W**»i»erett*t6 - Preise: Für Laibach: ««HHritz . . 8 S. 40 lt. HalbMrig. . . 4 „ *0 „ «trtdjMriß . 2 „ 10 „ Wonatli» . . . — „ 70 „ Mit btt Post: •eniiUng.............12 fl. HaSMig............... 6 „ Vierteljährig 3 „ Für Zustellung inS Hau? diertelj. 86 tr., monetl. 9 kr. «azelnr Nummern 6 fr. Laibacher Revsrti»« Bal'ichofgaffe Nr. 188. TJ Sxprditton- & Siifcratt#* Bureau: Lvngreßplatz Nr. 51 (Ou*» Handlung von Jgn. v. Kleinmayr & Fed. Bamberz.) Anonyme Mittheilungen werden nicht berSSfichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. InsertionSpretse: Für dir einspaltige Petitzeile u 4 kr., bei jireimalig« ®te-Scfcaliung ä 7 ff., dreimaliger ft 10 fr. Jnsertionsstempel iedesmrl 30 fr. Bei grösseren Inserate» u«e öfterer (?inftiba!timg cntft're ■ chcitder Rabatt. Nr. 51. Mittwoch, 4. März 1874. — Morgen: Eusebius. 7. Jahrgang. Ei» neuer Bries des deutsche« Kaisers. Wir haben bereits des Handschreibens des deutschen Kaisers an Lord Russell gedacht, in welchem sich derselbe für die Sympathiekundgebungen des londoner Meetings bedankt. Entschiedener hat sich Kaiser Wilhelm über den Kirchenconflict noch nie ausgesprochen als in diesem Briese. Derselbe ist rin neuer Beweis, daß das Oberhaupt des deutschen Reiches, anknüpfend an die glorreichsten Epochen der Nalion, im Kampfe mit der römischen Eurie entschieden Stellung genommen hat und entschlossen ist, den Kamps bis zur gänzlichen Unschädlichmachung des Feindes der modernen Gesittung durchzuführen. DaS Schreiben, welches zugleich die passendste Antwort auf den heuchlerischen Hirtenbrief der zwölf preußischen Bischöfe bildet, lautet: Lieber Lord Russell! Ich habe den Brief vom 28. Januar nebst den Beschlüssen des große» londoner Meetings und den Bericht meines Botschafters über die Vorgänge empfangen. Ich danke Ihnen aufrichtig für die Mittheilung und den begleitenden Ausdruck Ihres persönlichen guten Willens. Es liegt mir ob, Führer meines Volkes zu sein in dem während ganzer Jahrhunderte von früheren deutschen Kaisern in früheren Tagen unterhaltenen Kampfe gegen eine Macht, deren Herrschaft in keinem Lande der Welt vereinbarlich gesunden wurde mit der Freiheit und Wohlfahrt der Nationen, eine Macht, welche, falls sie In unseren Tagen sieg reich, nicht in Deutschland allein, die Segnungen der Reformation, Gewissensfreiheit und Autorität der Gesetze gefährden würde. Ich acceptiere die der» gestalt mir auferlegte Schlacht in Erfül. lung meiner königl. Pflich en und in festem Vertrauen auf Gott, auf dessen Hilfe zum Siege wir blicken, aber auch im Geiste der Rücksicht für den Glauben anderer und in evangelischer Nachsicht, welche durch meine Vorfahren den Gesetzen und der Verwaltung meiner Staaten aufgedrückt worden ist. Die neuesten Maßregeln meiner Regierung stören nicht die römische Kirche oder die freie Ausübung ihrer Religion seitens ihrer Anhänger. Sie geben nur der Unabhängigkeit der Gesetzgebung des Landes einige der Bürgschaften, die längst im Besitze anderer Länder waren und vormals auch von Preußen besessen wurden, ohne daß die römische Kirche sie für unvereinbarlich mit der freien Aus« Übung ihrer Religion hi.lt. Ich war gewiß und bin erfreut über den mir durch Ihren Brief gewährten Beweis, daß die Symphatien des Volkes von England mir in diesem Kampfe nicht fehlen würden — des Volkes von England, mit dem mein Volk und mein Königshaus durch Erinnerung vieler und ehrenhafter, gemeinschaftlich feit den Tagen Wilhelm'S von Oranien gefochtener Kümpfe verbunden ist. Ich bitte Sie, den Brief den Unterzeichnern der Resolutionen mit meinem herzlichen Danke mitzutheilen. Ihr aufrichtiger Wilhelm " Der Brief des deutschen Kaisers on Earl Russell veranlaßt die National - Zeitung zu einem gelegentlichen Vergleich der Periode Friedrich'« II. mit der heutigen. Das Blatt schreibt: „Wir pflegen sonst das heutige Deutsche Kaiserthum keine Fort- ; setzung des vormaligen zu nennen; aber das alte . wie das neue hat Nachstellungen des römischen Papstes erfahren, und fo sind denn such die Kämpfe früherer Kaiser noch immer nichts gremd:S für uns. Jener Friedrich der Zweite war ein hochstrebender Geist, der alle Verderbnis der Kirche uvfc. ihres Oberhauptes erkannte; in feinem Ankamr^ dawider war er jedoch nicht glücklich, da ihn t:v Zustand Deutschlands nicht begünstigte. Das Kaiser thum war bereits zum Schatten geworden, nicht zum wenigsten hatten die letzten Vorgänger Friedrich» und er selbst das Emporkommen der Landesfürsten in Deutschland befördert und sich zugleich auch wieder in verzehrendem Kampfe mit den Fürsten erschöpft. Wenig Kraft und Macht blieb dem Kaiser übrig, um mit dem Papste zu ringen, der von vielen aufstrebenden Kräften in deutschen Ländern und Städten mittelbar oder unmittelbar in solchem Ringkampfe unterstützt wurde. Wie ist das alle» heute ganz anders gestaltet! Unser heutiges Kaiser-thum steht unbestritten und kräftig an der Spitze der Nation. Da ist fein Fürst, welcher dem Papstauf irgend eine Weise Beistand gegen den Kaiser leistet. Nirgends strebt das Volk, sich mit eigenen Händen Raum zur politischen Entwicklung zu schof sen, sondern unser ganzes Volk erwartet v-u der Reichsregierung und vom Reichstage