87. Dienstag den i. Movember 1836. D e u t s ch l a n v. öffentlichen Blätternzufolge geht es mit derNea-lisirung der Ober-Donaudauipfschissfahrt rasch voran. Der Techniker, der das Strombett von Ncgcnsburg bis Linz untersuchte, hat einen, sehr günstigen Bericht erstattet, und in Folge desselben.wird in den nächsten Tag/n eine Deputation von Regcnsburg nach Nien abgehen, um mit der dortigen Dampfschissfahrtsgcsell-schaft eine Allianz zu schließen, und Vergünstigungen für die, baierischen, Dampfschiffe zu'erwirken. (V. v. T.) Fl r a n k r e i ch^ Paris, 18. October. Der König hat durch' Entschließung vom 17. September auf die Bitte der HH. Peyronnet und, Chantelauze, deren Gesundheit ernstlich angegriffen ist, befohlen, sie aus dem Schlosse Ham zu nehmen, und sie ermächtigt, auf ihr Ehren-wort, Hrn. Peyronnct zu Montferrand (Departement der Gironde), und Hrn. Chantelauze im Departement der Loire zu wohnen., (Allg. Z.) Herr vonNance,, Adjutant dcs Marschalls Clau-zcl, und von diesem mit besonderen Aufträgen hierher gesandt, hat Paris gestern Abend wieder verlassen-Der Courrier, franAnlchens,, welches, aller Protcstationcn ungeachtet, sogleich zu entrichten ist, mit Strenge ein. Man schreibt aus Vayonne vom 12. October: Die Carlisten arbeiten eifrig an Befestigung ihrer Stellungen in Navarra und den drei Provinzen. Der Zweck dieser Arbeiten ist, nach Außen so viele Expeditionen, als möglich, abzuschicken. Die hauptsächliche sten befestigten Puncte sind: ander französischen Gränze, Elisondo, wo sich gegenwärtig General Silvestre mit dem Capitän Strauß, einem ausgezeichneten ba-dischcn (?) Ossizier befindet, Urdax, Vera und Yrun. Linie von Guipuzcoa-. Oyarzun, Hemam, Tolosaund Mondragon. In letzterer Stadt sind schon Kanonen auf drei Höhen aufgestellt, welche die Heerstraße beherrschen. i!ime von Arlaban: Guevara, wo schon 32 Geschütze aufgestellt sind. Die Vcnta der Arlaban und Schanzen von Salvatierra bis Salina. Lmic von Biscaya: Ochandicmo, ein Kloster zwischen dieser Stadt und Durango, Gualdacano. Linie von la Ribera-. Estclla, Oteiza, Lirangui, Manieru und verschiedene Puncte an der Araga. Linie der Küste: Lc-cmeitia, Plencia und die Stadt Guetaria. Briefe aus Bayonne vom 13. October bringen d^e Nachricht von einem wichtigen Vortheile, den die Carlistcn in Navarra dadurch errungen haben, daß die Linie von Pamplona nach Valcarlos, welche Don Francisco Garcia früher zweimal vergebens angegriffen hatte, nunmehr gesprengt worden ist. Das fünfte Bataillon, unter den Befehlen des D. Luis Echevarria, hat dicstn Coup mit Erfolg bei dem Dorfe Zuriani ausgeführt. Die Christinos suchten vergebens, sich wieder in Besitz dieser Position zu setzen. Der englische Oberst Wylde, der cbm von Bayonne über Val- carlos nach Pamplona, und von da zu Espartero nach Vittoria abreisen wollte, hat sich in Folge dessen bewogen gefunden, den Umweg über Olcron und Iaca einzuschlagen. ' (Ost. N.) Bayonne, 16. October. Acht Uhr Abends. Am 6. October hat Gomez, nachdem er zu Baena den von Malaga gegen ihn angerückten Escalantc z»-rückgetriebcn, Alcala la Real besetzt. Die Avantgarde Alaix's ist an demselben Tage zu Iaen angekomm?',?, in der Hoffnung, ihm den Weg nach