LmbacherOMtlmg. Nr. 120. Prän» ,,ic rations Preis: Im Comvtoir ssaozj. si. il, Y^Idj. N. 5.5>U. ssür dic ^»stcttunn ins Haut« l>albj. 1,0 lr. Mit der Post „anzj. fl. 15,, l'albj. sl. 7.5.0. Samstag, 4. Juni Inscrtionegcbühr bi« lUZeilen: imaloolr., llm.80lr., Um. I sl.; sonst pr. Zeile Im. ü ll., l!m.»lr.. üm. il» lr. u. s. w. Inscrtionsstcmpel jebesm. 3«lr. 1870. UM Der Pfinststfeiertage wegen er scheint die nächste Nummer am Dienstag. Nichtamtlicher Theil. Reform des Hcimals- und Armrnrtchlcs. ^ Dcr Reichstag dcs norddeutschen Bnndcs beschäftigt sich zur Zeit mit einem dcr wichtigsten und zugleich schwierigsten Gegenstände des öffentlichen Rechtes, mit dcr Verpflichtung des Staates und dcr Communen zur Unterstützung verarmter und hilfloser Staatsangehöriger. Die preußische „Prooinzial-Eorrcspondcnz" spricht sich über das Wesen dieser Fra^c und dcu Gang dcr Verhandlung übcr dieselbe in nachstehender Wcisc aus: Das Heimats- und Armenrccht muß im Zusammenhange mit den neuen Einrichtungen des Bundes eine anderweitige und gemeinsame Regelung erfahren. Die Buudcsvcr-fassung hat für den ganzen Umfang des Bundesgebietes ein gemeinsames Indigenat (einc gemeinsame Staatsangehörigkeit) geschaffen, mit dcr Wirkung, daß dcr Angehörige eines jeden einzelnen Staates im Bunde in jedem anderen Bundcsstaate als Inländer zu behandeln und demgemäß zum festen Wohnsitze, zum Gewerbebetriebe, zu öffentlichen Aemtern, zur Erwerbung von Grundstücken, zur Erlangung des Staatsbl'lrgerrcchtes und zum Genusse aller sonstigen bürgerlichen Rechte ganz ebenso wie der Einheimische zugelassen werden muß. Diese gemeinsame Staatsangehörigkeit im Bunde hat in der Zeit seit dcr Errichtung dcr Bundesverfassung noch einc bedeutend weitere Entwickelung erhalten durch die Gesetze über die Freizügigkeit und übcr die Anfhcbung dcr polizeilichen Beschränkungen dcr Eheschließung, so wie durch die gemeinsame Gewerbeordnung für dcn norddeutschen Bund. Nachdem alier daS Gesetz über die Freizügigkeit den norddeutschen BundcSangehörigcn ein allseitig gleichmäßiges Recht auf Niederlassung, dic Gewerbeordnung ebenso die volle Befugniß zur Begründung des Gewerbebetriebes gcwährt hatten, war es unerläßlich, daß auch die Bestimmungen der einzelnen Laudesgcsctzgcbungcu übcr dcu Erwerb und Verlust des Hcimatsrcchtes und die damit zusammcnhäugcndc Verpflichtung zur Armenpflege durch ein Bundcsgcsetz cinc übereinstimmende und gleichmäßige Regelung finden. Die Bundesverfassung hatte zunächst zwar bestimmt, daß die bestehenden Vorschriften über die Armenvcrsorgung und die Aufnahme in den einzelnen Gcmeindcocrband durch jenen allgemeinen Grundsatz in Betreff des gemeinsamen Indigc-nats nicht ohne Weiteres berührt werden sollten; doch wurde« der Beaufsichtigung und dcr weiteren Gesetzgebung des Bundes ausdrücklich auch die Bestimmungen * Nus der ttslrn'cichijclicn „Zeitschrift filr Verwaltung," Fmissl'loll. Ans Vrn.,. Wahlhaftig, unscr Planet schciut i» eine schiefe Stellung zum Sonnensystem gerathen zn sein, cs gibl !a leinen Frühling mehr, beinahe ohne Übergang folgt der Sommer der lallen Jahreszeit und dic landlanfiue RedcnSlllt vom wunderschönen Monat Mai, wcnigstcus in dem Sinne, wie sie die Dichlcr aufgefaßt wissen Wollcn, muß allen ElüstcS inS Reich dcr Mythen und Ammcnluürchcn verwiesen werdcn. Diese Bemeilnng Zeichnet sich nun zwar gewiß nicht durch lnsoudcrc Neu heit aus, aber doch ist sie, zumal hcucr, in aller Muudc; ledcs Gespräch wird damil ciöfflicl. jeder Schnupfen "nd j,dc Migraiuc, die man zu bebaue, u vcrpflichlct lst, dadurch r> klärt, uud so niüß ma» denn wohl dcuui, glaudcn. Mai'chc Leute begnügen sich sogar nicht mehr damit, sondern bringn diese nutcorologischc Elschcinuug yeradczu mit den Eultnrzuständcn des müllercu Euio-^'s in Verbindung und mcincn: Wir schcn in ulkn ^^ielcn des Lebens die Gegensätze unvermittelt a» ein-""dcr pialicn, dcr Rcichll,um stcht ucbcn dcr Aimutl,, °lc ,u!tzic)slc Weisheit uebcn der Dummheit, wir haben ^'"c Jugend mehr, unsere Kinder sind mil zehn Iahic» A°u mit mchr E> fahrung ausgciüslct, als cs uuscic -uc>lfahrcn mit vierzig waren, aUcs schicilct mit Dampf» Ncschwindiglcit voiwärts, warum svlllcu da dic Jahres- übcr Freizügigkeit, übcr Heimats' und Nicderlassungs-vcrhälluissc u. s. w. vorbchalteu. Dcr Wunsch nach cincm gemeinsamen Hcimatsrccht ist im Zusammenhange mit dcu erwähnten Gesetzen sowohl im Reichstage, wic im VulldcSrathe von vornherein entschieden zur Geltung gelangt; nur dic Schwierigkeiten dcS Gegenstandes und dic erheblichen Meinungsverschiedenheiten, welche dabei zunächst innerhalb der verbündeten Rcgicrungcn zu überwinden waren, haben die Lösung der Aufgabe bisher verzögert. In dcr gegenwärtigen Session ist dcm Reichstage einerseits ein Gesetzentwurf über Erwerbung und Verlust der Staatsangehörigkeit im Buudc, andererseits cin Entwurf übcr den Untcrstützungswohnsitz vorgelegt worden. Die Frage in Bctrcff des Unlcrstützungswohn-sitzes bildet eine der schwierigsten Aufgaben, deren Lösung dcr Bundcsgesctzgebung bisher zugefallen ist; es gibt kaum cin anderes Gebiet, auf welchem die Verschiedenheit in den einzelnen deutschen Staaten so groß wäre, wie in Betreff des Heimats- nnd Armcnrcchtcs, so daß die Herstellung völliger Rcchtscinhcit in dieser Beziehung nicht ohne tief