Priinumeratiouö - Preise: Für Laibach: Ganzjährig . . 8 fl. 40 kr. Halbjährig . . 4 „ 20 „ Vierteljährig . 2 10 „ Monatlich... — .. 70 „ Laibacher Redaktion Pahnhofgasse Nr. 132. Mit der Post: «auzjährig................12 fl. Halbjährig................ 6 „ Vierteljährig 3 „ Für Zustellung inr Haus »iertelj. 25 kr., mona>l. 9 Ir. Einzelne Nummern 6 kr. 4> Anonyme Mittheilungen werden nicht.berücksichtigt; Manuscrivte nickt z»rückc,esendet. Hxp^ditiünS-LJnscratrl»' Burcuu: Eongiißplatz Nr 81 (Buchhandlung von tzg. v. Llnn-mayr L Fed. Bamberg.) JnsertionSpre Für die einspaltige ü 4 kr, bei wieder!' jchaltung L Anzeigen bis ü Zeilen Ä Bei größeren Jnserar öflerer Einschaltung enWre« chrnder Rabatt. Für complicierten Satz beson-dere Vergütung. Nr. 13. Dinstag, 18. Jänner 1876. - Morgen: Canutus. 9. Jahrgang. Die Festungen Roms. Die römische «irche hat sich mit ihrer Hierarchie, ihrer weltlichen, die Sinne bestrickenden Pracht, ihrem heidnischen Bilderdienst, ihrer furchtbaren Glau« bcnstyrannei und ihrer laxen Sündenvergebung gegenüber den ihr Gehorsamen offenbar sehr weil von den einfachen Formen des apostolischen Zeitalters entfernt. Sie ist eben die römische Kirche. Die Nachkommen der alten Römer von der südeuropai-schen Raffe können nichl-anders sein, als sie sind. Sine gewiss': Art zu denken und zu handeln ist ihnen angeboren, und was auch in ihren Bereich kommt, sie gestalten eS nach ihrer Weise. So haben sie auch am Christcnthum so lange herum hantiert, bis es am Ende ganz römisch-heidnisch werden mußte. Unter allen Erinnerungen und Gewohnheiten, welche die Romanen aus ihrer heidnischen Zeit in das christliche Zeitalter mit herüber nahmen, wirkte die an die Weltherrschaft am mächtigsten nach. Die ungeheuere Cäsarenstadt an der Tiber konnte nicht vergessen, daß sie drei Weltthette beherrscht und deren Reichthümer als Tribut empfangen hat. Diese Weltherrschaft bestand zwar feit dem 5. Jahrh. nicht mehr, doch kam es dem Bischof in Rom sehr zu statten, daß ihn bald die fränkischen Eroberer gegen den Kaiser in Konstantinopel, gegen die Longobar- den und gegen den Islam schützten und «arl der Große, indem er ein neues großes Reich gründete, als weltlicher Oberherr desselben den römischen Bischof oder Papst als geistlichen Oberherrn neben sich Platz nehmen ließ. Gegen diese deutsche Groß- muth zeigte sich der römische Papst wenig dankbar, sondern trachtete alsöald den deutschen Kaiser zu Überlisten und sich über ihn emporzuschwingen. Zu diesem Zwecke leitete er seinen Rechtstitel nicht so-wol von der Schenkung Karl des Großen oder noch einer älteren, die ihm angeblich Konstantin der Große gemacht haben sollte, sondern vom Apostel Petrus her, deffen angebliches Grab in Rom er für den Felsen Petri ausgab, aus den Christus seine Kirche gebaut habe. Der sogenannte Felsen Petri sollte nur den Thron der Cäsaren ersetzen, der Papst wollte gleich dem altrömischen Kaiser, nur in einer ändern Form, die ganze bekannte Erde beherrschen. Nun aber wurden eine Menge Urkunden von Schenkungen, kirchlichen Satzungen, Wundergeschichten u. s. w. geschmiedet, die aus früheren Jahrhunderten stammle» und durch welche der römische Papst die Rechimäßigkeit und das angeblich hohe Alter seines Primals, seines Kirchenstaates, das hohe Alter nicht nur hierarchischer Anm-ßungen, sondern auch gewisser dem hierarchischen Zwecke dienender Dogmen und Legenden beweisen wollte. Um dem leichtgläubigen Volke alle die albernen Märchen weis zu machen, die Völker in Gehorsam und Un-terwürfigkeit gegen den Papst, den „Statthalter Christi auf Erden" zu drillen und zu erhalten, insbesondere aber sämmtliche Länder der römischen Kirche tributpflichtig zu machen, bedurfte die Curie einer wohlorganisierten, dem heiligen Stuhle unbe-i dingt ergebenen Heeresmacht. Demnach errichtete sich j der Papst in den Mönchen und Nonnen ein stehen- !de» Heer, das allein von ihm abhängig und wie j die Bettelmönche nicht einmal einem Bischöfe mehr unterworfen sein sollte. Wie ein Land dem Chri-stenthume gewonnen wurde, bedeckte es sich auch alsbald mit Klöstern (düU8tra), d. i. geschloffenen Gebäuden, in welchen Mönche und Nonnen gemeinsam und nach gewissen Regeln leben. Diese Klöster und geistlichen Orden, deren Zahl stetig wuchs, wurden die Zwingburgen Roms, deren Insassen die Völker bearbeiteten und im Gehorsam des Papste-erhielten. Den ideellen Aufgaben, der Verwilderung auf weltlichem Gebiete und dem Uebermuthe weltli-cher Herren mit sittlichem Ernste entgegen zu treten, die sich manche Mönchsorden gesetzt hatten, wurden sie nur in den seltesten Fällen gerecht, denn ihr oberster Gebieter, der Papst, gehorchte selbst nicht einer sitllichen Pflicht, sondern trat der weltlichen Gewalt wesentlich zu dem Zwecke entgegen, das Papstthum allein mächtig zu machen und dasselbe mit einer Gewalt auszustatten, deren Misbrauch unfehlbar eintreten mußte. Gestützt auf feine auf solche Weise befestigte Macht maßte sich der römische Bischof alsbald das Recht an, Fürsten zu entthronen, behauptete dagegen die Heiligkeit und Unfehlbarkeit der Päpste, da es doch auf jeder Seite der mittelalterlichen Geschichte verzeichnet steht, daß meist gottlose Päpste den heiligen Stuhl geschändet haben. Auch heutzutage noch werden die ideellen Zwecke der kirchlichen Orden, Wissenschaft, Frömmigkeit, Barmherzigkeit und Mildthätigkeit, welche die zur Schau getragenen Aufgaben der klösterlichen Genossenschaften sein sollen, zum Deckmantel kultur-und staatsfeindlicher Bestrebungen misbraucht. Niemand geringerer als ein Cardinal der römischen