Laillllcher Mtlmg. Nr. 35. Pränumcrationspreis: Im Comptoir ganzj. si. il, halbj. fl. 5.5>0. Für dic Zust^Nunss ins Hauö halbj.50lr. Mit dcrPost gan;i.fl.i5>, halbj.fl. ?.,°>0. Donnerstag 8. März Inserti onsgebühl bi« 10 Zeilen: Imal80lr., 2m. «0 lr.< »m. l fl.; sonst pr. Zcilc i »l. N lr., i!m.»Ir., »m. I0lr. n. f. w. Iuscrtiouestcmpcl jcdcom. I»li. 1866. Ämtlicher Theil. ode. t. k. Apostolische Majestät haben mit Aller« höchster Entschließung vom 1. März d. I. dem Mini« stcrialrathc im Justizministerium, Franz Scharfen bitter v. Henne dors die angcsuchte Versetzung in den wohlverdienten bleibenden Ruhestand unter hnld-voller Bezcignng der Allerhöchsten Zufriedenheit mit sc>ner vicljährigcn, treuen und ausgezeichneten Dienstleistung allergnädigst zu bewilligen geruht. Se. k. k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 26. Februar d. I. dem Hof« vpcrnsängcr Gustav Walter den Titel eines l. l. Kammersängers allcrgnädigst zu verleihen geruht. Richtamtlicher Theil. Laibach, 8. März. Ueber den Eindrnck, welchen das k. Rcskript vom 3. d. in Pest hervorgerufen, bringt die „G.'E." eine längere Auseinandersetzung. Dem genannten Blatt wird aus Pest vom 5. d. geschrieben: Es ist wohl nicht zu leugnen, daß der ernste Ton des lünigl. Ncskriptcs weder die Repräsentanten, noch d>e große Menge im ersten Angcnblicke zu Ausbrüchcn der Vegeisternng veranlaßte (doch konstatirt „Hon," daß das lönigl. Rcskript bei seiner Verlesung im Untcrhausc nn zwei Stellen durch EljcN'Nufc unterbrochen wurde, lvclchc Nufc sich uach Schluß der Verlesung wiederholten). Mein eben so gewiß ist zunächst, daß die zum Herzen sprechende Wärme, die das Rcskiipt dnrchwchl, dcr lebendige Ansdruck des Wohlwollens, welcher diese fiu'stlichc Kundgebung charaklerisirt, in der Vcvölkcrnng ^Nssarnö allenthalben lebhaften Wicdcrhall gefunden und die Bande dcr treuen Anhänglichkeit dcr Nation an Ihre Majestäten wo möglich noch verstärkt hat. Dcr Enthusiasmus, mit wclchcm das Pnliliknm gestern Abends Ihre Majestäten im Nationallhcater begrüßte, kann als Beleg dcr Wahrnehmungen gelten, welchen wir hier Ausdrnck gaben. Ferner ist zn konstatircn, daß der ..ernste Wille," znm Ausgleich die königliche Hand zu bieten, dcr sich im Rcskriptc ansspricht, wenn cr anch Forderungen dcr Adresse thcilwcise noch unerfüllt läßt, > die Gemüther mit dem freudigen Vorgefühl einest sicheln Erfolges erfüllt, ein Vorgefühl, welches durch das heilige Bedenken Sr, Majestät, einen Eid zu lcistcn, dcr nicht gehalten wcrdcu könnte, bestärkt wird. Wir haben in dieser Richtuug mauche Privatäuße-Nlngcn vernommen, welche, wenn anch nicht sozusagen von offizieller Bcdcntung, doch als Elcmcutc dcr öffentlichen Meinung immerhin von Werth sind. Ucbrigcnö halt man einerseits dafür, daß daS königliche Rcskript cucn erst dcr Beginn dcr Transaktion sei, und knüpft Ulan die hicr noch nicht erfüllten Hoffnnngcn an den weiteren Vcrlanf dcr Verhandlungen zwischen dem König u»d der Nation; andererseits hält man sich zn diesen ^ Hoffnungen für nm so berechtigter, da dcr Landtag dcm ^cstript mit demselben „stillen Ernst" entgegenkommt, wit welchem cr es anhörte. Die heutige