LMllchn Zeitung. Nr. 355. Piänumerotlon«prei»: Im Comptoir ganzj. sl. 11, halbj. si. 5.5». Für dic Zust^Nunss '»« Hnulü halbi. 5l> lr. Mit der Post ganzj. ft. 15», haibj. fl. 7.5U. Mittwoch, 6. November Insert! onsgebühi biß ic» Zeilen: imnl«0ll., ^üi. »0li., 3m. i fl.; lonft pr. Zeile im.«li., ^m.»li., »m. lO lr. u. s. w. Inseltioneftenlpel icbcll». 18«7. Nichtalntlicher Theil. Laibach, 5. November. Die Abreise Sr. Excellenz des Herrn Reichskanzlers M Vondon nimmt die Anfmcrksamlcit der Ionrnalc N' Anspruch, weil man nicht nnchin kann, diesem Schritt klnc ans die Ereignifsc dcS TagcS Bezug habende Dcu-u'"N zu geben. Die Wicucr „Presse" briugt hierüber "achjtchcndc Andeutungen, für welche wir ihr sclbstuel> Ilandlich die Verantwortlichkeit überlassen müssen: Freiherr v. Bcnst begibt sich vorwiegend in der Absicht nach Vondon, nm in freundschaftlich persönliche ^">;ichnngcn zn hervorragenden britischen Staatsmann "un zu trete», oder richtiger gesagt, die Beziehungen zu ucnscibcn zn erneuern, da er znr Zeit der Eonfcrenz, die '" der deutsch-dänischen Angelegenheit gehalten wurde, ciu ^'.' gesehener Oast in öondon war. Der Kaiser von ^Itcrrcich begibt sich einstweilen mit Napoleon nach dem Jagdschlösse zn Eon,pi<'gnc und wird dort die Rückkehr Miics Kanzlers von London abwarten. Erwägt mau, ""ß dcm Eintreffen dieses Staatsmannes mit Sehnsucht ^Mgcugcschcu wird, da es sich darum handelt, die neue ^tcwtömaschilic eidlich zusammenzufügen nnd in Gang 3 bringe,,, so muß man wohl voraussetzen, daß die ^üildc nicht nuwichtig sind, welche ihn zu ciuem sei cs "^ uur kurzen, wie mau hört, zweitägigen Verweilen '" d" Hauptstadt an der Themse bcslimmcu. Untcr diesen Gründen fignrirt obenan das Acstrc-ml'„' ^c vielbesprochene Gruppirnng der abendländischen ^"bk.zli Stande zn bringen nnd dnrch daS Vehikel ^"glands ili diesem Siuuc auf Preußen zu wirtcu. ^u^erdein ^h^. ,._^ uud dies glauben wir mit Bestimmt- l^'t versichern zn köunen ..... wird die iwlicnischc Frage l"" ciligchciiden Besprechung unterzogen werden. Nafto-^ll U'ünschl bekanntlich das Znstandctommen einer Eon-^^"a; Oesterreich glaubt diesem Wuuschc nicht vou "^'»chcrciu cutgcgcunclcu zu sollen, würde jedoch darauf ^U' dann mit Entschiedcnhcit eingehen, wciin England "^aii lhcilnchluen würde. Darüber N'ünscht Freiherr ^ ^'enst an Ort nnd Stcllc in das kleine zn komiucn. Ueber die Intentionen der kaiserlichen Regierung ",' der Eoncordntsfragc läßt sich die „Presse" von k'wn vonnalich unterrichteten Gewährsmanne Folgendes '»'ttheilcn- Die Ncgieruug begreift vollkommen, daß das Eon-^bat in dem Augenblicke nnhaltbar wnrdc, als die ^cc der absolutistischen Ecntralisaliou, welcher cs sein ^scin dankt, scheiterte; allein sie hält es nicht nnr nicht !')' überflüssig, sondern für uuabwcislich, daß die der katho-'!chcu Kirche'zusteheudeu iltechtc specifisch uud gcuau fest. Quellt wcrdcu. Sie will uicht, daß zwischen dcm Staate '^ der Kirche irgend ein streitiges Terrain übrig bleibe, .!'" wünscht daher eine gcnanc Abgrenzung beider Gc-'^- Ini allgcmciucn schließt sie sich dein Grnndsatze "' daß Kirche und Staat so sehr als möglich von cin-^"' getrennt werden sollen, damit lein Theil dcm an. ^',' "»gerechtfertigten ^wang anzuthun vermöge. Die ü'^Ming glaubt/ dass den glänbigcn Anhängern der ,^^c nicht verwehrt werden könne, das Sacrament der y.s, nach den canonischcn Satzuugcn zn empfangen; k/'u sie verkennt das Bedürfniß nicht, in Fällen, wo ^, ^ligiöscn Ucbcrzcuguugeu mit den canonischcn Ae> ^''"'Uügcn in Conflict gerathen, dnrch angemessene bür-«". ,chc Gesetze geeignete Abhilfe zu bieten, und lst daher : "lN, das Princip der facnltatiucn Eivilchc ^ "doptircn. Was das öffcutlichc Untcrrichtswcscn cic,'?' so will sie einen Unterschied zicheu zwischeu b^Ulch confcssioncllcn Schlllcn und Slaatsfchulcu. Es ^/Ze sich ^,l selbst, daß iu letzteren die Einflußuahmc i„j Klerus nbcr den NcligionSnnterricht hinaus aufhören di/^; Nlcichwohl sei daraus Bedacht zn nehmen, daß "c»7^Mule nicht cutchristlicht werde. Dcn Eommu-lchul<> ^''''^lich der Eiurichtuug uud Leitung der Staats-dcr ?. wesentlicher Eiufluß zugestanden werden. Bon "ijlss c des sogenannten katholischen Staates ">'l)am " ^ ^g" ngcn werden, weil dieselbe gänzlich Dag 2 ^worden' sei im dichte der modcrucu Zelt. ^vci?""'MWcin, welches Italien gegenüber der Kirche ilwgcn ^"'bune leine Nachahmung, denn es habe dcm '"cite», , ""^ ^ jetzt uur herbe Flüchte getragen. Bei dec St^ ^^'lilichcr erscheine es, nach der Emancipation strebe», ^ ^on der Kirchc, der Kirche vom Staate zu ^>cr den Mann zu rnfcn, welcher Italien zu ciucr Zeit in ciucn Eonflict nlit einer der größleu Militärmächte Eurupa's verwickelt hat, da die Strcitträftc dc<« Vaudcs uicht eiumal znr Aufrcchlhaltung der Ruhe im Inucm hinreichen. Wollte Frankrcich dic Sachc auf die Spitze treiben und den in den Kirchenstaat eingerückten italienischen Truppen ein gebieterisches „Znrück" znrufcu, so müßten sich dicfe dcm Befehle fügcn, nm sich nicht der Gefahr ansznsetzcn, die Franzosen iu Florenz eiurückcn zn sehen. Unter den gegenwärtigen Berhältnisfcn ist gar nicht daran zu deuten, daß die ttalicuischcu Truppcu den Frcischaareu gcgcu die Franzosen, ja selbst nur gcgcu die päpstlichen Truppen ciucn Schutz angrdeihcn lassen löuucn, daö Einzige nnd Höchste was lhucu möglich, wäre die rctirircndm Garil'aldiancr aufznuchmeu und schuell über dic ilalicuifchc Grcnze in Sicherheit zu bringen. Was Italien hcntc fürchte!, ist nicht mehr cm blutiger Eouflicl zwischen frauzösischeu und ltalienischm Truppen, gegen welchen die cigeuc Schwäche Ilalicus das sicherste' Schu^uitlel bietet, soudcru eine ncuc Reihe von Demüthigungen, wcil man einsteht, daß mau gauz der Discrcclion Frankreichs preisgegeben ist. AUc Bc^ mühungcu der Regicruug siud demilnch dahiu gerichtet, mit vorhandenen lind uollbrachtcn Thatsuchen rechne,: uud so bald als möglich aus dieser entsetzlichen Kagc heraus-kommen zu können. Die Dcputirtcn Eortc nnd Smco, beide vertraute Frcuudc Garibaldi's, siud vorgestern Abends nach Monte Routoudo abgereist, um Garibaldi im Namen der Nation zu beschwören, von einem Unter, nehmen abzustehen, dessen gänzlichc Unausführbarlcit Icdcm cinlcuchtcu muß. Bou Seite der Regicruug wurdcu die beiden Dcpulirleu mit allen Daten ausge-stattet, nnl Garibaldi zu beweisen, daß Italien, Dank der Mauipnlation des Ministeriums Rattazzi, gcgcu-wärlig in die absolute Unmöglichkeit versetzt lst, Frank' reich Widcrstaud zu leistcn. Phrascu, wie jenc, wclchc Garibaldi iu eiucr sciucr letz gelehnt. " Die amtliche ^cituug meldet.