LMchrr Taablatt. Redaction und Expedition: Bahnhofgaffe Nr. 15 Nr. 217. PräuuineraltonSvreise Für Saldo«: Banzj. fl. 8-40; Zustellung ins Haus vrllj. LS!r. Mit der Post: Gan,jahr. fl. IS. Samstag,21.September1878.-ZA7«! 11-Jahrg »eiaen bis s Heilen Lv Ir. „Kampf auf Leben und Tod!" Mit dieser brüsken Antwort begrüßt die na-tional-klerikale Partei in den Spalten ihrer Moniteurs den in der ersten Landtagssitzung vonseite des Landeshauptmannes an die Landtagsmitglieder gerichteten Mahnruf: „Der Friede sei mit Euch!" Die Führer der nationalen Partei geben im „Slov. Narod" ihre offene Erklärung dahin ab, daß diese um keinen Preis mit der Verfassungspartei Frieden schließen, sondern den Kampf auf Leben und Tod fortsetzen, entweder siegen oder fallen wolle. Die kampflustigen Streiter im gegnerischen Lager geben weiters die Versicherung ab, daß sie sich von der Verfassungspartei von dem Standpunkte ihres Programmes nicht wegrücken, daß sich kein Vernünftiger in ihren Reihen durch leere Phrasen täuschen lassen werde. Die Führer der slovenischen Nation geben ihr Programm, die Hoffnung auf Erfüllung ihrer gerechten (?) „alten" Forderungen nicht auf zwischen den Nationalen und den Anhängern der Verfassung in Kram sei eine Einigkeit, eine Eintracht, ein Friedensabschluß unmöglich. Die Nationalen debütieren in ihrem an die liberale Partei gerichteten Absagebriefe mit der bereits zu wiederholten malen abgeleierten Jeremiade: daß die Liberalen in Krain die slovenifche Erde mehr oder weniger, früher oder später, zu germanisieren, die Bevölkerung dem Slaventhume zu entfremden, für das künftige Germanien vorzubereiten und sie demselben heute oder morgen als willkommene, als längst gewünschte Beute auszuliefern gesonnen sind. . ^ Die Nationalen in Krain lehnen m den Spalten ihres Organes den von verfassungstreuer Seite unternommenen und etwa noch zu unternehmenden Ausgleichs- und Friedensabschlußversuch in schroffer und kalter Stimmung ab; sie wünschen keine Eintracht, keinen Ausgleich, keinen Frieden Jeuilleton. Die Gesundheitspflege von heute. (Fortsetzung.) Wir alle kannten damals als Studierende Hufelands Buch aus der Bibliothek unserer Eltern. Wie freudig und erquickend war es für uns, daß aus unseres Lehrers Worten ein freierer Geist uns entgegenströmte. Wie er, seinen Zeitgenossen vorauseilend, es gewagt hatte, dem Fieber das Recht einer Krankheit zu bestreiten, und es nur als Symptom einer solchen bezeichnte — so hatte er auch in seinen Vorträgen über Hygiene die neue Phase der medizinischen Wissenschaft bereits zur Grundlage gckvählt, denn um das Jahr 1840 erwachten Heilkunde und Naturwissenschaft zu frischerem Streben. Die Befreiung von der Knechtschaft der hippokratischen Theoreme, welche mit talmudischer Spitzfindigkeit für die damaligen Anschauungen zurechtgeschnitten wurden, ging von Wien aus, wo der vor wenigen Wochen verstorbene große Forscher Rokitansky die Einzelbeobach- mit den Gegnern, sie sind und bleiben taub für den Mahnruf des Landeshauptmannes, sie fordern zum Kampf auf Leben und Tod auf und wollen, ihre „alten" Forderungen mit Gewalt erzwingend, entweder siegen oder untergehen. Die nationale Führerschaft betont in ihrem Abschiedsbriefe, daß mit einer Partei, die, wie in gewohnter Verdrehung der Thatsachen gesagt wird, angeblich durch Jahre gegen die slovenische Nation gekämpft hat, nicht in Eintracht zu leben sei. Der erste Programmpunkt der liberalen Partei bestehe, so wird weiter gefaselt, in dem Zurückdrängen des Slovenenthums, und mit einer solchen Partei sei ein Eoncordat nicht abzuschließen. In diesem famosen, historisch denkwürdigen Absagebriefe vom 17. d. wird bildlich constatiert, daß beide Gegner sich ebenso wenig vereinigen können, wie Feuer und Wasser, beide seien einander feindlich gegenüberstehende Elemente. Der Absagebrief betont weiter, der Slovene dürfte sich nicht mit jenen vereinen und befreunden, die, wie mit absichtlicher Unrichtigkeit auch hier beigefügt wird, darauf lossteuern, das Slaventhum zu untergraben. Die liberale Partei lasse den Nationalen Gerechtigkeit nicht widerfahren, von einer Vereinigung der beiden politischen Parteien könne deshalb keine Rede sein. Anstatt dem Friedensmuhnruse des Landeshauptmannes zu folgen, will sich die nationale Partei zum weiteren erbitterten Kampfe gegen die Verfassungspartei rüsten, sie will den Kampf weiter führen „aus Leben und Tod!" Wir konnten es nicht unterlassen, den wesentlichen Inhalt des nationalen Absagebriefes unseren Lesern und Gesinnungsgenossen mitzutheilen. Der Inhalt dieses Schriftstückes constatiert zu unverblümt, daß die Nationalen in ihrer ungerechtfertigten, verbissenen Opposition verharren und mit der Verfassungspartei nimmermehr Frieden schließen wollen. zeigen bis 5 Zeilen 2V kr. Betrachten wir in kurzen Abrissen die Motive dieser Ablehnung. Das Programm der Nationalen ist einerseits ein vorlautes, unerreichbares, ideales, andererseits ein überspanntes, gefährliches und verworrenes. Wir kennen dieses Programm ja längst, wir können dasselbe kurz in vier Worte zusammenfassen: „Fort mit den Deutschen!" Fort mit allen Anhängern der Verfassung, fort mit allen liberal denkenden Männern, fort mit den fortschrittlich gesinnten Beamten, fort mit deutscher Kultur, fort mit der neuen Schule u. s. w. Darin besteht das ganze Programm Vosnjaks, Svetec' und Eonsorten. Wir kennen ja diese Spiegelberge schon lange. Manchmal schon haben sie die Maske, die Form der Angriffe gewechselt, allein es ist doch immer die alte Geschichte. Der Kampf auf Leben und Tod, den die National-Klerikalen neuestens proclamieren, ist nichts anderes, als ein Kampf der Unduldsamkeit und des Rückschrittes gegen Bildung, Toleranz, Freiheit und Verfassung. Der liberalen Partei kann wahrlich nichts ferner liegen, und sie hat es oft genug bewiesen, als das Slovenenthum unterdrücken zu wollen. Die Vortheile deutscher Kultur auch der slovenischen Bevölkerung vermitteln, das will sie allerdings, und damit wirkt sie aber nur für die einzig Aussicht bietende Entwicklung und für den wahren Vortheil des Volkes. Die Verfassungspartei in Krain ist eine echt österreichische Partei: das Wohl unseres schönen Heimatlandes, das Gedeihen und die Machtentfaltung unseres großen Gesammtvaterlandes ist das oberste Ziel ihres Strebens. Sie blickt niemals über die Grenzen des Reiches, sie hat an der Spree nichts zu suchen und will von dort niemals etwas erwarten. Alles das wissen freilich unsere Gegner so gut, wie wir selbst, allein das hält sie in hergebrachter Perfidie nicht ab, neuerlich unverschämte und unerwiesene Verdächtigung auszustreuen. tung wieder zu Ehren brachte und aus der Fülle derselben — als auf gesicherter Grundlage — das Regelmäßige in den Krankheitserscheinungen und in den im Organismus gesetzten Veränderungen feststellte. Daß man sich daselbst trotzdem bald in unhaltbaren Theorien verlor, wurde von der Spree aus mit schneidiger Kritik und geläutertem