Sitzung dcS ^cpvnscntanlcnhaliscs bietet eben einen reichlichen Ersatz! lür die bisher fehlenden Kommentare dcr Glätter zum ^ u'uiglichcn Ncskript: die Worte Dcaks, wclche cS als! ^'Uschcnswcrlh darstellten, daß die Berathnng über das ^ ^cstript bald erledigt wcrdc, damit die znr AuSarbei« ^ ^Ung cincS Vorschlages übcr die gemeinsamen Angele-^'hcitcn gewählte Kommission um so früher au die ^rbcit gehen und dann ungcstört fortarbcilcu könne, — ^d dcn Antrag des Abg. Thomas Eütvo'S zur Ein. , tttzlmg cmcr Kommission bezüglich der Regelung dcr ^unizipici,. Diese bciocn Momente bcwciscn, daß cs ^l 'Nation ernstlich darum zu thun ist, dcm im Rc-^'„lptc ausgedrückten königlichen Willen so wcit als °Llich entgegen zu kommen. Nm Die „Ost. Deutsche Post" ucunt das k. Rcskript, " welchem die Adressen des ungarischen Landtag« bc-^ bortet wurden, „den erhaltenden Gcist, dcr über den ^l' und nicdcrwogeudcn Fluten dcr staatsrechtlichen ^.^ndlungcn schwebt." Sie schreibt: „Was uns uu< uclbar und !u erster Reihe berührt, daS ist dcr Reichs« Ci,e ^ "" welchem das Ncskript mit nlmcrkcnnbarcr lienli ^!^ ^^h"^' ltt'd wir müßten nnscre ganze Vcrgan- «IM vcrlcugncu, wir müßten dcm politischen Prin. werk '"^^^ wir seil langen Jahren verfechten, untren "c", wenn wir nicht die Befriedigung darüber auS- sprechen sollten, daß in dem kaiserlichen Rcskriptc jene Kontinuität der österreichischen Reichspolitik gewahrt ist, die wir in den letzen Monaten bereits halb verloren glaubten. Wir begrüßen diese Nücllehr zu dcm Grundgedanken unserer Verfassuug^urluuden mit aufrichtiger Freude, wenn wir uns auch nicht verhehlen können, daß der Ausgleich dadurch einen längeren Umweg zu machen haben wird, ehe cr zum Ziele gelangt." Die „Eoust. Oestcrr. Ztg." schreibt, dcm Landtage sci jetzt und erst jetzt die Gelegenheit geboten, den ernsten Willen, die Verhandlungen auf eine mögliche Grundlage zu stellen, in derselben Weise zn bethätigen, wie cs die Krone ihrerseits, ohne nach den Gegenleistungen zu fragen, schon durch Alte frcicstcr Entschließung gethan. Und das werde, die „Const. Oestcrr. Ztg." zweifelt nicht daran, der Fall sein, wenn der Landtag mit offc-ncm Auge für die zu Tage licgcudcu staatlichen Noth« wendigkcitcu an die Lösung dcr noch schwebenden Fra» gen zugleich mit dem warmcu dynastischen Gefühl herantrete, das gerade im ungarischen Volke ungcschwächt fortlebt und schon in mehr als einer großen Krisis seine heilende und versöhnende Kraft bewährt hat, und wenn cr sich jederzeit gegenwärtig halte, daß Krone und Land sich nicht einander gegenüberstehen, sondern daß das Land und die Krone erst dcr Staat sind. Oesterreich. Wien, 6. März. ^ ES scheint fast, als wenn die ciumal erregten Wogen einer politischen Vcrstimmuug sich nicht so rasch wieder sänftigen ließen. DaS gcstcrn erfolgte Dcmcnti der „Wiener Abcndpost," dcm znfolge cine prcnßischc Sommation bezüglich dcr Elbc-Hcrzogthümcr bis gestern Mittag nicht hier eingetroffeu war, halte nur eiuc schr vorübergehende Wirkung. Die vorhandene Disposition fah dasfelbe durch die gemeldete Ankunft des Fcldzcng-mcisterö Bcncocl wieder vollkommen paralisirt. Zugleich erhalten