^»F 25. Freitag am 3R. Jänner «»K». Zn diesen Gcbnhvcn ist nach dcm„Provisorische Gcschc vmu tt. ?.'^eml'.r l. I. für IimrtionMmPr," noch 10 fr. ,ur e.n. ledes.n.l'gc (5m,chalNmg hmzu zu rechnrn. Aemtlicher Thsil. liche Ansichten über den Gegenstand im Allgemeinen, ^nd Herr Ganahl forderte freie Einfuhr des Holzes für Vorarlberg. Ferner sprachen die Herren Hlu>! bck, Pishorek, Salm, Bachhaibl, Baumgartner,! Lanna, Richter und Bischof, worauf der Vorsitzende, Freiherr v. Brück, als die Debatte schon lange ge> dauert halte, durch die Fragestellung alle DiZcussw' nen recapitulirte. Die Versammlung beschloß, den Einfuhrzoll für Holz auf I kr. pr. l!/, Wiener Klafter festzustellen. In Betreff der weiteren Frage, ob mit Hin. blick ouf die auscinanderlaufenden Bedürfnisse und Anforderungen der einzelnen Kronländer, nicht die Annahme eines Zonensystems sür die verschiedenen Pro, vinzen räthlich erscheine, wurde auf Antrag des Hrn. Mmisterialrathes Kleyle entschieden, erst morgen über die einzelnen Kronlander Bestimmungen zu treffen, heute aber nur die Frage über Galizien und die Bukowina zu erledigen, um damit das Prinzip der Ausnahme auszusprechen. Die nicht «besonders benannten Hölzer", welche in lit. li. der «edlern Werkholzsorten« erscheinen und mit einer Einfuhrge. bühr von 45 kr. belegt werden, wurden auf Antrag des Herrn I. Winter auf 5 kr. herabgesetzt, welche Erniedrigung besonders für Kunsttischler und Drechsler rücksichtlich ihrer feineren Arbeiten nicht ohne In. teresse seyn dürste. Der im Tarife bestimmte Ein fuhrzoll auf Kohlen zu l kr. pr. Centner wurde nach dem Vorschlage des Herrn Fürsten Salm, welchen auch Hr. Winter bevorwortete, gänzlich aufgehoben. . Bei der Rubrik über »Borsten, Federn und ! Haare« wurde der Umstand zur Sprache gebracht, ! daß im Königreiche Ungarn alljährlich allein 23,367 ^ Centner Federn ausgeführt werden, welche sammt. ! lich nach Frankreich gehen, deren Werth durchschnitt, lich pr. Centner auf 80 bis 90 Gulden zu stehen kommt. Die für die zuletzt genannten Waren im Tarife bestimmten Zollsätze wurden von der Versammlung unverändert angenommen. (Wanderer,) * Wien, 29. Jänner. Se. Majestät haben über Antrag des Mmisterratheö und mit Entschließung v. 22. d. angeordnet, »daß das Militärgränz. ! Institut in dem Kronlande Siebenbürgen aufgehoben" und statt der bisherigen fünf siebenbürg'schen Gränz» ! regimenter, eine gleiche Zahl Linienregimenter u. z. -vier Linien-Infanterie.- und ein Husarenregiment errichtet werde. Der Bevölkerung dcr beiden Romanen, gränzregimentsbezirke ist für die sowohl im Innern des Landcs als vor dem Feinde geleisteten treuen Dienste die allerhöchste Zufriedenheit bekannt zu geben. Die vier zu errichtenden Linien > Infanterieregimenter sind vorläufig mit dem Stande von zwei Feldbataillons und einer Reservedivision auszustellen; das Husarenregiment Nr. II aber ist durch successive Completi-rung und Errichtung der noch fehlenden Abtheilungen auf den vorgeschriebenen Kriegsstand zu bringen. Die an die Stelle der Szekler Gränz-Infanterie tretenden zwei Linien-Infanterieregiment« erhalten die Nummern 5 und 6, und sind mit Ausnahme der Neservedivision, welche in der ehemaligen Gränzregi' ments-Stabsstation verbleibt, im östlichen Theile Ga-liziens und der Bukowina, u. z. : in Stanislawow