PrSu«»er«ti,uS-Preise: KSr Laibach: Ganzjährig . . ü fl. 40 kr. Halbjährig . . 4 , 20 ^ Vierteljährig . 2 „ 10 „ Monatlich ... — 70 „ Mit der Post: Ganzjährig................12 fl. Halbjährig................ 6 , «ierteljitbrig........... 3 Kür Zustellung in« HauS viertelj. 25 kr., monatl. S kr. Einzelne Nummern 6 kr. Laibacher Tagblatl Anonyme Mittheilungen werden nick>t berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendrt. Bahnhosgaffe Nr. 18S. L J«ser«te». B«re«u: Tongreßplatz Nr. 81 (Buch-Handlung von Jg. v. -lei«, mayr L Fed. Bamberg Juserttou-prei Für die einspaltige, L t kr., bei wiederholter , Bei größeren Inseraten und öfterer Einschaltung entsprechender Rabatt. Für complicierten Satz beson-dere Vergütung. Nr. 94. Dinstag, 25. April 1876. — Morgen: Cletus Pr. 9. Jahrgang. Die österreichisch-ungarischen Verhandlungen. Dank dem Umstande, daß die ungarischen Mi-nister der parlamentarischen Vertretung gegenüber weniger zugeknöpft sind, als unsere österreichischen Minister, treten die Umrisse der mit der jenseitigen Regierung angebahnten Vereinbarung immer deut^ licher hervor. ES ist dies die Thatsache, daß Oester, reich, um wenigstens ein einheitliches Zoll- und Han-delsgebiet zu rette», abermals Opfer bringen, höhere Lasten tragen soll, wenn letztere auch nicht so bedeutend sind, als nach den ersten ungestümen Forderungen unserer magyarischen Reichsgenvssm zu besorgen war. Alle vorliegenden Nachrichten stimmen darin überein, daß Ungarn auf rein finanziellem Gebiete einen Erfolg errungen, daß der ungarische Standpunkt im Principe angenommen wurde, wornach die Zollrestilulionen fortan nicht mehr aus den gemeinsamen Zolleinnahmen bestritten, sondern jedem Theile zu Lasten geschrieben werden sollen, ferner daß in der Bankfrage die österreichische Regierung im Be-griffe ist, die Brücke zu schlagen, welche zu den ungarischen Forderungen hinüberfahrt. Daß erstereS Zugeständnis einer Mehrbelastung der diesseitigen Reichshälfte gleichkommt, geben selbst die Ungarn zu; denn in die beredte Sprache der Ziffern übersetzt, bedeutet dies soviel, daß Oesterreich in Zukunft 71 und Ungarn 29 Perzent zu den gemeinsamen Ausgaben beisteuern wird, während nach ungarischer Berechnung der Voltheil für Ungarn gar zwei Millionen betragen, somit eine Verschiebung des Quotenverhältnifses um volle zwei Perzent zu unser» Ungunsten bedeuten würde. Freilich sind die Fragen, um die es sich in den schwebenden Auseinandersetzungen zwischen den beiden Reichshälften handelt, höchst verwickelter Natur, ste sind beinahe so verworren, wie der dualistische Organismus selbst, dem sie entstammen. Der politische Organismus, wie er 1867 das Licht der Welt er-blickte, brauchte übrigens von den jetzt in Verhand-lung gezogenen rein wirthschaftlichen Momenten des Ausgleichs nicht berührt zu werden. Die politische Organisation, das Wesen c>es Dualismus, die reichs-gemeinsamen Angelegenheiten, dir Art und Weise der Behandlung derselben — all' dies bildet das Bleibende; einem Wechsel unterworfen blieb nur die Feststellung der beiderseitigen Quotenbeträge für die reichsgemeinsamen Angelegenheiten und die Erneuerung der wirtschaftlichen Solidarität. Da jedoch Ungarn von allem Anfang mit der ganz ungerechtfertigten Forderung auftral, einen Antheil von unseren Ver-zehrungSsteuereinnahmen zu erhallen, widrigenfalls es mit der Aufrichtung von Zollschranken, der Aufrich. tung eines eigenen Handels- und Wirtschaftsgebietes drohte, so erlangte die Frage des wirthschaftlichen Ausgleichs alsbald eine einschneidende Bedeutung. Es stand zu befürchten, daß nicht nur die fernere wirthschaftliche Entwicklung der Gesammtmonarchie, der Wirtschaftsverkehr, wie er sich durch Jahrzehnte entwickelt hat, in neue ungeahnte, vielleicht unberechenbare Bahnen gedrängt werde, wenn es nicht gelang, die ökonomische Einheit herzustellen, sondern daß auch das ohnehin lockere Band, welches die bei- den ReichStheile zusammenhielt, gänzlich zerreißen würde. Mit vollem Rechte kann man daher angesichts der wichtigen Interessen, die für den Bestand der Monarchie hiebei auf dem Spiele stehen, die Frage aufwerfen: „Worin bestehen die gegenwärlig von Ungarn mit solcher Hartnäckigkeit verfochtenen Dif-ferenzpunkte, und welche Berechtigung wohnt den ungarischerfeits erhobenen Ansprüchen inne? Bei der Beantwortung dieser Fragen folgen wir einer licht» vollen Darlegung der „il. A Z". Welches sind die Forderungen, welche Ungarn angesichts des «blaufeS des zehnjährigen wirthschaftlichen Ausgleich- zwischen beiden Reichshälften stellte und heute noch festhält? Nebst einigen Zollsätzen stellte Ungarn den concreten Anspruch: von den Einnahmen, welche Oesterreich aus dem Absatz seine» Zuckers, Bieres, Branntweines, kurz aller einer sogenannten Verzehrungssteuer unterliegenden Pro-ducte nach den Ländern der ungarischen Krone bezieht, und welche diese Länder somit durch den Con. sum jener Artikel dem österreichischen Staatsgebiete verschaffen, einen näher zu bestimmenden Antheil zu erhalten und daß ferner die Steuerrückvergütung beim Zuckerexport, welche nach den bisher bestehenden Normen au« den gemeinsamen Zolleinnahmen bestritten wird, aus den Steuerkasfen jenes Reichsgebietes bestritten werde, dessen Producent die Ware ausführt. Die ungarische Rechnung ist folgende: Da in Ungarn große Mengen österreichischen Biere«, Zucker«, Branntweines