- „Iu Folge der lstztcu Erciguissc gcriclhen dcu päpstlichcu EorpS anqehorigc Iudividucn nuf das löniglichcGcl'ict. Um jcdrn allfälligrn Ucbclslnnd zn vcrnieidcn, wurdcu sic von dcr Grenze nach Spezia gebracht, von wo sie, da sic vollc Freiheit haben, heim' lchrril löuucn. Dic Regierung wird dcm Herkommen,gcmäß für dic Rücklehr Icncr sorgen, welchen dic erforderlichen Mittel fchlcil sollten." Diese ?lotiz scheint sich auf dic vou deu Garibaldiaucru gcinachtcu päpstlichen Gefc»ngcncn zu beziehen. — In Neapel dauern dic Demonstrationen fort. Gcncral Earrano, Evmmandant dcr ^iationalgardc, hat fciuc Entlassnug gegcbcn, und cs hcißt, daß dic zwölf ^cgiunsobcrstcn scinem Bcispicl folgcn wollcn. Die Bcwcguug droht ciucn socialen Ehnrnktcr anznnchmcu. — Iu Vivoruo fand nntcr dem Vorsitze Gncrrazzi'S ciu Meeting statt, welches beschloß, das Unterstützung^-comitc sür dcn römischcu Aufstaud iu scincm Widcv stände gegen die angeordnete Auflösuug zn unterstützen. In Mailand, wo ciu außerordentlicher Drlcgirtcr dcr Rcgicrnng dic Mnnicipalvcrwaltnng lcilct, so wic iu Gcnna, in Pavia, wo cs zu einem blnligrn Zusammen^ stoße zwischen den: Volke st sielllc, legte andcrcrscils Italicn schr ernste Verpflicht tuugcn aus, oc«n Ausnihrunq zualcicl, seln- .^ n,ar. Wir habcn dicsclbe> indcsf n ,,. ' ''^'^ ^.nd uoröclMtloscn W llensm /. ' s '/"lr.cht.gen allc^strc^n^n^e^^^ '...,. ^,.( ^nllunngcn dcr Rcgicrnng i>t ro mch-crcn Bauden jungen ix dic Provinzen des Kirche.., taalcs^mzudrlngcn. indem sic dic Wachstnutcil dcr löuig üchcn ^.rnppcn lauschten. Abcr in Anl'rlrachl dcr <0po graphischen Bcschasfcnhcil dcr '"lgcud und dc> betracht' 1738 lichen Ausdehnung der zu überwachenden Linie, und da man den Rechten eines jeden Bürgers, frei zu reisen, Rechnung trug, begreift man, daß cS eine absolute Unmöglichkeit für ein Bcobachtungscorps war, dergleichen Handlungen mit Erfolg zu verhindern. Diese Schwierigkeiten haben der klaren Einsicht und dem Scharfsinn der hohcn'Contrahcntcn gewiß nicht entgehen können, als sie den Vertrag unterzeichneten. Man erinnert sich, daß der Termin für die Ausführung dieses Uebercinlommens ganz gcnan festgesetzt worden ist. Inzwischen konnte eine Aussöhnung zwischen dem heiligen Stuhl und Italien gelingen, oder man konnte wenigstens zwischen beiden Nachbarregierungen zu einem »uxw« vivendi gelangen, welcher eine gewisse Verträglichkeit in den beiderseitigen Beziehungen herstellte. Diese Hoffnnng ist nicht in Erfüllung gegangen; gewiß nicht deshalb weil die Regierung des Königs irgend etwas zn thun unterlassen hätte, was zur Erreichung dieses Zieles hätte beitragen können, sondern weil sie stets auf den Widerstand des heiligen Stuhles stieß, und selbst strengem Tadel wegen der Promulgation der in Anwendung gebrachten Gesetze begegnete. Man darf also nicht erstaunen, wenn die Krisis, welche wir bedauern, eintreten mußlc. Die Regierung des Kaisers Napoleon erklärte in dcm vom „Monitenr" veröffentlichten Document, daß die Intervention der französischen Truppen keinen Italicn feindlichen Zweck habe, und daß sie keineswegs beabsichtige, die Occupation zn crncncrn, deren ganzen Ernst sie zu ermessen wisse. Die Regierung des Königs, den Werth dicscr Erklärungen in ihrem ganzen Umfang würdigend, kann sich dessenungeachtet nicht überzeugen, daß die thatsächlichen Verhältnisse einen Schritt dieser Art nothwendig machten. Die kaiserliche Regierung kann nicht verkennen, daß der Septcmbervcrtrag vor allem in der Absicht geschlossen worden ist, den h. Stnhl in die normale Lage aller anderen Staaten zu versetzen, welche selber für die eigene Sicherheit sorgen müsseu. Man darf in Wahrheit Zweifel darüber äußern, ob der Geist des Vertrages stets in diesem Sinne beobachtet worden ist; aber wie dem auch sein möge, es ist Thatsache, daß die von der päpstlichen Regierung angeworbenen Truppen zur Vertheidigung ihrer Fahne ausgereicht uud so den Zweck ihrer Aufgabe erfüllt habcu. Die kaiserliche Regierung hat ungeachtet unserer wiederholten Acmcr-lnngcn und Proteste anders gcurthcilt und die Intervention beschlossen. Die ganz formellen Erklärungen, welche wir jüngst abgegeben haben und wornach wir alles mögliche thnn wollen, um die Invasion von Banden zu verhindern — Erklärungen, welche wir erfüllt haben - habcn unglücklicherweise nicht gcuügt, einen so folgenschweren Entschluß abzuwenden. Die öffentliche Mcinung in Italicn ist ticf erregt, uud wenn die Be« völkcrung sich nicht zu bedenklichen Ausschreitungen hat hinreißen lassen, so kommt dies daher, weil die vernünftig Mehrheit im Lande gewohnt ist, volles Vertrauen in die Regierung und einen ehrlichen nnd wohlmeinenden König zu haben, dcr stets ihre Ehre schützen wird, welches Opfer eS ihm auch kosten mag. Die Forderuugcu unserer Würde und unserer Interessen zu Rath ziehend, hat die Regierung folgerichtig die schwere Verantwortung ans sich nehmen müssen, den Truppen den Befehl zur Ucbcrschrcitung dcr Grenze zu gebeu. Diese Maßregel laun seitens Frankreichs keineswegs als feindseliger Act aufgefaßt wcrdcu. Iudcm die töniglichcu Truppen einige Ortschaften im päpstlichen Gebiet besetzt halten, haben sie die Weisung, die Gemüther zn beruhigen und die aufgeregte Ocuölkcruug, welche sich vou allen Seiten an dic Regierung dcS Königs wcndct und ihren Schutz an> rnft, zur Rnhc zurückzuführcl:. Sie haben Acfchl, überall die bestehenden Gemeindebehörden zu respectiren, und sich in einer Weise zn benehmen, um jeden Eouflict, welcher zn weiteren Verwicklungen Anlaß bieten könnte, zu vermeiden. Da durch die Intervention der kaiserlich französischen Trnppen die durch den Septcmbcrucrtrag geschaffene Lage verändert worden ist, so mußte die Regierung des Küuigö ihr Recht wahren uud sich iu gleiche Stellung wie der andere coutrahircnde Theil setzen, um auf dem Fuße der vollkommenen Gleichheit neue Unterhandlungen eingehen zn können. Wir hegen den auf' richtigen Wunsch, daß diese Unterhandlungen eine definitive Lösung herbeiführen möchten, welche dem nationalen Bestreben gerechte Befriedigung gibt, und zugleich dem erhabenen Haupt der Kirche die Würde und Unabhängigkeit sichert, die zur Erfüllung seiner erhabenen Sendung erforderlich ist." Turin, 30. October. (Noch immer Demonstrationen. — Gerüchte über Garibaldi.