Erscheint Dienstag und Freitag. Rebaltion: Gral>isch»-Vorsta°t Nr, 22, Expedition: Rann H»us-Nr. 13». Insertionzgtbühre»: für die 2spaltigc Zeile oder deren N»um für ! Mal 6 kr., 2 Mal 8 tr„ 3 Mal IN kr. Znsertions» stcmpel jedes Mal 3» tr. Abonnement jfiit Laibach/^A^^ ganzjähri, 5 fl. — li l 7^'^iH^ halbjähri g 2 „ 5 U0 „ ^'^'H'-" «ierleljHyrig l 2H Durch die Post: ganzjährig !6 fi, 40 kr. halbjährig 3 „ 2» „ vierieljahri« l „ ?n „ Einzelne Eremplare kosten 5 Nkr. Zeitschrist für vaterländische Interessen. Verlag und Druck von Verantwortlicher Redakteur: (Manuskripte werden nicht zurückgesendet.) I . Blasnik. P. u. Nadics. I. Jahrgang, Llliliach am 24. Februar 1865. ^U ift. Dumme Briefe. Von X. II. Auf Grund ähnlicher abenteuerlicher Erfahrungen loo« Laibach und außer Laibach wie bei der Natioa widmen wir diesen zweiten Brief der öitavllioÄ.. Wer zumal von anno 1861 bis 1863 dieLaibacher Korre­spondenzen in der „Triester Zeitung", „Tagespost,", „Presse" und der» gleichen Blattern gelesen, wird die Besprechung der Oitavuiea unter obi­ger Firma vollends begründet finden. Nun, Dank der Alles Klärenden Zeit! haben sich auch die Begriffe über die „weltumtehrende" <Ärg,vuioa sehr bedeutend geklärt; man begreift das Wort und das Wefen, ob» Wohl wir noch immer nicht fagen können, daß die Einsicht überall durch­gegriffen hat. Vor lauter übermüthigen deutschen Eichen sieht man die be» scheidene slavische Linde noch immer nichts— in manchen Kreisen! Haben es bei der Gründung der öitNvuic^im Jahre 1861 Manche nicht begriffen, wie denn unter zwei bereits bestehende, der Geselligkeit gewidmete Vereine sich noch ^ein dritter hineindrängen kann, so war An­deren der Name Mroäna, öitavnioa so fürchterlich, daß man sich von einem Herrn erzählt, welcher durch volle drei Monate Abends Morphin nehmen mußte, um die Aufregung über die 6itavnioa zu betäuben und ruhig fchlafen zu können, „öiraviiio«,!" — rief man — „da habt ihr das „südslavische Reich" fix und fertig vor euren Augen!" Wo findet man das Wort öitavuiea im Schlacker'schen Wörterbuche? Das riecht schon nach LeliAraä und Kosovo ^olje! Und n^rociu»! Sagen sie es nicht selbst, daß sie „ungeschlacht", „bäuerisch" sein wollen, und daß Lai­bach eine Vauernstadt wird! Es hat Mühe gekostet, in solchen Wahnsinn nach und nach ein Verständnis; zu bringen. Es war ein großes Stück Arbeit, um solchen Sprachkennern das Wort öitavuioa zu erklären und ihnen begreiflich zu machen, daß lesen (v. i. ein Buch oder eine Schrift lesen) viel besser öit»,ti heißt, als ^rati, weil drati eigentlich das lesen in der Bedeutung von sammeln heißt,-z. B. Aehren lesen, Wem lesen, Erbsen lesen u. s. w. Kla^'e drari, Aro^'s brati u. s. w. Daher kennen an­dere Slaven das Wort drat i in der Bedeutung des Bücherlesens gar nicht; alle haben nur das Wort «itati oder einige auch 8tsti. I n unsere Bücher und durch diese ins Volk haben es wahrscheinlich wei­land Trüber, Dalmatin, ?atLr Marcus u. A. gebracht. Wenn man daher für „Leseverein" das bei unseren südlichen Stamm» genossen schon festeingebürgerte öitaunioa acceptirte, so hat man nur ein richtiges Wort in die Praxis des Lebens eingeführt, welches in der reinen slovenischen Schriftsprache (sieh auch das Cigale-Wolf'sche Wörterbuch) schon lange gang und gebe ist und auch bei den Slovenen in unserem tieferen Untertrain und in vielen Gegenden Steiermark im Munde des Volkes lebt. Jedenfalls aber hätten die Gegner des Wortes öitavuioa bedenken sollen, daß dasselbe doch keinem fremden Volksstamme entliehen ist, während Üasiiw alles Andere früher ist als — deutsch! Man sieht, wie die Leidenschaft oft blind ist und sogar gegen das eigene Fleisch und Blut wüthet! — Anch das Beiwort u^i-dän«, konnten Manche nicht ohne Schüttelfrost hören — die guten Leute verwechselten näroäua mit ne- Feuilleton. Poesien uon Dr. llänx ?iß8ßin. Frei überseht von Louise Pesjak. 7. Grabesanderung. .j Ein Sänger lebte einstens, nicht reich und nicht berühmt, Der hatte viele Lieder vom Liebchen angestimmt, Von seinem Lieb' Revers,, dem stolzen Mägdelein, Das nimmer konnten rühren die süßen Lieder sein. Der Frühling war gekommen, das Leben froh erwacht; Der Sänger eilt in's Freie, lockt ihn der Vlüthen Pracht? „Du trägst mit dir ein Fläschchen, doch sieh! es ist gefüllt, Verschmähst du denn die Labung, die aus der Erde quillt? I n was bist du versunken? Wie blickt dein Aug' so wirr, Sinnst Du auf neue Lieder vom Lenze und von ihr?" Kein Mensch hat je erfahren, was er zur Zeit gedacht, Der Mund hat still geschwiegen, am Antlitz lag die Nacht. rüäna, was „ungeschickt" u. dgl. heißt, während uäroäua (von uaroä, , Nation) national heißt. Wer z. B. auf die Frage: „ali xi-iäe» ? « antwortet: „nll, priäsm ne^ statt „Q6 xriäsiii ne", — nun! dem nmß man ob der Verwechslung des Wortes usroäna mit nai-oäua, schon die Absolu» tion ertheilen; nur wäre es zu wünschen, daß solche Leute beim „Loser" oder sonst wo nicht das große Wort über Sprachkunde führen würden. Stellt sich dem Allen nack> das Wort öitkvniLs, und naroäu» gerechtfertigt dar, fo ist es die Gründung derselben in slovenischen Landen ebenso. Haben die Deutschen ihre (undeutschen) Kasino's, so wollen die Slovenen ihre öitavuioli/L. Die Casino's können ihnen nicht genügen, weil bloßer Tanz und das Geist tödtende dem Fischfänge auf ein Haar ähnliche Tombolaspiel sie nicht befriediget; der Slovene liebt Gesang und lauscht mit Vergnügen einer schönen Nede.^ Alles dies findet er in seiner Muttersprache, die er innig liebt, nur in der öitavnioa,. Die Theater im eige» nen Lande gewähren den Vorstellungen in der Landessprache noch keinen Eingang, — man muß daher vor der Hand dieses Vergnügen auf den zwar kleineren Brettern suchen, welche dessenungeachtet doch „die Welt be­deuten." Jeder unparteiische und jeder ehrliche Deutsche muß^daher das Bedürfniß einsehen, welches bei der slovenischen Nation die öitavuioa'» zum Durchbruch brachte, in welchen ihre Muttersprache am Ehren» tische sitzt. Dazu bedarf es keines Separatismus, keiner Feindseligkeit ge» gen eine andere Nationalität, — nur das Recht will man sich wahren, im eigenen Hause auch zu Hause sein zu können. Dazu bedarf es nicht einmal einer Constitution — das Naturrccht schon spricht dafür. Das sind die schwerwiegenden Gründe, welchen die öitavuica'» ihre Entstehung verdanken, -sie sind ein Gebot der Selbsterhaltung, der fort» schreitenden Bildung, des geselligen Vergnügens, so wie dem Deutschen seine Lesevereine, dem Italiener seine ^azino'», dem Franzosen seine L688oni'os8! Wer kann, wenn er ehrlich denkt, somit ein Gegner der OitÄVQiog/Z fein? Wer es aber ist, dem rufen wir des edlen deutschen H erd er's Worte zu, welche er bei, Gelegenheit als er das Germanisirungssistem in Oestcrreich unter Kaiser Josef II . tadelnd besprach, ausrief: „Wer mir meine Sprache verdrängt, will mir auch meine Ver­nunft und Lebensweise, die Ehre und Rechte meines Vol« kes rauben!" „Nun, da ist wieder überflüssiges dummes Zeug gesprochen! — hören wir unwillig einen Kaffeehausgast ausrufen, welchem gegen feinen Willen — wie er sagt*) — der „Iri^lav " in die Hände kam. Nil dien! so haben wir wenigstens das wirklich geleistet, was die Aufschriftdes Artikels verspricht. Haben wir nur nach anderer Seite hin, welche Verständigung wünscht, mit dem Erfolg, wie für die Nation, auch für die öitavinoü. gesprochen, so ist damit unser Wunsch erfüllt, und wir werden mit Ver­gnügen unsere harmlosen „dummen Briefe" fortsetzen, — an Stoff wird es uns nicht fehlen. Ua «idraviL! 