«5. Dienstag den 25. October 1836. 3ln das wohlthätige Puklicum zu Laibach. «Obwohl die seit einigen Jahren zu Gunsten des ArmemnstitutcZ eingeführte Enthebung von den Gratulationen zu Gebutts'Und Namensfcstcn mittelst Abnahme dcr dicßfälligen Erlasikarten hier in Laibach nich^ so allgemeinen Anklang als andcrorts findet, so gibt es doch unter den verehrten Stadtinsassen viele, welche dieser Sitte gerne huldigen, und es sehr wünschenswert!) finden, sich von diesen oft lästigen Gratulationen durch ein< milde, an das Armcninstitut gespendete Gabe befreien zu können. Diesen durste es daher angenehm seyn zu erfahren, daß sie vom Festtage Allcr Heiligen, d. i., vom t. November d. I. angefangen, bis zum Schlüsse dieses Jahres, die dicMlligen Erlaßkarten in der Apotheke des Herrn Ioftph Friedrich Wagner, am Hauptplatze, gegen den gewöhnlichen Erlag von 20 kr. für die Person, erheben, und sich daher von den Gratulationen zu Geburts- und Namensfesten für das kommende Jahr lossagen können. Höhere Beträge werden mit desto größerem Danke angenommen, als einerseits die sonstigen Zuflüsse dc5 Annenmstimts sich allmä'hlig so merkbar vermindern, daß man sclvst die im Institute bereits befindlichen Av-mcn mit dcn täglichen Portionen zu bctheilen nicht im Stande wäre, wenn mcht gute Menschen die dazu erforderlichen bedeutenden Geldvorfchüsse leisteten, andererseits aber die Zahl dcr Armen so sichtbar zunimmt, daß es die verehrten Stadtinsassen dieser Armeninstitutscommission wohl nicht verargen können , wenn sie bei dieser Gelegenheit die bekannte Mildthätigkeit derselben abermahls anruft, und zugleich die Bitte beifügt, l ie gewöhnlichen Sammelbüchsen mit crgicbigen Spenden berücksichtigen, und insbesondere die für das Armenia-Mut subscribirten Beiträge an dasselbe baldthunlichsi entrichten zu wollen. Das Vcrzcichniß derjenigen, welche durch Abnahme dcr Erlaßkarten sich von den Glückwünschen zu Ge. burts-und Nahmcnsftsten lossagen werden, wird durcl, die Zeitung, wie gewöhnlich, bekannt gemacht werden, daher es au cd den Abnehmern gefällig seyn wolle, ihre Nahmen bei Abhohlung der Erlaßkarten deutlich ge« schnoben abzugeben. Von der Armeninstituts-Comnüssion. Laibach am 18. October 1336. Stalten. DaZ Journal des Döbats schreibt aus Turin-->T,ie Cholera ist in dem östlichen Theile der sardmi-lch«! Staaten wieder erschienen. Der König, wcl- chcr im vongm Jahre sich nach Genua begeben hatte als dort die Cholera am heftigsten wüthete, hat von neucm seine Hauptstadt verlassen und die angesteckten ProvinM bereist. In den Dörfern verweilte cr, wle 340 in den Städten, und besuchte einzelne Kranke in den Hospitälern., / Er war auf den borromäischm Inseln, zuMal, Vercelli, Tortona, Novara, Noghera. Nicht unterließ er, was helfen konnte; er tröstete, un« tcrstützte, ermuthigte. Seinen eigenen Orden nahm w von der Brust und übergab ihn einem Dorfschulzen, der sich durch seine Besorgheit für die Kranken aus-gezrichntt hatte. Überall erschien er ohne Gelnte. ^5 «ine Gegenwart, welche den Eifer der'Beamten und Arzte belebte, war von dem besten Erfolge beglei-' ret. Er kehrte nach Turin zurück, ganz bescheioen, al-s hätte er etwas ganz Einfaches gethan, und