^^Luumerattons-Preisc: Für Laibach: Ganzjährig . . 8 fl. 40 Ir. halbjährig . . 4 „ 20 „ vierteljährig . 2 „ 10 „ SJipjtoiIid' • • » ”0 » Mit der Post: ^rozjährig...............12 fl- tcdbj^rig................ 6 » ^teittrjährig............ 3 - ^jte Zustellung inS HauS 25 kr., monatl. 9 kr. Anzelne 'Jhimmetn 6 kr. Laibacher Ncvactisn Pahnhvsgasse Nr. Vl‘2. anblfltt An«nyme Mittheilungrn werden nicht berücksichtigt; Manuscripte nicht zunickgesendct. Expedition- & Znsernte«-Burea»: Congrcßplatz Nr. 81 (Buck Handlung von Jg. v. Klein» mahr & Fed. Bamberg.) JnsertionSpreise: Für die ciulpaliige Petitzeile ä 4 tr., bei wiederbolter Ein fchallung ä 3 kr. Anzeigen bis 5 Zeilen 20 kr. Ä- Bei größeren Inseraten -ntte' öfterer Einschaltung mtjprt» Jd chender Rawtt. i;: ' ' Für complicierteii S«tz. desyn. fcere BergütunD^SA Nr. 87. Veontag, 19. April 1875. — Morgen: Sulpitius. 8. Jahrgang. Das Evangelium der Klerikalen. ii. Das alles scheint vielleicht manchem auf den et-«.,, $Mid als klägliche Burleske, das ostentative Ättun einiger Betschwestern und Pfaffenfrenndinnen L A S-wÄ-tz- dünkt ihnen nicht der Rede ^ Allein abgesehen davon, daß die hochwürdigen ÄtoberlÄ der katholische» Männer- und E* JLLme aerobem den Parteihader und die po-Leidenschaft an die Stelle der evangelischen cK?tn£«ESm welche Friede und Freundschaft wischen slovenische'n und deutschen Landesbewohnern WsÄW- ung-stM erhalten Haben; ab-»Än davon, daß sie sich -]W scheuen, bte Fackel ITLtitaä) in bic Familie zu tragen und m,,er gÄ zu vergiften, abgesehen von dem ailea fragen wir: Sind sich die Herren auch :.ar Ärind? 1 bicfe jedes guten Christen unwürdigen Nb^ °ls ?ati°n°l. Tugend hinstellen ja aerabezu clls christliche Lehre beze.chnen? Die Selbstsucht das sollten die Herren wohl beachten, ^kwsismyl, ' » . 6 btr m allen Menschen rSlummnt nn?ju dessen Bekämpfung Religion und SSl bk Mcnsch-n aufforbern und verpflichten ; Ieuilleton. Ueber Daß Kochen. (Schluß.) bat man in einer einfachen Operation ein Mittel atfunbtn, um die Höhe der Berge ÄZ«‘ Sstrof, -I» Seuerjeug, Colt anb ein Thermometer genügen für die wichttge ffimAminfl • man braucht nur zu beobachten, bei mit viel Th'ermometergraden das Wasser ins Wallen oerittb unb die Berechnung ist leicht gemacht. 8 SU aber hilft sich nun die Hausfrau wenn ÄM5,'en mürbe werden sollen? Sie legt ganz ÄÄ ®™el auf den und ma«, -- Ä Damp e (*««, in die Höhe >n hmmen. SBenn bas Wasser solcherweise bet höherer Tempe. \atuv sitbet und die gefeffelten Dämpfe immer mehr - «rast entwickeln. so heben sie den Deckel an e.ner Sei e. schaffen sich schnell Ausgang, und der Teckel ?nkt sich wi-der; hebt sich unb senkt sich fort und lort Die Köchin erreicht ihren Zweck und die ein La» Erscheinung war der erste Anfang der Dampf-Inasckine. An ben auf einer Seite befestigten Deckel, "er sich f°st regelmäßig hebt und senkt, einen Draht denn die Herrschaft und Egoismus wäre die Vernichtung aller gemeinnützigen Werke, das Aufhören aller Humanitätsanstalten, die Erstickung des Wohl-thäligkeitsdranges der Bevölkerung, die Ertödtung aller menschenfreundlichen Bestrebungen im Keime. Und wie konnten nur Mädchen und Frauen zu einem so ruchlosen Beginnen ihre Hand bieten, wie einer so grenzenlosen geistigen Verirrung verfallen! Die werthen Mädchen und Frauen und ihre katho-lisch politischen Einbläser und Lehrmeister, die gesonnen sind, ihre Nächstenliebe gegen die Liberalen so praktisch zu bethätigen, werden schon verzeihen, wenn wir trotz aller Achtung vor ihrer religiösen Ueberzeugung, bei der vom göttlichen Lehrmeister selbst gepredigten und erläuterten Ansicht von der Nächstenliebe bleiben, wenn wir uns die Grundlage, auf welcher Staat, Christenthum, gesellschaftliche« Leben, die ganze moderne Bildung aufgebaut ist, nicht so leichten Kaufs hinwegeScamotieren lassen. Jedoch unser Erstaunen darüber können wir nicht verhehlen, wie christkatho-lische Priester, die doch das Volk so aufrichtig lieben und für dessen „materielles und geistiges Wohl," wie man uns unaufhörlich versichert, ein so warmes Her; haben und unablässig wirken, so unbedachtsam sind und eine übrrauS schädliche, das Christenthum geradezu untergrabende, in ihren Folgen besonders bei der ungebildeten Masse unberechenbare Lehre verbreiten können. Zu ihren Anschauungen bekehren werden sie die Liberalen gewiß nicht, wenn sie zwischen sich und denselben allen Verkehr abbrechen und gewissermaßen einen Seuchencordon ziehen; im Gegen-thcil werden sie die Achtung vor politischen und rebefestigt und mit dem Spinnrad in Verbindung gesetzt, wird sich die Kurbel desselben drehen. Wie in dieser Erscheinung das Princip der Dampfmaschine lag, so führte sie auch den gelehrten Papin (f 1710), einen Nachkommen französischer Emigranten, der erst in Kassel, später in Marburg lebte, aus die Construction des nach ihm benannten Papimanischen Topfes (Digestor), der so eingerichtet ist, daß der Deckel fest aufgeschlossen werden kann und so die Speisen mit größerer Hitze unter stärkerer Spannkraft des Dampfes gekocht