Mtmcher Nr. 188. Pranumeratlonspre««: Im Lomptolr ganzj. si. ll, hlllbj, fi, 5 5«. ff«r die Zustellung in« Hau« halbj. 50 lr. Mit der Post ganzj. fi, 15. halbj. 7 5». Montag, 18. August. Insert« on »geb ill- Für Neine Inserate bl» »u 4 Zeilen 85 tr., größere per Zeile 6 lr.; bei öfteren Wiederholungen per Zeile » lr. 1879. Amtlicher Theil. Der Minister für Cultus und Unterricht hat zu "yMn au Staatsmittclschulen ernannt: sm 5"l^5^^' "" ^"' Slaatsrealfchule iil Brunn NU dl, Realschule zu Marburg; siii^ H""rich am Staatsgymnasinm in Cilli dr!?^? «"'Mädchculyceum in Graz Huqu An-"l'2 fuv die Realschule zu Inusbruck; si„,7^^^"'^k""didatcn "'" theresiamschen Gylnna-^n"^^'"^ Maionica für das Gym- Kundmachung. das ^ln' 1^^ ^despräfident für Krain hat die für aus ? . ^ "usgcfchu.bcnen zwölf Widmungsplätze "us dem Sammlungsunde des patriotischen ""ach 5n Betra e oon MDMMW validm verliehen" u.id zwar "^ "^^'"auuleu In- dem Johann Matiaäi.' .»« c> < Habec aus Sevce Lme ü 7f.?"'"'" ^ ^las 2n .'^ ^.?^'' ^^'^ "achstchendr I""°liden, Sol-betleilt unl? ""'"""' '"" """stützungsbeträge" Iosefa Simcic^von Kaltenfeld, Agnes Ofak aus Puce, FranMa Siraj von Metule, Luzia Rud-Mann von Ratfchach nnd Anna Eeruugl ausMütt-M mit je 20 fl.; dann Thomas Zelc aus Rodo-umdorf, Franz Adam von Peteline, Josef Mista "on Erzel, Franz Pevc von Sclo, Josef Korelc uuli Pruuskau, Franz Demöar aus Eisueru, Andreas "erhunc vou Elsnern, Johann Archer von Dör- sw, Josef Kovacic von Radlet, Autou Zurc von ^le Thomas Zalar vou Mauuiz, Georg Pucel "n Martmsdors, Mathias Rezen von Ievoovc, Äar-^M'ia ^ ordan von Roßbach. Michael Fugi n a vou "luvcc, Valentin Hocevar von Stefansdorf, Johann "vrlilc vonHraoe uud Matthäus Velkaverl, von ^traiistawas mit je 10 fl. Laibach am 4. August 1879. K. k. Landesregierung für Kraiu. drucks ^^?"llust 1879 wurde» in der l. l. hos- und Etaats-sluw» l '" ^"'n d.c italienische, döl),nische. voliiischc, rilthenischc. uv s^ troa ische nnd romanische Angabe der am 1(i. und Au^? "',^ ^' "'"' I«?" vorlm.fi« l,Ios in der dcntsche» "Uvgaioe cr,chicne„cn Süute XXI. XXII uild XXVIII dcs «eich^-U^lMattes ausn^elien und versendet. ^,Wr. Ztg." Nr. 18« vom 14. Augnsl 1879.) Nichtamtlicher Theil. Der k. k. Laudespräsident in Krain, Herr Franz ^ll^na Ritter v. Urbanow, hat mir aus An-^'' ,"" heute stattfiudcuden Feier des Gebnrtsfestes ?<^ "'^ t. Apostolischen Majestät den Äetrag von ^,,., ^".lden mit der Bestimmung vou 100'fl. für ""l städtischen Ar men fund, von 50 fl. für den r a,, .^'" ehrverein und vou 50 fl. für den Vete -"nenverein in Laibach übergeben zu lassen grniht. füll», l"?'" lch diese Spenden ihren Widmnngen zu» N.' .- '"^ 'H dieseu Act der Groh»ntth llnd des l^ V^'smus mit dem Ausdrucke des wärmstcu Dantes Na«, !" Stadtarmcn zugeweildete Uutelstiitzuug im ^"^derfelbeu hiemit gebührend znr öffentlichen Laibach, den 18. August 1879. Der Bürgermeister: Lafchau m. i>. Das neue Ministerium. Wie man aus der Zusamlueuschung des neuen Ministeriums ersieht, wirkten bei der Vildnng desselben nicht jene politisch nnd national extremen Elemente mit, dene» in letzter Zeit vielfach, aber ohne thatsächliche Begründuug, ein im.Mbendcr Einfluß auf die Entscheidung über die künftig Gestaltuug der Regierung zngcfchrieben wnrdc, und die mit fo viel Aplomb verbreiteten tcndcntiösen Nachrichten, daß prunoncicrte Vertreter ultranationaler oder föderalistischer Tendenzen im Rathe der Krone Sitz uud Stimme erhalten werden, haben sich also als nngerechtfertigte Beunruhi. gungcn erwiesen. Durch die neuen Elemente, die in das Kabinct aufgeuommcn wurden, gibt dasselbe dem Coaliliunsgedankcn Ansdruct. Doch stellt es sich in seiucr Zusammensetzung noch nicht als abgeschlossen und vollzählig dar, fundern soll seine Ergänzung uud Vervollständigung erst uach dem Zusammentritte des Parlamentes erfolgen. Die Enthebuug der ausscheideudcn Mitglieder des frühcreu Ministeriums vom Amte erfolgte unter den gnädigsten nnd huldvollsten Ausdrücken kaiserlicher An-erkennnng. In besonders auszeichnender Weise uud mit den ehrendsten und wärmsten Worten splicht Se. Majestät dem bisherigen Fmauzminister Frciherrn von Pretis seine Auerlcnnuug aus, iudcm er dessen Dienste nicht blos als ansgezeichncte, sondern auch als wichtige bezeichnet und hervorhebt, daß Freiherr v. Pretis dieselben in trencher Pflichterfüllung und mit „patriotischer Hingrbnng in fchwicrigeu Periudeu" geleistet hat. Freiherr v. Prctis, Ritter v. Ehlumeetu und Dr. Glaser sind ferner durch die Vcrlcihuug des höchsten österreichischen Ordens, des Großtrcuzcs des Leopoldordens, Graf Mauusfeld durch dlc Verleihung des Ordens der eifernen Krone erster Klaffe ausgezeichnet worden. Von dcn jcht neu ins Kabinet berufenen Ministern gehören zwei — Graf Falkcnhayn und Dr. Praiak — . ^ 'l^F^/M" Abgeordnetenhaus an; Freiherr v Korb-Weldeuhemi war früher Reichsrathsabgeordne l^eni«' ?"' Gwßgrundbefitzes, hat aber bei deu ch eu Wahlen mcht kandidiert. Graf Julius Falten-20 ^..sn.^ i^c,"7"'"' Werbaumluister, ist am ^ ?! c "^^i' ^orcn. Derselbe ist Besitz r der HM«ft St. Wolfgang in Oberösterreich, gehört! .Äs ^^'""/"^?^ der er als Rilt.miter schied, nd bekleidete als Mitglied des oberösterreichischen Landwges anch die Wurde eii.es Landeshauplma.ines von Oberostcrrelch. Graf Faltcnhayn publie.crte vor elmgen wahren eine fiuauzicll-politifche Studie über das usterrclchlschc Budget uud im Iuui d. I. eine statistische Arbeit über die finanziellen Ergcbnifsc der j ^ahre l807 bls 1877. Bei den jüngsten Reichsraths-wahlen wurde er iu dc,n oberöfterrcichischen Städte« bezirke Wels statt des bisherigen Abgeordneten des-selben, Dr. Frauz Groß, gewählt. Freiherr Earl vou Korb-Weiden he im, der zum Haudclsminister er. nannt wurden ist, wurde am 7. April 1836 geboren; er ist Besitzer ausgedehnter Herrschaften uud Güter iu Muhmen und war bisher Mitglied des böhmischen Dr.Alois Prazak. der als Rcichs-a hsabgcordneter bekanntlich der Führer der czechischen Abge^ Mähreli ist/steht im s ch igsten m?2 ^'^^ '""' "" 5'lM 1848 Abgeordneter deö nahlychcn Landtages uud Mitglied des österreichischen vn'lchvtages und wurde nach Erlaß der Febrnar-Ver° sawmg im Jahre 1861 alsbald wieder in den Land. tag und ans diesem in den Reichsralh gewählt. Im ^ahre 18U8 legte Dr. Prazak wol sein Mandat nieder, mn Nch ansschliehlich seiner Praxis als Advokat m ^runn zu widmen, winde aber bei den ersten direkten Reichsralhswahlen wiedergewählt und trat mit den nbricien ezechische» Abgeordneten ans Mähren abermals ms Abgeochnetenhans rin. Settionschcf Eher-tck, dein die Leitnng des Finanzminlstcriums übertragen wurde, ist in demselben Ehef der