Liibchcr Taablatt. Red activn und Expedition: Bahiihosgnsse Nr. 15. Nr. 58. SSS Dinstag, 11. März 187S.-M°rgm-Gr-g°r. W&FXFZ ILAchW» foiit bet i'of»: Banziähr. fl. 18. " ,eigen bi« 6 Zeilen 20 tr. ° ÜnsertionOPreise: Ein- Bon Stufe zu Stufe. Endlich muß es denn doch klar werden, was mit den beiden occupierten Provinzen geschehen soll. Graf Andrassy liebt es, gedrängt durch unzählige Interpellationen, von Stufe zu Stufe zu steigen, um den Delegationen den Zweck der Okkupation zu offenbaren. Als vor mehr als Jahresfrist der in orakelhaftes Gewand gehüllte Träger des österreichisch-ungarischen auswärtigen Portefeuilles interpelliert wurde , ob sich das Gerücht: Oesterreich wolle Bosnien und die Herzegowina besetzen — bestätige, erklärte Graf Andrassy: ein solches Unternehmen wäre ein — „Unsinn." Siehe da, kurz nach dieser barschen, im kategorischen Tone gegebenen Erklärung erfolgte der Einmarsch österreichischungarischer Truppen in die genannten türkischen Provinzen. Als an den Grafen Andrassy die Interpellation gerichtet wurde, mitzutheilen, ob es wahr sei, daß die österreichisch-ungarische Regierung darnach strebe, den Umfang Oesterreich-Ungarns durch türkisches Gebiet zu vergrößern, wurde den vorlauten Fragestellern geantwortet, daß Oesterreich-Ungarn durchaus friedliche Zwecke verfolge, nur seine Grenzen schützen werde, — und siehe da, es wurden zuerst 90,000 und später mehr als 150,000 Mann Truppen mobil gemacht. Graf Andrassy begehrte einen Kredit in der Höhe von sechzig Millionen Gulden und motivierte diese Forderung unter Hinweis auf die Notwendigkeit der Sicherung unseres Besitzstandes gegenüber dem in den südlichen Ländern wüthenden russisch-türkischen Kriege. Der Kredit wurde bewilligt, aber das Gerücht — Oesterreich-Ungarn werde zur Occupation Bosniens und der Herzegowina schreiten — wurde mittlerweile vollzogene Thatsache, der bewilligte Kredit wurde des ehesten eine Beute der Gut und Blut dahinraffenden Occupation, Graf Andrassy stieg von Stufe zu Stufe, verlangte Nachtragskredit auf Kredit und legt bereits an die Organisation der occupierten Provinzen thätige Hand an. Andere vorlaute Interpellanten bombardierten den Grafen Andrassy mit der weiteren Frage: ob er denn nicht zur Annexion der oftgenannten türkischen Provinzen schreiten werde. Den neugierigen Interpellanten wurde die Antwort zntheil, es sei der Zeitpunkt noch nicht gekommen, um sich über die staatsrechtliche Stellung der beiden occupierten Provinzen auszusprechen. Diesen ausweichenden ministeriellen Erklärungen gegenüber stehen unleugbare Thatsachen. In Bosnien und in der Herzegowina werden Vonseite der gemeinsamen österreichisch-ungarischen Regierung Behörden und Aeinler, Beamte aller Branchen und Kategorien installiert; dieser Regierung steht ein Militär-Bevollmächtigter zur Seite, welcher in den occupierten Provinzen wie im eigenen Lande schaltet und waltet. Sicherem Vernehmen nach begnügt sich „Julius der Eroberer" mit diesen Erfolgen noch lange nicht, er steigt auf noch höhere Sufe, er ruft; „Mein Vaterland muß größer sein!" Graf Andrassy soll nämlich die ernste Absicht haben, auch Novtbazar zu occupieren und in Besitz zu nehmem, der Appetit wächst während des Essens. Der weitere Verlauf der Delegationssession wird zeigen, ob die österreichisch-ungarische Regierung der Volksvertretung über die Ziele der Regierung reinen Wein einschänkt. Die Mitglieder beider Delegationen werden gut thun, den Heißhunger des Grafen Andrassy mit energischen Mitteln zu stillen. Ist es dem edlen Grafen um die Kultur unkultivierter Länderstrecken, um die Erbauung neuer Eisenbahnen und neuer Schulen, um die Hebung der Industrie, des Handels und der Gewerbe zu thun, so findet er in den Gauen des großen Kaiserstaates Oesterreich Terrain in reichlicher Ausdehnung vor, um sich als eminenter, eifriger Enltivator zu bewähren. DaS auf die Kultur verwendete Geld würde nicht in fremde Provinzen auswandern, sondern im eigenen Lande bleiben. Aus der ungarischen Delegation. In der Samstagsitzung des Heeresausschusses der ungarischen Delegation erstattete Enterich Jwanka namens des Dreier-Subcomitss Bericht über die Vonseite des Kriegsministeriums erhaltenen Aufklärungen bezüglich der Bau-Auslagen und Investitionen in den occupierten Provinzen und empfahl folgende Befchlußanträge zur Annahme: 1.) In Anbetracht der zu Anfang der Occupation herrschenden schwierigen Situation und des Umstandes, daß die Natur der Leistungen und der daraus erwachsenen Kosten kaum präctsiert werden kann, müssen wir die gemachten Ausgaben als Heereskosten betrachten. Hinsichtlich der Zukunft glauben wir es aber ganz entschieden aussprechen zu müssen, daß der Kriegsminister über unerläßlich noihwendige provisorische Verfügungen, welche sich auf die Verpflegung und Verköstigung der Armee beziehen, nicht hinausgehen darf, ständige Investitionen zu machen seine Aufgabe nicht ist, weshalb er auch für derlei Dinge von den Delegationen keinen Kredit in Anspruch nehmen kann. 2.) Die Instandhaltung der Straßen kann von nun an nicht mehr zu Lasten der Heeresausgaben geschehen, und ist deren Manipulation ehestens den Ortsbehörden zu übergeben. 