Nr. 150. Pr»num«l»tion«prtl«: Im «lomptoli «anzj st. li, halbj. fi. 5 N0. flll« blt ZusteNunff in» H«u« halbl- »o lr. M!« b« ^oft 8«n»< ft, «5. b lvj, N. 7 meinde. Die Wahl der Vertretung der kleinen Ge» meinde hätte nach dem bisherigen Muster zu geschehen. Die kleinere Gemeinde wird hauptsächlich die Verwalterin des Vermögens der Gesammtheit darstellen, und es empfiehlt sich das Wahlkörperfystem, welches dem höher belasteten Elemente größeren Einfluss sichert, beizubehalten. Die Vertretung der großen Gemeinde soll sich wo möglich aus den intelligentesten Männern des Verwaltungsrayons zusammensetzen. Wie doch dieses erzielen? Soll die Wahlordnung der kleinen Gemeinde auch sür die große angewendet werden, und soll man eine Vertretung nach Interessengruppen schaffen? oder soll man selbe durch indirecte Wahl der Gemeinde-vorstandsmitglieder der kleinen Gemeinden bestimmen lassen? Die letztgenannte Form ift die einfachste, am wenigsten Arbeiten erfordernde, doch erweckt sie das Bedenken, dass die bei der Wahl erschienenen Ver» treter der bäuerlichen Bevölkerung gewiss lediglich ihre Standesgenossen wählen werden. Mg»» könnte allenfalls dem theilweise abhelfen, wenn man den Vertretern des großen Grundbesitzes Virilstimmen einräumte. Selbst bei dem Heranziehen der Virilstimmen, welche der gegenwärtigen Gesetzgebung nicht fremd sind, schiene uns der Wahlmodu« bedenklich, da die Ver-tretung einen ausschließlich agrarischen Charakter er. halten würde. Die Wahl nach Wahlkörpern aus der ganzen Gemeinde wäre eine gerechte und bewährte Form. Aber die Entfernung des Wahlortes vom Wohnorte der Wähler und die daraus resultierende schwache Betheiligung derselben an der Wahl würde das Princip der Gerechtigkeit arg gefährden, indem wahrscheinlich die dem Wahlorte nächstwohnenden Wähler in größerer Iahl erscheinen würden. Auch wäre die Anfertigung der Wählerlisten für eine solche Zahl von Wählern mit unverhältnismäßigem Zeitaufwand verbunden. Es dürfte daher die Wahl nach Interessengruppen die passendste sein. Unseres Trachtens wären drei Gruppen zu konstruieren: ») die Höchstbesteuerten des Grundbesitze»; d) die Höchstbesteuerten des Handels, der Industrie und der Gewerbe; o) die Vertreter der einzelnen Untergemeinden. Jede Gruppe hätte einen Wahllörper darzustellen, und es wäre die Gesammtzahl der Vertreter auf jede Gruppe in gleicher Stärke zu vertheilen. Die Vefammtzahl der Vertreter würbe sich nach der Vevölkerungsziffer der Hauptgemeinde richten und follte zwischen 12 und 24 schwanken. Die Vertreter der Untergemeinden (o) würden durch indirecte Wahl ihrer Vorsteher gewählt, in jeder anderen Gruppe durch directe Wahl der Wahlberechtigten. Wahlberechtigt in der ersten und zweiten Gruppe könnten jene sein, welche eine bestimmte Minimalsteuersumme, etwa 40 bis 50 st. jährlich, entrichten. Die übrigen Bestimmungen bezüglich des passiven Wahlrechtes, der Wahl des Ausschusses der Verwal. tungsgemeinde u. dgl., wären analog der bestehenden Gemeinde-Wahlordnung aufzustellen. Elne gewichtige Einwendung, welche man gegen diese Art des Zustandekommens der Vertretung der Hauptgemeinde erheben dürste, ist jene, welche sich gegen das Princip der Interessenvertretung richtet. Ueber dieses Princip zu rechten, kömmt uns nicht zu. Es fand in der Ständeverfassung Ausdruck und zieht wie ein rother Faden durch das künstliche Gewebe unserer gegenwärtigen Verfassung. In der Interessenvertretung liegt em Stück Geschichte, und wir sind der Kunst des Destruierens zu wenig hold, um den Versuch zu wagen, dieses Gewebe zu verletzen. Wir hören vielleicht den Vorwurf der Incon-sequenz raunen, wenn wir uns einerseits für das Festhalten an avitifchen Formen aussprechen und andererseits mit solcher Lebhaftigkeit für die Reform Vorschläge, welche in den Artikeln der „Laibacher Zeitung" enthalten waren, eintreten. Wir gestehen, dass