u. s. w. verzehrt werden, so zahlt eigentlich der ungarische Consument die Verzehrung«. Feuilleton, Entdeckung eines geheimnisvollen Mordes durch Jagdhunde. In der Nähe der englischen Stadt Blackburn (Lancester) wurden Ende März d. I. an zwei abgelegenen Stellen Reste des grausam zerstückten Leich, nam« eine« kleinen Mädchens aufgefunden, u. zwar der glieder- und kopflose Rumpf und die beiden Beine. Die ärztliche Untersuchung ergab, daß an dem Kinde vor der Ermordung noch ein abscheuliches bestialisches Verbrechen begangen worden ist. Bald stellte sich heraus, wer das unglückliche Kind gewesen; e« war die am 28. März spurlos aus dem Kreise ihrer Gespielen verschwundene siebenjährige Emilie Holland, welche von einem unbekannten Mann auf der Straße aufgefordert worden war, ihm in einem Laden Tabak zu kaufen und die dann — den Aussagen anderer Kinder zufolge — den Mann weiter begleitet hatte. In ganz England erregte die Entdeckung der schaudervollen That Entsetzen, und die Aufregung wurde vermehrt, als die Polizei nicht imstande zu sein schien, auf eine sichere Spur des Verbrechen« zu kommen. ES wurden wol zahlreiche Verhaftungen vorgenommen, einer der Verhafteten, ein Landstreicher, wurde auch von Zeugen, nemlich von den Gespielen der kleinen Holland und von dem Besitzer de« Tabak-ladens, aufs bestimmteste als jener Mann bezeichnet, der das Mädchen weggeführt habe, aber es glückte dem so schwer Belasteten doch, sein Alibi zu beweisen. Da gelang es der Polizei in Blackburn, am Ostersonntag durch Anwendung eines außerordentlichen Mittels tticht bloS auf die Spur des Thäters zu kommen, sondern die direkten Beweisstücke des Verbrechens selbst, nemlich den bisher vermißten Kopf des Kindes in der Behausung des Mörders auszu, finden. Oberronstabler PottS in Blackburn ließ sich nemlich von einem Hundehälter, namens Preston, zwei Hunde beistellen — einen Halbbluthund und einen Hühnerhund — und durchsuchte mit denselben unter Beihilfe Preston« die bewaldete Umgegend jener beiden Orte, wo der Rumpf und die Beine de« Kinde« gefunden worden waren. Aber der Versuch blieb ganz erfolglos. Daraus unternahm Pott« in Blackburn selbst ein andere«, allerdings gewagte« Experiment. Durch da- Gerücht war nemlich ein obgleich nur schwan- kender Verdacht auf zwei Barbiere namen« William Fish und Deni« Withead geworfen worden, deren jeder sein eigenes Geschäft hat und die mit einander in keiner Verbindung standen. Detectives besetzten zugleich die Häuser beider Barbiere, während Pott» von den Hunden zuerst das Haus WitheadS durchspüren ließ, wo aber nichts Verdächtige» entdeckt wurde. Hierauf wurden die Hunde in Fish'S Haus gebracht, welches im Erdgeschoß und im ersten Stockwerk je zwei Räume hat. Die Hunde rannten zuerst in den unteren Räumen und in einer rückwärtigen Küche umher und stürmten dann über die Treppe in die oberen Räume, wo sie alsbald vor dem Kamin in dem vordern Zimmer anschlugen. Der Eigentümer der Hunde griff mit der Hand in den Kamin und zog alsbald aus der Ab-zugSröhre rin Paket heraus. E» enthielt den Schädel nebst anderen Theilen der Leiche des Kinde-, die in blutbefleckte« Zeitungspapier eingepackt waren. Ein anwesender Arzt erkannte, daß jüngst der Versuch gemacht worden sei, den Kopf zu verbrennen. Der Rumpf und die Beine waren in Nummern de» „Preston Herald" eingewickelt gewesen; man fand in Fish'« Besitz zahlreiche Blätter dieser Zeitung, unter denen gerade jene Nummern fehlten. Den steuer, die der österreichische Erzeuger in die österreichische Steuerkasse entrichten muß; Ungarn ist da-durch benachtheiligt und muß darum entschädigt wer. den, beziehungsweise rS könnte sich durch Errichtung einer Accisschranke an seinen Grenzen selbst entschädigen. (Schluß folgt.) Politische Rundschau. Laibach, 25. April. Inland. Der achte Mai d. I. ist bekannt« lich noch vor kurzem von den Organen der Regierung als der Zeitpunkt bezeichnet worden, an welchem die Delegationen in Pest zusammentreten sollen. Die Thatsache, daß die amtliche „Wiener Zeitung» bisher die kaiserlichen Handschreiben an die beiderseitigen Ministerpräsidenten bezüglich der Einbe> rufung der Delegationen noch nicht veröffentlicht hat, fällt selbstverständlich in Abgeordnetenkreisen schon deshalb auf, weil von dem erwähnten Termin uns nur noch ein paar Wochen trennen. Abgeordnete, welche mit einzelnen Ministern der diesseitigen Reichshälfte enge Verbindung unterhalten, wollen nach dem „N. W. T." auf Grund unmittelbarer Information wissen, daß Fürst Auersperg sich immer noch mit dem Plane beschäftige, gleich nach Abschluß der Verhandlungen mit Ungarn beide Häuser der ReichSvertretung einzuberufen und ihr das betreffende Elaborat der parlamentarischen Behandlung zuzuführen, und erst, wenn dies geschehen sein wird, wäre der Zusammentritt der Delegationen zu er-warten. Die Besetzung der durch die Enthebung des Generalmajors St ran Sky erledigten Stelle eines Borstandes des Präsidial-Bureaus im ReichS-KriegS-ministerium ist erfolgt. Das Militär-Verordnung«, blatt enthält die allerhöchste Entschließung vom 20sten d. M., womit der Generalmajor Ferdinand R. von Franz an diese Stelle ernannt wird. Weit« wird eine allerhöchste Entschließung vom 19. d. M. publiciert, der zufolge „in den wichtigeren festen Plätzen der Monarchie schon im Frieden Festung«. Artillerie-Directoren in der Weise creiert werden, daß