sich die Gerüchte von cincr erhöhten Thätigkeit im Arsenale und von im Marine-Departement getroffenen Dispositionen. Es ist wahr und muß hier wiederholt werdcu, daß man im großen Publikum jene Befürchtungen, welche an der Görs- latent sind, sicher nicht! in ihrem vollen Umfange thcilt. Nichtsdestoweniger ver«! mag sich dasselbe den Wirkungen, wclche von der Strauch« gassc ausgehen und die sich tagtäglich so eklatant im Kurszettel manifcstiren, keineswegs zu entziehen. Heule wurde vor dm Schranken dcS hiesigen Lan-dcögcrichtcs jcncr Raubanfall an dcr Pcrlhündlcrin Maria Grics am Lugcck verhandelt, dcr iu deu ersten Tagen dcö Februar ganz Wien besonders deshalb in Aufrc-gnng vcrfctztc, weil cr am hellcu Morgcu begangen,! einen Laden zum Schauplatz hatte, dcr zunächst rincm schr frcqncntirtcn Fiakcrstandc gclcgcn ist. Dcr gcstän- ^ dige und reuige Attcnthätcr, Josef Waguer, ciu (iijäh-rigcr entlassener Ziuil.Ingcmcnr, wurde zu fünf Jahres fchwcrcu Kerkers uerurthcilt. Interessant erschien dem sehr zahlreichen Auditorium iu dieser Verhandlung nur, daß Josef Wagner feiner Zeit ein Schüler jenes grci-, scn Professors Johann Konrad Älauk war, welcher im Jahre 1827 durch dcn falschen Grafen Iarochinski cr-^ mordet wurde. ! Iu diescu Tagcu wurde hicr die erste Nummer einer merkantilen Wochenschrift „Dcr Fortschritt" aus-, gcgcbcn. Mau erwartet um fo mehr, daß dieses Fach-blatt seinem Programme entsprechen wcrdc, alS sich in dcm Bureau desselben die tüchtigsten ehemaligen Mitarbeiter der „Konst. östcrr. Ztg." wieder vereiniget finden. Prag, 5. März. Die „Präger Ztg." schreibt:' Ueber die Vorgänge in Horowic waren im Pnblilnm, was die Zahl dcr Gctödtcten nnd Vcrwuu-dctcn betrifft, verschiedene übertriebene Gerüchte im ! Umlaufe, cbcuso ging das Gerede, daß cs uuch an ^andcrcn Orten ncncrdings zu gesetzwidrige», Ausschreitungen gekommen sei. Wir lönncu vcrsicheru, daß dicsc ^im Publikum znkulircndcn Nachrichtcu theils jeder Ac-grüudung entbehren, theils, wic dies in dcr Rcgcl bci solchen Anlässen dcr Fall ist, arge Ucbcrtrcil'nngcn enthalten. — Ein Korrespondent dcr „Pr. Ztg." berichtet aus Horowic, 2. März, über die Exzesse Folgendes: Ich habe Ihnen die traurige Mittheilung zu machen, daß bci uns Blnt geflossen ist, Die Aufregung in Folge dcr Hoslomiccr Vorfälle wuchs hicr, mau kaun sagen, von Stuudc zu Stunde. Gcstcrn gegen l'i Uhr Abends rottete sich ciu VollShaufen zusammen, dcr nntcr wüstem Lärmen die Straßen der Stadt durchzog, wobci ins- besondere dcr Hohnruf ,,5lril»l'. März meldet: Hicr so wic in dcr Um-gcgcnd herrscht vollständige Ruhe. Von Hosto-mic wurden bereits vier Rädelsführer nach Prag eingeliefert. In Horowic findet heute Nachmittags daS Äcgräbniß des erschossenen GastwirthcS statt. Die „Präger Ztg." berichtigt ferner „auf Gruud von authentischen Mitthcilnngcn" die Darstellung dcr Vorgänge in Horowic, welche die „Nar. L." brachten, in folgender Weise: Nicht Fremde, sondern einige Bewohner von Horowic selbst waren die Rädelsführer dcs E^csscs. Auch war die Militärpatrouille, bestehend aus vier Mann, nicht cigcnS nach Horowic bcrufcu worden, sou-dcrn dieselbe hatte von Hostomic