Granada abzu-schneiden. Man erwartet zu Madrid, wo die Fonds bedeutend gefallen sind, das Resultat dieser Manöu-mes mit Ängstlichkeit. (Allg. Z.) Portugal. Lissabon, 4. October. Wie wir hören, bestehet das Corps unter den Befehlen des Miguelisten-chess Numechido zumeist aus Deserteurs; 200 Mann Infanterie und 50 Mann Cavallcrie sind in seine Reu hen übergegangen. Unter den Truppen in Algarbien soll arge Insubordination herrschen. Es hieß heute, die Insel Terccira habe sich unabhängig von der Regierung erklärt. Die erledigten Stellen im Ministerium sind noch nicht besetzt. (Allg. Z.) Großbritannien. Am 12. October sah ein Schiffer auf der Themse ein schwarzes unbewegliches Ding im Wasser lieges das sich aber, als er es herauszuziehen suchte, bewegtes und seine Hand schwer verletzte. Dennoch brachte er, es in den Kahn , und wie groß war sein Erstaunen, als er fand, daß es ein junger Alligator war! Er wurde für die Surrey - Zoological Gardens angekauft. London, 15. October. Eine Abtheilung von 200 Mannkömgl. Marinesoldaten ward am 14. Mor-gens von Woolwich nach Portugal eingeschifft; Munition u. s. w. für unser dortiges Geschwader wird sogleich nachfolgen. Durch diese Verstärkung wird die Zahl unsrer Marinesoldatcn im Tajo auf 1000 Mann gebracht. Major Wright soll das Commando dieses Corps übernehmen. An der Südküste von England hat der Westtn-dienfahrer Clarendon Schissbmch gelitten. Von der aus 27 Personen bestehenden Mannschaft retteten sich nur dn'i. Das Dampfschiff, welches zwischen New-York und Liverpool fahren soll, naht sich rasch seiner Vollendung, und wird mit zwei von Hrn. P, Sabaton verfertigten Maschinen, jede von 150facher Pferde-kraft, versehen werden. (Allg. Z.) Man meldet aus Canada, cs sey dem Gouverneur Sir Francis Head gelungen, durch Unterhand^ 350 lungen mit den Indianern die Abtretung des LandeZ nördlich vom Huron-See zu erlangen. Dicse Strecke mr.f.ißt cnva eine halbe Million Acres; es wird vor-geschlagen, diese ncuc Besitzung in Parccllcn von 50 bis 200 Acres brittischen Ansiedlern zu niedrigen Prci-^cn zu überlassen. Es ist der Plan, eine Eisenbahn längs dem südlichen Ufer des St., Lorenz-Btroms durch die Herrschaft Beauharnois nach dem See St. Francis anzulegen; die, L.snge derselben würde ungefähr 55 englische, Meilen seyn; daß vorläufig von ei.-ncr Gesellschaft aufzubringende Capital für diese An--lngc wirtz, zu 50,000 Pfd. angcgcbcn, wozu ein Mitglied derstl^n, Hr. Ellice,, gleich 10,000 unterschrie, ben hatte.. Nach Berichten aus Singapore vom 15. April hatte die Seeräubern dort so stark üderhand genom-men,, daß die Räuber es sogar wagten, bei hellem Tage zu landen. Es-sollten flache Dampsboote gegen sie ausgesendet werd.en.. VonSIngaporc nach Penang wird wöchentlich ein Dampfschiffs abgehen, und, unter. Weges in Malakka anlegen.. Zu Balscä an der Theinse wird eine große Nun--kelrübenzuckcr-Fabrik errichtet, und es sind während des verwtchenen Sommers große Strecken 3andes in der. Nähe, der Hauptstadt mit diesem Grwächs be-pflanzt worden; von dem Abfall, der Rüben will man grobes graues Papier verfertigen, wie es in Frankreich bereits in großem.Maßstabe.geschieht., (W.Z.), Vorgestern Morgen ist ein Theil des Gebäudes