^^^L^^^H^^^^H^^^^^^^ O. !'1^^<7»^'>^^?'^t3V^^3'^^3~5>^^^ Im Herbste. Mtatter schlagen Lebenspulse > Der ersterbenden Natur, Matter brechen Sonnenstrahlen Auf dcr früh gereiften Flur. Bäume, deren stolze Kronen In der Lüfte Meer geschwelgt, Trauern nach dein Vrautgeschmeide, Das zerstreut im Grase welkt. Und die lebensvollen Haine Werden stumm, kein Laut ertönt Weil sich seliger im Süden Jetzt dcr Chor dcr Vögel wähn t Selbst der Wiesenquell, der flötet. Auf beblümter Au gewacht. Wimmert nach des Lenzes Reizen Und des Sommers Zaubcrpracht. Wechsel! flüstert jede Quelle, Wechsel! lispelt jeder Vaum, Wechsel! säuselt's in dem Haine, Wechsel! bebt's im Schöpfungöraum. Nur auf gold'nen Sternenhügeln, Am uznr'ncn Himmelszelt, Feiert stets im Lichtgewande Die verklärte Geisterwelt. Johann Oresch»gg. Vaterländisches. Außerordentliche Feierlichkeit bei Wippach. (Am 16. Octob.r 1855.) HF /^T-uf Veranlaffung des k. k. fünften, dermals König von Sardinien Husaren-Regiments, fand in und bei der prachtvollen Kirche unserer lieben Frau in der Aue, unterhalb Wippach, eine seltene religiös-militärische Feierlichkeit Statt. Dieselbe rief uns jene welthistorische Epoche ins Gedächtniß, in welcher sich die Völker Europa's ermannt und durch Einigkeit und Tapferkeit die Macht des sich unüberwindlich dünkenden Corsen nicht allein gebrochen, sondern völlig und auf immer vernichtet hatten. Es war am 3. October 1813, vierzehn Tage vor der Völkerschlacht bei Leipzig, als Prinz Eugen, Vice^ lönig von Italien, mit wenigen Trümmern der feind«. lichen, in einer frühern Proclamation vom Monate August auf 70,000 Mann angegebenen Armee, vor dem tapfern österreichischen Fähnlein, unter Commando des unsterblichen F. M. L. Freiherrn von Hitler hierdurch retirirte. Fünf Tage später vertrieb Hiller die Franzosen aus ihrer festen Stellung bei Tarvis, und schon am 12. November darauf verlegte derselbe sein Hauptquartier nach VIcenza. So wurde unser Vaterland , die damals sogenannten »illyrischen Provin-zen,« binnen fast weniger als 40 Tagen nach ausge^ brochenem Kriege, wieder glorreich erobert. Am nämlichen 3. October hatte sich Paul No-stas, Gemeiner des obigen fünften, damals Fri-mont Husaren-Regimentes, in der Nähe dcr Maria AuenKirche, in einem scharfen Vorposten-Scharmützel durch eine seltene Gegenwart des Geistes und durch eine so heldenmüthige Tapferkeit ausgezeichnet, dasi ihn Freunde und Feinde bewunderten, bis er endlich schwer verwundet und schon am Boden liegend, von mehreren feindlichen Kugeln aus unrühmlicher Rache gemordet ward. Sein am nämlichen Tage allgemein bekanntgewordener heldenmüthiger Tod verschaffte demselben von Seite der Wippacher ein ehrendes Begräbnis; bei der bemeldten Kirche, und sein mehrmals rcnovirtcr Grabeshügel, so wie sein schöner Name erhielten sich bei den Bewohnern des Wippacher Thales im gesegnet rühmlichen Angedenken bis auf den heutigen Tag. Das löbliche k. k. fünfte Husaren-Regiment, welches seit mehreren Jahren in Italien liegt, und von 18« - welchem einzelne Abtheilungen schon oft belm bemeldlen Grabeshügel des tapferen Kameraden vorbei marschir-ten — von dem Wunsche beseelt, Paul Rostas rühmlichen Tod dem Andenken der Nachwelt zu hinterlassen, ließ demselben aus Karstner-Marmor ein ehrendes Denkmal anfertigen, zu dessen Unkosten die sämnttliche Mannschaft des Regiments beigetragen. Das Monument besteht aus einer 5'/, Schuh hohen