LmbllchelWMtmlg. «^K. ^ >»sl» Pränumelationspvci«: Im Comptoir ganzj. UsH» > / »H fl. il, halbj. fl. 5.50. ssür dic Z»stcNi»ia ins Hau« "V»l * ^. » »F « haibj. 5,1 l^. Mit der "Post ganzj. si. l5, hall'j. fl. 7.5U. Dolluersta.,, 2. 'Anglist I»s«rti onlgebühi diö 10 Zeill,,: !mn< «0 lr., 1^^!4» 2m.X«Iv.. Zni.l sl.l sonst pr.Zcilc im. i!.»t»., I_s^ W» 3m. 10 l,-. u. s. w. Inscrtionestcmpel jedcsm. 30 l». Zlnlllchl'l' T^il. «3c. k. t. Apostolische Majestät haben dein Obersten des Generalstabes Joseph Vccsey dc Vccsc et Böröllyö Isägfa die Kälnmcrerswürdc allergnä» digst zu verleihen geruht. Se. k. k. Apostolische Majestät haben mit Aller- höchster Entschließung vom 25). Inli d. I. dem Groß. hiindlcr A. Kand nth die Annahme des ihm über- tragcueu Postens cincs Vicccousuls der argentinischen Ncpnblit in Fiumc allcrgnädigst zn ertheilen geruht. 3uchlamllichel Theil. vaibach, 2. August. Bis zur Stunde ist eine officiellc Bestätigung vom Abschlüsse des Waffcn st illstan d cS mit Italien, von dem die Wiener Blätter bereits zu melden wuß- ten , nicht eingelangt. Gestern in später Abendstunde halte uns der Telegraph statt der Nachricht vom Ab- schlusse des Waffenstillstandes nur die von der Ver- längerung der Waffenruhe auf acht Tage gebracht. Dicfer provisorische Zustand dauert somit weiter bis zum 10. d. M.; uach Ablauf dieser uerläugertcu Waffenruhe stehen wir dann abermals an der Frage: Friede oder Forlsetzung deö Krieges? Dicsc Fragc dürf- ten wir heute fchou mit der uachstehcudcu Mclduug der ..Dcb." zu bcautworteu iu der Lage sein, die in acht Tagen vermuthlich eben so richtig sein wird, als sie es gestern war. Diese Nachricht lautet: „Das Florentiner Cabinet zeigt sich noch nicht geneigt, die Waffenruhe iu eineuWaffcu» slillstaud zu vcrwaudcln. Victor Emauucl erklärt, er liinnc leinen Frieden schließen, ohne daß die Waffen Italiens nicht wenigstens einen Sieg errungen hätten, ^btll so wenig entspreche es der Ehre seines Landes, klne Provinz geschenkt zu crhaltcu u. s. w. Im Hin. "llck auf diefc Thalsachen gehört es nicht zu den Un» "'Üglichlcitcn, den Klicg zwischen Oesterreich und Ita« l'cn wieder demnächst aufgenommen zu sehen." Der Kaiser von Frankreich scheint demnach seinen ^"fluß iu Italien, den er im Sinne des Friedens und b" billigen Anforderungen geltend zu machen suchtc, 'vorauf sich auch die Mission deS Prinzen Napoleon bezog, mehr und mehr eingebüßt, wo uicht gänzlich ver« °len zu haben, oder der französische Einfluß auf Ita» "en bedarf — nach dem Ausdrucke einer Pariser Cor- ltsftondcuz der „A. A. Ztg." — schon der Uuterstützung de» Grafen Vismarck. ^ ^ndeß beginnen wenigstens die officiöscu italienischen "latter, die noch bis vor Kurzem in das Geheul der Ncsammlen italienische!, Presse mit eingestimmt haben, "ercils klein beizngcbcn nnd von den bis mm gang« uaren Fräsen „Krieg mit Oesterreich bis ansS Aeußcrslc," "Rendezvous mit dem preußischen Heere vor Wien" s^!' w. findet sich darin keine Spur mehr. Man,' i^clnt eben eine vernünftigere Auffassung deS cigcnt-! Hen Sachucrhallcs gewonnen zu haben und Willenö die !'"' ^ Publicum vor Ucbcrschätzung der Kräfte, j °^ Regierung zu Gebote stehen, zu warncu. wie ^' ^'^ „Opinioilc" ihrcu Lesern auSciuauder, Nlnll""" ^.^' ^."' ursprüngliche Zweck, desfcn Rcalisi- Krie '""" ^^^ ""^ ^""" langen nnd kostspieligen .,Plo^'^ ein großes Glück betrachtet haben würde, iener - "'"'^ s^, freilich ohne daß irgendwo ciuc ^ l Militärischen Leistungen stattgehabt habe, die cinc ^^ ^ uud eine Nation stolz machen." Man darf wohl l,cit« """ """ ^escm Gestäuduiß, daS iu seiner wahr- ^ s^lrcueu Bescheidenheit seltsam von den bombastischeu von , "^" ^"' ^lalicncr überhaupt und namentlich nlte nl""l'che" Rodomoutadcn Garibaldi's absticht. Der ti„.,, /"uarbas, dcsseu persönliche Lcituug auch uicht d°.. ., °"l)cil in Süd-Tirol zu erziele» vermochte uud wurde ^""ml überall von der Minderzahl geschlagen eine ^ ^lblödct sich nicht, in seiner bekannten Weise in s^, °5.?""liou zn erlasscu, in der er den Tricntcrn vm' a !?'" W°"cn dic Lüge zuruft, Ocslcrrcich sei i" die ^l,^. ^"'ppcn iiu Vcucziauischcu besiegt uud Hänger Gll^ Ncschlagcn worden. Wcnu dic eigenen An- Schwacklm!/ '" lctztcr Zeit einen schwadronirendeu verwenden sei"7"'"' ^cr nur mchr als ..Poseur" zu Wallonen wolll ^'"'^l ihre Ansicht in solchen Procla- ""l die dcslc Bestätiguug. Chronik >cr Aricgnrrignil'sc. '.'lach d»'»i prruszischril „Staalsauzcigcr,^ Nach dci' Schlacht bei Königgrätz am .». Juli. Richtung der I. Armee (uulcr Sr. Majestät dem Könige und dcm Prinzen Friedrich Carl) ans Brunn, der 2. Armee (unter dem Kronprinzen) ans Olmütz und dcS Elbccorps (untcr General Hcrwarih von Bittenfcld) auf Iglau (mährische Grenzstadt auf dcm geradesten Wege uach Wien) z». 8. Juli (Vormitlagsajor hr). Prag vou preußischen Truppen untcr Gcueralm l» Uv. Rosenbcrg-Gruszczynski beseht. 9. Juli (Nachmittag 1 Uhr). Vcilcguug dcS könig- lichen Hauptquartiers von Pardubitz uach Hohcumauth (in Vöhmcu). 