Inquisitcn dahin cskortirt. Ebenso nahm diese Patrouille teiuc Verhaftung vor, sondern wurde von dcm städtischen Polizei-lommissär zur Zerstreuung dcr Tnmultuanttn erbeten und auch von ihm geführt. Die Soldaten zogen sich ! wegen dcr Stcinwürfc, mit denen sie empfangen wurden, ins Rathhaus znrück nnd fcncrlcn crst nnlcr die Volksmenge, nachdem ciu Schreckschuß uubcachtct geblieben war. Dcr Wirth Kulla fiel als Opfer seiner Ncu-l gier. Auch wurde nicht dessen Tochter, sondern die ! Mutter dcS Hauplrüdclsführcrs des ganzen Exzesses , verwundet. Ebenso nnwahr ist, daß die Soldaten „nur »nit äußerster Noth ihr Heil in der Flucht aus der Stadt faudcn," wohl aber hörten, nachdem sic Feuer gegeben hallen, dic Angriffe anf. Ueber dcn Exzeß in Äcraun wird der „Präger ^ Ztg." gemeldet: Die Nachrichten von dem Przibramcr ^ Silbcrdicbstahl, dcr Umstand, daß einer dcr dabei Bc-^ lhciligtcn hicr scin nasses Grab gcsncht nnd gefunden, endlich die Hostomiccr Vorfälle haben dazu beigetragen, auch in Beraun eine gewisse Aufregung hervorzurufen. Dcr Zufall wollte, daß dicsc auch nach außcu hervortrat. Ein betrunkener Taglöhncr gab hiczu Veranlassung. Derselbe, ein übel berüchtigter Mann, drang am 28tcn Februar iu mehrere Lädcu dcr hiesigen Israelite» unter dcm Vorwandc, daß cr ihnen Stöcke zum Verkaufe anbieten wolle, die sic bald branchcn werden, verlangte dafür Gcld und geistige Getränke, erhielt auch, was cr forderte, weil mau sich aus Furcht ihm nicht entgegensehen wollte, uud machte iu den Gassen lind am Ring-Platze unter Schwingen cincö großen Knittels argen Skandal, wobei cr drohte, daß cs am SamSlag gegen die Indcn loögchcn werde, daß alle Israclilcn aus Ve-rauu hinausgejagt werden sollen u. s. w. Natürlich sammelte sich um dcu Trunkenen ein großer Vollshan-fen, der immer mehr anschwoll, ohne daß diesem skandalösen Treiben wäre Einhalt geboten worden. Der Aufforderung dcr städtischen Polizei, ihr zu folgcn, setzte der Exzcdcnt Widerstand entgegen, auch war znm Unglück die Gendarmerie in Hostomic abwesend, nnd so dauerte dcr Skandal einige Zeit fort, bis endlich sich ein GcmcindcanSsclM blicken licß, welcher über Auffor-deruug deö Hcrru Bczirlsuorstchcrö dcn Exzcdcntcn in ein nahes HauS führte uud das Thor dcösclbcu absvcr-rm licß, worauf eudlich dcr Voltshanfeu sich zu verlaufen begann. Später erschien anch dcr Bürgermeister nebst mchrcrcn Vürgcru nnd dicsc gingen bis zmn spä-tcn Abend in dcu Straßcu herum, nm dnrch Zureden die sich bildenden Gruppen znm AuSeinandergehen zn bcwcgcn, dic sich gegenseitig das populär gewordene Slichwort „5!lü)l-u" (Silber) zuriefen und namentlich auch sich cin Vergnügen daraus machten, die vorübergehenden Frauenzimmer zu zwingen, daß sie sich durch dcn Sprnch „Gelobt sci Icsnö Ehriswü" als Ehristiu-ncn lcgililnirtcn. Sonst sind keine Exzesse vorgefallen. 