— M a n g e l a n N a ch r i ch t c n. — S t r a ß e n p l a c a t e. — Ovationen für die Truppen. — Weisung an die Präfecten.) Die bNndc Dcmoustratious' sucht ist noch immer im Zunehmen, nnd eS scheinen die offenen wie die verdeckten Agitatoren nicht ruhen zu wollen bis ucucö Blut fließt. Sie suchcu dies freilich thnulichst dadurch zu verhindern, daß sie den Truppen anf alle mögliche Weise schmeicheln uud ihuen von den Demonstranten vor ihren Cascrncu Eovivaö ausbringen lassen; allein wer möchte für die Wirksamkeit dieser Ovationen bürgen? Cm Soldat ist ein schwer nahbar Ding, zumal wenn er in seinem Quartier deu gauzeu Tag hindurch vou seinen Obern in wenig volksfreuudlichem Sinn bearbeitet wird und ihm die fürchterlichen Strafen des Militärcodex für jcdc Widersetzlichkeit ein halb dutzeud-mal aufs neue vorgelesen werden. Dcr gestrige Abend war wiederholt ein äußerst aufgeregter. Zahlreiche Patrouillen, aus Linicntrnppen, Gendarmen und Polizeiagenten bestehend, durchzogeu die Straßen dcr Stadt. Am Morgen waren Proclamationen dcS neuen Ministeriums an deu Straßenecken angeschlagen, aber vom Volle heruntergerissen worden. Dreimal wurdcu sie aufs ueue angeschlagen, dreimal aufs neue zerrissen. An vielen Straßenecken waren inzwischen Zettel angeschlagen worden, auf dencu mit ricsigcu Lettern gedrnckt die Volks-intimation zn lcscn war: »0 ttomü ^i,ii!,ll', <> l>!>I)!!^«<» Villol-io Llmnüii», !<> 0 vi'vi» Il» l^ul'lk:,''." Inzwischen wurde die Petition an den König, welche besser ein Ultimatum genannt werden könnte, von Tausenden und wieder Tauscudcn von Unterschriften bedeckt. Die im Meeting am Tage vorher erwählte Deputatiou begab sich zum Prüfcctcn mit dcm Ansuchcu, die Beschlüsse dieser Versammlung der Eentralregicruug zu übcrmachen und dieser die unabänderlichen Beschlüsse dcr Turiner Bevölkerung kund zu thun. Dcr Präfect empfing die Deputation freundlich, nnd versprach die Beschlüsse ungesäumt der Regierung zu übcrmachcn nnd um Erwiederung anzusuchen. Am Abend neue Demonstrationen vor der Citadelle, wo eine Legion Gendarmeric einquartiert ist, und vor der Caserne iu dcr Ccruaja - Straße. Dcu Truppen wie der Gendarmerie, sowie dcr gesammten Armee, wurden stürmische Evvivas gebracht; abcr in bci< den Quartieren blieb es mäuschenstille, uud Fenster uud Thore dcrselbcu wurdcu geschlossen. Auf dcm Schloßplatz waren Truppen und Gendarmeric aufgestellt, wclchc uach mehrmaligen Aufforderuugcu an die Menge auSciu-andcr zu gehcu, viele Verhaftungen vornahmen. In allen Theatern wurde die Garibaldihymuc verlangt und mit Orchcsterbcglcituug abgesungen; auch auf dcu Straßen ertönte das Lied allcrwürts, nnd dcr Evvivas auf Garibaldi war kein Ende. Auch auf heut Abcuo sind neue große Demonstrationen angesagt. — General Cortc ist von Garibaldi berufen worden: es foll ihm ciu wichtiges Commando anvertraut werden. — Auf der hiesigen Präfcctur ist cinc telegraphische Weisung augclangt, welcher zufolge die italienische Bewcguug gegeu Rom für kciue uationale, fondern für eine Partcibcwcgung angesehen und daher energisch unterdrückt wcrdeu muß. Mit jeder Minute uäheru wir ;:uS sichtlich einem blutigen Zusammenstoß. Eine schwere Verantwortung lastet auf den Urhebern fo nnvcrautwortlichcr Volksanfrciznng. Genua, 30. October. (Protest gegen das Manifest. — Instructioncn Garibaldi' s. — Verstärkuugeu au d icGrcuze.) In allen Städten werden Proteste gcgcn das Manifest Meuabrca'S, — man kann cs nicht über sich bringen, zu sagcu: Proclamation dcS Königs — vorbereitet. Der Form nach ist diese Ant» wort anf das Document in dcr StaatSzcitung gcradczu revolutionär, uud dcr Präfcct von Mailand hat deshalb auch die bctrcffcndc Adrcssc uicht augcuommcn. Trotzdem muß sich Victor Emanncl hcutc schon überzeugt haben, daß daS VcrzweifluugSministcrium Mcnabrca gauz dic den Absichten dcr frauzösischcu Diplomatie entgegengesetzten Wirkungen hervorgebracht hat uud selbst die Popularität Victor Emauucls gefährdet. Frankreich hat für dieses gefährliche Zugcständniß gar keinen Ersatz geboten, uud währeud Lamarmora nach Paris eilt um das Untcr-blcibcu der cffcctiucu Intervention zn erbetteln, wird das Erscheinen dcr französischen Flotte in Civitavecchia fignalifirt. Was hcißt jetzt die Proclamation Mcnabrea's? Nach Sinalunga wäre sie ein Beweis dcr Festigkeit dcr Regierung gcwcscu, hculc bcsicgclt sic die Schmach Italiens.Uc'ber die Art scincr Kriegführung hat Garibaldi folgcndc Iustructioncn ertheilt: „Eine Bcwcgnng auf fixer Basis wäre in diesem Augenblick im Kirchenstaat nicht vortheilhaft. Eine solche Bewegung gestattet dcm Feinde sich conccntrirt zu halten, und sich mit großen Kräften auf die Iusurrcctiousbanocn zu wcrfcu, welche sich am nutcrnchmcndstcn zeigen. Um die kleine Armee des Papstes iu Unordnung zu bringen, muß mau die Grenzlinie aufgcbcu und gcwifscrmaßcn im ganzen Gebiet auftauchen, die Telegraphen uud Eisenbahnen zerstören, dcu großen Detachcmcuts die Verbindungen mit Rom abschneiden, Züge mit Lebcusmittcln, Munition, Gefangenen wegnehmen, Handstreiche anf dic kleinen De< tachcmcnts ausführen, die päpstlichen Truppen beständig in Aufregung halten, um sie zu ermüden bis znm entscheidenden Moment, wo man sie dann mit einem großen Schlag treffen kann. Man muß einen Vereinigungs-ftunkt für den Fall dcS Rückzugs festsetze». Iu den ersten Tagen muß dieser Punkt anf italienischem Gcbictc sciu. Weun man eingedrungen ist, muß man immer einen festen Punkt uud Sigualc festsetze«. Die Soloatcu müssen immer Brod für drei Tage bei sich tragen und dic Feldflasche immer möglichst voll habcu." — Man sagt, daß Nicolcra jetzt mit Garibaldi vereinigt sci nnd demselben zwei Vierpfünder mitbringe. — Von Florcuz ist sehr viel Artillerie au die päpstliche Grenze