und Czernowitz aufzustellen. Das gedachte Husaren-regiment behalt seine Bezeichnung Nr. li. Die auö den bisherigen Nomanenregimentern gebildeten liinicn-regimenter verbleiben in ihren Stationen und werden ! die Nummern 46 und 50 führen. Wien, 29. Jänner. Die vom Herrn Han-delsmiMer unterbreiteten Grundsätze für die allge meine Regulirung der Porlofreiheiten haben die allerhöchste Genehmigung erhalten. Sr. Majestät und den Mitgliedern der allerhöchsten Familie bleibt ausschließlich die persönliche Portofreiheit bei der Brief-post vorbehalten. Die Amtscorrtspondenzen sind portofrei. Die Hofstäbe Sr. Majestät, die verschiedenen Armee Abtheilungen und ihre Commando's, die geistlichen Aemter aller vom Staate anerkannten Confesswnen, endlich die Direktionen der öffentlichen Unterrichts- und Humanitatsanstalten, welche ganz oder lheilweise vom Staate dotirt werden, sind be, züglich der Portofreiheit den landtssürstlichen Be. Horden gleichgestellt. Klöstern und geistlichen Cor-porationcn, welche sich mit der Krankenpflege ober der Erziehung der Jugend beschäftigen, kommt die Portofreiheit rücksichtlich jenes Theils ihrer Corre. spondenz zu, welcher die Krankenpflege oder die Schule zum Gegenstande hat. Wohlthätige Gesellschaften sind in ihrer Corrcspondenz mit landesfürst» lichen Behörden portofrei. Geistlichen Drtnn, die von Almosen erhalten werden, kommt die Portofrei, heit zu. Handels- und Gewerbe, Notariats.- und Aduocatenkammern sind in ihrer Correspondenz mit landcsfürstlichen Behörden portofrei. Die Corre-spondcnz der Gemeinden mit landessürstlichm Behörden, in so weit dieselbe aus dem dcr Gemeinde übertragenen Wirkungskreis entspringt, ist portofrei. — Das katholische Episcopal zählt in Europa 104 Erzbischöfc, 303 Bischöfe und 25 Vicariatk; in Asien 6 Patriarchen, 6 Erzbischöfc, 46 Bischöfe und 43 Vicariate; in Afrika 6 Bischöfe und l4Vi-cariate; in Amerika l6 Erzbischöfe, 85 Bischöfe und ltt Vicariate; außerdem gibt es noch 5 Pa. Märchen, 65 Erzbischöfe und 2ll Bischöfe in nartlliu». — Auf der Wien - Gloggnitzrr Eisenbahn kam vorgestern Nachmittags 3 Uhr eine leere Maschine aus dem Geleise. Sie fuhr mit voller Kraft an das Thor der Locomotiven Remise bei der Wasserstalion und zertrümmerte nicht nur dasselbe, sondern beschädigte auch zw«i Locomotive, Eine Verstellung des Wechsels trägt di« Schuld an dem Unfall. — Die k. k. Ingenieure sind von der k. k. Gc> neral-Bau-Direction angewiesen worden, von den bei Eisenbahn Bauten durch Ausgrabungen und Felsen-sprengungen bloßgestellten geologisch merkwürdigen Erscheinungen die k. k. geologische Rcichsanstalt in Kenntniß zu setzen, insbesondere die Aufsindling von Mineralien odcr Versteinerungen alsogleich mllzu-lheilen. In einem Einzelnhause, unweit des Dorfes Csermo, im Aiader Comitat, übernachteten am 10. d. M. zwei Männer bei dem Wirthe Lichtenstein. Als sie ihn sammt seiner jungen Gattin im tiefen Schlafe wußten, stürzten sie in die Kammer, würgten mit Hilfe einer großen Znige, zuerst den Mann, und als auf das hierdurch erweckte Geräusch die Frau erwachte, wurde ihr der Mund verstopft und dann auch sie erwürgt. Die Mörder entfernten sich, nach. dem sie das gefundene Geld mitnahmen. Des Morgens, alö die Magd die Frau wecken wollte, wmdc ihr natürlich nicht aufgemacht. Sie eilte nun zu