durch diese Maßregel weder eine Vermehrung des Standes an Offizieren bei der Artillerie, noch eine Erhöhung de« Heeresbudgets eintrete." — Da« Maiavanrement dürfte schon in den nächsten Tagen publiciert werden. Ministerpräsident Ti« za sowie Finanzminister Szell haben in Pest bereit« mit einer Reihe von Parlamentsmitgliedern conseriert, um ihre Willens Meinung über die Ausgleichsverhandlungen zu ver> nehmen. Auch soll bei TiSza eine vertrauliche Con ferenz stattfinden, die auf einen größeren Kreis von Abgeordneten sich erstrecken wird und in der die ungarischen Minister auseinandersetzen werden, was Kopf fand man in Blättern des „Manchester-Lau-rier" eingepackt, dessen Abonnent Fish ist. Fijh, der verheiratet und Vater zweier Kinder ist, war bei der Auffindung der Beweise seines Verbrechen« anwesend, bekannte aber nichts. Vor dem Hause hatte sich eine Menge Volkes angesammelt, dir auf die Nachricht von dem Funde Fish lynchen wollte. Mit Mühe brachte die Polizei, während Oberconstabler Pott« durch eine Ansprache die Menge frsthielt und sie zu beruhigen suchte, den Verhafteten durch eine Hinterthüre und durch Setten, straßen ins Gefängnis. Er wurde in eine kleine Zelle gebracht, wo zwei Constabler ihn von nun an Tag und Nacht bewachen werden. Seine Frau kam ins Polizeiamt und versicherte, sie halte ihren Mann nicht für fähig, die That begangen zu habe«. Fish ist erst 26 Jahre alt. Sein Geschäftslokale ist nur etwa vierzig Ellen von dem Laden entfernt, wo Emilie Holland für den unbekannten Mann Tabak gekauft hatte. Da» kleine Mädchen mußte bei ihrem Gange zur und von der Schule täglich bei Fish vorübergehen und er dürfte sie deshalb wohl gekannt haben. sie in Wien erreichen zu können hoffen. Von dem Resultate dieser Versammlung dürsten Ministerprä. sident TiSza und seine Amtscollegen ihre weiteren Schritte abhängig machen. In deutschen Blättern spukt seit einiger Zeit das Projekt einer deutsch-österreichischen Föderalistenpartei. In den „Hessischen Blättern" finden wir einige nähere Andeutungen über die Ziele und Tendenz dieser Deutschland und Oesterreich umfassenden Verbindung. „Die Partei", heißt e« in dem Blatte, „könnte nur von der un. umwundenen Anerkennung ausgchen, daß die römisch-katholische Kirche in ihrem Kampf gegen die gor. derungen eine« omnipotent fein wollenden Staate«, wie keine andere kirchliche Gemeinschaft, da« Königthum Christi mit ruhmvoller Energie vertritt und damit gerade in der Wahrheit de« föderativen Prin. cip« kämpft." In einem weitern Punkte de« Programms wird die Rechristianisierung des Orientes gefordert. Mit Recht bemerkt dazu die „Franks. Ztg.", die man keineswegs im Verdacht liberal-cen-tralistischer Gesinnung haben kann: „Die letzter« Dinge werden nur die Wirkung haben, daß der Föderalismus noch mehr in Miscredit kommt, als er bereits schon ist. Da« ist nicht der rechte Weg für den Föderalismus. Der Föderalismus muß einen Inhalt haben, und dazu laugen der Kurfürst von Hessen, die katholische Kirche und die Rechri-stianisierung des Orientes nicht." Ausland. Morgen soll im preußischen Abgeordnetenhause die erste Lesung der Reichs-eisenbahN'Vorlage stattfinden. Fürst Bismarck, der selbstverständlich dabei nicht fehlen kann, wird, einer Depesche der „Hamb. Nachr." zufolge, vor dem Hause eine Erklärung wiederholen, dir er schon den Mittelstaaten gegenüber mehrmals abge geben haben soll, daß nemlich Preußen keineswegs die Erwerbung außerpreußischer Bahnen sür da« Reich beabsichtige, falls jene nicht den Uebergang freiwillig nachsuchten. Daß diese Erklärung die Mittelstaaten wesentlich beruhigt hätte, ist kaum an-zunehmen. Andererseits steht fest, daß der Plan zu einer gemeinsamen Opposition der Mittelstaaten, wenn er je bestand, nunmehr definitiv gescheitert ist Wie man au« München meldet, lehnte der baicrische Minister v. Psretzschner die Aufforderung Württem. bergS und Sachsens zur Verständigung über ein gemein-schaftliche» Vorgehen ab; die Folgen dieser seltsamen, particularistischen Haltung werden nicht ausbleiben. Die Verhandlungen wegrn der künftigen Brr waltung«einrichtungen in Elsaß-Lothringen, namentlich wegen Einsetzung eine« Ministerium« für die Reichslande, werden lebhaft fortgeführt. Allem Anschein nach wird es in Gemäßheit der gutachtlichen Berichte und Wünsche der Bezirksregierungen in Elsaß. Lothringen zur Einrichtung eines Ministeriums mit dem Sitz in Berlin kommen, während ein Ober-iräsident in Straßburg verbleibt. Der LandeSauS chuß soll über dir BerwaltungSeinrichtungen noch gehört werden. Die regierungsfreundlichen pariser Organe gehen mit dem Ausfall des Erzbischofs von Paris auf die konstitutionelle Republik, die er in der ersten Sitzung der katholischen Generalversammlung mit der Commune verglich» streng in« Gericht. Der „Moniteur Universel" meint, der Erzbischof habe sich einer argen Uebertreibung schuldig gemacht. In der schrrcklichrn Katastrophe des Monat- Mai 1871 dürfe man keinen politischen Gedanken suchen und gerade dies sei es, was die öffentliche Meinung gegenwärtig so ungünstig sür die Amnestie stimme. ..Opmion National" sagt, von einem der gewöhnlichen klericalen Wähler hätte man sich einen Vergleich, wie ihn der E'zbischof gezogen, gefallen lassen können, aber nim. mermehr von dem pariser Kirchenfürsten. Zwischen den Geiselmördern und der großen Mehrheit, welche die bestehende gesetzliche