. Zu den Seebädern und Luftkurorten, die sich seit der kurzen Zeit ihres Bestehens mit staunenswerter Raschheit einen Nan.en gemacht haben, zählt in erster Reihe Bad Sistiana, das nordwestlich von Triest, in der Bucht von Panzano hegt. Eichenwald, Oliven- und Lorbeergehege, Weingärten und reiche Obstpflanzungen umgeben den Ort in lieblichster Weise. Wenn ein Schriftsteller seinen lesenswerten Aufsatz über Sistiana mit dem Satze einleitet, dass >schon der süsse Wohllaut des Namens die Vorstellung eines Asyls ruhigen, behaglichen Lebensgenusses und stiller Freuden erweckt«, so darf man ihm mit vollem Rechte bet-stimmeu. Es mag erst etwa sieben bis acht Jahre her sein, dass man zum erstenmale den Namen Sistiana hörte. Bei Duino, der Sudbahnstation auf der Strecke Nabresina-Cor-mons, fällt das Festland bis Grignano in einer Länge Von 30 km. und einer mittleren Höhe von 150 m fast senkrecht ins Meer und bildet hierbei malerische Felstiirme, Tore und Grotten, die in früherer Zeit nur den Fischern von .ihren Barken aus bekannt geworden sind. In einer halbkreisförmigen Bucht Hegt das liebliche Sistiana mit kleiner Kirche und einigen Häusern, welches nun seit wenigen Jahren in aller Stille zu einem prächtigen Kurort umgewandet wurde. Prinz Alexander von Thum und Taxis hatte die Bucht und den dazugehörigen Besitz von den Prinzen Friedrich von Hohenlohe angekauft und sich entschlossen, dieses kleine Paradies dem allgemeinen Wohle als Seebad und klimatischen Kurort zu widmen, Bald war zur Ausführung dieses Projekts geschritten worden. Aus der fürstlichen Villa, welche auf halber Höhe zwischen dem Karstplateau und dem Meeresufer lag, entstand ein elegantes H6tel und ein zweites wurde am Strande nea erbaut, von dessen mit wildem Wein umrankter Veranda man eine wunderbare Aussicht weit hinaus über die Meeresfläche, mit Triet im Hintergrunde, geniesst. Herren- und Damenbäder wurde errichtet, Alleen gepflanzt, zahlreiche Promenadewege mit Pavillons und Spielplätzen angelegt, Quellwasserleitung und elektrische Beleuchtung eingeführt, und wie mit einem Zauberschlage war ein modernes, mit allen Bequemlichkeiten ausgestattetes Etablisement entstanden, das sich ia erster Linie durch seine vollkommene Abgeschlossenheit von allem Verkehr auszeichnet. Die ganze Bucht mit ihrem 120 Joch grossen Park, ihrem flachen, sandigen Strand 1st nur dem Zweck des Etablissements gewidmet, so dass den zahlreichen Kurgästen vollkommene Bewegungsfreiheit in staubfreier köstlicher Luft und den Kindern ohne lästige Beaufsichtigung gestattet ist. Wohin wir auch schauen mögen, überall, grüßt uns südliche Blumenpracht, überall lächeln uns die wundervollen Kinder der tropischen Flora an: blühende Rosenguirlanden, welche sich längs der Parkwege hinziehen, Magnolien, Kamelien bäume, Myrten, Lorbeer, Musa, die japanische Mistel und verschiedene Palmenarten erfreuen das Auge. Auf den Lichtungen sind Gruppen der Papyrustaude, Bambus-und Zuckerrohre gepflanzt, während der Feigenbaum wild aus den Felsenritzen wuchert und die echte Kastanie ihre hochgelben Blütendolden der Sonne entgegenstreckt, Agaven und Opuntien, sowie blühende Pandanus- und Liliengewächse vollenden auf Schritt und Tritt den südlichen Charakter, obgleich die Strahlen der Sonne nicht belästigend fühlbar werden, da ja meist eine leichte Brise oder die kühlende Borina den Spaziergänger begleiten. Das Seebad ist vorzüglich Rekonvaleszenten nach schwerer Krankheit, Blutarmen, Neurasthenikern und Herzkranken zu empfehlen, aber auch jedem Großstädter, der einige Wochen in stiller Ruhe am Strande verleben will. An kühlen Tagen Im Frühling und Herbst können warme Meerbäder das Strandbad ersetzen. Sistiana mit seiner Umgebung ist ein Schatzkästchen, das mehr als einen Edelstein In sich schließt. Nicht vergessen soll aber auch der zahlreichen Ausflüge sein, die vom Kurorte aus in nächste Nähe zu unternehmen sind. Vor allem sei der regsamen und lebendigen Seehandelsstadt Tnest gedacht, wohin der Lokaldamfer des bekannten Kapitäns und Besitzers desselben,, Calafatti, einladet. Desgl. wird ein Besuch des nahen kaiserhchen