10. Juli. Die ^. Armee (Prinz Fiicdrich Carl) überschreitet die mährische Grenze an verschiedenen Punkten uud geht iu südöstlicher Richtung vorwärts. Gefecht bei Saar (in Mähren, unweit der böhmischen Grenze) zwischcn der preußischen Aoaulgcndc (Uhlaucn) und üstcr- reichischcn Hnßarcn. — Verlegung des königlichen Haupt« quarticrs uach Zwittau (in Mähren). ^ Nachdem die von Eisenach westwärts auf Fulda zurückcndc prcnßischc Maincnd'. DaS löilig- !lichc Hauptquartier vou Zwitlau nach Czeruahora (iu Mähren, 5 M. südlich von Zwiltau und ^; M. uördlich vou Brunn, auf dcr Straße uach Arüun) verlegt. 13. Juli (Vormittags). Preußische Truppcu ziehen >in Komotau und Tcplitz ein. — Das königliche Haup^ qnarticr nach Brunn vcrlcgt. Sc. Ntnjcslät der ölönig zieht in Bcglcitnng des Prinzen Carl, des GroßhcrzogS vou Mccklcnlinrg'Schwcrin n. a. um ^; Uhr Nachmit' tagS iu Brüun ein. — (Abends) Gefecht bci Laufach ^(1'/2 M. nordöstlich von Aschaffcnburg). Die Brigade Wr^ugcl (vou !?cr Division Gocbcn) schlägt dic angrei- fende darmstädtifchc Divisiou zurück. z Oesterreich. ! Wien, 31. Juli Se. Majestät dcr Kaiser ge- ruhte gcstcrn dic Dcpulirlcu dcr Präger Stadtvcrtreluug, dic Ncrrcu Bächcr, Dr. Branncr und Dr. Ricgcr, in z bcsoudcrcr Andicnz zn cmpfangcu. Ueber dcu Vcrlans dcr Audienz ist das „Vaterland" in dcr Lage folgende Details mitMhcilcn: Dr. Brauner erklärte, er sei von >dcr Repräsentanz dcr Sladt Prag, dic immer, in Ta< gcu des Glückes uud Uuglücks, treu zn dcin angcstamm< ten Hcrrschcrhausc gcstaildcn, cnlscndct worden, um an i dcn Stufen dco Allerhöchsten Throncö ciu trcncs Bild dcr Leiden der Stadi zu cutwcrfcu. Dic Hilfsquellen !dcv Sladt seien erschöpft, und dic Gcmcuidc »vnrdc vielfach gezwungen im Wcgc des Credits dic Mittel hcrbcizuschaffcn, die die Stadt in die Lage setzen, den feind- lichen Anforderungen zu cntsprcchcu, dic selbst in den letzten Tagcu, iu Folge cincs ucrhäugnißvollcu Zwi- fcheufallcs bci ThcrcsicustM, iu erhöhtem Maße gestellt wcidcu. Dic trcugchorsamstc Stadt Prag uahc daher dem A. h. Throuc niil dcr Bittc, Sc. Majestät möge in Berücksichtignng dcsscn, waS dic Commuue über ihre Kräfte zu tragen habe, dcr bedrängten Stadt eine eut« sprechende und rasche Hilfe angcdeihcn lassen, und dies !um so mchr, als die Stadt Prag selbst nach dem Ab» zugc des Feindes dic begonucncu Bantcu uicht uuter- l brochcn töliue, da diese dcn zahlreich verarmten Einwoh- nern dic nöthigen Snl'sistcnzmittcl verschaffen müssen. !So schwer drücken dic gegenwärtigen Verhältnisse auf ^alle Classcn dec Bevölkerung, daß viele Gcwcrbslcuts, die sonst namhaft Steuern leisten könnten, jetzt im Dienste ^ dcr Commune als Stadtwächtcr dicncu, freilich auf eine solche Wcifc, daß sic durch ihre Localkcuutuih, Rührig- kcit und Zuverlässigkeit dic wcrlthätigstc Theilnahme 'dcr Bevölkerung bci dcr Aufrcchthaltuug dcr Ordnung und Rnhc finden. Bci dicfcr Gelegenheit gab Dr. Rie« gcr dcm schmerzlichen Gefühle Ausdruck, daS dic Ver- 'dächtiguugcu gewisser Wiener Blätter iu Prag und in Böhmen wachrufen müsscn. Sc. Majestät geruhte in huldvollster Wcisc die Deputation zu empfangen uud etwa ! Folgeudes zu erwidern: „Mit blntcndcm Herzen gedenke Er dcr Lcidcn, dic Sein geliebtes Königreich Böhmen und die treue Stadt Prag betroffen haben, es wcrdc ! Gegeustand Seiner eifrigsten Vorsorge wcrdcu, dem schwer heimgesuchten Lande raschc uud ausgiebige Hilfe zulom» mcu zn lassen. Die Verdächtigungen dcr treuen Beoöl< lcruua, Böhmens habe Er nie beachtet, im Gegentheil bcwnndcrc Cl' dic wiirdigc, loyale, sich selbst vcrlen» gncnde Haltung der Stadt Prag uud des gesummten Landcs." Nachdem Se. Majestät an die einzelnen Mitglieder dcr Dcputatiou bcsouderc Fragcu über dic Zustäudc iu Prag und Böhmen gerichtet hatte, geruhte Er dicsclbcu in huldvollster Wcisc zu entlassen. Dic in lldi»e erscheinende „Industria" zeigt cm,^. daß dic österreichischen Vehöldcu am 21. d. M. der Municipalität dic vcrschicdcncn Dicasterien übergeben habcn. Dic Bureaux dcr Polizci, dcr Delegation uud dcö Fiuanzauttcs luurdcu piovisorisch geschlossen. Die Justiz- und Postämter fungircn noch. In aller Eile wnrdc cine 100 Manu starkc Sichcrchcitswachc gebildet, um die Ruhe und Orduuug aufrecht zu crhaltcu. ! Aus Sacilc wcldct dasselbe Blatt, daß die ita- lienischen Militärbehörden sich iu dic Civilvcrwaltung dcr vou ihucu occupirtcn Provinzen uicht mischen. In ,Folgc dessen habcn cic Äiunicipalitätcu in Padua uud >Trcoiso Ausschüssc zur Lcitung dcr Tagcögcschäfte cr< uauut. Dicsc ?lnsfchüssc haben dic Mehrzahl dcr bis- hcrigcn Bcamtcu aufgefordert, im Sinne dcr österrcichi« schcu Gcsctze bis auf wcitcrcs Amts zn handcln. Städtische Sichclhcitswachcn wnrdcn aller Orlcn organifirt nnd diejcuigeu mit Arrcst bcstrast, dic gcgcu dic österrei« .chisä)c 3lcgicrnn^ und gcgcu Prioatpersoncn Pasanillc verbreitete». Uuslant', Verlin, 27. Juli. Dcr Köuig gcdcukt, wie auS Nikolsburg gemeldet wird, das Hauptquartier von dort nach Brunn oder Prag zu vcrlcgcn. Am 23ten d. M. kam dcr Kronprinz nach Nikolsbnrg, hatte cinc längcrc Coufcrenz mit dcm Ministcrftäsidcnten uud em- pfing den Grafcn Karolyi. — Freiherr v. Roggcnbach, dcr ciuigc Tage hicr im Verkehr mit dem Grafcn Eu- lcnburg :c. verweilte, hat