Narodna in univerzitetna knjižnica v Ljubljani 104352 s , Alphabetisch - topographisches Postreisc-Handbuch für den Oesterreichischen Kaiserstaat, nebst einer tabellarischen Uebersicht der politischen und kirchlichen Eintheilung der Monarchic, sammt ihrem Flächeninhalte und ihrer gegenwärtigen Bevölkerung, , mit Beziehung auf die von dem k. k. Generalquartiermcisterstabe im Jahre 1824 herausgegebene Postkarte, nach den besten Quellen verfaßt und herausgegeben von Maximilian Friedrich Thielen, ?. l. pensionirtem Premier - Rittmeister, Ritter des luffisch - kaiserl. Wladimir - Ordens 4. Classe, und des königt. bcuerischen militärischen Maximilian Joseph-Ordens. Wien, 1827. Bey Tendler und von Manstein. ^/^/ 3 ^ ^ 104352 Gedruckt Vorwort. 35ey dem Erscheinen der Postkarte und des Reisehandbuches für dm österreichischen Kaiserstaat, welches der k. k. Gencralquartier« meisterstab im Jahre 1824 herausgegeben, außcrtc sich von mehreren Seiten der Wunsch des Publicums, außer einem Postroutenbuche cin zweytes Handbuch zu besitzen, aus welchem der Reisende sich über die Eigelb thümlichkcitcn einer jeden Poststation, ihre Merkwürdigkeiten, und jene ihrer nächsten Umgebungen Raths erhöhten könne; ein Zweck, der sich wohl nicht besser und kürzer, als durch eine alphabetisch - geordnete Beschreibung aller Poststationcn erreichen ließe, und der durch keines der bisher erschienenen PostHand« bücher in diesem Sinne erfüllt worden ist. IV Der Verfasser versuchte daher, in seinen freyen Stunden, theils aus jenen Quellen, die er durch seine persönlichen Verbindungen benutzen durfte, theils aus frühern Beschreibungen der Monarchie, unter denen er vorzugsweise das Post- und Reisehandbuch des Herrn von Jenny dankbar anführen muß, theils aus eigener genauer Kenntniß mehrerer Provinzen des Kaiserreiches, ein Ganzes zusammen zu stellen, welches, weit entfernt, etwas Vollkommenes zu seyn, jenem Reisenden wenigstens, der sich nach der Postkarte des k. k. Generalquarticrmcistcrstabs seinen Weg gebildet hat, dcn Vortheil gewähren soll, mit Leichtigkeit so viel wie möglich auf das Vorzüglichste aufmerksam gemacht zu werden, was ihm aufseiner Reise schenswcrth vorkommen dürfte. Das gegenwärtige Postreisc-Handbnch enthält alle Poststationen der österreichischen Monarchie, mit der Angabe ihrer Charakteristik, ob es nähmlich eine Stadt, Markt oder Dorf ist; ihrer Bevölkerung und zwar nach den letzten Zahlungen, dort wo selbe bekannt ist, V die Provinz und den Kreis, oder Comitat, in welchem sie liegt, nnd im Uebrigen,Andeutungm über alles jene, was in Nucksicht der Merkwürdigkeiten der Geschichte des Ortes, seiner Kunstdenkmahlc, Naturschönheitcn und andern Eigenbeiten dem Reisenden vorzüglich interessant seyn kann; auch sind in ihm alle Post-Localveränderungm nachgetragen, welche sich bis zu Ende März dieses Jahres ereignet haben. Die angehängten Tabellen über die politische und kirchliche Einthcilung der österreichischen Monarchie, werden sowohl dem fremden , als einheimischen Reisenden um so will? kommncr seyn, als vorzüglich die Angaben des Flächeninhaltes und der Bevölkerung, das Neueste und Richtigste enthalten, was gegenwärtig darüber bekannt ist. Daß eine Arbeit, wie die Zusammenstellung eines solchen Handbuches, immer ihre großen Mängel haben must, indem es nicht möglich ist, überall aus eigener Ueberzeugung zu schöpfen, läßt sich nicht widersptcchen; cine jede gegründete Berichtigung wird da- VI her dem Verfasser um so angenehmer seyn, als er selbst gesonnen ist, späterhin die nöthigen Ergänzungen anf eine oder die andere Art nachzutragen. Wien, am 3l. März '626. Der Verfasser. Berichtigungen. Almißa, pag. 7, hatte 1824,176 Häuser und 667 Einwohner. Auf den Wendeln, pag. io, dieft Poststation aus der neuen Straße aus Tyrol in ^>ie Lomdardey über das ' Stilfscrjoch ist eingegangen, und von Sta. Maria nach Trafoy sind zwey Posten. Nr ist a, pag. 2ü, hat 82 Häuser und 327 Einwohner. Buczacz, pag. 29, ist keine Stadt, sondern ein Markt. Castclnuovo, pag, 02, hat 129 Häuser und 692 Einwohner. Eattaro, pag. 5Z, hat 5c>5 Häuser und 21^0 Einwohner. Cser^e, pag. 42, Dorf, liegt in der croatischen Militär gränze, im Lickaner Gränz - Regiments - Bezirke. Csortkow, pag. /»3, ist keine Stadt, sondern ein Markt. Gaura, pag. 62; diese Poststation ist aufgehoben worden. Husiatyn, pag. Lä, liegt im Csortkowcr Kreise und nicht im Tarnopolcr. Iaszenovacz, pag. 9^, Markt in der croatischen Mili» tärgränze. Kaczku, pag. 96; diese Poststation ist aufgehoben worden. Kenty , pag. 104, hatte im Jahre 2L25, 272L Einwohner. Macarsca, pag. i28, hat 262 Häuser und i5^6 Einwohner. Mikutincze, pag. i54, ist keine Stadt, sondern ein Markt. Narenta, pag. 166, hat 128 Häuser und 566 Einwohner, Neutra, pag. 176, hat 52Z Häuser und /jooo Einwohner. Ossobgliava, pag. 194, liegt nicht im Nreiö Spalatro, sondcrn in jenem von Ragusa. Nay gern, pag. 23i, ist beyzufügen in Mahren, im Brün- ner Kreise. Necoaro, pag. 2Z1, liegt im Venetianischcn, in der Dele< gation Viccnza. Schemnitz, pag. 266, liegt im Honther Comitatc. Verbesserungen. Pag. ! lese man statt 6 i5 u. t6 — — Eerravalbe — - Serravall? 7 u. 52 — — Neukrad — - Neuarad 12 1 — — Barscr - . Bacscr 18 21 u, 22 — — Häuder — . Häuser 22 21 — — Spolnoker — . Szolnoker 2? — — einen — - einem 24 23 — — Ozidlina — - Czidlina 8l 24 u. 25 — — letzteren ^ letztere 29 —> — einem — - einen i«5 8 — — Baczer - Bacser 25 — — dem - den .,5 ,5 — — Melanchthans— Melanchtons 'l? gehört das Komma hinter Stunde und nicht hinter alle.in >3n 26 lese man statt Bacser - Barser ,35 — — Pößlingbergc- - Postlingbergc lZ9 >— — Mahrberger - -< Mahrburger 26 — Bäume — Bäumen l 5o — — mehrere Thürme — mehreren Thürmen ,7Z 21 u. 24 hat jedesmahl hinter dem Worte wird, ein Komma statt einem Strichpuncte zu stehen. 204 lese man statt hinter d em — hinter denen -^ — Prachimer - - Prachincr 207 25 — — Markomannen^- - Markomannen 2Ii 22 ^ ^- ein Militär - Commuuitä't — eine Militär- Communität 2l6 l8 -"- — seinen -^ - seiner 223 2 — — nördlich - ^ östlich 29 — — Esuturas - Esuturas 24c> 2« — '— Siaborti - Siabanti -47 12 u. 24 — — Max - Marr «Ü7 '9 ^- — Vihnyer - Vichnyer Alphabetisch- topographisches Post-Reisehandbuch für den Österreichischen Kaiserstaat. Dorf im Banale, in der Temescher Gespannschaft. AN-Keny«r oder Sibot, Dorf in Siebenbürgen im Brooser Stuhl. Hier sind die Ruinen einer Ca-pelle, die der Sicbenbürgcr Woiwode Stephan Bal-thori zum Gedächtnisse jenes Siegs erbauen ließ, wcl. 7 chen er mit Hülfe des Temescher Bins Kimischy im I. !/,?<) über die unter Ali Bey durck den eisernen Thor-Paß eingedrungcnen Türken erfocht; Kimischy blieb auf dem Schlachtfelde, dort wo Bathory die Capelle erbauen ließ. Almissa, offene Stadt l?i6 Einw.) in Dal-matien, im Kreise Spalatro an der Mündung dcr Cet-tina, mit einem Bergschlosse. Man sieht hier einige Überreste römischer Denkmähler. Sie hat ein griechisches Seminar, einen Hafen, Schissfahrt, Fischereien und Weinbau. Alpär, Dorf in Ungarn, im Pesther Comitate an der Theis gelegen. , Alsü-Hahot, Dorf in Ungarn, im Szalader Comitate. A ls6 - Ko m ärnik, Dorf in Ungarn, im Sa-roser Comitate. A. ls<> - Lendva, Dorf (ll'00 Einw.) in Ungarn, im Szalader Comitate an dcr Lendva ; mit einem Estcr-häzyschcn Schlosse und einem Schwefelbade. Als<', - P oru mb^k, Dorf in Siebenbürgen, im Fagaraser Districts Alsn-Ucsa, Dorf in Siebenburgen, im Faga-raser Districte. Alt-Ar ad, Markt (I?oo Einw.) in Ungarn, im Aradcr Comitate am rechten Ufer der Maros, mit cincm verfallenen Schlosse. Cs ist der Congregations-Drt des Comitats, Sitz eines griechischen nichtunirten Bischofes, hat eine wallachische pädagogische Schule und ein katholisches Gymnasium. Hier ist die Grabstätte Nela II. Jenseits der Maros liegt die Festung Neukrad, erbaut im Jahre i?63, eine der stärksten Festun- s gen in Ungarn, mit dem dazu gehörigen gleichnahmi-gen Markte. Altenmarkt, Dorf ln Steyermark, im Bru-cker Kreis an der Enns. Altgebirg, Dorf m Ungarn, im Zohler Co-mitate. Altheim, Markt in Dberösterreich, imInnvier-tel, in der Nähe ist der Herrschafts - Sitz und Schloß Mumlmg, welches letztere in der Mitte eines Teiches liegt. Alt-Kur, Dorf in Ungarn, im Bacser Comitate. AIt - Orsova, ein befestigter Markt der Vanater Militärgränze, im wallachisch - illyrischen Negimentsbe-zirke , am linken Donauufer, der, auf einer Insel in diesem Strome erbauten gleichnahmigcn türkischen Festung gegenüber. Fünf eine halbe Stunde aufwärts von Alt-Orsova ist die berühmte veteranische Höhle, von dem Generalen der Cavallerie, Grafen Vcterani, so genannt, der im Jahre 1692 in Siebenbürgen als oberster Befehlshaber angestellt war; sie ist 16 Klafter lang, 12 breit und w hoch; der Eingang kann mit einer eisernen Thüre versperrt werden, und ist durch Verschanzungen vertheidigt; sie beherrscht den hier nur 140 Klafter breiten, zwischen Felsen eingeklemmten Donaustrom, der früher eine Breite von 6(10° hatte. Amstä'tten, Markt an der Ybbs, in Niederoster, reich, K. O. W. W. Andräshäza, Dorf in Siebenbürgen, im Clau-senburger Comitate. Annaberg, Dorf in Nlcdcrösterreich, K. D. W. W., unweit des Ursprunges der Dürnitz, hat Sil-berbcrgbau, und eine Berggcrichts-Substitution. Von y dem Annabcrge hat man eine schöne Aussicht; in der Nähe ist der, seit nicht lange entdeckte Lasingfall, der schönste Wasserfall im Lande unter der Enns, er stürzt in fünf Stufen 2?l Schuh tief, über schroffe Felsen herab. Antignate, Dorf in der Lombardey, in der Delegation Bergamo. Aranyos-Megyes, Markt in Ungarn, im Szathmarcr Comitate, in dessen Nähe sind Ruinen eines ehemahls festen Schlosses. Arbesau, Dorf in Böhmen, im Leitmeritzcr Kreis, bekannt durch die Schlacht von Culm am 30. August ilti3, und durch die Gefechte vom i?. und i« September desselben Jahres. Arlesega, Dorf im Venetianischen, in der De, legation Padua. Arnau, Stadt (335 Häuser, 11 ?5 Einw.) in Böhmen, im Bidschower Kreise, mit einem im 1.1500 erbauten Schlosse. Hier werden beträchtliche Leinwebe-reycn, Schönfärbereyen und Bleichen unterhalten. Arnold stein, Dorf in Steyermark, im Villa-cher Kreis. Arokszäläs, volkreicher Markt in Ungarn, im Iaßtger Districte. Asch, Markt (/.002 Einw.) an der äußersten Gränze von Böhmen im Ellbogner Kreise, Gränz-Poststation gegen Bayern, gehört der Graf Zedwitzi-schcn Familie, die ehedem für diese Herrschaft Anspruch auf die Ncichsunmittelbarkeit machte. As ling, Dorf in Illyrien, im Laibacher Kreise, an der Sau zwischen hohen Schneegebirgen, in seiner Nähe sind Marmorbrüche und Eisenhämmer. 10 As so, Markt in der Lombardcy, in der Delegation Como. Auf den Wendeln, neu geschaffene Poststation in Tyrol, im Kreise an der Etfch, auf der neucn Ver-dindungsstraßc zwischen Tyrol und der Lombardey über das Stilfserjoch, mit eincm Cantonirungshausc. Ausche, Stadt (25? Häuser, 1100 Einw.) in Böhmen, im Leitmeritzer Kreise; cs wird hier vortrefflicher Hopfen gebaut. Der drey Stunden von da gelegene 2070 Schuh hohe Berg Geltsch, gewährt cinc herrliche Aussicht, westwärts gegen das ElbZebirgc, südlich bis an die Ebenen von Theresicnstadt und Molnick, und östlich b.'s in den Kaurzimcr Kreis; bey hellem Gesichtskreise sind der Lorenzbcrg und der Hrad-schin von Prag sichtbar. Ausse, Markt (lütt Häuser, li00 Einw.) in Stcyermark, im Iudenburger Kreist, am Ursprünge des Traunflusses, welcher sich aus den Wäffern bildet, die dem Ö'ensre, Grundelsce und dem Alt-Aussee entströmen ; hier sind bedeutende Salzsiedereien, zu welchen der eine Meile von da entfernte Sandling Salzberg die Sohle liefert, die durch Auflösung des Salzsteines gewonnen und mittelst hölzernen Röhren dahin geleitet wird. Im Markte selbst, so wie in dem nahen Kanisch wird die Sohlc gesotten, und jährlich gcgcn 160,000 Centner Salz gewonnen, in Auffee ist ein Salzoberamt und der Sitz der Verwaltung der ganzen Herrschaft des stcyrischcn Salzkammergutcs. Am Fuße des Sandling Berges liegt der Alt-Aussee, ein schöner einsamer, von hohen Bergen umschlossener See Vom Bühel, einem kleinen Bergrücken zwischen Aussce und dem Dorfe Effelbach, hat man eine schone Übersicht des Marktes und seiner Umgebung. ll Aussig, königl, Stadt (262 Häuser, :/<00Einw.) in Böhmen, im Lcitmcritzer Kreise am Einfluß der Biela in die Elbe, Geburtsort des berühmten Mahler Mengs, und sonst noch in der Geschichte merkwürdig durch die Niederlage, welche am 15 Iuny i/<26 das deutsche Krcuzheer von den Hussiten crlttt; hier wachst der bekannte Podskalskcr Wein, die Einwohner treiben starke Leinwand- und Baumwollwebcrey, auch ist hier eine Papiermanufactur. Die Umgebung von Aussig gehört zu dcn schönsten Gegenden von Böhmen, neben der Stadt steigt ein Fels empor, der auf seinem Gipfel eine Marienkirche trägt, die mahlerischen Ruinen von Blan-kenstein und Schrcckcnstein, die-Schlöffer Priesnitz, Schwaden und Großpriesen, unweit von da an der Elbe gelegen, erheben die natürliche Schönheit des Ganzen; ferner liegt unweit des Graf Nostiz'schcn Schlosses L^nay das Dorf Staditz, in welchem Przcmisl, der Stammvater des alten böhmischen Herrschergeschlechtes, welches über 600 Jahre regierte, geboren war, der vom Pfluge gehöhlt wurde, um als Gemahl der weisen Libussa, Böhmen mit ihr zu beherrschen. In dieser Gegend bey Pömerle macht die Elbe einen Fall. Bab^csa, Markt in Ungarn, im Sümegher Comitate an der Ninya; hier sind die Trümmer einer von dcn Türkcn gebauten Erdfestung und ein von denselben gegrabener Brunnen bemcrkcnswerth Bacsincze, Dorf in Slavonien, im Sirmier Comitate. Bagh, Dorf in Ungarn, im Pesther Comitate. Bag 0 s, Dorf in Ungarn, im Szathmarer Comitate. Baja, Markt (ii,0U3 Einw.) in Ungarn, im 12 Baesec Comitate unweit der Donau, Sitz der Comi-tats-Behörden; einer der bedeutendsten Getrcidemarkt-Plätze von Niedcr-Ungarn. Cs ist hier ein Fürst Gras-salkovicz'sches Schloß, und in der Pfarrkirche ein schönes Grabmahl, von Evelinen von Polinberger ihrem Gatten errichtet; ein ahnliches Denkmahl findet sich an der Pfarrkirche von Madaras, vier Meilen von Baja, von Antoinen von Latinovics, Schwester der obigen von Polinberger, ebenfalls dem Andenken ihres Gatten geweiht. Baifalu, Dorf in Ungarn, im Szathmarer Comitate. Bajmak, Dorf in Ungarn, im Bacser Comitate. Baksa, Dorf in Ungarn, im Szaladcr Comitate. Balassa - Gyarmath , Markt (450 Häuser, /,300 Einw.) in Ungarn, an der Eipel im Neograder Comitate, dessen Congregationsort er ist. Zwey Meilen davon liegen die weitläufigen Ruinen des Schlosses Blauenstein (K"2 Schuh,lange und 24 Schuh breite Brücke führt. Das feste Schloß ist vom Tyrannen Ezzelino erbaut. Sehenswürdig ist die berühmte Dru-ckerey des Grafen Remondini mit 5.0 Schrift- und Drucker-Pressen. Unter den sechs Thoren der Stadt ist eines von Palladio erbaut, der Marktplatz ist groß, mit schönen Gebäuden besetzt, die Straßen breit, und in mehreren der 30 Kirchen schöne Gemählde. Hicr ist ein Conservatorium der Tcrziarier, die Einwohner beschäftigen sich mit Weberey von seidenen und wollenen Zeugen, auch gibt es ansehnliche Gärbereyen, Wachsbleichen, Papiermühlen und eine Pergamentfabrik; der Handel nnt Prpducten und Fabricate:: ist bedeutend, am l/l. August wird jährlich eine Freymesse gehalten, die 6 Tage dauert. Nahe bey der Stadt ist die Villa Rezonico, merkwürdig durch ihre vortreffliche, eine ausgedehnte Aussicht beherrschende Lage, und die Statuen von Canova, die sie enthält. Drey Stunden nördlich von Bassano liegt das Städtchen Possagno, der Geburtsort Canova's, wo auf dessen Kosten der Bau einer Kirche angefangen wurde > die eine dcr herrliche sten Tempel zu werden verspricht, deren sich die katholische Religion erfreut. Nach Canova's Tode hat sein Bruder, der Senator in Venedig, die Fortsetzung des Kirchenbaucs übernommen, wozu cr den ganzen Nachlaß des Verstorbenen (mehrere Millionen Lire) verwenden will; der Vollendung dieses Meisterwerkes wird im Jahre 1^26 entgegen gesehen. Vier Stunden nord, östlich von Bassano liegt der 53io Pariser Fnß über dem Meere erhabene Berg Grappa, wo man viele interessante Pflanzen findet. Bätaszek, Markt in Ungarn, im Tolnauer Comitate an der Sarwiz. Batelau, Markt (166 Häuser, i//)2 Einw,) in Mahren, im Iglauer Kreis an der Iglawa, mit cinem Schlosse. Bath, Markt (2070 Einw.) in Ungarn, im Honther Comitate am Tzekenze. B^tonya, Dorf in Ungarn, im Csanader Comitate. Bayerbach, Markt in Obcrö'rstcrrcich im Inn-krcise, mit einem Schlöffe. Bellun 0, königl. Stadt> (,'!<)00 Einw.) im Vc-netlanischen, Hauptort der gleichnahmigen Delegation auf einem Hügel an dcr Piave, Sitz des Bischofes von Belluno und Fclttc, wovon ein Domcapitel hier, das andere zu Feltre ist; so wie des Provincial Gerichtshofes zugleich Criminal-, Mcrcantil- und Wcchsrlgrrichtcs erster Instanz. Sie hat Seidenzeug- und Strohhut-Fabriken, ferner eine Wasserleitung, die bey einer Meile lang ist, und ist das alte Bcllunum der Nomcr. Belovar, Stadt (150 Häuser, 106/, Einw.) in der cvoatischen Militärgränze, im Warasdincr Ge-neralat, Slabsort der beyden Banal-Regimenter, mit einem Piaristcn - Collegium. Benatek, Hcrrnstadt(iil Häuser, 670Einw.) 1(> in Böhmen, im Bunzlauer Kreise, auf einer Anhöhe an der Iser mit einem Schlosse. Fundort von Diamanten. Beodra, Dorf in Vanat, im Torontaler Co-nutate. Vera un, königl. Stadt (266 Häuser, 190a Einw.) in Böhmen, Hauptort des gleichnahmigen Kreises , dessen Kreisamt jedoch in Prag ist, am Einflüsse der Littawka in dic Bcraunka, mit einem Piaristen-klostcr und einem Gymnasium; es werden hier gute Töpfcrwaaren verfertigt und in der Nähe sind »Marmorbrüche. Im Jahre i?^4 fiel hier ein Gefecht vor, zwischen Österreichern und Preußen, zum Nachtheile der letztem. Eine Stunde von Vcraun liegt St. Johann unter dem Felsen, ein ehemahliges Benedittiner-Stift, mit der merkwürdigen Höhle des St. Iwan. Sehens-werther als dieß, ist die ebenfalls eine Stunde von Beraun entfernte Burg Carlstein , mit ihrem 121 Schuh hohen vicreckigten Thurme von fünf Stockwerken und :3 Schuh dicken Mauern; im dritten Stocke ist eine sehenswerthe alte Kirche, und neben ihr die prachtige St. Katharina-Capclle, ein Denkmahl von Carl IV. Frömmigkeit und Kunstliebe, der dieß Schloß im Jahre i3/^8 zur Aufbewahrung der Reichskleinodien Böhmens erbauen ließ ; im Schlosse ist ein 233 Schuh tiefer Brunnen. Drey Stunden von Beraun liegt das Fürstenberg'sche feste Bcrgschloß Bürglitz, ein Gebäude aus dem Anfange des 12. Iahrhundertcs, dem die Sage den Herzog Wladislaw zum Erbauer gibt. Verend, Dorf in Siebenbürgen, im Klausen-burger Lomitate. 1? Bergamo, königl. Stadt (2500 Häuser, 29/,6l) Einw.) in der Lombardei), Amtsort der glcichnahmigcn Delegation zwischen den Flüssen Brembo und Serio, theils in der Ebene, theils am AbHange eines Hügels gelegen; eine alte Stadt mit zwey unbedeutenden Ca-stellcn, wovon das eine auf dem Gipfel des Berges St. Vigilio eine herrliche Aussicht in die Ebene gegen Süden, so wie auch die Berge von Val Brcmbana und St. Pcllegrmo gegen Norden darbiethen, viele Denkmähler der Kunst bewahrt diese Stadt an Gebäuden und Gemählden der berühmtesten Meister aus der venetianischcn Schule. Sie ist der Sitz eines Bischofes sammt Domcapitel, des Provincial-GerichtZbofes, zugleich Criminal-, Mcrcantil- und Wechsclgerichtes erster Instanz, und zweyer Fricdensgerichte Eine Capelle neben der Calhedrale enthält das marmorne Grabmahl des vcnctianischen Generals Colleone, dessen Neiter-statue vergoldet ist. Den Brunnen auf dem Hauptplatzc ziert Tasso's Standbild (er ward hier geboren und starb 15(19). Im August wird hier jährlich eine berühmte Scidcnmcsse gehalten. Fünf Stunden von Bergamo, zu Trcscorio findet sich ein Mincralbad mit 15° Wärme. Bcrthot, Dorf in Ungarn, im Sarosser Co< mitatc. Beschka, Dorf in der slavonischen Militärgränze, im Peterwardeiner Regiments-Bezirk. Eine kleine Meile von da, bey dem Zusammenflüsse der Theis und der Donau, liegt das Dorf Stary Slankamen (Alt-Salzstcin) am Fuße eines Hügels, von dessen Gipfel man den Csaikistcn - Bezirk mit seinen Morästen, und jenen des deutsch-illyrischen Gränz Regiments beynahe ganz übersehen kann- 1« Bettendorf, Markt in Ungarn, im Liptaucr ' Comitate. Bezdän, Cameralmarkt in Ungarn, im Bacser Comitate. Biechowitz, Dorf in Böhmen , im Kamzimer Kreise. . Bielitz, Stadt (700 Häuser, 5000 Einw.) in Österreichisch-Schlesien, im Tcschner Kreise, ander Biala, Hauptstadt des gleichnahmigen, dem Fürsten Sulkowsky zustehenden Fürstcnthumcs; es gibt hier große Nuchmanufactmen, die jährlich bey 2/,000 Stück liefern. Gegenüber von Bielitz liegt die königl. Frey-stadt Biala, im Wadowiczer Kreise in Galizien, mit /^190 Einwohner, die viel Tuch und Leinwand bereiten. Bietnik, Dorf in der croatischen Gränze im 2. Banal Regiments - Bezirke. Bihar, Dorf in Ungarn, imBiharcr Comitate, mit einem Walle umgeben. Binasc 0, Markt (5000 Einw.) in der Lombar-dey, m der Delegation Pavia, mit einem Schlöffe. Bischof-Teinitz, Municipalstadt (2^2 Hau, der, 1889 Einw.) in Böhmen, im Klattauer Kreise, mit einem schönen gräflich Trautmannsdorf'schen Schlosse und ausgedehnten Gartenanlagen. Die Stadt hat Leinwandmanufacturen, Band-und Spitzcnfabnken. Bistritz, Markt in Böhmen, im Berauner Kreise. Vier Stunden von da liegt der Markt Böhmisch-Sternberg, merkwürdig wegen dem 100 Fusi hoch über dem Flusse auf einem Felsen stehenden Bcrgschlosse, einff Wohnsitz des berühmten Helden Iaroslaw von 'Sternberg, welcher im Jahre 12/N die bis nach Mäh-, ren vorgedrungenen Tartaren bey Ollmütz entscheidend schlug; in der Mhc des Schlosses ist ein großer schöner Garten, mit Cascadcn und anderen Anlagen, und von einer Warte auf dem höchsten Gipfel des Bergrückens hat man eine entzückende Aussicht in ^inc Gegend von 3 Mcilen im Durchschnitte, die von der Sassawa bogenförmig durchströmt wird. Bist ritz, königl. Freystadt (250 Häuser, ^,600 Einw.) in Siebenbürgen, im gleichnahmigen Districte des Sachsenlandcs, mit einem Plansten-Collegium und einem reformirtcn Gymnasium. v Bludenz, kleine Stadt (^00 Einw.) in Tyrol, im Kreist Vorarlberg am rechten Ufer der III, mit.einem Schlosse, von welchen man eine schöne Aussicht hat. Bobrka, Stadt (2700 Eimv.) in Galizien, im Brzezaner Kreise. B 0 chnia, Kreisstadt (510 Häuser, 529I Einw,) in Galizien, im gleichnahmigen Kreise an der Raba. Hier ist ein Gymnasium, eine Bergvcrwaltung und Salinen-Administration, und ein sehr wichtiger Salzbergbau, der eine jährliche Ausbeute von 250,000 Centner Steinsalz liefert und 500 Arbeiter beschäftiget; der hiesige Salzfiötz streicht von hier gegen Wieliczka fort. Bodegraje, Dorf in der slavonischen Militärgränze, im Gradiskancr Regiments-Bezirke. Böckstall, Markt in Nicdcr-Österrcich, Kr«is Ober^Mannhartsbcrg; in dessen Nähe in einer waldigen Gebirgsgegend liegt der Markt Gutenbrunn, mit einer Mineralquelle, Glashütte und Torfgruben. Böhmisch-Brod, kleine Stadt (i5ä Häuser, 1300 Einw.) in Böhmen, im Kaurzimer Kreise; in ihrer Nähe bey den Dörfern Lipan und Krzib siel im Jahre 5^35 die Schlacht vor, in welcher die katholi- 2 " 30 schen Böhmen unter Meinhard von Neuhaus, durch ihren Sieg übcr die beyden furchtbaren Taboritcn-An-führer Procop den Großen und den Kleinen, dem fünfzehnjährigen blutigen Hussitcn-Kriege ein Ende mach, ten; noch zeigt man die Stelle, an welcher beyde hier getödtcte Husfitische Heerführer begraben seyn sollen. Börönd, Dorf in Ungarn, im Szaladcr Co- mitate. Boffalora, Markt in der Lombardey, in der Delegation Mailand. Bogartelkc, Dorf in Siebenbürgen, in der Clausenburgcr Gespannschaft. Wollad ore, Dorf in der Lombardei?, in der Delegation Sondrio, neu geschaffene Posistation auf der neuen Verbindungsstraße zwischen Tyrol und der Lombardey, üdcr das Stilfserjoch. Borgobru n n, großes Dorf in Siebenbürgen, im Dobokacr Comitate, an der großen von Kaiser Joseph II. erbauten Kaiscrstraße, die aus Siebenbürgen in die Bucowina führt. Im Jahre ilU2 wurde ihre Anlage erneuert und verbessert. Der höchste Punct dieser Straße auf dem Gipfel des Magma - Kalului Ge-birqes biethet eine schauerlich- erhabene Aussicht dar, über unzählige, durch Thäler und Schluchten geschiedene Gebirge. Borgo di Valsugana , (Worchcn) Markt (3240 Einw.) Hauptort des Thales gleichen Nahmens, im Trienter Kreise in Tyrol an der Brcnta. Borgo forte, Dorf in der Lombardey, in der Delegation Mantua, mit einem Schlosse am Po, über den hier eine Brücke führt, Bormio, (Worms) MM (119? Einw.) in der 2l Lombardcy, in der Delegation Sondrio, am Fuße des Normser und Stilfserjochs, neu geschaffene Poststa-tion an dcr neuen über dieß letztere W55 Schuh hohe Joch führenden Vcrbiudungsstr^aße zwischen Tyrol und der Lombardey, eines der merkwürdigsten Denkmahle dcr glorreichen Regierung Sr. Majestät unsers Kaisers Franz I. Um diese Straße für jede Jahreszeit fahrbar zu machen und die Reisenden vor den Schneelavinen zu decken, sind dort, wo diese am mei?-sten Gefahr drohen, gedeckte Gallericn durch den Felsen gesprengt, welche für jede Gattung Fuhrwerk hoch genug, beynahe 2^ Klafter breit und mit Ausweichplätzen verschcn sind; an der ganzen übrigen Straße sind auf den Seiten hohe Geländer angebracht, die Straße ist mit Ab- und Durchzugsgräbcn, und dort, wo cs nöthig ist, mit waorecht angelegten Wendeplätzen versehen.' Bormio war zu Zeiten Carl V. eine Stadt von mehr als 12000 Einwohnern, damahls führte schon eine Straße über das Wormserjock, gegenwärtig hat Bormio nicht 1200 Einwohner mehr. Botzen, Kreisstadt (- July 1620 zerstört wurde. Brzcsko, Markt in Galizien, im Vochnier Kreise an der Ußwicza. Buch au, Stadt (203 Häuser, 1020 Einw.) in Böhmen, im Ellbogner Kreise, mit einem Bade; unweit davon das zerstörte Bergschloß Haltenstein oder Hungcrberg. Bucsa, Dorf in Ungarn, im Sohlcr Comitate. Buczacz, Stadt (1200 Einw.) in Galizien, im Stanislawower Kreise; sie hat ein unirtes Gym-' nasium der Basilianer. ' Budfalva, Dorf in Ungarn, im Marmaroser Comitate. Bud weis, Kreisstadt (?io Häuser, 6622 30 Einw.) in Böhmen, im Kreise gleichen Nahmens, in einer angenehmen Gegend am Moldauflusse gelegen, die am regelmäßigsten gebaute Stadt in ganz Böhmen. Sie ist der Sitz eines Bischofes, sammt dessen Domcapitels und Seminars, hat ein theologisches und ein philosophisches Lehrinstitut, ein Gymnasium, Tuchwebereyen und Salpetersiedereyen. Unter der Stadt im Westen fällt die Malsch in die Moldau. Wenn man von Budweis nach Wodnian reiset, so sieht man rechts, unweit der ersteren Stadt, das fürstlich Schwarzen-berg'sche Schloß Fraumberg, eines der größten Schlösser Böhmens, auf einem Berge am Imkm Ufer der Moldau liegen , aus dessen Fenstern man eine überraschende Aussicht erhält; vorzüglich nimmt sich die Ansicht der vielen Teiche in dieser Gegend aus; am Fuße des Berges zeigt man die Wiese, auf welcher Zawisch von No-senberg, der Gemahl der Königinn Eunigunde, der Witwe Ottokar's, auf Befehl König Wenzel II. im Jahre i2,'l3 enthauptet wurde. Budwitz, siehe Mährisch Budwitz. Budyn, kleine Stadt (i.3i Häuser, 750 Einw.) in Böhmen, im Nakonitzer Kreise, in einer lieblichen Gegend an der Egcr, mit einem Fürst Dietrichstein'schen Schlosse. Eine Stunde von Budyn liegt die Stadt Raudniz an der Elbe, mit einem sehenswerthen Schlosse des Fürsten Lobkowitz, in welchem sich ein merkwürdiges Archiv, und die Neste der Bibliothek des berühmten Bohuslaw Lobkowitz von Hassenstein befinden; von Raudnitz führen die Fürsten Lobkowitz den Herzogst, « tcl. Eine Stunde von hier erhebt sich aus der Ebene der isolirte Georgen-Berg (Nzip) zu einer Höhe von ungefähr 1300 Schuh; er trägt auf seinem Gipfel eine 3, Capelle; die vorzügliche Aussicht, die er nach allen Eei-ten darbiethet, umfaßt in weiterer Ausdehnung ccn Nakoniher, Leitmcritzer, Nunzlauer und Kaurzimer Kreis, am anziehendsten zeigt er die Umgebungen von Raudnitz, Lcitmeritz und von Melnik mit den Krümungen der Elbe; auch sieht man einen Theil von Prag mit seinen Umgebungen, der Sage nach sollen sich um den Gcorgcnbcrg die ersten cingewandcrten Slawen angesiedelt haben, und bey dem Dorfe Czin-» towcs ihr Anführer Czech begraben worden seyn. 33 ursztyn, Markt (2000 Einw.) in Galizien, BrzeZaner Kreis, an dem Flusse Lipa und einem großen Teiche gelegen, mit einem schönen Schlöffe. Caldier 0, Dorf im Venctianischcn, Delegation Verona am Fidio, mit geschätzten Mineralquellen, berühmt durch den Sieg des Erzherzogs Carl über Mas-sena 1805. Das PostHaus l^gt isolirt an der Straße. Capo d'Istria, Seestadt (1092 Häuser, 5?3? Einw.) in Illyricn, Istrianer Kreis, auf einer Felseninsel im Golfe von Trieft gelegen, rundum von Nasser umgeben, und durch eine, eine halbe italienische Meile lange Aufzugbrücke mit dem festen Lande verbunden , welche durch das Castcll Leone vertheidigt wird. Sie ist der Sitz eines Bischofes sammt Domcapitels, hat ein Lyceum und ein Gymnasium, Handel, Fischerey- und Küstenfahrt; in der Nähe werden jährlich 5000 Malter Baysalz gewonnen. Merkwürdig ist der künstliche ^ljU2^uct, der die Stadt mit süßem Wasser versorgt. Unter den Römern hieß diese Stadt zuerst Agida, späterhin Instinopolis. Caravaggio, Markt in der Lombardey, Delegation Bergamo in der Giera d'Adda, Geburtsort des 32 berühmten Mahlers Michael Angelo da Caravaggio, von wo eine schöne Allee eine viertel Meile weit zu der Wallfahrtskirche Madonna del Fönte führt, welche sehenswürdige Statuen und Gemählde enthält, Carlsbad, siehe Karlsbad. Carlsburg/ siehe Karlsburg. Carlstadt, siehe Karlstadt. , Carsaniga, Dorf in der Lombardey, Delegation Bergamo, unweit von da zu Merato die prächtige Villa Welgiojosi. Casalmaggiore, Stadt in der Lombardey, Delegation Crcmona, mit eincr Brücke über den Po. Casal Pustcrlengo, Markt in der Lombar-dcy, Delegation Lodi. Cassano, Markt in der Lombardey, Delegation Mailand an der Adda, merkwürdig wegen dem Treffen i?<)5> zwischen Eugen und Wendome, wo nur die Wunden, die her Prinz Eugen erhielt, den Kaiserlichen den Sieg entrissen, und jenem von 1799. Cassina de Pecchi, Dorf in der Lombardey, in der Delegation Mailand. Cassina del buon Gesu , oder Cassina delle Corde, Dorf in der Lombardey, Delegation Mailand. Castelfranco, Stadt (3''.?6 Einw.) im Vene-tianischen, Delegation Vicenza in eincr großen Ebene am Murone, ummauert mit einem alten Castelle, hier fängt man schon an Deutsch zu sprechen. Caste llaro, Markt in der Lombardey, Delegation Mantua am Molinella, Gefechte von i?yü. Castellucchio, Dorf in der Lombardey, Delegation Mantua. Castelnuovo, befestigte Stadt (392 Einw.) in 33 Dalmatien, im Kreise Cattaro am gleichnahmigen Meerbusen, beherrscht von der starken Bergfeste Spa-gniola, deren Erbauung die Sage den Spaniern zuschreibt; sie hat außerdem uoch zwey Castelle, eine Kirche, ein Lazareth und ein Contumaz-Haus; der Haftn'ist schlecht und gefahrlich. Won Castclnuovo hat man eine herrliche Aussicht in den Busen von Cattaro; der Stadt gegenüber, jenseits des Canals von Cattaro liegt Porte-Nose mit einem guten, viel besuchten Hafen, einem Mauthamte und Marine-Wachtschiff, um alle in den Canal ein- und austaufende Schiffe zu visitiren. ^ Castiglione, Markt in der Lombardey , Delegation Mantua, auf einer Anhöhe mit einem Schlosse. Cattaro, königl. Kreisstadt (600 Häuser, 2700 Einw.) und Festung in Dalmaticn, im Kreise gleichen Nahmens, mitten in einem von hohen Felsen gebildeten Kessel, am Ende des Golfs von Cattaro mit einem tresslichen Hafen, der groß genug ist, eine ganze Flotte aufzunehmen. Die Stadt wird durch sie, ben Bastionc und durch das mit der Festung verbun« dene Fort St. Giovanni vertheidigt, hat ein Schloß, eine bischöfliche Cathedralkirche des hier residirenden katholischen Bischofes und mehrere andere Kirchen. Sie hat bedeutenden Handel, vorzüglich mit den Montenegrinern, die jedoch nicht bewaffnet — wie sie sonst immer zu gehen gewohnt sind — die Stadt betreten dürfen. Die Berge und Hügel im Kreise Cattaro, haben einen Überfluß an morgcnländischen Bäumen , Pflanzen und Früchten. Drey Stunden westlich von Cattaro liegen die Dörfer Nisano und Crivoscie, deren Bewohner sich durch Roheit auszeichnen, und 3 3ä die ein vollkommenes Nomadenleben führen. Bey Ri-sano, dem Rhizinium der Römer, findet man viele romische Alterthümer, und eine viertel Stunde von da bergaufwärts ist eine merkwürdige Grotte, die einen mehrere italienische Meilen langen See enthalten soll, deren nähere Beschaffenheit ader wenig bekannt ist. Sie entleert sich zu unbestimmten Zeiten ihres Wassers mit solcher Gewalt, daß durch dessen Strom, Menschen, Pferde, Felsenmaßen und Alles was in einer Entfernung von 500 Schritten im Bereiche des tobenden Stromes ist, unwiderstehlich davon fortgerissen wird. Cavernago, Markt in der Lombardey, Delegation Bergamo. Cerniza, Dorf in Illyrien, im Görzer Kreise. Chiari, Markt (i/,00 Häuser, 6000 Einw.) in der Lombardey, Delegation Brescia, bekannt durch den Sieg der Österreicher über die Franzosen am 1. September i?0l; wo Prinz Eugen die vereinigte ihm sehr überlegene Französisch - Spanische Armee unter den Marschallen Villeroi und Catinat schlug. Chlumetz, Markt (269 Häuser, 2100 Einw.) in Böhmen, im Bidschower Kreise, in einem Thale an der Ozidlina, mit einem schönen Kinskyschen Schlosse und der Ruine einer alten Burg; in der Nähe ist ein viel gerühmtes Bad und mehrere große. fischreiche , Teiche. Ch 0 cimierz, Markt in Galizien, im Kolo-meer Kreise, mit einem schönen Landhause des Grafen Koziobradzki. Chorostkow, Markt (2400 Einw.) in Galizien, im Tarnopoler Kreise, am Tayna. Chrudim, Kreisstadt(69/,Häuser,5296Einw) I5 in Böhmen, im gleichnahmigen Kreise. Sie ist ummauert , gut gebaut, hat eine prächtige Dechant-Kirche und eine Hauptschule; berühmt sind die hiesigen Pferdemärkte. Cigognolo, Dorf in der Lombardey, Delegation Cremona. Cilli, Kreisstadt (21? Häuser, 1600 Emw.) in Steyermark, im glcichnahmigen Kreise am Sau-fiusst, der hier schiffbar wird; sie ist mit Mauern umgeben, in denen man römische Basreliefs und Denk« steine findet, hat ein Schloß Neu-Cilly, ein^ Gymnasium, eine Hauptschule und viel Handel und Gewerbe. Der Kaiser Claudius erbaute Cilly c> Arbeiter beschäftiget, hier sind Marmor-drüche. Dugo-Szcllo, Dorf in Croatien, im Agramer Comitate. Dukla, Stadt (l55U Einw.) in Galizien, im Iasloer Kreise an dcr Iosielka, auf der Hauptstraße von Galizicn nach Ungarn, mit einem Schlosse und Garten in alt-französischem Geschmacke; sie liegt in einer mahlerischen Gegend, und hat bedeutenden Handel, vorzüglich mit ungarischen Weinen, aus dem nicht weit entfernten Tokayer-Gebirge (Hegy-allya), auch einige Manufacture« in groben Tüchern, Boy und Flanel. Duna-Keszi, Dorf in Ungarn, im Pesther Comitate, am linken Ufer der Donau, mit einer herrlichen Aussicht auf die Ofner Gebirge; es wird hier viel Flachs gebaut. Duschn ik, Dorf in Böhmen, im Nakonitzer Kreise. Eben see, Dorf in Dver - Osterreich, im Traun Kreise, am Einflüsse der Traun in den Gmundner-Sce, mit dem Dorf Langbath verbunden, zusammen i/i0 Häuscr, 1200 Einwohner; Hier ist ein Salzamt, große Sudwcrke, und eine, merkwürdige Holzschneide-Mühle; von hicr kann man zu Wasser über den Traun-See weiter befördert werden, Ebcsfalva, siehe Elisabethstadt. Effcrding , Städtchen in Ober ^Österreich, im Hausruckvicrtel, mit einer fürstlich Stahremberg'-schen Burg. Eger, königl. Stadt («/.2 Hauser, 9224, Einw.) r.nd ehemahlige Gränz-Festung Böhmens, im Ell-bogner Kreise an der Eger; merkwürdig durch den Tod Wallensteins, der hier im Commandanten-Hause 49 am 25. Februar i63^, allen Vermuthungen nach als ein Opfer voreiliger Dienstbeflisscnheit siel; die Hellebarde, das dazu gebrauchte Mord-Instrument wird noch gezeigt; sehenswert!) sind die Ruinen des alten Schlosses, der ehemahligen Markgrafen von Voheburg mit den Überresten von Mauern des Saales, in welchem Wallensteins Freunde gemordet wurden.' Hier ist ein erzbischöfiiches Dccanat, zwey Klöster, ein Gymnasium und eine Hauptschulc, die Einwohner sind ein sehr betriebsames Volk, es gibt hier vielcrley Gattungen Manufacture«, und ein lebhafter Handelsverkehr findet Stcttt zwischen Deutschland und dem österreichischen Kaiscrthume. Eger ist berühmt durch sein Mineralwasser , wovon in einem Jahre bey 90 bis 100,000 Kruge versendet werden, die Mineralquelle aus Dank« barkeit, nach dem Nahmen Sr. Majestät des jetzt regierenden Kaisers, der seit dem Jahre 1798 diese Quelle in Aufnahme brachte, Franzcnsbrunn genannt, liegt eine halbe Meile nördlich von Eger, und dankt ihren Ruf, der Hülfe gegen alle Krankheiten des Unterleibes; das Eger-Wasser hat cinen die Zunge reizenden Geschmack, und ist mit Wcin vermischt, ein angenehmer Trank. Die seit einigen Jahren neu entdeckten Quellen dienen zum Badcwasscr. Für die Unterkunft der Badegäste ist in der Brunnen-Colonie hinlänglich gesorgt, so wie für deren Unterhaltung, wozu die lieblichen Umgebungen die Hand biethen; die angenehmsten Spaziergänge und Ausflüge sind nach Ober-Lohma, Kammcrbühel, Kammer St. Anna, Altenteich und Wildcnstein, Schönbcrg, Seeberg, Licbcnstein und Waldsassen. Vom Schneckcnberge genießt man rine entzückende Aussicht auf Eger und das 4 50 ganze Ländchen so wie auf das entfernte Fichtelgebirge ; mehrere andere schöne Aussichten finden sich noch auf einigen anderen Puncten. Ehrenhausen, Markt (69 Hauser, 50« Ginw.) in Steyermark, im Marburger Kreise, mit einem nahe dabey liegenden Bergschlosse, in welchem ein großes Mausoleum der Fürsten von Eggenderg ist. Eine halbe Stunde von da liegt der Markt Leibnitz, verschiedene hier gefundene, römische Münzen, Denksteine und Grundfesten lassen vermuthen, daß hier zur Zeit der Römer die Pflanzstadt Mureola gestanden. Ganz nahe bcy Leibnitz liegt auf einem Berge die schon im 12. Jahrhunderte erbaute Burg Seckauberg, Residenz des Fürstbischofes von Seckau, mit einem zum Theil von römischen Denksteinen erbauten Thurme. Vier Stunden von Ehrenha'usen quillt nahe bey dem Schlöffe Glci-chenberg, der dem Selterwasser ähnliche Johannes-brunn hervor. Cis, Dorf in Illyrien, im Klagenfurtcr Kreise, unweit der Dräu. Eisenärz, Markt (150 Häuser, 1/.35 Einw.) in Steyermark, im Brucker Kreise, am Fuße des Erz, bergcs, mit einer hoch auf einem Hügel gelegenen gothischen, von Rudolf von Habsburg im 1.1279 erbauten Kirche, Sitz dcs Inner-Osterreichischen Oberkam-mergraftn - Amtes. Der südlich von Eisenärz gelegene Erzberg, eines der größten Eistnbergwcrke Österreichs, liefert jährlich 1,000,000 Centner Eisenstein, und kann vielleicht noch 1000 Millionen liefern; man gewinnt jährlich 260,000 Centner Roheisen, nur wird der Mangel an Holz schon fühlbar; der Berg hat von der Natur gebildete Höhlen, von denen die sogenamtten Schatz- / ' 51 kammern, der manchfaltigcn Gruppirungcn der Eifen^ blüthe wegen besonders sehenswert!) sind Se. kaiserl. Hoheit der Erzherzog Johann hat vor zwey Jahren auf dem Gipfel des Erzberges ein großes Kreuz von gegossenem Eisen errichten lassen. Eine Stunde nordwestlich von Eisenärz liegt hinter dem Schloss? Leopoldstein der gleichnamige See, von einem steinigen Ufer umgeben, der unterirdische Abflüsse haben soll. Fünf Stunden von Eisenärz ist das von hohen Bergen umgebene Thal Nadmar mit wichtigen Eisen- und Kupfer-Bergwerken. Es liegen zwey Dörfer in diesem Thale, im ersten ist die bekannte Wallfahrt zu St. Anton, von dem zweyten kann man in fünf Stunden den Berg Kamvel 5,21" Fuß hoch besteigen, der eine vortreffliche Aussicht darbiethet. Elcsd, Markt in Ungarn, im N iharcr Comitate, an der reißenden Körös, in der Nähe das verfallene Bergschloß Somolykö. Elisabethstadt, konigl. Freystadt (4000 Einw.) in Siebenbürgen, in der Kockelburger Gespannschaft, mit einem halb in Ruinen liegenden Castell/ ehedem von den Fürsten Appaffy bewohnt; sie ist regelmäßig gebaut, hat vielerley Gewerbe, Handel und vier Jahrmärkte. Elm au, Dorf in Tyrol, im Innsbrucker Kreise. Els, siehe Ols. Enns, Stadt (3Ü0 Häuser, 30?9 Einw.) in Nieder-Osterreich, im Traunkreise, auf einer Anhohe unweit der Mündung der Enns in die Donau, einer der ältesten Orte in Osterreich; sie liegt in einer sehr reizenden Gegend, und hat als Merkwürdigkeit einen von Maximilian I. erbauten, mitten auf dem Markt- 52 platze stehenden Thurm. Neben der Stadt liegt das Fürst Auerspergische Schloß Ennseck sammt Garten mit einer herrlichen Aussicht. Hier oder doch in dieser Gegend stand das Lameacum dec Römer. Enzersdorf, siehe Lang - Enzersdorf. Eperies, königl. Freystadt (3?? Häuser, 7200 Einw.) in Ungarn, im Sarosser Comitate, dessen Congregations-Ort sie ist, in einer reizenden Gegend an der Torissa, welche die Stadt mit Kochwasser versieht, mittelst eines Druckwerkes, welches das Wasser über 30 Schuh hoch in die Cisternen der Stadt leitet, die Man, gel an gutem Brunnenwasser hat. Hier ist der Sitz der Districts - Gerichtstafel für den Kreis diesiseits der Theiß, und stit ttti? eines unirten Bischofes mit seinem Capitel, außerdem hat sie ein lutherisches Districtual-CoUegium, ein katholisches Gymnasium, einige grobe Tuch- und Lcinwandwebereyen, besuchte Wochen-und Jahrmärkte, und viel Handel mit Früchten, Wein und Vieh. Der Sauerbrunn Borkut versieht die Stadt mit einem angenehmen Trinkwasscr und Czcmtte mit seinem schwefelartigcn Säuerling, dient den Epcriesern zum Bade- und Belustigungsort. Von den drey in der Nähe befindlichen Bergruinen, ist jener auf dem Berge Saros seines Umfanges und der Aussicht wegen, die er darbiethet, äußerst sehenswerth ; es war ehedem eine Residenz Rakoczi's, und die noch stehenden Ringmauern des Schlosses umfassen einen Flächcuraum, der jenem gleich kömmt, den die königl. Freystadt Zeben unweit des Sarosser - Berges gelegen, einnimmt, 'Am Fuße des Berges am Ufer der Torissa steht eine Capclle, welche die Stelle bezeichnet, wo die Körper zweyer Francis-caner - Mönche wieder gefunden und begraben wurden, 53 die eine Pulver-Explosion vom Schlosse herabgeschleudert hatte, wo sie sich eben mit Zubereitung eines Feuerwerkes beschäftigten. Am bemerkenswcrthesten, in der Nähe von Eperics, ist der Markt S mjen, Dorf in Ungarn, im Biharer Comitate. Ercs6 ny, Dorf in Ungarn, im Stuhlweiffen-burger Comitate, die unter den Römern hier gestandene Stadt hieß Salinä. Erlau, bischöfliche Stadt (i?,362 Einw.) in Ungarn, im Hevcscycr Comitate, dessen Congregations - Ort sie ist, einer der schöneren Wohnplätze in Ungarn, Sitz eines Erzbischofes und seines Domcapi- 54 tels. Sie hat einige vorzügliche Gebäude, von denen das vormahlige Universttäts - Gebäude mit seiner Sternwarte, die mit ihrer Einrichtung über zwey Millionen Gulden gekostet haben soll, die Domkirche und deraufeinem hohen, steilen Felsen erbaute erzbischöfiiche Pallast die merkwürdigsten sind. Erlau hat ein Lyceum, ein Gymnasium, Tuchweberey und bedeutenden Handel, scine warmen Schwefel, Salz und Eisen haltende Quellen, werden zu Bädern häusig benützt; was aber seinen Nahmen am berühmtesten macht, ist der in seiner Umgebung wachsende, meistens rothe, herrliche Wein. Este, Stadt («000 Einw.) im Venetianischen, Delegation Padua, das Atteste der Römer am Bachi-glione, mit einer alten Bergfeste, Stammort der Könige von Großbritannien und der Herzoge von Braunschweig. Sie hat eine Seidenspinnerei) von 26 Fila-torien, drey Filzhut - Fabriken , und in der Nähe Wetzstein-Brüche. Von hieraus kann man einen Ausflug auf den Monte Serra, die höchste Spitze der südwestlichen Seite der Eugancen, machen, ein Berg, der ganz mit spanischem Ginster und Therebinthen-Bau-, men bewachsen ist, und die herrlichste Aussicht über den Garten Italiens, bis an die Lagunen in die Lombardey und gegen die Modcncser, Vicentiner und Veroneser Gebirge gewahrt. Eszek, königl. Freystadt (650 Hauser, 9500 Einw.) in Slavonien, im Veröczer Conütate an der Donau, eine der stärksten Festungen der Monarchic, mit Raum auf eine Besatzung von 30,000 Mann in den Caftrnen und Casematten; sie ist der Sitz der Gerichtstafel für die drey slavonischen Comitate und eines Ober- Provincial- Commissariats. Die Stadt hat 55 bedeutenden Handel und vier lebhafte Jahrmärkte, die häusig von den Türken besucht werden. Eine Stunde von Eszek, jenseits der Dran, über welche eine Brücke führt, am Ende eines seit dem Jahre l??5 mit einem Ko-stcnaufwande von 600,000 Gulden aufgeführten Dammes über die Moräste der Dräu, liegt das große Dorf Bcllye, Hauptort einer Sr. Kaiserlichen Hoheit dem Erzherzoge Carl gehörenden Herrschaft von dreyßig Dörfern, mit einem Flächeninhalte von 15 ^j Meilen. Prinz Eugen legte hier zwischen den Jahren i?0? und 1712 ein im Viereck aufgeführtes befestigtes Schloß an, dessen Werke jedock abgetragen sind. Auf dieser Herrschaft wächst der berühmte Villaner Wein, der Burgunder Ungarns. Unter den Römern stand an EszekS Stelle die Pflanzstadt Murso oder Mursia, der Sitz der römischen Statthalter in Unterpanonien. Eyrs, Dors in Tyrol, im Kreise an der Etsch; von hier führt die neue Bcrbmdungsstraße zwischen Tyrol und der Lombardcy über das Stilfserjoch nach Bormio. Facsct, Markt im Banat, in der Krassoer Gespannschaft, mit einem verfallenen Castelle. Fagaras, Markt in Siebenbürgen, im gleich-nahmigcn Districtc, mit einem festen Schlosse, Sitz des unirtcn griechischen Bischofes von Siebenbürgen. Merkwürdig ist hier die 145. Klafter lange, über den Altfluß gesprengte hölzerne Brücke, die mit einem Zie-gcldache gedeckt, in der Mitte drey und an beyden Enden acht und neun Klafter breit ist. Feistritz, Dorf in Illyrien, im Adelöberger Kreise. Fc istritz, siehe Windisch - Feistritz. 56 Feketetu, Dorf in Ungarn, im Biharer Co-mitate. Fcldkirch, Stadt (303 Häuser, l300 Einw.) in Tyrol, im Kreise Vorarlberg an der III, das Clu-nia der Römer, mit einem neuen und einem alten Schlosse, welches letztere noch Spuren römischer Bauart trägt. Hier ist der Sitz eincs Bischofes sammt Domcapitel für den Kreis Vorarlberg, eines Civil-, Criminal- und Wcchsclgenchlcs erster Instanz; es hat ein Gymnasium, ein reiches Hospital, Battist-und Mousse-lin - Weberey, Wandfabriken und Seidenbau. Eine vorzügliche Aussicht gewahrt der Berg Älple, zwey eine halbe Stunde von Feldkirch, wo man das Nhein-thal, den Bodensce und das Klosterthal übersieht. Fälegyhäza, Markt (102« Häuser, l0,000 Einw) in Ungarn, und Hauptort von Groß - Cuma-nien, wo das Archiv und die Gerichtstafel der Cuma^ nen ist; man hat hier römische Urnen gefunden. Felsö-Orlik, Dorf in Ungarn, im Sarosser Comitate. Felsö-Szent-Ivany, Dorf in Ungarn, im Bacser Comitate. Felvincz, Markt in Siebenbürgen, im Ara-nyofser Stuhl. Eine Stunde östlich von hier liegt das Dorf Maros-Ujvar mit einer großen Stcinsalzgrube, deren Salzstock sich tief unter das Bette der Maros ausdehnt, bis wohin beynahe die Grube reicht. Das Salz wird in Stücken von 90 bis 9/5 Pfund geschlagen, und auf der Maros in Schiffen, die 700 Centner führen, nach Arad gebracht. Fischament, Markt in Nieder-Österreich, im Kreise U. W. W>, an der Mündung der Fischa in 57 die Donau, mit einem Schlosse. In dessen Nähe stand das Äquinoctium der Römer. Fiume, Stadt und Freyhafen (800 Häuser, 9000 Einw.) im ungarischen Küstenlande, am Einflüsse der Fiumara in den Wusen von Quarncro des adriatischen Meeres. Die Stadt hat viel Gewerbe und einen sehr lebhaften Handel und Schissfahrt. Der Hafen hat für große Schiffe nicht hinlängliche Tiefe, dennoch laufen jährlich über 2000 Fahrzeuge in denselben ein. Eine viertel Stunde von Fiumc steht das alte Schloß Tersat, ehemahls den Grafen Frangipani gehörig; eine prächtige Aussicht über Fiume, das weite Meer, die Inseln Chcrso, Veglia, die Küste von Istrien und das schöne Thal der Fiumara lohnt den Besuch des Schlosses. Von Fiume führt seit dem Z. IÜ20 die prächtige Louisenstraße nach Carlstaot. Eine viertel Meile von da liegt die Stadt Castua, einst Hauptort des alten Liburmcns, auf einem hohen Felsen am Meere. Flirsch, Dorf in Tyrol, Kreis Obcr-Innthal. Földvär, Markt in Ungarn, im Tolnauer (5o-mitate an der Donau, mit bedeutendem Hausenfang. Földvär, Markt in Siebenbürgen, im Fagara-schcr Districts Forra, Markt in Ungarn, im Abauyvarer Co. mitate am Hemalfiusse. Frainersdorf, Dorf in Mähren, im Znay-n,er Kreise. Frankenburg, Markt in Ober-Osterreich, im Hausruckviertel, mit einem schönen Schlosse, und unweit von da, das alte Schloß Hofberg. 