Wissen beseitigt. In den Naturwissenschaften aber befreite man sich von den naturphilosophischen Phantasmen, und statt den Versuch zu machen, „die Gedanken des Schöpfers nachzudenken", um so mit Einem Sprunge die Erkenntnis der Dinge zu erhaschen, wendete man sich dem Experiment und der „nüchternen" Beobachtung ohne vorgefaßte Meinung zu. Dieser Auszug aus der Sklaverei der Dogmen in das gelobte Land der ernsten, nüchternen Arbeit kam auch der Gesundheitspflege zugute. Ihre Ziele und Aufgaben wurden allmälig andere. Hatten den Zweck hygienischer Bestrebungen der Berliner Hufeland in der Langlebigkeit und der Wiener Hartmann in der möglichst genußreich ausgekauften Spanne unserer Lebenszeit gesucht, so stellte man nun als Aufgabe der Diätetik die Vorbeugung von Krankheiten hin. Die Ursache dieser Anschauung ist leicht ersichtlich. Waren es doch vorzugsweise die Seuchen, welche, gelegentlich die Bevölkerungen heimsuchend, sowol Aerzte als Behörden und Einzelne gänzlich unvorbereitet fanden und welche durch ihr Erscheinen zur energischen praktischen Arbeit hindrängten. Es ist nun einmal des deutschen Vaterlandes bedauerliches Vorrecht, daß wissenschaftliche Wahrheiten, ebenso wie wichtige Entdeckungen, erst Jahrzehnte hindurch im druckpapiernen Sarg einbalsamiert bleiben müssen, bis sie endlich am Lichte des Tages zu lebenskräftigem Dafein auferstehen können. Meistens haben andere Völker dann bereits von unseren Entdeckungen Vortheil gezogen. So hatte auch Peter Frank für Deutschland gearbeitet — aber andere hatten von seinen Anregungen mehr Nutzen zu ziehen verstanden, als wir — Frankreich, Belgien und England waren uns in der Ausnützung zuvorgekommen, hatten das Wort zur That gestaltet, hatten bereits im großen und sistematifch die Arbeit begonnen, den Krankeiten vorzubeugen. Und besteht denn gerade hierin der Gesundheitspflege eigentliches Streben? Für denjenigen, Wie schon öfter, hat die Verfassungspartei auch bei der Eröffnung des iLandtages wieder die Hand zur Vereinigung geboten und durch den Mund des Landeshauptmannes zu friedlicher Annäherung und gemeinsamer Arbeit aufgefordert. Die Antwort der National-Klerikalen war: „Kampf auf Leben und Tod." Nun, wir hätten diesen Kampf gerne vermieden, wir bedauern ihn aufs tiefste, aber wenn er uns aufgezwungen wird, werden wir ihn kämpfen, mit ehrlichen Mitteln zwar, aber im Bewußtsein, für eine gute und gerechte Sache einzustehen, muthig und kraftvoll! Ein Bündnis mit unseren — Feinden. Offiziöse Journale machten vor kurzem in einer Anwandlung guter Laune den Vorschlag: Oesterreich-Ungarn wolle sich mit Serbien und Montenegro verbinden, um die Jnsnrrection in Bosnien und in der Herzegowina bekämpfen zu können. Ist etwa Oesterreich-Ungarns Militärmacht ungeachtet des horrenden Etats so tief gesunken, daß die Nothwendigkeit herankritt, zur Bekämpfung von Insurgenten Serbien und Montenegro heranzuziehen? Besitzt Oesterreich-Ungarn in seinen Provinzen nicht noch ausgiebige Streit-kräste, die, anstatt bei Manövern „Soldaten zu spielen", ohne Verzug längst auf den Occupations-schauplatz hätten dirigiert werden sollen? Der „P. Lloyd" fertigt den Vorschlag der bornierten Offiziösen in nachfolgendem Artikel ab: „Die Action gegen Bosnien und die Herzegowina ist, wie Regierungsorgane motivieren, gegen das Ueberwuchern des flavifchen Elements überhaupt und speziell gegen Serbien und Montenegro als deren gefährlichste Repräsentanten in unserer unmittelbaren Nachbarschaft gerichtet. Ist es nun für ein normal organisiertes Gehirn denkbar, daß diese beiden Staaten ehrlich und aufrichtig bei einer Action Mitwirken können, welche in erster Linie gegen sie selber gerichtet ist? Ist ein loyales Zusammenwirken denkbar zwischen Serbien und Montenegro, welche in den ihnen im Berliner Frieden gemachten Zugeständnissen nur eine Abschlagszahlung erblicken auf jenen bedeutenderen Zuwachs, den ihnen der Friede von San Stefano in Aussicht gestellt hatte, und zwischen jener Macht, welche eben die Modifikation des Friedens von San Stefano zum Nachtheil der kleinen Staaten durchgesetzt und es offen als ihre Aufgabe declariert hat, etwaige weitere Expansionsgelüste der letzteren mit aller Energie im Zaume zu halten? Ist es denkbar, daß derjenige Staat, welcher in der Präponderanz des slavischen Elements an seinen Grenzen eine Gefahr für sich welcher in unserer Wissenschaft nichts anderes erkennt, als den Nachweis der äußeren Einwirkungen, mag das allerdings der Fall sein. Aber nach meiner Auffassung ist die Aufgabe der Gesundege eine höhere. ie Hygiene ist allerdings eine überwiegend anthropopetale Wissenschaft. Sie muß also des lebenden Menschen Eigenart genau kennen. Dies lehrt die Physiologie. Mithin kann und soll die wirkliche Gesundheitspflege nichts anderes als eine angewandte Physiologie sein, ebenso wie diese Wissenschaft auf den Anwendungen der Anatomie, Physik und Chemie beruht. Von den Fortschritten ihrer Schwesterwissenschaften ist die eine abhängig wle die andere. Der Vorgang der Drüsenabsonderung war der Physiologie völlig unbegreiflich, bevor Schwan 1839 durch seine Beobachtungen der Zelle ergründete und die mikroskopische Anatomie vom mittelalterlichen Standpunkte der Augen- und Gemüthsergötzlichkeit in wissenschaftliche Bahnen geführt hatte. Die physikalische Bedeutung des kunstvollen Baues der schwammigen Knochen erkannte die Physiologie erst 1867, nachdem ein Schweizer Mathematiker nachgewiesen, daß die zarten Balken und Blättchen in der Rich- erblickt, treue Bundesgenossen in jenen finden könne, welche ja die prononcierten Bannerträger desPan-slavismus an unserer südlichen Grenze sind? Würde es sich für uus in Bosnien und der Herzegowina um einen einfachen Eroberungskrieg Han-deln, dann würden wir es begreifen, daß Serbien und Montenegro dabei mitthun, denn wo es etwas zu ergattern gibt, da sind diese biederen Leute immer sofort bei der Hand; allein nachdem unsere Regierung der Expedition nach Bosnien und der Herzegowina deu Charakter eines Eroberungskrieges mit so viel Entschiedenheit abgesprochen hat, wüßten wir nicht, was wir mit jener sonderbaren Gesellschaft zu schaffen haben könnten. Eine solche Bundesgenossenschasr bei so vollständig entgegengesetzten Zwecken ist nur möglich, wenn Vereine oder der andere Theil oder — beide ihre Hintergedanken haben. Nun denn, daß wir jemanden soppen, dafür gibt es kein Beispiel, dazu sind wir zu — tugendhaft. . . . „Mit welchen Empfindungen aber eine Bundesgenossenschaft mit Serbien und Montenegro von dem überwiegenden Theile der Bevölkerung unserer Monarchie aufgenommen würde, das brauchen wir wol nicht erst zu sagen. Als vor Jahr und Tag das Geschrei nach nach einem Kriege gegen Rußland erscholl, hatte unser Blatt den Muth, sich dieser populären Strömung entgegen zu werfen und für die Politik des Grafen Andrassy einzutreten, welcher sich mit Recht dagegen sträubte, daß der Krieg der Türkei von und in Oesterreich-Ungarn