3.) Die Fortsetzung der schmalspurigen Bahn über Senica hinaus kann in keinem Falle zu Lasten des Heeresbudgets gemacht werden. 4.) Die Bequartierung des Militärs hat mit Beseitigung jeder belastenden Investition so weit als möglich zu Lasten der Gemeinden, respective zu Lasten der occupierten Länder zu geschehen, und Ieuilleton. Die exemplarische Strafe. Erzählung aus dem Polnischen von Albert WilczynSki, übersetzt von Dt. B. (Schluß.) , Wohl oder übel, näherte sich Wlodarczyk mit komisch verzerrtem Gesicht dem Delinquenten. Ohne ein Wort zu seiner Rechtfertigung zu sagen, ohne zu bitten, zu weinen, ja ohne nur aufzuschauen, zog dieser gesenkten Hauptes, mit de-rnüthiger Zerknirschung die Montur aus, entblößte den Rücken und bot ihn zur Züchtigung. Alles das geschah in größter Stille. Ich schielte nach dem Vater, seine bis dahin finsteren Züge erhielten den gewohnten freundlichen Ausdruck, sein Auge wurde feucht und sein Herz sichtbar von Mitleid bewegt. Die Soldaten im Kreise sahen bald auf den Delinquenten, bald auf den Vater, dessen Erbitterung der tiefsten Rührung gewichen war, keiner aber traute sich ein Wort zu sprechen. Ich sah, daß Straflosigkeit erfolgt wäre, sobald sich nur einer gemeldet hätte. Als gänzlich unbeteiligter Zuschauer durfte ich nicht zu bitten wagen, und die Soldaten hielt die Dis-ciplin zurück. Der Vater aber, der ans dem befehlenden Ton, mit dem er ansgernfen: „Hau' ihm zwanzig herunter!" nicht so schnell in den der Verzeihung fallen konnte, weinte heiße Zähren und stand, den Blick unverwandt auf die nackten Schultern Kownacky's gerichtet, schweigend da. Als er sich endlich überzeugt zu haben glaubte, daß niemand eine Bitte Vorbringen würde, flüsterte er, um feiner Würde als Kommandant nichts zu vergeben, aber so laut, daß sogar ich es hören konnte, dem ihm am nächsten stehenden Dnszak zu: „So bittet für ihn, ihr Gimpel!" Kaum waren diese Worte ausgesprochen, so drängten sich alle mit leuchtenden Gesichtern an ihn, baten, küßten ihm die Hände und riefen durcheinander: „Gnade, Verzeihung, Herr Hauptmann!" Auch ich erlaubte mir, ihn zu umarmen und meine Bitte zu erneuern. Der Vater schult sich eine Weile weigern, besinnen zu wollen, bis er schließlich ganz besänftigt sagte: „Nun, komm' näher, du Säufer, und schäme dich, so wackerer Kameraden unwürdig zu sein. Sieh', diese Tupfern von Kairo, Marengo, von der Beresina weinen wie Kinder, und du bist die Ursache ihrer Thränen! Ich gebe dir aber mein heiligstes Wort, daß ich selbst zum Major fahre und alles in Bewegung setze, dich wie ein giftiges Unkraut aus dem Weizen von meiner Kompagnie zu entfernen, sobald du noch einmal etwas ähnliches wie das gestrige Abenteuer beginnst, das merke dir!" „Hauptmann, Hauptmann!" rief Kownacky, vor dem Vater niederkniend und die Hände faltend, „Hauptmann! Ich schwöre bet Gott im Himmel und allem, was heilig ist, nie und niemals wieder einen Tropfen Schnaps zu kosten, aber verzeihen Sie mir zum letzten mal und nehmen Sie mich in Gnaden aus!" „Ich verzeihe, ich verzeihe dir ja," — sagte der Vater tief bewegt und erhob den Knienden. „Gott weiß es, daß ich euch wie Brüder liebe und den Himmel verschaffen möchte. Ihr alten Graubärte und ich mit euch wir wollen einander lieben, wollen bis zum letzten Augenblick unsere Pflicht thun, dann wird uns Gott in diesem Leben nicht verlassen, und wenn wir seinen heiligen Willen erfüllt haben, uns den Frieden und ein seliges Ende schenken." Iei bei der constantereu Umgestaltung der Baracken iie dringendste Nothwendigkeit maßgebend, 5.) Die Verbindungsbahn und Brücke bei Brod ist nur in dem Maße herzustellen, als sie Sr Durchführung der Verbindung des Broder ahnhoses mit der provisorischen Rollbahn unumgänglich nothwendig ist." Sämmtliche Anträge wurden genehmigt. Ein Wuchergesetz für Deutschland. Der Abg. Reichensperger brachte im deutschen Reichstage nachstehenden Entwurf eines Wuchergesetzes ein: § 1. Die Höhe der gesetzlichen Zinsen, insbesondere auch der Verzugszinsen, ist bei Handelsgeschäften 6, bei anderen Geldforderungen 5 von 100 jährlich. § 2. Bei Darlehen, welche ein Kaufmann empfängt, und bei Schulden eines Kaufmanns aus seinen Handelsgeschäften können höhere Zinsen als 6 von 100 jährlich bedungen werden. Den