sich zum Grafcn Bismarck inS Hauptquartier bcgcbcn. - - Am Donucrstag traf aus Frautfurt a. M. cinc Deputation hicr ein, , welche aus drei Scuatorcn uud dcm Freiherrn v. Roth« ' schilt, besteht. Dicsc Deputation, welche, wie man sagt, sich dcr Aufgabe unterzogen hat, au betreffender Stelle auf eiuc Ermäßiguug der Kricgscoulributioncn hinzu« wirken, hatte im Laufe des Ta^cs Untcrrcduugeu mit den Ministern v. d. Hcydt, Graf Enlcnbnrg :c., dem Stellvertreter dcs Ministerpräsidenten, Frcih. v. Wer- ther nnd dcm frühcrcu Bundcstagsgcsaudtcn v. Savigny. — Ais zum 27. Juli waren an dcr Cholera crkraukt 4090; hiuzugckommcn siud vom 27. bis 28. d. Mittags 172 Erkrankungen, von denen 54 sofort tödtlich cudctcn. Dic Gcsammtzahl dcr Crtl-ankungcn bcträgt mithin 4262. Gcncscn sind 470, gestorben 2244, in Behandlung gc« blicbcu 1548 Pcrsoncn, von denen sich 237 m Cholera' Laznrclhen befinden. 1178 'Augsburg, 29. Juli. In der gestrige,, Polls» Versammlung wurde folgende Resolution gefaßt: „Wir verwerfen mil aller Entschicdcichcit cine Spaltung Deutsch- lands dnrch dic Mainlinie und einen Ausschluß der süd° deutschen Staaten aus dem deutschen Buudcsstaat und Parlament, wir verlangen den Frieden mit Preußen, wir erwarten, daß Männcr mit der Leitung dcr Staats« gcschäfle betiant werden, wclchc gewillt sind, in diesem Sinne znm Hcilc Dentschlands und Vaierns zu willen." Der Senat von Bremen war die erste Laudes- regicrung, wclchc von Preußen zur Beschickung des dentschcn Parlaments" aufgefordert wurde, eine Aufforderung, wclchc, so viel bisher bekannt, nnr noch an düS Fürslcnlhum Ncnh i> L. ergangen ist. In dcr letzten Sitzung der Bürgerschaft von Bremen lam mit Beziehung hicrauf dcr folgende Antrag des ScnaleS znr Verhandlung: Dcr Senat ist seitens der königlich preußischen Regie- rung ersucht worden, für die Vornahme der Wahlen zum deutschen Parlamente schon jcht die erforderlichen Vorberei- tungen zu treffen, damit demnächst die Wahlhandlung selbst ohne Zeitverlust vor sich gehen tünne.' Nachdem die Bür- gerschaft auf den Antrag des Ecnats vom 29. Juni d. I. im Principe mit der Beschickung des deutschen Parlaments, sobald Preußen dasselbe einberufen werde, sich einverstanden crlla'rt und ihrerseits den Art. IV drZ preußischen Reform^ projecte», welchem zufolge diese Wahlen nach den Vestim» mungen des Ncichswahlgescheö vom 12. April 1840 vor- zunehmen sind, genehmigt hat, wild zunächst zu beschließen sein, wa« wegen Anösühnmg der gedachten Bestimmungen zu geschehen habe. Dcr Ecnat beantragt eine Deputation zur Berathung und Berichterstattung wegen dieses Gegen- standes niederzusetzen und sieht der Namhaftmachung der hilrgcrschasllichcn Deputirtcu entgegen. Der Alltrag wuidc angenommen und dic Mit- gliedcr dcr Deputation sofort clwählt. Anlerika. Dcr Conflict zwischen do in Präsidenten und dem Cougrcß der nordamc« litauische n Unio» scheint an Schärfe chcr zu- als ab- genommen zu haben. Johnson hat, wie ans Newport den 1l>. d. gemeldet wird, gegen dic ncuc Frcigclassc» nen-Gnrcaux'Aill ans den nämlichen Gründen, wic gc- neu die ähnliche vom Februar sciu Velo eingelegt, die- selbe ist aber trotzdem dnrch die erforderlichen zwci Drit» tel der Stimmen in beiden Häusern des Congresses zum Gesetz erhoben wordcli. Vom nördlichen Kriegsschauplätze. Wie anS Prag berichtet wird, hat am 28. Inli die Besatzung von Th c r c sie n st ad t cincu Ausfall gemacht und dcn preußischen CcrnirungStruppen einen »icht unerheblichen Schaden zugefügt. DaS preußische Commando in Prag übte dafür Ncpresfalicu, indem cs läglich 10.000 Rationen Hafer. 00 Centner Kaffee, !50 Centner Reis u. s. w. ver- langte. Für dcn Fall, als dicse Reqnisitionln nicht! beigestellt werden, wurden Ej-caitionS-Maßregcln ange- droht. Wic dem „Wanderer" verläßlich berichtet wird, soll in Folge dieser Vorgänge von Seile des Staats» ministers sogleich cinc Dcpcschc an Graf Karolyi nach dem preußischen Hauptquartier in Nilolsburg abgcgan- gen sm,, worin von österreichischer Seilc das Vorgehen des Thcrcsienstädtcr Bcsatzungs.Commando'S als dnich ein Mißvcrständniß veranlaßt erklärt wurde, nachdcml sS nicht möglich war, dasselbe noch rechtzeitig von dem' abgeschlossenen Waffenstillstände zu verständigen. Cs ist' demnach zu hoffen, daß die armen Bewohner Prags für diesen vcrhängnißvollcu Zwischcnfall nicht weiter zu,! büßcn haben, von dttu sie natürlich auch nicht dcr eniV fcrnlcstcn Mitwisscnschaft geziehen wcrdcn lonntcn. > Ueber daS Rcitcrgcfcchl bei Netz in Nicdcr>! üstcrrcich wird dcm „Wanderer" von dort gcfchricbcn: „Heule (2ss.) Friih tam cin fcindlichcr, beiläufig .'^ Mann slarlcr Reitcrtrupft unter Anführung cincö Offi«' cicrS in unfcrcn Olt gcfpicngt, und ohne sich erst an dic OrtSbchörde zu wenden, drangen die Soldaten iu die Kaufläden uud Slallungcn, nahmeu waS zu nehmen^ lvar und licßen auch nicht cin Stücl Vieh zuiück. 