Fürsorge für seine Wohlfahrt. Uns gewährt eine wohlgeordnet: willig annetfannte Verfassung ein vortreffliches sammenwirken aller Kräfte; unsere politische Macht ist stark durch Ordnung und durch Eintracht, sic ist behende und geschickt zum Handeln. — Da wird gieuilletoM. Das sympathetische Pulver. (Fortsetzung.) Ich sah mich nach der übrigen Gesellschaft um. Der Oberst lochte und scherzte laut mit seiner Frau und deren Bruder. „Glauben Sie, ich weiß nicht," tief er, „welche Mühe Sie sich gaben, um unsere Heirat zu hintertreiben?" „Ja, Herr Hofrath, Ihre Gunst können wir atmen Soldaten nie erreichen; wir muffen ohne dieselbe leben und sterben." „Aber," fuhr er fort, indem er dem Schwager die Hand reichte, „dos macht nichts, darum bleiben Sie doch mein guter langjähriger — Feind." „Sieh," fagte Valcafor, indem er auf die Ver» lobten deutete, welche leise sprechend beisammen saßen, ••sieh wie dos sympathische Pulver lichterloh brennt. Du siehst es mit eigenen Augen unb dennoch glaubst Du nicht fest daran, wie Du solltest, sondern willst Dich erst durch einen Versuch überzeugen." Erschrocken blickte ich den Mann an, welcher meine Gedanken errieth. „Sei ruhig," sagte Valcafor, „ich verzeihe Dir Deine Zweifel an Hexen und Pulver gern. Ich habe auch immer noch eigener lleberzeugung gestrebt. Ich weiß auch, daß Du Dich wunderst, wie schnell, wie angenehm die Zeit in meiner Gesellschaft vergeht. Das ist für mich sehr schmeichelhaft." Wir waren wieder in die Nähe der Verlobten gekommen. „Helene," sagte der Major, „quake Dich nicht mit Sorgen für die Zukunft. Als Du versprachst, mein zu werden, wußtest Du, daß ich Dir kein ruhiges Leben bieten kann. Du mußt dos Unvermeidliche, als tapfere Soldatenbraut hinnehmen. Wir sind Sieger, ober der Krieg ist noch nicht zu Ende. Weißt Du, wie es in Deinem Lieblingeliede heißt? „Doch auch den Sieger zählt man zu den Leichen." Auch das mußt Du, wenn es cintriit, tragen. Dos Glück ist ein flüchtiger Gast auf Erden. Wir waren glücklich, damit tröste Dich. Das ärgste, was geschehen kann, ist ein schöner Tod auf dem Schlachlfelde, in der Begeisterung des Kampfes, mit dem letzten Gedanken an Dich." ..Sprich nicht fo," sagte Helene, „Du sagtest mir oft, ich müsse stark sein, aber —" den Rest hörte ich nicht mehr. Nach einer Weile trat Valvasor an den Tisch füllte die Gläser und alle versammelten sich in der besten Laune um ihn. Auch Helene schien alle Sorgen über Bord geworfen zu haben und strahlte vor Freude. Nachdem alle möglichen Toaste aus» gebracht waren, meinte der Oberst, es sei doch an ständig, mich das Land, welches uns so fröblict sieht, leben zu lassen. „Machen wir der Reihe nach einen Vers zum Lobe Krams," sagte feine Gemahlin. „Aber kurz und gut", entschied Valvasor, keine laugen Tiraden." Ich saß am Ende des Tisches und mußte be. ginnen. In fröhlicher Weinlaune rief ich: „Einc Riesenmuschel ist die Welt, die als eiuz'gr Perle Krain enthält.“ Valvasor nahm diese Huldigung mit gnädigem Kopfnicken hin, als hätte sie ihr. selbst gegolten. Die Gesellschaft aber erklärte lochend sich noch diesem Superlativ eines Lobes nicht mehr versuchen zu wollen. (Schluß folgt.) »m£ der Papst vergebens angreifen. Blicke in die ältere deutsche G-schichte, sind entmuthigend für den heiligen Papst ermuthigend für uns. Aber nicht bloS in der deutschen Presse, auch in der italienischen und englischen begegnet der Brief des Kaisers sympathischen Beurteilungen. Der Brief des deutschen Kaisers an Earl Russell, schreibt die Hour, ist ein würdiges Gegenstück zu dem Schreiben, welche« Se. Majestät jüngst an den Papst gerichtet. Al« das letztere Schriftstück erschien, wurde dasselbe sofort als ein Dokument von historischer Wichtigkeit anerkannt. Es weckte in britischen Herzen einen zustimmenden Widerhall. Nachdem dieser Brief geschrieben und veröffentlicht war, konnte e« keinem Zweifel mehr unterliegen, daß England in dem bevorstehenden Kampfe auf der Seite Deutsche ilandS und seines Kaisers stehen würde. Die Versammlungen, welche später in London stattfanden, waren die natürlichen Früchte des kaiserlichen Briefes. Daß diese Versammlungen ihren Zweck nicht verfehlt haben, war aus den freudigen und lebhaften Erwiderungen ersichtlich, welche sie hi allen Schichten der Bevölkerung fanden. Heute findet man in Len weisen und einfachen Worten, in welchen der Kaiser für die bei jenen Versammlungen kundze-gebenc Sympathie dankt, den Charakter der Lage in der Hauptsache zusammenfassend, angedeutet und die starken Bande übereinstimmender Gefühle, welche die beiden Nationen im Widerstande gegen Ansprüche vereinigen, die mit der Unabhängigkeit des Staates und den Anforderungen der Zivilisation unverträglich sind, erhallen neue Stärke und Kräftigung. Uebrigens sieht man auch wieder recht augenfällig in diesem Briefe wie wenig Wahres an der Behauptung war, daß der Kaiser nur ein widerstrebendes Werkzeug in der Hand des Fürsten Big; marck sei. Die Deutschen nennen den Streit einen Kulturkampf, einen Kamps für die geistige Freiheit und die Freiheit des Gewissens. ES ist nur eine Wiederaufnahme des alten Streites, welcher bei der Reformation tobte, aber damals nicht endgiltig zur Entscheidung