Kauflenten sind gleichgestellt die eingetragenen Erwerbs- und Wirthschafts-Genossenschaften, die gewerblichen Hilfskassen und die auf Gegenseitigkeit gegründeten Versicherungsgesellschaften. § 3. Bei Darlehen und anderen kreditierten Forderungen, welche nicht der Bestimmung des § 2 unterliegen, darf ein höherer Zins als 6 von 100 jährlich, einschließlich der Conventionalstrasen oder Nebenleistungen, nicht bedungen werden. Der Zinssatz kann bis 8 von 100 jährlich erhöht werden, wenn der Einzelrichter (Amtsrichter) des Wohn- oder Aufenthaltsortes des Kreditnehmers die Angemessenheit dieses höheren Zinssatzes nach den obwaltenden Verhältnissen bescheinigt. Die über den gesetzlich zulässigen Zinssatz hinaus abgezogenen oder gezahlten Beträge sind vom Tage des Abzugs oder der Zahlung an gerechnet vom Kapitale abzuziehen und können innerhalb drei Jahren mit Zinsen zurückgefordert werden. § 4. Wird die Zahlung eines Darlehens oder einer anderen kreditierten Forderung verzögert, so bleibt auch für die Zögerungszinsen der bedungene Zinssatz bis zur gesetzlich zulässigen Höhe maßgebend. Die privatrechtlichen Bestimmungen inbetrefs der Zinsen von Zinsen, sowie die Vorschriften für die gewerblichen Pfandleihe-Anstalten werden durch dieses Gesetz nicht geändert. § 5. Die vorstehenden Bestimmungen finden keine Anwendung auf Darlehen, welche vom Staate oder von einer unter staatlicher Aufsicht stehenden Körperschaft in gesetzmäßiger Weise ausgenommen werden. § 6. Die gewohnheitsmäßige oder unter Verschleierung des Sachverhältnisses bewirkte Ueberschreitung des zulässige» Zinssatzes wird mit Haft bis zu sechs Wochen und einer Geldstrafe vom doppelten bis zum zehnfachen Betrage des bedungenen oder bezogenen unerlaubten Gewinnes bestraft. Es kann auch auf eine dieser Strafen allein erkannt werden. § 7. Wer in gewinnsüchtiger Absicht bei Gewährung von Kredit einen höheren als den gesetzlich zulässigen Zins sich bedingt, obgleich er weiß, daß der Kreditnehmer durch Roth, Unerfahrenheit oder Leichtsinn zur Eingehung der Verbindlichkeit bestimmt worden ist, wird mit Gefängnis bis zu einem Jahre und einer Geldstrafe bis zu 3000 Mark bestraft. Es kann zugleich auf Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt werden. Sind mildernde Umstände vorhanden, so ist ausschließlich auf Geldstrafe zu erkennen. Dieselbe Strafbestimmung findet aus denjenigen Anwendung, welcher im eigenen Namen Forderungen geltend macht, von denen er weiß, daß sie in der vorbezeichneten Weise seit dem Beginne der Wirksamkeit dieses Gesetzes entstanden sind. § 8. Der Art. 1 der deutschen Wechselordnung vom 27. November 1848 wird durch die folgende Bestimmung ersetzt: Wechselfühig sind diejenigen Kaufleute, deren Firma gemäß Art. 19 des Handelsgesetzbuchs bei dem Handelsgerichte eingetragen ist, sowie die eingetragenen Erwerbsund Wirthschaftsgenossenschasten, die gewerblichen Hilfskassen, die auf Gegenseitigkeit gegründeten Versicherungsgesellschaften und die Mitglieder dieser Vereinigungen in ihrem Kreditverkehr mit denselben. Diejenigen Grundbesitzer, welche gewerbliche Unternehmungen, wie Brennerei, Brauerei, Ziegelei, Zuckerfabrieativn re., betreiben, sowie die Berg-wersbesitzer und Gewerkschaften sind berechtigt, ihre Eintragung in das Handelsregister zu fordern und hiedurch die Wechselfähigkeit zu erwirken. Der Landesgesetzgebung bleibt Vorbehalte», auch anderen Berufsklassen die Eintragung in das Handelsregister mit der vorbezeichneten Wirkung zu gestatten. Ueber die Occupatio» Bosniens ließ das österreichische Kriegsarchiv soeben das erste Heft der Occupationsgeschichte erscheinen. Die „Deutsche Heereszeitung" äußert sich hierüber wie folgt: „Die Ausrüstung der Truppen und der Depots mit Munition war eilte überreiche. Zur Be- Nun erst entstand ein unbeschreiblicher Lärm, ein Halsen und Herzen, Weinen, Schreien: wackerer, guter Hauptmann, Gott segne ihn! und alle vereinte ein Gefühl der Liebe, Dankbarkeit und Rührung. Als auch die Mutter dazukam und den günstigen Ausgang der Katastrophe sah, umarmte fie ihren Mann, drohte Kownackh leicht mit dem Finger, und alle gingen, beglückt von dieser Szene, nach Hause. Der Vater hatte den ganzen Tag den besten !)umor, rauchte nacheinander cm zwanzig Pfeifen, üßte, liebkoste uns, als ob wir nach langer Abwesenheit heimgekehrt wären, und sagte, das sei der schönste Tag seines Lebens. „Run siehst du, meine liebe Sofie, daß auch ich Kommandant und Herr meines Willens sein kann! Ja, die Grankvpfe zitterten wie Espenlaub, besonders als ich rief: Hau' ihm zwanzig herunter! Ich gestehe, daß ich keine solche Energie in mir gesucht hätte: sie bleiben aber doch immer Rüpel, weil ich sie erst erinnern mußte, sich