werden können. Damit der Topf nicht platze, ist oben eine Art von Klappe, ein Sicherheitsventil, angebracht, durch welches der überflüssige Dampf sich selber Bahn bricht. Die Bewegung dieser Klappe im Aus. unb 3«gehen brachte den Erfinder auf den Gedanken der bewegenden Straft des Dampfes; wie aber jede neue Arbeit Zeit braucht, um sich Anerkennung zu verschaffen und bis an« Ziel praktischer Anwendung zu gelangen, so auch hier. Seine Erfindung de« festgeschlossenen Topfes hat sich aber überall Bahn gebrochen, wo es sich darum handelte, besonders zähe Speisen mürbe zu machen, oder den Inhalt der Knochen, den Leim, zur Bouillon zu gewinnen. In diesem Digestor kann man das Wasser zu einem ligiösen Grundsätzen, die zu solchen Kampfmitteln zu greifen öffentlich auffordern, bei allen verständigen, wahrhaft sittlichen Menschen unwiderruflich zerstören. Denn was steckt in letzter Linie hinter diesem Terrorismus, den sie dem Volke einimpfen wollen, was ist der Kern ihrer sittlich religiösen Grundsätze ? Um es kurz zu sagen: Sie empfehlen ihren Glaubens- unb Gesinnungsgenossen, die Geschäftsleute von anderer politischen Ueberzeugung als bic Ihrige zu ruinieren. Es soll nur bei solchen Geschäftsleuten, deren katholisch-politische Gesinnung von ihnen als correct befunden wird, gekauft und verkauft, nur bei katholisch-politischen Wirihen gegessen und getrunken, nur bei Handwerkern ihrer politischen Färbung Arbeit bestellt werden? Fände diese saubere Parteivorschrift Gehör, wäre in einem Orte wirklich die Mehrzahl der Bewohner am Gängelbande der national-klericalen Störenfriede und von jener anrüchigen Nächstenliebe beseelt, welche die bewußten „Frauen und Mädchen" in der „Novice* predigen, so bliebe Geschäftsleuten anderer Anschauung allerdings nur die Wahl, entweder zu verhungern oder ihre politische Gesinnung abzuschwören oder wenigstens ihren Drängern etwas vorzuheucheln, und das nennt man „comcte politische Gesinnung." Wiederum scheinen da weder die mehrgerühmten „Frauen und Mädchen" noch ihre hochwürdigen Freunde und Gönner die leiseste Ahnung zu haben, daß sie durch ihr Thun und Treiben nur die gröbste und gemeindeschädlichste Unsittlichkeit förderen durch die Empfehlung einer solchen niederträchtigen Handlungsweise; denn ein ehrlicher Mensch kennt sehr hohen Grade erhitzen, ohne daß die Dämpfe, verflüchtigen, und auf diese Weise Körper, welche bei der gewöhnlichen Siedehitze noch gar nicht angegriffen werden, z. B. Knochen oder Elfenbein, in wenigen Minuten zu Gallerte kochen. Von höchstem Nutzen ist der Papinianische Topf noch da, wo die Bedingungen des Kochens besonders schwierige sind, wie aus dem St. Bernhard-Hospiz und in der Meierei von Antisana in Südamerika. Der £a»pt;iveck beim Kochen ist immer da® Mürbemachen der Speisen; wir haben die erste Bedingung, das Sieben des Wassers, betrachtet: bic zweite ist das Feuer, die dritte der Ort de« Feuer» oder der Herd. Die künstliche Feuerung mit Spiritus, GaS rc. wollen wir hier nicht näher erörtern Zu gewöhnlicher Feuerung braucht die Familie Holz, Torf, Steinkohlen u. dgl. Welches Brennmaterial ist nun das beste und vortheilhafteste? Hier wie in allen Lebensverhältnissen ist, was für den einen richtig erscheint, falsch für den ändern. Eine genaue Prüfung der besonderen Verhälinisse ist vor allein nvthig. Zu einem schnellen Kochen ist jedenfalls sehr zerkleinertes und trockenes Brennmaterial das geeignetste So z. B. beim Abkochen der Milch, um ihr Sauer* „ichts entwürdigenderes und sittlich verderblicheres, als die Heuchelei. Glücklicherweise geht es weder in Laibach noch anderswo ganz nach dem Sinne unserer zärtlichen Freundinnen und ihrer tonsurierten Beschützer; es ist denn doch der gesunde Menschenverstand dem Volke noch nicht so vollständig abhanden gekommen, daß es nicht einsehen sollte, es sei am besten, um sich vor empfindlichem Schaden zu wahren, dort zu essen, zu trinken, zu kaufen und Arbeit zu bestellen, wo man am besten, schnellsten und billigsten bedient wird, nicht aber dort, wo die national-klerikale Gesinnung oder wenigstens deren Heuchelei am stärksten zur Schau getragen wird. Dcßhalb mögen sich unsere liberalen Gesinnungsgenossen aus dem Handels- und Gewerbestande hier und auf dem Lande nur beruhigen. Sie sollen nur ihr besonderes Augenmerk darauf richten, ihre Kunden in jeder Beziehung besser, solider und billiger zu bedienen, es wird ihnen an Zulauf nicht fehlen. In Geldsachen hört nicht nur die Ge» müthlichkeit, sondern wie die Erfahrung lehrt, auch die national-klericale Ausschließlichkeit und Vehme auf. Die Sache, wie gesagt, ist von keiner großen prineipiellen Bedeutung; läßt ja der liebe Hergott seine Sonne über allerhand wunderliche Käuze auf» und niedergehen, ohne daß davon dem großen Ganzen ein Nachtheil erwächst, warum nicht auch über die unterschiedlichen nationalen „Frauen und Mädchen" die in echt christlicher Gesinnung ihre Nebenmenschen ein klein wenig ruinieren möchten. Doch da dies staunenswerthe Product ultramontaner Geistes-Verschrobenheit