PrS»»«rrati«»S - Preise: Für Laibach: Ganzjährig . . Ä fl. 40 kr. Halbjährig . . 4 . 20 „ Vierteljährig . 2 10 „ Monatlich ... — „ 70 „ Mit der 'Post: Ganzjährig...........12 fl. Halbjährig ............. S „ . vierteljährig....... 2 „ Für Zustellung inS HauS viertelj. 25 k., monatl. S kr. Einzelne Nummern 6 kr. Redaetio« Bahnhofgaffe Nr. 132. vrpeditionS-LJnserate»' Bureau: Eongreßplatz Nr. 81 (Buch-Handlung von Jg v. Klein» mayr L Fed. Bamberg.) Anserttouspreisr: Für die einspaltige Petitreilr L 4 kr, bei wiederboli säaltung L 3 Anzeigen bis 5 Zeill Pein» Anonyme Mitlheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. Nr. 22. Freitag, 28. Jänner 1876. — Morgen: Franz S. Bei größeren Jnseritl öfterer Einschaltung chknder Rabatt. Für complicierten Satz besondere Berglitnng. 9 Jahrgang. Die Mittelschulen in Kinin und der deutsche Sprachunterricht. LS ist unleugbar eine interessante Erscheinung, daß die Frage über die Reform der Mittelschulen gegenwärtig nicht bloS Fachblätter, sondern die ganze Publicistik' beschäftiget, offenbar ein Beweis, daß das Gedeihen dieser Institute, aus denen sich dre Intelligenz in Staat, Kirche und anderen LebenSrich-tungen rekrutiert, eine wahre Lebensfrage ist, das Wohl des Gesammtstaates bedingt und als Garantie seiner Zukunft gellen müsse. Abgesehen davon, daß unser Kronland kein Organ besitzt, welches dem Gedeihen dieser Institute sein vorzügliches Augenmerk zuwenden würde, rechtfertigt schon der Vorgang anderer politischer Blätter unser Bestreben, daß den Mittelschulen Krains fortan auch in den engbegrenz-len Spalten dieses Blattes einige Aufmerksamkeit zu-gewendrt werde. Was vor allem die „Grazer Tagespost" vom 15. d. Li. geltend macht, daß neue Anstaltcn gegründet werden, ohne zu bedenken, ob sich hiezu vollkommen geeignete Lehrkräfte finden werden, ob der zu erwartende Besuch dieser Institute die Auslagen des Staates plausibel machen könnte n. s. w., so ließe sich dasselbe wol auch von unseren Gymnasien behaupten. Indessen ist eS nicht sosehr unsere Aufgabe, diese das Gedeihen i^r Mittelschule schädigenden Momente zu erörtern, sondern möchten wir vielmehr aus einen anderen Uebe',stand aufmerksam machen, der seit einem Jahrzehnt gleich einem Krebsschaden an unseren Anstalten nagt, der wol vom früheren acuten Charakter etwas nachgelassen, aber noch lange nicht mit der Wurzel auSgrrottet ist. Es ist dies der durch rimionale Hetzereien hervorgerufene Zwiespalt, der sowol in der Lehrerschaft ein harmonische« Zusammengehen erschwert, als auch die Jugend von ihrer wissenschaftlichen Bildungsaufgabe hin-wegzieht. Wenn nun schon ein solcher Zwiespalt in den Gemüthern an und für sich danach angelhan ist, schädigend auf alle Bildungszweige zu wirken, so trifft dieser Schade doch am meisten das Gedeihen des deutschen Sprachunterrichtes. Wenn schon der gewöhnliche Bauernverstand es erkannt hat, daß die materiellen Interessen unseres Landes mit dem Nachbarvolke so innig verflochten sind, daß auch dem schlichten Gewerbrmann die Kenntnis der deutschen Sprache unentbehrlich erscheint, daß also Berhältnisse in größeren slavischen Ländern wie in Galizien, im slavischen Theil von Böhmen, auf Krain nicht die mindeste Anwendung leiden; so ist die gründliche Aneignung des deutschen Idioms, dessen vollständige Beherrschung in Wort und Schrift, sowie die Kennt-nis der bedeutendsten deutschen Literaturerscheinun-gen für unsere studierende Jugend, die ja ihre wei-tere Ausbildung an einer deutschen Hochschule an-strebt, ein unumstößliches Erfordernis. Außerdem ist die deutsche Sprache ein lebendiger Kitt, ein unentbehrliches Organ der geistigen Einigung im vielsprachige» Oesterreich und deßhalb dazu berufen, das patriotische Gefühl der Zusammengehörigkeit, der österreichischen Vaterlandsliebe in den Herzen der Jugend zu wecken. In der Schule vor allem muß die Weckung und Kräftigung des österreichischen Bewußtseins in Angriff genommen werden, hier haben die leitenden Organe dahin zu wirken, daß die Jugend nicht gegen das kostbarste Gut der Staatsbürger, den Inbegriff und Hort unserer Volksfreiheiten, die vom Kaiser verliehene und hochgehaltene Verfassung, die von nationalen Blättern unausgesetzt angegriffen und geschmäht wird, systematisch aufgehetzt und feindlich gestimmt werde, sondern Achtung fühlen lerne für das im Wechsel der Zeiten Bleibende, gesetzmäßig Bestehende. Der Unterricht, namentlich das Studium der Geschichte, der deutschen Sprache und Literatur bietet ja unzählig viele Anlässe, um dieses Gefühl der Zusammengehörigkeit, das selbstverständlich die Liebe zum engeren Vaterlande in sich schließt, recht früh, zeitig in die Gemüther der Jvgend einzupflanzen. Je weniger demnach die große Bedeutung des deutschen Sprachunterrichtes verkannt werden darf, um ! so mehr müssen wir mit Bedauern konstatieren, daß ein Niedergang auf diesem Gebiete in den Mittelschulen Krains bei den gegenwärtigen Verhältnis« sen eintreten muß, hiemit auch das Gedeihen in den anderen in deutscher Unterrichtssprache erlheilten Lehr-fächern gehemmt und jenen, welche gleich morgen an irgend ein neu aufgeführtes Gebäude den Titel „slov. Universität" anheften möchten, ein willkommener Anlaß geboten wird, den Grund dieses Rückschrittes darin zu suchen, weil an den Mittelschulen Krains die deutsche Sprache als Unterrichtssprache angewendet werde! Schon jetzt gibt es der Aengstlichen und Leisetreter nicht wenige, die dem Lehrer unaufhörlich in den Ohren liegen, man möge in den Anforderungen des Deutschen ja nicht strenge Vorgehen, ta ja die Schüler zu Hause blos slovenisch Jeuilleton. Prinzlieschen. Novelle von M. Osterwald. tSchluß.) „Seid willkommen in meinem