Nro. XI.II. Laibacher M^M Zeitung. Die Harmonie. Er bechert c,ern , sie auch : Er hat den Beutel gern , Und spielet arrn den Herrn ; Ancb das ist ihr Gebrauch. O wundervolle Harmonie ! Was er will, will auch sie. Schreiben aus dem Haag den 17. September. 7^'e Antwort dcs Fram. Hofes l^at, — so kluq, gereckt und billig Ne lst, -_ ^.^ Erwartung der Patrioten nicht erfüllt. Man sieht hier zu ^ande gar wohl ein / daß Frankreich,! welche crst einen sehr kostspieligen! ^Ncg^endigt, mit Klugheit nicht w ncue Feindseligkeiten gegen einen^ machtigen Monarchen sich einlassen ^nne, mit welchen es durch Fami- ^ Anbände und durck Gründe einer vuliLm Politik vereinigt ist. Es^ ^folgt daraus , daß die Republik unstreitig auf dessen fernere gute Offi-cia rechnen könne, aber keineswegs > sogleich auf thatigen Beystand/ wel-cbcr eine Kriegserklärung nach sich zöge, es wäre denn, daß der Kaiser selbst Thätigkeiten ausübte, die einen entschiedenen Vorsatz, die Republik zu vernichten, verriethen, welch s jedoch bist dato nicht wahrscheinlich ist. Die Gcneralstaaten sind nun beschäftigt, die gütlichen Auskunftmittel aufzusuchen, welche dem Kai- ser vorgeschlagen werden können^ damit er von der Eröfnung der Schelde abstehe. Einer dieser Bergleichs-vorschläge, glaubt man, werde in Verminderung der Zölle auf gedachtem Strom bestehen.' Indessen hati der Graf von Belgiojoso auf die dem Brüßler Hof^geschehene Mittheilung des letzten standhaften Entschlußes der Generalstaaten/ nochmals erklärt,! daß der erste Schuß, welcher ourch! den Kommandanten von Mo gesche^ hen würde/ um oie k.Fahrzeuge zu nöthigen / den gewöhnlichen Zoll zu > bezahlen, als eine Kriegserklärung angesehen werden solle. So stehet jetzt die Sache. Paris den io. Sept. Die Sache des Kaisers mit den Holländern nimmt eine sehr ernsthafte Wcndung. In vier Tagen soll Friede oder Krieg entschieden werden. Die kais. Truppen in den ^ Niederlanden sollen sich bey Fürnes! vder Ipres zusammenzieyen,und aus, dem Innern des Reichs , sagt man, werde ehestens ein anderes Korps zur Verstärkung der Nieoerlandische Truppen aufbrechen. Man versichert, Se. kais. Majestät bedauerten jetzt daß Sie Ihre Festungen in Flandern und Bca-bant demolirt, und zu Brüssel sollen die Bürger schon zittern , cme Franz. Armee vor lhren Thoren ankommen zu sehen / wozu jedoch bis dato von unserer Seite nicht der mindeste Schein vorhanden ; vielmehr hofft man, daß die Weisheit, welche in den Konseils zu Versailles präsidirt, diesesAngewitter werde zu zertheile wi',;en, und daß die Holländer/ si mögen wollen oder nicht/ die Scheide werden frey erklären ; diese Proposition wird. ihnen hart eingehen^ m,o noch schwerer zu.< befolgen seyn; aber es ist kein ander Austunftmit-tcl. Dcr Kaiser bestehet fest 0lirauf; Und glaubt man hier größtentheils , daß ohne eine Ocster. Armee in Marsch zu setzen, dieBrabanter trotz den Käse < mid Heringskrämmern, lauf der schönen Scheloe die Länge ^und dle Brette segeln werden. Paris den 14. Sept. Man vernimmt, daß die 22 ersten Ngmt. auf kompletten Kricgs-!ftlß sollen gcsezt werdcn, welches eineÄugmcntationvon l2c>2OMantt' ausmachen würde. Uiberhaupt versichert man, daß wir dcn Holländern sOOOO Mann geben werden, ^weiche, mit den Truppen der Republik hinlünglich seyn würden, dcn Oejrereichischen Armeen dle spitze zu bieten. Dennoch glauben viele daß die Streitigkeiten zwischen dem Kaiser und dcr Republik gütlich bey^ gelegt werdcn können, ohne daß man nöthig hat,Kanonen , am allerwenigsten aber französtscheKalwncn, darzu zu gebrauchen. Bey allcm dcm zweifelt man doch nicht, daß, wenn Holland mit Ernst cmgreiffcn sollte, Frankreich sich der Schuldigkeit der Freundschaft gemäß, welche wahrend