Vtinnmeruium:-turiic: Für Laibach: Ganzjährig . . 8 fl.40 tr. Halbjährig... 4 ,, VO „ Wertetjäbrig . 2 30 „ SR entölt* ... — „ 70 „ Laidacher 'Redaktion Bahnhofgasse Nr. 132. Mi i der Pofl: Ganzjährig................12 °l. Halbjährig ...... *; „ Vierteljährig ö „ gilt Zustellung tnS Haus aiertrij. 25 K., aronst!. 9 fr. Einzelne Wummern 6 fr. Expedition- & Inst! Uten-y men u: Congreßplatz Dir. 81 (Buchhandlung von Jgn. v. Kleinmayr & Fed. Bamberg.) JnsertionSpreise: Für die einspaltige Petitzei^L ü 4 tr., bei zweimaliger £t©g schaltnng n 7 fr., dreimal! ä 10 fr. Jnsertionssteinpel jedesmal 30 fr. Bei größeren Inseraten und öfterer Einschaltung entsprechender Rabatr. Anonyme Mitteilungen werden nicht berücksichtigt; Manuscripte nicht zurückgesendet. Nr. 56. Dinstag, 10. März 1874. — Morgen: Heraklius. 7. Jahrgang. Ter alte «ud der neue Glaube. r-: (Fortsetzung.) Ein dritter Standpunkt ist derjenige, welchen, Wenn auch nicht in allem, so doch in einzelnem mein unmittelbarer Herr Borredner eingenommen hat. Er hat auf den siilichen Verfall und die Cor-ruplion hingewiesen, welche er wiederholt schon in diesem Saale zur Sprache gebracht; er hat den „Lvrsekrach" genannt. Neunen Sie es nicht unbescheiden, meine Herren, wenn ich eine persönliche Bemerkung hier rinflechte. Als vor noch nicht einmal einem Jahre ein unbedeutender Mann auftrat und, sich dem Hohne der Menge auSsetzend, die Gefahren des leichten Verdienstes schilderte, den Werth der ehrlichen Arbeit pries (auf die rechte Seite weisend), wo waren Sie damals? Warum ließen Sie ihn damals allein? Selbst die platonischen Erklärungen der Regierung sind erst sieben Monate später zu ver-uehmen gewesen! Ich werde Ihnen aber sagen, warum Sie geschwiegen haben. Weil es nichts gibt, was mehr interconfessionell, und nichts gibt, was mehr international ist, als dir Habsucht, und weil es keine Partei im ganzen Reicht gibt , die von sich sagen könnte: Unter uns ist keiner, der theilgenommen Hütte an diesem großen Spiele! Wer srin Volk liebt, der prüft mitleidsvoll feine Krankheit und spricht laut und zur rechten Stunde. Er wendet sich aber ab von jenen, welche nach- träglich mit grausamen Fingern in den Wunden wühlen, die doch nur Wunden des eigenen Volkes sind. (Bravo! links.) Und wenn jemand die Vorwürfe von gestern wiederholen wollte, daß man die Absicht habe, diesen Saal in eine Polizeistube zu verwandeln — der Herr Vorredner (Lienbacher) wird cs zugeben, daß ein derartiger Versuch von jemand Anderem auf anderem Gebiete zu anderer Zeit gemacht worden ist. (Bekanntlich war es Lienbacher selbst, der einen solchen denunciatorischen Antrag im wirtschaftlichen Ausschüsse eingcbracht. D. R.) Dies vorausgeschickt, muß es mir wohl — und der Herr Vorredner wird es nicht als eine triviale Anspielung auf eine Person hinnehmen — gestaltet sein — als Anwalt des Staates zu fragen: welches ist die Stellung des Staates gegenüber einer so großen Frage? Das,Staatsgesetz umschlingt uns alle und reicht von der höchsten Spitze der Monarchie bis zum letzten Fischer, der zwischen den dalmatinischen Klippen hinsegelt, und bis zum letzten Goralen, der auf der einsamen Gebirgs-halde der Karpathen seine Ziegen weidet. Keine Person, keine Körperschaft darf außerhalb des Staatsgesetzes stehen, und stünde eine solche außerhalb desselben, so wäre sofort der archimedische Punkt geschaffen, von welchem au« cs möglich wäre, daS ganze Staatswesen zu erschüttern, wenn nicht auS den Angeln zu hebe». (Beifall links.) Welches Interesse hat denn der Staat — um die Frage in voller Nüchternheit zu stellen — an dem Bestehen irgend einer confeffionellen Körperschaft? Doch nur das Interesse, daß er in ihr den Weg erkennen mag, aus welchem die große Menge eine Festigung ihrer moralischen Anschauung, eine Festigung der öffentlichen Sittlichkeit erlangen kann und dadurch zur Beobachtung der öffentlichen Staats. Gesetze fähig wird, welche zur Anfrechthaltiü^ der Ordnung und zur allgemeinen Wohlfahrt nöthig sind. Wenn nun eine Consession von vornherein das Ucbergewicht ihrer Vorschriften über die Staatsgesetze als Existenzbedingung verlangt, ss frage ich, welches Interesse hat dann noch der Staat an ihrem Bestehen ? sie kann ihm nur schädlich — nützlich niemals werden! Es wird übrigens gut sein, daß wir die Sache, welche uns jetzt beschäftigt, etwas näher besehen und die kirchlichen Systeme betrachten, welche seit der Wiederherstellung des KatholicismuS in Oesterreich zur Herrschaft gelangt sind. Eines, Sie müssen mir wohl auf dem Wege der Vergangenheit folgen, bezeichnet bas 17., eines bezeichnet das 18., eint« bezeichnet das 19. Jahrhundert. Das charakteristische System des 17. Jahrhunderte« ist das frtc Ferdinande und des Pater L am orm a i-id; das war die Zeit, in der Deutschland durch unerhörte Kriege weit und breit verheert wurde, Hunderte von Städten zerstört, Tausende von Familien ins Unglück gejagt wurden, und Sie wissen es alle, Feuilleton. Der geprellte Preller. Eine wahre Dorfgeschichrk ton ). A. h (Fortsetzung.) Seit zwanzig Jahren lebt Hann« wieder in feiner Heimat und ist ein philosophierender, ehrlicher Vagabund geworden. Unser Mann