gebracht wurde. Im Kampfe für die Freiheit ringt der ^Kaiser auch, wie er mit Recht bemerkt, für die Autorität des Gesetzes, ohne welche die Freiheit in Zügellosigkeit auSartet. Bei Wiederaufnahme des Kampfes ist eS auch iwthig geworden, einige der Garantien für die Unabhängigkeit der Gesetzgebung des Staates, welche Deutschland früher besaß und welche nur außer Gebrauch gekommen waren, weil man glaubte, das Papstthum habe seine Ansprüche auf geistlichen Despotismus aufgegeben, wieder aufzunehmen. Man fand eben, daß die schlimmsten Ansprüche vergangener Tage in der heutigen Constitution der Kirche ihre Verkörperung gefunden hatten, und es war unter solchen Umständen nicht möglich, sich zurückzuhalten oder gleichgil-tig zu bleiben. Der Staat mußte die Grenzen seiner Macht neu bestimmen, um die Jurisdiction, welche das Papstthum sich unter dem Vorwande geistlicher Unabhängigkeit angemaßt, auszuschließen. Je mehr man dem ganzen Ringen auf den Grund sieht, desto klarer wird das englische Volk erkennen, daß Deutschland heute im wesentlichen denselben Kampf gegen das Papstthum auöficht, welchen die Vorfahren der heutigen Engländer bereits vor dreihundert Jahren siegreich beendet haben. Der treffliche Brief des Kaisers an Earl Rüssel besitzt noch ganz besonder« Werth, weil er viel dazu beiträgt, der Welt diese Tbatsache nachdrücklich zu Gemüthe zn führen." Politische Rundschau. Laibach, 4. März. Inland. Am vergangenen Sonntag hat beim Ministerpräsidenten eine p a r l a m e n t a r i s che C on serenz stattgefunden. Derselben wohnten außer dem Fürsten Auersperg und den Ministern Lasser, Glaser, Stremayr und Unger, der Präsident und hervorragende Mitglieder des Abgeordnetenhauses bei. Gegenstand der Besprechung bildete nicht, wie vermulhet ward, die bevorstehende Debatte über die consesfiouelleu Gesetze, sondern die Zeiteintheilung für die Behandlung der zahlreichen dem Abgeordnetenhause vorliegenden Geschäfte, wobei sich nach Versicherung eines Officiösen „die erfreulichste lieber-einstimmung und das bereitwilligste Entgegenkommen zeigte." Die Theilnehmer an der Besprechung einigten sich in der Ansicht, daß eine kurze Vertagung des Abgeordnetenhauses vor Ostern und eine längere Vertagung desselben infolge des in der zweiten Hälfte des Monates April bevorstehenden Zusammentrittes der Delegationen eintreten soll. Mitte Mai würde der ReichSrath wieder seine Session fort-setzen und dieselbe ungefähr Mitte Juni schließen. Der Ministerpräsident erklärte, die Regierung lege Werth darauf, daß vor Zusammentritt der Delega-tionen außer dem Budget auch noch die c o n. feffionellen Vorlagen und das Actiengesetz zur Erledigung gelangen. Bezüglich der weiteren Arbeitseinteilung wurde der Absicht Ausdruck gegeben, die Landtage für den 18. September und den ReichSrath für den 15. Oktober zu berufen, ! um die rechtzeitige Feststellung des Finanzgesetzes für das Jahr 1875 im verfassungsmäßigen Wege zu ermöglichen. In Zukunft sollen dagegen die Land -tage jedesmal zwischen Ostern und Pfingsten zusammentreten, damit dann der Reich rrath ununterbrochen in den Monaten September, Oktober, November und Dezember tagen und rechtzeitig den Staatshaushalt votieren könne. Am Sonntag hat der katholisch-politische Landesverein in Prag sein Scherflein zu der von den Heißspornen der ultramontanen Partei müheselig betriebenen Demonstration gegen die consessionellen Vorlagen beigetragen. Das Ding verlief, wie alle Manifestationen dieses durch seine zahlreichen Fiascos während der Wahlbewegung noch in allgemeiner Erinnerung stehenden Vereines. Fürst Lobkowitz und der Concordatsgraf Leo Thun decla-mierten salbungsvoll vor einem sehr beschränkten Kreise von Zuhörern gegen die neuen Gesetze. Nicht einmal von einer Theilnahme der den Feudalen mit Haut und Haar verschriebenen Altczechen wissen die Telegramme zu berichten. Der Ausschuß des Vereines hat schon vorher ein Promemoria mit der Bitte um Verweigerung der Sanction an den Kaiser abgehen lassen, und das „Vaterland" schwelgt in der Hoffnung, daß beides sich bereits in den Händen Sr. Majestät befinde. Der streng constitnlionelle Monarch hat bekanntlich bisher derlei Adressen ausnahmslos seinem Ministerium zur Erledigung überwiesen. lieber die consessionellen Gesetze werden der „Frankfurter Zeitung" aus Wien die folgenden interessanten Mittheilungen gemacht: „Mit der Durchführung liberaler Prinzipien ist es bei uns vorläufig vorbei, wie die letzten Verhandlungen zeigen und die Subcomitös des consessionellen Ausschusses, welche fortschrittliche Majoritäten haben, werden wohl vergeblich an der Tendenz der Entwürfe Stremayrs radikale Aenderungen vornehmen. Eine der wesentlichsten Aenderungen an dieser engherzigen j Tendenz zielt auf die Einführung der obligatorischen; Civilehe und auf die Regelung des bei uns fast! noch mittelalterlichen Patronatswesens ab. Ferner | hat das Snbcomitü des Ausschusses auch die Alt-katholikenfrage in den Kreis seiner Berathung-n gezogen. Der Gesetzentwurf, dessen Verfasser der Führer des Fortschrittsklubs Dr. I. Kopp ist, wird, schvu in seinem Titel die Wuth der Ultramontanen und die Gegnerschaft der Regierung herausfordern. Der Titel des