für ihn zu verwenden. Gott sei Dank, daß alles so gut ablief; damit aber keine ähnlichen Szenen mehr in der Stadt vorfallen, muß ich mich ernstlicher mit meiner Kompagnie beschäftigen, denn du siehst, wie weibisch ich geworden bin, ohne dir nahetreten zu wollen. Ich, dein früher nie eilte Thräne ins Auge trat, heulte heute wie ein Biber." „Bester Mann, es ist mir hundertmal lieber, du weinst täglich wie heute, als du befiehlst mit eherner Stirn diesen Aermsten ein Unrecht zuzufügen. Diese alten ..." „Paperlapap! du fängst schon wieder das alte Lied an. Ich versichere dich, das ist, als ob du Erbsen an die Wand würfest; ich will einmal Kommandant sein. Und nun tummle dich mit dem Essen, denn ich verschlänge dir alle Kartoffeln, wenn ich sie nicht ausgraben müßte." In heiterster Laune, einen Marsch pfeifend, ging er hinaus, und die Mutter, die ihn mit den Augen bis zur Thür begleitete, flüsterte: „Braver Mann!“ So schloß also diese denkwürdige und exemplarische Strafe. Jßie Reden, die Muthmaßungen, die darüber im Städtchen entstanden, hätte mau auf eine Ochsenhaut nicht alle aufschreiben können. Es genüge zu sagen, daß die Begebenheit noch heute treu im Gedächtnisse aller lebt, trotzdem der Hauptinann und die ganze Kompagnie schon lange dort versammelt sind, wohin auch uns der Ewige dereinst berufen wird. urtheilung der künftigen Politik Oesterreichs halten wir für bedeutungsvoll die der topographischen Skizze emgesügte „militärische Würdigung" des Landes. In dieser betrachtet der österreichische Generalstab Bosnien nur als ein Bollwerk vor lenem zwischen Serbien und Montenegro durch ziehenden und das Sandschak Nombazar' bildenden N", welches zu dem altberühmten Amselfeld suhrt -Dreieck Mitrowiza-P.ischtina-Prisrend - und dieses Am elfeld selbst „als den militärischen und handelspolitischen Herrschaftspunkt der Bewegung nach allen Landestheilen und Meeren des Westens der Halbinsel." Hierauf beruhtauch der mmge geographische, politische und strateqische Zusammenhang des serbischen und montenegrinischen Operationsgebietes mit dem bosnischen Schauplatz." Die Occupation Bosniens und der Herzegowina erscheint demnach nur als die strategische Vorbedingung für die Erreichung des strategischen und politischen Hauptzweckes der ganzen Äction, nämlich der fest zu begründenden militärischen Besitzergreifung des Sandschaks Novibazar mit seinem westlichen Endpunkte Mitrowiza. Diesen ©ebanten finden wir im österreichischen General-stabSwerf zwar nicht deutlich ausgedrückt, aber ein ahiiucher ist leicht zwischen den Zeilen zn finden. to a!' f -m ungemeine militärische Wichtigkeit des Sandschaks Novibazar anerkannt und auf den bedeutenden Aufwand von Kräften hingewiesen, den die Erhaltung des Besitzes beanspruchen wird. „Die im weiteren Gange des Werkes detailliert dargestellte Organisation und Ausrüstung eines Theils des Reichsheeres für den Gebirgskrieg zeigt von einer günstigen Elasticität der organischen Bestimmungen; die Details können nicht verfehlen, auch in allen militärischen Kreisen des Auslandes großes Interesse zu erregen. Ebenso bietet das Schlußkapitel „Militärische Vorbereitungen" in seinen Details dem Fachmanne interessantes Studienmaterial. Auch für weitere Kreise von Interesse aber erscheint die Mittheilung, daß die Mobilmachung „mit geradezu überraschender Pläcision" sich vollzogen hat, daß schon am vierten Mobil-machiiiigstage bei der sechsten und siebenten Division (Graz und Triest) der Eisenbahntransport begann, und daß am 20. Mobilmachungstage Der strategische Aufmarsch an der Save im großen Ganzen beendet war, trotzdem die Truppen von den Eisenbahn-Endstationen bis in den Aufmarsch» raum noch fünf bis sechs Tagemärsche zurückzulegen gehabt hatten. »Das Werk bespricht die Vorgänge bei dem Einmarsch mit Ruhe und Unparteilichkeit und gibt über alle Einzelheiten eine Uebersicht. Man darf mit Spannung dem zweiten Heft, welches die erste Operationsperiode behandeln wird, ent--gegenfehen." Die Pest in Rußland. Die neueste Drahtdepesche lautet: Petersburg, 9. Mürz. Telegramm des Grasen Loris-Melikoff aus Astrachan, den 7. d.: „In der gestrigen Versammlung der ausländischen Aerzte nahm Professor Eichwald in Vetljanka ein schriftliches Protokoll auf, in welchem die Doktoren Hirsch, Biesiadecki, Kabiadis, Petresko nno Eichwald konstatieren, daß im Gonvernement Astrachan die von Mitte Oktober 1878 bis Ende Jänner 1879 beobachtete Seuche die Pestepidemie war, welche den Charakter der sogenannten le-vantinischen Bnbonenpest trug. Die genannten Aerzte enthalten sich der Beschlußfassung über den Movus der Einschleppung der Seuche, bis weitere Untersuchungen genauere Daten ergeben werden. Die Epidemie ist als erloschen zu betrachten, da seit dem 9. Februar weder ein Todes- noch ein Erkranknngsfall registriert wurde, jedoch könne man die Garantie gegen ein eventuelles Wiederauftreten der Seuche in den früher heiingefuchtett Orten, namentlich Vetljanka, nicht übernehmen. Die Aerzte rachen folgende, von Professor Eich-wald vorgeschlagene Maßregeln an: 1.) „Längere ärztliche Aufsicht in den verdächtigen Ortschaften. 