wir mit Reformvorschlägen weit lieber bei einer qanz anderen Epoche unseres Gemeindelebens angeknüpft und uns weit lieber für avitische Formen des Gemeinde-lebens begeistert hätten; doch man kann die Grundsähe für Gemeindegesehgebung vom Jahre 1862 nicht als ungeschrieben erachten. Unter den gegenwärtigen Verhältnissen liegt in dem Gedanken der Entlastung der kleinen lebensunfähigen Gemeinden nicht eine radical« Neuerung, sondern lediglich der Versuch, ein Palliative gegen unselige Doctrinen zu finden, welche unsere Gemeinde zu einer Spottgeburt gestalten. Mögen auch einige finden, dass jedes Einschränken des Wirkungskreises der kleinen Gemeinde ein verwegenes Attentat auf kostbare moderne Errunzen-schaften darstellt, und mag es dem „Heute" auch nicht gelingen, die Lösung der Reformfrage zur That zu Feuilleton. Das Lachkraut. In einer alten Fundgrube der Weisheit, höchst gelehrt in Kalbsleber gebunden, fand und schöpfte ich meine Kenntnisse über diese mit übernatürlichen Kräften ausgestattete Pflanze. Sie soll auf die Milz, welche nach derselben Quelle der Sitz des Lachens ift, was die modernen Naturforscher und Aerzte nicht wissen, einwirken, und wer sich aus derselben einen Salat bereitet, der kann bersten vor Lachen, den freut das Leben über hie Maßen, und er ist seelenfroh, wenn er auch nichts anderes zu essen und in der Tasche nicht einmal fo viel hätte, um sich ein halbes Liter Vier zu kaufen. Wie Sie sehen, eine Zauberkraft, und würde es gelingen, die Pflanze wirklich zu finden, so wäre dies eine wahrhaftige Wohlthat für die Mensch-heit. und ich zweifle nicht im geringsten, dass sich gar bald wohlthätige Menschen finden würden, die sich daran machten, zu bereiten ,aus ihren reinsten Säften das einzig echte Lebenselixier, welches gewiss am besten und sichersten angewendet wird bei verdorbenem Magen, der Tuberculose, den Hämorrhoiden, der Gicht, Gelbsucht u. s. w., dann auch gegen die Melancholie und jede Art von Trauer und überhaupt gegen alle Krankheiten, denn zehn Tropfen, auf Zucker genossen, entlocken dem finstersten Gesichte ein schallendes Gelächter, und kostet ein Flacon von der Größe eines Fingerhuts sammt Ge-brauchsanweisung bloß b fl ö. W. Und das ist gewiss ein so edel niedriger Preis, das« sich jeder Bettler das unschätzbare Heilmittel anschaffen könnte." Ich will ehrlich fein und gestehe es dem geehrten Leser, das« ich selbst eine geraume Weile mit der Versuchung, in eigener Person ein solcher Wohlthäter der Menschheit zu werden, kämpfen musste. Es schwebten mir die eleganten Equipagen, die prachtvoll verbrämten Diener und die runden Bäuche ähnlicher mir bekannter «Gutthäter" vor, welche sich alles das in ganz kurzer Zeit von dem Gelde der .leidenden Menschheit" zu verschaffen gewusst. — Nun — das sollte nicht sein; der Mensch ist nicht zu allem geboren; an mir selbst aber wollte ich die Wirkung der Pflanze doch kennen lernen. Ich suchte sie. „Es «st eine Art Sellerie und wächst in Sar« dinien und auf Corsica", belehrte mich die erwähnte wissenfchaftliche Fundgrube; gewiss ein wertvoller Fingerzeig! Ich durchwanderte ganz Corsica und brachte ein ganzes Herbarium von Wanzen zusammen, kMm 6l-»vLoIon8 in Massen, aber das apium rilmm, das Lachkraut, sand ich nicht. In den abergläubischen Gebräuchen der Berg« bewohner traf ich zwar einige Spuren von der Wunder-Pflanze . aber sie waren so unbedeutend, das sie mir immer wieder verloren giengen, wenn ich ihnen weiter nachforschen wollte. Ei, vielleicht sind die botanischen Merkmale dieser Art so wenig auffallend, dass ich sie nicht von der gewöhnlichen, überall votlommenden zu unterscheiden weiß. Ich aß daher in meinem Gasthause von nun an täglich Stllenesalal; sollte das Lachlraut der gewöhn» lichen Sellerie unwissentlich beigemischt sein, dann musste ich durch die Wirkung darauf kommen. Der klug angelegte Plan gelang