/ «. ^w" , ^—--- (_^< ^x. Donnerstag den 22. Mär^ 1832. Vavstliche Ntaaten. «^ie Bologneser Zeitung enthält ein Gditt des (Zarcinals Albani vom 5. März, worin den vier Legationcn cin gezwungenes Darlehen aufgelegt wird, nachdem die im Februar ausgeschriebene freiwillige Anleihe keinen hinreichenden Erfolg gehabt hat. Die Provinz Bologna soll 90,000, Ferrara5o,ooo, Ravenna und Forli jede 00,000 Scudi leihen. Diese Summen müssen von den Kapitalisten, Handelslcutenund Gütcrdcsitzcrn im Monat März in drei Raten erlegt werden. Nach einem Schreiben aus Ancona vom 29. Februar find am 26. d. M.lauf höheren Befehl von dort die Veteranen «Compagnie und die Dragoner aufgebrochen, welche die einzigen päpstlichen Trup« xcn sind, die in der Stadt geblieben waren. Der Dienst im Schlosse wird fortwährend von den französischen und päpstlichen Soldaten gemeinschaftlich versehen. (B. v. T.) Se. Eminenz, der Cardmal-Staatssecretär Bernetti, hat an den französischen Botschafter, Grafen von'Sa i n t - A u laire, zwei Noten er. lassen, in welchen er erklärt, daß Se. Heiligkeit gegen die gewaltthätige Landung der franzosischen EZcadre am 25. Februar zu Ancona förmlich pro-tcsiire, sowie das der Papst den zwischen dem päpst« lichen Oberstlieutenant R u fp.o l i und dem französischen Obersten (Zombes geschlossenen Tractat wegen der Uebcrgade des (ZasicllcZ von Ancona vollkommen mißbillige und außcr aller Kraft be-, nachte, und schließlich die Entfernung aller Seiner Truppen cmö Ancona befohlen habe. TkutsOIanV. München, dcy 2. März. Daß Se. k. Ho- heit der Prinz Otto von den hohen Mächten wirklich zum Regenten Griechenlands auscrwähl,t, und diese Wahl von unserm Hofe angenommen worden, unterliegt nicht nur keinem Zweifel mehr, sondern kann sogar als offiziell betrachtet werden. Prinz Otto befindet sich in einem Alter von 17 Jahren, und besitzt der allgemeinen Stimme nach die lie« bcnswiirdigsien Eigenschaften und ganz ausgezeich' ncte Grisics-Talcnle. Er soll schon die bcwun-dcrliswcrthcften Fortschritte in seinen Studien ge. macht haben. Seit die Bestimmung des erlauchten Prinzen entschieden ist, beschäftigt sich derselbe dem Vernehmen nach sehr angelegentlich mit Erlernung der neugriechischen Sprache. Man hat sckon davon gesprochen, daß dcm Hrn. Grafen von Armanspcrg der Antrag gemacht worden sey , den Prinzen nach Griechenland zu begleiten. (Pig. Z.) Die Harlsruher Zeitung vom 9.März meldet: »Zur hohen Freude Sv. konigl. Hoheit dcä GroßherzogZ, der großherzoglichcn Familie und des gcsammten Landes , ist diesen Abend imch 6 Uhr Ihre konigl. Hoheit die Frau Großhcrzoginn von einem gesunden Prinzen schnell und glücklich entbunden worden. Die hohe Wöchnerinn und 5or neugcbornc Prinz erfreuen Sich des erwünschtesten Wohlseyns, und Alles, berechtigt zu den schönsten Hoffnungen für cin gesegnetes Gedeihen." Aus Mannheim meldet man vom 7. März: «Unser Earneval schloß sich mit einer traurigen Be« gcbenhcit. Um 1 Uhr unck Mitternacht nfckoN der Ruf: Feuer! Alles stürzte auf die Straße, fragte nach der Brandstelle, und entsetzte sich, als die Antwort kam: im Theater Es war zwar im Theittngcdciusc, ahn nicht im Theattr selbst. 96 Während nämlich der Theater - Restaurateur mit seinen Leuten beschäftigt war, den in dem einen Theile des Gebäudes Statt findenden Ball zu be-dleucn, zündete ein Licht in seiner Wohnung auf , der Theaterscite. 