2.) Aufrechterhaltung der bestehenden Absperrung jedes inficiert gewesenen Dorfes bis zum Ablaufe der gesetzlichen Frist von sechs Wochen. 3.) Aufrechterhaltung der allgemeinen Absperrung der ge-sammten inficiert gewesenen Ortschaften mit zehntägiger Quarantäne. Die Aerzte erachten dabei die Aufrechthaltung des bestehenden Cordons um das astrachan'sche Gouvernement als uunöthig." TagesneuigKeiten. — Pers on alna ch r ichten. Der „Deutschen Ztg." wird aus Pola mitgetheilt, Admiral Freiherr v. Bourguignon sei vor einigen Tagen vom Schlage gerührt worden und schwebe in Lebensgefahr. — Die „Bohemia" theilt mit, FZM. Baron Philip-povich dürfte als Kommandierender nach Wien, FML. Graf Thun aus Innsbruck nach Prag versetzt werden. — Zollvertrag mit Serbien. Am 8. d. M haben im Ministerium des Aeußeru unter dem Präsidium des Sectionschefs Baron Schwegel die Berathnngen der österreichisch-ungarischen Zoll-ionferenz in Angelegenheit des abzufchließenden Zollvertrages mit Serbien begonnen. Seitens der ungarischen Regierung sind Ministerialrath Matlekoviö und Ministerialsekretär Mihajlovik anwesend. Die Instructionen dürften in einigen Sitzungen festgestellt werden. Die Frage der Eisenbahnanschlüsse kann bereits als entschieden betrachtet werden, nachdem sich die serbische Negierung bereit erklärt hat, denj Anschluß bei Belgrad zu gestatten und zum Bau der Save-Brücke eine entsprechende Summe bei-zutragen. — Ueber die Ueberfchwemmnngs-ge fahr in ©je gefeilt liegen drei Telegramme vor: Szegedin, 9. März, 2J/ä Uhr nachmittags. Die Lage hat sich verschlimmert. Beini Dnrchstich i des Tapeer Dammes und über den Bahnkörper bei Dorozsma ergießt sich die Flut in die Theiß. Soeben wurde das Standrecht verkündet. — G1/a Uhr. Der AlföidbahN'Danun zeigt Risse gefährlichster Art. Oroshaza sendete 800 Arbeiter. Das Profil 1857 bis 185)8 wurde ans Anordnung der Behörde zerstört. Man hofft, daß der Alföldbahn-Dainin über Nacht hält. Eine Proclaination wurde erlassen, welche anordnet, daß Militär-Patrouillen alle Arbeitsfähigen aus den Häusern zur Arbeit abholen sollen. Die Schiffsleute der Alföldbahn retteten mit eigener Lebensgefahr acht Menschen. — 9 Uhr 15 Min. nachts. Die Erregung ist miss höchste gestiegen. Die requirierte Bevölkerung versagt den Dienst; indeß hat bisher kein Zusammenstoß stattgefunden. Das Militär beträgt sich ebenso taktvoll als brav. Von Tape fließt die Flut rasch in die Theiß. Die Wasserhöhe am Pegel zeigt 23 Fuß, am Alföld-bahn-Damm 26 Fuß. — Interessante Funde. Anf dem Ziegelplatze des Lederfabrikanten Schmitt in Rehberg nächst Krems in Niederösterreich wurden vor wenigen Tagen mehrere Knochenstücke eines Riesenthieres bet: Vorwelt ansgegraben; darunter befindet sich ein Unterschenkelkitochen, in zwei Bruchstücken zwar, jedoch noch ga„z erhalten. Einige plattenförmige Stücke kann man zuverlässig als Schädelknochen bezeichnen. Aller Wahrscheinlichkeit nach gehören diese Knochen dem Mainrnnth an, was um so sicheret angenommen werden darf, als in dortiger Gegend schon öfter Uebeireste von diesem Riesenthiere gefunden wurden. So fand man beim Bau eines Schnlhauskellers in Rehberg gut erhaltene Kieferstücke und eben solche Backenzähne, welche man als dein Iiliinoceros tichorrhynus gehörig erkannte. Herr Schmitt Hat den interessanten und werthvollen Fund der Kremser Realschule übergeben. Lokal-und provinzial-Angelegenheiten. Original-Korrespondenz. Rudolfswerth, 8. März. Nach Hieramts eingelangten Mittheilungen aus GlainvL und Vi-ditnnie in Bosnien gibt es in der dortigen Gegend noch immer viele Räuberbanden, es werden tuol Streifkommauden ausgeschickt, aber es Hilft dies alles nichts. Wie diese Banden hören, daß das Militär im Anzüge ist, verkriecht sich jeder Einzelne in seine Knca und ist der friedlichste Otac oder Sinko. Für das Militär ist diese Sache sehr unangenehm, weil es immer Proviant mitführen muß. In Glamoc ist es sehr theuer zu leben, gemahlener Haber mit Gerste, ohne durchgesiebt zu sein, ist dort die einzige Mehlsorte, ans der das ! Brod gebacken und zur Bereitung der Einbrenn-i suppe verwendet wird. So eine Mittagskost mit i Einbrennsnppe als Nachtmahl kostete seit 15. bis 31. Jänner d. I. 15 fl. 5U fr., woran übrigens 12 Herren theilnahmen und für die zusammen gekocht worden ist. Aus einem Berichte