Hause, Coord Temmene," sagte Thomas milde, denn in diesem Augenblick überwog das Mitleid bei weitem den Zorn, den er oftmals gegen diesen Mann empfunden, der ihn so unaussprechlich haßte. „Nein, Thomas Müller, laßt mich nur stehen, was ich Euch zu sagen habe, kann ich so abmachen, es wird nicht gar lange währen. Nehmt dies Papier hier, es ist Euer, und wenn ich auch arm bin, so nehme ich doch nichts geschenkt und am allerwenigsten von jemanden, den ich so oftmals gekränkt und beleidigt." Erstaunt nahm Thomas das ihm von Coord dargereichte Dokument, er wußte nicht, was er dazu sagen sollte. War Lieschen anfangs roth geworden, so glich sie jetzt den weißen Fliesen am Feuerherde, an welche sie ihr Köpfchen lehnte. Sie fühlte sich schuldig. Ohne ihres Vaters Wissen hatte sie ein Papier sortgegeben, welches für diesen von großem Werthe rrar. Zwar besaß er genug, aber wt.r gibt große Güter weg, wenn er auch genug sein eigen nennt. Mit wachsendem Interesse waren Thomas Augen über das Papier gepflogen, nur bisweilen hatte :r mit dem Kopfe geschüttelt und endlich sagte er, indem er Coord das Papier zurückreichen wollte: „Ich versiehe Euch nicht — was soll das Papier ?" „Wie? Ihr versteht mich nicht, wollt Ihr meiner spotten?" fragte Coord fast gereizt. „Nein, ich verstehe Euch nicht, es ist ein alter Kaufbrief über einen Theil Eurer Ländereien — was soll ich damit? Ich habe das Ding nie gesehen. Ich weiß nicht, Coord Temmene, aus welcher Veranlassung Ihr zu mir kommt, allein ich weiß, daß Ihr zur Zeit kein Obdach habt und daß es Euch keiner lieber gibt, als ich. Ihr solltet nur nicht d:n Muth verlieren, Nachbar, s:tzt Euch zu uns, wir wollen Euer Unglück einmal besprechen, da läßt sich manches darüber reden, was Euch trösten könnte. Euer Reichthum bestand ja nicht allein in dem ab- gebrannten Hause, Coord, mit Fleiß und Muth läßt sich viel ersetzen, und beides habt Ihr ja. Setzt Euch zu uns, Eure Frau lasse ich holen, und nun macht keine Umstände mehr, ich meine es aufrichtig." Er reichte Coord Temmene die Hand hin, in welche dieser nur zögernd die seine legte. „Nein, Nachbar, ich kann Sure Güte nicht misbrauchen, ich weiß nicht, wie ich Euch danken soll, aber ich verdien' es nicht," sagte Coord fast bis zu Thränen gerührt über den Empfang, der ihm im Hause seines vermeintlichen Feindes zutheil wurde. Niemand hatte sich um ihn gekümmert, und al« er sich schließlich um ein Unterkommen an seinen besten Freund, den Herrn Pastor wandte, da hatte dieser wol viel Bedauern und viele Entschuldigungen, aber kein Unterkommen gehabt. „Nur keine Worte mehr, Nachbar, wenn Ihr mir jemals etwas zu Leide gethan habt, so ists vergeben und vergessen; sagt mir nur, was Euch eigentlich zu mir füh-t, denn der Wisch da - daS kann ich mie nicht denken. Wie kommt Ihr dazu?" „Fragt Eure Tochter," gab Coord Temmene zur Antwort. Erstaunt blickte Thomas zu Lieschen hinüber, sprechen und ihnen hiemit die deutsche Sprache viele Schwierigkeilen mache. Einem jeden, der sich an jene Zeit erinnert, in welcher das laibacher Gymnasium den Centralpunkt des MittelschulwesenS in Krain bildete, der sich den Bildungsgang, den er an der dortigen Anstalt mitzumachen das hatte, Glück den Lehrvorgang, die Unterrichtsmethode lebhast vergegenwärtiget, muß dieser Dorwand ganz unbegründet erscheinen. Nicht nur konnte ein jeder Beiucher dieses Gymnasiums an sich und an seinen Mitschülern jene dem Südsla-ven aHgemein und mit Recht nachgerühmte Besähi-gung erproben, sich in kürzester Zeit das Deutsche in Rede und Schrift zu eigen machen, sondern wird auch zugleich gestehen, daß dieje Anstalt bis zu den Jahren, wo politische Parteiungen leider auch in die geheiligten Raume der Schule ihren Einzug hielten, einen glänzenden Namen behauptete, sowol was gediegene Lehrkräfte, als günstige Lehrresultate anbelangt, mit den ersten Gymnasien Oesterreichs wetteiferte; daß au« dieser Anstalt zahlreiche Männer hervorgingen, die sich später durch ihr Wirken in Kirche, Staat und anderen Lebensstellungen hohe Verdienste erworben haben. So mancher, der seine Studien an dieser Anstalt betrieb, wird uns Zeugnis geben, wie wenig die damalige Jugend von der jetzigen, künstlich genährten Voreingenommenheit für das Deutsche wußte; wie sie, statt sich aus Glätter zu abonnieren, die tagtäglich Krieg und Ausrottung gegen das Deutschthum predigen, sich an freien Tagen zahlreich in der vycealbibliothek einfand und sich durch fleißige Lectüre nützlicher Jugendschriflen frühzeitig einen umfassenden Blick und gewählte Aus-dvncksweise eigen zu machen wußte, ja die Anforderungen der Schule im deutschen Lehrsache zu überholen bestrebt war; wie endlich das Deutsche denselben in Schule und Haus mit der slovenischen Sprache als gleich nothwendige und gleichberechtigte Umgangssprache gedient. Man möge uns, wenn wir den gleichen Grad der Leistung sowol im allgemeinen als namentlich im Deutschen bei der jetzigen studierenden Jugend Krains anzuzweiseln wagen, nicht misverstehen und glauben, daß wir maßgebenden Fachmännern nahe treten wollen; wir consta-tieren im Gegentheil bloS Uebelstände und Hemmnisse eines gedeihlichen Unterrichtes, welche nicht sie, sondern eine von außen in die Schulräume getragene» künstlich genährte Strömung des letzten De-«enniumS geschaffen hat und die eben auch nicht im Handumdrehen beseitiget werden können. Ader Thalsache ist es, daß, um die Existenz gewisser nationalen, den bestehenden Verfassung--zuständen feindseligen Blätter erhalten zu können, die Jugend an der Mittelschule mit in den Kreis der Abonnenten auf solche Blätter hineingezogen wird, auf Blätter, die, je eher, je lieber, alles welche regungslos wie eine Statue