LmbacherMMmlg. Nr. !08. Pränumerationspreis: Im Comptoir ganzj. fi. 11, hall'j. si. 5,5>U. Für die ZusttNuuss ins Haus halbj. l"» ll. Mit der Post gaüz,. fl. l5>, b.ildj. st.7.5>«. Donnerstlig, N. Mai Infertionsgebilhr bi« IU Zeilen: luialaolr., «m. 8Ulr., Am. 1 fl.; sonst pr. Zeile im. ll Ir., «m. »ll., »m. IU lr. u. s. w. Inftrtionsstempel jedesm. uo fr. l87l. Amtlicher Theil. Dcr Minister für Cultus und Uulerricht hat dcn AdvocaturSconcipicntcn Dr, Joseph Nliprandi znm Mitglicdc der Prüfungscomnnssion für Stenographie in Innsbruck als Examinator für Stenographic der italienischen Sprache ans die Dauer dcs Studienjahres 1870/71 ernannt. Die l. k. Finanzdireclion in Laibach hat den forstlichen Sachvcrstandia.cn bei der Grundentlastungs-Local-rommission in Gurkfcld, Alois Wcrzer, zum provisorische Förster auf der Rcligionsfonds-Domaine Land-straß ernannt. Nichtamtlicher Theil. 4. Verzeichn iß der bei Sr. k. und l. Hoheit dem durchlauchtigsten Herrn Erzherzog Ludwig Victor für dic Errichtung dcs Tegctthoff-Dcnkma ls in Wien gezeichneten Beiträge vom 1. bis incl. 7. Mai 1871. Frau Landgräfin Thcrese Fürstenberg 30 si.; Ihre Durchlaucht Frau Fürstin Schönburg geb. Fürstin Schwarzcnbcrg 100 fl.; Sc. Excellenz Herr FML. Graf Eltz 50 fl.; Frau Baronin Octavie Löwcnthal 100 fl.; Se. Durchlaucht regierender Fürst Johann von und zu Liechtenstein 4000 fl.; Herr Franz Mayr Edler von Atcluhof, Eiscmuertsbcsitzcr in Lcoben 500 fl.; Se. Exc. Herr Oberslhosmcister Graf Niclas Szccsen 100 st.; Ee. k. und t. Hoheit der durchlauchtigste Herr Erzherzog Johann 200 fi.; Se. l. und k. Hoheit der durchlauchtigste Herr Erzherzog Joseph 300 fl.; Se. Cxc. Oberst' Hofmeister Herr Baron Wimpfcn 30 fi.; Herr Graf Stanislaus Hoyos, k. k. Kämmerer und Oberlieutenant 30 fl.; Herr Will 2 fl.; Se. Excellenz Herr Graf F. Liitzow 100 fl.; Herr Graf v. Pergen 100 fl.; Herr Christian Freiherr Kotz v. Dobrz 50 fl.; Ihre l. und l. Hoheit die durchlauchtigste Frau Großherzogin Antoinette von Toscana 150 fl.; Herr Baron Handl, k. l. Ober-landcsgerichtsrath in Linz 50 fi. Zusammen 5852 ft. Wien, 8. Mai. Wir sind leider so oft gezwungen, uns über den leidenschaftlichen Ton vieler Journale der Residenz zu beklagen, daß wir jede Gelegenheit mit Frcudcu ergrci-^n, um diesen Organen auch nach anderer, besserer "ichtung Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Gelegen-^it hiczu bietet uns die Beurtheilung der Regierungs» Erläge über die Erweiterung der Autonomie GalizienS. Diese Vorlage wurde bisher vou den Organen der öf-^ntlicheu Meinung mit cincr Nuhc und Objccliuität ^sprochcn, an die wir nicht mehr gewöhnt waren, nnd ^ wir nach dem Stnrm, der gegen die vorhergegangene Autonomie-Vorlage fich erhoben hatte, kaum erwarten 'f»Nttcu. Wir wollen uns hier in keine Untersuchung Klassen, inwiefern die Vereinigung der erwähnten Ne-^rungsvorlage mit der Frage der Wahlrcform, wie sie ^°u dcu meisten Journalen verlangt wird, angezeigt er° ^>nt, aber immerhin ist die Kritik der Vorlage Sci-^ der Blätter eine sachliche, uud die Berechtigung ^"lr solchen Kritik haben wir nie angefochten. In dieser ^nilichcu Erscheinung möchten wir gerne mehr als ^as Zufälliges erblicken. . Vci Beurtheilung der Regierungsvorlage hat sich ^ nberall die Ueberzeugung Bahn g brochcn, daß das '.° vielfach verlästerte Ministerium Hohcnwart in hersagender Weise bestrebt war, den Rcichsintcrcsscn ^"e Rechnung zu tragen, ja syM' der möglichen Schä-^""g derselben für die Zukunft in jedem Punkte dcs ^setzciuwurfes vorzubeugen. Dieses Streben, den Rcichs-H "sseu uichts zu vcrgebcu, war auch schon in der "ltononiic-Vorlagc ^lm Ansdruckc gelangt; wir erin-^" "ur nn das unbedingte Veto, daS dem Rcichsralhc f^" landtäglichen Gcsctzcsvorschlägcn gegenüber cingc-^,'^'t war. Die Regierung, welche mit dem erste» pralln Vorschlage zur Lösung der zwischen Galizien nnd ran deiche odschwcbcndcn Differenzen vor den Neichs-w^l ^'^"' sollte, war sich ihrer schwierigen Anfaabc f^ bcwllßt. Anf dein Boden der Verfassung stehend, l '"^ sic, ohne einige wesentliche Bestimmungen dcrscl-s ' illusorisch zn machen, nicht alle Forderungen der y^""ntcn galizischcn Resolution in ihre Vorlage auf-^n; sie mußte ferner die Grenzlinie zwischen der Competenz der Landes- und Reichsgcfetzgcbung cndgillig feststellen, und andererseits dcn Grundstein zum harmo-nischcn Zusamn'cnwirkeu zwischen Galizien und den andern Kronländcrn Wcstöstcrrcichs legcn. Die Gegner des Ministeriums gestehen es selbst, daß weder die Einheit noch die sonstigen Interessen des Reiches durch die Regierungsvorlage tangirt werden. Erlangt der Gesetzentwurf, wie wir hoffen und wünfchen. Gesetzeskraft, dann darf man füglich fagen, daß es der Regierung wenigstens in diefer Richtung gelungen ist, dem Grundgedanken ihres Programms gerecht zu werden, dem Verlangen der Theile nach freierer Bewcguug entsprochen, dabei die Interessen des Ganzen gewahrt und damit dcn innern Frieden in Oesterreich angebahnt und befestigt zu haben. Wenn daher von mancher verfassungstreuen Seile die galizischc Vorlage dem unerwarteten Vorwurf begegnet, sie habe die Concessionen für Galizien etwas spailich bemessen, da eine Partei im Abgcordnetcnhause bereit wäre, diesem Kronlandc mehr zu bewilligen, so möchten wir hierauf abermals nur mit dem Hinweife auf die Reichsintcrcsfen erwidern, welche der Regierung als Richtschnur bei der Gewährung von Eonccssioncn an Galizicn vorgeschwebt haben. Hie und da konnte man auch die Bemerkung vernehmen, man könne Galizicn .sehr viel gewähren, weil daselbst keine deutschen Cultur-iuteresscn zu wahren sind; die Regierung kann aber von keinem andern Gesichtspunkte ausgehen, als dem der Wahrung österreichischer Reichsinteressen, die ebenso maßgebend sein müssen in einer östlichen, wie in cincr westlichen Provinz der Monarchie. Wir sind überzeugt, daß sich die Regierung von dem obigen Grundgedanken ihres Programms wie bei diesem, so auch bei allen künftigen Schritten stets wird leiten lassen; und wir glauben, daß sich dcsscn auch Jene bewußt werden sollten, welche sich die constitutio-nellc Gestaltung des Reiches nur in dem Rahmen ihrer Sonderrechte denken können und wollen. Die Vorlagen, welche dic Regierung eingebracht, beweisen zur Genüge, daß sie bestrebt ist, für die Autonomie der Länder nur jene Grenzlinien zu stecken, welche ein geltendes Verfassungsrecht und das Nrichsintercsse mit zwingender Nothwendigkeit fordern. Eine Abweisung beider dieser für die Regierung leitenden Gesichtspunkte ist geradezu undenkbar und Hütte jedes politische Element im Staate mit derselben aus sich selbst einen Gegensatz zum Rcichs-gedanlcn geschaffen. In der Annäherung an diesen RcichS-gcdanlen ist aber auch die Garantie für die Möglichkeit der Befriedigung der Theile gegeben. Politische Uebersicht. Laibach. 