abgegangen. Neapel. (Garibaldi's Operationen.) Dic „Italia" von Neapel gibt dctaillirte Nachrichten über die Operationen Garibaldi's. Derselbe hatte sich iu Scan-drigla an die Spitze von 3000 Frcischärlern gestellt; cinc Stunde nach seiner Ankunft begaben sich scinc Leute auf deu Marsch. Kaum hatte dcr Telegraph die Nach-richt vom Marsche Garibaldi's nach Rom gebracht, als unter dcm Commando dcS Herrn dc Chacettc cin Eorps gebildet wurde, welches 2000 Mann start, theils au« Infanterie, theils aus Cavaleric oestaud »nd drei Scc- tionen Artillerie mit sich führte, Es wurde sofort per Eisenbahn nach Monte rotondo befördert. Garibaldi, dem Cavaleric und Artillerie fehlen, überblickte sofort mit seinem erfahrenen Augc dic Lagc nnd stürzte sich ^ der Vcrggegcnd, wo dcr Feind scinc Cavalcrie und Ar< tillcric uicht anwenden konnte, auf ihu. Die Päpstliche« hatten nicht Zeit, Position zu uehmen. Dcr General Garibaldi, dcr mit der Vorhut war, griff mit einer geringen Anzahl der Seinigcn dcu Fciud in den Flanken an uud trieb ihn binnen weniger als einer halben Stunde in die Flucht! Drei Geschützstückc, welche de (5haccltc mit großer Mühe auf eine Anhöhe hatte bringen lassen, wurden verlassen uud mau konnte nnr die Pferde retten-Ueber hundert Gefangene fielen in dic Hände dcr Gar^ baldiancr, welche selbst wenig litten. D«c Niederlage dcr Päpstlichen war vollständig. Dc Ehaccttc hatte viclc Mühe, nur ciuigc hundert Mann zusammenzubringen uud nach Rom zu entkommen, ohne daß cs ihm indeß möglich war, die Eisenbahn zn benutzen. Einige Compagnien Zuaucn, die weniger gelitten hatten, nahmen bei Tarrcttc Position, wo Garibaldi sic einholte uud zwang, die Waffen zi: strecken. Währcud dicS iu dcr Sabina vor sich ging, erschien Mcuotti Garibaldi auf den Höhe» von Parioli, von wo aus er 24 Stuudcn nachher nnt seinem Vater zusammentraf. — Man mcldct dcr „Ga-zctta Picmontcsc" ans Florcuz unterm 30. October, daß dic Franzosen in Civitavecchia und Tcrracina landete» uud das Corps Nicotera's sich iu einer schr kritische" Lagc zwischen dcn päpstlichen Zuavcn nnd den franzosi' schcn Truppen befindet. Zwei spanische Schiffe niachtc» Miene, Truppen ans Land zu setze:,. General Ricotl' war am Morgen desselben Tagcs in Civita-Castclla»" und halte mit sich dcu Herrn Lovcggeri, militärisch^ Fiscal-Advocatcu. Gcucral Cialdiui sollte am Abend desselben Tages nach dcr Grenze abgehen. Nom, 30. October. (Dic Franzosen cin> gerückt. — Proclamation. — Truppenbc-wcgnngcn. — Eine spanische Fregatte vor Civitavecchia.) Das 29. französische Linien-InfaN' tcriercgimeut ist von Civitavecchia kommend hcntc Abcn^ uin 5, Uhr hier eingerückt. Eine dichte Volksmenge c^ wartete dasselbe; cs wurde mit tiefem Schweigen cl»' pfaugcn, auf seinem Wege von dcr Station znr Castt»e ^ faud jedoch keine feindselige Demonstration statt. I" ^ dcm Augcublick, als das Regiment die Waggons vcrlicß, wurde folgcndcS Proclam angeschlagen: Römer! Kaisc'' Napoleon schickt neuerdings cin Expcoitiouöcorps nal? ! Rom, zn dcm Zwecke, dcn h. Vatcr uud dcn Thron ^ päpstlichen Regierung gcgcu die bcwasfuctcu Angriffe del revolutionären Baudeu zu vertheidigen. Ihr kcuut »"' scit langer Zcit; wie früher siud wir hcrbcigccilt, »'" ^ ciuc durchaus moralische und uncigcunützigc Mission Z" crfüllcu. Ihr werdet uuö helfen', dic Ordnung, ^ Vertrauen und die Sicherheit hcrzustcllcu. Uuscre S^' datcn wcrdcn fortfahren, curc Pcrsoucn, curc GcbriuM und curc Gesetze ;u achten; die Vergangenheit ist c»^ > Bürge dafür. Dcr Obcrgcncral des französischen 6p pcdiliouöcorftS, General dc Failly. — Dcr ..Osst^ rom." mcldct, daß in Folge dcr veränderten Lage dc> Hauptstadt dic zur Garnisou iu vcrschicdcucu Pnnlte" dcS Landes bestimmten Truppen, wclchc sich für ^ Augenblick von dort entfernt hatten, seit gestern wicdcl an ihren Bestimmungsort abgehen. — 31. October-Dcr „Osscrv. rom." sagt, daß hcntc andere französE Regimenter mit Artillerie cmmnvschircn wcrdcn. TM' selbe Blatt meldet, daß gestern Abends cinc Garibal' dincrbaudc sich l,is in dic Nähc dcr Porta S. Giooan"' waglc; einc starkc Abtheilung päpstlicher Truppen ^ schcnchtc sic jedoch. Bci einer hcutc Morgens von ^ Gcudarmcric in der Umgcbuug vorgenommenen Necoß lwsciruug wurde keiue Spur von Garibaldiucrn ci'tdco' -Die spanische Fregatte „Stadt Madrid," mit'' Kanmicu uud l reisen sich ersparen zu können. Wir stoßen bereü^l einen Sophismus. Es war Herrn von Mgra « ^l worden: man würde hier begreifen daß der ^ M i Riciotti in die strategische und polizeiliche ^otl)"^,,' i keit geräth, einige päpstliche Grenzpuulte, „amcntllai », 1739 bahnsta Mim, zu besetzen. Es versteht sich von selbst, daß ^mcral Nlciotti dieser Nothwendigkeit die größte Ans-MMuig ^b, und daß dieselbe in Floren; als cinc muthuolle Entssrguung auf ..das Wehen der französischen ^cNM I,, Civitavecchia" dargestellt wird. Die äußerste ^cttul^c des ttaiscrs würde darin vestehcn. daß die nalicinschcu Truftpcu dcu Franzosen Nom uud Eivita-vcccyia überlassen, hingegen vom übrigen Kirchenstaat w>e von einem Pfand Besitz ergreifen, und daß dcr Kaiser sich begnügt, dagegen au die europäische Con« iMnz Berufung einzulegen. Stehen wir aber nicht am Vorabend cincr definitiven Ncculadc, so gehen wir rasch cmcm Krieg cutgcgcu, in welchem die Rettung der Krone des Königs Victor Emauncl durch den Sieg dcr Franzosen bedingt wird. Auch für diesen großen Krieg wer-dcn die umfassendsten Rüstungen getroffen. Kommt es so wett, so wird dem zweiten Kaiscrthum die Gelegenheit ^lfacdruugcu, deu verhängnißvolleu Fehler, welchen Herr "Ms und die Ereignisse bis zu dcn Nonhcr'schcn »l»»n<>,^,^ siul>'i<,l,liu!'i>« in deu Tnilcricn dcmoustrirt l)al'cu, wieder gut zu machen. Bestätiget sich die Wiener Depesche, daß Victor Emanncl bereits in Rom steht, (was sich freilich nur als eine müßige Fabcl herausgestellt hat. D. R.) sc> wird dic uugehcuerc Mehrheit der Mauzoscn dies als einen Schimpf empfinden, welcher ble härteste Züchtigung dcr italienischen Undankbarkeit uhcischt, dic in Acrlin. St. Petersburg uud sogar in -wicn gcgcn 'Napoleon lil. conspirirtc. Die italienische Einheit wurde nicht ohne Proteste nnd Verwahrungen von Seiten Frankreichs hergestellt. Die Zerstörung