Nr. 51. Freitag, 4. März 1887. 1N6. Jahrgang. Mbacher Ieitmg. Pränumtlationöpreis: Mit Postuersendunn: ganzjährig fi, ill, halbjährig sl. 7,50. 0m Comptoir: «anual'iiss 4, Absatz 3 des Laudsturmgesetzes Allerhöchst genehmigt wurden. Wenn man den Landesvcrtheidigungs-Minister beiuzichtigt, dass er die österreichischen Interessen zu wenig gewahrt habe, weil man vielleicht ihn und was er in solchen Fragen gethan, nicht genug kennt, so wird man doch die oberste Heeresleitung gewiss nicht der Parteilichkeit zeihen wollen. Ich bin anch überzeugt, dass uicht die Absicht uorhaudeu war, in dieser Richtung so weitgehende Beunruhigung hervorzurufen. Ich wiederhole, dass ich dies nur als eine Cousequeuz, nicht als eine Absicht hier erwähnt habe. Weiter heißt es in dcr Interpellation: «Außerdem hat die ungarische Vollzugsuorschrist (tz 2, Punkt 21) auf die Verzeichuuug und Heranziehung der militärisch nicht Ausgebildeten des zweiten Aufgebotes (37- bis 42jährige) zum Landsturme für die nächste» 5 Jahre Feuilleton. Toscanische Wanderung. Der Name der Stadt Livorno im Golf von Aenua hat mich von jeher durch seinen farbig schölle» «lang entzückt. Wenn ich ihn hörte oder selber aus-Iprach, musste ich immer an rothe Schifsermützen, vraune Barken nnd dunkelblauen Meeresspiegel denke», lü ^ >!^ """ ^ '"'H ^" vollkomme» zureichender ^rund, um die Tyrannei meines Aädekers eimual ge-^ng zu brecheu und nach Livorno zu fahre», obgleich "r dieser Hafenstadt »icht die allerbescheideüste Sehens-wuldigkeit nachsagt. Als ob es nicht bereits schön uenugwäre von Livorno, dass es an der See liegt! dp. n- Ve"eoiger Eilzug hat keinen Anschluss au "", Ulvorueser Train, uud so stand ich denn plötzlich ^ spaten Abend auf dem Bahnhofe von Pistoia als scbp..?^' Sonderling, der mit dem geradezu unwahr-««/??" ^"" "Mgieng, in diesem weltverlorenen dip V )"' ^che M übernachte». Die Uebcrraschuug. naiv« '"^e desseu in den Züge» des Bahnperso-Abe? '!!° ' "^ ^ "W erst zu' schildern versuche», beirrp. ^^ "^ durch uichts iu meinen Entschlüsse» nisckp., ^ <^M es zu de» größten Reizen einer italie-Man i "?"dmmg, nicht vorherznwissen, welches Bett Vul^,- l, r. kommeudeu Nacht werde mit Insrcte». "ulverbeswuen müsseu. ich sckÄ/°^"Mes. stockdunkles Städtchen, durch das li bensm '^' '"^'^^ergo ^l Globo» half mir ei» der kleine Wein von licher ^, - ^'"samieit zu ertrage». Dann ei» »ächtem leN!7V b"'ch halle»de enge Straßen, die lebendes Wesen unsicher macht. Ich glaube, es fiele eiuem sehr schwer, hier erschlagen zu werde». U»d i» früher Morge»dämmer»»g wieder hinaus; die Stadt schläft noch immer. Vielleicht thut sie dies scho» seit der Römerzeit, uud nur infolge eines statistische» Irrthums werde» ihr noch Bewohner nachgerühmt. Als der Vahnzug hinausrollte in dieses wellige, prachtvolle toscanische Land. begann e? allmählich heller zu werden. Auf mäßige» Alchöhen lagen hübsche Ortschaften im Morgenschlummer. Ein paar alte Kriegsnestcr klebe» hoch oben an de» Berglehnen, von verwitterten Maueru umstanden und mit morschen Thürmen geziert. Schauen doch noch immer trutzig und drohend in die Ebene herunter. Einen rosigen Hauch breitet die »ahe»de Frühsonne über die alte» Bursche, macht sie lächeln, so dass mau sich vor ihnen nicht zu fürchte» braucht. Sie meinen es gewiss auch nicht sehr arg uud thun nur noch martialisch, wie irgend eiu graubärtiger Rittmeister i» Peusiou. Auf einer Höhe sieht mau Moiltcsummmw, das sich iu rheumatische» Kreisen großer Belebtheit erfreut. Hinter Altopascio finden wir plötzlich den Schnee wieder, den wir im Norde» verließe». Er liegt auf schroffe», kahlen Felsen, die jetzt auch im Morgenglühw dasteheu. Und dauu taucht iu drr Ebene abermals eiue alte Stadt auf, mit Wall uud Schanz uud Thürmen: Lucca! Vou hier geht es nach den berühmten Bäder». Ich wäre in Lucca geru gebliebeu, wenn ich hätte er. warten dürfen, jene lachende Schöue noch anzutreffen, von der uus unser lieber Meister Heinrich Heine erzählt. Nur dürfte die Zeit auch an ihr »icht spurlos vorübergegangeu seiu, und ohne abergläubisch zu sein, verstimmt' es mich tief, wenn mir statt einer jungen Holden ein altes Weib über dcu Weg läuft. Um einen Berg herum uud man ist in Pisa. Der schiefe Thurm ruft scho» vor der Stadt die Ankömm liuge Hera» wie eiu Zeigefmger. Auf dem Bahuhof freches uud zudringliches Volk, dessen man sich kaum erwehren kauu. Nun quer durch die Stadt. Schmutziges, lustiges, farbiges italienisches Voltsleben. Auf dem Lungarno. vor der Kirche namentlich. Das schreit, kreischt, feilscht tumultuarisch durcheinander. Ein paar Brücken führen über den ganz glatten Strom, in dem sich beide Uferzeile» gelassen spiegeln. . . Ueber den schiefen Thurm von Pisa ci»c halb-wegs neue Mittheiluug zu machen, sehe ich mich außer-staude. Ich müsste 'in diesem Falle jagen, er sei gerade, und das gewinne ich nicht über mich. Es wird behauptet, dass die Erbauer des Thurmes denselben ursprünglich als einen ganz gewöhnlichen Nelfried mit Säulcugallerien im tosca»isclic» Stil erballen wollte». Die Grundfeste» hätte» sich aber während der Arbeit gesenkt n»d i» ihrer Rathlosigkcit, in ihrer Verzweiflung wären die Bautüustler nun gezwungen gewesen, ein architckwnisches Meisterwerk und Wunder zu schaffe», damit »och die spätesten durchreiseuden Eugläuder etwas zum Stauneu habe» sollten. So weiß der Ge schickte seine Fehler, wen» sie sich nicht länger verbergen lasse», als besonders leuchteude Vorzüge darzustellen, wie Rieh! sagt. Mich eriuuert der Pisauer Thurm lebhaft a» de» Pariser Chocoladcfabrikcmteu Meunier, dem eines Tages seine sämmtliche» Vorräthe eine weiße Kruste zu zeigen begannen. Was that der geistreiche Man»? Er annoncierte, schnell gefasst, in allen Zei-tlmge»: «I.o clwcuwt, NLunißr 68t w 56lil, (,m iilunclnl (>n viMi^ant» . . . Ob auch das Echo im Baptisterium neben dem Dome erst beabsichtigt wurde, nachdem es schon da war. weiß ich nicht.' In diesem Baptisterium schlummert »ämlich hoch obe» in der Knvpel eiu merkwürdiges Echo, das vom Küster mit einigeu kunstvollen Triller» Laibacher Zeitung Nr. 51 422 4. März 1887. ganz verzichtet, während nach der österreichischen Verordnung mich diese militärisch nicht ausgebildeten älteren Männer in die Landsturmrollen aufzunehmen sind nnd in die combattanten Landsturmkörper eiugereiht werde» könnten. (H 9, Pnnkt 25).. Ich muss hier den Punkt 21 der ungarischen Verordnung citieren, welcher lautet: «Die Verzeichnung, betreffend die militärisch nicht Aus gebildeten, hat