Gesetzes lautet nemlich: „Gesetz zur Regelung der äußere» Rechtsverhältnisse der Altkatho-liken." Stremayr will bekanntlich Die „Altkatholiken" nicht gelten lassen und er ehrt in Kardinal Rauscher den „ältesten Katholiken." Der Gesetzentwurf hat nur vier Paragraphe mit folgendem Inhalt: § 1. Die das Dogma der Unfehlbarkeit verwerfenden Katholiken werden als innerhalb der katholischen Kirche stehend anerkannt und genießen den vollen Rechtsschutz deö Staates. § 2. Diejenigen geistlichen Nutznießer und Psründcnbesitzer, Kelche das Dogma der Unfehlbarkeit des Papstes nicht anerkennen wollen, verbleiben im vollen Genüsse all ihrer Pfründen und Stellen. § 3. Die von altkatholischen Gemeinden freig-wählten Seelsorger werden als ordentliche Seelsorger anerkannt und es bleibt die altkatholische Gemeinde, und Synodalverfassung der Genehmigung des Staate» Vorbehalten. § 4 bestimmt, daß, wenn von irgend einer katholischen Gemeinde mindesten« ein Drittel der Gemeindeangehörigen sich altkatholisch erklärt, diesen letzteren die Mitbenützung der Kirchen eingeräumt wirv. Bei der Zählung der Gemeindemitglieder werden Individuen im Alter von 14 Jahren aufwärts in Rechnung gezogen. Diefe« Elaborat, welches mit Absicht von der Regelung der Vermögensfrage absieht, um dem Klerus ein Agitationsmittel zu entreißen, kann im Ausschuß zweifellos auf Annahme zählen — ob auch im Parlamente, wird die allernächste Zukunft lehren. Ausland. Dem BundeSrathe wurde ein Entwurf, betreffend die aus dem Amte entlassenen oder wegen unbefugter Amtshandlung bestraften K irch end iener, vorgelegt. Der Entwurf umfaßt drei Artikel. Artikel 1 lautet: Kirchendiener, welche durch Urtheil eines Gerichtes aus ihrem Amte entlassen wurden, können durch Beschluß der 6en-tralbehörde ihres Heimatsstaates ihrer Staatsangehörigkeit verlustig erklärt werden: bis zur Beschlußfassung kann ihnen durch die Landespolizei der Aufenthalt in bestimmten Bezirken oder Orten versagt oder angewiesen werden. Artikel 2. Diese Bestimmung findet auf jene Personen Anwendung, welche wegen Amtshandlung in widerrechtlich übertragenem Wirkungskreise rechtskräftig verurtheilt find. Die Landespolizei ist befugt, die angeschuldigten Kirchen-diener nach Eröffnung der Untersuchung des Gerichtes bis zu deren Beendigung zu internieren oder auszuweisen. Artikel 3. Kirchendiener, welche nach diesem Gesetz ihrer Staatsangehörigkeit verlustig erklärt werden, können diese in keinem Bundesstaate ohne Erlaubnis des Bundesrathes erwerben, auch ist ihnen ohne die letztere der Aufenthalt in einem anderen Bundesstaate nicht gestattet, wenn ihnen der Aufenthalt in ihrem Heimatsstaate versagt wird. Das versailler Cabinet wurde am Freitag nur durch die Gnade Pouyer-Quertiers vor einer Niederlage und dem Sturze bewahrt. Ein den Ansichten des Finanzministers Magne und des Handelsministers Deffeilligny entgegenlautender Antrag Pouyer-Quertiers, betreffend die Besteuerung der Zuckerraffinerie, wurde nemlich nur darum nicht angenommen, weil der Antragsteller denselben im letzten Moment zurückzog. Buffet, als getreuer Verbündeter des Cabinets, hat durch Verzögerung der Abstimmung neue Verhandlungen und somit auch dieses Resultat ermöglicht. Duvergier de Hauranne conftatiertc mit Recht, daß der plötzliche Abfall Ponyer-Quertier's nur durch eine Art geheimer , Sitzung möglich ward, die wahrend der öffentlichen Sitzung in einem Nebensaale gehalten wurde, und Lefövre warf Buffet seine „empörende Parteilichkeit" vor. Die neuesten Nachrichten aus Spanien lassen es leider als unzweifelhaft erscheinen, daß der Obergeneral der Nordarmee bei Soinorrostro eine vollständige Niederlage ttliiten hat Mögen auch die Berlustangaben — man spricht von dreitausend Tobten und Verwundeten auf Seite der RegierungS-truppen — übertrieben fein, jedenfalls haben die Car listen eine Schlacht gewonnen. Serrano und Topete sind sofort nach dem Norden abgegangen. Hoffentlich bringen sie wenigsten« einen Theil der dringend notwendigen Verstärkungen mit und sind noch im stände, den Fall Bilbaos zu verhüten. Die genannte Stadt wird seit acht Tagen hart beschlossen und kann sich schwerlich mehr lange halten._________ Zur Tagesgeschichte. — lieber die Lebensweise Ihrer Majestät bet Kaiserin in Wien schreibt nun dem Pcster Lloyd: „Ihre Majestät steht gewöhnlich vor 7 Uhr aus und verweilt von dieser ©taube an atu Schreibtische. Denn die Kaiserin liebt e«, die stille« Morgenstunden zum Schreibgeschüfte zu verwenden. Ihre Majestät sieht bis 10 Uhr außer ihrer persönliche» Dienerschaft niemanden, weder ihre Vorleserin, noch die beiden Hofdamen : Gräfin Schaaffzotsche und Bestellte, deren Dienst erst bei der Promenade beginnt. Nach 10 Uhr begibt sich Ihre Majestät in da- unter ihren Appartement« befindliche Mezzanin, zum Lever der Prinzessin Marie Valerie. Nach einstllndigem Verweilen in diesen gewöhnlich sehr lustigen Räumen kehrt die Kaiserin in ihre Appartement- zurück, um die Berichte und Vorträge ihre- Obersthofmeisters entgegenzunehmen, Gesuche zu besprechen oder für et» waigc officielle Acte die Zeiteimheiluug und sonstige Di-positionen zu «reffen. Die glücklichen Tage für Ihre Majestät sind die, wo da- letztere