5« Frankenmarkt, Markt in Ober-Asterreich, im Hausruckviertel. Franz, Dorf in Steyermark, im Cillier Kreise. Freyberg, Stadt (3600 Einw.) in Mähren, im Prerauer Kreise. Freudenthal, Stadt (3000Einw) in Schlesien , im Troppaucr Kreise, mit einem großen Schlosse, Residenz des Statthalters des Deutschmeisters, dem die gleichnahmige Herrschaft geHort, mit einem Piari-sten - Collegium und einer Hauptschule. Eine Meile gegen Nordwesten liegt der berühmte Curort Carlsbrunn mit kohlensauren eisenhaltigen Mineralquellen, wo auch Schlackenbäder bereitet werden. Sie werden vorzüglich gegen Nerven-Krankheiten und jene des Unterleibes mit Nutzen angewandt; der Ort hat eine angenehme Lage in einem waldigen Thale unfern des Altvaters, des höchsten Berges Schlesiens, am forellenreichen Oppa-Flusse, der eine Stunde vom Bade einen kleinen Wasserfall bildet. Den Altvater von hieraus zu besteigen, lohnet wirklich der Mühe; eine schöne Straße führt zu dem Bergflecken Hudertuskirch, von wo aus der Fußsteig auf den Gipfel des Berges auch ohne Führer kaum zu fehlen ist; eine Tafel zeigt den Weg zu dem mahlerischen zweyten Wasserfalle der Opfta, der hohe Fall genannt, welche aus einer beträchtlichen Höhe brausend übcr eine Felswand in einen mit Baumgruppen umgebenen Kessel stürzt und schäumend über hohe Felsblöcke wieder hinauswogt. Die Aussicht von dem /,505 Schuhe hohen Gipfel des Altvaters ist unbeschreiblich schön, sie verliert sich gegen Norden in den Ebenen von Preußisch-Schlesien und Pohlen, gegen Osten wird sie durch die in blauer Ferne sich hin- 59 ziehende Wand der Karpaten bcgränzt, gegen Süden ist die Aussicht auf Mähren zwar durch den Petersstein gehemmt, allein man sieht doch das schöne Thal am Schneeberge gegen Landskron, und in weiter Ferne die Gebirge Böhmens, gegen Westen sieht man das Krautwalder, Schmicdekopver und Schnceberger Gebirge, Von den vielen hier sichtbaren Ortschaften, sind Freywaldau, Iohanncsbcrg, Neiße, Freudenthal die erheblichsten; bey recht hellem Wetter, wird man selbst Breslau gewahr. Fr eystadl, siehe Galgocz. Friedeck, Stadt (3000 Einw.) in Osterreichisch-Schlcsim, im Tcschner Kreise, am rechten Ufer des Ostrawiza-Flusses, ein gcwerdrcicher Ort, der bedeutenden Handel treibt, mit einem Schlosse und einer Wallfahrtskirche. Friedland, Stadt (503 Häuser, 3000Einw.) in Böhmen, im Bunzlauer Kreise am Wittichflussc. Die Stadt hat Tuch-, Leinwand- und Kattun-Webe-reyen, von der Herrschaft Friedland hatte Albrecht Graf von Wallcnstcin, den Herzogstitcl, das Wergschloß Friedland, des Herzogs ehemahlige Residenz, liegt südlich nahe an der Stadt auf einem merkwürdigen Basaltsel-sen, es wurde von dem Wladyken Berkowctz von Diewitz im I. 101/, gegründet; dessen erster Thurm soll nach einer alten Tradition inclica, gleichsam Wegweiser in den dichten Waldungen, geheißen haben, es ist vollkommen gut erhalten und noch im bewohnbaren Stande; merkwürdig in demselben sind, die alte Waffenkammer und die in den Sälen aufgestellten Bildnisse der Besitzer von Fricdland seit 260 Jahren, vorzüglich aber ein schönes Original-Gemählde Albrechts von Wallen 60 stein. Zwey Stunden von Friedland liegt der Brun-nenort Licbwcrda in einer reizenden Ebene, mit einem schönen Schlosse, geschmackvollen Badcgebäuden und ansehnlichen Gasthäusern, es sind hier vier Quellen, die ihren Bestandtheilen nach, von einander abweichen, sie dienen zum Baden und Trinken, der Stahlbrun-nen soll nut dem Spaawasser fast identisch seyn; für alle Bequemlichkeiten, wie für Unterhaltungen der Badegäste, ist hinlänglich gesorgt. Friesach, kleine Stadt (184 Häuser, 1200 Einw.) in Illyrien, im Klagenfurter Kreise. Sie hat eine Deutsch-Ordens-Commende, liegt zwischen vier Bergen, auf welchen man noch viele Denkmähler eines großen Ortes antrifft, der das Virinum der Römer gewc-. sen seyn soll; auch Denkmähler aus dem Mittclalter, die Ruinen dreyer Bergfesten sieht man hier. Nicht weit von hier beySt.Salvator liegt das St. Barbara-Bad. Zwischen Friesach und St. Veit liegt das neugebaute schöne Schloß Zwischenwässern, mit einem Parke am Zusammenflüsse der Mettnitz und Gurk, die Sommer-Residenz des Bischofes von Gurk, und unweit von da das Schloß Dreibach mit sehenswürdigen Eisenwerken des Grafen Egger. Fü ! deäk, siehe Lajos. Fünfkirchen, königl. Freystadt (16^2 Häuser, 8500 Einw.) in Ungarn, im Baranyer Comitate, am Abhänge eines Kalkgebirges, längst welchem die Stadt nur eine lange Straße bildet, eine der ältesten Städte Ungarns, wahrscheinlich das Scrbinum der Römer. Sie ist der Sitz eines Bischofes sammt seinem Domca^ pitel und Congregations-Ort des Comitates, hat ein Gymnasium, eine Hauptschule, und im Ursuliner^Klo. 6l ster eine Mädchenschule. Die hochgelegene Cathedrals welche für die älteste Kirche in Ungarn gehalten wird, soll einst ein römisches Castell gewesen seyn; auch sieht, man in der Stadt viele Überreste türkischer Bauwerke, Moscheen, Bäder, Brunnen ?c., sie war vom Jahre 15^3 bis ,6^6 in türkischen Händen, In der Nähe wird auf Steinkohlen gegraben, welche bis Pesth und weiter verführt werden. Der Gipfel des Berges Me-csek, nördlich von der Stadt, verdient, seiner sehr ausgedehnten, schönen Aussicht wegen, bestiegen zu werden. Drey Stunden von Fünfkirchen liegt das DorfÄbaligeth, mit der in seiner Nähe befindlichen sehr interessanten Tropfsteinhöhle; diese ist 500 Klafter lang, besteht aus schwarzgraucm Marmor, und enthält hohe unterirdische Gänge, weite Hallen, fürchterliche 'Abgründe, in welche sich ein Bach brausend hinabstürzt, und uncr^ meßliche Felsenspalten, die gleich hohen Thürmen empor steigen; die Tropfsteine haben meistens die Gestalt herabhängender Eiszapfen. Fürstenfeld, Stadt (2I/,'Häuscr, l?oo Einw.) in Stcyermark, im Grätzer Kreise, an cincm hohen Ufer des Fcistritz-Flusses, mit einer Malthcscr-Commcnde und einer großen Ärarial-Tabak- Fabrik, wo jährlich 30,000 Centner verarbeitet werden. Fusina, Markt im Venctianischen, Delegation Padua, von wo man angenehmer in einer Barke auf dem Canalc, als zu Lande auf der Poststraße, nach Padua fahren kann. Gabel, Stadt in Böhmen, im Bunzlauer Kreise, zwischen vier Bergen am Iungfernbache gelegen; von einem derselben, dem Hochwald, hat man eine schöne Aussicht über den nördlichen GebirZsthcil Böh. 62 mens; hier ist ein wichtiger Paß gegen Sachsen. Gefecht vom Jahre i?57. Gacs, Markt (4000 Einw) in Ungarn, im Ncograder Comitate, mit einem Schlosse des Grafen Forgacs und einer wichtigen Zeug- und Tuchmanufac-tur, die jährlich 1000 Stück wollene Zeuge und 8000 Ellen feines Tuch liefert. Gaie,^Dorfin Galizicn, im Lcmberger Kreise, seitwärts von der Straße gelegen, das PostHaus liegt ifolirt auf derselben. Gakova, Dorf in Ungarn, im Bacser Comitate. Galgä, Dorf in Siebenbürgen, im innern Szol-noker Comitatc. Galgocz, Markt in Ungarn, im Neutraer Comitate, auf einer Anhöhe an der Waag, über die hier eine Jochbrücke führt. Mitten auf dem Platze steht ein runder abgeplatteter Thurm, wahrscheinlich ein Werk der Türken, von dem aber die Sage spricht, daß Bel, einer der sieden ungarischen Heerführer dar, unter begraben liege. Das Schloß der Grafen Erdödy, deren Familien-Gruft neben der Pfarrkirche ist, steht auf einem steilen Kalkfelsen von Quadern erbaut und ist geschmackvoll eingerichtet; es hat sehenswcrthe Sammlungen von Münzen und anderen Alterthümern. Die Aussicht in das fruchtbare Waagthal, auf die unabsehbare Ebene gegen Tyrnau und auf die eine halbe Stunde entfernt liegende Festung Leopoldstadt ist äußerst reizend ; der sehr schöne Park zieht sich unter dem Schlosse hin bis an das Ufer der Waag. Gara, Dorf in Ungarn, im Bacser Comitate. Garcsin, Dorf in der slavonischen Militar-gränze, im Brooder Regiments - Bezirke am Gebirge 03 gelegen, auf welchem man die Ruinen eines alten Schlosses sieht. Gaunersdorf, Markt in Nieder-Österreich, Kreis U. M. B- Eine viertel Stunde östlich von de« Straße liegt das Dorf Pirawarth, welches seines, eisenhaltigen Schwefelbades wegen im Sommer häusig besucht wird. Gaura, Dorf in Siebenbürgen, im Kövarer District?. Gdow, Markt in Galizien, im Bochmer Kreise am Flusse Naba. Gefall, Markt in NicderHsterreich, im 35. O. M. B., am großen Gcfäller Walde, 305 Klafter hoch über dem Meere gelegen. Geis Horn, Dorf in Steyermark, im Juden« burger Kreise, in dessen Nähe gegen Süden ein kleiner gleichnahmigcr See liegt. Gcneralszkisztol, Dorf in der croatischen Militärgränze, imOgulinerNegiments-Nezirke. Zwey eine halbe Stunde von hier bey dem Dorfe Thonin, welches ein altes Schloß hat, liegt unweit der Straße ein Berg, in welchem sich eine berühmte Tropfsteinhöhle befindet, die aus zwey Abtheilungen über einander besteht, wovon die untere 6 Klafter hoch, eben so breit und über eine Stunde lang ist; sie hat ihren Ausgang bey Ostaria, ein Bach stießt durch die Höhle, der in ihrer Mitte einen kleinen Teich bildet, in wel< chem Fische leben; ungeheure Stufen führen aus ihr m die obere Abtheilung. Gcreldsau, Dorf in Siebenbürgen, im Hermannstädter Stuhl. Gitschin, Stadt (33? Häuser, 297I Einw.) 0/, in Böhmen, im Bidschower Kreise an der Czidlina, in einer reizenden Lage zwischen Bergen, mit einem prächtigen Schlosse, im Jahre l6i0 uon Albrecht von Wallcnstein erbaut. Von den Ruinen des Bergkegels Brodlctz, einem ungeheuren Bafaltblocke nordöstlich von Gitschin, genießt man eine liebliche Aussicht auf das an Naturschönhciten so reiche Gitschincr Thal, und das Auge verliert sich in unermeßliche Fernen. Gleisdorf, Markt (i 12 Häuser, 800 Einw.) in Steyermark, im Grätzcr Kreise an der Naab, mit einem Piaristcn-Kloster und einer Hauptschule. Glina, Markt (800 Einw.) in der Militärgränze, Stabsort des ersten Banal-Regimentes , am Zusammenflüsse der Glina und Roja mit großen Vieh, markten. Ein und eine halbe Stunde von hier, liegt das DorfThopuczka in einem romantisch- schonen Thale, mit einer eisenhaltigen Mineralquelle, die als Bad bey Rheumatismen, Gicht, Lähmungen, wie auch bey Hautkrankheiten mit Nutzen gebraucht wird, außer ei, ner Badchütle sind aber nur wenig ärmliche Gebäude hier; 1000 Schritte ungefähr von der Mineralquelle entfernt, zeigen sich auf einem kleinen Hügel die Ruinen einer alten gothischen Kirche, wahrscheinlich aus den Zeiten der Kreuzzüge stammend, deren prächtiges Portal sich bis jetzt erhalten hat. Gmünd, Stadt in Nieder-Osterreich, V. O. M. B., am Zusammenflüsse der Lainschitz und Lau-nitz , mit einem Schlosse, liegt nahe an der böhmischen Gränze, in einer Scehöhe von 300 Klafter; sie hat zwey Mineralquellen, das Hüpfierbad und Sangwasser; Geburtsort des berühmten Mathematikers Johann von Gmündcn, starb 1^2. 05 Gmunden / Stadt in Ober-Österreich, am Ausflüsse des Traunfiusscs, aus dem gleichnahmigen See, Hauptort des Dber-Osierrcichischen Salzkammergutes, ihr wichtigstes Gebäude ist das Salzmagazin. Sehenswürdig sind hier dcr Calvarien-Berg, wegen seiner schonen Aussicht über die Stadt und den größten Theil des Sees , die Traun-Klause, die zwar nicht große, aber treffliche Sammlung von Kunstsachen und Geschichts-Merkwürdigkciten des Herrn Directors Hörner, und der Holzanfzug in der Aurach. Der Traun-fee, auch der Gmundner See genannt, ist 6310 Wiener Klafter lang, i5?o Klafter oder drey viertel Stunden breit und 1288^ über das mittelländische Meer erhoben, seine Tiefe wechselt zwischen 15 — yo Klaftern, sein Wasser ist dunkelgrün, er wirft auch im ruhigen Zustande größere Wellen, als andere Seen, wesihalb er auch selten oder nie ganz zufriert. Bey dem einförmigen Charakter der Ufer haben diese dennoch schöne Par-thien, am meisten das westliche, an welchen die Dörfer: Ort, Altmünster, Ebensweyer, mit dcr reizen« den Aussicht von seinem Schlößchen und Traunkir« chen liegen; zwischen den beyden letzteren liegt die Vichtau, ein ansteigender Kessel mit Wiesen, Feldern und vielen zerstreuten Häusern bedeckt, von einem dunkeln Waldkamm begränzt, aus dem der von den Seeschiffern so sehr gefürchtete Vichtau - Wind bläst. Am westlichen Ufer des Sees biethet die Himmelreichwiese, eine Stunde vom Ufer, über den Traunscc, so wie über die Ebene gegen Linz und Vöklabruk^ hin, cine herrliche Aussicht dar; eine Stunde von da erreicht man den Laudachsee, südlich von den Wänden des Kotzensteins umgeben, wo man ein schönes Echo 5 66 findet; von hier führt der bequemste wiewohl längere Weg auf den 52/,^ hohen Gipfel des Traunsteins, einen Aufenthaltsort der Gemsen, mit der Aussicht über ganz Ober - Österreich bis an den Salzburger Kreis. Ferner kommt man in die Eisenau, eine an Petrefacten reiche Wildniß, dann zu dem Nettelstein einer sehenswerthen Höhle, mit einem 300 Klafter über dem Traunsee gelegenen kleinen See, und endlich zu dem Wasserfalle der Karbach, nicht weit von der Karbach - Mühle. Goffritz, Dorf in Nieder-Osterreich, V. O. M. B. Gölling, siehe Golling. Gönyö, Dorf in Ungarn, im Raaber Comi-tate, am rechten Donau-Ufer, in dessen Nähe stand der Nömerort ^6 8latuaL. Görz, Kreisstadt (?0? Häuser, 8256 Einw.) in Illyrien, im glcichnahmigm Kreise am Isonzo. Sie ist der Sitz eines Bischofes, sammt dessen Seminars, eines Stadt- und Landrcchtcs und Criminalge-nchtes, hat Grammatical- und andere Schulen, eine Gesellschaft des Ackerbaues, der Künste und des Handels, wichtige Seidenmanufacturen und Corduangär-berey, Seidenspinnereyen, Wachsbleichen. In ihrer Nähe liegt der Monte Santo, bekannt wegen seines guten Weines, von ihm übersieht man die Stadt Görz und die ganze vorliegende Fläche, so weit das Auge reicht, nichts als Wohnorte, auch einen Theil des adriatischen Meeres. Golde nbrunn, einzelnes PostHaus in Mähren, im Vrünner Kreise. Gollubincze, Dorf in der slavonischen Militärgränze, im Peterwardemcr Regiments-Bezirke. Golz-Icnikau, Markt in Böhmen , im Czas-lauer Kreise. Eine halbe Stunde südöstlich von hier liegt Willimow, eine kleine Stadt, bey welcher König Georg von Podiebrad, im Jahre i^(>9 den Mathias Corvinus, König von Ungarn, zwischen Wäldern so enge einschloß, daß er ihn hätte vernichten können; er zog es jedoch vor, Friede mit seinem Gegner zu machen , und ließ ihn ungehindert in seine Heimath ziehen. Gonowitz, Markt in Stcyermark, im Cillier Kreise am Donaufiusse, mit bedeutendem Straßcnge-werbe und Handel, und vortrefflichem rothen Weinwachs. Über Gonowitz sieht man die Ruinen der alten Bergfeste, einst durch die Dynasten von Gonowitz zwi« schen dem l2. und 15. Jahrhunderte bewohnt. Von Gonowitz an erhebt sich der steile PoNanaberg, über welchem sich die von Kaiser Carl VI. von Wien nach Trieft geführte Haupt- und Commcrcialstraße zieht, Gora-Ropczycka, Markt in Galizien, im Rzeszower Kreist. Gozpich, Markt in der croatischm Militärgränze, Stabsstation des Lickaner-Regimentes, mit einem Schlöffe. Acht Stunden von hier zunächst dem Dorfe Udvinia, liegt der Werg Kuk im Plissewitzerge-birge, dessen Gipfel man zwischen dichten Waldungen und schauerlichen Abgründen erreicht; man Übersicht hier die Bezirke Dobroscllo und Szerp des Lickancr-Rcgimcntcs und cincn großen Theil des türkischen Gebiethes jenseits der Unna- Am iy. October lUitt wurde hier eine Pyramide von weißem Marmor errichtet, zum Andenken der Gegenwart Ihrer k. k. Majestäten auf diesem Puncte am 15. Iuny i6i9. 5 " 6« Gradiska, siehe Neu-Gradiska. Grätz, Hauptstadt (36,i/,5 Einw.) von Steyer-mark, in einem romantischen Thale an den beyden bu-schigten Ufern der Mur, 220" über dem Meere gelegen, mit vier Vorstädten und zwey schönen Brücken über den Fluß, es ist der Sitz der Militär- und Civil-Behör-den Sleyermarks, und gewöhnliche Residenz des Fürst-Bischofes von Seggau; auch ist hier eine Dbcrvostver-waltung, sie hat ein Lyceum für Theologie, Ncchtsge-lehrtheit, Medicin und Philosophie, eine Bibliothek von 100,000 Bänden, und mehrere wissenschaftliche und Bildungsanstaltcn; das National-Museum in Grätz, nach seinem erhabenen Stifter dem Erzherzoge Johann, Iohanncum genannt, ist eines der schönsten .Denkmähler fürstlicher Großmuth und Vaterlandsliebe, welches die Monarckie auszureisen hat, und behauptet sowohl als Sammlung vaterländischer Kunstund Natur-Schätze, wie auch als unterrichtende Lehranstalt einen der ersten Plätze in unserem Kaiscvstaate. Sehenswürdig ist die Domkirche mit dem Grabmahle Kaiser Ferdinand II. und seiner Angehörigen. Grätz hat einen beträchtlichen Eiscnhandel und zwey ansehnliche Jahrmärkte, deren jeder drey Wochen dauert; nordwestlich von der Stadt liegt auf einem isolirten Felsenhügel der Calvarienberg, einer der schönsten in der Monarchie. Die Umgebungen von Grätz sind von ausgezeichneter Schönheit; drey viertel Stunden von da liegt das Schloß Eggenberg, das Stammhaus der im Jahre i?lü ausgestorbencn Fürsten gleichen Nahmens, wohin eine schöne Kastanien-Allee führt, und dessen Garten dem Publicum offen steht; in der Nähe ist die Schießstätte. Die Wallfahrtsorte Maria Straßgang, by St. Florian und Maria Trost, gewähren sehr schone Aussichten. Drey Stunden südwestlich von Grätz liegt in einer waldigen Gegend, nahe an einem Jagdschlösse, der Badeort Doppelbad mit zwölf Mineralquellen, die vorzüglich in den meisten Krankheiten von Nutzen seyn sollen, welche entweder von Nervenschwäche oder über-mäßiger Reizbarkeit, oder von zurückgctrctcucn Hautaus-schlagen und Schärfen entstanden, oder damit verbunden sind; von dem waldigen Hügel gegen Lanach öffnet sich eine sehr mahlerische Aussicht. Die Ruinen des Felsen-schlosses Gößting liegen emc Stunde nördlich von Grätz, mit dem neuen Schlosse und seinem angenehmen Gar.-ten am Fuße des Berges; von ihnen hat man eine sehr schöne Aussicht; an der rechten Seite der Ruinen ist cin Felsen, der Jungfern-Sprung genannt, der seinen Nahmen von dem tragischen Ende der Anna von Gößting erhielt, der letzten ihres Stammes, welche um den Verfolgungen eines ihr verhaßten Mannes zu entgehen, sich hier herabstürzte, den Tod fand, und auf Gößting begraben ist. Drey Stunden von Grätz steht das Cisterzicnscr-Stift Rein, mit dem Grabmahle des Stifters Herzog Leopold des Starken und seiner Gemahlinn, so wie Herzog Ernst des Eisernen; auch von hieraus genießt man von verschiedenen Puncten schöne Aussichten. Vier Stunden von Grätz steht ?<)5 Klafter über dem mittelländischen Meere erhoben, der Berg Sche-kel, den man vom Dorfe Radegund in vier Stunden besteigen kann, und dessen Aussicht einen Gesichtskreis von 400 ^ Meilen beschreiben soll; außer diesem sind uoch die höhere Tcichtalpe und der Roscnkogcl in der weiteren Umgebung von Grätz ihrer Aussicht wcgcn merkwürdig. 70 Gran, königl. Freystadt (8(w Häuser, 9000 Einw.) in Ungarn, im gleichnahmigen Comitate, dessen Congregations-Ort es ist, am rechten Ufer der Donau, über die eine fliegende Brücke führt, mit einem von Festungswerken umgebenen Schlosse, auf einem isolirtcn Felsen, an dessen Fuße lauwarme Bäder sind. Gran ist der Sitz des Erzbischofcs, Primas von Ungarn, die Zeit seiner ersten Erbauung ist nicht bekannt, allein die Sage setzt selbe in jene der Nömer zurück und hält es für das Brcgetium des Ptolomeus, nach Andern ist es Carpis, welches späterhin ad Herculem hicß. Gran hat harte Schicksale erlebt, im zehnten Jahrhundert war es die Residenz Gcysa's und der Geburtsort seines Sohnes, des heil. Stephans, Stifters des hiesigen Erzbis-thums; vom Jahre 15^3, wo Solymann die Stadt erstürmte bis 1595, wo sie an Niclas Graf Palssy mit Capitulation überging, dann von 1605 bis 16^3 war sie in der Gewalt der Türken ; im Aprill 1U1« verlor Gran beynayc ein Victthcil scincr Gebäude durch das Feuer, gegenwärtig wird auf Veranlassung des jetzigen Fürsten-Primas die früher schon projectirte Domkirche und erzbischösiiche Residenz, wovon die Fundamente unter dem Fürsten-Primas Barkotzy gelegt wurden, ausgebaut; das Domcapitel, welches seit der letzten Besitznahme der Stadt durch die Türken in Tyrnau residirte, ist seit Kurzem nach Gran zurückgekehrt. Granitschestie, Dorf in Galizien, im Czer-nowitzer Kreise; eine kleine Meile von hier liegt das kaiserliche Militärgestüte Radauz, welches der Caval-lerie vorzügliche Pferde von eigener Zucht liefert. Greifenburg, Markt in Illyrien, im Villa- ?l cher Kreise an der Dräu, mit einem Schlosse; in dessen Nähe Alaungruben. Grödming, Markt (wo Häuser, ?00 Cimv.) in Steycrmark, im Iudenburgcr Kreise an der Enns. Groß - Beeskerek, Markt im Banat, im To-rontaler Comitate, mit kaum bemerkbaren Überresten eines alten Schlosses. Groß-Bitesch, Stadt (251 Häuser, i300 Einw.) in Mähren, im Znaimer Kreise; die hiesige Pfarrkirche ist nut Wall und Gräben umgcben, und das sogenannte Gemeindehaus wurde einst von den Tempelherren bewohnt. Groß°Goricza, oder Velcka Goricza, Dorf in Croatien, im Agramer Kreise. Gr 0 ß - Höflcin, Markt (1200 Einw.) in Ungarn, im Odenburger Comitate. Von Groß-Hösicin fuhrt eine schöne Allce^ eine halbe Stunde weit nach der konigl. Freystadt Eisenstadt, (ungarisch I^is manu») Residenz des Fürsten Esterh»zy; sie liegt am Fuße des Leitha Gebirges in einer höchst angenehmen Gegend. Im Jahre i6l!3 mit vier großen Thürmen im Viereck im alten Style königlich erbaut, ist dieß Schloß durch den jetzt regierenden Fürsten Nicolaus, seit 1601 mit dem Aufwande von Millionen, in eines der schönsten Gebäude unserer Zeit verwandelt worden, die Pracht im Innern des Pallastcs übertrifft noch die äußere Schönheit ; dem Ganzen entspricht die Anlage des englischen Gartens, dessen Treib- und Glashäuser, der seltenen Naturschätze wegen, in einem großen Theile von Europa ihres Gleichen nicht haben. Überall zeigt sich der ausgezeichnete Kunstsinn des Fürsten, der mit trefflicher Auswahl die natürlich schöne Gegend zu cinem Elysium 72 umzuschaffen wußte, und in der Befriedigung seiner Lieblingsneigung des Bauens, Kausenden von Menschen Jahre lang Brot gab. Groß-Kakowa, oder Nagy-Kakova, Dorf im Banat, im Krassoer Comiiate. Groß-Mcserilsch, Markt (3y6 Häuser, 3?/,5 Einw.) in Mähren, im Iglauer Kreise an der Dslama, mit einem Fürst Lichtenstein'schcn Schlosse auf einer Anhöhe; der Ort hat bedeutende Kornmärkte. Groß-Pohlom, Dorf in Mähren, im Prc-rauer Kreise, unweit von da liegt der Markt Hrabin mit dem Lustschlofse Charlottenburg, auf einem Vor-berge der Sudeten, von welchem man die freye Aussicht gegen die Karpaten, das Gesenke und die ober-fchlesischen Ebenen hat. Großward ein, bischöfliche Stadt (1200 Häuser, 15000 Einw.) in Ungarn, im Biharer Comitate, an der schnellen Körb's, in einer schönen, der nahen Moräste wegen aber, etwas ungesunden Gegend, am westlichen Fuße der Siebcndürger Gebirge- Sie ist der Sitz eines katholischen und eines unirten Bischofes, sammt deren Domcapitel und Seminarien, hat ein Hauptdreyßigst-Amt, eine königl. Akademie, ein katholisches Archigymnasium mit einem Convict der Prä-monstratenser, und ziemlichen Handel mit Produtten. Sehenswert!) ist hier die Residenz des katholischen Bischofes und die herrliche Domkirche, gegründet vonLadis-laus dem Heiligen im Jahre 1080: sie ist mehrmahl verwüstet, 1??« aber nach einem vortrefflichen, römischen Modelle wieder aufgebaut worden; in ihr sind die Grabstätten Ladislaus des Heiligen, erstarb 1095, König Siegmunds, starb !/,3d, und dessen Gemahlinn, 75 der Königinn Maria. Vierzehn Stunden von Groß-wardein liegt die interessante Werghöhle Fornacza bey dem gleichnahmigen Dorfe, sie besteht aus vier Abtheilungen und enthält die sonderbarsten Tropfstein-Gestalten ; acht Stunden von Fornacza bey Rez Nanya, findet- sich eine andere kürzlich erst entdeckte Höhle, in welcher man viele Knochen von Thieren der Urwelt findet. In der Nähe der Stadt bricht aschgrauer Marmor mit röthlichen Flecken. Eine Meile von der Stadt, am Fuße des Gebirges, liegen zwey warme Bäder, welche durch einen Hüge! auf dem das Dorf Hajo liegt, ungefähr eine Stunde weit von einander ge-trennt sind; sie enthalten: Eistn, Salpeter und Bittersalz; das eine Bad (das bischöfliche) liegt gegen Norden und hat Sommer und Winter gleiche Warme von it/ Reaumur, die anderen, die Fclicianischm im Winter i?° im Sommer 20° Wärme; beyde leisten in Haut- und Glieder-Krankheiten, bey Nieren- und Blasensteinen, bey veralteten Wunden und Hüftschmcr-zen gute Dienste. Groß-War i sch d orf, Dorf in Ungarn , im Odenburgcr Comitate. Gr 0 ß - Weikersd 0 rf, Marki in Nieder-Oster-reich, Kreis U. M. B. Grudek, Stadt (6I15 Einw.) in Galizien, im Lemberger Kreise, an einem kleinen See. Grün au, Dorf in Mähren, im Ollmützer Kreise. Grünberg, Poststation in Böhmen ^ im Klat-tauer Kreise; in der Nähe ist ein ehemahls festes Bergschloß, in welchem die böhmische Königskrone aufbe- 74 wahrt wurde, als Carlstein zu diesem Zwecke noch nicht eingerichtet war- G sch ies, Dorf in Ungarn, im Odenburger Co-mitate; westlich von der Straße liegt hart am Neusiedler-See Ruszt, die kleinste königl Frevstadt Ungarns , berühmt durch ihren Wein, dessen Ausbruch man den ersien Rang nach dem Tokayer gibt. Güns, königl. Freystadt (ÜI0 Häuser, 5500 Emw.) in Ungarn, im Eisenburger Comitatc, an einen Werg gelehnt, mit einem nach alter Art befestigten Ester-häzyschen Schlosse, sie hat reizende Umgebungen und hier und da herrliche Aussichten- Sie ist der Sitz der Di'strictstafel für den District jenseits der Donau, hat ein Plansten-Collegium und ein Gymnasium, Tuchwcbercy mit ?0 Meistern. Schon i/,6y ward Güns unter die königl. Freystädte aufgenommen, damahls war es befestigt, und ward im Jahre 1532 durch den berühmten Iurischitz, heldenmüthig und glücklich gegen den vom Sultan Solimann zur Belagerung der Stadt abgeschickten Ibrahim Vascha, vertheidigt. Fünf Stunden von Güns gegen die stcyerifche Gränze zu, liegt das Dorf Tatzmannsdorf, in einem schmalen, fünf Stunden langen, fruchtbaren Thale zwischen Tannen-und Fichtenwäldern, mit einem Graf Bathyanischcn Schlosse und einem vorzüglichen kohlensauer-alkales-cirenden Sauerbrunnen, der vorzüglich in Gichtübcln, Magen- und Brustschwachen, Skrofeln und den gewohnlichen Krankheiten des schönen Geschlechtes, Hülfe leistet. Das Badewasser wird gewärmt, und eine nicht zu große Anzahl Gäste findet hinlängliche Bequemlichkeit, so wie auch für Unterhaltungen gesorgt ist; es gibt in der Nähe sehr angenehme Spaziergänge mit 75 schönen Aussichten. Eine Stunde von da liegt der Markt Slaning -mit einem alten festen Schlöffe und schönen Garten, und eine halbe Stunde davon, der Sauerbrunn bey Goberling in einem herrlichen Nhale. Günselsdorf, Dorf in. Nieder - Österreich , V. U. M. B., in dessen Nähe sind die ausgezeichnet schönen Gartcnanlagen des Schlosses Schönau, einer Herrschaft, dem Grafen von Montfort, Er-König von Westphalcn, gehörig. Gura-Homora, Dorf in Galizien, im Cser-nowitzer Kreise, Sitz einer Cameralverwaltung. Gutcnbrunn, Markt in Niedcröstcrrcich, V. D. M. 33-, in einer waldigen Gebirgsgegend mit einer Mineralquelle, dabey eine Glashütte und Torfgruben. Gute nhof, Poststalion und Cameralgut in Illyrien, im Neustädter Kreise. Gwozdziec, Markt in Galizien, im Kolomäer Kreise, hat eine Hauptschule. Gyapju, Dorf in Ungarn, im Biharer Co-mitate. Gyungyös, Markt (8000 Einw.) in Ungarn, im Hevesser Comitate, am gleichnadmigen Flusse, am Fuße der Matra gelegen, mit vier katholischen Kirchen und einem Gymnasium, er hat starken Viehhandel und lebhafte Jahrmärkte, in der Nähe wächst der bekannte köstliche Vissontacr Wein. Sehenswerth ist hier das Archiv, die Wasscnsammlung und der Garten mit seinen Orangerien des Baron Orczy; der Garten, dann die Maschinensammlung und die Pferde-Ställe des Baron Brüdern, diese und die Stallungendes Grafen Viczey in Prcßburg, sind die schönsten in Ungarn. Von Gyöngyös hat man drey Stunden bis auf den ?6 höchsten Nucken des acht Meilen langen und drey Meilen breiten Gedirgszuges Matra, welcher die nördliche Gränze der grosien Fläche Ungarns und das südlichste Vorgebirg der Karpatcn bildet. Dicft 350<^ über dem Mecrc erhobene Spitze, liegt zwischen den Dörfern Pcnad und Markacz, sie gewährt dic weiteste Aussicht in ganz Ungarn, denn von hier sieht man mittelst eines guten Fernrohres die nördliche und süd. liche Gränze von Ungarn, die karpatischen 'Alpen und das flämische Gebirge; gegen Südostcn die weinrcichcn Berge der Arader Gespannschaft bey Villagos, gegen Nordosten den in die Fläche an die Theiß hervortretenden Tokayerberg, mit der rückwärts gegen Norden ziehenden Gebirgskette der Hegyallya. In Westen wird die Aussicht durch die von Ofen, durch die Weißenburger , Wcßprimer und Szalader Gespannschaft laufenden. Berge begränzt, welche eine Wand zwischen dem Auge und der westlichen Gränze von Ungarn aufstellen. Won Gyongyös sind zwey Meilen nach dem oben genannten Dorfe Parad, welches auf der Nordseite der Matra in einem angenehmen Wiesenthale an der Torna liegt, drey Alaun- und Schwefelquellen und einen eisenhaltigen Sauerbrunn hat; die ersteren als Bad benützt, dienen gegen Krankheiten der Verdauungsorgane, gegen Steinbeschwerdcn, Lähmungen, Ha-morrhoiden und andere Übel des Unterleibes, der Sauerbrunn wird mit Nutzen gegen schwache Ver.dauung, Durchfälle, Nerven-Übel ?c. gebraucht. Gyula, Markt in Ungarn, im Bekefser Comi-tate, dessen Congregationsort er ist, theils in einer Ebene zwischen Weingärten, theils zwischen Morästen gelegen/ welche die weiße und schwarze Korös hervor- bringen, mit einem Schlosse, zwey Thiergärten und Schildkrötcnteichen. Die Luft ist hier nicht sehr gesund. Haag, Markt in Ober-Osterreich, im Hausruck-viertel, in dessen Nähe das Schloß Stahremberg, dann das Dorf Geyersbcrg auf einer Anhöhe, mit einer schönen Aussicht. Habzany, Dorf in Ungarn, im Sarosser Co- mitate. Hadhäz, Markt in Ungarn, im Haidukcn Di- stritte. Hahüt, siehe Als6-Hahot. Haida, die jüngste Stadt in Böhmen , im Leitmcritzer Kreise, mit einem bedeutenden Glashandcl, den eine ganze Gesellschaft dirigirt. Drey viertel Stunden von da liegt das Dorf Bürgstcin, mit einer Spiegelfabrik , in dessen Nähe der Bürgstein steht, ein interessanter, freystchendcr 100 Ellen hoher Sandsteinfelsen, dessen Inneres viele Gemächer und Gänge, ein Gefängniß, zwey Grotten, ja sogar eine kleine Kirche, Alles in den natürlichen Stein gehauen, enthält, und der Sage nach von den Templern, die in Zwickau in Böhmen hausten, benützt worden seyn soll; auf einer in den Felsen gehauenen Stiege gelangt man bis zum oberen mit Bäumen besetzten Platze, unter denen zwischen hohen Felswänden eine Buche von besonderer Größe hervorragt. Johann Peter Berka. von Duba und Leippa, Besitzer dieser Gegend in der ersten Hälfte des 13. Iahryundertes, im Jahre i2/,y erster Groß-, meister der Templer, soU diesem Felscnschlosse seine Entstehung gegeben havcn. Von der steilen Kuppe des nahen Berges Kleis, kann man die Gegenden von Haida und Böhmisch - Leippa tresslich übersehen. 73 Ha in burg, Stadt (265 Häuser, Ios^Einw.) in Nieder-Österreich. Vor derselben sieht man an der Straße einen wahrscheinlich dnrch Menschenhände aufgehäuften Hügel, und eine,früher in Ruinen gelegene, nun wieder eingedeckte und für den Gottesdienst hergestellte, uralte, schöne, gothische Kirche, von deren Erbauung Niemand Rechenschaft geben kann. Unter dem genannten Erdhügel wollte die Sage, das Grab des unglücklichen Dttokar's finden, der jenseits der Donau im Marchfelde seinen Tod fand, allein, die Untersuchungen der k. k. Mineurs, welchen dieser Hügel zu ihren Übungsarbeiten angewiesen wn, haben bisher kein Resultat geliefert, welches auf eine ursprüngliche Bestimmung dieses Hügels schließen ließe. Die Stadt liegt in einer romantischen Gegend an der Donau, hat ein altes in Trümmern liegendes Bcrgschwß, ein neues aber unbewohntes Schloß und die größte Ärarial-Ta-» bakfabrik in der Monarchie, die jährlich über 100,000 Centner Tabak verarbeitet. Vom Bcrgschlofsc, das man in drey viertel Stunden ersteigen kann, genießt man eine reizende Aussicht auf die Donau mit ihren Inseln und Auen, auf das drey Stunden entfernt auf dem anderen Ufer lugende, kaiserliche Lustschloß Schloßhof, mit seinen großen Garten und auf das Schloß von Preßburg. Seitwärts von Hainburg, dicht an der Donau, liegen in einer sehr anmuthigen Gegend die Ruinen eines Temftlerschlosscs, diesem gegenüber das zerstörte Thebener Schloß. Ha las, königl. freyer Markt (1210 Häuser, Y000 Einw.) in Ungarn, in Groß- Kumanicn, am gleich uahmigen, fischreichen See; in dieser Gegend gibt es vicle Hügel von Flugsand. 79 Halics, Stadt (1796 Elnw.) in Galizicn, im Stricr Kreise, am Dniester mit Salzquellen; bey diesem Orte liegen auf einer steilen Anhöhe die Ruinen eines alten Bergschlosscs der ehemahligen Residenz der uralten Beherrscher von Galizicn, und von ihm soll das ganze Land Galizien (Halizicn) seinen Nahmen haben. Hall, Stadt (/»60 Häuser, 53?5 Emw) in Tyrol, Kreis Untcr-Innthal am Inn, Sitz der Berg« und Salinen-Direction des Bcrggerichtes und Land« münz-Probier« Amtes, hat eine Münze, ein Gymnasium und ein von der großen Kaiserinn Theresia dem Andenken ihres am itt. August i?()5 gestorbenen kaiser-lichen Gemahles gegründetes Fräuleinstift. Eine Meile von der Stadt gegen Norden in der Taucrn-Alpe, ist der 50UiV über das Meer erhobene Salzstuck, der schon im Jahre ?60 soll bearbeitet worden seyn; das Salz wird in großen Stücken aus dem Berge gehauen, in Wasser aufgelöst und die Sohle in hölzernen Canälen nach Hall geleitet, dort gesotten, wo sie eine jährliche Ausbeute von' 280,000 Centner gibt. Eine Stunde über dem Salinen-Gebäude auf eincr Höhe, das Thörl genannt, öffnet sich die prächtigste Aussicht ans einen großen Theil des Unter-Inn- und Wippthalcs. Unweit von Hall ist das Einbrückler Bad. Halle in, Stadt (I20 Häuser, 429? Eimv.) in Ober-Österreich, im Kreise Salzburg, am Fuße des Dürrenberges und am linken Ufer der Salza gcle< gen, sie hat eine bedeutende Baumwollen - Manufac-. tur, eine Stecknadel-Fabrik, und eine der größten Salinen Österreichs; die erste Entdeckung des Salzla-gers im Dürrcnberg wird dem Jahre li2,1 zugeschrieben, es ist jener berühmte Salzberg, der in den alten 30 Urkunden unter dem Nahmen Tumal vorkömmt. Zu Hallein wird die imDürrenbergc durch das Schmelzen dcr gegrabenen Salzstcinc bereitete Sohle zu Salz vcrsot-ten; früher waren vier Pfannen in der Größe von 60 bis 65 Schuhe im Quadrat, welche bey tausend Eimer Sohle faßten, im Gebrauche, weil man aber die Unbequemlichkeit derselben eingesehen, so wird man jetzt kleinere von 200 Eimer Gehalt in Gebrauch se-tzen, von denen schon eine in einem neuen Siedhause im Gange ist; es werden jährlich 300,000 Centner Salz bereitet, wovon tractatenmäßig 26/^000 Centner an Baiern abgegeben werden ; zu der ganzen Quantität werden 1,200,000 Eimer Sohle verbraucht, dic in hölzernen Rinnen aus dem Ealzbcrgc nach Hallein geleitet wird; in der Nähe des Dürrcnberges bricht verschiedene Gattung Marmor, unter andern auch der Muschel-Marmor. Halmi, Markt in Ungarn, im Ugocser Eo-mitate. Harsany, Dorf in Ungarn, im Borsoder Co-mitate. Hatvan, Markt in Ungarn, im Hevesser Co-mitate, in einer wicsenrcichcn Gegend an der Zagywa mit einem prächtigen Schlosse des Fürsten Grassal-kovich. Herczeg-Szöllös, Dorf in Ungarn, im Baranycr Comitate. Hermanstadt, königl. Frcystadt (2200 Häuser, ,5,000 Einw.) in Siebenbürgen. Sitz des siebenbürgischeu General-Commando, eines griechisch nicht umrten Bischofes und der sächsischen Universität mit ihrem National-Archiv, die Stadt hat ein katholi- fches und em lutherisches Gymnasium, cine wallachische Hauptschule, viel Gewerbe und Handel, mehrere öffentliche Gebäude und Palläsie, ein Erziehungshaus für 500 Waisen; sehenswerth ist das National-Museum mit einer Bücher-, Gemählde-, Münzen-und Mineralien-Sammlung; die Stadt ward von Deutschen um das Jahr 1160 angelegt. Die Gegend um Hermannstadt ist schön, der Rothe Thurm-Paß, durch welchen die Straße in die Wallachey führt, ist zwey und eine halbe Stunde von Hermannstadt entfernt. Eine lohnende Aussicht gewahrt der Berg Szurul 7122^ über dem Meere; um ihn von Hermannstadt aus zu besteigen, braucht man gegen vierzehn und eine halbe Stunde, von denen man drey bis vier Stunden fahren und zehn Stunden reiten kann, die letzte halbe Stunde aber muß man zu Fuße gehen. Man berührt mehrere Dörfer, wovon das letzte, Unter-Schebesch am Fuße des Berges liegt, von wo noch sechs Stunden ' bis auf dem Gipfel sind. Hidas - N 6 m ethi, Dorf in Ungarn , am Hcr-nad, im Abauyvarer Comitate. Hieflau, Dorf in Steyermark, im Brucker Kreise an der Enns; mahlerisch schön gelegen, mit vortrefflichen Mühlstein- und Steinkohlen-Gruben, welche letzteren jährlich 60,000 Fässer Kohlen liefern; sehenswerth ist der i36o^ lange Holzrechen und der neu erbaute Hochofen. H 0 chstraß, Dorf in Ungarn, im Naaber Co^ mitate; unter den Römern stand hier die Stadt 5 Einw.) in Steycrmark, im gleichnahmigen Kreise, im Eichfeldc, dem fruchtbarsten Theile von Ober-Steyer« mark am Fuße hoher Hügel, auf dem rechten hier sehr hohen Ufer der Muhr, welche weiter unten die Pols aufnimmt; sie war einst eine römische Pflanzstadt, und im 12. und i3. Jahrhunderte ein Hauptsitz der Juden, woher ihr Nahme; allein durch den im Han-, del sich erworbenen großen Reichthum, zogen sie sich Verfolgungen zu, die damit endeten, daß sie am 25. December 1312 gänzlich ausgerottet wurden. Der Cal, varienberg gewährt den Überblick des Muhr - Thales aufwärts und abwärts bis Seggau, so wie der karnth-nerischen Tauern ; bey der Stadt steht das neuere Schloß Lichtenstem, und über demselben einige Reste der alten, gleichnahmigen, im i3. Jahrhunderte zerstörten Bergfeste, dem Stammhaufe einer ausgestorbenen fürstlichen Linie; die in botanischer Hinsicht interessan« ten Iudcnburger Alpen enthalten einige Seen und ein Eisenbergwerk. Auf dem Wege von Iudenburg nach Unzmarkt liegt das eine halbe Stunde von der Straße entfernte Gut und Schloß Sauerbrunn, mit einer nahen incrustircnden Quelle. Iungbunzlau, königl. Kreisstadt (400 Häuser, /,iiU Einw) in Böhmen, im Bunzlauer Kreise, am linken Ufer der Iser, mit einem Schlosse im Jahre 9?3 von Boleslaw den II. erbaut, welches jetzt zur Caserne dient. Drey viertel Stunden von hier liegt Cosmanos, wo eine der wichtigsten Kattundruckereyen der Monarchie besteht. Iungfern - Te initz, Markt in Böhmen , im Rakonitzer Kreife, mit einem Gesundbrunnen und den Ruinen eines Nonnenklosters. 9Ü Kaczkö, Dorf in Siebenbürgen, im innern Szolnoker Comitate. Kakowa, siehe Groß-Kakowa. Kaisdorf, Dorf ln Steyermark, im Grätzer Kreise, unter einer Anhöhe gelegen, auf welcher ein Schloß steht. Kalwang, Dorf in Steyermark, im Brucker Kreise. Kameniak, Poststation in Croatien, nn Agra> mer Comitate; von hicr auf dem Wege nach Fiume kömmt man auf den steinigen Gebirgsrand, von dem sich die Aussicht auf das Meer, auf die hohen Gebirge Istriens, und linksauf Luccari, ^orto-r« und die dalmatischen Küsten vor dem Auge entfaltet. Kaplitz, Markt (2,3 Häufer, 770 Einw.) in Böhmen, im Budweiser Kreise an der Mälsch. Kapnik oder Kapnyik, freyer Wergflecken in Ungarn, an der äußersten Gränze gegen Siebenbürgen, mit bedeutendem Wergbau auf Gold, Silber und Bley. Merkwürdig ist der nahe, hohe Berg Guttin, nber welchen die Straße führt, seiner ausgebreiteten Fernsicht wegen ; man sieht von hier deutlich die ausgedehnte Alpenkette derKarpatcn ander Gränze von Siebenbürgen, der Bucowina und Galizien, das kleine von der Thciß durchströmte Szigheter-Thal, dann die Berge, die sich nordwcstwärts an der großen Ebene Ungarns, durch die Szathmarer und Bekcscher Gcspannschaft ziehen, und endlich diese Ebene selbst; am Fuße dieses Berges liegt ein kleiner Gebirgs - See, wegen seiner Tiefe Oculu« murl5 genannt. Käpolna, Dorf in Ungarn, im Hevesser Comitate, am Tarnya - Flusse. 9? Karansebes, Markt (/,ö0 Häuser, 2200 Einw.) in der Vanatcr-Gränze, mit einer Infanterie-und Cavallcrie-Caserne. Stabsstation des wallachisch-illyrischen Gränz - Regimentes, wegen dcn großen Schnecken berühmt, die hier sich erzeugen. Von dem hinter Karansebes gelegenen Berge, Montje le märe, kann man den südöstlichen gebirgigen Thcil ocs Va« nats gut übersehen, auch dürften von hier dessen hoch. ften Verge, der Sarko, Godian und M-raru, welche höher als der Krivan seyn sollen, am besten zu besteigen seyn. Kardszagüjszälläs oder Kardszag, Markt sl/,50 Häuser, yO0u Einw.) in Ungarn, Haupt, uno Congregationsort von Groß-Kumanien ; in der Gegend zieht man viele Melonen, auch gibt cs viele Schildkröten. ' Karlsbad, freye Stadt (540 Häuser, 2500 Einw.) in Böhmen, im Cllbogner Kreise, eines der berühmtesten Bäder Europa's. Sie liegt zwischen ziem. Uch hohcn und steil aufragenden, meist bewaldeten Ber< gcn in einem engen Kessel an beyden Seiten der Tepel. Die höchsten Bcrgkuppen, welche die Stadt umgeben, sind: Der Hammberg, der Hirschcnstein, der Drey-krcuzberg oder Buchcnberg; niedriger sind der Lorcnz. brrg, und gegen Sachsen dcr Galgcnberg. Alle gewäh. rrn die schönste Aussicht. Karlsbad hat Manufacture» von cincr Menge Artikeln, die unter dem Nahmen Karls, bader Waaren bekannt sind. Die Bädcr von Karlsbad wcrdcn zu dem alkalisch ° salinischcn Stahlwasscr gezählt; ihre Entdtcklmg schreibt die Sagc Kaiser Carl ^^- zu, indem ein von ihm verfolgter Hirsch durch Wnen Sprung von einem Felsen hcrab die Quelle ge- ? 9« öffnet haben soll; so viel ist übrigens gewiß, daß Kaiser Carl im Jahre i3?0 Karlsbad zu einer königl. Freystadt erhoben hat Die vorzuglichsten Quellen sind: Der Sprudel, er entspringt fast in dem Flußbette der kalten Tepcl, aus einem kalkartigen Gesteine, das man die Sprudelschale snennt und hat 5 bogen auf cincm hervorspringenden Felsenecke, am linken Ufer der Eger, nur mit einem einzigen Thore; sie ward wahrscheinlich schon im 9, Jahrhunderte durch die Gra< fen von Voheburg erbaut; in dem alten, halbverfallenen Schlosse wird ein großes Stück Meteorcisen aufbewahrt, das unter dem Nahmen des verwünschten Burggrafen bekannt ist, und den Stoff zu vielen Sagen gegeben hat. Sehenswert!) ist das Zinn-Bergwerk, seiner ungeheuren Fclsengewölbe und Wasserableitungs-Maschinen wegen. Karls bürg, königl. Freystadt (1000 Häuser, über K000 Einw.) und Taxalort in Siebenbürgen, am Zusammenflüsse des Ampoly mit der Marosch, in ei-ncm fruchtbaren jedoch etwas ungesunden Thale; sie besteht aus der Festung von Carl VI. in den Jahren too 1?!5 bis 1?3« all dcr Stclle der 3lnincn dcs altcn Wcißenburger Schlosses, einst dcr Residenz der Fürsten Siebenbürgens gebaut/ und führt ihren Nahmen von ihm, dessen Neitcrstatuc in Lebensgröße, das prächtige Hcmptthor zicrt. Sic ist die Residenz des katholischen Bischofes von Siebenbürgen und seines Domcapitels und Seminars, hat ein katholisches Gymnasium, eine Normalschulc und eine Münze für alle österreichischen Gold- und Silbermünzcn mit dem Buchstaben 1.. In der Festung steht die Cathedralkirche des Siebcnbürgcr Domcapitcls, merkwürdig durch die Grabstätten so vieler Großen und (^dlen dcs Landes, die hier dcr Auferstehung harren; sie dankt ihre Entstehung dem Sie-benbürgcr-Helden, Johann Hunvad, welcher durch die Erbauung dieser Kirche im Jahre i/,/,l sein, wegen der über die Türken bey St. Imre gewonnenen Schlacht, gemachtes Gcluode löste; auch er fand hier seine Ruhestätte. An dcr Stclle des jetzigen Karlsburg, stand zur Römcrzcit Apulum, daher man hier römische Al, terthümer findet; im Mittclalter hieß sie Alba-Gyula (Julia) Wcißcnburg, Bclograd, und war dcr Sitz Siebenbürger-Fürstcn; das alte Schloß erbaute Johann Sicgmund Zapolya, Fürst Gabriel Bcthlcn vollendete es, bald nach ihm siel es in Trümmer. Die ferneren Umgebungen von Karlsburg sind nicht allein die goldreichsten der Monarchie, sondern biethen eine Menge Naturmcrl'würdigkeiten dar. Fünf bis sechs Etunden von Karlsburg liegt der Markt Zalathna, merkwürdig durch scine ergiebigen Goldwäschcrcycn, die jährlich ü bis !