Kirche, der Fürsterzbischof von Prag, Schwarzen- Jeuilleton. Im Kansmannsgewölbe einer Landstadt. (Schluß.) Gleich darauf rauschte hinein ein nettes Dienstmädchen in Begleitung einer Dorfbewohnerin in Männerstiefeln. „Herr Anton, wiegen Sie mir hier die Butter ab," sagt das Mädchen, indem es aus dem Trag-korbe des Weibes zwei Stück Butter herausmmmt. „Das Weib behauptet, die Butter nach dem alten Pfund abgewogen zu haben, aber ich will darauf wetten, daß es nur ein neues Pfund ist, obzwar sie hiesür den Preis des alten Pfundes verlangt." Der Commis wirft die Butter auf die Wage und es wird konstatiert, daß sie nur ein halbes Kilo wiegt. — „Sie haben sich nicht geirrt, liebes Aenn-chen," sagt der Besitzer des Lokales zu der Nymphe, die zu den von ihm bevorzugten Kunden gehört, indem er sie beim Kinn nimmt. „Herr Kaufmann, Sie gehen Ihren Leuten mit guiem Beispiele voran," bemerkt schelmisch die Genannte, und zu dem Weibe sich wendend, spricht sie im resoluten Tone: „Hier habt Ihr 54 Kreuzer. mehr ist das neue Pfund Butter nicht werth und versucht es nicht wieder, mich betrügen zu wollen." „Wcr hätte das gedacht, daß das Mädchen so raffiniert ist," brummt die Dorfbewohnerin, indem sie das Gewölbt verläßt. „Aber sie speculiert nicht zugunsten ihrer Herrschaft, sondern für sich selbst, und wird den Geldbetrag von 6 kr., den sie mir abdisputiert hat, für sich verwenden." „Was ist Ihnen begegnet, Herr Nachbar?" fragt der Kaufmann einen eintrelenden korpulenten Mann, dessen kupferne Nasenspitze ihn als einen starken Verehrer des Gerstensaftes kennzeichnet. „Sie scheinen aufgeregt zu sein." — „Das bin ich auch," entgegnet schnaufend der Angekommene. „Ich gehe wie gewöhnlich auf einen Stutzen Bier zum „weißen Stiesel". Der Kellner setzt mir das neue Glas — „halben Liter" genannt — vor. Ich protestiere dagegen, verlange meinen Stutzen, aber das Verlangen wird unter dem Vorwande abgewiesen, daß die alten Stutzen in Wirthshäusern nicht mehr verwendet werden dürfen. Sie wissen, ich bin ein guter Kerl, mache nicht gern Skandale und ließ es bei dem „halben Liter" bewenden; aber der hinkende Bote kam nach. Als ich meine Zeche begleichen wollte, verlangte der Wirth von mir für jeden halben Liter 7 Kreuzer, sage sieben Kreuzer. Ich sträubte mich natürlich dagegen und führte dem Schänker zu Ge-müthe, daß er sich eine derartige Behandlung der Gäste nicht erlauben dürfe. Bisher wurde eine Maß Bier für 16 Kreuzer verkauft. Ein genug hoher Preis in diesen schlechten Zeiten. Für einen Eimer entfiel daher ein Geldbetrag von 6 fl. 40 kr. Ein Eimer Bier hat 56'/z Liter. Wenn ein Liter für 14 kr. verkauft wird, so kostet der Eimer 7 fl. 91 kr. und der Wirth verdient nun 1 fl. 51 kr. an einem Eimer und am Fasse 6 fl. 4 kr. mehr als früher. Kostet die Maß Bier 16 kr., so kostet der Liter 11*/z tr. und jeder Wirth kann zufrieden sein, wenn man ihm für einen Liter 12 Kreuzer zahlt, weil er dabei um 28 Kreuzer per Eimer mehr verdient als früher. Trotz dieser klaren Berechnung blieb der Wirth bei seiner Forderung mid ich mußte 14 kr. per Liter zahlen. Da muß etwas gethan werden, Sie, Herr Nachbar, müssen als erster Stadtrath sich der Sache annehmen." „Das wird nicht angehen, lieber Herr Nachbar," entgegnete der Besitzer des Gewölbes. „Ich bin Kauf- berg, hat uns über die heutige Bedeutung der Klöster und geistlichen Orden aufgeklärt, wenn noch irgend rin Zweifel über die Bestimmung derselben gewaltet hat. Festungen und Sammelplätze der streitenden Kirche nannte er bei Gelegenheit der Klosterdebatte im Herrenhause dieselben vor allen, in denen die römischen Heerscharen gedrillt und aus welchen Ausfälle auf den nahen Feind gemacht werden sollen. Und wer ist der Feind, gegen den die Kirche ihre fanatische Banden aufbietet? Derselbe Cardinal gibt uns abermals die gewünschte Aufklärung. Alsbald zum Bewußtsein gelangt des groben Verstoßes, den er durch sein vorschnelles Eingeständnis begangen, bemühte er sich den tiefgehenden Eindruck seines offenen Bekenntnisses durch eine nachträgliche Erläuterung seiner Worte zu ver-wischen. Aber er machte die Sache dadurch nur noch schlimmer. Die Missionen unter den Heiden und die „Auffrischung unter den Christen" sollen darnach Gegenstand dieses Kampfes sein. Alle Welt aber weiß, daß in den seltensten Fällen mehr die Missions-thätigkeil Aufgabe der geistlichen Orden ist, wol aber der Kampf gegen die moderne Kultur, gegen den Fortschritt, die Wissenschaft und die freiheitliche Gestaltung des staatlichen Lebens, das in allen seinen Aeußerungen in den neuesten Satzungen des Vatikans, dem SyllabuS und der Encyklika, verflucht und verdammt wurde. (Fortsetzung folgt.»___________________ Politische Rundschau. Laibach, 18. Jänner. Julau-. Beide Häuser des Reichsralhes hatten Samstag Sitzungen. Im Herrenhause wurde die Specialdebatte über das Klostergesetz eröffnet. Dieselbe wurde in sehr lebhafter Weise geführt. Die Amendierung gleich des ersten Paragraphen rief eine animierte Debatte hervor, an der sich Freiherr v. LichtenfelS, Freiherr v. Hye und der Kultusminister betheiligten. Letzterer vertrat die Ansicht, daß die Zulassung und Aufhebung der klösterlichen Genosienschasten unmöglich Acte der gesetzgebenden Körperschaften bilden können. Dem gegenüber betonte Freiherr v. LichtenfelS, daß selbst liberale Ministerien regelmäßig außerstande sind, der Vermehrung der Klöster Schranken zu setzen, daß aber ultramontan gesinnte Räthe der Krone die Vermehrung derselben mit allen nur zu> lässigen Mitteln zu fördern suchen. Die Anschauung der Regierung, es