sich vorläufig nur auf das erste Aufgebot, d. i. bis zu den A7jährige», zu erstrecken. Von der Verzeichnung des zweiten Aufgebotes der militärisch nicht Ausgebildeten hat es gegenwärtig noch abzukommen, und werden die Landsturmlisteu der successive in dieses Aufgebot übertretenden Jahrgänge im Lanfe der nächsten 5 Jahre die Listen des ganzen zweiten Auf' gebotes von selbst ergeben.» Es ist also nicht vollständig begründet, zu sagen, dass die ungarische Vorschrift auf die Verzeichnung der ältesten fünf Jahre der Unansgebildete» ganz verzichtet habe; denn schon im heurigen Jahre kommt einer dieser Jahrgänge in die Verzeichnung, und jedes folgende Jahr einer mehr, bis nach Ablauf von fünf Jahren die ganze Verzeichnung stattgefunden hat. Es liegt dies in der Verschiedenheit, welche auch in Aezng anf die Evidenz, die bei uns eine einfachere ist, platz-gegriffen hat. Es würde hier thatsächlich eine vielleicht größere Complication hervorrufen, wenn man in den Sturmrollen die Ausgebildeten von den nicht Ausgebildeten scheiden, vorläufig nur die Ausgebildeten in die Sturmrollen aufnehmen und von den nicht Ausgebildeten absehen würde. Uebrigens muss ich bemerken , dass das österreichische Landsturmgesetz die Aufnahme aller Landsturmpflichtigen in die Sturmrolle vorschreibt und daher wohl ein Vorwurf daraus nicht gemacht werden dürfe, dafs einfach dieses Gesetz durchgeführt wurde. «Abgesehen davon, dass auch hier die lange Aufzählung aller dieser Dienstleistungen durch die Schlussworte: ,und sonst nach Bedarf' wieder ganz illusorisch und überflüssig gemacht wird, erscheint unter den als Erfüllung der Landsturmpflicht vorgeschriebenen Dienstleistungen für Kriegszwecke auch die Zutheilung von Handwerkern und Arbeitern ,bei Privatunterneh-lnungen, welche zur Deckung der Bedürfnisse der bewaffneten Macht in Anspruch genommen werden.'» Hiernach können beispielsweise Schneider und Schuster ihrem Gewerbe entzogen und einem Lieferungsconsortium an landsturmpflichtige unentgeltliche Arbeiter zugewiesen werden, während die Kriegslieferanten hohe Preise erzielen und dann sonst auch hohe Löhne bezahlen.» Zum richtigen Verständnisse des hier Besagten erlaube ich mir zunächst den Punkt 76 der Laudsturin-Organisations-vorschriften vorzulesen. Es heißt darin: «Wenn im Mobilisieruugsfalle die Nothwendigkeit eintritt, im In-teresse der Leistungsfähigkeit jener Industrie, welche zur Deckung der Aedürfniffe der bewaffneten Macht in besonderem Maße in Anspruch genommen wird, die Landsturmpflichtigen in ihrer Verwendnng bei militärischen Zwecken dienenden Confections-Anstalten zu belasse» und vom Landsturmdienste zu entheben, so sind die Anträge auf Enthebung mittelst Verzeichnisses von jener Militärbehörde oder aber auch bei dem Landwehr-Commando, in dessen territorialem Bereiche sich die Co»fectio»s-Anstalt befindet, einzubringen und nach den für die Enthebungen im Frieden bestehenden Bestimmungen zu erledigen.» Es handelt sich hier also darum, ersteus nur für den Heeresbedarf auf solche Arbeiter zu greifen nnd dieselben entweder, wenn sie fchon dort find, zn belafsen, oder solche Arbeiter, soweit es unumgänglich wäre, zuzuweisen. Was die hier ausgesprochene Besorgnis anbelangt, dass die Betreffenden in ihren Erwerbsverhältmssen zum Vortheile der Unternehmer geschädigt werden könnten, so ist dies ausgeschlosseu, weil die Regelung der Erwerbsbedingungen davon unabhängig bleiben soll. Es ist durchaus nicht die Absicht des Staates, auf Kosten des Arbeiters dcu Unternehmer zn begünstigen, sondern nur, dass diesem die Arbeitskräfte beigestellt werden, welche — ausschließlich für die Hceresbedürfnisse — unumgänglich gebraucht werdeu. Politische Uebersicht. (Ans den Delegationen.) Nach den Besprechungen, die nnter den Parteien der österreichischen Delegation stattgefunden haben, ist nicht mehr daran zu zweifeln, dass die Crcditvorlage der gemeinsame Regierung noch in dieser Woche und wahrscheinlich ohne jede Debatte in: Plenum votiert werden wird. Die Delegierten der Rechten wie der Linken sind an gesichts der Sitnation entschlossen, sich mit den vom Kriegsminister zu ertheilenden Aufschlüssen über den Zweck und die Verwendung des Credits zu bcguügeu und im Besitze dieser Informationen anf jede Discussion im Plenum zu verzichten. In der That, wenn jemals das Schwergewicht ciuer Verhandlung in den Ausschuss verlegt werden musste, so ist dies jetzt der Fall, wo cs sich um bereits durchgeführte und noch durchzuführende Maßnahmen militärischer Natur handelt, welche von den Kriegsuerwaltungen aller Staaten geheimgehalten werden. (Gegen die Güterschlächterei.) Das k. k. Justizministerium richtete einen Erlass an sämmtliche richterlichen Behörden und Staatsanwaltschaften, welcher bestimmt ist, die überhandnehmende Güterschlächterei und gewerbemäßige Speculation bei Ankäufen von Bauerngütern zum Zwecke parcellenmäßigen Weiterverkaufes einzudämmen. Die Behörden werden angewiesen, abgesehen von eventuellen Strafmitteln, sachdienliche Wahrnehmungen den politischen Behörden mitzutheilen behufs Bestrafung der Speculanten wegen unbefugter Geschäftövermittlung, eventuell wegen unbefugter Abhaltung von Versteigerungen; gegen Advocate» und Notare ist vorkommenden Falles die Anzeige an die Disziplinarbehörde zn erstatten. (Kärnte n.) Der Beschluss des Kärntner Landtages bezüglich der Einhebuug einer Kiproceutigen Landesumlage auf die dirccteu Steuern zur Bedeckung des Erfordernisses beim Grundentlastungsfonde pro 1887 wurde vom Kaiser sanctioniert. (Zur Lage in Ungar n.) Die Thatsache, dass das ungarische Finanzgesetz pro 1887 vom Abgeordnetenhause mit der großen Mehrheit von 115 Stimmen angenommen und dem Cabinet Tisza damit das Vertrauen des Reichstags in eclatanter Weise ausgedrückt wurde, hat in den Reihen der Opposition Be- stürzung hervorgerufen. Es herrfcht überhaupt^ im Lager der letzteren solche Unzufriedenheit nnd Hosr nungslosigkeit, dass ihr die Fähigkeit irgend eines bedeutenderen Kraftaufwandes dnrchaus abgeht. Das Interesse für die inneren politischen Spaltungen erscheint übrigens gegenwärtig durch die infolge der Ver< Wicklungen der äußeren Lage entstandenen Besorgnisse völlig in den Hintergrund gedrängt. In Ungarn will ganz gewiss niemand den Krieg, uud einzig die Occupation Bulgariens durch Russland köuute in Ungarn eine leidenschaftliche Erregung gegen diese Macht hervorrufen. (Ungarifch - kroatifche Regnicolar-Deputation.) Die vertraulichen Conferenzen der ungarisch - kroatischen