Krävumirattou» - prrisr: Für Laibach Äauzjährig . . . » ft. — kr. Halbjährig . . . L . — , Bierteljährig. . . 1 „ ö» » Monatlich . . . — , so , Mil ver Post: Ganzjährig . . . g fl. — kr. Halbjährig . . . 4 „ Lo , Vierteljährig. . . i , SL . Kiir Aufteilung ins Haus viertel- jährig 25 kr.. monatlich 8 kr. Einzelne Nummern S kr- Laibacher Lkdaklion: ^ohndosgasse Nr. 18'> Lkpr-ilion und Zuscralrn-Lukkau: Kongreßplatz Nr 81 (BuchHand!.'.:: g von I. v. Ltlcinmavr L F.Bamberg. Zoftrliousprcise: F!ir die einlvaltige Petit,eile S kr. bei zweimaliger Einschaltung ü .'.k>. dreimal L 7 kr. Jnsertionsstemvel jedesmal s«^ !r. Bei gröberen Inseraten und öster.r Einschaltung entsprechender Rabatt. Anonime Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. Nr. 15. Donnerstag, 20. Janner. " Morgen: Agnes I. 1870. Ein Rundschreiben des Herrn Landespräsidenten. (Schluß.) Sehr interessant ist die Stelle, welche das Verhalten des Klerus den Schulgesetzen gegenüber bespricht. Wir entnehmen daraus, daß sich nicht alle Seelsorger und R e! i g i on Sl ch r er° den neuen Einrichtungen angeschlossen haben, denn das Rundschreiben weiß dies nur der weitaus überwiegenden Majorität nachzurühmen. Wir entnehmen daraus ferner, daß von Seite der Geistlichkeit ein von dem Gesetze und den Weisungen der geistlichen Behörden abweichendes Verhalten vorge-kommen ist. Dieses Geständniß der Landesregierung wollen wir hicmit registrirt wissen sür den Fall, als der hochwürdige Klerus wiederum einmal ein Memorandum an das Ministerium richten sollte, in welchem er alle Anwürfe gegen ihn als „Lügen des Tag-blatteS" oder als „Denunziation des Gemcindera-thes" bezeichnen sollte. Diese Stelle des Rundschreibens ist übrigens mit Glaßeehondschnhen behandelt und es wäre sachdienlicher gewesen, wenn man den Renitenten, anstatt sie mit Glaßeehandschuhcn anzufassen, den Fehdehandschuh hingeworfen hätte. Das Rundschreiben tröstet sich damit, daß „so ein Fall nicht mehr Vorkommen werde" und will für den Fall des Vorkommens sich darauf beschränken, für den Religionsunterricht eine ausnahmsweise Stellvertretung zu veranlassen. Wir aber glauben, daß dieser Weg nicht der richtige ist, der Lehrer, welcher sich seiner Dienstpflicht in der Schule entschlägt, ist einfach aus Amt und Würde zu entsetzen, und es wäre traurig, wenn die Regierung nicht die Macht hätte, einen Geistlichen, der den Religionsunterricht verweigert, gesüge zu ma-! chen. Man macht dem renitenten Klerus gegen-^ über eben noch immer zu viel Federlesens. Wir! vermissen in dem Rundschreiben überhaupt eine Aus-^ forderung au die politische Behörde, dem Treiben des Klerus ein wachsames Auge entgegenzusctzen, i und wenn es dem neuen Ministerium Ernst sein will mit der Konsolidirung unserer Verhältnisse, so muß es mit Nachdruck daraus sehen, daß der über-! müthige Klerus in die ihm gebührenden Schranken,! in die Fassung und in den Rahmen allgemein gil-! tiger Gesetze zurückgewiesen werde. Die H eer es erg än z u n g ist anstandslos vor sich gegangen, Volkszählung n n d G r u u d-! st eue r r eg e l un g bedingen für