10. Mai. Der Preßausfchuß des Abgcorduetenhauses hielt am Samstag wieder eine Sitzung, in welcher der frühere Gehcimhaltuugsbeschluß mit allen gcgcu zwei Stimmen (Fux uud Kuranda) erneuert wurde; doch foll den Ausschußmitgliedern gestattet sein, mit ihren Collegen im Abgcordnctcuhausc über die Vcrhaudlungcu des Prcßaus-schusscs „vertrauliche Rücksprache" zu pflegen. Der Finanzausschuß setzte seine Berathungen über das Budget fort und erledigte den Titel „Staatsgüter". Es wurde ciuc Resolution beschlossen, in welcher der Regierung die baldige, entsprechende Reorganisation der Forst- und Wirthschaftsorgane auf den Staatsgütern empfohlen wird. Wie der „Pr." aus Linz „vou sehr verläßlicher Seite" geschrieben wird, wäre die Berufung dcS Bischofs Rudigicr nach Wien von dcn befriedigendsten Resultaten begleitet gewesen. Es soll nämlich der ernsten Einwirkung dcs Ministeriums gelungen scin, von dcm Herrn Bischof die Zusage zu erhallen, daß er in der Schul-und Eidesfragc leine Opposition mehr mache. In ucr montägigen Sitzung dcr Nat i onal-Ver-sammluug iu Versailles wurde die Regierung über die nach Bordeanr ausgeschriebene Versammlung von Dclcgirtcn der Städte-Municipalitäten inlerpcllirt, und Minister Picard theilte der Versammlung mit, daß seit mehreren Tagen Alles eingeleitet sei, diese Dclcgirten-Vcrsammlung zn vereiteln. Das in Bordeaux zusammengetretene provisorische Eomitö verfügte im Hinblick auf die Einberufung der Versammlung, daß ein Eon-grcß der Städte Frankreichs (auf je 20.000 Eiuwohuer ein Dclcgirlcr) zu dcm Zwecke zusammentreten solle, um über die geeigneten Maßregeln zur Beendigung deS Bürgerkrieges, zur Sichcrstelluüg der municipalen Freiheiten und zur Consolidirung der Republik zu verhandeln. Der Congreß soll hentc als Privat-Versammlung in Bordeaux zusammentreten. In Berlin waren am 8. sehr beunruhigende Gerüchte über die Frankfurter Eonfercnz vcr-breitct. Man fprach fogar von einem völligen Abbrechen derselben und von cincr Reise Bismarck's nach Compicgnc, welche die Wiederaufnahme dcr Feindselige leiten bedeuten sollte. Nach eincr anderen Mittheilung würde der Reichskanzler zwar auch uach Frankreich rci^ sen, aber nur, um mit dcm Kronpriuzcn von Sachsen die freie Bewegung für die Vcrfailler Truppen auf der Ost' und Nordseite von Paris zu vereinbaren. AuS Frankfurt selbst liegt keine nähere Nachricht vor, als daß die zweite Confcrenz am l>. Mai, um acht Uhr ÄbeudS, begann und bis Mitternacht dauerte. Für dcn nächsten Tag erwartete man in Frankreich die Unterzeichnung dcs SchlußprotolollS. Die „Frankfurter Zeitung" behauptet, die Kriegsentschädigung steht bei dcn Verhandlungen nur iu zweiter Linie, was uns sehr unglaublich erscheint, und mit allen anderen Berichten im Widersprüche steht. Der „Köln. Ztg." schreibt man ans Berlin, daß die Unterzeichunng dcs Friedens in Frankfurt nicht cr^ folgen werde und die Zusammenkunft nur vorerst die hauptfächlicheu Schwierigkeiten aus dem Wege räumen sollte, über welche man in Brüssel nicht hinwcqlommen tonnte. Ob Favre und dcr ihn begleitende Finanzmini» ster nnnmehr sofort nach Versailles zurückkehren oder sich zunächst nach Brüssel begeben werden, muß sich zeigen. Der Abschluß des Friedens wird hoffentlich jetzt unter allen Umstünden Fortschritte machen. Pater Hyacinth, bekanntlich auch ein Gegner dcr Unfehlbarkeit, hat an Dulling er einen über-schwänglichen Brief geschrieben: „Mir scheint — heißt es in dcm Briefe — die Zeit dcr Worte ist vorüber und jene der Thaten gekommen. Man könnte ganze Bibliotheken anfüllen mit Büchern, die gegen die maßlosen Ansprüche dcs römischen Hofes geschrieben worden, und dennoch sind diese Ansprüche nur fortwährend ge-wacliscn. Gegen ein derartiges System vermögen die Kundgebungen der Wissenschaft und die Protestation«»» dcs Gewissens nichts. Die Männer, welche dasselbe vertreten, hören nicht auf die Sprache der Wahrheit und Gerechtigkeit, oder vielmehr, in Folge eincr Übermensch' lichen Verblendung glauben sie sich im Besitze von Rechten auf die Moral und dic Geschichte und maßen sich an, diese letzteren nach dem Vorbilde ihrer eigenen Unfehlbarkeit umfchaffen zu wollen. Damit sie endlich die Augen öffnen, werden sie sich an Ereignisse stoßen müssen, die stärker sind als sie, und darin besteht auch, wenn ich mich nicht irre, die furchtbare Züchtigung, welche Gott ihnen vorbehalten hat, und gleichzeitig das unge« hoffte Heil, das er feiner Kirche bereitet. ..Es ist Zeit," wie der heilige Apostel Petrus sagte, „es ist Zeit, daß die Züchtigung beginne durch das Haus Gottes." Muth also, großes und edles Herz, und seien Sie gesegnet dafür, daß Sie sich freiwillig der Gefahr um dcs Hauses Israel willen entgegengestellt! Die Starken sind aus unserer Mitte verschwunden uud haben sich znr Ruhe gelegt, aber Iehooah hat Sie in Ihren alten Tagen zu neuen Kämpfen und neueu Siegen erweckt!" ____ Aus Frankfurt a. M. ließ sich ein Berliner Blatt unmittelbar nach Eröffnung der Confcrcnzcn vom 0. Mai schreiben: Die gestern hier eingetroffcncn französischen Bevollmächtigten sind: Jules Favre, Pouyer Qucrtier, Graf Bastard, Salignac-Fcnelon, de Goulard, dc Elerq und Schneider. Von deutschen Diplomaten sind anwesend: Fürst v. Bismarck, Graf u. Hatzfeld, Henkel v. Donnersmart, v. Alvens-leben, v. Wartensleben, Bucher, Graf v. Arnim, Gc-heimräthe Ilcck. und Meves. Letztere drei sind von Brüssel hierhergekommen. Als Bismarck eintraf, wurde er am „Hotel zum Schwan," dessen Hof beleuchtet war, von der Menge mit Hunahrufcu begrüßt. Er sah mißvergnügt und abgespannt aus. uud es lostet ihm, so sehr er auch ..als galanter Mann" sich in der Gewalt Hai. sichtlich einige Anstrengungen, um das übliche Lächeln und die unumgänglichen, verbindlichen Danlcsworte für die Dame — Frl. v. Madai ^- zu finden, welche ihn mit Ueberrcichung cincs Blumcnbouquets begrüßte. Auch Favre trägt in seinem schwernmthia.cn Gesicht einen Wiederschein dcr anf ihm lastenden schweren Mission. Der Mann ist alt geworden, sehr alt. Scin Haar ist weiß nnd der Körper ermangelt sehr der Elasticität, welche demselben, seinem Alter naä», inncwohncn könnte 784 Eine eigenthümliche Ironie des Schicksals wollte es, daß der Mann der historischen Thränen von FerrimcS, welche ihm die Forderungen des damals noch „eisernen Grafen," die, Faure's Meinung nach, die schmachvolle Erniedrigung Frankreichs bezweckten, erpreßt hatten — daß dieser Mann mit dem Motto „Keinen Zoll unseres Bodens und feinen Stein unserer Festungen," vom Westbahnhofe lommcnd, seinen Weg durch die Trinmph-ftfortc nehmen mußte, wo die «Germania" ihren Söhnen, auf deren Rückkehr sie nun seit zwei Monaten vergeblich harrt, die Siegeskränze entgegenstreckt. Ob er Mitleiden haben wird mit der lubendcn Sehnsucht der Mutter, ob er