dasaß. Sie wagte nicht die Augen zu erheben. „Liesche.i, was heißt das, woher hast du das Papier Jetzt erhob Prinzlieschen schüchtern die Augen, sie mußie sprechen. „Dort oben, aus der Truhe der Großmutter in der Rumpelkammer," entgegnete sie leise. „Kind, wo? Dort hättest du dies Papier gefunden? Wie ist das möglich?" Lieschen erzählte nun umständlicher, und als jetzt abermals das Dokument einer genaueren Prüfung unterworfen wurde, da unterlag es wol keinem Zweifel mehr, daß ein gut, oder vielmehr das beste S>ück der Temmene'schen Ländereien durch Kauf an Thomas Müllers Vorfahren übergegangen war, und wenn der Kauscontract benutzt wurde, so war Coord ebenso arm wie ein Bettler. „Und meint Ihr eigentlich, Coord, ich würde jetz» das von Euch nehmen, was ich nicht einmal Mt Gewißheit als das meine betrachten kann?" fragte Thomas. .Nein, da irrt Ihr Euch gewaltig. Wer weiß, wie alles zusammenhängt? Lasset Euch das nicht kümmern, vielleicht hals Euer Vorfahre längst wieoer gekauft. Nein, auf eine so ungewisse Deutsche mit Stumpf und Stiel auSrotten möchten; es sagt ja der „Stov. Narod" in einer Nummer ganz rund heraus, ein Hauptzweck bet Herausgabe belletristischer slovenischer Schriften vonseite der „llku-oälig. ti8kg,rng? sei die Beseitigung deutscher Lectüre bei der Jugend: „l'o xoävrstje ss ne woi'6 äosts xwdvLliti, irsr img, 6rW vsö blaZi llg,mvu(!), Öltank llswskid xri slovönslcj wlaäiui irxc)äriuit,i" (dieses Unternehmen kann nichl genug gelobt werden, da es vor allem den edlen (!) Zweck verfolgt, das Lesen deutscher Schriften bei der slovenischen Jugend auszumerzen (irxoä-rimti)._____________________________(Schluß solgt.) Politische Rundschau. Laibach, 28. Jänner. Jvlaud. Ueber die dritte Eonferenz der Herrcnhausmitglieder liegt die Nachricht vor, daß zu dieser auch die Minister eingeladen worden seien, doch das Erscheinen abgelehm hätten. Die Regierung soll diese Ablehnung in einem Schreiben begründet haben, welches besagte, daß sic in Rücksicht auf die gegenwärtig noch in der Schwebe befindlichen Verhandlungen mit Ungarn und im Hinblick darauf, daß eine Erörterung der Ausgleichs-fragen oder jede noch so wohlwollende Einflußnahme auf den Gang der Verhandlungen nur störend einwirken könnte, der Einladung nicht Folge geben könne. Das Ministerium sei sich übrigens >einer Verantwortlichkeit vollkommen bewußt und werde demgemäß die Verhandlungen mit Ungarn führen. ES könne umsoweniger irgend eine Instruction oder Direktive in dieser Angelegenheit entgegennehmen, da das Parlament seinerzeit in der Lage sein werde, das Resultat der Verhandlungen in freie Behandlung zu nehmen. Ueber die bedeutungsvollen, noch nicht vollends aufgeklärten Borgänge in den jüngsten Conferenzen unseres Herrenhauses dürften die Acten noch nicht sobald geschlossen sein. Graf Leo Thun hat in der letzten Eonferenz erklärt, daß er, da man ihm cen-tralistische Bestrebungen vonseite leiner Gesinnungsund Parteigenossen vorgeworsen habe, sich Vorbehalten müsse, seine bei den Conferenzen gehaltenen Reden eventuell zu publicieren und seinen Standpunkt festzusteUen. Vielleicht sehen sich auch die Führer anderer Gruppen ihrer DiScretion, die übrigens für die letzte Sitzung bereits einer laxen Observanz weichen mußte, entbunden. Unter einem veröffentlicht die „Augsb. Allg. Ztg." eine wiener Depesche vom 25. d. M.. welche alle Gerüchte über Veränderungen im Cabinete Auersperg als »unbegründet" hinstellt, ferner einen Beschwichtigungsartikel über die österreichisch ungarischen Verhandlungen. In diesem letzter» wird dem Wunsche Ausdruck gegeben, daß man in Oesterreich Sache hin lasse ich keine Ansprüche erheben. Nur wollte ich, meine Tochter hätte mir das Papier übergeben, anstatt es Euch zu bringen, wahrlich Ihr hättet es niemals zu Gesicht bekommen." „Ihr seid ein edler Mann, Thomas, wie habe ich Euch doch verkannt. Ich weiß nicht, ob Ihr mir das jemals vergeben könnt —" „Gönnt mir ein Wort, Coord Temmene." unterbrach ihn Lieschen plötzltch, »ich tun meinem Vater Rechenschaft für mein Thun und Treiben schuldig, und wenn ich Strafe verdiene, so mag er mich bestrafen. Kaum ein paar Minuten nachdem ich dies gefunden, da brach in Eurem Hause das Feuer aus, und wenn ich noch eine Minute vorher daran gedacht hatte, meinem Vater das Document zu übergeben, so that ichs jetzt nicht mehr. Nicht daß ich auch nur im Traume daran gedacht hatte, mein Vater könne Euch das Letzte nehmen, sondern weil ich nicht einmal für nöthig hielt, ihn damit bekannt zu mache". Auch Ihr hättet von dem Vorhandensein dieses Papieres erfahren, wenn Ihr nicht selbst — doch davon will ich schweigen. Ich habe jetzt alles gesagt, was ich zu meiner Vertheidigung Vorbringen konnte, mag mein Vater mich strafen." selbst so viel Vertrauen zu einer gedeihlichen Lösung der österreichisch-ungarischen Frage fasse, als die höchsten außerösterreichischen Kreise Europa'« in Oesterreichs O^ientpolitik setzen. Ein überaus bescheidener Wunsch! Da wird etwas begehrt, was schon thatsächlich der Fall ist. Das ungarische Abgeordnetenhaus hat am 25. d. M. mit der Annahme der Vorlage bezüglich der Modification des Gemeindegesetzes abermals eine Masche in dem großen Netze der von K. Tisza geplanten Verwaltungsresorm geknüpft und gleichzeitig die erste Serie der hierauf bezüglichen Vorlagen erledigt. Nun sollen einige Gesetz, entwürfe von untergeordneter Bedeutung und nach diesen der gleichfalls in die Verwaltungsresorm tiefeingreifende Entwurf über die Steuermanipulation zur Verhandlung kommen. Man glaubt, daß dieser bis gegen Mitte Februar erlediget sein und daß dann das Abgeordnetenhaus entweder seine Sitzungen für die Zeit, während welcher K. TtSza