dcr italienischen Einheit, auö wclchcr die preußische Einheit Deutschlands hervorgehen soll, würde nnlengbar auch letztere iu Frage slcllcu, was in Berliu nur zu gut ein-Ncschcu wird. Vlögc die Nachricht von dem Einrücken Victor Emauucls in Nonl sich nicht bestätigen, dcnn Uliscrc politischen Kreise, und noch vielmehr dic mili« lärischcu Kreise, dcducircu daraus schon dcn vo» Mar-schall Nicl vor längerer Zeit vorgeschlagenen Winter-selbzug gcgen Preußen. Für diesen Fall betrachtet man dic ^llgc Frankreichs als sehr günstig; dcnn Prcußcu wüßte gegeu Frautrcich in dcr Sache cincs Dritten, dcr s'ch gcgcu Frankreich im schreienden Unrecht befindet, eine gehässige Initiative ergreifen, welche die Franzosen 5" einem Nationaltampf entflammen würde, uud Prcu-^" müßte gauz Deutschland, das protcstautischc wie ^tholischc, iu einen immerhin furchtbaren Krieg hiucin-^^>en, uil, sciuen Dank an Italien abzutragen — in uncn Iranzoscntricg für ein Deutschland fremdes, dcu "eutschr,, Katholiken verhaßtes Intcrcssc. So wenig mchr 'w dcr französisch'öslcrrcichischcn Fricdcnsallianz gezwci-sell wci'dcn kaun, wird doch Ocstcrrcich untcr allcn Um« Itiindcu dcr römischen Frage frcind blcibcu, jedoch dic ^'cutnaiität ciuer preußischen Initiative gcgcn Frank» lcich zu Gunsten dcr Italiener, und anch die rnssischcu Aufstellungen überwachen. Wic Herr vou Bcust nild Lord Stanley zuerst in der Lnremburgcr Frage für cinc Ansglcichnug die größten Anstrengungen gemacht haben, so sind dic beiden Staatsmänner anch diesmal sehr rührig, um dcn europäischen Brand zu ersticken. Wir befinden nns im entscheidenden Augenblick; noch in dieser Wochc haben wir cinc Ncculadc oder dcu Krieg, welcher weniger als cinc solche Rccnladc dcr lctztc Fehler des zweiten Kaiscrthums wäre. London, 3. November. (Varou Bcust.)?ord Stanley besuchte dcn Ncichskauzlcr Bnron Bcnst, Sams-lag Abends war Tafel bei dem Grafen Apftonyi zu ^hrcu des Baron Bcnst. Lord Stanley uud Disraeli, Narou Brunnow uud dcr französische Geschäftsträger wohutcu dcrsclbcu bci. Hcutc gibt ^ord Staulcy ciu Diner zu Ehrcu des Baron Bcust. Athen, 2. November. (Eaudia's Pacifici. ^ung.) Sicherem Bcrnchmcu uach hat der griechische Patriarch in Eouslantinovel dic ihm von dcr Pforte an» gebotene Mission nach Kreta zur Pacificirung dcr Insel nbgclchnt. — (Die Rückkehr S r. M a j c st ä t des Kai-lers) „ach Wien ist auf nächsten Donnerstag frill) festgc-^bt. Die Stadt Wien gedenkt Sr. Majestät einen festlichen Empfang zu bereiten. Bürgermeister Dr. Zclinla wird an ^l Epjhe ^^ Gemcinderalhes, dcs Magistrates und dcr ".ezillsausschiissc Se. Majestät den Kaiser am Wcslbahnhofe "''l einer Ansprache begrüßen. -- (Zur Kaiserreise.) Ein Pariser Eorrcspondenl "iühll: Alö dcr Kaiser von Oesterreich kürzlich dic Ausstel» U"g besuchte, war er von einem Kreise von Neugierigen umczrbcn. (z,„ lleinrs blondlockiges Mädchen, welches seine Kuller auf dem Arme I)iclt, rief plötzlich ganz laut auf ll^Mch: ^Mama, ich will dcn Kaiser sehen!" Franz ^lcph, w,ich^ diesen Ruf kindlicher Ncugicrde vernommen, ^'^ lächelnd durch die ihm ehrerbietig Platz "lachende i^"^ auf das Kind zu. nahm dasselbe in sline Arme und "bte eg auf beide Wangen; da in der Nähe sich gerade ^^bricalion von Ehocolade befindet, schritt er dorthin mtt tz" ^'nde an der Hand, wühlte den schönüen Sack von Nm ^""bonD, welchen er dcm Kinde gab. dilseö seiner UanI" i"üclllihrend. Wahrend das Pudlicum in die .Hände bona '"'b Vioat rief, schrie die Kleine entzückt, ihre Bon» gelyh.'^lugcnd: „Mama, Mama, dcr Kaiser hat nuch — (Eine Preisausschreibung für das Vurgtheate r.) Die Genecalinlendanz dcS Hoftheaters! hat zwei Preise für „cue. einen Theaterabend ausfüllende! deutsche Original'Lustspicle bestimmt, und bcstcht der elfte, Preis in der Summe von 290 Ducaten, der zweite Preis! in 100 Ducate». Zu Preisrichtern wuldcn gewählt die Herren Dr. Dingelstedt, Laroche, Dr. Mosentbal, L. Spcidel und Professor Robert Zimmerman». Das Prciscomitt! besteht also aus cincm Theaterdn «!>.'>,'. eixem Bühnenkünstler, cincm dramatischen Schriftsteller, »i-icm Kritiker und einem theoretischen Aesthctiler. Die Einsendung der für die Preis» ausschreibung bestimmten Lustspiele hat in der Zeit vom 1. Februar bis zum 30. April 1808 zu geschehen. Die Preiözuerlennung erfolgt Ende Juni 18L8. , — (Reform der Z eil u n g ssl e u er.) Bclannt-lich hat das Finanzministerium vor Kurzem einen Gcschcnt» wurf über die Reform der Zeitungssteuer (Inseratcnsteuer und Zeitungsstemucl) zu dcm Zwecke der Oeffentlichlkit übergeben, um eine sachliche Discussion des Gegenstandes herbei» zuführen. Auf Anregung des Journalisten» VereinL „Eon-cordia" haben die Journal-Eigenthümer ein (5om,'N! bestellt, welches mit der Abfassung eines Memorandums in dieser Angelegenheit betraut wulde. Dieser Tage fand nun neuerlich eine Versammlung von Journal Cisscnthssmern statt, in welcher das vorgelegte auefühilichc EanijlsMct gemchmigt wurde. Das Memorandum stellt sich, was die Inseraten-steucr betrifft, auf dcn Voocn des veröffentlichten Gesetzen!« wuifes und acceptirt die von dem lelztercn in Aufsicht genommene Anshebung dieser Abgabe: dagegen plaidiit das, selbe statt der in dem Gesetzentwürfe proftoni,ten Abänderung für die gänzliche Aushebung oeS Zlilungöslempels, welcher sich wcoer vom finanzirllrn noch vom vollöwirthschaftlichen Standpunkte aus rechtfertigen lasse, sondern lediglich als eine einseitige Besteuerung eines wichtigen Mittels der Voltsbil» dung sich darstelle. Das Memorandum, welches seine Argumente zumeist aus dcm mit dcm Gesetzentwürfe gleichzeitig veröffentlichten Motivenbclichle der Regierung holt, wird i,l den nächsten Tage» an das Fmanzminijlelium geleitet werden. — (Eisen bahn °Nach richt.) Auf Ansuchen des Landesauöschusses von Trieft wird nächster Tage eine ncuer-lichc technische Untersuchung der Trace für eine Eisenbahn von Villach über deu Predil und durch das Isonzolhal nach Görz und dann weiter durch den Vallone nach Tries! durch Ingenieure der l. t. Generalinspection dcr öslerreichiichen Eisenbahnen vorgenommen werden, da es unter den gcün« derlen Tcrnlonal-Vcrhallnissen von größter Wichtigkeit ist, die in Villach endenden