Regierung gegründet habe, gebe es keine Analogien. ES handle sich hier um keine« Menschen Tod, sondern einfach um das Recht, Doktrinen zu kreieren. In feiner zweiten Sitzung votierte der Congreß übrigens dem durchgefallenen Grafen de Mun eine Sympathiekundgebung, nachdem der telegraphische Segen des Papstes eingelaufen war. Der „Bien Public" meldet, daß der Premierminister Du saure und der Unter-Staatssekretär im Ministerium de« Innern, Herr v. Mariöre, mit dem von den Vertretern de« linken Centrums auS-gearbeiteten Gesetzentwurf, nach welchem die Ver-olgungen wegen Communevergehen ganz eingestellt, die Prozesse wegen Communeverbrechen aber fortan von den Schwurgerichten abgeurtheilt werden sollen, m Wesentlichen einverstanden sind, und nur die ! iirckkunft ihres Collegen Ricard abwarten, um sich definitiv zu erklären. Man glaubt, daß diese Vorlage, wenn die Regierung auf sie eingeht, in beiden Häusern ohne Schwierigkeit durchdringen wird. Die mexikanischen Rebellen unter Leitung des bekannten Porfirio Diaz halten noch Mata-moros am Rio Grande besetzt. Diaz wartet auf Zuzug aus dem Innern. Er will, sobald er hinreichend Geld und Mannschaft hat, seine militärischen Operationen weiter gegen Tampico, Bera-Cruz und die Hauptstadt Mexico ausdehnen, um den jetzigen Präsidenten der Republik zu verdrängen. Die Re-I ierung in Washington gibt nach wie vor ihre mora-ische Unterstützung der gesetzlich bestehenden «utorität n Mexico. Die diplomatischen Beziehungen zwischen den jereinigten Staaten und Spanien werden im Zt»tu8 quo verbleiben bis nach der Feier der hundert-ährigen Unabhängigkeit der Republik und bis nach »er nächsten Präsidentenwahl, die im November statt, indet. Hat die madrider Regierung bis zum Zusammentritt des neuen CongresseS am nächsten 4. März dem Gemetzel auf Cuba nicht zu steuern und die Sklaverei nicht von der Insel zu bannen vermocht, wird die Stellung der amerikanischen National-Regierung Spanien gegenüber eine von der jetzigen ganz verschiedene werden. Zur Tagesgeschichte. — Di« Ratsche auf der Eisenbahn. Am Tharfreitag kam, wie die „Elke-Ztg." meldet, in das Ver-kehrsbureau der Ausfig-Teplitzer Eisenbahn in Aussig der Weichenwächter X. I. und bat um Aussolgung einer — Ratsche; er sei dem Verkehrsdienste auf der Schleppkahn zugewiesen und, um den Bestimmungen desselben (Avisieren des Publikums durch Läuten einer an der Maschine angebrachten oder vom Wächter gehandhabten Glocke) nachkommen zu können, ohne gegen die kirchlichen Regeln zu verstoßen, bitte er um — eine Ratsche. Der Stationschef wies den onderbaren Bittsteller sichtlich erheitert an den Magazinschef und dieser in gleicher Weise an einen Dritten; erst das mühsam verhaltene Lachen aller dieser Beamten ließ den Weichenwächter erkennen, daß seine Kameraden ihn „gefoppt" haben und er in feiner Gutmüthigkeit „auf den Leim" gegangen war, wie man so zu sagen Pflegt. — Bon der „schlafenden Lene." Ueber die baierische Louise Lateau und veren LnUarvung lesen wir im klericalen „Straubinger Tagblatt": „Am Charsamstag nachmittags kehrte dir „schlafende Lene" in ihre Wohnung zurück In den letzten drei Tagen der Charwoche waren ihre Hände und Füße in lederne Handschuhe und Strümpfe gesteckt und versiegelt worden, und man beobachtete sie ununterbrochen Tag und Nacht. Es zeigte sich nicht das ge-ringste Außergewöhnliche, kein Tröpf.ein Blut am Grün-donnerstag und von Wundmalen keine Spur. Dabei waren ihre Bedanken ganz und gar nicht dem Leiden Christi zu-gewendet, sondern ihre Reden waren höchst weltlich, und besonders manchen ihrer gläubigsten Verehrer dürften zu-weilen dir Ohren geklungen haben; dieselben wären jedenfalls von den Aenßerungen ihrer heiligen Lene über sie schlecht erbaut gewesen. Nachdem die Lene am CharfamS-tag vormittags vom Arzte im Beisein mehrerer Klosterfrauen entsiegelt und ihre Füße völlig heil befunden worden, aß sie mittags wie immer mit kräftigem Appetit und fuhr dann Mit einem Lohnkutscher, den sie selbst bestellt, in die Stadt. Und jetzt hat sie die Wundmale! Ihre vielen Anhänger abrr — so schließt das genannte klrricalr, aber dabei merk-wltrdigerweiss auch in Glaubenssachen ehrliche Blatt — statt sich mit Abscheu von solch' schnödem Betrug abzuwenden, strömen ihr wieder scharenweise zu. ist tum sreilich nicht zu kämpsen," Lokal- und Provinzial-Angelegenheiteu. — (Bei den G e m e i n d e r a t h s w a h l e n in Klagenfurt), welche für den IU. Wahlkörper am 24. d. vollzogen wurden, legte die fortschrittssreundliche Partei die Hände in den Schoß, betheiligte sich nur in geringer Zahl an dem Wahlacte und so gelang es der Partei „Einspieler*, ihre Tandidaten Franz Rieder, Andreas Einspieler und Alois Flach durchzubringen. Dies die Folgen eines unverantwortlichen, unzeitigen politischen Schlafes! Die Fortschrittspartei verstand es - den niä t, sich die rührigen, eifrigen Agitationen ihrer «Lestniiungsgegner zum Muster zu nehmen. Vielleicht macht Schaben in der Folge klug! -(Lus dem Amtsblatte.) Kundmachung wegen Wiederbesetzung des k. k. Tabak-Sudverlages in Naffensuß; Offerte bis 3. Mai an die Finanzdirection in Laibach. — (Eine internationale Ausstellung) für Jugendpflege und Volksbildung wird in Berlin statt-finden, zu der all« Natiouen eingeladen sind. Der Anmeldungstermi» dauert bis Ende April d. I. Reglement und Programm können in der hiesigen Handelskammerkanzlei