Lustschlosses Miramate, welches bekanntlich Erzherzog Ferdinand Max, der spätere unglückliche Kaiser von Mexiko 1856 auf der ins Meer vorspringenden Felsenzunge von Grignano errichten und mit herrlichen Parkanlagen umgeben ließ, kaum warm genug empfohlen werden können. Nicht unterlassen möge der Besucher von Sistiana, im Felsenschlosse von DuitlO einzukehren. Die reichen Kunstschätze, die Gallerien, Salons und Prunck gemäch er, nicht minder aber der fabelhaft schöne, geradezu märchenhafte Ausblick auf das Meer, werden jedermann unvergeßlich sein. Das wohlerhaltene Schloß stammt aus dem 14, Jahrhundert und die Ruine einer älteren Burg der Grafen von Duino (Tybein,) der frühmittelalterlichen Herren der ganzen Gegend, erhebt sich in nächster Nähe des Schlosses auf einem steilen Fels. Noch vieles ließe sich über die landschaftlichen Vorzüge und die Lage des Seebades hier anführen, aber es möge nur noch kurz davon gesprochen werden, wie trefflih der Gast in Sistiana verpflegt und bequartiert ist. Die Hotelküche bietet reiche gastronomische Ab- wechslung und die vorzügliche I^eitung des Kurortes durch Herrn Franz Gansmäller hat längst schon das beste Renommee, Die Prinz von Thum und Taxis'sche Verwaltung und die Badedirektion, die um die Hebung des Badeortes. eifrigst bestrebt sind, haben denn auch bereits die Notwendigkeit eingesehen, daß eine Erweiterung des Etablissements unbedingt notwendig war, da der Besuch Sistianas von Jahr zu Jahr bedeutend zunimmt und durch Erbauung des neuen, prächtigen Parkhotels (60 Zimmer) eine Unterkunft für Kurgäste geschaffen, die sich würdig den schönsten Etabissements unserer heimatlichen Riviera anreiht. DIE RÖMER-THERMEN (Heisse Chlor- und Schwefelbäder, 32" R.) von Monfalcone. Auf der Fahrstrasse von Triest nach Görz, in der Nähe des alten Schlosses Duino, das auf einem schroff ins Meer hinabstürzenden Felsen gelegen, eine der malerischesten Szenerien der Adria bildet, gelangt der Reisende zum Ausflusse des berühmten Timavo oder Timaus, der bekanntlich schon von Virgil besungen und von vielen Reisenden beschrieben würde. Ganz nahe der Stätte, an welcher dieser Fluss, der unmittelbar an seinem Ursprünge Seeschiffe trägt, unter dem Karstfelsen heraus-stosst, befindet sich die Kirche St-Giovanni dort, wo einst ein Dio-medes-Tempel stand, det von den Einwohnern des alten Aquileja der »Hoffnung' gewidmet wurde. In diesem Tempel pflegten die alten Römer Dankesopfer für die wunderbaren Heilungen darzubringen, welche durch die kaum eine, Viertelstund entfernte heisse SchwefelsaHne bewirkt, und von den Priestern den Göttern zugeschieben wurden. Das Zutrauen der alten Römer zur Heilkraft der Thermen von Monfalcone findet sich in zahlreichen Votiv-Steinen ausgedrückt; es haben aber auch die aufgedeckten Ruinen den Beweis geliefert, daß die Bäder, deren übrigens auch Plinius wiederholt Erwähnung tut, zur Römerzeit sehr vorteilhaft bekannt und außerordentlich besucht waren. Die Zerstörung der prächtigen Stadt Aquileja durch die Barbaren hatte auch die Zerstörung der nur 1^2 Stunden davon entfernten Kaiserbäder (Aquae imperiales I), der heutigen Bäder von Monfalcone, zur Folge, und die heilkräftigen Thermen blieben lange Zeit unter den Ruinen der Gebäude, welche sie bedeckten, begraben. Erst im Jahre 1433 forschte der damalige Podestä der Republik Venedig in Monfalcone, Francesco Nani, den Angaben Pli- nius folgend, den verschütteten Quellen nach, fand sie auch und er-schloss sie dem Publikum zum Gebrauche. Die dankbaren Bürger von Monfalcone setzten ihm dafür einen Denkstein, der sich noch heute im Bade - Etablissement befindet. Die vielen Kämpfe, welche auf den friaulischen Ebenen zwischen Österreichern, Venetianern, Türken, Uskoken u. s. w, ausge-fochten wurden, führten im sechszehnten und siebzehnten Jahrhunderte wiederholt die Zerstörung dieser Bäder herbei, welche abermals, und zwar seit 1620, gänzlich verlassen blieben. Erst im Jahre 1799 begann man den Bau eines kleinen Hauses am Ausflusse der Thermen, und war es die Regierung Kaiser Napoleon's L, die nach sorgfältiger Erhebung und Konstatierung der