eingreifende Veränderungen möglich ist. Die Armcngesetze in dcn BuubcSstaatcn scheiden sich nach zwei grundsätzlich verschiedenen Richtuugen. Die bisherige preußische Armengcsctzung. wie sie in den bis !8tt(i zur preußischen Monarchie gehörigen Landestheilen (auf Grund dcr Gesetze von 1l>42 und 1855) besteht, beruhet auf dcm Grundsätze dcr Freizügigkeit, nach welchem dcr Einzelne nicht für immer an einen und denselben HcimatSort gebunden ist. sondern einen Unter« stützungswohnsitz durch den Ablauf einer bestimmten Zeit erwerben kann, nämlich entweder durch dcn unter ausdrücklicher uud förmlicher Anmeldung begründeten und cin Jahr lang fortgesetzten Wohnsitz oder durch dreijährigen bloßen Aufenthalt nach erlangter Groß» jähriglcit. Eine Geburlshcimat findet nur für die Kinder an dem UntelslntzunnawohnsiKe dcs Vaters bis nach erlangter Großjährialeit statt. Der Verlust des UnlcrslützungswohnsitzcS tritt ein durch drcijähriac Abwesenheit a»S dcr Gemeinde, außer wenn die Abwcscn heil durch blos vorübergehende Verhältnisse veranlaßt worden ist. Die Vcrftflichtnng zur Armenpflege ruhl auf dcu Orlsarmcnverbänden; die Fürsorge für solche Vcrnrmtc. welche leinen Untcrslützungswohnsitz haben, liegt den Landarmcnvcrbändcn ob. ______ (Schluß folg!.) Politisäie Uebersicht. Laibach, 3 Juni. Der Wahlaufruf bcS verfassungstreuen Wahlcomit6 in Brnnn ist erschienen und gipfelt in folgenden Sätzen: „Wir halten an dcr Dcccmber°Vcrfassung fest und tönneu deren Abänderung nur aus legalem Wege zuzeiten ihren allen langsamen Gang beibehalten? Wir bcfiudcn uns wohl dabci. Nun, auch wir habcn scit einige" Woche» dcn Zommer bei unS einziehen gesehen und wir beeilten uns, ihn will kommen zu hcißcn. Die Tage sind laug und überall wciß man daS zu schätzen, die Neubauten scheinen nur uns der Eldc hcrvorzuwcichscu, dcr Hammer und die Art klingt, dic Fuhrwerke rasseln, und AUc, dic nichts Wichtigeres z»i thun habcn, gchcn spazieren. Giaz Hut leine» Maugcl an Promenaden, auf der Ringstraße, auf dcm Weg zum Hllmnteichc, >u dcu veischicocnen Gärten, überall findet mai, Schaarcn von Spa^eraän-gern, schnulbärtige altc Hci,cn nnd reizende B^ckfisch-chcn, stiickcndc Damen un'd wohlgcuährlc Möpse. Aber daS regste Lebe» herrscht cnif del HaiU'tpiomcnade dcr Stadt, dcm ehemaligen Glocis, daS i'un zum Stadt-park umgewandelt wiid. Da w^dcn AlumcnbosquctS uud Roscuroudells angelegt, kiansocischlungcnc Wcac gezogen uud mit reinlichem KirS bestieul, cine Unzahl von jungen Bäumchcn glpfl^nzt, die alten ehrwürdigen Allccn mil Hcclsn cingcsänml, kurz, dcr üeuc Stadtparl soll sein Vorbild, dcu von Wien, ü^cllrcfscn ul,d Graz wi,d stolz sein auf ihu. Jedenfalls wiid er cin hüdsches Stück Gc!d luslcn, aber t>as «Hut nichte«, dcr Foud ist ja aus freiwillige» Beittägcu cntslandcn, und wer weiß, ob sich, stcht einmal der Swdtuait in voller Herrlichkeit da, nicht dann auch ein Verein fmdct, dcr freiwillige Spenden sammelt, daS sttllcnwcisc clmas dcroutc Ztadlpsiüstcr mit ciinm nruc» zu ucitauschcn. Doch nichl »ur in dcr Stadt uud ihrcl nächslln lassen. Wir verwerfen eine dem Zerfalle zutreibende söderalistislische Gestaltung des Staates, insbesondere aber eiu sogenanntes Staatsrecht der böhmischen Krone und einen böhmischen Gcncrallandtag, indem wir an der provinziellen Selbständigkeit der Marlgrafichaft Mähren im unmittclbarcn österreichischen Reichsvcrbanoe unverbrüchlich festhalten. Wir können nur folchen verfassungsmäßigen Aenderungen der Decemberverfassuna zustimmen, welche, vom Geiste freiheitlicher Entwicklung getragen, die Gleichberechtigung beider Nationalitäten Mährens zu wahren und die parlamentarische Reichsvertretung sicherzustellen geeignet sind. Als einc solche Abänderung der Neichsvcrfassung müssen wir nach dcn Principien deS Frcihcitsstaalcs und nach den Erfahrungen der letzten Jahre insbefondere die Loslösuna. der Reichsverlretung von dcr Wahl durch die Landtage betrachten, welche mittelst Einführung dirccter Wahlen für den ReichSrath angestrebt werden soll. Wir betrachten endlich als unab-wcisliche Pflicht der Abgeordneten die entschiedene und entschlossene Förderung der freiheitlichen und Cultur-Interessen und dcS materiellen Wohlstandes durch Fortentwicklung der confessionellen Gesetze, durch Ausbildung dcs Schul- uud CommunicationSwescnS, durch Herab» Minderung des Hecresaufwandes und durch zweckmäßige Steuerreform." In Mährisch-Neu st adt fand die auch vom Landvollc zahlreich besuchte constituirendc Versammlung dcs deutsch-polit'schen Vereins statt. Von allen Seiten sprach man sich sur die Selbständigkeit Mährens aus. Namentlich wurde in einer Rede der Passus: ..Nicht das slavische Voll im ^ande, nein. die feudal-clericale Elique ist der Feind unserer Verfassung, das slavische Volt wird nur von jener zu ihren Zwecken benutzt," mit stürmischem Jubel aufgeuommen. In einer Versammlung mährischer Dccla-ranten wurden für Beschickung deS Landtages Stimmen laut, dic jedoch Pater Wurm aus Olmüh im Namen seines ErzbischofS durch die Drohung mit dem fluche dcr Kirche zum Schweifen zu bringen suchte. Wie iilirigenS dic ..Ncuc Feil" auS Olmüh meldet, beabsich' tiyen mehrere deutsche und slavische Gemeinden demnächst eine Volksversammlung zwischen Boniowiz und Giebau einzuberufen, in welcher die Wiederherstellung eines