uns den Frieden, den Truppen die Heimkehr bringen wird, dieser Mann der Thränen? Es fehlt einstweilen noch an jedem Anhalt über den Gegenstand der Vcrhandlnngen, welche die Diplomatie der „beiden ersten Culturvölter" gegenwärtig mit einander führen. Viel colportirt und von officiöser Seite scheinbar ostensibel verbreitet wird die Version, es handle sich bei der Conferenz weniger um die finanzielle, als um die Interventionsfrage. Da Preußen ein entschiedenes Interesse an Beendigung der Pariser Wirren hat, so ist eine solche Combination sehr nahe liegend und man braucht, um dieselbe vernehmen zu können, nicht gerade aus of-ficiöscr Quelle zu fchöpfen. Der Dnrgcrkricg in Frankreich. Der „Times" wird aus Versailles vom Freitag telegraphirt: ..Heute fand der gewöhnliche Artillerie-lampf im Süden statt. Das Fort Issy schießt noch immer. Kein Creigniß von Wichtigkeit ist bisher eingetreten. Einer der Generale, welcher ein Armeccorps führt, protestirt gegen den Plan, Paris durch ciuen Verrath der Insurgenten zu nehmen. Er sagt, die Armee wolle in Paris durch eine von den Truppen gemachte Bresche einziehen, und nicht durch ein von Verrath geöffnetes Thor. Bis jetzt sind von den Truppen über fünftausend Gefangene gemacht worden. Man fchickte sie nach Belle-Isle, Rochefort und anderen Plätzen." Der Chef der Executive richtete folgende Depesche an die Behörden der Departements: Versailles, 4. Mai, Abends. Während die GelagerungSarbeiten um das Fort Issy fortgesetzt werden und sich anderen bedeutenderen Werken an der Enceinte anschließen, führte die Division Lacretelle eine äußerst kühne Operation gegen den Moulin-Saquct aus. Sie stürzte sich gegen diese Stellung, nahm sie, machte dreihundert Gefangene und erbeutete acht Kanonen. Der Nest der insurgirten Truppe ergriff die Flucht und ließ bei 150 Todte und Verwundete zurück. Die Approche-Arbeiten schreiten mit einer von allen Sachverständigen bewunderten Raschheit vor und diese verspricht Fianlreich das Ende der Prüfungen und Paris die Befreiung von den Tyrannen, welche eS bedrücken. A. Thiers. Die officicllen Rapporte der Commune werden immer dürftiger und monotoner. Die wichtigsten Bulletins vom 5. Mai lauten: „Van ves - Issy. Ein Posten Versailler von zehn Mann wird gefangen genommen. Die Verluste der Persailler (wann? wo?"> betragen 200 Mann ; die Jäger-Regimenter haben am meisten gelitten. Von 2 bis 3 Uhr lebhaftes Geschütz- und Gewehrfeuer; die Batterien der Füderirtcn löschen das feindliche Feuer aus." „Point-d u«I our. Nichts Vcmcrkenswcrlhes. Unsere Kanonenboote und dic Gastiunm <»? lind (i^ wechselten gestern einige Zchnssc nni oc» Batterien von Mcu» don, Grimborion und Clamart. Das Feuer dauerte von 10 Uhr Morgens bis 4 Uhr Nachmittags." Außerdem gibt der Ki'icgSdclcgiitc Nosstl neben einer kurzen Note übcr die Affaire von Moulin»Saquet noch folgende Meldung aus: „Der Bahnhof von Clamcnt ist in dcr Nacht vom <>. zum 4. von den Trnftpcn der Commune wieder besetzt worden. Das Schloß Issy wurde am 4. um 3 Uhr Nachmittags iu Brand gesteckt nnd von dem Feinde geräumt. Die AuSbesserungSarbcitcn an dem Fort von Issy gehen mit großem Eifer vorwärts." Eine Ordre des Kriegsdclcgirten verbietet streng die Ausfuhr von Reit- und Zugpferden aus Paris; eine andere lautet: An den Bürgcr Wctzel, Oberst in Ifsy. Bürger! Sie haben zu wiederholten Malen das Verlangen nach Verstärkungen direct an den Commandanten des Stadthauses oder an den Commandanten der Marine-Truppen gerichtet, ohne sich der Vermittelung Ihres unmittelbaren Vorgesetzten, des Generals La Cecilia, oder selbst der Vermittlung des Kricgsdclcgirtcn zu bedienen. Dieses ganz ordnungswidrige Verfahren zwingt mich, Ihnen Ihr Commando abzunehmen. Sie werden nach Paris zurückkommen und sich mir zur Verfügung stellen, nachdem Sie behufs Nicderlegung Ihres Dienstes die Befehle des Generals ^a Cecilia eingeholt haben werden. Gruß und Brüderlichkeit. Der Kriegsdclegirtc: Rosscl. Der Ueberfall von Moulin Säquet wird vom ..Mot d'ordre" folgendermaßen geschildert: „Moulin°Saquct ist bekanntlich einc ungeheure Rcdoute, start wie ein Fort, auf dem Plateau von Villcjuif. In der Nacht von Mittwoch zu Donnerstag nun. gegen 11 Uhr, kamen aus einer Erdbiegung plötzlich 300 Vcisail-lcr zum Vorschein. Sie näherten sich der äußersten Schildwache und gaben auf den Anruf dcrselbcn das Losungswort: „Dächer!" Sogleich stürzen sie sich auf die Sctnldwachc und werfen sie zu Boden. Sie waren sämmtlich alö Nationalgarden verkleidet und dringen ohne Geräusch in das Vager ein, wo die 1., 2. und 3. Compagnie dcS 120tcn Bataillons uutcr den Zelten fest schliefen, viele von den Leuten fogar, um sich besser auszuruhen, ihre Schnhe abgelegt hatten. Die Vcrsaillcr durchforschen jedes Zelt und ermorden mit dem Vajonnct oder dem Säbel etwa 40, verwunden etwa 30 unserer armen Soldaten; nur einige Wenige können entschlüpfen und sich in den Schanzen verbergen. Nun stürzen sich diese blutdürstigen Tieger auf die Schießscharten, massacriren hier noch einige Kanoniere, die eingeschlafen waren, bespannen die Geschütze, die ihnen am leichtesten transportabel scheinen, mit Pferden, welche sie zu diesem Zwecke mitgebracht hatten und fahren in der Richtung von Vitry davon. Auf halbem Wege sind ihncn zwei unserer Siebcnpfünder in den Graben gcfal-lcn, wo wir sie kurz daranf gefunden und nach der Redoute zurückgebracht haben. Eine andere Abtheilung drang in die Straße „Sa-cmct prolongöc" und nahm einen Theil des 55. Bataillons gefangen. Gallien, der unwürdige Commandant dieses Bataillons, der unter den Gefangenen war, rief dem 133. Bataillon zu, sich ebenfalls zu ergeben; die- selben wiesen den Rath zurück und setzten sich energisch zur Wehr, worauf die Versailler sich zurückzogen. Das Gemetzel in Olamart. „Dem 22. Chasseur-Bataillon der Versailler." schreibt der „Timcs"-Corrcspondcnt „gelang es, in die Station von Clamart einzudringen, ohne einen Schuß abgefeuert zu haben. Mit tatzcnartigcr Beharrlichkeit hat-teu sie drei Stunden im Hinterhalt gelegen, bevor sie auf dic schlaftrunkenen Insurgenten losbrachen. Zwischen 11 und 12 Uhr Nachts bewegte sich ihre erslc Colonnc vorwärts. Als sie sich näherte, ricf eine Schildwache außerhalb dcö Bahnhofes ihr gewöhnliches „Wer da?" Einer dcr vordersten Leute der Colonne antwortete: „DaS 22. Bataillon dcr Nationalgardc." Die Schildwachc ging in die Falle und licß die Colonne rnhig avanciren. Im nächsten Augenblick war dcr Bahnhof umringt. Beim Eindringen in denfelben fanden die Chasseurs zwei Va-taillonc Nationalgarden und eine Compagnie Franc-tireurs. Ungefähr ein Dritthcil dieser I.isurgenlen waren in tiefen Schlaf verfunlen, als das Gemetzel begann. Sie sprangen auf und versuchten Widerstand zu leisten, der uatürlich sehr schwach war, da die