ansgesochten werden solle. „Keine türkische und keine russische, sondern eine österreichisch-ungarische Politik", das war das Losungswort, welches damals vom Ballplatz ausgegeben wurde. Keine türkische, aber auch keine russische — mit diesem Gedanken befreundeten sich dann allmälig auch die aufgeregten Massen, und sie fanden schließlich eine gewisse Beruhigung darin, daß wir zwar nicht mit den Türken, aber auch nicht mit ihren Erbfeinden gingen. Heute Arm in Arm mit Rußland oder gar mit dessen Satelliten, Serbien und Montenegro, gegen die Türkei zu Felde zu ziehen, das wäre eine Provocation, welche man unserer Bevölkerung, die schon derzeit mit so viel Resignation die schmerzlichen Opfer eines unpopulären Krieges trägt, denn doch nicht bieten sollte. . . ." Eine freie Rede. Gambetta hielt am 18. d. in Romans, Departement Drome, eine Rede, in welcher er das Verhalten und das Vorgehen der Republikaner rechtfertigte und in eine Erörterung jener inneren Fragen einging, welche innerhalb kurzer tung von Druck- und Zugeurven der graphischen Statik angeordnet seien. Harwey zog sich 1628 durch Veröffentlichung seiner Lehre vom Kreisläufe des Blutes den Haß und die Verfolgung seiner Collegen zu, ohne daß seine glänzende Entdeckung in der Physiologie hätte verwerthet werden können; erst als am 1. August 1774 Priestley den Sauerstoff der Luft entdeckt hatte, erhielt sie einen Baustein, dessen richtige Benutzung kaum ein Menschenalter her ist. Die Hypothesen und Theorien der Physiologie über die Ernährnngs-vorgänge haben erst seit den Arbeiten Liebigs, sowie, nachdem vom Wormser Arzt Mayer das „Gesetz der Erhaltung der Kraft" 1842 entdeckt und von Helmholtz 1847 bewiesen worden war, eine etwas größere Langlebigkeit erhalten. Man übersieht meistens in unserer schnell lebenden, den historischen Studien wenig zugeneigten Zeit, daß die Physiologie noch eine sehr junge, in stetiger Gährung begriffene Wissenschaft ist. Jede neue Entdeckung bringt neue Gesichtspunkte und neue Aufgaben. Wenn nun das Arbeitsgebiet der Hygiene zum nicht geringen Theile darin besteht: die physiologische Erkenntnis vom Zustande der gesunden Menschen znr Wissen- Frist zu lösen sind. Gambetta sprach von der Demission des Marschalls und sagte, diese Eventualität sei keineswegs gefährlich, indem dessen Ersatz sofort nach seiner Demission erfolgen würde; der Präsident jedoch werde sich nicht und solle sich nicht zurückziehen, da er hieran keinerlei Interesse habe. Gambetta erklärte sich als Anhänger der Unabsetzbarkeit des Richterstandes, verlangte Ersetzung der der Regierung feindlichen Beamten, lobte die Armee, bekämpfte den Klerikalismns und forderte für die Universität die Restitution des Rechtes der Verleihung der Grade. Schließlich bestand Redner auf der Nothwendigkeit, den Kredit Frankreichs zu befestigen, und erklärte er sich formell als Gegner der Conversion der Rente. Die Rede Gambetta's wurde mit lebhaftem Beifalle ausgenommen. Gambetta wurde auf seiner Reise von Lyon nach Valence längs der ganzen Rhone von der Bevölkerung acclamiert. „Tod um Tod!" Unter diesem Stichworte bringt die „Berliner freie Presse" ein vom russischen Revolntionscomite redigiertes Schriftstück, welches folgende Stellen enthält: „Indem wir durch die russische Regierung außerhalb des Gesetzes gestellt wurden, aller Garantien verlustig gemacht, welche das Band der Gesellschaft bilden, mußten wir, auf Grund der höheren Rechte eines jeden Menschen auf Selbst-vertheidigung, für unsere menschlichen Rechte die Selbsthilfe ergreifen, ähnlich wie der Mensch oder eine ganze Gruppe von Menschen, die in einer wilden Urgegend wohnen, es machen. Wir haben nun über die Schuldigen und über diejenigen, welche jene Grausamkeiten, die über uns vollstreckt wurden, anordnen lassen, unser eigenes Gericht errichtet, ein Gericht der Gerechtigkeit, ebenso furchtbar wie die Bestimmungen, unter welche die Regierung uns gestellt hat. In der ersten Nummer unseres Organes „Semlja i Wolja". das nun bald erscheinen wird, gedenken wir alle ihre verbrecherischen Thaten auseinanderzusetzen, halten jedoch für nöthig, dieselben hier in Kürze aufzuzählen, damit cs allen denen zur Kenntnis gelange, die es zu wissen nöthig haben, daß Me-zentsoss durch uns nicht als Repräsentant eines gewissen Prinzipes, nicht etwa als Mann, der den Posten eines Gendarmeriechefs bekleidet, niedergeschlagen worden, denn wir halten den Mord als eine zu furchtbare Maßregel, um dieselbe nur einer Demonstration wegen zu ergreifen. Der AM" Fortsetzung in der Beilage. "MU schaftlichen Lehre der Gesundheitspflege zu gestalten, so muß sie auch nothwendigerweise von den Fortschritten der Physiologie in ihrem Aufbau abhängig sein. Sie ist es auch! Um nur ein einziges, aber hochwichtiges Beispiel zu erwähnen: erst durch Ludwigs Arbeiten ist die Nothwendigkeit der Ventilationswissenschaft bewiesen und in klares Licht gestellt worden, und erst durch Voits Beobachtungen wurde erkannt, weshalb schlecht gelüftete Schlafzimmer noch größere Gesundheitsnachtheile bringen, als der Aufenthalt in unreiner Luft während der Tageszeit. Die eigentlichen Zielpunkte der Hygiene wird nur derjenige zu finden und zu gewinnen vermögen, welcher heimisch ist in den Aroeüen der Physiologie. Aber diese Zeitpunkte sind andere, als zu Hufelands und zu Hartmanns Zeiten. Vor Jahren schrieb ich bereits: „Nicht lange Lebensdauer noch reicher Genuß und gute Ernährung des Körpers machen das Leben würdig der Lebensmühe, sondern innere und äußere Tüchtigkeit. Des Lebens Inhalt beruht in dem, was wir geleistet haben während der Lebenszeit." (Fortsetzung folgt.) Beilage zum „Laibacher TagVlatt" Nr. Generaladjulant Mezentsoff ist vielmehr erschlagen worden als ein Mann, der eine Reihe verbrecherischer Thaten verübt hat." Petition der Kretenser. Die Repräsentanten der Nationalversammlung von Kreta verlangen, daß die Pforte den Kretensern eine administrative Autonomie mit bürgerlicher und politischer Gleichstellung gewähre, und daß der Legislatur das Recht eingeräumt werde, Gesetze zu geben, die zu modificieren nicht in der Macht des Sultans liegen solle. Achmed Monkhtar Pascha dagegen bietet den Kretensern bürgerliche Gleichstellung, das Plebiscit (?) und die Bildung einer aus Muhamedanern und Christen zusammengesetzten Polizei und Gendarmerie an. Er schlägt auch vor, daß die türkischen Truppen nur in den Festungen stationiert werden sollen. Diese Vorschläge sind von den Kretensern zurückgewiesen worden. Tagesneuigkeiten. — Vom Tage. Der „Deutschen Ztg." wird aus Prag mitgetheilt, daß in dortigen parlamentarischen Kreisen die verläßliche Meldung circnliert, die Bildung des eisleithanischen Kabinets werde mit einigen Ressortverschiebungen definitiv noch in dieser Woche stattfinden. — Am 18. d. M. fand ein eis-leithanischer Ministerrath unter Vorsitz des Kaisers, am 19- ein solcher unter Vorsitz des Fürsten Auersperg statt.