freundlichen Einvernehmens zwischen den Deutschen und Slaven an der Sprachgrenze angebahnt werden soll. Die Land lagsw ahlen in Böhmen sind auf den 4. und 8. Juli ausaeschricbcn. In einem Artikel über die bevorstehenden Wahlen erklären ..Narodni Visty" die Gegnrr der nationalen Opposition als „Lantxsver-riithcr" und drohen den Großgrundbesitzern, die Nation wetdc bei dem Entschcidungslampfe einen Landesverrat!) von ihrer Seite nicht dulden. Dic altczechischen Blätter erörtern die V i-tuation in Eroalicu und sauen: Die Unaarn dür< sen sich nicht wundern, wenn die Ezcchen mit Denjenigen Umgebung gehl man spazieren, man macht auch weitere AnSflügc. Nnd die ersten, die heuer den Impuls zu giößcrcn Partien gaben, daS waren die Sänger, daS lustige Völkchen. Im winleilichrn Eonecitsaal hatten sie so manchesmal von dcs Wandcrus Lust, vom aliinen Wald gesungen, nun versuchten sie'S mit der Profis, und cS gelang ganz vortrefflich De»- Münnelseinstellen eine sehr gelungene, so k^m dieses Epiihlt dem soimtässigrn Aueflul,ll bei Iudcndorf. Der Name dkseS G«r-gc^ ma^ wohl duhcr nlhicn, duß sich in längstvcrgan« ^enrn Heilen ^>»f seinem i'lalcau irgend ein heiliger Hain b.flindcn, im übrigen ist scin Eharallcr ziemlich münn» lich, abcr an diesem Tage trug er seinen Namm mit vollem Recht. Denn ein großer, wenn nicht der iiber-wicgendc Th.il dcr Fcsllhcilnchmer gehörte dem schhncn ^cschlechlc an. Unt. was w.r höchst rühmend hervor-hebcn müssen. d,c D^ncn gingen nicht nur mit sie sangen auch wackcr mit und die gemischten Chöre' die auf dcr Hochfläche dcs Berges, wo in eincm prächtigen 908 jenseits der Leitha Gruß und Handschlag wechseln, an die ein gemeinsames Interesse sie knüpft. Die magyari« schen Politlker werden die Czechen jetzt öfter auf ihren Spuren finden; auf ihrem Reviere werden wir uns zu thun machen. Andrassy'S Einfluß auf die cisleithanischen Verhältnisse hat Agram 50 Meilen näher ;u Prag gerückt, anderer Gebiete, wo die czechische Zunge auf ungarischem Boden klingt, nicht zu gedenken. Diese Nähe wird fühlbar werden. Die „Pester Correspondent theilt die Hauptpunkte de« nächstens erscheinenden Memorandums der äußersten Linken in Angelegenheit der Municipalreform m.it. (Wir haben die Grundzüge derselben seinerzeit mitge-theilt.) Die Partei nimmt den ministeriellen Entwurf auch nicht zur Grundlage der Specialdebattc an. In den einzelnen Punkten aber ist die Ansicht dieser Partei von jener der gemäßigten Linken vollkommen verschieden. Ein Theil der Partei wollte nämlich das Wahlrecht von der Kenntniß des Schreibens und Lesens mit dem Bedeuten abhängig machen, daß die bisherigen Wähler das Wahlrecht auch in Hinkunft behalten, und daß künftig in Militärschulen vorerst das Schreiben und Lesen gelehrt werde, damit jedermann Gelegenheit habe, sich beides anzueignen. Nachträglich wurde von dieser Bestimmung abgestanden. Das „Suffrage universel" jedoch verlangt die Partei nach wie vor, ferner die Wahl des Comitatsaus-schusses und der Comitatsbeamten nach Candidatcn; doch soll cs freistehen, auch Nichtcandidirtc zu wählen. Der Obcrgcspan soll die Regierung nur von den Vorkommnissen im Comitate unterrichten, aber weder eine Controle, noch die Oberaufsicht üben. DaS RcpräscntationSrccht der Comilate wird aufrechterhalten. Den StaatSrath wählt das Parlament. Der „Pester Lloyd" erklärt die Nachricht eines Wiener Blattes, der Reichsfinanzminister wolle die Verwaltung der fundirten Staatsschuld in das Ressort des gemeinsamen Finanzministeriums cinbeziehen, für erfunden. Vom Concil liegen wichtige Nachrichten über die Hallung Frankreichs vor. Es heißt, daß Duc de Gramont gleich nach der Uebernahme des Auswärtigen AmteS an den französischen Gesandten in Rom, Herrn v. Bannevillc, eine Depesche gerichtet hätte, die eine Art Desaveu der Politik Daru's gegenüber dem Eoncil gewesen wäre und Banneville auferlegt, in seinem Verkehr mit dem Vatican speciell von dem Memorandum Daru's ganz und gar abzugehen. Die..Agence Haoas" erklärt nun, offenbar im Auftrag der französischen Regierung, daß Gramont an den Gesandten in Rom keinerlei derartige Weisung gelangen ließ und daß die durch das Plebiscit gestärkte französische Regierung aus diesem Memorandum, falls ihre Rathschläge verkannt werden, allen Vortheil zu ziehen wissen werde. Bleibe der Vatican bei seiner bisherigen Haltung, so werde diese die Trennung der Kirche vom Staate in Frankreich und die Abberufung der französischen Truppen aus dem Kirchenstaate zur Folge haben. Auch der wohlunterrichtete römische Correspondent der „Allg. Ztg." bestätigt diese Nachrichten. Aus Florenz, 1. Juni, werden folgende Details über die zuletzt bei Como aufgetauchte Bande bekannt. Die Bande bestand beiläufig aus 50 Individuen, angeführt von einem gewissen Josef Nathan und führte eine rothe Fahne mit der Inschrift: „Gott und das Volk" mit sich. Oei ihrem Eintreffen in Cusino bemächtigte sie sich in der Caserne der Zollwüchter einiger Munition. Ein Zoll- Vuchenwalde, durch dessen Laublroncn die Sonnenstrahlen ^ar vergnüglich auf die bunten Fahnen, die Wein-und Bierfässer und das heitere Treiben herunterschössen, das Lager aufgeschlagen war — exccntirt wurden, die klangen da um gar vieles frischer und lebendiger, als zwischen vier Mauern im frierenden Wintermond. Ja, die Sänger, die