^ (wUncr Gold liefern soücn, und die Gold-, Silber- und Zinnober-Gruben, in dem nahen Gebirge Bräzo, Fazcbaja und Ruschma. In den reichen Gold- 101 gniben von Fazcbaja sindct man auch dcö ncn entdeckte, von Klaproth untersuchte Metall Tellurium, welche5 unter allen Metallen die geringste, specifische Schwere hat. Fünf Stunden nordwestlich v^n Zalath^ na, cilf Stunden von Karlvburg, in der Nähe des Dorfes Buthum, wo viele Goldgruben sind, ist der merkwürdige Besaltderg Tunata - Oola Donnerscklag auch Piatra Csityera-Nyagra (schwarze Geigc'i genan.u, er bildet zwey Schichten prismatischer Säulen, von denen die untere steht, die obere licgt; die stehenden sind gleichförmig gebogen, und haben die Gestalt eines Fiedelbogens; unter dcn dortigen Wallachen herrscht der Glaube, ein Donnerwetter habe die schwarzen Säulen gebildet ; der Berg zcrstörtz sich nach und nach, die Säulen lösen sich und rollen hcru-^er, das was von selben noch aufrecht steht, ist unter die ersten Naturwunder der Monarchie zu rechnen. Eine Stunde westlich von Buthum, zwölf Stunden von Karlöburg liegt der ansehnliche Bergfiecken Abrudbanya l^Groß-Schlatten) am goldreichen Flusse Ampoly, in dessen Nähe bey dem Dorfe Voröspatak so reichhaltige Gold-und Silbergruben sind, daß in einem Centner Erz oft 3/l<) Loth Silber und in der Mark Silber oft über 200 Denar Gold enthalten ist. Das Merkwürdigste und Sehcnswerthestc des ganzen Bergbaues gibt der Berg Bay südwestlich V0N Vcii-üäpalak, <Ü5cIi«l2i.it: inar^ und C5cket2!.ill mika (große und kleine Festung) genannt; da sich das Gold in diesem Berge in Nestern nach der Bcrgmannssprachc, hie und da gediegen findet; so ist dieser Berg in der Runde von Innen und von Außen und nach allen Richtungen so durchlöchert, das: er einem wurmstichigen Holz? gleicht; die Nahmen, 102 große und kleine Festung, kommen vielleicht daher, daß nur ein Eingang in die größere Abtheilung des Felsens, und von dieser nur eine Verbindung mit der kleinen vorhanden ist. Bey Nagy Aranyos, zwey Stunden nordwestlich von Abrudbanya, einem großen, zerstreut liegenden, acht Stunden langen Dorfe gibt es eine Menge Versteinerungen, die mcrustirende Quelle entspringt hock) im Gebirge, im Walde Popetschy, verliert sich aber bald nach ihrem Ursprünge, kömmt dann als Waldbach in einiger Entfernung wieder hervor, stürzt fast 200 Klafter tief herab, stießt eine Strecke fort, verbirgt sich wieder in der Erde, und kömmt unten im Thale zum dritten Mahl hervor, fetzt den Tropfstein überall an, und bildet oft sehr schöne Gestalten. Karlstadt, königl. Stadt (650 Häuser, /,454 Einw.) in Ungarn, im Agramcr Comitate, in einer mit Gebirgen umschlossenen Ebene am Zusammenflüsse der Korona undKulpa, über welche eine schöne Brücke führt; sie besteht aus der Festung, innern Stadt und Vorstadt, die lauter hölzerne Häuser hat, weil sie auf dem Glacis der Festung gebaut ist. Karlstadt ist der Sitz eines griechischen Bischofes, der gewöhnlich zu Plasky im Oguliner-Ncgiments-Bezirke residirt, hat ein katholisches Gymnasium, Nosogliobrennereyen, Schiffs-wcrfte, und treibt durch die vortreffliche Straße nach Fiume, Zengh und Karlopago begünstiget, einen bedeutenden Spcditionshandel. Das ehemahlige Schloß wird jetzt zum Pulocrthurm verwendet. Kascha u, königl. Freystadt (12/,? HäuseV, 12500 Einw.) in Ung.nn, im Abauyvarer Comitatc, in einer reizenden Gegend am Hernach, ist die schönste Stadt von Ober-Ungarn, Sitz eines Bischofes mit seinem Dom- 103 capitcl und Seminar, Congrcgationsort des ComitateZ, hat eine königl. Akademie, cm katholisches Archigym-nasium, ein adeliches Convict, ein Theater-, Kaffeh-und Redoutenhaus, und eine Menge Gewerbe. Die Hauptpfarrkirchc wurde von der Königinn Elisabeth im Jahre i32/, angelegt, und von Mathias Corvinus vollendet. Sehenswert!) ist die Sammlung von Opalen des Herrn von Neumann. Dcr Handel mitLandcs-Produc-ten ist bedeutend, Kaschan ist dcr Sveditions-Ort für Pohlcn, vorzüglich mit Weinen. Die Bäder zu Vanko, eine halbe Stunde von Kaschau in einer waldigen Gebirgsgegend, werden häusig besucht; interessanter aber ist der Nankacr Sauerbrunnen, drey Stunden von Kaschau in einer hügeligen, mit Wäldern eingefaßten Gegend, welcher zu den kohlensauren, eisen- und schwefelhaltigen Mineral-Quellen gehört, und hinsichtlich des Geschmackes dem Selterwasser nahc kömmt; dieser Brunnen wird im Sommer sehr häusig besucht, und ist berühmt durch die freundliche Geselligkeit, die hier herrscht. Kcczkeml! t, der größte Markt in Ungarn (I200 Häuser, 31350 Einw.) in der bekannten Keczkemeter Heide gelegen. Er hat ein Plansten-Collegium sammt Gymnasium, ein refonnirtes Gymnasium, beträchtliche Seifensiedereyen und Gärbercyen, ist reich an Hornvieh, gemeinen Pferden und Schafen, treibt Handel wit diesen, mit Wolle und Talg, und hält berühmte Viehmärktc. Kcczkemel ist bekannt seines schönen, weißen Brotes wegen und seiner Seife, die der Debre-hmer Seife gleichkommt. Unter den Römern soll hier Pessium gestanden seyn. Kccze, Dorf in Siebenbürgen, im Thorcnbur-ger Comitate. Kc-m^r, Dorf in Siebenbürgen, im Kvaßnaer Comitate, Kcmmelbach, Dorf in Nieder - Österreich, -V. O. M. W. Kenty, Stadt (I200 Einw,) inGalizien, im Wadowiczcr Krcisc am Sola, mit viel Gewcrbficiß in Leinwand, Tuch und Ledcr. Kcrepes, Dorf in Ungarn, im Pcsther <5o-mitate. Kcrcsztür, siehe Szitäs-Kcrcsztür. Kikinda, siehe Nagv - Kikinda. Kiralytelek, einzelnes PostHaus in einer Sandheide in Ungarn, im Szabolczer Comitatc. Kir schcn th eu er, Dorf in Illyrien, im Kla-genfurter Kreise, von wo man den Loibl /,2/,3^ hoch auf einer von Carl VI. angelegten im beständigen Zickzack laufenden Etniße zu pasfircn hat, wozu man jedoch Vorspann nehmen muß. Eine Menge kleine Anhöhen unterbrechen dichte Buchenwälder, und ungeheure Felsen begrä'nzcn diese Straße, an der sich bald rechts bald links Abgründe öffnen, die Höhlen und Gicßbächc in ihrem Schoße tragen. Zwey Stunden von Kivschen-theuer steht eine Denksäule, der Ncise des Erzherzoges Johann den tt. Aprill 182/, über diesen Berg geweiht; cine Brücke über eine tiefe Schlucht verbindet bald darauf zwey Anhöhm, von ihr hat man die Ausficht auf einem stürmischen 2 bis 3 Klafter hohen Wasserfall, der sich über schroffe Felsen stürzt; nahe an ihm liegt das Wirthshaus Deutsch Peter, von wo der Weg auf den Gipfel immer romantischer wird, auf welchen cm Häuser, 300 Einw.) in Böhmen, im Klattauer Kreise, in einer waldig - gebir-gigen Gegend an der Gränze Baierns. Knihyniczc, Dorf in Galizicn, im Brzezaner Kreise, am Bache Swirz, in der Nähe eines großen Teiches. Knittclfcld, Stadt (l?i Häuser, 1200 Einw.) in Stcyermark, im Iudcnburger Kreise an der Muhr, auf deren Platze eine im Jahre i?25 errichtete und 181I erneuerte Säule steht, welche dcn Fremden an die zwey großen Feuersbrünste erinnert, die in dicftn Jahren die Stadt verheerten. Die Stadt hat viel Gewerbe in Eisen. Das Merkwürdigste in der Umgebung von Knittelfeld ist der zwey und eine halbe Stunde davon entfernte Markt Seckau , in dessen vormahliger Stiftskirche sich das sehenswerthe Mausoleum Herzog Carl des II. und seiner Familie befindet. Vom (Zalvaricnberge, ein und eine halbe Stunde vom Markt, Übersicht man Iudenburg, Weißkirchen, das ganze Eichsfeld, die größte drey Stunden lange Flache von Dbcr-Steycr-mark und das Scckauer-Thal. Der Zinken, dessen Gipfel vier Stunden vvn Knittelfeld entfernt ist, hat ein gold- und silberhaltiges Kupferbergwerk, und in der Nähe desselben einen schönen Wafferfall. Andere schöne Aussichten biethet dic Hochalpe oder Seckauer-alpc, drey und eine halbe Stunde von der Stadt, über die umliegenden Berge und die Gulftn, dr^y Stunden entfernt, wo eine Art weißen Marmors im Kalkstein bricht, auf Knittelfeld und Kraubat. Zu Fentsch, zwey Stunden von Seckau, ist ein Sauerbrunn. Königgratz, königl. Kreisstadt ^630 Häuser, 5tt5/, Einw.) und eine der drey wichtigsten Festungen von Böhmen, im gleichnahmigen Kreise in einer Ebene, am Zusammenflusse der Adler mit der Elbe; ihren Nahmen hat sie von der Königinn Elisabeth, Witwe Rudolph des I., welche hier dreyßig Jahre lang gewohnt, und die Sladt mit Mauern hat umgeben lassen, Sie ist der Sitz eines Bischofes sammt dessen Domcapitel und Seminar, hat eine theologische Lehranstalt, ein Gymnasium, Tuchwcbcrey und andere Gewerbe. Königsstadtl, kleine Stadt in Böhmen, im Bidschower Kreise, mit einem Graf Collored'schcn Schlosse und einer Kattundruckerey. Körmönd, Markt (I000 Einw) in Ungarn, Ill im Eisenburger Comitate, unweit dem Einflüsse der Pinka in die Raab, mit einem Fürst Bathianyschen Schlöffe; in welchem dieArchive der ganzen Bathiany, schcn Familie aufbewahrt werden. Kolin, kömgl. Stadt (/,20 Häuser, 5?/^2 Einw.) in Böhmen, im Kaurzimer Kreise an der Elbe, mit einer Brücke über selbe, berühmt durch die Schlacht, welche Friedrich der II. am 18. Iuny 1757 gegen den kaiserlichen Feldmarschall Graf Daun, zwischen dieser Stadt und dem Flecken Planian verlor, deren Verlust ihn zwang, die Belagerung von Prag aufzuheben und Böhmen zu verlassen; der militärische Theresicn-Orden dankt dieser Schlacht seine Entstehung. Es ist hier ein noch bewohnbares altes Schloß, undunterdie Naturschöuheitcn dieser Gegend gehört der breite und mächtige Wasserfall, welchen die Elbe unter dem Fel« sen macht, auf welchem die Stadt liegt. Unweit von der Stadt, jenseits der Elbe, gräbt man Carneole, Gra« natcn und Topase. Kollmann, Dorf in Tyrol, im Kreise an der Etsch, gegenüber diesem Orte liegt aufcincm Felsen das noch bewohnte, alte Schloß Trostburg. Kolomca, Kreisstadt (6621 Einw.) in Gali. zien, im gleichnahmigen Kreise unweit dcs Pruth, mit einer Krcishauptfchule. Komärnik, siehe Alsä-Komärnik- Komlns, Dorf im Banat, im Torontalcr Co-nutate. Komothau, königl. freye Stadt (5/^5 Häuser, 3221 Einw.) in Böhmen, im Saazer Kreise, in einer romantischen Gegend am Fuße des Erzgebirges; ummauert, gut gebaut, mit einem Gymnasium und einer 112 Kattundruckerey; unweit davon liegt der Hof Schönlinde mit Alaunfchicfergruben, Steinbrüchen und einem wichtigen Alaunwcrte. Eine Stunde von da liegt das Schloß Nothenhaus, dem Grafen Nothenhan gehörig, mit einem schönen Park und einer Sternwarte, die eine herrliche Fernsicht über einen großen Theil des Leitmeritzer und Saazer Kreises gewährt. Kopreinitz, königl. Freystadt (750 Häuser, 0^00 Einw.) in Croatien, im Kreutzrr Comitate mit einem befestigten Schlöffe. Kornia, DorfinderBanatcr-Militargranze, i>n Wall.-Illyr. Negimcnts.Bezirke, in historischer Rücksicht merkwürdig, indem die Türken im Jahre i?3.'l plötzlich einen Überfall auf das hicr gestandene, kaiserliche Lager machten, bis zum Zelte des Großherzoges von Toscana vordrangen, demungeachtet aber mit Verlust zurückgetrieben wurden. Korod, Dorf in Siebenbürgen, imKlausenbur-ger Comitate. Karotnok, Dorf in Ungarn, im Zipser Comitate, Koschitz, vermahlen ist die Post in Naudna, siehe Naudna. Kosesd, Dorf in Siebenbürgen, in der Hu-nyadcr Gcspannschaft. Kossova, Dorf im Banat, im Kraffoer Comitate. Schlachtfeld vom Jahre i3,'.!l), wo der Sultan Murad blieb. Kosztainicza, Stadt (260 Häuser, l 10» Einw.) und Militär-Communität in der croatischen Militärgranzc im zweyten Banal Regiments - Bezirke, an der Unna am Fuße des Berges Tied, mit einem ll3 Schlosse, Haupteinbruchsamt und Haupt-Transito-Ort türkischer Waaren, der wöchentliche Markt wird vor der Stadt, auf der in der Unna liegenden Insel Palanka, gehalten, wo auch ein Contumaz-Haus ist. K o tz m ann, Dorf in Galizien, im Czernowitzer Kreise. Krainburg, Stadt (1/^00 Einw.) in Illyrien, im Laibachcr Kreise, an der hier schiffbar werdenden, zwischen hohen, felsigen Ufern strömenden Save. Hier soll das alte Santicum gestanden seyn; wahrscheinlicher ist, daß schon im ?. und k. Jahrhunderte sich hier Sla< wen angebaut haben. Vom Jahre 1021 bis 1250 hat» ten hier di? Markgrafen von Kram ihren Sitz, und die Grafen von Drtcnburg erbauten im Jahre 1262 das noch stehende Schloß Kieselstein. Krau bat, Dorf in Steyermark, im Brucker Kreise; eine Stunde vor dem Orts auf der Straße von Lcobcn, sieht man die alte Feste Kaisersberg, und unter derselben das gleichnahmige neue Schloß; bey Kraubat wird das Chromerz gegraben, welches die Wiener Porzellan-Fabrik zu ihrer schönen grünen Farbe benützt. Krems, Kreisstadt (412 Häuser, ^232 Einw.) in Nieder-Österreich V. O- M. B., eine wohlgebaute hübsche Stadt am KremZflussc, in geringer Entfernung von der Donau- Sitz des Kreisamtes, hat ein philo« sophisches Studium, ein Gymnasium, eine Kreishauptschule, verschiedene Gewerbe, worunter die Zubereitung des bekannten Kremser-Senftev gehört, Handel mit Senft und Kremser-Weis, auch ist ein Alaunwerk in der Nähe. Sehenswürdig ist hier in der im Jahre 2^64 gebauten St. Veits - Kirche , das von keinem 8 ,15 Pfeiler unterstützte, ausgedehnte Gewölbe; auf cmer Wiese vor der Stadt, steht mit Alleen umgeben das schöne Monument des im I. U^05 am 11. November, in dem Tressen bey Dürnstein gefallenen Generals von Schmidt. Krems hält jährlich zwey vierzehntägige Jahrmärkte. Kreutz, befestigte königl. Freystadt (?,02 Häuser, 1900 Einw.) in Croaticn, im gleichnahmigen Co-mitate, in einer Ebene. Congregations--Ort des Co-mitates, und Sitz eines unirten Bischofes sammt seinem Domcapitel. Krieglach, Dorf in Steyermark, im Brucker Kreise an der Mürz. Kronstadt, königl. Freystadt (3200 Häuser, 25,000 Einw.) in Siebenbürgen, ,'.26 Klafter über dem mittelländischen Meere, in einem engen, von Osten gegen Westcn^sich erweiternden, von mehreren Bächen bewäs-scrten Thale, an dessen Ausgang der Schloßbcrg und der Mühlberg zwey Pa'ße bilden; dcr Schloßbcrg nordöstlich von der Stadt, /^0 Klafter höher als sie, hat auf seiner Spitze seit 1553 eine kleine Festung mit vier Bastionen, Wall und Gräben und einem/,3" tiefen Schöpfbrunnen ; der Mühlenberg ist /,0" hoch. Der südlich stehende Burgberg, 200" höher als Kronstadt, ist bis auf die Höhe von 5»/ mit einem Buchenwalde bedeckt, und hat auf seinem Felsen - Gipfel die Ruinen einer alten Burg und eine Capelle, von ihm sieht man Kronstadt und seine Umgebungen, und in der Ferne 6 bis «Meilen weit das Innere des Landes ; etwas unterhalb dieses Gipfels, ist gegen die Stadt zu in einer Felsenwand eine Höhle, das Nouncnloch genannt, mit tief ins innere Felsengestein gehenden Löchern. In ihrem Innern biethet die Stadt, die für ihr Alter ziemlich 1,5 regelmäßige Straßen hat, wenig Schenswerthes dar; die obere Vorstadt hat eine griechisch nichtunirte Kirche, von der russischen Kaiserinn Katharina erbaut und dotirt, zwischen der Stadt und dcn Vorstädten ist ein großer freyer Platz, bey 200" breit. Im sogenannten Grunde, einem hohen Bergthale, da wo das Kronstädter Thal beginnt, ist die merkwürdige Salamonshöhle in einem Felsen, der Salamonsstcin genannt, in welcher die Sage den ungarischen König Salamo, nach einer von den Bulgaren erlittenen Niederlage, sich eine Zeitlang aufhalten ließ. Kronstadt hat ein lutherisches Gymnasium, eine Normal-Hauptschule, eine griechische und wallachische Schule, mehrere untere Lehranstalten für Knaben und Mädchen, die älteste Buchdruckern) Siebenbürgens, von Honterus, einem Schüler Melanchthans errichtet, die jetzt meistens nur wallachische Bücher druckt, und behauptet als Manufactur- und Handelsstadt den ersten Rang in der Provinz; sie macht bedeutende Speditions. Geschäfte nach der Türkey mit österreichischen, und aus derselben mit türkischen Artikeln; eine mit mehreren Privilegien begünstigte, griechische Handelsgesellschaft befördert dcn Handel, in welchem jährlich zwischen 5 bis ? Millionen Gulden umgesetzt werden, auch halt die Stadt zwey große Jahrmärkte. Eine starke Meile von Kronstadt liegt das ungarische Dorf Krizba, von dem die Ruinen derHcldenburg auf einem ungeheuren Felsen, eine Stunde weit entfernt sind; von hier kann man das ganze Burzenland übersehen. Ein und eine halbe Stunde von Kronstadt ist der sächsische Markt No-senau, wo sich ein 70 bis «0° tief in Felsen gehauener Brunnen bcsindct; auf dem Gebiethe dieses Marktes ist cine Vcrghöhlc, das Franzcn-oder Frielschcnloch genannt, il0 die unergründlich tief in dic Gebirge geht, und aus deren Abgründen man das Rauschen unterirdischer Gewässer hören soll. Zwey Stunden von Nosenau liegt der i3bo Wiener Klafter über dem mittelländischen Meere hohe Berg Butschcscht; ein weitläufiges bis in die Wallachey sich erstreckendes Hochgebirge, mit ei-» ncm Neichthume von seltenen Pflanzen, von dem man den südlichen Theil der Wallachey an den Ufern der Donau deutlich ausnehmen kann- Drey Stunden von Kronstadt liegt das Dorf Arapatak, merkwürdig wegen des, eine Stunde von da liegenden Arapataker Sauerbrunnens; diese Quelle entspringt in einem schönen von waldigen Bergen umschlossenen Thale, zu welchem jedoch der reißende Wildbach Ellöpatak den Zugang oft sehr beschwerlich macht; in dem Thale selbst befinden sich einige Bauernwohnungen, und einige vom benachbarten Adel zu seiner eigenen Bequem» lichkcit beym Gebrauche des Sauerbrunnens erbaute Häuser. In der Nähe des Dorfes findet man auch mehrere Arten versteinerter Schalthicre. Kudricz, Dorf im Banat, im Tcmefcher Co-mitate. Kuffstein, kleine befestigte Stadt in Tyrol, im Kreise Unter-Innthal, über welcher die Felsenfeste Iosephsburg thront, zu der nur ein einziger Zugang führt. Das Schloß ist von Werken umgeben, die ganz in Stein gehauen, sind, und nur durch zwey Aufzüge wird es mit Kriegs- und Mundvorrath versehen; eine reizende Aussicht gewährt es auf das fruchtbare Thal an Baicms Gränze, so wie auf die Innsbrucker Straße, dann auf den kegelförmig gestalteten Pendlingberg und auf den nahen hohen Kaisersderg; dieser ll? hat treffliche Alpen, man besteigt ihn am besten vom Dorfe Schwoich , eine Stunde von Kuffstein gelegen -um auf seinen höchsten Gipfel zu gelangen, bedarf man secbs und einc halbe Stunde allein, um den Freyt-hof zu erreichen, einen Platz, der ein wahrer Kräutergarten ist, hat man nur drey und dreyviertcl Stunden zu steigen, und findet eine herrliche Aussicht nach Rosenheim in Baicm, welches in tiefer Entfernung,wie ' ein schönes Miniaturgemählde vor dem Auge liegt. ^ Kün Szent - Mikläs , freyer Markt (500 Häuser, 4000 Einw.) in Ungarn, in Klein-Kuma-nien, mit ergiebigem Acker- und Weinbau, und starker Viehzucht. Laczhäza, Dorf in Ungarn, in Klein-Ku'< maulen. Lagerdorf, Dorf in der Banater-Militärgränze, im deutsch-banatcr Regiments-Bezirke- Laibach, Hauptstadt (960 Häuser, ii,2?5 Einw.) des gleichnahmigcn Gouvernements in Illy-rien, in einer großen Fläche unter dem Schloßberge', an beyden Seiten der schissbaren schnellen Laibach gelegen, über welche vier Brücken führen, und die drey Stunden von da in die Save mündet; die Stadt ist unregelmäßig gebaut und hat enge Gassen, doch findet man auch schöne Gebäude. Sie ist der Sitz des Gu-berniums, dcr Gubernial-und Kreisbehörden, eines Stadt- und Landrcchtes, zugleich Criminal-, Mercan-til- und Wcchsclgerichtes für Kram; eines Bischofes mit seinem Domcapitel und Consistorium, und einer Dber-Postvcrwaltung; hat ein Lyceum mit drey Studien, ein Gymnasium und mehrere andere Unterrichts-Anstalten; hier sind vielerlcy Manufacture« und ein beträchtlicher Commissions- und Speditions - Handel wird getrieben mit Italien, Croatien und Baiern. Das stark befestigte Berg - Castell ist jetzt ein Gefängniß, die Aussicht von dieser Hohe ist sehr einladend z eine nicht minder schöne Aussicht über den größeren Theil des Laibacher Kreises gewährt der zwey Stunden von der Stadt entfernte Kahlenberg, der ein und eine halbe Meile höher ist, als jener bey Wien, und der bis zur Kirche fahrbar gemacht wurde. An der Stelle Laibachs stand das alte Ämona, welches der römische Consul, r>iKI!li5 3i1iu5 im Jahre i« n- C, G. den Pannoniern abnahm; /,32 zerstörten es die Hunnen unter Attila, worauf es /,.56 neuerdings dort erbaut wurde, wo die Vorstadt Gradisch steht; Narses, der Feldherr Iustinians, erweiterte und befestigte die Stadt; im 9. Jahrhunderte wurde sie von den Franken bedeutend vergrößert, und erhielt ihren jetzigen Nahmen; die häusigen Einfälle der Türken veranlaßten die bessere Befestigung der Stadt; das Laibacher Schloß auf dem Berge, ist wahrscheinlich von den Markgrafen von Krain-burg erbaut worden, seine Befestigung aber datirt sich aus dem 16. Jahrhunderte. Die Dörfer Kaltenbrunn, eine Stunde von Laibach, wo ein hübscher Wasferfall, Schiska, zu dem die Lattermann'schc Allee führt und der Strobelhof von schönen Buchen umgeben, sind Belustigungs-Orter her Laidachcr. In größerer Entfernung von Laibach sind merkwürdig : die kleine Stadt Stein, von welcher die tt/MV hohen Steiner-Alpen ihren Nahmen haben, deren Gipfel eine tressliche Aussicht über Kram gewährt. Eine halbe Stunde von Stein liegt das ehemahlige Nonnenkloster Münken-dorf, die Grabstätte der in der Krainerischen Geschichte "9 bekannten Gallenbergc; drey Stunden von da ist der Ursprung der Feistritz, die in der Nähe des Berges Grinkowitz aus mehreren Quellen entspringt, und eine halbe Stunde weit von ihrem Ursprünge vereint, aus einer furchtbaren Felsenspalte, bey der sogenannten Für-stentafcl, hervor stürzt. Diese Fürstentafel ist ein ovaler Stein mit der Inschrift: Anno 1564 die qq. April is Carolus Archidux austriae hie pransit; hier hat also der Erzherzog Carl den Tag nach seiner Huldigung, wahrscheinlich auf einer Gemscnjagd Mittag gehalten. Eine schönere Aussicht als auf den Steineralpen biethet die ?000^ hohe Krcutzeralpe dar, die man yon dem Dörfchen Sr. Leonhard , fünf Stunden von Laibach am besten besteigen kann. Man übersieht hier mehr als 100 m Meilen in der Runde, ausier einer ziemlich vollständigen Übersicht des Laibacher Kreises, hat man auch eine theilwcise Ansicht der höheren Gegenden im Ncustädter, Klagcnfurter und Cillier Kreise. Das Kankerthal schlangelt sich mit dem gleichnahmigen Flusse durch das hohe Gebirge. 3 ajos, Dorf in Ungarn, in Klein - Kumanien. 3 ambach, Markt in Obcr-Ostcrreich, im Haus-ruckkreise, am linken Ufer des Traunflusscs, der hier die Agger aufnimmt, mit einer sehenswürdigen Bene-dictiner-. Adtey; sowohl vom angenehm gelegenen Orte aus, als von dem Calvarien- und Mariahilf- Berge hat man eine weite Aussicht, vorzüglich in die südwestliche Gegend; hier soll das Tergolapc der Römer gewesen seyn. Eine viertel Stunde vom Markte steht - Lcndva. Lcobcn, Stadt (27.'! Häuser, 5000 Einw.) in Steycrmark, im Brucker Kreise an der Muhr, bekannt wegen der hier am 6. Aprill 179? zwischen Österreich und Frankreich abgeschlossenen Friedenspräliminarien, woran in dem Eggcnwald'schen Garten, wo die Unter, zcichnung geschah, ein kleines Denkmahl von Marmor erinnert. Sie ist gut gebaut, Sitz eines Ober. Berg« gerichtes, hat eine Hauptschule, Eiscnhandel, mehrere Eisenhämmer und in der Nähe Steinkohlcngruben und Eeifenerde. Lepsl'ny, Dorf in Ungarn, im Snmegher Co-mitate. Lermos, Dorf in Tyrol, im Obcr-Innthale, vor einem Engpasse gelegen, durch welchen man in ein ziemlich weites Thal nach Biederwier gelangt, 9 130 Lesnek, Dorf in Siebenbürgen, in dcrHunya-der Ge spann schaft. Leutomischl, Stadt (^009 Einw.) in Böhmen, im CiMdimer Kreise an der Lauczna, mit einem Graf Waldstcin schen Schlosse, wozu ein Thier- und Fasangarten gehört; dann einem Plansten - Kloster, Gymnasium und einer philosophischen Lehranstalt mit sechs Professoren. Schon im ü<). Jahrhunderte stand hier ein Schloß, der Landstrich, dcr dieß umgab, ge« hörte dem Wladiken Nawnik, Vater des heil. Adalbert, Bischofes von Prag; später und bis 11b? gehörte Leutomischl den böhmischen Herzogen, und 1259 schon, ward es zur Stadt erhoben. Leu tschau, kö'nigl, Freystadt (Ul)li Häuser, 5000 Einw.) m Ungarn, im Zipser Comita^, dessen Congregatiousurt es ist, auf einem Hügel am .Leutschaubache. Sie hat ein katholisches und ein lutherisches Gymnasium, ein adclichcs Convict und eine Hauptschulc, beträchtliche Mcthbraucreycn, eine viel besuchte Wallfahrtskirche auf dem Marienberge, und ein Vad in der Nähe. Leutschau führte einst den Titel eines Herzogthumes und ward im Jahre 1/N2 mit den übrigen Zipser-Städten an König Siegmund von Pohlcn verpfändet, späterhin aber von Österreich zurückgenommen. L^v a, Markt in Ungarn, im Bacscr Comitate, mit einem Sauerbrunnen, einem katholischen Gymnasium, beträchtlichen Gärbcreyen , Branntweinbrenner reycn und Tadak-Bau; es wird hier ein starker Ps'crde-handcl getrieben, auch wohnen hier viele Zigeuner, die als Musiker im Lande herumziehen. Libkowitz, Dorf in Böhmen, im Mbogner l3i Kreise. Rechts unweit der Straße nach Carlsbad, eine Stunde von Libkowitz, liegt das Schloß Werschetitz; in dieftr Gegend hatte.das alte mächtige Geschleckt der Wcrschowctze seinen Sitz; Swatopluk, dem di« Macht dieser Wladiken gefährlich schien, und der sie deßwegen unversöhnlich haßte, soll ein Haupt derselben, Bozey sammt scmcm Sohne, bey dem Dorfe Lubikan, nicht weit von hier, haben ermorden lassen, dennoch siel er später in Schlesien im Jahre 1108 unter dem Nachestahl der Wcrscbowctzc. LicbenaU/ Camcralstadt (26? Häuser, 1600 Einw.) in Böhmen, im Bunzlauer Kreise, hier sind viele Steinschneider und Leinweber, Handel mit böhmischen Edelsteinen und Leinwand ; bey der eine Stunde von hier entfernten Camcralstadt Böhmisch-Aicha, ist die merkwürdige Teuftlsmaucr, ein drey und mehrere Lachter hoher und zwey Lachtcr breiter, aus dem Sandstein hervorragender Besaltstcin / der sich zwischen dieser Stadt und Oschitz, cine Stunde weit erstreckt. Zwey Stunden von Liebenau liegt das Schloß Klein-Skal auf ciner Auhöhc in cincm romantischen, von der Iscr durchströmten Thale, wo schöne Dörfer mit Waldungen, Fluren, Felsen und Ruinen abwechseln. Die ausgedehnten Gartenanlagcn enthalten mehrere Monumente, zu Ehrcn Maria Theresia's, Joseph II., der Schlachten von Leipzig und Waterloo; besonders . fchcnswcrth ist die Felsenhöhle mit den Büsten der drey Monarchen, Kaiser Franz, Alexanders und Königs Friedrich Wilhelms. Von hier kann man das Schloß mit allen seinen Umgebungen in weiter Runde überblicken. Licnz, Stadt (2!>l Häuser, i?00, Einw.) in ,32 Tyrol, im Knife Pusterlhal, das Loncinum der Nö^ mer, in einem liefen Gebirgskessel an dcr Drawa, wo diese die Ischel aufnimmt; sic hat cin Gymnasium, ein Franciscaner-Kloster und cin Dominicaner-Nonnenkloster mit einer Mädchenschule; es werden hier die sogenannten .Tyroler-Teppiche gewebt, und viele Eisen-und Messingwaaren verfertiget; unweit von da liegt die Lienzer Klause. Von hicraus kann man die für den Botaniker wichtige Kirschbaumalpe, dicSchlci-nitz- und Marenwalderalpe wegen ihrer Aussicht besteigen. Bey Besteigung der letztem stößt mak auf einen prächtigen Wasserfall, wo das Wasser in einen tiefen Steinkesscl über schroffe Felsen herabstürzt. Der Gipfel dieses Berges biethet eine furchtbar erhabene Aussicht dar. Tief unten, wie in einem unerreichbaren Abgrunde, erscheint Licnz, das Pustcr- und Drauthal; in ihrer vollen Majestät erblickt man die hohen Alpen, die diese Thäler bcgränzen; die Eisberge bey Kals, dcn Grosi-Glöckner und die ewig bcschncytcn Gebirge tief in Tyrol. Lietzen, Dorf (il!/,. Hauser, 101Z Einw.) in Stcycrmark, im Iudenburgcr Kreise, eines der größten und schönsten dieser Provinz, mit besuchten Pfcrde-lnärkten. Dicht bey Liehen sind die Admontischcn Eisen« werke. Vcm Calvarienbcrgc kann man am besten das zauberische Ennsthal übersehen; cs übertrifft an mal)« lcrischer Schönheit noch das berühmte Zillcrthal in Tyrol, und hat vielleicht seines Gleichen nicht in dem ganzen großcn Kaiserstaatc. Lilicnfeld, Dorf in Nieder-Österreich, B.O. W. W. an der Trafen, mit der berühmten Eistcrzicn-fer - Abtcy, vom Herzoge Leopold VII. im Jahre 133 3^02 gegründet, ein sehenswürdlges Gebäude mit den im Presbitcrio der Kirche aufbewahrten Gebeinen des Gründers, der im Jahre 12I0 zu St. Germano in Apulien starb. Hier sind Scnsenschmieden, Eisenhämmer, Gyftsdrnche und Gypsmühlcn. Hinter dem Stifte ist der Lilienbrunn, der Ursprung einer Quelle, die am Fuße des Berges aus einer ziemlich breiten Waldung mit dumpfem Gemurmel hervorquillt, in der man zuweilen blinde Forellen findet, welches zur Vermuthung führt, das ein im Berge enthaltener See zu dieser Quelle das Waffer liefert. Linz, Hauptstadt (i6.'!5 Hauser, 19,626 Einw.) in Ober-Osterreich, im Mühl-Kreise an der Donau, in einer sehr reizenden Lage, umgeben von fruchtbaren Thälern, wechselnd mit bewaldeten Hügeln, hinter welchen in der Ferne majestätische Vcrgc emporsteigen. Sih der Negierunss von Oder - Österreich , eines Bischofes sammt dessen Domcapitel und Seminar, eines Militär- Commandos, eines Land -Münz-Probicram-tes , einer Ober - Postvcrwaltung und Amtsort des Mühl-Kreises; sie bestand schon unter den Nahmen Len-tia in der Nömerzeit, vom 10. bis 12. Jahrhunderte gehörte sie den Grafen von Kicnburg/ deren letzter Sproße sie dem österreichischen Herzoge Leopold verkaufte. Kaiser Friedrich IV. nennt sie in dem ihr ertheilten Privilegium, die Hauptstadt des Fürstcnthu-mes Steyer ob der Enns. Es sind hier mehrere Männer- und Frauenklöster, männliche und weidliche Krankenhäuser, ein Lyceum mit drey Studien, ein Gymnasium und eine Normalschule, dann mehrere Wnhl« thätigkeits - Institute. Die Stadt ist kleiner als die Vorstädte, bildet aber mit ihnen ein schönes Ganze, 135 sic hat zwey ausgezeichnet schöne Platze und viele schöne Gebäude, eine, hölzerner Joch - Brücke über die Donau verbindet sie mit dem schönen Markte Urfar, der wie zur Etadt zu gehören scheint. Sehcnswürdig ist die ärarische Wollenzeug-Fabrik, wo schöne Teppiche, Sammt- und Wollenwaarcn verfertiget werden; der Handel der Stadt ist bedeutend, sie hält zwey Jahr. markte, deren jeder drey Wochen dauert. Linz hat eine Menge Unterhaltungs - Orte in seinen nächsten Umgebungen sowohl, als in etwas entfernteren; eine sehr schöne Aussicht genießt man auf dem Pöstlingberge jenseits der Donau, einem bekannten Puncte für astronomische Beobachtungen; auf dem Gipfel dieses Berges , den man von Urfar aus bequcm in einer kleinen Stunde erreicht, und den eine Wallfahrtskirche dem fernen Auge bemerkbarer macht, zeigt sich dic Donau mit all ihren Inseln von Effcrding bis in die Gegend von Grein; südöstlich Übersicht man die Gegend und die Landstraße von Wien bis nach Ämstättcn, etwas südlicher erscheint der Sonntagsbcrg;-ganz nach Süden gewendet zieht es den Blick bis in die Gegend von Steyer und Kremsmünsicr, dessen mathematischen Thurm man bey hellem Wetter entdeckt; darüber hinaus verlieren sich die steyermärkischen Gebirge im Horizont. Nördlich wird die Umsicht durch einige nahe Hügel beschränkt , doch sieht man Gramstetten, Hellmansödt, so wie der größte Theil von Linz ebenfalls hier sichtbar ist. Auch enthalten die Umgebungen von Linz zwey Badc-örtcr, der eine, Mühllacken, liegt vier Stunden von da zwischen dem Felsenbache und der Nottel, cr biethet schöne Spaziergänge dar, der angenehmste ist jener, nach dem Ursprünge der Heilquelle in ciucm schönen Wald- 135 chcn; auf dem Gipfel eines Felsens liegt die gräfiich-Stahrembcrgische Burg Oberwallsee, ein mächtiges Gebäude aus dem Mittelaltcr; auf einigen anderen Bergen sirht man noch Trümmer von anderen Burgen, in denen einst berühmte Ritter hausten; von Schaumburg, ebenfalls Stahrembergisch, wo der römischböhmische König Wenzel in seiner zweyten Gefangenschaft im Jahre 1402 eingesperrt war, hat sich ein runder Thurm noch ganz wohl erhalten. Der zweyte, mehr besuchte, drey Stunden in gerader nördlichen Richtung von Linz gelegene Badeort ist Kirschlag, auf dem höchsten Puncte des Mühlvicrtcls unter dem sogenannten Schaucrwalde; sein höchster Neiz ist die Aussicht, man findet in ihr Alles wieder, was auf dem Pößlingbcrge das Auge entzückt. Der Weg nach Kirschlag führt über das Dorf Wildberg, in einem mahlerischen, schönen T!>ile, Hasclgraden genannt, gelegen; die Bcrgreihe, die sich gegen Westen in das obere Mühlviertcl dehnt, ist hier plötzlich wie durch den Durchbruch eines gewalligen Waldstromcs zerrissen; zwischen hohen und steilen Wanden schlangelt sich die Straße aufwärts. In des Thales Mitte, vom Gipfel eincs allwärts frcycn, schroffen Hügels, schaut die alte feste Burg, Wildburg, finster und trotzig herab, sie ist zum Theil noch in bewohnbarem Stande, und eines ihrer Zimmer heißt das Königszimmer, weil der vorher erwähnte König Wenzel dort im Jahre 1.^9^ Zum ersten Mahle gefangen saß. Lippa, Dorf in Illyrien, im Istriauer Kreise. Lippa, Markt im Banat, im Temcscher Co-nutate. 136 Lipuwka, Dorf in Mähren, im Wrünncr Kreise. Li ssa, Stadt (3?0 Häuser, 2200 Einw.) in Böhmen , im Bunzlauer Kreise, mit cincm Graf Sporkyschen Schlosse, worin eine ansehnliche Bibliothek ist; beym Schlöffe ist ein Thier- und Fasangarten. Liszka, siehe Olasz-Liszka. Littau, Stadt (2^!3 Häuser, 2200 Einw.) in Mähren, im DImützer Kreise , mit Mauern, Wall und Graben umgeben, auf einer von der March gebildeten Insel; zwischen hier und Müglitz sieht man das große im Walde erbaute Fürst Lichtenstein'sche Schloß Ncuschloß. Lübnik, Dorf in Mahren, im Olmützer Kreise. Lobositz, Stadt (150 Häuser, ^!00 Einw.) in Böhmen, im Leitmeritzcr Kreise; in einer fruchtbaren, angenehmen Gegend an der Elbe gelegen, bekannt durch die blutige Schlacht zwischen den Preußen und Österreichern am 1. October 175Ü, wodurch letztere verhindert wurden, die sächsische, bey Pirna eingeschlossene Armee, zu retten. Lodi, königl. Stadt (1/.00 Häuser, i/,,.".l.',2 (Zinw.) in der Lombardei), in der glcichnahmigen Delegation, in einer eben so licblicben als fruchtbaren Gegend an der Adda, über welche eine lange ver-hängnißvollc Wrückc führt, die zuerst Napoleons Nahmen berühmt machte. Sie ist der Sitz eines Bischofes sa'Tlmt Domcapitels, eines Provincial-Gerichtshofes, zugleich Criminal-, Mercantile und Wechselgcrichtcs erster Instanz und zweyer Fvicdensgerichte, hat ein königl. Collegium , eine weibliche Erziehungs - Anstalt und mehrerley Gewerbe; die Stadt ist mit Mauern 13? umgeben, hat einen schönen mit Collonadcn umgebenen Platz, cm altes, festes aber nicht mehr haltbares Casiell, und unter den zwanzig Kirchen ist die l'nicai-ui^lu ihrer Bauart und schönen Gemählde wegen, am sehens-wcrthesten; unter den Gebäuden zeichnet sich der Pallast des D. ^ui-l^O O-In^llx'i-si vorthcilhaft aus. Die beliebten Parmesankäse werden eigentlich hier bereitet, und unglaubliche Vorräthe derselben sind hier in Magazinen aufgehäuft, von diesen zeichnet sich das Stabilinische als das größte dergestalt aus, daß es von allen Reisenden besucht wird. Eine Stunde von hier liegt das Dorf Lodivechio an der Stelle, wo das von den Mailändern zerstörte Lodi, und zu Zeiten der Römer, das Laus Pompeji stand. Lövö, Markt in Ungarn, im Szalader Comitatc. Lohitsch, Dorf in Illyrien, im Adelsberger Kreist/ mit einem im neuen Style gebauten Schlosse des Grafen Coronini. Losenstein, Dorf in Ober - Österreich, im Nraunkrcise, mit den Ruinen eines Bcrgschloffes, eine viertel Stunde von da. Schenswerch ist das ein und eine halbe Stunde entfernte Messing - Hüttenwerk Ramning, wo zugleich neun Stahl- und Eisenhämmer sind. Lubereck, Dorf in Nieder - Österreich, Kreis O. M. B., auf dem linken Ufer der Donau, an der Mundung des Luberbaches, 93 Wiener Klafter über dem Meere, eine kaiserliche Familien-Herrschaft, welche iedes Jahr im Sommer von S. M. dem Kaiser besucht wird; man setzt hier in Plätten über die Donau. Lucsivna, Dorf in Ungarn, im Zipscr Comi^ ,36 täte, in einer steinigen und waldigen Gegend, wo viel Kalk gebrannt und viel Theer bereitet wird. Lud as, Dorf in Ungarn, im Bacscr Comitate, an dem gleichnahmigen Sumpfe, der sehr reich an Karpfen, Hechten und Schlcycn ist, deren Fang aber wegen der Menge'Rohr und den Wasserwanzen sehr beschwerlich fällt. In diesem Sumpfe pflegen die Schwäne zu brüten, und sodann ihre Jungen aus demselben in den nachbarlichen Palitscher-See zu führen. Ludbregh, Markt in der croatischcn Militär-Gränze, im Krcutzcr - Regiments - Bezirke an der Bed-nya, mit einem Schlosse. Lugos, Markt im Wanat, im Krassovcr Comitate , bekannt durch den Überfall der Türken auf die Österreicher, unter dem General Veteran: im Jahre 1695. Macarsca, Stadt (2000 Einw.) in Dalma-tien, im Kreise Spalatro am Meere, zwischen den Flüssen Cettina und Narcnta, unweit des Berges Bioccovo; der einzige Ort in Dalmaticn, der weder baufällige Häuser noch Schutthaufen enthält; Sitz eines Bischofes sammt seinem Domcapitel; es hat einen bedeutenden Handel mit d?r Türkey. An der Stelle von Macarsca, stand nach Plinius, das alte Cataneum der Römer, nach Dio Cassius das Retinum. Der Berg Bioc-covo ä.3^0 Pariser Schuh über dcm Meere, ist reich an seltenen Alpenpflanzen, und ausgezeichnet durch seine üppige Vegetation ; an dessen Fuße liegt der merkwürdige See Kokoritsch. Mährisch-Budwitz, Stadt (29? Häuser, lf)00 Einw.) in Mähren, im Znaymcr Kreise, mit einem Schlosse; eine Meile nordöstlich von da, liegt das 139 Städtchen Iarmcritz , mit seinem seh ens werth en Graf Kaunitz-Qucstenberg schen Schlosse und Garten. Mährisch -Ostra u, Stadt (255, Häuser, 1700 Einw.) in Mähren, im Preraucr Kreise an der Dstra. witza, mir Tuchwebereyen. Magyar-Egrcgy, Dorf in Siebenbürgen, im innern Szolnol'cr Comitate. Magyar - S 0 mb 0 r, Dorf in Siebenbürgen, im Klaustnburgcr Comilate. Mahrcnberg, Markt in Steycrmark, im Mahrderger Kreise an der Dräu. Mailand, Hauptstadt (/,«00 Häuser, 12/1,64? Einw.) der Lombardey, in dcr glcichnahmigcn Delegation , in einer weiten Ebcne an dcr Dlona und an dem Naviglio grande, dcr sie mit dem Ticino, und durch den Canal Beregnardo mit dem Po, dann an dem Canal Martisana, dcr sie mit dcr Adda verbindet. Sie wurde im Jahre I95 nach der Erbauung Noms von den Galliern angelegt; von den Romern erweitert und verschönert, ward sie späterhin die Hauptstadt der Lon-godarden; nach dem Acrfall dicscs Reiches kam Mailand unter die Herrschaft Carls dcZ Großen, allein nach dessen Tode gcricth es unter verschiedene Herren, bis endlich Kaiser Otto I. sich in Mailand zum Könige von Italien kröncn ließ; unter dessen Nachfolgern aber entzog es sich aller andern Herrschaft, und wagte sogar, sich dem Kaiser Friedrich dem Nothbarte zu widersetzen, der es für seinen Trotz im Jahre i i ln fast ganz zerstören ließ; doch erhob sich die Stadt bald wieder, kam im 1/,. Jahrhunderte unter die Gewalt eigener Her-' zöge, wurde 1/.99 von den Franzosen besetzt, welche cs !525» als Folge dcr Schlacht von P^via wieder an Österreich abtreten mußten, bey dem es bis zum Jahre i?<)b blieb; in diesem Jahre kam es wieder an Frankreich, wurde dann die Hauptstadt cincs eigenen Königreiches, und kehrte endlich lüi/, unter Österreichs milden Zepter zurück. Mailand ist die Residenz des Vice-köniqs des lomdardisch - venetianischcn Königreiches, Sitz der höchsten Provincial-Collegien, des Erzbischo-fes sammt seinem Metropolitan-Capitel, des Militär-General-Commandos für das vereinte Königreich, einer Delegation, eines Civil- und Criminal-Gerichtshofes, einer Polizey »Direction, zweyer Friedensgerichte und einer Dbcr-Postvcrwaltung. Mailand hat eine Akademie der schönen Künste, die Brera, welche in einem prächtigen Gebäude die schönsten, wissenschaftlichen und Kunstsammlungen vereint, unter denen die Bibliothek von 100,000 Bänden und die vortreffliche Sternwarte vorzüglich zu merken sind, ferner das ambrosianische Collegium mit seinem Museum und seiner Bibliothek, zwey Lyceen, zwey Gymnasien, cin Conservatorium der Musik, und eine Menge anderer wissenschaftlicher Un-tcrrichts-Anstalten fast für jedes Fach; sie hat seit ihrer Entstehung viele Gelehrte und Künstler hervorgebracht, und Virgil studierte schon hier. Was Mailand von andern großen Städten vorzüglich auszeichnet, sind seine Wohlthätigkeits-Anstalten, die sämmtlich unter einer besondern Congregation cU carll^ stehen, und unter welchen man gegen dreyßig Hospitäler, Waisen-, Findel-und Krankenhäuser zählt. Mailand ist eine der größten und schönsten Städte von ganz Italien , gleicht ziemlich andern großen deutschen Städten, nur ist sie reicher an vorzüglichen Gebäuden, als Manche von diesen; seine schönsten öffentlichen Gebäuvc sind.- der Pallast des Erzbischofcs, der königliche PaUast, der Negie-rungs-Pallast, die Brolctta, Sitz der Stadt-Behörden ; der Pallast des Finanz - Departements > der Justiz-Pallast und jener der Leihbank, des Ap-pcllations-Gcrichtcs, des Versatzamtes, dcs Handelsgerichtes, der Börse, der Münze, wo alle Österreichischen Gold- und Silbermünzen, vorzüglich die für das lombardisch - vcnetianischc Königreich mit dem Buch« stabcn HI gevrä'get werden, und mehrere andere. Unter die schönen Privatgcbäude gehören die Pallaste, Bor-romäi, Trivulzi, MeUerio, Casani, Bclgwjoso, Arese, Serbclloni und andere. Di< Stadt hat 7y Kirnen, unter denen die Cathedrale il clliomo n'.it dem Grabmahle des heil. Carl Borromäus' (starb iin Jahre I5ÜH, zu Mailand) eine der schönsten und merkwürdigsten der ganzen Christenheit ist, der Bau begann schon im Jahre ,3ttb unter dem Herzoge Johann Galcazzo Visconti, aoer jetzt erst sieht sie ihrer Vollendung entgegen, wozu Sr- Majestät unser jetzt regierender Kaiser die jährliche Summe von 14^,000 Lire angewiesen hat. Von den übrigen Kirchen sind bemerkenswert!), die Cottcgiatkirchc zum h. Ambrosius, mit viclcn merkwürdigen Grabstätten, die Alexander-Kirche mit ihrem kostbaren Hochaltar, die Kirche von 3»nta lVIai-ia 51,^550 «Är» l^l5n, die Victors-und Nazarus-Kirchc und die Kirche 83N^H Hlai'iH äcll^ Ora?.io. Unter den Manufacture« zeichnen sich die Seidenzeug-, Seidenband- und Sciden-hut-Fabriken aus, außer diesen gibt es eine Menge anderer Fabriken, die ärarialischc Tabak-Fabrik verarbeitet jährlich den Werth von zwey Millionen Gulden. Mailands Handel ist zwar nicht mehr das, was er in früheren Zeiten war, als Venedig noch in seinem Flor stand, aber immer noch bedeutend. An Unttr-haltungs-Orten fehlt cs Mailand nicht; unter seinen vier Theatern ist das Opernhaus 3 Mals, Markt in Tyrol, Kreis Ober - Innthal, in der Malscr-Heide 3o?V über dem Meere; das alte Schloß und das Wirthshaus zum Adler sind die ansehn» lichsten Gebäude, von letzterem kann man deutlich die OrtclcsSvitze i/„/,w^ sthen. Von hieraus kann man den Süldcnfcrner und Ortelos besteigen, eine Reise, die man in drey Tagen von dem Dorfe Prad aus, zwey Stunden von Mals, beenden kann;,der Weg dahin war sonst sehr gefährlich, allein, Te. Kaiserliche Hoheit der Erzherzog Johann, ließen an den gefährlichen Stellen, Ringe und Seile befestigen, und Stufen in die Felsenwände emhaucn, so, daß seitdem der Gipfel schon mchrmahl bestiegen worden ist. Die Aussicht auf selben ist erhaben und höchst lachend, das Auge schwebt hier über cincr ununterbrochen scheinenden Gebirgskette, indem in allen Himmelsgegenden sich Berg an Berg reiht, und Bcrgspitzen sich über Bergspitzen thür-men. Gegen Osten zeigen sich die hohen,' mit° ewigem Schnee und Eis bedeckten Ozthaler-, gegen Westen die Graubündtncr- und andere Schweizer Berge. In Süden zeigen sich die scharfgcspitzten, meist kahlen Flein-ser-Kalkgebirge, gegen Norden öffnet sich ein weiteres Thal, man erblickt Mals nebst der sich gegen Re« schcn hinziehenden Malscrhcide, auf der sich der Röschen und die beyden Hcidncr-Seen, so wie der Ursprung der Etsch befinden. Im Jahre 1499 wurden hler die Tyroler von den Engadeincrn geschlagen. M antua, königl. Stadt (2651 Häuser, 23,I/,o E>nw.) und Hauptfcsiung dcr Lmnoaidcy, Amtsort der gleichen Delegation, nullen iu einem von den Gewässern brs Mincio gebildeten See liegend, hat über eine kutsche Meile im Umfange. Sie ist dcr Sitz eines Bi- !Ü5 , schofes sammt Domcapitels, eines Provincial-Gerichtshofes, eines Kriminal-, Wechsel- und Handelsgerichtes, zweyer Fricdensgerichtc, hat ein Lyceum, cinl'n botanischen Garten, ein Gymnasium, ein weibliches Erziehungshaus, einige Seiden, und Tuchwlbereyen und Handel, diesen meistens in Händen der Juden. Hier ist ein Landgcstüte für die Lombardey. Mantua soll von den Etruskern 300 Jahre vor Rom gegründet worden seyn, gehörte in der Folge zuerst den Galliern, dann den Römern; nach dem Sturze des römischen Reiches, theilte es das Schicksal der übrigen italieni, schen'Städte. In den Jahren ilxw, i?y6 und i?y<) erlitte es denkwürdige Belagerungen. Die Stadt ist gut gebaut, die Straßen breit, und n,ich der Schnur angelegt, ihre Plätze groß und regelmäßig, ihre Festungswerke und die Citadelle stark und in gutem Stande; sie ist auf der Seite von Verona durch "0 und auf jener von Cremona 200 Klaftcr breites Wasser vom Lande getrennt, und so von Morästen umgeben, daß man nur auf dcn ziemlich hock angelegten Kunst-, straßcn zu ihr gelangen kann. Die Luft ist immer noch ungesund, obschon man bey Anlegung neuer Festungswerke auch dahin arbeitete, das Wasser höher zu halten, um ihm einen besseren Abfluß zu verschaffen, so wie auch viele dcr nahen Moräste ausgetrocknet wurden. Von dcn acht Thoren der Stadt ist eines mit der Büste Virgils geziert, dessen Bildsäule von Bronze auf einer Marmor - Säule die Schönheit des Platzes <1«l ^.l-^ll^ erhebt, der deßwegen auch das k'ui-uin vil-ßili.nnim genannt wird; zur Verewigung der Anwesenheit Sr. Majestät des regierenden Kaisers in Mantua, im Iuny vorigen Jahres, hat dcr Magi^ 145 strat, durch Niederreißen einiger Häuser eine neue zu diesem Platze führende Straße geschaffen, deren Aus-gang umcr einem Triumphbogen auf das Forum führen wird, dessen Modell schon in Holz bey dem Einzüge S. M. des Kaisers aufgerichtet war. Sehenswürdig ist die Hauptkirche nach dem Niße des Giulio Romano erbaut, in mehreren Kirchen findet man schZ-ne Fresco- und andere Gemählde. Tasso's Gebeine ruhen in der San Egidio-, Giulio Nomano (starb in Mantua im Jahre 15^6) in der St. Barnabas.Kirche. 3u St. Andrea sind die Grabmähler von Giorgio Man, tuano, einem Dichterund Carmclitcr« General, und von Andrea Martegna dem Lehrmeister Corrcgios. Unter den Pallästen zeichnet sich jener ^ zen) hat m.in eine umfassende Aussicht, mit Ferngläsern kann man die Stadt Prag sehen. Miskolcz, schöner großer Markt (a/,00 Häuser, 1/1,000 Einw.) in Ungarn, im Borsoder Comi-tate, dessen Congregationsort er ist, an der Szinva, in einem schönen Thale mit einem Gesundbrunnen. Hier ist ein katholisches und ein rcformirtcs Gymnasium, mehrere Trwialschulen, starker Wein- und Melonenbau, Bienenzucht, gute Steinbrüche, mancherley Gewerbe und ein sehr beträchtlicher Frucht, und Weinhandel. Eine Stunde von hier liegt der Markt Diosgyör in einem lachenden Thale am Szinva-Flusse, am Fuße desBik-gebirges , berühmt durch seine Eisenwerke; indem hicr das vorzüglichste Eisen und der beste Stahl in ganz Ungarn bereitet wird, geschätzt sind die hiesigen, aus freyer Hand gehauenen Feilen und Raspeln, auch gibt es hier zwey Glashütten und eine Papiermühle. Mitr 0 w i tz, Markt in der Slavonischen Mlli-lärgränze und Stabsort des Pcterwardcincr-Gränz-Rcgmientes, am linken Ufer der Sava in einer sumpfigen Gegend, in welcher merkwürdige Denkmähler der Nömerzeit sich befinden. Mitterburg, siehe Pisino. 156 Mitterndorf, Dorf in Steyermark, im Iu-denburger Kreise, neu errichtete Poststation. Mittewald, Dorf in Tyrol, im Kreist Pustcr-thal on der Eisack , in einem engen, traurigen Thalc. Mittcwald, Dorf in Tyrol, im Kreise Pusterthal, ein einzelnes PostHaus mit einigen Wirthschafts--gebäuden. Mottling, Stadt in Illyrien, im Neustädter Kreise nahe an der Kulpa, am Fuße des acht Meilen langen Uskokengebirgcs, mit einer Deutschordens-Com-mende. Mottling stand ehedem unter der Herrschaft der Grafen von Görz, und war zu jcner Zeit die Hauptstadt der wendischen Mark, an Österreich kam es im Jahre iI?5. Mogilany, Dorf in Galizien, im Wadowiczer Kreise, mit einem Schlosse, auf dem Rücken des höchsten Hügels dieser Gegend, der eine reizende Aussicht gewährt, indem die Stadt Krakau, mit dem auf einem isolirtcn Kalkfelsen an der Weichsel erbauten Schlosse, und das zwischen dichten Wäldern am nähmlichen Fuße weiter aufwärts gelegene Kloster Bieiany gut ins Auge fällt; die Gegend um Krakau jenseits des Flusses ist eine, nur durch unbedeutende Hügel unterbrochene Ebene. Mohäcs, Markt (/,000 Einw.) in Ungarn, im Baranyer Comitate in der Ebene an de^ Donau, mit einem festen Schlosse; es ist der Sitz eines griechischen Proropopen, hat ein katholisches Gymnasium und eine Salzniederwge. Mohacs ist berühmt durch die Schlacht zwischen den Türken und Ungarn vom Jahre 1620, (die jedoch eigentlich bey dem Dorfe Udvard vorfiel) in welcher König Ludwig II. besiegt wurde, und auf der ,5? Flucht im Mohacser Sumpft unter der Last seines Pferdes umkam. Im Jahre ld.".? wurden dagegen hier die Türken von den vereinten österreichischen und Reichs, truppen, uutcx Anführung des Prinzen Carl von Lo» lhringcn, des Churfürsten von Baicrn und des Prinzen Eugen von Savcycn, geschlagen, der hier als Oberst eines Dragoner-Regimentes schon sein großes Feldherrn-Talent beurkundete, und viel zur glücklichen Entschci. dung des Tages beytrug. Die Türken verloren 30,009 Mann Todte und Blessirte, und 80 Kanonen. Mokrin, Dorf im Banat, im Torontaler Co-nutate. Moldau-Tein, Stadt (291 Häuser, 2200 Einw.) in Böhmen, im Budwciser Kreise an der Mol« dau, wo Lachse gefangen werden. Monasterzyska, Markt in Galizicn, im Eta-nislawowcr Kreise am Konopiec, mit einer Tabakfabrik. Monfalcone, Stadt (l?oHäufer, i300Einw.) in Illyrien, im Istrianer Kreise nahe am Meere, in einer reichlich mit Feigenbäumen und Neben bebauten Gegend, mit einem in einer viertel Stunde zu ersteigenden alten Bergschloffe, welches eine unbeschreiblich schöne Aussicht auf Duino, Trieft und Aquileja gewährt. Sie hat starke Fischerey. Mo no stör/ Dorf im Banat, im Temcscher Co« mitate. Monselice, Markt ^5000 Einw.) im Vene-tianischen, Delegation Padua , am gleichnahmigcn Canal, am Fuße des Berges Monsclice, der zu den Euganeischen Hügeln gehört, dessen Zinne mit einer Menge alter Fcstungsmaucrn umgeben ist , zwischen welchen einige sehr ansehnliche Landhäuser liegen, und wo das Man» 5ilici5 der Nö'mcr gestanden seyn soll. Man fängt hier in der Gegend viele Vipern, aus welchen Thcriak bereitet wird, anch gibt es hier herum sehr viele und große Ammonshörner. Montagnana , Sradt (3600 Einw.) im Vene-tianischen, Delegation Padua am Fiumiccllo. Sie hat Tuch- und Wollenzeugwebereyen, Gärbercycn, Hutfabriken, und in der Nähe wcrden Wetzsteine gebrochen. Montebcllo, Markt (^.0s)Z Einw.) im Vene-tianischen, Delegation Vicenza am Aldega. Montona, Stadt (lil« Häuser, 1000 Einw.) in Illyrien, im Istrianer Kreise am gleichnahmigcn großen Walde, dessen Holz bloß für die Marine bestimmt ist. M 0 nza, Stadt (6000 Einw.) in der Lombar» den, Delegation Mailand am Lambro, über den eine schöne Brücke führt, mit einem prächtigen, kaiserlichen Schlosse, und cincm herrlichen großen Parke; von der Altane des Schlosses hat man eine sehr schöne Aussicht auf die ferne Schweiz. In der gothischen Stiftskirche, in5^nL Zl»8iIi'ca genannt, wird die eiserne Krone und ein beträchtlicher Schatz bewahrt. Merkwürdig ist hier der alte Raths-Pallast, ein schönes gothisches Gebäude, von welchem gegenwärtig eine Straße zu dem Platze St. Giovanni, zum Andenken an die vorjährige Anwesenheit Er. M. des Kaisers in Monza, geführt werden wird, zu welcher die Stadt 40,000 Lire angewiesen hat. Moravicza, Dorf im Banal, im Temeschcr Comitate. Mosciska, Stadt (2.