— Graf Ben st, der von seinem Landaufenthalte wieder in Wien eingetroffen ist, soll zum Präsidenten des geineinsainen obersten Rechnungshofes ernannt werden. — VomOceupatiousschauplatze. FZM. Freiherr v. Philippovich erließ unterm 7. d. M. folgende Kundmachnng: „Es ist zu meiner Kenntnis gelangt, daß in der Stadt Serajewo in öffentlichen Gast- und Kaffeehäusern sowie in Privathäusern allerlei Zusammenkünfte stattfinden, welche gegen die öffentliche Ordnung und die Ruhe gerichtet sind. Ich finde mich deshalb veranlaßt, sowol die Abhaltung von derlei Zusammenkünften als auch die Thätigkeit von allen Vereinen und Gesellschaften hiemit allerstrengstens zu verbieten. Vereine oder Gesellschaften, welche in Serajewo von früherher bestehen und gemeinnützige Zwecke verfolgen, müssen, falls sie auch in Zukunft bestehen sollen, eine spezielle Erlaubnis bei dem k. k. Armeekommando erbitten und zu diesem Behuse ihre Statuten vor-legeu. Wer gegen diese meine Anordnung handeln sollte, verfällt im Sinne des 8 530 des Militärstrafgesetzes und im Sinne des Z 3 des Circnlärs des k. k. Kriegsministeriums vom 31. Dezember 1873, Z. 4946, der Militär-Strafgerichtsbarkeit uud wird vor das Militärstrafgericht gestellt. Auf gleiche Weise wird man gegen diejenigen verfahren, welche die Heiligkeit der Kirchen und Moscheen mißbrauchen und in denselben außer den vorgeschriebenen religiösen Ceremouien unerlaubte Zusammenkünfte und Besprechungen abhalten sollten." — Aus dem Vatiean. Das Konsistorium wurde bis Dezember verschoben, da die Curie hofft, bis dorthin dem Kardinal-Collegium einen ausführlichen Bericht über den Stand ihrer Unterhandlungen mit Deutschland und Rußland erstatten zu können. — Todfall. Der nengeborne Kronprinz Sergije von Serbien ist in der Nacht zum 19. d. M. in Belgrad gestorben. — Vou der Parifer Weltausstellung. Herr v. Girardin macht in der „France" den Vorschlag, die Weltausstellung auf dem Marsfelde gleich um ein ganzes Jahr zu verlängern, und zwar in folgender Weife: Am 31. Oktober soll den Ausstellern die Wahl gelassen werden, ihre Gegenstände zurückzuzieheu oder unter der Obhut einer zu diesem Zwecke zu errichtenden Aufsichtsbehörde zurückzulasseu; unter dieser Obhut würden die Objekte bis zum 217 vom 21. September 1878. 1. Mai 1879 verbleiben, um dann nochmals bis zum 31. Oktober dem Publikum vorgelegt zu werden. Die Kosten der Verwahrung und Versicherung könnte der Staat oder die Stadt Paris übernehmen, nnd an Stelle der zurückgezogenen Gegenstände könnte man neue zulassen. Die Heeresverwaltung würde für das Marsfeld in dem Polygon von Vineennes, welches sich letzten Sonntag vortrefflich bewährt hätte, eine genügende Entschädigung finden. „Die Aussteller haben das Wort", schließt Herr von Girardin seinen jedenfalls originellen Vorschlag. Lokal- und Provilyial-Ängelegenheiten. — (DerBan des neuen Irrenhauses.) Aus dem Berichte des Laudesausschusses über den Fortgang der Baulichkeiten beim neuen Jrrenhanse in Studeuz entnehmen wir folgenden Rapport: „Der zur Zeit des Abschlusses des gegenwärtigen Berichtes, d. i. mit Ende August 1878, erzielte Bauerfolg hat folgendes ergeben: 1.) Abhebung der Ackerkrumme und Deponierung derselben behufs Wiederverwendung für die Gartenanlagen. 2.) Abteufung und Ausmauerung des Brunnens, welcher dermalen den gefammten, für den Bau erforderlichen Wasserbedarf liefert. 3.) Die beiden Häuser für die Tobenden (Parterrebauten) sind im Rohbau fertig, die Tramlageu versetzt und verankert, die Sturzböden theilweise gelegt, die Rauchfänge ausgeführt, die Hauptgesimse ausgelegt und die Gebäude vollständig unter Dach gebracht. Die Luftzuführungskanäle für die Heizgrnppen im Souterrain sind hergestellt, und wird mit der Versetzung und Montage der von der Firma Holdors und Bruckner bereits abgelieserten Heizkörper und Ven-tilationsbestandtheile nächstertage begonnen werden. Die Versetzung der Kellerstiegenstufen ist im Zuge. 4.) Die beiden Häuser für die Unruhigen (Zweistockbauten) sind im Rohbau fertig, die Dachgerüste eingeschalt, uud die die Dachspenglerarbeiten sind im Zuge, nach deren Herstellung sofort die Schiefereindeckung in Angriff genommen werden wird. Außerdem sind die Rauchfänge zur Hälfte aufgemauert und für dieselben von Holdorf und Brückner gelieferten eisernen Rauchfanggarnituren versetzt. 5.) Der Eiskeller ist vollständig eingewölbt und nachgemauert. 6.) An der Herstellung des Küchenhauses wird gearbeitet, dessen Kellermauerwerk heute nahezu bis zur Erdhorizontgleiche aufgemauert ist, nnd die Unterdachbringung dieses Gebäudes vor dem Abschlüsse der diesjährigen Bau-Periode. steht außer Frage." — (Patriotische Spende.) Iphigenie Freifrau v. Sina hat für arme Reservistenfamilien in Cisleithauien den Betrag von 1000 fl. gespendet, von welcher Summe ein Theilbetrag von 44 fl. dem Herrn Landespräsidenten in Kram zur Ver-theilung übergeben wurde. — (Ster befall.) Der Familienkreis des hier allgemein geachteten Herrn Med. Dr. Schiffer empfing die höchst betrübende Nachricht, daß sein in Mostar stationiert gewesener und als Einjährig-Freiwilliger dienender Sohn am16. d. M. der bösen Ruhrkrankheit erlegen ist. — (Kranke uud Verwundete.) Heute vormittags kam wieder ein Transport kranker und verwundeter Soldaten mittelst Südbahn in Laibach an. — (Aus der Verwundeten liste.) Vom Artillerieregiment von Hofmann Nr. 12: die Oberkanoniere Anton Schmidt leicht, Peter Kral schwer verwundet. — Vom Infanterieregiment Erzherzog Leopold Nr. 53: die Infanteristen Josef Meglaj und Franz Schnmezky leicht verwundet. — (Osfertverhandluug.) Beim Kreisgerichte in Rudolfswerth findet am 25. September l. I. die Verhandlung wegen Sicherstellung der Häftlings- nnd Sträflingsverpflegung, Brod- und Strohlieferung, Bett- und Leibeswäsche-Reinigung statt. — (Kronprinz - Rndolsbahn.) Mit 1. Oktober l. I. werden die Personen-Eilzüge Nr. 55, 12, 302 und Nr. 301, 4, 56 in der Strecke Am-stetten-Selzthal-Aussee-Attnang, ferner die Personenzüge Nr. 308 und 309 in der Strecke Jschl-Attnang eingestellt. Vom genannten Tage ab Verkehren auch keine direkten Wagen zwischen Wien (Südbahnhof) und Ischl bei den Zügen Nr. 105, 3, 306 und Nr. 305, 4, 106, ferner zwischen Ischl und Wien (Westbahnhof) bei dem Zuge Nr. 310 und zwischen Wien (Westbahnhof) und Steyr bei den Zügen Nr. 3 und 4. Der an Sonn- und Feiertagen verkehrende Zug Nr. 57 wird am 28. September d. I. zum letzten male verkehren. — (Vifitkarten - Versendung.) Die k. k. Postdireetion gibt bekannt, daß infolge Handels-minifterial-Dekretes vom 11. d. M. Vifitkarten, die den handschriftlichen Zusatz „p f." (also analog auch „p. r. oder p. ä. kt.") enthalten und die entweder unter Kreuzband oder in offenen Converten gegen bloße Entrichtung der für Kreuzbandsendungen bestehenden ermäßigten Taxe zur Aufgabe gelangen, im Sinne der Verordnung vom 16. November 1876 von den Aufgabs-Postämtern gar nicht abgesendet werden dürfen, und daß daher die Einleitung des Gesällsstrasverfahrens zu unterbleiben