Regnicolar - Deputation wnrden wegen Aussichtslosigkeit eiuer Einigung bezüglich der Sprachenfrage vorgestern geschloffen. Heute findet die formelle Schlusssitzung statt. (Insurrection in Bulgarien.) Was den verschiedene» Wühlereien bisher nicht gelingen wollte, scheint jetzt geglückt zu sein: die Insurgierung eines Theiles der bulgarischen Armee. In Silistria und vermuthlich auch in anderen nordbulgarischen Garnisonen hat sich das Militär gegen die dermalige bulgarische Regentschaft erhoben. Der Winter geht zn Ende, die Wege nnd Stege werden für Iusurgeutenscharen passierbar, da werden auch die Aufruhr-Fahuen entfaltet, wie dies auf der Balkan-Halbinsel auf dem einen oder anderen Punkte feit Jahrhunderten fo üblich geworden ist-Bei den «befreiten» Balkan-Völker» ist zwar die Ursache der früheren Insurrectionen gewichen, die Wirkungen aber dauern gewissermaßen nach dem Gesetze der Trägheit fort und würden vermuthlich auch unter normalerem Gange der Dinge nicht so rasch verschwunden sein. Die Balkan-Völker — das zeigt sich immer deutlicher — müssen ein zweitesmal befreit werden, diesmal von den üblen Oewohuheiteu, i» die sie sich unter dem Drucke des Türkenjoches eingelebt haben. Wie viel Blut wird dieser zweite Befreiungskampf kosten! Es ist dringend zu wünschen, dass es der bulgarischen Regentschaft gelinge, die Insurrection rasch und euer" gisch zu unterdrücken, sonst ist nicht abzusehen, wie weit der in Silistria entstandene Brand sich verbreite» und ob er überhaupt in Europa ein Ende finden kau». (Die Situation in Irland.) Das englische Cabinet hat sich in seiller letzten Sitzung fast ausschließlich mit den irischen Angelegenheiten beschä'f' tigt. Dom Vernehmen nach wurde erörtert, ob es nicht zweckmäßig wäre, das Parlament um weitere Macht" vollkommeuheiteu anzugehen, nm den Agrarverbrechen in Irland Einhalt zu thuu. Angeblich wurde in dieser Beziehuug eiu wichtiger Beschluss gefasst. Die vom irischen Cabinets - Ausschusse vorgeschlagene Maßregel zur Verschärfung der Strafgesetze in Irland wurde genehmigt. (Die Gährung auf Corsica) scheint doch ein bischen ernster, als anfänglich gemeldet worden-Die Telegramme aus Paris melden von einem blN' ligen Zusammenstoß und Verwundungen auf Seite des Militärs wie der Meuterer. Auf der Schwester-Insel Sardinien hat der Zusammeubruch einer Agrarbank, bei welcher viele Grundbesitzer Schaden genommen. und Cadenzen fnr jeden Fremden aufgeweckt wird. Ei»e menschliche Stimme klettert in den hohen Raum empor uud holt etwas wie Orgclklang von der rundeu Wölbung hernieder. Der Küster ist mit einer Lire für seinen Gesang sehr zufrieden, eine Art von lyrischem Tenor. Ich will seine Habgier gewiss nicht unterschätzen; aber ich glaube, er würde sich auch umsonst gerne hören lassen. Denn er lauschte den Tönen, die von der Decke zurückkehrten, mit einem so ungeheu-helten Wohlgefallen, dass er mich an manchen Dilettanten gemahnte, der sich selbst durch seinen Gesang bis zu Thränen rührt. Man kann dergleichen in Italien häufig wahrnehmen. Wenn man einen Einheimischen nach dem Wege fragt, ist er oft so liebenswürdig, einem vorzuspiegeln, dass er zufällig dieselbe Richtung nehme, Und nach einigen Minuten fängt er an, halblaut vor sich hin zu trillern und zu singsalieren, auf dass man seine herrliche Stimme bewuudcre. Der Domplatz uou Pisa ist wirklich sehenswert, und nicht allein wegen seiner Alterthümer. An die Muschel eines monumentalen Vrnnuens stand ein junges Weib aus dem Volke gelehnt, indes sich die Wasserkübel langsam füllte». Ihr Umhängetuch war roth, ihre Augen blitzten und voll ungezwungener Anmuth hob sich die frische Gestalt von den alten Steinen ab. Lauter helle, freundliche Farben! Dann aber bi gt plötzlich ein dunkler Trupp um die Ecke: Mifericordia-brüder mit einem Sarg. Diese barmherzige Genossenschaft trägt lange fchwarze Gewänder und ebensolche Kapuzen, die sie über den Kops ziehen, wenn sie jemanden zu Grabe trageu. so dass der Mummeu-schanz hier nie aufhört. Aber das Ganze, was ich da sehe: Trachteu, Sitten und Gebäude, das ist noch un« verändert so, wie es vor manchem Jahrhundert gewesen. Unverändert, als hätte die Malier, die noch immer diese alte Stadt einzwängt, allen Wandel der Gebräuche ausgeschlossen. An jedem sonnigen Vorfrühlingstag in irgend welchem vergangenen Säculum muss es hier genau so gewesen sein wie hellte. Der Thurm war schief, ein Mädchen stand am Brunnen, und die Miseri-cordiabrüder bogen um die Ecke. Nur eine eiuzige Sehenswürdigkeit besaß Pisa in jenen entlegenen Zeiten nicht. Ich habe mir sie für den Schluss aufgespart, poui' In könne donc^o. Das ist nämlich die reizende blonde Engländerin, die man auf dem Domplatze erblickt, wenn man sich am 20. Februar 1887 in den Vormittagsstunden zu Pisa cinfindet. Ich gebe Zeit lind Ort ganz genau an, damit man sie »icht verfehlen könne. Wenn ich ein Handbuch für sentimentale Reisende herausgäbe, würde ich dieses schlanke, elegante Wesen mit drei Sternen versehen. Ueberhaupt sieht man in Pisa eine bezaubernde Fülle von vorüberziehender Frauenschönheit. Aber, wie gesagt, das obige Datum ist genau zu be achten; sonst kann ich für nichts einstehen. In dem Florentiner Eilzug, der gleichzeitig mit dem unseren i» der Halle stand, sah ich fast in jedem Coupe" ein sehr hübsches Frauenzimmer fiyen. Dass ich deuuoch nicht nach Florenz gefahren bi», wird mir immerdar unerklärlich bleibeu. Vielleicht ließ ich da eine Gelegenheit vorübergehen, die so anmnthig nie wiederkehrt. Es ist ei» ' kraftloser Trost, dass die Schönheit immer nur vorübergehend ist. Ich kam nach Livorno. Durch die gleichgiltigen Straße» eilte ich »ach dem Hafen. Ein Schiffer in rother Kappe erbot sich zur Fahrt. Er hatte eine brau»e Barke. Wir fuhreu hinaus vor den Hafendamm, bis an den Leuchtthurm, uud da lag es, blau, dunkelbau: das tyrrheuische Meer. Livoruo! ... 5! ivoruo, Ende Februar. Theodor Herzl. (Nachdruck verboten.) Zie Ml'ntne des Olücks. Roman von Max von Weißenthurn. M. Fortsetzung.) Selbst für die Person, die von der Bildhauer' kunst nichts versteht, liegt ein gewisser Zauber darin, das Schaffen des Meisters zu beobachte»; man sieh^ lvie aus dem formlosen Stein oder Marmorblock na^ und »ach sich Schönes bildet, und so kam es denn, dass ihres Gatten Atelier stets ein Lieblmgsaufenthalt Cora's war. Des Freiherrn bevorzugtes und stets wieder anr genommenes Modell war »nd blieb auch seine FraU' und mehr de»» einmal modellierte er sie in den ucl' schiede»ste» Stellungen. Heute, an einem prächtige" Frühlingsmorgen, saß Cora dem Gatten mit den Knaben Modell u»d ihr Gesicht verrieth, dass 1' wirtlich wahr sprach, als sie behauptete, es vere't ihr Verguügen, dass ihr Gatte nach ihr seine KuN!