2er Brand selbst ward schnell gedämpft; aber seine beiden Söhne, von 10 und ii Jahren, die in dem brennenden Zimmer schliefen , waren erstickt." (Ocst. B.) Mieverlanse. Aus dem Haag wird vom 3. März gemel« det: „Zu Rotterdam liegen gegenwärtig 7 Ka» nonierboote völlig ausgerüstet und bewaffnet. — Daä Linienschiff der Secländer von 90 Kano« nen wurde durch das Dampfschiff der Surinamer von der Rhcde von Vliessmgcn wieder die Scheide hinauf zu seinem alten Standplatze bei Baths gebracht. Die Fregatte der Javaner soll, wie man glaubt, vor Verc Posto fassen. — Wie man vernimmt, ist von Seite der Regierung wieder ein Ankauf von 120 Reit. und 460 Zugpfer« den fur die Artillerie, gegen unmittelbare Bezah« lung, anbefohlen worden." Die Emancipation spricht von einigen Scharmützeln zwischen den Holländern uno Bel« Kicrn am Oapiialendamm. Der Moniteur Belge gibt diese Nachricht gleichfalls nach obiger Zeitung. Die Journale aus Flandern erwähnen jedoch nichts davon. — Nnter der Fremdenlegion muß manche Zügellosigkeit herrschen, denn nach der Ga« zette van de Provincie Mest» Vlaendern wurden 17 Mann nach der «Zitadelle von Gent gebracht, um vor ein Kriegsgericht gestellt zu werden. — AlS ein Beweis, wie sehr die Theilnahme an politischen Verhandlungen in Belgien seil der Revolution ge« sunken sey, wird angeführt, daß dci einer neu» lichen Repräsentantemvahl in Löwen von 1600 Wählern nur 119 erschienen! (Oest. V.) Frankreich. Der Temps erzählt, daß, nachdem die fran- ' Zöfischen Truppen die Thore von Ancona mit Gewalt eingesprengt hatten, der dortige Dclegat,Msgr. Fabrizj, in seiner Wohnung so lange in Arrest gehalten wurde, bis die provisorische Convention über die Besitznahme der Citadelle abgeschlossen war; sobald jedoch der Oelegat wieder seine Freiheit erhalten hatte, habe er sogleich einen Courrier mit der Meldung von dem Vorgefallenen nach Rom geschickt, wo derselbe zwei Stunden vor der An» lunft oes Generals Cubieres eingetroffen sei, und durch die mitgebrachten Berichte so große In- dignation im Vatikan erregt habe, daß sich der Papst bestimmt weigerte, dem General lZubiercs eine Audienz zu ertheilen. — Der Temps sagt ferner von der Expedition nach Ancona: „Wir marschiren weder für den Papst, noch fur Oesterreich, noch für die Völker; wir machen uns Allen mißfällig, wir verletzen Alle ohne Zweck, ohne ein nützliches Resultat, und übcrdem kostet uns daS Unternehmen vier Millionen l" Das Aviso de Ia Mediterranes (welches in Toulon erscheint) sagt: «Die Truppen, märsche nach unserer Stadt sind eingestellt; man versichert sogar, daß die beiden Bataillons des i5ten Regiments, die an der italienischen Expedition Theil nehmen sollten, Befehl erhalten haben, ins Innere des Landes zurückzukehren." Aus Toulon roird unterm 1. März geschrieben: „Man meldet diesen Abend, daß Handels« schiffe östlich von der Meerenge von Mcfsina der Lastcorvette Rhone begegnet sind, über deren Schick« sal man besorgt war, und oie ein halhes Batail« lon des 66sten Regiments mit sich führt. Der Seeminister hatte kürzlich befohlen, das Maierial von sieben Linienschiffen/ vier Fregatten und mehrcrn andern Schiffen von geringerer Stärke auszurüsten. Man meldet dicsen Adend, daß die Linienschiffe Algesiras und Marengo in Hafencommission zurück» treten würden. Die Gabarre Infatigablc und Loi« ret haben sich völlig entwaffnet. Die Fregatte 6a-lypso, Schiffscapltain Lalande, ist gestern Abend von Naoarin hier eingelaufen. Bei Abgang dieseH Schisses war die Fregatte Iphigenie, mit dem Ad-miral Hugon am Bord, nach Nauplia abgese-gelt, um dem Schauplatze des hartnäckigen Kam« pfeö näher zu seyn, den gegenwärtig die Parteien in Griechenland gegen einander führen. Die von der lZalypso mitgebrachten Depeschen sind sehr umfassend, sie wurden unverzüglich durch Stafette nach Paris abgeschickt. Das in unserer Stadt m Besatzung befindliche i5te Linienregimcnt hat Befehl zum Auftruch nach dem Innern erhalten. Es wird in Märschen am 4., 6., Ü. und 10. März sich nach Valence und ocsscn Umgebungen begeben." (Oest. B.) (e. — Man hat hier ' Befehl erhalten, alle Forts zu bewaffnen, und auf ^ drei Monate zu vcrproviannrcn. — Obrisi Gerard, ^ in griechischem Dienste, ist so eben mit seiner Fa. ! milic auf der Ealypso angekommen. — Die Ent« wassnung dcr Schiffe, die früher als Sage gemeldet wurde, bestätigt sich nicht." (Messager.) Es war von einer Expedition die Nede, den Bey von Eonstantinc zu dezwin« gen; 