Husaren-Statue, auf einem runden, bei 4 Schuh hohen Piedestale mir gehörigem Unterbaue und einer angemessenen Umfassung. Die Inschrift erzählt in ungarischer und deutscher Sprache Paul Rostas heldenmüthige Aufopferung. Herr Carl Seppen-hoffer, ein geborner Görzer, Lieutenant des k. k. Prinz Leopold beider Sicilien Inf. Reg., ist als Dilettant der Anfertiger dieses schönen Denkmals, welches sehr geeignet ist, die Aufmerksamkeit der Kenner und der hohen BeHorden auf sich zu ziehen. So wurde auch die Aufstellung desselben 6 bis 8 Klafter von der Kirche und bei 3 Klafter von der Landstraße, an der Stelle des früheren Grabhügels, zwischen schönen Pa-pelbaumen von zwei Militär - Männern besorgt und vollführt. H Der 16. October war nun der für die feierliche Weihe dieses, dem Wippacher - Thale ewig theuern Monumentes bestimmte Tag. Es paradirten dabei, als Stellvertreter des belobten Husaren-Regimentes, zwei Compagnien des löblichen k. k. Prinz Leopold Lin. Inf. Regiments mit Fahne und der ganzen Regimentscapelle, welche schon den Tag früher um Mirrag mit vielen andern Herren Officieren aus Görz in Wippach eingetroffen waren. Obwohl man in Wippach erst am 14» Abends die bestimmce Nachricht von der Weihe erhielt, so wurde doch von der löblichen Bezirksobrigkeit und dem hochwürdigen Decanate Alles zu einer würdigen Feier derselben eingeleitet. Eine große Anzahl Honoratioren aus der ganzen Umgegend und eme Menge des zusammenströmenden Volkes fand sich dabei ein. Um I I Uhr in der Frühe wurde vom hochwi'n" digen Herrn G eo rg G rabrijan, Pfarrdechante von Wippach, unrerAssistenz seiner Herren Coopcratoren, ein Todtenamt mit Vocal-Gesänge, unrer Begleitung der Orgel — wozu sich die besten Sänger von Görz eingefunden harren — und wobei das vor der Kirche aufgestellte M.licär die gewöhnlichen Salven gab — abgehalten. Nach abgesungenem Libera wurde vom Herrn Mathias Vertouz, Pfarrvicär von Si. Veit, nach dem Wunsche des commandirenden Herrn Hauptmayns — da alle Herren Officiere und die Mannschaft slavisch verstanden — nachstehende Anrede iu slooenischcr Sprache gesprochen: »Hoch ansehnliche! »Ein Zeitgenosse und mittelbarer Zeuge jener hochherzigen Aufopferung, deren Andenken wir heute be^ gehen, erlaubr sich, die heutige bedeutungsvolle religiöse Feierlichkeit mir einigen Worten zu schließen. Der 3. October lsl3 ist jener für das Wippacher Thal ewig denkwürdige Tag, an welchem wir, von jeder feindlichen Macht befreit, wieder frei aufath^ men, öffentlich frohlocken und uns glücklich schätzen dursten , unter dem milden Scepter Seiner Maiestät des Kaisers von Oesterreich zurückgekehrt zu seyn. A» eben jenem Tage hat auch der heute gefeierte Paul Roftas, Gemeiner des k. k. 5., damals Fr^ mont Husaren-Regiments, ein hoffnungsvoller junger Mann — ein Sohn jnier «delmüthigen und tapfern ungarischen Nation, welche Maria Theresia'S wankenden Thron stützte und in neuester Zeit durch weise Gesetzgebungen über Landesöconomie, Industrie und Handel einen hohern Aufschwung anstrebt ^ auf der Landeöstraße, in der Nähe dieses Gotteshauses, in einem siegenden Vorposten - Scharmützel sein edles Blut vergossen, und seine tapfere Seele für die Befreiung unsers theuern Vaterlandes auf dem Felde der Ehre ausgehaucht. Kaum hatten die Wippacher, welche sich in jenen gefahrvollen Epochen durch lobenswerthe Vaterlandsliebe vielfach auszeichneten, an diesem denkwürdigen