mit mehreren seiner College» anläßlich der in Wien zu pflegenden Verhandlungen abwesend sein wird, suspendieren oder den Wechselgesetzentwurf in Beratung ziehen wird, da sich der Justizminister nicht nach Wien begibt. Das Oberhaus hat den Gesetz-entwurs über die Emission der zweiten Hälfte des 80-Millionen-Anlehens angenommen, die Verhandlung über den rumänischen Handelsvertrag aber vertagt. Ausland. Der deutsche Reichstag hat die Mehrforderung für den Bolschafterposten in Rom genehmigt und das Mandat der Reichsjustizcommis-sion verlängert. Die Berathung der Strafgesetznovelle wird nun bei den sogenannten Arnim-Paragraphen anlangen. Bekanntlich hat sich ein großer Theil der liberalen Partei nicht sehr geneigt gezeigt, für die deutschen Gesandten ein Ausnahmegesetz zu schaffen, während Bismarck erklärt, daß er ohne ein solches die Verwaltung des Auswärtigen Amtes nicht weiier führen könnte. Dieser Gedanke findet sich bereits auch in dem Bericht an den Kaiser vom 14. April 1873 den der „Reichsanzeiger" veröffentlicht hat, ventiliert! Man wird nicht fehlgehen, wenn man annimmt, daß die ganze Publikation ebensowol sür den Reichstag wie sür die öffentliche Meinung in England berechnet ist und daß sie einen Druck auf die bevorstehenden Berathungen der Arnim.Paragraphen ausüben soll. Die „National-Zeitung" setzt bereits auseinander, daß der Reichstag nichl umhin könne, auf die veröffentlichten Aktenstücke Rücksicht zu nehmen. Die römische Curie hat den päpstlichen Nuntius in München beauftragt, den Candi-daten aus den zur Zeit bischoflosen preußischen Diö-cesen die Priesterweihe zu ertheilen, nachdem der baierische Episkopat diese Function abgelehnt hatte. Die „Süddeutsche Presse" bemerkt, daß der Nuntius „Ich kann jetzt nicht mehr das thun, wag Ihr von mir gefordert habt," wandte sich Coord zu Lieschen. „Allein, in dieser Stunde sage ich Euch, wäre ich der reichste Mann und Ihr das ärmste Mädchen, ich käme in Euer Haus und bäte Euch, das Weib meines einzigen Sohnes zu werden." Niemand verstand Coord Temmene's Worte, nur über Lieschens Gesicht flog ein Heller Schimmer — sie Halle ihn oerslulwen. Etwa anderthalb Jahre später erhob sich auf dem Platze, wo vormals Coord Temmene's HauS stand, ein neues stattliches Wohnhaus. Die hohe Mauer, die sein Gehöft von dem des Nachbarhauses trennte, war niedergerissen und ein Weg führte von einem Hause ins andere. Vor etwa vier Wochen hatte Albert Prinz« lieöchen heimgesührt als sein liebes Wüb und der Herr Pfarrer hatte es zu seinem großen Leidwesen mit ansehen müssen, daß sich die Gerechten mit den Gottlosen verbanden, ja, er hatte selbst den Segen dazu gegeben. Dennoch betrat er Coord Temmene's HauS, ab:r nur selten, und zwar aus dem einzigen Grunde, weil dieser ihn nicht haben wollte. damit eine Thätigkrit ausübe, welche ein außerdeutscher Bischof nicht unternehmen könnte, ohne seiner Re-gierung Weiterungen mit Preußen zujüziehen» und welche demselben also von seiner Regierung untersagt werden würden. Dem Nuntius, atö Vertreter des Papstes, könne die baierische Regierung natürlich nichts anhaben. National-liberale Blätter meinen freilich, daß die baierische Regierung Herrn v. Meglia seine Pässe zustellen könme. Die Wahlaussichten sür die Republi -kan er sind, der „Jndöpendance Belge" zufolge, abermals günstiger geworden, indem neuere Berech nungen ergeben haben, daß nichl 33, sondern 46 Departements Republikaner in den Senat wählen werden. Außerdem hofft man, daß m ungesähr zehn Departements, wo die Parteien sich die Atange haüen, der zweite oder dritte Wahlgang ebenfalls günstige Resultate für die Republikaner haven werde. Kür i?yon candidieren die Republikaner Jules Favre, Millaud, Valentin und Ehavannes für den Senat. Endlich haben auch die Bonaparlisten rin Ceulral-Wahlcomit6 eingesetzt und demselben den Namen „Conferoatives Nationalcomitä" gegeben. Das von dem GauloiS veröffentlichte Programm enthält außer der „Berufung an das Volk" nachsolgeiwe Prinzi-Pien: „Gehorsam gegen da» Gesetz; UMtrsiutzung des MarschaUs Mac Mahon; Achtung vor de.. Rechten des Landes; Bekräftigung der Ideen der Freiheit, der Ordnung und des gorlstritis." Unterzeichnet ist der Aufruf, der sonst ganz jenem des ComilSs Changarnier entspricht, von Böhic, Lachaud, DollsuS und anderen Erzbonaparliste». In der suvamenkanischen Republik Ecuador wurde bekanntlich anstelle des ermordeten Jejuilen-Präftdenien Moreno dt.r liberale Advocat Borero zum Chef der Republik gewählt. Kaum war die Wahl proklamiert, als auch schon eine Petition, die von zwanzigtausend angesehenen Burgern der Republik unterzeichnet war, bet iym einlies, wela,e die Austreibung der Jesuiten aus dem Lande verlangte. In der Hafenstadt Guayaqait Machte man nicht viel Federlesens. Am 26. November umringte die Bevölkerung der Siadt das Kloster und das Collegium der Jesuiten und lud die guten Väter in deutlicher, wenn auch nichl höflicher Weist ein, sich sofort auf die Beine zu machen und die Stadt zu verlassen. Diese Einladung wurde von dln schwarzen Herren denn auch ohneweüers befolg, und sie schifften sich so rasch als nur möglich auf einem Dampser rin, der zur Abreise nach Europa bereit eben im Hafen lag. Zur Tagesgejchichle. — Durch kaiserlichen Gnadenact wurde 182 in den österreichischen Gesängen- und Strashäusern befindlichen Sträflingen der Rest der Strafzeit nachgesehen. — Verbesserung der Briestandenpost sür den Krieg. Seitdem die Taubenposten im Kriege durch verschiedene Staaten eingesührt worden, hat man sich viele Mühe gegeben, einen photographischen Apparat zu er-finden, der auch im Felde, unb zwar an solche» Orten, wo weder Material noch Ateliers vorhanden sind, sicher