Section der direkten Steuern. Die Aufnahme, die das nene Ministerium bei der Wieuer Presse fiuoet, ist je uach dem Parteistaudpuuktc der em^lncn Organe begreiflicherweise auch eine sehr verschiedene. Von den vielen uns hierüber vorliegenden Stimmen lassen wir hier anszugsweise jene des „Frem-oeublatt" folgen, welches dem neu gebildeten Kabinette unter andernl nachstehende Begrüßllugswortc widmet: »Die neue Regierung ist endlich an die Oessent-Uchlett getreten. Sie hat das geheime Dunkel, jene mysteriöse Verborgenheit, unter deren Schutz die Verfassung verrathen, die Reaction introduciert, der Föderalismus flügge gemücht, die Deutfche» an die Slaven ausgeliefert werde» sollten, verlassen, — wol um diefe Pläne offen zur Ausführuug zu bringen. Dies hätte man wenigstens annehmen müssen, wenn man den Stimmen jener Organe Glauben bcigemesscu hätte, welche unablässig versicherten, daß solches die Intentionen des Grafen Taaffc und seiner Regierung waren. Glücklicherweise ist das neue Kabinet eine unzweideutige uud zweifellose Widerlegung dieser Schauer-gcrüchtc, ciuc ausreichende Entkräftuug aller Insinuationen, als sollte die Verfasfullg augetastet, die durch die Slaatsgruudgesetzc gesicherte Freiheit verkümmert werden. Männer, denen niemand eine verfassungswidrige Action zumuthen kaun, bilden die überwiegende Mehrheit im Schoße der neuen Regierung, und sicherlich ist der Beweis zur Genüge erbracht, daß nicht eine Eoalition gegen die Verfassung und gegen die Verfafsuugspartei angestrebt wird. Wol stehen wir gegenwärtig vor einer neuen Schule, welche die Versassungspartc» nur auf jeue Fractwuen einfchräntt, welche dem Rufe eines der Oppositionsführer folgeleistcn. Aber die Organe, welche diese Doctrine» vertreten, übersehen vollends, daß sie, wenn durch oiefeu Begriff der Verfafsungspartei der Kreis derselben immer enger gezogen wird, ihre eigene parlamentarifche Stelluug unterwühlen, ihre Reihe» schwächen, ihre Eolonnen decimieren nnd sich stets zur Minorität verurlheilcn. Solch' eiuen exclusive» Stand-vuult vermögen wir nicht zu theilen. Die Verfafsung ist uicht die Privatdomäue der Oppositionsparteien, sie ist das Gemeingut aller, welche sie achteu und ihre Institutionell iu Krast uud Geltung erhalten wollen, und theilt mau diefe Auschauuug, dann wird wol selbst die heftigste Partellcidenschaft in der ueueu Regierung weder einen Gegensatz zur Verfafsung noch einen Gegenfutz zur Verfaffuilgspartei zu erblicken vermögen. Die neue Regierung betuudet in der That emm aufrichtigen Versuch, die pallamettlarischeu Elemente heterogener Art, die verschiedenen Nationen des Reiches zu gemeinsamer friedlicher Thätigkeit auf dem Boden der Vcrfafsung zu vereinigen, uud eben darin erblicken wir ihre eigentliche, markante Eharakteristik. Es ist dies der erste in solchem Maße uud uutcr Beiziehung aller Völker und aller Parteien unternommene Versuch, das öffentliche Leben aus dem Banne der Parteien und ihrem ewigen Hader zu emancipieren. Nicht die Eoalicrtcn, fondern die Eoalition, nicht die einzelnen, das Kabinet bildenden Persönlichkeit n, fondern der Gedanke, welcher sie eint, nicht die Verbuudenen, sondern die Verbmdnng, welche den Staat den staatsrechtlichen Wirren zu entreißen bestimmt ist, scheint uns dasjenige Moment zn sein, das bei den gegenwärtigen Parleiverhültnissen auf allgemeine Anerlen-nnng zählen folle. So einflußreich auf die öfseutlichen Verhältnisse in der Regel die zur Regierung berufenen Persönlichkeiten sein mögen, so muß trotzdem der Idee, welcher sie dienen, eine sie noch überragende Bedeu» tuug beigemessen werden. Eine Idee, welche das Reich über den staatsrechtlichen Eonflict hinwegzubrinaen vermöchte und alle Nationen zu gemeinsamer parlamentarischer Wirksamkeit zu verknüpfen geeignet wäre, deshalb preiszugeben, weil einzelne der zu ihrer Durchführung berufenen Persönlichkeiten ^'iuen Anklang zu erweckeu vermögen, hirße den Staat nicht nach Gedanken, sondern nach persönlichen Rücksichteu regieren zu wollen. Wir sind nicht gewohnt, weder im Dienste einzelner Persönlichkeiten zn wirken, noch unsere Gegnerschaft gegen solche zu richten, wir kämpfen weder für noch gegen einzelne Minister, fondern für oder gegen Ideen und Programme. In dein neuen Kabinette treten uns deshalb nicht die einzelnen Minister entgegen. Wir wollen deshalb auch uicht untersuchen noch auseiuander-schen, inwieweit die eine oder die andere vom Grafen Taaffc getroffene Wahl eine glückliche gewesen, inwieweit der eine oder der andere Name unsere Erwartungen zu erwecken oder herabzustimmcl, vermag. Wir stehen lediglich vor dem loyalen Versuche, bisher entgegensetzte parlamentarische Fractionen zu emem gemeinsamen produttun'» Schaffen zu bewegen und deu staatsrechtlichen Streit zu bannen, und msolangc er die Balm?i, 5... ^ualltät einhält, kann die mehr oder Mi d "gl cklichc'Wahl der zu feii.er Vollstreckung berufenen Minister seine Berechtigung mcht bemtrachtlgen. Die Olgane der Verneinung, welche, des langen publicistifchen Kampfes ungeachtet, leider keine He- 1614 legenheit fanden, die Männer ihres Vertrauens nam« haft zu machen, deren Spalten noch von dem Jubel über den über die eigenen Parteigenossen erfochtenen Sieg widerhallen, erklären auch heute, daß das neue Kabinet nicht mehr den Bruch der Verfassung, nicht mehr den Föderalismus, nicht mehr die Bedrohung des Deutfchthums bedeute — aber sie erheben gegen einzelne in dasselbe berufene Persönlichkeiten die Anklage der vollsten Unzulänglichkeit. Wen trifft indessen der Vorwurf, wenn in der That das neue Kabinet nicht auch bewährte Kräfte anderer Parteien an sich gezogen hat, deren Leistungen und Vergangenheit nach dieser Richtung größere Bürgschaften zu bieten vermöchten — wen sonst als jenen Parteiterrorismus, welcher die meisten parlamentarischen Kräfte in den engen Schranken der Coterie festbannte, sie an der Theilnahme am Coalitionswerle hinderte, wenngleich es im vorhinein feststand, daß die neue Regierung weder von der Verfassung noch von den parlamentarischen Grundsätzen abzuweicheu willens sei. Die Kabinetsbildung ist jedoch noch keineswegs abgeschlossen. Gerade diejenigen Portefeuilles, in welchen der Schwerpunkt aller Bestrebungen der Verfassungspartei gelegen ist, harren noch der Besetzung. Das Ministerium bedarf demnach noch einer wesentlichen Ergänzung. Diese kann gerade jcneu Mängeln abhelfen, über welche die Organe der Verfassungs-partel die lautesten Klagen erheben und deren Beseitigung ohne Zweifel in den wesentlichsten Interessen des Staates gelegen ist. Namentlich ist das Finanzportefeuille eine Bürde, für welches tragfähige Schultern nothwendig