^79 Einw.) in Galizien, im Kreise PrzemrM, mit bedeutenden Pferdemärktcn; 15») in der Nähe an der Straße nach Przcmysl steht da6 schöne Schloß Krysowice des Grafen Stanislaus Mniszek. Müglitz, Stadt (3b8 Häuser, 3i 00 Elnw.) in Mähren, in« Olmützcr Kreise. Eine Stunde westlich von hier liegt das alte hohe Bcrgschloß Murau, nächst dem glcichnahmigen Markte, mit einer Kirche uNd einem Zeughaust. M ü hIenbach, königl. Freystadt (600 Häuser, /,200 Einw.) in Siebenbürgen , im glcichnahmigen Stuhl am Müblcnbache. Eie hat ein lutherisches Lyceum, viel Gewerbe und starken Weinbau. Mühlcn-bach wurde schon im'12. Jahrhunderte durch deutsche Einwanderer gebaut, und litt vicl in den für Sieben« bürgen so unruhigen Zciten des 1?. und iU. Iahrhun-dertes. Mün ch engratz , Stadt (273 Häuser, 2 fiusse des FröschnitzbacheZ in die Mürz. Der Markt hat vier Eisenhämmer, eine Wcißblccdfabrik, mehrere Sensen, und Sichclschmiedcn und schöne Hornviehzucht. Bon hicr erstreckt sich an den Ufcrn des, mit Sägemühlen, Köhlcrhütten und Eisenhämmern dicht besetzten , forcllcnreichen Mürzfiusscs das mahlensch-schöne, wohlangcbautc, durch Schöpfräder aus dcin i6c> Flusse bewässerte Mürzthal, reich an trefflichen Wiesen und mit vorzüglichem Flachsbau, hinab bis Brück; fast in gleichweiter Entfernung erheben sich auf beyden Seiten der Straße sanfte fruchtbare Gebirge und Hügel, mit Ruinen alter Schlösser, welche die Aussicht angenehm beschränken. Munkacs, Markt (5000 Einw.) in Ungarn, im Beregher Comitate an der Latorza, über welche hier eine 110 Klafter lange und 6° breite Brücke fuhrt, mit einer der größten Salpetersiedercyen der Monarchie , einem Gestüte und Eisenbergwerken, den Grafen Schönborn gehörend. Der griechisch unirte Bischof von Munkacs hat seinen Sitz in Unghvar. Die nahen Gebirge enthalten viele edle Steinarten, besonders schöne BergkrystaUe und sogenannte ungarische Diamanten. Eine Stunde vom Markte erhebt sich die, auf einem ?2 Klafter hohen Felsen, frey in einer weiten Ebene stehende Bergfcstung Munkacs. Sie wurde im Jahre 1I60 von Theodor Keriatowitz, einem russischen Fürsten, angelegt, und dient jetzt als Staatsgcfängniß und Aufbewahrungsort schwerer Verbrecher. Sie besteht aus drey Theilen, oberhalb dem zweyten Thore sieht man die Iahrzahl 1570, hier sind alte Porträte Nackoczy's und seiner Frau, die einst die Festung so mannbar vertheidigte, desKaroly, Bathory, Stell ?c., auch zeigt man ein altes Schwert, eine Tabakspfeife und einen Steig-, bügel Nackoczy's; merkwürdig ist der /,.'l Klafter tief in Felsen gehauene Brunnen. Unter der Festung liegt das Dorf Palanka. Eine kleine Stunde von da zu Podhering sind die merkwürdigen Alaunsiedereycn des Grafen Schönborn, der Alaun wird hier aus demselben Steine Md auf dieselbe Art erzeugt, wie in Tolfo ls»l im Römischen, übertrifft aber jenen noch an Güte. Der Alaunstein kommt in der Nähe von Munkacs bey Bereghszasz und anderen Orten als Stückgebirge und in mächtigen Lagen vor, wird wegen seiner Härte und Porosität häusig zu Mühlsteinen verwendet und weit verführt. Der Stein wird zu Gewinnung des Alauns zerschlagen, gebrannt, der Luft ausgesetzt, öf< ters mit Wasser besprengt, ausgelaugt und krystalli. sirt; er gibt 30 pCt. Alaun, und jährlich werden nach Bedarf 2 bis 3000 Centner erzeugt. Myslenice, Stadt (28Ü Häuser, 2125 Einw.) in Galizien, im Wadowitzer Kreise an der Raba, im Gebirge gelegen; hat eine Kreishauptschule. Nachod, Stadt (266 Häuser, l350 Einw.) in Böhmen, im Königgrätzer Kreise am Mettaufluße, unweit dem schlesischen Gebirge gelegen, mit einem herrschaftlichen Schlosse auf einem Hügel über der Stadt; in ihm findet sich ein an seltenen Urkunden reiches Archiv, unter andern viele merkwürdige Briefe über den dreyßigjährigen Krieg; auch gibt es hier viele Leinwand - Manufacturer«. Eine viertel Stunde von Nachod liegt der Badeort Bilowcs, mit seinem Sauer, brunnen. Nadudvar, Markt in Ungarn, im Sabolcser Comitate- Nagy-Bänya, königl. Frey- und Bergstadt (350 Häuser, 4000 Einw) in Ungarn, im Szathma« rer Comitatc, in einem von Gebirgen umgebenen Thale. In der Stadt ist eine Münz- und Bergamts - Ober-inspection, eine Münze für alle österreichische Gold-und Silbermünzen, mit dem Buchstaben I''; ein Di-strictual-Berggericht, ein katholisches Gymnasium, IÜ2 eine Normalschule und eine Mädchenschule. Es sind hier ziemlich reiche Gold-, Silber- und Bleybcrgwcrkc und mehrere Schmelzhütten. Schon im Mittelalter, um das Jahr i3/,? wurde hier zur Beförderung des Bergbaues eine deutsche Colonie angelegt; noch um das Jahr 1526 war der Gehalt im Centner von 79 bis 112 Loth Gold; wenn er jetzt geringer ist, so ist der Bergbau doch immer noch ergiebig genug. Die merkwürdigste unter den hiesigen Gruben ist die Kreutzber-gcr Goldgrube, die mehrere gold- und silberreiche Kuxen hat. Die Stadt treibt Handel mit Früchten und mit Kastanien, von denen es hier schöne Waldungen gibt. Von dem nahen hohen Berge Rosaly, hat man eine herrliche Aussicht über die Gespannschaften Szath-mar, Bercgh, Ugotfch und Marmarosch. Eine Mcilc von hier liegt Felsö Wanya, ebenfalls ein freyer Berg-fiecken, mit Gold-, Silber-, Bley-, Zink- und Ci-scngruben, der Hauptbergbau geht auf gold- und silberhaltige Bleyerze ; auf dem Nathhause werden wichtige Documente verwahrt, auch ist hier ein Sauerbrunnen. Nagy - Bär 0 d, Dorf in Ungarn, im Biharer Comitatc. Nagy-Becskerek, siehe Groß-Vccskerek. Nagy-Enyed, Markt (0000 Cinw.) in Siebenbürgen, im Unter-Weißenburger Comitate, dessen Congregationsort er ist, an der todten Marosch. Der Ort ist bekannt durch das vom Fürsten Gabriel Bethlen gestiftete, rcformirte Collegium; bemerkenswert!) ist auch die Wasserleitung, durch welche von dem dreyviertel Stunden von hier entfernten Fel Engyed, in gebrannten thönenen Röhren das reinste Quellwasser nach i6g Engyed geleitet wird; unter den Nömcrn soll der Ort Singidava hier gestanden seyn; der erste Magistrats-Beamte hat den sonderbaren Titel eines Doctor nu- ' Nag y-Illonda, Dorf in Siebenbürgen,, im innern Szolnokcr Comitate. Nagy - Kall 6 , Markt (I400 Einw.) in Un-. gärn, im Szabolcser Comitate, dessen Congregationsort -er ist, in einer sumpfigen Gegend; gleich dabey liegt Kis-Kall<>, durch einen Damm mit dem ersten verbun, den, mit einem hübschen Garten des Herrn von Kallay, an dessen Eingang sonst zwey angekettete Bären zu sehen waren. Nagy - Kani sa, Markt in Ungarn, im Sza-ladcr Comitate, an einem weitläufigen, bis an den Platten-See sich ausdehnenden Sumpfe gelegen, mit bedeutenden Getreide- und Viehmärkten, welch letztere wohl den Odenburgcr gleich kommen. Hier kreuzt sich die Straße von Wien nach Semlin, mit jener, die von Marburg über Stuhlwclßenburg nach Ofen führt. In dcr Nähe soll das Valcum der Römer gestanden seyn. Nagy-Käroly, Markt in Ungarn, im Szath-marer Comitate, dessen Congregationsort er ist, in einer fruchtbaren Ebene, mit einem schönen Schlosse und Garten der Grafen Karoly. Hier ist ein Piaristen-Col-legium, ein Gymnasium, eine Normalschule und eine Buchdruckcrey; die Grafen Karoly besitzen ein treffli' lichcs Gestüte, wo die größten ungarischen Pferde gezogen werden , und eine große Büffelzucht. Die Jahrmärkte sind besucht, und in dem nahenEcseder Sumpfe wird viel Eoda gefunden. 5! ^ l6H Nagy-Kend , Dorf in Siebenbürgen, in der Kökelburger Gcspannschaft. Nagy-Kikinda, Markt im Banat, im To-rontaler Comitate, mitten zwischen Sümpfen liegend. Nagy-Körös, Markt (2000 Häuser, l/,,000 Einw.) in Ungarn) im Pcsther Comitate, zwischen ausgedehnten Sandstrecken, hat nur zwey Brunnen/ die trinkbares Waffer geben. Die Einwohner nähren sich vom Weinbau, der Viehzucht und ihrem Produc-ten-Handel. Nagy - Lak, Dorf in Ungarn, im Sümegher Comitate, mit Ruinen eines alten Bergschlosses. Nagy-Leta, Dorf in Ungarn, im Biharer Comitate. Nagy - Michäly, Markt (200 Häuser, 1600 Emw) in Ungarn, im Zempliner Comitate an der Udva, mit einem schönen Schlosse des Grafen Sztaray. Nag y-Nippe ny, Dorf in Ungarn, im Ncu-traer Comitate. Nagy - Selik, siehe Markt Schelken. Nagy - S 0 mküt, Dorf in Siebenbürgen, im Kövarer Districte, in der Ebene am Bache Berslo. Nagy-Salatna, Markt in Ungarn, im Sohler Comitatc am Szalathnya Flusse, mit einem Sauerbrunnen. Nagy-Szalonta, Markt in Ungarn, im Biharer Comitate. Nagy - Szö lIös, Markt in Ungarn , im Be-regher Comitate, nahe am rechten Ufer der Theiß in einer fruchtbaren Ebene gelegen; in der Nähe stehen die Ruinen des Schlosses Konkovacs. Nagy-Tapolcsän, Markt (Mo Einw.) in 165 Ungam, lln Ncutraer Comitate an der Neutra, hat ansehnliche Vieh- und Pferdemärktc. Nagy - Tokaj, Markt in Ungarn, im Zcmpli-ner Comitate an der Mündung des Bodrog in die Theiß, über welche hier eine Brücke führt; er liegt am Fuße des Tokayerbcrges, eines an das Ufer der Thciß, von dem Wcingebirge Hegyallya vorgeschobenen, weit sichtbaren Bergkcgels, der dem berühmtesten Ungar-Weine seinen Nahmen gibt, und auf welchem einer der besten dieser Gattung Weine selbst wächst; von ihm hat man eine ausgezeichnet schöne Aussicht; gegen Norden reicht sie bis an die Munkacser und Mormaroschcr Gebirge, und südwärts in die unabsehbare große Ebene von Ungarn, welche auf eine weite Strecke von der Theiß durchschlängelt wird. Das oben erwähnte Hegyallya Weingedirge, welches den unter dem weltbekannten Nahmen Tokayer, unter alle Zonen der Erde versandt werdenden Wein erzeugt, dehnt sich in so weit es zu dcm eigentlichen Tokayer-Weingebirge gerechnet werden kann, von Szanto bisUjhely, indcr Länge von sieben Meilen aus, und hat in der Breite gegen zwey Meilen. Am Fuße der Wein-gebirgc liegen die Ortschaften, die den verschiedenen Gattungen des Tokayer Weines die Nahmen geben, und deren Einwohner sich mit dcr Cultur derselben beschäftigen. DieTallyacr, Tarczalcr, Zomborer, Csa-danycr, Mader und Toltschauer Weine, welche in dcr Nähe von Tokay wachsen, werden für die besten gehalten. Den ganzen Ertrag schätzt man in mittleren Iah. ren auf 150 bis 200,000 Eymcr; man bereitet vier Gattungen, nähmlich die Tokayer Essenz, den Ausbruch, den Maslas und den ordinären Wein. Außer der na-türlichen Lage des Gebirges, trägt das dreymahlige «66 Umgraben der Weinberge, die an den Abhängen derselben aufgethürmtcn Steinhaufen, welche den Buden gegen Regengüsse schützen, durch Zurückwerfung der Sonnenstrahlen die Wärme vervielfältigen, und so die Trockenbccre erzeugen, wesentlich zur Veredlung des Gewächses bey. Die Tokayer Weinlese ist ein wahres, sehr anziehendes Nationalfest, an dem auch viele Große des Landes um so mehr Theil nehmen, wcil wenig reiche Edelleute in Ungarn sind, die nicht wenigstens eine kleine Besitzung in der Hegyallya hätten; man hat hier die beste Gelegenheit, die Charaktere und Sitten der verschiedenen ungarischen Volksstämme kennen zu lernen; die ernste Gemüthsart der Ungarn drückt sich in denen hier mehr als sonstwo, ertönenden Nationalgesängen aus, während die Volkslieder der Deutschen und Slowaken größtentheils Munterkeit und Freude athmen. Nagy-Zerind, Dorf in Ungarn, im Arader Comitate. Narenta oder Opus, Städtchen in Dalma-tien, im Kreise Spalatro/ auf einer durch dic Narenta gebildeten Insel. Nasser ein, siehe St. Anton, wo jetzt die Post-station ist. Nasse reit, Dorf in Tyrol, im Kreise Ober-Innthal, Nauders, Dorf in Tyrol, im Kreise Ober-Innthal, mit vielen Sensen-- und Nagelschmicdcn, es liegt hoch, und ein Amphitheater von Bergen, gebil> det durch die Bündtner und Schleinscr Gebirge, begränzt Hier den Gesichtskreis von allen Seiten, l6? Ncmes-Militicz, Dorf in Ungarn, im Bacser Comitate. Nemes - Vid, Dorf in Ungarn, im Sümeghcr Comitate. Nemet - Szaszka, Markt im Banat, im Kras-soer Comitate, dicser Bergficcken hat einträgliche Kupfer- und Zemcntgruben, Bergbau auf Bley und Ei-scn, und hier und da auf Silber und Gold. Ncszmil, Dorf (1200 Einw.) in Ungarn, im Komorner Comitate, wo ein lieblicher Tischwein wächst. In Neszmil starb am 2?. October 14I9 Kaiser Albrecht II. Von hier aus sieht man den Markt Dotis mit seinem Schlöffe, ein in der Geschichte berühmter Ort, indem Mathias Corvinus hier längere Zeit in dem einst zwischen den beyden Theilen des Marktes, der Obern-und der Seestadt gelegenen Schlosse rcsidirte, wovon jetzt nur noch die bcmostcn Ruinen zu sehen sind. Das neue Graf Esterhäzysche Schloß mit seinen an Natur-und Kunstschunhciten reichen Gartenanlagen im englischen Geschmacke, ist in jeder Hinsicht sehenswerth. Auch ist der herrschaftliche Weinkeller berühmt, in welchem ein Faß sich befindet, welches ,500 Eimer Wein hält, der Keller selbst kann 50,000 Eimer Wein aufnehmen und ist so geräumig, daß man mit einem sechsspännigen Wagen hineinfahren, und in der Mitte um das große Faß umkehren kann. Die angenehmen Umgebungen von Dotis enthalten weitläufige Waldungen, einträgliche Weinberge, warme Heilquellen und bey Szent Ivany Brüche auf schönen rothen Marmor. Netratich, Dorf in Croatien, im Agramer Co-mitate. Neu-Banovcze, Dorf in der slavonischen Militär - Gränze , im Peterwardeiner - Regiments-Bezirke. Neudorf, Dorf in Nieder-Osterreich im V. U. W. W, Eine Post von Neudorf liegt der berühmte Badeort Baden, mit seinen sechzehn warmen Schwefelquellen, eine Stadt an der Schwechat gelegen, von /,00 Häusern und 2200 Einwohnern, seitdem letzten Brande im Jahre 1812 schön und regelmäßiger gebaut. Schon die Römer kannten diese Bäder und nannten sie ahuac: panania«, sie werden jährlich von 2 bis 3000 Badegästen besucht, außerdem ist es einer der Belustigungsorte der Wiener, die den ganzen Sommer hindurch, vorzüglich an Sonn-» und Feyer-tagen hinausstromen. Badens Heilquellen, deren Wirkungen vorzüglich auf Reinigung der Haut, auf vermehrte Thätigkeit des Blutes, Zertheilung der schleimigen und Entleerung unreiner, dem Körper schädlicher Stosse durch Ausdünstung u. s. w. gehen, haben einen verschiedenen Wärmegrad, von 22 bis ic^Reaum., sie bestehen aus fixer Luft, Schwefel, Kochfalz, Bittersalz, Glaubersalz, Gyps- und Kalk-erde und Magnesia. Gefährlich aber ist der Gebrauch der Bäder für Menschen, von entweder sehr geschwächtem oder sehr vollblütigem Körper, bey Entzündungen, allen Arten von Fiebern, bey örtlichen Krankheiten, Wassersucht, Verstopfungen, verdorbenen oder verhärteten Eingeweiden ic. Baden hat seine Aufnahme und Verschönerung, außer der vaterlichen Fürsorge Sr. Majestät des Kaisers, vorzüglich Sr. Kaiserlichen Hoheit dem Erzherzoge Anton zu danken, der das Meiste zur Verschönerung der Umgebungen beygetragen. Se. Kaiserliche Hoheit der Erzherzog Carl, hat durch die Erbauung des Schlosses Weilburg im Hclencn-Thalr, dieser an sich so schönen Gegend, einer der schönsten Spaziergänge Badens, die Krone aufgesetzt. Neudorf, Dorf in Ungarn, im Graner Co-mitate. Neudorf, Dorf in der Banaler-Militärgränze, im Deutsch - Banattr Regiments - Bezirke. Neu-Grad ischka, Markt in der slavonischen Militärgränze, Stabsort des Gradiskaner-Regimentcs, ein neu und regelmäßig gebauter, schöner Ort. Neuhaus, Stadt (630 Häuser, /,962 Einw.) in Böhmen, im Taborer Kreise, an dem Flusse Ne« zarka und dem großen Teiche Baibar, mit einer der schönsten Kirchen in Böhmen und einem großen sehenswürdigen Schlosse, welches in der Mährchcn-welt berühmt ist, indem die Sage hier vorzugsweise die sogenannte weiße Frau hcrumspucken läßt. Sie hat ein Gymnasium, und treibt starke Tuch-und Leinwe-berey; es werden hier Topase gefunden. Neumarkt , Markt in Ober - Osterreich , im Salzdurger Kreise. Ncumarkt, Markt in Stcycrmark, im Iuden-burgcr Kreise am Wallcrbache, in einer angenehmen Lage zwischen schönen Ebenen und fruchtbaren Hügeln, im Hintergrunde ragen die Salzburger Gebirge hervor ; in dessen Nähe soll das Norejo der Nömcr ge^ standen seyn. Neumarkt, Markt in Tyrol, im Kreise an der Etsch. Neumarktel, Markt in Illyrien , im Laibacher Kreise, am Moschenitza«Bache, dicht von Bergen eingeschlossen und nur aus einer Straße bestehend, hat 170 - - ' zwey Schlösser, Alt-Guttenberg und Ncuhaus, eine schcnswcrthe Stahlfabrik, mehrere Eisenhämmer, Na-gelschmiedcn und andere Eisenwerke, und sehr lebhaften Handel und Straßcngewcrde. Neu-Mikanovcze, Dorf in der slavonischen Mllitärgränzc, im Brodcr Regiments - Bezirke, Neunkirchcn , Markt (i«2 Häustr, 150U Cmw) in Nieder-Österreich , K. U- W. W. an der Schwarza, 1152^ über dem Mccrc. Eine Meile südlich von hier liegt Thernberg, Herrschaft und Markt Sr. Kaiserlichen Hoheit dem Erzherzoge Johann gehörig, mit spanischer Schäferey und cincc Meyerey von Mürzthaler-Vieh; das Schloß enthält eine kostbare besonders an Landschaften reiche Gemählde-Gallerie, der Garten mit seinen schönen Anlagen, viele exotische Pflanzen und Gewächse. Die Aussicht auf die steyeri-schcn Gebirge ist erhaben. Wenn der schnurgrade Weg von Neustadt bis Neunkirchen durch das große Stein^ feld, eine höchst unfruchtbare mit Sand und Steinen bedeckte Ebene, welche einst der Boden cines Sees ge^ wcftn zu seyn scheint , unangenehm einförmig ist: so ändert sich bey Ncunkirchen plötzlich die Natur der Gegend; ewig gvunc Fichtcnhügel mit Kirchen und Schlöffern besetzt, verschönern die Landschaft, und der hohe Hchneebcrg macht diese noch mahlerischer. Die Tracht der Bewohner wird hier schon steyerisch; man sieht stahlgrüne Hüte, Strümpfe und Röcke. Vieh-und Kohlenhaudel, dann das Eisen ist die wichtigste Nahrungsquclle der Bewohner dieser Gegend, eines etwas rauhen-und stolzen, aber redlichen und dienstfertigen Volkes, das die Jagd leidenschaftlich liebt. N cu - Paka, Stadt ^21 Häustr, ! 700 Einw.) 1?! in Böhmen, im Bidschower Kreise, mit einem Gesundbrunnen. Neuschloß, Dorf in Böhmen, im Leitmentzcr Kreise, mit einem prächtigen Schlosse an einem großen Teiche, dessen Ufer mehrere ansehnliche Dörfer zieren. Eine kleine Stunde von Neuschloß am südwestlichen Ende des Teiches, liegt dcr Markt Habichtstein, merkwürdig wcgm seiner alten Bergfeste, in der man noch mehrere in bloßen Felsen ngehauene Behältnisse, besonders ein Burgverließ, von seltsamer Gestalt antrifft. Zwey Stunden östlich von Habichtstein bey Hirschberg, erhebt sich der steile Berg Posig, der eine prächtige Aussicht gewährt, welche in weiter Entfernung gegen Westen durch das Leitmeritzer Gebirge, gegen Norden durch jenes bey Haida, gegcn Osten, durch den Ieschken und das Niesengedirge begränzt wird; besonders anziehend ist aber die nähere Aussicht gegen Nordwcst über die Hirschbcrgcr-Wälder hin, die mit beträchtlichen Teichen und Anhöhen eine äußerst liebliche Landschaft bilden, in welcher sich das Städtchen Hirschberg, die Ruine Hadichtstein, Neuschloß mit seinem Teiche und der Rücken dcs Wilschbcrges sehr reizend ausnehmcn. Gegen Süden erblickt man die Ruine Hauska, das Gebirge bey Widim, sehr viele Ortschaften, und bey heiterm Horizonte selbst den ^orenzbcrg der Hauptstadt Prag, Neusohl, königl. Frcystadt (1Z26 Häuser, ä3/,i Einw) in Ungarn, im Sohler Comitate, dessen Eongregationsort sie ist, in einem mit hohen Bergen umgebenen Thale am Zusammenflüsse der Vistricza mit der Gran, die sie von dem Berge Urpin scheidet, mit einem Schlosse, einem uralten weitläufigen Gebäude. 172 In dem Thurme dcr gothischen, in den Ringmauern des Schlosses liegenden Pfarrkirche, hängt eine 100 Centner schwere Glocke. Neusvhl ist der Sitz eines Bischofes sammt dessen Seminars , eincs Provincial - Com-missariatcs, tines Bcrgkammcr- und Bcrggerichtes, hat ein katholisches und ein lutherisches Gymnasium. Der Bergbau auf Kupfer in dem sogenannten Sandberge hat viel von seiner Wichtigkeit verloren, fein Ergebniß wird größten Theils zu Erzeugung des Berggrün verwendet, daher nur an anderen Orten, z. 33- in Hcrrngrund gewonnene Erze und Metalle in den hiesigen Schmelzöfen, Kupferhämmern und anderen Werken verarbeitet werden. Ncusohl entstand im Jahre 1222 durch eine Ansiedlung von Sachsen unter dem Könige Andreas dem Hicrosolymitancn, seine ersten Privilegien erhielt der Ort im Jahre 1255 vom König Bela, die im Jahre i5iü durch König Ludwig II. erweitert und bestätigt wurden. In dcr Nähe ist eine große Gcwchrfabrik; ein angenehmer Spazicrgang bey der Stadt ist dcr Weg zum oberen Holzrcchen an der Gran, welcher dazu dient, Kohlholz für die Hammer- und Schmelzwerke nach den Kohlungsplatzen zu schaffen; eine, auf 1000 Klafter weit verpa-lissadirte Wasserstrecke biethet mit ihren weglaufenden Canälen einen schönen Anblick dar. Von dem, ein und eine halbe Stunde von der Stadt entfernten Berge Cmarow, hat man die schönste Ansicht der umstehenden hohen Sohler-Alpen, dann des Fürsten.Thales, welches nach Herrngrund führt; dieser Wcrgflecken, eine Meile von Neusohl, ist aus mehreren Ursachen besonders merkwürdig; seit ? bis «00 Jahren werden in dem hiesigen , silberhaltigen Kupferbergwerke drey Erzlagerstätten mit glücklichem Erfolge gebaut, deren jährlicher l73 Ertrag sich auf 12 bis 1500 Centner Kupfer und5biS (>O0 Mark Silber belauft; allcin am merkwürdigsten ist das hier aus der Erde mit Saugwerken herausgehobene Zemcntwasser, welches 1605 entdeckt wurde, und welches die Eigenschaft besitzt, das Eisen in Ku« pfer zu verwandeln; wirklich eine der auffallendsten Erscheinungen im Reiche der Metallurgie. Dieses Zementwasser entsteht durch die durchsickernden Regen- und Schneewasser, welche den in den alten Stollen befindlichen Kupfervitriol und die zurückgebliebenen ku, pferkiesigcn Erze auflösen und mit sich führen; wegen seiner näheren Verwandtschaft mit dem Eisen, löset die« scs Wasser alle ihm unterkommende Eiscntheile auf, führt diese fort und läßt dafür die Kupfertheile fal, len, welche, wenn sie bis nach der Vollendung des, von der Natur vorgenommenen, chemischen Prozesses unberührt bleiben, vollkommen die frühere Eisenform beybehalten. Man nimmt hierzu altes Eisen, welches in Spänen ungefähr von 1 Schuh Länge und 1 Zoll > Dicke auf etwas abhängig angebrachte Rinnen gelegt wird; die mit so vielen Absätzen versehen sind, als Reihen solcher Eisenspäne angelegt werden : so, daß das Zement, Wasser von obcn herab, wo es aus der Erde gehoben wird; aus einer Rinne in die andere abfließen kann und das Eisen beständig durchfeuchtet. Die Verwand, lung des Eisens in Kupfer geschieht, je nach dem die Eisenspäne dünner oder dicker sind, in zwey oder mehreren Wochen, sie behalten ihre Gestalt vollkommen bey, wenn sie unangetastet liegen bleiben: so, daß ein eisernes Hufeisen, nach seiner Matmorphosc, ein kupfer« nes in seiner alten Form ist. Das auf diese Art gcwon« nene Kupfer, jährlich gegen 2000 Centner, besitzt eine Geschmeidigkeit, dic, im Verhältnisse mit der Härte desselben beträchtlich ist, denn es läßt sich zu feinen Fäden ziehen, und fast zu so dünnen Blättchen schlagen, wie das Silber. In Neusohl verfertigt man von diesem Zemcntkupfer verschiedene Kleinigkeiten, Dosen, Becher lc-, welche der Entstehung ihrer Masse wegen weit und breit verschickt werden. — Ferner wird hier auch die grüne Farbe, das sogenannte Verggrün erzeugt; durch das Zersetzen der Fahlerze mittelst der eingedrungenen Tagwafser, entstMn in den Gruben 5ie grünen Farbwasser, welche die Kupferoryde, in einer mehr verdünnten Schwefelsäure aufgelöst, auch Gyps und Kalkende beygemischt enthalten; diese werden in große Kasten geleitet, in deren Flächen sich die Ku-pferoryde ansetzen, welche dann durch den Beytritt der Luft das .Berggrün geben. In dem fünf Stunden von Neusohl entfernten Dorfe Rhonitz, merkwürdig wegen seinen ärarischcn Eisenwerken, sind vorzüglich sehenswerth , - das Blechwalzwerk , die Bohr- und Schraubcnschneidmaschinen, die zwey neucrbauten .Hochöfen und eine durch 50 Kinder betriebene Nagclschmiede. Die hier befindlichen Kohlbrennereyen liefern jährlich 1,Ü20,000 Kubilfuß Kohlen; seit dem Jahre 1^10 besteht über die Gran eine von Eisen gegossene, ?50 Centner schwere Brücke, welche die Aufmerksamkeit des Reisenden anspricht. Zwey Meilen von Neufohl liegt dic königl. Frevstadt Libethen, zwischen Gebirgen am Fuße des Berges Nissoka, von dessen Felsengipfel man eine schöne Aussicht über Ncusohl und bis zum Berge Spitno bcy Schemnitz genießt. Neustädte! , Kreisstadt (270 Häuser, i?00 Einw.) in-Illyrien, im gleichnahmigen Kreise; unweit 175 von da ist Tuplitz, cm warmes Bad mit drey Quellen unter dem Hügel Orlak. Neutitschein, Stadt (630 Häuser, 65,1 C'inw.) in Mähren, im Preraucr Kreise, der Theresianer-Rittcrakademie in Wien gehörig', mit einem alten Schlosse. Die Einwohner unterhalten starke Tuch-webcrcycn, und treiben bedeutenden Handel mit ihren Fabricatcn; unweit von da liegt Alt-Nitschcin mit zwey Schlössern, wovon cincs unbewohnt auf einem hohen fteystchcnden Felsen erbaut ist. Eine halbe Stunde von da, am Vorgebirge der Karpaten, liegt das Bad Summeraw. Neutra, Stadt in Ungarn, im glcichnahmigen Comitate, dessen Congregationsort sie ist, zwischen fruchtbaren mit schönen Eichenwäldern, Weingärten und Saatfeldern bedeckten Hügeln, in einem weiten, von der Neutra bewässerten Wiesenthaie, Sitz cincs Bischofes; sie hat ein Piaristen-Collegium, ein Gym« nasium, viel Gewerbe und Handel; das Schloß steht auf einem, mitten im T'hale isolirt liegenden Felsen, war vormahls sehr fest und ist noch mit Wällen, Ba> stioncn und Thürmen versehen, in ihm ist die Dom-kirchc aus zwey Gebäuden, der alten und neuen, bestehend , crsicre ist sowohl ihrer Bauart als mehrerer Alterthümer wegen merkwürdig. Neutra ist eine alte Stadt, sie wurde lange vor Ankunft der Magyaren von den Slaven erbaut, die sich im Jahre «25 zum Giristenthumc bekehrten und schon damahls ihren Bi< schof hatten, erst im n,». Jahrhunderte bemächtigten sich die Ungarn dieser Gegend. Auf dem an der Nord. feite gelegenen Berge Zobor, befindet sich ein Camal-dulenser-Kloster, welches vom König Stephan dem ^?6 Heiligen früher für Benedictiner gestiftet, dann späterhin den Camaldulensern abgetreten, und unter Kaiser Joseph II. aufgehoben wurde; jetzt fällt es in Ruinen, und ein hier wohnender Förster macht den Gastwirth für die Freunde schöner Aussichten, die es besuchen. Man übersieht von hier beynahe die ganze Neutraer Gcspannschafl bis an die Trentschiner Gebirge, die ganze Fläche des Preßburger Comitates, vorzüglich die Insel Schütt, die Komorner und Graner Comi-tate, und deren südlich laufende Berge bis an die südwestliche Ausbeugung des Vertcser Gebirges und bis an den Bakonyer-Wald. Nchwiz, Markt in Böhmen, im Kaurzimer Kreise, neu geschaffene Postrelaisstation. N ied cr - B l u d o w itz, Dorf in Österreichisch-Schlesien, im Tcschner Kreise. Niedernd orf, Dorf in Tyrol, im Kreise Putzerthal. Auf dem Wege von da nach Brunecken liegt das DorfWelsberg mit einer Schloßruine, der Geburtsort des berühmten Mahlers Troggcr. Nikolsburg, Stadt (?>'!<) Häuser, ??54 Einw.) in Mähren, im Brünner Kreise, in einer sehr fruchtbaren Gegend. Sie hat ein Collegialstift mit einer präch« tigcn Kirche, ein Plansten - Kloster und eine philosophische Lehranstalt; viel Klcin-Handel und Gewerbe. Mitten in der Stadt erhebt sich auf einem bloßen Fcl-scngrunde das weitläufige Fürst Dicttichstcin'sche Schloß mit einem hohen Thurme, aus dessen Fenstern man eine entzückende Aussicht besonders gegen Znaim hat. Sehenswerth sind im Schlosse, die 20,000 Bände starke Bibliothek, das reiche Naturalien-Cabmett und der in Felsen gehauene Keller, in welchem das berühmte Weinfaß liegt, welches 2000 Eimer hält. Nikolsburg ist der Geburtsort, des um Österreichs Literatur verdienten Sonnenfels. Die Berge um die Stadt enthalten Marmor. In dem Berge Turalti gegen Polau zu, befindet sich eine geräumige Höhle mit Tropfsteinen. Zunächst dem Dorfe Polau, eine Meile von Nikolsburg, erhebt sich oberhalb dem verfallenen Schlosse Maidenburg der Maberg oder Polauer-Verg, 1^0 Klafter über dem Ufer der Taya ; von seinem Gipfel erblickt man die Stadt Brunn und Znaim in Mähren, eben so Skalitz in Ungarn, nördlich die böhmischen Gebirge und südwestlich die an der Donau in Österreich liegenden Berge. Nimburg, kömgl. Stadt (300 Häuser, 2100 Einw.) in Böhmen, im Bunzlauer Kreise, in einer schönen fruchtbaren Gegend auf einer Insel der Elbe gelegen. Nimburg wurde schon im Jahre 779 angelegt und erlitt in den Hussiten-Unruhen viel Ungemach. Zwey und eine halbe Stunde von hier liegt Podiebrad, Ca-meralstadt am rechten Ufer der Elbe mit einem uralten Schlosse, in welchem lange Zeit die Herren von Podiebrad genannt von Kunstadt, die 'Ahnherren des berühmten Königes von Böhmen, Georg Podiebrad, re< sidirten. Nizni 0 w , Markt in Galizien, im Stanislawe wer Kreise am Dniester. Sie hat eine Flintenstein-Fabrik die jährlich bey 2,000,000 Feuersteine erzeugt, und das Material dazu von Mariampol bezieht. No lcsä, Dorf in Ungarn, im Thuroczer Cogitate , zwischen Bergen an der Waag gelegen. No ask a, Dorf in der slavonischen Militär« Gränze, im Gradiskancr Regiments-Bezirke. 12 Nyir - Bätör, Markt in Ungarn, im Sza-bolcser Comitate; Stammort des berühmten Geschlechtes der Bathory, von welchem mehrere Glieder in der Gruft der Franciscaner-Kirche begraben liegen. Nyiregyhäza, Markt (9000 Eimv,) in Ungarn, im Szabolcser Comnate, im Sande der großen Ebene von Ungarn gelegen. Nyires, Dorf in Siebenbürgen, im Klauscn-burger Comitate. Nyiresfalva, Dorf in Ungarn, im Were-gher Comitate. Nyitra - Zsämb 0 kreth, Markt in Ungarn, im Neutraer Comitate, mit einem alten Casielle, in welchem Carl I. sich aufhielt, als er gegen Malhäus von Nrentschin zu Felde zog. O-Becse, siehe Räcz-Becse. Dber-Augezd, Dorf in Mähren, im Pre-rauer Kreise; in dessen Nähe sind merkwürdige Mergel' lagen. Ober-Drauburg, Markt in Illyrien, im Nillacher Kreise, unfern der Dräu, mit einem alten Schlosse. Ober-Hollabrun n, Markt in Nieder-Öster-reich, K- U. M. B. am Göllersbache, in einer wein-leichen, hohen Gegend, wo man gegen Süden eine herrliche Aussicht auf die Gebirge genießt, welche Osterreich und Steyermark trennen. Bemerkenswert!) ist der, eine viertel Stunde von hier entfernte Markt Schöngraben, wegen seiner auf einem Hügel gelegenen Pfarrkirche, an welche eine halbe Rotunde stößt, die man für ein Monument der Templer hält. Ober-Laibach, Markt in Illyrien, unweit ,79 dem Ursprünge der Laibach, welche hier schon schiffbar ist, und auf welcher jeden Abend mehrere 1000 Centner Gewicht in Schiffe nach Laibach verladen werden- Hier soll das Nauportum der Nömer gestanden seyn, welches einer ihrer bedeutendsten Stapelorte und Waarennieder» lagen war, auch jetzt betreiben die Einwohner noch einen beträchtlichen Speditions - Handel. Von hier kann man am nächsten die Quecksilber - Bergwerke von Idria be« suchen. Die Straße dahin, mit einem großen Kosten-aufwande gebaut, führt durch sechs kleine Ortschaften aufwärts, und gewährt hier die schönsten Aussichten auf die Stadt Laibach, die Poststation Lohitsch und die Schneegebirge Krams, welche man von dem höchsten Puncte der Straße erblickt. Idria, diese durch den Reichthum ihrer Quecksilber-Gruben berühmte Bergstadt, liegt theils in der Tiefe eines engen, von hohen Bergen umgebenen Thales an dem Flüßchen Idria, theils auf mehreren Hügeln, von welchen sich der Cal« varienberg durch Höhe und pittoreske Form auszeichnet. Der Eingang zum Bergwerke ist fast mitten in der Stadt, nahe daran steht das Schloß, die Gewer-kenburg genannt, in welchem alle Bcrgämter von Idria untergebracht sind. Das merkwürdige Bergwerk, welches an Ordnung, Schönheit und Sicherheit der Gruben nicht seines Gleichen hat, enthält vier Hauptschachten, St. Barbara, St. Theresia, Joseph und Franz, Die Haupteinfahrt, durch welche auch gewöhnlich die Fremden eingeführt werden, ist durch den St. Antons Stollen; die Entfernung vom Mundloche die, s«s Stollens bis zum entferntesten Puncte ins Feld, gegen Mittag am Josephs - Schacht, beträgt wenigstens «ine viertel Stunde. Die größte Tiefe der Grube ist 12 " ,50 !24 Lachter; vom Endpuncte des St-Antons Stolle» steigt man in verschiedenen Absätzen nach und nach ?',? Stufen hinab, die in Kalkstein gehauen, bestens unterhalten und mit Handstangen versehen sind, worauf noch durch vierzehn und eine halbe Lachter Tiefe, Holztreppen in einen gewohnlich ausgemauerten Schacht bis ins Tiefste führen. Der innere Bau ist so schön, daß dieses Bergwerk in Rücksicht der Gemächlichkeit, mit welcher es zu befahren ist, noch über Wieliczka steht; nur auf einigen Puncten verursacht die unterirdische Wärme einiges Mißbehagen- Sehr merkwürdig ist die große Wassermaschinc, die aus dcm tiefsten Gnmde der Gruben fort und fort in großen Zügen, das darin sich sammelnde Wasser zu Tage fördert. Das gediegene Quecksilber, hier Jungfern-Quecksilber genannt, wird gleich in den Gruben in lederne Beutel gesammelt, es ist von vorzüglicher Brauchbarkeit bey Verfertigung der Spiegel und Barometer; die Erze zweyter Qualität, welche theils durch eiserne Spitzhakcn, theils durch die Kraft des Pulvers aus dem Schiefer gesprengt, und mittelst eines i/,0 Klafter langen Seiles aus der Grube gezogen werden, kommen zur Brennhütte, die ärmeren werden dem Poch- und Wasch-Pro-zesse unterworfen; alle Taggebäude sind schön und geräumig. Die jährliche Ausbeute beträgt über /.000 Centner , und der gewöhnliche Holzbedarf6o00 Klafter zwey Ellen langes, hartes Holz, welches so wie das zum Grubenbaue nöthige Stützholz in den umliegenden ärarischen Waldungen geschlagen, und auf der Idria an-gefiößt wird. Die Zinnober-Fabrik wird nur auf besondere Empfehlung in allen ihren Theilen gezeigt, und nach den Erweiterungen und Vervollkommnungen, die l8l man damit vorgenommen hat, soll sie jährlich 1000 bis 1200 Centner abliefern. Das gesammte Personale ist 6l? Köpft stark. Als wohlthätige Anstalten für die Bergarbeiter verdienen Erwähnung, die Vergschule, die Krankenunterstützung und öftere Austheilung von Weitzen und Korn um herabgesetzte Preise. In der Gegend von Idria gibt es viele Vipern. O ber-Mieming en, Dorf in Tyrol, im Kreise Ober. Innthal. Obrovazzo, Dorf in Dalmatien, im Kreise Zara am Flusse Zennagna, hat bedeutenden Handels« verkehr mit den bosnischen Türken. In der Umgebung der Stadt übersieht man das ganze Wellebit-Gebirg von Zaton bis Radussitz. Ocsa, Dorf in Ungarn, im Pesther Comitate, mit einer ihres Alters wegen merkwürdigen reformirten Kirche. Ödenburg, königl. Freystadt (13,000 Einw.) in Ungarn, Congregationsort des gleichnahmigen Co-mitates am Ikva, in einem schönen, weiten Thale, zwischen dem Brennberge und dem Neusiedler-See gelegen; eine vortreffliche Aussicht auf die Stadt und ihre Umgebungen, bis zum Neusiedler-See und zum Schlosse Forchtenstein, gewährt der schöne Stadtthurm. Die hiesigen Wochenmärkte auf Viehhandel sind sehr bedeutend, cs werden jährlich über ä0,000 Stück Horn. und 150,000 Stück Borstenvieh verkaust; der hiesige Wein, mit einer jährlichen Production von 32,000 Eimer, gehört mit unter die ersten Sorten Ungarns, und sehr beliebt ist das hiesige getrocknete Obst. An der Stelle von Ödenbmg stand schon zur Zeit der Römer die Colonia Julia, Standquartier der l5. Legion, «92 man findet hier noch immer von Zeit zu Zcit römische Alterthümer; nachmahls wurden mehrere Anbaue der Stadt zerstört, woher es seinen Nahmen haben soll. Ferdinand III. und die Gemahlinn Kaiser Leopolds I. wurden hier gekrönt, und vier Landtage in dieser Stadt gehalten. Die Umgebungen Odenburgs sind reizend; von dem Gipfel des Ober - Lewers hat man eine Herr, liche Aussicht auf Odenburg, über den Neusiedler-See, in das Wieselburger Comitat und auf den Preßburger Schloßbcrg. Einen angenehmen Spaziergang biethet der Weg nach Wandorf dar, ein aufgehobenes Pauli« ner-Klostcr, zwischen Kastanien-Waldungen und Weinbergen gelegen, von wo man das eine Meile von Odenburg liegende Steinkohlenbergwerk im Brennberge besuchen kann, welches jährlich bey 250,000 Centner Steinkohlen liefert, die größten Theils auf dem Wiener-Neustädter Canal nach Wien geführt werden. In der Gruft des Paulincr-Klosters zu Wandorf hat man im Jahre lüii den zum verwundern erhaltenen, un« verwesten Leichnam eines i?o? begrabenen Bischofes aus der Familie Szecseny gefunden, den der vor einigen Jahren verstorbene Graf mit Bewilligung der Be-Horden feyerlich von dort erheben und in die Familien« Gruft nach Groß - Zinkendorf bringen ließ. Der Neu-siedler-See liegt cine kleine Stunde von Odenburg, er hat ohne den Hansag einen Sumpf, der einem schwim» menden Rasen ähnlich ist, dreyzehn, und mit demselben sechs und zwanzig Meilen im Umfange. Der Wasser« spiegcl des Sees beträgt sechs m Meilen, seine Tieft neun bis dreyzehn Schuh, seine stachen Ufer machen ihn zur Schifffahrt unbrauchbar, er ernährt aber treffliche Fische, und im großen Nohrgebüsche, eine unzäh- 183 lige Menge Wasserwild; das Seewasser hat einen salzigen Geschmack, und wenn es von den Ufern etwas zurück tritt, so findet man häusig Mineral-Laugen« salz. Am westlichen Ufer des Sees wachsen die berühmten Odenburger und Nüster Weine. Eine und eine viertel Stunde von Odenburg am Neusiedler-See, liegt in einer Erdschlucht zwischen Obst- und Weingär» ten der Badeort Wolfs; seine Mineralquellen sind schwefelhaltig und werden in Rheumatismen mit Nu« tzcn gebraucht; von den Seitenhügeln an der Südseite des Sees, besonders vom Holling, eine und drey viertel Stunde von Odenburg, welcher hart am Ufer liegt, und der den Palatinus-Tempel, einen vom ver« storbencn Grafen Szecseny zu Ehren Sr, Kais. Hoheit des Erzherzoges Palatins erbauten Pavillon trägt, hat man eine sehr reizende Aussicht. Drey Stunden von Odenburg, dicht am Neusiedler-See, liegt das prächtige Schloß Esterhäz, mit einer Bibliothek von 22,000 Bänden, einer Gemählde- und einer Kupferstich-Samm« lung; die weitläufigen Gärten enthalten eine Menge Sehenswürdigkeiten, doch wird der Verfall des Gan« zen mit jedem Jahre sichtbarer, weil Eisenstadt der Lieblings-Aufenthalt des regierenden Fürsten ist. Zwey Meilen von Odenburg, und eben so weit von Wiener-Neustadt steht das fürstlich Esterhäzysche, befestigte Bergschloß Forchtenstein, auf einem mäßig hohen Kalkfelsen, unter welchem das Dorf Forchtenau liegt, ungarisch Frakno genannt. Die erste Erbauung dieses Schlosses soll in die Zeiten der Ostrogothen, zwischen die Jahre /»56 und 525 fallen, für welche Meinung die Nest? des im Umfange der Feste befindlichen, sogenannten schwarzen Thurmes, einiger Maßen sprechen.. Der erste ',94 bekannte Besitzer derselben ist der Fürst Nicolaus Gile^ tius, welcher im Jahre 1192 unter der Regierung König Stephans des Heiligen lebte. Kaiser Ferdinand II. verlieh es. 1622 dem Grafen Nicolaus Esterhäzy, der es von Grund aus neu baute. Sein Sohn Paul gab durch die angebrachten Verschanzungen, Zugbrücken lc. dem Schlöffe seine gegenwärtige Gestalt und das Ansehen einer wohl befestigten Ritterburg; derselbe stiftete nachmahls als Fürst das in Forchtenau liegende Servilen - Kloster. In der Mitte des innern Schloßhofes steht die steinerne Reiter-Statue des Fürsten Paul, in dem Zeughause werden Armaturen aller Gattung aus dem grauesten Alterthume aufbewahrt, mit ihnen verschiedene merkwürdige Trophäen, durch ta« pfere Krieger aus dem Fürstenhause erobert. Überaus sehenswerth ist der fürstliche Familien-Schatz; so wie der ?5 Klafters tiefe in den Felsen gehauene Brunnen im Schlosse, als ein Werk der Kunst des grauen Alterthumes einige Aufmerksamkeit verdient. In der Nähe von Forchtenstein liegt die Nosalien - Capelle auf dem Gipfel des gleichnahmigen 2250^ über dem Meere erhabenen Berges, der eine der ausgedehntesten und prächtigsten Aussichten Ungarns darbiethet, und dieser ersten Ursache halber von den Triangulateurs, als astronomischer Punct benützt wird, auch im Jahre i«22 als Stützpunct der Blickfeuer angenommen wurde, zur Bestimmung des Längcnunterschicdes zwischen den Sternwarten von Ofen, Wien und München. Man überblickt hier gegen Osten und Nordosten einen großen Theil des Odenburger Comitates, den ganzen Neusiedler-See und die ausgedehnten Flächen der Wie-sclburger, Raabcr und Komorncr Gespannschaften; 135 gegen Westen und Nordwesten sieht man den Schnee» berg und viele Hügel und Flächen Österreichs; gegen Süden aber kann man dcr höhern Gebirge wegen nur einen kleinen Theil des Eisenburger Comitates übersehen. Ols auch Els, Dorf in Böhmen, im Bidscho-wer Kreise. Oreg - Lak, siehe Nagy - 3ak. Ork6ny, Markt in Ungarn, im Pcsther Co-mitate. Ofen, königl. Frey-, Haupt- und Residenzstadt (2994. Häuser, 2?,000 Einw.) Ungarns, im Pesthcr Comitate, ziemlich im Mittelpuncte dieses Landes am rechten Ufer der Donau unfern des Winkels gelegen, welchen dieselbe durch ihren plötzlich von Osten nach Süden gewendeten Lauf bildet, umschlungen von einer amphitheatralischen Gebirgskette, deren Fuß der Strom bespült. Sie ist die Residenz des Palatins, der Sitz der königlichen Stadthalterey, der Septem-viral- und Tavcrnicaltafel, der Studien-Commission, der Hofkammer, einer Ober-Landcs-Commission und des General-Commando von Ungarn mit allen seinen Branchen, Der Nahme der Stadt Ofen (V»sja) wird von Attila's Bruder hergeleitet. Königliche Freystadt wurde Ofen durch den König Bcla IV., Mathias erweiterte und verschönerte die Stadt sehr, aber die traurige Herrschaft der Türken vom Jahre 1551 bis i6.':6 zerstörte sie fast ganz. Der ungestörte Friede, den diese Haupt« stadt seit jener Zeit genoß, hat sie wieder zn ihrem heutigen Flor gebracht, der noch taglich zunimmt. Ein isolirter Berg trägt auf seinem länglich schmalen Platteau den Haupttheil dcr Stadt, die in der Geschichte dcr Kriege mit den Türken berühmt gewordene Festung, dcren Werke NUN zerfallen sind; um ihn herum liegen die übrigen Theile, die Christinastadt im Norden, im südlichsten Vordergründe die Raizenstadt, an der Donau aufwärts die Fischer- und Wasserstadt, die Landstraße und.das Neustift; der Umfang des Ganzen beträgt zwey und cine halbe Stunde. Das königl. Schloß in der Festung ist von Carl VI, im neuesten Style erbaut, und ein großes, regelmäßiges Viereck, überhaupt ist dieser Theil der Stadt der schönste, und hat mehrere prächtige Palläste und öffentliche Gebäude. Das Schloß, in welchem und zwar im linken Flügel die Neichßkleinodicn aufbewahrt werden, ist von drey Seiten mit Gärten umgeben, welche die ganze Ostseite des Dfner Berges bedecken, und von dieser Seite ist es, wo man eine Aussicht genießt, die ihres Gleichen sucht. Der majestätische Donaustrom mit seinen grünen Inseln, mit der schönen Vervindungs-Brücke zwischen den zwey Städten, wovon die jenseitige von Jahr zn Jahr an Umfang gewinnt, die unermeßliche, in kaum durch das Auge erreichbarer Ferne von wolkenähnlichen Bergen begränzte Ebene, gewährt einen Anblick, der nicht beschrieben werden kann, sondern nur selbst genossen werden muß. Sehenswürdig ist unter vielen andern Gegenständen, das königl. Zeughaus in der Festung, wo unter vielen der Geschichte angehörenden Merkwürdigkeiten aus den Zeiten des eilften, zwölften und drcyzehnten Iahrhun-dertes auch ein? Blutfahne aus den Kreuzzügen aufbewahrt wird; die Bibliothek Sr. Kaiserl, Hoheit des Erzherzoges Palatin ; das Graf Brunswick'sche Natu-ralien-Cabinett und die Gemä'hldc-Gallerie, dann mehrere andere Bücher- und Kunst - Sammlungen. Ofen hat ein Archigymnasium, zwey Hauptschulen, eine 16? Zeichcnschule, cinc Lehranstalt der Illyricr und mehrere weibliche ErzichungZ-Anstalten, auch fehlt es ihm nicht an einer Menge von Wohlthätigkcits - Anstalten; seine Industrie ist nicht bedeutend, doch gibt es meh, rerc Fabriken. Die Weingcbirgc von Ofen geben im Durchschnitte jährlich !50,000 Eimer Wein, der bekannt genug ist, um seiner weiter zu erwähnen. Die Dfner Mineralquellen sind berühmt, es hat vier verschiedene warme Bäder, das Blocksbad, das Naizen-bad, das Bruckbad und das Kaiserbad, letzteres mit einer Wärme von /,(?. Das Blocksbad und Kaiserbad wird beinahe bloß von Kranken benutzt, das Naizen« und Bruckbad, schwächer als die beyden andern, werden meistens nur als Reinigungs - Bäder gebraucht ; die Heilkraft der zum Theil salzigen Schwefelquellen wird in mehreren Krankheiten, besonders in der Gicht und bey Hautausschlägen angerühmt; man badet theils in Gemeinbädern, die nicht sehr einladend sind, theils in stcimncn Wecken und hölzenen Wannen. Die besuchtesten Belustigungs-Orle in der Nahe von Ofen sind: die Margarethen» oder Palatinus-Insel, den ersten Nahmen hat sie von der Ruine des Klosters, in welchem Margaretha, Tochter Königs Beta's IV. gelebt haben soll, den zweyten führt sie von Sr. Kaiserl. Hoheit dem Erzherzoge Palatin, welcher diese Insel (woo Schritte lang, 400 breit) zu einem lieblichen Garten umschaffcn ließ; von einer erhöhten Strohhütte hat man eine schöne Aussicht auf Ofen und Pesth. Ferner der Stadtmeyerhof, und in Verbindung mit ihm die anmuthigcn Thalgründe und majestätische Felsengruppe des Sauwmkcls. Cinc Stunde von Ofen liegt roman^ tisch im Walde die WaUfahrtö - Kirche Maria - Ein- siedel mit schöner Aussicht; am südlichen Ende der Raizenstadt steht dcr Blocksberg, ein schroff scarpir« ter Felsenklumpen hart an der Donau, mit der Sternwarte, von der man eine unbeschreiblich schöne Aussicht genießt, jener vom Dfner-Berge ahnlich; allein noch anziehender und ausgedehnter ist die Aussicht von dem conischen Iohannisberge, dessen Gipfel man von Ofen in zwey Stunden erreicht. Für den Liebhaber merkwürdiger Alterthümer lohnt es dcr Mühe, einen Ausflug vier Stunden von Ofen zu dem nun in Ruinen liegenden Schlosse Wissehrad zu machen, welches cine so bedeutende Nolle in Ungarns Geschichte spielt. Die berühmte Burg dieses Nahmens, von dcn Deut^ schen Plintenburg genannt, liegt über dem Markte Wissehrad, auf einem beträchtlichen, abgesonderten Berge am rechten Ufer der Donau, und beherrscht eine weite, schöne Aussicht. Ode und verlassen erinnert sie in ihrem jetzigen Zustande, mit den weiten Burg» räumen, hochgewölbten Gemächern und finstern 35er< ließen, an die Vergänglichkeit alles Irdischen; denn vielfältig merkwürdig waren die Schicksale ihrer Bewohner. Hier hielt im Jahre i0lli Ladislaus seinen Vetter Salomo in jenem Thurme gefangen, der sich sechs Stockwerke hoch, hart am Fuße des Berges über die Donan erhebt; hier feyerte König Carl I. drey Mahl seine Vermählung, und hier entging er 1330 mit seiner ganzen Familie, nur durch dieGeistesgegen-wart eines einzigen Dieners, dem schrecklichsten Tode; hier war der Licbtingsaufenthalt König Mathias Cor-vinus. Von 15,29, wo sich die Türken unter Sultan Solyman ihrer bemächtigten bis l6»'S, wo sie diesen auf immer entrissen wurde, mußte sie mehrere harte Belagerungen aushalten, Kaiser Leopold I. ließ sie endlich schleifen. In der Verlängerung von Ofen, aufwärts an der Donau, liegt der Markt Altofen, das alte Aquincum der Römer, dessen Pfarrkirche meistens aus den Ruinen römischer Alterthümer gebaut ist, so wie es denn überhaupt viele römische Alterthümer hier gibt, unter denen die Überreste eines römischen Schwitzbades am Florians-Platze, und die noch übrige Bogen einer Wasserleitung merkwürdig sind; auch sollen die zwischen Neustift und Altofen, in der Scheidungsgasse, hinter den drey Rappen ausfallend erhöhten, im Zirkel gebauten Häuser, über einem römischen Amphitheater aufgeführt seyn. O - Kör, Dorf in Ungarn, im Bacscr Comitate. Okolicsna, Dorf in Ungarn, im Liptauer Comitate an der Waag ; sehenswürdig ist die, in der Nähe von Demcnfalva, eine und drey viertel Stunde von Dkolicsna befindliche Drachenhöhle, wohin der Weg über scharfes Steingerölle ohne Busch und Strauchwerk führt. Die Öffnung ist sehr geräumig, daher man weit in die Tiefe hineinschauen kann; sie besteht aus einer Menge von Kammern, die rechts und links neben der Haupthöhle liegen, deren mehrere noch ununter-sucht sind, und von welchen eine mit Eis angefüllt ist; man kann beynahe eine Stunde weit gerade fortschreiten, bis endlich ein Sumpf der mühsamen Wanderung ein Ende macht, ohne daß man jenes der Höhle erreicht hätte. Ihren Nahmen hat sie, der Sage nach, von einem Drachen, der sie in der Urzeit bewohnt haben soll; es gibt noch mehrere kleinere Höhlen in der Nahe, außer dem schwarzen Loche, welchem ein Bach entströmt, sind die übrigen ihrer schlechten Eingänge wegen, wenig 1Y0 besucht. Rechts von der Straße von Okolicsna nach Vichnoda, liegt kaum cine viertel Stunde weit, das Dorf St. Ivany, der Stammort der uralten gleich-nahmigcn Familie; sehr merkwürdig sind hier, vier auf einem kleinen Naume vereinigte Quellen ganz verschiedener Art, die erste sprudelt beynahe armdick noch innerhalb der Ringmauern der Kirche geräuschvoll in ein selbstgeformtes Becken, das Geräusch und die Menge des Wassers nimmt gegen Sonnenaufgang merklich zu, die Quelle ist aber dann auch mit einem Nebel bedeckt, der so mit einem mevhytischen Gase ge-sättigct ist, daß kleine Vögel todt zu Boden stürzen, wenn. sie ihren Flug darüber her nehmen; das Waffer ist übrigens rein, nur hat cs einen harzartigen Geschmack; die zweyte ist sonderbarer Art: ungefähr 100 Schritte von dem südlichen Ende des Dorfes liegt mitten auf der Straße ein etwa Klafter hoher und eben so langer Wlock von Kalkstein, mit ungefähr 40, etwa Zoll dicken, wie von Menschenhänden angebohrten Offnungen , aus denen unaufhörlich lauwarmes Waffer quillt, dessen Temperatur im Winter beynahe bis zur Siedhitze steigt; aus einer nahen Anhöhe rieselt drittens ein frisches, kühles Trinkwasser, und nicht weit von da auf der andern Seite, perlt ein wohlschmeckender Sauerbrunnen aus der Tiefe herauf; alle vier Quellen strömen späterhin vereint der Waag zu. Auch die Kirche, auf einem runden, freyen Kalkhügel erbaut, verdient bemerkt zu werden, weil in ihrer Gruft, der Grab. statte der Familie St. Ivany, seit Jahrhunderten un-verweste Leichname ruhen; in einiger Entfernung von ihr, geben ihre Mauern auf einzelne Worte ein siebcn-und mehrfaches Echo zurück. '9' Olähfalu, siehe Szentegyhäzas-Olähfalu. Olasz-Liszka, Markt in Ungarn, im Zem» pliner Conntate am Bodrog und am Fuße der Hegy« allya, mit berühmtem Weinwachse, der zu den Tokayer Sorten gerechnet wird. Olmütz, ehemahls die Hauptstadt, jetzt königl. Kreisstadt (1000 Häuser, 11,392 Einw.) in Mähren, im glcichnahmigen Kreise, dessen Amtsort es ist, eine mit großen Außenwerken umgebene starke Festung an der March, die hier auf eine beträchtliche Höhe und Breite geschwellt werden kann. Hier ist der Sitz eines Erzbischofes sammt seinem Domcapitel, es hat ein be» rühmtes Lyceum, cine Militär-Cadettenschule, ein Gymnasium, ein großes Kranken-, Gebär- und Fin, delhaus, mehrere sehenswürdige Gebäude und Kunst, sammlungen, unter andern die Bibliothek des Lyceums von 50,000 Bänden auf der Voheburg, die bischofliche Residenz, das Militär-Zeughaus und die Domkirche, ein altes gothisches Gebäude, auf Befehl König Wenzels aus einem Theile des markgräfiichen Schlosses erbaut; historisch merkwürdig ist die Residenz des Dom-Dechants, wo der böhmische König Wenzel III. im Jahre i306 von einem seiner Diener ermordet wurde; dann der Keller an der Frohn-Feste, wo 1620 der Holleschauer Dechant, Johann Sarkander, auf Befehl der utraquistischen Stände durch die Folter zu dem Geständnisse gebracht werden sollte, daß er den Einfall der Pohlen bewirken helfen. Auch für die Kriegsgeschichte ist Olmütz merkwürdig, indem der berühmte Iaroslaw von Stcrnberg im Jahre 12/.1 durch einen nächtlichen Ausfall den Tartarcn eine entscheidende Niederlage bcybrachtc, t/,69 mußte es sich an MathiaS Corvinus, 16/^2 an die Schweden unter Torstensohn und 17/zi an den preußischen General Schwerin ergeben, als es nach dem Frieden an Osterreich wieder zurück gegeben ward, wurde es neuerdings und besser befestigt, und widerstand dann im siebenjährigen Kriege dem Könige von Preußen selbst, so lange bis Loudon ihn zwang, die Belagerung aufzuheben. Außer der Stadt gegen Norden liegt das große, prächtige, ehemahlige Prämonstratenser-Kloster Hradisch, gegenwärtig das Militär-Spital, mit herrlichen Gemählden von le Grand. Alle Garten der Stadt sind wegen den Festungswerken 1000° von derselben entfernt, doch wurden die Unannehmlichkeiten der Festung durch die Ableitung der stehenden Sümpfe und durch neu angelegte Alleen und Spaziergänge außerhalb den Wällen um Vieles gemindert. Eine kleine Meile von Dlmütz liegt der heilige Berg, ein berühmter Wallfahrtsort mit einer schönen Kirche, von wo man eine der schönsten Fernsichtcn in Mähren genießt. Vier Meilen südöstlich von Dlmütz liegt Kremsier, eine der schönsten Städte Mährens, die gewöhnliche Sommer-Residenz des Erzbischofes von Olmütz, in einer sehr fruchtbaren Gegend am rechten Ufer der March. In dem zu Ende des 1?. Iahrhundertes vom Fürstbischöfe Carl Grafen von Lichtenstein erbauten Schlosse, einem prachtvollen Gebäude, sind besonders sehenswerth, der Lehensaal und der sogenannte große Saal, die Bildcrgallcrie, das mineralogische und mathematische Cabinett, und die über 30,000 Bände starke erzdischöfliche Bibliothek. Der Schloßgarten, durch die Gewässer der March erhoben, ist einer der schönsten, die man sehen kann, er ist auf englische Art angelegt und von vielen Canälen 193 durchschnitten; seine vorzüglichsten Zierden sind das holländische Gärtchen, die Ruine mit dem nahen Wasserfalle, der aus den Fluthcn hervorsteigende Freundschaft^-Tempel, und das auf einem Hügel prangende chinesische Glorict. Sehenswert!) ist auch das Wasserwerk , mittelst welchem das Wasser auf einen hohen Thurm gehoben , und von da aus weiter geleitet wird; der Küchengarten mit seinen Treibhäusern sucht seines Gleichen. Die Kirche der Plansten in der Stadt ist eine Copie in Miniatur von der Carlskirche in Wien. Von dem nahe liegenden Barbara-Berge übersieht man die Stadt und Gegend. ., Olszanica, Dorf in Galizien, im Zloczower Kreise. OPatovacz, Dorf in Ungarn an der Donau, im Syrmicr Comitate. Oravicza , siehe Deutsch - Oravicza. Drczidorf, siehe Monostor. Oriovacz, Dorf in der slavonischen Militär-Gränze, im Gradiskaner Regiments »Bezirke. Orlik, siehe Felsö - Orlik. Orolik, Dorf in der slavonischen Militär-Gränze, im Brooder Regiments - Bezirke. Oroshäza, großes Dorf in Ungarn, im Be-kesser Comitate. Drsova, siehe Alt-Orsova. Drzinovi, Markt in der Lombardey, in der Delegation Brescia am Oglio-Fluß. : Ospedaletto, Dorf im Venctianischen, Delegation Udine. Ospedalctto, Dorf in der Lombardey, Delegation Brescia. 