^ werke schaffe , «Das nenne ich ein pftichtgetreues Weib.» melw lächelud Sir Alan. «Du darfst aber nicht so reize"" ausseheu. sonst fühle ich mich veranlasst, die g""^ Gruppe, welche ich meißle, zu verderben und nur i dir zu eilen, um dich zu küsseu.» . «So thue es doch, Liebster!» lachte Lady "^ ceut. «O — ich glaube, es hat jemand gepo^' Alan.» ,,„ «Herein!» rief der Künstler, sich einigern»ap ungeduldig zurückwendend. ^. ^ Die Thür wurde geöffnet und die schwere ^ tine zur Seite geschoben. Ein großer, breitschnltl^. Mann, offenbar ein Diener, erschien auf der Sch^" ' er trug auf silberner Platte ein Billet. «Was gibt es. Marcus?» fragte Sir Alan- Laibacher Zeitung Nr. 51 423 4. März 1887. gleichfalls eine Emeute veranlasst, die erst nach einem blutigen Zusammenstoß mit den von der Civilbehörde ^'Pürierten Truppen unterdrückt werden konnte. (A u s A then) berichtet ein Correspondent, dass das Ministerium Trikuftis den orientalischen Ereignissen ^c größte Wachsamkeit bezeigt und sich in der größten Stille, aber «mit aller Energie» auf alle mögliche» Eventualitäten vorbereitet. (Aufstand in Mozambique.) Die Eiu-Hklwreneu der Provinz Mozambique erhoben sich nach Abgang der portugiesischen Schiffe und Truppen nach Tuugi gegen die Portugiesen, zerstörten mehrere Cump< toirs und Häuser der Einheimischen und Engländer. Die Stadt Mozambique selbst wird vou den Aufstau-bischen bedroht. Der britische Consul rief die Corvette 'Turquisc» zum Schutze der Interessen der Engländer herbei. Tagesneuigleiten. Se. Majestät der Kaiser haben, wie das ungarische Amtsblatt meldet, für die gemeinsame Kirche der römisch- uud griechisch-katholischen Gemeinde zu Mihäly und für die griechisch-katholische Kirche zu Noskocz je 150 fl. zu spenden geruht. — (Ein neues Heilverfahren der Schwindsucht) schlug auf dem jüngst in Moskau stattgehabten Congress russischer Aerzte der frühere Professor für innere Medicin in Charkow, Dr. Kremjauskij, vor. Derfelbe gieng davon aus, dass die Schwindsucht durch einen Parasiten hervorgerufen wurde, der, wie die angestellten Versuche erwiesen habeu, durch die schwächste Anilinlösung getödtet wird. Nun sei es constaticrt, dass bis jetzt in der gerichtlichen Medicin keine Aniliuvergif-tuug mit tödlichem Ausgange vorgekommen; mau dürfe daher das Anilin ohne Bedenken gegen den Schwiudsuchts' Bacillus verwenden. Da derselbe nun aber nicht nur die Lungen der betreffenden Kranken, sondern das ganze Blut-systcm sowie sämmtliche von demselben genährten Gewebe durchdriuge, so sei ein Kampf gegen denselben nur daun möglich, wenn man die ganze Nlutmasse mit Anilin sättige, d. h. den Kranken einer Anilinvergiftuug aussetze und dann das Gegengift reiche. Da eine Vergiftung dieser Art das Leben nicht bedrohe, außerdem rasch wirkende Gegengifte, wie Einathmuug von frischer Luft, Inhalationen von Terpentin, Auisöl, Eucalyptusöl uud audern stets bei der Hand sein könnten, so brauche man uur mehrmals täglich mehrere Tage hintereinander die betreff senden Kranken mit Aniliu zu vergiften, um sämmtliche Schwindsuchts-Vacilleu zu tödteu und dieselben vou der Schwindsucht radical zu heilen. Selbst in Fällen, wo die Krankheit bereits eineu bedeuteuden Theil der Luugen zerstört hätte, sei noch Rettung möglich, denn nach Tödtung sämmtlicher Bacille» würdeu die Schwindsuchtshöhlen wie einfache Wuudeu verheilen; es bilde sich gesundes Narbengcwebe, welches rasch die Höhle schrumpfen lasse uud nicht wenig zur Erweiterung der freien Luugen-zellen beitrage; somit tonne der Kranke weiter leben. Am schnellsten nud bequemstcu werde die Vlntmassc durch Einathmuug von zerstäubtem Anilinöl mit diesem Arznci- stoffe gesättigt. Es wäre ein großes Glück für die leidende Menschheit, wenn die Theorie Kremjanskijs Wahrheit würde, doch anderseits ist begreiflich, dass seine Lehre auf dem Cougrefse auf vielseitige Opposition stieß. Den-uoch gelang es seiuer Veredsamteit, die Mitglieder des Cougrcsses zu bestimmen, eiue Commission zu wählen, welche bei einer der Moskauer Kliuiteu diese Behandlungsmethode, die der Erfiuder selbst leiteu soll, überwachen wird. — (Die Frau zweier Männer.) Aus Wiu-disch-Fe istritz theilt mau der «Marburger Zeitung» folgendes stark romanhafte Geschichtchcu mit, für welches das geuanute Blatt selbstverständlich keine Bürgschaft übernimmt, das jedoch in uud bei Windisch-Feistritz er» zählt und geglaubt wird: Der Besitzer eiues Auwescus, welches zwischen Windisch-Feistritz und Ober-Pulsgau liegt, musste im Jahre 187« nach Bosuien einrücken. Dort gerieth er in türkische Gefangenschaft und wurde mit mehreren Leidensgefährten ius Innere des Landes verschleppt. Schließlich gelaug es ihm, mit noch 6 Genossen zu entfliehen. Drei derselbe»« wurden bei der Flucht erschossen, drei eutkamen und unter ihnen befindet sich auch unser untersteierischer Laudsmann, Er kehrte unter vielen Mühsalen heiln und kam vorige Woche nach Hause. Seine Frau hatte mittlerweile längst die Nachricht erhalten, ihr Mann sei in Bosuien gefallen, und es wurde ihr diese Nachricht auch durch deu Todtenschein des Mannes, den sie erhalten hat, verbürgt. Sie heiratete auf Grund dessen zum zwcitenmale, und sind aus dieser Ehe bereits Kiuder vorhanden. Man kann sich also ihr Erstaunen denken, als der todtgesagtc erste Gatte ins Zimmer trat. Thatsächlich hat die Frau jetzt zwei rechtmäßig angetraute Männer, und ist man auf dieEutwicklung dieser romanhaften Verhältnisse in hiesiger Gegend gespannt. - (Hochverra ths - Process Moskovic.) Wie aus Agram gemeldet wird, findet die Verhandlung gegen deu Comptoiristen der dortigen Lederfabrik, Mar. Moökovic, Freitag den 11. März statt. Die Anklage lautet auf das Verbrechen des Hochverrathcs. Die Vertheidigung des Angeklagte» hat Advocat Doctor Simeon Mazzura überuommeu, ) — (Die fünf Hauptgötter des Olymps. Das Märzheft des «Nineteenth Century» euthält emeu Artikel aus der Feder Gladstone's über «Die fünf Hauptgötter des Olymps». Nach Gladstone stellt jeder derselben eine bestimmte Idee dar, so Zeus das staatliche Princip, Poscidou die physische Gewalt, Here die Nationalität, Athene die geistige Kraft, Apollo den Gehorfam gegen den Willen des Zeus. — ^llter der Ameiseu.) Dass die Anschauung, nach der man die ungefähre