eingesehen werden. — (Aus der Bühnenwelt.) Fräulein Kathi Thaller hat einen ehrenvollen Ruf unter sehr günstigen Bedingungen an das Aestdenzthrater in Dresden erhalten. — (Neues Matz und Gewicht.) Bon der ar-tistisch-lithographischen Anstalt. Buch- und Strindruckerei von Jakob Stockinger und E. Winter in Wien, VI. Bezirk, Esterhazygaffe 26, gelangt ein Werk: „Illustrierte «ich. mappe" zur Ausgabe, welches nach dem dem k. k. Handelsministerium vorgelegten Musterblatte, dem eingeholten Gut-achten der k. k. Normal-AichungScommission zusolge, in der Ausführung durchaus correct und in technischer Beziehung vorzüglich ist, und würde die Lieserung eines Exemplares dieser Aichmappe aus den Preis von 15 fl. zu stehen kom men. Jnsolge der bezeichneten Eigenschaft würden diese Tafeln hiesigen Geschäftsleuten, welche sich mit der Anferti gung von Maßen und Gewichten beschäftigen, von Nutzen sein. Gegen solche Dummheit > probter und versierter Fachleute, wie ein solcher Beirath in analogen Fällen notorisch auch in anderen Staaten vor-theilhaft verwerthet wird, diejenigen Industriezweige besonders berücksichtiget werden, bei welchen die Nothwendigkeit eines wirksamen Schutzes durch Erhöhung der Zölle erwiesen sein wird. ä. Die Industrie bedarf dringend zu einer gedeihlichen, dd. die Personal.Einkommensteuer bestimmt wird, nur das wirkliche reine Gesammteinkommen zu treffen, u. zwar nach Abzug auch der Verluste bei einzelnen Einkommentheilen von der Gefammtsumme; cv. der Satz der Personal.Einkommensteuer so mäßig als nur möglich angesetzt wird. k. Das Princip einer mäßigen Progresston bei der Die krainische Handelskammer und Gewerbe- hielt am 17. Februar l. I. eine Sitzung ab. Der Kammer Präsident A. Dreo erstattete Bericht über die Verhand« langen des dritten Delegiertentages der öfter reichischen Handelskammern, welchem der Redner als Delegierter der krainer Kammer beiwohnte. Wir entnehmen dem Berichte folgende Punkte: 1. Der österreichische Handelskammertag wird in der Folge mindestens alle zwei Jahre zusammentreten, 2. Jede Kammer hat bei der Abstimmung nur eine Stimme. g. Sobald fünf Kammern es verlangen, muß der «am mertag einberusen werden. 4. Die Kosten für die Abhaltung der Kammertage werden aus die einzelnen Kammern je nach der Höhe ihres Budgets vertheilt. 5. In der Zollfrage wurde die anfänglich von der Mehrzahl der Handelskammern gestellte Forderung eines autonomen Zolltarises abqeleknt, und wurden folgende Re. folutionen angenommen: „Die zur Zeit bestehenden Zoll- und Handelsoerträge zwischen Oesterreich-Ungarn und anderen Staaten haben unsere industrielle Entwickelung in vielen Zweigen ernstlich geschädigt und gefährdet, andererseits für unseren GewerbS fieiß nicht jene Vortheile gebracht, die man zu hoffen und zu erwarten berechtiget war. d. Die durch die Zoll- und Handelsverträge eingesührte Ermäßigung des noch bestehenden allgemeinen österreichischen Zolllarises vom Jahre 1853 geht für «ine Reihe der wich-tigsten Industriezweige oft sogar unter jeneS Maß deS Schutzes, welches zur bloßen Ausgleichung der ungün stigen, von dem Willen und dem Einflüsse der betreffenden Staaten völlig unabhängigen Productionsbedingungen un-serer Industrie un«rläßli» ist. v. SS wird daS brrrchtigte und begründete Verlangen gestellt, daß bei Feststellung teS neuen Zolltarife- und bei Abschluß von Handelsverträgen durch die Mitwirkung er» Entwicklung einer gedeihlichen Stabilität derjenigen Zoll-sätze, die durch den Zolltarif für eine bestimmte Zeitdauer unabänderlich zu gewähren sind. e. Es muß erwartet werden, daß unsere Staatsregierung, bei den Unterhandlungen betreffs nener Verträge lediglich von unseren volkswirthschaftlichen Verhältnissen, nicht ab« von politischen Nebenzwecken ausgehend, die berechtigten und begründeten Vorschläge der belheiligten Kreise zustimmend würdige. 6. Hinsichtlich des AppreturverfahrenS warben folgende Resolutionen gefaßt : ». „Das Appreturverfahren möge nach Ablauf der Vertragsfrist zwar auf weitere fünf Jahre erneuert werden, jedoch nur unter Einführung von mäßigen VeredlungSzöllen für die aus der Appretur bei uns eingehenden Waren. Nach Ablauf der fünf Jahre habe keine Erneuerung mehr statt-zufinden, und es wäre eine hierauf Bezug habende Bestim-mung schon jetzt im vorhinein durch die Legislative geboten. d. Bezüglich vieler bisher bei Ausübung dieser Institution vorgekommencn Mißbräuche und Uebelstände find geeignete Maßregeln zu treffen, durch welche diese in der Folge behoben werden. o. Die seit dem Jahre 1774 kraft eines Staatsvertra geS bestehenden Grenzverkehrsbestimmungen mit den Er> Weiterungen und Erleichterungen vom Jahre 1835 sollen unverändert beibehalten werden, ebenso wie Gewicht darauf gelegt wird, daß die Regierung von Fall zu Fall durch Rückvergütung der Zölle für zum Export bestimmte Waren die Ausfuhr unserer Erzeugnisse rrleichtrrn werde. ä. Dir zumeist an unseren Grenzen vertretene Leinen-Industrie, welche nach Einführung von BeredlungSzöllen möglicherweise empfindlichen Nachtheil erleiden könnte, wird der Regierung bei Gelegenheit neuer Verträge für eine ganz exceptionelle Stellung empfohlen,und eS glaubt der Dele-giertentag. daß man in dem StaatSvertrage vom Jahre 1774 genügenden Anhalt sür eine Sonderstellung drr Leinen-Industrie an unseren Grenzen finden könne." 