dem Bruder der Gemordeten, man sprengte die Thüre auf und fand zwei Leichen. Auf Aussage dcr Magd, daß zwei Männer aus dem nächsten Dorfe, ein Gärtner und ein Tischler da übernachteten, worden Beide eingezogen. Der Eine dcr Beiden wurde am 21. d. M. gehängt, der Andere in. deß läugnet die That und wird dem ordentlichen Gerichte übergeben werden. Assram, 28. Jänner. Die nach Constantino-pel abgegangene Deputation der Kraina ist über die Herzogowina mit einem kais. Ferman zurückgekehrt. Zu Todorowo und Zasin werden Volksversammlung gen gehalten; Gegenstand der Berathung, ob die Kraina sich cn Masse erheben und nach Serajewo ziehen solle? Der Führer Uneinigkeit verhinderte einen wirksamen Beschluß. Omer Pascha besteht darauf, eine Deputation solle zum Behufe der Unterwerfung nach Scrajewo kommen und droht beinahe mit Waffengewalt. Er soll in Travnik seyn, gegen Bihacz aufbrechen wollen und in der ganzen Kraina die größte Anarchie herrschen. Deutschland. — Im Großherzogthum Baden dürfte die Bürgerwehr, mit alleiniger Ausnahme jener von Karlsruhe, die man fortbestehen ließe, nicht mehr wiederhergestellt werden. Die Lust dazu ist überall vergangen. — Vaiern wird nun noch den Zollvereins'Congreß in Wiesbaden beschicken; derselbe beginnt jedoch um 14 Tage spater als zuerst bestimmt war, nämlich erst am l. Februar. Baiern und Sachsen hatten vorgeschlagen, den Zollverems Cl'ngreß in DreSden zu eröffnen, weil gerad« jetzt daselbst die dritte CoM. mission der Mmister-Conferenz mit einem gleicharti. gen Gegenstand beschäftigt ist; die Mehrzahl der zu Dresden versammelten Vertreter der deutschen Re, gicrungen sprach sich jedoch gegen diesen Vorschlag aus. — — Auf dem, Mitte Februar zu Malchin Statt findenden allgemeinen mecklenburg'schen Landtage werden nur Steuer-Bewilligungen vorgelegt werden. Ferner werden beide Regierungen die Erwählung einer Deputation vorschlagen, die in Schwerin zur Verfassungsberathung zusammentreten soll. Die Ar° betten dieser Deputation werden dann einem außerordentlichen Landtage zur endlichen Berathung und Beschlicßung vorzulegen stun. — Die Zahl der Gefangenen auf dem Asperg (Württemberg) mehrt sich mit jedem Tage, so daß es bereits an Raum gebricht, und dieselben anderswo untergebracht werden müssen. Die meisten An< geklagten sind beim Fickler'schen Prozeß betheiligt-Die Verhandlung dieses zweiten politischen Riesen, Prozesses in Württemberg dürfte etwa in zwei bis drei Monaten, nach Beendigung des Ruschen Pro. zesses, beginnen. — In Rottweil wurde am 2l.d.bcim dortigen Schwurgerichte in dem Prozess« gegen Nau und Ge-nossen das Verhör des Hauptangekl.'gtm vorge^ nommen. Rau h'elt eine dreistündige Vertheidi- 101 gungsrede, worin er seinen bekannten Zug nach Kann.-stadt, der vom Staatsanwalt als Freischaarenzug hingestellt wird, als ei»e erlauble Volksdemonstration gegen die überhandüchm.'Nd«.' Reaction erklärte. — Alls Hamburg wild unterm 25 d. Mts. gemeldet: Vielleicht am nächsten Montag, wahrscheinlich aber erst Dinstag, werden 3—4000 Mann österr. Truppen hier einnicken. Dieselben bestehen aus Ti. roler Jägern und Deutsch-Böhmen. Thüringen, 20. Jänner. Der Literal Schrader in Weimar wurde in Sicherheitshaft genommen, um nächstens wegen tines von ihm verfaßten und in der »Bürgerzeitung« abgedruckten Artikels: «Mahnruf