sich in öffentlichen Blättern breit macht, da mit der Leidenschaft des Fanatismus in gewissen Kreisen daran festgehalten, selbes als eine große nationale That gepriesen wird, verdiente e« einmal gehörig gebrandmarkt zu werden. Es müßte mit dem politischen Verstände der Slovenen sehr traurig bestellt sein, ließe sich derselbe zu dem bescheidenen Niveau der sattsam bekannten „Frauen und Mädchen" Herabdrücken oder sollten die von ihnen gepredigten Grundsätze je Eingang finden. Leute die sich nicht entblöden, sei es unter katholischer oder patriotischer Firma, solche Grundsätze unter das Volk etnzuschmuggeln, welche ein offener Hohn auf das Ehriftenthum sind, welche die nackte Selbstsucht, die ungeschminkte Lieblosigkeit wider den politischen Gegner als politische und patriotische Tugend empfehlen und anpreisen, haben sich das Stigma der Verworfenheit selbst an die Stirne gedrückt._____________________________ Politische Rundschau. Laibach, 19. April. Inland. Der Oberstlandmarschall als Präsident des böhmischen Landtages hat wieder tim renitente» altczechischen Abgeordneten die Auf- forderung zugehen lassen, in den Landtag einzutreien, widrigenfalls gegen sie gemäß den betreffenden Bestimmungen der Landesordnung vorgegangen werbt. Es ist das die selbstverständliche Folge des abermaligen Ausbleibens der Altczechen aus dem Landtage, die sich seil der Inauguration der Passioitäts-polilik im Jahre 1867 nun schon ungczähltemale wiederholt hat. Ebensowenig neu oder überraschend ist es, wenn von anderer Seite gemeldet wird, daß die Altczechen die Aufforderung des Oberstlandmarschalls wieder mit einer von Dr. Rieger verfaßten ,Staatsfchrifl" ablehnend beantworten werden. Doch will man wissen, daß die Altczechen diesmal den Eintritt in den Landtag nur „vorläufig" ablehnen und sich ein Hinterpförtchen für eine eventuelle Schwenkung offen lassen wollen. Dem schon ungeduldig werdenden Volke spiegelt man einstweilen vor, daß sich in Wien ein „Umschwung" vorbereite, und daß man nur die Rückkehr des Kaisers aus Dalmatien abwarten mögt, indem dann ganz gewiß der Weizen für eine altczechische Action blühen werde. Ja die „Politik" versteigt sich zu der ebenso unverschämten wie dummen Behauptung, daß der österreichische Staat, ohne in die größte Gefahr vollständiger Schwächung und Lähmung zu stürzen, nicht länger die Unthätigkeit der altczechischen Opposition aushatten könne. Anläßlich eines Zwischenfalles im grazcr Landtage bringt die amtliche „Grazer Zeitung" einen offenbar von der Statthaltern ausgehenden Artikel über das Jnterptllationsrecht des Landtages. Dem Reichsrathe stehe allerdings nach dem Staatsgrundgesetze das JnterpellationSrecht zu, nicht aber dem Landtage. Es könne vollends keine Rede von der Pflicht der RegierungSvcrtreter feilt, im Landtage die Interpellationen zu beantworten; die Landesordnung enthält keine derartige Bestimmung, nur die Geschäftsordnung des Landtages, und diese nur sei für die Landtagsmitglieder selbst bindend. Der Schwerpunkt liege eben in dem Umstande, daß wol die Regierung der Reichsvertretung, nicht aber den Landcsoertrelungen verantwortlich sei, uud währtnd dein Reichsrathe allerdings das Recht zu» stehe, Verwaltungsacte der Regierung einer Prüfung zu unterziehen, kann selbstverständlich ein solches Recht der Landesvertretung niemals vindiciert werden. Die Bischöfe der böhmischen Kirchenprovinz haben anläßlich des Jubeljahres einen gemeinsamen Hirtenbrief erlassen. Derselbe beklagt die blutigen Ereignisse der letzten fünfundzwanzig Jahre, den Verlust zweier Perlen aus unserer Kaiftrkront, die Beraubung und „Gefangen-nthmung" des htiligtn Vaters durch „verwegene Hände" und den Ausbruch des „Krieges gegen die Kirche." Er erläut rt den Freihc ilrbegriff im^im des Gottesgebotes, warnt vor MiSbrauch der Froheit durch Unterdrückung ober Demütigung eiaef Bruderstammes, durch Entziehung des kirchlita Segens bei Verehelichungen oder Abwenbigmachrnik van dem Klostereintritt und fordert zur vollsten In* Wendung der Freiheit bei den Wahlen in Gememii> Schul- und Staatsangelegenheiten und zur Abwch gegen die Verfolger der Kirche auf. Er klagt schlich lich über schlechte Bücher und Zeitungen. Der „Bohemia" wird aus Wien geschrieben daß das neue General ftabsge setz noch dich Jahr und zwar im November in Wirksamkeit tnß* werde. Was dagegen die neue Beförberungsvorschch anbelangt, so könne man vorläufig trotz eifrige Berathungen zu keinem Resultate gelangen ai wird daher vorläufig alles beim — Alten bleib» Das neue Militär Pension S gesetz ei harrt der Erltdigung dtS ungarischtn ReichSli hat jedoch keine Aussicht, noch in dieser Ses! verhandelt zu werden. Ausland. Das deutsche Reichskanzler-Amt iji wie es scheint, als eine Art Antwort auf die fr» zösifche Maßregel, welche die Forstwächter, Hüter u. s. w. in ganz Frankreich einheitlich tSrisch organisiert, mit den Einzelstaaten des beutsje Reiches in Unterhandlungen getreten, um die Ui nähme der Gendarmerie auf ben Reicht etat anzubahnen. Es wird beabsichtigt, die ~ dartnerie in eine Reichs-Gendarmerie umzuwai und unter Ein Eommando zu stellen. Die Debatte im preußischen Herrenhause das B r o d k o r b g e s e tz ist deshalb bemerket werth, weil ein Theil der protestanlisch-orthodoxS Altconservativen sich fest an Bismarcks Kirchr» Politik angeschlossen hat. Unter ben 29 Stimn^ welche sich schließlich gegen den § 1 be« erklärten, waren inbeß auch Gras Nefsclrobc Freiherr v. Landsberg, der erste Oberhofml der zweite Kammerherr der Kaiserin, sowie U der Präsident des Obertribunals — ein jj#»' welchen Schwierigkeiten Bismarck noch irn»«^ gegnet. Auch verlautet, daß der Kaiser an dem Klostergesetz-Entwurf noch einige Amber gen verlangt habe und daß sich dadurch bit ' bringung diese« Gesetzes verzögere. Aus der korb"-Debatte mag als besonberS pikant baS 31 gcspräch zwischen Bismarck und Brühl hervor ben werden. „Von Petrus weiß man noch," si Bismarck, „daß er seine Sünden bereute, esf Papste wird man die« Bekenntnis nicht mehr hören bekommen." Und darauf bemerkt der lifche Graf Brühl unter großer Heiterkeit der ses: „Als Petrus seine Sünden bereute, war noch nicht Papst!" werden zu verhindern. Die Milch säuert nemlich dadurch, daß sie wie alle Flüssigkeiten, den Sauer-floss der Lust verschluckt. Es handelt sich darum, diesen wcgzutreiben, und das kann nur durch ein schnell wirkendes Brennmaterial geschehen. Torf und Braunkohlen sind zur Kochfeutrung nicht anzu-rathen, weil sie einen sehr unangenehmen Geruch verbreiten; es sei denn, daß man sie in einem größeren Herde verwendet, wo ein sehr starker Luftzug alle bösen Dünste durch den Schornsttin entführt. Eoat», der einen ungeheueren Zug verlangt, ist ge-gewöhnlichen Haushaltungen am allerwenigsten zu empfehlen. Die eigentliche Feuerstätte, der Herd, hat mancherlei Verwandlungen und Verbesserungen erfahren. Zunächst bestand er aus einem Plättchen, auf das der Topf mit feinem Inhalt gefetzt und rundum mit Holz umgeben wurde. Die Flamme schlägt, ihrem natürlichen Zuge folgend, nach oben und cfl erfordert eine lange Zeit, ehe das Wallen und Sieden eintritt. Dieser mangelhafte Zustand führte zum Spatherb (gemeinhin Kochmaschine genannt), einer von Löchern durchbrochenen Platte, in welche die Töpfe mit dem untern Theile eingesetzt werden; die Feuerung wird von unten bewirkt und bietet den Vorthtil, daß die Flamme bei gutem Zuge mehrere Töpfe berühren kann. Was geht nun in den wichtigsten Speisen vor, wenn sie mürbe werden? Unter den wichtigsten verstehen wir Gemüse, Fleisch, Bouillon rc. Die Kartoffeln z. B. als Gemüse enthalten einen mehlreichen Stoff; sie garkochen, heißt weiter nichts, als sie von dampfendem Wasser durchdringen lassen. Der heiße Wasserdampf zerreißt die kleinen Zellen, das Mehl wird frei, quillt auf und die Kartoffeln find gar. In großen Wirtschaften leitet man auch wohl blos heiße Dämpfe ein, welche die Zelle und Hülle der Kartoffeln im Innern und Außen zerreißen und da« sogenannte Platzen bewirken. Am schönsten werden sie, wenn man im Augenblick, wo fit gar sind, da« beiße Wasser abschüttet und sie nur im eigenen Wasserdampse noch einige Zeit stehen läßt: auf diese Art kann man selbst schlecht! Kartoffeln schön mehlig machten. Um Fleisch zu kochen, muß man nach den verschiedenen Zwecken verschiedene Rücksichten nehmen. Man kann entweder nur gute Bouillon ober gute« Fleisch verlangen; die Güte de» einen schlitßt die des ändern aus. Um kräftige Bouillon zu gewinnen, muß man das Fleisch in kaltes Wasser legen, sehr allmälig Temperatur desselben steigen lassen und ein mö heißes Wasser dadurch zu gewinnen suchen, baß erst Kochsalz zusetzt, welches die Bouillon ja verlangen würbe, den Deckel des Topfe« fi oder womöglich einen Papinianiscttn Topf Das Fleisch, da« nach solchem AuSkochen übrig bietet nichts als reine Thiersaser, zäh, saft« * kraftlos. Um das Fleisch saftig zu erhalten, muß 8* es sofort in das schon siedende Wasser stecken; K Eiweißstoff desselben gerinnt dann sogleich unb off stopft bit Poren, durch welche der Saft keinen M weg mehr finden kann; was bei dieser Art » Bouillon zurückbleibt, ist aber nicht viel besser * gesalzene« Wasser. . „ . Bouillon und Fleisch gleichmäßig genießbar r machen, setzt man da« Fleisch in mäßig umriF Wasser und bringt e« allmälig, aber nicht zu laagA in lebhafte« Kochen, es tritt bet:» der EiwciM und auch etwa« Blutstoff nach außen, den Hausfrau al« Schaum abflüpft, aber ju "Wn* werfen mag, denn er enthält den besten 9Wr‘ ftoff unb läßt sich bei der Bereitung blS G" vortrefflich verwenden. Während der Pause, wrlche in der Entwicklung I he* deutsch belgischen Zwischenfalle« eingeritten, beschäftigt man sich mit der Auffindung von Hzräcedenzfällen. So erinnert ein schlesisches B>att Disr aeli daran, daß es im Jahre 1859 gewesen, **>0 die bekannte Macdonald-Affaire Lord Palmerston ^olaß gegeben, einen Act der Rechtsprechung durch preußische Gerichte in einer überaus unanständigen SKttife m kritisieren. Freiherr v. Schleinitz habe lene «ritik in ziemlich kräftiger Art zurückgewiesen. ».ES wäre vielleicht ebenso gut gewesen - meint fco« Blatt — „wenn die deutsche Note an Belgien »»naes»rieben geblicbea wäre. Da sie nun aber ge-ttfcrieben und erwidert ist, sind wrr der Ansicht, fcafc bier durchaus kein sensationelles Ereignis vor-Ireat sondern ein Fall, wie er sich im diplomatischen sÄt unendlich oft ereignet hat. Das Recht, Er-tTgnisfe, die uns interessieren, zu besprechen, dar U unsere Diplomatie nicht rauben lassen, selbst totnn diese Ereignisse in ernem fremden <.andc vor U4 Den muesten Nachrichten auS Constantino. >, .