374 Auch in zwei nahe gelegenen Orten, in Suchomast nnd Luzce, sollen den Israelitcu dic Fensterscheiben cingcschla-gen worden sein, ohne daß eö jedoch zu weiteren Exzessen gekommen wäre. Lebhafte Äcsorgniß hegt mau für Montag, cui welchem Tage hier Jahrmarkt gehalten wird. Pest, 5. März. Für dic Kielfeder, mit welcher ! Sc. Majestät dcr Kaiser liei Gelegenheit der Schlnß< ! stcinlcgung dcS ElisabcthinumS die betreffende Urkunde unterzeichnete (Ihre Majestät die Kaiserin bedienten sich hierbei einer goldenen Feder), hat der hiesige Juwelier^ Simon Hcrzberg M) fl. in ungarischen Ornndentla- , slungöobligatioucu zu Gunsteu des Armcufondcö gegeben. ! Kronstadt, 5. März. Es verlautet, daß der Exsürst Kusa von hier auS einen fcicrlichcu Protest an alle Großmächte gegen seine nnr von den Parteien einiger Kronprätendenten, nicht aber vom Volle erzwungene Abditatiou gerichtet habe. Er betrachtet sich auch fcrucrhiu als regierender Fürst von Rumänien und er» sucht die Schutzmächlc um seine Wiedereinsetzung. Venedig, 5. März. Das D c m ission s g esu ch des StlldtrathcS und des Grafcn Bcmbo als Podest!» wnrdc bereis von Seite des Staatsministerillms angenommen. Ausland. Paris, 5. Mär; (Abends.) Der preußische Not-schaftcr Graf v. d. Goltz ist heute Morgens angekommen. — Die „Gazette dc France" meldet, daß das 71. und 51. Regiment Nom Mitte April verlassen werden, nm nach Frankreich zurückzukehren. Bukarest, 27. Februar. Der Graf von Flandern hat au die provisorische Regierung line telegraphische Depesche gerichtet, in wclchcr er für daS Zutrauen, welches ihn auf dcu Thron der Moldau-Wallachci bcrufcu hat, seinen Dank aussvlicht, ohne indessen eine definitive Antwort zu geben. Auf Grund dieser Dcpcfchc wurde in den beiden Kammcrn sofort die Abscuduug einer Deputation nach Brüssel beschlossen, um dem Grafen von Flandern oder, wie cr hier genannt wird, Sr. lönigl. Hoheit dem Fürsten Philipp !. die Wünsche der moldan-wallachischeu Bevölkerung zu überbringen. Während aber über die Abscnduug dieser Deputation noch dcballirt wird, ist bereits über Paris eine offizielle Nachricht vom Brüsseler Hofe eingetroffen, nach welcher der Bruder des Königs der Belgier, die Ehre, die Krone dcr Wallachci und Moldau zu tragen, definitiv ablehnt. Es kann diese Nachricht Niemanden überraschen, wclchcr sich über daS eigentliche Verhältniß der beiden Donau-fürstenlhümcr zu der suzcrancu „hohen Pfoltc" und den garantircndeu Mächten nicht mit odcr ohne Absicht gc-läuscht hat. Nichtsdcstowcuigcr wird hier in Bukarest dnrch den Ncfns dcS Grafen v. Flandern eine gewisser-maßen lächerliche Situation geschaffen, da sowohl Militär wie Zivil sich beeilt habcn, dem Fürsten Philipp l. den Huldigungseid zu lcisleu uud die Dekrete der Stalt< haltcrschaft in seinem Namen erlassen wnrdcn. Es ist nunmehr die Frage, ob die Moldau-Wallachen dabei verharren werden, ohne Zlislimmung der suzeräncn Macht, der garautircudeu Mächte und sogar dcS er-wählten Herrschers auf eigene Hand Fürsten zu prokla-mircu, in welchem Falle die Rumänen auf Dialu Spiri, welche die Fmstcuwahl dem Volte luudmachen, noch vicl Pulver zwecklos verschießen werden. — Um die Kassen des Staates solvent zu erhalten, beabsichtigt die Regie, rung ein National-Anlehcn aufzulegen, dessen Erfolg indessen nntcr den gcgcbcnci, Verhältnissen sehr zwcifcl-haft erscheinen muß. Bei Uebernahme dcr Staatskassen nach Absetzung dcs Fürsten Kusa fanden sich in dcr Hauptstadt im Ganzen 50 Dukaten