Haben's gut, die brauchen keine Coulissen und keine Versetzstücke und keinen gewal-tigen Apparat, einige Notenhefte und etwas, womit die Kehle anzufeuchten, das nehmen sie mit, und das Pu-blicum ziekt mit ihnen, frisch, froh und frei. Das kann nun ein Thcaterdirector nicht thun, und darum ist für ihn der Sommer nicht immer der angenehmste Gast. Doch wollen wir darum nicht sogen, daß unsere Theater nicht besucht würden und der borwr v^cm in ihnen herlsckle. im Gegentheil, die schönen Abende thun unseren Musentempeln leinen allzu großen Schaden, sie sind meist gut besucht und es gibt auch jetzt manche Abende, an denen sie in allen Räumen ebenso gefüllt sind, wie sie nur in jener Periode, da man schon um vier Uhr Nachmittags die Lampe anzündet, gefüllt sein können. Ein solcher Abend für das Stadtlheater war jüngst jener, an dem eine WohlthätigteitSvorstellung stattfand. Das Programm bewährte seine Zugkraft, außer einem lustigen Stückchen stand noch ein neues Ballet und das Gedicht Coppets: „Der Strike der Sckmiede," das unlängst in Wien mit so bedeutendem Erfolge vorgetragen worden war, darauf. Vom Ballet laßt sich nicht viel sagen, die Dinger sehen einander so ziemlich alle gleich, zumal auf einer Provinzbühne; die Tünzermnen thaten ihr Möglichstes und das Publicum applaudlrte. Dagegen ist das Gedicht, dessen wir eben Wächter, welcher allein in der Caserne war, leistete energischen Niedcrstand, wurde zum Gefangenen gemacht, schließlich aber wieder freigelassen. Die Bande wurde hierauf von dem Zollwächter und Carabiniers verfolgt, schlug die Route nach Monte ein und ergriff in Cera die Flucht, nachdem sie diesen Ort von Truppen besetzt fand. Sie nahm nun die Richtung nach Collico, wo ein Zusammenstoß mit den Truppen stattfand und die Bande unter Zurüctlassung eines Gefangenen welcher bestätigte, daß bei der Bande sich einige nach den Vorfüllen von Pavia desertirte Untcrofficiere befanden, zersprengt wurde. Die Bevölkerung blieb vollständig ruhig. Die „Pr." schreibt: Zwischen der italienischen Regierung und der Schweizer Landesregierung sind diplomatische Mißhelligkeiten ausgebrochen. Das Cabinet von Florenz erhebt gegen die Schweiz den Vorwurf, die Ansammlung von Flüchtlingen und anderen subversiven Elementen im Canton Tessin geduldet zu haben und ihren Vorbereitungen zu einem Einfalle auf italienisches Gebiet mit Gleichgiltigkeit begegnet zu sein. Diesen Reclamationen ist gutem Vernehmen nach in einer nach Bern gerichteten Note Ausdruck gegeben. Da sich mittlerweile aber die eidgenössische Regierung beeilt hat, durch eine Reihe von ernsten Maßnahmen das Ver» säumte nachzuholen, dürfte wohl die italienische Regierung davon Abstand nehmen, ihrem Unmuthe durch Verwirklichung der angedrohten militärischen Besetzung der italienisch-schweizerischen Grenze freien Lauf zu lassen. Aus Genua, I. Juni, wird gemeldet: Gerücht-weise verlautet uon dem Auftauchen einer neuen Äandc in der Terra di lavoro. Es wurden mehrere Individuen verhaftet, die bei der Bande in Kalabrien betheiligt waren. Das Gerücht erhält sich, daß 25 griechische Briganten in Kalabrien gelandet seien. In der Mittwoch-Sitzung der Münchener Abgeordnetenkammer erklärte der Handclsministcr Schlör bei der Debatte über den Anschluß an die süddeutschen Bahnlinien, er habe mit der österreichischen Regierung keine Corrcspondcnz wegen weiterer Bahnanschlüsse gc pflogen, er habe auf Jahre hinaus keine Hoffnung anf einen solchen Anschlnß. Huttlcr lPatriotcupartci) erklärt hierauf, ein solcher Handclsministcr habe nicht das Vertrauen des Volkes und der Vertretung. Handclsministcr Schlör verlangt die Formulirung dieses Mißtrauensvotums, Mar-quardt Varth beantragt die Wiederaufnahme der bereits geschlossenen Debatte, um zu hören, ob das Mißtrauensvotum nicht blos uon Huttler, sondern von der Partei ausgehe, welcher Antrag mit 70 gegen 58 Stimmen abgelehnt wird. Der an Masern erkrankte Fürst Latour-o'Auvergnc befindet sich besser. Neuerdings verlautet von seiner Ernennung für Wien, so wie daß Prcuost-Paradol zum Gesandten in Washington ernannt werden soll. Mehrere in Washington eingctroffcue Telegramme melden, daß die im Westen der Union wohnenden Indianer einenFeldzug gegen die W e i ß c n begonnen haben. Große Massen Indianer lagern im Thalc des Salomon-FlusscS im westlichen Kansas. Eine 200 Mann starke Bande hat in demselben Staate die Paei-ficbahn überschritte». In Nebraska wurden die Eisenbahn-Arbeiter von Wilden überfallen und unter Verlusten an Menschenleben nach den Stationen zurückgedrängt. Im Westen Nebraska's haben Zusammenstöße zwischen Indianern und Soldaten stattgehabt, Die Rc-gierungsbeamten haben mit Müh? durch die Flucht ihr Leben gerettet. In diesen Regionen sind dieCheycnncs und Pawnees die leitenden Stämme. Unterstützt werden sie von den Arraphoes. In Minnesota und Dacola ist erwähnten und das von Director Hahn mit warmem Verständniß sehr wirksam vorgetragen wurde, weit be-mcrtenswerther. Es ist ein düsteres, aber ergreifendes Gemälde von gewaltiger Wirkung und nicht ohne poetische Tiefe, doch möchten wir cs für etwas zu specifisch französisch erklären, ein deutscher Dichter, würde er überhaupt sich an einen solchen Stoff gewagt haben, hätte ihn wohl anders behandelt. Der „Strike der Schmiede" war es übrigens