„/l, soll sich die Pforte dessen wohl bewußt tt Äßdi Türkei im Kreise der Machte gegen-Ktia Le gänzlich isolierte Stellung einnehme, qu& für den Sultan soll dies kein Gehe.mn.ö Der Gr°b°ezier tröstet den Padischah mit der Knmrifuna auf die stattliche Armee, d.e,m Werden Kriff ' i?t und die sich als treuester Freund in der Sffim fen 5* bestärkt ihn zugleich in ÄS daß man unter solchen Umständen um tr »usstqr, o v . ber Fremden in der freier gegen Diesbezüglich geschah wieder ^ürkei vorgehen k° ne D. sbez ^ weiterer @.fi bcr asiatischen Türkei ^grln gegen dl- P s bcv ^jortt ben bortt» durch eine »erjuflfl murbt( in Zukunst Gouverneuren ^ . türkische« Schulen im W ändern als d,e officteum I w ^treffs der Wbt zu dulden. 4 wogegen England und Kündigten Handelsvertrags^ Jptfttrmiä) rt® J ft Q'n (einem Standpunkte an >chst°rres Walten an^em ^ ^ tn Mächten Re ch UnterhQnbiuttgen über einen S « mU ipanie „ 'und Portugal wen HandklSver g verhältnismäßig un- 4L L!-°».. °>><-- 6on- ^cjstonen einräumte Zur Tagesgeschichte. _ äiattenmorb. «ns Leibnitz (Steiermark), 14tcn Jrb aefchrieben: „Die Fäll-, baß bie Lanbleute zu ^St'ifen um unbequeme Personen zu beseitigen, sinb in Steiermark gar nicht fetten. Namentlich sinb « Wn bie ihren Männern ben Giftbecher reichen; kein “ 'ht o6ne bei ben Gerichtshöfen >n Graz unb c„ä» s» w-re “t unserem Bezirke haben wir neuesten« wieder einen so -Fall zu verzeichnen. Am 13. März würbe ber gre.se Grundbesitzer Stoißer in Eckberg beerbiget. Kaum war ber >W9TLnn begraben, so t°nchte bas Gerücht auf, der. Wbt sei.von seiner Gattin vergiftet worben. Diesertage errett b« Gendarmerie solche Anhaltspunkte, daß sie b.e Ver-Haftung 1« Frau vornahm, welche offen gestand, ihren %ann mit Arsenik und Köpfen von Zündhölzern in Milch gekocht, »«giftet zu haben. Die weitere Untersuchung ist **8 Zuae." - — Die Resultate, welche man jüngst mit einer K a - hCBt von 38 Tonnen in Woolwich erzielte, Übertreffen was bisher mit GeschUtzen erreicht wurde Die ffa- ward nemlich abgefeuert, um bie flir berartige Geschütze ^forderliche Labung zu bestimmen unb hiebei erreichte baS ««unb schwere Geschoß bei einer Pulverlabung von 150 ^funb die außerordentliche Geschwindigkeit von 1506 Fnß ^ Sekunde; babei fattb nur eine mäßige Pression auf innere Oberfläche beS Stückes statt Man »erbankt bas ^«futtatbem neuerfimbentn kubischen Pulver, beffen >>*8rnei" 1‘/« Zoll im Durchmesser haben. Local- und Provinzial-Angelegenheiten. Original-Corresponden;. Nenmarktl, 18. April. (Geistliches Bettel» unwefen.) Da Ihr sehr geschätztes Blatt unter den Pro« vinzial-Nachrichten auch die Heldem^aten der Unfehlbaren nickt verschmäht, so möchte sich Schreiber dieser Zeilen erlauben, einen tleinen Beitrag zu liefern, indem er eine wunderliche Zumuthung ber Geistlichkeit unseres Marlles mittheilt, welche es verbient, öffentlich bekannt gemacht zu werben. Es sind hier in Neumarktl drei Kirchen, unter benen bie Pfarrkirche ganz am nordöstlichen Enbe bes Ortes liegt, währenb bie Filialkirche zu St. Andreas mitten im Markte steht. Nun wurde letztere vor einigen Jahren renoviert, dabei aber im Innern nur insoweit ausgestattet, als es für ben Augenblick nöthig erschien; beim wenn man bedenkt, baß bieselbe für ben Sonntagsgottesbienfl gerabezu ohne Bebeutung ist, ba es bie Geistlichkeit als eine förmliche igüube zu betrachten scheint, an Feiertagen auch in diesem Gotteshaufe eine kurze Messe zu lesen, so wäre eine voll-ftänbige Ausstattung mit mehreren Altären, kostbaren Decken it. bgl. ohnehin zwecklos, ba ja bie gewerbetreibenden Bewohner unserer Gemeinde nicht Werktags in ber Kirche sitzen können, Sonntags aber in bie am Enbe, fast außer-halb des Ortes, liegtnbe Hauptkirche zn laufen gezwungen ftnb. Unb auch ba werben bie kurzen Meffeu ja auf einmal, nicht feiten zu breien, unb meistens schon faft während bes elften Amtes gelesen, bamit man ja nicht bie Sünde begehe, in einer kürzeren Messe zu erscheinen. 