7. Hinsichtlich der Steuerreform wurden nach, folgende Resolutionen gefaßt: » „Die bereits in Angriff genommene Reform der direkten Steuern ist ehestens durchzuführen. d. Das Princip der Steuerneintheilung in ErtragS-und Einkommensteuern ist nur dann gerechtfertigt, wenn jede Doppelbesteuerung innerhalb der Ertragssteuern vermie-d«n wird. v. Als Grundlage zur Bemessung der Erwerbsteuer diene das ReinerträgniS, u.id es ist der Perzentsatz für einen längeren Zeitraum zu stabilisieren. ä. Die Erwerbsteuerpflichtigen der 1. und 2. Klaffe unterliegen dem gleichen Perzentsatze. e. Bei der Erwerbsteuer find die Passivzinsen, sowie die bei industriellen und montanistischen Unternehmungen nvthwendigen Amortisationen der Besteuerung nicht zu un» terziehen, für die Besteuerung der Prioritäts-Zinsen der Ei> se,ibahnen ist ein Specialgesetz zu erlaffen. k Die im Z 6 d des ErwerbsteuergesetzeS festgesetzte Unterscheidung der Erwerbsunrernehmungen zum Zwecke der Gestattung des Abzuges eines steuerfreien Betrages vom Erträgnisse ist nicht gerechtsertiget, und es sollen die Ab> schlagsperzente nach der Höhe des Erträgnisse- fixiert werden. 8- Nach dem Principe der objektiven Besteuerung der Erträgnisse erscheint die Sinsührung einer Rentenftener al» Ertragssteuer gerechtfertigt. k Durch Einführung der Rentensteuer dürfen jene Begünstigungen, welche einzelnen Unternehmungen rückfichl lich ihrer Besreiung von der Einkommensteuer gesetzlich ge währleistet find, nicht alteriert «erden. i. Die Regierungsvorlage für die Personal-Einkommen keuer kann nur dann als BafiS acceptiert werden, wenn mit der Sinsührung derselben »». das verderbliche System der objektiven Zuschläge für all« Zukunft entfällt; Personal-Einkommensteuer ist zu accrptieren. I. Die weitestgehende Mitwirkung der Steuerträger in den Lommsfionen und die Anlage eine- Katasters. 8. Eine für die Steuerfreiheit der auf Selbsthilfe be-ruhenden Genofsenschaften sprechende Resolution wurde ab-gelehnt. S. ES wurden Resolutionen inbetreff einer neuen Gewerbeordnung angenommen. 1V. Es wurde eine Resolution gesoßt, welche die Ablehnung der Handelskonvention mit Rumänien befürwortet. II. Zum Vororte des nächsten DelegiertentageS wurde Prag bestimmt. Nachdem die Kammer diefen Bericht zur Kenntnis genommen, wurde zur Behandlung der Tagesordnung geschritten. (Schluß folgt.) Ans dem Schwvrgerichtssaale. Laibach, 24. April. (Raub, öfsentlicheGewaltthLtigkeit und thätliche Wachebeleidigung) Unter dem Vorsitze deS k. k. LBR. Dr. Leitmaier fand heute die Hauptverhandlung wider: Friedrich Narobe, Mivael Habjan und Matthäus Musik wegen Verbrechen- des Raube-nach Z ISO St. G., wetters gegen Matthäus Musik wegen Verbrechens der öffentlichen Beioaltthätigkeit nach Z 81 St. G , endlich wider Friedrich Narobe und Michael Habjan wegen Uebenretung gegen die öffentlichen Anstalten und Vorkehrungen nach K 314 St. G. — statt. Als Ankläger ungierte Staatsanwaltsubstitut Schetina, als Verthei-diger Dr. L. Achatschitsch sür Friedrich Narobe, Advocat Brolich sür Michael Habjan und Dr. Als. Moschö sür Matthäus Musik, alS Schriftführer Auscultant Gertscher. Friedrich Narobe, Michael Habjan und Matthäus Musik haben erstens am 6. November 1875 abend« in der Ort-chast MannSburg den Jakob Kovak in den Garten des vulgo Gaber gezogen, ihm dort, in der Abficht, sich seines Geldes zu bemächtigen, Lurch Schläge und Mishandlungen Gewalt angethan und, nachdem sie ihn zu Boden geworfen, ihm au» seine Brieftasche mit dem Inhalte vou 39 fl. ent-rissen. Zweitens haben sich Matthäus Musik und Michael Habjan am selben Abende nach obigem Vorfälle im Haust deS Michael Krek in Mannsburg, den k. k. Gendarmen, welche sie arretierten und schließen, also ihren Dienst voll-ziehen wollten, in der Abficht, das Schließen, somit die Vollziehung des Dienstes zu vereiteln, dadurch gewaltsam widerletzt, daß ») Matthäus Musi! den k. k Gendarmen Karl Olsak in daS Mittelgelenke des linken Zeigefingers biß, wodurch dieser eine leichte Beschädigung erlitt; d) Michael Habjan ober den k. k. Gendarmen Jakob Pahornig von sich stieß. Drittens haben Friedrich Narobe und Michael Habjan am selben Abende, und bei derselben Gelegenheit im Hause des Michael Krek in der Absicht, den k. k. Gendarmen Karl Olsak an der Schließung des Matthäus Musik, somit in der Ausübung seines Dienste- zu hindern, den Matthäus MuSik um den HalS ergriffen und ,u sich ge-zogen und sich so in den Vollzug des öffentlichen Dienste-eingemengt. Die drei Angeklagten verantworteten sich dahin, daß sie volltrunken gewesen, geben aber die Möglichkeit, daß die That geschehen sei, zu. Diese Verantwortung stellt sich jedoch al-eine unrichtige heraus, da alle darüber befragten Zeugen angeben, daß zwar alle etwas angeheitert, durchweg« aber nicht volltrunken gewesen. Am meisten graviert erscheint Friedrich Narobe, da gegen ihn vorliegt, daß er im Besitze der dem Jakob Kovak abhanden gekommenen Barschaft per 39 fl. betreten wurde, und seine Ausrede, daß er diese» Geld verdient, sehr unglaubwürdig erscheint, weil derselbe, als er gleich nach der Arretierung von den k. k. Gendarmen aufgefordert wurde, anzugeben, ob und wie viel Geld er ve-fitze, vorbrachte, daß er nur 2 kr. besitze, welche man auch in einer Brieftasche bei ihm fand AlS er nun de- näheren untersucht wurde, fand man in seiner Unterhose ganz zerknüllt 38 fl., und stellte sich später herau«. daß er 1 fl. der