nicht allein, der in den letzten Tagen Stoff zum Plaudern bot, auch ein anderer Strike, oder vielmehr, eine Versammlung, die dll^u führen sollte, machte von sich reden. Oas war die Versammlung der Fabriksarbeitcrinncn. in der sie ihre harte Lage, ihr leidensvolles Los ohne ohne Rückhalt zum Ausdrucke brachten und über die Mittel beriethen, wie dem abzuhelfen sei. Was da gesprochen wurde, das erinnerte an die so gruselig ausge-sponnenen Novellen und Romane emotionssüchtiger englischer Blaustrümpfe, es entrollte manch trauriges Bild von der Nomantik des Elends, auer es gab anch zu denken. Und so wenig Berechtigung man den Strikes der männlichen Arbeiter immer zugestehen möge, die deutschen Mädchen und Frauen sind noch nicht so eman-cipirt, wie die Engländerinnen und Amerikanerinnen, und wenn sie Meetings einzuberufen und zu besuchen beginnen, dann dürften ihre Klagen eines tiefer liegen» den Grundes wohl nicht entbehren. Doch habcn sich die Fabrilsbesitzcr ihrer weiblichen Heeresmacht angenommen und Abhilfe versprochen, und so dürfte denn auch dieser Strike zu einem befriedigenden Ende gelangen. die Situation noch viel ernster. Dort haben die Sioux mehrere Forts erstürmt und die Garnisonen gefa»gen-genommcn. General Sheridan hat 4000 Mann gesammelt und geht zum Angriff über. Die Zahl der Melt-lustigen Indianer in Dacota wird aus 8000 Mann geschätzt. Ein Königmacher. Mit der Majorität auch lediglich Einer Stimme soll der König umi Spanien gilüg gemahlt, soll ein neuer Thron errichtet, eine neue Dynastie gestiftet werden. Das ist die wesentlichste Bestimmung dcö Monarchenwahlge-sctzcs, welches in den Cortes zur Verlesung kam, und von diesen acceptirt werden dürfte. Man könnte aus die^ ser sonderbaren Bestimmung zum Schlüsse gelangen, daß die Spanier einen König für etwas ganz und gar Unwesentliches halten und die Wahl desselben in eine Kategorie etwa mit der Frage stellen, ob eine Sitzung geschlossen werden soll oder nicht, indessen zeigt der merkwürdige Entschluß dcS betreffenden Ausschusses der Cor-tes nicht allein von der Entwcrthung der Könige, sondern auch von dcr fabelhaften Noth der Madrider Regierung, einen Caudidatcn zn finden, welcher für sich eine etwas eclatantcrc Majorität erlangen könnte. Selbst Espartero, welcher noch die meisten Aussichten hat, seine altersschwachen Glieder in Purpur zu hüllen, verfügt über eine nur unansehnliche CortcSfraction. Aller Augen in und außerhalb Madrids sind deshalb mchr als je auf Prim gerichtet, in dessen Händen insofcrnc dcr Schlüssel zur Lösung dcr Frage liegt, als er die Armee in seiner Macht hat. Was thut nun Prim? Er eilt, sich Raths zu erholen bei seinem Vorbild und Meister, bei Napoleon III., und pilgert nach sciucm Delphi, in die Tui« lerien. Schun in dieser Woche soll Prim incognito in Paris eintreffen, um sich mit dem Kaiser und dem Herzog von Oramont zu besprechen. Dcr Pariser Corrcspon-dcnt der „Krcuzztg." stellt dicscn gchcimnißuollcn Äesuch deö Konigmcichcro schou für hcutc in Aussicht und bc^ merkt dazu.' „Eingeweihte behaupten, der Marquis von CastillcjoS werde auch die Champs Elys) wegen des Verlaufes der überflüssigen Feucrlöschgeräthe; c) wegen Kündigung der Miethe deß Magazines am Racm und sohinigeu Abtragung desselben; <1) liber die Offertverhandlung wegen Lieferung der Drucksorten; y) wegen Nn-hebung der Sleuerzuschläge für den Landes- und Grund-enllastungssono. 6. Vortrag der Tchulsection wegen Flüssig» machung der Realschulprogramm-Erlöstangenten cl(j 1865 und 1866 an die Landescasse.— Geheime Sitzung/. — (Den Theil nehme rn an der Pfingsi-fahrt) der philharmonischen Gesellschaft nach Cilli werden wir ersucht, mitzutheilen, daß das Programm insoweit eine llcine Äbändcrnnss erfährt, als das Frühstück am Pfingsti sonntagc «ichl im Warten zur „Krone" sondern im Gast« hause zum „Elefanten," in welchem sich auch das Casino befindet, eingenommen werden wird, so wie daß baseM die Eintrittskarten zum Concerte vertheilt werden, weW uberigcns auch bis 5 Uhr Nachmittags im Casino abgeholt werden können. Die Theilnahme an der Ausfahrt verspricht eine ungemcin lebhafte zu weiden. — (Am Lchrertage) nehmen sechs Lehrer aus Krain Theil, nämlich die hiesigen Normalschullehrer Putre, Lesjak, Eppich und Tomschitz, ferner die beiden Landschul-lchrer von Igg und Tschernembl. — (Conflict mit der Gendarmerie.) Am 31. Mai machten die Eifenbahnbauunternehmer P. Majoran und V. Martina bei der Bez.-Hauplmannschafl Krainburg bie Anzeige, daß ein gewisser M. Kladnik vonOrehek die Eisenbahn-ardeil störe, daß er einen Particführer mißhandelte und sich, mil einer Pistole und einem Messer bewaffnet, um die Barateu bei Labore herumtreibe, und baten um Abhilfe. In Folge dessen wurde eine Gcndarmeriepatrouille zur Nrretirung des Ruhestörers abgeordnet. Diese, bestehend aus zwei Gendarmen, traf den benannten Ruhestörer mit eilf anderen feiernden Eisenbahnarbeitern im Wirthshause des Johann Rajgel in Orehet und arrelirte ihn. Als die Gendarmen mit Kelii Arretirten den Weg an der Reichsstraße gegen Krainburg antraten und einige hundert Schrille zurückgelegt hatten, kamen aus dem Wirthshause des R. 7 bis 8 Kameraden des Arrelirlen, mit Stöcken bewaffnet, der Patrouille nach und forderten mit Gewallandrohung die Freilassung des Arrelirlen. Die Patrouille