Heuer einen bedeu-! tenden GeschästSzuwachö, den die Landesregierung! in zweckmäßiger Weise durch lithografirte Excm-^ plare von Jntimatioucn an die Gemeinden erleich-, tern will. ' ! D i e sl o v e n i s ch e S p r a ch e i m P a rteie n-! verkehr ist Wahrheit geworden, denn es ist! kaum eine einzige Beschwerde vorgekommen und auch! diese aufrecht erledigt worden. Auch dies wollen wir konstatirt wissen dem! landesüblichen Geschrei gegenüber von Unterdrückung! der slooenischen Sprache und der Nichtbefriedigung der Nationalitäten. Das Rundschreiben enthält anläßlich dieses Punktes eine Aufforderung an die Beamten, bei denen ohnedies zum weitaus größten Theile die slo-venische Sprache die Muttersprache ist, diese Muttersprache zu lernen und sich selbe schriftgewandt zu machen, und zwar in der laufenden Jahresfrist, da diese Befähigung bei der Be-l urtheiluug derQualifikatiou imDieuste, schlechterdings entscheidend sein wird.! So hat auch der Landesausschuß gedacht, als er! einen Konzipisten anstellte, der die Qualifikation für seinen Dienst nicht hatte, aber slovenisch kann; nicht so aber hat die Südbahndirektion gedacht, als sie erklärte, sie werde in erster Linie darauf sehen, daß der Beamte den Eisenbahndienst gut versehe, und erst in zweiter Linie, welche Sprachen er spreche. 'Nach dieser Erklärung des Rundschreibens über< ragen filologische Kenntnisse die Tüchtigkeit des Beamten, während wir bei Beamten lieber auf ihre Tüchtigkeit sehen würden, als auf die filologischen Kenntnisse in einer Sprache, die ohnedies bei dem zum weitaus größten Theile Muttersprache ist. Es ist dieser Passus entschieden die Achillesferse des Rundschreibens. Den Schluß bildet die lobende Erwähnung der Thätigkeit der Bezirkshanptniannschaften in der Frage der direkten Besteuerung. Das Rundschreiben verspricht außerdem einen Nachfolger anläßlich der durch das Landesgesetz vorn 2. Jänner v. I. angeordneten Zusammenlegung der jetzigen Ortsgemeinden in Hauptgemeiudeu von min. bestens 300(> Seelen, deren Durchführung dasselbe in kürzester Zeit hosst. Fassen wir das Sachliche zusammen, so wurden wir zu folgendem Resumö kommen: Die Durchführung der Gemeiudeautonoinie ist noch nicht zur Wahrheit geworden, das Straßen-und Kommunikationswesen liegt darnieder, die öffentliche Sicherheit ist trotz des Rundschreibens noch immer nicht befriedigend, der Schulbesuch nimmt ab, die Geistlichkeit zeigt sich in einzelnen Fällen noch immer renitent gegen das Gesetz, die Kenntniß der Muttersprache entscheidet schlechterdings über die Befähigung der Beamten, — das sind die Schattenseiten ; — Heeresergänzung und Besteuerung sind glücklich durchgeführt, die slovenische Sprache ist im Parteienverkehre eingeführt, Volkszählung und Grund- Jeuilleton. Der Schmuck. Original-Roman von Anton Heinrich. Lrster Weil. 7. Vor dem Assessorium. (Fortsetzung.) Er hat den Verstand verloren, bemerkte etwas leiser der neben dem Major sitzende Hauptmann Pekouc. Sie irren sich, Herr Hauptmann, fiel Eichhart ein, ich habe ihn wiedergefunden. Dabei wendete er sich plötzlich an das Mädchen. Sie