vortrefflichen Eigenschaften der Quellen die Errichtung eines groß: artigen Bade-Etablissement heschloss und auch begann, an der Vollendung desselben aber durch die baldige Wiedervereinigung des Territoriums von Itfonfalcone mit Österreich gehindert wurde. Später tat sowohl die Gemeinde Monfalcone, als auch die Privatspekulation so manches für die Nutzbarmachung der Thermal-Wässer, welche, da der Quellenschlund tmter dem Meeresptegel liegt, sicli über das specifisch schwerere Meerwasser emporheben und — wie schon Plinius feststellte — an der Ebbe und Flut des Meeres teilnehmen. Auf dieser Eigenschaft der Quellen basierte der Gebrauch derselben bis in die neuere Zeit, denn Bassins und Wannen waren so angelegt, daiä sie sich nur beim höchsten Wasserstande mit heissem Quellenwasser füllten, also nur zur Zeit der Meeresflut benützt werden konnten. Daß dies ein großes Hemmnis für den Aufschwung der Thermen war, ist sebstverständlich. Es wurde daher eine Dampfpumpe aufgestellt, welche nun zu jeder beliebigen Tageszeit eine für viele hunderte von Badenden zureichende Menge heissen Mineralwassers aus dem tiefer liegenden Quellenschlunde fördert. Auch für ein Bassin ist gesorgt, in welchem dieses Wasser nachtsüber abgekühlt und dann zu der dem Zustande des Patienten entsprechenden Regelung der Temperatur des den Quellen unmittelbar entnommenen Wassers in den Wannen und Bassins verwendet wird. In dem seit 1433 bestehenden, als Quellenfassung dienenden großen unterirdischen Bassin bildet sich reichlicher Schlamm, welcher da,s ganze Jahr über von dem heissen Thermalwasser getränkt, eine große therapeutische Wirkung hat. Das Bade-Etablissement, von Monfalcone aus in 15 Minuten mittels regelmäßig verkehrender Wägen erreichbar, entspricht allen Anforderungen der Bequemlichkeit und Reinlichkeit, und die Wirkung der Thermen, welche bei hoher Temperatur neben allen anderen Eigenschaften des Meerwassers einen erhöhten Jodgehalt aufweisen und außerdem sehr stark schwefelhältig sind, grenzt nicht selten garadezu an das Wunderbare. Jährlich kommen in Fallen von Oicht, Rheumatismus, Ischias, Scropheln, Haatkrankheiten, in den aus Beinbrüchen herrührenden Schmerz- and Schwächezuständen u. s. w., die auffallendsten Heilungen vor, denen es zuzuschreiben ist, daß der Besuch von Jahr zu Jahr zunimmt, obschon die Publicistik sich bisher mit Monfalcone sehr wenig beschäftigte, und selbst verbreitete »Bäder-Alm machst früher die schon zu Kaiser Augustus Zeiten berühmten Thermen nicht einmal erwähnten. Monfalcone, wo sich die meisten Kurgäste aufhalten und hinreichend gute Unterkunft finden, ist ein hübsches, in unmittelbarer Nähe des Meeres gelegenes Städtchen, von welchem aus der Besucher in einer Eisenbahnstunde nach Triest oder nach Görz, in l'/a Stunde zu Wagen nach Aquileja und Grado gelangt. Im Holel »zur Post« etc, finden die Gäste gute Unterkunft und Verpflegung za mäßigen Preisen; doch auch in der ganz neu adaptierten Badeanstalt finden Kranke, welche die kurze Fahrt von der Stadt zum Badehause und zurück vermeiden wollen, vorzügliche Unterkunft. Bezitzer der Römerthermen ist S. Durchlaucht Prinz Alexander von Thum und Taxis. Es wäre bereits hoch an der Zeit, daiä man Monfalcone als Thermal-Kurort mehr Beachtung schenken würde, als dies tatsächlich bisher dec Fall war. Warum denn in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah l Grado. Nehmen wir eine Karte des Küstenlandes zur Hand und fassen den Golf von Triest ins Auge, seilen wir nördlich ein uns unwill-küriich an die Nilniündungen erinnerndes deltaartiges Gebilde, dem eine Anzahl größerer und kleinerer Inseln vorgelagert sind: die sogenannten Lagunen von Grado- Dieselben können als eine Fortsetzung der bekannten Lagunen von Venedig, beziehungsweise der ital. Provinz Udine vorgelagerten Laguna di Marana betrachtet werden. — Das genannte Gebiet gehört zur österr. Provinz Görz und Gradišča, auch Friaul genannt. Die Flüße, vrelche hier münden, und die Eigenartigkeit dieses Deltas bedingen, sind: die Grenze gegen Italien bildende A u s s a, die Natisa mit dem Kanal Aufora, der Kanal Zemole