vor; doch hat daS gegenwärtige Ministerium bereits vor der Abdankung Kusa's Voraussicht gcuug gehabt, nm cinznschcu, daß ohne Geld die RcgicruugSgcschäflc auch nicht einen Tag fortgeführt werden können. Man hatte deshalb beiläufig 4,500.000 Piaster zusammengebracht, so daß fürs erste wenigstens die Beamten uud die Armee gezahlt werden können. — Im Senat verlas gestern der Ministcrprä« sidcnt John Ghika eine mit vielen Unterschriften bedeckte Petition, die Rcgicrung möge die vielen mit dem Pariser Lieferanten Herrn Godillot abgeschlossenen Kontrakte auf Lieferungen mannigfachster Art aunnllircn, weil diese Konttaltc auf ungesetzliche Weise nnd znn, größten Nach-lhcil dcs Staates abgeschlossen worden scicn. Gegen diesen Antrag sprach dcr ehemalige Minister Eogelcilschano, weil alle Kontrakte, Konzessionen :c., welche eine abgc-trctcnc Regierung abgeschlossen, in Kraft bleiben mü,scn, bis die nachfolgende Rcgicrung dcr Kammer uud dcu, Senat eine Borlage diesfalls gemacht habe. Erst weuu diese Regierungsvorlage von beiden Hänscrn angenommen sci, könnten die allcn Verpflichtungen als gelöst bc> trachtet werden. John Ghita antwortet!', daß cr betreffs der Godillot'schcn Angelegenheit kciucSwcgS eine sofortige Entscheidung des Senates vcriangc, obgleich die Sache ziemlich dringeud sei, nnd beschloß dcr Senat, eine Kommission zu ernennen, welche sich über den Gegenstand informircn und denselben prüfcu soll. — Die Bank wird übermorgen, dcn I. März, eröffnet werden, nachdem die Kommmissärc gestern die Einlage vcrifizirt habcn, doch hat die Bankdirektion bereits erklärt, daß sie mit dcr Regierung kciuc Anleihe abschließen lönnc, wenn für dieselbe nicht gcnilgcndc Sicherheit gegeben werde.___________ Aeber die Rcsurmm im 5trasuollzuye. ' Die neue Zeit zeichnet sich durch ihre humanitäre Richtung auS; uach und nach hat sich dic Einsicht Bahn gebrochen, welche in dcm Verbrecher nicht mchr cinen Auswürfling der Gesellschaft, sondern cinen Fehlenden, einen Irrcndcn erlcnnt, nnd welche als Strafzweck sich nicht dcn vorsetzt, durch eine harte Strafe exemplarisch für Andere abhaltend und abschreckend zu wirken, sondern welche beabsichtigt, durch die Strafe zu erreichen, daß dcr Fchleude gebessert, dcr Irrthum aufgchobcu uud der Eiuzclne belehrt der Gesellschaft rückgcgcbcu werde. Seit Jahrhunderten pflegt man sich materieller auf die physische Beschaffenheit dcs IndividnumS wirkender Strafen zu bedicucn, wozu die Lcibesslrafcu und auch die Entziehung der Freiheit gerechnet werden taun. Die Entziehung dcr Freiheit, die Anhaltnng und Einkerkerung des als schnldig erkannten Verbrechers ist seine Hauptstrafe. Es tritt au unö die wichtige Frage heran, ob sich dicse Strafe mit dcm Äcsscrungözwccke vereinigen lasse, und wir müsseu dies unbedingt negiren. Die Kcrlcrstrafe wurde zweifach angewendet, durch Gemcinhaft uud Einzelhaft. Dcr Sträfling ging weder !auS dcr cincn noch anS dcr andcren gebessert hervor. In der Anwendung dcr Gcmcinhaft ging mau uämlich ganz rücksichtslos vor; der gebildete Sträftiug wurde mit ungebildeten, rohcn, nicht einmal eines Ne> ligionsbegriffcs fähigen Iudividucu zusammengesucrrt; Dcrjcnigc, dcsscu