kennen doch den Lord? Aber Adele blickte dem Lieutenant erstaunt in das lachende Gesicht. Eduard, ich verstehe Dich nicht, entgegnete sie mit hinreißender Zärtlichkeit. Ich aber fange an, zu begreifen, und Eich-hart schwieg ruhig. Auditor Schön hatte aus den Händen des Polizeikommissärs eine Schatulle ent-gegengenowmen und sie auf den Tisch des Präsidenten gestellt. Jetzt besichtigte er dieselbe und lenkte auch die untersuchenden Blicke der Uebrigen aus sie, während er ans dem Protokolle jene Stellen verlas, welche man aus der Anzeige des Lords in dasselbe ausgenommen hatte und welche das Signalement des Schmuckes bildeten. DaS Etui war aus gepreßtem Leder gefertigt, aus den Ecken schlängelten sich durch schön gruppirtes Laubwerk die Kreisel von Fäden der Weinrebe und verliefen sich in der Mitte. Die Beschreibung des entwendeten paßte aus dieses Etui genau. Man öffnete es. Da lag aus weichem, roihem Sammt der blendende Schatz. Stück für Stück wurde hervorgezogen und betrachtet, während der Auditor ihre Beschreibung aus dem Protokolle verlas, und' da stellte sich nun jedes Objekt als das bezeichnet dar. Wie funkelten die Diamanten der Ohrgehänge, der Armbänder, wie strahlte der Karfunkel in der Mitte des Kolliers, das noch an dem Halse einer Herrscherin sich fragen konnte, ob cs wohl auch am rechten Platze, an einer würdigen Stelle prange. Wohl mancher der Beisitzer sagte sich im Stillen, es sei kein Wunder, bei dem Anblick so verwirrender Herrlichkeiten den Verstand zu verlieren und sie unbekümmert um die Folge zu entwenden. Und für ein solches Wesen, wie das vor dem Assessorium stehende Mäd- chen, konnte ein Mann von poetischem, wie man es nannte überspanntem Gefühle sich dieses Verbrechens schuldig machen. Und dcn Major erfaßte in diesem Momente sogar eine Art Mitleid mit Eichhart. Doch bald wich dasselbe der richtigeren Erkenntniß, daß nach dem Werthe dieser Kostbarkeiten auch die Verworfenheit des Diebes gemessen werden müsse. Und fest stand es nun einmal, Eichhart hatte dcn Schmuck entwendet; war ja der Lord im Abreisen begriffen gewesen, als der Oberlieutenant einem Gefühle der Schwäche nachgab, wie leicht konnte der Engländer die Stadt verlassen, ohne den Verlust der Juwelen zu bemerken, und wenn dieses geschah, so war es ihm unmöglich, mit Bestimmtheit bei den Behörden in Venedig zn klagen. Kurz, dem Major leuchtete die Möglichkeit ein, daß Baron Eichhart, dessen Benehmen ja nach der Abreise des Lord Lamborough allen Kameraden ausgefallen war, das Verbrechen begangen habe. Er theilte seine Meinung dem rechts von ihm sitzenden Hauptmann Pckouc in der Stille mit, dieser sagte sie dem an seiner Seite plazirten Oberlieutenant, und so wanderte das vernichtende Urtheil zu allen Mitgliedern des Assesso-riums. Hierauf verlangte der Präsident vom Auditor, die Untersuchung zu Ende zu führen. fteuerregelung versprechen erfolgreich durchgeführt zu werden, — das sind die Lichtseiten unserer Zustände. Man sieht, die politische Behörde hat noch ein recht dankbares und weites, brachliegendes Feld ihrer Thätigkeit vor sich. Der