ddto. Vidimnie, 24. Februar 1879, des Kommandanten des in Vidimnie behufs Steuerung des Räuberunwefens liegenden Detachements des 17. Linieninfanterie-Regiments an das k. k. Militär-Statiouskommando in Glamoc entnehmen wir, daß durch das am 23. Februar d. I. stattgehabte stürmische Wetter das dein Türken Hadem Cacau gehörige Gebäude, in welchem sich das Sta-tions- und Etappenkomniando befindet, gänzlich abgedacht und das Dachgerüste größtentheils abgetragen wurde. Da sämintliche Holzbestandtheile des Hauses, insbesondere aber die Trag- und Querbalken, welche die Stütze des ganzen Gerüstes bildeten, derart schwach, morsch und verfault waren, so war der Einsturz des Dachgerüstes voraussichtlich unvermeidlich. Es ist nur der Vorsorge des Etappen-Kominandanten zuzuschreiben, daß er das Haus noch vor dem Einstürze räumen ließ und so niemand beschädigt wurde. Das Militärdetachement übernachtete demnach am 23. mit) 24. Februar in der Dzamia (türkischen Kirche), bis das dem Türken Meho Lukvica gehörige, geräumige und gut situierte Haus vom Detachement bezogen worden ist, welches allen Unbilden des Wetters Widerstand zu leisten vermag, indem die Ucbcrsiedlnng des Detachements dahin bereits dem Etappen-KommandantenHerrn Oberlientenant Svetek j vom f. k. Militär-Stationskcmmando in Glamoc am 17. November 1878 bewilligt wurde. Nicht sobald hat Vidimnie so einen Stnrin erlebt, wie am 23. Februar. Der Sturmwind trug die Dachschindeln in die Lüfte zu einer nicht mehr sichtbaren Höhe, und hatte dieselben über 500 Stfr. weit zerstreut. Die Wellen des Sees schlugen zwei Klafter hoch, und über 200 Klafter landeinwärts wurde alles durch das Wasser weggespült. Eiueu Schuh dicke Bäume liegen auf der Höhe gebrochen am Boden. Alle Häuser haben stark gelitten, circa acht sind ganz zerstört. Selbst die Dzamia, die vor fünf Jahren neu bedacht wurde, ist theilweise zerstört. Ebenso wurde bei der Visitation des Postens jenseits des Sees nur mehr das halbe Haus vor-gefunben. Das ganze drei Meilen von Süden nach Norden sich erstreckende Langenthal von Vidimnie, welches die Jafta (Ortsgemeinde) bildet, ist in einen See verwandelt worden. In diesem Thale streicht der Wind mit ungeheurer Vehemenz von Süd nach Nord. Vidimnie, ein lang gestrecktes Dorf, besteht nach der jüngst vollendeten Volkszählung aus 145 Häusern, in denen nur Türken wohnen, die Seelenanzahl beträgt 56 l männlichen und 494 weiblichen Geschlechtes. Es befinden sich dort 242 Pferde, 103 Fohlen, 382 Kühe, 374 Ochsen, 2374 Schafe und 223 Ziegen. Der See, dessen Breite circa 1000 Klafter beträgt, ist nur an zwei Stellen überschreitbar. Im Sommer fließt das Wasser in unterirdische Höhlen ab, und man kann in der Mitte marschieren, ist ganz trocken und nur theilweise sumpfig. _____________ — (Die silberne Hochzeit des Kaiserpaares) wird von der Gemeinde Ratschach im Bezirke Gurkseld durch Gottesdienst, Bewirthung und Geldbetheiluug der Armen und durch Häuser-beleiichtung gefeiert werden. — (Jnvalidenstif tung.) Der Herr Lan-despräsident R. v. Kallina hat ans den für das Jahr 1879 zur Vertheilung kommenden Interessen der zur Erinnerung au den am I I. März 1878 statt-gehabten Besuch der Adelsberger Grotte durch Ihre Majestäten den Kaiser Franz Joseph und die Kaiserin Elisabeth gegründeten Jnvalidenstiftung per 37 fl. 80 kr. die Invaliden: Franz Kovat aus Adelsberg, Anton Faidiga ans Hrasche und Michael Bergoc aus Dorn; dann aus den für das Jahr 1879 entfallenden Interessen der Franz Metelko'schen Jnvalidenstiftung per 37 fl. 80 kr. die Invaliden: Barthelmä Ulepit aus Starawas, Anton Nachtigall aus Deretschwerch, Simon Jlovar aus Radule und Joses Kocijan aus Trebelno — betheilt. — (Wilddieberei.) In dem zum landtäf-lichen Gute Kroisenegg nächst Laibach gehörigen Jagdreviere wurden in einer Woche drei in aufgerichteten Schlingen eitigefaitgeiie Hasen aufgefunden. — (Leichenbegängnis.) Heute nachmittags wurde in Laibach ein Mann zur ewigen Ruhe bestattet, der im Jahre 1805 itt Militärdienste eintrat, die Feldzüge in den Jahren 1805, 1809, 1813 und 1814 mitmachte, dessen Brust das Leipziger Armeekreuz und das Militär-Dicnstzeichen erster Klasse zierte. Es war dies Herr Anton Pasch, k. k. Rittmeister-Rechnungsführer im Ruhestande ; er erreichte das seltene, hohe Alter von 91 Jahren. Die Theilnahrne am Leichenbegängnisse Vonseite der Militär- und säinmtlicher Zivilbevölkerungskreise war eine sehr zahlreiche. — (S t r a ß e n b a u l i ch k e i t e n.) Am 22. d. werden im Amtslokale des BaudepartementS der hiesigen Landesregierung die Reconstructious- und Conservationsarbeiten auf der Wiener, Triester, i Loibler und Agramer Reichsstraße an die Mindest-fordernden zur Ausführung überlassen