Lebensdauer eiues Thieres uach fciuer Körpergröße bemisst, nnter Umständen grundfalfch sciu kann, lehren einige Beooachtnngcu, die Sir John Lubbock, der uueriuüdliche Ameisenforscher, gemacht hat. Unter seiuen Ameisen hat er Arbeiterinnen von l^8i>l8 mFoi- und ^ui-mio.1 f>i8ea. die älter als sieben Jahre sind, und vou der letztern Art seit 1872 zwei Weibchen, die, da sie schon vollkommen ausgebildet in seiueu Besitz kamen, das respectable Alter von zwölf Jahren haben müssen. Sie zeigen zwar eiuige Symptome des höheren Alters: Steifheit der Glieder und demzufolge eine größere Schwerfälligkeit als ehedem, sind aber sonst recht rüstig uud producieren immer noch entwicklungsfähige Eier. — (Neues von der Jagd.) Anf der Herr^ fchaft Olszyna in Galizien wurde am letzten Iagdtage dieser Saison eine schneeweiße Nehgais erlegt und dem gräflich Dzieduszycki'scheu Museum für Iagd-Curiositäten, in dem sich bereits eine erhebliche Anzahl Albinos verschiedenster Art befindet, überwiesen. - Anf den volhy-nischen Besitznngen des Fürsten Radziwill wurdeu bei der jüngsten großen Treibjagd <» Elchhirsche zur Strecke gebracht, — (Eiue angenehme Wohnung.) «Sageu S' mir nur, Herr von Meyer, ist Ihre Wohnnng auch so kalt, wie die meiuige?» — Meyer: «Nein . . . nur nnlss man einen schweren Tcppich, dicke Vorhänge haben uud den gauzeu Tag heizen, dann ist es hübsch warm... im Sommer!» Local- und Provinzial-Nachrichteu. — (Das Kronprinzenpaar in Abbazia.) Das durchlauchtigste Kroupriuzeuftaar ist gestern vormittags glücklich iu Abbazia eingetroffen. Es herrfcht sommer-liches Prachtwetter, Thüreu und Fenster sind überall weit geöffnet. Das Meer ist spiegelglatt. Die Mandelbäume blüheu. Der Kronprinzessin wurden wunderschöne Blumen überreicht. — (Abschiedsban kett.) Anlässlich des Schei-deus des neuernannten Herrn Miuisterialrathes Barou Pascotiui vou Laibach faud gestern beim Herrn Laudcspräsideuteu Baron Winkler ein Abschicdsbankctt statt, zu welchem die Beamten der Landesregierung geladen waren. Herr Laudespräsident hob in seinem Toaste die ausgezeichucte Wirksamkeit des Herr» Miuistcrial-rathes durch mehr als ein Deceunium als Regicrnngs-rath bei der Landesregierung hervor nnd gab dem Wuusche Ausdruck, es möge derselbe in seiuer ueuen Stelluug als Laudesrcferent in« hohen Ministerium des Innern deu krainischen Angelegenheiten dasfelbe Interesse nnd dasselbe Wohlwollen entgegeubringeu, welches er bisher stets als Mitglied der Landesregierung bewiesen habe. Die krainische Bevölkerung, welche vermöge ihrer loyalen Gesinnung, ihrer Opferwilligkcit, ihrer Treue für das Reich uud ihrer iunigeu Anhänglichkeit an die Allerhöchste Dynastie den übrigen Völkerschaften der Monarchie würdig zur Seite stehe, sei gewiss eiues wohlwolleuden Interesses an ihren Augelegenheiteu wert. Herr Barou Pascotini sprach seinen wärmsteu Dank für die ihm zutheil gewordene ehrende Auerkennung seiuer bisherigen Wirksamkeit aus uud gab die Versicheruug, dass er den Angelegenheiten des Landes Kram, als dessen Angehörigen sich zu betrachte» er gewissermaßen berechtigt sei, stets das lebhafteste Interesse entgegenbringen und sie nach Kräfteu zu fördern bestrebt sein werde. (Nochmals der deutsche Sprachunterricht.) Mit ihrer nenesteu Notiz über den deutschen Sprachunterricht in Krain und die Inspectionsreise des Ministerialrathes Dr. Wolf nach Laibach liefert die Grazer «Tagespost» den eclatantcn Beweis, dass sie von der Einrichtung des Laibacher Gymnasiums keine Ahuung «Ein Billet für Lady Viuceut, Mylord, es wurde leine Autwort verlangt.» 'Gut.. Der Freiherr nickte dem Dieuer entlassend zu, und derselbe verschwand. «Ich kann jenen Menschen nicht leiden,» rief Lady Cora ungeduldig. «Du bist ungerecht, Cora», versetzte lächelnd der Freiherr. «Lies das Billet, Alan, ich könnte den Kleinen stören, Wenn ich mich bewege.» Das Kind war in del» Armen der Mutter einschlafen. Der Freiherr öffnete das Billet, es war stark parfümiert und trng ein gräfliches Wappen. Mit vei-uehmbarer Stimme' las er: . «Liebe Lady Cora! Werden Sie uud Sir Alan "uch für einen Quälgeist erklären, wenn ich etwa eine Albe Stuude, nachdem Sie dieses Biüet erhalten ^lbeu, Ihnen einen Morgeubesuch abstatte? Ein alter 'N^uud ist nach lauger Abwesenheit vom Auslande zu« Umgekehrt und wünscht Sir Alans neueste Arbeit zu «Hkll, ehe dieselbe nach Schersburg abgesandt wird. "in wollen unser Möglichstes thun, Sir Alans Zeit 'Hl lange in Anspruch zu nehmeu; im Gruude ge< lommen, ist er aber nicht sehr zu bedaucru; er muss u dle Folgen dessen trage»,, dass er ein berühmter "lann ist. Herzlich' Ihre Helene St. Maur.» ki°r ?^ Freiherr war nichts weniger als entzückt über b'ese liebenswürdige Epistel. wolll 'l lo'lmm also uuserem ruhigen Morgen Lebc-lanns. F"'' Cora,, sprach er seufzend. «Doch warum Mi k "" e,geutlich Marcus uicht leideu? El scheint und s? c^^nss eines ausgezeichneten Dieners zu sein °« erf ^''"'b" weit gebildeter, als seine Lebensstellung «Und ich kann Leute nicht ausstehen, welche gebildeter sind. als ihre Stelluug es erfordert. Ich habe ihm gegenüber stets das Gefühl, als wenu wir uns früher im Leben schon begegnet wären. Ich halte ihn nicht für ehrlich.» «Fürchtest dn, er werde dir Silberlöfsel stehlen?» fragte der Freiherr lachend. «Nein, nicht in dieser Nichtuug zweifle ich au seiuer Ehrlichkeit; ich wollte vielmehr sagen, dass ich ihn nicht für wahr halte.» «Thörichtes Kiud, auf mich macht er einen ganz eutgegeugesetzteu Eiudruck.» «Nuu, er ist dein specielles Eigenthum, also handelt es sich hauptsächlich darum, dass er dir entspricht; mir aber will es scheinen, als ob seiue Augeu jeder Bewegung folge», die man macht.» «Vielleicht ist er ein Bewunderer deiner Schönheit, Liebste!» «Sei nicht thöricht, Alan!» versetzte Lady Cora schmollend. «Bin ich es? Nun. das ist ein Fehler der meisten Männer, sobald es sich um eine schöne Frau handelt.» Eine Pause eutstand, während welcher der Freiherr unausgesetzt arbeitete, bis Lady Vincent iu autla-geudcm Tone das Schweigen brach: «Wir haben jetzt nie emeu ruhigen Morgen für uns. Alan!» «Die Folgen des Ruhmes, mein Kind.» «Ich werde anfangen zu wüuscheu, du mögest weuiger berühmt sein, Alan» rief sie, indem sie doch zugleich mit freudigem Stolz auf ihn blickte. Iu demselben Angellblick fast wurde die Draperie wieder zur Seite geschobcu uud Marcus küudete mit lauter Stimme au: «Die Grä'fiu von St. Maur uud der Graf von Almaine!» In Wort und Geberde jene Liebenswürdigkeit, welche sein Wesen