Herr der Situation. Unter diesem Titel bringt die „Grazer Tgpst." eine interessante Korrespondenz auö Wien über das Getriebe in den höheren maßgebenden Kreisen gelegentlich der Ministerkrise. Es heißt daselbst: Die Hospartei stand, als das Herrenhaus die Adrcß-debatte begann, auf Seite der Miliisterminorität, war aber der Meinung, cs müsse die Demission des ganzen Ministeriums angenommen werden. Man ging dabei von der Ansicht aus, daß weder das Memorandum der Majorität, noch das der Minorität positive Vorschläge enthalte, welche ein sicheres Resultat erwarten ließen. Da ergriff jener Mann die Initiative, dem in der letzten Zeit bald offen, bald versteckt der Vorwurf gemacht wurde, er arbeite hinter^ dein Rücken der Minister der Reaktion in die Hände. Er sah voraus, daß die Anschauung der Ministermajorität in beiden Häusern des Parlaments die Majorität für sich haben werde, und verhinderte, daß eine Entscheidung getroffen wurde, welche das Mißtrauen in ungewöhnlicher Weife zu wecken im Stande war. Im Verlaufe des Samstag hatte Graf Beust nicht weniger als vier Audienzen beim Kaiser; er setzte es durch, daß die Dimission der Minister Taaffe, Potocki und Berger angenommen und Herrn v. Plener die provisorische Präsidentschaft und die Ergänzung des Kabinets übertragen wurde. Welche Motive ihn dabei leiteten? — Daß der Weg, den die Ministermajorität weiter wandeln will, der richtige sei, — daß das Programm, welches in dem Festhalten an der Dezemberverfassung, wie sie ist, gipfelt, das staatsmännisch beste sei, das glaubt Graf Beust nicht. Auch, daß durch die Wahlreform, wie sie Dr. Giskra vorschlägt, eine wirkliche Kräftigung der Volksvertretung erzielt werde, zumal wenn die dissentirenden Völkerstämme nicht darauf eingehen, ist nicht seine Ueberzeugung. Was also veranlaßte den Reichskanzler, sich für die Ministermajorität zu verwenden? Die Antwort ist nicht schwer. Dieser Schritt machte ihn wieder zum Herrn der Situation. Er zeigt der erstaunten Welt, daß er noch immer das volle Vertrauen des Kaisers besitzt, und hat zugleich einen Einfluß auf das zisleithanische Ministerium gewonnen, wie er ihn kaum vorher besessen. Doktor Schön wendete sich an den Angeklagten : Oberlieutenant Baron Eichhart, sind Sie des Ihnen zur Last gelegten Diebstahles geständig? Nein. Kennen Sie dieses Mädchen? Nein. Kennen Sie diesen Schmuck? Ja. Woher? Ich habe ihn einmal bei Lord Lamborough gesehen. Trug ihn die Lady? Ich habe es nie bemerkt. Wissen Sie, ob ihn der Lord in Venedig gekauft hat? Nein. Man hatte bei der schnellen Aufeinanderfolge der Momente dieser erschütternden Sitzung nicht an die Beeidigung der Adele Sonelli gedacht. War diese auch noihwendig, da die Bestätigung ihrer Wahrhaftigkeit in dem Vorhandensein des Schmuckes lag? In den vorgehenden Verhören hatte Auditor Schön eine sorgfältige Umsicht und Allseitigkeit entwickelt, wie in keinem ändern Prozesse, und nicht allein das erhöhte Interesse, das der enorme Betrag Die Vorgänge in Paris. Die Regierung fürchtet offenbar, daß sich die Szenen der Aufregung, die sich schon zugetragen