zu arbeiten vermag, um d.e Depeschen, welche in einem winzigen Röllchen unier den Schwanzfedern der Tauben verborgen besestigt sind, aus große t'vgen deutlich zu übertra-gen. Diele sehr schwierige Ausgabe ist endiich dem russischen Obersten Kowaco gelungen. Kowaco erfand einen Apparat, der nebst einem vollständigen pdowgraphischen Laboratorium und Lhemilalien sllr sechs Wochen nicht mehr als den Raum eines gewöhnlichen Tornisters in Anspruch nimmt. Dieser Apparat vergrößert die durch die Tauben gebrachten Depeschen 230omal. Die Vergrößerung kann bei Tag und Rächt m>t der gleichen Sicherheit vorgenommen werden. Die Manipulationen sind, sowie der Apparat selbst, sehr einsach, daher ganz besonders sür den «rieg geeignet, weil sie zeit» ersparend sind. Mil diesem «ppaiat sind im Juni vorigen Jahres durch das geographische Institut in Wien eingehende Versuche angestellt worben, welche alle rin sehr günstiges Resultat gei'abt. Die Herstellungskosten diese- Apparates find nicht brdeutend. Wenn man bedentt, Laß im letzten Kriege Tauben, welche von Paris adstogeu, unter ihren Schwanzfedern Röllchen trugen, die nur fünf Quadrat-Lenti-Meter groß waren, aber 5000 Depeschen zu 20 Worten enthielten, so wird man die Wichtigkeit dieser Erfindung zu würdigen verstehen ; denn er dient sowol dazu, die Depeschen von einem großen Bogen auf die kleinen Blättchen, welche die Tauben zu tragen haben, als auch von diesen wieder auf große Bogen zu übertragen, was früher sehr viel Zeit und Mühe kostete. — Der reichste Souverän. Die turiner „UnitL Lattolica", das Hauptorgan der Jesuiten in Italien und zugleich die Sammelstelle sür den Pelerspsennig, läßt seinen Hauptredacteur Don Margotti beim Anblick der reichlichen Eingänge, die zugunsten des Papstes von dessen Kindern gespendet werden, mit Begeisterung ansrusen: „Gegenwärtig kann man den Papst den reichsten Souverän der Welt nennen I" Da werben ja die Klagen über die Armuth des heiligen Vaters, die seit Jahre» vre Ohren des katholischen Volles betäuben, mit einemmate ausbören und damit zugleich der Verkauf 1>es Strohes, aus dem der „Gefangene bes Vatikans" seit sechs Jahren schlafen muß. — Bettlerindustrie. Man sah letzthin in Paris vielfach ein kleines Mäbchen, das anständig gekleideten Leuten nachlief und dieselben mit de» Worten anrebete: „Mein Herr/ oder „meine Lame, Sie haben Ihr Geld verloren I" wobei es ein altes Portemonnaie zu öffnen pflegte, in welchem 5 Louisbor blitzten. Wenn die Angeredeten, wie gewöhnlich, erklärten, daß ihnen das Portemonnaie nicht gehört, so pflegte es zu sagen: „Das thm mir Leib; denn wenn eS das Ihrige gewesen wäre; so würden Sie mir wol etwas geschenkt haben; nun muß ich meinen Anno aus das Pvlizeibnreau tragen, und da bekomme ich nichts." Ge-wöhtilich verabreicht mau, gerührt durch die Ehrlichkeit des Kindes, demselben das gewünschte Almosen. Eines Tages gerieth eS aber an den Unrechten Mann, der bei dem An-bticke ver leuchlenben Goldstücke auSries: „Ja, das Porie-monnaie gehört mir! Wie sroh bin ich, das ich eS wieder erhalten," dann dem Mäbchen 40 Sous in die Hand drückte und sich schleunigst eulsernte. Ader — der Geprellte war nicht bas «i»d, sondern der Gauner; denn er entdeckte halb, Laß bie blitzenden Goldstücke nichts als präparierte Kupser-münzen waren. — Winter ln Rußland. Der finnische Meerbusen ist so sest zugesroren, baß in Len letzten Tagen zwei Frachtschlitten Mil Waren aus HetfingsvrS nach Reval übers EtS getomlnen finb. Die Fälle eines solchen durchgängigen Zusrierens bes finnischen Meerbusens finden sehr selten statt. Der Wtnlerweg zwischen St. Petersburg und Äronstabt direct über bas EiS der Newabucht ist abgesteckt unb eröffnet worden. In Tnta, einer großen Fadritssladt südlich von Moskau, ersivren in der Nacht vom 28. zum 29. Dezember, als die itälie aus 40" 6. stieg, lO Personen aus der Straße, darunter eine Schitdwache. Auch aus den Kreisen Nowo-Pawlowst und Stary Oslol im Don-Gebiet wird gemeldel, baß sehr viele Bauer» erfröre» sind, die in den Nächten zum lb., 16., 17. und 18- (27. bis 30.) Dezember unterwegs waren. Die Zahl der Tobten allein wirb aus'mehr als 10t) angegeben. Von avgefrorenen Gliedmaßen spricht man schon gar nicht mehr. Mal- uuü Provluzlai-AügLlegenyeUeu. — (Der Landesansjchuß vo»«rain) beabsichtigt br> dem nächsten Landtage soigende Vorlagen einzu-bringen: Siechenschasisberlcht pro 187--; Rechnungsabschlüsse pro 1875; Voranschläge pro 1877; Protect zum Bau eines Irrenhauses; Antrag wegen Ablösung der Reatlaslen von Eollectuien an Psarren und Schulen; Gesetzautrag wegen Herauztehung der HeiinatSgemeinben zum theilweise» Ersätze ber Lpilaistoste» sllr ihre armen «ranken. — Der mit ben barmherzigen Schwestern bes Cioilspilats neu abjuschlleßeitbe Verpstegs- und Reglelosteilverlrag wird in einer bemnächfl slallfinbcnben außerordeniltchen Sitzung einer näheren Erörterung unb Beschlußfassung unterzogen werden. — Zur Errichtung einer Mädchenschule in Gottschee unb Dotation ber Lehrer, zur Erweiterung der Volksschule »u Soderschiz unb Lehrerbolaiion wurde dre Zustimmung ertheilt. — Den Gemeinden Gurksetd und R.eg wurde die Einhebung von Geme»>betaxe» bewilligt. — Der Regierungsvorlage inbetress der Aenberung bes H 68 des laibacher Äemeindestatutcs wird dedin»uugswelse zugeftimmt. —. Zur Uoterstützung armer Gymiiasialschüler in Rudolsswerth wurden 20t) fl. ange- wiesen. — In der am 23. d. M. stattgefundenen Sitzung wurde das Bauprogramm für die neue Landesirrenanstalt in Slndenz durchberalhen und festgestellt. — (Selten« Jagdbeute.) Sonntag den 2L. d. zeigten sich am Jschzabache in der Zauderka nächst Laibach drei Schwäne. Dem hiesigen Kupferschmiedsohne