0) Da der „l'li^l.'l?" da« Glück hat, von seine« Gegnern derart mitVegie« gelesen zu werden, daß man altjung e Lente kennt, welche auf das Dienftagblatt schon Montag, und auf das Freitagblatt schon Donnerstag warten, so dürste obige« „gegen seinen Willen" wohl »nr „nach langem Sehnen" heißen. Der Herr Ver­fasser wird mir nicht zürnen, wenn in gegenwärtiger Zeit, wo Niemand „geknechtet" sein will, auch ein Setzer sich erlaubt, Glossen zu machen — pro äum« «u». Anmerkung des Setzer«. Und als sie ihn dann fanden, da lag das Fläschchen leer, Des Blutes Kreislaufstockte,das Herz es schlug nicht mehr. „Wer hat den Mann getödtet?" so fragensichdie Leut, „Kein Zeuge war zugegen, als Gottes Herrlichkeit." Und später zum Begrabniß da kommen sie auf's Neu', 8evsra, seine Liebste, die sieht man nicht dabei. Sie weint vielleicht zu Hause, da ihn der Tod geraubt, Daß sie sich ließe rühren, wer hätte das geglaubt! Wozu beim Ni86i'6i'o solch' Hast und beim Gebet, Warum wird schnell und eilig das IHsra gefleht? Der Priester ist zur Stunde zum Traualtar bestellt, Die wunderholde Herrin Levera wird vermählt. Am Abend war die Trauung, bis Mitternacht der Schmaus, Der Pfarrer blieb zugegen, bis aller Jubel aus. Doch als er dann die Schritte zum Kirchhof hingeneigt, Da lärmen dort die Todten, dort, wo sonst Alles schweigt. Weit öffnensichdie Thore, es zeigt der Sänger sich: „Warum habt ihr begraben in diese Erde mich? Weil ich mich selbst getödtet, d'rum stör' ich hier die Ruh', Den Henkern und den Schergen gehört mein Körper zu. Ich habe Gift getrunken, um Liebchen zu befrei'n, Und jetzt soll ich im Wege auch no>ch den Todten sein?" ­Nun liegt er unbegraben, der arme Sängersmann, Und bei den Missethätern verscharrt man ihn sodann. 70 Politische Nevue. Nußland zeigte sich gegenüber Polen jetzt in der wahren Gestalt. Alle jene Versicherungen, die man einst gab und die nach Niederwerfung des Anfstaudes die möglichste Rücksichtnahme versprachen, waren eitle Phrase, nur deshalb vorgebracht, um die ohnedies nicht sehr nachdrückliche Ein­sprache fremder Mächte zurückzuweisen. Nachdem man uuu die Erfahrung gemacht, daß es mit der Protektion auswärtiger Machte für Polen eben nicht viel auf sich habe, daß diese kaum über einige schönkliugcnde Redens­arten hinausging, will man diesen günstigen Zeitpunkt erfassen und der Welt durch ein Radikalmittel eine vollzogene Thatsache hinstellen, gegen die jede weitere Remonstration überflüssig und nutzlos erscheint. I n die Leidensgeschichte Polens sagt die „Grazer Tagespost" soll ein neues Kapitel eingefügt werden, das nuter Nikolaus wohl schwer seines Gleichen gefunden und wahrscheinlich auch nicht das letzte fem wird. Das verhaugnißvolle „Kuis polouiae« foll nun zur Wahrheit wer» den, und was nicht Blut und Eifen gethcm, soll bureaukratische Maßrege­lung und Verwaltnngszwang vollziehen. Man raubt dem Lande, das bis­her wenigstens der Form nach eine gewisse Selbstständigkeit bewahrte, nun selbst den Namen, — man nimmt ihm seine Hauptstadt, man verdrängt seine Nationalsprache, man vernichtet überhaupt seine Existenz Es wird Leute genug geben, die ein solches Beginnen großartig finden und, wenn man den Maßstab eines Barbarenzeitalters daranlcgt, kann man eine solche Anschauung auch erklärlich finden, heute jedoch wo jede Regierung durch Förderung der humanen Bestrebungen der Zeit, durch Anerkennung der Gleichberechtigung in sozialer und nationaler Beziehung den Anspruch auf den Nnhm der Mit - nnd Nachwelt zn erwerben fucht, wird man für solch' eine Politik einen ganz anderen Namen suchen müssen. Wir würdeu gar nicht erstaunen, eines, schönen Tages die Kunde zu ver­nehmen, Warschau sei der Erde gleich gemacht worden und selbst in Paris habe man nur ein mitleidiges Achselzucken für diese Nachricht gehabt. Und doch wiederholt man uns täglich, Rußland sei ein Neformstaat geworden! Die Gesetzentwürfe und das Budget für 1866, in der Sitzung des Abgeordnetenhauses am 18. d. eingebracht enthalten im Wesentlichen fol­gendes. Das Gesetz, betreffend die Bemessung, Umschreibung und Einhe­bung der Erbwerb- und Einkommensteuer von Eisenbahnunternehmungen bestimmt: die Erwerb- und Einkommensteuer ist von jener Steuerbehörde zu bemessen, in deren Amtsbereiche derstatutenmäßige Staudort der ober­sten Geschäftsleitung der Unternehmung gelegen ist. Die Gesammtsumme der von einer Eisenbahnnnternehmung zn entrichtenden Erwerb- und Ein­kommensteuer ist mit einer Hälfte auf die Gemeinde, in welcher die oberste Geschaftsleitnng der Unternehmung ihren Sitz hat, und mit der anderen Hälfte auf alle Gemeinden ohne Unterschied, welche die Bahn durchzieht, oder in welchen zur Bahn gehörige Gebäude und Grundflächen oder son­stige für Zwecke der Eisenbahnnnternehmung als solchen dienende Gebäude und Etablissements gelegen sind, nach dem Verhältnisse der in jeder dieser Gemeinden für die Bahn und die genannten Objekte vorgeschriebenen Neal­steuern ohne Zuschläge zu verthcilen und sind die entfallenden Teilbeträge bei den betreffenden Steuerämtern behufs der Einhebung derselben in Be ­schreibung zu bringen. Das Gesetz, betreffend die Veräußerung von Staats­domänen führt unter anderem folgende Objekte an: Haus-Nr. 16 in Wien Landstraße, den Kameralforst in Salzburg, Forst- und Grundparzelle in Tirol und Dalmatien, ganze Herrschaft in Ostgalizien, Kameralforst in Venedig, den Araderforst und andere Kameralforste in Ungarn. Unter den zu veräußernden Montanwerken finden wir die Eisenwerke St. Stefan und Eibiswald in Steiermark, Ienbach, Pillersec, Kiefer, Kastengstatt, Kleinbo­den in Nord-, Primör in Südtirol, mehrere Eisenwerke in Siebenbürgen, das Quecksilberwerk Idria in Krain, das Kupferwert Schmoll­nitz in Ungarn, die Bleiwerke, Bleiberg und Raibl in Karnthen, Mon ­tanforst in Ungarn und Krain :c. I n dem Budget für 1866 siud folgende Hauptposten, Ausgaben: Allerh. Hofstaat 7,420.000 fl., Neichsrath 966.912 fl., Aenßeres 2,317.865 fl., Staatsmiuisterium 30,881.261 fl., ungarische Hofkanzlei 12,066.682 fl., siebenbürgische Hofkanzlei 3,562.044 fl., kroatische Hofkanzlci 2,100.036 fl., Finanzministerium 342.778,919 fl., Handelsministerium 13,887.761 fl., Justiz 8,171.395 fl., Polizei 8,141.395 fl., Krieg 100,138.866 fl., Marine 11,074.000 