haben, wiederholen dürften, und es heißt daher, die „Hg,ut,6 omir" werde nicht in Paris, sondern in Versailles ihre Sitzungen halten. Der „Gaulois" vom 18. meldet: „Der gestrige Ministerrath beschloß, einen Gesetzentwurf, welcher die kaiserliche Familie den allgemeinen Strafgesetzen gleichmäßig unterwirft, vorzulegen." Rückwirkend wird aber der Gesetzentwurf in keinem Falle sein, und so wird Prinz Pierre Bonaparte jedenfalls ^es heißt Mitte Februar) vor den „hohen Gerichtshof" kommen. Der Prinzessin Peter Bonaparte sind, wie der „Figaro" meldet, seit mehreren Tagen anonime Briefe zugegangen, welche Todesdrohungen gegen ihre Kinder enthalten. In Folge dieser Drohungen hat es die Prinzessin für gerathen gefunden, ihr Haus in Auteuil zu verlassen und sich zu bewährten Freunden nach Paris zu begeben. Der Abgeordnete Grevy, von der Linken, hat zur Geschäftsordnung ein Amendement eingebracht, welches einstweilen an die Kommission verwiesen ist und wie solgt lautet: „Die Polizei der Sitzungen und des Sitzungspalastes wird von dem Präsidenten versehen, welcher das Recht hat, die dienstthnende Wache direkt zu reqniriren und ihr die nöthigen Befehle zu geben." Es ist dies die Wiederholung des bekannten Antrages der Qusstoren vom November 1851, und man glaubt, daß das Ministerium sich dem um so weniger widersetze» werde, als Graf Daru damals zu denjenigen gehörte, welche diesen Antrag auf das lebhafteste unterstützten. In Folge der Einwilligung des gesetzgebenden Körpers zur gerichtlichen Verfolgung Rochesorts fanden einige vereinzelte Demonstrationen statt. Es verlautet darüber: Am 17. d. M., Abends um 6 Uhr, stieß eine vor den Zugängen zum Palais Bourbon stehende Bande von 400 Individuen die Rufe aus: „Es lebe Rochefort! Es lebe die Republik! Nieder mit Ollivier!" Die durch Stadtsergeanten zerstreute Bande begab sich vor das Redaktionsgebäude der „Marseillaise" und stieß dort dieselben Rufe aus. Eine andere Bande von 200 Individuen durchzog um dieselbe Stunde unter aufrührerischen Rufen die Rue St. Denis. Gegen 11 Uhr durchzog eine zumeist aus jungen Leuten und Kindern bestehende Bande unter Absingung der Marseillaise und den Rufen: „Es lebe Rochefort!" den Faubourg Montmartre. Die Bande wurde durch einige Etablissements-Besitzer und die Vorübergehenden selbst mit Stöcken zerstreut. Um Mitternacht durchzogen starke Kavallerie-Patrouillen im Schritte die des entwendeten Gutes bei dem ganzen Offizierskorps erregte, sondern vielmehr das Psichologische des Falles, seine Verwicklung und die Theilnahme an dem Angeklagten hatten den wackern Mann zur Anstrengung aller Energie getrieben. Dazu war die schmeichelnde Hoffnung getreten, Wolken von dem Glanze der Unschuld zu verscheuchen, an der zu zweifeln ihm fast selbst ein Verbrechen gedünkt hätte. Und nun sah er sich getäuscht. Aber von so unglaublicher Verstellungskunst war sein Mitgefühl zertreten und eine Art Scham bemächtigte sich seiner. Und stand Eichhart jetzt nicht ruhig vor dem Untersuchungsrichter, weil ihm die Vergeblichkeit jede« Widerstandes einleuchtete? Keine Waffe war dem