aber nicht und blieb ohne Erfolg: ein einzigesmal musste ich bei Tische lachen, und das war über das unaussprechlich dumme Gesicht des mich bedienenden Kellner«. Nach dem Essen lachte der Dummkopf dasür mich aus; er hatte mich nämlich um drei Fsancs betrogen. Und da sand ich nach langer Zeit. als ich schon gar nicht daran dachte, die seltene Pstanze — zu Hause, im Vaterlande. Gepriesen sei du, gesegnetes Böhmen! Ich gehörte immer zu jenen Unzufriedenen, welche behaupteten , es fehle dir noch sehr vieles, aber nun weiß ich, dass du in deinem Schoße alles birgst, dass dir nicht« fehlt, gar nichts, dass du ein glückliches Land bist. Ich saß in einem Omnibus, diesem wertvollen Ueberbleibsel ausgeftorbener vorsündflutlicher Geschöpfe, die man Stellwagen zu nennen Pflegte und die einst eine regelmäßige Verb'ndung zwischen Prag und Wo-duan zu unterhalten pflegten. Eigentlich saß ich nicht, sondern hüpfte bei jedem Schritte der feurigen Pferde regelmäßig bis zu der Decke der wandernden Arche empor. Ich war damals ein fehr verdrießlicher Mensch, ein Wellschmerzler como ii laut. Wie das gekommen, weih ich nicht mehr zu sagen, aber ich war's, obwohl ich weder classische Philosophie studiert hatte, noch lyrischer Dichter gewesen. Mein vig-il-vlL war hübsch. Nuaen wie Nadeln — aus jedem blickten zwei Teufelchen heraus, «dei ich blieb mir treu und erwiderte die fmngen Ge-schösse des verführerischen Vuaenpaar,, "" ew"" ver-bricßlichs,, Blick, il2 wollte ,ch sagen: ,Nem, nem Laibach« Zeitung Nr. 150 1250 2. Juli 1884. machen, die Erstreber des Morgen" werden selbe — ist ihnen der „Morgen" überhaupt beschieden — gewiss auch auf die Tagesordnung setzen müssen. Walte Colt, dass die Lösung schon dem „Heute" beschieden sei! Inland. (Landtagswahlen.) Diese Woche bringt den Culminationspunlt der Landtagswahlbeweguno. Vorgestern haben die Wahlen in den mährischen Land« gemeinden stattgefunden. Die große Mehrzahl der Gewählten gehört der czechifchen Partei an. Am Freitag, den 4. Juli, wählen die mährischen Städte und die Handelskammern von Brunn und Olmü'tz, ferner die niederösterreichischen Landgemeinden. In der nächsten Woche kommen der mährische Großgrundbesitz, dann die niederösterreichischen Städte und die Wiener Handels« tammer (7. Juli), die Landgemeinden der Bukowina (8. Juli), der niederösterreichische Großgrundbesitz (9. Juli), endlich die Städte und Märkte der Bukowina sowie die Czernowitzer Handelskammer (10. Juli) an die Reihe. (Der Pressburyer Viehmarkt.) Der »Budap. Eorr." zufolge haben sich zwischen der dies« seitigen und der ungarischen Regierung wegen des Pressburger Viehmarktes neuerliche Differenzen ergeben. Dieselben betreffen die auf den galizischen Eisenbahnen für Viehtransporle nach Pressburg einzuhaltenden Tarife und die Anordnung der Ausladung und der Fütterung des Viehes in Oswieczim. Beide Maßnahmen berühren den Transport in Oesterreich und auf den österreichischen Eisenbahnen, und eine Begünstigung gewisser Transporte zum Zwecke der leichteren Appro« visionierung der Hauptstadt steht nicht allein der Regierung frei. sondern wird in allen Stamen gehandhadt. Es sollen jedoch nach ungarischer Auffassung in diesen Verfügungen Verletzungen des Zoll« und Handels-bündmsses mit Ungarn liegen. Dieser Zwischenfall soll während der Anwesenheit des ungarischen Ministelpräsi« denten v. Tisza insoweit geebnet worden sein, dass eine Verständigung zwischen Wien und Pest auf schriftlichem Wege erwartet werden darf. (In Ungarn) haben die Nachwahlen in jenen Bezirken, woselbst keine giltige Majorität zustande kam, bereits begonnen. Im Bezirke Szt.»Gotthard siegte die liberale Partei mit einer Stimme Majorität über die äußerste Linke, deren Eandidat, der gewesene Abgeordnete Helfy, unterlegen ist. In Nrad findet heute die Stichmahl zwischen dem Eandidaten der liberalen Partei, Dr. Max Falk, und jenem