sind, welches mit einer ganz ungewöhnlichen Verantwortlichkeit verknüpft ist, bei dessen Verleihung Rücksichten des Staatskredites und der materiellen Wohlfahrt ein entscheidendes Wort führen. Wir können nur lebhaft wünschen, daß die parlamentarische Constellation die Verleihung dieses Portefeuilles an eine erprobte parlamentarische Kraft ermögliche. Von der Verfassungspartei allein hängt die Entscheidung ab, wem dieses wichtige Staatsamt übertragen werden soll. Wenn jene Elemente derselben, denen das Staatswohl über die Tendenz der Fraktion geht, sich entschließen, die rein ablehnende, blos verneinende Haltung aufzugeben, wenn die den inneren Kämpfen abgeneigte Verfassungspartei von der Einsicht erfüllt ist, daß weder die Verfassung noch der Parlamentarismus einen Conflict von ihr erheischen, sondern beide durch den Frieden an Sicherheit gewinnen tonnen, wenn sie in dem neuen Vollparlamente eine active und leitende Rolle, statt einer passiven und grollenden ausfüllen will, dann dürfte sie auch berufen werden, zur Hüterin des Staatsschatzes zu werden, dann dürfte auch das Vertrauen in die Fähigkeit des Kabinets, die materiellen Fragen einer glücklichen Lösung zuzuführen, erhöht werden. Thut sie dies aber nicht, folgt sie dem Rufe zum Kamfe ohue Grund, zum Kampfe nicht um die Verfassung, sondern um die Herrschaft der Parteien, dann können wir nicht ohne Unruhe der ferneren Entwicklung der Parlaments- und Regicrungs-verhältnifse entgegensehen, dann werden aber auch die Folgen auf jene fallen, welche den Krieg gewollt haben, da der Friede leicht und ohne Opfer an Grundsätzen erreicht werden tonnte." Graf Andrassy. Die Mittheilungen über die Demission des Grafen Andrassy condensiercn sich immer mehr und mehr und finden nun auch vou autoritativer Seite ihre Bestätigung. Graf Andrassy hat vor seiner Abreise nach Te-rebes von Sr. Majestät dem Kaiser in Ischl die Demission erbeten. Der Kaiser erklärte, seine Entscheidung über dieses Gesuch dem Grafen mitzutheilen, wenn er über einen geeigneten Nachfolger schlüssig geworden sei. Graf Andrassy trug sich schon lange mit dem Gedanken, von der Leitung des auswärtigen Amtes zurückzutreten und war hiezu insbesondere nach dem Berliner Congresse entschlossen. Die Opposition aber, welche die auf die Occupation von Bosnien bezüglichen Partien des Berliner Vertrages in beiden Reichshälften gefunden, und der ostentative Rücktritt des ungarischen Finanzministers Szell ließen es ihm als eine Ehrenpflicht erscheinen, seine Politik vor den Delegationen persönlich zu vertheidigen. Maßgebend für den Grafen, auf seinem Posten auszuharren, war auch die Erwägung, welchen Eindruck sein Rücktritt in einem Zeitpunkte, in welchem der Berliner Vertrag erst halb ausgeführt und die Verhältnisse bezüglich der occu-pierten Gebiete noch nicht durch ein Sftezialüberein-kommen mit der Pforte geregelt waren, im Auslaude hervorrufen würden, und die Störungen, welche möglicherweise dadurch in den geschäftlichen Beziehungen zu den auswärtigen Kabinetten erwachsen könnten. Seiner vertrauten Umgebung gegenüber machte er aber kein Hehl aus dem feststehenden Entschlüsse, im nächsten geeigneten Zeitmomente wieder seine „individuelle Frei« heit" gegen dic schweren Bürden seines mit so vieler Verantwortlichkeit verbuudenen Amtes zu vertauschen. Nicht ohne Einfluß auf diefe Stimmung des Grafen war die Art und Weise, wie diesfeits und jenseits der Leitha die Opposition ihn mit unverdienten, ungerechtfertigten Angriffen überschüttete. Als im letzten Früh. jähre Gerüchte von einer bevorstehenden Demission des l Grafen durch die Blätter gingen, waren dieselben in-soferne nicht ganz unbegründet, als die Portefeuille-Müdigkeit des damals erkrankten Grafen eine sehr intensive geworden war. Zum festen Entfchlnsse, die Demission von seinem Monarchen zn erbitten, reifte diese Stimmung aber, als mit der vollständigen Räu-mung der Balkan-Halbinsel seitens der Russen der Berliner Vertrag in all' seinen Hauptpartien vollzogen erschien. Graf Andrassy erklärte seinen Freunden wiederholt, er glaube, nachdem er nahezu 13 Jahre die Ministerbürde getragen, sich nun auch einige Ruhe gönnen zu können, umsomehr, als jetzt die Hauptaufgabe, welche er sich das letzte Lustrum hindurch gestellt, gelöst sei. Es wird einzig allein dieses, wir möchten sagen, psychologische Moment als das Motiv des Rücktrittes bezeichnet. Insbesondere wird von eingeweihter Seite übereinstimmend jede anderweite actuelle, in der augenblicklichen äußeren wie inneren Situation liegende Begründung, die man seinem Schritte unterlegen wollte, als falsch dargestellt. Mögen auch mitunter die Ansichten des Ministers des Auswärtigen differiert haben mit den Anschauungen, welche von militärischer Seite bezüglich der Occupation geltend gemacht wurden, so haben derartige Meinungsverschiedenheiten dcch stets zu einer Verständigung geführt. Vor allem aber — betont die „Presse", deren Ausführungen wir hier wiedergeben — ist es unrichtig, daß, wie wiederholt und ausführlich erzählt worden, die Frage des Einmarsches in das Sandschak von Novibazar den Anstoß zu der Krisis im auswärtigen Amte gegeben habe. Ebensowenig begründet ist die tendenziöse Nachricht, daß die seit den Neuwahlen für den österreichischen Reichsrath entwickelte Gestaltung der Dinge diesseits der Leicha den Grafen Andrassy zum Rücktritte bewogen habe. Vor allem hatte Graf Andrasfy vonseite der österreichischen Delegation, welche der gegenwärtige Reichsrath wählen wird, ebensowenig wie uonseitc des neuen Abgeordnetenhauses eine nnmerisch so stark hervortretende Opposition zu erwarten, wie die in der letzten Delegation und in dem letzten Abgeordneten-Hause. Graf Audrassy befand sich auch in voller Kenntnis der Schritte und Pläne, welche Graf Taaffe bezüglich der Neubildung des österreichischen Kabincts hegte, und äußerte sich in vertrautem Kreise beifällig zustimmend sowol bezüglich des Programms, wie der zur Ausführung desselben berufenen Persönlichkeiten. Diese Thatsache zu constatieren, erscheint nicht uu-wichtig iu einem Augenblicke, in welchem in der ungarischen Publiciftik die Besorgnis zur Schau getragen wird, daß mit dem Grafen Andrassy auch der Bürge für die strenge Einhaltung der verfassungsmäßigen Satzungen, auf denen das bilaterale Ver-fassuilgsrecht der beiden Reichshälften beruht, für Ungarn von der politifchen Bühne verschwinde. Die Landslente Andrassy's verkleinern übrigens mit dessen pessimistisch angehauchten Betrachtungen über das für uns ebenso wie für sie wichtige Tagesereignis, seinen eventuellen Rücktritt, die Verdienste des Grafen um ihr engeres Vaterland und das Reich. Es wäre