Bahnlinien aus Titol und Steier» marl (Pusicrthalcr und Kronprinz - Rudolf^bahn) aus dem kürzesten Wege innerhalb der östelleichischen Grenze mit Trieft in Verbindung zu setzen. — (Eisenbahnunfall.) Als der gemischte Zug von Böhmisch-Trübau am 1. d. M. Frül) 7 Uhr in Brunn ankam, standen aus oem Gellisc der Staatsl?ahn hi»ler dir Gasanstalt einige lnre Wagrn dlr Nordliuhn. Da der Lo-comolivsilhrer dcZ Zuges nicht avisirt woidr» war und die! Waggons erst gewahc wurde, als durch Bremsen :c. ei» plötzliches Anhalten des Zuges nicht mehr erzielt werden konnte, erlolgle dcr Zusammenstoß, durch welchen drei der leeren Waggons zertrümmert, fünf bedeutend beschädigt und acht ans dcm Geleise geworfen wurden, während der gemischte Zug au scinen Waggons l>i:,e Beschädigung rilitt und das ZuMelsonale und dic Passagiere unverletzt blieben. — (Doppel mord bei Baden.) Ein Abonnent! der „Presse" schreibt: „Ich theile Ihnen einen gräßlichen Doppelmllid mit, der auf dcr Strahl,' von Tattendorf „ach Pottendors in der Nähe meines HofcS, d(S sogenannten Neurihhofes, stallfand. Ol>lcin dc» 2. November fand cin Knecht zwei Leichen vo» jungen FrauensMioncn, wovon tie cine Ii), die andeic Ale deo Verbrechens." — (Eine Elvlosion.) In Berlin war am 29. October Abends um halb 9 Uhr der Potsdamer Bahnhof der Schauplatz einer bedcutindcn Explosion. Eine Kiste, deren Inhalt in einer Sprcngmasse bestanden haucn soll, ohne als! solche declarilt gewesen zu sein, cxplDdiilc ,u dem Augcn-dlicle, alö sie auö dcm Posltalren in den Eise»bahnwagl,on verladen werden sollte. Die Wutung war eine verheerende. Sämmtliche uach dcc Seite des Elplosionöorte? zu gelegene Fcnslcrschcihcn waren zertrümmert, darunter auch die dcs Druclereilocalcs dcr Krcuzzeitung und dcr angrenzenden Pri-vatgebäudc, desgleichen die Fenster in dcn E,>clihahnwaggonö. Sämmtliche Oaolattrncn waren in Folge dcö Lufldluclcs erloschen! die durch den surchlhaicu Knall erschrockenen Pferde rannten scheu umher i cS war ei>e Sccnc schrecllicher Ver« wnrung und Verwüstung. Am traurigsten ist, daß dabci mchrcrc Mcnschcn zu schwerem Schaden gclomme» sind. Ein Poslpactttagcr blieb augenblicklich todt' ci» zwcitcr war so arg bcjchadigt, daß ihm cin Bein ampulnt werdcn mußte: der Postillon, der den Karren zum Bahnhofe geführt halle, wurde vom Bocke gefchlcudcrt und tnig eine schwere Vellez-zung davon; außerdem wurden »och zwei Pcrsonen, jedoch nicht lebtns'gefahclich, verwundet. Wcr dcr Abünder der velhängnihuollen Kiste war, ist noch nicht mit Sicherheit ermittelt. __ (Zur norddeutschen M ili t ü r o r g a n i l a- tion.) Eö^ist in Erlult jetzt ein startcb Eommando lüuigl. sächsisch« Ofsiciere uno Unteroffici.re vcrschicdener Waffen» aaltungen tingclrossen, um aus den dorligen verschiedenen militärischen VildungZanstalten ihre weitere Ausbildung zu empfangen. Auch grohherzoglich hessische Osficiere und Unter» officiere sind auf die Eenttlll'Milität,Turnll!istalt nach Berlin commandilt, ebenso badische, sächsische und mecklenbur» gische Ofsiciere in den großen Generalstab nach Berlin: lurz, die militärische Einheit des Norddeutschen Bundes macht immer mehr Fortschritte. — (Prinz Napoleon und Kaiser Franz Joseph.) Aus Paris berichtet die „Köln. Ztg" - Fürst Metternich hat dem Prinzen Napoleon das Grohlreuz des St. Stephan - Ordens überbracht. Der Prinz ist sofort zum Kaiser Franz Joseph geeilt, um diesem seinen Dant auszusprcchcn. Der Prinz sagte Sr. Majestät, er sei um so gerührter durch diese Auszeichnung, als er nichts gethan habe, selbe zu veldienen. Franz Joseph entgegnete, dies sei ein Andenken an die Reise, die ihm selber so viele Freude und Genugthuung bereitet. Uebrigens sei alles Vergangene vergessen, und man müsse sich gegenseitig verzeihen. ! — (Von der Pariser Ausstellung.) Vom AussteUungscommissär in Paris Herrn Ignaz Ritter o. Schüf-fei ift an das l. t. Eentialcomitü für die Pariser Aussttl-lung nachstehendes Telegramm eingelangt: „Die hier anwesenden österreichischen Aussteller wurden von Sr. l. Hoheit dem durchlauchtigsten Herrn Erzherzog »Protestor empfangen und wurde ihnen das allerhöchste Handschrriben liber die a>« österreichische Inoustticlle verliehenen Aufzeichnungen ui>ic;!" lesen. Hierauf wurden die hier anwesenden ausgezeichneten Aussteller von mir Ss. Majestät voranstellt. Se. Majestät äußerten sich in der huldvollsten Weise und drückten ihre vollkommenste Zufriedenbeit über die Leistungen der österreichischen IndustrieUcn aus. Herr v. Wertheim staltete im Namen dcr gegenwärtigen und abwesenden AusjleUer für die allerhöchste Gnade den ehrfurchtsvollsten Danl ab." — (Attentats gcr ü ch te.) Vor einigen Tagen er hielt die Pariser Polizripia'fectur von einem Präfecten aus > einem Departement an der italienischen Grcnze die Nachlicht, ! daß mit cinem bestimmten Zuge cinc Anzahl Personen, deren j Namen uud Eignulement mit allen Einzelheiten angegeben ! war, in Paris anlangen würden. Diese Personen seien dringend verdächtig, Anschläge il l» Orsini im Sinne zu führen und schon von Florenz aus signalisirl. Dieselben sind am Lyoner Bahnliose von geheimen Polizisten anglchal--ten worden. Näheres ist über rin deiculiges Ercigniß aus dcn Pariser Blättern, die in allem, waa sich im Entferntesten auf die »ümische Frage bezieht, auf's strengste ccmttc" lirt weiden, nicht zu erfahren. > — (Expedition nach A bus finirn.) Die jetzi der Einschiffung harrenden zwri Gebirgsdallerien für Abvssi-nien haben jede einen Bestand von 38 Maulthierrn, mit welchen 6 Geschütze nebst Lasctt.'n, 00 Schuh Munition site»-Mafchinen transporlirt werden. Einige Vi'geisleruüg für den beuotslebcnbe» Kriegeozulz leuchtet aus einem Anerbietrn Ix'! uor, das tineS der Londoner Fi-eiwilligencorps an das Kriegs« miiuslciium hat ergehen lassen. Die kampflustigen Söhne dcr Metropole elllüren sich bereit, U00 Mann zu der Expedition zu stellen. ! Locales. — (Unglu cks fall.) Gestern winde ein Maschin« führer der Eüdbahngcsrllschafl hirhcr gebracht, welcher durch unrwlsichtigss Abspiingcn vom Zuge in der Eiseobahnstalion Lillai beide Füsse verloren hat. — (Der erste Schnee.) H^ule Vormittag fiele» bei fast hrittrem Himmcl und ruhiger Luft die eiste» Boten d.s Winters