an die deutschen Fürsten," vor das Schwurgericht in Eisenach gestellt zu werden. Der Angeklagte, der Be. leidigung deutscher Fürsten beschuldigt, wird „ach dem Strasgcsctzbucb, als Maximalstrafe, mit zwei Jahren Arbeitshausstrafe bcdrohs. S ch w e i ;. Vern, 22. Jänner. Während allen Berichten zufolge die Ruhe im St. Immcrlh.il vollkommen her. gestellt ist, und die Truppen von dort allmälig entlassen werden, steigt die Erbitterung im Oberland-Längs dem Thun,r See und im ganzen Sinnncn-thal stehen Freiheitsbäume. In Thun verlangten die Häupter der conservative,, Partei vom Negierungs-Statthalter Verhaftung der radicalen Führer; dieser aber forderte Beweise für irgend ein von den Ange. klagten begangenes Vergehen; die bloße Absicht, einen Freiheitsbaum zu errichten, könne er nicht als einen Grund zur Verhaftung ansehen. Die tumultuanschen Austritte in Interlaken rührten hauptsächlich von der Widersetzlichkeit des dortigen Gemeinderaths hcr, wel° cher nicht, wie es der dortige Negicrungs-Stalthalter befohlen, den Fr,iheitsbaum sogleich, während des Gottesdienstes, umhauen, sondern bis Montag war ten wollte. AIs hierauf Militär einrückte, hielten die Nadicalen eine Versammlung und eS wurde zwischen Abgeordneten derselben und dem Milirärconnnando eine förmliche Uebereinkunst getroffen, daß das Militär seinem Zwecke gemäß nur zur Aufrechthaltling von Ruhe und Ordnung aufgestellt, die einrückenden Civilpersonen sofort entlassen werden, und andererseits die Volksabgeordncten dafür sorgen sollten, daß von Seite der Bevölkerung kein bewaffneter Widerstand geleistet werde. Der Schuß gegen Hrn. Regierungs-' Statthalter Müller wurde aus einem Hause gegen ihn gefeuert, als er in seiner Hausthür stand. Er ist am Schenkel verwundet. Auch im Emmenthal beginnt man das Aufrichten von Freiheitsbämnen. — Die Zahl der politischen Flüchtlinge in der Schweiz hat wieder ziemlich abgenommen und dürfte nur noch gegen 500 Mann betragen, von denen etwa 400 auf den eidgenössischen Listen stehen, und die übrigen gegen Kaution oder gesetzliche Hinterlage von Schriften in den Cantoncn geduldet werden. Der Bundesrat!) hat der Regierung von Bern Kenntniß gegeben von einer Mittheilung des eidgenössischen Commissars Migy im Canton Neuenburg, woraus hervorgeht, derselbe habe sich an Ort und Stelle selbst überzeugt, daß alle Gerüchte von bewaffnetem Zuzüge und Einfuhr von Waffen nach dem St. Immerthale unbegründet seyen. Auch habe die Regierung von Neuenburg zur Verhinderung solcher Schritte die nöthigen Maßregeln ergriffen, was jedoch bei der ganz ruhigen Stimmung derBevölkerung als völlig über flüssig erscheine. Italien Turin, 23, Jänner. Gestern passirte hier cin französischer Kurier nach Vencdig durch; man ver-sichelte, daß derselbe Ucdcrbrmger von Depeschen sey, welche Hr. Berrycr an den Grasen von Chamdord gerichtet habe. — Bekanntlich war in der Dcputirtcn-kammer ein Antrag gestellt worden, daß diejenigen, welche die Sonn. und Feiertage nicht heiligen, von der dagegen bestimmten Strafe entbunden wcrden sollen. Dieser Antrag ist in den Bureaux zur Be. rathuug gekommen, und von mchrcren derselben verworfen worden. Turin 24. Iän. Gegen den Abschluß des Ver-träges mit Frankreich, bezüglich des lite> arischen Eigenthums, wird von eincr zahlreichen Opposition sehr lebhaft