stets kennzeichnete, wandte Sir Alan sich deu Eiutretenden zu. Cora saß regungslos, fast un-bewusst in jener Stellung verharrend, in welcher sie ihrem Gatten als Modell' gedient hatte. Jedes Atom von Farbe war aus ihren Zügen gewichen und Marcus sah, noch ehe er die Portiere herabgleiten lieh, den Ausdruck von Schrecken und Furcht, welcher sich in ihren Mienen kundgab. «Ich milss mich vielmals entschuldigeu, Sir Alan,» sprach die Gräfin, in das Atelier rauschend; «aber Sie müssen eben die Folgen dessen tragen, dass Sie ein berühmter Maun sind. Erlaube» Sie mir, Ihueu deu Grafen vou Almaine vorzustellen!» Der Freiherr verneigte sich, während er die fein behandschuhte Rechte der Gräfin frei gab und sich ihrem Begleiter zuwandte, welcher mit der ihm eigenen Redcfertigkcit das entsprechend geeignete Wort alsbald gefuudcu hatte. Dem Bildhauer fiel die Schönheit des Mauues fofort ins Auge sowie seine lassig anmuths« vollen Veweguugeu. .Ah, Lady Cora. Sie sitzen Modell?» fragte die Gräfin St. Maur lächelnd, indem sie sich an die Dame des Hauses wandte, um in leiserem Tone hiu-zuzufügcu: «Ich habe eineu alten Freund gebracht, der sehnsüchtig danach verlangt, wieder in Ihre schönen Angen blicken zu können!» Cora hatte fich erhoben, ihr Antlitz aber war fast eben so farblos wie der lauge, weiße griechische Talai, welcher iu malerischen Falteu ihre Gestalt umfloss. «Sie fiudeu mich in einem sonderbareu Aufzug. Gräfin, ich bitte, mich zu entschuldigen,» fügte sie mit einem Auslug von Verlegenheit hinzu. (Fortsetzung folgt.) Laibacher Zeitung Nr. 51 424 4. März 188?^ hat, was uns übrigens nicht wundernimmt, da sie ja von ihrem Laibacher Correspondents überhaupt fort und fort in unverantwortlicher Weise irregeführt wird. Wenn ihr unsere letzte Abfertigung nicht «decidierl» genug war, so wollen wir noch einmal ausdrücklich constatieren, dass der Bericht des genannten Herrn Ministerialrathes an die competente Centralstelle die deutschen Sprachkenntnisse der Schüler der slovenischen Abtheilung des Laibacher Gymnasiums betraf und diese Kenntnisse als ganz befriedigend bezeichnete. Dass die Schüler der rein deutschen Abtheilung des Gymnasiums genügende Kenntnisse im Deutschen aufwcisen, glaubten loir doch als selbstverständlich voraussehen zu tonnen. Anbelangend die von der Grazer «Tagespost» neuerdings ihren Lesern aufgetischte Behauptung über den Zusammenhang des vielbesprochenen Landesschulraths - Erlasses in Angelegenheit des Unter^ richtes in der deutschen Sprache an slovenischen Volksschulen mit der erwähnten Inspectionsreise, können wir nur wiederholen, dass Herr Ministerialrath Wolf sich mit dem Sprachunterrichte an den Volksschulen gar nicht zn besassen hatte und auch nicht be« fasste und dass folglich von einer Einflufsuahme desselben auf die Publicierung des Sitzungsbeschlusses vom Jahre 1885 keine Rede sein kann. Schießlich halten wir es im Interesse der Leser der Grazer «Tagespost» für unfere Pflicht, der «Tagespost» den wohlgemeinten Rath zu ertheilen, etwas vorsichtiger mit Meldungen über krainische Verhältnisse zu sein, da es den Abonnenten eines Blattes doch nicht gleichgiltig fein kann, wenn ihnen mit beifpiellofer Consequenz für ihr gntes Geld stets nur crasse Unrichtigkeiten zum besten gegeben werden. — (Spenden.) Für das durch den Theaterbrand betroffene Theaterpersonale sind in Kleinmayr H Bam-bergs Buchhandlung noch folgende Spenden eingelaufen: Herr Eypert 5 fl., Franz Brencic 20 kr., Frau Baronin de Troix'Zois 5 fl., Frau Marie N. in Hof bei Seifenberg 3 ft. Die Sammlung wird fortgefetzt, — (Un behobene Treffer.) Man soNte es gar nicht glauben, wie viel Leute es gibt, die kein Geld benüthigen. Mehr als eine halbe Million Gulden liegt bereit, einigen Glückspilzen in die Casse zu springen, aber keiner von ihnen hält diese größeren oder kleineren Theilbeträge des Aufhebens wert. Von sieben österreichischen Lotterie-Effecten sind nämlich Treffer im Gesammtbetrage von 617 993 fl. 25 kr. noch unbehoben, unter diefen find von der Anleihe der Stadt Laibach unbehoben: Nr, 44 920, gezogen am 2. Jänner 18«ü mit dem Haupttreffer von 25 000 fl., Nr. 1072, gezogen am 2ten Juli 1885, und Nr. 45 330, gezogen am 2. Mai 1885, beide mit dem Gewinne von je 1500 fl.; Nr. 21 163, gezogen am 2. Juli 1880 mit lil)0 fl., Nr. 33 724, gezogen am 2. Jänner 1882, und Nr. 4847, gezogen am 2. Jänner 1885, beide mit dem Gewinne von je 500 fl. -außer vorstehenden Treffern sind noch 51 Lose mit dem kleinsten Gewinn von je 30 fl., zusammen also eine Gewinnsumme von 31 130 fl. nnbehoben. — (Vom Cyrill- und Method-Verein.) Eine Deputation des Cyrill- und Method-Vereins, be^ stehend aus dem Präsidenten des Vereines, Prof. Thomas Zupan, dem Vicepräsidenten Lucas Svetec und dem Cassier Dr. I. Vosnjak, begab sich gestern vormittags zum hochwürdigsten Herrn Fürstbischof Dr. I. Mifsia, um den Verein dem Wohlwolleu des Kirchenfürsten und der Geistlichkeit der Diöcese überhaupt zu empfehlen. Die Deputation wurde von Sr. fürstbischöflichen Gnaden auf das liebenswürdigste empfangen. — (Afsentieruug.) Das Ergebnis der in den letzten Tagen in Laibach vorgenommenen Assentierung der Wehrpflichtigen aller vier Classen kann als befriedigend bezeichnet werden. Von 185 der Assentcommission vorgestellten Wehrpflichtigen wurden 19 in das stehende Heer, 5 in die Landwehr und 1 in die Ersatzreserve eingereiht. 21 Wehrpflichtige werden als Einjährig-Freiwillige ihrer Wehrpflicht genügeleisten. Es wurden somit 21,5 Procent der der Assentcommission Vorgestellten in das stehende Heer, alle übrigen in den Landsturm eingereiht. — (Todesfälle.) Der Hausbesitzer auf der Polana und penf. Beamte der Südbahn, Herr Johann M. Pirc, ist vorgestern abends im Alter von 58 Jahren gestorben. Das Leichenbegängnis findet heute um halb 6 Uhr nachmittags statt. — Der k. k. Oberfinanzrath i. P. Alois Jama ist im Alter von 72 Jahren vorgestern in Laibach gestorben. — (Die Bierbrauerei in Oberlaibach) wurde vom Herrn Theodor Fröhlich aus Poseu um den Betrag von 22 000 fl. käuflich erworben. — (Ein Ungern then er.) Ein kürzlich aus der Lehre entlaufener Sohn einer Witwe in Marburg hat seine Mutter bestohlcu und sich nach Laibach geflüchtet. Hier wurde er aber schon am nächsten Morgen von einem Wachmannc angehalten, der ihn wegen des bedenklichen Besitzes einer goldenen Damenuhr festnahm. Man fand bei dem Burschen noch sämmtliche gestohlene Gegenstände. — (Selbstmord) Vorgestern versetzte sich der 63 jährige Rentier