Laibacher W o ch c n b l a t t zum Nußen und Vergnügen. Nro. 7. Freytag den ,6. Februar i8»6. Ausführliche Beschreibung des nach der Schlacht von Watcrloo erbeuteten Reisewagens Bonapartes. H^-as Innere dieser Kutschs beweist, daß Bonaparte au^ Bequemlichkeit und Sicherheit hielt. Die Wände hinter den Fcnsiern schließen und öffnen sich mittelst eincr F'^der, und bilden im ersten Falle e'ne undurchdringliche Scl)Utzwehr. Vorn sind eine Menge kleine Fä6)er für Landkarten, Fernrohre n. dgl daneben ein Gchreibpult, welches man auszieht, um im Fahren zu si reiben U tter diesem Pult ist ein Raum für das Ende emes eisernen Patentbetts, welches im Wagen aufgeschlagen werden kann, und in welches zwey Merinos - Matrazen zu gehören scheinen. An einer der Thüren fand man zwey Halfter mit gezogenen Vcrsaillcr -Pistolen und dicht neben dem Sitz eins doppelläufige Pistole. Sie waren geladen. Der Sitz ist in der Mitte so durch eine Scheidewand abgetheilt, daß der Adjutant, welcher mit jm Wagen saß, die Person des Exkaisers nicht berührte. Das Inmre des Wagens wurde durch eine hinkn angebrachte Laternb erleuchtet. Das H' erkwürdigste ist ein höchst elegantes Ma-hagony - Reisebesteck m,t Rasiermesser und Zug.hör, Diute-und Sandfaß, Zchn-bnrsto, Thcetopf, Zuckerdose, em Paar Leuchten, einigen kleinen Tellern zum A.ühiiücken, alles stark vergoldet, mehreren Flaschen mit Kollinschcm Wasser, k8i wovo^» 2 Drittel Nsa« d politaner; in Algier schmachten 5 bis 6000 si Männer, Weiber und Kmoor. Wie viel ft in Tripoli, F>z und Marokko dec Erlö- n sung entgegen ftufz^n , lsl wemgsr zuver- g, läßig bekannt, vielleicht aber dis in öf- z, femllchen Blätt.'w ans 49,"t)0 angegebene n Summe sammcücher in den Staaten der Barbaren befindlichen Christen clavsn mcht übertrieben. Möchte:m Brittischen Par- ^ lament die Stnnme der Men,chl:chkett; sich über dieftn wichtigen Gegenstand bald Md siegreich vernehmen lassen! < t Gut ausgedachte Wette t Jungst wsmte ein junger Spaßvogel auf einem KaPchause in der Ctty zu London 20 Guinecn, daß er durch die Trödlergaffe (in Meechlos) langsamen Schrittes hinunter wandeln wolle, ohne daß einer der Trödler ihn an^uftn solle, in seinen Laden zu tretcn. Sodann wolle er dieselbe Strasse wieder herauf kommen , mw jeder Trödler solle ihn einladen , bey ihm einzubrechen D.e Wette wa.d angenommen; und nun zog sich der junge Maun beyläufig als Steuer-Ein-lamml^r an, nahm in die linke Hand em m rothes L der gebundenes Buch, und mW rechte eine Fcher; vor seiner Brust baumele ein Dmtenfaß. So neugierig John Bull allen lächerlichen Er-schemungen „achläuft, so seh? ward diese, von Allen gleich eincm Velprsiettn ae-nueden, und der Wettende kam unangefochten und lUlcmgk-uw! ans Ende der ^l.a.je. ^^^. ^-^ er sich in einem H^ft um, und nahm ein attlges, junges Frauenzimmer unter dcn Arm, mit der er im Zurückgehen durch dieselbe «Vtras-ss von ihrer bworsiehcnoen Vermählung sprach. Da war kein T/öoler, der ihin nicht entgegen sprang, und ihn aufs Angelegentlichste ersuchte, in sein Gewöke zu treten. So ward die W.tte gewonnen. Beschreibung der großen Bräuerey in London. Diese bescl äftigt nämlich 70 Pferde «nd über 100 Menschen und hal Pfan-ncn von der Höhe eines Stockwerks, wohin Pumpwerke das nöthige Wasser bringen. Wenn das Vier fertig ist , fi^ßt es in besondern Gängen und durch Röhren gerade in Tonnen, wo es einig? I>i t bleibt, bis es die gewöhnliche Vollkommenheit erlangt hat. Dann wird es in einen Behälter von