sitzt im Branntweinladen des Pichttrs der herrschaftlichen Bränerei nächst dem Ofen, stützt seinen struppigen grauen Kopf in die Tlitche der linken Hand und zeichnet mit der Rechten Und einem Stück Kreide einen Doppeldrilling, welcher *n Hin Zahnrad ringreift, aus den Tisch; vor ihm fleht tin lerreS Branntweinglas. Draußen im Hofe hört man dir widerliche Stimmt des Pächters und dessen sich nähernde schritte. Außer dem Schenkmädchen, einer roth-Aüigen, derb gebauten, hriler blickenden Dirnr im «tttft von 22 bis 24 Jahren, wrlche dir Postrn Ladenbuches addiert und dabei die Zunge zwischen 'Zahnen festklemmt, welche- Hau-mitiel brim 7"chnrn sehr zu rmpfrhlrn ist, brfindrt sich niemand der Stube. Drr Pächter tritt ein und «acht eine ^drirhliche Miene, al« er den Henne beim Ofen y 8^* Laden einige male auf und ab. tirt t«i"V 1' «1‘ »» ' ' '<» • ••••* • -irll... Drr Mann ist ein angehender fünfziger, mittlerer, jedoch ganz verschrobener Natur; sein Kopf und dir Brauen find buschig und ergrauend, die Augen sind graugrün, jedoch stechend und blicken unstät; das eint liegt normal in der Mitte der Augenhöhle, das zweite Auge hat den Stern im Augenwinkel hart an der Nasenwurzel vor Anker gelegt und hütet de» in Rede stehenden Gesichts« vorsprung, welcher seinerseits die Form eines Ziegenrückens besitzt. Unter dem Halse von einem Ohr zum ändern zieht sich ein Bart, der dem Eigen« thümer viel Ähnlichkeit mit einem Orangntang verleiht, welche Ähnlichkeit um so stärker hervortritt, wenn man dit hohen Schultern und den knieweichen Gang des Geschilderten in Rtchnung zieht. Wtnn schon ditst Körperhüllt nichts tinnth« mendtS an sich hatte, um so viel weniger war die« mit der Seele in diesem schlotterigen Zellenhaufen der Fall. Der BrenntrtipSchter war das Prototyp tinr« Schurken und jtdtr Zoll an ihm fchltchttr Handlungtn fähig, -r Da« Gtfttz fuchtt tr durch Winktlzügt zu umgthtn und mit. feinem Gewissen fand tr sich um so ltichttr ab, als tr tin solche« bei sich prinzipiell nicht duldete; über jede Art von Gewissensskrupeln war er längst hinweg. Nach einem wiederholten Gange durch die Stube pflanjt sich Mose« vor den Mahlbauer hin und sagt: „Fauler Mensch, wa« wollt ihr hier in meinem Laden, wenn ihr seid schuldig; ihr habt seit zwei Stunden das Glas leer, warum habt ihr wÄlen nichts helfen abladen die herrschaftlichen Kartoffeln, wenn man hat euch zweimal gerufen, he! Will ich haben etwa eure Arbeit umsonst?" Hanns gibt keine Antwort und zeichnet sein Rad weiter. „Seid ihr geworden auf einmal taub, verdamm, ter Taugenichts?" Damit schlägt er den Gefragten derb auf dir Achsel. Der Müller schnellt mit einem Ruck die Hand des Brenners von sich, so daß der Eigentümer derselben sich am Tisch halten mußte, um nicht umzufallen. — . u. .; „Gebet Ruh“! sagte er stirnrunzelnd: ihr seit» ein Lrutrschindrr und Leuteverderber, euer Lohn ist Fusrlschnaps und immer nur Fuselschnaps, barm Lohn zahlt ihr feinen und etwas warme« zu effett gebt ihr den Aufladern rbrn auch nicht. Wa« ist bi» jetzt aus den Burfchrn geworden, die bei euch tim' Taglohn arbeiteten? In den Straßengräben oder' im Teich haben die meisten da« Leben geendet 'ttpb der Schmied von Horn und der Kasper oort’Ehott« sitzen dort, wo ihr eigentlich seit lange hlngeM" hättet, im Spinnhau« unserer Kreisstadt." 1 (Fortsetzung folgt.) 1,111 ; Sic wissen es recht gut, wie auf dem verwüsteten Lande endlich nach 30jährigem Kampfe die Gegner bis zum Tode erschöpft sich die Hände zum westphälischen Frieden reichten, wie dann der Papst — von allem diesem Elende noch nicht gerührt — diesen Frieden verfluch le, so das endlich Ferdinand III. selbst, vom gerechten Zorne entbrannt, das päpstliche Breve zurückwies und den Buchdrucker der es veröffentlicht hatte, in den Kerker werfen ließ. (Rufe links; Hört! Hört!) Sehen Sie, meine Herrn, das ist unter den drei Systemen dasjenige, welches dem von Ihnen angestrebten noch am nächsten steht, und wenn gestern erst einer der Herren von jener Seite gesagt hak, es habe niemals traurizere Zeiten in der Geschichte Oesterreichs gegeben, als jene, in welchen die Kirche mirachtet wurde, so sage ich: Es hat noch niemals traurigere Zeiten gegeben, als jene, in welchen die Staatsgewalt sich der Gewalt der Kirche unterworfen hat. (lebhafter Beifall links.) Denn damals wurde jene große Kluft zwischen dem nördlichen und südlichen Deutschland geöffnet, welche trotz aller Staatskunst der Nachfolger der Ferdinande sich nie wieder geschlossen hat. ____________________(Fortsetzung folgt.)