fl. , I n der Sitzung vom 21. d. M. wurde der Staatsvorauschlag für 1866 auf Antrag Tiuti's dem gegenwärtigen Finanzausschusse zur Be­richterstattung darüber zugewiesen, wann nnd auf welche Weise die Be­handlung des Budgets für 1866 vorzunehmen sei. Graf Vrints brachte folgenden Antrag ein: „Der Finanzausschuß wird aufge­fordert, an das Haus darüber Bericht zu erstatten, ob und in wie weit, mit Rücksicht auf die von dem Finanzminister bei Vorlage, des Staatsvor­anfchlages Namens des Gesammtministeriums abgegebene Erklärung, zur Erzielung umfassender Ersparuugen die Feststellung der Ziffernansätze der Finanzgesetze für die Jahre 1865 und 1866 ausnahmsweise in einer, von der bisherigen abweichenden Form im Wege der Vereinbarung mit der Regierung vorzunehmen wäre." Aus dem Gemeinderathe. (Sitzung am 16- Februar 1885 unter dem Vorsitze des Bürgermeisters Dr. E. H. Costa in Anwesenheit von 20 Gemeinderathe».) (Fortsetzung.) GR. Schöppl referirt für die Finanzsektion über die Kouknrs-Ausschreibung eines Marktkommissärs: Er, liest zuerst den Entwurf des Magistrates, welcher lediglich für die Marktkommissärsstelle lnntet und worin von den Bewerbern nebst den übrigen hiezu erforderlichen Fähigkeiten insbesondere auch die Nachweisung der genauen Kenntniß der hiesigen Lokalverhältnissc nnd der vollständi­gen Gewandtheit in der slovenische» Schriftsprache verlangt wird. Der Iahresgehalt wird mit 600 fl. ö. W. festgesetzt. Referent weist auf den Gemeinderathsbeschluß vom 3. Inni 1859 hin, wornach es dem Bürgermeister überlassen werden soll, die vorhandenen Arbeitskräfte mit Rücksicht auf die Befähigung der einzelnen Beamten beliebig zu ver­wenden und begründet den hiemit im Einklänge stehenden Beschluß der Finanzsektion, der in der von ihm beantragten Konkursausschreibung, die sofort verlesen wird, ihren Ausdruck gefunden. Referent liest: „Bei dem gefertigten Stadtmagistrate ist die Stelle eines Kanzlisten beziehungsweise Markttommisfärs mit dem Iahresgehalte von 600 fl. öst. W. in Erledi­gung gekommen. Für diese Stelle und im Falle einer graduellen Vor­rückung für die eventuell iu Erledigung kommende Kanzlistenstelle mit dem Gehalte von 500 fl. beziehungsweise 400 fl. wird hiemit der Konkurs ausgeschrieben und es siud die gehörig belegten Gesuche bis 15. März 1865 bei dem Magistrate zu überreichen. Die Bewerber, denen eine ge­naue Keuntniß der hiesigen Lokalverhältnisse nicht fehlen darf, haben nebst ihrem Alter und den für die zu besetzende Stelle erforderlichen Fähig­keiten noch insbesondere ihre vollständige Gewandtheit in der slovenischen Schriftsprache auszuweisen. Der Bürgermeister ersucht bevor zur Debatte geschritten wird, den früheren Beschluß des Gemeinderathes (vom 3. Juni 1859) vor­zulesen. GR. Schöppl verliest aus dem betreffenden Akte die gewünschte Stelle, welche lautet: „Dem Vorstände muß vorbehalten bleiben die Arbeits­kräfte den Dienstverhältnissen entsprechend und mit Rücksicht auf die Be­fähigung jedes Einzelnen beliebig zu verwenden. Deßhalb wird die Ab­sicht gebilligt, daß die bisherigen Chargenbenennnngen allmälig aufhören nnd an deren Stelle für das fämmtliche Manipulationspersonale die Be­zeichnung: Kanzelist zu treten habe. Dermalen werden für dieselben drei Gehaltsstufen festgesetzt nämlich zu 400, 500 und 600 fl. CM., zu Wel­cher später noch die zn 700 fl. hinzutreten könnte. I n der Regel findet die graduelle Vorrückung Statt." Der Bürgermeister sagt: der Beschluß beziehe sich auf das Manipulationspersonal; der Magistrat mache den Vorwurf, daß man die Beamten desselben bei Besetzung dieser Stelle übergehen wolle, es tonne ja jeder kompetiren. GR. Paik sagt es frage sich 1. soll der Posten überhaupt besetzt werden, 2. wie soll er besetzt werden. Er ist gegen die Besetzung der Stelle, es gebe nachdem manches Geschäft abgenommen worden bereits zu­viel Beamte im Magistrate; sein Amt (Bezirk Umgebung Laibach) sei viel größer und er habe viel weniger Beamte; die Sektionen des Ge­meinderathes überheben überdieß den Magistrat vieler Geschäfte; der frühere Marktkommissär (Globoöuik) sei eher alles andere gewesen, als was er geheißen; man solle die Einhebung der Standgelder verpachten, dann sei nur wenig Aufsichtspersonale nöthig; der selige VM . Ambrotz habe ihm (Redner) kurz vor seinem Tode die schriftliche Erklärung gegeben, daß er leicht vier Beamte entbehren könne. Es gehe durch ganz Oesterreich der eine Ruf: Vereinfachung der Geschäfte und Verminderung der Beamten. „Wir machen Krcditovcrationen d, h. mit anderen Worten: wir machen Schul­de«. Wir siud autonom im konstitutionellen Staate, man hat uns die Regelung unserer Angelegenheiten überlassen, zeigen wir, daß wir autonom zu sein verstehen, uud machen wir Ersparungen in unserm Haushalte." Er stimme für Ablehnung des Konkurses; wenn aber der Beschluß auf > Besetzung gefaßt werde, so stimme er mit der Finanzsektion. GR. Stedry glaubt, daß eine Bevorzugung desjenigen, der die slovenische Schriftsprache kenne, nicht in der Ausschreibung zu betonen sei; es geuüge ja wenn der Marktkommissär mit den Leuten sprechen könne.' Der Marktkommissär sollchemische Kenntnisse haben, er soll Materialien kennen; ich habe vom Herrn Bürgermeister schon einige schöne Reden in flovenischer Ssirache gehört und gelesen, ich glaube daher, daß der Herr Bürgermeister das Slovenische kann, er wird es daher zum Wohle der Gemeinde gewiß gerne thun, in vorkommenden Fällen Amtsschriften in das Slovenische zu übersetzen, uud wenn er es nicht wird thun wollen oder können, so wird der Herr GR. Bleiweis es gewiß gerne thun, aber ich glaube doch, daß der Herr Bürgermeister es kann und will". Meint, daß die zu besitzenden Eigenschaften in der Konkursausfchreibung vorgeschrieben werden sollen. ' , GR. HKaöiö: „Ich finde den Antrag des Bezirkshauptmannes Paik beachtenswerth, ich habe- von einem Herrn der Landesregierung eine Broschüre nütgetheilt erhalten, die den Vorschlag- enthalt, daß die Vorste­her der Aemter fortan die Manipulationsbeamteu gegen eine Aequivalent­vergütung selbst aufnehmen sollen. Nachdem Globoönik, wie richtig bemerkt worden, alles eher war, als ein Marktkommissär, foll man diesen Titel fallen lassen, da die öffentliche Meinnng anf solchen gleich denen der Erblandstabelmeister, Mundschenke u. s. w. ohnedies nichts mehr gibt. Es soll eine Magistratsbeamtenstelle ausgeschrieben werden nnd die Wid­mung bleibe dem Bürgermeister überlassen. Daß aber die slovenische Schriftsprache als Bedingung gestellt wird, dafür bin ich unbedingt, es ist gegenwärtig kein Beamter im Magistrate, der derselben vollkommen mächtig, und da die Erlässe in der Landessprache ausgehen müssen, so müßten wir am Ende eine Translatorstelle kreiren." GR. v. Kaltenegger: „Es handelt sich nicht darum, ob ja, ob nein; die Stelle ist sistemisirt, der Gehalt dafür ist sistemisirt" — jeden­ falls liege es in der Gewalt des Gemeinderathes, sie