schlecht bestellt um die Verfassung in Ungarn, die gemeinsam mit seinem Frenndc Dcak wieder in einer lebensfähigen Form hergestellt zn haben das unbestreitbare Verdienst Andrassy's bleibt, wenn dieselbe anf zwei Minister^Augen stünde. Gerade darin liegt die geschichtliche Bedeutung Andrassy's für Ungarn und mithin anch für d^s Gesminntieich, die staatsrechtlichen Gnlndzügc unserer Verfassung in einer Weise befestigt zu haben, daß es in jüngster Zeit auch keinem der frühereu Geguer des Dualismus aus dem föderalistischen Lager eingefallen ist, diese staatsrechtlichen Grundfesten in Frage zu stellen, wie maßlos auch sonst die Forderungen gewesen sein mögen, welche in den letzten Wochen aus dem czechlscheu Lager gestellt wurdeu. Ebenso nnbestritten wird die Geschichte, an deren Richterstuhl Graf Audrasfy während der erbitterten parlamentarischen Kämpfe des Vorjahres appelliert hat, seine Verdienste um das Gesammtreich anerkennen. Graf Andrassy mag vielleicht malichen Mißgriff begangen haben in einer nahezu neunjährigen Amtsdauer; kein Staatsmann, der im Sturm und Drang verwickelter Geschäfte uud Verhältnisse resolut einschreiten und zugreifen muß, bleibt frei davon. Das Eine aber wird niemand anfechten können, der frei ist von der blinden Feindseligkeit der Tagesfehden, daß Oesterreich heute in seiner vollen Machtstellung geachtet und anerkannt dasteht unter den Großstnaten Europa's, während in dem Zeitpunk«e, als er in das auswärtige Amt einzog, noch die pessimistischen Zweifel in die Lebensfähigkeit unserer alten Monarchie die öffentliche Meinung des Auslaudes beherrschten. Damals Prognosticierte man noch allgemein für den Fall, daß die orientalische Frage aufgerollt würde, anch die österreichische Frage. Und heute habeu wir die orientalische Krisis hinter uns, der Eroberer stand mit seinen siegreichen Heeren vor den Thoren Konstantinopels uud zog schließlich heim, ohne für seine nngchenren Opfer an Gut und Alnt mehr eingetmlscht zu haben, als einige Quadratmcilen armenischen Felsenlandes und bcßarabischer Sümpfe, während Oesterreich mit verhältnismäßig verschwindend kleinen Opfern feine Machtfphäre auf der Balkan- Halbinsel namhaft erweitert hat nnd den der gegen" wattigen Generation schon znm Olanbensatz gewordenen Wahn gründlichst zerstört hat, daß seme Proumzc» nnr ein bequemes Beute-Objekt für läudergierige ME barn seien. Die Wehrkraft in Frankreich. Die Reorganisation der französischen Armee uähell sich ihrem Abschlüsse. Gewaltige Anstrengungen p Frankreich gemacht, um feine Armee auf einen achtu^ gebietenden Stand zu briugcn, und welche Opfer dm erfordert hat, geht darans hervor, daß aus dem ,Fol>^ ä<2 UlMäitUon" für die Reconstruction der Annee W zum 31. Dezember v. I. nicht weniger als !)00 M lionen Francs verbraucht wurden, während das aM Erfordernis auf 1700 Millionen Francs geschätzt nM Was zuuächst die seit dem Jahre 1871 ausgeführte," Bauteu ;c. betrifft, fo hat das Geniecurps sowol o' Fortificationen im Osten des Landes, als auch ^ von Paris jetzt nahezn vollendet und wendet sich '^ den Befestigungsbauten der Nordgrenze zn. lll" ^ Land vertheidigungsfähig zu machen, ist das ^I^ liahnnetz in strategischer Beziehung ausgebaut lN" dadurch Paris zu eiuem verschanzten Lager großa^ sten Stiles umgeändert. Dasselbe bildet das Centl^ des Kreises der Befestigungsanlagen, an dessen P^ phcrie die Spcrrforts und Grenzfe'stnngeu liegen, de" Linie von der Schweizer bis zur belgischen OlM reicht. Bclfort ist zu einer Festung 'ersten Na"^ erweitert, in welcher die größten Armeen Platz fi»"^ Bis Moutbcliard, zwei deutsche Meilen von der 6^ entfernt, nnd bis Girumagny in den Vogescu ^ sich der Fortisicatiousgürtel aus. Von Äelfort W" die Linie der Sperrforts auf dem Kamm der VoE bis Epinal, und ist dies wiederum eiu Platz grW Bedeutung. Weiter nördlich ist Toul zu eiuem bed^, tenden Waffenplatze umgestaltet. Von hier zieht!^ eine Reihe von Sperrforts am rechten Maasnfer "l Verdun, welches an die Stelle vou Metz getreten un zu einem gleich starten Waffcnplatze umgeschaffen ^' Hinter dieser äußeru Befestigungslime ist man mit ve Anlegnng einer zweiten beschäftigt, welche ans gelva' tigen, etwa zehn deutfche Meilen voll einander eN fernten, verschanzten Lagern besteht und von Langre bis Rhciins reicht. Als Reduit dieser ganzen Anlage dien Paris, dessen neue Forts eineu Krels von 16 MelM bilden, also ill Zukuuft eine völlige Einschließnng u^ möglich machen. Em Netz von Eisenbahnen verbinde die einzelnen Linien uud Hanptplätze. Allein man l/ sich nicht allein darauf beschränkt, diese Oauteu a»^ zuführen, sondern auch durch Reorganisation des Heel^ für eine Vertheidigungs- und eine Offensivarmee geM' Was die Friedensstärke der Armee betrifft, " beträgt dieselbe in diesem Jahre nicht weniger al 4W,442Mauu uud 124,27'.) Pferde. Hievon entsag auf die Gendarmerie und republikanische Garde 27,l", Mann und 13.480 Pferde, aus die Armee im eige^ licheu Siuu somit 40i),880 Mann und 110,1!)!) PfeU von denen Frankreich 410,880 Mann uud 95,^ Pferde, Algerien 52,424 Mann uud 15,750 PfU stellt. Die deutsche Armee zählt pro 187!)/80 1?,^" Offiziere. 401,05') Mann mlt 7!),893 DicnstpferdA Das Budget der französischen Armee beansprucht!" dieses Jahr 442.434,520 Mark, das der dclM' Armee exclusive Baiern an fortdauernden Ausg^. 282.355,454 Mark und an außerordentlichen Ausga^' 7.447,377 Mark. Was die zukünftige Kriegsstärke ^ französischen nnd der deutschen Armee betrifft, fo z^ nach einem von kundiger Hand verfaßten, höchst . meltenswerlhen Aufsatz des „^oui'uui ä?» ^iol^. »iilitc»,!!^" das ganze Heer an Infanterie in F^,, reich 1.200,500, in Deutschland 1.074,000 ^'' an Kavallerie in Frautrelch 3!)2 Schwadronen ^ 58,000 Maun, in Deutschland 405 Schwadronen H 09,750 Manu, an Landwehrkavallerie Frankreich .g Schwadrunen mit 11.850 Mann, Dentschland ^ Schwadronen mit 22.200 Mann. An Artillerie p. Frankreich 2214 Feldgeschütze und 124.000 M' dazu etwa 230 Batterien mit 50,000 Mann ^ wehr, Deutschland 1800 Geschütze mit 110,500 9"" und etwa 224 Batterien mit 54,800 MalM ^ Landwehr. Zur Kriegsaufstelluug bedarf Fla",,^» 1.031,300 Mann für das Feldheer, 535,850 ^" für die Landwehr, Deutschlaud !)84,000 M"'" ' das Feldheer, 400.000 Mann für die Landwehr^. Hagesneuigkeilen. — (Eine aufregende Szene.) Die47IA,; alte Magd Philippine Hersina, bei dem derzeit ""Hatz abwesenden Beamten Dr, Hünigsbcr, Reichs"")"^ Nr. 3 bedienstet, wnrde Samstag nachmittags, kurz ^ 2 Uhr. plötzlich irrsinnig. Die Unglückliche verspür ^ Wohmma vun innen, schwang sich auf die Vriist""^^r offenen Fensters im ersten Stucke und stand '" . ^c Position einer