Klisch glückte es, ein Stück zu erlegen. Der geschossene Schwan wog 15'/, Pfund. Das prächtige Gefieder gelangte in den Besitz des hiesigen Kürschnermeisters Kaman. — (Faschingschronik.) Samstag den 29. d. findet im Salon des Hotels „Stadt Wien" eine Abendunter. Haltung statt, deren Reinerträgnis dem krainischen „Schut-pfennig" gewidmet werden wird. Die gute Küche und die vorzüglichen Getränke dieses Hotels sind bekannt und lafftn im Hinblick auf den humanen Zweck dieses Abends einen zahlreichen Besuch mit Sicherheit erwarten. — (Wünsche und Beschwerden.) In der Vorhalle des hiesigen Postamtes befindet sich ein BrieseinwnrsS-kasten, welcher zur Aufnahme der Kreuzbandsendungen, welche bis zum Gewichte von 25 Dekagrammen einer Frankatur von 5 kr. bedürfen, augenscheinlich zu klein ist. Dieser Sammelkasten kann an vielen Tagen die zur Expedition gebrachten Ausgaben, als Musterproben, Drucksorten, Schrifttücke » a. gar nicht anfnehmen. An hiesige Handelsleute ist die Nachricht eingelangt, daß in vielen Fällen von hier nach Triest, Graz, Wien, Prag, Hamburg u. a. Orte expedierte Briefpoflstücke dort mit losgelösten Bandschleifen oder zerrissenen Hülsen eintreffen. In gewöhnlichen Amtsstunden, in welchen die Postbeamten sich im Amte befinden, könnten derlei Briefpoftstücke wol in der Postamtskanzlei ausgegeben werden, aber in Stunden, in welchen die Postkanzlei ge-chlosfen ist, muß von dem in der Vorhalle befindlichen Sammelkasten Gebrauch gemacht, und falls letzterer bereits ange-süllt ist, müssen derlei Expeditionen entweder erst dann auf-gegeben werden, wenn der Sammelkasten seines Inhaltes ledig ist, oder der Ausgeber muß sich in das im Südbahn-hose stationierte Postamt begeben. Für die schnelle Expedition solcher Sendungen und für fremde Handelsagenten, die sich hier nur aus der Durchreise aushalten unb ihre Geschäfte schnell abthun müssen, genügt der eingangs erwähnte Sammluugskast-n nicht. Die hiesige Postverwaltuug wird sich im Interesse des schnellen Verkehrs und in Würdigung der lautgewordenen Wünsche sicher geneigt finden, in der Vorhalle der hiesigen Postanstalt einen größeren Briessam-uielkasten auszustellen. — (Laibacher Turnverein.) Nächsten DinS-tag abends 8 Uhr hält der nun bereits weit über hundert Mitglieder zählende laibacher Turnverein seine diesjährige Generalversammlung in den Casino Restaurations-tocalitäten ab. Auf der Tagesordnung stehen allgemeine Vereinsangelegenheiten und Neuwahl des Tururathes. Daß der Verein Ersprießliches zu leisten imstande ist, beweist die geradezu unerwartete Zunahme der Mitgliederzahl während des kurzen Zeitraumes seines Wiedererstehens. Wir sind überzeugt, daß Männer an die Spitze treten werden, die eS sich zur Ausgabe machen, dem Vereine daS Ansehen zurück-zuerobern, besten er sich srüher in so ausgedehntem Maße erfreute. Ein glückliches Bindemittel war wol das JuSleben-rusen der Turnerkneipen durch den nunmehrigen Turnlehrer Herrn Julius Schmidt, in welchen nebst engeren Vereinsangelegenheiten Humor und frohe Laune das Turnerzeichen „Frisch, Fromm, Froh, Frei" znr vollsten Geltuog gebracht wird. Um die Kneipe nun regelmäßig um 8 Uhr beginnen zu können, wird der Anfang der samstägigen Uebungsstunde auf sieben dreiviertel Uhr festgesetzt. Daß alle Turner eifrigst bemüht sind, durch ein reichhaltige-Programm den „Faschingsabend* am Sonntag den 27. Februar zu einem recht gemüthlichen zu gestalten, dessen können wir versichert sein und ist auch das Tanzarrangement in vollkommen sicheren Händen, um so bas „Turnerkränzchen" zu einem der schönsten Unlerhaltungsabende diese-Faschings zu gestalten. — (Sterdesall) Na» kurzem Krankenlager starb vorgestern in Graz der k k. Oberlandesgericksrath Mayd, in h'esigen «reisen als gewesener Präsident des Schwur- gerichtehofes bekannt. — (Das schwedischeDanienquartett) wird heute abends nachsolgend dezeichnete Gesangs,tummern vor» tragen: 1. ») Orpksub Hünz viä lutrws toosr (OrpheuS saug zu seiner Laut?) und d) Vsi-sanx (Fiühltngslied), voa O. Lind bl ad 2. ») ^ktouroänrrL (Abendroth) vo« Tchaeffer; d) Horsk kxrivxärw« (Norwegischer Springtanz) von Ajerulf. 3. Trio. 4. ») l rossus äokt (Im Rofeuduft) von PrinzGustav; d) Oslxolsir» (Volkstanz von Dalekarlieu), arrang. vonLhlström. 5.») kosen i ^oräkloskox (Das RSSlein im Walde) von Fischer; d) Schwedische« Volkslied, arrang. von A. Södermann. 6. ») LsetsrMllteos söndtlx (Der Sennerin Sonntag) von Ole Bull; d) LrüI1oxsm»r»oIi (Hochzeitsmarsch) von Ä. S d d e r m a n ». 7. Ständchen zum NamcnSfest von Eisenhofer, und 8. LrüIIoxsll-ms (HochzeilStanz) von A. S ö -d e r m a u n. — (Zum Feuerwehrkränzchen) werden die Einladungen bereits versendet. Das Arrangement ist in bewährten Händen, und gewähren die Mitglieder des Lo> mitL's und die Sympathien, deren sich die Feuerwehr unter der laibacher Bevölkerung erfreut, hinreichende Bürgschaft für einen allseitig befriedigenden Verlauf dieses Kränzchens, — (Pontebabahn.) Der Gesetzentwurf, betreffend die Herstellung einer Locomotiv-Eifei bahn von Tarvis an die Reichsgrenze bei Pontafel (Ponleba), umfaßt zwei Artikel. Durch das Gesetz soll die Regierung ermächtigt werden, besagte Bahn im Anschlüsse an die Kronprinz Ru-dolsbahn zum Anschlüsse an die auf italienischem Gebiete zu erbauende Linie nach Udine aus Staatskosten herzu-stellen und derselben behufs Verfassung des Detailprojectes und der Inangriffnahme der «auarbeiten für das Jahr 1876 ein durch Ausnahme einer schwebenden Schuld auszu-bringender Specialcredit von 400,000 fl. ö. W. bewilligt werden. Der beigcgebene Motiveubericht weist zunächst auf die im Friedensverlrage vom 3. Oktober 1866 eingegangene Verpflichtung zum Bau dieser