Gebrandmarkten geblieben, als die erbärmlichste, die einfache Ableugnung. Nach kurzer Rücksprache mit dem präsidirenden Majore wurde das Verhör geschlossen. Als dem Mädchen bedeutet wurde, sie könne sich entfernen, wandte es sich an den Baron. Eduard, mein Herz schauderte, als ich vernahm, daß Dein Geschenk gestohlenes Gut sei, aber eS hörte nicht auf, Dich zu lieben, so gebieterisch auch mein Verstand dagegen austrat. Ich bin unglücklich mein Leben lang, wie Du, verzeihe und lebe wohl. Dabei zitterte ihre Stimme, Thränen brachen aus den schönen Augen, und die eigene Bewegung sagte jedem, Boulevards und zerstreuten Rotten von Stadtsergeanten die Ansammlungen. Gerüchtweise verlautet, der Prozeß Rochefort werde Sonnabend vor dem Zuchtpolizeigerichte verhandelt werden. Rochefort hielt vorgestern auf dem Boulevard Sebastopol vor einer zahlreichen Menge eine Rede, worin er gleichsam Abschied nahm; er verhehlte nicht, daß ihm eine langjährige Gefangenschaft bevorstehe, und sprach dabei die Hoffnung aus, daß es bald zur Proklamirung der Republik kommen werde. Politische Rundschau. Laibach, 20. Jänner. Die fünf Minister waren vorgestern Nachmittags zum Kaiser beschicken, um sich dem Monarchen vorzustellen. H^ran schloß sich gegen 4 Uhr eine M in i st er k o n fer en z, in welcher die Haltung der Regierung während der Adreßdebatte im Ab-geordnetenhause festgestellt und dem „W. T. zufolge beschlossen worden sein soll, daß keiner der Räthe der Kronc das Wort zu ergreifen habe. (Hoffentlich bestätigt sich diese Nachricht nicht, sondern wünschen wir, daß das Ministerium mit einem festen und vollen Programm vor den ReichSrath trete.) Die „Presse" meldet: Es tritt immer deutlicher hervor, es handle sich nicht um eine Komple-tirnng, sondern um eine Neubildung des Kali in et s. Dies wäre konstitutionell ganz korrekt weil ein neues Kabinet die Möglichkeit böte, das starre „von xobsumus" des Majoritätsmemorandums zu modifiziren. Für die Ministcrpräsident-schast werden Adolf Auersperg, Hafner und Giskra genannt. Mit Möring und Kaiserfeld fanden keinerlei Unterhandlungen statt. Im ReichSrath legte der Handelsminister gestern die österreichisch-englische Nachtragskonvention zum Handelsverträge und den österreichisch-sächsischen Vertrag betreffs einer Eisenbahnverbindung beider Länder vor. Die Adreßdebatte hat begonnen. Die Abgeordneten ans Tirol, der Bukowina, Krain, Südsteiermark, Görz und Graf Dürkheim des mitgetheilt: In der Untersuchung wegen der in Jantfchberg nnd Josefsthal verübten Gewalttätigkeiten hat die Staatsanwaltschaft die Anklage wegen Verbrechens der Erpressung mit Entlassung von 26 Verhafteten aus der Haft beantragt. Das Lan-desgericht in Laibach hat jedoch in der Handlung der Untersuchten das Verbrechen des Raubes erkannt und gegen 32 derselben hiernach den Anklagebeschluß auf Raub, unter Fortdauer der Haft am 2. November 1860, Zahl 7549, geschöpft. Ueber die dagegen von der Staatsanwaltschaft ergriffene Berufung ist dieser Anklagebeschluß vom Ober-Landesgcrichte am 21. Dezember 1869, Zahl 15.856, dahin abgeändert worden, daß