fallen zu lassen, doch sei er für die Besetzung und zwar mit der Forderung spezieller Fach­ kenntnisse. Stellt den Antrag, daß die Marktkommissärsstelle selbststandig' ausgeschrieben werde. GR. Dr. Bleiweis. Er könne seine Verwunderung nicht unter­ drücken, wie solche Debatten haben entstehen können; die Stelle ist siste-, misirt, ist erledigt, ist auszuschreiben und dem Würdigsten zn verleihen; warum ist die Sache au die Finanzsektion gelangt, sie hat mit einem siste­ misirten Posten nichts zu thun; der Magistrat hätte den Antrag dem Gemeinderathe vorlegen sollen, damit sie je eher, je lieber erledigt wor­ den wäre. Es ist befremdend, daß Männer, die vertrnnt sein sollten mit unseren Verhältnissen, die Marktaufsicht als eine Bagatelle behandeln, wenn wir die Marktkommissärsstelle aus den Manipulationsbcamtcn be­ setzen, so werden wir konsequent dasselbe mit dem Ortonomen, Vauauf­ seher u. f. w. thun müssen; gegen die graduelle Vorrückung protcsti« ich, wenn unter den Magistratsbeamten ein tauglicher sich finden werde, so kann er sie ja ohne weiteres erhalten. Die Bedingung, daß der Markt« kommissär Fachkenntnisse besitzen müsse, ist in der Koukursausschreibuug nicht zu detailliren, aber von dem Gemeinderathe zn erwägen. Es ist eine bedauerliche Thatsache, daß keiner von den Mngistrntsbeamtcn tauglich ist, 7l in slovenischer Sprache ein Schriftstück formgerecht ans Tageslicht zu fördern. Der Bürgermeister oder ich sollen uns, wie wir vernommen als Translator hergeben, das geht denn doch zu weit, wir könnten höchstens Korrekturen leiten. Es wird jetzt immer Ambro2 aus dem Grabe zitirt, er hat aber Vieles unerledigt zurückgelassen, wovon wir geglaubt, daß es unter seiner Leitung ausgearbeitet worden. Wir haben gehört, es genüge, wenn der Marktkommissär mit den Leuten nur reden könne; ja wenn es gleich gilt, ob die Muttersprache gut oder schlecht in Ehren gehalten wird, dann brauchen wir freilich keiue durch die Keuntuiß derselbe» tauglichen Beamten. Ich wäre für die vom GN. Paik beantragten Ersparungen, aber der Zweig der Lokalpolizci ist denn doch zu wichtig." Er stelle den Antrag auf Ausschreibung mit dem Beisatze wegen der slovenischen Schriftsprache. GR. Horak schließt sich dem Vorredner an und betont, daß keine Stadt in Oesterreich, ohne Marktkommissariat, Bauamt u. s. w. ist­ man solle die Stelle einem jungen tüchtigen Manne verleihen, der Kennt­ niß der Muttersprache besitzt, da er Zuschriften aufs Land und ins Nach­ barland Kroatien in slovenischer Sprache müsse richten können. GR. Stedry. GR. Dr. Vleiweis scheine gekrankt, er (Redner) müsse auch Schotterhaufen übernehmen, Rechnungen prüfen (zu letzterem Zwecke seien überall Buchhaltungen); doch um der Gemeinde Ersparungen zu bewirken, für das Wohl der Gemeinde erfülle er gerne seine Pflicht, wie sie jeder, der im Gemeinderathe sitzt, erfüllen solle. GR. Dr. Vleiweis ergreift zu einer persönlichen Bemerkung gegen GR. Stedry das Wort: „Ich habe immer meine Pflicht gethan, ich sitze seit 1848 im Gemeinderathe somit gewiß länger als GR. Stedry (seit 1862 GR.); aber unsere Sprache lasse ich nicht als Ne­ bensache behandeln." GR. Dr. Orel. Ambro/, habe immer gesagt, er habe zu viel Beamte, als aber er (Redner) ihn einmal wegen der vielen nicht in Kon­ tribution gewesenen Marktstände interpellirt habe, habe derselbe geantwortet: „ja wir haben keine Leute." GR. Schw entner: „Weil es schon so lange dauert, so will auch ich sprechen; GR. Paik hat erwähnt, daß er es vom seligen Ambro2 wegen der leicht zu entbehrenden vier Beamten schriftlich habe; ich kann aber aus einem Gespräche mit AmbroL mittheilen, daß derselbe mir auch kurz vor seinem Tode gesagt, es ist ein Beamter im Magistrat, wenn dieser mit vollem Gehalte pensionirt nnd ein neuer für ihn angestellt wird, so wird die Gemeinde trotz der bedeutenden Mehrauslage dennoch profitiren." GR. Debevec beantragt Schluß der Debatte, wird angenommen. GR. Schöppl als Referent glaubt, es sei keine. Reduktion der Beamten mehr anzurathen, seit er im Gemeinderathe sitze, seien drei Stel­ len eingegangen; es sei der Antrag der .Finanzscktion in Übereinstimmung mit jenem Beschlüsse vom 3. Juni 1859; der Titel sei gleichgiltig; die Sprache sei im Antrage der Finanzsektion nicht hintangesetzt, doch gestatte die in Betreff ihrer gestellte Bedingung auch den Magistratsbeamten die Kompetenz; er sei für die graduelle Vorrückuug. Der Bürgermeister erklärt, er werde nun die Antrage: Pait, Kaltenegger und Finanzsektion zur Abstimmung bringen. Er wendet sich noch mit einigen Bemerkungen gegen die GR. Paik und Stedry. Gegen elfteren bemerkt er, daß dessen Aeußerung, es seien zehn Beamte im Ma­ gistrate zu viel, während er (Paik) in seinem Amte deren mir neun habe, nicht ganz richtig, der Herr GR. habe es übersehe», daß vier Beamte in der Kasse mit der Einhebung der kais. Steuern beschäftigt sind; es erfordere weiters das gedrängte Beifammenwohnen der Städter im Ge­ gentheil zu dem zerstreuten Wesen eines Bezirkes eine viel größere Auf­ sicht u. s. w. Gegen GR. Stedry: „als ich gewählt wurde, haben mir die Herren Gemeinderathe insgesammt ihre vollste Unterstützung verspro­ chen, doch sie allein können sie mir ja nicht leisten, ein gut Theil davon muß der Magistrat leisten; wenn nun aber verlangt wird, ich als Bürger­ meister soll zugleich Trauslator sein, dann kann es auch so weit kommen, daß falls die Auflassung einer Diurnistenstelle beliebt würde, ich schließlich auch Copistcndienste leisten müßte; wenn der Gemeinderath auf solches Ansinnen eingienge, dann wäre er in der Thal zu bedauern, da er schlecht berathen wäre." I n der Sache empfehle er dem Gemeinderathe die Pa­ ragraphe der Lokalpolizeiordnung. Es kommen die Anträge zur Abstimmung. Der Antrag Paik's fällt — der Antrag Dr. Kaltenegger's (die Ausschreibung einer selbststän­ digen Marktkommissärsstelle) wird mit 11 gegen 9 Stimmen angenommen. (Schluß folgt,) Aus den Vereinen. Juristische Gesellschaft. ' (Monatversammlnng am 17. d. M.) Der President, Se. Exzellenz Statthalter Baron Schloißnigg eröffnet die Versammlung. Sekretär Bürgermeister Dr. E. H. Costa verliest das Protokoll der letzten Versammlung nnd stellt, zum zweiten Punkte derTa­gcöurdnnng übergehend, in Betreff der Einleitungen für die Generalver­sammlung den Antrag, dieselbe am 17. März abzuhalten und diesmal kein offizielles Souper damit zu verbiuden. Die Versammlung beschließt die Abhaltung der Generalversammlung auf den 16. März und das Stattfinden eines freundschaftlichen Soupers, zu dessen Theilnahme vorerst eine Subskriptionsliste unter den Mitgliedern zu zirkulireu hätte. Es folgte sodauii der Vortrag von zwei Civilrechtsfällen durch den Auskultanten HerrnI.Ledenig, die zu Debatten Anlaß gaben; beim ersten nnd zwei­ten Falle sprachen die Herren Dr. E. H. Costa, Finanzrath Dr. Ritter u. Kaltenegger, I)r. ^Iiaöiö^ 86n., und