hat. — (Für Handel- und Gewerbetreibende) bringt das in A. Hartlebens Verlag in Wien erscheinende Werk: „Maier-Roth-schild, Handbuch der gesammten Handelswissenschaften für ältere uud jüngere Kaufleute." Vollständig in genau 22 Lieferungen (je 4 Bogen) g, Lieferung nur 30 kr. ö, W. (wovon nun bereits 14 Lieferungen vorliegen), fortwährend eine reiche Fülle nützlicher Abhandlungen und praktischer Rathschläge aus alle» Gebieten des Handels und geschäftlichen Verkehrs, die sich in jeder Hinsicht erfolgreich verwenden lassen. Möge diese gediegene und zeitgemäße Erscheinung immer mehr und mehr in alle industriellen Kreise den wohlverdienten Eingang finden und den Wohlstand unseres Handels fördern helfen! Bestellungen hierauf besorgt die Buchhandlung v. Kleinmayr L Bamberg. — (Landschaftliches Theater.) Wer gestern in den Räumen unseres Musentempels sich einfand und Zeuge war, wie matt, farblos und schleppend Bauernfelds excellent verfaßtes Schauspiel „Aus der Gesellschaft" abgespielt wurde, wird es erklärlich gefunden haben, daß „Fürst Lübbenau" nicht einer Dame „aus der Gesellschaft", sondern einem feinfühlenden, hochgebildeten Mädchen aus bürgerlichen Kreisen Herz und Hand angeboten hat. Die Damen „aus der Gesellschaft", die wir gestern vor uns sahen, namentlich Fräul. Selma (Gräfin Feldern), Fräulein Simon (Gräfin Flora Feldern), Fräulein Binder (Prinzessin Agnes) stehen wahrlich nicht auf der Höhe der Situation, um einen Mann fürstlichen Geblütes, einen Mann „aus der Gesellschaft" zu fesseln. Diese Damen erschienen gestern dem Publikum „aus der Gesellschaft" und aus bürgerlichen Kreisen ihrer Aufgabe nicht gewachsen, und Herr Direktor Ludwig wird, wenn er Kasse machen will, nichts Eiligeres thun können, als diese sür feine Conversationsstücke untauglichen Bühnenkräfte „aus der Gesellschaft" zu verabschieden. Das Haus zollte den hervorragenden Leistungen des Herrn Direktors Ludwig (Fürst Lübbenau), der Direetriee Frau Ludwig (Magdalena Werner), des Fräuleins Langhof (Gräfin Hohenheim), der Herren Catterfeld (Doktor Hagen) und Ehr-l i ch (Graf Feldern) wohlverdiente Anerkennung und Applaus. In erster Reihe glänzten Herr Direktor Ludwig durch verständnisvolle, ruhige, männliche und Frau Ludwig durch gediegene, würde- und gefühlvolle Lösung ihrer schwierigen Aufgaben. — Auf Grund der bisherigen Wahrnehmungen möchten wir der Directiou dringend ans Herz legen, die Fächer eines ersten Liebhabers und einer ersten Liebhaberin ehestens zu besetzen. Kramer Landtag. (3. Sitzung.) Laibach, 20. September. Anwesend: Landeshauptmann Dr. R. v. Kal-tenegger als Vorsitzender und 33 Abgeordnete; als Rcgiernngsvcrtreter Landespräsident R. v. Kallina und NR. Graf Chorinsky. Nach Vorlesung des Protokolls über die zweite Landtagssitzung ergreift der Abg. Dr. Bleiweis das Wort und stellt den Antrag: an den Abgeordneten Deschmann, beziehungsweise an den Berichterstatter in den Wahl - Verificiernngsangelegen-heiteu, sei infolge feines angeblichen Ausfalles auf die national-klerikale» Abgeordneten und die flo-venische Nation nachträglich Vonseite des Präsidiums ein Ordnungsruf zu richten. Der Vorsitzende Landeshauptmann erwidert: er habe den erwähnten Ausfall durchaus nicht als eine Beleidigung der nationalen Landtagsmitglieder. eventuell der slovenischen Nation, auffassen können, sondern diese Bcmerknng lediglich als Charakterisierung einer hie und da auftaucheuden Richtung betrachtet. Eiue beleidigende Absicht könne überhaupt keinem Mitgliede des Hanfes importiert werden, und zu einem Ordnungsruf sei kein Anlaß vorhanden. Uebrigens benütze er diesen Anlaß, um an das ganze Haus die Mahnung zu richten, die Verhandlungen stets nur in richtigem und sachlichem Tone zu führen. Abg. Deschmann: Es lag mir ferne, einer solchen Interpretation meiner Bemerkung bezüglich des Panslavismus Raum zu geben, wie eine solche dem Abg. Dr. Bleiweis beliebte. Ich stelle entschieden in Abrede, eiueu Abgeordneten der nationalen Partei oder die nationale Laudtagsminorität hochverräterischer Tendenzen geziehen zu haben. Ich richte neuerlich die Bitte an das hohe Haus, den Berathungen ruhigen Gemüthes anwohnen zu wollen. Niemand wird leugnen können, daß im Lande Krain Strömungen auftauchen, die gegen die Verfassung gerichtet sind. Der Begriff „Pauflavist" ist übrigens nicht gleichbedeutend mit jenem eines „Hoch verräthers". Wir könnten einen Mann, der den Antrag stellen würde: die slovenische Sprache sei anfzugeben und mit einer mchrverbreiteten flavifchen Sprache zu vereinigen, doch nicht als Hochverräther bezeichnen. Ich kenne auch recht ehrenwerthe Pan-slavisten, die durchaus nicht zu de» Hochverrätheru zählen. Die Auffassung meiner Siede vonseite des Abg. Dr. Bleiweis ist eine vollständig unrichtige. Die Abgg. Dr. Zarnik und Dr. Vo5njak unterstützen den Antrag Bleiweis. Der Landeshauptmann erklärt: Die Ansrechthaltung der Disziplin im Hause ist Sache des Präsidiums und die Frage, ob au ei» Mitglied dieses hohen Hauses in vorkommenden Fällen ein Ordnungsruf zu richten sei, hat nicht das Haus, foudcru nur der Vorsitzende zu entscheiden. Ich finde zu einem nachträglichen Ordnungsrufe keinen Anlaß und kann dem Antrage Bleiweis keine Folge geben. Hiemit betrachte ich diesen Zwischenfall als erledigt. Herr Landespräsident R. v. Kallina theilt mit, daß Se. Majestät der Kaiser sür de» Ausdruck des loyalen Beileids aus Anlaß des Todesfalles des Herrn Erzherzogs Franz Karl dem Landtage danke. Der Vorsitzende theilt mit, daß die gewählten Ausschüsse sich eonstituiert habe», wie folgt: 1.) Finanzausschuß: Freiherr v. Apfaltreru, Obmann; Pfeifer, Stellvertreter; R. v. Langer, Schriftführer. 2.) Volkswirthfchaftlicher Ausschuß: Deschmann, Obmann ; Potocuik, Stellvertreter; Dr. Deu, Schriftführer. 3.) Pctitionsausschuß: Laschau, Obmann; Dr. Zarnik, Stellvertreter. 4.) Rechenschaftsberichts-Prüfungsausschuß: R. v. Gariboldi, Obmann; Kluu, Stellvertreter. Der Vorsitzende schreitet zur Abwicklung der Tagesordnung: Die eingelangten Landtagsvorlagen und Petitionen werden deu Ausschüssen zur Vorberathuug zugewiesen. Der von der liberalen Landtagsmajorität eiu-gebrachte Antrag: der Landtag wolle sich an die Regierung weudeu, damit die geeigneten Maßregeln zur Hiutanhaltuug der Rinderpest im Einvernehmen mit der nngarischen Regierung getroffen werden, wird auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung zur Begründung gestellt. Abg. Deschmann setzt die Berichterstattung über die noch zu verificierenden Landtagswahlen 'ort. Die Wahl des Abg. LGR. Ledenig (Stadtbezirk Gottschee) wird genehmigt. Zur Debatte gelangt das Wahlergebnis der krainischen Handels- und Gewerbekammer, beziehungsweise die Wahl der Abgg. Dreo und Dr. Schaffer. Abg. Dr. Zarnik erhebt sich zu langer Auseinandersetzung über die angeblich vorgekommenen Inkorrektheiten bei den Handelskammerwahlen im Jahre 1875, tischt alte, bekannte Sachen auf und beantragt: die Wahl der Abgg. Dreo und