_________________ Politische Rundschau. Laibach, 10. März. Inland. In Anerkennung der Fruchtlosigkeit eines weiteren HinauSschleppenS der Berathungen beschloß die Majorität des Abgeordnetenhau-ses am SamStag den Schluß der Generaldebatte, indem sie einen Abänderungsantrag Kronawetters auf Zurückweisung der Vorlage an den konfessionellen Ausschuß behufs radikaler Umarbeitung und einen neuen Vertagungsantrag Smolkas abgelehnt hatte. Zu Generalrednern wurden gewählt: für die Vorlage Dr. Kopp und gegen die Vorlage Baron Giovanelli. Bei der samstägigen Debatte selbst sprach in erster Linie Pater Wurm aus Mähren, welcher da» Prinzip des Gesetzentwurfes als falsch bezeichnete, weil darin der Grundsatz der Gleichheit vor dem Gesetze verletzt werde. Nach ihm sprachen gleichfalls zwei Klerikal-Nationale: der polnische Pfarrer Ruczka und Michael Paulinovik, Pfarrer vor» Podgora i» Dalmatien, der letztere serbokroatisch, sodann der Redacteur der ultramontanen .Tiroler Stimmen" Dr. Graf. Alle drei führten nur den in den Vortagen von Professor Greuter und Herrn Weiß o. Starkenfels entwickelten Gedanken weiter aus, daß die Kirche sich unter die Staatsgesetze ni'cht beu* ge» und ihnen sich nicht unterwerfen könne, wenn dieselben nicht auf Grundlage einer förmlichen Vereinbarung mit der Curie festgestellt worden seien; daß die Katholiken der Kirche und deren geistlichen Obern mehr zu gehorchen haben, als der weltlichen Gewalt und daß ihre Gewissenspflicht ihnen den hartnäckigsten Widerstand gegen die Verfügungen de« Staates auferlege, die von päpstlicher Seite verabscheut werden. Diese Androhung eines möglichst hartnäckigen activen und passiven Widerstandes gegen die in Aussicht stehenden konfessionellen Gesetze ist der Gipfelpunkt aller politischen Weisheit unserer klerikalen Wortführer. Von politischer Bedeutung war unstreitig die Rede des Jungslovenen Dr. Razlag, der sein Votum für die Gesetzvorlage eingehend motivierte und nebenbei ein politisches Glaubensbekenntnis ablegte, Las aus seinem Munde beinahe klingt wie die Bekehrung vom Föderalismus zur Sache der Reichseinheit und der bestehenden Verfassung. Dr. Razlag äußerte sich nemlich über die Unmöglichkeit, in ersprießlicher Weise autonome Einrichtungen auf einem kleinen Gebiete ins Leben zu rufen und zu einer fruchtbaren Entfaltung zu bringen. Seine Rede war eine schwere Anklage gegen die Altslovenen, welche ihren Volksstamm in einem frommen Paraguay internieren möchten, und zwischen den Worten seiner Rede hörte man einen gleichen Vorwurf gegen die Altczechen und einen leisen Appel an die freisinnigere Fraktion der Jungczechen durchklingen. Mit dieser Rede ihres Führers haben die Jungslovenen ihren Platz im Hanse ans würdige Weise markiert. Die ärgsten Blößen aufzudecken, welche sich die klerikalen Redner zu schulden kommen ließen, hatten die Abgeordneten vom Fortschrittsklub H e i l s b e r g, (Sarnen und Wildauer unternommen. Die Rede Heilsbergs wurde gleich zum Beginne durch einen Skandal unterbrochen. Dr. Heilsberg erinnerte nemlich an die geschichtliche Ueberlieserung, daß die im Jahre 1848 gegen Oesterreich aus« gerückten italienischen Freischaren — die Erociati — vom Papste gesegnet wurden, auf daß sie siegreich zurückkehren. Kaum war dem Redner diese historische Reminiscenz entschlüpft, als auf der rechten Seite ein wüthender Spectakel sich erhob, aus welchem nur der wüste Ruf Giovanellis: Lüge! Lüge! Der Präsident soll seine Schuldigkeit thun u. dgl. vernehmbar wurde. Der Präsident mühte sich ab, den tobenden Lärm ;u beschwichtigen und es gelang ihm dies unter einer entsprechenden Zurechtweisung der Ruhestörer, insbesondere des Baron Giovanelli, der sich am ungeberdetsten benommen. Die Szene hatte übrigens am Schlüsse der Sitzung ein Nachspiel, indem der Präsident, als er aus dem stenographischen Protokolle die frechen Ausrufe Gio-vanellis ersehen, sich veranlaßt fühlte, diesen nachträglich zur Ordnung zu verweisen. Die Abgeordneten Heilsberg und Wildauer antworteten mit Schlagfertigkeit und Schärfe auf die neuesten Ausfälle der Parteirechtler. Besonders die Rede Wil-dauerS, zusammengehalten mit den Ausführungen des Südtirolers Venturi, läßt das glaubeuseinheit-liche Tirol in einem ganz neuen, nicht ungünstigen Lichte erscheinen. Diese Pionniere der Freiheit haben den künftigen konfessionellen Gesetzen schon manchen Weg selbst in die unwirtlichen Alpenthäler gebahnt. Wildauer protestierte unter dem Beifall des Hauses gegen die Drohung Greuters, „die tiroler Bevölkerung werde die Gefetzt: nicht halten" und erklärt schließlich, daß er mit 11 verfassungstreuen Abgeordneten Tirols für die Vorlage stimmen werde. Ausland. DaS Hauptereignis in Deutschland ist die Verhaftung des Bischofs Eberhard von Trier. Nachdem die Pfändung bet ihm fruchtlos ausgefallen war (der schlaue Bischof hatte den Gerichtsbehörden rechtzeitig durch Scheinschenkungen die Psändungsobjecte entzogen), wurde ihm schon vor mehreren Tagen angezeigt, daß seine Verhaftung bevorstehe, und Freitag abends hat denn auch der Kreislandrath ihn höflichst von der bischöflichen Residenz in Trier zum Landesgefängnis in Trier hinübergeführt, wo er nun bleibend Wohnung nehmen wird. Der zweite Märtyrer wäre somit zustande gebracht. Der Reichskanzler hat dem Reichstage die dritte Uebersicht über die in Elsaß-Lothringen erlassenen Gesetze und allgemeinen Anordnungen, sowie über den Fortgang der Verwaltung vorgelegt. Herr Windthorst kann nun das Mißtrauensvotum in Szene setzen, das er bei Vorlage dieses Rechenschaftsberichte» in Aussicht stellte. — Die neuerliche Erklärung des Bischofs R ä ß scheint seinen Landleuten daheim zu imponieren. Die Protestflut verläuft sich sichtlich. Die „Karlsr. Ztg." meldet überdies, daß der Protest der straßliurger