13 !Y4 Dssobgliava, Dorf in Dalmatien, im Kreise Spalatro, auf der Haldinsel Sabioncellv. Oswiecim, Stadt (2i3i Einw.) in Galizien, 'im Wadowiczer Kreise; ehedem Sitz eines gleichnahmi-gen, schlesischen Herzogthumcs, welches neuerdings durch den deutschen Bund wieder in Anregung gekommen ist, indem das Herzogthum Auschwitz (Oävvlc'^in) eine von den Provinzen ist, mit welchen Österreich jenem Wunde beytrat. Dszada, Dorf in Ungarn, im Liptauer Co« nutate. Oszlän, Dorf in Ungarn, im Bacser Comitate. Osztricza oder Osteritz, Dorf in Croatien, im Warasdiner Comilatc. Ottochacz, 3)tarkt in der croatischen Militär-Gränze am Gacza° Flüßchen, Stabs-Quartier des Ottochaner-Regiments; über demselben stehen zwey Schlösser, und unweit davon ist cin Teich, welcher so wie der Fluß durch Austrcten die nächsten Niederungen überschwemmt und Sumpfstellen bildet. Vier Stunden nordöstlich von hier, nächst dem Dorse Pu-boi und dem einschichtigen Haufe Witlwicza, sind die acht Plittwitzer-Eeen- zu merken, die zwischen dem kleinen Capellen-Grlmge im Ottochaner und Oguliner Regiments-Bezirke liegen. Der größtt , durch Quellen auf den Plissevicza-Bergen erzeugt, stürzt von einer Hohe und bildet einen kleinen See, der dann in einen dritten ablauft; dieser gibt dem vierten seine Entstehung, welcher durch einen herrlichen Wasserfall über eine breite Felsenwand den fünften See bildet; der sechste umgibt eine mit Tannen bewachsene Insel, Wasserstürze aus diesem geben endlich dem siebenten 19) und dieser dem achten das Daseyn; beyde letztere sind so von schroffen, düstern Felsen umgeben, daß sie beynahe unzugänglich sind. Auf der Straße zwischen Ottochacz und Pcrussich liegt das Dorf Quarta, in sennr Nähe bey dem verfallenen Schlöffe Schitar, werden vicle rö-mische Alterthümer gefunden, Padua, künigl. Stadt (/^7,000 Einw.) im Be< nctianischcu, in dcr gltlchnahmigcn Delegation, in einer schönen fruchtbaren ^dene zwischen der Brcnta und dem Bachiglione, und an den Vcrcinigungs-Puncten der Canäle von Monselice uno Pianego; ihr hohcs Alter unterliegt keinem Zweifel, Virgil und Livius schreiben ihre Gründung dem Antcnor zu, welcher iii!I Jahre vor unserer Zeitrechnung lebte. Sie war immer eine der berühmtesten Städte Italiens, hieß Patavinum; nach Strabo, schickte einst Padua 120,000 Mann Hülfstruppen zu einem Kriege. Alarich zerstörte sie, und Attila zwang ihre?-Lewohncr, nachdem er die Stadt in Asche gelegt hatte, sich in die Lagunen des adriatischen Mee» res zu flüchten, wo sie den ersten Grund zu Venedig legten. Als Carl der Große die Longobardcn vertrieben hatte, crhohlle sich Padua zum Theil von seinem Verfalle, gcrieth aber bald darauf unter dcs Tyrannen Ez-zelino Herrschaft, nach dessen Tode gab es sich eine re-publicanische Verfassung, die es 50 Jahre behielt. Endlich nachdem es die Beute des Ehrgeizes mehrerer Herren gewesen, wurde es von Venedig unterjocht. Padua ist der Sitz eines Bischofes sammt seinem Domcapitel, Consistorlum und Seminar, dann eines, dem vereinten , lombardisch - venetianischen General«Commando unterstehenden Militär-Commando's, eines Civil-Justiz-Tribunales, zugleich Criminal-, Mer- 13 " iy6 cantil- und Wcchselgerichtes erster Instanz. Es hat 90 Kirchen und Capellcn, worunter die dem heiligen An-tonius (den die Paduancr vorzugsweise ü 5ül,l« nennen) geweihte Franciscancr-Kirche die prächtigste ist; gebaut in Gestalt eines Dreyecks, mit Mauern, Bastionen und Graben umgeben , hat es einige schlecht gepflasterte und schmutzige Straßen, und bey vielen prächtigen Gebäuden doch ein finsteres, trauriges Ansehen ; unter den letzteren zeichnet sich aus: der Pallast della Naggione oder das Äathhauä mit seinem ungeheuern Audienz-Saal, vielen Fresco-Gemählden und dem höchst merkwürdigen Denkmahle des hier gebornen römischen Geschichtschreibers Titus Livius; der Pallast des Podcsta mit schätzbaren Gemählden, das prächtige, in einem edlen Style in den Jahren i/,l)3 bis 1552 aufgeführte Gebäude der Universität, der ältesten in Italien, da sie schon 122.3 bestand, sie hat /,5 Professoren, und alle mögliche in das Fach jeder Wissenschaft einschlagende Hülfsanstalten, worunter die Sternwarte zu bemerken ist, die sich auf dem 1.30^ hohen Thurme, des einst vom Tyrannen Ezzclmo da Romana bewohnten Castells befindet, von dessen Saale mau eine treffliche Aussicht über die unabsehbare, herrlich beoaute Ebene genießt, die auf der einen Seite durch die fruchtbaren cuganeischcn Hügeln, und wcitcr rückwärts von himmelhohen 'Alpen begränzt wird, und auf der andern sich in endloser Ferne verliert. Der Dichter Cesarotti (starb 1808) war hier geboren, und Petrarca, Domhcrr bey der hiesigen Cathedrale, der er einen Theil seiner Büchersammlung vermachte. In den Umgebungen von Padua sind die berühmten warmen Bäder von Abano . und Battaglia. Abano Uegt zwey und eine halbe Stunde von Padua am Fuße der euganeischen Hügeln; die heißen Quellen liegen alle in einer, etwas über vier italienische Meilen langen Linie von Süd nach West; der Hauptquellcn, welche zu Bädern benützt werden, sind sechs, nähmlich: zu Abano und Monte Ortone, die nächsten bey Padua; dann zu St. Pictro Mon-tagnonc, Monte Groto und Casa nuova, welche drey ganz nahe bey einander, eine Stunde von Abano liegen, und St. Elena zu Battaglia zwey Stunden von Abano; die wärmsten Quellen sind bey Abano mit 80° Reaumur, von denen eine ganz heiß, eine Mühle treibt, minder heiß sind die drey folgenden, noch weniger die zu Battaglia, welche zwischen 45 und 50 Grad Wärme haben. In Abano, Monte Ortone und Battaglia sind gut eingerichtete Schlammbäder, Bagni di fango, welche besonders bey Gelenkstcifhcit, Kontrac-turen und Lähmungen gebraucht wcrden. Zwischen Abano und Monte Orlonc, liegt eine in Stein gefaßte Quelle, Aqua ^uu',) de virginc genannt, deren Wasser bloß getrunken wird , fast wie Karlsdadcrwasscr schmeckt, und eine kühlere Temperatur hat, als die übrigen Quellen. Für die Unterkunft und Bequemlichkeit der Badegäste ist in allen Bädern gesorgt, am unterhaltendsten ist es in Battaglia, von wo man Ausflüge machen kann, nach dem, einen Büchsenschuß von dem Städtchen liegenden Lustschlosse Cattajo, das sehr reizende Umgebungen und eine vortreffliche Aussicht in die Ebcne nach Padua und Novigo hat, odcr nach Este und Arqua, letzteres ein Dorf, drey italienische Meilen von Battaglia gegen Padua hin, in einer anmuthigen Gegend gelegen, merkwürdig durch das Grabmahl Petrarca's (starb am i.3. July 1I7/1). Auf dcm einfallen Steine, der scin Grad dicht an der Kirche des Dorfes deckt, findet man eine kurze lateinische Inschrift, das dabey befindlich? Grabmal)!, auf welcbcm die metallene Büste Petrarcas vom Jahre i5,/,7 angebracht ist, enthält andere Inschriften, Auf einem naben Hügel licgt das Haus des Diäiters, mit einem kleinen Garten und Weinberge, alles noch mit größter Sorgfalt so erhalten, wie es Petrarca besessen hatte. Pahrendorf, Markt in Ungarn, im Wieselburger Comitate mit starkem Fruchthandcl. Paina, Dorf in der Lombardcy, Delegation Mailand. Paka, einzelne Post in Ungarn, im Pesther Comitate. Paks, Markt in Ungarn, im iTolnacr Comitate an der Donau. Palazzolo, Markt in der Lombardcy, in der Delegation Vrescia, am Oglio. P alma oder Palma nuova, kleine, aber starke Festung im Venctianischcn, Delegation Fnaul, am Nattisone; im Jahre 1593 von den Vcnetianern gegründet, und im Nevolutionskriege von den Franzosen erneuert. Palota, Markt in Ungarn, im WeßprimerCo--mitate, mit einem GrafZlczyschen Schlosse; eine Stunde nördlich von hier, liegen in einem sehr angenehmen Thalc die Ruinen des alten Bergschlosfes Puszta Palota. Pancsova, befestigte Stadt in der Banaler Militärgränze, Stabsort des Deutsch - Wanatischen GränzMegimentrs, an der Mündung eines Armcs der Temesch in die Donau; der Ort treibt starken Handel mit den Türken. 199 Papa, Markt in Ungarn, im Weßpnmer Co-mitatc, an dcm Marczalflüßchen mit einem Fürst Ester-häzyscbeu Schlosse. Drey Stunden von Papa liegt der Bcrg Sagh (Saghcgy), an dessen Fuße das gleiche nahnnge Dorf; vom Gipfel des Berges kann man einen großen Theil der Weßprimer und Szalader Go spannschaft übersehen. Partatow oder Partutow, s. Vartutow- Patern ion, Markt in Illynen, im Villacher Kreise an der Donau, mit einem Schlosse; in seiner Nähe ist das interessante, hochgelegene, äußerst schmale Stockenboyer-Thal, mit den schönsten Alpen und vielen Eisenwerken, es wird von dem Weißenbache bewässert, der dem schönen, von sanften Hügeln umgebenen Wei« ßensee entquillt. Pavia, kö'nigl. Stadt (21,351 Einw.) in der Lombardcy, in der gleichnahmigen Delegation; sie liegt am Ticino, über welchen eine Brücke von ?Mar-morbogcn führt, und ist mit unbedeutenden, verfallenen Festungswerken umgeben, hat breite, schöne Straßen, ist aber im Ganzen mittelmäßig gebaut; hier ist der Sitz eineö Bischofes sammt Domcapitels, und einer alten berühmten Universität; der Sage nach von Carl dem Großcu gestiftet, zählt sie unter ihre Begründer Carl IV., Maria Theresia und Franz I., im Jahre itti? ward sie neu organisirt, und feyerlich eröffnet; ferner eines Civil-Iustiz-Tribunales, zugleich Criminal-, Mercantil- und Wechsclgerichtes erster Instanz. Pavia war einst die Hauptstadt der Longobarden, Carl der Große machte ihrer Herrschaft durch die Schlacht ??/l ein Ende, in welcher er ihren letzten König Desi« Venus gefangen nahm, und so das longobardischc Reich 200 auflös'te. Den jetzigen Verfall der Stadt schreibt man der großen Plünderung und Verwüstung zu, welche der französische Marfchall Lautrec über sie brachte, um den Schimpf zu rächen, daß in ihrer Nahe König Franz I. von Frankreich 1525 geschlagen und gefangen wurde. Eine Stunde von Pavia liegt das Dorf Cer-tosa, mit einem Schlosse und einer der schönsten Kirchen in Italien, die ein merkwürdiges Altarblatt von Wallroßzahnen hat; in dem hiesigen ehemahligen Thiergarten geschah die Gefangennehmung Franz I., jetzt ist der Thiergarten verschwunden, und seinen Raum füllen mehrere große Dörfer. Der Reisende, welchen sein Weg von Pavia gegen Lodi oder dasal ^u5l«rlen^o führt, soll nicht außer Acht lassen, sich nach St. Co-lombano, welches zwischen diesen beyden Orten liegt, zu begeben, indem er auf der Anhöhe bey demselben, von der Capelle llollama^annaclc:! munte, eine Aussicht finden wird, die schwerlich ihres Gleichen in der Welt hat, da hier die unabsehbare Ebene der Lombar-dey und Piemonts, durchschnitten vom Po, dem Ti-cino und einer Menge Flüsse und Canäle, weit aufgedeckt vor dem erstaunten Auge liegt, und man mit einem Blicke, die Städte Mailand, Bergamo, Breö-cia, Mantua, Cremona, Piacenza, Pavia, Lodi und eine Menge andere übersehen kann. Pegg au, Markt in Stcyermark, im Grätzcr Kreise an der Muhr, mit einem bedeutenden Bleybergwerke, welches 200 Menschen beschäftigt, und merkwürdige Pumpen hat, um das Wasser aus den Gruben zu heben. Pentele, Dorf in Ungarn., im Stuhlweißen-burger Comitate, hier stand das Annamantia der Romn, 2<>1 Pergil, c, Markt in Tyrol, im Trienter Kreise, mit einem alten Schlosse und einem Franciscaner-Klo-ster, in welchem eine Manufactur ist, für die Tücher zu den Franciscan« - Ordens-Klcidcm. Peri, Dorf im Venetianischcn , in der Delegation Verona. P erlas zvliros/ Dorf in der Banatcr Militär-Gränze/ im Deutsch-Banatcr Regiments-Bezirke. Per schling, Dorf in Nieder-Österreich, im K. O. W. W. Perussich, Dorf in der croatischen Militär-Gränze, im Ottochaner Gränz-Rcgiments-Bczirke; in seiner Näheist eine merkwürdige, 2tia Fuß lange Höhle. Pesth, königl. Frcystadt (385y Häuser, /,0,000 Einw.), und die schönste Stadt iu Ungarn, im glcichnah-migenComitate, am linken Ufer der Donau, gegenüber von Ofen und mit dieser Hauptstadt durch eine, i/,/,o^ lange, 2,"/ breite Schiffbrücke verbunden, in einem weilen, ehemahls laublosen, jetzt überall mit Buschwerk überzogenen Sandfelde; sie ist ohne Mauern und Thore, jene, welche ehemahls die alte Stadt von den Vorstädten, die jetzt besondere Stadtquarticre und die schönsten Theile der Stadt ausmachen, trennten, sind nach und nach verschwunden, das jetzige Pcsth ist eine Schöpfung der neuen Zeit, und der eigentliche Mittelpunct des schönsten von der Natur mit allen nur erdenklichen Gaben so verschwenderisch ausgestatteten Königreiches, es ist die erste Handelsstadt von Ungarn und der Ccn-tral-Punct des ungarischen Hand-ls, den « Groß- und 104 andre Handlungen leiten; die Stadt hält /, Jahrmärkte. Pesth hat einige schöne Pallästc und Gebäude, unter welchen das prächtige InvalidcnhauZ, im Jahre 202 : 72? von Anton Martinclli auf Bcfeh! Carl VI. und das Neugcbäude, von Joseph N. gebaut, jetzt die Artilleric-Cascme, seines Umfanges und eigenen Banort wegen, und von Privatgebäudcn, das Ürmcny-sche, Horvathischc und Kemnitzischc Haus hervorstechen. Das hiesige Theater.Gebäude, in den Jahren i^ott bis 5^12 errichtet, ist nur zur Hälfte vollendet, indem alle an^ dern dazu gehörende Abtheilungen, dieRedouten-Säle, Kassch- und Gasthäuser nur erst noch in den Fundamenten bestehen. Hier ist der Sitz der Septemviral- und der königlichen Tafel, dann der Universität Ungarns, reichlich ausgestattet mit allen Hülfsanstalten: so wie es an allen andern 'Arten von Unterrichts^ und wissenschaftlichen Anstalten und Kunstsammlungen nicht fehlt; unter diesen letztern verdient das National-Museum, vo-n verstorbenen Grafen Franz Sz^chenyi, seinen Mitbürgern geschenkt, einer auszeichnenden Bemerkung. Pesth hat im Grunde mit Ofen die nähmlichen Unterhaltungen ; die Theatergesellschaft, welche tägliche Vorstellungen in dem eben genannten p.cucn schönen, auf3009 Zuschauer Raum habenden Theater gibt, spielt auch drey Mahl in der Woche in Ofen. Die umliegenden Be-lustigungs-Orte von Ofen, sind auch jene der Pesther, und so umgekehrt, indem letztere das Stadtwäldchen eine Art kleinen Praters, den Orzyfchcn Garten und andere Spazierfahrten mit den Ofncrn theilen. Von der Stadt gegen Süden ist das berühmte Nakoscher-Feld, auf welchem ehemahls die ungarischen Reichstage (von den Jahren i3o« bis I52d vierzehn Reichstage) gehalten wurden, nun der gewöhnliche Lagerplatz der Armee in Ungarn, wenn Sr. Majestät si? 5U großen Wasscnübungen zusammen ruft. Trotz sei- 203 ner sandigen Umgebung, hat Pesth aucb einen guten 'Iischwem, den Steinbruckcr, wovon jährlich 30 bis 3(>,0W Eimer eingefaßt werden , und der auf einer Anhöhe von Sandschiefer, eiue halbe Stunde von der Stadt, wächst. Peteri, Poststation in Ungarn, im Pesther Co-mitatc. Peterswalde, Dorf in Böhmen , im Leitme-ritzer Kreise, nahe an der sacksifchen Gränze, mit einer schönen Aussicht nach Gicshübel, Zchist und Pirna ; unweit von da liegt Nollendorf, bekannt durch mehrere Gefechte, die im Jahre i.'ilI hier in der Nähe vorsielen. P eterw ard e in, Haupt- und Gränzfestung v!>n Slavonien und Syrmien, liegt auf einer Riesen^ masse von Felsen am'reckten Donau-Ufer, zwischen nahen Gebirgen und fruchtbaren Hügeln, und ist durch eine Schiffbrücke, über die, hier nur ?00^ breite und 55 bis 6o^ tiefe Donau, mit der Stadt Neusatz verbunden. Die Festung ist der Sitz des slavonischen General ^Commando's, und hat außer dcr Garnison und den Militär-Beamten keine andern Einwohner, als einen Gastwirt!). In dcr katholischen Pfarrkirche ist das Altarblatt, den heiligen Georg vorstellend, ein Meisterstück der Kunst, und mehrere Grabmähler dcr in Peterwardeins Nähe gefallenen Helden, unter denen sich jenes des in der Schlacht von Pctcrwardein im Jahre i?isi gebliebenen Grafen Kohary vorzüglich auszeichnet, sehcnswcrth. Das Zeughaus bewahrt viele Alterthümer und Trophäen aus den Türkenkriegen, unter andern die Waffen des F. M. 3. Grafen Breu-ner, und die Ketten, mit welchen die Tücken ihn an 204 den Baum gebunden, an welchem sie ihn tödteten., Südöstlich von der Stadt liegen die ländlichen Vorstädte Ludwigsthal und Rochusthal. Eine lohnende Aussicht gewährt der Uhrthuvm in der obern Festung, man sieht gegen Westen Neusatz und die fruchtbare aber eintönige Ebene des Bacser Comitates, gcgen Nordosten die unabsehbare Ebene des Districted jenseits der Theiß und des Banales bis an Siebenbürgens Gränze; gegen Westen erscheinen die schönsten Weinberge, der Ort Kamenitz, von fruchtbaren Hügeln umgeben , hinter dem waldreiche Gebirge emporragen, jenseits der Donau liegen die Dörfer Alt- und Neu-Futak mit ihrem Schlosse, dem schönen Garten und dem Walde in der Ebene, dem Grafen Brunswick gehörend. Auch vom Hornwcrke hat man eine schöne Aussicht auf die Vorstädte mit dem Calvarienberge, auf den Wallfahrtsort Maria Schnee, und das, eine Stunde weiter liegende Karlowitz. Der Wallfahrtsort Maria Schnee, eine halbe Stunde von der Festung, entstand durch den Eicg, welchen Eugen im Jahre i?i6 bey Pctcrwardcin über die Türken erfocht, zu dessen Andenken die Kirche erbaut wurde; seinen Nahmen erhielt er von einem Muttergottes-Bilde, welches unter dem Schnee gefunden worden seyn soll, und nun als Gnadenbild von frommen Gläubigen hier verehret wird. Neben der Kirche steht noch jener Baum, an welchem Graf Breuner durch mörderische Türkenhände, gegen Kriegs- und Völkerrecht seinen Tod fand. Eine Stunde von Pctcrwardcin, nahe an dem dieser Stadt gehörenden Dorfe Bukowitz, liegt das, mit uralten Eichen bedeckte Gebirg Mruska - Gora , welches 500" über der Oberfläche der Donau, sclbst auf den 205 höchsten Theilen nicht selten Weinstocke trägt, und reizende Aussichten auf die Donau und Slavoniens üppige Fluren darbiethet. Besonders lieblich ist das Thal im Nukowitzcr-Walde, von mehreren an einander in die Nundung geschobenen- Bergen gebildet, wohin man von Bukowih über den hohen, kahlen Berg Surduk gelangt. Es gedeihen daselbst cine Menge seltener Gewächse, doch selbst in den schwülsten Sommcrtagcn sin« det man hier erquickendes Wasser, und eine angenehme kühle Luft, nebst von der Natur gebildeten, steinernen Ruhebänken. Eine Stunde von der Festung liegt die Stadt Karlowitz am Fuße einer Anhöhe am rechten Donauufer; sie ist der Sitz eines griechischen, nicht-murren Erzbischofes, dem geistlichen Oberhaupte der Illyrischcn Nation; der Nahme Karlowitz ist bekannt durch dcn Frieden, der hier im Jahre 1699 mit den Türken geschloffen wurde; auf der Stelle des eigens zu den Friedens.Confcrcnzcn erbauten Hauses, steht jetzt die Kirche Maria.Fried. Die Hügel, welche sich von Kamcnitz bis Karlowitz längst der Straße hinziehen, liefern jenen wohlschmeckenden Wein, welcher in ganz Österreich so wie im Auslande, unter dcm Nahmen Karlowitzcr - Ausbruch und Wermuth bekannt ist. Petrinia, Stadt in der croatischcn Militär-gränze, Stabsquartier des zweyten Banal-Gränz-Regimentcs, an den, Zusammenflusse der Glina und Kulpa, welche letztere auch in der Nähe, die im Gebirge bry Liskovaz entspringende Petrinia aufnimmt. Pettau, Stadt (203 Häuser, 165Z Emw.) in Steyermark, im Marburger Kreise an der Dräu, die älteste im ganzen Lande; unter dcn Römern, unter denen sie Petovium hicß, war sie eine Gränzstadt Pa- noniens, doch ist es wahrscheinlich, daß diese am rechten Ufer der Dräu dem gegenwärtigen Pettau gegenüber stand. Diese Gegend war oft der Schauplatz des Krieges; unter andem schlug hier der steyermärkischc Mark« graf Ottokar ^il. im Jahre l0^2 die Ungarn. Über der Stadt liegt das geräumige VergschloßOber-Pettcm. Pet tend orf, siehe Bettendorf. Pfunds, Dorf in Tyrol, im Kreise Dber-Inn-thal; hinter diesem Dorfe zieht sich die Straße in dem dedeutcnd verengten Thale, durch einen dichten Wald zu dem berühmten Gränzpasse Finstermünz hinab, durch welchen der Inn zwischen hohen und schroffen Felsen sich schäumend durchwälzt. Der Brücke über den Inn dient ein in der Mitte des Flusses stehender viereckigter Tymm als Pfeiler. Piadena, Markt in der Lombardey, Delegation (Cremona, in dessen Nähe sich die höchst sehens-rverthe Villa delleTorri di Picenardi befindet. Piadcna ist der Geburtsort des Hystorikers Sacchi. Pilsen , königl. Stadt (520 Häuser, lül? Einw.) in Böhmen, im gleichnahnngcn Krc:se in einer schönen Ebene, am Zusammenflusse der Mies und der Beraun, Sitz eines crzbischöftichen Vicariats; sie hat eine philosophische Lehranstalt und ein Gymnasium, große Tuchmanufacturen und Tuchwcbereyen, handelt mit böhmischen Producten und halt bedeutende Jahrmärkte. Bemerkenswerth sind hier die prächtige, gothische Erzdechant - Kirche, wahrscheinlich im Jahre 1292 von den deutschen Rittern erbaut, mit mehreren trefflichen Gemählden und einem 30" hohen Glockenthurme, dann das gothische Nathhaus und das deutsche Haus; die Stadt ist ungcmein belebt, zu ihren Untcrhaltungs- 207 orten gehört die schölle Promenade, vom Prager bis zum Reichsthore und dcr Graf Wrtbysche Garttn zu Krzimitz, eine Stunde von Pilsen. In der Nähe liegt das große Alaunwerk Deysna und das Eiscnocrgwerk HU Lipowitz; beyde gehören der Stadt, auch werden in der Umgebung Adlersteine gefunden. Pilsno, kleine Stadt (126? Einw.) in Gali^ zien, im Tarnower Kreise am Nißloka. Pisck, königl. Stadt (/^25 Häuser, /.753 Einw.) in Böhmen , im Prachimcr Kreise, dessen Amtsort si-ist, am;Wattawa-Flusse, aus welchem ehedem uiel Gold gewaschen wurde, sie hat ein Gymnasium, eine Hauptschule, Lcmenwebercy, Tuch-, und Baumwoli. Fabriken, Färocreyen und eine Eisen-Draj)t-Mühle. Zn der Nähe werden Diamanten, Granaten und in dc^ Wattawa Perlen gefunden. Zwey und eine Halde Ettmde von da liegt oas große nüstc Bcrgschloß KllNZcnberg nächst dem gleichnahmigm Dorfe an der Mündung der Wattawa in die Moldau, mit einem merkwürdigen alfcn-Ih'urme, den man wegen dcr e^ genthümüchcn Bauart und den Schriftzeichen auf der 'Dbcrstäche scincr Mauersteine, die mit dcr alten nor-» dischm Geheimschrift der Nunncn, Ähnlichkeit haben, für das Marobudum des Ptolomäus, den ehemahlige Sitz des Morkomannen Königes Mardod hält- Fünf Stunden nordöstlich von Pisek und neun Meilen von Prag, liegt das alte Bcrgschloß Worlick, der Lieblings-aufenthalt des verewigten Feldmarschalls Fürsten von Echwarzcnbcrg, am linken User dcr Moldau erbaut, dessen erster beianntcr Besitzer Dietrich von Portitz im Jahre i30o war; abcr schon mehr als 100 Jahre gebort die Herrschaft Worlick der Fürst SchwarMderg'- 208 schen Familie. Hier war es, wo der Fcldmarschall in früheren Jahren seine Muße auf das Studium jener Wissenschaft verwandte / die ihn vereint mit seinen .persönlichen Eigenschaften znm Bcfreyer Europa's machte, hier war es, wo er nach den Beschwerlichkeiten der Feldzuge vom Jahre 1.^12, iUi3, i^li/^ und ittl5 im Schooße seiner Familie, und in dem lohnenden Bewußtseyn, Großes für die Menschheit gewirkt zu haben, jene Ruhe fand, die nur der Lohn edler Thaten und eines edlen Gemüthes ist; hier war es endlich, wo Rußlands großer Monarch, durch einen freundschaftlichen Besuch den Feldherrn vor der Welt ehrte, dem er auch in den schwierigsten Lagen, nie seine innige Achtung entzogen hatte. Das Schloß Norlick war unter dcm Fcldmarschalle aufs herrlichste hergestellt wor-,dcn; schenswürdig sind die Bücher-, Kupferstich, und Gemählde-Sammlung in selbem, so wie der Park, einer der schönsten in Böhmen; die schöne Schloßcapelle bewahrt das Herz des Verewigten, auch sieht man hier das ausgestopfte Pferd, welches er in den wichtigsten Momenten der Schlacht von Leipzig ritt. Vom Valcone des Schlosses überblickt man cine romantische Gegend, verschönert durch die lieblichen Anlagen des Parkes. Pisin 0 oder Mitterburg, Kreis - Stadt in II-lyricn, im Istrianer Kreise, dessen Amtsort sie ist, in einer weinrcichen fruchtbaren Gegend an der Fluva, die sich hier unter dem alten Bcrgschlosse in Felsenhöhlen stürzt. Zwey Stunden von hier liegt das Städtchen Gallignana auf einer Anhöhe, von der man die angenehmsten Gegenden Istriens übersieht; die zu kahlen Bergen aufgethürmten Steinmaßen des Monte mag- giore und der zwey Stunden lange und eine Stunde breite Zevitscher-See, bekannt durch die der Gesundheit nachthciligcn, bösartigen Dünste, die er verbreitet, sind " hier deutlich sichtbar. Piskölt, Dorf in Ungarn, im Biharer Co. mitate. Pizzighettone, feste Stadt (3/,50 Einw.) in der Lombardey, Delegation Cremona am Einflüsse deS Serio in die Adda, bekannt in der Geschichte, weil Franz I. nach der Schlacht von Pavia hier gefangen saß, bis Carl V. ihn nach Spanien bringen ließ. Plan, Stadt (552 Häuser, l?00 Einw.) in Böhmen , im Pilsner Kreise, mit einem alten Schlosse und einem Bade. Auf dem halben Wege von hier nach der Poststation Unter-Sandau liegt rechts von der Straße, das, für die kurze Zeit seiner Entdeckung schon so sehr berühmte Marien-Bad, merkwürdig sowohl durch die Menge der verschiedenartigsten Quellen, welche unweit, eine von der andern der Erde entsteigen, als vorzüglich durch die Kräfte, welche sie gegen die manchfachcn Krankheiten des Menschen äußern; der Mancnbrunnen gehört dem Kloster Tepl, dessen Abt Neitcnbcrgcr Alles thut was möglich ist, die Benützung des Wassers denen Badegästen zu erleichtern, wie denn jctzt schon sowohl für Unterkunft, als auch für die Bequemlichkeit und das Vergnügen ziemlich gesorgt ist. Plant an, Dorf in Böhmen, im Kaurzimer Kreise, nach welchem Orte auch die Schlacht von Kollin hier und da benannt wird; siehe Kollin. Planina, Markt in Illyrien, im Adelsbergcr Kreise, auch Alben genannt, liegt in einem Gebirgskessel am Unzflusse. 14 210 Platten, Dorf in Tyrol, im Kreise Ober-Innthal. Pocsaj, Dorf in Ungarn, im Biharer Comi-tate, am Flusse Berettyo. Poczatek, Stadt (32/. Häuser, 2612 Cinw.) in Böhmen, im Taborcr Kreise, mit einem Gesundbrunnen. Podersam, kleine Stadt (119 Häuser, ?uc> Einw.) in Böhmen, im Saazer Kreise; eine Stunde von hier an der Mittagsseite eines der schönsten Thäler Böhmens, liegt das Graf Czernin'sche Schloß Schön-hoss mit einem prächtigen Parke, der drey Stunden im Umfange hat, und alles in sich vereinigt, was Natur und Kunst zu schassen im Stande sind. Vorzüglich se-henswcrth sind: die herrliche Gloriette, das wild romantische Thal Rachel, eine l!0^ lange, majestätische Sprengbrücke, die zwey Fclscnspitzen über eine Tiefe von 5?^ mit einander vereinigt, der gothische Tempel mit einem Spitz-und zwey Nebenthürmen, und dem Belvedere oder der Kirche, von dem man die ganze herrliche Gegend übersieht, ja selbst den acht Meilen entfernten Hasenberg erblickt, der große Obelisk am Ende einer 900" langen, breiten Allee, dem Andenken des Sieges gesetzt, den der Erzherzog Carl an Böhmens Gränze über den französischen General Iourdan erfocht, der Wasserfall, die Mcyerey?c. P 0 dg 0 rze, freye Manufactur- und Handelsstadt (i6i3 Einw) in Galizicn, im Bochniaer Kreise an der Weichsel, mit Anbrächen von Kreide und Flintensteinen in der Nähe. P 0 dhayczyki, Dorf in Galizien, in Zloczo-wer Kreise, 21 1 Podhorce, Dorf in Galkzien, im Zloczower Kreise, mit einem schönen Schlosse, welches eine merkwürdige Bildersammlung und andere Sehenswürdigkeiten enthält. Podiebrad, Cameralstadt (2/,5 Häuser, 2910 Einw.)inNöhmcn, imBidschowerKreise, neu geschaffene Postrelaisstation; sie liegt am rechten Ufer der Elbe, über welche eineBrücke führt, und hat ein sehr altes Schloß, ehemahls die Residenz der Herren von Podiebrad, der AnHerrn des berühmten Böhmenköniges Georg von Podiebrad. Die Einwohner leben vom Landbau und der Viehzucht, und treiben nebenbey etwas Leinenwcberey. Podpetsch, Dorf in Illyrien, im Laibachcr Kreise, an einem Hügel; bey diesem Dorfe kann man mehrere Thäler übersehen. Rodvin, Dorf in der slavonischen Militär-Gränze im Brooder Gränz-Regiments-Bezirke mit einem Seidensilatorium, welches die rohen Locons, die von den Gränzern in Slavonien gewonnen werden, verarbeitet. Eine Stunde von hier gegen Süden lieat die Festung Brood, ein Militär-Communitat an der Save, welche einen wichtigen Verkehr hat mit österreichischen Natural? Artikeln gegen türkische. Pösendorf, Dorf in Illyricn, im Ncustädter Kreise. Pohrlitz, Fürst-Dietrichstein'sche kleine Stadt ln Mähren, im Brünner Krcise. Pojana-Stampi, einzelnes PostHaus in G^ llzicn, im Czernowitzer Kreise an der sicbenvürg> schm Gränze, mit einem Wachthause und einer kleinen Caserne. i/l " 2l2 Po la, kleine Stadt in Illyrien, im Istrianer Kreise; sie liegt am adriatischcn Meere, auf der Westküste Istricns, an einem Busen r«,^^ cl«ll« 1-05^ genannt, der einen der schönsten Hafen von Europa bildet, dessen zwar etwas enge Einfahrt von einer Anzahl im Zirkel herumliegender Inseln gegen alle Winde geschützt ist, der aber Raum hat für die zahlreichste Flotte , doch jetzt kaum von Fischerbarken benutzt wird. Pola war schon in früher Zeit unter den Römern eine wichtige Stadt, und dankt seine Entstehung, dem Strado und Kallimachus zu Folge, den Kolchern, welche sich im Jahre 1350 vor Christi Geburt hier niederließen, als sie vergeblich Iason, den Räuber des goldenen Vließes verfolgten, und aus dieser Ursache nicht zurückzukehren wagten; sie nannten es Pola, den Sitz der Verbannten; schon die römische Republik ertheilte der Stadt das Bürgerrecht. In dem Kriege Cäsars gegen Pompejus hielt sie mit letzterem, wurde daher nach Cäsar's Tode von den Truppen Augusts zerstört; auf Fürbitte seiner Tochter Julia abcr, ward Pola wieder hergestellt, und erhielt den Nahmen Pietas Julia; zahlreiche Denkmähler, ein kolossales Amphitheater, das wohl 15 bis :li,000 Menschen fassen mochte, zwischen der Stadt und dem Meere liegend, dessen Äußeres noch ziemlich erhalten ist, von dem man aber den Erbauer nicht anzugeben weiß, die prächtige Triumph-pforle ?nl'l2 iiul-oa, von der salvia I'o5t^umÄ, ihrem als Sieger, aus dem Feldzuge in Illyrien zurückkehren« den Gemahl, dem Tribun Sergiuö Lepidus, auf eigene Kosten errichtet; ein bis auf das Dach noch ganz dastehender Tempel, die in der ganzen Stadt zerstreut liegenden Bruchstücke von Stein- und Marmorsäulen, 2l3 Gesimsen, Denk- und Gradsteinen, beurkunden die Prackt und Schönheit dieser Stadt in ihrer Blüthezeit; das ichige Pola Hal kaum /,50 bewohnte Hauser und 900 Einwohner, welche sich vum Fischfange und den Erzeugnissen ihres Bodens nähren. In der Mitte der Stadt liegt die unausgebaute Cittadelle, von der man die Stadt und den Haftn übersieht; die Domkirche ist auf den Trümmern eines heidnischen Tempels gebaut, die Gassen und Plätze sind mit Schutt bedeckt, mit Gras und Bäumen bewachsen, viele Häuser sind unbewohnt, und leichenblaß wandeln die Bewohner unter den Trümmern ehemahliger Erhabenheit. An Pola's gegenwärtigem Zustande ist dic ungesunde Luft schuld, die hier und im ganzen Bezirke herrscht, und durch die stehenden Wasser entsteht, welche das Eindringen des Meeres verursacht; dem könnte vielleicht abgeholfen und Pola wieder zu dem verdienten Range einer der ersten italienischen Seestädte erhoben werden. Polesella, Dorf im Venetianischcn, Delegation Polcsina. Policzka, Stadt (560 Häuser, 3/^33 Ei?w.) in Böhmen, im Chrudimer Kreise, die Einwohner verarbeiten den in der Nähe wachsenden, seh^ guten Flachs, und treiben nährenden Handel mit Leinwand. P 0 ntafel , Dorf in Illyricn , im Villacher Kreise, dem Marktflecken Pontcba gegenüber, und durch den FeUa - Bach von ihm geschieden , liegt in einem engen Schwnde zwischen hohen Gebirgen; «in Thurm auf der stcinenen Brücke über die Fclla, bezeichnet die Gränze gegen das Vcnetianische, und merkwürdig ist, daß, während in dem Dorfe deutsche Sprache und 215 deutsche Sitte herrscht, in dem Markte, Sprache, Kleidung und Sitte ganz italienisch sind. Zwischen hier und der nächsten Post Nesciutta, liegt zwischen hohen Alpen am Fella-Bache der Engpaß la Chiusa, wclchcr durch ein altes Castell gesperrt ist. Ponte St. Marco, Dorf in der Lombardey, Delegation Brescia am Chieso-Flusse; auf der Straße von hier nach Brescia in der Nähe von St. Eufemia, liegt das prachtige Landhaus des MarUni^I,» cl^Ii s^gli. Popovecz, Dorf in Croatien, im Agramer Co-m irate. Pordcnone, Stadt (/»900 Einw.) im Vene-tianischen, in dcr Delegation Friaul am Fuße Noncello. P 0 rumbäk, siehe Alsu - Porumbäk. Posega, königl. Freystadt (390 Häuser, 4200 Einw) in Slavonien, am kleinen Flusse Drlava, am nördlichen AbHange eines ziemlich hohen Berges, dessen Südseite mit Weingärten bedeckt ist, mit einem alten Bcrgschlossc; Sitz des Agramer bischöflichen Con-sistonums, mit einem katholischen Gymnasium. Um Posega trifft man ganze Wälder von tartarischen Wacholdern und blühenden Escdcn neben großen Eichen mi. Auf den ersten hält sich in den Sommermonathen eine überaus große Menge spanischer Fliegen auf, und besonders ist der Landstrich zwischen Diakovar und Posega ungemcin reich an verschiedenen Insecten; das Stadtwäldchcn , und der Spazicrgang längs dem Bache Vucsjak, so wie die schöne Quelle Fratoricza, verdienen bemerkt zu werden. Po so ritz, Markt in Mähren, im Brünncr Kreise, drey viertel Stunde seitwärts der Straße und von dein glcichnahmigen PostHause entfernt. 215 Poschoritta, Dorf in Galizien, im Czerno-witzer Kreise. Post Narenta, siehe Narenta. Post Rendez-vous, siehc Stammersdorf. Poysdorf, Markt (3/,0Häuser, 3y<)0 Einw) in Nieder - Österreich V. U. M B., dcr volkreichste Markt in diesem Kreise. Prad, Dorf in Tyrol, im Kreise an der Etsch, am Fuße des Stilfserjochs, neu geschaffene Poststation an dcr neuen Vcrbindungsstraße zwischen Tyrol und der Lombardey, über das eben genannte Joch nach Bormio. Prag, Hauptstadt (U5,3lM Einw.) von Böhmen, liegt beynahe im Mittclpuncte des Königreiches, zwischen den Kreisen Kaurzim und Rakonitz, ohne zu einem von beyden zu geHuren, auf beyden Selten der Moldau, über welche eine steinene 1?9, Kunst- und Naturalien-Sammlungen. Eben so reich ist Prag an mindern Unterrichts-Anstalten jeder Art, und hat mehrere Erzichungs - Anstalten, Armen- 21«) und Versorgungs - Institute. Es ist der Ccntralpunct des böhmischen Kunsifieißcs, unter dessen Producten das Glas den ersten Rang einnimmt, und in alle Welttheile verführt wird. Der Handel ist sehr blühend, wird durch 32 Großhandlungen und viele andere christliche und jüdische Kaufleute betrieben, die wichtigen Pro-ducte und Fabricate der übrigen Theile der Monarchie, begründen cincn lebhaften Spcditions- und Wcchscl-verkehr, der inländische Waarenabsatz geht in die Millionen ; es werden dreymahl im Jahre bedeutende und viel besuchte Markte gehalten, deren jeder drey Wochen dauert. Prags Umgebungen sind sehr reizend, die vorzüglichsten Unterhaltungsorle in der Nähe der Stadt sind: die Schützen- und Färbcrinsel in der Moldau, die Wimmer'schcn Anlagen, der Kanal'sche und andere Garten, die dem Pubücum offen stehen, und etwas entfernter, die Anlagen von Bubenetsch, das Thal bey Scharka, die sogenannte böhmische Schweiz, der Baumgarten, eine Park ähnliche Anlage und Andere. Das Kuchclbad ist die einzige Mineralquelle in der Nähe von Prag und dennoch wenig besucht. Schöne Aussichten hat man von dem Gipfel des Ziska-Berges, an dessen Nordftitc das prächtige Invalidenhaus steht, man sieht von ihm vor sich die Stadt Prag, den Moldau-fiuß mit seinen Inseln, die Dörfer Lieben, Prosick :c., eine andere von dem Lustschlosse Sklenarzka, zeigt die Stadt in amphithcatralischer Form, ausgebreitet mit ihrer mahlerischen Landschaft, als ein vollendetes Ganze. Auf der Straße von Prag nach Strzedokluk, fährt man über den weißen Berg, wo man rechts unweit der Straße, etwas crhö'ht, die Siegescapclle (aci 8. Mniam l!« Victoria), welche Kaiser Ferdinand II. zum ewigen 220 Denkmahle des Sieges erbauen licsi, welchen im Iahrc is)2<) feine Generale Nouquoi und Tilly über die Truppen des sorglos in Prag sich unterhaltenden Winterköniges, Friedrichs von der Pfalz, erfochten; noch zeigt man in der Capcllc den Hut, welchen Friedrich auf seiner schnellen Flucht aus seiner Hauptstadt verloren haben soll. Predlitz, Dorf in Mähren, im Olmützer Kreise. Prerau, Stadt (/,3tt Hauser, 32yä Einw.) in Mähren, im gleichnahmigen Kreise, desscn Amtsort jedoch Weißkirchcn ist, am linken Ufer der Betschwa, rine der ältesten Städte Mährens ; die hiesige alte Burg, in welcher Mathias Corvinus sich längere Zeit aufhielt, ist an einem Felsen aufgeführt, von dem anstoßenden Thurme hat man eine weite Aussicht, Hinter der Stadt liegt ein großes Gebäude, das von Templern bewohnt gewesen seyn soll; auf dem Nathhause werden verschiedene alte Rüstungen aufbewahrt. Von dem eine Meile südöstlich entfernten Schlöffe Przestawalk, biethet sich eine pracbtvollc Aussicht dar; man überblickt die fruchtbare, ? ^ Meilen große Hanna^Edene, die Stadt und Festung Olmütz, 6 Municipalstädte, ? Marktflecken und cine Menge Dörfer. Hundert Schritte hinter dem Schlosse ist ein Werg, von welchem sich die Aussicht bi'ZBnmn, Mährisch-Ncustabt, Rha-disch, ja selbst bis zu den Karpaten erstreckt; unter andern sind auch die Bergruincn von Hclfenstein und die Marienkirche auf dem Hostcinberge hier sichtbar. Preßburg, eine der Residenz- und Krönungs-städtc Ungarns, (,3?3 Häuser, 35,l35 Einw.) im gleichnahmlgen Comitate, dessen Congrcgationsort sie ist, vormahls dcrSttz des königlichen Statthaltersund 22! der obersten Neichsämter, nähmlich zu jener Zeit, als die Türken Herren von der Hauptstadt Ofen waren, nun gewöhnlicher Versammlungsort des ungarischen Reichstages. Diese königliche Frevstadt hat eine sehr reizende und gesunde Lage auf dem linken Ufcr dcr Donau, die hier 5 30° breit ist, und über welche seit dem vorigen Iahrc eine stehende Schissbrücke führt, cm Geschenk S. M. des Kaisers an die Stadt. Preßburg ist eine ansehnliche, gut gebaute Stadt, deren Umfang nur durch einen Linien-Graben eingefaßt ist, der die Stadt und die Vorstädte umgibt, zu welchen man eigentlich auch das nicht eiugcfangene Blumenthal rechnen kann. Die 600 hier sich aushaltenden Juden-Familien, bewohnen den sogenannten Zuckmantel am Fuße des Schloßbcrges, eineS 70° hohen Hügels, auf dem die Mauern des im Jahre i635 erbauten und i.",!0 abgebrannten königl. Schlosses stehen, in welchem zu jener Zeit die Reichskleinodien Ungarns verwahrt wurden, als Ofen in den Händen der Türken war; die Stadt hat sieden Plätze, worunter der Theaterplatz zu einer angenehmen Promenade eingerichtet/ der schönste ist. Unter den Kirchen ist merkwür^ dig, die alte Stadtkirche zum heiligen Martin mit ihrem schönen Thurme, sie enthält eine metallene Statue des heiligen Martin und die Capelle des heiligen Elemosena» rius, worin die Königskrone vor einer Königs- oder Königinn-Krönung drey Tage dem Publicum zur Schau ausgestellt wird; ferner die noch ältere Franciscane» Kirche, in welcher der König nach der Krönung die Ritter vom goldenen Sporn schlägt. Die Stadt hat viele schöne Gebäude, unter welchen sich der Primatialpallast, das schöne Theater- und Nedoutengebäude unter mch» reminder innern Stadt auszeichnen; in den Nor- 222 städten stehen: derAspremont'sche, Fürst Grassalkowicz'-sche, der Primatial-SommerpaUast und Andere. In dem Kriege vom Jahre i^lcx) litte die Stadt Preßburg sehr durch das Bombardement der Franzosen, welches den Bürgern die schönste Gelegenheit gab, ihre treue Anhänglichkeit an ihren Monarchen thätigst und mit großer Aufopferung zu beweisen, indem sie uicht nur mit ergebener Resignation ihr Schicksal ertrugen, sondern auch dem tapfern F. M. L. Br. Bi-anchi, bey Vertheidigung des Brückenkopfes alle mögliche Hülfe leisteten. Prcßburg hat eine Akademie, ein geistliches Seminarium, ein Erz-Gymnasium, eine National-Mustcrschule, Mädchenschulen und weibliche Erziehungs - Institute bey den Urselinennnen und No-trcs Dames, ein evangelisches Lyceum, mehrere Volksschulen :c., viele Wohlthätigkeits- und Krankenanstalten, unter welch letztern sich die barmherzigen Brüder und die Elisabethinerinnen, wie überall in der Monarchie, wo diese bestehen, auszeichnen; ferner einige Manufacture» und Fabriken, und eincn bedeutenden Speditions -Handel mit ungarischen Produtten auf der Donau und auf der Are, besonders mit Korn und Wein. An reizenden Spaziergängen fehlt es den Preß-burgern bey der herrlichen Lage der Stadt nicht, der Schloßberg biethet eine der schönsten Aussichten dar, die man sich denken kann, nach Westen und Südostcn, über die manchfaltigcn Krümmungen der Donau, mit ihren vielen anmuthigcn Inseln, gegen Süden links über die Ebene des Wieftlburger Comitates, rechts am Leithagebirge vorbey, in das Odenburger Comitat, auf den Neusiedler-See, und alle das Gebirge begleitende schöne Ortschaften; auf der Zinne der Schloß- 22^ mauern aber dehnt sich diese Aussicht westlich, südlich und nördlich ins Unendliche aus; gegen Norden übersieht man nur die lieblichen Preßburger Wcingebirge, indem die weitere Aussicht, durch das aufsteigende Gebirge , den Anfang der Karpaten, gehemmt ist. P r cwald, Dorf in Illyrien, im Adelsberger Kreise. Primolano, Dorf im Venctianischen, in der Delegation Vicenza. Prividgye, Markt in Ungarn, im Neutraer Comitatc; diesem Dorfe gegenüber liegt der Markt Bajmocz am Neutraflusse, in einer sehr schönen, fruchtbaren Gegend, mit einem alten noch bewohnten Graf Palssyschen Bergschlosse, das manche Sehcnswürdig« keit enthalt. Am Fuße des Schloßbergcs ist ein warmes Bad. Prosnitz, Stadt (510 Häuser, L5!4 Emw.) in Mahren, im Olmützer Kreise am Hanna ^Flusse und dem Eingänge der weiten fruchtbaren Hanna-Ebene, deren Hauptort sie ist, hat Tuch- und Leimvand-Ma« nufacturen, Branntweinbrennereyen und mehrere andere Gewerbe; hier sind die stärksten Kornmärkte in Mähren; ihr Spargel ist berühmt. Przemysl, Kreisstadt (?