in Gestalt schr dünner Schneeflocken. — (Die Metz g er b rüclr) ist seit mehreren Tagen vollkommen hergestellt und dem Verkehr für Fußgänger und Wagen rroffnlt. Man muß anerkennen, daß die Arbeiten feit der letzten Gemcindcrathssitzung schmlle Fortfchllltc gemacht haben. — (Von der Pariser A u s st e ll un g) hat Herr Rößmann, w.lchcc die Reise dahin in Gemeinschaft mit Hl'ltn Tön nies als Abgcordmtcr dcr hicsigen Handelß-und Gewerbelammer unternommen hatte, einigc sebcnSwcrlhc Fabricate der Pariser Industrie mitgsbiacht, wilchc in dem Vcrtaustzlocale dcs Hcri» Röhmann am Platze zur Ansicht noch für einige Tage ausgestellt sind. Es sind dies eine Stockubr aus Alabaster mit Goldsinfassnng, bei welcher die Zeiger durch eine ihrciscits durch die Drehung ciner Kugel in Bewegung gesetzte horizontal liegende Nadel bewegt werden. Das Wert wäre dic Zierde jcdeö Salons. Es lostet 000 Frcs. Außerdem sind äußeisi intcrcssant die Blumen« bouquets aus Porzcllaii, im Preise zu 12 fl. ö. N., bei welchen man die Feinheit und Frische in der Aussührung wahihajt bewundcin muß. - (Trig lav-Panorama) Laut „Klagenfurlrr Zciluna" ist gegcnwärllg >m Wappcnsaalc dcs dviliaen Lano Hauses die Rundsichl von unserem Bewiesen und vom Gic.^ gallcnbergc ausg.steUt. Es düiftc dies wohl die vom s> Pernhatt im Sommer d. I. an Ort und 5t,l,<. „ - '^"" mene AnsiVt sei», obwohl in der ..Klaaeof ^ < ^'!.7" nichts Näheres angegeben ist. ^ '' ^' h.erilber - (Theater.) Gestcr» wurde uns Ve.di" Ni.. lelto" in recht anständiger Wme .,. l«.,. ." " ^ die He.ren Ander (beno 7/«./ .^ ^""' "" Nrolov« «lH <^ ^ l°"' Pvdhorsly (Nigolclto) und ^//.^/ ls^paraiucile, ferner die Damcn Slalla. ^°^aga(G>lda)und Anger (Madd 5> «,>;!<,üi> in Kenntniß setzen. Wcnn dcnnoch der königliche Commissar erscheinen und dic Comitatö'Com- missiou aufgelöst werden sollte, dann habe auch dic Thätigkeit dcS Bcamteukürpcrö aufgehört, eine constitntionelle zu sein. Nyary's Anträge wurden ohue Discussion angenommen. 'Agram, 4. November. (Dcb.) Dcr Landtag wurde bis zum zweiten Iäuucr vertagt. — Der Statthalter ist gestern übcr Pcst nach Slavonien abgereist. Köuiggrätz, 4. November. Ciuc unübersehbare Volksmenge füllt die Höhe uud die Kirche von Chlum, wo heute am Jahrestage des allerhöchsten Besuches der Chlumcr Höhe die feierliche Enthüllung dcs den hier gefallenen österreichisch < sächsischen Kriegern errichteten Denkmals vor sich geht. Mit endlosen SlavaS auf Kaifcr Franz Joseph unter den Klängen der Voltshymnc schloß die Feier. Stuttgart, 4. November. Die Standesherren genehmigten den Zollvereinsvcrtrag und das Salzgcsetz einstimmig, dcn Allianzvcrtrag mit 5i1 gegen l) Stimmen. Unter dcn letzteren befanden sich der Herzog Maximilian von Württemberg, Baron Ncurath, Graf Waldburg/Zcil und Fürst Windischgrätz. Miincheu, 4. November. Behufs der Errichtung von 3)i Landwehr-Bataillonen werden gegenwärtig die Mannschaftslisten aufgestellt, dieselben umfasscu die Legionäre dcr Jahrgänge I^3<; bis I^il), nebst jenen Soldaten der Altersklasse 184^, welche iin Frühjahre 1Vl>8 die sechsjährige Dienstzeit beenden. München, 4. Viovcnibcr. Seine Majestät der Kaiser von Oesterreich trifft Mittwoch früh ^ Uhr hier ciu und wird im „Hotel zum baicrifchcn Hofe" logireu. Im ^aufc dcs Tagcs wird dcr Kai« fcr Posfcuhofcu besuchen und in der folgenden Nacht abreisen. Florenz, 4. November (!0 Uhr Abends). Gestern griffen die Päpstlichen mit übcrlcgcncn Kräften die Ga-ribaloincr zwischen Monte rotondo und Tiuoli an. )iach einem crbittcrteu Kampfe mußten die Insnrgcntcn ihre Positionen anfgebcn. Die Verluste siud beiderseitig sehr groß. Garibaldi ist gerettet. Flurcuz, 4. November (U) Uhr W Min. Nachts). 'Nachdem Garibaldi zugestimmt hatte, sich hinter die diesseitigen Grenzen zurückzuziehen, marschirte cr mit beiläufig WOd Freiwilligen gegen die Abrnzzcn. Bei Ti-voli wurde cr von 1^.lM> Päpstlichen angegriffen. ES entspann sich ein schrecklicher, erbitterter Kampf. Die Verluste dcr Freiwilligen sind sehr groß. Man sagt, daß 500 Freiwillige kampfunfähig gemacht wurdcu. Sobald dic Vcrwuudcteu ciugcbracht waren, zog fich Garibaldi innerhalb der Grenzen des Königreiches zurück. Nicotcra ist mit seinem Stabc schon in Neapel cinge» troffen. Seine Freiwilligen lehren in die Heimat zurück. Florenz, 5>. November. (Tr. Ztg.) „Corr. ital." meldet unter Reserve, daß in Folge dcr Entfernung dcr Freiwilligen ans dem päpstlichen Gcbictc die französischen Truppen Rom räumen werden, sich darauf beschränkend, nur Civitavecchia während dcr diplomatischen Verhandlnngcn zn occupiren. Gleichzeitig werden dic italienischen Truppen ins Königreich znrnckkchrcn. Dcr Freiwilligcnverlnst im letzten Kampfe betrug ^00 Todte und 400 Verwundete. Paris, 4. November. Dic „Patric" schreibt: Man hat keinerlei Nachrichten aus Rom. Hcutc wird zwifchcu dcu aus Rom auSmarschirtcn päpstlichen Truppen uud dem iu Monte rotondo verschanzten Garibaldi cin Kampf erwartet. Depeschen aus Floreuz signalifircn neue Kuudgcbungcil in mchrcren italienischen Städten in Folgc dcr Weigerung der italienischen Regierung, die Plebiscite dcr römischen Bcvöllcrnng cntgcgcnzunchmen. Die „Patric" veröffentlicht einen ueucu Artikel gegen Italien. Paris, 4. 'November. (Tr. Ztg.) „La Presse" meldet: Baron Villcstreux dürfte gestern das Ultimatum übergeben haben, welches verlangt, daß dic italienischen Truppen das päpstliche Gebiet vor Donnerstag Abends räumen. — Dcr Dicn5tagö-„Monitcur," die Niederlage dcr Garibaldiancr bestätigend, fügt hinzn: Die Garibal-diancr ließen auf dem Schlachtfeld«: WOO Todtc, Verwundete und Gefangene zurück. Ocucral Ricotti, Commandant dcr italienischen Truppen, entwaffnete nach der Gefangennahme 4000 auf italicuischcs Gebiet fliehende Garibaldiancr. Kopenhagen, 4, November. Authentisch wird gemeldet, daß nicht S. Croir, sondern nur die Inseln St. Thomas und St. Jean für vierzehn Millionen Reichs bantthalcr verkauft wurden. Telegraphische NZechselcoursr vom 5. November. 5perc. Metalliques 56.65. — s.perc. MetalliqueS mit Mai- und Novcmber-Ziuseu 58. — 5perc. MUoual.-?lulchm «5. -> Bn»!' actieu 679. — Creditactien 177.90. — 1860er StaatSanlehe,' 8l,8l). — Gilbcr 122. - London 124 45. — K. l Ducaten5.9t'/.