3ln^ ein Verbergen dcr Habscliglciteu tonnte niemand den-l len, denn die Preußen waren so oncntirt, daß sie ohuc Führung daS fanden, was ihnen zusagte. Als diese Plünderung vollzogen war, wurde alles auf Wagen gc- ladeu, Pfcrdc und Kühc znsammcngeloppclt uud der Naubzug sltzle sich in Bewegung. Da ertönten plötzlich Signale, Pserdegetradc drang au unser Ohr und wie^ eine Hilsc vom Himmel erschienen unsere Hußaren. Sie hatten die Preußen umzingelt und nach kurzem Kampfe mußten sich dicfe sammt ihrer Beute crgcbcu. Dcr^ feindliche Officicr, dcsscn Pferd erschossen wurde, suchte ^ sich durch die Flucht zu retten, wurde aber ebenfalls gefangen. Während des Kampfes lamcn einige Jäger' von dcn steierischen Frciwilligcu mittelst Vorspann gegen daS Wirthshaus gefahren, in welches sich mehrere Prcu< ßcn geflüchtet hatten, die nun auf die Angekommenen eine Salvc gaben, von der wohl keiner dcr Jäger gc- «roffcn, aber cin Mädchcn gclödtct wurde. Die Iägcr drangen in daS Hans, cS entspann sich cin kurzer Kampf, der mit der Gefangennahme dcr Preußen endete." Würzburg, 28. Juli. Die Beschießung d er Festung und Stadt fing gestern gegen 1 Uhr an ernsthafter zu wcrdci!, lind bald zcigtc cs sich, daß dic unzähligen Granaten nud Granatkartätschen, welche nn- ferc Stadt trafen, von einer prcnßischcn Batterie vom Nitolausbcrge aus gesendet wnrdcn. Von letzterem Punlte feuerten ferner unausgesetzt 10 Geschütze gcgcn die Süd- seite dcr Festung, während dic westliche Seite von 20 auf dcm Hcxenbruchc aufgestellten Geschützen beschossen wnrdc. Gcgcn halb 2 Uhr gcricth der rothe Bau, in dem daS Zeughaus befindlich, in Brand. Die mächtige, schwarz aufstcigcndc Nanchsünlc, dic gegebenen Fcucr- signalc nnd das Cinschlagcn dcr Kugeln nud dcr mit lauoncnähnlichcm Donner platzenden Granaten erhöhten die Angst immcr mchr. Gegen "/^ Uhr langte Genie« hauptmann Graf Drcxcl als Parlamentär aus dein baierischcn Hauptquartier auf dcr Fcstc Maricnberg an, um dcm Fcucrn Einhalt zu thun, dcsscu Wirlung dic Prcnßcn, wclchc bcrcilö 500 Schritlc von dcr Vogels« bürg entfernt auf dcr Zcllcr Sllaße vorgerückt waren, übcr Hctlstadt hinaus verdrängt hatte. Mit der Nach- richt, daß „Aaicrn und Prcnßcn cinc bis 2. August sich erstreckende Waffenruhe abgeschlossen", bci dem Höchst- commaudirenocu dcr preußischen Mainarmcc, General, v. Mautcuffcl, angelangt, soll dcr Parlamentär dic Rück^ antwort erhalten habcn, daß ihm hiciübcr von seinem Könige noch nichts zutommcn sci und, falls dies uicht iuzwischcn gcschchcn sollte, cr die Fcindscligtcitcn gcgcn Würzbnrg, dcsscn Bcsitz für ihn wichtig, andcrn TagS (heute den 26.) früh 7 Uhr wieder aufnehmen muffe. In Feuer gegcn den Feind bcfaudcu sich unsererseits noch die auf dcr KäSburg befindliche Batterie, wclchc cine auf dcr Waloslugcl aufgefahrene prcußischc Ballclic beschoß, dann ciuc halbe Batterie auf dcm „lctztcn Hieb" und zwci halbe Ballcrien auf dcm Slcinbcrge. Dic prcußischcu Geschütze walcu schr gut gcrichtct uud dcmontirtcu drci dcr unsrigcn, wogcgcn von unserer Fcslung auS in vortrefflich gczicltcn Schüssen cilf, fciudlichc Geschütze demomirt wurdcu, wclchc vou dcu Prcußcu zurückgelassen wcrdell luußtcn nnd gestern Abends noch durch Vorspann ciugcbracht werden sollten. Auf der Festung wurde cin Kanonier gctödtct, mehrere^ durch Granatsplitter, unter ihnen Hanptmann Böhcim von, i>. Infantelic-Ncgimenl (am Kcpfc), leicht vcr- wundct. Eine Granate, wclchc am Dachfenster dcr Main- mühle einschlug ul.d platzte, verwundete zwei Mann. In dcr Stadt selbst wnroen viele Häuser, insbesondere! iu der PlattnerSgassc, ziemlich start beschädigt. In den oberen Stock des Buchbindcrmcistcrs Grcsscr schlug cine zwölspfündigc Granate ein, glitt am Schrank ab, stieg, dann dnrch dcn Fchlbodcn iu dic Höhe und wurde vou > dcu Herbeieilenden in dcr Dachstube gefunden. Dieselbe > war jedoch lrcpirt, sonst hällc sie großen Schaden an> gerichtet. Bei dem sogcnauutcn Palais Georg in dcr Büttncrsgassc wurden Fcnstcrgcwände zerschmettert, im Anker schlug eine Kugel in dic Fcnstcrbrüstnng ein, zcr- fchmettcrlc dieselbe sowic daö davor stehende Sopha, flog diagonal durch dic Stube, die gcgcnübclstchcnoc Fenster- ^ Brüstung durchbrechend, und zerplatzte alsdann auf der! Straße, die in dcr Nähc befindlichen Fenster zcrtrüm- > mcrnd. In der Nähc der ScminariumStirchc platzten ^ luchr dcnn 30 Granaten in dcr Luft, viele schlugen in dcr Inliuspromenaoc und iin Hosgartcu ciu, meistens in der Richtung znm Rcsidcnzjchlossc, i,n Ganzcu habcn sie jedoch wcnig Schaden gethan. In Hcidingöfcld tamcn hcntc von Zcit zu Zcit preußische Vorposten nn bis zn 15) Niann start und rcquirirten Lcbcnomillcl, worauf^ sie sich wieder, zurückzogen. Die von Aaiern vorgestern ^ nach Roßbrunn' gesandten Scuiilätslruppcn, wclchc unsere Verwundeten bringen wollten, wnrdcn mit dem Äemcr- len abgewiesen, daß sie (Preußen) als Herren dcö Schlacht- feldes selbst dafür sorgen würden. Vom südlichen Kriegsschauplätze. Aus dem vou der „Wiener Zeitung" veröffentlichten amtlichen Berichte übcr die Schlacht bei Lissa entnehmen wir nachslchenoc interessante Details: Dcr feindliche Admiral Pcrsano halte nach Aus- sagen italienischer Gefangenen durch cin aus einem Orte Istrieus in Brindisi eingclanfcncS, von hicr durch einen Schnclldampscr weiter befördertes Te- legramm Kcnntniß vom Auslaufen der