der äußersten Linken. Müllek, statt. Die weiteren Nach« Wahlen werden successive im Laufe dieser und der nächstfolgenden Woche vorgenommen werden. Ausland. (Die deutsche Reichsregierung) beabsichtigt, an der Westküste Afrikas, sobald die Verhand-lungen wegen der Congofrage abgeschlossen sind, ein Generalconfulat als Minister-Residentur zu gründen, wie ein solches z. B. in Tanger für Marokko besteht. In gleicher Weise soll die Errichtung eines General« consulats in einem Hafen Koreas erfolgen. Endlich heist es, dass im hinterasiatischen Insel-Archipel, wahr« scheinlich auf Neu Guinea, ein Consulat. beziehungsweise Generalconsulat, errichtet wird. In letzterem Falle scheint die Vereinigung des Generalconsulats auf den Samoa-Inseln mit demjenigen im Sulu-Archipel beabsichtigt zu sein. (Die Conferenz wegen Egyptens) ist, wie schon gemeldet, im auswärtigen Amte zu London zusammengetreten. Sie besteht aus den am englischen Hofe beglaubigten Botschaftern Graf Kürolyi für Oesterreich-Ungarn, Graf Münster für das deutsche Reich, Waddington für Frankreich, Nigra für Italien, de Staal für Russland und Musurus Pascha für die Pforte. England selbst ist durch den Minister des Aeuhern Earl Granville und den Schatzkanzler Chil« ders vertreten. Die Conferenzmitglieder haben sich strenge Geheimhaltung der Verhandlungen gelobt. Der Tag der nächsten Sitzung ist noch unbestimmt. Die Veranlassung zur ganzen Conferenz gab bekanntlich der zerrüttete Zustand der egyptischen Finanzen. Die englische Regierung hat einen Plan zu deren Regelung den an der Conferenz betheiligten Mächten mit> gelheilt, die darüber verbreiteten Versionen stoßen aber in den Details auf Widerspruch. Zugestanden ist aber, dass England Egypten durch einen Vorschuss von 8 Millionen Pfund Sterling oder 200 Millionen Francs, der jedoch an erster Stelle auf die egyfttischen Einnahmen vorzumerken wäre, unter die Arme greifen will und zur Erleichterung des Landes zugleich eine Herabminderung seiner Zinsen« und Steuerlast vorschlägt. Ueber die Ausdehnung dieser Herabminderung gehen die Angaben auseinander. Die Staatsschuld Egyptens beträgt rund 100 Millionen Pfund Ster« ling und ist theils zu 4, theils zu 5 pCt. verzinslich. (Marokko.) Nach Meldungen aus Tanger ge» denkt der Sultan von Marokko, der noch immer an den Folgen des vor vier Jahren an ihm gemachten Vergiftungsversuches zu leiden hat, den Kronprinzen Muley Abdurrhaman zum Mitregenten anzunehmen und ihm zugleich das Kriegsportefeuille mit dem Ober-commando über die Armee anzuvertrauen. Prinz Muley Abdurrhaman besitzt eurpäische Bildung und spricht Französisch. (Aus dem Sudan.) Officiellen Telegrammen von Wadi-Halfa zufolge hat ein Beduine, ein früherer Lieutenant von Hicks Pascha, dort berichtet, der Mahdi habe einen Angriff auf Chartum gemacht, fei aber mit fchwerem Verlust zurückgeschlagen worden. Weder das Datum noch nähere Details sind angegeben^_________ _________________________ Tagesneuigteiten. Se. Majestät der Kaiser geruhten am 30. Juni vormittags Audienzen zu ertheilen; es hatten die Ehre empfangen zu werden: Geh. Rath Anton Ritter von Schmerling, Kämmerer Hauptmann Prinz Chlodwig Hohenlohe - Waldenburg, Reichsraths - Abgeordneter Iireöek, Vice-Präsident des Abgeordnetenhauses Frei-Herr von Gödel-Lannoy. Se. Majestät derKaiser haben, wie das ungarische Amtsblatt meldet, für die Esaper römisch.katho-lische Gemeinde 200 st., für die Kaznacser und Scsav« niler griechisch-katholischen Gemeinden und die VeLlöczer evangelische Gemeinde je 100 st. zu spenden geruht. Die Cholera. Die Nachrichten, welche in den letzten Tagen über den Verlauf der Cholera in Toulon und über die Verschleppung derselben nach Marseille eingelangt find. schließen jeden Zweifel daran au», dass die in diesen Städten herrschende epidemische Krankheit die asiatische Cholera sei. Mehrere der unmittelbar an