Wenigsten ihre Gewehre bei der Hand hatten. Wie hilflos sie waren, ergibt sich auS dem Umstand, daß die Anzahl der Todten und Verwundeten auf dcr Seite der Truppen gerade fünf betrug, während beträchtlich übcr 200 Insurgenten auf der Stelle getödtet wurden. Dem Rest gelang eS, hinauszubrcchen und in der Richtung dcr Forts VanvcS und Issy zu laufen. Die Truppen verfolgten sie, bcstäN' dig feuernd, und als die Garnisonen dcr beiden Forts das Musketen-Feuer bemerkten, glaubten sie, es sei ein Sturm und eröffneten ein fürchterliches Fcuer von den Wällen. Dergestalt in offenem Feld von Freund und Feind beschossen, fielen die unglücklichen Flüchtlinge in solcher Zahl, daß der Boden weit nnd breit mit Todten und Verwuudeten bedeckt war. Die Scene war schrecklich. Das Geschrei dcr Hilflofen fcholl grauenhaft durch die Nacht. Stundenlang nachher, als die Chasseurs sich im Bahnhof festgesetzt hatten, befahlen einige Officiere, durch das Jammern gerührt, ihren Soldaten, hinauszugehen nnd die Dulder hereinzubringen; aber das Gc-wehrfcuer von dcn Forts zwang sie, sich hastig zurück-zuziehcn. Einc ähnliche Scene soll sich übrigens auch bei Scnciy (hart bei Moulin-Saquct) südwestlich von Issy zngclragcn haben. Die Truppen überraschten daselbst die Insurgcutcn, tödtetcn 150 und nahmen 400 gefangen. Mgesneuiglieiten. — (Allgemeiner Beam t e nverein.) Die 6te ordentliche Generalversammlung dcö allgemeinen Beamtenvereines der österr.-uug. Monarchie findet Samstag den 13. Mai, 5 Uhr Nachmittags, im großen Saale der tai< serlichen Akademie der Wissenschaften statt. Dcr Rechenschaftsbericht pro 1870 kann im Vereinsbureau, Himmel-pfortgassc, Nr. 6 entgegengenommen werden. Wir lassen hier zugleich den Gcbahrungöauöwcis dieses Vereines pro April d. I. folgen. Seine Thätigkeit in dem verflossenen Monate war eine sehr rege. Zahlreiche Localversammlunge» fanden statt, welche gewiß nur geeignet waren, in den betreffenden Mitgliedergruppen frisches Leben zu wecken und denselben allgemeinere Beachtung und Theilnahme zu verschaffen. Zwei neu gegründete Borschußconsortien, in Pr^'ß-nitz und in Wien, Landstraße, begannen mit 1. April ihre ------------------------------------------ ------- - -" Zur Frage über die physische Erziehung des weiblichen Geschlechts. ES ist ein sehr wunder Fleck, den wir hier berühren. Vorurtheilc übcr weibliche Bestimmung und weibliche Bildung einerseits, Weichlichkeit und Genußsucht andererseits, die Macht der Gewohnheit und die vi« iiwr-liuo, und wie die schlimmen Factorcn alle heißen, haben schwere Mißslände großgezogen und ein ernstes Wort dagegen dürfte wohl an der Zeit sein. Daß daS weibliche Geschlecht an leibliche Gesundheit. Kraft und Frische dieselben Ansprüche hat wie das männliche, wird gewiß Niemand läugncn wollen, ja wir werden hinzusetzen müssen, daß es dieser Eigenschaften sogar in weit höherem Maße bedarf, als man in der Regel meint. Schon die gewöhnliche Arbeit unserer Frauen im engen Kreis des Haushalts ist, wenn auch unscheinbar, doch mitunter sehr anstrengend. Noch ungleich schwerer aber fällt der Beruf des Weibes zur Mutter ins Gewicht, welcher Anstrengungen, Verleugnungen uud Opfer verlaugt, für die der Mann kaum einen Maßstab hat. Und dann die Krankenpflege, hiesen aufreibenden Dienst der sich selbst verleugnenden Liebe, wer anders übernimmt nnd besorgt ihn nls die Frauen? Wer kennt und zählt da die Tage voll äußerer Mühe und innerer Schmerzen und die langen bangen Nächte ohne Schlaf, welche die Frau am Krankenbette deS Gatten, die Mutter an dem dcs Kindes, die Tochter an dem dcr Eltern, ja die Diakonisse und die barmherzige Schwester am fremden ^eidenSlager zubringt? Und man nimmt es meist nur so hin, als ob e« sich vm, selbst verstünde, weil es in der stillen Anspruchlosigkeit aufopfernder Aebe geschieht. In der That, wenn kein anderer Grund vorlüge zur sorgfältigsten Pflege dcr weiblichen Kraft und Gesundheit, es wäre entscheidend genug. Allein es kommt noch der hochwichtige Umstand hinzu, daß uur gesunde und kräftige Mütter auch gesunde und kräftige Kinder gebären können und daß das leibliche Wohl und Wche unserer ganzen Zukunft von dieser Bedingung abhängt. Daß aber, und damit kommen wir auf den Ausgangspunkt unserer Frage zurück, der Gesundheitsstand des weiblichen Geschlechts in dcn gebildeten Kreisen — denn nur von diesen sprechen wir hier — als ein sehr bedenklicher bezeichnet werden muß, ist einfache Thatsache. Nicht nur leidet es eben an dem gemeinschaftlichen trau-rigen Erbe langer Generationen, sondern es kommen bei ihm auch noch eigenthümliche Uebclständc hinzu. ES ist von früh an weit mehr zu sitzenden Arbeiten in dcr Stubenluft verurtheilt alö das männliche. Denn das unreife Mädchen wie die reifende Jungfrau sind bereits ebenso lange an die Schulbank gefesselt als der zu Stu< dien bestimmte Knabe uud Jüngling, nach der Schule aber haben sie zu Hause vor allem ihre gleichfalls stets wachsenden Schularbeiten zu fertigen und wenn endlich in dcn sparsamen Freistunden der Knabe dann wenigstens auf dem Turnplatz oder im fröhlichen Spiel sich tummeltt darf, sitzen sie abermals am Strickstrumpf oder am Stickrahmen im Zimmer und noch dazu in gebückter Stellung und mit eingedrückter Brust, oder auch an dem Kindcrroman und bald darauf am wirklichen Roman oder gar an dem meist miserablen Zeug in dcn Feuilletons mancher Tagblätter. Und um das Maß dieser Unbilden voll zu machen, kommt noch einerseits dic verkehrte Kleidung mit dem alten Krebsschaden des Schnür- leibs, andererseits die wachsende Gennßsucht unserer Zcit dazu, dcr die Schwäche der Mütter nicht zu widerstchc« vermag. Was Wuudcr, wenn dann die oben gcnannttn allgemeinen Gebrechen noch durch sehr bedenkliche weitere Zugaben gesteigert werden: dic Neigung zu Verkrümmungen nnd ihre zerstörende Einwirtnng ans die Ärust, die immer häufiger und verderblicher auftretende Blutarmuth, Glutucrdcrbniß nnd Bleichsucht, Scrophclü und Nervenleiden u, f. w. Haben doch fogar die Zah'^ ürztc auffallende Zahndcstructioncn, wie sie früher nicht vorgekommen, schon bei jüngern Müdchcu bcmcrkt. ^s ist daher gewiß teiuc Uebertreibung, wenn Abhilfe verlangt, dringend verlangt wird. Und wic soll diese li^ schchen ? Daß verschiedene Factoren, leibliche nnd geistig, dabei zusammenwirken müssen, versteht sich von selbst» ES sind dies einerseits physische Bedingungen, richtig Ernährung und Bekleidung, reichlicher Genuß dcr f^' scheu Luft uud vielfache zweckmäßige Bewegung, andcw-scitö größcrc Einfachheit der physischen Entwicklung u»d ein größeres Ebenmaß von leiblicher und geistiger Tya" tigkeit. Hinsichtlich der Kleidung, die hiezu freilich tn"' Despotismus dcr Mode cutrisscn werden müßte, h"ln" wir bereits auf die unvernünftigen Schnürbrüste ans mcrtsam gemacht, nud fügen hicr blos bei, daß ihre nicln selten zerstörenden Wirkungen teinc Fictioncn, soi'd"'' bei Scctioncn vielfach anatomisch nachgewiesen wcndci sind. Mögen die Mütter dicS beherzigen. Die wichtig sten Bedingungen übrigeuS sind Luft und Bewcgl»'^-Daß dcr Gcnuß der frischen pust ein wahrer ^ew" balsam ist und blutreinigcnd, belebend und zugleich !