gekämpst, bis es demjMinisterium glückte, in der Abstimmung den Sieg davon zu tragen. Am heftigsten äußerte sich der Abgeordnete Farina gegen die Annahme, Menabrea sprach eben so entschieden dafür. Der Ministerpräsident d' Azcglio nahm das Wort zu Gunstm beidcr Parteien. Der Abgeordnete von der äußersten Linke,», Herr Brof-feri o, gab in sofern den Ausschlag, als er sich für die Annahme beider Tractate erklärte, einzig und allein in der Abficht, einen Ministerwechsel z>l rer^ hindern, dessen nachtheiligcn Folgen er dadurch vor. beugen wollte. * Nom, 18. Jänner. Der P.ipst hat der Bibliothek des Vaticcms eine Sammlung von Münze», die mit Gregorl/. vom Jahre 73l beginnt und mit Gregor X VI. schließt, zum Geschenke gemacht. Das >,^, Germiüy, Gsneraleinneh-mer; der Minister des Aeußern, Herr Beiner, Rech-nungZ-Dlrcctor im auswärtigen Departement; der Iustizminister, Herr Royer, Generalprocurator am Pariser Appellhofe; der Unterrichtsminister, Herr Gi-rand, Mitglied des obersten UnterrichlZrithä; der Handelsminister, Herr Schneider, Kaufmann und Hüttenmeister; für den Krieg und die Marine sind der General Nandon und der Contre°Admiral Le Vaillant ernannt, und der Minister der öffentlichen Arbeiten, Herr Magne, gehörte auch dem vorangehenden Cabinet an. Aus Paris wird vom 26. Jänner gemeldet: Eine ncue Ministerkrisis steht bevor. Am 27. er> wartete man in der Nationalversammlung nicht nur Interpellationen in Betreff der Ministerbildung und Reden von Faucher, Barrot und Thiers, sondern auch eine erneuertes Mißtrauensvotum, ia sogar die Anklage des Präsidenten. Auch stand eine Bestimmung über die Schutztruppen und Ernennung eines Commandanten derselben für die Nationalversammlung bevor. Andere erwarteten einfache Tagesordnung, je. doch systematisches Verwerfen aller ministeriellen Anträge. T ü r k e i. <5onstanti«opel, »4. Jänner. Die Geburts-tagsfeier des Propheten ist mit allem herkömmlichen Pomp begangen worden. Tags bevor verkündete der Donner dcr Kanonen zu Meer und zu Lande dcn Gläubigen das Fest; alle Dicastericn wurden hierauf geschlossen, Alles strömte zu den Moscheen, und die ganze Nacht hindurch waren diese letzteren, wie die öffentlichen Gebäude, alle Paläste und Woh° nungen der Großen beleuchtet. Am andern Tage begab sich der Großhcrr in hohem Staate, unter Vortritt des Großvezirs Ncschid Pascha, umgeben von seinen Palastoffizieren, gefolgt von allen Ministern, den Vorstehern der Ulemaß, der Generalität und den Großwürdcntragern, in die Moschee des Sultans Ah» !mct, um der Vorlesung des Lebens des Propheten beizuwohnen. Welche Gedanken mögen wohl den iungen Reformator dabei umschwebt, welche Gefühle seine Brust bewegt haben, ihn, der die Welt mit < dem Geiste jenes großen Gründers auszusöhnen und darin tie Keime zu einem neuen Lebensauögauge sproßcn zu machm versucht? Wer halte je geglaubt, daß vom Throne des Chalifen herab einer ihrer Nactiiolger den Christensclaven die rettende Hand reichen wird, um sie gegen den Islam selbst in Schutz zu n hrmn — daß ihm Millionen Christen-srelcn ihren Erlösungsdank einmal zujauchzen werden! Dieser Gedanke, einer der größten, der in unserem Jahrhunderte aufblitzte, und in lebendiger Thal sich zu verkörpern strebt, der unberechenbar in seinen Folgcn, dem absterbenden AblNdlande neue Lebens-stiöme