und der Isonzo (Sdobba), dessen Seitenarm die größte der öbgenannten Inseln, Isola Morosini, bildet. Auf den kleinsten und zugleich südlichsten Insel liegt förmlich die Hauptstadt des ganzen Gebietes vorstellend, unser Grado. Blättern wir einmal in der Geschichte des Küstenlandes nach, werden wir sehen, daß dasselbe vermöge seiner günstigen Lage von allen Anfängen an den Völkerverkehr zu Wasser und zu Lände vermittelte, aber auch stets von den Hauptstämmen Europas bewohnt war. Seit Aquilejas Gründung (181 v. Chr.) der Wohltaten der römischen Kultur teilhaftig, seit Kaiser Augustus zur zehnten Region Italiens (Venetien und Istrien) gehörig, konnte es durch Macht, Handel und Gewerbe aufblühen, solange das Rö^tnerreich politisch einig war. Der Gegensatz zwischen Rom und Byzanz verkündet schon die Keime des Verfalles; spätere Umwälzungen bewirken im Jahre 452 n. Chr. Aquilejas Zerstörung durch Attilas wilde Scharen und im Jahre 568 n. Chr. durch den Einfall der Langobarden die gewaltsame Trennung von I^and- und See-Venetien. Fast acht Jahrhunderte hatte Aquileja als Hauptstadt Alt-Vene-tiens gegolten. Seit dem VI. Jahrhunderte mußte es erleben, daß Gradus »novae Venetiae caput et metropolis< wurde. Die Tochterstadt Grado hatte sich also zur Metropole Neu-Venetiens aufgeschwungen. Politik und Religion verursachten so manch' blutigen Kampf zwischen Mutter und Tochter, da Aqullejä hauptsächlich germanischer, Grado'romanischer Herrschaft folgen mußte. Grado bildete ursprünglich nur einen Teil der ausgedehnten römischen Hafenanlagen Aquilejas (aquae gradatae) und war höchstwahrscheinlich schon damals ein beliebter Sommeraufenthalt- Vom VI, bis zum X. Jahrhundert an Macht und Ansehen zunehmend, erblaßte schließlich sein Glücksstern vor dem Glänze der eigenen Tochterstadt — Venedig. Aquilejas und Grados Verhängnis wollte es, daß beide im Tode vereint, im Jähre 1451 ihre politische und religiöse Macht Venedig abtreten mußten, indem Aquileja in jenem denkwürdigen Jahre seine politische Unabhängjgkeit, Grado den letzten Glanz seiner religiösen Selbständigkeit dadurch verlor, daß seine Kirchenfürsten, welche wegen ihrer Wirksamkeit an der Stätte des Evangelisten Markus den stolzen Patriarchentitel führten, nunmehr auch diese Würde für immer dem Marku,";] öwen opfern mußten. Die Stürme des Meeres und die Hochfluten der Politik haben im Laufe der Zeiten Grados Pracht zerstört. Von der einstigen Königin der Lagunen ist nichts mehr vorhanden und weit und breit in der Umgebung liegen am Meeresgrunde Überreste von Kirchen, Palästen und anderen Denkmälern begraben. Von der Stätte einstiger Macht, Pracht und Herrlichkeit tönt der monotone Gesang Netze fJickender armer Fischer und wölben sich die blauen Fluten unserer Adria über das Grab einer versunkenen Größe, als beachtenswertes Menetekel, daß auf dieser Welt der Allmacht Gottes nicht zu hoch, nichts zu berühmt ist. Grado wurde erst im Verlaufe der letzten Jahre durch die in seinem See-Hospize erzielten Heilerfolge wieder aus der Vergessenheit hervorgezogen und geht als Seebad einer schönen Zukunft entgegen. Den Aufschwung, den dasselbe nimmt und noch nehmen wird, läßt sich am besten dadurch ausdrücken, daß im Monate Juli des Jahres 1907 bereits 1400 mehr Kurgäste anwesend waren, als zu gleicher Zeit des Vorjahres. Wer' zur Hochsaison nicht genug vorsichtig ist, sich eine Unterkunft zu sichern, dem kann es leicht geschehen, daß er bei der gegenwärtigen Überfüllung aller vertnietbaren Käume, eine Unterkunft nur schwer oder gar nicht findet. Die zahlreich verbauten Häuser reichen noch lange nicht für den steigenden Zuspruch. Und Grado verdient diesen Zuspruch in reichem Maße. Gibt es doch nicht ein Seebad, welches vermöge seiner heilkräftigen Bäder solche Erfolge aufzuweisen hat wie dieses. Doch auch Gesunde suchen Grado gerne auf, um in 2—3 wöchentlichen Gebrauche von Licht-, Luft- und Seebädern ihren Körper für die Wintermonate zu stählen. Einen erfreulichen Anblick bieten die vorläufig allerdings nur in bescheidenem Maße bewirkten Assanierungsarbeiten, wie gepflegte Straßen, mit Rändsteinen