Tage aus dem Munde der Herren Escadrons-Officiere und der übrigen Cameraden Paul Rostas rühmlichen Heldentod vernommen, als sie auch einhellig dessen schönen Tod durch ein christliches Begräbnis) zu ehren, und seinen Namen durch ein einfaches Denkmal der Nachwelt zu hinterlassen beschlossen. Vor neun Jahren ließ Freiherr v. Gram mont, ein damals zu Wippach garnisonirender Hauptmann'des Brooder Gränz-Regiments, welcher früher bei Frimont H usaren gedient, als Augenzeuge des Heldentodes, das Denkmal seines ehemaligen Regiments - und Zugska-meradcn, dessen Corporal er war, auf eigene Kosten erneuern, und dasselbe aus christlicher Pietät durch das Ausrücken seiner Compagnie an Ort und Stelle, und durch eine angemessene kirchliche Feierlichkeit neuerdings einsegnen. Und heute weihen wir, Hochansehnliche! an dieser nämlichen heiligen Stätte Paul Rostas, ruhmvollen Andenkens, ein neues und unvergänglicheres Denkmal, welches demselben alle Regiments-Cameraden setzen ließen;—es wird nichr nur dem tapfern Regiments s.,hne, es wird dem ganzen Negimente zur großen Ehr? gc-reichen, und was dessen Werrh noch um Vieles erhöht, ist, daß ein Officier der tapfern österreichisch-m 187 - Armee es ausgemeißelt, und demselben den angemessenen Geist einzuhauchen gewusit hat. Die Kirche, Dollmetscherin der Religion, dieser vom Himmel entsandten Friedensbotin, jede Tugend anerkennend, und die zur Erhaltung des Friedens so wesentlich nochwendige Tapferkeit hochachtend, verleihet jedem Denkmale, wodurch die tapfern Varerlandssöhne geehrc werden, mir großer Freude ihre heilige Weihe. Sie empfiehlt daher auch dieses heilige Denkmal der Pietät des Wipoachcr Thales, der Obsorge des hochwürdigen Decanaies und der löblichen Bezirköobrigkeit — auf daß in allen künftigen Jahrhunderten die an dieser heiligen Stätte — und oft in großer Anzahl — durchmarschirenden österreichischen Krieger, so wie auch andere brave Landesrinoer lernen: Wie schön und rühmlich es sey, für das Vaterland zu sterben! — — Euch aber, Ihr würdigen Stellvertreter des löblichen k. k. 5., jetzt König von Sardinien Husaren-Regiments, — in dessen Namen dieses Denkmal gesetzt und heute eingesegnet wird — Euch möge die heutige Feierlichkeit tief im Gedächtnisse verbleiben, und Euch — wenn das Vaterland in Gefahr seyn sollte, zur gleichen Tapferkeit anspornen. Euer Beruf — Euere Pflicht ist es — Euere Ehre fordert es — Euer Leben für die Erhaltung des Kaisers und des Vaterlandes aufzuopfern. Den braven und tapfern Söhnen des Vaterlandes verleihet der Herr der Heerschaaren seine Siegeskrone! — Die schöne Seele des Tapfern ehren, welche derselbe aus Gehorsam gegen den Kaiser und aus Liebe zum Vatcrlande — als Märtyrer — in dieser Nähe aushauchte, hat der barmherzige Gott in seinen heiligen Schuß genommen — seine irdische Hülle aber möge an dieser heiligen Stätte, unter der Obhut unserer lieben Frau, welche in diesem Gotteshause verehrt wird, bis zum Tage der Auferstehung in Ehren und Frieden ruhen!" — Nachdem noch von den Herren Sängern »des Helden Schlaf" meisterhaft ohne Orgel aufgeführt, wurden Paul Rostas früher ausgegrabene, in einen einfachen Sarg gesammelte und in der Kirche aufgestellte irdische Reste, unter Begleitung des schon gleich Anfangs dabei aufgestellten Militär-Spaliers, feierlichst zum Denkmale geleitet, dasselbe eingesegner, und dann erst der Sarg in die Gruft unter dem Monumente gesenkt. Nach