Se. Exzellenz Baron Schloißnigg. Hierauf trug Finanzrath Dr. Ritter von Kaltenegger ebenfalls zweiCwilrcchtöfälle vor und bethciligten sich an der Debatte über den ersten derselben I>. H,Kaöiu ssn., Direktor vi-. Heinrich Costa, Dr. E. H. Costa und Se. Exzellenz Baron Schloißnigg, in der der über den zweiten Fall sprachen Staatsanwalt vi-. Lehmann, Dr. E. H. Costa und Sc. Exzellenz Baron Schloißnigg. Wir konstatiren es mit vielem Vergnüge»,,daß in diesem schönen Vereine ein eben in den Vorträgen und Debatte» sich äußerndes frisches und kräftiges Leben herrscht, das auch auf anwohnende Laien anregend und fördernd wirken muß. ^ Wonlltversammlung des hist. Vereins für Kram am 16. Hcllllllll). Herr Direktor Costa gab eine Lcbensskizze des am 3. März 1863 verstorbenen k. k. Schulrathes, Obervorstehers der trainischen Spar­kasse, Ritter des Franz-Iosefs-Ordcns:c. Ioh. Nep. Schlack er. Derselbe wirkte durch viele Jahre als Katechet und Mitleiter der hiesigen Mädchen­hauptschule der Fr. Fr. Ursulincriimen, dann von 1825 bis 1846 als Direktor der Musterhauptschule, i» welcher Stellung seine Leistungen durch die Erueunung zum Schulrathe n»d die Ordensverleihung die a. h. An­erkennung fanden. Aber auch außer dieser dienstlichen Laufbahn erwarb sich Sch. hervorragende Verdienste um ei» vaterländisches Institut von der größten Bedeutung für uuser Land, die krainischc Sparkasse I m Jahre 183? zum Mitglied, 1853 zum Vorstandö-SteUucrtreter, 1854 zum Ober-Vorsteher gewählt, wirktejSch. durch seine besonderen finanziellen Kenntnisse zur Hebung des Reservefonds, der nnter seiner Leitung von 145.847 fl 15'/« kr. auf 372.039 fl. 11 kr. stieg. Auch im Privatleben bewährte sich Sch. als Menschenfreund und wendete in seinem Testamente bedeutende Summen gemeinnützigen und wohlthätigen Zwecken zu. Herr Direktor Costa theilte sohin der Versammlung mit, daß die kramische Sparkasse in ihrer ebenstattgefnndenen Sitzung dem historischen Vereine einen Beitrag pr. 300 fl. bewilligt habe, welche Mittheilung mit gebührendem Danke aufgenommen wurde. Sohin wurde eine Mitteilung des Herrn Prof. Bidermanu aus Innsbruck verlesen, der im dortigen Statthaltereiarchive wichtige auf Kram bezügliche Urkunden aufgefunden hat. Darunter ist besonders be­ merkenswert eine Nachricht über Türkeneinfälle vom Jahre 1494 nnd über einen im Jahre 1495 zu Marburg abgehaltenen Landtag der 3 Länder Steier, Kärnthen und Kram. — Herr Ban-Adjunkt Leinmülle r hatte Auszüge aus einem genealogischen Manuskripte der Rannacher Schloß­ bibliothek, von I . G. Lukantschitsch, aus dem Jahre 1705 eingesendet, welche unter Anderen die Familien Bndina, Codclli, Chrön, Bnset, be­ treffen und wofür der Verein dem thätigen Herrn Einsender zu besonderem Danke verpflichtet ist. Schließlich theilte das Ausschußmitglied A. Dimitz einen Gesundheitspaß der l. f. Hauptstadt Laibach aus dem Jahre 1751 mit, bemerteuswerth durch eine darauf vorkommende Abbildung im Kup­ ferstich, Christus mit der Kreuzesfahue, auf einem Stadtthurm älterer Form, mit zwei Stockwerken und Zinnen, unter den Füßen der Drache, unten herum eine Stadt, vielleicht die Umgebung der Domkirche. (Wie wir hören soll es in der Absicht der Direktion liegen einen Theil von der Gabe der Sparkasse an den Verein zunächst zur Ordnung des Archiv's nnd zur Anlegung von Urkunden - Regesten, die sodann zum Abdrucke gelangen sollen, zn verwenden. Wir zweifeln nicht, daß der Herr Vereins-Direktor Dr. H.Costa, der als gewiegter Fachmann die dringende Notwendigkeit der Inangriffnahme der genannten Arbeiten erkannt hat, auch bei der Wahl der zur Ausführung derselben zu bestimmenden Per­sönlichkeit vor allem ans eine fachwissenschaftlichc Befähigung gewiß Rück­sicht nehmen wird; denn wir müssen es offen aussprechen, eine etwaige „Betheilung" irgend eines bloß einer „Aushilfe" bedürftigen In­dividuums mit diesen Arbeiten reotL mit der damit verbundenen „Gra­tifikation " würde der Absicht einer wissenschaftlichen Reform der bereits wiederholt „kanzleimäßig " behandelten Sammlung im strengsten Sinne zuwiderlaufe». — Doch wir hoffen, wie gesagt, in dieser Richtung von dem Vercinödirektor sowie von mehreren Herren des Direktionöausschusses das Beste! », Wir hätten, indem wir vom historischen Verein sprechen hier noch den Wunsch anzufügen, daß unser Publikum sich zahlreicher an den Monat­versammlnngen, die ja jedem Freunde der heimatlichen Geschichte offen stehen, betheiligen möchten! (D. Red). Correspondenzen. Neustadt!, 19. Februar. *) Wir schreiben diese Zeilen noch unter dem vollen Eindrucke eines Ereignisses, das unser Aller Herzen auf das Tiefste erschüttert hat. Der Mann, der doch einiges Leben in unsere Gesellschaft zu bringen verstand, hat nun selber von der freundlichen Ge­wohnheit des Daseins lassen müssen: am 19. d. M . Morgens um 1 Uhr verschied nach kurzem Krankenlager, tauin 40 Jahre alt, der hicrortige Kreislommissär Herr Josef Wagner. — Wir überlassen es einer ge­wandteren Feder, eine ausführliche Biographie dieses für alles Gute und Schöne begeisterten Mannes zn liefern, und merken nur an, daß schon dessen Vater, als k. k. Nath beim bestandenen illyr. Gubernium, durch mehrere Jahre für das Land gewirkt; der nun Verblichene zuerst in Got­schee und feit 12. November 1860 beim hiesigen k. k. Vezirksamte be° dienstct gewesen. Eben wurde derselbe zum Vezirksvorstcher für Laudstraß ernannt; da erlag er einem heftigen Lungculcideu. — Was er uns war, werden wir nun wohl fühlen, da er nicht mehr ist. Ein hochgebil­deter, vom Herzen edler, dabei freisinniger Mann, war er unablässig be­müht, deni Freunde des Schönen einen Kunstgenuß, dem Armen eine Un­terstützung, dem Lebensfrohen ein Vergnügen zu bereiten. Daß diese seine aus reinster Absicht fließenden Bestrebungen ihm manche Bitterkeit eintru­gen, daß er bei seinen Bemühungen als Casinodirektor und als Gemeinde­rath manchen Widerspruch erfahren mußte: kränkte ihn wohl tief; doch nichts konnte ihn zur Anerkennung des «r^u äsai^iatu,!- bewegen. Möge er den Lohn, der ihm hier nicht geworden, jenseits finden! 6. Gotschee, 19. Februar. Soeben erhalten wir die von dem h / Landespräsidium ddo. 24. Jänner 2865 genehmigten Statuten unseres Gottscheer (!) Männergesangsvercins. Der Zweck dieses der Pflege des Liedes gewidmeten neuen Vereins ist in den ersten zwei Paragraphen präzisirt, welche lauten §. 