l. l. Escadre aus Fasaua erhalten. Cs fuchten sich daher die vor Lissa liegenden italienischen Sch'ffc mit jenen zu vcr- einigen, die cinc Landung bei Comisa uutcruommen hatten. Der Feind entwickelte sich, feine Panzerdivision an der Spitze, so schnell, daß es nicht mehr Zcit war, daS bereits vorbereitete Signal: „Muß Sieg oou Lissa werden" an die k. l. CScadrc zu machen. Die Aufstellung der österreichischen Cscadre war fol- gende: üillch dcr Gattung dcr Schiffe waren selbe in drei Divisionen getheilt, nämlich: die Division der Panzerschiffe, jcnc dcr schwcrcn nnd endlich die dcr leichten Holzschiffc. Diese Divisionen warcn, die Panzer- division an der Spitze, hintereinander im Kielwasser, jede einzelne im vorspringenden Winkel formirt. Ich licß sofort dic Divisions- und Sch'sfsdistanzcn fchlicßen, dic Schiffe in Gefechtsbereitschaft fetzen und die Fahll derfclbcn crhöhcn. An die Panzerdivision gab ich den Befehl: „Dcn Feind anlaufen, um ihu zum Sinlcn zu, bringen." — Die feindliche Linie kreuzte indessen vor'der> CurSliuie der Cscadrc, uud dcr Führer dcrsellicn, das! Panzerschiff „Principe di Carignano," mit Contrcadmiral ^ Vacca am ^ord, crösfurtc dcr Crstc cin nicht fchr will' fames Feuer, welches alsbald von den nächsten öster- reichischen Schiffen erwiedert uud in Kürze allgemein wurde. Bald hierauf war die ^inic dcr Sardcn dnrch die österreichische Panzerdivision dnrchbrochcn. Es be- gann sich cin allgemeiner Kampf zn entwickeln. Die Schiffe der feindlichen Panzcrcolonne, wclchc hinter dcm Punlte lagen, wo durchgebrochen woiocn war, fielen nordwärts ab; hiedurch warcn dic eigenen Holzdivisümcn bedroht und ich licß demnach die Panzerdivision cbcii' falls nordwärts wenden, um den Holzschiffcn Lust zn machen uud die vom GroS gctrcnntcn feindlichen Pan^ zcrschiffc ins Kreuzfeuer zu briugcn. Die Holzdivisioncn verfolgten indessen ihren Wcg nnd brachen sich Bahn durch die fciudlichcu Panzerschiffe, wobci sic — Fre- gatten wic Kanonenboote — mannigfache Gelegenheit fanden, sich mit den gegnerischen Panzerschiffen zu mcsfcn. Das Linienschiff „Kaiser," Flaggeuschiff dcr zweiten Division, Commodore Petz, ward hiebe! von vier Panzerschiffen gleichzeitig engagirt. Commodore Petz besann sich nicht lange, raunte in cineS dieser Panzer« schiffe, während cr conccntrirtc Lagen den andern in den Leib jagte, und dicö untcr Umständen, wclchc dazu angc- thau warcn, nicht minder auch dcu Muth lind dic Aus- dauer sciucr Mannschaft zu erproben. Dcnn im Mo- mente dcö Anlaufes stürzte dcr Fockmast, zertrümmerte dcn Schornstein dcr Maschine nnd richtete mannigfache Verhecrnng auf Deck au, ohne jedoch wnnderbarcrwcise dic anf Dcck befindliche Mannschaft irgendwie ernstlich zu beschädigen. Zugleich drohte dic Gefahr cincs mäch- tigen Brandes, da dcr Fockmast mit seiner Takelage übcr dcn Schornstein zu liegen kam. Dnrch daS tapfere Beuchmcn dcr Bemannung gewann abcr dcr Commodore ' für sich und seine Division dcn Wcg durch dic feind- liche Uebermacht. Das Mclcc ward stclS allgemeiner und eS ist schwer, in dcsscn Ciuzclnhcitcn cinzngcheu, da sich die Schiffe, mit ganzer Kraft fahrend, stets kreuzten und cs oftmals fchwcr war, Freund vom Feind zn unterfchcidcn, obwohl beiderseits die kleine Flaggengala gehißt war. Ein glücklicher Zufall war es, daß die sardischcn Panzer durchgchcnds grau angestrichen waren. Nnr die Division dcr feindlichen Holzschiffc lag ziem- lich geordnet nnter der Küste von Lissa, in nordwest- licher Nichtnng stcncrnd, und sendete gelegcnhcitlich den passirendcn k. k. Schiffen ihre Breitseiten zn. Bei dieser allgemeinen Jagd gelang cS dcm Geschicke nnd der Vravour dcs Commandantcn meines FlaggenschiffeS, Linicnschiffecavitän Max Baron v, Stern eck im Zeit- räume einer halben Stunde drci sardische Panzerschiffe anzulaufen, zwci wurden schwer beschädigt, die Flagge des einen ycrabgerisscn, das dritte, dcr „Nc d'Italia," cincs dcr größten der italienischen Flotte, ward in dcn Grund gebohlt und versank viunneu zwci Minuten mit einer Acmannnung von mehr als 000 Mann. Jeder Versuch, dic schwimmcnde Mannschaft des „Ne d'Italia" zn retten, mnßlc leider aufgegeben werden, denn cin Angriff von allen Seiten forderte dringend, das Augenmerk anf die eigene Sicherheit zu richten. Während dieses beiderseitigen Ringens ward cin sardi- schcs Panzerschiff in Brand geschossen, nnd dic fcind< lichc Panzcrflotlc schien sich sammeln zu wollen, nm sellicS aufzunehmen nnd zn decken. Ich signalisirtc daher dcn nntcrstchmdcn Schiffen ebenfalls sich zn sammeln nnd sich in drci Colonnc:, Cnrs Nordost, dic zwci Di< Visionen dcr Holzschiffe dnich jene der Panzerschiffe gc- dcckt, neu zu formircn, während Dampfer „Elisabeth" beordert wurdc, wenn nöthig, dem wic cS schien hart mitgcnommcncn Linienschiff „Kaiser" Unterstützung zn bieten. Dic sardischc Flotte hatte sich indeß auf ihrem Rückzüge in beiläufiger Entfernung von .'5 bis 4 Mei- len in Kiclwasscrlinie gesammelt nnd steuerte derail, um das im Brand befindliche Panzcischiff aufzunchmcn , was ihr auch bci dcm Umstände, daß das fragliche Schiff noch seine Maschine zu gebrauchen