10,00« Mann sollten zu dem Ende von Tou« lon unter dem Befehle des Marschalls Elauscl und deK Kronprinzen abgeschickt werden. Man scheint aber diesen Gedanken aufgegeben oder verschoben zu haben. Man hofft, der widerspenstige Bey wcr^ de sich von selbst unterwerfen, ohne daß man nöthig hätte zu den Waffen zu greifen. Dieß hat die Abreise des Kronprinzen verzögert. Man liest in den Brcstcr Journale Fimstere, daß neun Handelsschisse den Befehl erhalten hätten, zu der Expedition ran Terccira von Bordeaux am 10. März auszulaufcn. Wir erhalten durch ausserordentliche Gelegen« heu die Harlcmer Zeitung, worin Folgendes aus dem Haag vom 4. März: „Man versichert seit eini. gen Tagen, daß Hoffnung vorhanden ist, die Sendung deä Hrn. v. Orloss mit günstigem Erfolge gekrönt zu sehen; man versichert, daß genannter Graf bmnen Kurzem nach London gehen, und dort erklären werde, Holland sey geneigt, die 24 Arti-kel, Unter Vorbehalt einiger Modifications, an. zunehmen. Gerüchten zufolge, bestehen diese Mo-disicationen in folgenden Puncten: 1.) keine freie Jährt für Fremde auf unsern Gewässern zwischen Scheldt und Rhein; 2.) keine Eisenbahnen oder Kanäle auf unserm Gebiete; 3.) Kapitalisirung der von Belgien übernommenen Schuld, gleiche Ein« theilung aller Unkosten und Lasten hinsichtlich des Amortisations - Syndics; 4.) die Wadessc von Antwerpen wird mcht früher geräumt, als bis der Vertrag im Ganzen vollzogen ist. (Mg. Z.) Wortugal. Die preußische Staatszeitung meldet aus Lissabon vom iL. Februar: ' Die mit einem Handelsschisse am i5. d. M. hier eingegangene Nachricht, daß das Geschwader Dom.Pedros in den Gewässern von Te^ceira ge« sehen worden sey, veranlaßte nach an demselben Tage einen Ministerrath, der in Qucluz gehalten wurde, und in dessen Folge Dom Miguel zur Ob' servationsarmec abgereist ist; zunächst musterte derselbe die erste Division, welche nördlich vom Taja von Lissabon bis Eascaes und Peniche sieht, wo sie sich an die Berge von Cintra und die umliegcn« den Dörfer bis gegen Mafra hin anlehnt. Von dort setzte Dom Miguel über den Tsjo, besuchte alle Posten und Batterien des südlichen Ufers, und hielt eine Revue über die zweite Division, die sich von Almeida bis nach Sctubal hin ausdehnt, und die Küste so wie die kleinen Hafen der Provinz Alemtejo bewacht. Dom Miguel ist von dieserIn-spectionsreise noch nicht nach dcr Hauptstadt zu« rück. — Eine zweite Folge des am i5. gehaltenen ^ Ministerraths ist dcr von der Regierung ertheilte ^ Befehl zur Verhaftung mehrerer Personen, die , des Einverständnisses mit den portugiesischen Flücht-l lingcn im Auslande verdächtig sind. Unter den t verhafteten Personen befindet sich dcr Sohn eines reichen Israelite»!, Namens Pessoa, der mitFrau , und Kindern nach dem Limoeiro gebracht wurde; , mehrere Einwohner, gegen welche Verhaftödefehle ^ erlassen waren, sind entflohen. — Die Regierung hat einen Courrier nach Madrid nut der Nachricht - abgefertigt, daß das Geschwader Dom Pedros bei s Terceira gesehen worden sey. Die portugiesische ' Kriegs « Brigg Triumph und eine russische Brigg !- sind in den Tajo eingelaufen; eine englische s Parlamentsglieder für die Hauptstadt zu. entfernen 96 suchen. Eine schwache Pairskreirung wird deshalb nothig seyn, um diese Hauptpuuctc der Bill zu sichern, Über, welche Graf Grcy und seine Kollegen nie nachgeben werden, so geneigt sie auch sonst seyn mögen Modifications in versöhnendem Geiste zu bewilligen. Der Herzog von Wellington, sagte man, habe selbst eine Bill entworfen, um sie der der Minister als Amcndcmcnt entgegen zu setzen. Dics ist nngegründet. Der Herzog hat nicht nur selbst kcine Bill vorbereitet, sondern sich auch für kcine bcson« dere Reformmaßregel verpflichtet. (Allg. Z.) Die Times vom 6. d. M. erklärt sich in den stärksten Ausdrücken gegen die französische Expedition nach Ancona und sucht in einem langen Artit'clzu beweisen, daß dieses Unternehmen