werden. — (Pferdelicitation.) Am 15. d. werden in Essegg 250 bis 300 Stück überzählige ärarischc Fuhrwesens-Zugpferde im Wege einer öffentlichen Versteigerung verkauft werden. — (Eine Lehrer ft eile) ist an der Volksschule in Kraxen, Bezirk Stein, zu besetzen. — (Landschaftliches Theater.) Ein heimatliches, mit hervorragendem musikalischen Talente begabtes „Laibacher Kind", die 13jährige Klavierspielerin Valentine K a r i n g e v , betrat j gestern zum ersten male die Bühne und legte öffentlich Prüfung ab über ihre Fortschritte auf der künstlerischen Bahn des Klavierspieles. Das junge, noch im Kindesalter stehende Mädchen spielte Hellers „Forelle", eilte Etüde von Schulhof uud einen Salvnwalzer von Booy-Lysberg. In allen drei Piecen bewährte sich Valentine Karinger als Meisterin in der Technik und entwickelte einen festen, kräftigen Anschlag. Wir gratulieren der Mutter und Lehrmeistern der Kunstelevin zu den gestrigen günstigen Erfolgen — Valentine empfing stürmischen Beifall und erfuhr zweimaligen Hervarruf — bedauern jedoch, daß die junge Klavierspielerin nicht auch auf eine getragene, der klassischen Tonmuse gewidmete Piece ihre Wahl lenkte, um die Ueber-zengnng zu gewinnen, daß dem durch Technik hervorragenden Spiele auch entsprechendes Gefühl und seelenvoller Ausdruck innewohnt. Mögen die Eltern der mit Beifall ausgezeichneten jungen Klavierspielerin nicht säumen, die talentierte Knnstnovizin die hohe Schule an einem Konservatorium absolvieren zu lassen; es wäre Größenwahn, den Klavierunterricht der Valentine Karinger als einen bereits abgeschlossenen, vollendeten anzusehen —-Unsere Bühne brachte gestern den sehr erheiternden einactigen Schwank „Frauenemaneipation" von Sonn- tag, vorzüglich dargestellt von Frau Directrice Lud-w i g (Friederike) und von den Herren Direktor Ludwig (Schauspieler Ascher) und Waldburger (Pastor Singen), und zum Schluß die einactige Operette „Hochzeit beini Laternenschein" von Offenbach; im Kampfduett excellierten die Fräul. Massa (Katharina) und Ha brich (Fanchette). — Im Verlaufe dieser Woche steht den Theaterfreunden Laibachs noch ein seltener Hochgenuß bevor, nämlich die k. f. Hofschauspielerin Fräulein Friederike Bog-nar beginnt am Donnerstag den 13. d. ein auf mehrere Abende berechnetes Gastspiel. Auf dem Repertoire stehen: „Sappho", „Cameliendame" und „Miß Multon". Die hiesigen mitwirkenden Bühnenkräfte stellten sich dem Vernehmen nach die Aufgabe, die gefeierte Wiener Hofschauspielerin kräftigst zu unterstützen. — (Aus der „Laibacher Schulzei tu ug".) Dieses heimatliche Fachblatt bringt in seiner heurigen fünften Nummer einen auf historischer Grundlage ruhenden Artikel über die „Schulen der Klosterfrauen" nnd bemerkt, daß der Orden der Urfulinen zu den bedeutendsten und für das Volksschulwesen erfolgreichsten Anstalten gehört, der selbst von den grimmigsten Feinden jederzeit mit Achtung behandelt wurde und noch heute in hohem Ansehen steht, — jedoch leider nicht immer zu Nutz und Frommen des modernen Volksschulwesens. — Dem Vernehmen nach soll die voni Krainer Landtage in der vorigen Landtagssession zustande gebrachte Volksschnl-Gesetznovelle bereits die kaiserliche Sanction erhalten haben. — Die nächsten Lehr-befähigungsprüsungen sür allgemeine Volks- und Bürgerschulen werde» bei der hierläudigen k. k. Prüfungskommission am ‘28. April d. I. nnd den darauf folgenden Tagen abgehalten werden. Kandidaten und Kandidatinnen, welche sich dieser Prüfung zu unterziehen gedenken, haben ihre gehörig instruierten Gesuche spätestens bis 19. April d. I. bei der Direction der Prüfungskommission einzubringen. Nach dem 19. April einlaufende Gesuche können nicht mehr angenommen oder berücksichtiget werden. Die Prüfungstaxc von acht Gulden für Volks, und zehn Gulden für Bürgerschulkandidatinnen ist bei der Direction der Prüfungskommission in Laibach vor Beginn der Prüfung zu erlegen. Jene Kandidaten und Kandidatinnen, welche ihr vorschriftsmäßig instruiertes Gesuch um Zulassung zur Prüfung rechtzeitig eingebracht haben, wollen sich, ohne erst eine besondere Verständigung oder Zulassungserklärnng abzuwarten, am 28. April um 8 Uhr vormittags zum Beginn der schriftlichen Prüfung in den hiesür bestimmten Räumlichkeiten der hiesigen k. k. Lehrerbildungsanstalt einfinden. — Der „Krainische Landes-Lehrerverein" wird die silberne Hochzeit des Kaiserpaares in entsprechender Weise in seinen Vereinslokalitäten begehen. Eine Deputation, bestehend aus dem Vereinsobmanne Professor W. Linhart, dem Obmannstellvertreter Professor L. Ritter v. Gariboldi und dem Redacteur des Vereinsorganes, Johann Sima, wird sich zum Herrn k. k. Landespräsidenten begeben, um die loyalen Wünsche des Landes-Lehrervereines