vermochte, natürlich gelang. Nach einigen wcchsclscitigcn Schüssen wendete die sardischc Flotte in westlicher Richtnng, und somit erreichte das Gefecht cin Cndc, nachdem cs von 10''/» Uhr Vormittags bis 2 Uhr Nachmittags gedauert hatte. Mein Zwcck war hicmit erfüllt und Lissa vom Feinde entsetzt. Um 2 Uhr -50 Minuten sah man das früher erwähnte in Brand geschossene sardische Panzerschiff dnrch Cfplosion dcn Untergang finden. Nach getheilter AnS- sage dcr Gefangenen soll es dcr „Palestro" odcr dcr „Principe di Carignano" gewesen sein, jedenfalls wc>r cs cin Schiff mit 10 bis 12 Breitseitcngcschützcn. Ei»e , Verfolgung unterließ ich, weil selbe resultallos gcblicbc" ! wäre, und nahm daher Curs nach dem Hafen St. Giorgio von Lissa; dcnn bci dcr großen Verschiedenheit der Lci' stungbfähiglcit in Bezug ans Fahrt, wclchc dcu untt»' slchcndcn Schiffen cigen ist, erschien cin compactcs «!>>o zugleich schnelles Vorgehen nicht thunlich, die MöM' tcit, ein Mclce herbeizuführen, daher null. Die Na"'/'' sprcchcndcn Maßstab bictct. Zndcm konnte dcr Ans/^ halt im Hafcn dazu dienen, nm allfälligc kleine H^ stellungci/vorzunehmen, und befand sich die (56", überdies auf dicse Art gesammelt und stets bereit, für den Fall eincS erneuerten Angriffes am fo^',' Tage mit aller Kraft dem Feinde zn begegnen. -^ ,^, Vice Admiral Tcgetthoff fchlicßt seinen Bericht »"' ! 1179 geudcn Worten: Die Stärke dcs Feindes wurde beim ersten Zusammentreffen ans 12 schwere Panzerschiffe, im Ganzen auf ungefähr 27 bis 30 Schiffe geschützt. Nach Aussage der Leute jedoch, welche sich vom vcr< senkten „Nc d'Italia" au den Strand van ^issa rette- ten, betrng dic Zahl dcr schweren sardischen Panzer- schiffe — hierunter das Thnrmschiff „Assondatore" — 12, leicht gepanzerte 3, an Holzschiffcn >i Fregatten, Dampfern 6, Transportschiffe 3, zusammen 32. Die Aestilckung dcr gegnerischen Flotte bestand sowohl nach Aussage dcr obenerwähnten Gefangenen, als auch nach den an verschiedenen Stellen dcr Insel Lissa anfgcfnn- dencn Projcctilen und den an Bord von Schiffen zu- rückgelassenen Spuren von Projectile» zu schließen, aus Geschützen schwersten Kalibers und mitunter neuester Construction. Es wurden Geschosse von 80 bis 300 Pfund vorgefunden. Nach der mchrcrwähnten Aussage soll der „Affondatore" 600-Pfündcr an Bord gehabt haben. Der amtliche „Osscrv. dalmato" bringt in Nr. 117 das detaillirtc Vcrzeichniß der Verluste, welche die Mann- schaft dcr l. t. Kriegsmariuc in dcr Schlacht bei Lissa erlitten hat. Das Ndmiralschiff „Erzherzog Ferdinand Max" hatte Todte 1, Schwcrvcrwundcte 2, Leichtver- wundete 3; Panzerfrcgattc „Prinz Eugen" Leichtver- wundete 1; Panzcrfrcgattc „Drache" Schwcrucrwundcte 5; Pauzcrfrcgattc „Salamander" Leichtverwundete 7: Panzcrfregatte „Don Juan d'Astria" Todte 1 (Mc^ schinist 2. Classe Carl Ko'nigsbauer), Leichtverwundete 4; Panzcrfrcgattc „Kaiser Maximilian" Schwcruerwundete l, Leichtverwundete 2; Linienschiff „Kaiser" Todte 18, Schwcrucrwnndctc 28, Leichtverwundete 35); Schrauben- fregattc „Novara" Todte 5), Schwcrucrwnndcte 4, leicht- verwundete 13; Schranbcnfrcgattc „Schwarzcnberg" Schwcrverwnndcte 1; Schraudenfregattc „Adria" Schwer- verwundete 4, Leichtverwundete 3; Schiaubcufrcgatte „Donau" Todte l, Schwervcrwundctc 2; Nadel dampfer „Kaiserin Elisabeth" Schwcruerwundctc 2, Lcichtverwnu» dcte 3. Gcsammtuerlust mit Einschlnß dcr Stabs- und Oocrofficicre: 31 Todte, 49 Schwer- und 83 Leicht- verwundete. Da« „Movimenlo" dringt nähere Angaben über die Schlacht bei Lissa, welchen wir Folgendes entnehmen: „Bei der Action zeigte cs sich, daß wir den Oestc» reichcrn in Bezug auf daS Material und namentlich die Armatur weit nachstanden. Die Geschütze dcr österrei- chischen Schiffe, größer oder von stärlcrem Kaliber, hatten fast eine doppelt so große Tragweite als die unsrigen, so daß die unsrigen getroffen wurden und ein mörderisches Fcncr auszuhalten hatten, noch lange bevor sie die feindlichen Schiffe beschießen tonnten. Hie- ^v ist dcr Artillcricgencral Angiolctti verantwortlich, ^ilßcrdcm bewegten sich die österreichischen Schiffe mit Wunderbarer Leichtigkeit, die unfrigen erschienen dngcgcn wie Pontons." Einer Correspondeuz dcö „Vaterl." aus Äozen, 28. Juli, entnehmen wir Folgcndcö: Allgemein befrein, bet hates hier, daß dcr heute amtlich publicirte, Ihnen natürlich längst bekannte Abfchluß eines oietwöchcntlichcu Waffenstillstandes zwischen Oesterreich und Prcnßeu "icht gleichzeitig anch auf unsere Beziehungen zu dem ^iinigrcichc Italien einen befriedigenden Einfluß nehmen buche. Tirol bangt für cm Abreißen deS Trenlino, ^it dem cs mit ehernen Kcttcn zu einem gesunden Gau« icn verbunden ist, verbunden sein nnd bleiben will: llsp. „ewig ungccdclt." -- Befrage man das Polt, das heißt das wirkliche Volk von Südtirol, und HauS Oester- ^eich wird nach cincr ewaigcn Volksabstimmung (die ^^ von unserem Patteistandftnnltc übrigens niemals ^'Pfehlcu möchten) lciue Klafter von feinem stets kämpf» "reiten Kronlande verlieren. Der „Opinionc" znfolgc beträgt dasFrcischaa- '' encorps Garibaldi's 34,000 Maun; er besitzt Außerdem noch ein Bataillon Vcrsaglieri, 5 Batterien, g,°o°n 3 Feld- und 2 Berg-Batterien, die dcr regelmä- ^WlArmcc angehören. Hagesnemglieiten. V,, ^- Zufolge Kricgsmillisterial Verordnung sind die Militäl- ^ ^^wmanden zuPadua, Novigo, Treviso, Udine ^.. "ellun o, das Garnisonöspital zu Padua, die Gar- ^""Mialspitülcr zu Novigo und Treviso, dann das ^ ^usporthaus zu Udinc aufgelassen; dagegen ist für der- e?. iu Gorz ein stabiles Militärplatzcommando und ein ^es Tranöpotthaus , ferner zu Kl a a e nf url, ein Militär- ""llconnnando etadlirt. zu, °^ Die Postvc r bindun g nach Votzcn, Trient, „,.. ?