obige 32 Untersuchte nicht wegen Ranbes, sondern wegen öffentlicher Gewaltthätigkeit durch Erpressung in Anklage gesetzt werden, daher anch 26 derselben auf freien Fuß zu setzen seien. Die Schlußverhandlung wird daher gegen 32 aus obigem Titel, gegen weitere 26 Angeklagte wegen anderen strafbaren Handlungen demnächst statthaben. ____________________________ Verstorbene. Den 19. Jänner. Maria Kastcllic, Inwohnerin, alt 50 Jahre, und Maria Jager, Magd, alt 31 Jahre, beide im Zivilspital am Lungenödem. — Gertraud Jelovcan, Magd, alt 32 Jahre, im Zivilspital am Morbus Brightii. — Dem Herrn Leopold Schittner, Aintsdiener der Südbahngesellschaft , seine Gattin Anna Maria, starb im 38 Jahre in der St. Petersvorstadt Nr. 22 an der Bauchfell' entzündung. Theater. Heute: Norma, Oper i» 3 Akten. Morgen: Der LiebeSzauber, Operette, und: Die hat ihr Herz entdeckt, Lustspiel. Herr Bernhardt von Wien als Gast. Witterung. Laibach, 20. Jänner. Anhaltend bewölkt. Nachts nnd Vormittags schwacher Schneefall. Ruhige Luft. Wolkenzug aus SO. Wärme: Morgens I> Uhr — 2.0", Nachm. 2 Übr 0.4". Barometer 327.04"', im steigen. Das gestrige Tagesmit-tel der Wärme — 0.3", uni 1.3" unter dem Normale. Ängelommene Fremde. Lin 19. Jänner. Schranz, Ingenieur, Wien. — Reuker, Kaufmann, Wien. - Lichtenstern, Agent, Wien. — Se-ranc, Kaufmann, Wien. — Zander, Ingenieur, Wien. — Kornhauser, Kaufmann, Wien. — Eisenzopf, Handelsmann, Gotischer. — Bresnik Margareth, Kanfmanns-Tochter, Riegg. ^ Kralowsky, Kaufm., Wien. — Sandor, Siofok. — Kazda, Bauinspektor, Wie«. — Popup, Privat, Triest. — Ogrinz, k. k. BezirtShauptm., Loitsch. — Blau, Kfm., Ka-uischa. Br. Roschütz, Unterkrain. — Baronin Roschütz, Unterkraiu. - Fritz, Oberingenieur, Oberkrain.— Lahn, Oberinspektor, Triest. — Meißel, Baninspektor, Wien. — Novak, Dechant, Äraiuburg. - Nolli, Obcrlaibach. Höfliches Ersuchen. Es diene unseren p. t. Xomitkenten in I-sibsob zur gefälligen Kenntniß, daß für die Folge die Firma: MESSSlZMLUSVI» Speditionsgeschäft dort uilscrc Interessen vertreten, das Jukasso besorgen und jede gewünschte Auskunft ertheilen wird. (29—1) Hochachtend I^l/itnai L Lomp., Bank- n»S Wcchselgeschäft, p 681, 3 v 8 et 8 plat r A r. S. Aerztliche Empfehlung. Die Stolltverck'schen Brustbonbons haben vor allen ändern gegen Heiserkeit, Husten rc. empfohlenen Mitteln den ganz besonderu Vorzug, daß sie, nur aus Zucker und Hflauzensästen bestehend, vom Körper leicht affizinirt werden und die Verdauung nicht storeu. Sie werden nebenbei vou Kindern uud zarte» Personen gerne und mit Erfolg genossen, wie ich mich selbst durch Versuche in dem unter meiner Leitung siebenden Hospital überzeugt habe. (379—3) Breslau, 21. Februar 1847. Dr. Bürkncr, prakt. Arzt, Wundarzt rc. Man findet die Stollwerck'schen Bruslboubons echt in versiegelten Packeten mit Gebrauchsanweisung ä 30 Nkr. in H bei H. I. Hraschowit',, in bei Math. Fürst Lohn. "MS ^ Epileptische Krämpfe ÄE" (Fallsucht) (16-12) Wk" heilt brieflich der Spepcilarzt für Epilepsie ÄE" Doktor «. ILIIII*«-»» in Berlin, Mittel-straße 6. — Bereits über Hundert