vollendeten Kirchenceremonien machte die 6il piU'lttl« aufgestellte Mannschaft ihre Honneur's und gab drei Salven. Diese einerseits sehr rührende und andererseits zum höchsten Heldemmtthc entflammende Feierlichkeit hat stch dem Gedächtnisse sämmtlicher Anwesenden mit unauslöschlichen Zügen eingeprägt. Sämmtliche Herren Off'icicre wurden zum Schlüsse vom Herrn Grafen Lanthieri zur Tafel geladen, wobei nach dem Toaste auf das Wohlseyn Seiner Majestät des Kaisers Ferdinand, auch auf das Wohl des löblichen k. k. fünften Husaren-Regiments, der ganzen tapfern österreichischen Armee nnd noch mehrere andere ausgebracht wurden. Die anwesende brave Negimenrs-Capelle gab Abends Veranlassung zu einer Reunion im Tabor - Saale für die Tanzlustigen. Die dienstthuende Mannschaft vom Feldwebel abwärts wurde beide Tage ihrer Anwesenheit in Wippach aus einem Zusammenschusse unter den Honoratioren des Bezirks mit Fleisch, Reis und Wein betheilt. '*) Kaiserlich russische Rechnungen. Der Kaiser reisete mit Extrapost, und nach seiner Gewohnheit incognito. Er hatte nur einen General bei sich,, welcher ihn gewöhnlich zu begleiten pflegte. Als man an eine gewisse Stelle kam, bemerkte der Postillon, daß der Weg bis zur Station nunmehr so äußerst schlecht werde, daß zu Wagen vor anderthalb Stunden nicht hinzukommen sey. Es ginge jedoch ein fester und angenehmer Weg durch den Wald, welchen die Reisenden gewöhnlich einschlügen, und welchen zu benutzen er den Passagieren ebenfalls rathe. Der große Kaiser war es zufrieden, der General nicht minder. So wurde denn unter den Buchen fortspaziert, bis man an ein Gewässer kam, über welchem die Brücke fehlte. Das Wasser schien sumpfig, falsch, gefährlich, gleichwohl mußte zu einem Uebergange Narh werden. Da kam ein Bauer des Weges. Der Kaiser beklagte das Fehlen der Brücke, der Bauer auch. »Ob man denn garnicht hinüber kommen könne?" — »Nein!" — ^Ob er nichr zuweilen hinüber käme?" — ,O ja, er ginge durch's Wasser.«—„Auch wohl beladen?« — ,Wie's kommt." — «Zehn Rubel denn, wenn er ihn hinüber tragen wollte." — Der Bauer schlug ein. Man arrangirte die Partie Hukepak, und der Kaiser befand sich bald am andern Ufer. „Nun holst du auch meinen Kaineraden, ebenfalls für zehn Rubel.« — Der Bauer war folgsam. Er belud sich auch mit dem General, hatte jedoch das Wasser nicht bis zur Hälfte durchschritten, als der Kaiser »50 Rubel, und du läßt ihn fallen!« ihm zurief. ') Indem wir dem Herrn Einsender dieses wirklich interessante» Aufsatzes hiermit öffentlich unsern wärmsten Dank darbringen, tönncn wir nicht unteNassen, bei dieser Gelegenheit alle w,ah« rcn Vaterlandsfrcunde geziemend aufzufordern, bei ahnljchen Vorkommenheiten, so wie bn jeder Veranlassung, wo es sich handelt, das Interesse unsers vaterländischen Mattes zu erhöhen, uns Berichte oder auch nur Notizen gefälligst einsenden zu wollen, dic jederzeit zu Dank angcnom!N,en und ««gesäumt veröffentlicht werden. — ^ ' Die Redaction. 188 - Der Bauer stand und lüftete den Arm, — »100 Nu-bel, und du trägst mich weiter!" der Bauer that einige Schritte, und von jenseits sprach die Stimme: »200 Rubel und du wirfst ihn ab!" — Neue Bedenklichkei-ten des Bauers. »500 Rubel, und du bringst mich hinüber!" — „800 Rubel!" erscholl es von drüben, »und du trägst ihn nicht welter!« — Der Bauer ließ beide Arme fallen, der General umklammerte ihm Hals und Hüfte, »1000 Rubel und weiter keine Umstände! Fort an's Ufer!