> das Nervcnlcbcn beschwichtigend wirkt, weif; man woy' sündigt aber lüglich dagegen. Mein eben so dringen , 785 Wirksamkeit; im Ccntrale selbst wurde die Invaliditä'ts-vensiousvelsicherung und die Versicherung auf Gesundhcitö-und Krankenpflege entrirt. Insbesonders lebhaft ssestaltete sich der Geschäftsfortgang in der Lcbensversicherungsablhei-lung. 442 neue Verträge über 401.149 ft. Capital und 2200 Gulden Renten gelangten zum Abschlüsse, wobei die befriedigende Wahrnehmung gemacht wurde, daß dieses Resultat burch Antragsstcllungcn aus allen Theilen des Reiches zu Stande kam und uicht clwa auf Rechnung der intensiveren Agitation in einzelnen Gegenden zu setzen ist. Todesfälle unter den Versicherten tralcn während des verflossenen Monates 14 ein, in deren Folge 12.700 fl. fällig geworden sind. Die vorgeschriebenen Prämien bezifferten sich mit 25.5'!6 fl. — (Von der Londoner Ausstellung.) Am Samstag wurdc d!c österr..-ulig. Abtheilung der Londoner Ausstellung von der Königin besucht. Die Eommissäre Wertheim und Posner hatten die Ehre, Ihrer Majestät eingehende Mittheilungen über die vertretenen Industrie zweige Oesterreichs und Ungarns zu machen. Die Königin zeigte sich von den ausgestellten Gegenständen sehr bcfrie, bigt. Die Exposition ist im Ganzen von nahezu 10.000 Kunstlern und Industriellen beschickt worden; eine zweite Verbessertc Auflage des Katalogs, welcher zwei Bände umfaßt, wird in ungefähr acht Tagen ausgegeben werden. — (Zu arm.) Am 3. d. Vormittags wurde unter den Nömersteinen der Abteikirche in Cilli die Leiche eines neugcborncn Kindes entdeckt; daneben lag ein Zettel, welcher in slovenischer Sprache die Worte enthielt: „Peter bin ich getauft; die Mutter ist zu arm, um mich beerdigen zu lassen." — (Eine kleine Passion.) Bekanntlich haben nächst der Bahnstation Trieben in Steiermark drei Bursche im Alter von 15 bis 20 Jahren auf die Bahn Steine und Vrctter gelegt, damit der Zug entgleise. Die Frevler Wurden dem Untersuchungsgerichtc Liezen eingeliefert und sollen bei ihrer Vernehmung als Grund ihrer Handlung angegeben haben, sie seien neugierig gewesen, das Hinabstürzen des Trains über den Eisenbahndamm zu sehen. — (Lanowi rthschaftl iches.) Während in un-seren Gegenden fast Tag um Tag Regen bringt und dabei eine für die Jahreszeit ungewöhnlich niedere Temperatur vorwaltet, liegen aus Oberitalicn und namentlich aus Pie-lNont und Sardinien Klagen über allzu frühzeitige Hitze und allgemeine Dürre vor, die sich selbst dort fühlbar macht, wo man über künstliche Bewässerungsmittel verfügt, wie z. B. am Ecmal Cavour. Es fehlt an frischem Futter für bie Heerdcn und die Bauern mähen die Octreidehalme, von denen sie ohnedies kein Erträgniß erwarten. Aus diesem Grunde und in Folge der Befürchtungen, daß die am südlichen Ufer dcs Lago Maggiore zum Ausbruch gelaugte Rinderpest sich weiter verbreiten könnte, ist auch Hornvieh sehr im Preise gesunken. — (Das Attentat bei Rothschild.) Nachdem die Physici, welche C. Müller, der die mit Nitro-Glycerin gefüllte Bombe im Nothschild'schcn Hause in Frankfurt gelegt hatte, hinsichtlich seines Geisteszustandes untersucht, ihr Urtheil abgegeben und diesen für vollständig zurechnungsfähig, wenn auch für einen Phantasten erklärt haben, hat Nun die regelmäßige Untersuchung gegen denselben begonnen. Derselbe wurde, wie Frankfurter Blätter melden, am Samstag znm Untersuchungsrichter transportirt. — (Die Braut von Lammermoor.) Dem "Athenäum" zufolge hat Lord Selkirk bei einer Durchsicht seiner Familienpapiere zufällig den Heiralscontract der ' Vraut von Lammermoor entdeckt. Derselbe trägt die Unter- schriften David Dunbar (Bräutigam), Janet Dalrymple (Braut), James Dalrymple (Vater der Braut), Valdron (Vater des Bräutigams). Einer der Zeu^n, so fährt die genannte Wochenschrift fort, kann aber eben fo gut der Bruder der Braut sein, welcher hinter dieser zur Kirc^^ ritt uuo dessen Dolch bei dem Morde gebraucht worden sein soll. Das Facsimile dieses Actenstttckes, welches demnächst der Jubiläumsausgabe der Waverley-Romane beige-gebeu werden soll, zeigt in der Unterschrift der Braut nur wenig Zittern. — (Concurrenz für die siamesischen Zwil-lingc.) Barnum, der unvergleichliche Yankee, hat nnS Europäern wieder einmal einen „noch nie dagewesenen" Genuß zugedacht. In Liverpool ist nämlich eine Samm« lung menschlicher Kuriositäten eingetroffen, welche die euro- GR. Dr. Suppan referirt wegen Bestellung eineS Supplenten an der St. Pelersschule wegen Erkrankung des dortigen Lehrers und stellt folgende Anträge: 1. Es sei sich an den k. k. Landesschulrath sum ^Zuweisung eines geeigneten Supplenten aus der Lehrcrpräpa-randie und um Bestreitung der SnbstitnirungsgMhr auS dem Normalschulsonde mit dem zu wenden, daß, wenn der k. t. Landesschulrath diese Kosten nicht auf den Normalschulfond übernehmen wollte, die VeilragSratcu feiten« der Stadtgemeinde und der concnrrirendcn Landgemeinden festgestellt und dieselben mittlerweile vorschußweise aus dem Normalschulfondc besorgt werden. 2. Der Magistrat wird mit der Durchführung beauftragt. Die Anträge werden einstimmig angenommen und hiemit die Sitzung geschlossen. — (In der Affaire Lerchenthal wegen Bigamie) hat der oberste Gerichtshof daö Urtheil des Ober« landesgerichtcs bestätigt, wornach Über Berufung des Herrn Dr. Razlag, als Vertheidigers des Angeklagten, entschieden wurde, daß vorerst die civilrechtliche Verhandlung über die Gilliglcit der in Mexico geschlosseneu Ehe des Lerchenthal abzuführen und erst nach Maßgabe des Resultates die strasgerichtliche Untersuchung einzuleiten sei. — (Zum Eisenbahnunfall bei Rosen? h e i m.) Bei dem am verflossenen Samstag auf der dänischen Linie bei Roscnheim stattgefundeuen Eisenbahnunfalle wurde auch der vor einigen Tagen auf Urlaub abgereiste Hofrath des Handelsministeriums Dr. Klun, welcher mit feiuer Gemalin auf dcr Reife nach Luzern in der Schweiz begriffen war, hart betroffen, indem dessen Gcmalin hiebei eine schwere Contusion erlitt, in Folge deren sich innere Vlutungeu einstellten, so daß sie schnell in München ärztliche Hilfe snchen mußte. Ein von vorgestern vom Hofrathe Klun an feine Verwandten in Wien aus Luzern eingetroffenes Telegramm bringt jedoch die beruhigende Nacl^ richt, daß der Zustand feiner Gemalin nicht lebensgefährlich sei. — („Sokol.") Der Ausschuß kündigt in der „Novice" einen am 14. d. M. stattfindenden Ausflug über Dravlje und Gleiuitz nach St. Katharina an. Auf dcr