Geistlichkeit, den da» „Elsässer Journal" mit der Schlußbemerknug: „Folgen die Unterschriften" veröffentlichte, nie ab-gefaßt worden ist und daß also da» .Elsässer Journal" da» Opfer einer „fein angelegten Mystifikation" war. Zur Beurtheilung der Frage über die Besetzung des erzbischöflichen Stuhle» in Freiburg geht einem berliner Blatte eine interessante Aufklärung zu. • Danach hat das Domkapitel in Freiburg in der Sitzung am 26. März 1852 während der Anwesenheit des Bischof» v. Kettel er beschlossen: bei eintretender E'ledigung de» erzbischöflichen Stuhle» den Bischof v. Ketteln: in 90t a i n zum Erzbischöfe zu wählen, fall» aber die badische Regierung die» nicht zulasse, den erzbischöflichen Sitz nach Mainz, der ohnehin historischen Bischof». stabt, zu verlegen. Die Eapitulare verpflichteten sich gegenseitig, diesen Beschluß festzuhalten und die später neu eintretenden Mitglieder zu gleicher Verpflichtung zu verbinden. In Anbetracht dieser Vereinbarungen werden die bisherigen Eonjecturen über Wahlvorschlag und wirkliche Wahl auf eine neue Bahn sich lenke«. Der vom italienischen Siegelbewahrer Vigliani dem Senate vorgeiegte neue Strafgesetz-Entwurf behält die Todesstrafe nur noch für nachstehend verzeichnete Verbrechen bei: 1. Attentat auf die geheiligte Person des König»; auf den Kronprinzen oder den Regenten während der Regentschaft; 2. Mord; 3. Todtfchlag, welcher während des Diebstahl» znr Ausführung desselben oder unmittelbar nach dem Diebstahl, zum Wegschaffen de» gestohlenen Gutes, oder auch, um dem Schuldigen Straflosigkeit zu sichern, verübt wird. Die Deportation ist nicht als Strafe angeführt, jedoch können Verbrecher, welche zu zehn und mehr Jahren Strafarbeit oder Zuchthaus verurtheilt worden sind, zur Abbüßung ihrer Strafe nach einer Insel außerhalb des Mittelländischen Meeres deportiert werden. Der Dreißiger-Ausschuß der französischen Nationalversammlung hat aus Antrag Del-sol'S den Beschluß gefaßt, daß jeder wahlberechtigte Bürger nur in jenem Departement wählbar ist, wo er bürgerlich oder von Geburt wählbar ist, oder ein öffentliches Amt bekleidet. Dieser Beschluß wird, wenn er von der Kammer acceptiert wird, die bedeutendsten Persönlichkeiten der Kammer, wie Thiers, Gambetta, Casimir PLrier u. s. w. zwingen, nur in ihrem Heimatdepartement al» Kandidaten aufzutreten. Zur Tagesgeschichte. — Bevölkerung de» deutschen Reiche«. Nach den letzten Volkszählung betrügt die ®e< sammtbevölkerung de» deutschen Reiche» 41.058,641 Einwohner, womit e» in der Reihenfolge der europäische» Staaten der volttzahl nach die zweite Stelle einnimmt. @8 beträgt nemlich nach den neueste» Ermittlungen die Bevölkerung in runden Zahlen, i« Rußland einschlietziz Finnland 71.200,000, Deutsch, land 41.058,641, Frankreich 36.000,000, Oester. reich-Ungarn 35.900,000, Großbritanien und Irland 31.800,000, Italien 26.700,000, Spanien 16 600,000, Schweden und Norwegen 5.900,000^ Einwohner. — Da da» deutsche Reich in der Reihe», folge der eurvpäischen Staaten nach dem Flächeninhalte die dritte, nach der Bevölkerung die zweite Stelle eie» nimmt, so folgte hierau», da» e» zu den dichten be» völkerten Ländern der Erde gehört. — Einer au» der Gesellschaft Jesu. Ein schlichter Kapuziner saß mit mehreren ander» höheren und niederen OrdenSpriestern zu Tische. Der Wein löste die Zungen und heitere Gespräche und Neckreden würzten da» Mahl. Ein wahrhaft verbissener Jesuit hatte e» vorzüglich auf den bescheidenen roch, bärtigen Nachfolger de» heiligen FranziScu» abgesehen, und als er den letzten Rest seiner witzigen Laune mit der Beschuldigung, vaß der Kapuziner jedenfalls vo» JudaSHSkarwt abstammen müsse, denn der hätte eine» ähnlichen Bart getragen, auSzugießen vermeinte, er» widerte der unbeschuhle Kapuziuermöach in aller Demulh: E« könnte da» wohl sein, doch läßt sich die Wahrheit de» Gehörten nicht verbürgen; gewiß aber ist e», daß Juda» einer au» der „Gesellschaft Jesu" war. — Die deutsche Sprache in Japan. Nach den neuesten Nachrichten au» Japan wurde i» den dortigen höheren Schulen die deutsche Sprache al« Unterrichtsgegenstand eingeführt. Der fortschrittlich gesinnte Mikado (Kaiser) lernt selbst deutsch. Diese-, Beispiel wäre den „unterdrückten Nationalitäten* zur Nachahmung sehr zu empfehlen, die nur ihre eigene Sprache, mit der man ohne Anstände zu haben, nicht sehr weit kommen kann, starrköpfig kultiviert, dagegen aber vom Deutschen gar nicht« wissen will und dadurch viele Hunderte ihrer Landsleute, die ohne Kenntnis de» Dentscheu keine Anstellung finden, unglücklich Mache». Local- und Provinzial-Angeletzeuheiteu. Tie Rede unseres Abg. Dr. Schaffer ,n der Generaldebatte über die confessioneUe -Vorlage. (Schluß.) Wenn daher von einer gewissen Seile in dieser mehrfach erwähnten Stellung eine Ausnahmestellung erblickt werden wollte, so könnte ich dem nicht beistimmen. Ebensowenig könnte ich der Anschauung betshmmen, daß damit die katholische Kirche zur SiaatSkirche er. hoben worden sei; im Gegentheile, eben weil sie mit den übrigen Consessionen auf eine Stufe gestellt ist, schon nuS diesem Grunde allein kann von einer spe. ciellen StaatSkirche keine Rede sein; und