Bahn und dann daraus hin, daß authentischen Berichten zufolge die Arbeiten ans italie-nischem Gebiete bereits so weit vorgeschritten sind, um die Annahme zu rechtfertigen, daß der italienische Theil in jenem Zeitpunkte fertiggestellt sein werde, bis zu welchem die österreichische Strecke vollendet werden kann, wenn der Bau im Jahre 1876 in Angriff genommen wird. Des Nachweises der volkswirthschastlichen und politischen Bedeutung der zu erbauenden Bahn hält sich die Negierung in Anbetracht der wiederholten Kundgebungen der Reichs- und Landesvertretungen, insbesondere im Hinblick ans die diesfalls im Abgeordnetenhause und im Herrenhause gefaßten Resolutionen enthoben. Weiter erwähnt der Motivenbericht, daß das von der Kronprinz Rudolfbahn, welche auf Verlangen der Staatsregierung zur Durchführung dieses BaueS verhallen werden könnte, vorgelegte generelle Project von der Generalinspection der österreichischen Eisenbahnen für nicht geeignet befunden worden sei, der Banvergebnng zugrunde gelegt zu werden. Aus diesem Grunde könne demnach der Bauaufwand für die 25 Kilometer lange Strecke nur approximativ mit vier bis fünf Millionen Gulden »er-anschlagt und müsse die genauere Feststellung der Gesamint-tosten den aus Grund neuerlicher Tracierung vorzunehmenden Erhebungen und Detailausarbeitungen Vorbehalten bleiben. Die Ausführung auf Staatskosten empfiehlt die Regierung mit Rücksicht aus die gegenwärtigen Verhältnisse deS Eisenbahncredites und betont, daß hiedurch der Frage, ob und unter welchen Bedingungen der Betrieb der fertigen «ahn an die Kronprinz Rudolfbahn zu übertragen wäre, nicht präjudiciert werde. — (Mit Knütteln und Bergeisen.) Im Gasthause zu Loke, Ortsgemeinde Tr isail, stritten und rausten kürzlich, wie der „Cillier Anzeiger" berichlet, mehrere Bergknappen mit einander. Auf der Straße wurde die Schlägerei fortgesetzt und gesellten sich noch viele Knappen hinzu, die mit Knütteln und Bergeisen bewaffnet waren. Wegen der Nachtzeit konnte man den Freund vom Feinde nicht unterscheiden, Leichtverwundete gab es in Menge. Zwei Knappen blieben ganz bewußtlos aus dem Platze uns wurden nach dem Ärankenhause der Gewerkschaft gebracht: der eine — N. Binder — starb am dritten Tage; der andere — G. Terskan — dürste seinen Wunden bald erliegen, — (Hilfeleistung bei E i se n b a h n u u s ä l-len.> Der Handelsminister richtete am 5 d. M nachstehenden Erlaß an die Verwaltungen sämmtlicher österreichischen Eisenbahnen: „Das k. k. Reichskriegsministerium hat, von der ganz besonders humanen Absicht geleitet, be, Eisenbahn-Lusällen den Verwundeten in ausgiebiger und rascher Weise Hilse zu schaffen das Ersuchen gestellt, daß von Elsenbahn-nnsällen auch die nächstgelegene Militär-Territorialbehörde seitens deS betreffenden Eisenbahnstations-Vorstandes telegraphisch verständiget werde, um die Disponierung von Aeizten und Hilfsmitteln nach dem Unsallüorte sogleich verfügen zu können. Ebenso soll auch daS k. k. Reich« kriegS-ministerium im telegraphischen Wege verständigt werben, um allenfalls nöthige ergänzende Anordnungen zu treffen, indem nach der Lage der UnfallSstelle möglicherweise am raschesten eine auSgiebige Hilse von der Lentrallielle auS gebracht zu werben vermag. Die Verwaltung wird infolge dessen aufgefordert, die betreffenden Babnorgane anzuweisen, daß sie bei vabnunfällen, wenn Verletzungen von Menschen in größerer Anzahl Vorkommen und die bahnseitig zu schaffende Hilse nicht vollkommen ausreicht, insbesondere auch dann, wenn sich unter den Beschädigten Mitglieder des Heeres befinden, die nächstgelegene Militär-Territoiialbehörde so wie das k. k. Reichskriegsministerium unter Angabe der wesent lichen Daten telegraphisch in Kenntnis setzen." — (Landschaftliches Theater.) DaS laibacher Publikum hatte bisher in Frau Paulmann eine 'lei ßige, routinierte und gewandte Lokal- und Operetlensänge> rin kennen und schätzen gelernt; gestern erbrachte Frau Paulmann den Beweis, daß sie auch als Schauspielerin in ernsten Bühnenwerken die Hauptrolle mit günstigem Erfolge durchzuführen versteht. Dieselbe spielte gestern die „Helene" in E. Dorns Lebensbild „Die Veilchenddme" mit so richtigem Verständnis und Gefühl, daß ihr der wiederholte Beifall des Hauses zutheil wurde. Im Vorspiele fand Ge> uiüthlichkeit, im ersten Bilde Edelsinn, im zweiten treuergebene Liebe, im dritten die Vorahnung kommender böser Tage, im vierten weibliche Resignation, im fünften Schmerz und Verzweiflung, und im sechsten Bilde, eigene, selbstlose Aufopferung den beredtesten Ausdruck. Frau Paulmann sang das „Veilchenlied" sehr hübsch; leider war die Begier tnng des Orchesters eine verunglückte, störende. Die übri gen mitwirkenden Bühnenkräste traten nur in untergeordneten Nullen, jedoch das ganze eifrigst unterstützend, ein. Herr Frederigk (Marquis Borgi.ini) erwarb sich durch Geltendmachung echter Manueöwürde im vierten Bilde beifälligen Hervorruf. Der Beneficiant Herr S t e i n b e r g er (Maler Felix) wurde mit einer Kranzspende begrüßt; er würzie seine Rolle mit Vorführung ron Porträts berühm ter und bekannter Persönlichkeiten, welche jedoch theilnahms> los ausgenommen wurden; stürmischer Applaus folgte jedoch seinem heileren Couplet. Herr Thaller als „Börsianer Goldsand" war wieder eine köstliche Erscheinung. Fräulein Fontaine (Fanny» erwies sich als gewandte Schaiijpie lerin. Herr Berla (Graf Feldern) sprach mit Feuer. Fräw lein Corbach (Gräfin Steineck) spielte die nicht immer aus moralischem Boden sich bewegende Dame aus oer HLHe ren Gesellschaft mit entsprechendem Affect. Frln. TbalIer (Rosa), Frln. Julius (Frau Nachtigall) und die kleinen Grub er und Kollnig wirkten befriedigend. Das