Frankreich grenzenden Staaten, insbesondere die Königreiche Italien und Spa» nien, haben bereits die weitestgehenden Vorkehrungen getroffen, um sich gegen die Einschleppung der Epi« demie sowohl auf dem See« als auch auf dem Land« Wege zu schützen. Ihrem Beispiele ist eine Reihe von Staaten, wie Belgien, Portugal, Griechenland und die Türkei, gefolgt, indem sie die geeigneten Anordnungen zur Abwehr der aus dem Seeverkehre mit Frankreich drohenden Gefahren erließen. In anderen mit Frankreich <« geklagten noch durch die Aussagen der Zeugen, noch durch den Befund der Sachverständigen aufgeworfen wurde, also nichts vorgekommen ist, was eine solche Frage rechtfertigen würde. Der Herr Vertheidiger erklärt. dass er sich die Nichtigkeitsbeschwerde vorbehalte. (Schluss folgt.) -or- Neueste Post. Original-Telegramme der Laib. Zeitung. Wien, 1. Juli. Die österreichische Gesellschaft des Rothen Kreuzes spendete für die Opfer der Ueber« schwemmungen in Valizien dreitaufend Gulden. Brunn, 1. Juli. Die vorjährigen Schutzmahregeln gegen die Cholera wurden wieder eingeführt. Aussig, 1. Juli. Mehrere Einbrecher stahlen nachts dem Auszügler Kraus in Tschischowitz bei Lobosih Koffer mit einem Geldwerte von dreihigtausend Gulden. Lemberg, 1. Juli. Das Przemysler Hilfscomite signalisiert die drohende Gefahr des Ausbluches an» steckender Krankheiten wegen der langen Stagnation des Ueberschwemmungswassers und der in demselben fortschreitenden Fäulnis. Infolge dessen wurde heute ein Ingenieur des Landez-MeliorationLbureau zur Anordnung prophylaktischer Mahnahmen nach Przemysl entsendet. Agram, I. Juli. (Sitzung des Landtages.) Da« Budget wird definitiv genehmigt. EL folgt die Verhandlung des außerordentlichen Erfordernisfes. — Die Bänke der Rechtspartei sind leer, da die Mitglieder derselben an dem Parteitage theilnehmen. — In der Debatte über das außerordentliche Erfordernis spricht Vartoloviö gegen die Art und Weise der Verwendung des Ueberschusses. — Mihaloviö empfiehlt die Annahme der Vorlage. — Starkevii macht abermals Ausfälle gegen d?li Baiius und die kroatischen Abgeordneten. — Nach dem Schlussworte des Berichterstatters wird die Vorlage mit großer Majorität als Basis der Spe-cialdcbatte angenommen. Desgleichen wird die Vorlage belreffs Errichtung einer landwirtschaftlichen Anstalt in Po^a.a genehmigt. Berlin, 1. Juli. Geheimrath Koch geht mwer« züglich nach Paris und demnächst nach Toulon, um 'behufs Feststellung des Charakters der Epidemie seine > Dienste zur Verfügung zu stellen und weitere Studien über die Natur der Seuche und die Bedingungen für deren Fortpflanzung zu machen. Die Cholera-Commission hat ihre Arbeiten abgeschlossen; das Resultat derselben unterliegt der Berathung der Regierungen. Rom, l. Juli. (Kammer.) Mancini erklärt. Ita-lien acceptierte die Conferenz unter Vorbehalt der sorgfältigen Prüfung der anglo - französischen Abmachungen. Nigra und Baravelli wurden bisher instruiert , die Interessen Italiens und Europa's zu vertheidigen, ohne die Verlegenheit Englands zu ver-größern. — Die politische Stellung Italiens in Egyp. ten ist nicht nur nicht präjudiciert, sondern steuert einer allmählichen Besserung zu. Rom, 1. Juli. Der gemeldete Cholerafall reduciert sich aus folgende Thatsache: Eine aus neun Glie« dern bestehende italienische Familie, welche von Toulon kam, wurde in Ventimiglia ärztlich untersucht. In Saluzzo erkrankte eine dieser Familie angehörige alte Frau an der Cholera und starb im Lazarett). Eine Tochter erkrankte gleichfalls, jedoch nicht an der Cholera. Die Familie ist vollständig isoliert und be« findet sich sonst wohl. Paris, 1. Juli. Die „Agence Havas" meldet: Heute nachts sind in Marseille drei Personen an der Cholera gestorben. Marseille, 1. Juli. Die Hitze ist sehr groß. Wegen der Quarantine ist der Schiffahrtsverkehr fast ganz. lich eingestellt. Der Vater