Dr. Schaffer sei voin Verificationsausfchufse zu prüfe». Abg. Dr. Bleiweis spricht im ähnlichen Sinne. Der Regierungspräsident ergreift das Wort und erklärt, daß die Beurtheiluug des Actes der Constituierung der Handels- und Gewerbe-kainmer für Krain der Competenz des Landtages sich entziehe, da diese Angelegenheit durch die entscheidende Instanz, das Handelsministerium, bereits eudgiltig entschieden wurde. Berichterstatter Abg. Deschmann: Die Handels- und Gewerbekammer für Krain hat vom österreichischen Handelsministerium den legalen Taufschein erhalten, die Kammer ist eine legale Corporation. In Bezug auf den Terrorismus, der bei diesen Wahlen geübt worden sein soll, erinnert Redner auf die Fabel vom Kamine und Wolf. Das Wahlresultat der Krainer Handelskammer wird schließlich genehmigt. Abg. Graf Barbo beanständet die Stimmenabgabe der Gutsbesitzer Dr. R. v. Vestcueck und Freiherrn v. Tanfferer bei der Wahl des krainischen Großgrundbesitzes mit dem Bemerken, daß beide Herren bereits im Wahlbezirke Treffe» ihr Stimmrecht ausgeübt habe» u»d zur zweimaligen Stimmenabgabe nicht berechtigt sein dürsten. Nach erfolgter Widerlegung vonseite des Negierungsvertreters Graf Chorinsky und Abg. Dr. Ritter v. Vesteneck unter Hinweisung des 8 16 der Wahlordnung wird die Wahl der zehn Abgeordneten des krainischen Großgrundbesitzes, der Herren: Franz Victor R. Langer v. Podgoro, Josef Ritter v. Savinschegg, Ludwig Graf Blagay, Gustav Graf Thuru, Otto Freiherr v. Apfaltrern, Karl Lnckmann, Karl Deschmann, Anton Laschan, Benno Freiherr v. Taufferer und Julius Ritter Fräuzl v. Vesteneck, verificiert. Das hohe Haus nimmt sofort die Wahlen der Mitglieder des Verifications- und Gemeinde-Ausschusses vor. (Das Resultat wurde bereits mitgetheilt.) lieber Antrag der Abgg. R. von Gariboldi, Dr. R. von Vesteneck uud Dr. von Schrey werden Ui Landtagsvorlagen den verschiedenen Ausschüssen zur Vorberathuug zugewiesen. Der Landtag (Berichterstatter Abg. Desch m auu) gibt zum Verkaufe des hierstädtischcu Hauses Sir. 50 iu der Schelleuburggasse seine Zustimmung, unter einem auch zur Erwirkung des erforderlichen Laudesgesetzcs. Hiemit war die Tagesordnung erschöpft. Vor Schluß der Sitzung ergreift der Abg. Hotfchewar das Wort und weifet den in der letzten Sitzung vom nationalen Abgeordneten Na vratil gegen den Redner gemachten Anwurf, daß er einen Betrag von 300 fl. zu Wahlagitationszwecken verwendet habe, mit Entschiedenheit und mit dem Beifügen zurück, daß er — Hotschewar — diesen Betrag der Gemeinde Möttling behufs Errichtung einer Feuerwehr übergeben habe und daß dieser Betrag auch thatsächlich dafür verwendet wurde. Abg. Navratil debütiert abermals mit einige» angeblichen Unregelmäßigkeiten bei der bezüglichen Wahl; sohin Schluß der Sitzung. Tag und Gegenstände der nächsten Sitzung unbestimmt. Das Straßenwesen in Krain. (Schluß.) Es wären sonach zunächst die wichtigeren und stark befahrenen Straßen im Lande zu erheben und die Aufstellung der Straßeneinräumer im Einklänge mit dem Z 12 der Instruction für die Be-zirksstraßcn-Ansschüssc vom 28. Juni 1873, und zwar im V e r ordnungs Wege zu veranlassen. Die Kosten hiesür sind ans den betreffenden Bczirksstraßenfonden zu decken, nnd insoferne mit einer lOperzentigen Umlage auf die direkten Steuern das Auslangen nicht gefunden wird, mögen im Hinblick auf den 8 5 der vom hohen Landtage am 6. Dezember 1872 genehmigten Instruction, betreffend die Gewährung und Verwendung von Subventionen für Straßen ans dem Landesfonde, die theilweise Entlohnung der Straßeneinräumer auf den Laudesfoud übernommen werden. Die bestellten Straßeneinräumer könnten jedoch nur unvollständig ihrem Dienste obliegen, wenn ihnen nicht das erforderliche Schottermaterialc znr Ver-ügung steht. Zu diesem Behuse wäre die Austhei-lung der Naturalleistung in Absicht auf die Schotter-befchaffuug auch im Verordnungswege zu regeln. Bisher wurde der Vorgang eingehalten, daß die Bezirksstraßenausschüsse de» Gemeinden ans Grnnd der bisherige» Hebung oder »ach Maßgabe der direkte» Steuer» eine Straßcnstrecke von bestimmter Länge in die Erhaltung überwiesen haben, ohne das hiezn erforderliche Schottcrquantum namhaft zu machen und dessen Einbettung angemessen zu überwachen, was eine überaus ungleichförmige Fahrbahu-confervierung zur Folge hat. Dieser Vorgang wäre in Hinkunft dahin zn erweitern, daß bei alle» jenen Straßen, für welche Einräumer bestellt sind, den Gemeinden auch ganz positiv die Menge des für die betreffende Länge unweigerlich binnen bestimmter Frist beizustellcndcn Schotterquautums bekannt gegeben und dessen Anlieferung aufgetragen werde. Die Ablagerung wird in genau geregelten, vom Bczirksstraßeiiausfchusse scstzustelleudeu Distanzen am Bankett und in Haufeu von bestimmter, jedoch mäßiger Größe (nicht über 1 Kubikmeter) zu erfolgen haben. Die Feststellung der Menge des auzu-lieserudeu Schotters obliegt dem Bezirksstraßeu-ausschusse; sie resultiert aus der Länge und Breite der Straße, respective Fahrbahn, und der erforderlichen Mächtigkeit der Schotterdecke. Das landschaftliche Bauamt wäre berufen, diesfalls Tabellen auszuarbeiteu, welche für alle Fälle den Schotterbedarf, die Distanzen für die Entfernung der Schotter-Haufen re. anzugeben geeignet sein werden, wodurch den Bezirksstraßeuausschüssen die Feststellung des Quantums wesentlich erleichtert wird. Ueber den Schotterbedarf hat der Bczirksstraßeuausschuß das Naturalpräliminare, respective den Bedarfsausweis nach den einzelnen Straßenstreckeu unter Namhaftmachung jener Gemeinden, welche zur Beistelluug verpflichtet sind, zu verfassen, die Frist, innerhalb welcher die Anlieferung bewirkt sein muß, zu bestimmen, die betreffenden Gemeinden mit der rechtzeitigen Schotterbeistelluug zu beauftrage», die rechtzeitige Ausführung der obigen Weisung zu überwachen uud gegen säumige Gemeinden nach den Bestimmungen des Gesetzes vorzugeheu. Die Lieferung hat derart zu geschehen, daß der Schotter schon geschlägelt, sohin gebrauchsfähig, nicht aber in großen Steinstücken angeliefert werde, welche erst nachträglich auf der Straße zerkleinert werden. Die Ausfertigung der Weisungen an die Gemeinden hätte durch Druck oder Lithographie unter Freilassung des Raumes für die Einstellung der Gemeinden, Straßenbenennungen, der beizustellenden Schotterquantitäten und der hiezu gestatteten Frist zu geschehen, wodurch die ganze Manipulation erleichtert, vereinfacht nnd die Expedition in kürzester Zeit vollzogen werden kann. Nachdem es den Gemeinden freisteht, die ihnen obliegenden Naturalleistungen zu reluieren (wie dies schon dermalen im Bezirke Jdria und Wippach der Fall ist), so hat der Bezirksstraßenansschuß die Gemeinden von der Aufstellung des Schotterbedarfsund Lieferungsausweises zu verständigen und zu befragen, ob sie die Lieferung in natura bewirken wollen oder aber die Reluition vorziehen, zu welchem Behufe die Schottererzeugungs- und Beistel-lnugskosten nach den