Man» Krek, damit sie Wein hole, gegeben. Eben diese Zeugin gab auch an. daß sie den Friedrich Narobe kurz nach der That bei dem Dreschboden ihre- Nachbar« gesehen der ,hr ans ibre Kraae. wa« er denn mache, erwidert. Laß er rmem Hasen nachgelaufen. Al- tag-d-raus d.e k. k. Gendarmen daselbst genaue Durchsuchung hielten, fanden sie unter Stet-nen und Ziegeln eine Brieftasche, welche Jakob Kovak al« ihm aebörig und als die ihm tagSznvor geraubte erkannte. Dir beiden anderen Angeklagten. Habjan und Musik betreffend, bezeichnet der Beraubte Kovak dieselben als jene, die ihn ,nin «aber'schen Barten geführt, und gibt an, daß «utweder Narobe oder Musik ihm das Geld geraubt, na», dem ihn Narobe mit einem Holzprügel auf den Kops ge- Magen und er zu Boden gefallen war. Den Angeklagten Mosir belangend, vermag «ovak nur deffen Anwesenheit am Thatorte anzuführen, muß jedoch zugeben, daß er ihm nicht- zuleide gethan. Nachdem da« Beweitverfahren geschloffen und der Borfitzende die an die Gefclwornen zu stellenden Fragen verlesen, beantragt der Ankläger, aus den Gründen der AnNage und basierend auf die bei der Verhandlung hervorgekomme-nen Umstande, die Schuldigsprechung der Angeklagten. Dr. Ahazhizh als Bertheidiger deS Friedrich Na-robe ist der Anschauung, daß sich die That seines Dienten, wenn er sich überhaupt eines Verbrechen- schuldig gemacht, zum Berbrechen des DiebstahIeS nach Z 171 und 179 St. P. qualificiere, weshalb er von den Geschwornen ein Nichtschuldig sllr seinen Llienten erwarte. Advocat Vroli », für Michael Habjan, nimmt sich mit Wärme seines Llienten an, und den von seinem Llien-ten vorgedrachten Entschuldigungsgrund der Volltrunkenheit benützend, sucht er au-zusühren, daß ein derartig Volltrun-kener sich ost aus einzelne Vorfälle nicht zu erinnern ver-möge und plaidiert in seinen weiteren Ausführungen für Nichtschuldig seines Llienten. . Dr. Moschö, für Matthäus Musii, Plaldiert ,n beredter Weise sür die Nichtschuld seines Llienten und bemüht sich den von "er Staatsanwaltschast aufgerichteten Schuld-beweis zu entkräften Nach dem vollendeten, aufllärenden. gänzlich objektiv gehaltenen ResumL des Vorsitzenden ziehe,» sich d.e Ge-schwornen abends zehn Uhr zur Berathung zurück, nach deren Beendiqung der Obmann Karl Deschmann das Berdict verkündet, wonacb die den Friedrich Narobe und Mathias MuSii betreffenden Schuldlragen als bejaht erscheinen, während die Geschwornen die vierte, den Michael Habjan de-treffende Frage zwar bejahten, jedoch mit dem Beisätze: „jedoch ohne eigene Handanlegung." Nachdem hierin vom Berichtshose ein Widerspruch gesunden wird, werden die Geschwornen neuerlich zur Berathung zurückgesendet, nach deren Beendigung Obmann Deschmann d,e Bitte stellt, daß der Gerichtshof eine neuerliche Frage auf Mitschuld des Michael Habjan richte. Nach Anhörung der Parteien zog sich der Gerichtshof zurück, und nach dessen Wiedererscheinen verliest der Vorsitzende die gestellten Fragen und ziehen sich die Geschwornen neuerdings zur Berathung zurück. Das schließliche Berdict lautet bei Michael Habjan aus Schul-dig, indem die Geschwornen die auf Mitschuld gerichtete Frage einhellig bejahten. Um 1 Uhr nachts wird die Verhandlung bis morgen vertagt, wo die Strafplaidoyers erfolgen und das Urtbeil verkündet wird. Urtbeil. ^ Der Gerichtshof verurtheilte auf Grund dieser Wahr sprüche den Friedrich Narobe wegen Berbrechen« des Raubes und der Uedertretung der Einmengung in die Vollziehung öffentlicher Dienste nach 88 35 und 194 St. G. unter Anwendung des § 338 St. P. O. zu fünft d h r, -gem schweren, mit einem Fasttage alle ^ Tage verschärf ten Kerker, den Mathias MuSic wegen Verbrechens des Raubes und der öffentlichen Gewalttätigkeit nach ZA 34 und 194 St. G. unter Anwendung des z 338 St. P. O. zu fünfjährigem schweren, mit einem Fasttage alle 14 Tage verschärften Kerker und endlich den Michael Habjan wegen Verbrechens der Mitschnld am Berbrechen des Raubes und der Uebertretung der Einmengung in die Vollziehung öffent' licher Dienste nach 88 35 und 194 St. G. unter Anwen> bung des s 338 St.P.O. zu dreijährigem schweren mit einem Fasttage alle 14 Tage verschärften Kerker. L-ämuw liche Angellagte wurden in soliäum zum Kostenersatze und zur Privatentschädigung verurtheilt. Kaiser vo« Oesterreich. Lungsmann. Marburg. — Frau Homann mit Familie, Radmanosdorf. — Raucher, Graz. M«tre«. Wächter, Privat, Budapest. — Selnikar, Privat. Oberkrain. Gedenktafel über dir am 28. April 1876 stattfindenden Lici» tationen. 8. Feilb., Beiaj'sche Real.. Rekaje, BG. Laas. — 3. Feilb., Sadu'sche Real., Novugora, BG. Littai. — 3. Feilb., Suhar'sche Real., Grdb. Herrschaft Kreuz, BG. Egg. — 3. Feilb., Skerlj'sche Real., Topolc, BG. Feistriz. - 3. Feilb., Skerl'sche Real., Soze, BG. Feistriz. — 2. Feilb., Ler-bizun'sche Real., Branica, BG. Wippach. — 2. Feilb., Vouk'sche Real., Münkeirdorf, BG. Stein. — 2. Feilb., Pirmann'sche Real., PopenKje, BG. Gnrkfeld. — 2. Feilb., «ohlbesen'sche Real., Tschernembl, BG. Tscheruembl. — 1. Feilb., Kuniii'sche Real., Stenitschne, BG. Neumarktl. — Relic. Gergii'scher Real., Tschernembl, BG. Tschernembl. — Exec. Relic. «vbbe'scher Real., Schweinberg, BG. Tschernembl. — I. Feilb., Stukler'sche Real., Lerouc, BG. Mött-ling. — 3. Feilb., Janserovii'sche Real., «rasenberg, BG. Möttling. — I. Feilb., Springer'sche Real., Tschernembl, BG. Tschernembl. — Reaff. 