möge die Genehmigung zur Er-richtung von Klöstern dem Ermessen der Regierung überlassen werden, wurde vom Hause abgelehnt. Auch bei § 4 nahm Stremayr das Wort, um namens der Regierung zu erklären, daß sie es weder für praktisch durchführbar, noch für gesetzlich zulässig halte, die Verbindung der Orden mit dem aus- mann und darf mir keine Feindschaften zuziehen, überdies ist der Wirth zum .weißen Stiesel" mein Kunde. Wissen Sie was, wenden Sie sich an den Stadtvorstand/ .Das will ich auch thun, abe>: ich zweifle, daß rr wird hier etwas verfügen wollen." „Denken Sie sich, Herr Kaufmann, bei der Marktwage machte man mir heute Anstände, weil ich das Getreide nach Strich abwägen wollte," ruft eine Bäuerin, die in Begleitung eines Jungen in das Gewölbe tritt. „Wie heißt unser Hund, Thomas?" wendete sich die Bäuerin zu dem Jungen. „Hektar," entgegnete dieser. „Nach Hektaren soll ich es einmefsen —" „Vielleicht nach Hektolitern," verbesserte der Kaufmann die Bäuerin. „Ja, ja, nach Hektolitern," ruft die Bauersfrau. „Aber wir haben dieses Maß nicht im Dorfe und auch unsere Getreidesäcke sind nicht darnach gemacht. Wie können wir gleich die alten Striqe auflafsen." „Ja, Ihr müßt Euch dem Gesetze fügen und Euch die neuen Maße anschaffen. Ich selbst habe solche am Lager." wärtigen Oberen irgendwie zu behindern. Treffend entgegnet: ihm der Berichterstatter Dr. v. Hasner, daß man anstreben müsse, die österreichischen Kloster genossenschaften von drm Einflüsse der auswärtigen Oberen zu befreien, daß man dem FrömmigkeilS-import und Patriotismus-Export nicht mir verschränkten Armen zusehen dürfe. Besonders interessant -war die Debatte über Z 14. Freiherr v. LichtenfelS als Berichterstatter der Minorität setzte auseinander, daß die obwaltenden Miöständ'e sortwuchern werden, wenn nicht ausdrücklich festgesetzt wird: »Alle un. entgeltlichen Rechtsgeschäfte, wodurch oen Klöstern ein Vermögen zufällt, sind ungiltig." Der Antrag der Ausschußmehrheil, welcher die Erwerbsfähigkeit nur bis 3000 fl. gelten lassen will, sei keineswegs zweckentsprechend. Die Erbschleicherei werde dabei noch immer eine» weiten Spielraum haben. Ferner sei es gewagt, dem Belieben des Ministers von Fall zu Fall eine Erweiterung der Erwerbsfähigkeit anheimzustellen. Das Haus aber erhob den Antrag der Ausschußmehrheit zum Beschlüsse. Im Abgeordn elenhause wurde die Beralhung der an das Budget geknüpften Resolu-tionen fortgesetzt und beendigt Eine vom Abg. Zschock empfohlene und vom Abg. Dr. Forstner warm befürwortete Resolution fordert die Regierung auf, die Bezüge der Diener bei den k. k. Behörden zu regeln und aufzubessern. Eine von Dr. Promber empfohlene und vom Hause angenommene Resolution fordert die Regierung auf mindestens den dritten Theil der B e z i r ks r i ch t e r unter Belastung aus ihren Dienstposten zu Landesgerichts-räthen zu ernennen. Abgeordneter Dr. Schaffer erstattete Bericht über den Antrag RoserS wegen Reform der Pfandleihanstalten; in einer Resolution wird die Regierung hierzu ausgesorderl. Ferner erhielt die Vorlage betreffs der Bewilligung der Steuerfreiheit für Neu-, Zu- und Umbauten die Zustimmung des Hauses. Endlich wurde das zwischen der Regierung und der Landesvertretung Krains geschlossene Uebereinkommen zur Regelung der Verhältnisse des Staates zum krainischen Grundentlastungsfond genehmigt. Mil dem letzten ^loyddampfer sind die Herren Louis Humbert, Karl Goetz und Friedrich Ferner, Mitglieder des in Genf residierenden internationalen EomitäS, mit einigen russischen Aerzten in Ragus a angekommen. Man spricht von einer sehr ansehnlichen Summe, die de» erwähnten Herren zur Verfügung steht, um auf den weitern Gang der Insurrektion fordernd einzuwirken. Es braucht wol nicht besonders erwähnt zu werden, daß die Direc-tionen der slavischen Casinos in jenen Städten, wo der Lloyddampfer landete, es sich nicht nehmen ließen, den Herren und besonders den russischen „Die werden schön theuer sein. Ich werde warten, bis der erste Rummel vorüber ist, dann werden sie wohlfeiler sein. Für jetzt will ich kein Getreide zu Markte bringen." Dies sprechend, verläßt das Weib mit ihrem Begleiter den Laden. Drei Männer treten ein, von denen jeder einige blecherne Maße trägt. „Ohne Zweifel habt Ihr Euch die neuen Maße angeschafft?" fragte der Commis die Eingetretenen, die ihres Zeichens Bierwirthe sind. „Ja wol!" rufen sie zugleich. „Aber, wie ich sehe, sind die Blechgeschirre nicht geaicht," bemerkt der Commis, indem er die Maße näher betrachtet. „Der Klempner, bei dem wir sie kauften, sagte uns, daß wir sie erst später aichen lassen können." „Das darf nicht sein, meine Herren," ruft der Kaufmann. „Der Klempner wollte nur seine Ware verkaufen und redet Ihnen dieses ein." „Was? Da wollen wir gleich hingehen und unser Geld zurückfordern l" rufen die Wirthe und stürzten aus dem Gewölbe. („Bohemia.") Aerzten die Honneurs zu machen. Die Casino-Directionen sind überhaupt und besonders in den größeren Städten Dalmatiens, mit der Insurrektion vollauf beschäftigt. Sie haben Gastfreundschaft allen nach der Türkei durchreisenden Persönlichkeiten zu gewähren, Sammlungen zugunsten der „Märtyrer der Freiheit" vorzunehmen, Rathschläge den politisch weniger einsichtigen Freunden zu erlheilen, welche in Aclion sich befinden; sie dürfen ferner Telegramme fabricieren, um die Welk in Spannung zu erhalten, sie dürfen die nunmehr eingebürgerte Gewohnheit, bei jedem geringfügigem Anlässe die slavische Trico-lore aufzustecken nicht außer Acht lassen und schließlich müssen sie der lieben Jugend männlichen