1 Name und Zweck des Vereins: Der Ver­ein nennt sich „Männergescmgs-Verein" und besteht aus Freunden des Gesanges, mit dein Zwecke der Pflege, Ansbildnng und Vervollkommnung des mehrstimmigen Männergesanges überhaupt und des Kirchengesanges insbesondere und ß. 2 Vercinsthätigkeit: zur Erreichung dieses Zweckes ver­sammelt sich der Verein zu Gesangsübungen, Lieder-Kränzchen, Sänger­fahrten und Konzerten, so wie zur Mitwirkung bei kirchlichen Festlichkeiten. ') Verspätet eingelangt. Die Red. 72 Die Beitragsleistung beträgt für ausübende Mitglieder 80 kr. per Monat, für unterstützende 1 fl. Der Verein hat einen Direktor, Sekretär, Chormeister, Kassier, Archivar, Tafelmeister und zwei Ausschüsse. Die Konstitnirung dieses neuen Gesaugsvereines in unscrm Lande Krain hat unsere vollste Zustimmung, da es nie genug Anlässe geben kann, die die Männer, welche unter der Arbeit des Tages im eigenen ober fremden Dienste mehr oder weniger geistig ermatten und erschlaffen, wieder aufzu­richten, und wach zu erhalten in dem Bewußtsein geistiger Kraft! Die Gesangsvereine und die LLseäon sind Bildungsstätten für den Geist unseres Volkes, wie die Turnvereine unfern Köper stählen sollen mehr und mehr! Einen Tadel haben wir aber da auszusprechen; wir lesen in der Terti­rung des Titels der Statuten des „Gotische er Männergesangsvereines" nachdem es bereits wissenschaftlich zur Genüge dargethan ist, daß man „Gotschee" (eigentlich Kots che von slovenisch Koöa Blockhaus) und „Gotschewer" schreiben muß. Wir wissen genau, daß auch unsere „Herren" von der Nichtig­keit dieses Forschungsresultates, das mit dem gewöhnlichen Sprachgebrauche zusammenfällt, ganz gut überzeugt sind, und müssen also annehmen, daß sie sich schämen „Gotschewer" zu heißen, wie das ganze Volk heißt, aus dem auch sie hervorgegangen und wie die in die Fremde ziehenden Hausirer ganz richtig genannt werden und sich nennen. Lokales und Provinziales — Der Ausweis der eingegangenen Betrage für die Nation zeigt am 19. Februar wieder 165 fl.; der Gesammtlassastand betragt nun 9929 fl. 84 kr. Die von der Sparkassa gespendeten 3000 fl. sind dabei natürlich noch nicht in Rechnung gebracht. — Das am 23. d. M . im landschaftl. Theater gegebene von Aleöovc und Gabrieli verfaßte Volksstück „Sicher! vul^o Dime2 oder der Schrecken Krams" fand wegen seiner bühnengerechten Mache eine ganz gute Aufnahme. Das Haus war in allen Räumen gedrängt voll; dieser Unistand, der sich jedesmal wiederholt, wenn der Theaterzettel ein „vaterländisches Stück" verkündet, sollte ein Fingerzeig sein den Direktoren, welches Genre mehr zu pflegen wäre, als es bisher geschehen. Wir be­halten uns übrigens vor, seinerzeit über unser Theaterwesen ausführlich zu sprechen. „voruoki-an" schreibt, daß am 14. d. M. unser Landsmann, der als Schriftsteller bekannte Herr Heinrich Moriz Pen n den Franz Moor in Schiller's „Räuber" in kroatischer Sprache auf dem dortigen Nationaltheater gespielt und niit seiner Leistung entschieden durchgegriffen hat. Der Beifall steigerte sich bei jeder Szene und wurde der junge ta­lentvolle Künstler am Schlüsse der Vorstellung fünfmal gerufen. Man begrüßt Herrn Penn, dessen Engagement- bevorsteht, als eine gute Ac­quisition fürs Nationaltheater. — Die »Uovills« bringt die Nachricht, das Dr. Toman aus Wien geschrieben, es stehe die Gewährung der durch den krain. Landtag an Se. Majestät gerichteten von Sr. Exzellenz dem um das Landeswohl stets so besorgten Herrn Statthalter Freiherrn von Schloißnigg befürworteten Bitte um Ermäßigung der Grundsteuer sicher zu erwarten. — Die Zahl der Schülerinnen an der vierklassigen Mädchen-In­duftrial-Hauptschule bei den Fr. Fr. Ursulinerinnen in unserer Stadt beträgt mit Schluß dieses Semesters die ansehnliche Zahl von 1036. — Franz Ritter v. Frieda« , Montangewerksbesitzer in Steier­mark und Krain (Oraäac) hat am 21. d. M. beim Wiener Handels­gerichte die Eröffnung des Ausgleichsverfahrens erwirkt. Die Aktiva sollen 4,573,872 fl., die Passiva 2,683.551 fl. 28 kr. betragen. — Herr Stepisni k in Cilli, der den Bau der Brücke bei Gurt­feld übernommen, trifft bereits Anstalten zum Beginne desselben. — I n Görz starb vor Kurzem unser beliebte Landsmann und Schriftsteller Mathäus Hladnik, Lehrer an der dortigen Realschule. — (Vllllchromk.) Der am 22. d. M . im Casin o abgehaltene Ball war gleich den frühern fehr besucht und herrschte eine wahre Tanz­wuth. — Der am 21. d. M. im Salon NenigstattgehabteChargen-Ball des Artillerieregiments GM. Pichler, das seit 1859 in Krain stationirt ist, dessen liebenswürdiges Offizierskorps und wohldisci­plinirte Mannschaft im stets freundlichsten Verkehre mit der Bevölkerung unseres Landes stand und uns mit Beginn des nächsten Monates verlassen wird, war ein schönes Abschiedsfest. Das Comite hat durch das Arran­gement der schönen Unterhaltung allgemeines Lob geerntet, besonders ge­lungeu fanden wir die Zusammenstellung des kais. Doppeladlers aus Montirungs- und Armatursstücken, wobei Faschinenmesser die Fittiche bil­deten. — Ein reicher Flor von Mädchen darunter manch' schönes frisches Gesichtchen erhöhte den Glanz des Festes, das durch die Anwesenheit Sr. kais. Hoheit des Herrn Erzherzog Ernst, sowie auch mehrerer Herren Generäle, Stabs- und Oberoffiziere ganz besonders ausgezeichnet war, denselben anwohnten. Auch eine größere Anzahl Civilisten war er­schienen. I n der Raststunde trug ein Chor bei froher Tafelrunde mehrere flavische und deutsche Lieder vor. Der am 22. d. M . in Nenig's Lokalitäten veranstaltete Unteroffi­ziersball des 8. Infanterieregimentes zahlt gleich dem vorgenannten zu den animirtesten dieser Saison. Die Dekorirung des Saales mit militäri­schen Sinnsprüchen auf Wappenschildern und dem in Vrillantfeuer leich­tenden kais. Adler war recht gelungen. Se. kais, Hoheit der Herr Erz­herzog Ernst beehrte auch dieses Fest mit Höchstseiner Gegenwart, sowie auch die Generalität und die Stabs- und Oberoffiziere demselben an­wohnten. Von den Spitzen der Civilbehörden hatten der Einladung Se. Exzellenz der Herr Statthalter Baron Schloißnigg, Finanzdirektor von Felsenbrunn und der Bürgermeister Dr. E. H. Costa in freundlicher Weise Folge geleistet. Veränderungen im Klerus Die erledigte erste Katechetenstelle an der hiesigen k. k. Normal­hauptschule, womit auch das Lehramt der Katechetik und Methodik an der theologischen Diözesan-Lehranstalt verbunden ist, wurde mit hohem k. k. Landesregierungserlasse vom 6. d. M., Z. 1306 dem Herrn Josef Kle­menöiö, zweiten Normalhauptschulkatecheten^verliehen. Erinnerungstafel (aus dem Intelligenzblatte der Laibacher Zeitung). Vis l. März. Gesuche um die Bezirksgerichtsadjunktenstelle in Malburg mit dem Gehalte von 735 fl,; (Präsidium des Kreisgerichtes Cilli). Am 1. März Lizitation beim Bezirksamte Adelsberg „ „ „ Neustadtl 2. „ „ „ Umgebung Laibach Feistsitz Kruinburg Gurtfeld 4. Egg ob Podpezh 32-ff Planina Landstraß Nadmannsdorf Möttling Kronau Ratschach 8. Oberlaibach 9. Wippach Treffen .ZV 8 10. Senoschetsch. Am ?. Mälz 10 Uhr, Vormittags Lizitation zur Sicherstellt»^ der Servize» Bedürfnisse (Holz, Kohlen, Kerzen und Oel) im Subarrendirungswege (Militär­ Nerpfiegs-Magazins.'Verwaltung). Bis IN, März Gesuche um Kanzelistenstelle beim Vezirksamte Rovigno 387 st. 50 kr.; (Statthaltern in Trieft), Bis 8. März Gesuche um die Stiftungen per 44 fi, 1? kr. (au« der Adels» berger-Grotten-Invalidenstiftuug) und per 43 fi. 94 kr. (aus der