forderte dieselben im Namen des Gesetzes auf, von ihrem Vorhaben abzulassen, widrigenfalls sie von ihren Wessen Gebrauch machen werde. Da nun diese Ermahnung fruchtlos blieb und Franz Najgl von Orehek mit einer Stange auf dcn einen Gendarmen einen Schlag führen wollte, feuerte dieser fein Gewehr ab nnd lraf den Franz N. in die Brust, so daß er nach einigen Minuten zur Erde siel; seine Genossen entflohen, es wurden jedoch zwn von denselben fpäler arrelirt und dem Gerichte eingeliefert. Die Verwundung des Franz Rajgl, die er sich durch seine Gewaltthätigkeit gegen die Gendarmerie zuzog, ist dem Vernehmen nach eine lödlliche. — (Erdbeben.) Von einem Freunde der „Tr. Ztg.,"' der dieser Tage in Clana verweilte, wird bestä-ligt, daß die Erdcrschüttcrungen daselbst großen Schaden angerichtet. Fast alle Häuser sind mehr oder weniger beschädigt, viele unbewohnbar. An eine Verlegung der Ort» schaft, die ostenbar im Centrnm der unterirdischen Vewe> gung liegt, wird ernstlich gedacht. 910 — (Ueber fahr en.) Heute Vormittag 9 Uhr wurde in der Kochgasse eine Frau durch die Deichsel eines mit der gewöhnlichen Napidität daherfahrenden Nauernwagens mehrfach verletzt. Tie erhielt Verwundungen an der Stirn, am Hinterhaupt und am Nacken und es wurde ihr der Nothverband im Kleinmayr'schen Hause angelegt. Leider wurde der schuldtragende Kutscher nicht festgenommen. Bei diesem Anlasse können wir nicht umhin, auf die Nothwendigkeit einer polizeilichen Ueberwachung der Kothgasse, so wie auch der Barmherzigengasse besonders an Wochen-marktagen hinzuweisen. Korrespondenz. Bischoflack, am 1. Juni. Wir haben eine erhebende, seltene Feierlichkeit zu verzeichnen. Ter hierorts seit 51 Jahren und noch gegenwärtig in Activitä't stehende Lehrer Herr Joseph Kramer wurde nämlich von Sr. Majestät dem Kaiser in wohlverdienter Anerkennung der opferwilligen und ersprießlichen Wirksamkeit im Lehrfache mit dem goldenen Verdiensttreuze ausgezeichnet. Gestern, den 31. Mai, wurde in dem zu diesem Zwecke geschmackvoll decorirten Echulgebäude vor der versauunclten Schuljugend und unter zahlreicher Betheiligung der hochwürdigen Geistlichkeit, der Gemeindevertretung, der Lehrer und sonstigen Honoratioren und Bürger, der Jubilant von dem zu diesem Acte hohen Orls abgeordneten Herrn Bezirkshauptmanne Derbitsch nach einer Seitens des Letzteren in deutscher Sprache gehalteueu gemlilhvollen rührenden Rede mit der Decoration ausgezeichnet, worauf der liefergrisfene, 71 Jahre zählende, aber noch rüstige Jubilant dem Herrn Bezirkshauplmanne unter Aeußerung feines tiefgefühlten Dankes die Bitte vortrug, den Ausdruck dieser seiner ehrfuchtsvollen Dantesgefühle, sowie auch die Versicherung seiner unwandelbaren, pflichtschuldigen Ergebenheit im geeigneten Wege zu den Stufen des Allerhöchsten Thrones Sr. Majestät zu unterbreiten. Wahrhaft schön und erhaben war die hierauf in krainischer Sprache gehaltene Rede des hochwürdigen Herrn Dechcuttes Kozuh, womit derselbe dem Iubilamen, als dessen ehemaliger Schüler, für die von ihm erhaltenen guten Lehren herzlich dankte und die versammelten Schüler aneiferle, diesem verdienstvollen Manne und den Herren Lehrern stets treu und eifrig Folge zu leisten. Sämmtliche Reden schlössen mit dreimaligem „Hoch" auf feine Majestät, in welches die zahlreich versammelten Anwesenden begeistert einstimmten. So schloß der erste Act der Feierlichkeit um die Mittagsstunde, und wir tonnen sicher sein, daß jeder Theil-nehmer mit inniger Befriedigung und in gehobener Stimmung noch lange dessen gedenken wird. Um 1 Uhr Nachmittags versammelten sich sämmtliche Theilnehmer in dem freundlichen Gasthausgarten des Herrn Johann Gusell zu einem gemeinschaftlichen Gastmahle, an welchem gegen 40 Personen aller Stände theilnahmen. Die vormittägige, so wie die nachmittägige Feierlichkeit war von Böllersalven begleitet. Verzeichnis? der von «nfaua Mai 18W bis Ende Mai 1K70 eingegangenen Gescheute nnd sonstigen Vrwcrbnngen des lrainischen ^andesnmienms. ^. Naturalien. (Fortsetzung.) 28. Von Herrn Anton KunZic, Oemeindeschreiber in Iirlniz; Rohrdommel (^ixlen, «teliari» 1^.), Weibchen. 29. Von Herrn Johann K u n st c l, Pfarrer in St, Kanzian in Untertrain: Käuhchen «Luruiu. uactuu, 1^,), Männchen. — Fossiler Haifischzahn aus dem tertiären Steinbruche in der Ortschaft St. Canzian. 3u. Von Herrn Victor Langer v. Podgoro. kram. Landtagsabgeordneter : Baumschlafer (>I)'oxu8 vi^ag 8c1,r.), aus der Umgebung von Maichau. - Weißer Sperling (lesser clomWticu3 vur. aid»). 31. Pon Herrn Friedrich Langer, Gewertsdirector in Sagor: Eine Sammlung fossiller Pfta>,zenabdrückc der Sagorcr Flora mit den Onginalbestimmuugcn von Constantin viilter von (5t^ tingshausen. '— Fossiler Nadelholzstamm, zur Hälfte in Braunkohl? und zur anderen Hälfte in Kalkstein umgewandelt. 32. Von Herrn Peter Laß nil, Handelsmann: Ein Wespennest. 33. Von Herrn Paul L u s ch i u, Hörer der Technik in Oraz: Tertiäre Conckylien aus der Umgebung von Feisteuberg in Untertraiu. 