Geschlechts neue Freiheitsgesänge einpaucken und für den nächsten Carneoal d:n Kolotanz arrangieren. Und alles das nennt man Pflege der Nationalität und der berechtigten nationalen Interessen. ÄuS Pest geht wiener Blättern die Mittheilung zu, daß die Ver h a n d l u n g e n mit U n > garn schon am 23. d. M. in W'en wieder ausgenommen werden, zu welchem Zwecke Ministerpräsident Tisza mit seinen Collegen Szell und Simonyi, vielleicht auch noch mit anderen Mitgliedern seines Cabinets, hieherkommen wird. Wie nunmehr verlautet, sollten die Conserenzen erst Anfangs Februar fortgesetzt werden; sonderbarerweise aber scheint man in Pest die Erklärungen unserer Minister in den Clubs der VersassungSpartei nicht gerade angenehm vermerkt zu haben, und schützt dieselben als Grund der Beschleunigung vor. Die gegenwärtig im ungarischen Reichstage laufende Debatte über die Verwaltungöreform soll sogar abgebrochen werden, falls sie bis zu dem angegebenen Termine nicht beendigt sein wird, damit die ungarischen Minister durch keine Rücksicht daheim festgehalten werden. Diese plötzliche Eile auf ungarischer Seite scheint bereits eine Frucht der angenehmeren Situation zu sein, die durch den innigeren Contact unserer Regierung mit der Verfassungspartei geschaffen wurde. AuSlaad. Die Eröffnung des preußischen Landtages fand nicht durch den Kaiser in Person, sondern durch Herrn Camphausen, den Vicepräsidenten des Ministeriums, statt. Es ist die letzte Session der gegenwärtigen Legislaturperiode. Die erste Sitzung wird einen lediglich formellen Charakter haben, und da ihr der übliche Gottesdienst vorangeht, so können sich die Scrupel des CentrumS wegen angeblicher Sonntageentheiligung füglich beschwichtigen. Einigermaßen überraschend kommt in zwölfter S'unde die verbürgte Nachricht, daß der Landtag nun doch eine kirchenpolitische Vorlage, und zwar über die Verwaltung des Diöcesanvermögens, wird zu berathen haben. Dieselbe ist bereits im Cultusministerium ausgear-beiiet worden. Bezüglich der „kategorischen" Haltung, welche in Konstantinopel vonseile der drei Kaisermäitte gegenüber der zaudernden Pforte bethätigt wird, telegraphiert man der „Kölnischen Zeitung" aus Wien, Rußland sei trotzdem zur Schonung geneigt, „damit der ihm genehme Großvezier Mahmud Pascha nicht seine Stelle verliere." In einem Schreiben des berliner diplomatischen Berichterstatters der „Allgemeinen Zeitung" wird auf die Garantiefrage zuruckgegriffen und konstatiert, daß man seitens der Mächte die Bestimmung der Garantien auf einen späteren Zeitpunkt, wann nemlich die hohe Pforte zur Ausführung der Reformen eventuell sich nnmächtig erweisen werde, vertagt habe. Im übrigen ist die Ausbeute aus den Blättern über dieses Thema eine sehr dürftige. Erst mit dem 18. d. M. an welchem Tage das englische Cabinet über Annahme oder Ablehnen schlüssig werden will, ist eine neue Bewegung im diplomatischen Uhrwerk zu gewärtigen. In einem interessanten wiener Briefe der „Kreuz-Ztg." wird dem Grafen Andraffy das Zeugnis ausgestellt, er habe in der orientalischen Angelegenheit bisher gut operiert, widerstrebe jedoch al» wesentlich magyarischer Staatsmann den beiden wirklichen Lösungen der bosnischen Frage: der Bildung «ineS neuen Vasallenstaates oder der Einverleibung Bosniens in Oesterreich. Auf die Dauer werde aber «ine dieser Lösungen unvermeidlich sein, namentlich die zweite. Rußland werde nicht widerstehen, sobald England und Deutschland zustimmen. Letzteres habe aber kein Interesse mehr, die magyarische Politik ^u unterstützen. Interessant ist auch die Einhüllung, wonach der bekannte Artikel des russischen „Regie-rungS-AnzeigerS," welcher die russischen Sympathien für die türkischen Christen aussprach, gegen Kvnscha-koff's Willen von Jgnaäeff veranlaßt worden sei. Do» Carlos hat in Estella Auktion gehalten mit all de» Sächelchen, welche er in der letzten Zeit erbeutet. Der Ertrag war 13,000 Pesetas, wovon «in Drittheil an die fingerfertige Soldakeska vertheilt wurde. Ein Correspondent der „Bossijchen Zeitung" entwirft ein trostloses Bild von den Leiden der Bevölkerung auf dem spanischen Kriegsschauplätze. Die aus alfonsistischem Gebiete ausgewiesenen Carlisten-Familien werden von den Corpsführern de« Prätendenten bei alsonsistisch gesinnten Familien einquanierl, welche dafür den Borlheil genießen, nicht ausgewiesen zu werden. Diese Unglücklichen haben aber meistens selber nichiS zu leben und sollen nun noch anoere erhallen, die für die gereichte Unterstützung in den meisten Fällen nicht einmal ein Äequivalent au Arbeit leisten wollen. „Besonders in Estella ist das Elend fürchterlich: 700 Familien ohne jede Hilfsquelle sind dort untergebracht, und diese Anhäufung Hai Pocken und Typhus zum Ausbruch gebracht, die dort schreck-lich ausraumen." Zur Tagesgeschichte. — Empörungen im Ins urgenten tage r. Das neue Jahr scheint den Insurgenten kein Glück bringen zu wollen. In Grebec haben sich die Jnsnrgentensührer Music, ein katholischer Priester, Melentje, ein griechischer Archimaudrit und Filippovic, gewesener Schullehrer, gegen Ljubibratic empört, indem sie Vorgaben, daß dieser durch seinen Wankelmnth die Sache der Jnsurrection gefährde. Da die Masse der Insurgenten der Anklage vollen Glauben schenkte, war Ljubibratic genöthigt, nach Ragnsa zu fliehen, von wo aus er sich nach Montenegro begab, da er der Meinung ist, daß die Empörung von Cetinje aus gegen ihn angestiftet worden sei, nnd nun persönlich darüber bei dem Fürsten Beschwerde sühren will. Auch in Zubci hat etwas ähnliches sich ereignet. Ein dortiger Insasse