2. Feilb., Schinkovc'sche Real., Preska, BG. Littai. Als unterstützende Mitglieder der latbacher fretw. Feuerwehr leisteten den Jahresbeitrag pro 1876: Herr v. Trnkozy Victor.........................mit 5 fl „ Dr. Emil Ritter v. Stöckl . . .. „ 10 „ „ Ramm Albert ...................................... b „ „ V. G..............................................2b „ „ Arze Raimund . ......... „ 5 „ „ Mally Franz.................................» 15 „ (Wird fortgesetzt.) 6.1. Ltöckl's >Vitws, Theatergasse Nr. 43 L 44,1. Stock, .eigt den verehrten Damen höflichst an, daß sie so wie in dm rüheren Jahren alle Marchande de Modes-Arbeiten übernimmt und wiener Modelle und Strohbüte in schönster Auswahl am Lager hat. Für das in früheren Jahren in so reichlichem Maße geschenkle Vertrauen dankend, bittet sie noch ernerhin ihr dasselbe zu bewahren. Hiesige sowie auswärtige Slusträge werden prompt und billigst 'ausgesührt. (232) 2-2 Telegraphischer Lursbericht am 2b. April. Papier-Rente 63 7V — Silber-Rente 67 25 — 186Uer StaatS-Anlehen 104 90. — Bankactien 864. — Lredit 137 — London 121 75. — Silber 105 50. — K. k. Müuz-ducaten 5 72. — 20-FrancS Stücke 9 73. — 100 Rei^r-mark 60.—. Ln Laibach verkehrende Eisenbahnzüge. Lüdbahn. 1 Uhr 7 Min. nachm. Postzug. 3 „ 52 „ morgens Eilpostzug. 10 35 „ vorm. Eilzug. b „ 10 früh gem. Zug. 2 58 nachts Lilpostzug. 3 „ 17 „ nachm. Postzug. 6 „ 12 „ abends Eilzug. 9 „ 50 abends gem. Zug. Triest (Die Tilzüge haben 4 Min., die Personenzüge circa 10 Min. und die gemischten Züge circa'/, Stunde Aufenthalt.) Kronprinz Rudolfbahn. Abfahrt 3 Uhr 55 Minuten morgens. „ 10 „ 40 „ vormittags. „ 7 „ 35 „ abends. Ankunft 2 „ 35 „ morgens. 7 „ 4b , morgens. 6 „ abends. Zur Leachlung für hieslgeDurchgefaüene Die besten, sichertreffendsten Pistolen, Patronen u. f. w. nebst Gebrauchsanweisung versendet ein bestrenowmiertes Haus. Auch werden daselbst auf Verlangen Lectionen im Laden gegeben. (242) -KWM Ü Witterung. Laibach, 25. April Morgens dünner Nebel bald verschwindend, dann heiter, nachmittags Hausenwolken läng« der Alpen, schwacher SW. Wärme: morgens 7 Uhr -s- 12 0», nachmittags 2 Uhr ^- 20 2° 6. (1875 57°; 1874 -s- 24 2- 6.) Barometer 734 99 mm. DaS »estrige Tagesmittel der Wärme -j- Ibl", nm 5 0° über dem Normale; der gestrige Niederschlag 2-10 ULM. Regen. ________ Das mehrfache und freundliche Nachfragen betreff des Unterrichtes im Schnittzeichnen und Zuschuerden macht mrr zur angenehmen Pflicht, meiye augesagte Abrelse von hier zum drittenmal zu verzögern, um am 1. Mai noch ernen ^ehrcurs (den letzten) im Angekommene Fremde am 2b. April. Hotel Stadt Wie«. Bastian, Paris. — HirfLmann, Hol-ringer, Puckenmeister, Schachemann, «oppmann, »slte., und Tzerny, Privat, Wien. — Löwenberg, Reis-, Triest. — Hanenschild. Chemiker, Trisail. Hotel Elefant, v. Srobath, Wien. — Frau Alancnig. Jdria. — Bospodarik, Dalmatien Sinzig sicheres Mittel gegen veraltete Lungen- und Husteuleiden ind die durch Vielsache glücklich erreichte Heilung als Unicum rühmlichst bekannten, sicher wirkenden 8ugar Dea die sogenannten ostindischen Wunderpillen. ^reis einer Schachtel sammt Gebrauchsanweisung bO kr. Versendungen gegen Nachnahme in jeder Richtung. Bei größeren Bestellungen von den Herren Apothekern angemessener Rabatt. Fabricalion und Hauptcenlralversendungs-Depot einzig und allein von der Firma «L Wien, II., Darvingasse Nr. >5. Verkaufs- quellen in Wien bei den Herren: losef Vels», Apotheker „zum Mohren". Tuchlauben 27; k»sknl,o 12—11 Keines Werke, Volksausgabe, romplet nur fl. 10 80. Zu beziehen durch Jg. v. Kkeinmaijr Feä. Oamberg's KllUllnäkllng m Heinr. Heine s Sämmtliche Werke. Erscheint in 36 Lieferungen L 30 kr. und wird bis Weihnacht dieses Jahres fertig geliefert. s'patirmi'iiimp Heine's Porträt in Stahlstich, nach Kietz. UlltuojllUlUlv Dasselbe eignet sich, um mit eingebunden zu werden. Da» erste Heft ist bereit» vorrütkig. Heine's Werke fehlen noch in mancher Privatbibliothek, weil bisher nur splendide Ausgaben (in 22 und 18 Bänden) existierten, deren Anschaffungspreis ein relativ hoher war. Die neue Volksausgabe ermöglicht durch gedrängtere Form, welche aber dem angenehmen Eindruck keinen Abbruch thut, den billigeren Preis. . (228) 3—2 Maßnehmen, Schnitheichnrn und Zuschanden zu eröffne... mit der hinzugefügten Bitte daß diejenigen Damen, welche noch von dieser Gelegenheit Gebrauch und Nutzen nehmen wollen, sich längstens b r s E n de April entschließen möchten, da. wenn der Tours begonnen, ein zelne nicht mehr angenommen werden. Unaufgefordert, nur durch das höchst befriedi-«WM gende Resultat, habe ich von sehr bekannt geachteten Damen (hiesige Schülerinnen) öffentliche Belobungen und lobend anerkannte Zeugnisse erkalten, deren vollkom-mene Zusriedenheit vielfach bestätiget ist und jedermann auf Verlangen zur Einsicht bereit sind. (240) 3-1 Sarsis, geprüfter Lehrer im Schnittzeichnen und Zuschneider, und wirkendes Mitglied der ..Mode-Slkadem.e", Bankhaus Sl»-venija, 2. Stock. Eiue schöne Wohnung, im schönsten Theile der Stadt gelegen, bestehend aus 8 Zimmern, Küche, Keller, Speisekammer. Holzlege und Dachkammer ist von Michaeli ab zu vermietben. Näheres aus Gefälligkeit im Comptoir dieses Blattes. (234) 2 Fracht Bahnstempel Meinmay Laibach Druck von Jg. ». »lrinmavr * Ked. Ba«t«rg> Berleger Ottomar Bamdrrg. Für die Redaktion verantwortlich: Franz Spitaler.