in der Ihat nimmt die katholische Kirche ia anderen Staaten, wo sie nicht als Staattkirche bezeichnet werden kann, eine ähnliche Stellung ein; ich erinnere an Pceußcn, wo die Kirche auch noch nach dem Gesetze vom Mai des vorigen Jahres die Stellung einer privilegierten öffentlichen Corporation einnimmt, ja es haben diese Gesetze diese Stellung geradezu vielfach als Voraussetzung. Ich habe die preußischen Gesetze vom Mai v. I. erwähnt. Weder im Motivenberichte zur Regierung«. Vorlage — dessen ausgezeichnete Darstellung übrigens gewiß rühmenswerth erwähnt zu werden verdient — noch in dem Berichte deS verehrten Ausschusses findet sich irgend eine Erwähnung dieser Gesetzzebung; aber dennoch scheint es naheliegend, daß wir in dem Augenblicke, wo wir im Begriffe stehen, das Verhältnis deS Staates zur katholischen Kirche neu zu gestalten, auf «nt nachbarliche und verwandte Gesetzgebung — wie die preußische — umsomehr Bedacht nehmen, wenn dieselbe so epochemachend ist, wie die genannte und so jungen Datums. (Ruse: Sehr richtig: rechts.) Wenn uns dies nun in einer ganz kurzen Weise zu thun gestattet ist, so möchte ich vor allem daran er« tnnttn, daß unsere Gesetzgebung ihrer wesentlichen Fas. sung noch bekanntermaßen älter ist, als die preußische, und wenn wir auch fast ein Jahr später als in Preuße» an die Berathung der consessionellen Vorlagen gelangen, waren dieselben in der Hauptsache bereits vollendet, ehe von den preußischen noch das Geringste bekannt geworden ist. In der That sind auch beide Codificationen unter wesentlich verschiedenen Umständen zu stände gekommen; bei uns wurden die dieSsälligen Gesetze unmittelbar im Anschlüsse an die Kündigung de« ConcordateS, als eine an diesen «et sich naturgemäß anschließende, un. vermeidliche, legislatorische Ausgabe in Angriff genommen, und ohne außergewöhnliche Zwischenfälle und in Berücksichtigung aller obwaltenden Verhältnisse zu Ende gearbeitet, während die preußische Cvdificativn ungleich mehr — ich möchte sagen — im Drange der Ereignisse entstanden ist, zum Theile sogar als Mittel der Abwehr gegen bereits drohende Gefahren und im erbitterten Kampfe zu {lande gekommen ifi. Damit scheint beiden Gesetzgebungen von vorne herein eine gewisse Signatur ausgedrückt, welche an sich zwar nicht über den Werth derselben entscheidet, welche aber meines Bedünkens dennoch in Betracht gezogen werden muß, wenn es fih um die richtige Gegenüberstellung beider handelt. In meritorischer Beziehung ist — wenn ich von «inern bei un« hoffentlich in nicht zu ferner Zeit «inzubringenden Gesetze über die Einrichtung von ta-«holisch-theologischen Facaltäten, rücksichtlich die damit verbundene Ausbildung des KleruS absehe — der Um. fang der beiden Gesetzgebungen kein allzu verschiedener. Eine Aenderung des VersassungSgesctz-S, wie diese in Preußen bezüglich der dortigen Artikel 15 und 18 Nvthwendig geworden ist, war bei unS nicht geboten, Weil der Artikel 15 unsere« SlaalSgrundgesetze« in feinem zweiten Absätze bereits jene allgemeine Unter-UeHung dtr religiösen Genossenschaften unter die Staats» Zesetze vorhergesehen hat, und wenn der verehrte Herr Vorredner in der Art und Weise, wie der Artikel hier im Motivenberichte eitlen worden ist, eine Verätzung deS SlaalSgrundgesetze« erblicken will, so möchte itU) glauben, daß dieS dennoch nicht der Fall ist. Denn Me im zweiten Absätze enthaltene Beschränkung, die Unterstellung unter die allgemeinen Gesetze de« Staate«, bezieht sich offenbar nur auf die im ersten Absätze erwähnten inneren Angelegenheiten der Kirche, weil im ersten Absätze nur von den inner» Angelegenheit ten der religiösen Genossenschaften die Rebe ist, folg> lich ist im zweiten Absätze nur bezüglich der inner» Angelegenheiten die Snbsummieruug unter die allgemeinen Gesetze de« Staate« bestimmt, bezüglich der äußern Angelegenheiten kann jedoch das Recht des Staates, dieselben auch durch Specialgesetze zu regeln, in gar keiner.Richtung zweifelhaft fei». Die Art und Weife, wie die preußischen Gesetze zustande gekommen siad, und wie ich mir erlaubt habe, sie vorhin zu charakterisieren, gebe» denselben trotz ihrer Vortrefflichkeit theilweife — wenigstens nach meinet Ansicht — eine» nicht hinwegzuleug-nenden petfeculorifdjen Anschein, und zwar gerade in jenen Punkten, wo sich das Gesetz, wie ich meine, nicht zu seinem Vortheile voa dem »»senge» unterscheidet, so daß ich der Meinung und de» Wünsche» derjenige», welche derartige, wenn ich so sagen darf, frappante und zugespitzte Stornierungen für uns als besonder« dringlich und wünschenswerth bezeichnen, nicht beistimmen könnte. Die eigentümlichen Verhältnisse, wie sie sich aus Anlaß der confessionellen Gesetze in Preußen gestaltet haben, haben es dahin gebracht, daß dort sofort ein erbittertet Kampf auf der ganzen Linie entstand , bet einen Kriegszustand hervotgerufen hat, dessen Ende thatfächlich unabsehbar erscheint, und in« besonder« den Staat behnsS der Wahrung seiner Auto rität zwingt, stet« zu stärkeren Mutet» seine Zuflucht zu nehmen, wie den» auch die letzte» Gesetze bet preu ßische» Codification in der Thal auf legislativem Ge biete die äußersten Mittel der