wurde nemlich zum Tode verurlheilt und hingerichtet, weil er im Verdacht stand, ein türkischer Spion zu sein. Nach der Hinrichtung hat sich aber herausUstellt, daß dieser Verdacht gänzlich unbegründet war, und daß der Führer jener Jnsmgenten-Colonne, welche die Gewaltthat begangen, ein Montenegriner, Namens Minja, sich an dem erwähnten Znbcianer, der «iner hervorragenden Familie angehörte, wegen früherer Mishelligkeiten hatte rächen wollen. Der Montenegriner wußte nun ebenso wie Ljubibratic das weite suchen und sich in die Schwarzen Berge zurückziehen. — Die deutsche Sprache in der Armee. Den in das preußische Heer eintretenden polnisch redenden Rekruten werden in neuester Zeit für die Erlernung der deutschen Sprache Prämien bewilligt, die sortan bei dem Titel „Unterrichtsgelder der Truppen" verrechnet werden. Es ist dies ein außerordentlich uachahmungswiirdiger Vorgang, der sich gerade in unserer so vielsprachigen Armee mit deutschem Commando empfiehlt. Die Bortheile sind in die Augen fallend für den Unterricht, den Dienstgang, den Ler-kehr, die Zukunft des slavischen Soldaten. Gelingt es Preu-ßen, seine dem Deutschthum so feindselig gegenilberstehenden Poseuer dennoch zur Erlernung der deutschen Sprache — wenn auch durch Prämiierung — zu vermögen, Leute, einer Nationalität entspringend, die bekanntlich sehr schwer deutsch lernt, so müßte dies bei uuseru Böhmen und Südslaven um so leichter gelingen, als beide bekanntermaßen sehr leicht ein, wenn auch nicht gutes Deutsch erlernen und dieses dann mit Vorliebe sprechen. Dieser Germanisierungsversuch würde gewiß nirgends aus Widerstand stoßen, umsoweniger, als sich denn doch allgemach die Anschauung Bahn zu brechen beginnt, daß in Oesterreich alle Bildung vom Deutschthum auSgeht. Die Kenntnis der deutschen Sprache ist ja ohne-hin namentlich für die Aspiranten auf Unteroffiziers-Ver- sorgungsstellen eine oooäitio Äus izus. uou, eine Bedingung, welche nicht erfüllen zu können gar mancher brave Unteroffizier beklagt, weil nur diese ihn bindert, um eine solche Stelle ansnchen zu können. Mal- und Proviuzial-Augelegenheiten. — (Illustration zu den Achs und Krachs unserer Zeit.) Während die Gelbkrisis in immer größern Kreisen sich auf alle Gebiete des Handels und Wandels aus-dehut, scheint dennoch ein „Gewerbe" bisher davon noch nicht berührt worden zu sein; es ist dies der „fromme Bertel" Wer sich vou der Einträglichkeit dieses Gewerbes überzeugen will, werfe uur eiueu Blick in die Spalten unserer Jungfrau „Dauica." Man wild sehen, daß die Leute nicht nur für Unterhaltungen aller Art Geld besitzen, sondern auch noch ein Erklekliches erübrigen, das sie unter den sonderbarsten und wundervollsten Vorwänden auf den Altar der „Danica" niederlegen. Diese ist eben gewohnt, alles zu nehmen, was klingende Münze heißt, und weiß dafür auch steis Verwendung zu finden. So sammelt sie selbstverständlich sür den „heil. Vater," der sich noch immer iu elendiglicher Lage befindet; sic sammelt ferner, um einem dringenden Bedürfnisse abzuhelsen sür die „ a f r i k a n i f ch e Mission;" wahrscheinlich werden mit den cinlauseuden Geldern derlei Negerbengel herangezogen, wie sie sich bis noch vor kurzem in unserer Stadt als lebendige Exempel der Er-ziehungskunst der „afrikanischen Mission" herumtrieben; sie sammelt weiters sür die „heil. Kindheit;" für das „heil. Land;" für die „Beschützer des heil. Grabes" und endlich — stauueuSwerth ist ihre diesbezügliche Erfindungsgabe — sür „ b e: i e b i ge g u t e Z w e ck e!" Wer wol lönnle es uuS offenbaren, welche Geldbeutel-Ebbe diese Gelder zu lindern bestimmt sind? Ein Trost aber bleibt uns dennoch beim Anblicke dieser Subscriptionslisten der Arme» im Geiste, nemlich der, daß es mit den Vermögensverhältuisseu unserer Bevölkerung noch immer nicht gar so übel anssehen muß, so lange sich noch Gelder für derlei Zwecke ausfindig machen lassen — (Confiscierte Gewehre undRevolver) ganz neuen Zustandes und dasür passende Munition werden DinStag den 25. d. M. vormittags um 10 Uhr im Polizei-Departement des laibacher Magistrates an den Meistbietenden im Licitationswege veräußert werden. — (Die bischoflacker Kapselschützen-gesellschaft) veranstaltet am 1. Februar l. I. in den Lokalitäten „zum grünen Baum" ein Kränzchen. Da der Reinertrag der dortigen frei w. Feuerwehr gewidmet wird, so ist im Interesse des humanen Zweckes ein recht zahlreicher Besuch des Kränzchens zu gewärtigen. — (Arbeiter-Bildungsverein.) Vergangenen Sonntag veranstaltete der hiesige Arbeiler-Bildungs-verein eine »eine Unterhaltung sür seine Mitglieder und geladene Gäste, welche den erfreulichen Beweis sür das Vor-wärtsstrebeu dieses Vereines liefert. Drei kleinere Lheater-anfsührungen durch Vereinsmitglieder fanden sehr beifällige Aufnahme. Hieraus beschloß ein Tanzkränzcheu die äußerst animierte Unterhaltung und trennte erst das Morgengrauen die Theilnehmer. Möge der Verein zum Wohle und zum Gedeihen seiner Mitglieder ersprießliche Früchte erblühen sehen. — (Schneelawine.) Der Bürgermeister, Landtagsabgeordnete nnd Werksdirector Herr Lajetan Schnablegger in Tarvis wäre am 13. d. M. beinahe das Opfer seines übergroßen Amtseifers geworden. Trotz der gegenwärtigen sehr ungünstigen Witterung unternahm er mit dem Gemeindediener Turner die äußerst gefährliche Fahrt nach Raibl. Auf dem Rückwege von dort stiegen beide aus, um dem Pferde über eine schwierige Stelle zu helfen. In diesem Augenblicke ertönte über ihnen das Gekrach einer ab-gehenden Lawine. Herr Schnablegger suchle durch rasche Flucht der fürchterlichen