durch, aus zwecklos, gefährlich- und allen von der französischen Regierung bisher aufgestellten Principien nndDoctrmen hinsichtlich der unberufenen Emmi-schung fremder Regierungen in die Angelegenheit ten anderer Staaten schnurstracks zuwider sei. Im Globe liest man: „Der Umstand, daß die Soullerainität von Griechenland einem so jun-'gen Manne, wie dem Prinzen Otto von Baiern, angeboten worden, wird weniger auffallen, wenn man die große Popularität kennt, dcrcn sich scin Bater und seine Familie in Griechenland erfreuen. C's wäre unnütz. Diejenigen zu bekämpfen, welche (wie die Times) behaupten, das; cs besser seyn n?ürde, wenn der neue Souverain von Griechen» land ein mehr vorgerücktes Mtcr hätte; wir geben dieß ebenfalls zu. Gleichwohl kann doch eben cin Mangel, wi? ocr gerügte, auch seine vertheilhafte Seite haben, wenn damit nämlich die Orwäh» lung eines Mannes, der bereits curch seine persönliche Gesinnung einer besonderen europäischen Partei angehört, in Vergleich gebracht wird. Wer auch nach Griechenland gegangen wäre, es mußten immer fähige und verantwortliche Rathgcbcr ihm Zur Seite gestellt werden; ist es nun cin junge? Mann von Talent, wie dieß der Prinz Otto von Bftiern seyn soll, so kann seine Regentenlausbahn, die ohne alle vorgefaßte Meinungen und Borur, theile gegen seine Persönlichkeit beginnt, für Gne« chcnland von einem höchst wohlthätigen Einfluss? seyn. Unstreitig war die Wahl, die man zu treffe h..tte, wegen der Rücksichten, welche die cine ruie die andere Seite nehmen mußte, sehr bc» schränkt. Oin junger Fürst kann sich dem Lande, das -er beherrschen soll, viel leichter anpassen, als ein älterer, der vielleicht enngc schwer abzulegende Gewohnhmen hätte, in Folge deren ihm die Griechen abgeneigt geworden wären. Ueberdicßgewährt die getroffene Wahl auch den Vortheil, daß der Sohn des L^nigs von Baiern von seinem Vater mit Nathgcbern, Geld und verdienstvollen, erfahrenen und seiner Familie ergebenen Offizieren ausgestattet werden kann. Die auf Großbritannien fallende Last wird demzufolge kleiner seyn, als sie es viellcicdt in jedem andern Falle gewesen wäre, wiewohl es dadurch eine größere Gewähr für die Sicherheit des neuen Staates erhalten dürfte." (Oest. B.) Gsmannische6 Neich. Briefe aus Alexandrien vom 6. Februar melden, daß die egyptische Armee nach einigen heftigen Regengüssen unter den Mauern von St. Jean d'Acrc die Belagerung aufgehoben und zu Lande nach Alexandrien zurückgekehrt sei; die Flotte, viel beschädigt, ist schon früher in den Hafen Alexanoriens eingelaufen, um hier ausgebessert zu werden. Jetzt dcntt man in unserer Stadt nur auf die nöthigen Vorkehrungen, um die zur Bezwingung Mehemet AliS zu Wasser und zu Lande abgeschickten Streit« krafte der Pforte, zurückzuschlagen. (I?. 6i Ver.) Aus Alexandria i'st durch Briefe vom 3i, Jänner die Nachricht eingegangen, daß die egyp" tische Flotte, durch die Kugeln des Festungsgcschützes von Acre und später noch durch Stürme übel zugerichtet, zur Rückkehr in den Hafen dieser Stadt gezwungen, wiecer daselbst eingelaufen sci, uno Ibrahim Pascha dadurch, der Unterstützung von Seiten der See beraubt, für gut gehalten habe, die Blockade dieser Festung aufzuheben, und sich zum zweiten Mal einige Stunden weit zurückzu. ziehen. Indessen, melden diese Briefe, hätten die Arbeiten an der Flotte mit Eifer begonnen, und es werde dieselbe binnen kurzer Zeit wieder in gutem Stande seyn. Die Rüstungen überhaupt werden mit größter Anstrengung fortgesetzt, und ron na« hcm Frieden war tcme Rede mehr. — Am 23. Februar ist in Triest ein Schiff aus Alcxandria an-gekommen. Die egyptische Flotte nar bci Adgang dcsfeldcn bereits wieder segclfeNig, und viele Transportschiffe mit Proviant und Munttion schickten Nct) eben an, unter Begleitung eines LinicnftvlsscZ uno einiger Fregatten, nach der Küste Syriens abzn^ gehen. ' (Oest. B.) NkVMeuri F^r, 5av. WUnrich. 1?McI?r: Dgn^ M