/^0 Häuser, ?5^ Einw.) in Galizien, im glcichnahmigen Kreise an dem San, über welchen eine gesprengte, ganz gedeckte Brücke von l,^ Klaftern führt, die auf dreyen, im Flusse stehenden Pfeilern von Quadersteinen ruht; diese meisterhaft ausgeführte Brücke ist nicht nur die schönste in Galizien, sondern auch eine der schönsten im ganzen Kaiserstaate^ sie wurde in den Jahren i??? bis i??y von Groß erbaut und kostete nur 40,500 Gulden. Die 22/z v Stadt blühte schon imi,. Jahrhunderte, stand also lange noch vor Lemberg; auch zeugen die gothische Kirche, die engen Gaffen und die unförmlichen Stcinmassen der Häuser noch jetzt, von ihrem Alterthume; sie hat ein altes verfallenes Felsenschloß, zwey Cathedralen und noch vierzehn andere katholische und griechischunirte Kirchen. Sie ist der Sitz eines katholischen und eines unirten Bischofes, hat eine theologische und philosophische Lehranstalt, ein Gymnasium, eine Hauptschule und eine Mädchenschule bey den Benedictinennnen. Przestitz, Markt in Böhmen, im Klattauer Kreise. Prz e wo rsk, Stadt (3l65 Emw.) inGalizien, im Rzcszower Kreise am Miczka, mit einem Schlosse. Purkersdorf, landesfürstlicher Markt in Nieder-Österreich K. U. W. W., der Weg dahin von Wien führt rechts an dem unweit stehenden, prächti-gen k. k. Lustschlosse Schönbrunn vorbey, durch die schonen Dörfer Baumgartcn, Hütteldorf, Mariabrunn, wo die k. Forstschule, und Wcidlingau, wo schöne Gar-tenanlagen sind; alles Belustigungsorte der Wiener. Raab, königl. Freystadt (I5i3 Häuser, l/4,000 -Cinw.) und ehemahlige Festung in Ungarn, im gleich-nahmigcn Comitate, in einer großen zum Theil sum« pfigen Ebene an der Mündung der Flüsse Raab und Rabnitz in die kleine Donau, sie liegt 2Z6^ über der Mecresfiäche und id.V tiefer als Wien; die Stadt hat durch das Niederreißen der alten Festungs - Mauern viel gewonnen, sowohl für ihre Schönheit, als für die Gesundheit ihrer Einwohner; sie ist ziemlich gut ge« baut, hat regelmäßige, gut gepflasterte Straßen und schöne Vorstädte, durch welche die Chaussee von Wien 2^5 nach Ofen führt. Von den Kirchen ist die ehemahlige Jesuiten- und die Domkirche sehenswert!), auch ist die Residenz des hiesigen Bischofes und mehrere Palläste von Ungarns Großen zu bemerken. Naab ist der Sitz eines Bischofes sammt Domcapitel und Seminarium, hat eine königliche Akademie und mehrere andere Lehranstalten. Hier ist ein Hauptdreyßigstamt und Legestatt; viel Handel und sehr besuchte Jahrmärkte; die innere Stadt hat Mangel an gutem Trmkwaffer. In der Nähe von Naab stand das Arrabona der Römer. Zu den nahen Belustigungsorten gehört: Ezabadhegy, ein und eine halbe Stunde von der Stadt, aus Mcyer-hosen und Weingärten bestehend, der sogenannte Schaffe lergarten, nahe an der Naab, und der bischöfliche Garten in der kleinen Szigclh. Zwey Meilen von Raab liegt auf einem Hügel, 8acer inon5 plmumao genannt, die prächtige Bcnedictincr-Abtcy Martins, berg, deren Erz-Abt unmittelbar dem Papste unterworfen ist. Dieses vom Herzog Geysa^- 10??) gegründete Kloster enthält mehrere Alterthümer, unter andern den Stephansstuhl von rothem Marmor; was dieses Kloster vor allem andern auszeichnet, ist seine Lage und die entzückende Aussicht, die es nach allen Seiten darbiethet. Näba-Keresztür, Dorf in Ungarn, im Ei-senburger Comitate. Räba-S zent-Mihäly, Dorf in Ungarn, im Eisenburgcr Comitate. N^cz-Becse, Markt in Ungarn, im Bacser Comitate ander Theiß, mit ungeheuern Pußten (Huth-weiden), die sich bis zu jenen von Therefiopel ausdehnen. Nadn 6 th , Dorf in Siebenbürgen, im Kökel- 15 burger Comitate, im Mittclpuncte des Landes, und nach der Meinung einiger Gelehrten an der Stelle gelegen, wo einst Kaiser Sevevus die Stadt Patavifsa erbauen ließ, welches Andere nach Waidaszek versetzen: das hiesige Schloß rührt vom Fürsten Rakoczy her. Nadstadt, kleine Stadt (iW Häuser, Uio Einw.) in Ober - Österreich , im Salzburger Kreise, am linken Ufer der Enns auf einer Anhöhe erbaut, die das weite, fruchtbare und mahlerisch - schöne Ennsthal beherrscht. Im Dorfe Flachau, zwey Stunden von Radstadt, ist ein wichtiges Eisenwerk, welches jährlich 3?50 Centner Roheisen bereitet; eine halbe Stunde davon erhebt sich der üi32/ hohe Lakenkogel, welcher durch seine isolirte Lage eine herrliche Aussicht gewährt; die Thäler der Zauch, der Enns, der Fritz und der Arl liegen zu seinen Füßen, auf seinem Scheitel blickt man über die Alpen und Gcbirge von Salzburg, Tyrol und Stcyer-mark bis zum hohen Pihrn. Im Hintergrunde von Flachau entspringt die Enns am Fuße des Bären-Kars, zwischen ungeheuern Bergen, wozu der hohe Kraks, das Rothhorn, die drey stcincncn Männer, das."/ hohe Faulhorn und Andere gehören. Radymn o, Markt in Galizien, im Przemysler Kreise am San-Fluße, der hicr schiffbar wird. Rägclsbrunn, Dorf in Ober - Österreich, V. U. W. W Zwischen hicr und der Poststation Hainburg liegt derMarkt PetroneU, demGlauben nach an der Stelle, wo das römische Caruntum ansing, das sich bis gcgc» die hiesige Kirche nennt Carl den Großen als ihren Erbauer, so wie man sagt, daß bey der außerdem Markte stehenden Iohannis-kirche, eine Residenz dcr Tempelherren gestanden hadc. „22? Eine viertel Stunde südwärts von Pctronell stehen mitten im Felde einige Mauerreste, das Hcidenthor genannt, es sind die Überbleibsel des Triumphbogens, den Kaiser August dem Tiberius errichten ließ, als dieser im Jahre 10 unserer Zeitrechnung Pannonien ihm unterworfen hatte. Ragendorf, Dorf in Ungarn, im Wieselbur-gcr Comitate. Nagusa, königl. Freystadt (1200 Häuser, 3ü(> 7 Einw.) in Dalmatien, im gleichnahmigen Kreise, ehemahls eine eigene Republik, liegt auf einer kleinen Halbinsel, an dem Golf von Venedig, nahe am Berge Et. Sergio, in einer steinigen Gegend, die jedoch wilde Aloe, Johannisbrot, Pomeranzen und andere Südfrüchte in Menge erzeugt; übrigens gilt dieß nur von dcn Inseln und jener Gegend, die unter dem milden Klima der Küste liegt; schon eine Stunde landeinwärts im Gebirge, herrscht meistens ein sehr rauher Wind, welchem nur das Getreide und einige Obstbäume wider-stehen. Die Stadt ist mit alten Festungsmaucm umgeben, und wird durch ein Bergcastell und zwey Inselforts beschützt, ist aber übrigens nur gegen Überfälle gesichert, indem sie von allen Seiten überhöhet ist; sie hat regelmäßige Straßen, den prächtigen Pallast der ehemahligen Procuratie, wo jetzt das Kreisamt etablirt ist, und mehrere Kirchen, ist der Sitz eines Erzbischofcs sammt Domcapitels, eines Festungs- und Marine-Commando'6, hat mehrere Lehr- und andere Anstalten, viele Fabriken von Tabak, Seife, Roso-glio :c., treibt Schiffbau und erheblichen Handel zur See mit 300 eigenen Schiffen, wovon 2:! auf lange 15 " 22» Reisen eingerichtet sind. Über die ein und eine viertel Stunde von Nagusa entfernte Gränzstation Bergato, kömmt wöchentlich zwey Mahl die türkische Carawane mit Militärbegleitung nach Ragusa, vor dessen Thore sie in der schönen Contumaz-Anstalt untergebracht wird, diese bringt Kohlen, Getreide, Pfeifenkövfe ?c. und kauft Salz, Reis, Caffeh :c. In der Stadt herrscht große Reinlichkeit, Wägen und Pferde gibt es nicht, statt ihnen bedient man sich der Maulesel und Sänften. Nagusa hat großen Mangel an Trinkwaffer, eine Wasserleitung, die drey Stunden weit von der türki« schen Gränze herüber Wasser herführt, ist nicht ergiebig genug, so, daß der Brunnen nur wenige Stunden des Tages für das Publicum offen, die übrige Zeit aber den verschiedenen Dicasterien zugetheilt ist. Im Jahre i63? und 166? ward die Stadt vom Erdbeben sehr erschüttert. Die Ragusancr haben viele Eigenheiten , sie wollen alle für Edelleute gehalten werden, und von ihrer Eifersucht erzählt man sich viel; das weibliche Geschlecht zeichnet sich übrigens durch seine Schönheit aus. Der Hafen von Nagusa ist klein, da-her jener des Dorfes Gravosa, eine Stunde von Ragusa, der eigentliche Hafen dieser Stadt ist; dieß Dorf liegt am Berge Pctka und an der, mittelst eines Canals bewerkstelligten Mündung des Flüßchcns Ombla ins adriatische Meer; dieser vortreffliche Hafen wird durch eine tief sich hineinziehende Bucht gebildet, und ist mit Weingärten und Villen eingefaßt; hier sind nicht nur die Schisssw erste und Magazine der Nagusancr, son^ dern auch eine Fabrik von allen Gattungen Schiffs-geräthschaften. Gravosa ist zugleich der Belustigungsort der Bewohner von Nagusa, die sich hier im Schat^ 22Y ten der Lorbeeren und Cypressen an Festtagen bey einem Glase Malvasier gütllch thun, besonders sucht das Militär und die deutschen Beamten diesen Ort durch gesellige Freude zu beleben. Von den Umgebungen Nagusas verdient das reizende valle 0 Einw.) in Tyrol, Kreis Unter-Innthal, hart am süd-lichen Ufer des Inns gelegen, war ehemahls; und bis zum Jahre i?c!2 eine Festung, deren Hauptthcil daS auf einem steilen Felsen liegende Schloß war, welches die Stadt beherrscht, und eine schöne Aussicht auf dir Stadt und das Innthal gewahrt; ,eine Stunde von hier ist das Aubad, und eine halbe Stunde davon, am nördlichen Inn Ufer, liHt Achenrain mit seiner sehenswürdigen Messingfabrik, wo ein Poch- und Schlemmwert', cm Hochofen, ein Hammer, unter welchem das Messing 2ZH zu Platten geschlagen, eine große Schere, welche die Platten zerschneidet und ein merkwürdiger Drahtzug ist. Naudna, Dorf in Böhmen, im Budweiser Kreise. Nawa, Markt m Galizien, im Zolkiewer Kreise. Raygern, Markt (125 Häuser, l?0<) Einw.) im Brünner Kreise mit einem Benedictiner-Stifte. Necoarv/ Dorf (3500 Einw.) am Ursprünge des Agno, mit einem bekannten Sauerbrunnen, dessen Wasser, wie der Fachinger Sauerbrunnen, einen angenehmen, säuerlich-geistigen, sehr erfrischenden Geschmack hat. R«csärg, Dorf in Ungarn, im Neograder Co-mitate. Regens, Dorf in Mähren, im Iglaner Kreise. Reichend erg, Stadt (i300 Häuser, 9660 Einw.) in Böhmen, im Nunzlaucr Kreise, in einer mit Waldungen und Gebirgen betzeckten Gegend an der Plciße, eine der ersten Fadriksstadte der Monarchie; hier ist bemerkenswerth dasGrafKlam-Galla'scheSchloß, das ausgezeichnet schöne Gebäude der hiesigen deutschen Hauptschule, und das Brauhaus, vielleicht das größte in Böhmen; der Hauptnahrungszwcig der Einwohner ist Tuchmachem), welche 3/.0 Stühle im Gange hat, und deren Tücher auf allen Hauptmessen des Festlandes von Europa abgesetzt werden; übrigens wird auch die Leinwebcrey und Strumpfwirkern) in der Stadt und auf der Herrschaft Ncichenberg stark betrieben, man zählt gegen /,00 Leinweber und 160 Strumpf-,wirk-Meister, Außerdem sind in den benachbarten Dörfern noch verschiedene andere Fabriken, unter denen die Tuchfabrik in Alt-Habcndorf, bey der eine Dampf- 232 Maschine angebracht, die merkwürdigste ist. Die Gegend von Reicheriberg ist ein Fundort von Edel- und Halbedelsteinen. Eine halbe Stunde von der Stadt liegt der Ioschkcnbcrg, dessen 2cM> hoher, kahler Scheitel in zwey Stunden erreicht werden kann, er gewährt eine vorzügliche Aussicht. Gegen Süden übersieht man das ganze Kcgclgebirge im südwestlichen und südöstlichen Theile des Vunzlauer Kreises, von welchem sich die Pösig-Berge vorzüglich auszeichnen, ferner im Südwesten einen Theil des Lcitmeritzer-, Bidschower-und Kaurzimer-Kreises, in Nordwesten einen Theil der Lausitz, z. B. Zittau, Hcrrnhuth; gegen Norden ist die Aussicht beschränkter, theils durch das Iser-, theils durch das Ricsengebirge, allein hier nimmt sich die Lage der Stadt Neichenberg am schönsten aus. Reiß markt, Markt in Siebenbürgen, im gleich-nahmigcn Stuhl, dessen Amtsort er ist. Nekas, Dorf im Banat, im Temescher Co-mitate. Remete, Dorf in Ungarn, im Biharer Co-mitate. Nennweg, Dorf in Illyrien, im Villachcr Kreise. Nentsch, Dorf in Böhmen, im Rakonitzcr Kreise. Resciutta, Dorf im Venetianischen, im Kreise Friaul. Rettet stein, Dorf in Steyermark, im Brucker Kreise, unweit der Mur; in der Nähe gibt es Marmorbrüche. Jenseits der Mur, oberhalb dem Dorfe Minnitz befindet sich hoch am Felsen die Minnitzcr Hohle, von den Landleuten die Kazellucken genannt; dieöffnung derselben ist ein ungleicher Halbzirkcl, die innern Wände sind Kalksteine mit Drüsen überzogen, und in sehrgrottesker Form gruppirt, den Boden decki schwarze Erde und Ocher, und man findet in demselben viele Knochen (Tctrapodolithen), die ehedem' als Drachcnbeine und Einhorn angesehen wurden. Diese Höhle theilt sich dann in vicle Seitenhöhlen und Irrgänge, und bildet mehrere große Hallen; merkwürdig ist ein großes Felscnstnck , auf dessen flacher Seite man mehrere Wapcnschilde und die Jahreszahl i/,,3<) und 1ÜK2 eingcgrabcn findet. ^ Reute, Markt in Tyrol, im Kreise Ober-Inn-thal. Schenswerth ist der eine kleine Stunde von hier entfernte reichhaltigste Wasserfall von ganz Tyrol, dci Sta'ubi, es stürzt nähmlich der ganze Achenbach, der Ausfluß des Plön-Sees über eine steil abgeschnittene Fclsenwand. Rho, Dorf in der Lomdardcy, Delegation Mailand, mit einer schönen Kirche. Ried, Markt (82/» Häuser, 2600 Einw-) in Ober^ Osterreich, im Innkreise, mit einem Schlosse, Sitz des Krcisamtes, er hat eine Hauptvolksschule, Tuch- und Leinwandwcdereyen. Ried, Dorf in Tyrol, im Kreise Ober-Innthal. Nima - Sz 0 mbath, Markt (500 Häuser, 3500 . Einw.) in Ungarn, im Gomö'rer Comitate, in einem Thale am Nima-Flusse mit bedeutendem Verkehr in Lan, des-Fabricatcn, als: Leder, Drechsler-Arbeiten, Kotzen, Esuturas, ungarische Sättel :c., hat berühmtes Weizenbrot, besuchte Wochen- und Jahrmärkte. In dem hiesigen Comitat-Hause werden abwechselnd mit Pelsötz die Comilals-Congregationen gehalten. Die Gcgend von 234 Rima-Szombath enthält mehrere Merkwürdigkeiten: den eine Stunde von da entfernten Sauerbrunnen bey dem Dorfe Pongyellak; die Schloßruinen vonAinatskö, 6 Stunden von Nima-Szomhath, auf einem hohen steilen Felsen, die eine weite Aussicht beherrschen, dabey ein Sauerbrunnen ; das 3 — /^ Stunden entfernte DorfNima-Wrezo, mit einer berühmten Eisenhandlungs-Compagnie, und ein und eine halbe Stunde nordöstlich eine mitten imWalde entspringende, eisenhaltige Mineralquelle, dann der Markt Theißholz ander Nima, mit einem wohlschmeckenden Sauerbrunnen und einträglichen Eisengruben, in denen Magnet gefunden wird. Erst im vergangenen Jahre hat man bey Theißholz einen weißen Marmor entdeckt, der in ungeheuren Blöcken sich zeigt, und weder an Weiße noch an Reinheit dem ca-rarischen Marmor nachstehen soll. Rippeny, siehe Nagy - Nippeny. Riva, Stadt (3i00 Einw.) in Tyrol, Kreis Roveredo amGardasee, reizend gelegen zwischen Orangen- und Oliven-Bäumen; sie hat ein Schloß und cine berühmte Wallfahrtskirche; ihr guter Hafen vereint mit der Betriebsamkeit ihrer Einwohner, die eine bedeutende Schifffahrt auf dem See unterhalten, macht sie zum Stapelplatz zwischen Deutschland und Italien, besonders für Getreide. Hier werden jährlich in 10 — 12 Werkstätten über 800,00^ Maultrommeln gemacht, welche ihren Absatz zum Theil in Italien finden, zum Theil von Livorno aus in die entferntesten Weltgegenden gehen. In der Nähe der Stadt ist ein großer Mühl. steinbruch. Drey viertel Stunden von Niva ist der prächtige Wasserfall des iiedrofluffes bey Ponal, der sich durch sein Getöse schon von Weitem ankündigt. Der 235 Ledrofiuß bildet hier mehrere Fälle, wovon indeß die obern zum Theile in Felsen verborgen sind; der untere Fall, wo sich der Fluß über eine fast senkrechte Felsenwand hinabstürzt, ist der schönste und fast gegen 200^ hoch; das dicht am See auf Felsen und einer steinenen Brücke ruhende PostHaus, ,verdeckt diesen prächtigen Sturz zur Hälfte, daher man hinter dem Hause auf steinene Treppen hinansteigcn und sich über Felsen hinaus lchnenmuß, um ihn ganz zusehen. DerGarda-See dehnt sich von Norden gegen Süden, nähmlich vom Fuße der Alpen bey Niva und Tarbole, bis Pc-schiera, 35 italienische Meilen in der Länge aus, ist an seinem nördlichen Anfange 3 italienische Meilen breit, und erweitert sich immer mehr, so, daß von Torn bis Moderno ?, und von Sal» bis Garda 12 italienische Meilen gerechnet werden können- Die Tiefe ist höchst ungleich, sie beträgt in der Nähe von Cam-vione unter der Wallfahrtskirche Maäunna sli manw (stelln nahe am Ufer 5/>o, in der Mitte dagegen nirgends über /,0, ober dem Dorfe Campione; hierauf öffnet sich der Busen von Gargnano, in dessen Umgebung die Hügel und Abhänge mit den scbönsten Wiesen voll wohlriechender Kräuter, mit Lorbeer, Oliven- und Obstbäumen bedeckt sind ; weiterhin folgen die Flecken Tus, colano und Maderno, dann das Städtchen Salo am weiten Busen des Sees und am Fuße des Monte Pcnnino in einer paradisischen Gegend, wo vorzüglich viele Orangen und Citronen gedeihen, auch die schönste Seide in der Provinz Brescia gewonnen wird ; endlich erreicht man Manerbio und Desenzano, s. d. Artik. Won den Flüssen, welche der See aufnimmt, sind die größten: die Sarka, welche sich zwischen Torbole und Riva aus einem anmuthigen Thale, in dessen Hintergründe mit einigem Schnee bedeckte Alpen emporsteigen, hervorwindet: der Pona!, die Brasa und der Tus-colano. Der Handel auf dem See ist ziemlich bedeutend , die besuchtesten Häfen am östlichen Ufer sind zu Torbole, Malsesino, St. Wirgilio und Lacise; am west, lichen, Salo und Desenzano; die größten Seeschiffe tragen 120—i30 Centner, deren es adcr wenige gibt, die gewöhnlichen führen nur eine Last von 25 — 3(» Centner. Alle Schiffe haben Ruder und ein viereckiges Segel, die Schiffer fahren nur gegen den Wind, und bey günstigem Winde kommen die großen Schisseam weitesten; sie legen in einer Stunde einen Weg von !0 italienischen Meilen zurück, wogegen eine Fischerbarke in einer Stunde nur 4 —5 Meilen macht. Stürme sind auf diesem See keine seltene Erscheinung, und selbst das Wehen eines mäßigen Windes gewahrt schon ein furchtbar erhabenes Schauspiel. Nokitzan, königl. Stadt (321 Häuser, 2300 Einw.) in Böhmen, im Pilsner Kreise, in einer fruchtbaren Gebirgsgegend, am kleinen Flusse Kladawa gelegen , mil einer Tuchmanufactur und Bergbau auf Eisen. Romans, Dorf in Illynen, im Görzer Kreise. No sen au, bischöfliche Stadt (600 Häuser, 5.000 Einw.) in Ungarn, im Gömörer Comitate am Sajo-Flusse, in einem angenehmen Thale, von pittoresken Bergen umgeben; hier ist der Sitz eines Bischofes mit seinem Domcapitcl und Seminar, Es sind hier 21 Leinwandblrichcn, die jährlich bey 300,000 Ellcn Leinwand bleichen. Bey der Stadt ist Bergbau auf Kupfer, Eisen, Antimonium und silberhaltiges Bley, Quecksilber, Zinnober und Kobalt; sie treibt bedeutenden Handel mit Wachs und sehr geschätztem Honig. Vor der Stadt ist ein Badehaus erbaut, wo das eisenhaltige Wasser zum Baden gewärmt wird. Zwey Stunden von Rosenau liegt das Dorf Bettler, eines der schönsten Dörfer Ungarns, mit einem schenswüroigen Graf Andrassyschen Schlosse und schönen Garten. Hier ist Bergbau auf Kupfer und Antimonium, wozu auch die Slaner Quecksilbergruben gehören. Drey Stunden von Nosenau, zwischen dem Dorfe Szilitze und dem eine starke Meile von Agtellek entfernten Dorfe Borzova, befindet sich die berühmte Eishöhle Lcdnitze, am AbHange eines Berges, unter einem halbmondförmigen, an l5 Klafter hoch emporragenden Felsen, Der Eingang ist nahe an « Klafter weit, geht ziemlich jäh, aber gefahrlos hinab. Der Boden der Höhle ist gegen das Innerste derselben zu, abhängig und am Ende dersel- ben öffnet sich mitten durch die Felsen eine Spalte zu einer zweyten Höhle/ in welche man nur mittelst Stricken hinabgelassen werden kann, sowohl des jähen Ab-Hanges als des immerwährenden Eises wegen. Die Licht, strahlen reichen vermittelst der weiten Öffnung nicht nur bis ans Ende der ersten, sondern auch ziemlich weit in die zweyte Hohle; im Sommer gibt es hier stets Eis, im Winter ist die Luft tempkrirtohne,Frost; das von den Felsen tröpfelnde Wasser gefriert, sobald es anfängt Sommer zu werden, und jc heißer letzterer ist , desto mehr und größere Eiszapfen sind vorhanden; oft ist gar der ganze Boden vom Eingänge an mit Eis bedeckt, weil das zufließende Negcnwasscr sogleich beym Eintrittc in die Höhle in Eis übergeht. Gewiß ist, daß die Kälte aus der innern Höhle sich verbreitet, übrigens aber ist die Ursache dieses Phänomens noch nicht ergründet. Von Rosenau aus kann der Berg Ho-kut in sechs und einer halben Stunde erstiegen werden. Hier genießt man eine erhabene Aussicht auf die Karpaten und einen großen Theil des Gömörer Comitates. Rosenberg, Markt (/^0 Häuser, 2200 Einw.) in Ungarn, im Liptaucr Comilate an der Waag, mit einem Plansten-Collegium, einem Gymnasium und Handel mit Bergwerks - Producien, in dcr Nähe sind Marmorbrüche und Gesundbrunnen. In einem Seiten« thale gegen Norden sieht man die, eine halbe Stunde von Rosenberg entfernte Ruine des Schlosses Likova. Eine Meile von Rosenberg gegen Norden liegt das Dorf Lutscht'.: am Fuße des Berges Chotsch, der nach dem Krivan der höchste in der Liptau ist, und von dessen Gipfel man über 100 Orte der Arvcr, Liptauer und Thuroczcr Gespannschafttn zählen kann. Dieses wohlgebaute Dorf hat einen schonen 3" hohen Wasserfall, und in einer Entfernung von einer viertel Stunde ein warmes Bad, das zu den eisenhaltigen, mit vorwaltendem Schwefel und salzsauren Kalken gesättigten Wässern gehört, bey Contracturen mit Nutzen gebraucht und stark besucht wird; es ist hier ein gemauertes Badegebäude und zwey hölzerne Häuser für die Badegäste. Rottenmann, landesfürstliche Stadt (i 20Häuser , 750 Einw.) in Steyermark, im Iudenbmgcr Kreise, das Tatursanis der Römer. Auf dem Wege von hier nach Lictzen, kömmt man an der alten, Graf Saurau'schen Burgfeste vorbey, wo noch von den Ritterzeiten her, Hausgeräthe, Waffen-Rüstungen, Ställe ?c- wohl erhalten sind, die Aussicht von dieser Burg in das Enns- und Plattcnthal ist entzückend. Roverbella, kleiner Markt in der Lombardey, Delegation Mantua. Noveredo, Kreis- und Handelsstadt (1000 Häuser, ?205 Einw.) in Tyrol, im gleichnahmigcn Kreise, fast in der Mitte des angenehmen Logarina-Thales am Ufer des Leno, und links vom Etsch-Flusse gelegen. Sitz eines Collegia!- und Criminalgerichtcs, hat ein Gymnasium und sehr große Seiden-Gewerke; ein festes Schloß beherrscht hier das Thal und die Straße, und merkwürdig ist die hiesige berühmte Akademie der Agiati (Feinde des Zwanges) im Jahre l?50 auf Betreiben einer Dame, mit Nahmen Bianca Laura Saiboni errichtet. Der Hauvthandel der Stadt besteht m Getreide und Seide; von letzterer rechnet man, daß jährlich 200,000 Pfund hicr abgesetzt werden. Von Niweredo aus kann man das Gebirge Monte Baldo bereisen; dieser ansehnliche Gebirgsstock, dcr in seiner Mitt«' an dcr OIm» <1i l>«8cg^a am höchsten ist, wo er 6.''.l>0 Pariser Fuß hat, dehnt sich von Norden ge^ gen Süden fünfzehn Stunden in der Länge aus, und ist fünf und eine halbe Stunde breit; der östliche Ge-birgstheil ist steil und uncrstciglich, der westliche zum Theil bewaldet, mit weiten Thalern und sanften Abhängen; die niedrigen Kuppen sind mit den schönsten, kräuterreichen Wiesen bedeckt, während die höchsten Spitzen nnr kahle Felsen und steile Abstürze zeigen, die acht Monathe des Jahres mit Schnee bedeckt sind. Unvergleichliche Aussichten hat man von dem nördlichsten Gipfel, dem ^Iti85imn M3 t^IIe st'liastr« 6621^ hoch, wohin man von dem ^.IU58!mn in zwey und eincr halben Stunde gelangt, und von dem ÜVIanlc? ma^gini i? und (>n5^,!)^IIa, beyde ein und eine halbe Stunde von dcr lctztcrn entfernt. Von diesen beyden Spitzen ist die Aussicht von außerordentlichem Umfange und ausgezeichneter Schönheit ; südlich biethet sich die lombardisch - vcnctianische Ebene, dcr Lauf des Po und die Appennincn dar; gegen Osten die vcroncsische Landschaft, die euganeischen Hügel, und wenn es heiter ist, selbst das adriatische Meer; gegen Westen sieht man den Garda - See mit seinen Umgebungen; nur gegen Norden wird dcr Blick durch hohe Gebirge beschränkt. Merkwürdig und schens-werth ist dcr Bcrgbruch bey St. Marco (siehe Ala) auf der Straße von Novcrcdo nach Ala; ein üocrra-. schendcs Schauspiel biethet das ganz mit Fclsentrüm« mem bis Scravalle bedeckte Thal; Felsenblöcke, hun- 2^2 derte von Ccntncrn schwer, licgen hier, wie Kiesel zerstreut, die Anhöhe hinan, das Thal herab; um, zwischen und neben ihnen sieht man gleichsam Güsse von kleinen Steinen, die theils die Klüfte ausfüllen, theils die Fläche überschwemmen. Novigno, bedeutende Seehandelsstadt (1100 Häuser, <)b00 Einw.) in Illyrien, im Istrianer Kreise, auf einer weit in das Meer hinaus vorspringenden, fcl, sigen Erdzunge; Sitz eines Civil-, Criminal-, Mer-ccmtil- und Wechselgerichtcs und eines Scccvnsulats; hat zwey Hafen mit Werften und starkem Schiffbau, große Eardellcn-Fischerey, dic jährlich 30,000 Duca-ten eindringt, Schissscil - Manufactur, Holzhandel, Wein- und Dlivenbau, dann eine sehenswerthe, nach dem Plane der St. Marcus - Kirche in Venedig aufgeführte Domkirche, von deren Thurme man die schönste Aussicht hat, ins weite Meer und auf die nahen, den Hasen der Stadt deckenden Inseln. Novigo, königl. Stadt (l200 Häuser, ?000 Einw.) im Veneticmischen, in der Provinz Polcsine, deren Amtsort sie ist, am Adigetto, mit einem der berühmtesten Jahrmärkte Italiens. Sie ist der gewöhnliche Sitz des Bischofes von Adria, sammt dessen Pvic-ster-Seminars, eines Civil-Iustiz-Tnbunals, zugleich Criminal- , Mercantile und Wechselgeuchtts erster Instanz, unterhält Lederfabriken und Salpctcrsicde-reyen. Zur Zeit des Plinius war der hiesige Wein berühmt, heut zu Tage ist das Gewächs von mittelmäßiger Güte. Bey Nachgrabungen, die um Novigo herum vorgenommen wurden, entdeckte man viele römische und etruskische Alterthümer. <^3 Rudki, Markt in ^alizicn, im Samborcr Kreise. Nudn 6 , Dorf in Ungarn , im Thuroczer Conn« tate; drey Stunden von hier sind die berühmten Schwe« felbädcr zuO-Stubnn (Altstuben) mit drey Wadchäu-sern und einem Armenspitale, deren Wasser vorzüglich wirksam grgen Lähmungen sind. Numa, Markt in Slavonien, im Syrmler Co< mitate, in einer ungemcin fruchtbaren Gegend. Rumblirg, Stadt s/^00 Häuser, 3252 Einw.) in Böhmen, berühmt durch ihre Leinwandmanufactu-rcn, die durch eine Leinwand-und Garnhandel-Societät so befördert werden, daß ihre Geschäfte sich nach allen Erdgcgcndcn ausbreiten. Auch werden hier viele Drechs-lerarbeiten verfertigt. Rzcczow, Kreisstadt (3?0 Häuser, /,y5i Einw.) in Galizicn, im gleichnahnngen Kreise, liegt in einer fruchtbaren Gegend, in einer Vertiefung am Flusse Wis-ioka, mit einem großen Schlosse, dcm Sitze des Crimi, nalgerichtes, hat ein Gymnasium, einc Krcishauptschule und eine Mädchenschule. Hier wird ein bedeutender Handel mit echten und unechten Gold- und Silberwaarcn und Edelsteinen, besonders von Juden getrieben, die halb Europa damit durchziehen. Sa atz, königl. Kreisstadt (502 Häuser, 43i? Cinw.) in Böhmcn, im gleichnahmigcn Kreise, auf einer beträchtlichen Anhöhe am rechten Ufer der Eger, über die hier eine Brücke führt, in einer der fruchtbarsten Gegenden Böhmens. Die Stadt hat ein Gymnasium der Prämonstratenser, und eine sehenswerthe Wasserkunst. Sabaria, siehe Steinamanger. ,6" Sachsen burg, Markt in Illyrien, im Kla-gcnfurtcr Krcisc an der Dräu, mit den Ruinen dreyer Bergschld'jscr; zwiscbcn Sachsenburg und Ober Drau-burg ist die Gegend wild romantisck , indem bald ungeheure Felsen sich zu beyden Seiten austbürmen, bald niedrige Berge die schönsten Alpen dem Auge biethen. Hicr ist ein Antimonium-Bergwcrk und zwey Eisenhämmer. Sacile, Stadt im Venetianischen, Delegation Ndine, in einer fruchtbaren, durch die Livcnza bewässerten Ebene, in welcher Feigen- und Mandelbäume gedeihen; sie hat mehrere schöne Gebäude, unter denen sich der PaUast des ehemahligen Podesta auszeichnet. Sadowa-Wisznia, Stadt (25.22 Einw) in Galizien, im Kreise Przcmysl, mit einem Schlosse. Safnitz, Dorf in Illyrien; in dessen Nähe liegt der bekannte, viel besuchte Wallfahrtsort Maria-Luschari, oder der beiügc Berg, auf welchem sich ein Wirthshaus und angenehme Wohngebäudc befinden, man kann ihn von Safnitz aus in drey Etundcn ersteigen. Gcy dem Dorfe selbst ist die Wasserscheide zwischen dem adriatischcn und dein schwarzen Meere. Eine Meile von Sasnitz liegt der Veldesser-Eec in einem romantischen Thale, näcbst dem Dorfe Vrldcz, er ist zwey Stunden lang und eine breit, und nährt viel Fische. Von Safnitz aus, kaun man auch das merkwürdige Wocheincr-T'hal besuchen; der Weg dahin führt über Wocheiner-Vellach, wohin man durch eine enge Bcrg-schlucht in drey Stunden gelangt, von da nach Fcistritz sind wieder drey Etundcn, und von Fcistrih bis zum Ursprung der Wochciucr-Save oder Sauitza, ebenfalls drey Stunden. Die Save stürzt hier mit vollem Strome 245 bogenförmig aus einem Grottenloche jener hohen Felsenwände, welche das Thal schließen, und fällt 30 3ach-ter tief unzerthcilt nieder, bildet eine kleine Stunde von ihrem Ursprünge, dcn Wocheincr-Sce, welcher 570 Quadratklafter hält, und fließt aus demselben durch die oben erwähnte Bergschlucht dem Hauptstrome zu. Rechts neben dcm Wasserfalle steht ein Denkmahl von Eicgmund Baron Zoys, S. K. H. dem Crzher-zöge Johann geweiht. Im Jahre ii!05 hatte dicß Thal 700 Fcucrstellen und über /»000 Einwohner, ein großer, starker, gesunder Menschenschlag, die nicht selten das Hunderte Jahr erreichen; Kröpfe, in Oberkärnthen sonst so gewöhnlich, sieht man hier nicht. Zu Feistritz und Althammer sind bedeutende Eisenwerke, und viele der Bewohner nähren sich als Köhler, Holzschläger und Nagelschmiede, Der Berg Shavnik, dcn man von Feistntz aus in einigen Stunden leicht ersteigen kann, ist der vorteilhafteste Punct in der Wochein, um die Ursprünge der Save, dcn Strich des Hauptgebirges der Triglaver- Linie, und mittelst eines guten Teles-cops, Friaul und das adriatische Meer zu sehen. Eine kleine Stunde von Safnitz liegt das schöne und große Graf Lambcrg'sche Schloß Katzenstein, das Stammhaus der im Mittelalter berühmten Katzianer, welches in der Mitte des 17. Jahrhunderts seine gegenwärtige Gestalt erhielt. Man findet hier viele Gemählde, darunter einige von entschiedenem Kunstwerthe, andere in historischer Rücksicht merkwürdig sind, wie z. B. die Familien - Porttäte der GaUenbcrge und Lamberge. Beym Schlosse ist ein moderner Garten, und in der Nähe desselben die kleine Kirche St. Peter, wo man «me herrliche Aussicht auf Radmannsdorf, Veldes 2/, 6 Schloß und See, den Terglou und andere Schncegr-birge, auf Kramburg und den Schloßberg von Laibach genießt. Sagurie, Dorf in Illyrien, im Adelsbergcr Kreise; in dessen Nähe liegt das Bergschloß Schiller-Tabor, und an dcr Poik das Schloß Steinberg. Salurn, Dorf in Tyrol, im Kreise an der Etsch, in einem anmuthigen Thale an der Etsch; die majestätischen Berge des Nonnthales gewähren hier einen erhabenen Anblick. In der Nähe von Salurn > ungefähr zehn Minuten von dem Dorfe entfernt, ist cm kleiner Wasserfall, der über 200 Fuß hoch über eine senkrechte Felsenwand herabstürzt, dem es jedoch in trockenen Jahreszeiten gewöhnlich an Wasser gebricht. Salzburg, Kreisstadt (>'^5(i Häuser, I0?y3 Einw.) des gleichnahmigen Kreises, das Iuvavium der Römer, auch Hadriana genannt, eine uralte, berühmte und schone Stadt an der Salzach, welche sie in zwey Theile scheidet, in cincr äußerst reizenden Gegend iZ?0^ über dem Meere. Die Etadt ist mit Mauern und Wällen umgeben, hat drey Vorstädte und acht Thore, wovon das in den Jahren i?bl) bis 1??^ erbaute Neue oder Sigmundv - Thor das merkwürdigste ist, indem es durch den Monchsberg in einem l50 Schritt langen und ? bis l^ Schritt breiten , indcn Felsen gehauenen Gewölbe führt. Vor diesem Thore steht die 15/ hohe Bildsäule des heiligen Sigismuno von weißem Marmor. Hoch über der Stadt ragt auf cincm hohen steilen Felsen die Festung Hohcnsalzburg hervor, die nur zwey Eingänge hat, einen von dcr Stadt, dcn andern vom Mönchö'oerge; sie ist vom Erzbi-schofe Gedhard erbaut, und von dem Glockenthurme, 24? so wie von dem Fcucrthurme, hat man eine prächtige Aussicht. Salzburg ist der Sitz eines Erzbischofes mit seinem Capitel, sammt Priester-Seminar und einer Salz- und Bergwesens - Direction ; hat ein Lyceum , cine medicinisch-chirurgische Lehranstalt, ein Gymnasium, eine Hauptschulc, ein Schullehrer - Seminar und mehrere andere wissenschaftliche Unterrichts- und Hülssanstalten ; viele Fabriken und Gewerbe, nicht unbeträchtlichen Handel und zwey Jahrmärkte. Schens-würdig in der Stadt sind : die Domkirche, eine im edelsten Geschmacke nach der Pcterskirche in Nom unter den Erzbischöfen Max Sittich, Paris und Guidobald vom Jahre 159" bis 162'l von Santino Colari auS Como aufgeführtes, prächtiges Gebäude, mit schonen Gemählden, mehreren Denkmählern und einer herrlichen Orgel; mitten auf dem Domplatze vor der Facade der Kirche, die zwölf Fuß hohe metallene Bildsäule der heiligen Jungfrau, ein Meisterwerk der Gebrüder Hagenauer von Salzburg ; die ehemahlige Universitäts-Kirche vom Erzbischofe Johann Ernst vom Jahre 1696 bis l?0? erbaut, mit dem Universitäts - Gebäude, in welchem gegenwärtig das Lyceum ist ; die Residenz auf dem Hofplatze, mit dem schönen Marcus Sittikus Saale; das mit königlicher Pracht von dem Erzbischofe Max Sittich und Wolf Dietrich erbaute, am30.Aprilli«i3 abgebrannte, nun wieder hergestellte k. k. Residenz-Schloß Mariabel, sonst der Sommerpallast der Erzbischofe, mit seinem, im französischen Geschmacke an« gelegten Garten; der an der Vorderseite der Residenz stehende hohe Thurm mit dem berühmten Glockenspiele; der Marstall mit zwey Reitschulen, einer Som-wer-und Winter-Reitschule, wovon erstere, ein in Felsen gehauenrs Amphuheatcr hat, aus drey Galle-ricn und neun Arkaden bestehend; endlich die Wasser lcitung aus der Alben, das vortrefflich erhaltene, römische Bad im Hofe des Iohannis-Spitals und dic Alterthümer im Garten des Herrn Noseneggcr am Bür-geltcichc dicht bey Salzburg. Von den Spaziergängen um die Stadt sind vorzüglich besucht: der romantische Mönchsbcrg, der mit seinem langen Felscnrückcn von Ost nach West, dem südlichen Theile der Stadt zu ciucm Bollwerke dient, und eine unbeschreiblich schöne Aussicht über sie und das Salzach-Thal bis zum Un-lerderge und den deschncytcn Gipfeln des Tannen-und Göhlgcbirges gewährt, und der Capuziner- oder Imberg auf der Dstseitc der Ltadt, jenseits der Salzach , der wegen der ausgedehnten Aussicht bestiegen zu werden verdient. Unter den nächsten Umgebungen von Salzburg sind außer dem Prcdigtstuhl, einem Staudpuncte mit herrlicher Aussicht eine Stunde von der Stadt, vorzüglich bemerkcnowerth, a) das Lustschloß Hellbrunn, eine Stunde von Salzburg, wohin cine Kastanien. Allce führt, mit einem im alten Geschmacke angelegten Garten, einem in Felsen ausge. hauencn Theattr und mehreren Wasserkünsten; d) daS Schloß Lcopoloskron, ein Fideicommiß der Grafen Firunan an einem großen Teiche, cinc halbe Stunde von der Stadt, mi: einer hübschcn Gemählde-Sammlung ; <:) das im italienischen Geschmacke erbaute Lustschloß Klecsheim, mit seinem Parke und Fasangarten; t^) das romaniisch gelegene Aigen am Fuße des Geis-dergeö, eine.Stunde von Salzburg, mit seinen para-" diesischen Gartcnai'.lagen, die von mehreren Stellen d:e herrlichsten Aussichten in das schöne Salzach - Thal, 2^9 auf die Stadt, und ein Gemische von Fluren und Feldern darbiethen, die durch grüne, kahle und beschneim Gebirge bcgrä'nzt werden. Von Aigen aus kann man den Geisbcrg besteigen, man bedarf zwey und eine halbe Stunde, um auf den, aus einer vrcilcn Fläche b^ stehenden, und mit einem Kreuze bezeichneten Gipfel zu kommen; dieser Berg ist bis ein und eine halbe Stunde aufwärts von Aigen, mi: schönen Nadeln und l!aub> wäldern bewachsen, die mit Nauerhöfen, Saatfeldern, Alpen und Fluren wechseln, die letzte Strecke des Weges zum Gipfel aber, wclchc durch einen dichten Wald führt, ist sehr stcil und steinig; um die prächtige Aus^ sicht ganz zu genießen, muß man die ganze Fläche übergehen, dann sieht man rechts von dem Kreuze den Fuschler-Sce, in nordwestlicher Richtung von ihm, den schönen Waller-See, mehr gegen Norden den Matt-See mit dem kleinen Absdorfer-See an seiner Westseite, nach diesem in derselben Richtung den bo deutenden Tachen - See, und in blauer Ferne gegen Nordwesten einen Theil des großen Chiem - Sees; gegen Süden sieht man die Niesen der norischen Alpen vor sich, den Untcrberg, den Hohenstauffen uno den großen und kleinen Gipfel des Watzmann, zwi-schcn welchem sich ein Gletscher ausdehnt; dem Laufe der Salzach vom Unterberge nördlich folgend, erkennt man die Städte Hallein, am Fuße des Dürrenbergeö und Salzburg mit seinen Umgebungen bis zum Schlosse Leopoldskron. Zum Fuße des Untcrvcrges kann man von Salzburg in zwey Stunden gelangen, er ist55i6/ hoch , hat drey Stunden im Umfange, und verdient sowohl seiner Schätze aus dem Pflanzenreiche und seiner mineralischen Merkwürdigkeiten wegen, als vorzüglich 250 wegen der unübertreffliches Aussicht besucht zu werden, die er gewährt. Der Weg, aus welchem man ihn ansteigt, ist eine Etrecke weit in Marmor gehauen, und führt mittelst hölzenen Brücken zu einem romantischen Wasserfalle; aus einer Kluft, der Fürstenbrunn genannt, durch eine übergestürzte Fclscnmasse gebildet, schießt die Glan brausend heraus, und würgt sich sodann durch eine lange Schlucht ins Thal hinunter, ein dumpfes Getöse ertönt aus dem Innern und scheint den ganzen Berg zu erschüttern; in der Nähe dcs Für-stenbrunns ist der beträchtlichste Marmorbruch. Won diesem Steinbruche führt der Weg in vier und einer halben Stunde auf die Mittagsspitze, dem höchsten Gipfel des Unterberges ; die Aussicht ^uf demselben reicht gegen Norden über die Ebene Naierns einschließlich des Wagniz- und Chiemsces, bis an den Nodmer-wald, und die höchste Thurmspitze von München ist mit Hülfe guter Fernröhre deutlich sichtbar; gegen Osten und Südosten begränzt das Hochsengscr und das steye-tische Gränzgebirge die Aussicht, deren ausgezeichnete Puncte, der St. Gilgen Schafberg , der Trannstem, der große Priel und der Hallstädtcr-Schnecbcrg sind. Gegen Süden reicht die Aussicht bis zum Tänncnge-birge und zur libergoffcnen Alpe, und man sieht hier alle Orte im Salzach - Nhale bis zum Passe Lueg, die Abtenau und das Ländchen Berchtoldsgcidcn mit Ausnahme des Marktes selbst; im fernsten Hintergrunde ragen die Spitzen der Naurisscr Tauern-Kette und der Gipfel des Großglockners hervor; gegen Westen sieht man die Spitze der Tyroler-Alpen bis in die Hohe von Rattenberg, darunter das Sonntags-Horn, das Kitzdüchler - Horn und die beyden Kaiserberge bey 251 Kuffstein. Da man von Salzburg durch Baiern reisen muß, um nach Kussstein in Tyrol zu kommen, so führen wir hier die Stadt Reichcnhall an, in einem Kessel von Bergen und Anhöhen am Saalafiüßchen gelegen,, ihres merkwürdigen Salzwerkcs und des Brunnenhau, ses wegen, worin 30 Quellen sind, deren reichste die GnadcnqueÜe heißt, und 23 Proccnt hält. Durch lange Röhren werden die Quellen unter der Erde fort bis an einen Ort geleitet, wo die Sohle mittelst eines Pump, werks itt Schuh hoch hinauf getrieben wird. Die hier, zu benutzte süße Quelle und das überflüssige salzige Wasser werden mittelst eines gemauerten und gewölb, ten Canales, der 12 Klafter tief unter der Stadt und unter Garten und Feldern eine halbe Stunde weit fort' geht, abgeleitet. Man kann diesen Canal in einem kleinen Kahne befahren, da das Wasser 3 bis /,/ tief ist; zu dieser unterirdischen Schifffahrt steigt man durch nncn Thurm hinab bis zur Quelle der Sohle. Die Sohle, die hier nicht vcrsolten werden kann, wird nach Traunstem und nach Noscnheim geleitet. Nach Traun, stein wird die Sohle drey und eine halbe Meile weit mit einem Ansteigen von Ü2U/ und nach Rosenheim durch eine sieben Meilen lange, künstliche und sehr merk, würdige Wasserleitung geführt. Sambor, königl. Kreisstadt (1153 Häuser, tckiü Einw<) in Galizien, im glcichnahmigcn Kreise, in einer schönen fruchtbaren, vom Dniester bewässerten Cbcnc, welche von den Vorbcrgcn, der, in mäßiger Entfernung sichtbaren Karpaten begränzt wird. Sie ist der Sitz eines Criminalgcnchtes, einer Salinen-Intendenz und eines Dtstrictual-Verggerichtes, hat ein Gymna« 252 sium, eine Kreis-Hauptschule, starke Damastwebcrcyen und Leinwanddleichen. Santa Maria, neu geschaffene Poststatton, in dcr Lombardcy, Delegation Sondrio, auf dem Stilfserjoch, au dcr neuen Verbindungs- Straße zwischen Tyrol und der Lombardey, mit einem Cantoni-rungshause; ihre Benennung hat sie von dem Dorfe gleichen Nahmens, welches auf dcr Südseite am Fuße des Berges liegt. SanAngelo, Markt in dcr Lombards), in der Delegation Lodi. San Benedetto, Porf in der Lombardey, Delegation Mantua. San Croce, Dorf im Venetianischen, in der Delegation Belluno. Sanct A n t o n, Dorf in Tyrol, im Kreise Ober-Innthal; sonst war Rasserein die Poststalion. Sanct Gilgen, Markt in Ober^Österreich, im Salzburgcr Kreise, am westlichen Ende des AbcrSees. Sanct Johann, Dorf in Obcr. Österreich, im Salzburger Kreise, am rechten Ufcr der Salzach, in einer weizcnreichcn Gegend. Sanct Johann, Dorf in Tyrol, im Kreise Unler-Innthal. Sanct Marein, Dorf in Illyrien, im Neu-siädtler Kreise. Sanct Michael, Dorf in Ober. Osterreich , im Salzburger Kreise, am linken Ufer der Mur und am Fuße des ?365 Häuser, 900 Einw.) in Mähren, im Iglauer Kreise , mit einem alten Schlosse. Schemnitz, königl. Frey- und Bergstadt (1692 Häuser, b6ob Einw.) in Ungarn, in einem tiefen, schmalen, von Felsen umgebenen Thale, welches sich von Westen gegen Osten abwärts zieht, am Ursprünge der Schemnitz in einer Scchöhe von 2i?2< Sie ist die größte unter den ungarischen Bergstädten; hier ist dcr Titz des obersten Kammergrafen - Amtes für Nicder-Ungarn, eines Districtual-Werggerichtes, der königlichen Berg-Akademie mit einem Director, fünf Professoren und gewöhnlich gegen 150 Studierenden; sie hat ein katholisches und ein lutherisches Gymnasium, ein Plansten-Collegium, ein Forsiinstitut und andere Schulanstalten. Die wichtigen Bergwerke mit i."