begrenzte Gehwege, die Anlage von Bau m grup p en, Welche einen zukünftigen schattigen Park vorahnen laßen, sowie die Anpflanzungen von Bäumen zu Seiten der Gehwege. Auch die alten aus dem VIIL Jahrhundert stammenden Reste einer Basilika sind anmutig von Rasenplätzen umgrenzt worden. Auch ein Teil der Kanalisation ist bereits bewirkt und elektrisches Licht in reicher Fülle erhellt die Straßen bis in die späte Nacht. Wenn jedoch Grade, welches alles für sich hat, ein Weltbad erster Ordnung zu werden, dies erreichen will, dann darf es auf dem begonnenen Wege nicht inne halten, ja es muß, namentlich was die Assanierung der Stadt wie auch des Bades anbelangt, sogar ein rascheres Tempo anschlagen, diese Assanierungen zu bewirken. Ganz unzuläßig ist die heutige Badeanlage. So mancher Gast wartet 1 bis 2 Stunden, bevor eine Kammer frei wird, was das Badevergnügen durch den hervorgegangenen Ärger als sehr zweifelhaft erscheinen läßt. Ein anderer, vielleich der größte Übelstand ist der, daß nach wie vor die Abfallstoffe der Stadt, sowie die Fäkalien einfach ins Meer geschüttet werden und die Luft, namentlich in den Abendsstunden, in der Nähe des Wellenbrechers förmlich verpesten. Derselbe ist ein gerne aufgesuchter Spaziergang, welcher aber jedermann um diese Zeit gründlich verleidet wird, umsomehr, als sich noch immer Alt und Jung der Einwohner in dieser Gegend Erleichterung verschaffen. Ganz großartige Projekte für die Assanierung waren geplant, aber nur wenige wurde geschaffen. — Man spreche nicht von der Unzulänglichkeit der Mittel. Einer Stadt mit solchen Einkünften müßen diese Mittel zur Verfügung stehen, nur darf man eine Anleihe nicht scheuen und nur aus den jeweiligen Einkünften und nur mit diesen allein nach und nach die so notwendigen Assanierungen erst schaffen wollen. Es klingt auch beinahe unglaublich, daß in einem Badeort wie Grado das projektierte Spital bis heute noch nicht erbaut ist. Und soll unser Bad seinen guten Ruf nicht verlieren, dann ist es hoch an der Zeit mit aller Energie ans Werk zu gehen und namentlich die tote Saison,, in welcher ja nur allein gebaut werden kann, nicht unaasgenützt vorübergehen zu lassen. Möge Grado die richtigen Männer finden, welche zielbewußt die Aufgabe .erfassen, Grado einer schönen Zukunft entgegenzuführen, vor Allem aber dieses Seebad auf die Höhe hygienischer Vollkommenheit zu bringen. Was aber ganz besonders Grado den Stempel eines Seebades aufdrückt, ist Folgendes: Vergleichen wir den Weltkurort Norderney, die Ostsee überhaupt, mit Grado, da ergibt sich folgender Unterschied : In Norderney sind die Stürme sehr häufig, und ist es mitunter tagelang ausgeschlossen, ein erfrischendes Bad zu nehmen, während Grado durch den öfters auftretenden leichten und erfrischenden Nordwestwind einen vorwiegend sanften Wellenschlag aufzuweisen hat, Weiters besitzt es einen Strand, der dem so vielgepriesenen Lido in keiner Beziehung nachsteht. Weit über 3 km läuft's und ist eine Breite von mindestens 100 m zu verzeicljnen. Letzteres bietet den besonderen Vorteil, daß man die kleinsten Kinder beinahe ohne Aufsicht zurücklassen kann. Wenngleich, wie ja bereits erwähnt wurde, die derzeit in Grado bestehenden Hotels, Pensionen und Privatwohnungen für den enormen Andrang in der Bade-Saison nicht ausreichen und es daher höchste Zeit wäre, durch weitere Erbauung im großen Stile angelegter Hotels dem genannten Übelstande zu steuern, bleibe nicht unerwähnt^ daiä Grado bereits eine Anzahl recht stattlicher Bauten aufzuweisen hat. In erster Linie wäre da das Grand-Hotel Fonzari, ein wahrer Monumentalbau hervorzuheben, Besitzer desselben ist Herr Thomas Fonzari, k. k, Hechnungstat d. R., ein Mann, der sich um die Hebung des JCurories Grado hohe Verdienste erworben hat. Dasselbe verfügt über 100 mit allem Komfort ausgestattete Zimmer und besitzt nebst einer Badeanstalt für warme Si^ebäder auch noch einen eleganten Kursalon, der jedem Weltkurorte zur Zierde gereichen würde. — Ihm reihen sich in würdiger Form zuerst die FamilienPension »Fortino« mit ihrer Dependance sAlte Schulet, welche in wunderbarer Lage mit