Rückkehr um 12 Uhr Mittagsessen in Zwischenwässern. Nachmittag Musik. Abends 10 Uhr mit der Eisenbahn nach Laibach zurück. — (Eoncurse.) Beim Bezirksgerichte in Sittich ist die Stelle des Bezirksrichterö mit dem Gehalte von 1300 st. eventuell 1500 st. zu besetzen. Concurs bis 25ten Mai. — Zwei Stiftftlätze dcr Graf Engelshauscn'scheu adeligen Stiftung, jede mit dem lebenslänglichen Genusse jährlicher 560 st. sind zu besetzen. Bewerbungen bis 20. Juni d. I. — Amtsdienerstelle beim Bezirksgerichte in Obcr-laibach, Gehalt 250 fl. Bewerbungen bis 28. Mai. — (Postalisches.) Aus Anlaß der nunmehr täglich zweimaligen Eisenbahn-Hin« und Rückfahrt zwifchen Laibach und Tarvis traten mit 1. Mai 1871 nachstehende Einrichtungen im PostVerkehre in Wirksamkeit: Mit beiden Zügen der Bahn werden bis Tarvis fahrende Postämter verkehren. — Die Eilfahrt nach Krainburg, refp. im Sommer bis Veldes, dann die Reitpost Laibach-Villach und retour werden aufgelassen. — Für die Verbindung zwischen Tarvis und Villach ist durch Malle- und Eilfahrten neuen Systems mit unbedingter Passagiersausnahme vorgesorgt. — Die Mallefahrt Krainburg'Klagenfurt und retour wird sich in Krainburg an den Frühzug von Laibach und an den Abendzug nach Laibach anschließen. — Für die Verbindung von Kropp und Steinbüchel mit Pod-nart ist durch eine dreimalige Botenfahrt vorgesorgt. — Die an der Bahn gelegeneu Postämter werden mit den bezüglichen Bahnhöfen mittelst Botenposten in Verbindung gefetzt. Korrespondenz. X Aus Obcrkrain, 9. Mai. Während, als ich daS letzte mal an Sie fchrieb, noch alle Berge mit Schnee bedeckt waren und nur erst die südlichen Abhänge ein Frühlingsausfehen hatten, ist nun aller Schnee von den Waldgebirgen verschwunden, nur Vater Triglav ist noch weiß, und in den Ruinen des Stol und der Vegunschiza liegen noch Schneemassen, die der Sonnenwärme aber auch nicht n lange widerstehen werden. ,r Die Ebene bietet einen herrlichen Anblick dar. Das d Wintergetreide ist schon schuhhoch, das Sommergetreide ist r auch schon emporgekommen und verleiht den Aeckern jene i, schwer zu beschreibende schöne Farbe von mit Braun ge-d mengtem Grün, dazu das mit Tausenden von Löwenzahn« , und Vergißmeinnicht-Blüthen bunt untermischte Wicscngrün, t die in voller Blüthenpracht dastehenden Pflaumen- und l Acpfelbäume, untermischt mit dem schönen Grün dcr Birn->! bäume, die nur hie und da ein weißes AlUlheubüschel zei- - geu, gedämpft durch das Braun der Blätteranfänge der l Nußbäume und der grün-gelben Eichenblältcr. Aus den i Wäldern tönt des Kukuks Ruf, auf den Feldern singt dic - Lerche und seit einigen Tagen ist unser liebster Sänger, die , Goldamsel, auch schon da. Mitten durch dieses schöne Land. ' schaftsbild zieht sich ein langer weißer Streif, der immer ! weiter und weiter sich bewegt, rückwärts in Luft zerfließend, ) der Qualm dcö Dampfrosses. Wahrlich, Kram ist ein ' schönes Land, die oberkrainer Gegend das Auge, die Perle 1 des Landes! Doch auch der ganz praktisch gesinnte Mensch erfreut sich des Bildes, denn es gibt ihm Hoffnung auf reiche Ernte; Getreide, Futtergräser, Obst, mit Ausnahme !a noch dringender ist tägliche reichliche Bewegung und ^var, wodurch dann beide Bedingungen zusammentreffen, Womöglich ebm im Freien. Für einen ziemlichen Theil ^eser Bewegung wird man nicht künstlich zu sorgen ?"ben, man kann sie füglich dein Instinct der Jugend ^rlasscll. Spiele und Spaziergänge, kleine und größere ""ßlourcn, Baden und Schwimmen, Schlittschuhlaufen ^ a. m. legen sich dcr jugendlichen Lust von selbst nahe ?,^ug. No Gelegenheit zu garten- und landwirthschaft-.^en Nlbeiten ist, da empfehlen sich diese ebenfalls von lkwst. Allein ein zweiter wichtiger Theil, der gegenüber "" unsern künstlichen LcbcnSvcrhältuissen alle die gc- umilen Uebungen in vieler Beziehung zu ergänzen hat, !'!"ß eben auch künstlich geschaffen werden, und dies ist ^ Gymnastik, ^he aber auf diese näher eingegangen ?."den kann, muß eine Vorbedingung besprochen werden, °'e Gewinnung dcr hiczu erforderlichen Zeit. Denn wir ?"sscn cin nicht ganz unbeträchtliches Maß derselben "'ür in Anspruch nehmen. I, , Woher nun diese gewinnen? Wir uehincn leinen Mcmd, sie einerseits der geistigen Thätigkeit, d. h. dcr , Mle und dcu Schulaufgaben, anderelscits den soge-^""ten weiblichm Albcilm abMicheu. Was zunächst "' Schulunterricht betrifft, fo sind wir offenbar all» „s'U aus bedauerliche Abwege gerathen; zumal seit ri<5." ^"i fortwährend anwachsenden sonstigen Uulcr- ll>,>> ?ll "°ch die zwei fremden Sprache»,, Französisch 5W°> Ulisch, ziemlich allgemein in den Lehrplan der udcheuiustitutc eingedrungen sind. Wir wollen ihren in w " ^erth anch fiir das weibliche Geschlecht nicht da, "^ zichm, nur dürfen nicht wichtigere Interesse» 'U''ter leiden. Aber fragen wir doch: waS wollen benn eigentlich für unsere Frauen damit erreichen? Beide Sprachen im mündlichen Verkehr anzuwenden, dazu kommen die wenigsten in die Lage; wenn es sich aber um die Lecture handelt — nun, genügt denn unsere reiche und edle vaterländische Literatur uicht mehr, um Geist und Herz unserer Mädchen zu befriedigen und sie zu mldeu? An das Bedenkliche der modernen französischen Literatur für das weibliche Geschlecht wollen wir gar l'icht eriuucrn. Auch hier beschämen uns die Franzosen und Engländer. Denn wie wenige unter ihren Frauen lernen und verstehen Deutsch, um unsere Geistes-schätzc genicßcu und mit uus sprecheu zu lönuen! So gebcn wir denn beide Sprachen preis, was aber den übrigen Unterrichtsstoff betrifft, fo verlangen wir zwar für unsere Frauen eine edle harmonische Geistes» und Gcmüthsbildung, nicht aber ein große« Maß positiver Kenntnisse. Ein klarer Perstand, richtiger Begriff, cin gebildetes Urtheil über das, was wahr und gut und schön ist, und als Hauplsache ein stiller frommer Sinn, das sind die Eigcuschaftcu. die dem weiblichen Geschlecht scldst die rechte innere Befriedigung geben, dcu Gatten glücklich machen und dcu Kindern und dcm Hause Scgcu dringen. Das aber läßt sich auch mit wenigerem Schulunterricht und wenigeren Schulalbcitcn erreichen, zumal bei der leichteren ssassungsktast und dcm feineren Sinn des weiblichen Geistes u„d dcr Erwägung, daß überhaupt dcr cigcullichc Unterricht uichl allcS thut, fouderu auch die spätere Lecline und vor Allem die Schule des Lebens. Und indem wir so durch Beschränkung dcS Schulunterrichts für Zeit sora.cn. erreichen wir zugleich damit deu zweitgeuanntcu Hauptzweck, eine Veremfa« chuug dcr geistigen Entwicklung und eine Sicherung gegen die Ucberieiztheit des NerveulebenS. (Schluß folgt.) 