« Der General war denn nun auch hinüber; der Bauer begleitete die Herrschaften bis zur Station und empfing seine Belohnung. Als man den Kaffes) genommen hatte, notirte der General in's kaiserliche Ausgabebuch, wie folgt: »Für zwei Portionen Kassel) 10 Rubel; für Sr. Majestät Uebcrschaffung über ein Waldgewässer 10 Rubel; für dito des Generals X' unter allerhöchst scherzhaft vertheuerten Umständen — 1000 Rubel.« Feuilleton. In Brasilien soll, 80 Meilen von Bahia, eine neue sehr reiche Fundgrube von Diamanten aufgefunden worden seyn. Ein Handlungshaus soll aus derselben bereits für 4,000,000 Franken Diamanten angekauft und ausgeführt haben. Reiche Braute, freut euch! — Humoristische Rclthselfragen. 1. Worin gleicht ein Speisezettel einem Journal? 2. Was hat ein Goncertgeber oft mit einem angeklebten Goncertzettel gemein? 2. Welcher Handwerker ist der ungeschickteste? Theater in Vaiback. Montag am 27-October, zum ersten Male: ,,Cromwells Ende >" historisches Trauerspiel in fünf Akten von Naupa <5. — Durch dieses Stück ist die dramatisch» Welt weiter nichts, als um ein Trauerspiel reicher, welches sich durch fünf lange Akte ohne eigentliche Handlung, ohne Spannung, Wirkung und Interesse hinschlepvt und zuletzt höchst unbefriedigend endet. Abgesehen davon, daß Vühneneffect hier gar nicht in Betracht kommt, und daß es um die energische Männlichkeit des Lord - Protectors traurig aussieht, erhebt sich auch der Dialog nicht über das Niveau der Alltäglichkeit, und Ausdrücke, wie z. B, ,.Haben meine Befehle auch schon die Bleichsucht?^ ?c, (Cromwell 8. A?t 1. Scene) kämpfen stark gegen die logische Nichtigkeit an. Eine unläugbare Mattigkeit schleicht sich wie ein Zehrfieber durch alle Pulse der Handlung, und Cromwells Frau, wie zwei seiner Töchter, die nur da sind, um die Personensuite zu vermehren, hätten füglich wegbleiben können. Ferner sind zu weit ausgedehnte Kranken - und Sterbescenen immer neduldertödtend; kurz, Dr. Naupach's „Cromwell'' verhält sich zu der lebensfrischen, kräftigen dramatischen Dichtung ,,Cromwell" von Victor Hugo wie ein dürrer Ast gegen einen saftig grünenden Vlütenzweig, und es wurde nur bedauert, daß bci diesem „Cormwells Ende" der Herr Lord-Pro-tector so lange kein Ende nahm. Herr Thom 6 gab den Helden mit Ruhe, Consequenz und treuer Wahrheit in Costume und Spiel. ^ NeickerVeifatt und öfterer Hervorruf belohnten ihn, Dlle. Sveng< l e r, als Cromwctts Tochter Vetty, war Meisterin ihrer schwierigen Aufgabe. Ihr Kampf mit dcr Kindesliebe und der treuen Ergebenheit gegen das rechtmäßig? Herrscherhaus war sowohl in Auffassung als Durchführung einer braven Schauspielerin würdig, besonders die Wahnsinnsscen? am Schluß des vierten Aktes ausgezeichnet. Herr Köppl, als dcr ehrwürdige Doctor Hewct, stand wieder ganz seinen Mann. Alle übrigen Fächer treten zu wenig hervor, um besonders erwähnt zu werden. Die Aufnahme war kalt. — D i n st a g am 28. October: „Die s^öne Athenicn-serin." Original-Lustspiel in vier Aufzügen von Feldmann. Wenn irgend ein Stück das Necht auf den Titel: „Lustspiel" haben kann, so ist es dieses. — Die Idee die!er Picce ist nicht nur neu, sondern auch mit Vühnenkenntnifj und allen Elementen durchgefühlt, die zu einem guten Lustspiel gehören, an denen wir aber leider in der Jetztzeit so arm sind, daß Vater Kotzebue zur Schande unserer Lustspieldichter auf diesem Felde noch