Lebensbild, welches das sittenlose Leben in der großen Welt zur Anschauung bringt und eine moralisch Gefallene verherrlicht, erfreute sich im Ganzen vonseite deS ausverkauften Hauses einer beifälligen Aufnahme. Witterung. Laibach, 28. Jänner. Morgens dichter Nebel, gegen Mittag Sonnenschein, nachmittags trübe, ''ewölkt, schwacher SW. Temperatur: morgens 7 Uhr 13'6«, nachmittags 2 Uhr 4'6» 0. (1875 — 1'8"; 1874 -s- 3 0' L.s Barometer im Fallen 74749 mm. Das gestrige TageSmutcl der Temperatur — 10 2«, um 8-8» unter dem Normale. Angelommene Fremde am 28. Jänner Hotel Stadt Wie». Moro, HdlSm., Bleiburg. Gostischa, Kfm., Graz. — Rotter und Wikner, Reisende, Wien. Hotel Elefant. Beranger, Inspektor und Dauzer, Wien. — Nasko, W. Feistriz. Mohren. Faulhaber, Künstler,. Wien — «HreiSIer, Privatier, Trisail. — Sustersik, Tischler, Jdria. - Kaukarica, Hafner, Graz. Verstorbene. Den 2 7. Jänner. Martin Terchlen, Bettler, 68 I., Civilfpital, chronische Lungentnberculose. — Helene Schuster, Magd, 15 I, Civilspital, Blutvergiftung. — Andreas Sellan, Knecht, 29 I., Kastellberg Nr. 57. Lungentnberculose. Gedenktafel äber die am 4. Februar 1876 statlfindenden Licitationen. 3. Feilb., Kos'sche Real., Grasenbrnmi, BG. Feistriz. — Reass. 3. Feilb., Gerb'sche Real.. Untersemon, BG. Feistriz. — Reass. 3. Feilb., Drobuii'sche Real, Großoblak, BG. LaaS. I. Feilb, KraKovc'sche Real., Drassi, BG. Möttling. — Reliz. Cotik'sche Real., Wippach, BG. Wip-pach. — 1 Feilb., Serpan'sche Real., Untersemon, BG. Feistriz. — 1. Feilb., Nii'sche Real., Wippach. BG. Wip. pach. — 1. Feilb., Eeligoj'sche Real., Posteine, BG. Feistriz. Theater. Heute: Gastvorstellung des Herrn E. Matthias vom Stadtthealer in Graz: Die schöne Helena. Komische Oper in 3 Acten von I. Offenbach. („Paris" . . . Herr Matthias, „Helena" . . . Frl. Allegri.^ Morgen: Die Großherzogi n von Gerolstein. Komische Oper in 3 Acten v I. Offenbach. Mathias als Gast. Telegramme. Wie», 27. Jänner. Der confessionelle Ausschuß des Unterhauses stimmte den Aenderungen zu, welche das Herrenhaus am Klostergesetz vorgenommen. Dcr Cultneministcr erklärte, das Gesetz nicht zur Sanction empfehlen zu können. Der PetilionSauS» schuß beschloß, dem Unterhausc die Einsetzung eine-Specialcomirö's zur Vorberalhung der Frage bezüglich der Heeresreduction vorzuschlagen. — Der Eisenbahnau-schuß genehmigte die Vorlage betreffs Baues der Lokalbahn KriegSdorf-Römerstadt, beschloß aber die Ausführung der Bahnlinie Czernowitz« Novosielice zu verschieben, bis der Anschluß an Rußland gesichert sei. Berlin, 27. Jänner. Dcr Reichstag lehnte die Paragraphe 128 bis 130 der Strafgesetznovelle ab, welche die Thciliiahme an geheimen Verbindungen, Aufreizung verschiedener Bevhlkerungsklassen gegen einander, schriftliche Bekämpfung des Institutes der Ehe, dcr Familie, des Eigenthums betreffen, obwol der Minister des Innern erklärte, er bedürfe der» selben gegen die Socialdemokratcn, gegen welche die bisherigen Strafbestimmungen nicht ausreichen. 7uristöQdLl1-LoiQitS. TlttNStag de» 2N. d. M. Abend findet in den Kaffee-bauslvkolitäten des Casino-Vereines (1. Stock) eine CvmilS-Sitzung statt. Der Wichtigkeit der zur Verhandlung >'om-menden Gegenstände halber werden sämmtliche Lomitömit-glieder gebeten, gewiß erscheinen zu wollen. (46) Ein 21 jähriger tüchtiger Commis, guter Verkäufer, von einnehmenden Manieren, mit guten Referenzen versehen, sucht einen Posten und könnte nötigenfalls auch sogleich eintreten. Derselbe spricht beide Sprachen und bat seinerzeit in Krain am Lande in einer Gemischt» Warenhandlnng ausgelerut; der Bewerber hat auch einige Kenntnisse im Schristfache. Man bittet allfällige Briefe an Herrn loref k. 8obulr, Handluiigsbuchhalter in Laibach, z, adressieren. (43) 3—3 kokv8 Unsetilill Oarl I>Li2.x>6r1 Lokus, Ll3.§srckurt. » » » » » »»»» Wiener Börse vom 27. Jünner. StL»t,kr»llc1». j «ctd l Ware üperc. Renle, öst.Pap. «8 15! «,8-8» dr°. dto. öst. in Silb/ 7 > 80! 7»-9» Lose von I8S4 . . . Lose von 188«, ganze li2'80!>i«'— Lose von I8I-0, Fünst.ilüi PrämiensS. v. 1864 . I»4. -ilii-se OdI. kiebenbürg. Ungarn 78'- 78S0 78'-^ 78'S0 Knalo-Bank . . . Kreditanstalt . . . Depositenbank. . , Escompte-Anstalt Kranco-Bank . . Handelsbank. . . Nationalbank . . Lest. B-nkg-I-Ils. llniov-Bank. . BerkehrSbank. . . . «lsöld-Bahn . . , Karl Ludwigbahn »ais. Ms.-Bahn . Kais. yr. I-s-fSb . LlaalSbahn . . . , Lüdbah»............ l ! ! ! »I 8«l 92' 190 «0 IVO'60 ^!ü0 b0 ISI bv S7L' S75--»8-7ö> rS— ! »7bv> 48'--M>>'- ^87'-188- - r7»' ! 7»'75! 7»' ! 7S S0 77' 114 - IlS -ISS 7» > >7' 184-7S les rs rz» so I4V so Ili üü Ni so I>5L0lIkri«5«. «Seid! war« Mg. öst. Bod.-Credit.!rot'2s!ror'?L dto. in g» I........! 90'—! SS L» Nation, ö. W ! »«-7Sj !)S'9V Ung. Bod.-Cred>tailst.j 8S'7o! 88__ VriorttLt«-0bI. Kranz Ioses«^Babn 9L'7o^ 98 — Oest. Nordwestbahn 94-soi 94 40 Siebenbürger ... «8'is! 88 S0 Staalsbabn I4sso!l48'— Südb.-Ges.zu SUt> Fi. IV7üo!i«7'5>o dto. Bon« ! — 1.0»« Credit-Lose.........jr8l'8l> lisr-so Rudolf» ' Lose ... j is soj I4-- i (ZMvti.) AngSb. ino fl. südd.W Franks, roc Mark . . 58 os! Sü ll, Pambnrg, „ S8 VS S8 »v London w Psd. Stert. Ii4 4(i ll4'8ü Pan« IM Franc» . > 4S L»! tb'ki ÄlaLLvi». Kais. Mün^Dncalcii!!>'4ü ,5-4» S0-granc«stück . . . >9^0 -S'jjl Prentz. KasseniSeine . S« «u S8 S0 Silber . . Letesraphilcher Lursderich! am 28. Jänner. Papier-Reme 68 80 — Silber-Rente 738!) - I86Uer StaatS-Anlehen 112 50. — Bankactien 886. - Lredit lö3 — — London 114 85. — Silber >04 80 — K. k. Münz-ducaten 5 40. — 20-ArancS Stücke 9 19. 100 Reichs- mark 56.65. Druck von Jg. v. »leinmavr L Ked. Bamtrrg Verleger Ottomar Bamberg. ffür dir «edactio» »erantwortlich: Kranz Spitaler.