mit der Bitte znm Ausdrucke zu bringen, dieselben allerhöchsten Ortes bekanntgeben zu wollen. — (Aus den Nachbarprovinzen.) Die zum Vortheile der Armen in Klagensurt veranstaltete große Tombola warf einen Reinertrag von nahezu 1200 Gulden ab. — Nach Bericht der Grazer „Tagespost" trat am 9. d. in Graz unter Vorsitz des Präsidenten der steirischen Landwirth-schaftsgefellschaft, Max Freiherrn v. Washington, das in der Vorversammlnng vom 10. März 1878 gewählte Comite zusammen, welches die Vorerhebungen für die projektierte Landesausstellung einzuleiten hatte. Dieses Comite saßte einstimmig den Beschluß, für die Abhaltung dieser Ausstellung im Jahre 1880 einzutreten, und konstituierte sich sofort als „Executiveomite für die Landesausstellung 1880". Zugleich wurde ein Fünfercomite eingesetzt, welches sofort die nöthigen Anstalten zu treffen hat. um von der Regierung, dem Lande, der Gemeindevertretung und von den sonstigen Vertretungen die nöthigen Subventionen zu erlangen, sowie um die Vorschläge zur Erweiterung und Option des Aus-stellungscomites zu erstatten. Danksagung. Nachdem mein seit sechs Jahren im Fuße gehabtes heftiges gichtiges Leiden bei viermaliger Anwendung des in der Landschafts-Apotheke in Graz zu habenden Rheu matismus-Aethers gänzlich behoben ist, so siihle ich mich angenehm verpflichtet, dem Herrn Erzeuger dieses vortrefflichen Rheumatlsmus-Acthers öffentlich meinen Dank abzustatten, und hoffe, das; mir dies vonseite des Herrn Erzeugers nicht iibel ausgenommen, weil dadurch gewiß einem großen Theile der leidenden Menschheit Hilfe gebracht wird. (78) 5—5 Graz am 2. Oktober 1878. Adolph Edler v. Kormos. Depot sür Kraiu bei Victor v. Traköozy, Apotheker „zum goldenen Einhorn" in Laibach, Rathansplatz Nr. 4. Witterung. Laibach, 11. März Morgens Frost, tagsüber warm, heiter, windig, mäßiger SW. Temperatur: morgens 7 Uhr — 1'0>, nachmittags 2 Uhr + 13 6" edem kleinen Brustbilde können vergrößerte Photographien (bis zur Lebensgröße) aiigesertigt werden, und auch gemalte. Mein Atelier befindet sich im Panschin'schen Hause, Theatergasse Nr. 6. Hochachtungsvoll ergebene (26,3_________________Rosa Krach. Strohhüte zum Modernisieren und Waschen, Filzhüte zum Ueberformen, Streifen zum Plessiereu, Gouffriereu, Auszacken und Säumen werden angenommen bei C/« Brüllt, Wienerstraße Nr. 29. Aus Gefälligkeit werden obige Arbeiten auch in der Modewarenhandlung des Herrn Emst Stöckl für mich übernommen. (H9) 2—2 Wiener Börse vom 10. März. Ane«m«in« Slooli-fAntd. 8a»ierr«ntc.......... Silberrente ......... ©olbrente............ Staateioje, 1864. . . 1860. . . » 1860(6tel) 1864. . . «runiUollaftung.- ®Mignlien<». Galizien............. Siebenbürgen . . . lemefet Banal . . . Ungarn ............... Andere eflentliAe Antefcen. Douau-Regnl.-Lose Ung. Prämien» nlehen wiener Anlehen . . . Actitn ». Aanieu. Kreditanstalt s.H.u.G. 6»compte=i8cf., n.ö. flationalbant.... Geld Ware 63 30 63 60 64 10 64-20 76 30 76 35 112 — 112 05 117— 117-25 12650 127-50 151 — 151 50 S8-— 76-75 77 26 81'60 105*60 88-60 99 233 76 792 — Acti<« e. Sreeiperl-Unlenwfcmnogee. «lsölb-Bahn.... Donau - Dampfschiff Slisabeth-Westbahn . etbinanb#=9iorb6. ranz-Joseph-Bahn. >alij. »arl-Lubwigb. Lemberg - «Lzernowitz ülovd'Äesellschaft . 88 60 77-26 78-82-66 105-76 88 76 99 20 234 — 793 119 — 120 — 524 — 525 - 168 — 168 50 2087 2092 132-50 183— 224 ~ 224 50 12350 124 — 612 — 613 — Nordweftbabn .... Rudolf«.Bahn .... StaatSbahn .... Südbahn........... Ung. Nordostbahn . PfanilBriefe. Bodenlreditanffalt in iSolb.......... in öfterr. Währ. . Nationalbank.... Ungar. Bodenkedit- t)rioriiaiÄ-®6Iig. Elisabethbahn, l.tfm. Ferd.-Nordb. i. Silber "ranz-Ioseph-Bahn Jalij.ff=8ubmigb,i.6. Oeft. Nordweft-Bahn Siebenbürger Bahn ©taatebahn, 1. L,„. Siidbahn ä 3 Per,. 4 6 „ . jUriDnllufe. Kreditlose.......... Rubolsrftiswng. . . Devise». Vonbon ............. •eMforlen. Aukalen...............6-63>/->6-64>,, 20 tftancS............9’29‘>,9 29 100 d. Reichsmark . . 157 30 57 40 Si!der................|ioü*—ICO-— Geld 116 25 121-60 249-— 65 50 116 25 111*25 97-25 99 95 96 — 94 — 10320 8840 10050 88-50 64 — 160 50 112 80 99 25 166-50 16 60 116 75 Ware 116-76 122 — 249*50 66 — 116 75 111-50 97 5« 100-10 96 25 94 26 103-50 88-60 101— 88-76 64 25 l6V— 113 — 99.50 [167— 17— 11686 Telegrafischer Kursbericht am 11. März. Papier-Rente 6355. — Silber-Rente 64 05. — Gold-Rente 76-35. - 1860er Staats Anlchen 116 75. — Bank-aetien 792. — Kreditaetien 235 80. — London 116 80. — Silber —. — K. k. Münzdukaten 5-54. — 20-Franes-Stücke 9 29*/*. — 100 Reichsmark 57 35. Lrnck von Jg. v. Kleinmayr & Ked. *3 « m S t r | Verleger: Ottomor Bamberg. Für die Redaction verantwortlich: Kranz Müller.