ortsüblichen Preisen im Gelde zu veranschlagen und in dem bezüglichen Ausweise ersichtlich zu machen sind. Unter einem ist den Gemeinden die Frist, binnen welcher sic den reluierten Betrag an den Straßenfond zu erlegen haben, bekannt zu geben. Bei der Feststellung des Schotterquantums muß der Bezirksstraßenausschuß daraus Bedacht nehmen, daß nach Vornahme der allgemeinen Beschotterung, welche theils vor Eintritt des Winters, theils im Frühjahre stattfindet, noch eine angemessene Schotterinenge zur Verfügung der Straßeneinräumer behufs Ausgleichung der entstehenden Geleise nnd Schlaglöcher erübrige. Sollte damit das Auslangen bis zur nächsten Schotterbeistelluug nicht gesunden werden, so ist eine Nachlieferung zu veranlassen. Sobald die Nothwendigkeit einer allgemeinen Schottereinbettung eintritt, haben die Gemeinden über Anlangen des Bezirksstraßcn-Ansschusses die erforderlichen Arbeitskräfte, und zwar in der vom letzteren ganz positiv anzugebenden Anzahl, dem Straßeneinräum er zur Verfügung zu stellen, da die Gemeinden schon im vorhinein die Reihenfolge fest-stellen müssen, in welcher die Arbeiter, respective die einzelnen Concurrenzpslichtigen, in Verwendung zu treten haben. Ein gleicher Vorgang ist auch bei dem zeitweise nothwendigen Koth- und Staubabziehcn einzuhalten. Im Falle der Reluition dieser Leistung sorgt der Bezirksstraßen-Ansschuß für die Aufnahme und Entlohnung der nöthigen Arbeiter. Gegen säumige Gemeinden ist nach den Bestimmungen des Gesetzes vorzugehen. Bei den Dispositionen inbetreff der Schotter-lieferuug und Einbettung hätten die Bezirksstraßen-Ansschüsse, im Falle als nicht die Reluition vereinbart worden ist, thunlichst darauf Rücksicht zu nehmen, daß die Abheifchung der Leistungen nicht in jenen Zeitabschnitt fällt, wo die Concurrenz-Pflichtigen durch die wichtigsten landwirthschaftlichen Arbeiten in Anspruch genommen sind. Bei Gefahr am Verzüge kann diese Rücksicht selbstverständlich nicht platzgreifen. Der wichtigste Theil der Straßenerhaltung wäre durch das bisher Gesagte möglichst geregelt, und durch die praktische und cnerKsche Ausführung der banamtlichen, im bestehenden Gesetze fußenden Vorschläge kann unzweifelhaft ein befriedigender Zustand zunächst der wichtigeren Straßen erzielt werden , da sie insbesondere auf eine gleichmäßige, rechtzeitige Conservierung der Fahrbahn abzielen und diese nur dnrch genügende Schotterbeistelluug, rechtzeitige Einbettung und dann erreicht werden kann, wenn nach einem bestimmten Sistem vorgegangen und dieses von allen hiezu berufenen Factoren energisch aufrecht erhalten wird. Im gegentheiligen Falle bleiben, wie die Erfahrung lehrt, die bestformulierten, die Förderung des Gemeinwohles zum Zwecke habenden Gesetze werth- und nutzlos. De» Bezirksstraßeu-Ausschüssen bleibt es selbstverständlich unbenommen, den eben skizzierten Vorgang inbetreff der Schotterbeistelluug. welcher, wie früher erwähnt, zunächst nur auf die wichtigeren Straßenzüge, jedoch ganz entschieden angewendet werden soll, nicht allein auf diese, sondern auch auf die minder wichtigen Bezirksstraßen auszudehnen und mit den ihm etwa als geeignet scheinenden Modifieationen ein- und durchzuführen. Mit diesen den Rahmen des Gesetzes nicht verrückenden Vorschlägen sind die einfachen Bahnen vorgezeichnet, welche eingehalten werden müssen, um zu dem erstrebten Ziele zu gelangen. Alle sonstigen Vorschläge in Absicht auf eine Aenderung der Straßenkategorisiernng, Schaffung größerer Coucurreuzbezirke, Aushebung oder Re-stringierung der Naturalleistungen re., welche eine radicale Aenderuug des Straßeugesetzes bedingen, scheinen dem Landesausschusse dermal noch nicht zeitgemäß zu sein, weil sich dieselben, wenn sie einen positiven Werth haben sollen, auf eine reelle Basis stützen müssen, diese aber, wie eingangs bemerkt, nur im höchst unzureichenden Maße vorhanden ist. Schließlich wird noch bemerkt, daß der Landesausschuß auch die in den benachbarten Kronländern Steiermark und Käruteu gesetzlich bestehenden Maximen der Straßenverwaltung für Krain nicht geeignet findet, da die in Steiermark bestehende Organisierung, indem sie der Selbstverwaltung der Straßenausschüsse eiueu mir geringen Spielraum offeu läßt, die Mittel des Vandesfondes sehr bedeutend in An, spruch nimmt, das kärntnische Straßengesetz aber den Schwerpunkt der Straßenverwaltung zwischen der Landschaft — also auch mit Inanspruchnahme der Landesmittel — und den Gemeinden theilt, von welchen hierlands eine ersprießliche Besorgung der Straßengeschäfte erfahrungsgemäß — namentlich so lange die Hauptgemeiudeu nicht in das Leben gerufen werden — nicht erwarten läßt. Der Laudesausschuß beantragt daher: Der hohe Landtag wolle beschließen: 1.) daß gesetzliche Aenderungen in der Straßen-kategorisierung und in der Restringieruug der Naturalleistungen dem Zeitpunkte Vorbehalten bleiben mögen, bis mit dem Zustandebringen einer verläßlichen Straßenkarte mit Straßeukataster, und einer Znsamincnstcllung der durchschnittlichen Straßen-erhaltungskvsten die unerläßlichen Behelfe zur Be-urtheilnng der Wirkungen so einschneidender Neuerungen beschafft sein werden; 2.) einstweilen sich mit administrativ-finanziellen Verfügungen in Bestellung von Straßeneinräumern und Vorsorge entsprechenden Straßendeckmateriales im Sinne der obigen Darstellung zu begnügen; 3.) den Bericht des Landesausschusses dem vom hohen Landtage zu wählenden volkswirthschaft-lichen Ausschüsse zuzuweisen. Witterung. Laibach, 21. September. .... Morgens um 3 Uhr Gewitter mit starken Regengüssen, Regen anhaltend, schwacher O. Wärme: morgens 7 Uhr 15 6°, nachmittags 2 Uhr — 13 6° 6. (1877 15'2»>, 1876 -j- 166° 0.) Baromeler 733 44 wm. Das gestrige Tagesmittel der Wärme 17 5°, um 3 7" über dem Normale; der gestrige Niederschlag 22 00 mm. Regen. Angekommene Fremde am 20. September. Hotel Stadt Wien. Thyr, Oberstlient.; Görich nnd Neu, Kflte., Wien. — Dr. Cambiagio mit Familie, Triest. — Gantar, Kaplan, Gottschee. — Ladstätter, Graz. Hotel Elefant. Probst sammt Töchtern, Mureck. — Lö-winger, Kfm., Kanischa. — Walland sammt Tochter, Cilli. — Richter, Verwalter, Tohnsdors. — Zatlankal, Gastwirth, Graz. — v. Tcppei, Hdlsm., Steitenwein — Martinitz, Inspektor der Nordbahn, und Epstein, Kfm., Wien. Baierischer Hof. Koß, Beamter, Unterkrain. Kaiser von Oesterreich. Jahn, Agram. — Mahnit, Planina. Sternwarte. Klein, Reis-, Wien. — Pilz Anna, Ober-ingenieursgattin, Adelsberg. Mohren. Ligethy, Egerszeg, — Wagner, Obcrlieut., Ru-dolfswerth. — Schilling, Montana — Maschek Franz sammt Familie und Maschek Anna, Pola. — Manzin-ger, Görjach. Verstorbene. Den 21. September. Ottokar Korn, Haus-esitzers- sohn, 20 I., Dampsmühlgasse Nr. 3, Pyämic Theater. Heute (ungerader Tag): Zum ersten male (ganz neu): DerCourier von Lyon. Neuestes Sensationsstück in 5 Aufzügen und 8 Bildern von Moreau, Siraudin und Delacour. Telegramme. Wien, 20. September. Ein Communiquö des Kriegsministeriums erklärt gegenüber