°' ^"°"a und Mantuci ist für Briefe und Pakete "euerdmgz „öffnet. disk ' ^'^ ^rnte in Ungarn ist, so viel aus den - „.f.^^" berichten hervoracht, in den meisten Gcqenden zufnedeustelk'nd. >>l der^Ä^^ Alexander .ssalnoty, l. t. Obeisllieutenam ''"n eins.^'^ """^ "°" dem Gemeinderathc in Oswie- -lnlan hi "^ ^'"" ^ hrcnb ü r g e r dics-r Stadt ernannt, "m wei? ^"^ ^"^ "Utthige und unerschütterliche Vcnch^ Schlacht bei ^" ^'"l in der am 27. Juni stattgehabten Truppen im 9l 7r^ "e Theilnahme für unsere tapferen unter dr,' - ^"^° 'st. möge die Thatsache beweisen, daß ' cmgegnngenen Vcträgcn sür patriotische ^wcäc zum Vesten der Verwundeten die Summe von 56257 sl. , 00 lr. nebst «330 Francs, 60 Ducaten und 1 Lire aus London, Bradford, Calcutta, Constantinopel, Hauanna, Ham'mng, Liverpool, München, otrahburg, Syra, Schweiz! und Pariö gesendet wurden. Die Totalsumme dcr biö jetzt bei dem patriotischen Hilfsverem für wohlthätige Zwecke in Wien erlegten Gelder ist: L25.107 fl. 84 lr., ferner 35.280 fl. in Obligationen, 6990 Francs, 84 Ducaten, 9 Louisd'or in Gold, 221 sl. in Silber, 14 Doppclthaler und 33 Silbcrzwanziger. — Ein höchst merkwürdiges meteorologisches Phänomen soll sich in S n d a n, zwanzig Meilen von Cassala, zugetragen habe,,. In Folge eines überaus starten Hagels entstand augenblicklich eine derartige Kälte, das; die dortigen Gewässer eine leichte Eisdecke erhielten. Tie tropi- schen Väume und Pflanzen, sowie zahlreiche an ein warmes I Klima gewohnte Thiere, ja sogar Elephanten, sollen bei diesem Gelegenheit zu Grunde gegangen sein. Locales. Vei der gestern hier fortgesetzten Werbung der Landes- schützen wurden 5)9 Mann angeworben. Die bereits aus- gerüstete erste Kompagnie nickt hente Nachmittags vollzählig mit 3 Officieren und 125 Mann (worunter 18 Chargen) an die Westgrcnze ab. Sic^ steht unter dem Commando des Herrn Hauptmann Podkraiöeg, des Obcrlieutencint Varilli und des Lieutenant Erzen. —- Gestern Abends 9 Uhr bewunderten wir die ebeu in ihrer ganzen Schönheit entfaltete Blüthe der Cactusart (^ <> I <> l! ^ l.' >- <> >! sl i sl 0!-,! 5 (Königin der Nach t) in der an 50 Artcn zählenden Cactussammlung des Herrn v. Redansse. Di?se seltene prachtvolle Blüthe verbreitet einen herrlichen Vanilleduft. Jeder Naturfreund wird die interessante Sammlung mit regem Antheil besichtigen und Herrn v. N. seine unverholen«.' Anerkennung für die sorg- fältige nnd so erfolgreiche Vlnmenpftege zollen. Herr v. N. wird in seiner unausgesetzten Mühe auch durch eine sehr thätige und umsichtige Polizei unterstützt, welche das brave Munmwolk von allen schädliche» „fremden Elementen" säu« bert. Diese Polizei versieht ein — N ot h tchlch e n, wel< ches unbeirrt durch unseren Besuch, nach Tagesmühen in dem Inneren eines Vlumengestelleö schlief. — Herr Dr. Mitteis, der Director dcs hiesigen k. t. Gymnasiums, kommt als Director an das Wiener There- sia n u m. — Freitag findet das Scrutinium dcr Wahlen für die Handels« und Gewerbekammer statt. — Heuer wurden 20 Zöglinge des hiesigen theologi- schen Seminars zu Priestern geweiht, 1<> aus dem 1. und 4 aus dem 3. Jahrgange. — Der Platz commandant zu Pad na Oberst Ferd. Hoffmann wurde in gleicher Eigenschaft nach Lai- bach übersetzt. — Zufolge Mittheilung der „Novice" haben die P. P. Fran cis cci u er in Folge des nculichen Unfalls durch ausgeströmtes Gas beschlossen, die Gasbeleuchtung im Kloster abzuschaffen. — Die „Novice" von gestern enthält einen Bericht über die Seeschlacht von Lissa von cinem der Mitkämpfer, einem Krainer Namens Umek, vom 22. v. M. -- Die sleiermärlisch - landschaftliche Obcrrealschule in Graz zählte im abgelaufenen Schuljahre 369 Schüler, darunter 12 Krainer. Neueste Wchrichw und Telegramme. Statthaltcrciratli Baron Kübcck an Sc. (5rcc!lcnz den Herrn Statthalter in Laibach. Görz, ». August. General (5ialdini im Auftrage des Königs mit Nücksicht auf ob- schwebende Friel>enöverl,andl«ngen hat dem Truppencommandanten FMit. Maroi^iö Ver- längerung bestehender Waffenruhe auf weitere H Tage angeboten, welche auch angenommen wurde. Verlängerte Waffenruhe lanft mit »«>. d. Mt. früh 4 Uhr ab. (TnlNllal-Telegmmm der „Laibachcr Zeitung.") ^ Wien, ». August, 5 Uhr R5 Minuten! Abends. Die „Abdpst." meldet: Auf Wunsch! des Florentiner Cabinets wird die am Hten August endende Waffenruhe um weitere acht Tage verlängert, um innerhalb derselben den Waffenstillstand zn ermöglichen. j . Wie man dcm „Dwv." ans Wicn schreibt, bcslche Italien anf dcr Isonzolinic, wührcnd Oesterreich sich eincr solchen Abgrcnznna, wodurch daö fruchtbare Gcbict bei Campolonno, Aquilcja, Villa Biccntina sammt dcr ganzen wichtigen Mstc, f?"