Gefahr zu entrinnen und ries dem Gemeindediener zu, ein gleiches zu thun, was dieser aber aus Schrecken unterließ. Das Ende der Lawine erreichte noch Herrn Schnablegger; die vorausgehende heftige Luft-strömuug jedoch brachte ihn beim Fallen glücklicher Weise in eine Lage, wobei das Gesicht von der auf ihn. fallenden Sckneemaffe frei blieb. Hiedurch war es ihm möglich, sich allmälig frei zu machen und für den mit Schlitten und Pferd verschütteten Gemeindediener von der über eine Viertel-stunde entfernten Mauth Hilfe zu bringen. Derselbe wurde nach seiner Ausgrabung durch Frottieren wieder zum Leben gebracht, schwebt aber infolge erlittener Contnsionen noch i« Gefahr. Die Lawine dürfte eine Höhe von 8 Metern uad mehr als die zehnfache Länge haben. — (Reform der Pfandleihanstalten.) In der Samstagssitzung des Abgeordnetenhauses stand unter auderm auf der Tagesordnung die zweite Lesung deS Antrages Dr. Roser wegen Reform der k. k. Pfandleihanstalten, worüber wir seinerzeit ausführlich im „Tagblatt" berichteten. Abg Dr. Schaffer erstattete den Bericht. Der Ausschuß beantragt: „Die Regierung wird ausgesordert, behufs einer zeitgemäßen Reform der unter der Verwaltung des Staates stehenden Pfandleihanstalten mit thunlichster Beschleunigung die eiforderlichen Schritte einzuleiten und bei der zu gewärtigenden Einbringung der neuen Gewerbeordnung auch auf eine e»tsprechende Regelung des Pfandleihgewerbes Be-dacht zu nehmen." Abg. Dr. Rofer begrüßt mit Freude den Antrag. Der kleine Mann sei kreditlos und angewiesen anf jene Klasse von Geldvermittlern, welche das Mark des fleißigen Mannes aussaugen. Die Pfandleihanstalt sei die einzige Quelle des Credites sür den armen Mann. Die vorgebrachten Einwände, als ob die Pfandleihanstalten den Dicbstahl fördern, seien nichtig. Unsere Anstalten entsprechen dem wohlthätigen Zwecke nicht und mit Recht weise der Be-richt auf die bewährten Einrichtungen hin, welche diesbezüglich in Frankreich und Belgien existieren. Die Herab-setzung des Zinsfußes erscheine dringend geboten, auch sei es angezeigt, für kleinere Beträge nichts zu verlangen; die Ueberfchüsse mögen wohlthätigen Zwecken zugewendet werden. Sollen die Pfandleihgewerbe einen Nutzen bringen, so könne dies nur der Fall sein, wenn sie unter staatliche Für-sorge gestellt werden. Es gebe kein Gewerbe, welches so viele Misbräuche im Gefolge habe, als das Privat Pfandleihgewerbe; deshalb könne man sich mit dem zweiten Theile des Antrages des Ausschusses nicht befreunden. (Bravo!) Der Antrag des Ausschusses wird hieraus angenommen. — lFitr Gastwirthe.) Der Strafgesetz Ausschuß de« Abgeordnetenhauses beantragt, den § 491 des Ent-Wurfes in nachstehender Fassung anzunehmen: „Wer mit Verschweigung des Umstande», daß er außerstande ist, so-gleich zu bezahlen, in Gast-, Schank- oder Kaffeehäusern oder anderen öffentlichen Lokalen Speisen, Getränke oder andere Gegenstände des Verbrauches, wie: Tabak, Zigarren u> dgl., sich geben läßt und sofort verzehrt oder verbraucht, oder in einem Gasthause Wohnung nimmt, ist auf Privatanklage des Beschädigten mit Haft bis zu sechs Wochen oder an Geld bis zu 200 fl. zu bestrafen. — (Hauptverhandlungen beim k. k. Lan-tz e s g e r i ch t e.) Mittwoch 19. Jänner: Franz Zrimsek, Michael und Frau, Habik: schwere körperliche Beschädigung; Anton Novak: öffentliche Gewaltthätigkeit; Jako» und Johann Anzii: Betrug. — Donnerstag 20. Jänner. Michael Rogel, Johann Kontur und Jakob Jeuuiker: schwere körperliche Beschädigung; Joses Potokar nnd Johann MikliS 7- Betrug. — Freitag 21. Jänner: Andreas Jagodnit und Johann MoZina: öffentliche Gewaltthätigkeit; Mathias Platner und Genofsen: schwere körperliche Beschädigung: Helene Potoknik und Marie Peinik: Diebstahl. — (Für Beamtenkreise.) Der Erklärung der Regierung gegenüber, daß die von ihr versuchte Codifi-cierung der Dienstoorschriftert ein wenig be-friedigendes Resultat ergeben habe, und daß sie dieselbe nickt als dringendes Bedürfnis betrachte, ist der Ausschuß des österreichischen Abgeordnetenhauses zur Vorberathuug des Antrages des Abg. Dr. Promber, betreffend die Erlassung einer Dienstpragmatik sür Staatsbeamte und Diener, nach reiflicher Information zur Ansicht gelangt, daß die Vorschriften über das Disciplinar« verfahren gegen nicht richterliche Beamte nnd Diener, die Pensionierung der Beamten wider ihren Willen, ferner die Institution der sogenannten Qualificationstabellen einer Reform bedürfen. Der genannte Ausschuß beschäftigte sich auch mit der Frage, iuwieferue die materielle Stellung der Beamten und ihrer Familie gegenwärtig einen Anlaß zu staatlicher Fürsorge bieten und empfiehlt dem Abgeordnetenhause die Annahme folgender Resolutionen: „I. Unter Bezugnahme aus die Resolution vom 4. März 1873 inbetreff der Erlassung einer Dienstpragmati' für Staatsbeamte und Diener wird die Regierung für den Fall, daß die Bor-läge einer vollständigen Dienstpragmatik im Beginne der nächsten Herbstfession nicht thunlich wäre, aufgefordert, bis dahin mindestens den Entwurf eines Gesetzes vvrzulegen. »»>u»ch 1. für die Behandlung der Dienstvergehen der nicht richterlichen Beamten und Diener ein mündliches contra-dictvrijches Verfahren vor DiSciplinar-Senaten, welche zum Theile aus Mitgliedern des Richterstandes bestehen sollen, eiygesührl und S. die Versetzung von solchen Beamten und Dienern in de« Ruhestand gegen ihren Willen unter Ein-räiMiuig eines Recurs- und beziehungsweise Vorstelluugs-rechtes in bestimmter Weise geregelt wird. II. Die Regie-rmsg wird eiugeladen, die bezüglich der Oualificicrung der