9tuu würbe am vorletzten Sonntag von ber Kanzel verkündet, baß es heuer, als einem allgemeinen Ablaßjahre, sich gebühre, alles für bie Kirche zu thun unb eine neue Sammlung veranstaltet werben müsse. Man gebe zwar zu, baß es mit bem Geld unb Verbienst äußerst knapp stehe, daß bie Gewerbe stocken it. f. w., aber bie Kirche müsse trotzbem bie volle Ausstattung erhalten. Dazu würben jeboch 2000 fl. nicht ausreichen, weshalb man gentitbigt sei, von Haus zu Haus bei allen Familienvätern milde Sammlungen zu veranstalten, sowie man auch sonst keine Beträge verschmähen werbe. Der Herr Pfarrer vergißt wahrscheinlich, baß er vor nicht langer Zeit selbst ans ber Kanzel gar kläglich betont hat, wie er nur Dreivierteljahre mit bem Erträgnis seiner Psrünbe auSkommctt könne und boch hat ber Hochwürdige keine Farnlie wie wir andere Menschenkinber zu versorgen, ba soll aber ber Markt mit ungefähr 2000 Bewohnern für Kirchen, die für ben Sonntagsgottesbienst ohne Bedeutung ftnb, gleich Tansenbe bereit halten, trotzdem in ber Haupt-kirche fortwährenb Opfer gefordert werden. Hätte die Geistlichkeit die Worte Christi: „Gebet, auf baß euch gegeben werde," bie sie diesmal itt ihrem Sinne auslegte, auf Noth bürftige angewenbet z. B. die Abgebrannten einer krainischen Gemeinde, für die sie nur mit ber Kreuzerbüchse sammeln ließ, so hätte man eö begreiflich gefunben; baß sie aber biefe Worte bes HcilanbeS als Beweis ber Nothwenbigkeit von Kirchenspenben auf ber Kanzel anführt, noch dazu für solche Kirchen, bie, wie gesagt, für Sonntage ohne Bedeutung sinb, ist wohl lächerlich unb könnte bei einigermaßen versiänbigett Leuten gerabe bie entgegengesetzte Wirkung Hervorbringen. Ebensowenig vermag ber Umstanb bie Opferwilligkeit zu erhöhen, baß bie betreffend Kirche, burch Fahrlässigkeit bes Meßners, wie es heißt, ganze Nächte offen bleibt, jo baß neulich ber werthvolle Schmuck eines Mobonnenbilbes gestohlen würbe unb Altardecken weggekommen sein sollen während die Thurmuhr alle Augenblicke stehen bleibt, da man es nicht der Mühe für werth findet, sie regelmäßig auszuziehen. Man beweist damit selber, daß man bie Kirche stiefmütterlich behandelt. Damm sollte man nicht fo mir nichts dir nichts mit Forderungen kommen, die nichtsweniger als den Verhältnissen entsprechen. Anmerkung btt Aebaction. Wissen die Be-wohner NeumarktlS nicht, baß Gesetze existieren gegen das überlästige »ettelunmcsen, baß öffentliche Sammlungen in den Häusern ohne die Erlaubnis der politischen Behörde verboten sind. Warum rufen bie armen Bewohner Neu rnarktls nicht den Schutz der Behörde an gegen ihre geist liehen Bedränger und Blutsauger? —■ (Dritte L a n d ta gs f i tz u n g.) Beginn der Sitzung 10 Uhr 30 Minuten. Gegenwärtig der Landes hauptmann und 31 Abgeordnete; als tRegierungsoertreter Hofratt) Witter v Widmann. Nach Verlesung und Ge«eh rnigung bes Protokolles ber letzten Sitzung macht ber Vorsitzende die Mittheilung, daß die Abgeordneten Karl Rudefch unb Dr. Razlag ihr Ausbleiben von der Landtagssitzung entschulbigt haben. Das Lanbesprasibinm legt ben Gesetzentwurf, betreffeub bie Umwanblnng ber in ben gegenwärtig bestehenben Lanbesgesetzen vorkommenben Maß- unb Gewichtssätze in metrisches Maß unb Gewicht auf den Tisch des Hauses. Ferner macht der Lanbeshauplmann bie Mittheilung, daß das in der vorigen Session beschlossene Gesetz üb:r eine „Bauordnung für das Herzogthum Krain" die kaiserliche Sanction nicht erhalten, und schlägt vor behufs Nenberothung diese Vorlage bem volkSwirthschastlichen Aus-schuffe, ber zu diesem Zwecke durch zwei Mitglieder zu verstärken, zuzuweisen. Ueber Bleiweis' Antrag wird bie Wahl der zwei Mitglieber noch heute vorgenommen. Bei ber am Schluffe ber Sitzung vorgenommenen Wahl erscheinen gewählt bie Herren Dr. Sck^ey und Kotnik. Unterschiedliche Petitionen von landschaftlichen Beamten unb Dienern um Erhöhung ihrer Gehalte unb Bezüge werben dem Finanzausschüsse zugewiesen, ebenso die Gesuche zweier Kunst-bcfliffenen und bie Petitionen der Studierenden an Hoch-chulen um Beiträge zu dem Stubentenunterstützungssonbe. Abgeordneter Dr. Sch rey stellt den Antrag, es mögen die Bezüge des weiblichen Lehrpersonals an den öffentlichen Volks- unb Bürgerschulen erhöht unb nach ben Grundsätzen bemessen werden, toornach die Gehalte des männlichen Lehr» Personals geregelt würben. Die Begründung bieses Antrages olgt in ber nächsten Sitzung. Zur Berathung ber Gruttb« züge, nach benen das Gemeindegesetz modificiert werben fall, wirb die Wahl eines besonberen Ausschusses beschlossen und bie Vornahme berselben auf bie nächste Sitzung festgesetzt. Die Wahl bes ÜanbtagSabgeorbneten Graselli int ianb» gemeinberoafjlbezirte Abelsberg - Planina wirb vom Hanse bestätigt. Die Regierungsvorlage eines Gesetzentwurfes, be* treffenb bie Umwanblung bet in den gegenwärtig bestehen ben Lanbesgesetzen vorkommenben Maß- unb Gewichtssätze in metrisches Maß unb Gewicht wirb dem verstärkten Volks-wirthschaftlichen Ausschuß zugewiesen. Der Bericht des Laubes-au Schusses wegen Erwirkung eines Nachtragscredites aus bem Landessonde pro 1874 anläßlich der Aenderung der Regie- unb Speisenvcrgütuug im hiesigen Civilspitale wird bem Finanzausschüsse überwiesen. Bezüglich ber Slaper Obst- und Weinbauschule stellt ber Finanzausschuß folgende Anträge: Der Landtag wolle be-chließen: 1. Der Voranschlag für das Jahr 1876 der Slaper Obst- und Weinbauschule (im Erforberniffe von 6609 fl., in ber Bebeckung von 3515 fl. unb im Abgang von 3094 fl.) wird genehmigt. 2 Der Abgang werde aus dem Landes-cnlturfonde gedeckt. 