wunderte sich, daß man ihm es deßwegen besondern Dank wissen wollte. Seither nahm er mehrere Musterungen und Kriegsübungen vor. Zugleich beschäftigte er sich mit dem , seiner Beeidigung nahmen, Gcsetzbuche. __ Man spricht von Verminderung der Zölle; eine Maaßregel, welche der Stand der Finanzen gestattet. Auf mehreren Punkten des Königreichs sind sehr bedeutende Straßenbautcn angeordnet. Durch eine derselben soll die Verbindung zwischen Ehambery und Paris um 9 Posten verkürzt werden. Für die Wiederherstellung der Simplonstraße hat der König 909,009 Fr. angewiesen. Da die Ernte nicht gut ausgefallen ist, sind, um die Armen zu beschäftigen, noch andere öffentliche Arbeiten angeordnet. (Mg. Z.) Frankreich. Paris, den 10. October. Die Verhandlung wegen der vom Marschall Clause! begehrten Verstärkung der afrikanischen Armee beschäftigt fortwährend die französischen Journale. General Schramm soll bereits seine Entlassung von seiner Stelle im Kriegs. Ministerium angebothen haben; und man bringt diesen Entschluß mit der Frage über die Expedition nach Constantine in Bei'dmduaZ. (B. v. T.) Abd-el-Kader ist mit mehreren Stämmen durch sein herrisches Aenehme.v in Reibungen gerathen, welche endlich in offenen K^mpf ausbrachen. In zwei . Tressen mit denselben wurde er gänzlich geschlagen und bis an sein befestigtes Lager verfolgt, so daß er sich nunmchrnaA.GHcris, bei Mascara, zurückgezo.-gen hat. " "'.^ - (Ost. B.) General von Nigny hat.Befehl erhalten, sich unverzüglich nach Afrika zu begeben, um bci der Expedition nach Constantine das Commando der Reiterei zu übemehm^., Diese Mission ist übrigens nur temporär , und nach Becndignng jenes Kriegszuges »mrd der General wieder aus seinen Posten im Nord-Departement zurückkehren. _ Ein Schreibendes Hrn. Vhiers aus Rom meldet, daß seine Gesundheit unter dem milden Himmel Italiens sich bereits fühlbar gebessert hat, und er deßhalb noch einen guten Theil des Winters in Neapel zuzubringen gedenkt, um den günstigen Einfluß des südlichen Clima's noch weiter fortwirken zu lassen. Hr. Thiers würde demnach nicht frühe genug zurückkehren, um bci der Eröffnung der Kammer gegenwärtig zu seyn. (W. Z.) Spanien. Die Nachrichten u^c das fortwährende U^nsich-greifen der Carlisle.! sind sehr beunruhigend. In Gallizieü walten 12- bis 1^00 Manu unter Castor ungestört auf dem platten Lande, und die Trup^n der Königinn, obwohl 500!) Mann stark, halten sich innerhalb der Ringmauer der Küstenstäote. In Arrä-gonien ist eine neue Carlistenbande unter einem g,e> wissen Cabanero aufgestanden. In der Provinz To-lcdo wird Talavcra de la Rcyna durch eine berittene Vande von 150 Mann seit dem 28. September bela gert. Am 26. wäre einem Theile der selben beinaye die Schwester des Ministcr-Präsidcnlcn Calatrava in die Hände gefallen. Nationalgardisten von Crismun-do kamen noch M Mer Zeit hinzu, um sie zu befreien. In der Mancha hat die Bande des Poetillos sich bereits in Verbindung mit Eomcz gesetzt. Go-lnez selbst soll in Iaen bis Andujar vorgedrungen seyn, Alaix scheint noch teinc Bewegung gemacht zu haben, «m ihn zu verfolgen. Als Gomez, schreibt das Blatt El Duende (dcr Kobolo), in Valencia streifte, führte er von Mouzon den