eines jungen Mädchens, das gestern im Verlaufe einer Stunde an der Cholera starb, hat sich am Abend von einer Varke in das Meer gestürzt. Toulon, 1. Juli. Seit gestern abends fünf Choleratodte. Bern, 1. Juli. Gegen Einschleppung der Cholera wurden an den Südgrenzen umfassende Schutzmahregeln verfügt. London, 30. Juni. Im Unterhause theilte Gladstone mit, dass die Regierung bei dem Parlamente die Bestätigung der eventuellen Vereinbarungen der Conferenz beantragen werde. Childers theilt mit, dass die Conferenz keinen Tag für die nächste Sitzung angesetzt habe. Angekommene Fremde. Am 30. Juni. Hotel Ttadt Wien. Rehn, l. k. Gcneralconsul. und Theimer, Kfm,. Wien. — Wolf. l. f. Beamter. Innsbruck. — Wüst, Private. Aussee. — Gentilomo. Holzhändler; Weltmann Anna und Schcpih. Private, Trieft. — Tcstin, LederlMdler, Goltschee. Hotel Elefant. Kristen. Ksm.. s.Frau. Reichenbach. - Echiffner. ^ l. Marme-Professor. s. Frau. Pola. — Ahaitt. Fabrikant, Neumllrktl. - Nadrah. Pfarrer. Miramar. — Vibergar. Pfarrer, Podlrai. Volkswirtschaftliches. Wien, 1. Juli. Bei der heute hier stattgefunden«! Serien« Ziehung des 1854er Anlehens wurden folgende Serien-Num» mern gezogen: 3 125 354 474 487 879 893 918 997 1037 1126 1137 1149 1209 1309 1630 1640 1796 1813 1875 1912 1918 2051 2092 2256 2285 2402 2520 2640 2673 2870 289? 2913 2987 3014 3062 3284 3602 3653 3711 3726 und 3928. «ul»,lfswert, 30. Juni. Die Durchschnltts.Prelse stellten sich auf dem heutigen Marlte wie folgt: fi. ^ lr. fl. ^ Weizen pr. Hektoliter 8 65 Eier pr. Stück . . — 1, Korn „ — — Milch pr. Liter . . — 8 Gerste ., -------- Rindfleisch pr. Kilo . - 52 Hafer „ 3 25 Kalbfleisch „ - 52 «albfrucht „ — _ Schweinefleisch „ — — Heiden ., 6 84 Schöpsenfleisch . — — Hirse „ — — Hähnoel pr. Stück . — 30 Kukuruz „ 6 2 Tauben „ — 20 Erdäpfel pr.Meter»Ztr. 2 60 Heu pr. 100 Kilo . — — Linsen pr. Hektoliter — — Stroh 100 „ . — — Erbsen „ — — holz. hartes, pr. Cubit- Fisolen ., — — Meter .... 2 71 Rindsschmalz pr. Kilo — 96 — weiches, „ — — Schweineschmalz „ — 88 Wein, roth., pr.Heltolit. IS — Speck, frisch, „ - 68 — welher. „ 10 — Speck, geräuchert. . — 80 Meteorologische Beobachtungen in Laibach. Z «H «Zu KZ ,5 ^» ^Z ^ ^___Z,LU k 2 «5 ^ 7 Ü. Mg.! 736.88 -^16.6 W. schwach halbheiter 1. 2 „ N. 736.37 -j-25.6 NO. schwach halbheiter 0.00 9 .. Ab. 736.72 ^-20.8 SW. schwach bewölkt Vormittags ziemlich heiter; nachmittags schwarzes Gewölle, einzelne Regentropfen; abends trübe. Das Tagesmlttel der Wärme -j- 21,0°, um 2,0« über dem Normale. Verantwortlicher Redacteur: I. Naalik. Eingesendet. Rein seidene Stoffe 75 kr. per Meter sowie 5. fl. 1.05 und ft. 1.30 bis 5.90 (farbig, gestreift und carrierte Dessins) versendet in einzelnen Noben und ganzen Stücken zollfrei ins haus das Seiden-Fabrik-Depot von G. Heu« neberg (königl. Hoflieferant) in Mrich. Muster umgehend. Briefe nach der Schweiz losten 10 kr. (47) 9—6 ^ Men Verwandten, Freunden und Bekannten ^ « gebe ich im eigenen und im Namen meiner An« ^ ^ gehörigen geziemende Nachricht, dass es Gott dem ^ ^ Allmächtigen gefallen hat, unsern geliebten Onkel. ^ ^ den hochwürdigen Herrn ^ > Franz Ran. Kmmar > Domcapitularen an der Kathebrallirche in Laibach, fürstblschöf, lichen Eonslsto»ialrath, Iubelpriester, Präses be« Priester-Unter-»> stlltzungöueieinc«, aewcstncn Generalvlcar, Semlnarsbirector und Uanbtag»-AbL«oldneten ,c. ,c. W in seinem 84. Lebensjahre nach langem und schmerz. W ^ lichem Leiden und nach öfterem Empfange der heil. « M Sacramciite heute um 1 Uhr nachmittags in ein W ^ besseres Jenseits abzuberufen. ^ M Das Begräbnis findet Mittwoch, den 2. Juli. W M um 5 Uhr nachmittags vom Domplatze Haus.Nr. 14 W M aus statt, von wo die Leiche vorerst in die Dom» M M lirche getragen, bann aber auf dem Fricdhofe zu M M St. Christoph bestattet werden wird. M ^ Die heil. Messen werden für ihn morgen und ^ ^ übermorgen gelesen, das feierliche Seelcnamt mit ^ den Exequien wird aber Montag, den 7. Juli. um ^ ^ 8 Uhr vormittags in der Domlirchc abgehalten W W werden. W ^ Der theuere Verblichene wird den geistlichen W M Mitbrüdern, den Freunden und Bekannten mg Gebet W ^ und frommes Andenken empfohlen. ^ W Laibach. 