3. Der Laubesausschuß werde ermächtigt, bie prälintinierte Ausgabe pr. 540 fl. für bas Ochsengespann lammt Zugehör unb Entlohnung und Verpflegung bes Knechtes — nur unter der Bedingung zu machen, wenn er beren wirthschaftliche Zweckmäßigkeit anerkannt hat. Die Anträge werden vom Hause genehmigt, begleichen der Rechnungsabschluß dieser Anstalt für bas Jahr 1874 in ben Einnahmen mit 7470 fl 85'/, tr., in ben Ausgaben 7407 Gulben 72'/, kr., bem Kaffareste von 63 fl. 13 kr., bem Gesammtactivoermögen pr. 7703 fl. 21 kr. uttb bem schtieß-lichen Gesammtpassivurn pr. 3416 fl. 31 fr. Dr. Zarnik fürchtet, bie Slaper Schule, da sie nur einseitig ben Obst. unb Weinbau pflege, werbe balb leer flehen, die Zöglinge wenden sich lieber zur Görzer Ackerbauschule. Er habe aus authentischer Quelle positive Nachrichten, daß sich die Slaper Schule als Obst- und Weittbauschule nicht erhalten könne. Bei Verhandlung des Rechenschaftsberichtes behalte er sich vor, Anträge auf Erweiterung bieser Schule zu einer Ackerbauschule zu stellen. Der Voranschlag des Landeskulturfond es wird für das Jahr 1876 mit einem Erfordernis von 3234 fl., einer Bedeckung von 1007 fl. unb einem ou» beut Activkapital bes Lanbesknltnrsondes zn bedeckenden Abgänge bon 2227 fl genehmigt. Betreffend ben Bau einer Irrenanstalt liegt ein Angebot bes Herrn Val. «risper vor, ber seinen „Thiergarten- (im Areale von 37 Joch), außerbem noch andere Grundstücke unb fflalblanb zum Kaufe anbietet. Ankaufs-preis unb Baukosten würben ben Betrag von 200,000 fl. nicht bebeutenb übersteigen. Der JrrenbauS-Bansond beträgt 94,772 fl., für das Mehrerfordernis wäre anderweitig aufzukommen. Der Gegenstand wird dem Finanzausschuß zur Prüfung und Antragstellnng zugewiesen. Der Bericht dt» Finanzausschusses über bie Voranschläge be« «ranken-, Ge- bLr , Findel- und Jrrenhausfondes für das Jahr 1876 wird vorläufig über Langers Anttag von der Tagesordnung abgesetzt bis zur Erledigung der Nachtragscredits-forderung anläßlich der Aenderung der Regievergütung im Civilspitale. Bezüglich der vom L.-A. beantragten Pensionserhöhung von 210 fl. auf 310 fl. für den gewesenen Lolks schullehrer Joh. Pust (Gotischer) stellt D e s ch m a n n den Antrag, sogleich in die formelle Erledigung des Gegenstandes einzugehen, zumal der Landesfond dadurch nicht getroffen werde, der LehrerpensionSfond aber hinlängliche Mittel zur Verfügung habe. Es entspinnt sich eine Debatte zwischen Robii und Deschmann, da kommt unvermuthet die authentische Nachricht iw das Haus, Lebrer Pust sei bereits gestorben, weshalb der Bericht an den Finanzausschuß gewiesen wird. Auf der Tagesordnung steht endlich noch die Wahl eines Schulausschuffes; in denselben wurden gewählt die Abgeordneten: Bleiweis, Deschmann, (Kariboldi, Langer, Obresa, Kotnik und Razlag. Nächste Sitzung Montag den 26. April. — (Tagesordnung für die Sitzung des Gemeinderathes) in Laibach am 20. April um 5 Uhr. Leffentliche Sitzung. Bericht der Rechtssection über die Ergänzungswahlen in den Gemeinderath. — (A m Schloßberge) wird, wie ein Freund unseres Blattes uns erzählt, gegenwärtig in ziemlich rückfichtsloser Weise das bischen Gehölz, das ihn ziert und dem Erdreich des Berges Halt und Schutz verleiht, devastiert. Es wurde uns weiter erzählt, daß der Herr Verwalter des Strashauses am Schloßberge, dem dies eigenthümliche Gebaren auffiel, den Herrn Magistratsökonomen besonders davon habe unterrichten lassen, daß aber trotzdem dem schädlichen Treiben kein Einhalt gethan worden. Verhält fich die Sache wirklich so, so wäre das ein in keiner Weise zu entschuldigender Frevel gegen das Interesse der Stadt und ihrer Bevölkerung. Erst in den letzten Tagen brachten unsere Zeitungen eingehende Urtheile von Fachmännern über die verheerenden Folgen der Walddevastie-rungen und inmitten sozusagen der Stadt, unter den Augen des Magistrates geschähe trotzdem das, was als unbedingt schädlich erklärt ist. Es würde auch der städtische Geldsäckel empfindlich in Mitleidenschaft gezogen, da der Weg aus den Schloßberg bei Regengüssen durch abrutschendes Erdreich jedesmal beschädigt werden würde. Die Anrainer würden durch dasselbe Uebel zu leiden haben und die Brunneu würden nach und nach versiegen. Wir glauben somit Grund genug vorhanden, hiemit öffentlich jene, die es angebt. aufmerksam machen zu sollen, und wenn wir reckt beuchtet wurden, Abhilfe zu verlangen. SchrSers „Nnterrichtsfragen." Von Prof. A. Heinrich. (Fortsetzung.) Wenn über den geringe» Erfolg deS Unterrichtes an den Volksschulen mit Recht geklagt wird, so wäre doch wieder ein großes Unrecht, wenn mau die ganze Last dieser Beschuldigung etwa einer mangelhaften Pflichterfüllung von seiten des Lehrpersonals zuwälzen wollte. Der geringe Erfolg liegt vor allem ändern in den Lehrmethoden." — Und worin findet Schröer das mangelhafte der Methoden V Darin, daß alles aus ein gedankenloses Abrichten, Dressieren hinaus-läuft. Wir können bier nicht allem dem folgen, was er z. B. über das Lesenlehren sagt, aber vollkommen stimme ich mit ihm überein, daß