Abwehr bilde», welche dem Staate zur Verfügung stehen. Aber auch noch ein anderer Nachtheil scheint sich au« bet Sachlage zu ergeben, wie sie sich in Preuße» entwickelt hat. Man schafft bott ein gänzlich un* nöthige« Märtyrerthum für die herausfordernde Hierarchie, welches sie wie immer und überall zu ihren Gunsten aufibeutet. Man stempelt dort »nnothiget Weise die renitente» Priester und Bischöfe zu Unterdrückte» und Verfolgten, wa« ihnen bei den ungebildeten Maffe» immer größeren Anhang verschafft, unb gibt ihnen ben Anschein bet von bet Staatsgewalt Vergewaltigten, wa« boch vermieden werben sollte, und ich hoffe von bet Art und Weise, wie bir Gesetze inS Lebe» getreten sinb, baß bieS bei uns geschehen wirb. Ich würbe in bet gegenteiligen Methode eine entschiedene Gefahr erblicken müssen, e» würde sich daraus mit aller Erbitterung ein noch viel stärkerer Kamps al« in Preußen entwickeln, zu befien Bewältigung uns kaum bie uöthigen Mittel zur Verfügung stäuben unb beffeu Ende noch den Verlust unserer kaum erkämpften Errungenschaften zur Folge haben könnte. Wenn bet Herr Vorredner barauf verweist, bie katholische Kirche sei Überall dieselbe und dabei auf Preußen sich beruft, so möchte ich doch an die Geschichte erinnern, welche zeigt, daß bie katholische Kirche e« sehr gut verstanden hat, nach Umständen und in verschiedenen Situationen sich sehr verschieden zu benehmen, unb baß auch in Baben unb Wttttemberg seit dem Jahre 1860 ähnliche Bestimmungen wie in Preu ßci, bestehen, und daß dort dennoch keine solche Dppo fitton, wie sie in Preußen besteht, au-gebtochen ist. Ich hege daher die Hoffnung, daß die Erwarlun gen, welche ich mit früher bezüglich unserer Lcgielation au«zusprechen erlaubte, einige Begründung haben. (Rufe: Sehr gut! links.) Es fpricht aber noch ein anderer Grund bafür, daß die Sache fo in Angriff genommen werde, wie ich es elen ausgesprochen habe; eS sind die« die von mir vorher erwähnten spetieflen Verhältnisse auf dem staatskirchlichen Gebiete, z. B. unsere ReligionSsonb» Verhältnisse, daS weitgehende ErnennungS- und Prä semationSrecht, so daß eine verständige und tüchtige Regierung aus diese Weise Mittel in der Hand hat, die anderen Regierungen nicht zur Verfügung stehen materielle Mittel namentlich, welche bekanntlich zwecks mäßig gebraucht gegenüber der Geistlichkeit in der Regel einen größeren Effect hetbotbrinye, al« Mittel anderer Art. Hier wäre vielleicht auch der Ort, daran zu erinnern, daß wir unS überhaupt keiner Täuschung darüber hingeben müsse», daß bei der Gesetzgebung, welche von UNS jetzt ins Leben gerufen wirb, unendlich viel bezüglich des Erfolges barauf ankömmt, in welchem Sinne dieselben auSgeführt werben, »nb von welchem Geiste die Executive beseelt ist. Besitzt bie Regierung, welche biefe Gesetze zu hanbhaben hat, ben Muth, bie Thatkrast, bie UeberzeugungStreue unb bie Unerschrockenheit, den Interessen deS Staates nach jeder Richtung hin Rechnung zu tragen, so wird sie, befien bin ich sicher, mit biesem Gesetze unb mit jene», welche in nächster Zeit beschlossen werden sollen, ba« Auslangen finden und das große Ziel erreiche» könne». Sollten wir aber eine Regierung haben, welche sich in entgegengesetzter Richtung bewegt oder gar klerikalen Einflüssen ihr Ohr leiht, so können wir confeffionelle Gesetze machen, wie wir wollen, dieselben werbe» keinen Erfolg haben. (Seht gut! link«.) Wen» e« überhaupt den menschlichen Gesetzen iahäriert, daß auf ihre Handhabung seht viel ankommt, so scheint mit bie« gerabe bei ben consessionellen Gesetzen in hervorragender Weise bet Fall zu sein. (Beifall Hute.) Ich möchte auch »och in äußerster Kürze bie beiben Resolutionen, welche vonfeite be« Ausschusses vorgeschlagen wurden, bei dem hohen H«use warm befürworten, namentlich die zweite, baß bie Regierung aufzufotbetn wäre, mit bet Vorlage eine« Gesetze« bezüglich der Errichtung von katholisch-theologischen Fakultäten und der AuSbilbung des KleruS je eher je lieber vvrzugehen. Mir ist e« immer in ben staatS-kirchlichen Verhältnissen al« bie größte Kalamität erschienen, daß der katholische Kletu« — ba« ist doch eine Thatsache — in seiner iiberwiegenben Zahl eine äußerst mangelhafte unb einseitige AuSbilbung genießt (Ruft: Sehr richtig! link«; stürmischeOhorufe recht«) unb zwar eine Ausbildung, welche ihn derart in feinen Beruf eintreten läßt, daß er bamit von vvrneherein der Unduldsamkeit und dem Fanatismus in bie Atme getrieben wirb. Wenn e« uns gelingen sollte, eine Geistlichkeit heranzuziehen, welche an Universitäten ge-bilbet, mit mobernem Wissen burchtränkt, bet Gesellschaft unb der Welt nicht ferne steht, welcher bie Aufgaben bet Gegenwart keine terra incognita find, bann würbe ich in biefer Geistlichkeit eines jener wenigen Mittel begrüßen, welche auf bie Dauer unb in fruchtbarer Weife geeignet fein könnten, bie Verhältnisse zwischen Staat und Kirche zu ordnen. (Beifall links.) Nach eines, meine Herrn, gestatten Sie mit zuletzt vorzubringen. Es ist abermals ein Ersuchen an die hohe Regierung. Wenn ich gewiß gleich vielen meiner Gesinnungsgenossen von ber VerfassnngSpartei nur mit einiget Ueberwinbung unb Hintansetzung