Statue qleich fast drei Stnndc". ^He» Straße hatten sich mittlerweile Tnnsendc von !"" ^„l angesammelt, welche der anfragenden Szene ^^^^ die jeden Augenblick mnßtc man befnrchtcn. daß >'" ^n Irrsinnige auf das Straßcnpflastcr stürzen werde- a^, 1615 letzungen zu bewahren, wurden Feuerwehrmänner requiriert, welche unterhalb des Fensters das Sprungtuch ""^retteten, Erst dann wurde die Wohnung von einem Schlosser geöffnet, und dic eintretenden Männer bemäch-Ngten sich der Kranken. Die Unglückliche wurde auf das ^obachtlmgszimmer des allgemeinen Krankenhauses ge- <2.,,.'7' (Neue italienische Iwanzig-Fra ncs-^tuckc.) Nach den silbernen Fünf-Francs-Stnckcn mit oem Bildnisse des Königs Humbert sind endlich cmch. den «wps des neuen Beherrschers von Italien tragende Gold« Mcke. u^t) zwar zu 20 Francs, zur Ausgabe gelangt. ^lr,e Münzen weisen auf der Vorderseite den Kopf ocs Königs Humbert mit ocr Umschrift „Umdorto 1. "6 <^1wlm 1U79« anf. Die Rückseite enthält zwischen oer Werthziffer 1.—20 und einem Lorbecrzweigc links und cinein Eichenzwcigc rechts in der Mitte das Wappen ^tllllenb. Links unten befindet sich das Zeichen der Münzstätte, ein li.. ... ^ (Nordensljöld im Eismeer.) Dieschwe- Mn Zeitungen veröffentlichen zwei Briefe, die der auyrcr der Eismeerexpcdition an den Dr. O. Diclson in ^ntheilburg gerichtet hat. In dem einen, datiert 7ten ^"" '^t auf-.st mweichüdigt nnd liegt sichrr w i "'' ^°s Schiff Was ich gegenwärtig am .r s e ü .^""^"benhafen. beainnen D^ N ^s Observat.onen werden morgen "ginnen. Der Weg bls aus Land. 5500 Fuk lana itt urch Elsstücke bezelchnet, d.e durch em S^l^rbund!» Md, daß mall des Nachts oder im dichten Schl.ee nicht irre gehe. Dlc Tschuttschcn sind dienstfertig und freundlich. Für einen Schnaps thun sie alles Mögliche. Jeden Summer kommen eme Menge amerikanischer Fahrzeuge hiehcr, dle Tauschhaudcl nut den Eiugcbornen treiben. Diefc Fahrzeuge führen, trotz des von der russischen Regierung erlassenen Verbots, jährlich bcdcuteude Quantitäten Branntwein ein. Wir theilen den Branntwein nur in «chnäspen als Ermunterung aus. Die Eingebornen ernähren sich durch die Meerjagd, die sie auf Fifche. Mobben, Wale nnd Walrosse machen. Weihnachten wnrde ""ter grußer Freude an Bord gefeiert. Die Kälte war zu der Zeit 35° C. Die Mitteltcmpcratur des Jänner war — 25', Maximum —4". Minimum —40"). Wir yaben an Bord gute Nahrung und beinahe 45)00 Kubil. >uß Kohlen. Alles wohl." — (Nene Art der Zucker g ewin nung.) Englische Blätter berichten die wichtige Thatsache, daß em Amerikaner. Mr. F. Stewart, welcher die chemische S"'^ ^""' "" welchem sich die Spitzen fänunl. »^^ Behörden und Vertretungen bctheiligen werden, "lc Gariilsun begeht daö Gcbnrtsfest ihres Allerhöchste!, ans c, ii?" ''" 3allc günstiger Wittterung durch eine ber/lö ^' """N'U"gs anberaumte Fcldmrsse. zu welcher n^. s ^'^"' Nachmittag im Rondean der Stcrnallce. en?s.7^' ^'" ^adetzky-Monnmentc. ein Fcldaltar unter aufi tt n? ' ^"urierung »nit militärischen Emblemeil k^r n ^""^ '" ^l"s gleicheiil Anlasse spendete der berr,. m'^^präsident Ritter v. Kallina zuhanden des v;rn Bürgermeisters den Betrag von 100 fl. für den städtischen Armenfond und von je 50 ft. für die hiesige freiwillige Feuerwehr uud den allgemeinen krainischen Militär-Vcteranenverein. Letzterer veranstaltete gestern abends mit seiner Kapelle einen musikalifchcn Zapfenstreich, der. vom Rathaufe ausziehend, den Weg über! den Rnthausplatz. den Alten Markt, Rain. Auersperg-plah, Herrcngassc, Thcatcrgassc und Pctersstraße nahm und sodann über die Fleischcrbrücke und den Kaiser Iosefsplatz zu seinem AuSftangspnnlte zurückkehrte. In Ablucsenhcit des Herrn LandeSplMocnten wurde vor der Wohnung des gegenwärtigen Leiters der k. k. Landesregierung. Herrn Hofrathes Dr. Ritter Schöppl v. Sonn-walden. eine kurze Serenade gebracht. Heute abends versammeln sich die Mitglieder des genannten Vereins zu einer musikalischen Fcstsoiree im Gasthofe „zum Stern". — Das Kaiscrfcstschicßen der Laibachcr Rohr-schützengcsellschaft nahn. gcstcrn morgens, vom Wetter begünstigt, ans dem hiesigen Landeshauptschicßstandc seinen Beginn und wird dem von nns bereits detailliert mitgetheilten Programme gemäß hentc um 1 Uhr nachmittags fortgesetzt, woranf um 7 Uhr abends der Schlnß des Schießens erfolgt. (Statthalter-Ernennungen.) Der gewesene Landespräsident von Kram und seitherige Statthalter von Oberösterrcich. Herr Äohuslav Ritter von Widmann. wurde znm Statthalter von Tirol und Vorarlberg und an dessen Stelle der Statthalter in Trieft. Se. Exe. Felix Freiherr Pino von Fricdenthal — letzterer unter gleichzeitiger Verleihung des GroßtrenzeS des Franz Josef-Ordens — zum Statthalter von Ober österreich ernannt. Zum Statthalter in Trieft und dem Knstcnlande wurde Sc. Exe. der gcwcfcnc Finanzministcr Sisinio Freiherr Pretis v. Cagnodo ernannt. — (Erhebung in den Frei Herrn sta nd.) Der Inhaber des feit mehreren Jahren in Kram gar« nifonicrenden !2.Attillerirregimrnts, FML. Leopold Hos-mann von DonncrSbcrg, Artillerirdireltor beim General kommando ill Budapest, wurde als Ritter des Ordens der eisernen Kruue zweiter Klasse in Gemäßhcit der Ordensstatutcn in den Freihcrrnstand erhoben. — (Verleihung.) Dem Professor der Physik, Chemie und chemischen Technologie an der Staats-gcwerbeschulc in Brunn, Herrn Dr. Hugo Ritter von Perger, wurde unter Zuertennung des Titels eines Fachvorstandes der chemisch > technischen Abtheilung eine Lehrstelle an der Staatsgewerbeschule in Reichenberg verliehen. — (Krainischc Landwirthschaf tsgesell-schaft.) Mittwoch den !i. September d. I.. um 9 Uhr vorinittags. findet im hiesigen Gcmrindcrathssaale eine außerordentliche ("encralucrsammlung der lrainifchcn Landwivthschaftsaesellschaft statt. i>, welcher über dir vom Centrala,loschnsse deantragte Abänderung des L 27 der Gesellschaftsstatuten Beschluß gefaßt werden wird durch den die Bildung einer felbständigen Section, welche d,r Agenden der heuer bekanntlich aufgelösten k, l. Landes-Pferdrznchttummissiun in Krain zu übrrnehmcn haben wird geregelt werbeil soll. — (Laibachcr Rathaus.) Die ucucstc Nummer der Wiener „Neue Illustrierte Zeitung" vom 17. d. M. enthalt eine sehr hübsche, von I, I, Kirchner gezeichnete Ansicht des Laibacher Rathauses nebst einem Thril des nmgcbenden Platzes, anf die wir hiemit aufmerksam machen. Dem beigcgebcncn. von Herrn P. v. RadicS verfaßten Begleitartitel entnehmen wir. daß das Rathaus schon in, Jahre 14M an der gegenwärtigen Stelle cr-bant, jedoch im Jahre 1717 wieder abgebrochen und im nothisierenden Stile des XV. IahrhnnderteS vom Grunde aus nen anfgrbaut wurde. Das jrtzige Rathaus ist somit 1<^ Jahre alt. Der Brnnnen-Obelisl vor demselben, vom venezianischen Bildhauer Francesco Robba, wurde im Jahre l733 aufgestellt. Der vom Bischöfe und Feldherrn Christof Ranbcr erbaute ..