den Meldungen der Blätter auf Grund der von allen Militär.Heilanstalten der Monarchie vorliegenden Ausweise, daß verstümmelte Verwundete sich nicht in den Militärspitälern befinden. Belgrad, 20. September. Infolge der von den kaiserlichen Truppen in der Posavina wieder aufgeuommenen concentrischen Action finden bereits zahlreiche Uebertritte einzelner kleiner In-surgentenabtheilungen über die serbische Grenze statt. Dieselben werden sogleich an der Grenze entwaffnet und im Lande interniert. Die serbische Regierung beschloß, nötigenfalls den Cor-don längs der Grenze zu verstärken. London, 20. September. Die „Times" mel« den aus Belgrad vom 19. September: Montenegro forderte Serbien auf, mit ihm gemeinsam Albanien Widerstand zu leisten; der russische General Komaroff empfiehlt angelegentlich dieses Verfahren. Telegrafischer Üursbericht am 21. September. Papier-Rente 60 70. — Silber-Reme 62 40. — Gold-Rente 71'40. — 1860er Staats-Anlehen 111 25, — Bank-actien 794. — Kreditactien 232 25. — London 116 95. — Silber 10010 — K. k. Münzdukaten 5 61 — 20-Francs-Stücke 936'/,. — 100 Reichsmark 57 75. Vom tiefsten Schmerze gebeugt geben wir hiemit Nachricht von dem Tode unseres einzigen, innigstgeliebten Sohnes, beziehungsweise Bruders Ottokar Korn, Schieferdecker und Spengler, welchen Gottes unersorschlicher Rathschluß heute Morgen um 7 Uhr nach langen, qualvollen Lei-den im hoffnungsvollen Alter von 20 Jahren aus diesem Leben abberief. Der theure Verstorbene wird Sonntag den 22. September nachmittags um 5 Uhr vom Hanse Dampsmühlgasse Nr 3 aus aus dem hiesigen evangelischen Friedhose zur letzten Ruhe gebettet. Sein Andenken sei gesegnet. Laibach am 21. September 1878. Heinrich Korn, Emilie Korn geb. Wieland, Eltern. Emilie und Karolinr Korn, Schwestern. Danksagung. Für die vielfachen Beweise inniger Theil-nahme während der Krankheit meiner unvergeßlichen Schwester HZNSS Viciitr, bürgerl. Häuser- und Realitätenbesitzerin, für das zahlreiche Geleite zu deren letzter Ruhestätte nnd für die schönen Kranzspenden sage ich allen Verwandten und Freunden meinen innigsten, tiefgefühltesten Dank. Zugleich sühle ich mich verpflichtet, Herrn Franz Doberlets Beerdigungsanstalt für die aufmerksame und pietätvolle Besorgung aller aus diesem traurigen Anlässe nothwendigen und für die Leidtragenden so peinlichen Geschäfte, sowie für die würdige Veranstaltung der ganzen Leichen-fcicrlichkeit hiemit öffentlich meinen Dank und meine Anerkennung auszusprechen. Laibach am 21. September 1878. Luzia Viditz. RnempfeUung. Der ergebenst Gefertigte zeigt hiemit höflichst an, daß er dkb Pariser Weltausstellung besucht hat und in der Lage ist, Herren-Anzüge nach den neuesten Moden elegant und zu sehr mäßigen Preisen anzufertigen. Seinen sehr geehrten P. T. Kunden für das ihm bisher geschenkte Vertrauen dankend, bittet derselbe, unter Zusicherung reeller und promptester Bedienung, auch in Hinkunft um gütige zahlreiche Aufträge. ^raiir Helvrnikai (423 > 3—1 in Laibach. Buch- und Papierhandlung, ü» Unter der Trautsche 2. Reich sortiertes Lager aller Bureau- und Comptoir-Requisiten, Schreib-, Zeichnen- und Maler-Utensilien, Copier-, Notiz- und Geschäftsbücher. Neuestes in Papierconfection. rs H 'L Z 'F' S - 8 ^ ^ o r-»'N E. 8 8 Z UZ.2^ . W n -L^> Fracht- und Eilgulbriese mii 8sä- »nä Kuilokstliünstemxck stets vorräthig in MM k WdW Buchhandlung in Laibach. Natürliche Minerak- aller rva frischer Füllung angelangt und sind billigst zu haben bei Peter Laßnik. It. 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Fachkurs für Zeichnen und Modellieren, bestimmt ür diejenigen, welche die obigen Abteilungen schon ab-olviert oder eine ähnliche Vorbildung besitzen und sich in >iesen Fächern weiter auszubilden wünschen. Anfnahmsbedingnng ist der vollendete Besuch der Volksschule; im Interesse der jungen Leute wäre es gelegen, wenn sie erst nach vollbrachter zweijähriger Lehrzeit in einem einschlägigen Gewerbe znr Schule kämen. Das halbjährige Schulgeld beträgt 3 fl., die Einschreib-gebür 1 fl. Mittellose Schüler könuen vom Schulgelde befreit werden; außerdem kommen an wahrhaft würdige und dürftige Schüler Staatsstipendien im Betrage von jährlich 1000 fl. zur Vertheilung. Einschreibungen vom 12. Oktober d. I. an, täglich von 10 bis 12 Uhr, in der Directionskanzlei Pfeiffengasse Nr. 1; schriftliche Anmcldnngen werden jederzeit daselbst in Empfang genommen. Programme auf Verlangen gratis. Gleichzeitig beginnt auch der Unterricht an der gewerblichen Fortbildungsschule, und werden die Einschreibungen wie bisher in der Gewcrbekanzlei vorgenommen. Die Direktion der k. k. Staatsgewerbeschule in Graz. 14) 3-Z V Or lwoiiL. empfiehlt sich aufs beste, im Zitherspiel Unterricht zu er-theilen. Adresse: Deutsche Gasse Nr. 5, II. Stock. (415) 5-5 Herren-Wäsche, -WG eigenes Erzeugnis, solideste Arbeit, bester Stoff und zu möglichst billigem Preise empfiehlt t . .1. UiiUlkNN, Hauptplay Nr. 17. Auch wird Wäsche genau nach Maß und Wunsch an-gefertigt und nur beftpasscude Hemden verabfolgt. (23) 71 Kundmachung. Es wird einem P. T. Publikum hiemit zur gütigen Kenntnisnahme gebracht, daß bei A. MHenörenner, Rathausplatz Nr. 11, das große Warenlager von Leintücherleinwand, Rnmburger und Hohenelber Weben, Creas- und Garnleincn, Tischtüchern, Servietten, Handtüchern, Zwillichen und Sommer-piqnes wegeu Umänderung in ein Wäsche- und Pntz-artikelgeschäst unter dem Kostenpreise abgegeben wird. (397) 3—3 SchüleraufniilM. An der mechanisch-technischen Lehrwerkstätte in Kla-genfnrt beginnt das Schuljahr mit 1. Oktober l. I. Zweck der Anstalt ist, jungen Leuten, welche das 14. Lebensjahr zurückgelegt habe» uud sich dem Mafchinen-fache oder einem Gewerbe mechanisch-technischer Richtung widmen wollen, den nöthigen theoretischen und praktischen Unterricht zu gewähren. Die Anstalt verfügt zn diesem Zweck über eine vollständig eingerichtete mechanische Werkstätte mit Dampfbetrieb und Modelltischlerei, wie auch über die nöthigen Räumlichkeiten für den theoretischen Unterricht. Diejenigen Eltern oder Vormünder, welche gesonnen sind, ihre Sohne oder Pflegebefohlenen zur Ausbildung in die Anstalt zu geben, wollen sich bis längstens 30. Teptember bei der Leitung der Anstalt melden und das Nähere über die Aufnahmsbedingungen daselbst einholen. Klagenfnrt im September 1878. Die kärnt. Handels- und Gewerbelrainmer. lossf Kspaltl, Gold- nnd Silberarbeiter in Pettau. 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Fragner, Apotheker, Prag! Nachdem ich die mir gesandten 5 Fläschchen Dr. Rosa's Lebensbalsam, dessen überraschende Wirkung ich nicht genug bewundern kann, bereits eingenommen habe, ersuche ich deshalb, mir wieder sechs Fläschchen mit erster Postsendung gegen Nachnahme zu übersenden. Zeichne mit besonderer Hochachtung Schönbrunn, 2. Febr. 1871. R. 8vl>iil>vr1. D ruck von Jg. V. KleiNMatzr L Fed. Bamberg. Verleger: i^ttoniar BLmberss. Für die Redaction verantwortlich: Franz Müllei