Mctelko'schen In» ualideustiftung) (aus Adelsberg, Naffenfuß und Krain überhaupt) Landespräsidium Laibach). Getraute. Dom und Stadtplane zu St. Nikolaus. Nm 22. Februar. Herr Michael Cochini, Privatier mit Fräulein Margarethe Stroh. Pfarre St. Pcter. Am 20. Februar. Herr Lorenz Pokoren, Sollizitator mit Fräulein Augüsta Ludovika Spelak. Pfarre TilNllU. Nm 29. Februar. Herr Ludwig Raimund Koschenini, Handelsmann mit Fräulein Franziska Supcmz. — Am 21. Herr Karl Franzi, k. k. EtaatMichhaltungs - Rechnung« - Offizial mit Fräulein Julian» Antonio Malaverh. Verstorbene. Den 20. Februar. Maria Hrovatin, Institutsarme, alt 83 Jahre, im Ver­sorgungshause Nr. 5, an Altersschwäche. — Dem Herrn Kar! Nrleth, Buchdruckerei-Faktor, sei» Kind Nmalia, alt I Jahr, in der Stadt Nr, 76, an der Lungenlähmung. Den 21. Maria Podlipitz, Institutsarme, alt 66 Jahre, im Versorgungs­hanse Nr. 4, «u Altersschwäche. Den 22. Anton Klun, Inwohnerssohn, alt 24 Jahre, im Zivilspital Nr. 1, an der Lungenlähmung. Wochenmarkt i« Laibach am 22. Februar. Erdäpfel Mtz. fl. 1,60, Linsen Mtz. fi. 4.— , Erbsen Mtz, fi. 4.-, Fisolen Metzen fi. 4,20, Rindschmalz Pfund kr. 60, Schweineschmalz Pfund kr. 40, Speck frisch Pfund kr. 34, Speck geräuchert Pfund kr. 40 , Butter Pfund fr. 50, Gier Stück 1 kr., Milch Mß. kr, 10, Rindfleisch Pf. 19 bis 21 kr., Kalbfleisch Pf. kr. 22,, Schweinefleisch Pf. lr. 24, Hähndel Stück kr. S0, Tauben Stück kr. 15, Heu Centner fi. 1.10, Stroh Cent. kr. 75, Holz hartes 30zöllig Klafter fl. 9.50, weiches Kft. fi. 7.—, Wein rother Nim. 11 bis 15 fi., weißer Cim. 12 bis 16 fi, Getreidepreise in den Magazinen. Weizen Mtz. fi. 3.71, Korn Mtz. fl. 2.67, Gerste Mtz. fl. 2,35, Hafer Mtz. fi. 1,85, Halbfrucht Mtz. fi. 2,77, Heiden Mtz. fi. 2.77, Hirse Mtz. fi. 2.73, Kukurutz Mtz. fl. 3,05 23. Febr. (tel,) 20. Februar 21. Februar Gonrsbericht (Durchschnitts' Geld Waare Geld Waare cours) I u österreich. Wahrung zu 5°/, 67.55 67.65 67.50 67.60 „ rückzahlbar „ 7^7, 88.— 98.25 98— 8825 „ „ von 1864 87.80 87.90 88. - 68.10 Silberanlehen von 1864 83.50 84.— 83.50 83,75 Nationalanlehen 5 "/» 79.10 79.25 79.15 79.25 79.25 Metalliques 5 °/„ 72.25 72.35 72.25 72.35 72.20 Verlosung 1839 162.— 162.50 162— 162.50 „ 1860 zu 500 fl 94.10 94.20 93.85 9395 94'— „ 1864 87.85 88.— 87.40 »7.50 Como-Rentscheine 42 I>. all3tr. . . 17.75 18.25 17.75 18.25 Grundentlastungs-Obligationen von Steiermark, Kärnten, Kram. . . 90.— 91 — 90.50 91.50 Nationalbank 805.— 806.— 803.— 805.— 803.— Kreditanstalt 189.60 188.?0 189.10 189.20 188.20 Wechsel auf London 112.70 112.90 112.85 112.95 112.90 Silber N2 — 112.25 112.— 112.25 111.85 Neueste Nachrichten. Graz, 23. Februar. Man sprach in unserer Stadt davon, daß die steierischen Autonomisten gewillt seien, ihre Mandate niederzulegen, wenn das Ministerium in seiner jetzigen Haltung dem Abgeordnetenhause gegen­über beharren sollte. Wir fragten bei einem celebrensteierischen Reichs­rathsabgeordneten telegraphisch an, ob und in wieweit diese Nachricht einen thatsächlichen Grund habe. Es wurde uns die Antwort mitgetheilt, daß die Mandatsniederlegung unter Umständen möglich sei, daß jedoch bis jetzt kein Beschluß darüber gefaßt wurde. (Tgspst.) An die verehrlichen Bewohner der Landeshauptstadt Laibach. Der bisherigen Uebung gemäß bringt die Armeninstituts-Commission die ihr zugewiesene Verwaltung des städti­schen Armeninstitutes im abgelaufenen Jahre 1864 in den nachstehenden Uebersichtstabellen zur öffentlichen Kenntniß, aus welchen ersehen werden wolle, welche ansehnlichen Geldbeträge auch im verflossenen Jahre an die Stadtarmen vertheilt wurden, und daß die Armeninstituts-Commission mit Rücksicht auf die ihr zu Gebotestehenden Mittel fortan das Mög­lichste zu leisten und ihrer Aufgabe gerecht zu werden bemüht ist, um bei der jetzt herrschenden Noch demsichstets meh­renden Andränge und den unabläßigen Anforderungen auf die Gemeindeversorgung so vieler Hilfesuchenden nur einiger Maßen genügen zu können. Die Armeninstituts-Commission hat in dersichern Hoffnung, daß die von den verehrten Stadtbewohnern alljähr­lich im Wege der Subskription geleisteten freiwilligen Beiträge auch in diesem Jahre unverdrossen dem Armenfonde zu­geführt würden — die täglichen Portionen von 3 auf 5 kr. und 28 andern die Portionen von 7 auf 10 kr. erhöhet, so zwar, daß nach dem zuliegenden Ausweise 395 Arme mit Portionen in der namhaften Summe von 13,757 fl. 30 kr. und weiters noch 467 Arme auf besondere Unterstützungen mit 1290 fl. an die Hand betheilet wurden; allein die Armen­instituts-Commission machte leider die traurige Wahrnehmung, daß sich die Zahl der Wohlthäter im Vergleiche zum Jahre 1863 von 400 auf 231 vermindert habe, daß an freiwilligen Beiträgen gegenüber dem Jahre 1863 um 500 fl. weniger dem Armenfonde zugeflossen sind und die Armeninstituts-Commission nur dadurch, daß die im Jahre 1863 gemachten Legate pr. 780 fl. noch nicht kapitalisiert wurden, dem so großen Andränge der Armen zum Theile gerecht werden konnte. Eben durch diesen Umstand ergibt es sich, daß mit Ende des Jahres 1864 ein Kassarest pr 400 st. ausgewiesen erscheint, während bei Fruktifizirung der Legate pr. 780 fl., welche schon längst hätte geschehen sollen, und jetzt unverzüg­lich eingeleitet wird, der Fall eines Abganges pr. 380 fl. sich herausgestellt hätte. Soll nun, wie es wohl die verehrlichen Bewohner im Allgemeinen wünschen — das Institut zur Unterstützung der Nothdürftigen in dieser Hauptstadt ausgedehnter wirken, so kann dieß nur durch die allgemeinere Theilnahme der wohlhabender« Stadtbewohner erzielt werden, und die Armeninstituts-Commission, die diese wahrlich mühsame Obliegenheit auf sich genommen, auch nur dann allen Anforderungen entsprechen, die sie bei beschränkten Mitteln nur nothgedrungen hintanzuhalten bemüßiget ist. Der Hansbettel ist nunmehr fast ganz abgeschafft und dadurch den verehrlichen ?. I'. Bewohnern überhaupt, so wie den Wohlhabender«, die sich bisher unter verschiedenen Vorwändeu jeder Theilnahme an den freiwilligen milden Beiträgen zur Linderung des Elendes und der Noth entzogen haben — Gelegenheit gegeben, ihren mildthätigen Sinn durch freiwillige Spenden an die Armenkasse zu bethätigen. Zu diesem Ende glaubt die Armeninstituts-Commission die Bitte aussprechen zu sollen, es wollen die ?. I'. Wohlthäter bis Ende März d. I . die bisher gelösten Hausbettel-Gnthebungskarten an die Stadtkasse gefälligst zurück­stellen und die nunmehr auf rothem Papier gedruckten Enthebungskarten pro 1865 gegen Entrichtung des Armenfonds­beitrages entgegennehmen. Um bei der Einhebung der Beiträge die möglichste Erleichterung eintreten zu lassen, wird die Ginleitung getroffen, daß solche in den Häusern eingesammelt werden. Die ?. I'. Herren Wohlthäter belieben daher, die hier mitfolgenden und allenfalls bei der Stadtkasse noch zu erhebenden Subjkriptionsbö'gen gefälligst auszufüllen und