Äischufshof" stammt ans den, Ansänge des 10. Iahrhundertes, die Domlirchc endlich wnrde in. Jahre 170« erbant. — (Gräberfunde.) Wie man der „Tgpst." von der ra.nifch-strierifchen Grenze schreibt, sand am 14trn d. ^ . d,e Eröffnnng zweier Keltengräbcr in der Ortschaft Unterfr.esach. Genicinde Bianca, statt. Der Hügel an welchem dir Gräber vorgefunden wnrdcn, wird von dem ^ulle ii^ ^umii^ grnnllnt. Es wurden in einem ^icwe drei und iu dem anderen eine Urne vurgefunden, ^>c Gräber gleichen jenen bei Natschach in Untcrtrain, der Unterschied ist nur der. daß die Urnen nicht mit Steinplatten bedeckt sind. sundern ganz frei ohne Deckel eingegrabcn erscheinen. Eine kleine Urne wurde ganz, dir nbrlgen in Stücken heransgrbracht. Die nächsten Ausgrabungen finden im Laufe dieser Woche statt. .-''(Vernichtete Weingärten.) DiezurOrts-gemenlde Weiniz im Gerichtsbrzirke Tschernrmbl gchöri-N^'' "Mchafteli Nenlindcn nnd Utschalonze wurden am !0. d, M. von einem heftigen Hagelwetter betroffen, welches die durti^cn Weingärten sehr arg beschädigte ttnd auch die Fcldfrüchte uolllommeil vernichtete. Von """" »leichcn Unfälle wurden drei Tage früher, den ?. d. M. die Weingärten der znr Ortsgemcinde Kerfch-dorf nil Mötllingcr Gcrichtsbezirtc gchörigr.l Ortschaften Zcrunz nnd Hrib suwie die in den Rieden Anzelnova nnd Smueta-Gura der Gcmrindc Scmitsch gelegenen We'ngartcll ereilt. Der dadurch angerichtete Schade soll leider ein bcocutcuocr seiu. — (Sammlung für Brunn dorf.) Für die durch Brand befchädigten Bewohner uon Brunndorf sind beim Laibachcr Stadtmagistrate als Sammlungsergebnis von den Herren stadtifchcn Bezirtsvorftehern: Franz Marout 50 fl. 25 kr.. Franz Schantel 10 st., Franz Luckmann 4 fi. 60 kr.. Anton Märn 3 fl. 90 kr. und Franz Schustcrfchitz 0 fl. erlegt worden. — (Hufrath Hochstetters Durchforschung der Kreuzberg er Höhle bei Laatz) ist dieser-tage abgeschlossen worden. An den Arbeiten, welche volle zehn Tage in Anspruch nahmen, bcthciligten sich diesmal auch Professor Hochstcttcrs Assistenten, die Herren Dr. Szombathy und Kittel aus Wien, ferner leistete eine sehr ersprießliche Mithilfe der hiesige Mufeal-präparator Ferdinand Schulz. Vor allem wurde eine genaue Detailaufnahmc der ausgedehnten Grottcnräume vurgcuommcn; der diesbezügliche Grundriß wird als Beillage der in den Alademiefchriften über diese Grottr zu veröffentlichenden Publication erfcheinen und einen sehr werthvollcn Beitrag zur Kenntnis der Grottenwclt Krams bilden. Das Hauvtaugenmert der Forscher war jedoch der an. äußersten Eude befindlichen, vom Eingänge bei-länfig 400 Meter in der Luftlinie entfernten kolossalen Ablagernng von Höhlcnlchm gewidmet, worin sicherlich an tausrud Höhlenbären begraben liegen. Bereits im Vorjahre wurde von dort ein bedeutendes Materiale fossiler Knochen dieser Thicrart durch Hochstettcr nach Wien befördert; drei vollständig hergestellte Skelette deS Höhlenbären von hier sind in dem t. t. Hofmineralien-Kabinette aufgestellt. Nach deu Fundcrgebnissen in anderen Knochcnhühlcn durste mail hoffen, daß in der Kreuz-bcrger Höhle anch Reste des Höhlcnlöwen (I^Iil, !?i,«Iu,tm) und der Höhlenhyäne vorkommen würden. Die heuer vorgenommenen tieferen Aufdeckungen des Höhlenlehms an der besagten Stelle haben ausschließlich nur Bären-tnochen von Individuen m allen Altersklassen, außerdem zerstreute Knochen von kleinen Raubthieren, darunter der Höhlenviclfratz (l^lulu 8z)«IuvU8), ergeben. Äußer jener riesigen Ablageruugsstättc lm Hintergründe der Grotte wurde noch eine zweite ähnliche am Ende einer Grottcnabzwciguug rechts vom Eingänge conftatiert, jedoch ist der Erhaltungszustand der fossilen Knochen hier lein fo guter. Künftigen Bcfuchern der Grotte ist nun der früher fehr bcfchwerlich gewesene Gang wesentlich erleichtert, indem in der Hauptrichtung der Höhle ein bequemer Pfad hergestellt wurde. Eine kleine Gesellschaft von Laibacher Naturfreunden hatte vor kurzem das Vergnügen, unter der fachkundigen Leitung der eingangs erwähnten Herren dicfe Grotten-räume zu durchwaudern. In dem Hauptgange treten zwar nicht jene fchüncn Tropfsteinbildungen auf, welche die Adlsbergcr Grotte auszeichnen, wol aber sind sie in den noch wenig brfuchten Seitenarmen fehr gut vertreten, dagegen zeigen sich dic mannigsachstcu Erosionsformen des Wassers in dieser großartigen Wasscrhühle, man gelangt an einzelnen Stellen zu fließenden Gewässern, ja sogar zu einer größeren secartigen Wasseransammlung. Bei der jetzigen anhaltenden Trockenheit war es möglich, durch den sogenannten Wassertnnnrl auf Brettern, die über die dortigen Ninnfalc gelegt waren, zu dem interessantesten rückwärtigen Höhlenraume zu gelangen, während bei anhaltendem Regen daselbst die rauschenden Grottcnwässcr der weiteren Wanderung ein Halt gebieten. Drr jenseits des Wassertunnels befindliche, fast bis zur Gcwölbdrckc ansteigende Lehmhügcl mit den Höhlenbären-rcsicn wnrde auf provisorisch angebrachten Leitern erklommen, die Gesellschaft placierte sich auf den daselbst in dem Erdreich vorbereiteten Sitzen. Man verweilte volle sieben Stunden in den unterirdischen Räumen, die größte Ansmcrksnmkeit war selbstverständlich den bei den fortgesetzten Nachgrabungen aufgedeckten fossilen Resten, unter denen sich ein paar Prachtschndcl des Höhlenbären befanden, zngcwendet. Das kristallhelle Wasser von « " Ü. in einzelnen Tropfsteinbeckcn bot den Befuchern eine angenehme Labung, außerdem ward durch die Fürsorge des Herrn Zcnari reichlicher Ersatz an Getränken uud Speisen für die durch die uicdrigc Temperatur, welche zwischen 5—7"Ii., fchwanktr, durch die lange Wanderung und durch die Betheiligung an den Nachgrabungen hart in Anspruch genommenen leiblichen Kräfte geboten. Nach dem allen Thl-ilnchmern unvergeßlichen Besuche der Grotte versammelte man sich in dem WirthShause deS Modiz zn Blusta-Polica. wo sich anch Herren und Damen nuS Zirlniz nnd Laas eingesnnden hatten, zum gemeinschaftlichen Mahle. Zur Würze des Mahles fehlte es nicht an geistreichen Trinksprüchcn in deutscher und slovenischcr Sprache, insbesondere aber glaubten die auS Laibach und Zirtniz gekommenen Gäste ihren Dank dem Herrn Hosrath Hochstctler fnr den .hnen bereiteten gcnnßreichcn Tag dadurch kennzeichnen zn sollen, daß fte den von ihm als ..Höhll'ibärcnhotel" benannten interessantesten Theil der Grotte in "0"^" "s Schatzkammer" umtauften. Erst in sp"" Abend- die entsprechende Fürsorge getroffen werden möge. __ fNcucs Touristen Hans.) Mit