> Gruben geben jährlich für den Wcrth von 2,000,000 Gulden, Gold, Silber, Kupfer, Eisen, Arsenik unv Schwefel. Die ganze Stadt ist, durch den Grubenbau unlerminirt, wcsiwcgcn auch hicr und da Gebäude dem Einsturz drohen. Von dcn umliegenden Bergen sind zu bemerken: der Kornberg gegen Westen, an welchem eine Wasserleitung auf die Maschine des Dreyfaltig-keits-Stollen führt, der Berg Sitno südwestlich von der Stadt, nächst dem Schlosse Antal, von dem man ^5? auf der einen Seite Schcmnitz und die Umgebung, auf der andern bey heiterm Wetter bis Ofen schen kann; der Calvarienbcrg und der Paradicsbcrg gegen Osten, von denen man die schönste Aussicht auf die Stadt und auf die drey Meilen weit entfernte Bcrgstadt Kremm'tz hat. Eine Meile von Echcmnitz, auf dem Wege nach Kremnitz, liegt das 3)orf Sklcno (Glashütten), dek.nmt wegen des dasigen Schwefelbades; die hier am Fuße eincs Hügels entspringenden warmen Quellen sind alle klar, durchsichtig, gerucd- und geschmacklos; sie haben eine mittlere Temperatur von ^"Neaumur, und wer. den in der Wassersucht und in Glicderkrankhciten mit Nutzen gebraucht; unter den fünf Badern ist eincZ ganz in Tuffstein ausgchaucn; sehenswert!) ist der drey viertel Stunde vom Bade entfernte Hliniker Mühl-steindruch. Zur Stadt Schemnitz gehört das, zwey Mei. lcn von da in einem engen, zwey Stunden langen, von ziemlich hohen Bergen umgebenen Thal? gelegene eisenhaltige und stärkende Vihnycr- oder Eisenbacher-Bad, dessen Quellen, die auf einer Anhöhe über dem Bade entspringen, eine Wärme von 30" Reaumur haben, und ihre Heilkraft vorzüglich gegen Gichtübcl und Erschlaf« fung der Nerven beweisen. Es ist hier ein Hrrrschafts, bad, auch gibt es Wannendader, hinlängliche Wohnungen und Bequemlichkeiten für eine nicht große An« z^hl von Badegästen; die schöne Aussicht auf dem hohen, steilen Kamcna.Berge, und der mit anmuthlgcn Sitzen, Grotten und vorzüglichem Quellwasser Verse« hene Obstgarten Stepeniha, eine kleine Stunde vom Vade, kann zur Zerstreuung der Badegäste dienen. In der Nachbarschaft dieses Gartens bcsindct sich das aus Zertrümmerten und über einander gehäuften Steinmas- l? 258 sen bestehende, sogenannte Steinmecr, welchc5 wahr« scheinlich einem Bergstürze seinen Ursprung zu verdau« kcn hat. Auch gibt es in der Nähe bedeutende Gold-und Silberbcrgwerke, und drey Stunden vom Bade liegt der Markt Sccnnovitz, wo sich eine sehenswerthc königl. Silber-Schmclzhütte befindet. Schladming, Markt (i 70 Häuser, Y00 Einw.) in Steyermark, im Iudcnburgcr Kreist an der Cnns, zwischen hohen Gebirgen, mit einem Kupferhammer, Vilriolsiedcrey, einem Eisenhammer und einer Salpc-tersiedercy. Das Schladmingcr Kupfer- und Kobalt-bergwerk ist gegenüber vom Hochgolling in der Neu-Alpe, einem GränzZebirgc zwischen Stcycrmark und Salzburg, sechs Stunden vom Markte gelegen, und liefert jährlich bey 600 Centner. Von dcn umlitgen-den Gebirgen verdient vorzüglich die Wildspitze und der Hochgolling bestiegen zu werden. Die erstere biethet eine vortreffliche Aussicht auf das Cnnsthal, den Hallstädtcr-Gletscher und die Salzburgcr - Gebirge dar. Der HochgoUing gehört zu jenem großen wnsscr-scheidenden Zuge dcs Urgebirgcs, welcher sich in Süd^ wesien ohne Unterbrechung an den Großglockner zieht, im Osten aber zwischen der Mur und Enns fortstrcicht, später dann in Kalkgebirge übergeht. Er wurde im Jahre 1819 von S. K. H. dem Erzherzoge Johann zum ersten Mahle erstiegen. Von seiner Spitze hat man eine anziehende Ansicht des ungeheuren Thorsteincs, des höchsten Berges in Steycrmark mit seinen Gletschern, und des, zwischen Hallstadt und Schladming im Norden gegenüber liegenden, fürchterlichen Kalkgebirges. Der Thorstein wurde, so viel bekannt ist, am 5. August 1L23 durch zwey stcymsche Männer zuerst bestie- 25i) gen, nähmlich durch dcn Schladminger Jäger, Jacob Buchstcincr, und Georg Kalkschmied aus der Namsau, welche auf seinem Gipfel, eine sechs Fuß hohe Stange für die Catastral-Triangulirung, wozu sie sich anheischig gemacht halten, befestigten; das Unternehmen war nach dem Geständnisse beyder Männer, nicht ohne große Lebensgefahr gewesen. Schlan, königl. Kreisstadt (420 Häuser, 32()2 Einw.) in Böhmen, im Nawnitzer Kreise, am sogenannten rothen Bache; sie mag ihren Nahmen von der salzigen Quelle herleiten, welche sich am Fuße des, seiner schönen Basaltsäulen wegen berühmten Berges E lany-Woch befindet. Sie ist der Amtsort des Rakonitzer Kreises , hat ein Piaristcn - Kloster und Gymnasium, eine Normalhauptschulc, Tuchwebereycn und Strumpf-wirkcreyen. Eine halbe Stunde von Schlan, liegt der dem Grafen Klam Martmitz gehörige Gesundbrunnen und Badeort Stcrnbcrg, in einem durch Gartcnanlagcn verschönerten Thale; das Mineralwasser, dessen Hauptbc-standthcile Eisen, Salz und kohlcnstusssaure Erde sind, wirkt wohlthätig bey gichlischcn Zuständen, Ersthlaf. fung des Körpers, gelähmten und geschwächten Gliedern. Das alte Sternbergcr Schloß ist für Badegäste eingerichtet, es faßt mit einigen Nebengebäuden 45 Wohnzimmer und daä Badehaus 21 Badstuben; der, cme viertel Stunde von da entfernte Gatten Smetschne, enthält reizende Parthien. Die Bäder zu Mscheuo, dem Fürsten Kinsky gehörend, drey Stunden von Stcrnberg, baben bey ähnlichen Bestandtheilen der Quelle, auch seiche Wirksamkeit. Die Badcgebäude bestehen auö emem Gasthause und zwey artigen Brmmcutcmveln, bloß der Stahlbrunnen, welcher dem Pyrnwnter Säuer- 1? "' 2k>0 ling ähnlich lst, wirb getrunken, die, zweyte QneNe^ der Carlsbrunnen genannt, wird zum Baden benutzt; die Umgebungen sind angenehm. In der Nähe des BadeK gewähren Unterhaltung, die Ausflüge nach Nudenitz, einem schönen Schlöffe mit herrlichem Garten, und Budyn mit seinem lieblichen Thalc; auch sind die An» höhen von Karwotctz, von wo man einc sehr mahlerische Ansicht des Mittelgebirges bev Lobositz und Lcilmeritz, und mehrerer anderer Puncte hat , bemcrkenswerth. Schmölnitz, Bergfiecken (5000 Einw.) in Ungarn, in der Zipser Gcspannschaft, in einem engen, schmalen, ganz von Bergen cingeschloffenen Thale, dessen meistens hölzenc Häuser Zerstreut liegen. Hier ist der Sitz eines Münz-, und Bergwcsens>Obcrinspec-torals und eines Districtual Berggcrichtcs, sowie auch eine bedeutende Münze für Kupfergeld, mit dem Buchstaben 8. Der Schmölmtzcr Bcrgbezirk liefert jährlich eine Ausbeute von /,200 Mark Silber und 20,000 Centner Kupfer, von welchem einige tausend Centner Zemcntkuftfer sind, fevner Schwefel, Schwefclblumcn und Kupfer-Vitriol; daZ Kupfer wird hier zu Platten geschlagen und zu Geschirr verarbeitet. Vorzüglich se-henswertt) sind die hydraulischen Maschinen, mittelst welchen die Crze, so wie das Grubenwassrr aus den Minen und das Zcmcittwasftr aus der Berghöhlung herausgehoben wird. Angenehme Spazicrgälige uw Echmölnitz sind : zu den Wasscrlcilungcn, die hier und da mit Bäumen bepflanzt sind, in den Wald nach Uhorna, zu dem großen Teiche und zu der St. Anna CapeUc in einer romantischen Lage im Walde, nach Stoß zu. Dieser Ncrgsiecken, eine Stunde von Schmöl- 26 l Nttz, baut auf Kupfer und Eisen, jährlich von letzterm 50,000 Centner. Sckonberg, Poststation in Tyrol, im Kreise Unter-Innthal, außer dem PostHause noch aus einigen zerstreuten Häusern bestehend und auf einem Berge mahlerisch zwischen schönen Niesen gelrgen; ungeheuere, mit ewigem Schnec und Eis bedeckte Felsenmassen schließen hier den fernen Horizont von mchrern Seiten, während die nähern, niedern Berge bis zum Gi-» pfel bewachsen sind. Von Schö'nbcrg aus kann man einen Ausflug in das, wegen seinen Eisenwerkstätten be--kannte, drey Meilen lange, im Süden von Gletschern begränzte Stubbeyerthal unternehmen, und hier den Stubbeyer - Gletscher und mehrere Wasserfalle besich« tigen ; man kömmt über Tclfs, den Hauptort des Thales, nach Neustift, vier und eine halbe Stunde von Schön-berg entfernt, und hat von hier noch vier Stunden bis auf den Gletscher, der zu den ansehnlichsten in Tyrol gehört, und viele seltene Alpenpflanzen liefert. Der erste Wasserfall ist jener des merkwürdigen Staub« baches in der Solderau, zwey Stunden hinter dem Dorfe Ncustift, der nur nach heftigen Negcn etwas Wasser führt, sonst aber ganz aus Wasserstaub besteht; ein zweyter ist rechts am Wege; der dritte in der Alpe Gräbc, vier und eine halve Stunde von Neustift, wo der ganze Sulzbach aus dem prächtigen Zulzauer. Ferner links am Wege über cinc senkrechte Felsenwand ^ hoch herabstürzt, und ungefähr in der Mitte der Wand in einen Kessel fällt, wor^.is er in einer dichten Staubwolke empor getrieben wird; der vierte ist sünf und eine halbe Stunde von Neustift, nächst dcr Alpe Mutterberg, wo sick der Rutzoach, welcher das 2()2 ganze, Stubbeyer-Thal durchströmt, in cincr Schlucht zwischen zwey Felsen übcr cinc hohe Felswand herab^ stürzt. Von dieser Alpe besteigt man in einer Stunde das Fernaucr-Ioch, auf welchem der äußerst interessante Fcrnauer-Ferner sichtbar wird. Rechts von Neustift liegt der Alpciner-Ferner im Thalc Obernbcrg, welchen Kaiser Joseph II als römischer König im Jahre l?6« von Innsbruck aus besucht hat; seine sonderbare Gestalt, die ihn von den benachbarten Vergen unterscheidet, macht ihn merkwürdig, indem er sich wie ein ausgeschütteter Bcrg in die Ebene hcradsenkt, daher leicht zugänglich ist; an seinem Fuße bildet er ein Gewölbe, durcb welches der Obernbach herausfließt. Von Il'.nsbrnck bis dahin sind nur neun Stunden. Schottwien, Markt ((12 Häuser, 500 Einw.) in Nieder ^ Österreich, am Fuße des Semmenngs, an cinen Felsen hingebaut, in dcsfcn Nähe kleine Ham, merwerke, Marmor- und Gypßdrüche sind. Dcr Paß, der hicr nach Steyermark führr, wird von der alten Felsenfeste Klam beherrscht, dcrcn Ruinen jene von Heidelberg und jene von Stahrembcrg an Größe und Kühnheit des Baues übertreffen sollen. Diese Feste war im l i. und 12. Jahrhunderte der Sitz des gleich-nahmigcn Herrengcschlechtes. Gewölbe, Thore und Gange, Küchen und Gemächer, gegen vierzig an der Zahl, stehen auf einander gethürmt in mahlerischen Ruinen; unbeschreiblich schön ist die Aussicht in das tiefe Thal von Glocknitz, auf die Schlösser Wartcnstein und Kranichberg; auf dem höchsten Pmicte steht die sehenswerthc Burg. CapcUc. Von Schottwien geht es den Berg Semmering ziemlich steil hinauf, auf der einen Scne wird der Weg dmch waldig? Abgründe 263 begränzt, auf der andern durch hohe Berge, links hat man daö anmuthig gelegene Kloster Maria-Schutz; auf den höchsten Puncte der Straße 5i/^ über dem Meere, ist ein Denkmahl an der Gränze der Sleye» mark, von Kaiser Carl VI. im Iahrc 1728 den steyeri-schen Räthen Uhlefeld, Herberstein, Wangensberg :c. gesetzt. Schrems, Markt in Nieder - Österreich , im Kreise O. M. B., in einer Seehöhe von 2l^" liegend, mil einem herrschaftlichen schlofft. Schwächat, ein schöner Markr (140 Häuser, 2000 Einw.) in Nieder-Österreich, im V. U. W. W-am gleichnahmigen Flusse, das Ala nova der Römer; hier stand Sobiesky's Lagcr nach dem Cntsatze von Wien im Jahre 16UI. In Schwächat ist eine bedeutende Kattundruckerey, und in dessen Nähe, zu Alt-Ketten-Hof, eine sehr wichtige Zits- und Kattunfabrike, die mit einer englischen Walzen- und Maschinendruckerey in Verbindung steht, und über 1000 Menschen be< schäftigt. Schwarzbach, Dorf in Nieder-Österreich, im K. O. M. B. Schwarzenau, Dorf in Nieder - Österreich , im K. O. M. B. an der Taya. Schwarzkirchen, Dorf in Mähren, im Brün-ncr Kreise, in dessen Gegend man schönen rothen Bo« lus findet. Schwatz, großer Markt und Sitz des Kreisamtes , im Unter - Innthale in Tyrol. Es ist besonders durch die benachbarten Silber-, Eiscn^ und Kupferbergwerke merkwürdig, worin noch jetzt über 2000 Mcnsckcn arbeiten; tic jährliche Ausbeute beträgt 3500 Mark Silber und 2500 Centner Kupfer; die hiesigen Eisenbcrgwerke gehören zu den reichsten im Lande, man gewinnt viel Vitriol, auch wird der hier aufge^ fundene Malachitstcin so schön wie Türkis geschliffen. Sebastian sbcrg, oderBasbcrg, freye Bergstadt (1200 Einw.) in Böhmen, im Saazer Kreise, deren Zinn- und Silbcrbcrgwerke wenig Ausbeute mehr geben. Spitzenklöppeley, Handel mit Bettfedcrn und Angelika-Wurzel, nährt größtcntheils die Ein> wohner- Sebel, siehe Zsebcly, Sebenico, Stadt (2694 Einw.) in Dalmatien, im Kreise Zara, am glcichnahmigcn Busen, welchen der mit der (Zicola vereinigte Kerkafiuß, vor seinem Ausströmen ins Meer bildet, am Abhänge eines steinigen Berges, unweit des Tarlari - Gebirges. Sie ist der Sitz eines katholischen und eines griechischen Bischofes mit ihren Domcapiteln, hat schöne Kirchen und mehrere Klöster. Der Meerbusen hängt durch dcn eine halbe Stunde von der Stadt entfernten Canal di St. Antonio, eine zwischen hohen Felsen gepreßte Meerenge, mit der offenen See zusammen; den sehr guten Hafen deckt das neue und feste Schloß St. Nicolo, welches vor der Mündung des Canals auf einem Felsen erbaut ist; die Einwohner von Sebenico smd vorzüglich gute Seeleute, und treiben starke Korallensischcrey Der Freund der Natur wird sich durch die kleine Entfernung zwischen Scuenico und Scardona, wenn er anders diesen Ort ohnehin betritt, nicht abhalten lassen, um dort in dem Wasserfalle der Kcrka eine Na-turmerkwürdigkeir zu bewundern , die wenig ihres Gleichen in der Welt haben mag. Die Breite dieses Falles 205 bcttägt bey 300 Fuß; die Höhe, von dcr das Wasscr herabstürzt, 50 Fuß. Die größte Wasscrmassc wirft sich in zwey HauptfaUen, mit einem fürchterlichen, in d^ deutcndcr Entfernung hörbaren Geräusche, von der Höhe in großen Bogen hcrab , während der übrige Theil sich seinen Wcg durch die kleinen Öffnungen, deren Raum rechts und links seitwärts mit Gebüsch und Bäumm bewachsen ist, murmelnd und schäumend bahnt, und so 5em fürchtcr'ich schönen Schauspiele die eigentliche Folie unterlegt, die das Ganze erhebt. Sedriano, Dorf in der Lombardcy, Delegation Mailand. Seefcld , Dorf in Tyrol, im Kreise Ober-Innthal, auf einer Seehöhc von 3030^, erste Post-station in Tyrol von München nach Innsbruck; an dcr baierischen Gränze ist in einer wild romantischen Gegend dcr Scharnitz-Paß, einst Porta Claudia genannt. Sccw iesen, kleines Dorf in Steyermark, im Brucker Kreise, Relaisstation zwischen Gruck und Maria-Zell von schroffen Gcmsgebirgcn umgeben, am Fuße des Sceberges, von welchem man ein ungeheures Fclsenamphitheatcr erblickt. Semlin, Stadt (i2ilj Häuser, «505 Einw.) in der slavonischen Militärgränze, im Petcrwardeincr Gränz-Regiments-Bezirke, am linken Donau-Ufer, und an der Mündung der Sawe in diesen Strom; sie liegt am Fuße eines Hügels, von dem man eine weite und schöne Aussicht hat, und Semlin mit dem gegenüberliegenden Belgrad vollkommen übersieht; die Stadt ist gut gebaut, und treibt erheblichen Handel mit der Türkey, der im Austausche der türkischen Naturalpr». ducte gegen Österreichs Kunstcrzeugnisse besteht, und den der tägliche Markt auf der Belgrader Wiese befördert. Es ist hier eine Haupt-Salzniederlage, eine Contumaz - Anstalt, und eine katholische, illyrische und neugriechische Schule. Dic Stadt wurde im Jahre i?3y an die stelle des schon von Johann Huniady bewohnten Schlosses angelegt, als Belgrad in türkische Ge» walt kam und fast cllle katholische und viele griechische Einwohner von dort herüber zogcn. Sereth, Stadt ^295 Einw) in Galizien, im Csernowitzer Kreise am Sereth; von hier sind vier Stunden zu dem Markte Radautz, einem k. k. Militär-Gestüte, welches der Armee sehr gute Pferde liefert. Sermide, Markt in der Lombardey, Delegation Mantua, unweit des rechten Po-Ufers. Serravalle, Stadt (5500 Einw.) im Vene-tianischen, Delegation Trcviso, in einem Thale zwischen dcn Bergen St. Augusto und Sambugo am Flusse Mesco gelegen; sie hat einen großen Marktplatz, viele Kirchen und Klöster, ein öffentliches Kaufhaus, einc Tuch', Wollenzeug- und Seidenmanufactur. Handel mit Wein, Korn und Honig nach Deutschland. Sessana, Dorf in Illyricn, im Görzer Kreise. Sesto Calende, Markt in der Lombardey, Delegation Mailand, am Ausflüsse des Tessino aus dem Lago maggiore. Sibot, Dorf in Siebenbürgen, im Brooser Stuhl. Sieg Harding, Dorf in Ober-Osterreich, im Innkreise Sieghardskirchen, Markt in Nieder - Österreich K. O. W. W. 2l»7 S icniawa, Martt in Galizicn,, im Kreise Przrmys!, unfern dcs Sanflusses, mil einem Residenz« schlosst deö Fürsten Csatorysky. Siklag, Markt in Ungarn, mit einem Fürst Balh'anyschen Felscnschlossc. Es wird hier trefflicher rother Wein gebaut, in der Nähe sind Marmorbrüche lind ein Gesundbrunnen. Silian, Dorf in Tyrol an der Dräu, im Kreise PBertl^l. Sill ein, Markt in Ungarn, im Trentschiner Comitalo an der Waag, in einer angenehmen Gegend; hat ein Gymnasium und starken Handel nut Wein und veinwand; unweit von daist das Felsenschloß Strasno. Simänd, Markt in Ungarn, im Aradcr Co« mi tate, Siü-Fok, Dorf in Ungarn, im Weßprimer (Zomitate, unweit des Plattensees. Skot schau, Stadt (i/^itt Einw.) in Schlesien, im Tcschner Kreise, am linken User der Weichsel, über welche eine l2dc>i-la lti i-l'l, und ?urta Äonl?a; der ganze Ruin bildet ein s)50^ langes, 510^ breites Parallelogram, dessen innerer Naum in vier gleiche Aicreäe cmaclhcilt ist. .Dieses ungeheure Pracht-gcbäude, in »vclchcm Kaiser Diocletian die letzten neun Jahre seines Lebens, fern von den Neichsgcschäftcn, in einer beglückenden Nul>c zubrachte, hatte mehrere ungeheure Säle, verschiedene Bäder, die Wohnungen der Frauen und der ersten Beamten, die jetzt ganz vernichtet sind; gegcnwänig stehen noch der sogenannte Jupiter-Tempel, im ?. Jahrhunderte von dem Erzbi« schofe Johann vcn Navcnna in eine Cathcdralc umge. schassen, welche einen schönen Gloäcnthurm erhielt, der Vorsaal des Pallastcs, die (5olonade vor demselben, und ein Tempel dcs Äsculaps, der jetzt zur Taufcapclle 270 dient. Die Cathedrae, deren inwendige Verzierungen eher vermuthen lassen, daß es ein Tempel der Diana gewesen scy, ist außerhalb achteckig, inwendig rund und von Marmor, acht schöne corinthische Säulen von Porphyr und Granit tragen eine Gallerie; die Höhe des Tempels bis zum Dache ist 63^, bis an die Zinne des achteckigen Daches aber 85^. Auch sind noch zu bemerken die Ruinen der ehemahligen Diocletianischen Wasserleitung mit neun hohen Bögen, die aus unge-gemcin großen Quadcrstäcken erbaut sind, und auf der Seeseite außerhalb der Stadt, die Trümmer eines Vorhauses, zwischen dem Paliaste und cincr mit vie, len Fenstern durchbrochenen Mauer, uon wo aus man das Meer übersehen kann; alle diese Dcnkmählcr der Pracht und Künstliche Diocletians, verdienen noch nach 15 Jahrhunderten die Aufmerksamkeit dcs Nci-senden. Spital, ansehnlicher Markt in Illyrien, im Villacher Kreise, mit einem Schlosse am Einflüsse der Liser in die Dräu; unweit von hier ist der Milstädtcr-See, nicht nur der tiefste, sondern auch der schönste in Karnthen, der köstlicke Lachsforellen nährt; cr ist zwey und eine halbe Stunde lang , eine halbe bis drey viertel Stunde breit und 15.Ü" tief; dieser See hat cine mahlerische Lage; sanfte Hüacl, untcr denen sich höhere Waldderge erheben, oben bewaldet, unten mit Korn bebaut, oder mit glänzenden Wiesen bedeckt, umfassen die beyderseitigen Ufer, mehrere silberklare Bäche ergie« ßen sich in den See. Sponda lung ha, neu geschaffene Poststation in der Lombarden, Delegation Sondrio, aufdcrneucn Verbindungsstraße zwischen Tyrol und der Lombaldey/ 2?! über das Slilsscrjoch, nnt eincm Canlonirungshausc; in dicstr Gegend führt die Straße durch mehrere in den Felsen gesprengte, gedeckte Gallerien. Sprcsiano, Dorf im Venetianischen, Delegation Trcviso , in einer gartencihnlich angebauten Gegend. Stab, Markt in Böhmen, im Pilsner Kreise, an der Radbutza. Stagno, klcinc Stadt in Dalmatien, im Kreise Nagusa, mit Sccsalz-Bereitung. S tam mersd orf, Dorf in Nieder-Österreich V. U. M. B., von wo aus man den Schneeberg und die an der Gränze Stcyermarks hinziehenden Alpe:? sieht; das PostHaus Rendezvous steht isolirt an der Straße. S tampfcn, Markt in Ungarn, im Preßburger Comitale, mit dcr Herrschaft, dem Grafen PÄffy gehörig, am Fuße des weißen Gebirges ; eine Stunde davon liegt auf einem Berge das Schloß Ballcnstein ^vc-treku); dazu gehört ein Gestüte, und in der Nähe eine sehcnswerlhe 60° tiefe Tropfstein-Höhle, in welcher die Einbildungskraft dem Reisenden einen Saal, ein Theater und cine lZapclle vorspiegelt. Eine viertel Stunde von Stampfen rechts, unweit dcr Straße von Preßburg, liegt in einem romantischen Thale das Dorf Maria.Thal, ein berühmter Wallfahrtsort, merkwürdig wegen den dort unlängst entdeckten, in unsern Provinzen wenig gekannten Schiefcrsteincn, ein nicht genug zu empfehlendes Matcriale zum Eindecken dcr Gebäude; indem die Schicfcrstcine leichter, dauerhafter, und da3 Metall ausgenommen, feuersicherer sind, als die gewöhnlichen gebrannten Dachziegel, dabey den Haupt« vertheil gewähren, daß der Tachfluhl viel lcichtcr con-struirt werden fann, folglich die Mauern wcnigcr drückt. Stanislaw ow, königl. Kreisstadt (950 Häuser, N555) Einw.) in Galizicn, :m glcichnahmigen Kreise, in einer ziemlich ausgebreiteten Ebene, zwischen dcn beyden gleichnamigen Gebirgsströmen Bistoricza; Sitz eines Landrechts und Kriminalgerichtes, hat ein Gymnasium, und eine Kreishauvtschule; dcr Handel wird meistens von dcn vielen dort wohnenden Juden betrieben; die Einwohner tragen die pohlnische Na« tionalklcidung. Stankau, Dorf (l>".0 Häuser, ?33 Einw.) in Böhmen, im Pilsner Kreise, durch eine Brücke über die Nabuza mit dem Markte Stankau verbunden. Stannern, Markt in Mähren, im Iglaucr Kreise, bekannt durch den hier im Jahre ii>0? gefal, lencn Steinregcn. Stecken, Markt in Böhmen, im Czaslauer Kreise; bey diesem Markte, dcr mehrere FabnkZgebäude hat, schlug im Jahre i'"05 dcr Erzherzog Ferdinand ein feindliches Corps unter dem baicrischcn General Nrcde. Stcinach, Dorf in Stcyermark, im Iudenbur-ger Kreise. Steinach, Markt in Tyrol, an der Site in cincr Ecehöhe von 3326^, hat Messer- und Sensen« schmieden- S t ei n amangcr, bischöftichc Stadt (3/,« Häuser, /5 ^ili aciorum mit emcr Münzstätte, wo aus dem im Lande gewonnenen Metalle Sestcrtien geschlagen wurden, wo» her man sogar den gcgcnwärtigcn Nahmen dcs Ortes ableiten will; jetzt hat die Stadt bedeutenden Handels, verkehr mit Eisen und Wein. In der Nähe sind Mineralbäder, auch wird weißer Marmor gebrochen. Steyer, Stadt («09 Häuser, «395 Einw.) in Ober-Österreich, im Traun Kreise, dessen Amtsortsie ist, in einem reizenden, von Hügeln und hohen Bergen gebildeten Thale, am Zusammenflüsse der Steycr und Enns; sehenswürdig find hier die Burg, oder das Fürst Lambcrg'sche Schloß und die Domkirchc, von deren Thurme man eine herrliche Aussicht auf die Stadt und ihre Umgebungen hat. Sleycr ist cinc der wichtigsten Fabriksstädte dcs österreichischen Kaiscrstaatcs, es 275 werden hier viele Gattun'gen von Eisenwaaren, Feilen, Ahle, Klingen und alle Messerschmidarbeiten verferti, get, und ein wichtiger Handel d^nlit, vorzüglich in die Turkey geführt; auch ist hier cm Obcrdcrggcricht, ein« wichtige ärarischc Geweyrfabrik und ein Büchsenma» cherlehrlmgs-Institut; die zwey Jahrmärkte dauern gegen vierzehn Tage. Sie ist der Geburtsort dc5 Dichters Blumauer, (starb im I. 1798). Unter den Umge< düngen Steyers ist eines Besuches werth : Görsien, ein im I. 10^2 gegründetes und von Kaiser Joseph II. aufge« hobencs Bcnedictiner-Stift, in dessen Kirche schöne Gemählde und zwey merkwürdige Grabmähler aus dem !2. Jahrhunderte sich befinden, Ottokar IV. von Steyer und der heilige Bcrthold ruhen in Särgen von roth« lichen Marmor, ihre Bildsäulen sieht man auf den Sargdeckeln liegen, in eincr Seitcncapelle befindet sich ein sehr schön gearbeitetes Mausoleum der fürstlich Auers» perg'schen Familie; der Damberg, dcr eine schöne Über, ficht der ganzen Gegend gewährt, und den man von dem, zwey Stunden von Steyer entfernten Jagdhaus Dambach, in einer Stunde ersteigt; gegen Norden liegt hier die ganze Cbene bis Linz und Pösilingoerg ausgebreitet vor dem Blicke, in welcher Wels, Linz, Enns, Ef. ferding, Kremsmünster, Ebelsbrrg und andere Orte dem unbewaffnetcn Auge sichtbar sind; gegen Süden liegen die Hochgebirge dcr Steyermark und des Salz, kammergutcs. Stocke ran, freyer Markt (21« Häuser, 1600 Einw.) in Unter-Österreich V. U M.B., bekannt durch die k. k. Haupt-Militar-Öcononue^Commission, liegt an einem kleinen Arme dcr Donau, die hier mehrere Inseln bildet, und hat wichtige Getreioemärkte. H?6 Stolzenburg, Torf in Siebenbürgen, im Hermannstädter Sluhl, mit einem berühmten Bergschlosse. Strakonitz, Stadt (280 Häufer, 22li? Einw.) in Böhmen, im Prachimer Kreise an der Wattawa, welche sie in zwey Thcilc scheidet, die eine Brücke verbindet, mit eincm Schlosse der Malteser Groß-priorats - Residenz und einer prächtigen (Zonvcntual-kirche. Die Einwohner unterhalten ansehnliche Tuchwe-bcreyen und Wollenstrumpf - Manufacturer», treiben auch Handel mit Pferden. Sechs und eine halbe Stunde von hier bey Sablath, wird auf Gold gebaut. Strengberg, Markt (41 Häuser, 300 Emw.) in Nieder-Österreich K. O. W. W. Strzedokluk, Torf in Böhmen, im Nakoni-tzer Kreise. Strzeliska-Nowa, Markt in Galizien, im Brzezaner Kreise. Stuben, Dorf in Tyrol, im Kreise Vorarl, berg, mahlerisch am Fuße des Arlbergcs gelegen. Stuhlweiß endurg, königl. Freystadt (l3ac> Häuser, 13,000 Einw.^ in Ungarn, im gleichnahmi-gen Comitate, dessen Congregationsort sie ist, unweit des Sarwisz - Flusses, in einer fruchtbarcn Ebene, die jedoch auch viele Moräste hat, welche durch den ungeregelten Lauf der Sarvisz unterhalten werden; es ist der Sitz eines katholischen Bischofes mit seinem Domcapitel und Teminar, Ausgezeichnete Gebäude sind, die Kathedrale mit guten Gemählden, die bischöfliche Residenz, das Prämonstratenfer-Kloster, das Conutat-haus , die Caserne und das Graf Schmidcck'sche Haus. Stuhlweißenburg war 500 Jahre lang, von 1050 bis 277 t540 die Kronungsstadt und der Begrabnißort der Könige von Ungarn, unter mehreren liegt hier Mathias Corvinus, (starb i/,90) und Ludwig II., welcher bey der Schlacht von Mohacs ^5.26 umkam, begraben. Die Stadt hat Mangel an gutem Trinkwasser, in den nahen Morästen, welche natürliche, zum Scifensieden geeignete Soda geben, hält sich eine Menge Wassergeflügel auf, auch gibt es viele Fische, Schildkröten und Krebse. Eine Stunde von Stuhlweißenburg, bey dem Dorfe Moha ist eine Mineralquelle, deren Wasser trübe aber ziemlich stark ist, und etwas nach Schwefel riecht, cs ist ein Unterhaltungsort der Sluhlweißcnburger; auch das zwey Stunden entfernte Mineralbad Bodaik wird häusig besucht. Suczawa, Stadt ^1000 Häuser, 5230 Einw.) in Galizicn, im Czernowitzer Kreise, auf einer Anhöhe an der Suczawa, mit den Ruinen eines Schlosses, das vormahls den Despoten der Moldau zur Residenz diente. Unter den Römern soll hier ein Ort mit Nahmen Sucidava gestanden seyn. Sud 0 mierzitz, Dorf in Böhmen, im Tabo-rer Kreise. Sümegh , Markt in Ungarn, im Szalader Comitate, mit einem Schlosse des Bischofes von Weßpnm. Szabadszälläs, Dorf in Ungarn, im Groß-Kumamcr Districte, an dcm fischreichen Csintava-Flufse. Szakäll, Dorf in Ungarn, im Ncograder Co-nutate; unweit dieses Ortes ist eine Mineralquelle, deren Saucrwasser in großen Fässern nach Pesth ver-führt, und dort im Sommer fast in allen Gasthoftn getrunken wird. 2?Z Szakul, Dorf i>n Banate, im Krasse Co^ nutate, am Remesch - Flusse. Szalabär, Dorf in Ungarn^, im Ezalader Comitate, mit einem Schlosse der Herren von Horvath. S zala - Eg erszeg, Markt ^2000 Einw.) in Ungarn, im Szal?>der Comitate, dessen' ^ongrcga-lionsort es ist. Szalanta, Dorf in Ungarn, im Baranyer Comitate. Szalonta, siehe Nagy-Szalouta. Szamobor, Markt in Croatian, im' Agramcr Cl^mitate am Vradnaftüßäien umvcit der Kulpa, mit cinem Schlöffe und einem Kupferhammer, zu dem die hiesigen Kupferbergwerk jährlich 2 dis 3000 Centner Erz liefern. S z a m 0 s - Ujvar, königl, Freystadt (5«tt Häuser, 3200 Einw) in Siebenbürgen, eine regelmäßig gebaute Stadt, mit einem befestigte!^ Schlosse, worin jetzt Verbrecher bewahrt werdcn. Sie ist erst im Jahre l7i6 angelegt worden, und hier sollen einst die Castra nova der Römcr gessandcn seyn. Szäntü, Dorf in Ungarn, im Honthcr Co«° mitate. Szäska, siehe Nämct-Szäsca Szasz - Negcn, Markt in Siebenbürgen an der Marosch, im Thorenburger Comitatc, größten, theils von freyen Sachsen bewohnt, welche viel blaues Tuch verfertigen; der Markt treibt bedeutenden Handel mit Bretcm und Schindeln auf der flößbaren Maros und halt vier Jahrmärkte. Szäszväros (Brooä), Markt (000 Häuser, Z,',00 Einw.) in Siebenbürgen, in« Brooscr Siuyl, 27Y mit em?m, von doppelten Mauern, Thürmen und Was. sergrabcn uingcbcncn Kirnen - Castclle; hat ein refor. mirtes Gymnasium und halt drey Jahrmärkte. SzathmÄr, kmngl. Frenstadt (2300 Häuser, ' 1,000 Einw,) in Ungarn, im Szathmarer Comitate am SZamos, eigentlich «us zwey Städten bestehend i Szathmär und Nemcthi, wovon erstere auf einer Insel der Szamos crbaut, ummauert ist; hicr hat ein katho«' lischer Bischof seinen Sitz sammt seinein Domcapitel ünd Seminar; im Garten der bischöflichen Residenz cch^bi sich ein vereinzelter Hügel, Dobolo ge« N.innt. Ferner ist hier ein katholisches Gymnasium, ein Hauptdrcysngslam: ui breiten Fclseudrunnen, in welchem das von der Decke herabfallende Wasser sich sammelt, und hinter einem großen Felstnblocke ein hohes gothisches Gewölbe. T6t6ny, Dorf in Ungarn, in der Pesther Gespannschaft , von welchem der Wög nach Ofen durch eine mahlerisch-schöne Gegend führt. T «th, Dorf in Ungarn, im Raaber Comitate. Teutschb rod, Stadt (/.02 Häuser, 353l) Einw.) in Böhl.ien, im Czaslauer Kreise, am rechten Ufer der Sazawa; hat cin Gymnasium / Tuchwcberey 2«9 und ein Gesundheitsbad. Südöstlich von da, etwas über eine Meile weit entfernt, licgt das Städtchen Pr?ibis!aw; bey der Belagerung dieses Platzes starb im Jahre ^2/,, der furchtbare, nie besiegte, blinde Zizka von Trocznow an einer Seuche; das Stadtchen ward von den wüthenden Hussiten zu dessen Leichen, feyer angezündet und gänzlich zerstört. Theresianopel, siehe Maria - Theresianopel. Theusing, kleine Stadt (23/^ Häuser, 9?3 Einw.) in Böhmen, im Pilsner Kreise, mit einem Schlosse. In der Nähe liegt Dollnicz mit einer Vitriol- und Alaunsiederey. Thorda, (Thornburg) Markt (?O00 Einw.) in Siebenbürgen am Aranyos, in einem mit Nebenhügeln umschlossenen Thale; der Salzoach scheidet den Ort in zwey Theile, in Alt- und Neu-Thornburg. Hier ist ein unitarischcs Gymnasium. Auf einem Hügel, der sich über Alt-Thornburg erhebt, sieht man noch einige Reste der alten römischen Fesie Salinae, welche im Mittclalter Lcanyvar genannt wurde; zwar ist jetzt nur noch ein Gra, ben deutlich zu erkennen, aber die vielen Mauergrund-übcrreste von romischer Bauart, allerley römische Urnen, Münzen :c. die man in dieser Gegend häusig unter der Erde gefunden hat, beweisen, daß hier ein großer römischer Ort gestanden habe. Merkwürdig sind die fünf großen Salzgruben , die sich eine halbe Stunde vom Markte ober den Weinbergen befinden, und jahrlich 300,000 Centner liefern, wovon sonst zwey Drittel nach Ungarn geführt wurden, welches aber seit jener Zeit aufgehört hat, seit die Marosch - Ujvarer-Salinen im Gange sind. Oberhalb Thornburg ist die berühmte Nhornburger-Kluft, ein schmaler, stundenlanger Berg- 2t)0 weg zwischen hoch aufgethürmtcn Felsen, dessen Boden das Welt eines klonen Flusses ist, der auf dem hohen Gebirge seinen Ursprung hat; in diesem Engpasse sind mehre/c Berghöhlcn, unter welchen das Bay-Loch (Lg)" lika) von einem Räuber so genannt, der sich hier aufhielt, die merkwürdigste ist. Timmersdorf, Dorf in Steyermark, im Bru-cker Kreise, Tlumacz, Stadt in Galizien, im Stanisla-wower Kreise, eine Meile vom Dniester am Tlumacz-bache, dessen Wasser hier einige Teiche bildet; der ärmliche Ort ist meistens von Juden bewohnt. Tlustc, Markt in Galizien am Dupa, im Czort-kowcr Kreise. Töplitz, Stadt (/^09 Häuser, 3000 Einw) in Böhmen, im Leitmcriher Kreise; berühmter Badeort in einem sehr schönen, eine Stunde breiten und vier Stunden langen Thale, zwischen dem Schloß- und dem Wacholderberge, am sogenannten Saubache gelegen, der bey Welpt in die Wila fällt. Töplitz ist eine schöne freundliche Stadt, die von Jahr zu Jahr an Wohlstand und in ihren Vorstädten an Umfang zunimmt; zur vorzüglichen Zierde dient ihr das Fürst Klarysche Schloß mit seinem schonen Garten, dessen großer Pavillon dem öffentlichen Vergnügen geweiht, so wie der Garten immer für Jedermann offen ist. Die außerordentlich heilsame Töplitzer Mineralquelle, gehört zu den alkalisch-salinischen Stahlwässern, wird meistens zu Bädern benützt, und nur die Gartenquelle wird getrunken. Ihre Wirksamkeit bewährt sich in Gicht und rheumatischen Krankheiten, Lähmungen, Geschwülsten ohne Entzündung, Schwäche dcr Glicder, Schlag-» 2Y1 ssl'issen, chronischcnHaut-und Nervenkrankheiten, hartnäckigen Geschwüren, Verstopfung dcr Eingeweide, Verhärtung der Drüsen, Hypochondrie, Unfruchtbarkeit^., die wirksamste Hülfe bringen sie dcm verwundeten Krieger, und Mancher schun, der sich für sein ganzes Leben den Krücken überlassen glaubte, verließ ohne diese, gestärkt und erleichtert die heilsamen Wässer. Nachtheilig aber sind sie bey Bluthusten, bey der fließenden Goldnenader, Lungeneiterung, Wassersucht und wirklichen Anfällen der Gicht; in der Wärme wechseln die Bäder zwischen 30, 35 und 36°. Man zählt hier 22 Bäder, wovon ? ihre eigenen Quellen haben, die andern nehmen das Wasser aus dem Ursprünge, der Hauptquclle; es gibt 4 gemeinschaftliche Wäder, wovon das größte ".0 Personen faßt, die übrigen sind Separatbäder. Auch die Schlangen-, Stein-und Schwefelbäder, des der Stadt gehörigen Dorfes Schönau, welches durch die Vorstadt mit der Stadt beynahe vereinigt ist, werden hänsig benutzt. Töplitz zeichnet sich durch die vielen Wohlthätigkeits-Anstalten für arme Kranke aus, dicsc sind: 1.) daß k. k. Militär-Badchaus in Schönau, ein großes, schönes, im Viereck aufgeführtes Gebäude; 2.) das Dr. Iohn'sche Institut, ein Kranken-Spital; 3.) das Badeinstitut für das kom'gl. sächsische Militär; /,.) das Fürst Klary-sche Spital für arme Unterthanen; 5.) das Stadtar-mcn-Institut; 6.) das Luisenstift für arme preußische Curgäste, und ?.) das Nürgcrspital. Wenn die Stadt selbst den Curgästcn Unterhaltung genug darbiethet, so sind die wahrhaft schönen Umgebungen noch reicher daran; wir nennen hicr nur die vorzüglichen, den Wacholderderg, südwestlich von Töplitz, nut seiner viel 19 " besuchten Bcrg schenke , die Anhohe Lipnay mit ihrer niedlichen Cinsicdeley, den Spitalberg hinter Schönau, unweit Prasscwitz mit seiner herrlichen Aussicht auf das Töplitzer Thal und die sich an das Erzgebirge anlehnenden Dövfcr, den Montligne mit dem schönen Pavillon, das Dorf Dorna unweit Schönau, mit einem schönen fürstlichen Parke und Fasangartcn, wo man von einem Lusthauschen, in welchem man mit Erfrischungen bedient werden kann, eine herrliche Aussicht auf Töplih, so wie auf das schöne Kloster Osseg hat, den Schloßderg, eine halbe Stunde von Töplitz mit den Ruinen eines alten Schlosses, von wo man eine überraschende Aussicht genießt, gegen Osten freitet sich eine große, im Hintergrunde von vielen Bergen begränzte Flache aus, in der man einen Theil der Stadt Aussig an der Elbe sieht, gegen Mittag steht der hohe Milli-schauer Berg, gegen Westen zeigt sich der Biliner Berg, die Stadt Töplitz und das prächtige Kloster Osseg, an der Mitternachts feite läuft das hohe Erzgebirge hin, an dessenFus!c sich das romantisch-liegende Maria-Schein, mit seinem rothcn Thurme anlehnt; die großen unterirdischen Gewölbe des alten Schlosses, welche noch unter den Casematten angebracht sind, so wie auch zwey sehr tkfc Brunnen sind bcmerkenswcrth; das Jagdschloß Doppelburg mit seinem Thiergarten, zwey Stunden von Töplitz, wo die Fütterung des Hochwildes einen unterhaltenden Anblick gewährt; die Dörfer Eichwald, Pihackcn, Dreyhunken, Iudendorf und Kosten, mit ihren Aussichten und Spaziergänger!, alle etwas mehr als eine Stunde von Töplitz. Fernere angenehme Ausflüge gewähren, das Cystercienser-Kloster Dsseg, zwey Stunden von Töplitz, mit ciner Menge 293 Sehenswürdigkeiten, und einer überaus schönen Aussicht gegen Morgen, in der sich Töplitz mit seinen Umgebungen amp hi theatralisch darstellt, Maria-Schein, ein vielbesuchter Wallfahrtsort mit einem Sauerbrunnen ^Freßbrunn), der Hunger erregen soll, der Niesenberg und das Niesenbad, das in einer Bcrgschlucht, kaum aus selber hervorblickend, mahlerisch - gelegene Graupen, mit seinen Ruinen und Zinngruben, die Ruinen des Schlosses Geyersberg, die Städte Dux, Brür, Bi-lin, das Schloß Eisenberg, die Ruinen von Kostenblatt, derMillischauerberg :c.; zu diesem letztem, drey Stunden von Töplitz entfernt, fährt man durch verschiedene in einer fruchtbaren Gegend liegende Dörfer; von seinem Gipfel übersieht man einen großen Theil des Leitmentzcr, Bunzlauer, Saatzer und Nakonitzer Kreises; in östlicher Ferne zeigt sich das Niesen- und Iser-Gebirge, an der Südseite erblickt man daZ Eu-lengebirge hmw Prag und dicst Stadt, westlich das Erzgebirge und das Gebirge bey Kaden; unter sich sieht man den Schloßberg, Leitmcntz und die gegenüberstehende Festung Thcresienstadt sehr deutlich, so wie auch das am Fuße des Berges liegende Dorf MilU-schau, mit seinem herrlichen Schlosse und Garten. Drey Stunden von Toplitz, auf der Straße nach dcr Poststation Arbesau, liegt das Dorf Kulm, berühmt durch die Schlacht vom 30. September i".i3 , anderen Vorabende dcr russische General-Lieutenant Graf Oster-Mann Tolstoi, durch seine Sündhaftigkeit den eigentlichen Grund zu dem nachfolgenden glücklichen Feldzuge legte; das ganze Armee-Corps des französischen Generals Vandamme wurde am andern Tage vernichtet, er selbst gefangen und mit ihm "> und die Donau bildet. Die ersten Festungswerke, welche König Mathias angelegt hatte, wurden unter Ferdinand I. und Leopold I. nach einem besseren Plane vollendet. Die Erdbeben vom Jahre i?6?, und i?."!/! verursachten ihnen großen Schaden, weßhalb Kaiser Joseph II. sie ganz eingehen ließ; seit iN05 wurde sie , neuerdings gebaut, und durch ihre Werke zu einer der ersten europäischen Festungen erhoben, noch hat sie kein Feind bezwungen, woran die in Stein gehauene Jungfrau erinnert, welche an der nördlichen Seite d?r Seilerstatt , an der Waagseite, gegen Neuhäusel zu, zu sehen ist. Uj-Verbäsz, Dorf in Ungarn, im Bacscr Comitate am Franzens - Canale. Ulma, Dorf in der Nanater Militär-Gränze, im deutsch--banatischen Gränz-Regiments-Bezirke- Ung. Hradisch, Kreisstadt in Mähren, im gleichnahmigen Kreise, in eine-c fruchtbaren, aber häusig überschwemmten Ebcne, auf einer Insel des March-fiusses, über welche die 'Ltadr 3y Brücken zu unterhalten hat, von denen einc ,100 Schritte lang ist. Hradisch war ehedem eine wichtige Festung , und wurde in den Jahren i^5,y bis i^?3 von König Mathias Corvmus mehrmahl fmchtlos belagert Schcnswcrth ist eine gut gearbeitete Maria - Statue auf dem gw« ßen Platze, das schöne Altarblatt in der Pfarrkirche von dem Prager Mahler Johann Georg Heinisch, und das Nathhaus, wo vier Schwerter aufbewahrt werden, welche König Wladislaus der Stadt zur Belohnung ihrer Tapferkeit im Jahre 1/N2 geschenkt hat. Bey dem, cine Stunde von Hradisch entfernten, aufgehobenen Ci-sterzienser-Kloster Wellehrad, stehen die Überreste der uralten Kirche, in welcher der heilige Cyrillus gepredigt hat. Zwey Stunden westwärts von Hradisch, liegt Buch' lau, eine uralte, große, noch jetzt bewohnte Burg auf einem hohen Berge, vvn welcher man gegen Osten und Süden eine schöne Aussicht genießt; man über, blickt das ganze herrliche, hochgcsegmte Marchthal über Hradisch bis zu den Füßen der Karpatcn, welche die Gränzscheide des Waag- und Marchgebiethes sind; Ostrau, Hradisch und Wcllehrad sind hier deutlich zu sehen; so wie am Fußc des Berges das Dorf Buchlo-witz, welches ein Schwefelbad und vorzügliche Obstcultur hat. Unghvär, Markt (500 Häuser, 5000 Emw,) in Ungarn, im glcichnahmigen Comitate, dessen Con-gregationsort es ist, zum Theil auf einer Anhöhe in einer freundlichen Gegend an der Ungh. Das hiesige Nergschloß, welches ehemahl für eine gute Festung galt, enthält jetzt das griechisch-umrteSeminarium, mid gewährt eine schöne Aussicht. Der griechisch-unirte Bischof von Munkacs residirt hier mit seinem Domcapitcl. Die Stadt hat ein katholisches Gymnasium, ein Haupt-, dreyßigstamt, Weinbau und Viehzucht und sehr viel Juden. Unken, Dorf in Ober-Osterreich, im Salzdurger Kreise, in einem tiefen Kessel gelegen. Einige hun. dcrt Schritte vom Dorfe steht das Wirthshaus Dbenain mit einem Heilbade, das gegen Gicht, Steifheit und Lähmungen der Glieder gcrühmt wird, und nahe dabey ein unbenutzter Salzbrunnen. Ungefähr zwey Stunden von Unken und vier Stunden von Lofer, sieht man den prächtigen Wasserfall des Staubbaches in einem tiefen, engen, wilden Eeitcnthale; durch mehrere ver- 20 ^ 303 schieden durchbrochene Felsenbänke wi»ft sich der Staubbach wie aus den Wolken in einer Höhe von 100 Klaftern donnernd herab, und seine Wassersäulen lösen sich in Staub und Nebel auf. Von Unken aus kann man das Sonntagshorn , einen nordwestlich gelegenen 1010" über das Mecr erhobenen Berggipfel ersteigen; fünf Stunden braucht man bis zu der mit 30 Sennhütten besetzten Hochalpe, dann zwey Stunden bis zum Gipfel; man erblickt hier Reichenhall, Salzburg, den Chiem-See, den Traunstem und die Gefilde von.Baiern bis an dcn Inn, so wie St. Gilgen am Abersee, nebst zahllosen Taucrn und Alpen in Salzburg, Tyrol, Steycrmark und Ober-Osterreich. Vier Stunden von Unken bey Unter-Weiffcnbach, ist die unter dem Nah« men Lambrechts-Ofcnloch bekannte Höhle. Unter - Dräu bürg, landesfürstlicher Markt in Illyrien, im Klagenfurter Kreise. Unter - Metzenseif, deutscher Marktflecken in Ungarn, im Äbauyvarer Comitate, mit Eisenbergwerken und Eisenhämmern. Die Bewohner dieses Ortes sind in ganz Ungarn als die besten Teichgräber und Pflasterer bekannt. Untcr-Sandau, Markt in Böhmen, im Ell-bognerKreise, mit Tuchmanufacturen. Beydem, eine Stunde von da gelegenen Flecken Königswarth, quellen Sauerbrunnen hervor, und im Dillwalde findet man Granaten; auch ist nicht ferne der zum Fichtelbcrge gehörige Thiclenbcrg, von dessen Gipfel man eine ausgedehnte Aussicht in das baierische und sächsische Gebieth hat. Von dem Feschauerbcrgc nächst Miltigau, eine Stunde von Sandau, stellt sich der Egerische Bezirk am schönsten dar. I<)9 Unter - Tauern, Dorf in Ober-Österreich, im Salzburger Kreise, am nördlichen Fuße des Rad, städter Tauern. Unter-Vintel, Dorf in Tyrol, im Kreis Pusterthal. Unzmarkt, fürstlich Schwarzenbcrg'schcr Markt in Steyermark, im Iudenburger Kreise, mit mehreren Eisenhämmern, wo Gußstahl auf englische Art bereitet wird. Jenseits der Muhr sieht man das ansehnliche Gemäuer des uralten Schlosses Frauenburg. Vadkert, schönes deutsches Dorf in Ungarn, in der Pesther Gespannschaft. Välaszüt, Dorf in Siebenbürgen, im Dobo-kaer Comitate am kleinen Szamos. Valdagno, Markt (3300 Einw.) im Vene-tianischen, in der Delegation Vicenza, Districts-Hauptort, in einem fruchtbaren Thale am Flusse Agno, mit einem Seidenfilatorium und einer Tuchmanufactur. Valie-Putni, einschichtiges PostHaus in Galizien, im Czernowitzcr Kreise, in einem engen,, wilden Thale. Vällaj, Dorf in Ungarn, im Szathmarer Comitate. Vämosfalva, Dorf in Ungarn, im Ncogradcr Comitate. Vaprio, Markt in der Lombarden, Delegation Mailand. Varese, Markt (3w0 Einw.) in der Lombar-dey, in der Delegation Como, zwischen dem Olona und dem Lago di Varese. Sie ist der Sitz eines Tribunals, die hiesige Pfarrkirche hat einen schönen Thurm, von dem man eine reizende Aussicht genießt, es wird 3N) hier vicl Seidenbau, S^idenspinnerey und Scidennie-bcrcy getrieben. Hier und in der Umgebung gibt cs prächtige Villen des lombardischen Adels, von denen jene dcr Fürsten Sorbelloni, Zinzendorf und des Grafen Dandolo, die merkwürdigsten sind. Unweit von da steht auf cinem Berge, die berühmte Wallfahrtskirche V -iros - 3 öd, Dorf in Ungarn, im Weßprimer Conntate. Vasvär, Markt in Ungarn, im Eifendurger Conütate an der Raab. Nt>cse, Dorf in Ungarn, in der Zemplincr Ge-spannschaft. Veldcn, Dorf in Illyrien, im Villacher Kreist, am westlichen Ende des Worth oder Klagcnfurter Sees; dieser See ist vier Stunden lang, eine halbe bis drey-vicrtel Stunden breit, von mäßigen Hügeln auf allen Seiten umgeben, und nur durch ärmliche Ortschaften belebt, er erhält aber durch die im Süden empor steigenden, oft dis im Iuny noch mit Schnee bedeckten Kramer.Gebirge, cinc mahlerische Ansicht. Eine Stunde von Velden, liegt in dem von der Dräu durchströmten, und von den Kramer Gebirgen bcgrä'nzten Roftnthalc, das Dorf Noscck, mit der Ruine eines al'ten und einem neuen geschmackvollen Fürst Nosenberg'schen Schlosse; zwey und eine viertel Stunde von da, liegt der Wal!-fahrtsott Maria. Elend, von dessen drcyvicrtcl Stunden weit entfernter Bergcapelle man eine schöne Aussicht hat über das obere Nosenthal. Veleite , Dorf in Ungarn, im Zempliner Co-mitatc. Velencze, Dorf in Ungarn, im Wcißenbmgtt Ill Comitate, am zwcy Stunden langen, meistens mit Nohr und Schilf bedeckten Velenczer-See. Venedig, zweyte Hauptstadt (5000 Häuser, I0(),c)2? Cinw.) des lombardisch-veneüanischen Kö' uigreichcs, eine der ältesten und berühmtesten Städte unsers Welttheiles, und die sehcnswcrtycstc im großen österreichischen Kaiserstaate, ist auf Pfählen ge^ baut, liegt zwey Stunden vom festen Lande in den Lagunen, einer seichten Art von See, den Sandbänke vom Meere trennen und besteht aus 150 Häuser-Inseln, die nahe an einander liegen, durch Canäle geschieden, und durch 300 Brücken in ein großes Ganze wieder vereinigt sind. Die Stadt hat zwey und eine halbe Stunde im Umfange, ist eine Festung , weniger durch ihre Werke, als vielmehr noch durch ihre Lage, die großen Kriegsschiffen verbiethet, sich ihr hinlänglich zu nähern um ihr schaden zu können, und ist durch den Canal grande in zwey ungleiche Hälften geschieden, die die herrliche Rialto-Brücke wieder vereiniget, hat in den einzelnen Theilen so schmale enge Gassen, daß kein Wagen durchfahren könnte, und ist trotz dieser Lage in einem Sumpfe, dennoch gesund, weil Ebbe und Fluth dcs Meeres einen beständigen Wechsel des Wassers bringen. Die größte Straße ist die Kiva d^i scinavonni, die vom Marcus^Platze bis zum Arsenal f«hrt, die Mcrcerien haben ungefähr eine Breite von 10 bis 12 Schuhe; es gibt wohl mehrere Platze in Venedig, allein nur der Marcus-Platz verdient den Nahmen, er ist auf allen Seiten 60 Klafter lang, und der eigentliche Ccn^ tral^Punct der Stadt, wo sich täglich eine Menge von Menschen einsindct. Venedig ist in sechs Theile, so- 312 5uei-i eingetheilt, sie heißen: Sesiiere di Castello, di San Marco, di Canale reggio, San Paolo , San Croce ltnt> Dorso duro ; jedes dieser Stadttheile besteht aus einer Menge unter einander durch Brücken verbundenen Inseln; wir berühren in Kurzem die Merkwürdigkeiten eines jeden: l.) Das 8c3li«i-e c!i (^iLNo gränzt gcgen Abend an 3an Mai^o und Onal i-eg-8'o, auf den andern drey Seiten ist es vom Meere umgeben; es enthält als größte Merkwürdigkeit, das Arsenal, cin Denkmahl von Venedigs ehemahliger Größe, in welchem man Alics vereint findet, was zu Errichtung und Erhaltung einer großen Flotte nöthig ist; ferner die im Jahre ibai aus istnschem Marmor erbaute Cathcdrale 82» I^etro, die alte Wohnung des Patriarchen von Venedig und das Seminanum, die auf Befehl Napoleon's angelegten öffentlichen Gärten, ungefähr 1000 Schritte lang und 1200 Schritte breit, von deren künstlichem Hügel man eine schöne Aussicht genießt, mehrere Kirchen, unter denen die gothische Kirche 3an l^iov^iün « I?aolu, wegen ihrer Bauart und der prächtigen Monumente der Familie Moc^nixo, schenswürdig ist, und vor welcher die im Jahre ^95 dem General ^ol^ane von Bronz errichtete Reitcrstatue steht, endlich die Gefängnisse- 2) Das seLtiei-6 ck 3an Marco. Dieser Stadttheil, umgeben vom Meere, dem (^iiai i-e^ic» und dem 8o3!i«l-e von l^fnilo und (^ntll i-t^io, schließt in sich, Alles was Vcncdig stin Schönstes und Merkwürdigstes nennt, die Kirche, den Pallast und den Platz 82N ^lart-o. Die gothische St. Marcus-Kirche ist zwar nicht die Schönste der Stadt, allein die reichste, sie wurde im w. Iahrhundcrtc und der von dcv Kirche getrennte )l3 Glockenthurm, schon im Jahre 658 erbaut, welcher von seiner Höhe eine wahrhaft entzückende Aussicht gewährt; über dem großcn Kirchen-Portale stehen dic wcltbc^ kannten vier Pferde von vergoldetem Erze, die einst dic Triumphbögen Nero's , Nrajans und Constantms zierten, und in neuerer Zeit, Zeugen von Napoleon's Größe und Fall waren. Dcr Pallast von 8an Marco, ehemahls die Residenz des Doge, ist ein gothisches, weitläufiges, aber prächtiges Gebäude, welches eine Menge sowohl geschichtlicher, als Merkwürdigkeiten der Kunst an Bildfäulen und Gemählden enthält; der ehemahlige Vcrsammlungssaal des großen Rathes Von Venedig bewahrt jetzt die 150,000 Bände starke Bibliothek und fchenswcrthe Antiken. Außer dem Marcus-Pallaste sind in diesem Stadttheile noch vorzüglich merkwürdig, der marmorne Pallast der ehemahligen Marcus-Bibliothek, von 8an5ov1n« erbaut, wo jetzt die Dicasterien untergebracht sind, die ohne alles Holzwerk , von Stein und Eisen aufgeführte Münze, 2ccca, von welcher die Zcchinen ihren Nahmen haben, die Theater von 3an I^uca, von 8an Lenec^Uo, V0N 8an Angelt) und das prächtige Schauspielhaus I2 I''c-nice (kostete 1,300,000 Gulden), mehrere fthcnswcrthe Privat-Palläste, das deutsche Haus, jetzt zum Nath-hausc verwendet, und die Kirche 8an dalvadui- mit den Grabmählern der Dogen (^irolaino und I^arenx» I'ri'uli. 3.) Das 3c?5llllrll d^nal l'Oßgin, das größte und gesündeste, vom Meere, dem großcn (Zanale und dcn 8o5lilli'i Murco und <^5^!Ia umgeben; cs enthält mehrere schöne Kirchen voll herrlicher Gemählde und Statuen der besten venelianischen Meister, die Sternwarte, einige schöne PaUaste und das prächtige Klo- It/» ster 8calc!, auch ist in diesem Stadtthcile das Iuden-quartier (<^li«tw) auf zwey Inseln am Canale (^irn-lamo. 4.) Das 5o8N6!