freiestem Bücke auf die See nach allen Seiten hinaus, in großen Dimensionen an der Stelle des ehemaligen kleinen Forts erbaut wurde und nach Wiener Art von deren Besitzerin Frau Emma Auchentaler geleitet wird und die sich bereits internationalen Rufes erfreuende Kuranstalt >alla Salute« an. Eine Zierde Grados bilden ferner die am Strande gelegenen 5 Villen des Friauler Gutsbesitzer Baron Bianchl, die hinter denselben gelegene neue Villa der zu den Pionieren dieses Kurortes gehörenden Bruder Marchesini, welche zugleich Besitzer des im besten Renommee stehenden Hotels »Zur Postc sind, das sich recht vornehm repräsentierende Hotel Lido und schließlich die heuer mit großen Kostenaufwand renovierten, resp. vergrößerten Hotels Metropole und Warner. Heuer fand in Grado in der Kuranstallt »Alla Salute« des Dr. O r a n s 2 ein Wohltätigkeitsfest zu Gunsten des Vereines »Kaiser Franz Josef-Seehospiz« statt, das einen glänzenden Verlauf nahm und großen materiellen Erfolg hatte. Während des Soupers konzertierte eine Militärkapelle und um 9 Uhr begann das durchwegs von Kurgästen besorgte Varietd-Programm. Fräulein Mizzi Wittels trug mit erstaunlicher Geschicklichkeit ihren schwierigen Klavierpart vor und machte ihrem Meister Leschetitzky alle Ehre. Frau Ingenieur Emma Ungar aus Graz sang eine Arie der Santuzza, die zu begeistertem Beifall hinriß. Sie sang als Zugabe das Zauberhed von Mayer-Hel-mund. Fräulein Ranner aus Sumatra, die sich ebenfalls in den Dienst der Wohltätigkeit gestellt hat, entzückte durch den Vortrag moderner Dichtungen, die' sie mit weichem, modulationsfähigem Organ rezitierte. Die Herren Werner, Friedmann und Nandy Böne, letzterer ein Opernschüler Professors Iffert in Wien, erfreuten die dankbaren Zuhörer mit diversen Opern-Arien und Liedern, während Schriftsteller Robert Krenn aus Wien nach dem Vortrage selbstverfaßter heiterer Dichtun- gen rait einem Gelegenheitsgedichte über Grado, in welchem er Grade und das J^eben daselbst in würzig harmloser Weise kritisierte, lebhaften Beifall fand. Nicht zu vergessen wären noch Herr Weiß als Cake-Walk-Tänzer, Herr Lunzer als Conferencier und Heir Gutt-mann, der in liebenswürdiger Weise die Klavierbegleitung übernommen hatte. Zum Schlüsse wurde bei Lampionbeleuchtung getanzt. Viele Kurgäste verließen erst beim Morgengrauen den Festplätz, um vom Tanzsaal aus direkt in den Fluten der Adria Kühlung zu suchen. Um das Arrangement des Festes hatten sich Frau Dr. Ocansz sowie Zahnarzt Dr. Helfer große Verdienste erworben. General-Anzeiger der Kur- Etablissements, empfehlenswerten Hotels, Pensionen, Restaurants u. Caf^s an der österr. Riviera Führer durch die Geschäftswelt in den Kurorten und Städten an der österr» Riviera Klimat. Wintersiation und /p c:^^ Seebad RBBRZIR Istrien-Österreich 12 Stunden Eilzug von Wien und Budapest. Saison durch das ganze Prachtvolle, windgeschüizte Lage am Meere. Grosse Lorbeerwälder, Rusge-breiiele Parkanlagen mit subtropischer Vegetation. Kalte und warme Seebäder. kohlensaure und elektrische Bäder^ hydropatischeRnstaltj Massage, medico-mecfianisches Zander-Institutj Milch-, Kephir- und Traubenkuren. 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Drei Jahren nach dem Ausstellungs- tage der Polizze: a) Die unbedingte Unanfechtbarkeit der Versicherung, ausgeschlossen Fälle von falschen Angaben in arglistiger Absicht. b) Die Pflicht der Gesellschaft, die volle versicherte Summe zu bezahlen, wenn der Versicherte infolge Selbstmordes oder Selbstmordversuches stirbt. c) Das Recht des Versicherten, Vorschüsse gegen jährliche Zinsen zu beheben. Die Gesellschaft übernimmt: Lebens-, Feuer-, Transport- und Einbruchdiebstahlversicherungen. Aktienkapital Einlagen ca, K lO.OOO.OOO'— M^fti® K 85,000,000 — ZENTRALBANK DER BÖHMISCHEN SPARCASSEN = FILIALE IN TRIEST. PIAZZA DEL PONTEROSSO 3. DEPESCHEN: „SPOEOBAHKA". TELEFOH ZENTRALE: PRAG i FILIALEN: BRÜNN, LEMBERG, WIEN, TRIEST. ZENTRALE VON GELDINSTITUTEN DER GANZEN MONARCHIE. Alle bankgeschäftUchen Transaktionen im Rahmen der Statuten; EINLAGEN AUF BÜCHEL.