nicht nöthig ist und da» schwarze Seidenkleid, welche- die hohe Fra« vom Morgen an trägt, gegen keine andere Toilette ««getauscht werden muß. Liegt nun eine officielle Nöihigung hiezu nicht vor, so folgt nach dem leichte« Dejeuner, da- um die Mittagsstunde eingenommen wird, die Lesestunde, die sich jedeSmal bi- zur Zeit der Ausfahrt ausdehnt. Bei ungünstiger Witterung promeniert die Kaiserin im Hosgarten und macht dann Besuche bei Mitgliedern des Allerhöchsten HaufeS, am öftersten bei dem Erzherzog Franz Karl; bei günstigem Wetter liebt die Majistät eine Fahrt oder einen Ritt in der Praterallee. Diese Stunden sind er gewöhnlich, in welchen beide Majestäten zusammen» treffen, um bann den Rest de- Tage- zusammen zuzubringen. Der Kaiser unb die Kaiserin nehmen ihr Diner stet» zusammen; die osfieiellen und Familiendiners bilden die Ausnahme. Erzherzog Rudolph, der in Abwesenheit de- Kaiser- täglich mit seiner Mama spei-te, ist nur hie und da dem Diner seiner Eltern beigezogen, kommt aber jeden Tag nach dem Diaer, um den Abend bei dem fürstlichen Paare zu verbringen. Daß sowohl der Kaiser als auch die Kaiserin, Theaterabende ausgenommen, früh sich zur Ruhe begeben, ist bekannt." Local- unb Provinzial-Angelegeuheilen. Original-Lorres-ou-euzen. Radmannsdorf, 3. März. (SanitätSzu-stönbe). Unser Sanitätewesen schreitet bedenklichen Zuständen entgegen. Die durch mehrere Dezennien im Bezirke RadmannSdors bestandene DistrictSphysiker-stelle wurde bei der sanitären Organisation ausgelassen. Seitbcm besorgten im Bezirke brei Wunbärzte den öffentlichen Sanitätsdienst und die Privatkrankenbe-handlung. In der vergangenen Session hat der Landtag die Einführung von Gemeindeärzten abgelehnt und dadurch unseren Bezirkswundärzten, welche mit kargen Remunerationen entlohnt werden, die Hoffnung einer besseren Zukunft benommen. Ihrer gedrückten t!agc überdrüssig, versuchen sie gleich unfern vaterländischen Voikrschullehrern durch Auswanderung in andere Kronländer ihre allerdings nicht beneidenswerte Existenz zu verbessern. So verläßt der Be-zirkSwundarzt der Wochein seinen bisherigen AnstellungS-ort und übelsiedelt nach Steiermark. Ob der Staatssäckel durch die Auflassung deS hiesigen DistrictSphystkaieS Erhebliches profilierte, lassen wir dahingestellt. Es ist jedoch bekannt, baß häufig zu Amtshandlungen unseres Bezirkes Aerzte von Lai> dach und TarviS geholt werden, deren Partikularien über Jahr denn doch ein anständiges Sümmchen aus-wachen dürsten. Unser Bezirk bedarf offenbar einer Vermehrung der ärztlichen Kräfte. Als im vorigen Äahre während der Viehseuche der Bezirkswundarzt ton RadmannSdorf an der LandeSzrenze in veterinär-polizeilicher Dienstleistung verwindet wurde, befand fiih ein Drittel der Bezirksbedöikerung mit Jnbegrif *>ec Stadt nahezu drei Wochen ohne ärztlichen Schutz, verlassen uns noch die zwei vorhandenen Wundärzte, *®tt« zu besorgen steht, dann sind wir in sanitärer Beziehung gänzlicher Hilflosigkeit preisgegeben und btt unbemittelte Theil unseres Publicum« angewiesen, Kurpfuschern und Wunderdoktoren Hilfe zu suchen. In richtiger Erkenntnis der bevorstehenden Ge« fahr, welcher unser SanitätSwefen entgegengeht, haben sämmtliche Gemeinden unserer Bezirkshauptmannschaft an die Landesregierung eine Petition gerichtet, worin nrn die Reaktivierung de- DtslrietSphyfikate» gebeten wird. Werden außerdem die territoriale Ausdehnung und Seelenanzahl unseres Bezirkes, der Fremdenbesuch im Sommer, die Anforderungen des Badeorte» Velde-, die bedrohlichen Zeiten der Epidemie» und Seuchen berücksichtigt, so dürfte» diese triftige» Motive sicherlich genügen, die Regierung zur Befürwortung unsere- Ansuchen- an maßgebender Stelle z« vermögen. Oberkrain, 2. März. (Lehrerelend.) Die Lebensbahn eine» Volk-schnllehrer- ist an und für sich nicht ohne Dornen und der Schulstaub nicht eben ein Labsal; wenn aber zn de» Berufes Mühe« noch tägliche Lebenssorge» treten, dann ist der bittere Leidensbecher voll. Vom Oktober an habe» viele unserer Lehrer infolge der im Zuge befindlichen GehaltSregn-iernngen ohne einen Heller Gehalt oder sonstige Bezüge sich und ihre Familie an» eigene» Mitteln erhalten müssen. Dadurch ist unser Lehrerstand unter» chuldet in große Verlegenheiten gerathen. Gab e» wo kleine Ersparnisse, die sich bei dem niedere» Einkommen der Lehrer kaum annehmen taffen, so sind dieselben mittlerweile aufgezehrt worden; auf Credit aber läßt sich in der Stellung eines Lehrers nicht viel und nicht lange sündigen. Es verblieb de» Lehrer» in ihrer Bedrängnis nur mehr ein Versuch übrig, und zwar die OrtSschulräthe und Gemeindevorstände um Aushilfe gegen nachträgliche Vergütung anzufpre-chen. Da wandelten denn die Lehrer von PontiuS zu PilatuS, überall betheiüe man sie reichlich mit Mitleiden und gab ihnen Anweisungen auf Geduld, einen klingenden Trost, eine wirksame Unterstützung erreichten sie fast niemals. ES heißt, die Schule ist von der Kirche getrennt, unser Lehrerstand aber wird, wenn die GehaltSlosigkeU noch ein Weilchen dauert, bald auch vom täglichen Brote geschieden sein. Warum gibt es in diesem Falle, wenn die Existenz des Lehrers vom „Krach* bedroht wird, keine Vorschußkaffen? Der Lehrerstand