des letzteren Kriegs zwischen beyden Nationen errichtet worde»/ betragen werde. Rölln den 12. Sept. In hiesiger Stadt und Gegend werden viele Bäcker zum Dienst dcr lciscrl. Truppen in den Niederlanden angenommen/ und ihr Enrollement ist auf z Jahre. Auch heist es , daß eine Anzahl Pfälzec Truppen sich, bereit halte, auf den ersten Befehl ins Brabantische zu marschieren. N)ien ben 19. Sept. Unsere Toden werden nun in keinen Sarg mehr gelegt, sonnen nur m einen Sack genäht, und immer 4 m eine Grube acheckt, mit Kalk be-Ineut und zugeworfen. Hiervon soll niemand ausgenommen seyn, als der Kaiser und der Kardinal Die Ursache soll seyn die Vertheucrung des Holzes, welche durch die Särge ^Wanden, und künftig entstehen werde. Will gber jemand mit dem ^ack nicht vom Hause getragen werden; so kann er sich vor 4 Gulden ^6 Gemeinden Sarges bedienen, Uni das primmn 3p6<5racu1um zu vermeiden. . Halb Europa ist begierig, wie es ^en Holländern geben werde. Die Nouners krcutzcn von allen Seiten, ^nd ihre Depeschen sind mehren-u)ells in lüanla Latavorum. Ans pnhlen den z. Sept. Aus der Krimm vernimmt man, ,^ß der ehemalige Tartarchan, S^' l)N Gbutral, welcher sich bisher NI der Insel Taman aufhielt, un-'" elner starken Bedeckung von da weiter in das innere des Ncichs al^ gegangen ist. Nach einigen soll er ! durch seitl Betragen Mißtrauen er» weckt haben. Die Nußische Kaiftrin soll gesonnen seyn, emcn Oroen für Frau^'n-!zimm'.?r zu errichten. Er bestehr in einem emaillirten Kreuz, worauf die Worte stehen: Vorrechte der !Geburt. Als ganz zuverläßig und wirklich glaubwürdig wird versichert, dieIr-rungen mit der Stadt Danzig seyen dadurch endlich ausgeglichen wor-ldcn,. daß der preußische Hof den Borschlag des Rußischen in Anse« hung eines Agenten im Fahrwasser, l'alMnommcn, sich zur Bcrstattung !einer Durchsuchung der durchgehen--den Gütcr, im Fall eines gegründeten Verdaä)ts, verstanden, und ei-!nige Einschränkungen in Ansehung dcr freyen Durchfahrt der unter dem Namen Fürstengut benannten Güter, bewilligt habe. Die darüber abzu-schliessende Konvention dürfte balß in Druck erscheinen. Donaustrom. Von dem seligen General Brow-ne erzahlt man jetzt eine Anekdote, die sich erst dieser Tage entwickelt. Er hatte monatlich Gelder für die Invaliden Officicrs einzuziehen, und unter sie zu vertheilen. Vierzehn Tage vor seinem Tode nah m er 6o Nro. 171. am Altenmarkt, den 2. i der Jakob N. alt 27 Jahr. « ,l Nro. 44. in der Nossengafsen, den z 2. Herr Mathias Wikolitsch. ! Nro. 241. von Armenhaus, den 3- der Valentin Baloty alt 47 Jahr. ! Nro. 31. auf der Vorstadt/ 3cn ! 3- der Mathias Vrmovitz s. S- alt ^ 8 Tag. ! Nro. 108. in der Vorstadt, den 4. dem Gregor Tschöschnauec s. T-ialt 22 Jahr. Nro. 99. in der Kothgaffen, den ' 4- dem Georg Wisiak s. T. alt ein zhalb Jahr. > Nro. 10. vor dem Deutschcnthor, den s. dcr Urban Moschina alt 75 I. Nro. 73. in Tyrnau , den >. dein Andree Gramer s. S- alt 4 Wochen. Nro. 12. auf dcr Polana, den 5. ^dem Mathias Groß s. T- alt 1 I-! Nro.215. in der Franziskanergaffe, ^dem Georg Tottos. F. alt 3OIahr. ! Nro. 25. auf der Vorstadt, den 5. dem Johannes Mrak s. S. Nro. 144. auf der Vorstadt, den 6. dem Anton Gcyer s. S- alt 7 I. Nro. 34. vordem Deutschenthor/ den 6. dem Franz Bogatschnik alt 9 Tag. Nro. 97. am Altenmarkt, den 7> die Katharina Ielenzin alt 74. I. Nro. 25. auf der Vorstadt, den 8. dem Franz Mrak s. W. alt 30 2- Nro. 88. am Altenmarkt, den ic>. die Magdalena N. alt76 Jahr. Nro. 241. in der Svitalgajscn^, den 11. dem Johannes Alitsch s-6» alt 36 Jahr. Gedruckt in der Klemmayrischen Buchdruckerey , im Gersonischen Hause H. iO. in der Kupuzinerqasse, wo Zeitung alle Donerstag in der Früh zu haben ist. __^.