immer den Herrscherstab schwingt. Die Aufführung war durchweg brav, so daß dieses Stück unter allen bisherigen Lustspielen den Preis davon trug. Die Palme des Abends erwarb sich unbestritten Herr Moldt als Jacob. Falkens Diener, den er zum unauslöschlichen Gelächter mit unvergleichlicher Komik spielte. Herr Köppl sNath Kollmel) war besonders brav. Zu unserer Verwunderung spricht er die lateinischen Namen mit eu, z. V. Tbeseus, Morpheus, wie Thesais, Morphais aus. — Mad. Etterich (Räthin), Herr Zeiner (v. Wellenau). und Herr Schmidt (Baron Falke«) füllten ihre Plätze würdig aus, und Herr Posin -gei gab den Capitän Selhof in gewohnter Weise. Dlle. Posin-ger (Emilie) und Dtte Spengler (Zacharulla) spielten mit aller Zierlichkeit und Anmuth, Dlle. Etterich (Vaja) war liebenswürdig, wie immer; auch Dlle. Ah mann (Lieschen) leistete Genügendes und das Costume der Damen war wirklich elegant. __ Mittwoch am 29. October. ,,Das Epigramm." Lustspiel in vier Akten von Kotzebue. Es ist dieß eines seiner bessern Lustspiele» leidet aber an einiyen sentimentalen Längen, besonders im letzten Alk, die ihm Eintrag thun. Das beste Zeugniß der Trefflichkeit eines Lustspieles liegt darin, daß man dabei durch Thränen lächelt; l,ier kann man dieß. Herr Köppl, als Kanzlei-Director, führte seine pedantische Simandlrolle mit aller Umsicht und der besten Färbung durch-Mad. Lubek, dessen Frau, war ein treues Muster einer stolzen, unversöhnlichen Weltdame und einer tyrannischen Stiefmutter, Dlle. Posinger, Carolin?» — Es ist eine Freude, diese hoffnungsvolle junge Künstlerin in derlei Rollen zu sehen; nur Eines müs« sen wir ibr freundlich rathen — die Worte mit st, wie z. V. ver« stoßen, fürstlich, erstens :c., nicht so scharfbetont, wie: ver° schtosten, fürschtlich. erscbtens ?c. auszusprechen. Herr Thom6 gab den Hauptmann Klinken mit echt militärischer Vonhomie. Herr Zeiner, als Doctor Vüsck,, Herr Schmidt, als Eduard, entsprachen ihren Aufgaben genügend; Mad. Etterich spielte die Rä« thin Narning trefflich, und Dlle.E t t er i ch, als Friederike, war die eckte Kindlichkeit, Am meisten tratHerr Po sing er als Kammer» rath Hiupeldanz hervor. Er war die treueste Kopie eines reichen Dümmlings und wurde öfter gerufen. Das Stück gefiel sehr wohl. — Donnerstag am 30, October: Die Reprise des „deutschen Kriegers," dessen erste Vorstellung wir schon besprochen. — Samstag am 1, November: zum ersten Male: „Ritter und Zitter« schlägerin." romant. Schauspiel mit Gesang in fünf Akten nach dem Französischen von Doctor Bär mann. Ein? durchaus gewöhnliche, langqesponnene, aber nichtssagende, und nur das Publikum des Olymps eines Theaterhauses amusirende Alltagscomödie mit 26 Personen, die wir lieber unerwähnt lassen. >— Sonntag! „Stadt und Land," Posse mit Gesang in zwei Akten von F. Kaiser. Diese Posse hat zwar heuer ziemlich angesprochen, allein im verflossenen Jahre wurde sie mit Enthusiasmus aufgenommen. Der Grund dieser Verschiedenheit der Aufnahme liegt ganz einfach darin: Herr Rosen schön war als Viehhändler m'd zualeich Grundvfeiler deß Stuckes in seiner Rolle ganz unübertrefflich, classisch kann man sagen; Herr Mayer vermochte daher trotz aller seiner Mühe und Beliebtheit nicht durchzugreifen. Dlle. Ette« ricl,, alßKlotilbe, undHerr M o ldt, als Faustin, erhielten lcl'haftcn Applaus. Das Haus war gut besucht. Leopold Korde sch. Verleger: Ignaz Alois Gdler v. Kleiumayr.