mancher un« berechtigt bünkenber Forderungen, welche bisher »och nicht erfüllt würben, sür bieseS Gesetz eintrete, so geschieht eS in ber Erwartung, baß die hohe Regierung es an einem offenen unb aufrichtigen Entgegenkommen nicht fehlen lassen wird, daß Sie nicht im vorhinein ben Entwurf, wie er mit ihrer Zustimmung an» den Berathungen de« Ausschusses hetvorgegangen ist, al» etwas ganz UnberÜhrbareS bezeichnet, vielmehr ben Verbesserungen, welche von bet Uberwiegenben Mehrheit ber Bersaffungspartei als solche annerkannt wurden, ein williges Ohr schenken unb darin so weit gehen wird, als eS ihr überhaupt möglich ist. Gelingt eS der VersassungSpartei auf diese Weise da und dort im Gefetze noch einzelne zweckentsprechende Verbesserungen anzubringen, gelingt eS ihr diese« Gesetz mit noch anderen so hochbedeutsamen Gesetze», welche im Augenblicke sich noch in ber Bchanblung de« Ausschüsse« befinden, noch vor Ablauf dieser Session in« Leben zu rufen, bann dünkt mir, könnte bie Verfassungspartei auch auf diese Legislaturperiode mit voller Befriedigung zurückblicken und mit dem Be» wußtfein eine der größten und schwierigsten von jene» gewaltigen Ausgaben, deren Lösung die Bevölkerung vom ReichSrathe erhofft, in glücklicher Weise gelöst zu haben. (Beisall links.) — (Verbot des Fischfanges mit Dy- ' TelegvaMMe. na mit.) Zufolge eine» Erlasses des Herrn Ackerbau, j Wien, 9. März. Im Abgeordnetenhause Fort- ministerS ist in Anbetracht der bedeutenden Nachtheue,' Atzung der Debatte über die conftffioutüen Gesctze welche die Anwendung deS Dynamits und ähnlicher j un({r ungeheuerem Andrange des Publikums. Der Sprengstoffe beim Fischfang für das antmalifche 8ecen g[n(rag SmolkaS auf Wiederaufnahme der General- in den betreffenden Fifchwäfsern und somit auch für j bcbatte, um den G-setzentwurf mit der Weisung an die volkSwirthschastlich gebotene Schonung deS Frsch-1 Ausschuß tutücf tuleiten, ein vom Freiheirsprin- bestandeS überhaupt im Gefolge hat, bei der in Vorbereitung begriffenen gesetzlichen Regelung der Aus- übung der Fischerei in den Binnengewässern, dieser Frage die gebührende Rücksicht getragen worden. Die politischen Behörden wurden daher von den Statt» haltereien aufgefordert, der Anwendung von Sprengstoffen zum Fischfang bis zum Zustandekommen dieser gesetzlichen Regelung im Wege der Belehrung über die Gemeinschädlichkeit dieses Verfahren» entgegen« zutreten. — (Die Ursache de» Leuchten» von faulendem Holze.) Da» Leuchten deS Holze» juchte man durch die Annahme eine» mit der Verwesung eintretenden eigenthümlichen Verbrennungsprozesse» zu erklären. In neuerer Zeit wurde jedoch an solchem faulenden Holze da» Vorhandensein eine« jedenfalls von dem Moder angelockten Pilze» nachgewiesen, von welchem auch da» Leuchten auSgeht. Dieser Pilz läßt sich auch, ohne seine Leuchtkraft einzubüßen, von dem Holz« abschabe», und selbst auf ein andere« übertragen. Sein Leuchte« ist von seinem Leben-Prozesse abhängig und hört sofort auf, wenn er selbst durch den Einfluß von Hitze oder Gaseu getödtet, oder ihm der noth-wendige Grad von Feuchtigkeit entzogen wird. Dieser Pilz siedelt sich übrigen» auch unter dem Einflüsse ven Feuchtigkeit, dumpfer Luft und mäßiger Temperatur auf andere faulende Pflanzen, ja sogar auf sich zersetzende animalische Stoffe an, und wacht dieselbe« leuchtend, wa» manchen zur Ausklärung dienen «öge. ______________ Ausweis über den Stand der Blatternepidemie in Laibach vorn 4. bi» inclusive 6. März 1874. Bom letzte» Ausweise sind in Behandlung verblieben 36, zugewachse» sind 9 «ranke, genesen sind 6, ln Behandlung sind verblieben 35, 7 Männer, 16 Weiber und 12 Kinder. — Seit Beginn der Epidemie sind 361 BlatternerkraukungSfälle amtlich gemeldet worden, von diesen sind 261 genesen und 65 gestorben. Iw städtischen Nothspitale sind am 4. d. 7 Kranke in Behandlung gewesen und 1 ist genesen, am 5, d. 7 Kranke unverändert geblieben a« 6. d. 6 Kranke verblieben, da 1 genesen ist. Im landschastl. Filialspitale waren am 4 d. 21 Kranke, da 5 genese« sind, am 6. d. unverändert 81 Kranke, am 6. d. 22 Kranke, da 1 zugewachsen ist. 6 tadtmagistrat Laibach, am 7. März 1874. ÄSitteruna. !aiba<6, 10. März. Vormittags Regen, nachmittags schivacher Ostwind. Wärme: morgen» 6 Uhr -j- 3 5". nachmittags 2 Uhr ■+■ 5-8" C. (1878 •+■ 8-6» 1872 + 80 ). Barometer im raschen Satten 729 56 Millimeter. Da» gestrige Tage« mittel der Wärme 4- 3 7". um 0 9“ über dem Normale. Äugctommcnc Fremde. >m 10. März. Hotel Stwdt Wien. Berg, Ingenieur, Cilli. — Prinz, Forstbeamte, «lagensurt. — «rmnmeyer, *fm., und «ttzl, Wien. — ÄrSner, Ksm.. Wördl. — LassvlvSky, Kroatien. — Marold. Gallenstein. — Doviü, Marien-thal. — Mazel, vymnasialdirector, Fiume. — Siiß, Reis., Wien. Hotel Elefant. Raunicber, Moräntsch. — Lehmann, Brünn. — Petrovik, Semlin. — Slapnik, — Dina. Triest. - Ketzl. «eis.. Wien. Hotel Europa. Want, Pfarrer, Cirtte. Verstorbene. Den 8. ®i a r j. Therefia Pevjek, Zimmermaler«. gattin. 37 I.. Gradischavorstadt Nr. 16, infolge erlittener Verletzung. . Den 9- Mürz. Jakob RichtersiL, Schneider. 