d.cr. Londoner Universität in Brand gerathen.. Das Feuer konnte ersi, nachdem cin bedeutender Schaden, zum Belauf von wahrscheinlich 5- bis 6000 Piaster angerichtet worden war, gelöscht werben.. Die Entstehung des Brandes, konnte nicht ermittelt werden. (Ost. B.) In,einem Kohlenbergwerke, zu Audley, bei New-csstle-under-Lyne m Staffordshire, fand am 3..October, eine, Exlosion statt, wodurch eilf Menschen das Lc-bM,verloren.. (Prg. Z.) Auf der Durham-Sunderlünder Eisenbahn hat man den Versuch gemacht, auch den Wind für die Eisenbahnen zu benutzen. Man pflanzte einen, Mast mit,Segeln, auf einen Wagen,, der zuerst langsam, Wnnaber,mit einer, Schnelligkeit, von 10 englischen Meilen.in der Stunde fortgezogen wurde. Hierauf wurden 5 Kohlenwagen angehängt, und der Wind tr. ieb auch diese fort.. (Allg. Z.) Der Standart gibt folgendes Verzeichmß der Schisse, welche unter dem Befehl des Contreadmirals Sir William Gage das neuerdings verstärkte Geschwader im Tajo bilden sollen:^ der Hastings (von 78 Äa-noncn), Cornwallis (84), Talavera (74), Herkules (7-D , Minden (84) und der Russell (7Y. ^. Die Times ist der Ansicht, daß,die Charte Dom Pedro's nicht deßhalb umgestoßen worden sey, weil sie unpopulär gewesen, sondern lediglich, um das vouge Cabinet zu stürzen, und hofft deßhalb, daß die Revision der Constitution von 1820 in gemäßigtem Sinne ausfallen werde«. (,Ost. B.) Gsmanisches Neith. Constantinopel. Was bisher fnr unmöglich gehalten worden, ist geschehen und zwar durch den Einfluß des russischen Gesandten, Butmess, in Constantinopcl. Er erwirkte nämlich bei dem Sultane einen Firman , die vorzüglichsten Moscheen in Con^ stantinopcl zu besuchen. Sonst durfte kein Ungläubiger die, Schwelle eines türkischen Tempels betreten und jetzt machten 600 Christen im Gefolge des rufsi« schen Gesandten eine Wanderung durch die Gotteshäuser Constantinopcls.. Ein alter Grieche, der sein ganzes Lcbett laug, Gott um die Freude gebeten hatte, nur einmal die ehemalige. Scphienkirchc, zu betreten, und jetzt seinen heißesten. Wunsch erfüllt sah, konnte seiner Freude nicht, widerstehen, sank, in dem Heilig-thumc auf seine Kme und weinte. (Agr. Z.) Amerika. Der unter dem Namon: Der Genfer Reisende, bekannte Correspondent der Times schreibt aus Philadelphia vom 5l. August unter Andcrm: Es eristirt im, Süden eine starke Partey, welche Texas, der Union der Vereinigten, Staaten einverleibtzu sehen wünscht. Sic besteht aus den Sclavenbesitzcrn., Das Gebieth von Tcras würde 4 Staaten ausmachen, als solche acht Mitglieder in den Senat der Vereinigten Staaten senden und mit Luisiana und Florida den Sclaven besitzenden Staaten in wenigen Jahren ein großes Über-gewicht im Congresse versichern. Sollte Tevas dem. nächst in,die Union gelangen, so muß auch Mexico >ol-gen. Das Volk würde in ienem Falle.sogleich in Texas einströmen,und, wennauch die Negierung dieß zu verhindern suchen dürfte, Mexico überlaufen. Die Regierung würde dieß aber nicht einmal zu verhindern suchen. Die Sclaven besitzenden- Staaten hätten nämlich dann die Oberhand in der Regierung, und sie würden die Eroberung von Mexico, betreiben. (W.,3.) Neyactellr M' Vav. Keinrich. Verleger: Pgnaz ÄI. Goler v. Vleinmayr..