Psarrcr, einen Liberalen, fort. Dessen Schwester erhielt das Versprechen, daß er um ein Lösegeld von 10,009 Realen freigegeben werden solle. Nach MouM zurückgekehrt, bringt sie dort diese Summe zusammen, und rM dann Gomez auf allen feinen Hin- und Herzügen auf einem schlechten Pferde und von einem einzigen Diener begleitet, nach. Die edle Schwester mußte binnen 21 Tagen 183 Stunden Wegs machen, bis sie endlich Gomez erreichte. Sie »begegnete unter Wegs keinem einzigen Soldaten der Königinn, so ungestört zog Gomez, dem sie WIgte, umher. (W. Z.) Eine Nachricht in der Nevista vom 1. October sagt: Der Chef der Faction in der Mancha, Poelillo s, welcher ohne Zweifel in Uebereinstimmung mit Gomez handelt, hat sich in S. Helena aufgestellt, wo er die Communication mit Andalusien unterbricht. Gome; ist in Ballen und Andujar angelangt. (B. v. T.) Ein, tithographittcs Bulletin, meldet: »Man schreibt aus Bayorme vom It. October (auf teleg.ra- 351 Mischcm Mege): Gomez zst in Nbeda am Guadalquivir eingerückt, wo er Ressourcen aller Art gefunden hat. Die Generalcapitäne von Ecvilla und Granada sollen Truppen, die aus Caceres und aus dem Lager von St. Roch kommen, in Ecija (zwischen Sevllla und Cordova) sammeln. _ Nodi! ist noch in Huetc; Alaix marschirt über Uceja. ^_ Die Earli^ sien melden, daß Sanz am 29. in Oviedo eingerückt ist; diese Nachricht bedarf der Bestätigung. __ Am 9. ist der General Lebeau nach Pamplona zurückgekehrt. 'Die Engländer haben am 8. einen vergeblichen Angriff auf die Stellung von Amezagana (bei S-Sebastian) gemacht." Das Memorial des Pirenees meldet aus St. Jean-Pied-de-Port vvm 3. October: »Gestern Abends sind 23 Deserteurs von der Fremdenlegion , über Arncguy nach Frankreich zurückgekehrt. Sie bildeten einen Theil des" Bataillons, das mit dem General Lcbeau nach Spanien gekommen war. Sie sind verhastet und ins Gefängniß gesetzt worden. Wenu man ihnen glauben darf, so wären sie bald vor Hunger gestorben und es waren ihrer beiläufig hun-ditt , welche die Fahne verließen.— Ein Mann, der j,i der vorigen Woche einen großen Theil des Kriegsschauplatzes durchzogen hat und vorgestern von Pam-vlona abgegangen ist, entwirft ein sehr trauriges Bild von dcm, was er gesehen hat. Er fand nichts als verwüstete Felder und verbrannte Wohnungen. , Der Stadt Pamplona war einc starke Contribution auferlegt worden. Die Carlisle« hatten nach Aussage dieses Reisenden starke Colonnen nach Castilien geschickt; was von der Fremdenlegion noch übrig bleibt, sey gleichfalls gegen den Ebro instradirt worden." (Öst. B.) Der Monteur vom 10, October theilt folgende Nachrichten von der spanischen Ostgränze mit- »In der Nacht vom 5. auf oen 6., October arrttirte die Gendarmerie in Gemeinschaft mit den Douankrs und einer Abtheilung des 21. leichten Fußrcgiments zu Egssc («ach dem Journal dcö Dedats Err, ein Dorf in dem Departement der Qstpyrcnäcn) den Gc-l^ia! Maroto, den Intendanten Labandero , 2 Obersten , 3 OberstlieutcnMte, einen Hauptmann und 9 andere Spamcr, welche sofort nach Mont-Louistrans-portirt und der Eivilbchörde übergeben wurden. Nach einem Berichte dcs Commandanten vonNipoll vom 5. October hat der Bligade-Gencral Ayerde am 4, die