786 von Birnen, Alles verspricht reichliche Ernte und Alles hofft, daß ein segensreicher Herbst uns für den überaus strengen Winter mehr als entschädigen wird. Nur mit der Bienenzucht steht es noch immer sehr schlecht. Obwohl es der honigreichen Blüthen jetzt genug gibt, so können die Vienen ob des andauernden Nordwindes nicht heraus, und die sich dennoch herauswagen, werden vom Winde vertragen und kommen selten in den Stock zurück. Es dürfte daher im künftigen Winter der Honigpreis um ein Bedeutendes noch steigen. Dafür ist die Iagdausbeute des heurigen Frühjahres eine fehr ergiebige. Eö wurden bis zum heutigen Tage der Furstverwaltung der Ilovca-Waldungen allein 15 Stück Auerhähue eingeliefert. Außerdem wurden in den Privatjagden viele geschossen, trotzdem so mancher Hase den sich von Tag zu Tag mehrenden Wildschützen als willkommene, wenn auch ungesetzliche Beute zufiel. Durch den seit ersten Mai eingeführten viermaligen Verkehr der Bahnzüge ist die Benützung der Bahn eine noch lebhaftere geworden und steht zu hoffen, daß durch den überaus günstigen Abgang der Züge von Laibach aus, Obcrkrain heuer besonders stark von Touristen besucht sein wird. Wenn nur auch die Bezirköstraßen besser wären! Da man es versäumt hat, dieselben im Herbste zu beschottern, so wurde jetzt, wo gerade der Landmann mit der Feldarbeit am meisten beschäftiget war, die Beschotterung angeordnet. Viele thaten es, Manche auch nicht. Die Misten jedoch führten nur den Schotter auf und ließen ihn in Haufen unausgebreitet liegen, mitunter sogar in der Mitte der Straße. Nnd obwohl schon zweimal das Straßen-comitö die Straßen seitdem besichtigte, so liegen trotzdem heule noch mehrere Haufen unausgebreitet nnd erschweren das Befahren der Straßen ungemcin. Schreiber dieses hat darüber sich bei sehr vielen Concurrenten erkundiget und überall den Wunsch nach Regelung de« Straßenwesens vernommen. Man ist einig, daß es weit besser wäre, wenn die Instandhaltung sämmtlicher Bezirlöstraßen durch eine Minuendo-Licitation an Jemand ganz hintangegeben und die Kosten auf den Stcuergulden repartirt würden. Selbst der Einwurf dagegen, daß dadurch dem unbemittelten Kaischler, der lieber die Arbeit leiste, als zahle, Unrecht geschehe, ist nichtig, indem sich mehrere derselben dahin aussprachen, daß sie lieber zahlen, indem bei dem großen Arbeitermangel, der in Ober-krain herrscht, jeder im Taglohn mehr verdient, uud mit-hin licber die geringe Quote, die auf eine Klafter Straße kommt (nnd mehr als eine Klafter hat kein einziger Kaischler), bezahlt, als daß er mit der Herstellung der Straße mehrere Tage im Jahre versäumen sollte, da die Bertheilung der einzelnen Straßentheile eine solche ist, daß mancher mehr als eine Stunde Weges bis zu scinem Etraßeuauthcile vom Wohnhause aus hat. — Es ist daher in vielen Kreisen der Wunsch rege geworden, daß unsere ^andtagsabgcordnelen in der nächsten Session obigen Vorschlag als «ntrag bei dem hohen Landtage einbringen möchten. In gleichem Zustande wie die Straßen befinden sich die Brücken. Bei der Brücke über die Beguuschiza auf der Ncumarktler Straße ist ein Brückling schon monatelang durchgebrochen, und mehrere andere sind schon sehr schlecht, trotzdem geschieht nichts. Daß hiebei Vcruuglückmi-gecl vorkommen, ist natürlich. Schon vor einem Jahr im Sommer verunglückte ein Pferd des Herrn Ritters v. G. aus Laibach auf der Veldeser Brücke, indem es einen mol> schen Vrückling durchtrat. Freitag, den 5. d. M., verunglückte ein Pferd des Herrn W. aus Nadmannsdorf auf einer kleinen Brücke vor Ncudorf auf der Bezirksstraßc von Zapus nach Rad-wannödorf, intzem es unt beiden Füßen zwischen zwei Brücklinge kam, weil der mittlere, als nur angestückelt, nachgab. Und so noch mehrere andere. — Wir hoffen, daß von nun an auch den Brücken mehr Aufmerksamkeit wird zugewendet werden. Neueste M (Original - Telegramm der „kaibacker Zeitung.") Frankfurt, R<>. Mai 3 Uhr. Der definitive Frieden zwischen Frankreich und Deutschland wurde soeben unterzeichllet. Wien, 9. Mai. Nach Schluß der heutigen Plenarsitzung des Alia.coldiiete!ilMlseö fal,d eine Sitzung des BerfasslmgsllllSschusscö slalt, in welchem dic Frage bezüglich dcr Delegationöwahlen zur Sprache gelangte. Der Ausschuß cntschicd sich dahin, dcm Plenum dcs Hauses vorzuschlagen, es sci eine neue Wahl dcr Dcle> gationsmitglicdcr vorzunehmen, Abg. Dr. Stnrm wurde zum Berichterstatter gewählt. Paris, ^). Mai. (Tr. Z.) Meillct wurde zum Commandanten des Forts Bic5trc ernannt. Domdrowsly soll das Olicrconliilanoo anvertraut werden. Das Fort Issy wurde gestern vollständig geräumt. Dic Einschließung von Paris von Genneuillicrö bis Iory ist voll« ständig. Die Commune setzte den Vrotprris auf 50 Centimes per Kilogramm fest. Paris, l». Mai. (Tr. Z.) Das „Journal dcr Commune" sagt, Issy sci nur momentan aufgegeben, Verstärkungen seien dahin abgesandt. Versailles, 9. Mai. (Tr. Z) Ein Circular.! schreiben Thier's gibt die Besetzung des Forls Issy! bekannt, lobt die Tapferkeit dcr Truppen, hcht den ge<' sicherten Erfolg dcS Nng'iffsplalics und daö Ende dcö Bürgerkrieges hervor, Versailles, 9. Mai, 7 Uhr Abends. Iu dcr Assembly bestätigte Picard die Besetzung des Forts Issy. Dctnils fehlen noch. Privalbcrichte versichern, daß tcin Gefangener gemacht wurde, weil die Insurgenten daS Fort während der Nacht räumten. Andere Nachrichten sagen, die Besetzung sei durch einen unterirdischen Weg bewerkstelligt worden. Berlin, 9. Mai. In der heute Vormittags im kaiserlichen Palais stattgehabten Militar-Cotifcsenz, welcher dcr Kronprinz, Mollkc, Podbiclski und Trcölow anwohnten, machte dcr Kaiser Mittheilungen über den Stand dcr Frankfurter Verhandlungen, und wurde bestimmt, zur raschesten Rückbeförderung dcr Gefangenen alle Voranslalteti zu treffen. In erster Neihc sollen dic Turcoö hcimgcscndct werden, auf dercn unucrwcillc Rückbeförderung dic Vcrsaillcr Regierung besonderen Ac-! cent legt. Zwei hervorragende Ingenieure vom Gcncralstav? wurden nach Frankfurt beordert, um bei der Lösung einiger Schwierigkeiten betreffs dcr Grcnzrcgulirnug behilflich zu sein. Allc Vedentlichlcitcu und Zweifel hinsichtlich des Friedensschlusses sind beseitigt; die Verpflcgungsgclder fnr dic abgekürzte Occupcttilliiszeit und dic Zahlung dcr ersten Milliarde Contribution sollen durch eine von Frankfurt aus negociirle Anleihe gesichert werde». In einem Scpcnat-Nblommen soll im beiderseitigen Interesse dic deutsche Intervention zur Unterdrückung dcr Pariser Anaichi? vereinbart scin, falls es den französischen Re« gieru'.igstrnMn nicht gelingen folltc, dieselbe in bcstim-ler ssrist zu bewältigen. Auf beiden Seiten herrscht in Frankfurt dic rcgste Thätigkeit. Petersburg, 9. Mai. Die Gemalin des Groß-fürstcü-ThronfolgerS, Großfürstin Marie Fcodorowua, ist cincs Sohnes entbunden worden. Dcr römische Correspondent der „Vazctta o'Italia" berichtet, daß der Papst in seiner Antwort an die Deputation seiner Beamten und seines Militärs, welche er am 5. d. M. empfing, unter andern eine Aeußerung machte, deren Wichtigkeit nicht unterschätzt werden kann. Dieselbe lautet im italienischen Original: „o^oi'ß im-po^idilo elio «1 MLÄ tMvi'o piano äomiiiio 8MA äi im ix)p0io, hulmäc» yuttsw Mwio lur climo8<.rtl,w eliili- Nachrichten ans München lassen es, nach der „Boh.", nicht unwahrscheinlich erscheinen, daß dort cine durchgreifende Ministeroeränderung bevorsteht, bei welcher Fürst v. Hohcnlohc und Herr v. Lutz eine hervorragende Nolle zu spielen berufen scin dürsten und die nicht blos in politischer Beziehung eine Bedeutung hätte. Ä^n hat nämlich Ursache anzunehmen, daß das neue Cabinet durchwegs aus Männern zusammengesetzt winde, welche dcr Döllinger'fchcn Richtung näher ständen. In cincin solchen Falle halten denn auch K.nner dcr in der bail' rischen Hauptstadt herrschenden Stimmung die Auflösung dcr Kammer für wahrscheinlich, da das neue Ministerium auf eine Verslärlung seiner Anhänger bei Neuwahlen zählen würde. ^ Telegraphischer Wechselcours vom 10, Mai. 5per.'