geheilt. Wiener Börse vom IS. Jänner. Marktbericht. Rndolfswcrth, 18. Jänuer. Die Durchschuitts-Preise stellten sich auf dem heutigen Markt, wie folgt: fl- kr. fl- kr. Weizen pr. Metzen 4 70 Butter pr. Psuud . — 48 Korn 3 10 Eier pr. Stück . . — iz Gerste „ 2 90 Milch pr. Maß - 10 Hafer 1 70 Rindfleisch pr. Pfd. 22 Halbfrucht „ 3 70 Kalbfleisch „ — 26 Heiden „ 3 2" Schweinefleisch „ — 24 Hirse „ 88 Schöpsenfleisch „ — — itukurutz „ 3 — Hähudel pr. Stück. — 30 Erdäpfel 1 40 Tauben „ — 22 Linsen 4 80 Heu pr. Ceutuer . 1 50 Erbsen 4 80 Stroh „ 1 10 Fisolen 4 80 Holz, hartes, pr. Klft. 7 — RiudSschmalz Pr. Pfd. — 45 — weiches, „ — — Schweineschmalz „ — 40 Wein, rother pr. Speck, frisch, — 30 Eimer 6 Speck, geräuchert, , — 36 — weißer 5 , St»a>takk»»as. Geld Ware zverc. österr. Wäbr. .! —.— — dto. Rente, öst.Pap. 60.25 »0.30 dto. dto. öst.inSilb. 70.30 7».40 eose von 1854 . . . 8».- 89.5» öose von 1860, qanze 88.30 88.50 Lose von 186», Füllst.! 105^ Prämiensch. v. 1884 , Orun^olltl.-Vd!. Steiermark zuSpCt, liärnten, Kram u. Küstenland 5 „ Ungarn. . zu5 » Kroat. n. Slav. 5 „ Siebcnbürg. „ 5 , Lotto» Nationalbant . . Creditanstalt Gedenktafel über die am 2 2. Iän 11 er 1 8 7 0 stattfindenden Lizitationen. 1. Feilb., Stibil'sche Real-, Ustja, 970 fl., BG. Wippach. - 1. Feilb., Zigar'sche Real., Podraga, 988 fl., BG. Wippach. — 1. Feilb., Fegec'sche Real, Sturja, 355 fl, BG. Wippach. — I. Feilb., Berue'sche Nußdorf, 700 fl., BG. Adelsberg. — 1. Feilb , Zalokar'sche Real., Bründel, 303 fl., BG. Gurkselo. — 1. Feilb., Oberc'sche Real., Zabukuje, 1232 fl., BK. Gurkfeld. - 1. Feilb., Pestel'sche Real., Podraga, 1000 fl., BG. Wippach. ,17.50 >>7.75 82.50, 83.50 Sk.— ' 84.— 78.-^ 79.75 83.50 84.— 75.— ! 75.L0 ! 733.-735. 257.40 257.60 N. ö. EScompte-Ses. 803.— 8»s. Knalo-österr. Bank . 310.25 310.75 Qest. Bodenercd.-A. . 288.- 30».-Oest.HyPoth.-BaiU 85.^ 87.-Steier. EScompt.-Bi. —^ —.— Kais. Ferd.-Nordb. . 2152 215.-) Südbabn-Gelcllsch. - 248.— 248.2« Lais. Llisabetb-Bahn. 184.25 184.75 Sarl-Ludwig-Bah» 238.— Ls» 50 Siebend. Eisenbahn .165.50 166- ,----------- - . 184.50 185.— 178.50 17!» SO 170.25 17>,.5N ! k5s.nrtsko. Ration. ö.W. verloSb.! SS.25 83.5» Uns. Bod.-Crrditanst. 90.50 81.— Ma.öst.Bod.-Sredit. 107.25 107.75 dto. m LSI.rückZ- .! 88.75 88 25 Geld Ware L^efi. Hyvorb.-Lank . 88.— 88.50 Südt.-Gei. ,u 500 Fr. I2I.3» 121 60 dto. Bons 6 »Ct. 244.50 245 so Nordd. (1»0fl. CM.) 81.75 92.— Sieb.-B.(Suofi.ö.W.)! 90.25 80.75 AiidolsSb.<300st.ö.W.) 82.— 82.50 Franz-Jos. (20» st.S.)! 82.80 83.40 I-oss. Credit 100 fl. ö. W. . 15,7.50 158— Don.-Dampisch.-Oes. zu 100 fl. >LM. . . 86.- 97.— Triester 100 fl. CM. . 124.— 126,-dto. 50 st. 0.W. . 63.56. S4.S0 Os-ner . 4» fl. ö.W.! 33.- 34— Salm . , 40 „ ^ 42.— 43.— Palffp . „ 40 , 3».S0 31.— Clarv . „ 40 „ ! 37.— 38,— St.Genois,, 4V „ 32.50 33.50 ??ilitikchgrä? 20 „ 20.— 21.— Waldstein . 20 , 21.50. 22.5» Keglevich . 10 „ 15.— 15.50 RudolsSstist. 10 ö.W. 16.- 16.50 Vsods«! <3 Mon.) AugSb. 100 fl. Md. W. Franks. 100 st. , „ ,ondon 10 Ps. Sterl. Paris 100 Franc» . ALmo». Kais.Mün»-D««ttc». 20-FrancSst>i