- Zinsen werden vom tage der Einlage bis zum Tage der Behebung gerechnet. — Rentensteuer zahlt die Bank selbst, — Die Einlagsbüchel werden in deutscher, böhmischer, slo-venischer, kroatisch-ser bisch er und itahenischer Sprache ausgegeben, EINLAGEN GEGEN KASSASCHEINE. — PRAEMIENEINLAGEN. — EINLAGEN IN LAUFENDER RECHNUNG. — GIROKONTI (Disponieren persönlich — brieflich — mittels Cheques), — WECHSELESKOMPTE nur von Geldinstituten. — INKASSO von Wechseln, — Anweisungen, — Cheques. — AKZEPTEINHOLUNQ. — AUFBEWAHRUNG und VERWALTUNG von Effekten. ^ BELEHNUNG VON WERTPAPIEREN (Lombard). ANSCHAFFUNGEN in der Monarchie sowie in ganzer Welt, speziell in Amerika, Frankreich, Deutschland, England, Russland etc, — KREDITBRIEFE, — RATSCHLÄGE über vorteilhafte Kapitalsanlagen. — DARLEHEN an Länder, Bezirke, Gemeinden. — KONVERSION von hypothekarischen Darlehen. — FINANZIERUNG von öffentlichen Bauten. EMISSION von eigenen 40/0 Bankschuldverschreibungen mit Puppilar-Sicherheit, — Befreit von Rentensteuer und allen Gebühren. — Geeignet zur fruchtbringenden Anlegung von STIFTUNGS-, WAISEN-, FIDEIKOMMISS- und DEPOSITEN-GELDERN — sowie für GESCHÄFTS-, DIENSTKAUTIONEN und HEIRATSKAUTIONEN IM 'K. u, K, HEERE. WECHSELSTUBE, Piazza del Ponterosso 3. Kauf und Verkauf von Wertpapieren, — Einlösung von Kupons und verlosten Effekten, — Vinkulierung und Devinkulierung. — Versicherung gegen Kursverlust, — Börsenaufträge für in- sowie ausländische Börsen, — Kaufund Verkauf von VALUTEN und DEVISEN, speziell; AMERIK, DOLLARS — ITAL LIRE — VAGLIEN zu kulantesten Kursen, — Separate, ABTEILUNG FÜR VADIEN UND KAUTIONEN. Nähere Auskünfte erteilt bereitwilligst DIE DIREKTION. Ehrendiplom iL gold, Mediülle der Wieit«r intenx, Koctilcniist-Ansatellung Ebveadiplom ti< gold. Medaille der Pariser Cul. Auastellung Ehmikrenz von F.Volpicb - Triest k, u. k. 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Eigene Jagd und Fischereil Auskünfte erteilt und Prospekte versendet Herr M. S. CosuHch in Triest, die Verwaltung der Villen „Cidamina" und „La Favorita", sowie die Redaction des Almanach der Österr. Riviera, dzt. Volosca-Abbazia. Österreichischer Lloyd Triest Zentralbureau; Triest, Lloyd-Gebäude. Telegrammadresse: Lloyd, Triest. Telegrammadresse in Passage-Angelegenheiten: Llöydpas, Triest. Auskünfte erteilen u, Anmeldungen nehmen entgegen: Das Passagierbureau in Triest. Die Generalagentur (Passagierbureau) in Wien I, Kärntnerring 6. Die Qeneraiagentur in Berlin, Unter den Linden 47. Die Generalagentur in Prag, Wenzelsplatz 67. sowie alle übrigen Agenturen des Östeireichischen Lloyd, mM: ^ÜÖS^IS iSf^Hl^^lfl Die Dampfschiffahrts - Aktien - Gesellschaft „Dalmatia", in Triest. Sie wurde durch Fusionierung der Schiffahrts-Unternehmungen: Pius Negri & Komp. in Sebenico, Fratelli Rismondo in Makarska, Serafino Topic & Komp. in Lissa und der Navigazione a vapore Zaratina in Zara im J. 1908 gegründet und besorgt, da der österr. Lloyd nur die beiden Eillinien Triest-Gravosa und Triest-Cattaro beibehielt, lt. Vertrag mit der k. k. Regierung den ganzen Verkehr von Triest mit Dalmatien und in Dalmatien selbst, Ihre Bestrebungen sind auch dahin gerichtet, jene Punkte Dal-matiens, welche bisher von einem Fremdenverkehr fast gänzlich ausgeschlossen blieben, für diesen zu erschllessen. So hat z. B. die Dalmatia durch Errichtung einer Linie S eb e n i c o - S c a rd o n a - C a s c at a del Krka (Krka Wasserfall) dieses bisher fast unbekannt gebliebene Naturwunder dem grossen Publikum augänglicher gemacht; durch eine mehrmal wöchentlich eingeführte Verbindung Spalatos mit der Insel Lissa hat man jedoch nun auch Gelegenheit die seinerzeit von Baron Ransonett entdeckte blaue Grotte auf dem Inselchen Busi zu besuchen. Die Verbindung Zara-Arbe führt wieder nach der in der letzten Zeit so viel genannten und durch ihre klimatischen Vorzüge so rasch berühmt gewordenen Insel Arbe, wo bekanntlich ein Sanatorium erbaut und auch ein Erholungsheim für die Beamten der Stadt Wien errichtet wird, Die bedeutendsten Linien dieser Schiffarts-Gesellschaft sind; Triest — Curzola, jeden Sonntag 8 Uhr früh; Ankunft in Curzola Dienstag 12 Uhr 15 Min. N. M. Curzola — Triest, jeden Dienstag 2 Uhr 30 Min. N, M.; Ankunft in Triest Freitag 7 Uhr 15 Min. Früh Triest — Metkovich A, jeden Montag 5 Uhr N. M.; Ankunft in Metkovich Mittwoch 4 Uhr 30 Min. N. M. Metkovich — Triest A, jeden Dienstag 8 Uhr 30 Min. Früh; Ankunft in Triest Mittwoch 11 U^r nachts. Triest — Metkovich B, jeden Mittwoch 12 Uhr mittags; Ankunft in Metkovich Freitag 4 Uhr 45 Min. nachts. Metkovich — Triest B, jeden Sonntag 8 Uhr 30 Min. Früh ; Ankunft in Triest Dienstag 7 Uhr 15 Min. abends. Triest — MeÜcovich C, jeden Samstag 5 Uhr Früh; Ankunft in Metkovich Montag 6 Uhr 45 Min. Früh. Metkovich — Triest C, jeden Donnerstag 3 Uhr N. M-; Ankunft in Triest Samstag 6 Uhr 30 Min. Früh. Triest — Spalato, jeden Samstag 4 Uhr 30 Min. nachts; Ankunft in Spalato Montag 6 Uhr 15 Min. abends. Spalato — Triest, jeden Dienstag 5 Uhr Früh; Ankunft in Triest Donnerstag 5 Uhr N. M. Dies die Hauptlinien, Weiters vermittelt die »Dalmatia« den Verkehr zwischen Spalato und Comisa auf der Insel Lissa mit Beiilhrung der Häfen S. Pietro Milna, Cittavecchia, Lesina und Lissa^ zwischen Zara und Objovazzo, Zara-Arbe, 2ara-Sebenico, Uibo-Zara, Sale-Zara Pakostane-Zara, den bereits genannten Verkehr zwischen Sehe nie o-S card o na und den Krka-WasserfäUen, weiters zwischen Sebenico - Zurl, Scardona - Sebenico. Zlosela-Sebenico, Rogoznica-Sebenico und Selve-Zara. Detaillierte Fahrpläne versendet gratis und franko die Direktion der Dampfschiffarts-Gesdlsehaft »Dalmatia« ili Triest und die Redaktion desr Almanach der öest. Riviera dzt. Volosca-Abbaria. Prämiirtes Etablissement für den Bau von Fortepianos (Internationale Ausstellung in Mailand 1906. Grosse goldene Medaille). L Magrini & Sohn — Triest^ via 5* Qiovanni Mr. 14, ..... Telefon 13 - 54 Eigene Filialen und Repräsentanzen in Graz, Götz, Pola, Flume, Spalato- Fabrikation von Pianinos und Pianos der vollendetsten Konstruktion. Fortepianos der besten in- und ausländischen Fabriken. General - Repräsentanz der k. u. k. Hoffabriken L. Bösendorfer und Fr. 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Oaizigna; Castelnoovo dl C.: Uroš Lombardič; Cattaro: Emilio Lucovlcti; Curzola: Ivan Foretič ; Oravosa: Natale Banaz: Leslna; Feiice Baylon; Lissa; Guido Rocchl; Lusslnplccolot Antonio S. Cattarinich; Uussingrande: Giovanni Abram; Metkovii: Brača Mrčič; Scutari (Albanien); Steph^ Zurani; Pola: G. ved. Benussi iS O. Mandruizatto; Ragusa; Natale Banaz; Sebenito: Marko Stojid; Spalato: Giuseppe Duplancich; Trlest: Eugenio Maule (Riva Pescalorl): Zara: Eiigenlo Giacasa; Z«ngg; Ivana Krajacza sinovi und bel allen übrigen Agenturen in den Anlegeplätzen; welters im In- und Auslande: in Wien: bei Thos. Cook & Son (I. Stephansplatz 2); Internationales Reisebureau Schenkers & Co. (i, Schottering 3 & I. Kohlmarkt 1); Reisebureau „Courier" von Nagel & Wortmann (1* Operngasse 6); FahrkartensCadtbureau der k, ung. Siaatsbahnen (1. Kärtnerring 9); in Budapest: Fahrfcarten-Centralbureau der k, ung. Staatsbahnen (I. Vigad6-ter); Ungarische Reise-Unternehmung A.-G. (VII. Erzsibet-kÖrüt 12 & IV. Eskü-üt 3); Filiale der Hungaria-Germania Verkehrs-QeseilschaH (Regi P6sta ä. 1). in Agratn: beim Bank- und Wechseihaus Kronfeld & Co.; In Prag: beim Internationalen Reisebureau Schenker Ä Co, (Hybernei^asse 13); in Berlin: beim Reisebureau der Hamburg-A merica Linie (U. d. Linden 8); Hungarla-Germa-nia Verkehrs-Gesellschaft (Friedrichslrasse 73); in Breslau t bei Capt Alex, von Kloch (Schweidnitzer-Stadtgraben 13); in Oöteboi^; bei Nordisk Reisebureau; in Hamburg: im Reisebureau der Hambui^-Amerika Linie (jungferstieg 27 28); in München: im Bayerischen Reisebureau Schenker äder. 5alson vom 1. Mai bis Enten Grotte. Das einzige Hotel mit Telefon-Verbindung (Bhf. Hotel). Durchgänzl. Ren. in aO. T., i. d. Restaurat. u. im Cafe bin ich in der Lage, meinen p. t, Gästen den Aüfenthalt so angenetira als möglich zu machen. Vorzügliche Küche Getränke bei billigsten Preisen. Prompte Bedienung. Grosser schatiger Garten, für Sommerfrischler besondere empfohlen. Omnibus bei allen Zügen, Fl. 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