. Mctalliane« 59.10. — 5pcrc Mtallic,u:s mit M°«-und Nolxmocr-Zlusen 59,10, — 5p?rc, Naiioiial-Auleheu 68.?^ - 1860,'r Staats-Anlchen 97.50. — Vanlacilm 744. — Credit-Acticu 281. — London 125.10. - Silber 122,50, — K, l, Mttuz-Diicateu 5.91. — Napoleoud'or 9,93. Das Postdampfschiff „Germania," Capital, Hebich, gms am 3. Mai :nit 1121 Passagieren von Hamburg nach New-York ad, Kandei und Uolkswirthschastliches. ^aibach, 10. Mai. Auf dem heutigen Markte stnd cr-schicucn: 8 Wagen mit Getreide, 4 Wagcn mit Heu und Stn'b (Heu 25 Ctr., Stroh 33 Ctr.), 28 Wagen uud 4 Schiffe (2li Klafter) mtt Holz. Dur chschuitts -Preise. _________, fl. li. fl. lr. >fi. li.fi. Weizen pr. Mehrn 5 80! «34 Vutter pr. Pfund ! - 40 — - Koni-Saat „ 3 80, 4 10 Eier pr Stück j— I?------ Gerste „ 2 80 3 30 Milch ,,r. Ncch '—10 - Hafer „ 2—239 Mndsleisch pr, Psd, -22------ Halbfrncht „ -------4 70 KaN^isch „ _, 22 — - Heiden « 3— 3 54 Schwcmest^ich,, .26-- Hirse „ 3 20 350 Schijpssl'steifch „ —18—. Kulnrntz „ 3 60 4 — Hahude! p'.. Stück — 50 . . - Erdüpsi! .. 2—!------- 2cm!'eu ,. . I«.. — linsen „ ! 5 50,------- H?il pv, '^litucr 1 50 Erbscu „ ,5—!— Sttcch .. I30i- -- Fisolen „ 5 50------- Holz,hart., pr KM. .. —l c -^ Nmdsfchmal; Pfo, - 50------------- n>e!ch .^, 22" ——l 4 f, Vl'!l,ev, .sir. l Speck, fc-sch. „ — 34 — - Eimer - ">12 - 5,!',i',^erl „ — 42.'------- _ ^.i'-s-,'/ „ __ ^,.'10 ... Angekommene Fremde. Am 9. Mai. >''l«s«,,«. Dic Herren: Hopfgartner, Älagenfurt. — Oz-bolt, Ocrovo. ^ Miihvic, Oerovo.'— Drobnic. ^löduik. — Kriö, Kaufm., Cubar. -Taucer, Cumiueiida. - Tizdar, Haudcls»',, Agram. Äaucic, Besi^er, St, Veit, jtaucic, Agcut. --Nvtt, Post, — Milzli, ilaufm,. Kaniscl'a, Giubilci Rom -Draboiod, Graz. — Niedt, Weißcuf«^, - Kerschiu, Oasl' gcdcr, St. Peter, — Frau Vicic mit Tochter, Fcistriz. ^»T««lt H^^l«'»». Die Herren: Kirnig, C^iumis, st Martin, ^ Entz, Privat, Wien, -^ Vrui:, Ing,!licur, Wien. — Deism- a.cr, Brauer, ^'ack. - Iermauu, Gu^besitzer, 5latzenstein. — Sertic, Kaufm., Wien. — Iahn, t, k Haupüuanu, Vir. -- Milion, t. k. Haufttmauu, Vir. — Koch, l. t, Hauplmaun, Vir. ^ Schock, k. t, Oderlicuteuant, Vir. ..... Mancher, t. k. Haupl- manu, Groß Waraödiu. ^ Ciach, Vaunnicruehmc,', Tarvi'?, " Ogoreuz, Kaufm, Nudolfswcrtl,. Turk, Kaufmann. ll»lv^i»Q>»<»,' »»»'. Die Herren: (^rcislorfcr, Priesto', Graz. — ^,'opic, Priester Graz. — Schmirmaut, Iua.Msisteitt, Graz. -. Malli, Neumarttl. ___5 ^«.Z ^^_________ j » ^ ^ Lü^ « 6U Mg, 325,2^ 4- ? l ! wiudsiill' j hlllbheiter' 10. 2 „ N. z Z25.0? 4-11.8 NW. schwach lheilw. bcw.^ 0..x> 10„ Ab., .'>25.95 > 5.!) NW,s, schw! haldhcitcr ^ Morgcnrolh Wechselnde Bewölkung. Nachmittags schwarz^ Gcwulkc 111 Nurd uud Ost. Etliche Neg^ullopfeu. Da« Tag»>^ mitlcl dcr Wärme -j- 8 3", uiu 2 1° unter drui Normale. Verantwortlicher Redacteur: Iguaz v. Klei u m a n r. Mjenbenchl. ^^."'.^'s^i' ^'^.^ '^"^ °p?'" mtschcidende Kunde r,°„ ^r Entwicklung der dentsch-sranMschen Angelegenheit u„d leg« sich deshalb . Umsalj blub außerordenll.ch be,chranlt und d.c weuigeu Schlüsse, d.e zu Stande t°meu. vollzogen sich zu weichenden Cnrseu. Eiuigc Nebe«papiere ^ 4. Allgemeine Staatsschuld. Wr 100 fi. Geld Waar^ Einheitliche Staatöschuld zu 5 pCi.: in Nute» verzulel.Mai-Nuocmbcr 59.05 59.15 ,, « „ Februar-August 59,0!> 59.15 „ Gtlbcr „ Iäunrr-Iuli . 6890 69.— „ „ „ Aftnl-October. 68.70 68.80 Vysv »' I. 1839..... 295.50 296.— „ „ 1854 (4'/..) zu 250 s>. 91.- 92.-., <, I860 zu 500 si. . . U7.— <,? 20 „ ,, 1860 zu 100 st. . . ,09 25 109.75 „ „ 1864 zu 100 fl. . , 126 — 126.20 KlMtö-Domäueu-Pfaudbrirfc zu 120 st. ö, W. i,i Silber . . 124.50 125.50 ll«. Orundentlast«lN,>s-Vl'!igatioi!!e:«. Fi!r 100 st. ^'lü Waar.^ Vl'.hmcl. ..... zu5plll 96.— 97. Galizicu .... „ b „ 74,50 75,— Nieder-Oesterreich. . „ 5 „ 9?.— 97.50 Ober-Oesierreich . . „ 5 „ 94.— 95 — Siebenbürgen ... „ 5 „ 75,— 75,25 ^^lermar' ... „5«, 93.— 94^ llugaru .... „ 5 „ 79 90 80.20 ^'. Andere üffctttlicke Anlehen Doliaurcgnlirnngelose zu 5pEt. 95.25 l»5.50 Nüg. Eifeubnhnaulehru zu 120 fl. ii. W. Silber 5"., pr. S»!tt 107,40 l07.60 Ung, PrllMN'uanlehen zu W0 st. Y. W. (75 st. Viuzahl.) pr, KtUlt 92 20 92.50 Wiener Commuualanlchcn, nick- Geld Waare zahlbar 5 pCt. silr 100 st. . . 87.25 87.50 10. Aciien von B,z Tral»sport«ntc?l,rl»- «llMsss»». Oeld Waare ! Älsöld.Fiumaner Bahll , , . ,77.25 177.75 Vöhm, Wcstbahu.....263.— 263.50 > Carl-i!ndwig-Vahn.....262.25 262.50 Donau'Dampsschifff. Gesellsch. . 607.— 609. . Vlisalislh-Wcstbah!!.....224.-224 50 Elisabeth.Wrstblihu (^iuz Vnl>-weiscr Strecke) . . ' . . . 197.50 197.75 Fe!t,iuand«-Nmdl,nhu . . 2237 2240. jM!!s?'.^)'>l^»l"-cs.!:^.^ . 17550 176 — Fran^Iosevbs'Vaun . . . .201-20125! Lemberg-Tzrrn.tIllssyer-Bahn . ! 71.50 172 — !?luyt>, ästerr........390.- 391.— Oesterr. Nordwcstbahu . . . 214.— 214.50 Nndolfs-Vahn......164,25 164,50 Siebeubilrgcr Bahn . , . .17125 171.50 Staatsbal/il.......420,— 421.— Südbahn . ......178.— 178 20 3>ld'l:ordd, Verbind. Bahu , . 177.50 178,50 Theiß-Bahn.......248.- 249.— Ungarische Nardustbahn . . . 162.50 163.50 Ungarische Ostbahu . . , . 84,25 84.50 Tnmiwuy........216.50 217.— V'. Pfandbriefe (fitr 100 fl) Allg. «ft Vodm-Hredi< Anstalt Gelb Waare verlaSlior zu 5 pCt, i« Gilber 106,- 106 50 5la.iu33I.rückz.zu5p. iil S. »erz. (>. (5misl.) 94 75 95.25 M-dinallda-Nordli. in Gil!, fterz. 1<>6,50 107. ^rlllizOossPbi! V ihn .... 96.90 97.10 ,G.«a,l^uKw,B.i,O.»-,-»..! E<«. 105.^ 105.25 O,ln AiiUsbura jill' W0 fl, siidd. N, IN4 - 104.2" ssranlfurt a,M. 100 st. deUo 104.20 104 -'l' Hllmbing. silr 100 Marl Baiicu 91 90 92. Londo», fl'r 10 Pfimd Sttrliüq 125.15 125.2''' Pllli^, sNr ,00 z^runcö . . . —. - -- ^. Miluz.D'l'.'a^l, , 5 st. 90 tt, 5 st. 91 l>' ^ap0llou<«d'ur . . 9 „ 92 „ 9 ., 93 " Prcuß. Easseuschciuc I „ «4/ „ 1 ,. 85 , ^