wirkt nicht minder wohlthälig als andere Institute, denen man unter die Arme greift, im öffentlichen Jotereffe, nemlich in jenem, dem Staate nützliche Bürger heranzubilden. — (Nothstandsaushilfe.) In der Sitzung des BudgetauSschuffeS vom 2. März erstattete Dr G i s k r a Bericht über die NachtragScreditfor-derungen pro 1874 des Ministeriums des Innern. Zur Fortsetzung der Straße im Bazkarthale (Tolmein) nach der Wochein in Oberkrain, beansprucht die Regierung 8000 fl. Der Minister des Innern weist darauf hin, daß die Bewilligung diese- Betrages auch dazu diene» soll, dem herrschenden Nothstande zu steuern. Der Betrag wird vom Ausschüsse bewilligt. Der Referent hebt ferner hervor, baß eS auch zweckmäßig wäre, die Straße im Jdriathale, wozu ein »Betrag von 2000 fl. nothwendig ist, zu vollenden, und nachdem die Verausgabung dieses Betrages auch zugleich zur Linderung de- Nochstandes biene, stellt derselbe den Antrag, auch diesen Betrag von 2000 fl. infl Budget einzustellen, was angenommen wird. Als Nothstandsaushilfe wird von der Regierung ferner für die durch Hagelschlag schwer betroffenen Gemeinden der Gemeindebezirke RudolfSwerth und Treffen ein Betrag von 20.000 fl. gefordert. Der Referent beantragt die Genehmigung unb wird dieser Antrag ebenfalls zum Beschluß erhoben. — (Die Debatte über den Gesetzentwurf) durch welchen „die RechtSverhältniffe der katholischen Kirche geregelt" werden sollen, scheint nach den Vorbereitungen zu urtheilen, welche in allen Fraktionen de» Abgeordnetenhauses getroffen wurden, große Dimensionen annehmen zu wollen. Obwohl die Generaldebatte schon auf der heutigen Tagesordnung stand, dürfte der eigentliche parlamentarische Kampf erst morgen den Anfang nehmen. Welchen Umfang die Debatte über die von der Regierung eingebrachten Gesetzentwürfe ««nehmen wird, ist geradezu unabsehbar; bis jetzt habe« sich nicht weniger al» 37 Abgeordnete in die Rednerliste eintcagcn kaffe», 10 f ü r und 27 gegen die Vorlage, diese zehn gehöre« dem Fort. schrittSklub und die 27 der Rechtspartei an. Da nemlich dieser Partei da» beabsichtigte Manöver, die Debatte z» verschleppe», nicht gelangen, so drängt sich die ganze klerikale und feudale Sippschaft zur Tribüne, darunter • außer den Schwarzen von Beruf, wie Greuter, Karton, Pflügl, Rainer, die Schwarzen au» Neigung, Graf H o h e» w a r t unb der unvermeidliche klerikale Polterer Herma«. U«ter den Redner« für de« Gesetzentwurf bemerken wir in erster Reihe Dr. S ch a ff er, Dr. Razlag und Graf Th«r«. Bo» morgen ab wird da» Abgeordnetenhaus so lange die konfessionellen Entwürfe auf der Tagesordnung stehe», täglich zwei Sitzungen halten, und der vo» de» vereinigte» föderalistische» und ultramontanen Parteien beabsichtigte» Nachahmung der ungarischen Todkschwatz-Taktik kan» durch die perlamentarische Geschäftsordnung, welche de« Antrag auf Schluß der Debatte enthält, ein Riegel vorgeschoben werden. — (Theateranzeige.) Kommenden Freitag den 6. d. M. findet die Benefizevorstellung unserer vorzüglichen Primadonna,Frau Schütz-Witt, statt, und zwar kommt Richard Wagners große Oper „Der Tannhäuser" zur Aufführung. Abgesehen vo« de» meisterhafte« Leistungen der gefeierten Sängerin in de» verschiedensten Partie» und der schon darau» sich ergebenden selbstverständlichen Dankbarkeit unsere» Publicum» ist die Aufführung de» „Tannhäuser" als ein Kunstereignis für Laibach zu betrachte», und ebenso selbstverständlich ist es daher, daß schon alle Sitze anS-verkaust sind. Die Direktion hat die Oper schön an»-gestattet, Chor und Orchester verstärkt, überhaupt keine Kosten gescheut, daher die Erhöhung der Eintrittspreise für diese Oper eine ganz gerechtfertigte erscheint. — (Eisenbahn-Subventionen.) Der BudgetauSschuß des Abgeordnetenhauses hat wieder eine Reihe von Eisenbahnsubventionen «nter Vornahme einiger Abänderungen an den Regierungsvorschlägen bewilligt. Genaue Aufklärung über die Vermehrung der Betriebsmittel wurde hinsichtlich der R u dofs-bahn verlangt, wofür 4 Millionen Gulden nach Vorschlag der Regierung bewilligt wurden. Dieser Anlaß wurde auch benützt, um der Regierung die Regelung der Tarife dieser Bahn nahezulegen, was auch vom Handelsminister zugesagt wurde. — (Zur Beachtung.) AuS Graz wird folgende interessante Notiz mitgetheilt: „($« ist bekannt, daß in unserer Stadt die Blatternepidemie ziemlich verheerend gewüthet hat und noch immer nicht erloschen ist. Dem gegenüber ist die Thatsache von Interesse und kann vielleicht zu wissenschaftlichen Untersuchungen anregen, daß kein einziges Mitglied und kein einziger Schüler des hiesigen Turnvereine» bisher von diese« Seuche befallen wurde." — (Born Theater.) Die Theatersaiso» naht ihrem Ende. Wenn wir da» Gebotene Überblicken, können wir dem Herrn Direktor, sowie den Schauspielern die Anerkennung nicht versagen, daß sie bemüht waren, ihr Möglichste» zu leisten. — Durch reiches Reperloir, viele Novitäten und wenige Wiederholungen sorgte Direktor Kotzfy für das Vergnügen der Theaterfreunde, und wenn wir rücksichllich der Darstellung auch dem überschwenglichen Lobe de» Recensenten der „Laibacher Zeitung" nicht unbedingt beipflichten können, so constatieren wir mit Vergnügen, daß