Verbrechen aus uicht entehrender Triebfeder, durch Affekt odcr eine uou natürlichen Einflüssen akut verkehrte Willensrichtung entstanden ist, theilte den gleichen Kerker mit Personen, welche aus angcborncl oder anerzogener niedriger Gesinnnng gemeine Delikte begangen hatten. Dcr jugendliche Kontrauentioncllc wurde mit Habitues dcö Vcrbrcchcus vcrciuigt, uud so konnte die Gcmcinhaft, weil aus Bequemlichkeit oder lokalen Verhältnissen Sonderlingen nicht vorkamen, nur schlecht aus den geistigen Zustand deö Sträflings wirken. Wir schen da ganz ab uon jenen schrecklichen Qualen, welche eine so ungewohnte Vergesellschaftung, ein so widerliches, das Acwußlsciu dcS bcsscrcn Menschen cmpörcudcö zwangöwciscs Bündniß auf dcu Iuhastirlcu hervorbrachte. Dicsc Martcru überragten oft weit hinaus daS Unglück des FreihcitsvcrlustcS, ein solcher Sträfling war zchufach gestraft. ^ Plötzlich crschütlcrte dic Kriminalistil die Erfindung dcr Zellensttafc odcr Einzcluhaft, nnd cs bemächtigte fich dic Idee der Nützlichkeit dcrfclbcu AUer, zumal ihre Anwendung, direkt im Gegensatze mit dcr entsittlichenden Gcmciuhaft, dcn Verbrecher an seine Person ausschließlich anwies nnd dadurch er vo» den schlechten Einflüssen dcr StrafhausgcscUschaft fern gehalten wurde. Mit seltenem Raffinement (Masliruua. u. dgl.) wurde die vollkommene Isolirung dcS Häftlings zu erreichen gesucht, dcr Anblick dcr Menschen wurde ihm entzogen nnd gleich ciuer wildeu Bestie lafigte man ihn cin und schloß ihn von allcn Einflüssen menschlicher Mittheilung ab. Das war wirklich cin Grab für dcu Lebenden, eiuc ausgesuchte Folterung, cin unnatürliches Mittel und hat, weil eben dcr Natur dcs Menschen zuwider, nur Mißerfolge uach sich ziehen können. Von cincm Eudc bis zum andern ertönte in dcr jnristischcn Welt das Lob dcs Isolirungssystcms — man bewunderte die furchtbaren Vcrciuzcwugsmartern, welche dcr irische Gcfänguißschwindcl ersonnen halte; man war tanb gcgcu die Scufzcr dcr Verzweiflung, welche in dcn Zellen verhallten; man sah nicht, man wollte nicht schcn dic Opfer, welche Wahnsinn uud Tod aus dcn Rcihcn der lllmcu Zcllengcfaligcnen in schrcckencrrcgendcr An. zahl forderte. Es besserte ja das pennsyloanische System! Jahrzehnte, himmclschrcicude Ziffeln der durch die Unnatur dcr Strafe hingcfallencn Opfer und endlich dcr uuwidcrlcglc statislischc Nachweis warcn nothwendig, um darzulegen, daß auch die Eiuzclnhast nicht bcssnlc, daß es ein cbeil so großeö Pcrzent rückfälliger Einzcluhaft lin ge als Gcmeiuhäftliugc gab. Der holländische Gcfängnißdirctlor Grevcbint, Icbb in England und Mß Earpcutcr iu dcr Schrift: Our ^ouvicl^ I.c,ml»m 18M, sowie die Erfahrungen in Bruch« sal habcu deutlich nachgewiesen, daß auch die Zcllcu-strafe uicht besscrc. Uud so mußte sich denn eine Aenderung des Straf-wcscns anbahnen, es mußten Strafen und Mittel, welche dcn AcsserungSzwcck bcsscr fördern, aufgesucht und au-gcwcudct wcrdcu. Daß diescs iu England und Holland und in mch-rcrcn deutschen Läudcru bcrcitS gcscythcu ist, liefert den dcutlichstcu Beweis für die Unzwcckmäßigleil der bisherigen Slrafartcn. ES handelt sich gegenwärtig in Oesterreich