34. Von Hcrrn Johann Mach, Gutsbesitzer in Slatenegg: (iier und Cocons des japanischen Eichmspinners, Mama-mäi, nebst einer abgesponnenen Seidensträhnc des Naupengespinnstes, 35 Von Herrn Heinrich Mallner in Veldes: Thonerde-Hydrat (Beaurii oder Wocheinit) aus der Wochein, wird für die Alumininmgewinnung gegraben. (Näheres über dieses interessante Oestcin enthält Hingenau's österreichische Zeitschrift für Verg- nnd Hüttenwesen 1865, ol!0r»,x a,1i)inn3 VII.), Mann» chen, kommt nur im sehr strengen Winter aus den Alpen in die Ebene; wurde auf den Laibacher Wochcnmartt mit anderen todten Vögeln gebracht, im Magen waren Beeren und zerkleinerte Alat^ ter'uun'Wachholder nebst Hagcbuttenresten. In der Bauchhöhle ^ilarig, ätteuuata, zahlreich, 37. Von Herrn Iatob Peer, pens Vuchlialtnngsbeamten: Zwei ausgestopfte amerikanische Vögel von Fintengröße. «.Fonschuug'folgt,) Neueste Post. Se. Majestät der Kaiser haben dem Vereine zur Errichtung von Asylen für Obdachlose in Wien einen Äcitrag uon 1500 fl. aus Allerhöchstihren Priuatmittcln allergnädigst zu spenden und auch zn gestatten geruht, daß der Allerhöchste Name an die Spitze der Gründer dieses Institutes eingezeichnet werde. stur dic Präger Vandla^cvlM^nigSwahlcn ist der 7. Juli festgesetzt. Der constiluliuncllc Vcrcin in Innö-liruck hat das Wiener Programm vom 22. Mai acccp-tirt. Eine Resolution bezüglich Galizicns im Sinne des Rcchdaucr'schcn Antrages wurde von der Majorität abgelehnt. „Czas" verwahrt sich ^c^en eine Sondcrstclluilg Oalizicns als für das ^and selbst verderblich; uollstäu-di,;e Autonomie, welche die nationale Entwicklung gewährleistet, durch dic Vcrfassliug cinc organische Ver-biildunss mit der Monarchie, das sei das Programm der wahren polnisch-östc'rcichischen Politik. In ^ii>; hat sich das conservative Wahlcomit>; fiir den Großqrund-bcsilz. bestehend aus dem Graf Faltcichayn, Aaro» Wcichs. und Ritter v. Hayden couslituirt. General Ignatieff ist in Tepliz zur Cur angekommen. Der König von Preußen ist mit dem Grafen Biomarck Donnerstag in EmS angekommen und wurde von dcm Kaiser von Ruß-land herzlich empfangen. Dcr Aufcnlhalt der beiden Monarchen ist ans zwei Tage festgesetzt. Das Slavcncomil« in Petersburg veranstaltet in Ostroy (Volhynicn) eine großartige Hnßfcier. Die Nu-lljencn und die Böhmen senden Deputationen zu derselben. — Dic italienischen Unruhen scheinen gedämpft zu sein. In Calabrien sind die Briganten ganz zersprengt, Eine in den Bergen zwischen Con o und ^ondrio her-umirrende Bande wird von den Truppen verfolgt. Garnisonen an der Schwci;ergrcn;c wurden verstärkt, dieselbe wird auch von schweizerischen Gcnödarmcn bewacht. Am Lomersce ist eine ans Mailand kommende Bande vo» 00 Mann aufgetaucht. — Das „Mcm. Dipl." veröffentlicht ein Telegramm ans Ron, vom Dom'erslag, wornach die Unfehlbarkeit am St. Pctersfestc verkündigt werden wird. Hierauf wird sich das Concil vom I. Juli bis 15. October vertagen. lelessraphiscbe Wechselkurse vom 3. Juni. 5>perc. Metalliqueö 60 20, — 5>perc. MetaNiqucs mit Mai. nnd Novemder-Ziusen 60.20 — 5pcrc. National Nnlelieu 69,70. — l8<;0er Blaa:s-Lose 96.40. — Baulact,?,, 720. — Lrcdil-Acnen 255.10. — London »22.70. — Silb.-r 120.25. — Napo-lconb'ors 9 76'/,. Handel und Golkswirtljschastliches. Monatsansweis der östcrr Nationalbank pro Mai. Activa Metallschal) lI2,9!»0.8l4 fl,, in Metall zahlbare Wechsel 34,864.515 st., cöcumptirtc Effecten in Wie» 33,881.393, bei den Filialeu 37.357.900 fl., Darlehcu gegc» Haudftfand in Wien 20,3!»!,600 fl., bei den Filialleihaustlilleu I?.740,4sX) ft,, StaatSnotcü, welche der Baut qrhmell 4,014.979 fl., Tarlcbcn an den Staat für die Dauer dc« Baulprivilegiumö «0,000 000 fl.. Hypothclar-Darlehcu 61,322.679 fl., blirscumäszig angekaufte Pfandbriefe der Nationalbaul 9,621.082 fl., Effecleü des Reservefonds, nach dein Courswcrthc vom 31. December 1869. 15,204 035 fl,, Effecten des PrnsionSfoiids, nach dcm Eonrüwrrllic vom !9.86l> fl , Schnlducrschlcibliü^en dcr l, l. gali,ischen Karl Lnd,l'ic,bnh>l 2,769 690 fl., Obli^citionen des l. l. Stencraülehc!!« vom I. 186 sl.. ^auknolcuumlciuf 266.880.080 sl., uudcljobcnc (5apilllls.Nilclzahlmia.cn 240.570 sl., cinzuloscudc Vnul-amucismigru 2,328.854 ft., Girociulhaben 370 930 fl., uulichobene Diuidcud'en 85.011 ft., Pfandbriefe im Umlauf 58.904 190 fl., milicholieiic Pfaüdl'ricfzmseu 44.13''fl.. PeusiouSfoud 1,870.413ft,, Snldi lausciider Ncchnuiisscii 2,680.557 ft., zusammen 438 Mill, 6 >8.798 ft. Verstorbene. Den 26. Mai. Dem Antun Kupriuc, Hadernsalnmler, sein erstgeborncs Zwillinqstind Johanna, all >! Tage, in der Stadt Nr. 111 an Fraisen'. Den 27. Mai. Franz Mihclic, Kanzleidiener, alt 19 Jahre, in der St Petrrsuorstadt Nr, 53 an dcr Lnngensncht. Den 28. Mai. Lnlas Oblal, Arbeiter,' alt 34 Jahre, im Civilspital an dcr Lungenlähmuna.. - Ursula Pctman, Inwoh-ncrin, alt 68 Jahre, im Civilsftiläl an Altersschwäche. Den 2!