Carlisten unter dem Oberbefchl Ortaffa'Z aufs Haupt geschlagen; Ottaffa selbst, scin Sohn, und mehr als 109 Mann seiner Truppen blieben todt auf dem Plaz-ze." General Maiotto, der sich nach dcm Obigen aus französischen A'odcn gcflüchtetHat, war von Bayox-ne aus, wo er die Aufsicht der Behörden zu täuschen wußte, als Carlistischer General - Capitän m Catalonien erschienen und hatte als solcher in Gemeinschaft mit einer Junta , zu der unter Andern Laban» dcro und Ortassa gehörten, die Leitung der Cürlisti-schen Angelegenheiten in jener Provinz an jich genommen. Baron Ortaffa war im Jahre 1823 Kriegs-Minister bei der Regentschaft von Seo d' Urgcl, und mitdem Erzbischofe von Taragona und dem Baron Ero« les Mitglied dieser Regentschaft selbst. (W. Z.) Griechenlanv. A.then, 19. September. Man hat in der Ep a r.-chie Phtiotis ErdkohlcN'Und Eisenmincn entdeckt. Die Regierung hat hierüber einen Bericht von dem Hauptmann Fortenbach erhalten, worin dersebe sagt, daß dieselbe sehr mächtig, und die Qualität eine vorzügliche sey. _ Man hat vor einigen Tagen in der Nähe des Hafens vom Piräus etwa 50 antike Gräber entdeckt, in denen man interessante Gegenstände zu finden hofft. -Die Regierung soll eine neue Summe zu^. Fortsetzung der Nachgrabungen angewiesen haben. Die Austrocknung der Sümpfe und stehenden Wasser beim Piräus geht rasch vorwärts. Auch. die sumpfigen Ebenen von Phoncas und der nymphalidische See in Si. kyonia, so wie auch der von Mustos bei Argos sollen ausgetrocknet werden. __ Der Gesundheitszustand der Hauptstadt ist fortwährend befriedigend. Nur sin> wir sehr geplagt von den Staubwolken, welche die Nordwinde in den Straßen und der Umgebung Athens herumpeitschm; wir sehnm uns daher sehr nach dcm ersten Regen. _, Der Staatskanzlcr Hr.Graf v. A'.> mansberg erfreute sich, zwei klemeFieber.nifäüe ausgc-nommen, den ganzen Sommer üvcr einer guten G^--sundhctt. > (Allg. Z.) Seit einigen Tagen geht das Gerücht von einem Ministcrwechstl, ,der bci der 3tückkehr, Sr. Mazestal des Königs vor sich gehen würde. Man nennt unter andern erlauben Sie mir, Ihnen eine durch ossi-cielleActenstücke belegte Thatfache mitzutheilen, welche die unermeßliche Zunahme des Verkehrs m den vereinigten Staaten beweiset. Im Jahre 1820 wurden in Philadelphia 395 Tonnen Kohlen abgesetzt, und im Jahre 5835 stieg der Absatz in diesem Artikel am die unglaubliche Masse von 680,750Tonnen. Verkehr wie Bevölker«ng steigen hier in riesenhaftem Maßstabe. (W. Z.) In Nord-Amerika ist ein riesiges Eisenbahn-Pro-jcct entworfen worden, und die Unterzeichnungen sind bereits fast vollzählig, nähmlich von Bruns,wick-Hat> bour an der georgischen Küste nach Apalachicola^River in Florida. Auf diese Weise würden 12-—.1W0 englische Meilen gefährlicher Schifffahrt erspart werden, und man würde Ncw-Orleans, von New-York aus, in 6 Tagen erreichen können. ' (W. Z.) Vereinigte Staaten von Mordamerikn. Englische Blätter schreiben: »Man spricht davon , eine Hängebrücke üb^. dm Niagara zu errichten, bei Lcwistown oder "Qmcnstown. Wen'i d^s Project qelin.qt, so wird dieß die längste Hängebrücke in der Welt seyn." ' ' (Mg. Z-) iz^ctrur M' K'^. Weinrich. Verl^cr^ Mna; 2l. ^Me,- U. Kleinma,.'?,