30. Juni 1384. > W Aarl Alun > M «aron Nauber'fcher Beneficial. Reichsiaths, M und Landtags-Abgeordnetn. » Danksagung. > ^ Für die vielseitige Theilnahme während der W M Krankheit und beim Ableben des unvergeßlichen, W M viel zu früh un« entrissenen Herrn M » Johann Knaule D M Fabrilsaufseher W W sowie für die schönen Kranzspenden und das ehrende W M Geleite zum Grabe sprechen hlemit den tiefgesühl« W ^ testen Danl auS ^ W die trauernden Angehörigen. M W Lalbach. 1. Juli 1684. W 1253 ÄmtMall zur Laibacher Zeilung Nr. l 50. Mttwoch, den 2. Mi 1884. (2b64»-l) Kundmachung. Nr 420 Wegen Sicherftellung des Heu-, Stroh« und Holzbedarfes in nachstehenden Stationen auf die Zeit vom 1. September 1884 bis 31. August 1«85 wird dic öffentliche Offert« Verhandlung am nuten bezeichneten Tage vorgenommen werden. 1.) Die Verhandlung wird mittelst schriftlich« gesiegelter Offerte, mit Ausschluss münd« llcher Anträge, stattfinden, und müssen die Offerte, nach dem unten angesetzten Formulare ve» fasSt, mit einer 50.fr..Stempelmarte und mit dem 5proc. Vadium versehen, der Verhandlung«, commission bis 10 Uhr vormittags übergeben werden, indem nachträgliche sowte im telegraph!» schen Welle einlangende oder den kundgemachten Bedingungen nicht entsprechende Offerte un-berücksichtiget bleibel».. Das erlegte Vadium ist beim Contractsabschlusse auf die zehnproccntige Erfüllungscaution zu ergänzen. Sollte dies über die erganaene Aufforderung nicht binnen 14 Tagen nach erhaltener amtlicher Verständigung geschehen, so wird gleich im ersten Monate de« Contractes der fehlende Vetrag von der Vcrdienstsumme riicldehaltcn und so lange als Depot behandelt werden, bis die Caution voll erlegt ist. Fremde, der Bchandlungscommission unbekannte Unternehmer hnben nebst ihren Offer» ten auch ein Zeugnis der politischen Behörde erster Instanz oder der Handelskammer über ihre Vermögensvcrhältnisse, Unlernehmungsfählgleit und Solidität beizubringen, welches Zeugnis ledoch kein älteres Datum als das von drei Monaten herwärts zu tragen hat. 2.) Die Genehmigung kann sich auf eine kürzere als die ausgeschriebene Bcbarfsdaucr erstrecken, ohne dass dem Ersteher diesfalls das Recht einer Einsprache zusteht. 3.) Beim Abrücken der Garnison aus dem Nequartierungsorte, bei nicht eingetretenem Erfordernis für Durchmärsche oder Verminderung de« Bedarfes hat der Contrahcnt keinen Anspruch auf irgend eine Entschädigung, dagegen ist derselbe verpflichtet, bei einem erhöhten Erfordernis sich eine vermehrte Abgabe bis zum vierten Theile des ausgebotenen currenten Erfordernisses um die llontractspreise gefallen zu lassen. 4.) Hat der Offerent anzugeben, ob er den Bedarf laut Artikel IV des Vedingnishestes »ä Hu, LI) ober (?o für Durchmarscherfordernisse abgeben will, Vei Unterlassung dieser Angabe wird der Transenalbebarf in dem Maximum nach ^» als eingegangene Verpflichtung betrachtet. 5.) Bezüglich der Qualität des Heues wirb festgesetzt, dass Heu der heurigen Ernte zur Abgabe zu gelangen hat. Dasselbe muss trocken, unverschlämmt. nicht staubig, von gutem, gesundem Geruch, ohne Dumpf sein, und darf sich darunter kein Grummet, schlechtes oder ver-»orbcncs Heu, Waldheu, MooS oder Schilf befinden. Auch darf dasselbe nicht ausgcbleicht sein — Der Unternehmer darf sich zum Aufbinden und Abgeben des Hrues nur neu konstruierter und geaichter heuwagen bedienen. Das Stroh hat gesund, nicht vom Noste. Mehl. oder Honig» thaue befallen, trocken, rein, nicht staubig oder schlammig, nicht mit Unrath oder Unkraut. pflanzen vermengt zu sein und darf nicht übel