die Methode des Buchstabierens der des Lautierend vorzuziehen sei. Ter Abgang des Buch-fiabiereus tritt noch in den bewußten «lassen unserer Mittelschulen zutage, wenn man da Abtheilyngen findet wie: fop—flos, verk—leidet, stam—mte u. dgl. .Der Unterricht im Zeichnen wird in der Volksschule in wenig, in der Realschule zu viel gepflegt" schrieb Schröer schon in den sechziger Jahren. Wann soll der Zeichenunterricht beginnen ? Dann, wann das Kind zn zeichnen beginnt und es beginnt sehr früh. „Ich würde auch nicht da« geringste Bedenken tragen, den Zeichenunterricht früher beginnen zu lasten als Lesen und Schreiben, wen» wir die rechten Lehrer dazu hätten und — füge ich hinzu, — wenn der Lehrer es nur mit sehr wenigen Schülern zu thun hätte. Schröer verurtheilt, im Einklänge mit den in dieser Richtung kompetentesten Fachmännern ras bloße Zeichnen nach Vorlagen; „schauen lernen, den angeschauten Gegenstand darstellen lassen, darauf kommt es an." Peter Schmied erzählt sü'on im Jahre 1831, er sei als Zeichenlehrer in Berlin angestrllt worden und habe jungen tiünfllmi, welche bis *um 10. JahVe die Akademie besucht bullen, einen Würfel vorgelegi. welchen sie nach der Ratur hätten zeichnen IZ V'aiv].' tr*?L sei dies richtig im (lande gewesen. Xas Richtige ist wobl: Laß de» Anfänger zuerst »ach der Natur zeichnen, dann zeige ihm denselben Gegenstand gut gezeichnet; er wird dann seine Kräfte messen, wird erkennen lernen, wo er gefehlt, wird sich freuen, die Partie, welche er nicht zu behandeln gewußt, die ihm am meisten Schwierigkeiten gemacht hat, in der Vorlage schön ausgesührt zu haben, das Zeichnen wird aushören, blos Dressur "zu sein. Witterung. Laibach, 19. April. Morgenrotb. Höl'cndiinst, dann trübe, schwacher SW. Wärme: morgens >> Uhr -j- 0°7°, nachmittags 2 Uhr + 15 0° C. (1874 ~ 19 0“; 1873 + 17 6°0.)' Barometer im Fallen 736 (51 Mm. Das vorgestrige Tagesmittel der Wärme + 71°, da« gestrige + 7 8; 'beziehungsweise um 2‘2° und 15" unter dem jtormale. Angekvmmene Fremde. am 19. April. Hotel Stobt Wien Globocnig, k. k. Bezirkshauptmann, Adelsherg. = Bruck, Kokoschka, Blenk und Müller, Reisende; Aich, Goldschmied, Wien. — Jngowitz, Kfm., Krain-bnrg. — Kraußeneg, Kfm., Triest. — Hofbauer, Priv., Marburg. Hotel Elefant. Jonke Maria, Wien. — Benebet, Planina. Tanz, Jgg — Lewitschnig, Bischoflack. — Hinze, Inner« krain. — Graf Bardo, Kroisenbach. — Tavtar, Untertrain. Hotel Europa. Reininger, Suchen. — Ritter v. Berger, Beamter, Görz. — Kascavich, Mochnel, Kwiatkovsky, Au» naszowsky und Eiari, Triest. — Sohn, Brünn. — Hübel, k. k. Generalmajor, Graz. — Munk, Ingenieur, Wien. Laierischer Hof. Hirschmann, Sissek. — Cadore, Agent, Triest. Kaiser von Lesterreich. Glinschek, Lehrer, PeUau. — Be-zensek, Cilli. Molircn. Groschel, Geschäftsmann, Oberogorjach. -- Ja-nowitz, Priv., Triest. Rindfleisch 27 kr., Kalbfleisch 20 kr, Schweinfleisch £8 h per Pfund; Heu 1 fl. 40 kr , Stroh 1 fl. 5 kr. per Zentim: hartes Holz 7 fl. 40 kr., weiches Holz 5 fl. per Klafter. Lottoziehung vom 17. April. Wien: 69 40 28 11 76. Graz: 00 6 41 59 43. Telegraphischer Cursbericht am 19 April. Papier-Rente 70 55 — Silber-Rente 74-75 — lSOftj Ztaats-Anlehen 111 60— Bankaktien 960.— Stedit 2347; London 11135 — Silber 103'50. — K. k. SDlfiSr ducaten 5 24. — 20-Francs Stücke 8-89. - 100 SReüs mark 54 45 Salbe gegen Sommersprossen, Leberflecke Diese Salbe, durch zehn Abende angewcndet, verdrill spurlos Sommersprossen, Leberflecke rc. Ein Original-Zits sammt Anweisung kostet 70 fr. Echt zu beziehen durch 1* Einhorn-Apotheke des Victor Trnkoczy am Hauptp!^ Nr. 4 in Laibach. (268) 6-1 Verstorbene. Den 17. April. Valentin Sadnikar, bürgt. Gürtlersund Hausbesitzerssohn, 8% I., St. Petersvorstadt, 91r. 201, Nachenbräune. — SDiatia Krasovc, Jnstitutsarme, 77 I., Polanavorstadt Nr. 16, Entkräftung. — Angelo Rizzioli, Friseur, 50 I., Stadt Nr. 208, Lungenschwindsucht. — Maria Lachainer, Bürgersgattin, 69 I., Stadt Nr. 38, Schlagfluß. — Ursula Podkraischeg, geb. Prepeluch, Be-amtensgattin, 74 I., KapuzineiVorstadt, Nr. 73, Lungen-lähmung. Lebensmittel-Preise in Laibach am 17. April. Weizen 5 fl. — kr.; Korn 3 fl. 60 kr.; Gerste 2 fl. 80 kr.; Hafer 2 fl. 10 kr.; Buchweizen 2 fl. 80 kr.; Hirse 3 fl. — kr.; Kukurutz 3 fl. -10 kr.; Erdapfel 2 fl. 10 fr.; Fisolen 5 fl. 70 tr. per Metzen; Rindschmalz 54 (r., Schwein-fett 50 tr., Speck, frischer, 37 tr., Speck, geselchter, 42 fr. per Pfund; Eier 1*/, fr. per Stück; Milch 10 fr. per Maß; Bauumteriale, als: Maurer-, Pflaster-, Hohl- und Dachziegel; in* und Quadersteine; Fluß-, Grnben-, Kiesel- «* Dolomitsand, gelöschter und imgelöschter M trockenes Schnitt- und Äanho), alles aus eigenen Erzeugungsplätzen, daher immer fcil-mit oder ohne Zufuhr zn haben bei (265) 3- C. Taitthkk. Stanisl. v. Jabornegg Drahtstiften Fabri r» (Neumarktl Oberkrain) erzeugt die fchönsten, reinsten Drahtstiften nach jtlo W zu den allerbilligsten Preisen. Die p. t. Herren werden eingeladen, Probebestellnngen machen zu SfF' Preiscourante und Mnsterfarten werden