„. Das Postdampfschiff „Teutouia," Caftitän Kier, ging, exvcdirt von Herrn August Bolteu, William Mil' lcr's Nachf., am 1. November mit 170 Passagieren von Hamburg vi;, Southampton nach New-Orleans ab.^^ Oeschästs-Zeitung. Vestcrreichisch-de,,tschc Hypotlicke,,ba„f. Wie da» Wiener „Haudclöblatt" erfahr!, ist dic Aclieu - Emission oicseS ucuconccsstonirten Insiitulcö nahe bevorstehend. Dic Wirtsainlcit dcr österreichischen Hypothcubanl wii d sich vorerst nur nnf Deutsch" Oesterreich beschränken nnd vorzngZwclse den llciueu (Grundbesitz und die städtischen Nealilälcn inö Ange fasse», cin Programm, das allerdings ebenso zeitgemäß als wünscheuüwerth erscheint, indem dieser (hruudbesch der Crcditforderuug nothwendig bedarf. Dic gegenwärtig bestehenden analogen Ercdiliüstilule, insbesondere die Bodcncrcdilanstalt dient dem Olußgliinddksil.'c i,,id dac« neue Unternehmen wird mit der Pflsgc des bisher wenig uuterstuljten llcincrn BesitzcS mit einen gemciiiuichiqeu Wirlen gleichzeitig ci» renlablrö Geschäft macheu. Ein nähere« Urlheil wird erst dc»M üwgüch sein, wenn die Statuten dcr Gesellschaft vorliegen werden. — Briefe ani« Algier iu den Marseiller Blättern enlhnlle» den Dank der dortigcn Bevöllerung für dc>6 mnslerhaftc Veuchme» nnd dic Ansireugnngeu dc« üsterrcichischei! Oeneralcousnli<, dem c>< yim Verdienst augcrcchuet wird, daß die Anzahl der üsterrcich>" scheu Schisse iu algerischen Häseu von Jahr zu Jahr ciue größere Wichligleit erlangt uud bald de» ersten Rang einnehme» >rird. .Nrailidllrst, ^.November. Auf dem heuligen Marlir sind erschienen: 5>2 Wagen mit Getreide, 4 Wagen mit Heil nnd Stroh, ^5> ^agen mit Holz, 8H Stück Schweine von 10 liiö 18 ft., 2-'i Wagen mit Kraul lind !» Wagen mit Specl. ____ fi. lr. ' fi. tt. WcizkU ^,r. Heiden „ .", 20 Tch»r>einesleisch ,. — 1« Hn'se „ !i 20, Schöpsenfleisch „ —1^ Knknrntz „ 4 20 Hähndel pr. St>,ck —, 2'l Erdäpfel ., 1 ! 80,, Tauben „ — ll» i'iüseu „ —! - Heu pr. Zentner . - ^ ^'> j Erbsen „ — ! ^ Stroh „ . - - 5»:'» Fisolen „ I . K4 Hulz, hartei«, pr. Nlft, ^ 5. ..... Rindöfchmnl; pr. Pfd. — ^ 44 ^ — weiches, „ Z "'<^ Schweineschmalz „ — ^40 ! Wein, rother, pr, Eimer -- — Speck, frisch, „ —! 30 — weißer „ 8 -^ Speck, geräuchert, Pfd. — ! 39 Angekommene Fremde. Am 4. November, Tta?>t Wien. Die Herren: Bacher, Werlöucrwalter. von Sag"!'. — Änbany, Privatier, von Tricst. — Sterbe»;, .ttanfm.. vo» (Zissncrn. — i/eyrer, Buchhändler, von Marburg. — ^'iefmaiill, uou Wien. — Äaron Apfaltcrn, Herrschafti o ch: A,,f Nose,,. Origiiml-kustspirl in 4 Acten von Genier, ^^_^ HNet^owlulMljtt Z-eMichltlNl'^ll ill ^ttUlM^. 6 lt. Mij. 325) 3„ . 1.8 windstill schwach bcw l). 2 „ N. 325i.„>» ^. 5.7 windstill fast heiter l),«« l0.. Ab. 325),« .- 0.K windstill ^ halbhcilrr Morgens starler Ncif. Morgenroth. Iwlerlagö ruhige i'u!'' Fcderwollen. V?r2!i!wo,:tlicl,tr Redacteur: Iana, o. 5s l e i,, m at, r. Mrstnbencht. Wien, '1. November Die Vorfe war im Oauzcn genommen ziemlich fest. einige Effectengattungeu stellten sich hühcr, auderc wieder um eiuc Kleinigkeit niedriger. Dcuisc" und Valutm erfuhren lmic Verändernim. Geld flllssig. Geschäft unbedeutend. Veffentliche Schuld. /^. dcs Staates (für 100 st) Geld Waare In 8. W. zn 5pEl. fllr 100 fi, 52,60 K2.M In österr. Währung steuerfrei 56.60 5)6.7l> '^ Slcueranl. in ö. W. v. I. 1804 zn 5>pLt. rückzahlbar. . 8',!"> 88.— silber-Aulehcn uon 1864 . . 7ö.5.>0 74.— Silvcrcml.18'i5 (ssrc«.) rl!ckz>ihlb. iu37Iahr. zn5)pEt. 100ft. 7? 7.^» 78.25 Nat.-Anl. mit Iän.-.Eoup. zu ü"/„ 65.2>» <;5 <,<) „ » „ Apr.-Eoup. „ 5) „ !olip. „ 5 „ 58.20 5^.40 detlo.....„41,^ ^c, 25 46i. w 75 ^»'2'> Domainen 5perc in Silber 10l,-. 1^4.25 l>. der Kronländcr (fiir l00 fl.) Gr.-En!l..Obli<>. Niederösterreich . ,;» 57« ^'?5 ^2.-Oberüsterreich . « " " ^^^ "" - Geld Waare Salzburg .... zu 5'/« 86.— 87.- Böhmen . . . . „ 5 „ 90. «0.50 Mähreu .... „5 „ fttt.?5 «7.25 Schlesien .... „ 5 „ 88.— 89, Etclermarl . . . „ 5 „ 89.50 90.— Ungarn.....„ 5 „ «)9.- 69.75 Teinrser-Aanat . . „ 5 „ 68.— 68.5)0 Ernllticu und Slavonien „ 5 „ 70.— 70.,',0 Galizicn .... „ 5 „ 6550 66.— Siebenbürgen ... „ 5 „ 63.75 64.i0 Vulovina .... „5 „ 64.— 65.- Uug. m. d. V,-Ü. 1867 „ 5 „ 65.50 66.- Tcm.B. m. d.V.-E. 1867 „ 5 „ 65.25 65.75 Actien (pr. Stück), Natiuualbank (ohne Dividende) 676.— 67«.— K.Fcrd.-Nordb.,',ii1000fl. C.M. 1727.- 1730.- Kredit-Anstalt m 200 fl. 0. W, 175.90 176.— N,o Es'om.-Oes.zl'500fl. ö,W. 60ii.^- 608,— S.-E.-G.zu200sl.CM.o.5ft<)Fr. 234,- 234 20 Kais. Elis. Bahn zu 200 fl. <5M. 138.— 138.50 Süd,-nordd.Vcr.-B.200„ ,. 1^3.- 123.25 Zud.St.-,l.-vcu.u.z.-i.E.200fl. 168,50 169.- Gal.Knrl,kud.-V. z.200fl.<5M. i«)9.7ü 210.— Geld Waare Vühni. Wrstbahu zu 200 fl. . 139.— I39/.0 Ocst.Dou.-Dampfsch^Ges.Z-^ 470.- 472.— Oesterreich, i'loyd iu Trieft ZN 1?0.— 175.— Wieu,Dampfm.-Aclg.500fl.ü.W. 44<'.— 450.— Pester Kcttenbrückc ' . . . . 370.- 38«'.— Anglo-Ailstria-Vaut zu 2(X) fl. 104,75 105.25 Weinberger Ecruuwitzcr Actieu . 172.— 172.50 Pfandbriefe (fllr 100 st.) National- ^ bllul auf !> verlosbar zu 5°/, 96.«0 !»7.-. E. M. j Nlltionalb.ausü.WverloSb.5,, 92..'«» 92,50 llug. Bod.-Ered.-Nnst. zu 5'/, „ «9 5s) <»(».. Allg. öst. Vodeu-Crcdit-Änstall v'crloöbar zu 5°/, in Silber 1"5.75 106,25 Uose (pr. Stück.) Ered.-A.f.H.u.G.z.IlM.o-.W. 125,50 126.- D°u.-DmPssch-G.z.100fl.CM 85.50 "!.50 Sladtgem. Ofru ,. 40 „ ü. W. 2:i.— 24.— Estcrhazy „ 40 „ CM. 10'.- 101.— Salm „ 40 „ „ . 29, - 29,50 Pallffy „ 40 ., „ . 21.75 22.25 Geld W°°r Clary zu 40 fl. CM. 24.- 2s'. St.Genoiö ,, 40,. „ . 23.- ^^ Windischgräh „ 20 „ „ . 17.50 1""" Waldstein „ 20 „ „ . ,8,50 "H Keglevich „10) . 12." AZ Rudolf-Stiftung 10 „ „ . 11.75 ^" Wechsel. (3 M°«ate) Augsburg für 100 fl siidd. W. 103,7" ^»^ ssraulfurla.M, 100 st. betlo IW."» 1'^ Hamburg, flir 10" Marl Banlo 91.70 .^ London silr 10 Pf. Sterling . 1^/l0 1"'^ Pari« filr 1(X) Fraul« . . . 4!1.4' ^'^'' (5o»,rs der Geldsorten Geld Waa"^ K. Müuz-Ducateu 5 fl. 95 lr. 5 si- ^, „. Napoleousd'or . . 9 „ 98 ,. « " A , Nufs. Imperials . 10 „ 1« „ W " ^ „ Vcreiusthalcr . . 1 „ 83 „ 1 " ^, „ Silber . . 122 „ - „1^2 ,. ^ ---------- , ., Ml- Krainischc GrmibcntlaNnng« - Obligatloucl', ^ vatnotlrung: 8? Geld, 93 Waare,