Beamten bestehenden Einrichtungen (Qualificationstabellen) in der Art einer Revision zu unterziehen, daß den Beamten der möglichste Schutz gegen unrichtige Angaben gewährt werde. HI. Die Regierung wird ansgesordert, zu erwägen, ob der Staat nicht den Beamten gegen rechnungsmäßig ermittelt« Prämien die Versicherung von Witwen- und Waisen. Pensionen, eventuell auch von Kapitalsauszahlungen im Todesfälle gewähren könne, und ob nicht künstig eintreten-de« Beamten sür den Fall ihrer Verehelichung die Versicherung einer solchen Witwenpension zur Pflicht gemacht werden solle." — (Das neue metrische Matz und Gewicht in seinem Verhältnis zum wiener Maß und Gewicht.) Von Josef Winter, Professor an der Handelsakademie in Graz. Druck und Verlag von Leykam-Iosessthal. Vorliegendes Büchlein enthält eine praktische Anleitung zur schnellen Umrechnung und Vergleichung der alten und neuen Maße und ihrer Einheitspreise mit den aus eine besondere Art bestimmten Berhältniszahlen und ihren Genaulgkeitsgrenzen. Reben der raschen und möglichst genauen Preisbestimmung ist gegenwärtig beim ersten An-prall der neuen Maßordnung die bequeme Umsetzung alter Maß-" und Gewichtsangaben von hoher Wichtigkeit, sür welche Zwecke wir Professor Winters Büchlein jedermann bestens empfehlen können. Dasselbe entspricht vollkommen den zwei Ansorderungen, die an ein solches Weilchen gestellt werben; das vom Versafler angewandte Verfahren ist einfach und leicht ansznführen, daher praktisch, und besitzt LtN erforderlichen Grad von Genauigkeit. Bekanntlich nehmen es unsere Geschäftsleute und Wirthe mit letzterer zum großen Nachtheile des Publikums nicht fehr strenge und devarf es daher einer fortwährenden Coulrole. Das Gesetz selbst geht uns dabei an die Hano. Es wurde zugleich mit i-rlasfuug des Gesetzes vom 23. Juli 1871 im Verordnung!-, wege für jedes Maß, Maßgesäß oder Gewicht die Fehler-grenze bezeichnet, innerhalb welcher dasselbe von der genauen theoretischen Größe abweichen kann. So Lars ein gewöhnlicher hölzerner Meterstab nur um einen Millimeter (0 001) größer oder kleiner sein, als das Originalmaß. Die Um-rechnungen müssen daher wenigstens bis zur dritten De-ciwalstelle genau ausgeführt werden. Wie aus die kürzeste und eiusachste Weise der mögliche Genauigkeitsgrad durch Umrechnung für den geschäftliche» Verkehr und das praktische Leben zu gewinnen, dazu gibt Anleitung vorstehendes Merkchen. — („ Der Waidmann.") Die im Verlage von Pauj Wolfs in Leipzig erscheinende erste deutsche illustrierte Jagdzeitung: „D er W a i d m a n n. Blätter sür Jäger und Zagdsreuude." Redigiert von Fr. von JvernoiS, erscheint seit dem 1. Oktober 1875 in Folioformat zu dem billigen Preise von 4 M. 50 Pf. halbjährlich. Aus dem interessanten der Sir. 3 erwähnen wir: St. Hubert. Von Fr. v. iiobell. - Zur GesunohcitSlehre. Von Dr. Eckaidt. — Auf dem Anstand in der Brunstzeit. Von C F. Deiker. — Der Herbstzug des Fischreihers. Bon O. v. Krieger. — Vereinsnachrichten. — Ralurgeschichtliche Beobachtungen Mannigfaltiges. — Brieftasche. — Inserate. — Illustrationen: Vor dem Kampf. Originalzeichnung von C. F Leiker. — Der Herbstzug des Fischreihers. Von Guido Hammer. — Monströser Fuß einer Rabenkrähe. — AuS Nr. 4: Ein räthselhaster Schuß aus einen Dachs. Bon No bert Lampe. — Das Tescbner'sche Zündnadel-Jagdgewehr und sein wirklicher Werth. — Eine Episode aus der Brunst zrit. Von G. Gebhardt — RaturgcschiÄtliche Beobachtun gen: Wie transportiert dir Waldschnepse ihre Jungen'? -Mannigsaltiges: Ucber Jagdsignale. Bom thüringer Walde. Ein unechter Bär. — «rie,lasche. — Reichhaltiger Inseraten theil. — Illustrationen: Grimbart in Gefahr. Von C. Ärö ner. — Der Brunsthirsch. Aus dem Harze. Originalzeichnung von G. Gebhardt. — (Landschaftliches Theater.) Wir fahen gestern den „lieben Onkel" wol nicht zum ersten male, er kann sich jedoch rühmen, »ns auch gestern einen recht rergnügten Abend verschafft zu haben. Rudolf Kneissl'S Schwank „der liebe Onkel" paßt so recht in die Faschingszeit Die Folgen einer schlimmen Lage, in die ein junger, verehelichter, schüchierner Landpaslor in dem großen, an erlaubten und uueilaubre» Freuden reichen Berlin gerieih; das zusällige Rendezvous iu eiwm jener Häuser, dessen Er-richtung den Vätern und dem Sanitätsralhe rer ersten Con.-müne Oesterreichs bereits durch 30 Jahre schwere Sorgen macht, mit einer Dame der Halbwelt, gibt dem humoristischen Versasier der „Tochter BelialS" prächtigen Sloss, um das Publikum durch zwei volle Stunden recht gut ^u un-terhalten. Zählt dieser Schwank auch keine seine Scenen, so ist er doch reich an zwerchfellerschütternden Momenten Eine Verlegenheit nach der ändern, ein Enfemblcauslritt folgt dem ander«, das Ganze spielt sich lebhast, osr all,»lebhaft und lärmend ab Die Ausnahme des Schwankes war gestern eine recht sreundliche. Herr Thaller (Hänfling) spielte vorzüglich, seine Maske war köstlich. Herr Fr aderig k (Rath Zornbock) trat mit Laune und der gehörigen Mischung von Zorn aus. Fräuleru Tda Iler (Aennchen) bewegte sich äußerst sreundlich; rechi drollig erschien Frau Paulmann >.lS verliebte Köchin „Lotte"; Herr Slein-berger (Kellner Larl) muß bereits einige Jahre als Zählkellner in einem Grand-Hotel serviert Huden, so gut sühne er seiue Rolle durch. Minder gut schien uus die Darstellung des Partes „August Hellvo-g" du>ch Herrn Jank, welche,» derlei Rollen nicht zusageu dü>sle» Fräulein L Horb ach (Amanda- präientienr sich als übeiliagene aber immerhin ,,sesche Demimondlerin". Das Publikum spendet, reichen Beifall. Witterung. Laibach, 18. Jänner. Anhalieud trübe, abwechselnd SO. und SW. schwach Temperatur: morgens 7 Uyr - 80°, nachmittags 2 Uhr - 7 0" 6. (1875 -j- O.l"; l874 -s- 46" Barometer 742 72 win. Das gestrige Lagesmiltel der Temperatur — 6'6" um 4 5" unler dem Norinale. Augetommene Fremde am 18. Jänner Hotel Tkadt Wie». Widmar, Privat, Gottschee. — Raub und Kempner, «aurleute, Wien. — Wrelschko, «sin, Marburg. Sellan, Assecuranzbeamter, Triest. — Dietrich, Wippach. Holet Elefant Buuzl; Hosmaun und Peichler Kaufleute, Wien. Supan, Graz. — Weißler, Reis., Brüuu. — Thallermaun, Reis., Prag. Holet Europa. Macchiora Marie, Triest, väterlicher Hos. saursa, Jll. Feistritz. — 2vanc, Triest. Motzren. Lettner Katharina, Oberösterreich. — Eugen Dai Vecchr, Notar'alskanzlnl, Mailand.