beizusetzen, in welchen Terminen die Einsammlungen geschehen sollen. Uebrigens werden die geleisteten Einzahlungen, so wie bisher, auch fernerhin halbjährig durch die Laibacher Zeitung öffentlich bekannt gemacht werden. Allen jenen ?. I'. Wohlthätern, die seit Jahren schon ihre Sorgfalt auf Hebung der Armenpflege verwenden; allen jenen ?. I'. Wohlthätern, die mit ihren so willkommenen Beiträgen das Armeninstitut unterstützten und noch unterstützen, wie nicht minder den Herren Stadt- und Vorstadtpfarrern und den Herren Armenvätern für ihre Mühewaltung in der Administration des Institutes, dem Herrn Armenhaus-Inspector Anto n Samassa, dem Herrn Buchdruckereibesitzer Josef Vlasnik und Ignaz Edlen v. Kleinmayr und dem Herrn Eduar d Karinge r dankt hiemit die Armeninstituts-Commission unter Beifügung der Bitte, in Erwägung der herr­schenden Theuerung und der zunehmenden Armuth ihre willfährige Unterstützung nach jeder Richtung hin auch für die Zukunft nicht erlahmen lassen zu wollen. Von der Armeninstituts - Gommiffion Laibach am 24. Februar 1865. 0' G. H. Gosta, Bürgermeister und Institutspräses. v»>f2>«>«o>-»-VcQU>U'^«5c> ^ A ^ ,—^» <2 3 3 2 ^ « ^ 3. c» 3 «^ ^«^»-^^^"H »^-> <»' <^- »H ^ » ^ s. »<^2 52 3 3-3' <2c3 3.0 » «^ <5 « » ^» « »»^ <5 -S"! 3'«- « c» ». 3 -- 3 3. » " " » 3^"" ^ ^ 3 3 » » ' ^ 3 3 ^ ^^ > 3 A 5? <­-O 3 3 N­' D ^ Z 3 »-A 5? « " " " ' ^ ' <2^ » » ' « ^ »_ <^ ^ » 3 i3«'^« ^« V « 3 3 « ^ ^ ^ f» <2 <2 3 3 3 UZ « 33?? « 3."W" ^ H>>22 ^ ^Z 3 13, » c» » 3 ^ 63 ---st 3 j ^ 22 Q2 « 3 3 3 K2 3 V !Ü2 O 3 1 «> - >p> -H cQ 00 « lO ^Q »H <^< « V 22 « IT, Q ui >p>. « lO 3 ^ V ^ O 2 <» <« zc^^? « " " » ? ? ^ ^ ^ ? MWMW 3 3 3» 3­ 3 v, — Z «,!17<<^!^>!>.>«^.>^^.>^. ^' <>« «^3 >-»-<-, «u »«3 <2°, »>« ^3 >>5. »^ « Ol 3 3 3 Zusammen Arme S > w ^ 22 «^ i>2 «» 22 02 >-». f^>22 cx 2 02c» co ^ co «2 d>2 Rechnung üb« die beim Stadtmagiftrate verwalteten Armenftiftungen im Jahre 1864. 3>> 1 2 3 1 2 1 2 1 2 3 1 2 3 4 5 6 7 1 2 3 4 5 6 1 2 3 1 2 1 2 1 Einnahme Ausgabe Nenllnntlich st. ! kr. st. ! kr. l. Iosefa Niederbacher'sche Stiftung. Kassarest mit 31. Dezember 1863 . 74'/« 419 10 417 1 90 Summe . 419 84'/« 418 90 Die Ausgabe vom Empfange mit . 418 90 Rest . 94 . >l. Helena Balentin'sche Armenstiftung. Interessen von den 2 Schuldverschreibungen Nr. 13944 u. 13945 im 5 °/u Kapitale pr. 2000 fi. 97 65 97 65 Empfang und Ausgabe gleich . 97 65 97 65 ll». Helena Nalentin'sche Waisenstiftung. Interessen von den 2 Schuldverschreibungen Nr. 71262 u. 34820 im 5 «/„ Kapitale pr. 2000 fi. 97 65 9? 65 Empfang und Ausgabe gleich . 97 65 9? 65 lV. Föderer'sche Hausarmenstiftung. Kassarest mit Ende Dezember 1863 . 6 64 74 40 38 76 Summe . 81 4 76 38 Ab die Ausgabe . 76 38 Rest . 4 66 V. Föderer sche Waisenstiftung. Kassarest mit Ende Dezember 1863 . 3 7 Interessen zur 5°/„ Obligation Nr. 44826 pr. 1000 fi. seit 1. August 1863 bishin 1864 . . 48 82 dto. dto. Nr. 2718 „ 1. August 1863 „ 1864 . . 54 87 dto. dto. Nr. 7189 „ 1. Oktob. 1861 „ 1862 . . 35 dto. dto. Nr. 7189 „ 1. Oktob. 1862 „ 1863 . . 34 17 V« dto. dto. Nr. 7189 „ 1. Oktob. 1863 „ 1864 . . 34 17 92 119 Summe . 210 10'/« 119 92 Die Ausgabe vom Empfange ab . 119 92 Rest . 90 1»V« Vl. Graf Lamberg'sche Stiftung. Kassarest mit Ende Dezember 1863 . 38 93 491 50 dto. dto. Nr. 49023 1. Nov. 1863 bishin 1864 6 6 2 10'/« 34'/« 44 2 2 486 97'/« Summe . 545 32 483 99'/« Ab die Ausgabe mit . 488 99'/« Rest . 56 32'/« VII. Michael Deschman'sche Stiftung. Interessen von der Conv.-Dbligation Nr. 3546 pr. 4340 fl. 5"/, Zinsen seit 1. Aug. 1863 bishin 1864 201 81 94 200 87 Empfang und Ausgabe gleich . > 201 81 201 81 VIII. Johann Vapt. Schilling'sche Witwettstiftung. 126 84 Summe . 126 84 Die Ausgabe ab . 84 > Rest . 42 «X. Stiftung der drei Wohlthäter aus Anlaß der Entbindung a. h. Ihrer Majestät der Kaiserin Elisabeth im Jahre 1855 34 17 V« 34 17 V« Empfang und Ausgabe gleich . 34 .17'/« 34 17'/« X. Sühnl'sche Militär-Waisenstiftung. 36 31 Kassarest mit Ende Dezember 1863 . 39 6 . !37 — Fürtrag . Einnahme Ausgabe Nenanntlich 3». fi. j kr. fi. kr, Uebertrag . 75 3? Zeitungs-Insertionsgebühr . . 1 20 Dem Stiftling laut Verordnung vom 12. März 1864, Z. 1079 37 86 Summe . 75 37 39 6 Ab die Ausgabe mit . 39 6 Rest . 36 31 X». Metelko'fche Waisenstiftung Kassarest mit 31. Dezember 1864 . 2856 12'/« i Für 32 Coupons Nationalbank-Aktien z>ra II . Semester 1863 889 60 2 /, „ „ I>ro -l-„ 1864 . . . 831 95 Für die gezogenen Anlehens-Lose des Jahres 1839, ^' .„„^ und ' „ „« der Varbetrag . 210 3 Von dem auf dem Hanse Nr. 5 in der Stadt intabulirten Kapitale pr. 1050 fi. das Interesse 4 seit 11. Jänner 1864 bishin 1865 49 41 5 Für 24 Stück Coupons der Graz-Köflacher Eisenbahn-Aktien 71 60 6 Interesse zur Obligation Nr. 1391 seit 1. Jänner bis 1.,Juli 1864 24 41 „ 2061/7 23 25 „ 2059 3-^ 23 25 „ 2061/15 23 25 „ 2062/9 23 25 „ 2062/17 23 25 „ 2063 23 25 „ 2065/14 23 25 „ 2065/17 23 25 „ 2066 23 25 „ 2067 25 23 141 9 76'/« // 14? 9 76'/« 150 9 76'/« 154 9 76'/« 7 Für verkauftes Silber pr. 24 fi, 25 ki< das Agio 88 3 8 Buchbinderkosten für die Stiftungsbroschüre 15 10 9 Buchdruckerkosten dto. 43 10 Postporto für die Versendung dieser Broschüre 5 1l Ankaufskosten der 5«/« Metalliques Nr. 14615 pr. 300 fl. laut Verordnung 25. Juli d. I., Z, 434? . 224 4l" 12 Der Metelko Anna die Ergänzung ihres Annual-Legates pr. 400 fi. zu Folge Einkommen­ steuerabzuges pro 1863 9 41 13 Uebersetzungskosten der Broschüre ins Slovenische 10 14 Stempel zur Rechnung über den Bezug der Dividende von den Nat.-Vankaktien pro II . Semest. 1863 5 15 Den Stiftungen an Kleiderbeitrag 240 16 „ 55 Stiftungen die Gebühr bis 31. Dezember 1864 1356 88 Summe . 5208 53'/« 1903 !85 Ab die Ausgabe . 1903 85 Rest . 3304 68'/« X». Bartlmä Sallocher'sche Studentenstiftung. Von der k. k, Finanz-Prokuraturs-Abtheilung laut Verordnung vom 12. August 1864, Zahl 4743, den Varbetrag 4098 29 Interessen zur Obligation Nr. 1203 seit 1. Mai bis 1. November 1864 Kapital 500 fi. 12 20'/, ff Nr. 91 500 fi. 12 ,/ „ 20'/, f, ,/ Nr. 215 // 1000 fi. 24 41 /, ,/ Nr. 443 f, 1000 fi. 24 41 Nr. 666 1000 fi. 24 ,/ /, ,' 41 /, Nr. 66? f, 1000 fl. 24 3 Für„ den Ankauf der vorstehenden Obligationen pr. 5000 fi'. 41 4 „ „ einer Grundentlastungs-Obligation pr. 200 fi .' . 3916 179 3? 5 Stempel und Postporto 1 75 Summe . 4220 34 4097 12 Ab die Ausgaben . 409? 12 Nest . 123 22 Xlll. Iallen'sche Armenrinder-Stiftung. Von der k. k. Landesregierung laut Verordnung vom 19. April 1864, Zahl 611 und magi­ stratlicher Weisung vom 28. April 1864, Zahl 2506, den Varbetrag pr 29'/« 2 Interessen zur Obligation Nr. 6719 pr. 2600 fl. seit 1. Februar bis 1. August 1864 . . . 181 35 3 Für ein Sparkassabüchel 14 Summe . 181 64 »2 14 Ab die Ausgabe pr. . 14 Rest . 181 50'/z Stadtmagistrat Laibach am 31. Dezember 1864. Dr. E. H. Costll, Bürgermeister. M. Gaidich, Kassier. W. Denkt, Kontrollor. Gedruckt bei Josef Blasnik.