drin vom lAlpenlluli „Austria" in Kal.5 geführten Baue d« Erz» leis! herzog Johann-Hütte auf der Adlersruhe am Glockner wurde am 12. August begonnen. Die gemauerte Hütte bekommt im Innern einen Raum von 6 Meter Länge und 3 Meter Breite, wird Lagerstätte, Tische und Bänke erhalten und kann für 20 Personen zum Aufenthalte dienen. Bei fortdauernd günstiger Witterung dürfte der Bau bald vollendet sein. Hus dem Schwurgerichtssaale. Laibach, 10. August. (Verbrechen des Betruges.) Vorsitzender: Landesgerichtsrath v. Ihub er; Vo» tanten: die Landesgerichtsräthe Tschech undPessiak; Schriftführer: Auscultant Kubal; Vertreter der Staatsbehörde : Etaatsanwalts-Substitut Mühleisen; Vertheidiger: Advokat Dr. v. Schrey. Auf der Anklagebank befindet sich der 28 Jahre alte Johann Bucar und dessen Gattin, die 31 Jahre alte Heleue Bucar aus Wehniz, beide bis nun gerichtlich unbeanstandet. Die Anklage legt ihnen zur Last, daß sie in betrügerischer Art und Weise vorgegangen seien, als Johann Bucar seiner Ehegattin einen Schuldschein über 1541 si beim k. k. Notaren Dr. Theodor Rudesch errichtete und ihr das Intabulationsbefugnis zugestand, welches Helene Bucar auch thatsächlich geltend machte, indem sie die grundbüchcrliche Einverleibung auf die Realität ihres Gatten im Betrage per 1541 st. durchführte. Die Anklage behauptet nun, der von Johann Bucar ausgestellte Schuldschein zugunsten seiner Frau sei nur eine Fiction gewesen, darauf gerichtet, die Gläubiger Johann Bucars um die dargeliehenen Beträge zu schädigen, da dessen Ehegattin außer ihrem bereits sichergestellten Heiratsgute per 500 st. nachweisbar kein Vermögen besitze. Diese Handlungsweise begründe das Verbrechen des Betruges nach den 88 197, 198 und 200 St. G. Außerdem legt die Anklage dem Johann Bucar noch znr Last, daß er die von Franz Lipan gerichtlich gepfändeten Objekte verkauft und sich dadurch der Ueber-tretung der Veruntreuung schuldig gemacht habe. Die Angeklagte Helene Aucar gibt an, ein Heiratsgut von 500 si., außerdem aber noch selbst er« spartes Geld besessen und von ihrer verstorbenen Mutter an 800 fl. erhalten zu haben, welche sie in der Sparkasse anlegte. Noch ehe sie ihren jetzigen Gatten gehei ratet habe, gab sie chm fortwährend Geld, und auch später, als sie bereits feine Frau war, verlangte er theils für Reparaturen, theils für Steuerzahlungen und andere Bedürfnisse oftmals Geld, welchem Verlangen sie stets nachkam. Endlich als sie sah, daß sich ihr Gatte dem Trunke ergebe, drang sie in ihn, ihre Forderung, Welche bereits an 1590 st. erreicht hatte, sicherzustellen, Anfänglich wollte ihr Mann davon nichts wissen, später aber bewog sie ihn doch dazu. Der Schuldschein wurde ausgestellt und der Betrag pr. 1541 si. grunobüchlich auf die Realität ihres Gatten intabuliert. Fragen des Vorsitzenden gegenüber, ob sie denn wirtlich eine für eine Bäuerin so große Summe Geldes besessen habe, beharrt die Angeklagte bei ihrer ursprünglichen Behauptung, daß sie das Geld thatsächlich gehabt habe; daß aber andere Leute nichts davon wußtm, habe darin seinen Grund, daß sie es niemandem anvertraut habe. Von den Schulden ihres Gatten habe sie blos für 100 st. gewußt. Die Angeklagte erklärt schließlich den Schuldschein und die Intabulation für vollkommen correct. Der Angeklagte Johann Bucar bestätiget im wesentlichen die Auslagen feiner Ehehälfte. Sie habe ihm wirklich das Geld gegeben und er, ihrem fortgesetzten Drängen nachgebend, den Schuldschein ausgefertiget und die Intabulation gestattet. Seit 8 Jahren habe ihm seine jetzige Frau bereits Geld geliehen, und cr zweifle nicht, daß die intabulierte Summe die richtige fei. Was seine Schulden anbelange, so betreffen dieselben nur Verträge auf Lieferung von Brennholz. Da ihn der Holzhändler Franz Liftan betrügen wollte, habe er die Zahlung verweigert und dagegen auch beim k. k. Bezirksgerichte Einsprache erhoben. Da er die zweite Tagsatzung versäumte, wurde er vom Franz Lipan gepfändet. Angeklagter gibt zu, die gepfändeten Objekte — eine Kuh, ein Kalb und eine Stute — verkauft, die Zimmereinrichtung aber verschleppt zu haben, doch nur in der sicheren Anschauung, daß Franz Liftan zur Pfändung kein Recht hatte. Es gelangten nun eine Reihe von Actenstücken zur Verlesung. Dieselben umfassen die Testamente der Eltern der beiden Angeklagten, ihren Heiratscontract sowie die Abhandlung nach einem Bruder des Angeklagten. Wei-terö wird das Schätzungprotokoll der Realität des Angeklagten zur Verlesung gebracht, welches den Werth derselben sammt dem tunäuu in8t,llictu8 auf etwa 1175 si. beziffert. Hierauf beginnt das Zeugcnvcrhör. (Echlus; folgt.) tlenefte Post. Original-Telegramm der „Laili. Zeitung." Konstautinopcl, 17. August. Ein Irade des Sultans ernennt Savfet, Ali Saib und Savas Pascha zu Kommissären für die Unterhandlungen mit Griechenland. Brunn, 10. August. (N. fr. Pr.) Minister Dr. Prazak verabschiedete sich gestern von den hier anwesenden Landesausschußbt'isitzern und reiste heute 4 Uhr früh nach Wien. Seine Advokaturskanzlei übernimmt Dr. Schrom. Berlin, 16. August. Wie die „Kreuzzeitung" meldet, wurde der Contre-Admiral Batsch, der in Magdeburg eine sechsmonatliche Festungshaft abbüßen sollte, begnadigt. Paris, 16. August. Ein schrecklicher Eisenbahnzusammenstoß erfolgte bei Flers (Orne). Vier Personen wurden getödtet, dreißig verwundet. London, 16. August. Die Thronrede, mit welcher heute das Parlament vertagt wurde, betont zunächst die freundschaftlichen Beziehungen zu den auswärtigen Machten. Die Königin habe ihren Einfluß zur Auf-rechthaltnng des Berliner Vertrages und zur Befestigung des Friedens angewendet. Die Einführung von Reformen in der Türkei fei durch die Kriegs-calamitäten verzögert, aber die Regierung höre nicht auf, die Wichtigkeit der Durchführung derselben für die Türkei zu betonen. Die Thronrede constatiert ferner das Einverständnis zwischen Frankreich und England inbetreff Egyptens. Die griechische Frage wird in der Thronrede nicht erwähnt. London, 15. August. Aus Capstadt wird vom 29. Juli geim'ldet: Der neue Vormarsch der britischen Truppen sollte in zwei Colonnen am 3. August beginnen, indem eine derselben von Durnford unter Clark, die andere von Borkes-Drift unter Ruffel vorgehen und beide sich am 6. August in Magniboninm vereinigen follten. Crtywayo erbat sich Auskunft, ob ihm im Falle der Unterwerfung das Leben gefchcnkt würde, worauf eine bejahende Antwort ertheilt wurde. Madrid, 1«. August. Der letzte Ministcrrath beschäftigte sich «lit der Angelegenheit der Wicder-vernlählung des Königs. Man glaubt, ein Gesandter wcrde bald nach Wien gehm, um offiziell nm die Hand der Erzherzogin Mark Christine für den König Alfons anzuhalten. Telegrafischer Wechselkurs vom 16. August. Papier»Rente 66 65. — Silber - Reute 68 35. - Gold Rente 79--. - 1860er Staats-Anlchcu 124 90, — «anlÄctiei, 822. — Kredit»Actien 268 25, — London litt 65. — Silber -—. K. l. Münz - Dukaten ü l.2 — 20 - Franke» » Stücke 9 28. — lOO.Reichsmart 57 10. Wien, 16. August. 