zuzuführen verspricht und ihm dadurch viel- ! leicht seine Zukunft rettet, hat nichtsdestoweniger die pt-ioenschaften vielfach gegcn sich geweckt, und wird in leiner bldeutung5vollen Wichtigkeit nicht überall auf dem Continenle erfaßt und gewürdigt. Aber die Nähe dts gestaltenden Geistcs weckt ungeachtet allcn Tumultcs t-er Gegenwart doch irgendwo das Verständniß für ihn, und so begrüßen wir auch in die., fern Sinne mit wahrer Freude die belgische Gesellschaft, welche in Brüssel zum ewigen Andenken an dieses Beginnen im Oriente eine historische Medaille anfertigen ließ. Diese stellt aus der einen Seite das türkische Reich unter dem Symbole einer vom Sturme umbrausten Feste dar; auf der Kehrseite ist der Na» me des Großherrn, in tückischen Charakteren strahlend, über verschiedenen Attributen, worunter die M'gna Charta, als des Tanzimut von Gulhane mit dem Namen Neschid Pascha's, den vorzüglichsten Platz einnimmt. Diese Medaille, cin Werk des Kupfer stechers M. Hart aus Brüssel, ist vielleicht das größte, was in dieser Art gesehen wurde, und in jeder Hinsicht, sowohl was die Composition als was die Ausführung betrifft, ein der Sache würdigcö Meisterstück zu nennen. Neues und Neuestes. Rendsburg, 27. Jänner. Se. Majestät der König von Dänemark hat die Auswechslung der beiderseitigen Kriegsgefangenen genehmigt. — Der geh. Finanzrath Henning, welcher di« preußiscke Regierung auf dem Zollvereinscongreß in Wiesbaden vertreten wird, ist bereits vor einigen Tagen daselbst angekommen, und werden nach der ,D. R.« die Sitzungen wohl am 27. d. wieder be» gönnen haben. Auch der baierische Bevollmächtigte war bereits anwesend. Der Generalstab der unter dem Befehle Sl. königl. Hoheit des Prinzen von Preußen vereinigt gewesenen drei Armeecorps wird aufgelöst. Theater»Nachricht. Samstag den 1. Februar ist das Benefice von Frl. Hermine und Hrn. Joseph Seidl. Die beiden begabten und fieißia/n Geschwister haben in ihren untergeordneteren Parthien jedes Mal sich der vollen Zufriedenheit des Theater-Publikums erfreut, und es ist sicher nur eine angenehme Pflicht, strebsame und fleißige Anfänger durch Anerkennung ihrer Leistungen aufzumuntern. Die Benesicianten wählten das bekannte und beliebte Lustspiel: Der Kirchtag zu Stainz in Steiermark," von Kaiser. Diesem folgt ein musikalisch,z Pot, pourri, vorgetragen von den Violinschülern des Hrn. 3 eilermayer, und BI au. A e ug lei n, Walzer von» Hrn. Capellmeister Granstld, ge. widmet dem hochgebornen Hrn. Grafen v. Hoch«n-wart. Diese hübsche Zusammenstellung, «nb die Beliebtheit dcr beiden Kunstjünger dürften einen an. genehmen Theaterabend bieten. Wir wünschen ein recht volles Haus. Verleger. Ign v. Kleinwayr und Fedor Vamberg. Verantwortlicher Herausgeber. Igu Alois v Kleinmayr Telegraphischer EourS - Vericht der Staatbpapiere vom 30. Jänner 185 l. Staatsschuldverschreil'lmgen zu 5 M. (in EM.) 9i 1.^16 detto ^ l/l ., » 8^ 7/» betto „4 ., „ 75 5/8 Staaisschnldvcrsch. v. Jahre 1850 nüt Nilckzahlmig .,4 „ , 88^/8 Schtaatsschuldvcrschrcib. zu 5 pEt. im Auslandc verzinslich „ ., <02 ,. vr, Stück N44 in C. M. Acticn der Kaiftr Ferdinands-iitordbahn zu 1000 st. C. M....... 1225 fl. in C. M. Nctiett dcr österr. Donau-Dampfschifffahrt zu 500 ff. E. M........5.