namentlich im Schau- und Lustspiele viel gute», mitunter vorzügliches geleistet wurde, wovon das Hauptverdienst unbestritten den Damen gebührt. Ungerecht wäre eS hier in Laibach an jede Vorstellung den gleichen Maßstab anzulegen, wo täglich neues gebracht werden soll, um da« Publicum heranzuziehen, und die stets beschäftigten Schauspieler jede meist nur einmal zn spielende Rolle unmöglich so einstudieren können, um ein gerundete« Ensemble zu ermöglichen. Gerecht aber ist die Forderung sorgfältiger Regie, inbem Mi«» grifft in der szenischen Anordnung und unangemessene Rollenvertheilung dasjenige, was sonst auf günstige Eindrücke berechnet ist, abschwächen unb oft geradezu lächerlich e,scheinen laffeo. Da» allzu »achfichttge Pub. litum Laibach» hat fich zwar schon daran gewöhnt, seine Aofordernngen bei Darstellung dieser oder jener Rolle nur »ehr aus da» Maß der individuellen Eignung de» Darsteller» zu beschränken, und e» würden Herr Midaner al» Marquis Posa oder Herr Wouer in irgend einem BollrstUcke, welche» de» wiener Dialekt bedingt, besonder» gelegenhritlich einer Beueficr — auf einigen Applaus rechnen können, wenn sie nur ihre Rollen gut studiert und ihr möglichste» ge leistet hätten. Der oberwähute Receusent würde solche Vorstellungen al» gelungene, mindesten» als sehr anständige verzeichne», «»geachtet dergegentheilige» Ansicht der großen Mehrzahl de» Publicum». Aus Oper uud Operette übergehend, .müffeu wir bemerken, daß Herr Direktor Kotzky i» de» Vorjahren durch Heronziehe» von Gästen Hau» und Kasse stillte, während »»« die heurige Saison nicht eine» einzige» Gast vo» nur einiger Bedeutimg brachte, wa< namentlich der Oper, mit Rücksicht auf die schwache Besetzung der Tenorpartien, große» Eintrag that. Der trotz der Vorliebe de» hiesigen Publicum» für Oper» stets abnehmende Besuch derselbe», mit Au-nhme der „Afrikanern", welche durch die eminenten Leistungen der Frau Schütz-Witt, kräftigst unterstützt von den Herr» Chlu-metzky und Göttich und die Verstärkung der Chöre, allgemeine Theilnahme fand — rechtfertigt unsere Ansicht. Wenngleich die hier sehr beliebte Oper „Undine" ein zahlreiche» Publicum versammelte, müffen wir dennoch konstatieren, daß dasselbe in Erinnerung der treffliche» Aufführung dieser Oper i» den Vorjahre» da» Hau» unbefriedigt verließ und Wiederholungen derselben wenig Erfolg verspreche». Immer sind t» nur die Leistungen der Frau S ch ü tz» W i t t und de» Herrn C h l u m e tz k y, welche zum Opern« besuch aurege» und uu» bestimmen können, die M>»iSne in Kauf zu nehmen, vor welchen wir eine» uns bekannte» — freilich sehr feinhörige» Musikdirektor oft die Flucht ergreife» sahen. Wenn da» Gerücht wahr ist, daß Herr Kotzky bei Engagement vo» Gästen zur Belebung der Oper, StrikeS von Seite unserer Herr» Tenore zu gewärtigen hatte, so ist die» eben auch charakteristisch für unsere Bühnen-zustände, da ja doch in aller Welt selbst Künstler von Rus sich Gastspiele gefallen lassen wüsten. Es ist zu bedauern, daß unter diesen Umständen die Di-rectivn, trotz der anerkennenSwerlhin Opser und Anstrengungen, durch Ausführung vieler und großer Opern da» Publicum nicht zufrieden zu stellen vermochte, was durch entsprechende Gastvorstellungen im eigenste» Interesse zu erreichen war. UebrigenS müssen wir, v. z. gewiß unter Zustimmung de» Publicum», den Wunsch, daß Herr Kctzky die Direktion weiter» übernehme, mit der Ueberzeugung aussprechen, daß sowohl der Direktor wie die heurigen Bühnenmitglie-der — wenige ausgenommen — bei Rückkehr in nLLster Saison mit Freuden begrüßt würden, indem eben nur die vorerwähnten Umstände die malte Stimmung de« Publikum» und den spärlicher» Theaterbesuch veranlaßt«. Linladung zu der Donner-tag den 5. d. M. um halb 8 Uhr abend» im Klubzimmer der Cosinorestauration abzuhaltenden 50. Monatsversammlung des ronft. Vereins. (Fortsetzung der am 28, Februar abgehallcncn Versammlung.) Tagesordnung. Die confessionellen Gesetzes-Vorlagen. Witterung. Laibach, 4. März. Fortwährend heiter, Cfltmnfr. Temperatur morgens 6 Uhr — 7 2 , nachmittags 8 Ufer •+ 4 7" C (1878 + 107«, 1872 t 8'ti ). Barometer im stallen 74729 »iitlimeter. DaS gestrige TageSmittel der Temperatur — 2\r)°, um 4 6" unter dem Normale. #t*Stfe»tet. Alle» «raakea Kraft and Gesaadhett ohve Medizin uud ohne Stoßen. Revalesciäre du Barry von London. «eine ■l> erstehen, m» Raja«, Rm<», *t6em«, »lösen» nab duften, ttnberboufif Ec: " ' ¥tr bdlceten B*T*l.acitie da Barr/ jn it btefettt ohne Uiebljin trab ohne Heften an« •t>, Sangen«, Vtitr-, Drüsen», «»leimhont», imnteiben, Xubetcnlo[e, Schwindsucht, Asthma, Berpopfung, Diarrhöen, echtefloflafcit. waffcrsncht. Siebte, Schwindel, Blntonsste,. 'eit Mid erbrechen selbst während bet Schwa» wahrhafter al» rat Hindern ffafjii 3n «lechdüchftn I Psd. fl. 4 M, t Geschäfts-Eröffnung. Der ergebenst Gefertigte beehrt sich anzuzeigen, daß er zur Bequemlichkeit der p. t. geehrten Abnehmer in seinem Hause am Hauptplatz Nr. 235 ebenerdig die Niederlage eröffnet hak und empfiehlt sein großes Lager von nach neuester Fa>>on und Mode verfertigten & ■T * erspart die Keriilwcitre bet Erwachsene, ren drei- ln ÄtinctnL eoit ein halb Psund fl. 1-50, 1 Pfd. st. s-5« 10 fl., 18 Psb. *0 st., U Psb. 86 |l. — K.