>. Mai. Theresia Borz. Maqd, alt 27 Jahre, und Schwester Faustina Valcutou, des Ordens dcr Tüchter der chrift lichcil Liebe, alt 37 Jahre, beiüe im Civilspilal an der Lmia.cn lahmuiiq. Helena, Bradeslu, Inwohnerin, alt 40 Iahrc,' im Ciuilsftit'al a,n Eiteruusssfiebcr. - Maria Mediz, Iinvohucrswitwe, alt .57 Jahre, im Civilspital am Herzfehler. — Theresia Dazar, Magd, alt 31 Jahre, im Civilspital an der (inlarluna. dcr Unter lcibgol'ssane. Herr Ialob Terdina, ssewesencr Wirth, alt 58 Jahre, in dcr Oradiscl'avorstadt Nr. 2 in Folge von Schlagsluft, Den 30 Mai. Maria Modiz, Imvohncrin, alt 52 ^ahre, im Civillpital a» der Wassersucht. — Dem Herrn Gottfried Pel-losiss, Amtsdicner bei der Landcscasse, seine Gattin Johanna, alt 41 Jahre, in dcr Stadt Nr. 156 am Zehrfiebcr. Den 31. Mai. Dem Herrn Johann Turt. Gastgeber und Hausbesitzer, sein Kind Antun, alt 4'/, Monate, iu der St, Pe-terövorstadt Nr. 36 an Fraisen. - Herr Wendelin Seih, Ma< sä'inenfilhrcr, alt 49 Jahre, iu der St, Petersvorstadt Nr. 144 an der Lnngcntubcruclosc Den i'. Juni. Dcm Frauz Kotar, Tagliikner, sein Kind Aütouia, alt I I Tage, in der St. Pcterövorstadt Nr, 33 au Fraise». Den 2. Juni. Dcr nwhlgeborcue Herr Roumoiill Melcher v. Ncllterburg, jlibil. l. l. Hofgestütmcister, starb im 78. Lebensjahre in dcr Kratauvorslaot Nr. 3 au Elschilpfuug dcr KrNstc. — Herr Thomas Pototüil, lillrgcrlichcr Viickttmcister, Hau«- nnd RcalitiiteubcsilM, all 66 Iahrc, iu der Sl. Pelersvorstadt Nr, 143 au dcr Oelusuchl, A u m crtu u g. Im Monate Mai 1870 si»d 81 Pc,s,,uen gestolchsn, unter diesen waren 40 mäuulichcu und 41 wrililichcu GcschlechtcS. Austekou«n,ene Fremde. Am 2, Juni 2tat»t Tttie». Die Herren: Schwarz, Kfm, von Wien. — Homann, Kflu., von Nadmcmnödorf. — Wolduga, Kfm.. von Oraz — Hromada, Ingenieur, von Klage.ifurt. .. Friedrich, Fabritant. von Schönlindc. — Licbisch, Fabritant, von Warnst oorf. — Latar, von Haideuschaft. Horat, k. l. Poslselrctär, vou Trieft. Dr. Toniasini, Ontsbes., von Trieft. - Kan« ler, Kfm,, von Ärilnn. — List, Kfm,, von Wien. - - Kump, Handelsmann, von Gottschee. ^ Franiit, Privatier, von Mo. räutsch. ifleflillt. Die Herreil: Nuhbcl, t. l. Oberjäger, von Leobeu. -Kralowuly, Kfm.. vo„ Wien. — Mrstcl,' Forstaufschcr, von Schneebcrg. Slot, Forstaufschcr, von Sclmrcbcrg. — Ljubic, von Oberlaibach. Muchwitsch, vou Gcrovo. ' Waldcck, Pfarrer, von Savenstein. - Iagar, von Prezid. Fanetti, Reis., von Wien, — Dobrin, Privatier, von Oraz, — Milzty, voll (Äraz. — Dr. Prcschern, von Wien. -— Elsner, l. t. Ca» det Feldwebel, von Nyregyhaza. - - Czaiauet, Ingenieur, von Lack, — Nossi, von Udine. Vaierischev Hof. Die Herren: Dr. Wurth, k. l. Oberarzt, von Wien. — Zcchncr, Holzagent, von Äann. " «"S3 " ^ " "^r- 6U.M,;. 325,3.« j 10.» "ilioslill heiler . 3 2 „ N. 32« io 4-^ > NW.schwach halbhritrr ,^^ 10., Ab. 327,3,, II2n wiud'üll z.Hiilftc bew.^^"' Morgens mn 4 Uhr tnrzer Negcn. Vormittags heiter, 9tach mittags wechselnde Bewölkung. Um halb 9 Uhr Abends Plal> regen. Wetterleuchten ill Ost lind West. Das Taacsmittel der W'ärmc -<- 13.8", um 0'2" unter dem Normale. Iguaz o. K l e i u m a y r. Nn«»l<»nl,l'»'i<^i HUien, 2 Juni. Ohne Nureguug zu itgendeincr grühercil Action, jedoch iu migetrübtcr Stimmung, veitehrtc die Vorbürsc bci mWgen Umsähen zn ctwa« gcbcsscrtcu Elnsen. PlIlfl.lllNl.zUjz. Es hodcn sich Eredil von '^53.40 auf 253.90, Auglo uou 305 bis 308.25, Lombarden von 191 auf 191.50. Franco hielten sich zu 118—118.25, Vaubanl zu 70.25 70.50 fest. Nur Tramway wichcu uuu 215 bis 211.5,0. Die Mitlagsborse zeigte sich noch etwas günstiger gestimmt und bewilligte für sonst vernachlässigte Effecten Geld, fi!r im iUcrlchr stehende großcnthcilS hühere Culsc. Man uulirte bei Abgang des Benchtes:_____________________ ____ 4. Allgemeine Htaatsschuld. Fllr 100 ft. Geld Waar.' Einheitliche Staatsschuld zu 5 pCt..- in Noten verzins!. Mai-Nouembcr 60.20 60.25 „ „ „ Februar-Anglist 60,20 60.25 „ Silber „ Iäuner-Inli . 69.80 69.90 „ ,. „ Apnl-October. 69.70 69,80 Steueranlchen rückzahlbar (?) . 97 50 98.— (') . 97.50 98.- Lose v,I. 1839......234.50 235 — „ „ 1854 (4 °/„) zu 250 st. 90.75 91.25 „ „ I860 zu 500 fl. . . 96.70 96.80 „ „ 1860 zu 100 st. . .106.-106.5,0 ., ,. 1864 zu 100 fl. . .116 50 11U.75 Staats-Domäucil-Pfaudbriefe zu 120 st. ü W. in Sllber . . 129,50 130.— N. Grundentlastunsts-Obligationen. Filr 100 fi. Geld Waare «ohmen . . . . zu5pEt 9550 96.50 Gal,z,en.....,5 ^ 7475 7s, ^ Nieoer-Oesterrcich . . „ 5 ^ 9.^ ^ 99 ^ Ober-Oesterreich . . „5 ^ 9550 955ft Siebenbürgen.....5 ^ 75 ^. 7^; 5^ ! Steiermatl ... „ 5 „ 94 _ 95^.. > Uugaru.....ü „ 79.75 80.- > V. Actien von Bankinstituten. Geld Waare Auglo-llsterr. Vanl abgeft. . . 308.— 308.50 Auglo-ungar. Bank . . . . —.— ^-— Vllnluerei».......228,50 229.50 Boden-Ercditanstalt . . . . 382 — 385.— Ereditaustalt f, Handel u. Gew, . 254 10 254.20 lircditaustalt, allgcm. nllgar. . . 85 25 85 75 Escomvtc-Ocsclls'chaft, n. ü. . . 865. 868. -Franco-üsterr. Banl .... 120.25 120.75 Gemralbanl.......85,50 86.50 Nationalbanl.......718— 720 — Niederländische Vanl ....-------^> - Vcreiusbmll.......107.50 108.50 VerlehrSbllllt.......112.— 112.50 Wiener Baut......74.— 74.50 ». Actien von Transportunterneh, Nlunge». Geld Maare Nlfold-Fiumaner Bahn . , . 172.75 173.— BolM. Westbahn.....239.— 240.— Geld Waar? > Lembtrn-u 5 pllt.......W.15 98.40 Oest. Hypb. zu 5'/, P" 50 93.75 FerdinandS-Nordb. in Silb, vcrz. 107.-- 107,50 iFranz-Ioseph«°Bahn .... ij<'.^ ^«^ O.Ca"'.Lndm,^,i,S.ver,.!,Vm. 102.— 102 50^ >Oest«<. Nordwestbahu . . . . 9680 97.-> l Veld Wl> »e ! Sicbenb. Vahn in Silber verz. . 91.90 9^10 , Staatsb. G. 3"/„ ä 500 Fr. «!, Em. 144 75 145. 5) Slldb.G.3'/.. i.500Frc. „ . .117 25 118/,', Südb.-Bons 6 7, (1870—74) i< 500 Frc«......248./5 248 75 Ung, Ostbahn......89.60 8i',7.'» «. Privatlose (per Slilct.) «ireditanstall f. Handeln. Gew. Geld Waare zu 100 st. ü W......162, . i^.i'O Rudolf-Stiftung zu 10 st. . . 145,9 15.51 Wechsel (3Mon) Geld Waare Augsburg f