^0 ff. in <5. M. Acticil des östcrr. Lloyd in Trieft zu 500 ff. C. M...... «00 ff. in (3. M. Wechsel-Cours vom 30. Jänner l85l. Amsterdam, für 100 Thaler Current, Nthl. 179 1/2 G. 2 Monat. Augsburg, fur 100 Gulden Cur., Guld. 13l 1/4 Vf. Ufo. Fra„sfurtc,.M.. (für 120 ss. sudd. Ver- eins-Währ. in, 24 l^ö ff. Fuß. Gilld.) 130 l/2 Vf. 3 Mnual- Genua, si'ir 300 neue Piemont. ?ire, Gnld. 152 2 Monat- Hamburg, für 100 Thaler Aanco, Nt!,l. 192 !/2 2 Monat. Livorno, fiir 300 Toscanische Lire. Onld. 12« Vf. 2 Monat. London, für 1 Pfund Sterling, Guloen 12-43 3 Monat- Marseille, für 300 Fräsen, ^ Guld. 153 1/4 Vf. 2 Monat- ^aris. für 300 Franlen . . Guld. 153 1/2 Bf. 2 Monat. K. K. Münz - Ducaten......34 IM pr. (>. A^io. Fremden-Anzeige der hier 3lngekoul»uel»en «nd Abgereisten De» 28. Jänner l 8 5 l. Hr. Monti, — u. H,'. M^surana, beide Handels-leute, von Wien nach Trieft, — Fr. Inlie Zilzer, — u. Hi-. Fi'iedr. Marosin«, beide Privatiers ; — Hr. Thcoder Lange, — u. Hr. Ios. Camplog, beide Handelsleute; — alle 4 von Trieft n.ich Wien. — Hr. Ioh, Simeoni, Handelsm., von Verona nach Wien. Den 29. Hr. Wend, — u. Hr. G^brieli, beide Privatieis; von Wien nach Tnest. — Hr. Ni-, Kok, Privatier, von W>en nach Vclledi^. — Hr. Malgrani, Privatier, von Wie» nach Mailand. — Hr. Schweudner, Ingenieur, vonGratz nach Tiiest.— Hr. Elias d'?lqua, HandelZin. , von Verona nach Wien. — Hr. Salvator Amadio; — Hr. Ant. Ba» rofio; — Hr. Geo,^ Ieralla; — Hr. Carl Kohen, — l>. Hr. Alberr Kohen; alle ) Handelslettte; — Hr. Ca,l Sandiini, H^ndlun^sagent, — und Hr. Ioh. Lesiewsk,), Privatier; alle 7 von "Trieft nach Wien. — Fr. Carol, v. Gironcoli-Stembrnn , Pri-vate, von Salcano bei Görz »ach Wien. Z. 127. (3) Nr. 4ichie Obe,I^ibach wird bekannt qemlchl i Ueber Ansaäi en des Uldan Dollen', vrn Dolei navas, H. Z. 3 bei BiUichgray. »veqen si-eiivilligtm Verkauf eiiii^en'ihm gchöiigen Ml)dilar. ^clmöc,en3 aller Ail, ist mir Bescheid vom 27. Jänner l85I, Z. 495, oie Tagsatzung zu diesem Verkaufe auf den 3, Fcd,n.,r l. I. Flüh um 9 Uhr, in lolo de> Fährnisse angeordnet worten. Li^italion'slustige weilen daher zn dieser Licila-lion eisigeladen. K. f. Bezirksgericht Obeilaibach am 27. Jan. 1851. —____._______.,___________^___________________^___ Z- 14«. s,) Nr. 226. Edict. Vor dim k. k. Bc>,irksgel!chle Laibach l. ssclion haben alle diejenigen, welche an die Verlasienschafl der den 10. October 1850 in der (ZapUMer.-Vor stadt N'. 23 verstorbenen KunsUa'belsgatlin Maria ^pc.llNss, volher verehellchten Appci, >ils Olaubiger eine ?iolderung zu st^^ haben, zur Anm ldung und Darlhuuna, ders.lben den 3. Mä,z l. ?. Vl),'-millags um 10 Mn zu erscheinen, oder bis dahin ihr Anmcldungsa/such schnfüich zu Übelleichen, wi drigens diesen Gläubigern an rie Vellasscnschasi, wein, sie durch die Bezahlung der a> gemeldeten Zor-derungen erschöpft wlirle, kein weilercr Anspruch zustande, als in sofern ihnen eln Pfandrecht gebührt. ^il,^ am 13. Jänner 1851. Z. l35. (2) Nr. 2873. Edict. Vom k. k- Nezirksgeiichte Krainburg wird hier-mit bekannt gemacht: 6s habe Joseph Terran von Ss. Maitin bei Zirtlach, unterm 14. Äiovember 1K50, gegen den unbekannt wo befindlichen Andreas Ter-ran uon S'. Mariin und oess^n gleichfalls unbl-kaimte Rechlsnachsolger die Klage aus E,sitzung des im Gruüdbuche der ^ilialkirchengü'lt Sl-M'-r,ii> del Zirklach «nü Urb. Nr. 2 uoikommenden Ulberl.md-ackeis Vil>l'alol' gsi aelnm bestellt wuide. Da nun diesem Gerichir der Ausenih^lt des (Äeklaglen oder scinec all'älligen Rechtsnachfolger unbekannt ist und nachdnn sich d>e-selben vielleicht außer den' k- k. Erblanden bcsindeli, so hat man ihnen den Herrn Johann Okorn von Kraiüdulg als (^ill-alnl- 5.