63 I., Jftalammftabt Nr. 34. Sungeiilähmimg. — Öeorg RormStf, «titlet, 54 3., Livilfpital, Suiigeniuoerculofe. — Johann '.Ctttaiiirt, ffabrik«arbeiter»sohn, 7 I., St. Petertvorstadt Nr. 58. «lutzersetzung. — gvonj Rovak, Inwohner, 54 3-, Eivilspital, knotige Lungeusucht.______________________________________________ Lratk bsb Jgn. v. «tetnmatzr k geb. «,mder> in il zipe getragenes Elaborat vorznlegen, ward abgUehnt. Dafür stimmte die Rechte. Nachdem Giovanellr als Generalredner der Rechten und als verfassungstreuer Generalretner Kopp, letzterer unter lebhaftem Beifall, endlich der Berichterstatter gesprochen, ergreift Kultusminister Stremayer daSWoik: Die Vorlage ist das Product ruhiger, vorurtheilsfreier Behandlung und Beurteilung der gegebenen Verhältnisse. Es ist keine Vergewaltigung der katholischen Kirche beabsichtigt. Der Regierung liegt nichts ferner als ein Eingriff in die geheiligte Domäne des Gewissens, aber keine pflichtbewußte Regierung kann e» sich gefallen lassen, daß die Religion misbraucht wird zu staatS-gesährlichrn Umtrieben. (Andauernder Beifall, Händeklatschen im Hause und aus den Galerien; der Präsident ermahnt zur Ruhe). Die Regierung kann nicht gestatten, daß au« den Dienern Gotte» Mandatare der staatsrechtlichen Opposition werden. (Erneuerter Beifall.) Aufgabe der Regierung und der Legislative ist es nicht, Krieg zu führen mit der Kirche, sondern deren Verhältnisse zu ordnen, so daß letztere frei walten und schalten könne in ihrem heiligen Berufe, aber sie könne auch nicht Uebergriffe in daS unantastbare Recht de» Staate» dulden (Bei' fall.) Ich empfehle die Vorlage dem Hause zur An nähme. (Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Sodann erklärt Ministerpräsident Fürst Auersperg gegenüber der Bemerkung Hohenwarts, die Regierung habe etwa» aus den Staatsgrundgesetzen unterschlagen, daß der Regierung die» nie einfiel noch einfallm wird. ES gibt ein Wort, da« unter Oesterreich» Völkern immer mehr Anklang findet, die» Wort heißt „Berfassung" und diese» Wort wird dir j'tzige Regierung nicht unterdrücken und es wird daher auch nicht nolhwendig sein, daß die Verfassung von unseren Nachfolgern wieder zustande gebracht wird. (Stürmischer Beifall.) — E» wurde da» gegenwärtige Ministerium da» „Ministerium Lasser, genannt Auersperg", bezeichnet. Ich danke dem betreffenden Redner Lasur, er beweist damit, daß ich die staatSmäumschr Klugheit besitzt, mich dem Rathe eines Manne« zu koordinieren, welcher durch lange Jahre für da» Reichswohl gewirkt, der die Verhältnisse Oesterreich« kennt wie niemand und dem ein treue« österreichische« Herz im Busen schlägt. (Wiederholter lebhafter Beifall). Ich hatte nicht erst nothwendig, mir Rathgeber au« dem Au-lande zu importieren, welche uns rin neupatentiertes Oester» reichrrthum lehren sollten. (Stürmischer Beifall.) — Bezüglich der angeführten Worte de« Minister« de« Aeußrrn Grafen «ndrafsy, daß Oester-reich eine „gebundene Marschroute" habe, kann ich, nachdem ich mit dem Minister de« Aeußern in ziemlicher Solidarität stehe, erklären, daß diese gebundene Marschroute keine andere ist, als dir Marschroutr de« gesunden Menschenverstandes, welche Österreich zu einem großen mächtigen Staate mache« soll (Lebhafter Beifall.) Wenn dir Opposition droht«, man werde diese« Gesetz nicht zur Wahrheit werden lassen, so erkläre ich, daß dir Regierung Energie genug besitzen wird, dem Gesetze Ächtung zu verschaffen. (Stürmischer, andauernder und erneuerter Beifall, Händeklatschen im Hause und auf der Galerie.) Bei namentlicher Abstimmung wird der Ge. setzentwurs in der Generaldebatte mit 224 gegen 71 Stimmen angenommen. Morgen Specialdrbattr. Telegraphischer Cnrl bericht am 10. März. Papier.«ente 69 50 — Silder-Rente 7406 -r- 1860er StaatS.«nlehen 103 75 — Bankaktien 971 — Lredit 238 75 — London 11140 — Silber 105— — 20- Francs-' > Stücke 8-87. Danksagung. Fiir die zahlreiche Beteiligung an dem Leichenbegängnisse deS Herrn .8van liliaui sagen allen BMeiUgten, insbesondere aber den Mitgliedern deS Citalnica- und Svkolvereins, dm Saugern der Citalnica, sowie cinck dem Kellnerverein innigsten Dank (172) die trauernden Hinterbliebenen. Größte bisher in Laibach dagewesene Auswahl aller bestehender AälMasllMkn-SystkMk in- und ausländischer Fabrikate, prämiiert auf der wiener Weltausstellung mit den höchsten Auszeichnungen zu staunend billigen Preisen unter reeller Garantie ist einzig und allein beim Äeferiigten. Taselbst auch beste Maschinenseide. Garne, Nadeln, Lele »nd fast alle zu den Maschinen gehörenden Apparate in großen Quantitäten billias ' ' —‘ - billigst zu liaben. (171-1) Franz Detter, Laiba», Judengasse. Wegen Veränderung des Geschäftes soll das jetzige Warenlager prompt geräumt werden, daher beginnt Sontitgiden 9. Man der (163-1 desselben bei Vinc. Woschnagg, Laibach, Hauptplah 237. 2 Stallungen tür je 6 und 8 Pferde mit grossen W agenreiuisen & Futterböden, mehrere geräumige sind von Georgi 1874 ab zu vei‘-miethen. Nähere Auskunft Wienerstrasse Nr. 4. CO E* co 3 .9 tc % E *3 ö L ■§ fl « MEYERS piU t» ritwm iutnttr Ankunft J*d^n stffv*1 d*r "i'npch&'kvi'i K—%ntmu u-A ,»u/ j4*i* A> a y # oaf^l dM* A’neer», btyrtf, M y ni—, I/mium, jfaAV oJ*r fntolckJichen Be*ct%ri