- nOescilre-Biseuiten in Büchsen 1 st. 8-66 und fl. 4-50. — B#T&l#sci6re Ckocolet*. in Pulver nnd in lodtetten für IS lassen fl. l'SO, 84 Taster 1. 1-50, 4 iafien fl. 4-eo, in Pulver für 180 Tassen fl. 10, für im Soffen fl. für 676 lasser ff. «6. — Su r ' ' iffen fl. *0, Borts t >» 1 I** «w» 1« 47U1 ..... . bv, im 676 Lasser ff. «6. — Zu beziehen burch Barry bn i ® o m p. in Wien, WelUUohgaeee *r. 8, InLaibaob bei E. Mahr, sowie te ollen Stübten bei guten Kfothetera nnb Sp». lereihänblern j euch versendet da« wiener Hau» noch ollen Segelten inen Postanweisung ober «achnohme. öngtlommene Fremde. Am 4. März. Hotel Stadl Wie«. Dejak, k. k. Rittmeister, und Friderike Genscher, Präsidentenstcchter, Audvlfswerth. — Lakuer, Reisender, nud Sigmund, Gottschee. — Tllmler, Lutz und Trinkl. Reisende; Deutsch und Berihold, Wien. — Gatsch Elise und Rose AgneS, Landstraß. — Karle- ■ back', Reisender, Stuttgart. — Wander, Glasfabrikant,1 Böhmen. Botel ElefMiit. Staffle» mit Fran und Nostale,1 Triest. — BalctiiiC, Dornegg. — Goedsche, Meisnern. — Fischer, Straßburg. — Schweiger, nnd Kovac, Dechant, Treffeil. — Schnabl, Dessendorf. — Sorre, Wippach. — Mago$if, Untenrain. — Paffarelli, Agram. — Besel, Laas. — Mighetti, Graz. — Puinik, Krainburg. — De° tteva, Brem. — Kavc'iö, Wippach. Mohren. Schwarz, Handelsin., Unzarn. — Menzin-ger sanimt Fran, Beides. — Rosmann, Rndolsswerth verstorbene. Den 3. Mürz. Maria Cülat. DienflinoiinSkiiid, alt 17 Stundin, Stadt Nr. 129, Schwäche infolge der Frühgeburt. — Martin Sknbic, Arbeiter, 56 I., Civilspital, Lungenentzündung. — Aninlic, Zor, f. k. Telegraphenon'icialS-tochtci-, 16 I., Krakauvorstadt Nr. 72, Blattern. Gedenktafel über die am 7. März 1874 stattfindenden Lici-tationen. 2. Feilb., Habjau'sche Real., Ceseuca, BG. Lack. -• 2. Feilb., Peternel'sche Real., Dana, BG. Lack. — 3. Feilb., Ponikvar'sche Real., Großoblak, BG. Laad. besonders erlaubt er sich aus die so beliebt gewordenem Gürtelschirme aufmerksam zu machen. Ferner sind bei ihm in großer Auswahl Seiden-, Zanella-, Alpacas- und BaumwoH- Regenschirme en gres und en detail zu den billigsten Preisen zu haben» Ausverkauf! Eine bedeutende.Partie neuer Sonnenschirme wird 50 bis 80 Per;, unter dem Fabrikspreise ausverkauft. Das Neberzlehen >md Reparieren wird schnell und billig besorgt, sowie Bestellungen vom Lande auf einzelne Schirme nach genauer Angabe prompt und billig gegen Nachnahme ansgefiihrt. (155—1) Laibach, im Marz 1874. ____________jL. »UiKuncn. flausuerftttitf. Die in der St. Peter-Zvorstadt sub Cousc.-Nr. 82 gelegenen zwei Hauser sanimt Stallung, Hofrauin, großem Garten, Schlosser- nnd Schmiedwerkstätte werden mit oder ohne die nächst dem Biehmarkiplatz gelegenen Aeckern aus freier Hand verkauft. (157—1) Kcmsliebhaber wollen sich bei der gefertigten Eigen» thllmerin melden. Emilie Ambrosch im Heiman'schen Haus nächst der eisernen Brücke. Ein SeitunflsaiisUttflcr wird sogleich ausgenommen im Üomptoir der „Laibacder Zeitung." Wieurr Börse vom 3. März. Staatsfonds. Unfern Berwandten, Freunden nnd Belaiin len geben wir die erschiittcrnde Siacdricht von dem am 3. März um ’. I Uhr nachts im 21. Lebensjahre itadi längerem Leiden ersclgten Ableben unseres geliebten SohneS, resp. Bruders Spetc. ifiente, öfl.'l'aj). ctc. dt», öst. in eild.j kfofe een 1654 eie i Alois, Geld Ware 69.70. 69.80 7«.10 71 20 • 8 98 75 iole etn i8«o, aonj< ll03.80 iM.iu kfosc von 1860, gilllfi 1' 9 80 10!)."' Prämiensch. ». 185« 118.10 13». Orundoutl. - Obi. Eledenbürg. Ungarn ju. . 73 :oi 78 y.'v BerkehrS-Aspirauten bei der f. k. priv. Südbahn. Die irdische Htille wird am 5. d. M um 5 Uhr nachmittags am hiesigen Friedhofe zur Erde bestattet. Der Berbli^ene wird dem frommen Andenken empfohlen. (156) Krdi » b u r g, am 3. März 1874. Minia Potrato geb. Zitterer, als Mutter. )osrs Potrato, k. k. Bezirksrichter, als Bater. Josef, Hörer der Rechte, als Bruder. Jmi Doggen, Aetlon. »nglo-BanI............ »retttanftolt . . . . Depositenbank . . . . SScvuipl. Anstalt . . ftranco - Bank . . . Handelsbank........... Lände,bankenverein. . »tanoualvank Ocstcrr. allg. Bank . Oest. Ban'gesells. . . Union • Bank . . . . VcrcinSbank BerkchrSbank.......... Ältölh-ttavn.......... Karl.Ludwtg-Vahu Kail. «ltfadeth-Bavn. Saif. Kranz-IofefSV. StaatSbahn ... Südbahn............. !49.7f>,lu). V42.26r42, 49.— 60, 860. 800. 4Ö.26I 45 80.— 86 86.- 88. E-,971. 70 I 71. ,200 -133.2') 133 ' 22 7Ä* >3.5 117 50, l 8 142 50 142. 282.601 33. 2« 2 2- 3 205 10 20U 320 - (321. 158.50 >57. CO I’fandbrlefe. Selb Wart -9 - i>9^0 Sicdenbürgcr ►2 60 82.75 Stmuebadn '38 ro 1*9. feUdb..®e(.ju 600 Nr. btc. Bon» 6 pSt. 111 111.20 95.75 9t;.- Lose. •Stedii -V 109 50 170.*— Rvddlft.« 13.75 11 26 Wechsel (LMon.) üugvb. lOO N.südd.W. 4ra,kk. 100 fl. w „ 93.7t' 93 9C H.H.JMl !>4.2v Hamburg 54.-0 66.— oudvu io P». ifttai. Uari» 100 yra»c» . Ul.36 m.60 44..- 44 0'» MOnzen. irais.«Un».D»cate». 5-7- 5.28- ;o . . . 8.V0- 8.91- Prnitz. Kassenscheine. » 65 s 1 66- Silber »05 10. »05.30 Druck non Jgn. v. ÄHtnmeet * geb. Bamberg in Laibach. Trlrgraphischer Kursbericht am 4. März. 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