riechen. Nls Lager und Vettenstroh ist das sogenannte Schabstroh in ganzen Halmen abzugeben. Als Streustroh kann auch Rittstroh oder Maschinenstroh, wenn nicht stark zerrieben, überhaupt wenig beschädigt ist, abgegeben werden. Das Stroh ist in Gebinden zu 8,5 Kilogramm abzugeben. Das Holz hat aus gesunden, trockenen, mindestens 10 Centimeter starken Scheitern zu bestehen. Dasselbe darf nicht überständig und nicht mit Prügeln, Wurzelholz oder Stöcken vermengt sein. Das Minimalgewicht eines normal ausgcschlichteten Cubilmcters oder Raummeters harten Schcitcrholzes in vollkommen trockenem Zustande hat mindestens 423 Kilogramm, des weichen 282 Kilogramm zu betragen. Die Gattung des abzugebenden Holzes ist in dem Offerte anzugeben, 6) Der Rescrvevorrath wird mit einem 30lägiaen Bedarfe festgesetzt, wovon beim Heu ein 6täaiger Bedarf im geprcssten Zustande zu unterhalten ist. Es steht der Heeresverwaltung frei, diesen Rcservrvorrath auch zur Abgabe in einer andern Station zu verwenden. 7 ) Die Offtrenten bleiben für ihre Anträge vom Momente der Abgabe bis zu deren Rückweisung, ober im Geiiehmigungssallc bis zur vollständigen Erfülllma in udlixci. Offerte, welche ein kürzeres als ein Impcgno von acht Tagen enthalten, werden gleich von der Behond« lungscommission zurückgewiesen. Dieselben haben seiner bezüglich der Erklärung des Aerars über die Annahme des Offertes und beziehungsweise Ratification des Vertrages aus die Einhaltung der im § 8U2 des allgemeinen bürgerlichen Gesetzbuches und in den Artikeln 318 und 3lV des Handelsgesetzbuches für die Erklärung der Annahme eines Versprechens oder Anbote« festgesetzten Fristen zu verzichten. 8) Die Verständigung der Offerenlen über die Annahme ober RückWeisung ihrer Anträge, ingleichen die Rückstellung der Vadien findet erst nach der über den Verhanblungsact erfolgten definitiven Entscheidung statt. 9) Das Vadium und die Caution werden nur in Varnn, bann in Staatspapieren oder aber in Aclicn und Prioritäten von den die Staatsgarantie genießenden Bahnen und sonstigen Wcrteffectcn, wie im Artikel XVIII des Vedingnisheste« vorgeschrieben, angenommen. Die weiteren Arrrudierungsbedingungen, welchen sich jeder Offerent unbedingt fügen muss. können im Amtslocale des Vrrpflcgsmagazins in Laibach aus dem aufliegenden, im nachfolgenden Punkt bezeichneten Arrcndicrungsocdmgnishcstr täglich eingesehen werden, 10.) Jeder Osfercnt hat im Offerte ausdrücklich zu erklären, dass er sich den ihm bekannten Bestimmungen des für die obige Verhandlung vorbereiteten, beim Verpflegemagazin zur Einsicht erliegenden Nedingnishrstes ddto. Üaibach am 1. Juli 1884 unierwlist. Laibach am 28. Juni 1884. » l. Miliiär-VerPstegsVlagazin. Uebersicht der für uachbenannte Stationen sicherzustellenden Verstegsbediirfnifse. Die Verhandlung wird abgeführt Beiläufiges Erfordernis Vadium für ^ ^ auf die Zeit täglich monatlich 4mouatlich ß U- h e u » >3K Sommer ^ Winter -, ^ ^? ^ " Portionen Kubikmeter Meterecntner Gulden ^. Den Vebarf für die in Laibach auf die Zelt ZA vom 1. Oktober 1834 bis 31. März 1885 cms-« c, ,. _ ^ Z ^ <._ ^ ^ «^ <,„» _^_ _^_ t.^ zustellende Artillerie-Equitation mit dem Stande von H Üaibach « ^ 175 ^ 255 50 200 220 600 250 250 V Pfaden hat der Ersteher zu den Contractspreisen ^ « H '» zn besorgen. °° -6 Mulmlssw.r» Z. H <, » ^ in ^ ^ m ^ Die Heuanbote sind per Portion u 5600 Gramm °° n "udolsswert A « 2 - 2 3 w 5 60 20 10 ^ stellen, die Abgabe hat in Gebinden zu ^4"< > ^ 1 Cubitme"« hatten N^^^ zu ... si- - - 'r.. a^e...... Behandlung vorbereiteten BedingniSheste dbto. 1. Juli 1884 enthaltenen Äedingunge.. <_ „ 1 „ weichen .. zu ... st- -. lr. °°c...... men unterziehe. N. 3?.. !? «Herr. Währuna für die Station ... und Concurrenz auf die Ze,t vom 1...... Datum...... wohnhaft zu .... "" lknde . . . . abgeben für dieses Offert mit dem beiliegenden Vadium von . . . fl