2'/, Uhr nachmittags. (Schlußwrft) lkreditactien 268 80. 1860er Lose 125' . 1864er «^- l'>8'-. österreichische Rente in Papier 66'67. Etaatsbahn 27150, Nordbahn 219-75, 20.Franlenstilcke 9 28'/,. ungar. Kreditactien 256 75. österreichische Francobank - —, österreichische Anglolmnl 127 75, Lombarden 89 75, Unionbanl 87 40, Lloydactien 581 -. türtische Lose 20—, Commuual-Anlehcu 113 60, Eguptische -, Goldrente 78 95. ungarische Ooldrcnte 92 -. Fest. Angekommene Fremde. Am 16. August. Hotel Stadt Wien. Aal, Kfm, Nürnberg. — Schalln, I"' gcnieur. Wien. — Gräfin Marghcri s. Tochter, Untcrlrain. -Ritter v, Gutmannsthal und Tavani, Trieft. — Dr. Steiner, l. l. Llllldcsgcrichtsadjuuct, Graz. — Morawch, Vöhmcn, Hotel Elefant. Löwingcr, Kfm., Kanischa. — Gerlch, Lchw', und Braun, l. l. Hauptmann i. P Graz, — Christen, Kfm.. Schweiz. — Nnstia s. Schwester, Trieft. - Fricdl, Wien. " Schwcrncr, Kfm., Koburg. - Erbcr, l. l. Gymnasiallehrer, Zara. Hotel Europa. Knill, Wien. - Vorzd, Trieft. - Eipeldaner, Vuchdnlckercibcscher. Mohren. Äaboschcg, Maschinenschlosser, s.Frau. und Häuser s. Frau, Marburg. — Kufmauu, Hamburg. — ZanlowM Weißcnstein. Sternwarte. Lchner, Sissek. — Slander, Trieft. Verstorbene. Den 16, August. Margareth Kupic, Bedienerin, 70?' Karlstädterstrahe Nr. 14, Schlagflusz. - Carl Stumpfi. T^ nrasenossicials^Sohn, 4 I. 8 Mun., Petersstraße Nr. 16, TM' theritis. Im Zivil spi tale: Deu 15. Äugn st. Johann Kosenina, Hutmacher, 32 3» Eitcrungsfiebcr. Im k. f. Garnisonsspitalc: Deu 11. August. Stefau Kühncl, Infanterist i" 74, Infanterieregiments, Dicldarmvcrschweruug. Lottoziehungen vom 16. August: Wien: 32 6 «5 53 72. Graz: 41 4 74 85 37. Meteorologische Beobachtungen in Laibach. Z ^ O N ß -° W ^ ?"il7Mg 7:54-10 ^13 9 wMM 4 70 16. 2 .. N. 731 94 -1-25-0 O. schwach fast heiter n^aen 9 „ Ab. 7::i 70^-20 0^ windstill_____heiter ^^^- 7U.Mg" 7^2 33 ^15 9 windstill bewölkt' ^50 17. 2 „ N. 7-:i 9» ^-23-4 windstill bewölkt Rcaen 9 .. Ab. 7!'.2 8« -j-1!»l> SO. schwach bewölkt Den Ift. morgens schwacher Nebel, heiter tagsüber wrch selttdc Vcwöltnng, abends Wetterleuchten in N. und S. Deb 17. srüh morgens Ncgcn, thcilwcise Aufheiterung, danu znneh' mende Bewölkung, abends Wetterleuchten in N. und W,, nachte Gewitter mit iiiegcn. Das Tagcsmittcl der Wärme an beiden Tagen je > 1!) 6", beziehungsweise um 0 b« und 0 6" üb«? dem Normale. Verantwortlicher Redacteur: Otto mar Vamberg- > Danksagung. » W Für die vielseitig bewiesene Theilnahme wäh M ^ rend drr ln»zen, aber schmerzlichen Krankheit, und > « siir die zahlreiche Betheiligung an der Vcgleitung > ^ unseres vielgeliebten Sohnes uud rüclsichtlich ÄrudcrS W > 5o2Sl I<2.MZl6, > W zur lchte» Ruhestätte vonseitc der Herren l, k. Äs' > ^ amloi. der löbl, sscuerwehr »nd der übrigen Vc^ > ^ wohncr von Mottling, su wie für die gespendeten > ^ kninzc crstatlcil den iunigsten Dnul M W die trauernden Hinterbliebenen. > W Müttliug am 14. August 187!). M 3^!N's^ll!)ci'l^^ ^""' "' ^"^' ^ ^^'^ Schwächere Auslllttdsnotierungcn und Abgaben der Arbitrage beemträchligtcu das heutige Geschäft. Devisen nnd Valuten habc «eld Ware Papierrmte........6660 6670 Eilberrente........68 20 68 30 Voldrente.........?8?5 ?«8i> Lose. 1854........115 - 11550 . 1860........125 25 12Ü50 . 1860 (zu 100 fi) . - 127 7b 12825 ^ 1864........157 75 158 25 Una. Prämien.NnI.....^-'— - - Kredit-2..........l68— 16825 Nudolfs-L.........18^ 1825 Prämicnonl. der Stadt Wien K170 112-Donau-ReMlicruligs-Luse . . 1^8 25 1U8 75 Domäuen» Pfandbriefe . . . 144— 14ö — Vesterr. Schatzfcheine 1881 rück« zahlbar .......10020 101 .- Ocstcrr. Schatzscheine 1882 rückzahlbar .......100 80 101 - Ungarische Ooldrente .... 91 6b 91 75 Ungarische Eisenbahn.Anleihe . 1l290 11320 Ungarische Eisenbahn-Anleihe, Üumulativstücle......112-11225 Ungarische Schahanw. vom I. 1874.......... - - Anlcyen der Stadtaemeinde Wlcn in «. «......9980 100 - Velb War« ittrundentlaftuugs Vbligatisnen. Vöhmen......... 102 50 ----- Nicderösterreich...... 105 — —-— Oalizien......... 90 75 9125 Siebenbürgen....... 8525 8575 Temrscr Vanat...... 85 8550 Ungarn.......... 86 75 3? 25 «lctieu vsu vanlen. Geld W>il< Aualo-österr. Vank.....12? 70 l27 90 ^lcditailstlllt .......268 - 268 20 Depositenbank.......— -^ Kreditaustalt. uugar.....255 75 256- Ocsterreichisch'ungarische Vanl 827 - 828 Uniuiibaut « '"> g725 87.^ Verkchrsbank.....116 2b 116 75 Wiener Bankverein.....127 75 128' Actien von Transpsrt Uutcrneh-lnunaen. «elb W,re Alföld.Nahn .......13650 137 — Donau.Dampfschiff..Oesellschafl 574 576 -Elisaueth-Wcstbahn . . . . 17^75 180 25 »elb Ware Ferdinands-Nordbahu. . . .2200—2205 — Franz.Ioseph-Äahn .... 14550 146 -Oalizische Karl-Ludwig < Äahn 237 50 238 Kaschau-Oderberger Bahn . . 11175 112 25 Lemberg.Czernowitzer Bahn . 135 50 136 - Lloyd « Gesellschaft.....530— 582 — Oesterr. Nurdwestbahn .... 135 50 136- - Rudulss-Bahu.......133 75 134 Staatsbahn........27125 27175 Tmdbahn..... . , 8950 R>. _ Thcih'Nahn........214— 21450 Ungar.'gali». Verbindungsbahn 10?. 75 104 -Ungarische Nordostbahu . . 12650 127 — Wiener Tramway.Gesellschast 191 - 19! 50 Pfandbriefe. Nlla.öst.Vodenkreditanst.si.Od.) 116 11650 ^ ., ^ n.B.'V.) 9980 10010 Oesterreichisch - ungarische Bank 10160 10175 Una, Vodenlrcdit.Inst. (B..H.) 100 7b 10125 Prioritats Obligationen. Elisadeth-B. 1. Em.....9675 9725 Fcid.-Norob. in Silber . . . 104— 105 — Franz Joseph.Äahn .... 94..0 94'75 «elb "" Njal. Karl.Uudwiss.N,, 1. Em. 10325 I^g Ocsterr. Nordwest-Nahn . . 96 70 9v? Siebenbürger Nahn .... 71' - ^lz Ttaatsbahn 1. Em.....169 25. 1°s.. Südbahn il 3°/,......121 - ^l^ 5°/.......102 75 1^ Devisen. Alls dculsche Plätze..... 56 ?5 A London, kurze Slcht . . . . 116!)5 l» .^ London, lauge Sicht . . . . ll?05 »»'. Paris ... ..... 46lw "' Geldsorten. «e.b <°°" l Dukaten . . < . 5 fl. 49 kr. 5 si °<>, Napoleonsb'or . 9 . 30'/, . 9 ^ "" Deutsche liieichs. »5 Noten .... 57 ^ 25 ^ 57 ^ Silbcrgnlden . , 100 , — « !60 » Krainischc Oru!ldentlllstuligs'0^igal!"ll ,..,,. ,, ., ____ ____ («eld 9150, Ware ^' ..his slachtrag: Um 1 Uhr 15 Minuten notieren: Papierrcnte 66.>5 bis 66 65. Silberrente 63 20 bis 63 35. Goldrente 78 75 bis 78 85. Kredit 266 60 bis 266 80 Anglo 1^' 127 25 London 116 95 bis 117 20. Napoleons 9 31 bis 9 32 Silber 100 - bis 100 -.