______________________ Berjrorbeue. Den 17. Jänner Marie Urabec, k. k. Rechnuugs-revidentens-Kind, 4 I. 1 M., Lirnauvorstadt Str. l4, Rachen biäune. — Ldolf Poväek, Anslre>cher4-iiind, 3'/, I., Elisabeth.Kindkrjpital Sir. 67, Luugenlähmung. — Marie Flauder, Tischlers-Kind, 2 Mon. 9 Tage, Stadt Nr. 4ü, Atrophie. — Kumberl Nolli, dürgl. Spenglers-Kind, 1 I. 2 Mon., Polanavorstadt Nr. 72, Bronchitis._________________ Gedenktafel Lber die am 20. Jänner 1876 statlfindenden Mcilauonen. 3. Feilb., Mnäic'sche Real., Dragalus, BG. Tschernembl. - 3. Feilb., Jermaun'jche Real, Lola, BG. Lschernembl. — 2. Feilb., Bavdek'sche Real., PleZe, BG. Großlaschiz. — 2. Feilb., Mervar'sche Real., Wudigamsdors, BG. Srisen-berg. — 2. Feilb., Hoieoar'sche Real., Zagorica, BG. Groß-laschiz. -- 2. Ferlb., Vidic'sche Real-, Lroschein, BG. Sittich. — 2. Feilb., Adamii'sche Real., Ponique, BG. Groß-laschiz. — 2. Feilb., Vidmar'sche Real, Vigami, BG. Sit-lich. 2. Feil»'., Merher'sche Real., Stermiza, BG. Loitsch. Theater. Heute: Die Großherzogiu von Gerolstein. Komische Oper ln 3 Acten von I. Ossenbach. Morgen: Andrea. Comödie in 6 Ablheiluugeu von V. Sardou. Telegramme. Wien, 17. Jänner. Das Herrenhaus nahm das ganze Klostergesetz nach den Anträgen des Ausschusses mit wenigen Aeuderungeu in zweiter und dritter Lesung an, verwarf aber das vom Unter-Hanse angenommene Gesetz über Regelung der Rechtsverhältnisse der Altkathnliken. München, 17. Jänner. Kaiserin Elisabeth ist »um Besuche ihrer erkrankten Müller hier angekommen. — Der Protest des Papstes wegen Einführung des ReichsCivilehegesetzes wird nicht beantwortet. London, 17. Jänner. Die „Times" äußert nach Besprechung des angeblichen Inhaltes der An drassy'schen Nole, England werde sich bezüglich Vor legung dieser Nole an die Türkei den übrigen Mächten anschließen, sonst sich aber Actionssreiheit Vorbehalten. Schmerzersülll geben wir olle» theilnehmen-den Freunden und Bekannten die Nachricht, daß unser theureS Kind Marie heute vormittags II Uhr im Alter von 4 Jahren der Rachcnbränne erlegen ist. Da« Leichen begäiigiii« findet übermorgen, Mittwoch nachmittags 'im 4 Ubr, von der Tüdten-kakelle zu St. Christof ans, statt. L a i b „ ch »in >7. Jänner 1^76. Mathias »nd Paula Urabec. Soeben angekommen sind moderne für Damentoileiten; auch werden schnell- stens angefertigt. Um einen geneiglen Zuspruch bittet alle geehrten Damen (33) 3—1 UuKiistiuv M Modistin in Laibach, viö-L-vis der Franziskanerkirche Nr. 47. s uua irettigster Lrt »» »ö 8» MV U? MM » beseitigt (Ikruerllä (irrs 1)6-rübmte pkrriser veirir lceio Luclvres Mttel diltt > klereoo ü 50 icr. bei llerrrr Lpotkelrer (15) 4- 2 Eine Colportage-Verlagsbnchhand-lnng sucht zur Gründung von Filialen gegen Einkommen von 1200 bis 2000 Thaler geeignete Vertreter, welche bis zu 800 Thaler cautiousfähig sind. Specielle Branchenkenntnis nicht erforderlich. Franco-Offerten suk k. «71» befördert die Annoncen-Expedition von HLL8en8tein L Voxlei iu Frankfurt am Main. (32,2-2 Octav vorräthig 3g Wiener Börse vom 17. Jänner. kxerc. Rente, oft.Pa», kio. dio. tft. in Sllb. ijose von I8S4 . . . . irose von l8«,u, ganze Soft von 1860, Künst. Prämienlib. v. >884 . arm»ü«r»t.OKI. Siebenbürg. Ungar» Snglo-Banl . . . . Kreditanstalt . . . . Depositenbanl. . . Ercompie-Anstalt . Franco-Bank . . . HandetSbanl. . . . «ationalbanl . . . Oest. Bankgesells. . llnion-Bank. . . . BerlehrSba»!. . . . kllsöld-Bahn . . , Karl Vudwigbahn . «als. Elis.-Badn Lais. Fr, LosesSb EtaaiSbahn . . . Eltdbahn.......... Ware I'kLQÜdrtskv. 68 L'> 69-05 Allg. öst. Bod.-Lredit. 7» 70 73-80 dto. in SS 9....... 106 - 50 Nauon. ö. W....... 111-^0 112'— Ung. Bod.-Ereditanst. 192.—' 132 50 I'rLorttLts-vdI. ranz IosefS-Bahn . )est. Nordweftbahn -Siebenbürger . . . - Staatsbahn.......... Südb.-Ges.zu 50« Fr. dto. Bons 76 50 76'SV 77'- 77-50 S1-70 S1 192 10 192 IW —!l31 675 - 685 29 50 47 -914— 166 SO'- 47 916 -168' 73 75 74 7»- 7S I,» 75 IlS 18^ S5 l « I«S'— iv« 146 75 147 rüü.-l!!»L 114ÜS 114 Geldj Ware lar — ivi'5a Credit - Lose........ Rudolfs - Lose . . . . (3Mon.) AugSb.lOOfl. südd.W Franks. 106 Mark !ondon io Pfd. Sterl. Paris 100 Franc» Kais. Münz-Ducaten 2v-tzrancSstück. . . Preuß. Kassenscheine Silber . . 90-96 80 85— 69'— 143— 1V725 224 — 1i?1 50 13 60 90 50 9690 8S.2L 96 25 99 50 .5 143 50 107 50 225 — 162-- 14' 56 10 56 10 56 >0 114 60 45 70 56 90 56 ro 56 20 115 80 45 75 5'41»/, 5 42^ 20 57 -105 40 921 57 05 105 52 Telegraphischer CursLericht am 18. Jänner. Papier-Rente 69 — — Stlber-Rente 73 80 — 1860er Staats-Anlehen 112'—.—Bankactien 9l2. — Lredit >92 20 — London 114 70. — Silber >05 75. — K. k. Münz-dncaten 5 42'/,. — 20-Fraucs Stücke 9 21V,. — 100> Reichsmark S6.95. Druck «on Jg. v. Kleinmavr L Ked. Bawd^rg Berlegec Ottomar Bamberg. Für die Redaction verantwortlich: Franz Spitaler.