^"' die Grafschaft Gradisknl nnd dic jcnscit« gelegene Strcckc in dcn Äcrncn von Tolmein nnd Canalc abgerissen winde, mit Entschieden, licit widcrsctzc. Italien macbc geltend, dah dcr Isnnzo, adgcschcn davon, daß cr licmi,scrmaßcn die natürliche Grenze bilde (Flitssc verbinden bekanntlich die Länder, während Gcbirg c sich t r c n i, c n), sie anch zu kcgcnscitigcn Acfcstignngcn be^cr cignc, während dcr Indri, wclchcr gcs.cnwärlia, die Grenze ssriaulS bildct, zn fortwährenden Conflicten Anlas? clübc. Pest, ."'l. Inli. ,.Ma«yar Vllacz" sagt in seinen an dic Anwcscnhcit Palaczty'ö nnd ^tiegerö in Wien gcklmpflcn Bllncllüügcn: Dic Principicil dcr Staats^ , einhcit, wie dcs Föderalismus nnd DnaliSmnS können bis zu gewissen Grenzen mit einander ausgeglichen wer- den , über welche hinan? sic sinnlos sind nnd die fried- i lichc Consolidirnng dcr Monarchic gsfahrdc». So lange dic Vernehmung nnd Ausgleichung dcr Wünsche dcr Völker nnd die nnv anf dieser Grundlage denkbare con> stitntionelle Regelung dcr Monarchie das riiigchandcne Programm dcr Regierung ist, fo lange sehen wir nichts Bcsurgnißcrrcgcndcs darin, wenn sie mit dc:i Führern was immer für cincr Partei sich beräth. — „Pesti Naplo" theilt mit. das Melchior Lonyay nicht nach Wien, sondern nach Hall gereist fei. Agram, 31. Juli, Heute Vormittags ist ein ans < nngcfähr 1 Ml) Mann bestehender Transport italieni- ^ scher gefangener Freischüler, darunter 15 Officicrc, mit« tclst Eisenbahn hier angelangt. Es heißt, daß dieselben in der Mililärgrcnze intcrnirt werden. München, 30. Inli. Dcr Anmarsch der Prcnßcn gcgcn Obcr'Franken danert fort; gestern rückten dieselben gegen Vaircuth und die fränkische Schweiz vor, vorge^ stern gcgcn Muggendorf: deshalb ist dcr Eisenbahnver- kehr von Nürnberg nach Aambcrg. eingestellt worden. München, 31. Juli. Trotz der vereinbarten Waffen« ruhe sollen die Preußen hcnte Nachmittags in Nürnberg eingerückt sein. München, 31. Inli, Dcr Waffenstillstand zwi« fchcn Prcußcn nnd Aaicru soll am 2. Angust bcginncn. - - Dic „Vaierischc Ztg." schreibt ^ Oberstlieutenant Roth ist mit einem Extrazuge nach Baircuth abgefahren, um beim Herzog von Mecklenburg eine Waffenrnhe zu er- wirken. Mannheim, 31. Inli. Die vadischc Division ist auf dcm Marsche nach Hanfe nnd gedenkt heute Abends auf badifchcm Gebiete zn sein. (Nachricht des Mann« hcimcr preußischen Corrcspondcnzdmcan.^ Berlin, 30. Inli. Dic Souucrainc von Baden, Hcssen-Darmstadt nnd Meiningen haben dcm Vcispicle Baierns gemäß dircctc Vorschläge an Preußen gerichtet. - Dcr König von Preußen hat sich geweigert, den vom Könige von Hannover entsendeten Gcncraladjntan- ten zn empfangen. Berlin, 31. Juli. Die Kammern wurden auf den 5i. Angust zusammcnbclufcu. Berlin, 30. Juli. Die „Nordd. Allg.Ztg." lüug« net, daß die Staaten Süd-Deutfchlands mit dem neuen Bnndc im Norden in Vundcöbeziehungcn zu treten wün> schen, und läßt durchblicken, daß dcr Eintritt des Südens in den norddeutschen Bund zn nichts anderem dicucu würde, als die parlicnlarislischm Elemente von Han- nover, Knrhessen und Nassau zu stärken. Florenz, 30. Juli. Eontrcadmiral Vacca ist provi- sorisch mit dem Eommcmdo über die Flotte betraut ! worden und hat hcutc seinc Functioncn angctrctcn. Floren,;, 30. Juli. Dic Untersuchung gcgcn Admiral Pcrfano wird thätig betrieben. Ferrara, 30. Inli, Der König ist nach Novigo abgereist. ^ ' Paris, 31. Juli. Die „Patrie" schreibt: Der in Nikolsbnrg nnterzeichncte Act sichert bloS die Erhal- tung des Königreiches Sachsen. Dic preußische Regie« rung ist vollständig frei, Hannover nnd Kurhcsfen ganz« lich oder thcilwcife zu incorporiren. Die Einverleibung dieser Staaten wird in Berlin als sicher angenommen. -. Die Friedenspräliminarien zwischen Oesterreich nnd Italien machen vom Tricnter Gebiete keine Erwähnung uud beschränken sich darauf, die Nothwendigkeit anzu« deuten, die Grenzlinie zwischen Oesterreich nnd Italien dnrch einen cndgiltigcn Vertrag festzustellen. — Prinz Napoleon verläßt hcnte Abends Florenz, um nach Frank«- reich zurückzukehren. Man glaubt, daß cr sich in Vichy aufhalten werde. Telegraphische Wechselcoursc uom 1. August. 5pcrc.MrtalIiques 60.W. — 5perc. National'Anlchcu tt4.7s'. — Bcmlactim 726. — Crcditactim 142.5,0. — 1«C I1. Mg.^ ii2^.?3 4-10.4 windstill heittr > ! l. ^ „ ?t. 324.« .j-17.« .SW.schwnch thcilw. bcw.^ 0.W 10 „ Ab.! 325>.^> -j-12.^ SW,schwach hciicr Aus;crsscwohnlichc Klarheit dl>r klift. Herrlicher Morgc«. Ge^eil Viit'tag dic Bcwolluug ziinehmeud. Nachm. trat NW. ein, Mrrllich lühl. Wettcrkiichtcll iu O. SlerMmftpcil. Verantwortlicher Redacteur: Iguaz v. Kleinmavr. Filr dic vielseitige Theilnahme während dcr Krankheit und die >'a zahlreiche Begleitung beini Leichenbegängnisse unsers geliebten Vaters resp. Schwiegervaters, dest Herrn Carl Nlartin Cron jnliil. laiserl. lönistl, Ondernialrathrö, staltm wir allcrsnts den ticfgefuhltcn, verbiudlichstm Danl ab. ?cnbach, ü>n Ä. Aussnst 1^<>. Die l)intoil)lief)cllc ^llmli^.