-st'-'rbenen Anlon Slramzrr, vul^o Bular, aus was immer für einem Rechlsgrundeeincn llnspruchzu machen gedenken, oder E.^pilalien hinein schulden, l'a ben solchen bei der auf den 25. Februar l85l, Voimittags 10 Uhr hiera,eiichls angeurdnelen Liquidiiunyslagsatzunq bei den Folgen des^ §. 814 b. O. B., gellend zu machcn. K. k. Vez!!ks.'6ollegi.ll'Gericht Wipft^ch den JO. Nor. 1850- Z. 133. (I) Wohnungs -Vermiethuug. Im Herrn V. P l e i w c i ß'schen (vormals Hohn'schen) Hause, am Hauptplatze Nr. 262, im zweiten Ltllcke, ist ein großes Zimmer mit 3 Fenstern, platzseits, dann ein großes ansto^ndctz Zimmer, gcmgscitS, nebst einer )llcove, von Georgi d. I, an zu vermiethen. Das Nähere in Joseph Eilll's Erden Handlung, am Platze Nr. 235, zu erfahren. Z. ,43. (1) 8»» Eimer Wein, von guter Fechsung, vom Jahre 1834, sind taglich in kleinen und großen Parthien, von 5 Eimer aufwärts, gegen qleich bare Bezahlung zu verkaufen. — Am Raan ober dem Kaffchhauö im ersten Stocke beliebe man sich um das Nähere zu erkundigen. Z."l 12.^ (3) ' Werkstätte zu vermiethen. In der Carlstädter-Borstadt Nr, 19 lst für Gcorgi 185,1 eine große Werkstätte sammt dazn gehöriger Wohnung zu vermicthen. Näheres beim Hauöeigenthümer daselbst. Z. lI4. lZ) "^ ' Localitaten zu vermicthell. Im Hause Nr. 189, in d^r Stadt, am Raan, kann sogleich rermiethet w.'rden, zu ebener Erde 1 groß.s, zu jeder.Speculation geeignetes Magazin , dann aber zur nächsten Georgi-Zeit d. I. im 3. Stocke eine Wohnung, bestehend in drei Zimmern, davon 2 vordere und 1 rü'ckseits dazu gehörig Kl'iche, Speisekammer, Keller u Holzlege. Das Nähere darüber beliebe man gefälligst beim Hauseigcnthücmr daselbst zu erfragen. Z"i37. (') Anzeige. Der Vollwagen dcs Valentin Wru ß, k. k. Postbe-förderers ;u Fdria, kehrt nunmehr im Gasthaus „zum Elephanten" ein. Z. 67. (3) Bei s^OsVb'R 'I^F>«?>z«5K' in Laibach ist so eben cingeiroffcn: Das woh lgetr offene Porträt des G^neraloikar u. Missionar, gez. von K r i e l) u b e r. Preis al.lf chin Papier l fl. 20 kr., a uf weißem Wvier , ft. Der Ertrag >sl zum Beste» derMissio» besti>nntt. Z. 68. (6) Im Hause Nr. 27/ in der Spitalgasse ist für Gcorgi ,«5» eine große Wohnung im zweiten Glocke zu vermietden, bestehend aus h Zimmern, Kucde, Speisekammer, Holzlege, Keller und Dachkammer. Auch lst daselbst em Magaz«n zu vergeben und kann gleich bezogen werden. Näheres in der Handlung der Gebrüder Heimann. Z. 71. (3) Bei Eduard Hohn in Laibach ist zu haben: Die ganz neu erfundene W ei n- Ge fror-Salbe aus Trieft ;ur Heilung der Gefröre, Frostschäden und aufgedrungenen Haut am Gestckre, Händen und Füßen, Nase u. s. f. . . ^. , . ^ ... Dlese ganz neue Erfinduna wurde bereits von Allen, welche mese Salbe benutzten, nut den besten Zeugnissen gekrönt. In Anbetracht der vormalichsten Wirkung dieser Salbe und nachdem selbe m d/r a)eml!chen ^erqlicderung der Gesundheit mcht schädlich, wohl aber heMam befunden worden ist, so wurde dem Erfinder der Verschleiß hohen Orts bewllkgt.