-ü 8an raala. Es hat den Nahmen von der Kirche 8an?ilc>Ic>, und liegt zwischen dem großen Canale und den Sestieren 82M2 croce und vniäa cluia. Hier steht die berühmte, von istrischem Marmor erbaute, in einem Bogen von "rn 8ant3, Ooce, das kleinste von Allen, gränzt an die 3c:5>ieri 8an I'aolo und Vc>l50 6ui-O, und im Norden an den großen Canal; dieser Stadttheil hat einige Kirchen mit vorzüglichen Gemählden und viele Gärten, zu bemerken ist auch der Pallast Bembo und die türkische Waaren-Niederlage, 6.) Das 8e5iierl) 60150 cluru: cs liegt zwischen dem Canal (^iu^ecca und dem großen Canale, und gränzt mit den zwey eben angeführten 8<,'5tieri's. Hier ist die Kirche cjeüa salule. erbaut zum Andenken der Pest, welche 16I0 in Venedig wüthete, die schönste der ganzen Stadt, in der Kirche St. Sebastian liegt Paul Veronese (starb 15Ü3) begraben, sein schönstes Denkmahl sind ,die in der Kirche von ihm vorhandenen Gemählde. Jenseits des Canals (3ilit,!ecc2 liegt im Mittag von der Stadt die Inscl OiulloccH, und begleitet selbe in einem Achtcl-Bogcn, sie enthalt mehrere Kirchen, meistens aber Gärten; an siV' stößt die schöne Insel 82« Oiuigw mgg^ion:, Ii5 mit der sehr schönen glcichnahmigen Kirche; an dieser Insel befindet sich der Freyhafen. Venedig ist der Sitz des Guberniums mit allen seinen Unterabtheilungen, der Central - Congregation, des Appellationsgerichtes, eines Militär-Gouverneurs für die Stadt und Festung, des See-Sanitätsmagistratcs, der Marineverwaltung und einer Censur-Behörde, es hat cine' Handelskammer, ein Handelsgericht, eine Börse, eine A ssecuranz-Gesellschaft und eine Obcrpostverwaltung; das venetianische Militär-General-Commando ist jetzt mit dem Mailänder General-Commando vereinigt, der Sitz dcs commandirenden Generals des vereinten Königreiches ist für gegenwärtig in Padua, wo hin-füro nur ein Militär-Commando für das Vcnetianischc bestehen wird. Der in Venedig residirendc Patriarch ist der erste katholische Geistliche der Provinz, die Griechen und Armenier haden ihre Erzbischöfe. Die wissenschaftliche:'. Anstalten sind: das Convict-Lyceum, die k. k. Akademie der schönen Künste, das Athäneum, die Marine - Cadetten- und die Schissfahrtsschulc, vier Musikconscrvatoricn, ein griechisches Gymnasium, eine medicinischc Gesellschaft, mehrere Privat. Lehr-institute, sehenswerthe Bibliotheken, Kunst-Naturalien- und prächtige Gemähldesammlungen in den Pal-lästcn der Reichen. Die Industrie Venedigs besteht in vielerley Manufatturcn: in Seide, Tuch, Gold-und Silbersiossen, Sammt und seidenen Strümpfen, in Fabriken von Golddraht und andern Goldarbeiten, Glasperlen, und eine Menge anderer. Es ist hier eine große ärarische Tabaksfabrik, auch ist der Schiffbau be^ deutend, und die österreichische Marine hat hier ihre Hauptstation. Venedig war einst die erste Handels- 3l6 siadl der Welt, seine Flotten beherrschten alle Meere, und die Reichthümer aller Zonen sammelten sich in seinem Schooße; allein sein Welthandel bekam einen erschütternden Stoß, durch die Entdeckung von Amerika und die Eroberung der Levante durch die Türken; die Hülfsquellen versiegten nach und nach mit dem Verschwinden seiner Macht, und der Verlust seiner Unabhängigkeit nahm ihm die letzten Kräfte; allein wenn auch jene Handels-Herrschaft aufgehört hat, so ist Venedig doch immer noch ein wichtiger Handels- und Stapclort für Italien; späteren Zeiten mag es vielleicht aufbehalten seyn, diese Mutter des Handels einst wieder so zu heben, daß sie sich wenigstens den übrigen ersten Handelsplätzen Europa's gleichstellen könne, denn wäre es wohl etwas Unmögliches, Venedig durch Entsandung seines Hafens, durch Schiff-barmachung des Etschfluffes bis Botzcn, Vereinigung dieses Flusses durch Eisenbahnen, einer Seits durch den Nheln mit Amsterdam, ander Seits durch den Inn und die Donau, dann durch die Moldau und Elbe mit Hamburg in Verbindung zu setzen, wodurch so den Waaren-Transporten, besonders den aus der Levante, der weite Weg zu Wasser beynah um ganz Europa erspart würde? — Die vorzüglichsten Handelsartikel Venedigs sind gegenwärtig: levantische Inselweine, Reis, Seide, Leinwand, Getreide, Waffen, Spiegelglas und andere Glasfabricate ?c.; sein Hafen ist sicher und geräumig, nur wird der Eingang zu ihm wie in die Canale, durch den dort sich anhäufenden Sand sehr erschwert. In den Lagunen Venedigs liegen mehrere Inseln; die merkwürdigsten sind, gegen Norden von der Stadt, Murano, die nächste, mit Glas- und Spiegelfabrikcu, fünf italienische Meilen weiter, Burano, und unweit von da die Insel Torcello, welche in ih« rem fast ganz verödeten Städtchen viele Alterthumer verwahrt, nähmlich die sehenswcrthe uralte Kirche, den steinenen Sitz auf dem Platze vor derselben, von welchem der Hunnen-König Attila Gericht hielt, dcr Residenz-Pallast dieses Weltenstürmers und ein alter Thurm, von dem man eine herrliche Aussicht über die Lagunen genießt. Im Osten von Venedig liegt die drey Stunden lange Insel Malamocco, welche die Lagunen vom Meere trennt, mit dem gleichnahmigcn Städtchen und dem am Südende befindlichen Hafen; an der Nord, spitze der Insel ist der Porto 3an Kiculo, wo in vergangenen Zeiten die Vermählung des Doge mit dem adriatischen Meere für sich ging. Zwischen hierund dcr Stadt liegen die Inseln 8an ^i-asma, der Kü-chengartcn Venedigs; 5»n I51ena mit Quellen von sü> ßem Wasser, an welchem Venedig sonst vollkommen Mangel hat, der durch Cysterncn - Wasser ersetzt werden muß; san ssl-volo, mit einem großen Irrenhause, und Han I.axni-0 von armenischen Mönchen bewohnt, welche hier eine Bibliothek, reich an Manu-scripten, und eine Druckerey für die orientalischen Sprachen haben. An die Insel Malamocco reiht sich die Insel Palestrina, ein schmaler Landstrich, merkwürdig durch die Murazzi, ein Riesenwerk, welches die Bestimmung hat, das Meer zu hindern in die Lagunen einzubrechen; es besteht aus einem 3^ hohen Damm von istrischen Quadern, der gegen das Meer zwey sanfte Abhänge bildet, und auf der Seite der Lagunen eine senkrechte Mauer darstellt; er ist nur auf ewe Strecke von vier Miglien vollendet, auf der übri- 3,9 gen acht Miglien langen Strecke liegen die Steine am Meeresufer unordentlich übereinander. Gegenüber dem südöstlichen Ende der Insel Palestrina, liegt auf der gleichnahmigen Lagunen-Insel, sieben Stunden von Venedig, die Stadt Chioggia, gleichfalls auf Pfählen erbaut, und durch den Canal della Vena in zwey Theile getheilt, sie hängt durch eine steincne Brücke von 63 Bogen mit der Landenge von Brondolo zusammen, so wie sie einen schiffbaren Canal hat, der die Lagunen mit der Etsch verbindet; sie ist der Sitz eines Bischofes, und der gute Hafen durch' ein Fort beschützt, ist der Stapelplatz für alle über Verona und von der Etsch herkommende Waaren. Vera, Dorf in Slavonien, im Syrmier Co-mitate. Verb ova, Dorf in der slavonischen Militär, gränze, im Gradiskaner Gränz-Regiments-Bezirke. Verbovecz, Dorf in Croatien, im Kreutzer Comitate, mit einem Schlöffe. Verebely, Markt in Ungarn, in der Bacser Oespannschaft an der Zitwa, in einer sehr freundlichen Gegend. Verginmosz, Dorf in der croatischen Mili-tä'rgränze, im ersten Banal-Gränz-Regiments-Bezirke. Verona, königl. Stadt (8980 Häuser, 60,000 Cinw.) im Venetianischen, Hauptort der gleichnahmigen Delegation und eincs Distncles, an beyden Seiten der Etsch in einer weiten, schönen Ebene, die nordlich von Neben bekränzten Hügeln eingefaßt ist. Vier Brücken verbinden die zwey Stadttheile, unter denen die merkwürdigste, jene mit drey Jochen von Casicll 31Y vechio ist, deren größter Bogen l^5^ Hssnung hat. Verona ist der Sitz eines Bischofes sammt dessen Dom-capitcls, des Justiz-Senats für die lombardisch-vcne-tianischen Provinzen, eines Civil-Justiz-Tribunals, zugleich Criminal., Mercantil- und Wechselgerichtes erster Instanz, hat ein Convict - Lyceum, eine weibliche Erziehungsanstalt, eine Akademie des Landbaues, mehrere wissenschaftliche Gesellschaften, Privatbibliotheken und Kunstsammlungen, Seidenweberey und Tuchma, mlfacluren, und bedeutenden Handel. Über Verona's Gründung ist man nicht einig, schon zur Zeit des Strabo war Verona ein großer Ort, und hatte in den nachfolgenden Zeiten gleiches Schiksal mit den andern Städten Dbcr^Italicns, bis sie von den Venetianern unterjocht wurde; sie ist mit Wällen und Bastionen umgeben, hat drey Castelle, von denen zwey 8an I'elic« und sanrluuo auf Hügeln großtentheils zerstört sind, und (^5leUo v'l'clno, ein massives, altcrthümlichcs, von den Scaligem in der Ebene aufgeführtes Gebäude, ist aber keine Festung. Verona hat fünf prächtige Thore, von denen die ?a>ta Lluppa ein Meisterstück des 8an Äugelt) ist, mehrere öffentliche Plätze, worunter der I>iÄX2Ä <^i 8ignoil, mit dem Nathhause And den Statuen ausgezeichneter Bürger von Verona, und der I>ia2XÄ 6'in-rni, mit der bekannten allegorischen Figur der Republik Venedig, die merkwürdigsten sind. Die, Straßen sind zum Theil eng und schlecht, zum Theil schön, gut gepflastert, und mit bequemen, erhöhten Fußpfaden versehen. Schenswerth ist das weitläufige Gebäude der von Masscy gestifteten, philharmonischen Gesellschaft auf dem Platze Bni, welches das, an seltenen, alten Denkmählern jeder Art sehr reiche Museum, .120 das Op^rntheater, eine Akademie und ein Nidotto, gewöhnlicher Versammlungsort der Italiener zur Unterhaltung, enthält; das ehemahlige Nathhaus bewahrt einen Schatz von alten Gemählden der venetianischen Schule, vorzüglich der alten Veronescr-Künstler, indem alle Bilder der aufgehobenen Kirchen und Klöster hier aufgestellt wurden. Verona hat mehrere sehenswerthe Palläste und Kirchen / zu den erstern zählt man den bischöflichen Pallast, die Palläste Nerzi, Pompei, Pellegrini und Bevilacque, mit Kunst-und Gemähldesammlungen; unter die andern gehört die Hauptkirche, !! Duamu, ein altes gothisches Gebäude mit dem Grab' mahle Papst Lucius III. mit der Aufschrift: „die Gebeine Lucius III,, den der Neid aus Nom vertrieben ;" die größte Zierde dieser Kirche ist eine Himmelfahrt, von Titian. Schöne Gemählde besitzen: die Kirche St. Gtephan, in einer Madonna von Carotti und Giorgio maggiore im Altarblatte des Hochaltars, die Geschichte dcs heiligen Georgs vorstellend, eines der besten Werke von Paul Veronese. Die Kirche des heiligen Zeno ist durch ihre gothische Bauart und durch die unterirdische Grabstätte Pipins merkwürdig, dessen Überreste jedoch später nach Frankreich geschafft wurden. Die kleine Kirche san Maria anticH enthält merkwürdige Denkmähler des Mittelalters, mehrere Mausoleen der Sca« liger, einstigen Herrn Verona's. In Verona haben sich viele Nömerdenkmahle erhalten, das seltenste von diesen ist die Arena, ein prachtvolles, im Geschmacke des Coliseums zu Rom erbautes und noch in den Haupttheilen gut erhaltenes Amphitheater, dessen Bau man in die Zeit der Regierung Domitians oder Trajans setzt, nähmlich gegen das Ende des ersten Iahrhundcr- 321 tes nach unserer Zeitrechnung. Verona ist der Gebmts. ort des Cornelius Nepos, des ältern Plinius, des Dramatikers Scipio Maffey, des Mahlers Paul Veronese und anderer berühmter Männer. Der Garten des Grafen Giusti, der den Besuchen des Publicums geöffnet ist, hat einen Tempel mit dem Brustbilde Kaisers Franz I., und gewährt von dem Sommcrpallaste eine reizende Aussicht über die Stadt und auf die Berge, welche den Gardasee begränzen; prächtiger noch ist die Aussicht, welche die Ruinen der früher genannten beyden Castelle darbiethen, man übersieht von ihnen die ganze Stadt mit ihrer Umgebung, und erkennt selbst die große Kuppel der Andreaskirche zu Mantua; die Gebirge von Bolca, die Gegend von Rivoli gegen Tyrol, das hohe Monte-Baldogebirge, die entfernten Berge bey Modena, dieEugancen seitwärts von Padua, und die Gegend von Montebello, fallen hier deutlich in die Augen. Zu Veja, sims Stunden von Verona, zwischen den Dörfern Prun und Faune, befindet sich die merk« würdige, natürliche Steinbrücke, eine 50 Schuh lange, mächtige Eteinmasse, die in Gestalt eines Bogens von einem Berge zum andern reicht. Vcrpoljc, Dorf in der slavonischen Militärgränze, im Brooder Gränz. Regiments-Bezirke. Vcszprim, bischöfliche Stadt lyooo Einw.) in Ungarn, im gleichnahmigcn Comitate, dessen Congre-gationsort es ist, zum Theil auf einem hohen, steilen Kaltfelscn, welcher die bischöfliche Residenz, die Ca-thedrale, das Comitathaus, das Plansten-Collegium und das Francisccmer-Kloster trägt, zum Theil in der 6bene am Flusse Sed gebaut. Veszprim ist der Sitz eines Bischofes, dem das Necht zusteht, der Königinn 21 322 von Ungarn die Krone aufzusetzen, und seines Domcapl-lels, hateinScminarund ein Gymnasium, treibt erheblichen Handel mit Getreide und Wein, übrigens hat cs Mangel an Waffer; daher der Brunnen Urkut bemer-kcnswerth ist, welcher tief aus dem Thale, unter der bischöflichen Residenz sein Wasser, durch ein Saug- und Druckwerk, welches durch dm Sedfluß in Bewegung gesetzt wird, in die obere Stadt sendet. Die Lage der Stadt gewährt nirgends eine vollkommene Aussicht über selbe; doch ist jene, von der bischöflichen Residenz ins Thal hinab und auf die Vorstädte romantisch. Won VesZprim hat man drey Stunden bis Füred, ein angenehmer, beliebter Badeort mit einem Sauerbrunnen; dieser letztere gehört in die Ncihe der kohlensauer - eisenhaltigen Mineralwässer, enthält einen ansehnlichen Theil von Glaubersalz und Magnesia, und besitzt eine gelinde auflösende Kraft, die für Blutfiüsse, Lähmungen, Hautausschläge ?c. von entschiedenem Nutzen seyn soll; das Wasser ist überaus wohlschmeckend, so, daß sich ihm in dieser Hinsicht wohl wenige Mineralwässer Europa's an die Seite stellen lassen, verliert aber seinen Geschmack und seine Kraft, wenn es verführt wird. Füred liegt am Plattensee, in einer sehr reizenden, anziehenden Gegend , und der Badegast sindet hier alle mögliche Bequc'mlichleit. Eine halbe Stunde entfernt von dem Badeorte liegt die Insel Tihany im Platten, see, vom festen Lande durch einen schmalen, natürlichen Canal getrennt, jedoch durch einen Damm wieder mit selbem verbunden. Die Ufer dieser Insel werden durch eine Ringmauer von Felsenhügcln gebildet, welche cincn Kessel des fruchtbarsten Landes umschließen, der das unansehnliche Benediktiner-Kloster mit der Ruhestätte der Gebeine Königs Andreas, einen Fischteich, 323 Weingarten ^md Felder enthält. Der Plattensee, über dm man von der Insel aus die'herrlichste Aussicht hat, ist von dem Szaladcr, Sümegher und Veszprimer Comitate umgeben, und einer der größcrn Landseen von Europa, hat eine Länge von zehn Meilen, und eine schr verschiedene Breite, am breitesten ist er bey Fok, wo er nähmlich 6000 Klafter, am schmälsten bey Tihany, wo er nur 200° breit ist, an den übrigen Ortew macht seine Breite im Allgemeinen gegen 3000 Klafter aus; seine Tieft ergibt sich an vielen Orten bis auf 5 Klafter; im Ganzen begreift er einen Fla-chenramn von 2^ l^! Meilen ; das nördliche Ufer des Sees umkränzen Berge und Hügel, theils mit Waldungen, theils mit Weinreben bedeckt, die einen schr guten Wein geben, das südliche Ufer dagegen ist flach und an vielen Stellen sumpfig. Der See nährt sich durch die Gewässer der Szala, und 3i größerer und kleinerer Bäche, außer diesen mehrt sich dessen Wasser durch y an den Ufern befindliche Quellen, deren auch viele sich auf dem Grunde dcs Sccs befinden mögen, die seine Wassermasse immer erneuen. Seine Farbe ist bey ruhigem Zustande schön hell und weiß, wenn er Wellen wirft, oder ein Gewitter droht, sieht er dunkel und blaultcht aus ; daher denn die Schiffer aus diesem Farbcnwechsel, die nächst künftige Witterung oft sehr treffend vorhersagen. Seinen Abfluß hat er durch den Schiosluß, welcher durch die Scharwiz und ihren Canal, mit der Donau in Verbindung steht; nach anhaltendem Regen tritt der See über seine südlichen Ufer, und daher entstehen sowohl an den Ufern dcs Sees, als am Schio und Scharwizflusse große Moräste. Am Äande des Sees wird versteinertes Holz und magne- 21 - 324 tischer Eisensand gefunden; eine andere Merkwürdigkeit des Sees sind, die sogenannten versteinerten Ziegenklauen , oder eigentlich eine den Klauen der Ziege ähnliche Versteinerung, die auf der Insel Tihany in breiten Lagen ansteht, von dem See weggewaschen, und allenthalben ausgeworfen wird. Der See enthält übrigens viele, sehr schmackhafte Fische, unter denen der sogenannte Zahnsisch (^og^), nach den zwey hervorra» genden Hauern so genannt/ der köstlichste und belieb«» teste ist, auch gibt cs Schildkröten und schmackhafte Krebse. Vicenza, kömgl. Stadt (/,000 Häuser, 30,000 Einw.) im Venetianischm, Districts-Hauptort, in einer schönen, hügeligen Gegend am Wachiglione, der die Stadt in zwey Theile scheidet; unter den sechs Brücken, durch welche die Stadttheile zusammen hän, gen, ist jene 6«II« dai-el«« genannt, des einzigen großen Bogens wegen, aus dem sie besteht, die merk, würdigste. Vicenza stand schon unter den Römern und hieß Bicentia; unter den Longobarden erhob es sich zum Herzogthume, von Carl dem Großen erobert, wurde es der Treviser Mark einverleibt; der Tyrann Ezzelino da Romana, die Paduaner, die Scaliger, die Mayländcr Visconti, kamen nach einander in dessen Besitz, bis die Republik Venedig sich die Stadt un« terwarf, deren Schicksal sie von der Zeit an theilte. Sie ist mit doppelten Mauern umgeben, hat eine deutsche Meile im Umfange und sechs Thore, ist der Sitz eincs Bischofes sammt seinem Domcapitel, eines Provincialgerichtshofes, zugleich Criminal-, Mercan-til- und Wechsclgerichtes erster Instanz, hat ein Lyceum, zwey Akademien, die dcr Olympier und jene des Acker- 325 Haues, eine öffentliche Bibliothek, und mehrere untergeordnete/männliche und weibliche Lehranstalten; seine Fabriken beschränken sich auf jene in Seide und in Wolle, der Handel mit Produtten und der Weinbau ist bedeutend, auch werden jahrlich zwey Messen gehalten. Vicenza ist eine der merkwürdigsten Städte Italiens für die Baukunst; indem hier eine Menge schone Gebäude den Ruhm des großen hier geborncn Baumeisters Palladio verherrlichen; die vorzüglichsten sind: das prächtige Rathhaus, der kalla^o 6«! Capi-tan'lt) und der klonte til pieta, auf dem schönen, ein längliches Viereck bildenden, mit Säulen gezierten Marktplätze, dann der Pallast der Grafen (^nLi-icati; die Palläste Narkai-Ino, Or22itt?orfa, ^iei-6, Olra-lamo ^i-gnceg^Innl sind auch schöne Gebäude; die schönsten Denkmähler Palladio's aber sind: das olympische Theater im Geschmacke der Alten und auf Kosten der olympischen Akademie zu Viccnza, einer der ältesten in Italien, ganz von Holz erbaut, welches jetzt zu Ballen benutzt wird, das Thor an dem Mars. felde, der Triumphbogen Palladio's genannt, und jener Bogen vor dem Thore 6el HIonw, an der marmornen Stiege, welche mit 195 Stufen zu dem Serviten-Kloster und der Kirche Maria 60! mante führt. Unter den Kirchen zeichnet sich die Cathcdrale nur durch ihre geräumige Emporkirche aus; in s^nta (^ornnH bewundert man eine Anbethung der drey Weisen von Paolo Veronese; in der Kirche des heiligen Michael, einen heiligen Augustin, wie er Pestkranke heilt, von Tintoret. Vicenza enthält nur wenige Überreste des Alterthumes; einige Trümmer eines Theaters, wie man glaubt aus den Zeiten August's, die Ruinen des kaiserlichen Pal. 325 lastes, Theile einer romischen Wasserleitung , eine Bildsäule Iphygeniens von griechischem Marmor, welche sich bey dm Dominicanern befindet ?c. sind alles, was dem Zahn der Zeit und der Verheerung entging. Die Umgebungen von Vicenza haben viel Anziehendes; zu mancherley Unterhaltungen dient das schöne Mars-feld, mit dem benannten Triumphbogen Palladio's geziert. In dcr Nähe der Kirche ^lÄäonna nahmigcn Gcsvannschaft, in einer in Westen und Osten von Bergen geschlossenen Ebene. Sie ist im Vierecke gebaut, mit Schanzen und Gräben umgeben, hc^ ein altes, dem Einsturz drohendes Erdödysches Schloß, in der innern Stadt mehrere regelmäßige, gut gepflasterte Straßen und einige schöne Gebäude, untcr denen sich das Comitats-Haus auszeichnet; die ziemlich weit., lausige Vorstadt, umfaßt die innere Stadt ebenfalls in einem Viereck?, und hat auch einige schöne Gebäude. 332 Warasdin ist der Sitz der Gerichtstafel für die Agra-mer, Warasdiner und Kreutzcr Gcspannschaft, hat ein katholisches Gymnasium, eine Mädchenschule, sehr bedeutenden Handel und 13 Großhandlungen. Warischdorf, siehe Groß-Warischdorf. Watra-Dorna, Dorf in Galizicn, im Czer-nowitzer Kreise, an der siebcnbürgischen Gränze. Weikersdo»f, siehe Groß-Weikersdorf. Weißkirchcn, Kreisstadt in Mähren, im Pre-rauer Kreise unweit der Peczwa, Sitz des Kreisamtes, mit einem Schlosse. Eine halbe Stunde von der Stadt, jenseits des Flusses, liegt Töplitz, ein dem Fürsten Dietrichstein gehörendes Bad, dessen lauwarme Quelle zu den kohlensaner-eisenhältigcn Mineralwässern gehört. Dem Badehaus gegenüber ist ein merkwürdiger ?6 Klafter tiefer Erdfall, das Gevattcrloch genannt; das Wasser des Teiches, der den Grund dieser Höhle ausfüllt, hat einen säuerlichen Geschmack. Weißkirchen, Stadt (525/, Einw.) in der banatischen Militärgränze, Stabsstation des wallachisch - illyrischen Gränz - Regiments. Weikersdorf, Dorf in Ober-Österreich, im Mühlkrcife, am rechten Ufer des kleinen GcusenbacheK^ Weldrus, Dorf in Böhmen, im Nakonitzer Kreise, neugeschaffene Postrelaisstation, mit einem sehenswerthen, auf einer Moldauinsel gelegenen Schlosse und Parke des Grafen Chotek; wenn auch nicht die lieblichen Anlagen dieses Parkes, Anziehendes genug für den Reisenden hätten, so würde er wenigstens in botanischer Hinsicht dessen Aufmerksamkeit verdienen. Wels, Kreisstadt in Ober-Österreich, im Haus-ruckkrcisc an der Traun, ist wohl gebaut und hat einen 333 hübschen Platz, hier steht ein fürstlich Auerspcrgifchc5 Schloß, die Burg Wels; von dem Hügel Ramberg und dem Schlosse Trauncck, beyde jenseits auf dem rechten Ufer dcr Traun, hat man eine schöne Aussicht; eine halbe Stunde von Wels liegt das Dorf und Schloß Lichtcneck mit einer Tombak- und Mctallwaaren, Fabrik. We ndrin, Dorf in Österreichisch. Schlesien, im Teschncr Kreise. Werfen, Markt in Ober-Österreich, im Salz., burger Kreise, am linken Ufer der hier schon schiffbaren Salzach und am Fuße des Bürgerberges. In der Entfernung von 2000 Schritten vom Markte, steht auf einem 352 Fuß hohen, kegelförmigen Felsen die Feste Hohcmverfen, die eine herrliche Aussicht beherrscht. Eine kleine Stunde.von Werfen liegt die Tropfstein, höhle Schcikofen mit einem 20 Schritte langen See, und nur eine halbe Stunde vom Markte liegt die Imlau, eine Gebirgsgegend, zu welcher Fie Kendelalpe mit ihren vier temporären Wasserfällen gehört. Werschitz, königl. Freystadt (12,401 Einw.) im Banat, im Tcmescher Comitate, liegt zwischen dem Werschitzcr Gebirge und einem sich gegen Norden ausbreitenden Sumpft; sie ist der Sitz eines griechischen Bischofes, und treibt Seiden-, Wein-und Reisbau, Von dem Werschitzer Gebirge hat man eine zicmlicr/auö. gedehnte Aussicht eines großen Theils des Landes. Wesse ly, Stadt in Böhmen, im Budweiser Kreise, am Zusammenflüsse der Luschmtz und Nescharka, in einer reizenden Gegend. Weycr, Markt in Obcr.bstcrrcich, im Traun- 334 j kreise, eine halbe Stunde vom Emisfiuffe, mit bedeutenden Eisen- , Stahl- und Blcchhämmern. Wieliczka, freye Bergstadt (03ll5 E inw.) in Galizicn, Sitz eines Salinen-Bergamtes nnd Berg, , gcrichtcs. Das hiesige Salzbergwerk, das reichhaltigste und berühmteste dcs Festlandes von Europa , steht mit dem von Bochina in Verbindung, und hat eine Länge von 6691, eine Breite von 1115 und eine Tiefe von 7/,3 Klaftern; es hat 13 Tagschichten, deren merkwürdigste, Lcszno genannt, mittelst einer Wendelstiege von /,?0 Etufen in die Niese führt, die aber nur hohen StandcZ-Personcn zur Einfahrt dient, geringere Reisende befahren durch den Schacht Danic-lowitz das Salzbergwerk; es beschäftiget täglich 900 Menschen, die nach ihrer verschiedenen Arbeit, verschiedene Nahmen haben, wovon aber niemand in den Gruden wohnt; über hundert Pferde jedoch, welche zum Be-trieb dcs Werkes gebraucht werden, haben ihre Ställe inder Tiefe, in Salzstein ausgchaucn, und bleiben daselbst, so lange sie tauglich sind. Das Salz wird mit dem Spitzhammer oder durch Pulversprengung gewonnen, bald in 5 bis 10 Centner schwere Cylinder, soge'na^'ite Bollwannen, bald in längliche i^ Centner schwere Quadrate dehauen, der Abfall oder das Minutienfalz wird in Tonnen zu 24 bis 5 Centner eingeschlagen; die Gattung des Salzes isi viererley: , KrystaUsalz, dann eine zweyte Gattung, welche nicht ganz frey von Letten ist, Zielono oder graues Salz, worunter mehr Erde ist und Blottnik, welches bloß für das Vieh verwendet wird. Die ganze Salzerzeugung wird jährlich auf cine Millicn Centner geschätzt. Höchst in. teressant sind übrigens die in dem Salzwcrke aus Salz 335 gehauenen Hallen und Capellen, in welchen an gewissen Tagen des Jahres Messe gelrscn wird, und in denen Alles, bis zum Bilde des Erlösers auf dem Altare, aus Salzstein gearbeitet ist. Wien, Hauptstadt des ganzen Österreichischen Kaiserstaatcs (7500 Häuser, 2.52 lizien, im Bochnicr Kreise am linken Ufer des D'.ma-. jecz-Flusses. Würben thal, Bergstadt in Österreichische Schlesien, im Troppaucr Kreise an der Oppa. Würzen, Dorf in Illvricn, im Laibachcr Kreise, am Fuße des hohen, mit wilden Abgründen umgebenen Wurzenbcrgcs, von dessen Gipfel, auf welchem unfern der Strasic, mitten in waldigem Grunde aus einem Teiche, der nördliche Arm der Save entspringt, man eine ausgedehme Aussicht in das Geil-thal und auf die Kärnthen von Italien scheidende Ge-birgswände hat. 3 utaloqua, Dorf in der Croatifchen Militär-Gränze im Ottochaner-Gränz-Regiments-Bezirke; unweit von hier geht die Straße über den Berg Vratnik, einer der höchsten Gipfel des Wellebit- Gebirges, von welchem man eine unbegränzte Aussicht auf das adriatische Meer und seine Inseln genießt. Zäkänp, Dorf in Ungarn, im Sümegher Co-mitate unweit der Dräu. Zaleszczyky, Kreisstadt (360 Häuser, 2591 Einw.) in Galizien, im Cfortkowcr Kreise, am linken Ufer des Dniester; hier ist eine Probstcy, eine De-chantkirchc, ein Basiliancr-Kloster, cin lutherisches Bethhaus und eine Hauptschule. Zara, Hauptstadt (900 Häuser, 6119 Einw.) des Königreichs Dalmatien, im gleichnahmigen Kreise am Canal von Zara, auf einer beynahe zwölf Meilen breiten, zwischen den Mündungen der Flüsse Kcrka und Zcrmagna sich ausdehnenden Landzunge gelegen, sie ist durch einen tiefen Graben vom festen Lande ad. geschnitten, mit dem sie durch eine Brücke in Verbin- 353 dung steht, tmd hat einen sichern Haftn. Zara ist so. wohl seiner natürlichen Lage, als seiner Werke wegen cine Festung vom ersten Range; es ist der Sitz des Militär- und Civil-Gouverneurs von Dalmatien, eines Erzbischofts sammt seinem Domcapitel und Se. minar, des Appellations- und Cnminal.Obergenchtes, der Finanzintcndcnz, einer Polizcy-Direction und eines Marine-Stations-Commando's; es ist hier eine landwirthschaftlichc Gesellschaft, ein Convict, ein Lyceum, ein Gymnasium, eine Normalhauptschule, eine Samläts-Deputation, ein Lazarett) und mehrere öffentliche Wohlthätigkeits-Anstalten. Die Stadt hat berühmte Nosogliobrcnnereyen, Gärbereyen, Seide-und Wollcnzeug^Webereyen, sie handelt mit ihren Fabncaten, mit Wein und Südfrüchten, den Produc« ten Dalmatiens; auch ihr Speditions-Handel ist sehr bedeutend. Zara hatte bisher Mangel an gutem Trink« Waffer, allein seit Kurzem sind ill der Nähe der Stadt süße Quellen entdeckt worden, welche diesem Mangel für die Zukunft steuern werden; man sieht hier Neste römischer Maucrwerke, die man für die Ruinen einer römischen Wasserleitung hält. Wenn die Gegend von Zara traurig, und den Weinstock, den Oliven-und Fei. gcnbaum, abgerechnet, ungemein öde ist: so gewährt da, gegen, die, Zara gegenüber liegende Insel Uglian, mit ihren vielen Gärten und Dlivcnwäldchen, und ihre kegelförmigen, bis zum Gipfel mit Weinreben bebauten Hügel, einen um so angenehmern Anblick. Von dem Berge St. Michael, der cine Stunde vom Ufer Zara gegenüber liegt, hat man eine dcr ausgebreitet-stcn Fernsichten, die sich bey heiterm Wetter bis Ancona ausdehnt. 23 35/, Zborow/ Markt in Galizicn, im Zloczowev Kreise, mit einer Ärarial - Tabakfabrik, die mit jener zu Wilmiky verbunden ist. Zdibsko, Dorf in Böhmm, im Kaurzimer Kreise, mit einem Schlosse, ucu geschaffene Postrelais-station. 3 ditz, Dorf in Böhmen, im Berauner Kreise, mit einem Eiscnbcrgwcrk und Kalkbrennerei). Zelen^, Dorf in Ungarn, im Neograder Co-mitate an der Eipcl. Zengg, Stadt (5l() Häuser, 2/^61 Einw.) und Militär-Eommllnitat in der croatischcn Militärgränze, im Oguliner Gränz-Regiments-Bezirke, ein Freyhafen, der keinen eigentlichen Hafen hat, indem die Schiffe durch einen hölzencn Damm, nur etwas weniges gegen die Wogen des Meeres geschützt werden, der ihnen aber gegen dessen Ungestüm keinen sichern Auftnthalt gewährt. Sie ist der Sitz eines katholischen Bischofes, hat ein Franciscaner-Kloster, eine Haupt-^ schule, dann eine Real-, und nautische Schule. Der Han-?el der Stadt beschränkt sich nur auf das Karlstädter Gränz-Generalat, die Gränzer tauschen ihr Getreide, Holz, Tabak, Wachs und K5ieh gegen Salz, Wein, Öhl und Fische, welche ihnen die Einwohner von Zara überlassen. Zer howitz, siehe Czerhowitz. Ziaroschitz, Scharoschitz, Dorf in Mähren, im Brünner Kreise. Zierl, Dorf in Tyrol,> im Kreise Ober-Im,-thal; auf der Straße von Innsbruck nach diesem Dorfe, kömmt man an der, durch die Geschichte berühmten, von Heinrich von Collin durch seinen herrlichen Gesang ^555 gefeyerten Martinswand vorbey. Auf dem Martinsbühel, einer schmalen, länglichen Erhöhung zwischen dem Inn. fluß und der Martinswand, ließ Kaiser Maximilian ein Jagdhaus erbauen, aus dessen Fenstern er, ein eben so geschickter Schütze als Jäger, die Gemsen auf der Wand erschoß; im Aprill 1590 war es, wo er sich jedoch auf eben dieser Wand so verstiegen hatte, daß es demjenigen, dem die Localität dieser Wand genau bekannt ist, nicht unglaublich vorkommen mag, wenn die Sage behauptet, ein Engel habe den Kaiser ge, rettet, der sich schon zum Hungertode zwischen Himmel und Erde bereitet hatte; ein ll^ hohes Kreuz auf der, in der Folge zugänglich gemachten Höhe, erinnert an die wundervolle Rettung des kaiserlichen Jägers; in der Ambraser-Sammlung in Wien, wird noch die Monstranz gezeigt, mit welcher der, von dem nahen Zierl herbeygerufene Priester dem Kaiser den lctztge-glaubten Segen ertheilt hatte. Auch sonst noch ist die Gegend der Martinswand in der Geschichte merkwürdig; im Jahre 15/,? stellte sich hier Franz von Caste-lalt unter Schärtling von Burtenbach, den andringenden, schmalkaldischenNundesvölkern entgegen, die daS Consilium von Trient aus einander sprengen wollten; von der Martinswand tödtete Martin Zeilcr durch einen Schuß den Grafen Arco an der Seite Churfürst Maximilian Emanuels von Baicrn, des bittersten Feindes seines Schwiegervaters Kaiser Leopold I., in der Meynung, den Churfürsten selbst zu treffen, an dessen rechter Seite sein getreuer Kammerhcrr geflis. sentlich im Prachtkleide ritt, während der Churfürst von den empörten Tyrolern hart verfolgt, im unschein- 2?. " 366 baren Reitermantel an semc5 Retters linker Scitc, glücklich der ihm zugedachten Kugel entging. Ziläh, Markt in Siebenbürgen, in der mittleren Szolnoker Gespannschast am Fuße des Berges Messes, mit einem rcformirtrn Gymnasium; drey Stunden von da, auf einer Anhöhe am Szc.mos, liegt das Schloß Sibo des Freyhcrrn Niclas Wefse-lcny , wobey ein Gestüte ist, welches vortreffliche Pferde erzieht. Zkrad, Dorf in Ungarn, im Agramcr Comitale. Zloczow, Kreisstadt (ii00 Häuser, ?I<)0 Einw-) inGalizicn, im glcichnahmigcn Kreise, zwischen Teichen und Waldungen gelegen, hat ein altes, chemahIK festes Schloß, eine katholische, eine unirte und eine griechische Kirche, cine Kreishauplschule und Segel-tuchweberey. Unter den Einwohnern sind sehr vicle Juden. Drey Meilen von hier entspringt der Bug-Fluß bey dem Dorfe Luka. Znaym, Kreisstadt (?iü Häuser, 5?4l Einw.) in Mähren, im glcichnahmigen Kreise, auf einer Anhöhe an der Taya, hat zwey Vorstädte, ein altes, jetzt zum Militärhospitale eingerichtetes Schloß, eine Pfarrkirche und zwey Klöster, ein Gymnasium, eine Hauptschule, etwas Tuchweberey und starken Scnftbau. Der ritterliche Kreuzorden hat hier die Propstey Polterbcrg, und das schöne Gebäude des ehemahligen Prämonstra» tenser-Stiftes Klosterbrück liegt am linken User der Taya unterhalb der Stadt. Auch Znaym hat einen ehrwürdigen Platz in Österreichs Geschichte neuerer Zeit, durch die Schlacht, in welcher Se. kaiserliche Hoheit der Erzherzog Carl am 15. July 1609 dem französischen Kaiser durch die Tapferkeit des österreichischen 357 Heeres, den ersten Antrag zum Waffenstillstände abgewonnen, dem sodann der Wiener Frieden folgte. Zolkiew, Kreisstadt (6öi Häuser,/.010 Einw.) in Galizien, im gleichnahmigen Kreise mit einem schonen Schlosse,, einst der königlichen Familie Sobicsky gehörig; hier ist eine griechisch-unirlc Kirche, ein Ba-silianer-Kloster, ein? Hauptschule und ein Militärspital. Z o m bor, königl.Frcystadt ^'.09 Häuser, 1 ^, 1 /,3 Einw.) in Ungarn, im Bacser Comitate, dessen Con-gregationsort sic ist, unweit des Franzens-Canal, der die Theiß mit der Donau verbindet; sie hat eine katholische und eine griechische Kirche, ein großes schönes Comitathaus und ein Seminanum zur Bildung griechisch nicht unirtcr Dorfschullehrer; es wird hier großer Korn- und Nichhcmdcl getrieben. Zscbely, Dorf im Bauatc, im Tcmesscr Co-mitate. Zuckmautcl, freye Bergstadt (500 Häuser, 3660 Cinw.)in Ostcrreichisch-Schlcsicn, im Troppaucr Kreise am Fuße der 2751^ hohen Vischofökappe, deren Gipfel eine weite Aussicht gewährt; gegenwärtig findet man hier gar keine Spuren mehr vom Bergbau. In der hiesigen Pfarrkirche wird ein wundcrlhätigcs Gnadenbild verehrt; die Einwohner unterhalten cinc Kattunmanufactur, eine Nosogliofabrik, Lnnroebercy, und einen nicht unbedeutenden Handel mit Garn. Zwettel, Stadt in Niedcr-Österreich im Kreise O. M. B. in einem Thalc, von der Kamp , dem Zwct^ tcl- und Sirnbach umflossen; hier und in der Gegend wird vicl Hanf und Flachs gebaut, und bedeutende Zwirn-, Band-und Leinwand-Manufactur unterhalten. Die Cistcrzicnscr-Abtcy Zwcttel liegt cine kleine Stunde 358 .von der Stadt am Kampflusse, sie hat eine schöne gothische Kirche, eine bedeutende Bibliothek, und wurde im Jahre n38 von Graf Hadamar gestiftet. Von dem Weißenberg hat man eine reizende Übersicht der Stadt, der Abtey und der nahen Umgebung. Zwittau, Stadt (^36 ,Häuser, 3i/^0 Einw.) in Mähren, im Olimützer Kreise, am Ursprünge der Zwittawa in einem breiten, ebenen Thale; sie ist mit Mauern und Wällen umgeben, und hat drey Kirchen. Hier wird viel Tuch und noch mehr Leinwand gewebt, und Flachs und Wollhandel betrieben. Zwoda, Dorf in Böhmen, im Ellbogncr Kreise; unweit von Zwoda liegt am rechten Ufer der Eger die freundliche Stadt Falkenau, und zwischen dieser und Ellenbogen, die großen Schwefel- und Vitriolwerke von Altsattel, bey welchen sich an der Eger Merkwürdige Höhlen finden. Uebersicht der politischen und kirchlichen Eintheilung der Österreichischen Monarchie, so wie ihres Flächeninhaltes und ihrer Bevölkerung, letztere vom Jahre 1825. Summarisch e Uebersicht des Flächeninhaltes und des Vevölkerungs - Standes (mit Einschluß der Armee) der österreichischen Monarchie am Ende des Jahres ,825. Seelenzahl mit Einschluß Flächenin- der stehenden Armce. Provinzen. haltmgcog. kuf einer ^ Metten, im Ganzen (II Meile. Königreich Ungarn ................ 4181^ e. 9,4?i,265 2261 K. K. Militärgränze ............... 609, 8. 907,455 ^igc, Königreich Böhmen................ 95-, 9. 3,698,596 5W5 ^ Lombardey-Venedig............ 85,, ». 4,237,3«! 4979 " ^"""ien............... «?3> '- -23,^2 »85 " ^""^" - '............. »54», 2. 4,293,B9 277Z —- Illyrien ^ ................ 619. ?. »,124,192 2l66 Erzherzogthum Oesterreick ' ""H.............. ?o», e. 2,^8,970 2UI7 Herzogthum Steyermark , . . . . i......... Z99, <», «29,7Zl 207c, Markgrafschaft Mähren und Schlesien ,« 5» , "«Inlett .......... ^«i, 5. ,,968,713 Hc>90 Gefürstete Grafschaft Tyrol . . ... '. .. ^ Im Ganzen 12,153. «, Zi,62^,868 26^2 Politische Eintheilung der österreichischen Monarchie. I. Königreich Ungarn. ______ Hauptstadt Ofen. . Population mit Ein- Population mit Ein-tz0 Mltat ^, .^ schluß der Armee. C 0 M l t a t ^, i- ^. oder geagr. s^ Auf.l-Z District. Meilen. im Ganzen nel^I 2 District. Meilen. ! im Ganzen nev m Krels jenseits der Donau. Kreis dicßseits der Donau. ' Wieselburger Comitat 55, 2. 64,468 ! ,»42 12 Bacs^r c3°mitat . ,70, 8. 56^522 2,2. 5 ^.^ ^^^' ^ ^'^' ll,).?^ "W '5 Pcsther — . 19», 0. 455,5,9 22b« ^iaoe^ — 28, 3. tjq,2nc> ^'W ,4 Neoqrader — . 77, 7. .^,7/,« 25,6 ^ ^tuhlwelßenburger 7^ 2. ,2Ü,qo,i '"8 ,6 Hmnhcr - . 46, 1. i'25^i27 2727 ,^ - ^'"^ ^ ^'' ^' l?>,755 2''2o 17 Graner — . ^), 1. 5^.636 2ll?5 > Z Em>,burger — ^ 0. 274.027 2U54 ,8 Parser — . ^n, 2, .,.7,2,0 2N>^ « Zümcqher " ^°/ " '^'^" '^ '9 ^el.MUr - . ,°', ., ZU0.527 25.6 .« Tolnaer ^ «?'^ ""'"" '^^ 2« Prcßburger - . 82,7. 267,7^6 5-65 ,» Barann« -, ^ °' '^^^^ ^' -' Trentschiner— . 87. ä. 29ä,i55 5/.98 ^ 9', ". 24^,884 2b9i 22 z Diroczer — < 2>. H. 56,,Z«2 2684 » .. . . 2 24 Lwtaucr — . /.2, u. 74,578 177a 25 3! se « ^''^ ^" ^heis. Kreis jenseits der T h c i s. 26 Gömerer '"" ^, 5. ,9,,/,63 290, 35 Marmarosscr Comitat 17^ °- I 'ZnFoZ 753 27 Heocsser ^ '' 272,2^6 225, 35 Uqocser — 22, «. /,'^24 i«6q 28 Vovsoder — '^?' ^' ^^,7^6 '^9 ^7 SMbmarcr - ^«b Z. 2,2,775 2N07 2q Torner — " ^' '63,2.^5 3^', Zl, Szcibolcftr — l>5, i«. ,33,74" 1^6 5« Abauivarer — ^"' '^ 24,58a 2558 5^ Biharcr — 2c>n, 0. ^7,229 2756 5» Sarosser — ^' ^' '^,57l 5°64 40 Befesscr -- 65, ^. ^,.,75« 17,6 32 Zempttner — u' ^ '84.5>8 2«Z« 4, Es^rader >» 62, 0. ,o8/2,',5 17^ 33 Unqhyarer — ^ ' ^ 278,442 2^,77 42 Vs.inader — 29, 1. /,,,»45 l/,42 34 Bcregher -. ^ ^' 9ä,^o ,^>o „z trader — '<'«, '^. 222,^,4 2c<55 «7, Z. 98,298 1^68 /,/, Krassocr — '»8, 9. 2»6,5^) 200» ä5 Temesscr -- i>6, 5. 285,6-6 2/^64 46 Torontaler — i?2, 1. 248,72 l 1884 Slavonien. C r o a t i e n. ä7 Syrmicr «" ^ ^ " ^ ^ ^ e k. H a u p t stad t A g r a m. ^3 Vcroc-er °"'^" "i^ '- ll-8,465 2523 6u Kreuzer Cemitat 3«, 2. 77^,0 2875 49 Vosraan.»!' ' ^ i58,4qn '^9 5< Warasdincr -> 34, 2. '25,759 56y6 ^ > I<8anei. — ^ 2. 8i,«67 18^ 52 Agramcr - i«8, °. 584.5.7 256o ^ «. . Besondere Di st ri c te. n K?eink?m.n- ^ 's' H>.idl,ckcn-Städte ,7,", 28,67. .6N6 <^ Gro^m^^^^^ <3 65,'. .40,522 l052 s' n.,arisch.s ^'ittorale 6,,. 27,160 452b Zusammen >4>8>-6. 9,47',262 I 226, in d/r ^'s,?7/^"''"^"'^' """" ftber Provinz vorgesetzt sind . stimmen mit jenen zusammen, duvck' welche diese Provinzen di, K.«,s- n k' M"'^lquarli.'n,«ister-Ctabeb b.^icknet sind. eben s° die arabischen Zahlen, welche in jet>«r Provin, "'«'s«, Com.l.te. District« -c. a«f j^e« K°,t. anzeige II. K. K. Militär - Gränze *). Gra'nz- A!real in Population schlliß der Gränz- Aieal in Population schluß der mit Ein? Arme?. Regiments?Vezirk. u«°8r. ^ Meilen. im Ganze«. Meile Regiments - Bezirk. geogr. ^ Meilen. im Ganzen. Aufci-nerl^ Mrile, Wereintcs Carlstädter - Warasdiner - Banal - Generalat. Sitz des Militär -General-Commando zu Agram. I j ^iccincr Regiment l Ollochaner — ! Szlliiner 46. o. 26, «. 1069 ä2i5 i85a 5 Kreuzer Regiment 6. St. Gcorger — >ol l. Ganal — 11» !l. Banal ^ — 29, tt. 25, 3. 24, ?. 53,565 56,979 5o,5o3 1567 21Z7 210^ Slavonisches Generalat. Witz des Militär-General- Commando zu Pettrwardein. » Vroodcv Regiment G»idiskaner — 69.176 59,228 292, 1977 l Z l Petcnvardeiner Rcgmt, I > (Zzaitisien Bataillon 56, «. 95,ä25 26,679 ! 1667 1 Banaler - < Z en era l at. Sitz dcä Militär - Gencral «Commando zu Temcsvar. <2 Deutschbanater Rrgmt. 125,285 1670 ! ,3 j Wallach. I«»risch Reqmt.! 106.3. I 99,°^ ! 954 ! Zusammen 609.N. Hl. Koni g r e ich Böhmen. l u p t st a d t W l.- a g. l ^?al in Population mit Einschluß der Arnn'e. Kreis. Areal in Population mit Ein- , schluß be? Armce. K r c i s. Meilen. im Ganzen. Mfei-n.r l^ Vttilc, Meilen. iin Ganzen, Aufeiner m Mlile. I 2 2 4 5 6 ? 8 Rlkointzcr.... Berauncr .... Kaurzimcr . . . Bllnzlauer . . . Vidschowrr . . . Ko'nÜMätzer . . . Chrudimer . . . Czaslauer .... 77, 2.^. ^9, no. i6n,2czH 257,'Zä 2nc>,ic>2 7>>/j2 5/,24 5>5l 49,5 12 !Z l 5 l6 Pnichmcr .... Klattaucr.... Pilsner .... Gllbogner.... Saazcr .... Leitmeritzcr . . . St.idthallptmannschaft Pra^ .... 90, 2.'.. /jsi, 00. 67, nc>. 56, 60. H5, 00. 6L, ö<^. 2.^6, !/,a ,63, ,32 iß9,5L6 2 2n,in2 ,2«,655 335,ll2 l>5,7in 262« Z5/.6 2U29 3c)3" 299» /i92« !" laborer .... Budweiser . . . ?L< 35. 194,5a 2 52t»i ^ 2690 , Zusammen !< 5,b9»^9t, ! ') In der Vevölkerunge - Summe der ^.'gimcntölezivle, ist auch jene der z<: dlm Vezilk? gcyör.nte« Militär - C°mw«n' ,'nt^lte^. IV. Költigrcich Lomdardcy, Vrncdig. H auptst adt Wallan d. Papulatio,! mit Ein- ^v,l,n>on mit Eii,- , ^ ^>..<« fchluß dcr Arm«. schliß t^r Avmcc, 3 Delcgatlon. ge°g,.nz ,Auf..- z Delegation. ^,^ ^^.^ ^ Mcil.«. im Ganz:n. ner ^ ^ Meilen, >w Ganzen >>«r ^ ÄlciK. M.ile. ! Gubernium Lomliardey, Guberni um Venedig. Hauptstadt Mailand. . Hallptstadt Vcncdi^. i Sondrio ... 62, NH. > 85,'.5, i5z5 10 Vnona .... 6«, 50/ 277.8.9 1 4«l!6 ^ ?^'"s° ^' ' ' ' ^"' "' 255,oüi> 5761 ^1 Polcsina ... 20, 72. 155,626 t>-^ ä k^ ."'^ ' ' ' ^7, 9o. /chV.77 9N6' '2 ^ad^la .... ^ ,«. 29.,5i4 7.74 5 jl? - - ' . 24, '.a. 146,5^ «098 l3 ^icenzl: .... /n, 2«, 297,547 7257 6 N,'^'.«/ ' ' ' ^ "' '97,552 5Uug 14 V^Iluno .... 6-, 9u. 122,84a 201) 9 Mantua. . . . 27, 20. 25^456 «M «—«».»>,..«„...... ^......... «^...»^«..«..^'..................^. V: Königreich Dalmnncil. .ha uptstadt Z a ra. ! ^°pul.nion mliCl«,^ j ! !, ,^ j ^öPul^Nön m:t Ein-j ^ , ,, ,, Areal in ^luß der An..^ , , , .„ ,, ,^^ ^ ^ , ,..ß d.r A, mc. ! ^p.law .... ,2b, 5°. iZ/,,739 ^bi z^___^maro . . ' . j ,7, '3. 52/.ä. 1^,^ ! >l. Königreich Galizicn llnd ^ooomeilcn. Population mit Ei". P°pul,tti°!i mit8in-< iowitzcr(Vu.-owm^ .,^7^0. 26,,,62 ^3, ' ' Llilamnntt ji5B,oä. !4,2cs>,433 j 2775^ " 2 ^ VII. K ö n I g r c i ch Illyrie l/. Hauptstadt Laibach. PopiillUion mit Tin- ^ Population mit tiin? Ar..s'. . """^ ^" "'"I"' ,^,s ,.. schU'ß der Armee. 2 K r e l ö. geogr. ^ ^^f,^. ^. K r e l s. geoar. Hl ^ Vilfei-H M^len. im Ganzen ner ^ ^ Meilen, im Ganzen nrr l^ < M'ile. Meile. Guber nium Laibach. Gubernium Triest. z Hauptstadt Laibach. H a up tsta d t Tri e st. i Villacher . . . i ^ 20. 122,7^5 i53H 6 Görzcr .... 87, <.9. 162,928 1872 2 Klagenlw'ter . . i 7>. ill. ,6^,5/^ 25,7 7 Istrianer .... loZ, 71. ,Z2,ü64 i8.?4 -i Laib^cher . . . , l,l^^ ,57,,«» 255Ä F^cystadt u. Haftn Tncst 4 Neusta'dter . . . '69,01. ^85.5a« 2i>n sammt Gcbieth . !, 8Z. 5/»,2,5 — 5 Aoelsbcrger. . . 5'i, 21. «6,436 i63c> " " ^ > > VIII. Erzhcrzogthum Ocstcrrcich. Hauptstadt Wie n. Populalio,! mit Ein- PopulaNon mit Ein-Ale ' ^"6 ber Avm«. . schluß der Arme«. ^ Krels oder Viertel. ^, ^, ^^.^, ^. Kre:s odcr Viertel. <^. ^, ^.f,i, ^> Meilen. lm Ganzen ner ^ ^ Meilen. im Ganzen ner ^ ^ VNei >. M<>!le. Niederösterreichisches Gudernium. !Oberösterrcichisches Gubernium. .-> Sitz zu Nien. Sitz zu Linz. Stadthauptmannschaft 5z Mühl - Viertel . . 5?, Zn. 195,288 5^26 Wien. ... -- — H/,,,774*) — 6 Inn-Viertel . . ^l, 25. ^7.^89 2353 ' Unter-Wiem-r-Wild u°, Za. 22^,71,7 2872 7 Hausruck - Viertel . 43, öo. 176,5»» ^,aH 2 Ober-Wiener-Wald '">, ZZ 222,352 2261 ll Traun - Viertel . 76,55, i75,9«2 22,7 ^ Unter-M mhardsberg 87,50. 262,511 2n>5 i) Salzburqer-Kreis . 128,75. 14,,,«5 "«2 4 Ober-Manhardsberg 9l, 75. 226,36t 2,^87 -----------------------^-------------------------^-------------------., . ,,^ ^ ^ ' Zusammen >7ntt, 65. 2,on8^7« j 2X37 '^ Otzn« di,i Fceinde». IX. Hcrzogthum Steyermark. Hauptstadt Grätz. Population mit Ein- Population mit Einr V ,, schluh der Armee. .. _. schluß der Armee. 5 K r e i e. g'°<,r.^ Auf ei- ^ K r e i e. geagr.lI Aufei. ^ M«ilen. im Ganzen ner ^> A Metten. im Ganzen «er lD M.'ile, M^ Unter-Steyermark. Ober-Steyermark. l Cillier .... 63, 5a. iNi,52q ! 28L1 4 Brucker .... 7?, uu- 66,^^5 ^<'? 2 Marburger... 6c>, ^. ,85,766 j 3ac)6 5 Iudcnburger . . io5, ia. «9.^^ K07 X. Großf Ü r st e ll t h tt N! Siebend Ü rgcn. Hauptstadt Klausenburg. Pomllatilln mit Ein- Population mit Ein-., ., schluß der Arm«. scklus! di> ^rm^' . Comitatc, DlstUcte. i 'lrealn, --------------------7^". ^omitate, Districte, A»ali. ^—!—------------- !Z ^Se°gr.lH ?lus»l- ^ geogv.^z Auf ei-3; StU.)lr. Mnlen. i» Ganzen, ner^ ^ Stühle. Meilen. ! im Ganzen, ner ^ Land dcr Ungarn. Land der Sachscn. 1 Hunyader Eomitat ,^ ^.. ,,;6,8«5 iZ85 ^ M" Stuhl 10, 7. 2^,71« 2^7» " U.t.r. W.iß^burger ^ ^ ^/^5 10H !' Bistricz« District 57, 2. ,.7,^4 .tN " IwcytesSzekler - Nk"is"öigc ^.9,5 ^^«K i ^ Wter - 8^ „ ,^,'N .,„!„ " Szekttr-Huiaren vermal, 27,c)2c, '^^5 f '6 HaromsMr - 5^2 ^^ '^ ' ^ftmmc. « .^, «^ 2,00^.5, ,«o5 ^. Markgrafschaft Mähren und Schlesien. - Hauptstadt Brüun. ! Poptilatian mtt E'n: Population mit Ein-^, « r e i e ' """' 'n ^^"^ ^" ^""" Isr"''« "'"^"" ^'""' ! Mnlen. 2! Hnaymer ' ' ^ ' ^'^- »7","^? ^^^ ^ Olmützer ... 90, e. äol^,^ ^^55 2! Brünner ' ' ' ^^ ^^- ^27,662 2766 l, Preraucr . . . 5^, H2. 2/»c),6o ^64 ^ j '" ' ' - <-', 7 9. 2j^.„ 3i!L5 u Tcschncr i ^^est.n 34, «^^?3,^« 5ii2 ^ Zusammen lH8i, <^> > »,96^,7,3 j Hnc^o XII. Gefürstcte Grafschaft Tyrol. Hauptstadt Innsbruck, "l Population mit Ein- , Population mit Gin- l V«..- Muß der Annee. ^ ,. schluß der Annee. «realin _______ . Areal ln ,__________________ x>' Kreis. ftkogr. ^z Auf ei. Z Kreis. geogv. ^ 1 Auf el- ^ Mitten. im Ganzen, ners^ ^ Meilen. im Ganzcn. ncr ^ !____ Meile. Meile. 1 Oberinnthal . . ^, 3l. 88,869 iä>c> 5^ Tricnt .... 7^, ^7. ^61,028 2,26 2 Unterinnthal . . ^2- ^^. 123,722 1212 6 Roueredo ... Z4, b'o. 9^,^56 2UL7 3 Pustcrthal . . . »"", 21. 98,822 988 7 Vorarlberg . . . 7/., 4, ,g. i^,i0l ^628 « ' > ^. ,. ^ Zusammen !5ld, ^l, j 7b^,o5Z j i^t> Kirchliche Eintheilnng der österreichischen Monarchie. I. Römisch-katholische Kirche. Haben ihren Sitz HabcnihrenSitz l N". Erzbisthümer --------^------------------------------- N^. Visthiimer-------^--------^--------------------------! i" in zu in l » Wien Wien ^«.fter«^ » St. Polten St. Pötten Oesterreich. ^ Z Scgqau Gratz Steycrmurk. l 4 Lcobcn, Ordina- Göß im Vruckcr l riat Kreis detto l 5 Gurl? Klagcnfurt Illyrien. « 2 Salzburg Salzburg Oetterreick» 6 Lcvantc(hiezugc- St. Andrä im dctto l " hörtd.CillicrK. Magens. Kreis dctto l in Sttyennark. detto l 7 Vrixcn Brixen Tyrol. Ü WrixnerProvica-l riat WVorarlb. Ketdkirchen do. Kr.Vorarlb. ' I .^^ ^ l 9 Nudweis Nndweiö ^ Böhmen. ^ P"g Böhmen < w Kdniqqrätz ^ Königgrätz ^ detto 4 0lmütz ^müh ^, ^^ ^tz ^^ M^ b .emberg ^mberg ^,^.^ s^ ^. ^emysl ^«emysl ^ Gattzien. l^. Ncrqamo Bcrqamo Lombardey. ,ll Brescia Breccia dctto 1? (5omo Como deno 6 Mailand Mattand z,^^^ ,g (Krema Crem. de ° ln l^rcmona Cremoaa ',' 2« «odi Lodi ^"" 2l Mantua Mantua °" " l 22 Pavia Pavia ^"lo »! Haben ihren Sitz Haben ihren Sitz ! «Nro. Erzbisthlliner-----------------------------------------------—- Nro. Bisthü-'-r '" ""'........ l I zu in zu ^" l l > 25 Adria 2ldria im Vcnctianischen l l l! 2^ Ecneda Ce^eda detto l l i 25 «Zhioggia Chioggia! detto l » l 2ü Ooncordia Concordia detto > l 7 Patriarchat ^2? Ftttre u.Velluno Fell« dctto > « Venctng Venedig im Venetianisch?«^ 28 ^adua Padua detto , « j 29 Treuiso Treviso dctto ,l N l Zc» udwe Udine dctto l « »5,, Verona Verona detto i « ? 22 Mccnza Vicenza ' detto l V ' Z3 Parenza Parenza «zUyr:et,. l l li Zara ^^ ^ s Z4 Arbe Arbe Dalmatlen. f ^ ^ ^"" Dalmatian ^ ^ ^H, Veglia IUyrien. F s 26 Bmzza, Lesina, Lesina Dalmanen. l > ^ « ^ ^ ! 3? Macarsca Macarsca dctto » 9 Spalatv Spal.to Dalmatien < 2» Nona Nona detto s i 09 Scardona Scardona 'detto l s s ^0 Scbcnico Sebcnico dctto l j ^ Ragusa Raausa ^ . ^ Trau Trau ^"° l tivari w Tümsch^A'^^ ^" "'sen Sitz zu Ä«. ^ «^ Cattaro detto l l «.Alb.m^ist. ^^ Iünfkirchen Fünftirchcn Ungarn. l « H5 Neusohl Ncusohl v«t0 » l. ^ 46 Neutra Neutra de 0 l l ^ " /,U Steinamangcr Stcinamanger d.tto l /,9 Stuhlweißcnburg Stuhlweißenburg detto ! üo Vcßprim Veßprim detto 5Z Canad Temcsvar N"'ien ,2 ^al.e^m.'.> 1 54 Deakovar für Deakovar Slavonien. ist. ^ / bb Zcngl, ^engg Militär-Gränze. V 57 Siebenbürgen Carlsburg ff.^rgen. '3 Erlau _,, l 58 Szathmar Szathmar-Ne. Ungarn. I ^"^u U^arn ) methi ^tto ! l j 59 Roscnau Roscnau ^^^ N ! / ^ 60 Kaschau k'^'^,^ detto s 6. Zips Zws(Schlos') ^ ,.^^ ! ^ ,^<," ^ 65 Laibach ^ubach ^ ^o ! Sclbststandige l ^ ^^ Trieft ^ ^ l Bisthlimer. X ^ ^.^^ Trient ^ dem ungari. l ! 66 Modruf'(In der Fnune sckenKüstttNand' sj , Carlsstäotcr- l, Gränze.) II. (Friechl'sch-Ullirtc Kirche. Habcn ihren Sitz Haben ihren Sitz Nro, Vrzblsthlimer -------" ......... ^ro. Vlsthümer zu in zu tn i Lembrrg, Halicz Lemwg Galizicn i Przcmysl Przemysl ! G lizien. undKamicniec. i 2 Gpsri^s Epcriss Ungarn H 3 Munkacs Ungl^var dttto 2 Sind an d^ii Metropoliten von Gran gewiesen c 4 finosiwardcin s^r^ßwardcin detto .» / ^ Krc'uh Krcutz Croatian. III. Armenisch-unirte Kirckc. Das Erzbisthum » , des armenischen Lemberg. Galizien ! Ritus, ! lv. Griechisch nicktlli'irtc Kirche. > I /1 ^,1!) Alt-?lrad U-,:aarn l H 2 Vacs 3!cuftf, dettc> l K^irlowitz l Ftarlowitz Dcr slavonisch^ 2 Ofen. Ofl'N ' dctto ! Nilitär-Gränzc 4 Pakracz Pakracz Slavonien ' 5 Temesvar Tcmesvar Ui^arn. ! 6 Versccz Vers^cz detto ^ ^ ^ ? E^nlstadl Carlstadt Vroatien ! 8 Dalmatien u"d Scbcnico Dalmancn EeU'stständiae Vistlnimer ^ ^^'"' ^ .. .« ,. -^^ ^ ^ 9 Bukowina Czrrnowch Galizien l l iu Siebenbürgen Herml?nnstadt Siebfnbiirlien V. Protestantische Confessioncn. u. Augsburgische Confession- Habcn ihren Sitz Superin tcndenluren !Nr. ^" '" l / i > Österreich unler der Mns, Steyer-.1 .^ ».« sc l'« - > ! "ark, Illyrien, Venedig . Wien Oesterreich Unter dem Konsistorium zu ) , Österreich ^b der Enns . . . Scharten derto W,en m Oesterreich stehend > Z K^,^ ...... Praq Böhmen. / /> Mähren und Schlesien . . . Biclitz Su)l^ieu. V 5 G^izien ........ Lcmberg Galiz,cn. / 6 Ungaru, im Bezirke dießseiis der '.. ! , Donau ....... Modern Ungarn. Hn dre wnlgl^ ungarische Statt- 'l 7 Unqaw , im Sczirkc jenseits der hulterey zu Ofen in Ungar:, ' Donau Ocdcnburg dctto S"viesen. > 8 Ungarn, im montanistischen und süd-/ ! ungarischen Bczuke . . . Ncusohl detto ..., .^ ,„.,,. <.., .^ ' 9 Ungarn, im Bezirke an dcr Theiß Epcries detto An das kontgl. sicvenbürgische , ° Gubcrnium zu Klauscnburg < in Siebenbürgen .... Verethalom detto in Siebenbürgen gewiesen. ! li. H c I v c t is che C on fcssi on. „ , ^ . .« . l ^ Oesterreich untcr dcr Enns . Wien ' ^^"""I Unter dem ^nsistormm zu ) 2 Böhmen - . . Ob. Gschcll Bohmon W:en ln Oesterreich stehend ^ 3 Mähren ....... Ingrowitz Mahr^. ' 4 Galizien (ist i,ur Scniorat) . Lemberg GaNzicn. f 5 Unqarn, im Bezirke dicßscits der „„ ,. , l Theiß ...... Miskolcs Ungarn, "n dtt konigl. un^ar. Statt- 5 Ungarn, im Bezirke jenseits der . Halter.« zu^ Ofen w Ungarn ' Theiß ...... Dcbreczm detto ^""''"' ^ 7 Ungarn, im Bezirke dießseits der ^^0 i Donau ...... Pcstl) Ü Ungarn, im Bezirke jenseits der ^^ ^" das kömgliche siebcnbürgische ^onau ...... Mocs 9 Siebenburgen ..... Nagy Enycd Siebenburgen. „ >l. Uni tarier. ^ das königliche siebeubürqischel gewU"'« '" Klausenbu^ Siebenbürgen..... Klausenburg Siebenbürgen,