Matthäus Stalitz aus Eisnern in seiner Via Fontanone in Trieft gelegeneu Wohnung mittelst eines Rasiermessers in selbstmörderischer Absicht mehrere Schnitte in die linke Halsseite, wodurch er sich lebensgefährlich verletzte. Der sogleich an Ort und Stelle gerufene Arzt nahm den Unglücklichen in Pflege, sprach jedoch Zweifel an feinem Aufkommen aus. Es ist unbekannt, was den Greis, der allein lebte und angeblich ledigen Standes war, zum Selbstmorde trieb. — (Abnorme Rabenkrähe n.) In den letzten Tagen wurden in, Reviere der Schentur'schen Jagdgesellschaft bei Graz zwei Rabenkrähen geschossen, wo bei der einen der obere Theil des Schnabels fo lang gewachsen war, dass er um mehr als die Hälfte der Länge über den normal gewachsenen unteren Theil hinausragt und start nach abwärts gekrümmt erscheint, während die zweite mehrere weiße Schwungfedern fowie weiße Flecken an den Seiten aufwies. Neueste Post. Original-Telegramme der Laib. Zeitung. Vlltmftcst, 3. März. Der Viereransschuss del ungarischen Delegation berieth über die Crcditvorlaqe. Graf Kälnoky beantwortete die an ihn gestellten Fragen ebenfo wie im Ausfchusft der Rcichsrathsdelegation; er betonte, dass die Beziehungen unserer Monarchie zu den fremden Mächten unverändert wären, namentlich seien die Beziehungen zu Rxssland durchaus frcuud-chaftlich. Auch heute liege keine Ursache vor, um betreffs der Zielpunkte unserer, in der vorigen Delegations-Sesswil dargelegten friedlichen und conservativen Politik eine Aenderung ins Auge zu fassen. Betreffs der jüngsten bulgarischen Ereignisse liege officiell nur ein Telegramm aus Sofia vor. welches den Ausbruch einer Militär-revolution in Silistria und die getroffenen Gegenmaßregeln meldet; die indirect?» Vukarester Meldungen seien überhaupt mit Vorsicht aufzunehmen. Hierauf wurde die Beschlussfassung auf morgen vertagt. Vozcu, 3. März. Heute morgens wurde in der hiesigen Frohnfeste dcr Mörder des Post-Exftrdiwrs Steiner in Bruncck, Franz Pokorny, vom Scharfrichter Scyfried gehenkt. Berlin, 3. März. Der Reichstag wurde heute eröffnet. Der Passus der Thronrede über die äuhne Politik lautet: Die Beziehungen dcs dnitschen Reiches zn den fremden Mächten sind heute noch dieselben wie bei der Eröffnung dcs vorigen Rcichstagcs. Auf kaiserlichen Befehl habe ich die Genugthuung des Kaisers über die Kundgebungen des Papstes zum Ausdrucke zu bringen, wodurch das wohlwollende Interesse des Papstes für das deutsche Reich und dessen inneren Frieden bethätigt worden ist. Die äußere Politik des Kaisers ist furtwährend darauf gerichtet, den Fricden mit allen Mächten, besonders mit unseren Nachbarn, zu erhalten und zu pflegen. Dieser friedliebenden Politik de« Kaisers vermag der Reichstag die wirksamste Unter-stichung zu gewähren, wenn er schnell, freudig und ein« miithig den Vorlagen zustimmt, welche eine sofortige und nachhaltige Stärkung unserer Defensiv-Wrhrkrast bezwecken. Wenn der Reichstag ohne Zaudern und ohue Spaltung den Willen der Nation einmüthig ausdrückt, gegen jeden Augriff auf unsere Grenzen heute und jederzeit die ganze Fülle der nationalen Kraft in voller Rüstung aufzubieten, wird der Reichstag schon durch seine Beschlüsse allein und noch vor deren Ausführung die Friedensbürgschaften wesentlich verstärken und die Zweifel beseitigen, welche sich an die bisherigen parlamentarischen Verhandlungen behufs Stärkung unserer Wehrkraft gekuüpft haben können. Der Kaifer hegt zu dem gegenwärtigen Reichstaq das Vertrauen, dass seine Beschlüsse der nationalen Politik der verbündeten Regierungen eine sichere Unterlage gewähren werden, und schöpft aus diesem Vertrauen die Znversicht, dass die Bemühungen des Kaisers, den Frieden und die Sicher« heit Deutschlands zu wahren, von Gott gesegnet sein werden. Auf Befehl des Kaisers erkläre ich namens der verbündeten Regierungen den Reichstag für eröffnet. Berlin, 3. März. Der Reichstag wurde vom Staatssecretär von Vöttichrr eröffuet. Bei Verlesung der Thronrede erscholl bei dem der auswärtigen Politik gewidmeten Passus, welcher die nachhaltige Stärkung der defensiven Wehrkraft des Reiches betont, fowie am Schlufse lauter Beifall. Berlin, 3. März. Die «Nordd. allg. Ztg.. meldet aus Cuxhaven, ein gestern zurückgekehrter Dampfer be« richte, man habe am 28. Februar von Helgoland aus ein französisches Kriegsschiff bei Tiefenmefsungen der dortigen Gewässer beobachtet. PariS, 3. März. Nach einem Gerüchte wäre auch bei Tatar - Vazardschik eine aufständische Bewegung ausa/vrochen. Vorsichtshalber concentriert die rumänische Regierung Truppen an der Grenze. Desgleichen werden türkische Truppcu au der rumelischen Grenze concentriert. PlMs, 3. März. Wie die Agrmc Havas aus Shanghai meldet, habe China die Chusan Inseln an Deutsch-land abgetreten. Bukarest, 3. März. Der Ageuce Havas zufolge ist der Aufstand in Silistria unterdrückt. Der Nrgimentschcf Kristcv wurdr gctödtet, nach der einen Version von den eigenen Soldaten, nach e^ anderen von den Schnmlacr Truppen. Während der Abwesenheit der nach Silistria abgegangenen Truppen brcch in Rustschuk cin Aufstand aus. 'Man hört w Gjurgevo Flintenschüsse, und seit früh sind alle Ver' bindungeu mit Bulgarien unterbrochen. Die Chefs der Insurgenten in Silistria übersetzten die Donau und wurden von den rumänischen Behörden in Empfang genommen, welche Befehl erhielten, alle die Donau passiercudei! Personen zn entwaffnn und mit aller Rücksicht zu behandeln. Der Aufstand iu Silistria so" eine einfache Diversion gewesen sein, um die Truppen aus Rustschuk zu entfernen und diesen beiweitem wich' , tigeren Punkt zu besehen. ' Bukarest, 3. März. iHavas-Mcldung.) Die Tele-qraphenv^rbilldunq mit Nustschuk ist wiederhergestellt-Wahrscheinlich ist drr Aufstand daselbst bereits'unterdrückt, da heute früh die Insurgenten noch Herren des ^ Telegraphen waren. « Danksagung. ' Vei meiner infolge eingetretenen Brandunglüctes gebotenen Uebersiedlung mit meiner Gesellschaft nach Trieft statte ich hiemu dein lunstsi n n i g e n P u b l i c u m Laib a ch s fin das meinem Unternehmen während der Dauer meiner hierortigc» Wirksamkeit zntheil gewordene gütige Wohlwollen meinen innig/ sten Danl ab. Unter einem fühle ich mich verpflichtet, in >»e>' nein und im Namen meines gesummten Personals dem hoch" löblichen Landesausschusse, dem löblichen Thealerlogen^ und Hilfscomite sowie dem hochherzigen Publikum Laibachs filr d>e mir nnd meinem Personale gewährte Untcrstiltznng ans Anlas» der eingetretenen Theaterbrand°Katastrophe