ungeheurer Größe abgezogen, aus welchem es endlich durch Pumpen in kolossale, senkrecht stehende Stückfässer kommt, zu deren Rand man ^ durch eine Treppe gelangt, welche nach ' einer den ganzen Raum der Stückfässer ' umgebenden Gallerie führt. Diese außer-' ordentlich fest und gut, zum Theil schön ' gebauten Fässer liegen auf steinernen Ge-' wölben in vier K'llevn, davon der eine , 6 Fasser zu Zoo Ox oft, der zweyte ^ 23 Fasser zu 400 Orhoft, der dritte 14 ^ Fasser zu yv>o O>hoft, der vierte 4 Fass ^ ser zu »5^0 Oxhoft enthält Alle vier ^ Keller halten also 41,000 Oxhost zu 240 -^ Boutellicn , zuscmmun -. 7,5^4,000 Vou-'" teillen. Dcn jählickcn Vertrieb schält ^ man auf «40,000 Oxhost, welcher aber " in Kricgsz lttn, wenn dicse Vränerey tzie " Flotte v.rsoigt natlill ch bdeuttud sich ^ erböht. Das Bier ist meist de: bräunt: Porter, welcher Jahrs lang aufBouteillen sich hält uud deßhalb zu Seereisen am brauchbarsten ist. In Kriegszeittn, wenn der Absatz aufs höchste stieg, sollen die Abgaben allein monatlich auf60,000 Pf. Sterling betragen haben. Als vor ungefähr 15 Jahren diese ungeheure Vrauan-stalt, nach dem Tode des Besitzers Vers steigert ward, schlug man den Werth derselben zu 3,288,000 Livres an, und doch — fanden sich 22 Licitanten. Unfern dieser ungeheuern Bräuerey ist eine fast eben so große Bieressig-Manufaktur, deren riesenmäßige Stückfässer unter freyem Himmel in einem Hofs stehen. Beym Eintritts in denselben, sagt Fajas de St. Foud, glaubt man eine Reihe von Linienschiffen, im Haftn neben einander liegend, zu sehen. Patriotische That einer Frau. Als Sens am ! r Febr. und 3 April ?8:4 belagert, und die Einwohner mit Plünderung und Tod bedrohet waren, tvsil einige von ihn.n in C'vilklei:ecn, mit den W)An in der Hand, gefangen wurden, beschloß die F.au Denard sich zu opfevn, um einen Versuch zur Net-tung ihrer Vaterstadt zu machen. Sie umarmt ihren Gatten und ihre Kmder, verläßt unqeachtet der von allen Seiten fallenden Haubltzgranaden das Haus, geht mitten dmch einen R.'gen von Kugeln, wovon eine ihrcn Hut traf, durch die Sr.assen, und wirft sich dem an der Spitze seines G neralstabs in die Stadr ein-zichcnden Kronprinz von Würtembera. u Häßen. S>ns verdankte sein Heil der Ruh-«ung und Bewunderung, welche dieser edl^ Zug von Patrktzvmus dem Prinzen Zur Belohnung dieser edlen That haj ihr der König durch den Minister seines Hosstaates ein schmeichelhaftes Schreibe zugehen und eine Sammlung der seit seiner Rückkehr geprägten Medaillen verehr ren lassen, Neue Wahrheit in alten Sprüche^ Ein gebildeter Privatmann in Griitz hat in seiner kleinen, mit Grist und Liebe geordneten Kunstsammlung eine Gedächtnißmünze aus dem 15. Jahrhundert mit folgender, auf unsere Zeit so trefflich paß? senden Inschrift: Die Hoffnnng besserer Zeiten, Wann kommt sie? Sie fragt nach bessern Leuten, Wo sind Sie? Anekdote. Das verheirathcte Thier. Cin französischer Kaufmann, der sehr schleckt deutsch redete, begegnete auf der Frankfurter Messs einem tzreunde, der ihn fragte, wo er wo'^ne. D.r Franzose, ocr sich auf de>, rechen Nahmen des Hausschildes n chc besinnen konnte, antworte«: „.Imveche.ratheten Thier.^— Sein tzreun.' saqte: ,,Vielleicht in der Taube?^ «^ .,Nein versetzte er, is sick ein kross Thier, wie die Ferd." Weil nun hierdurch die Sa-1e nicht begreisiis cher wurde, so gwg sin Freund mit ihm nach Hause, und siehe da, er wohnte im — Einhorn. Aufiösun g der in Nro 5 enthalbenen Ctza«M Viel w'ej'b e r'e y.