unseren wärmsten Tanl auszusprechen. La ibach, 2. März 1887. Im eigenen und im Namen des gesamnüen Personals des landschaftlichen Theaters in Lxilmch hochachtungsvoll Julws ss'chulz. Director. Angekommene Fremde. Am 2. März. Hotel Stadt Wien. Varon Pascotini, l. t. Hofrath, s. Familie' Schutz und Pollak, Kaufleute, Wien. - Komiß, Reisender, Aozcn. — Lengyrl, Getreidehändlrr, Marczali. — Oral Altems, Privatier, nud Wastian, Besitzer, Graz. — Deperis, l, t. Negiernngs'Concipist, Stein. Hotel Elefant. Mauri», Polatzet, Endler, Wenzl nnd Wunderlich, Kaufleute, Wien. - - Wähle, Kaufn,., Passau. - Schonwu"'. Kaufm., Pisek, — Bock. Kaufm.. Iägerndorf. - Komarel, Ingenieur, Agram. — Vructner, Kanfm,, Szcgedin. - Virant, Besitzer. Nndolfswert. — Schlodtmann, K>uifm., Trieft, -" Frauccschini, Kaufm., Giirz. — Obradovic, Eontrolor, M^ Gradista. Hotel Vairischer Hof. Reich, Zugsrevisor, Villach, — Culjat«, Bescher, St. Gotthard. Gasthof Siidliahuhof. Ielinek, Kauf,»., Bremen. — Löbl, Ks«n>, Wien. — Grasselli, Private, nnd Schmidt, Spitzenhändleri"' Cilli. - Peteln, Besitzer, Eisnern. Verstorbene. Den 2. März. Karl Tisina, Schneider, 4-1 I.. Peters strafte 81, Blntzersetznng. — Gertraud Garuas, Arbeiter-Tochter, !> Stunden, Ilovca 33, Lebensschwäche. D c n 3. M ä r z. Ferdinand Malahously, gewesener OlW' bauer, 74 I., Karlstädtcrstraße 7, Gehirnschlagsluss. Lottozichmlg vom 2< März. Prag: 89 7 30 33 40. Meteorologische Beobachtungen in ^aibach.__ " Ni.M 744790 ^^W^W7schwäH"" heiter _. 3. 2 . N. 743,12 7,8 W. schwach fast heiter 0,0" 8 . Ab. 742,18 1,2 W. schwach fast heiter Tagsüber heiter; intensives Abendroth; Mondhof lindM"^ halo. Das Tagesmittel der Wärme 1,8", um 0,3° unter de" Normale. Verantwortlicher Redacteur: I. Naglii. Gebeugte« Herzens geben wir allen unseren Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht tund, dass nnser vielgeliebter Gemahl, respective Vater, Herr Ivan M. Wrc Hausbesitzer uud pensionierter Beamte der k. t, privi» legierten Südbahngesellschaft gestern Mittwoch «m 11 Uhr abends im 58. Jahre seines Alters nach langen und qualvollen Leiden, versehen mit den heiligen Sterbesakramenten, seine edle Seele aushauchte. Die Leiche des theuren Verstorbenen wird aus dem Trauerhause Pulanastraße Nr. 5 Freitag am 4te» März um halb 6 Uhr nachmittags feierlich ans del» Fricdhof des heiligen Christoph übertragen nnd i»s eigene Grab gelegt wcrdcn. Die Seeleninessen werden in mehreren Kirchen gelesen werden. Um stilles Beileid wird gebeten. Laiback am 3. März 1887. Fanny Pirc, Gemahlin. — Emanuel, Also"» und Maximilian, Sühne. ^ Vmilie, Tochl"'' 425 Course an der Wiener Börse vom 3. März 1887. Nach dm °Meuen Lours««««, Gelb War? Ttaats-Anlehen. Aotenlente ....... 78 35 78 55 Slll'errente....... 70 95 80-il, l»54cl 4«/„ Staatslose 250 fi. 135 50 1l8 — I«A,.l 5°^ ganze 500 „ I3250I33- '»e^'i ü°/„ Filnflel 1U0 „ 133 —138 s.li l»64c» Elaatslosc . . 100 „ 1«4?5I«5 — >°«4ei „ . . 50 „ I63 00i«4- «lomo.Uienlenscheine , , per St. —>-------— s°/n Oeft. Goldrente, steueisiei . »08 8510» 05 «-»estcri. Vlolenrente. steuerfrei . W »» b?.— >>ng. Voltrente 4°/^ .... 9640 9«b5 ,. Papieircnte 5°/o .... 8N75 «6 90 ., lil!enb.-Nnl. ilu sl. ö.W.S. 148 — >48'50 .. OftbahiwPliorilalen . . 9625 96?l> « Etnato.Obl.(Ung.Qftbahn) l-----------'— « ,, ., vom I. 167« . HL50II3 50 , ,Pr«m!cN'«,!l. i^iuosl, ö.W. 11775118 25. »h«ih.Ncg..Lose 4«/« ion fl. . . iül-2012, au ^rnndentl.. Obligationen (für 100 fi, «,.M.) ° °/, böhmische.......ios>----------- 3A Nische.......l04-104 60 ° V» mahn che.......107'2L------ «Vn niederöftellcichische . . . los — 110 — °"/<> oberöfterieichische .... i«5 — — — ° /« ftlirische.......i«5l0! —-— ° /» lioatis^e und slavonische . io4 50106 L0 ° <° siebenbillgisch«.....104—!i04 bbl Veld Ware s°/« lemes« Vanat .... 10< - 104.5c 5"^ ungaiische......I04,20i04»o Andere öffentl. Nnlehen. Donau-Mea-'Lose b«/„ l«0 fl. . 114 7.^115 25 dlo. «nleihe 1878. Neuersrei . wb" 5 io<; 75, Unlehen b. Vtadtgemembe Wien 104 75 in5 25 Anlehen d. Stadtgemeinbe Wien (Silber und Volb) .... i»i - 1»' 6« Prämien°«lnl, b. Etabtgem. Wien I2l ?b ii!2ü5 Pfandbliefe (<ül 100 fi.) bolencr,alla.i>st«i.4>/, °/o Gold. 126- 12k s,o bto, in 50 „ „ 4'/, °/° 100 60,01-bto. in 50 „ « 4°/n . ««bo «7 -dto. Plämien«Echulbv«schr,3°/<> 1«0 — ico 50 Test, Hypotbclcnbanl I0j. 5'/,°/« ^1'^ !" "> 0ef!,'una. Vanl verl. d°/<> . . 101 50 101 8« btll. „ 4>/,°/o ' 10l'2b 10l.35 dto. „ 4°/« . . 98'— 98 !»(> Una, allg, Vodencicbit'Nctiengcs. lü Peft in 1.1830 vcrl. 5'/,°/° —'-------'— Prioritäts'Obligationeu (sllr 100 fi.) Elisabeth' westbahn 1, Emission —---------— FelbinaubeoNoldlia^n in Kllber ioo—l<)0 40 Fra!iz'Ioscf»Ba^».....—-— ».— Galizlsche ^all ° Ludwig» Vahn Lnl. 1881 300 N. S. 4>,,°/„ . 99-z<5 9975. Oesterr. Noitwestbahn . . .105 40105 70 ^Eiedenbülg«.......__>— __— Veld A!a« Staat«bahn 1. «mission . . 197'—1!)8 — Südbahn », 3«/«..... 154 50155 50 „ ^2°/«..... 12? — I27-25. Nng.'galiz.Bahn..... 44'25 4°/l, Donau.Dampssch.w0fi. . 118'—li4'— LaibacherPrämien-Nnleh.lost. I»b0 2050 Ofenci Lose 4« fl..... 47^5 47 75 Palfsy.Losc 40 fl..... 42'bu 43 5N Nolhen «leuz. oft. Ves.v. lost. 1450 14 »>> Nudols-Vose 10 ft..... iß-— ,»'50 Saln!°üose 40 sl...... b^'lO H550 St,»Oc!!ci?-^os< 40 sl. . . . 54 — bß— Wnltstein-^ole ^l« sl. , , , 34 25 ?5'25 Windischgrätz-Lose 80 sl. , . 42 — 43 — Vanl'Actien (prr 6tli Ges. Oeflcrr. 500 ft. LM. , . . ggs—388 — Diau-liis. (Vat..Pb,-^,)8ansl.S.--------------- T»ir-Äobcnbacher E.<°Ä.^!UU fl.S. —»—'------ Elisabcth-Bohn li0u fl. li^t, . —>—! — — „ Linz-BudwciS iiu» fl. . ——, — — « Slzb,»Tir. IH, L. 1873 200 fl.S. ——> —-— Ferbinands-Nordb. 1000 fl. liVl, »375 2380 yranz-Ioscs,«al)N »00 fl, Silber--------------- WnflircheN'B^rcferayn i!U0 fl. Silber . i80>—18025 Siebcnl,'ürll<:i Elseub. 200 fl. . —---------— ^ Staatöelscll^ayu ^00 sl. ö. w, . »33 «523875 Gelb Ware Sübbahn «00 fl. Silber . . . 89— 80 — Güb«Norl»b.Verb.««.2oofl. w,,i,'cihg, I. 80 fl. 40^/, 88'— l»l>'— „lölbemüyl", Papiers, u. Ä.»G. «4>50 «5 — Monlan-Gcscllsch., öfterr.»alpine l2»u «3 — Präger Glsen-Ind.'Ges. 200 fl. . -.— — — Salgo-Tarj. Lisenrass. 100 sl. . — — —-— Trisailer Kohlen»,»Oes. 70 sl. , —>— — — Waffenf.'V,, Ocft. in W- 10« fl. «10 — «1U — Devisen. Deutsche Plätze......«27« 62 »ü London.........12811» 12855 Paris .........50 50 50 5?» Petersburg .......— — —- — Valuten. Ducaten........ «yz „„4 20'FrancS.Stilcke..... «,14 iolb Silber......... —- ^-». Deutsche steichsbanlnoten . 62 70s»??,