um cine Aenderung des Strafvollzuges; man will daS Beurlau-bnngswcscn einführen und in dem übrigen Strafvollzüge hninanc Veränocruugcu bezüglich der Gcmciuhaft, dcr Vcrpflcguug uud Beschäftigung dcr Sträflinge cinführcu. Ich habe es zum Vorwürfe oiefcr kleinen Arbeit gemacht, jene Richtungen anzudeuten, nach welchen lüb er Haupt im Strafvollzuge der Besse-,rungszweck erreicht werden kann und in wclchcr Weise eine gerechte Veränderung deS bisherigen Strafvollzuges durchgc> führt werden könnte, ohne mich an IcncS, was eben jrtzt begonnen wird, zu biudcu, und mich in cine Vcrurthciluug oder Vertheidigung desselben einzulassen. DaS Beurlauben von Sträflingen wurde zuerst in den englischen Kolonien zu Anfang der fünfziger Jahre eingeführt und die ersten Versuche im Muttcrlande im Jahre 1853 begonnen. Mau entläßt nämlich jenen Sträfling, welcher zwei Drittthcile dcr Strafe auSgcstandcn und sich gebessert gezeigt hat, aus dcr Haft und gibt ihm eiucn revolablcn Urlanbspaß, ticket ol'l>:,v<>. Der Sträfling, welcher während seines Urlaubes unter Polizeiaufsicht steht, muß, um dcn Urlaub zu erreichen, die Uebernahme eines Dienstes odcr sonstiger Beschäftigung uachwciseu. Be-nimmt sich dcr Sträfling gut, so wird ihm nach Vollendung deö Urlanbes dcr Rest der noch auszustehcuden Strafe nachgesehen. Es besteht sohin cin psychischer Zwang, welcher den Sträfling, damit cr die Nachsicht uicht verwirke oder seine soglcichc Rückbcrufung hindere, nöthigt, ordentlich zu lcbcu. Die Anwenduug des lioke't us leave in England halte anfänglich gnte Resultate, später als aber Massen-bcurlaubungen erfolgten, als man die Voruntersuchung dcr Urlaudswürdigleit laxer uahm und die Beurlaubten trotz ihres schlechten Verhaltens außer der Strafanstalt nicht zurückrief, erhielt das System — weil sich die Rückfälligen mchrteu — Anfeinocr. Iu Sachsen und Braunschweig zeigte sich das System, wcil man bci Erthcilung von Urlauben streng vorging, sehr vortheilhaft. Indeß ist nicht zu leugnen, daß die bisherige Nnwendung von Bcurlaubuugeu, wcil dicsc ohne System uud ohne dcr wichtige,, Rücksicht auf die VcsscrungS-zwecke — wie ich dies später zeigen werde — stattfinden, nicht nur eine unrichtige ist, sondern anch üble Resultate habcn muß. Man muß sich klar darüber sein, wcr beurlaubt werden kann, uud wann dic Bedingungen hiczu eintreten. I. Schneid. Hagesnemgkeiten. — Sc. Exzellenz dcr Herr Staatsnünisten Graf Vel-credi ist am 5. d. M. früh 0^ Uhr mittelst Nordbahn aus Pest in Wien angekommen. Sc. Exzellenz konfcrirte Vormittags 11 Uhr mit dem Minister Grafen v. Mcusdorff. Nachmittags 2 Uhr fand unter dem Präsidium dcö Herrn Staatsmiuistcrö cin Ministerrath statt, an welchem die sammt' lichen hier weilenden Herren Minister Theil nahmen. — In Folge einer telegraphischen Berufung trifft der Fcldzeugmeister Ritter v. Venedet am 0. d. M. Abends mit dcm Triester Schnellzuge aus Verona in Wien cin und wird das Abstcigquarticr im Hotel Meisl uchmen, wo bereits im telcgraphüchcn Wege Zimmer bestellt wurden. — Dcm l. l. Hofkapellmcister Herrn Ioh. Strauß wurde Samstag durch die russische Gesandtschaft iu Wien cin Geschenl des Kaisers Alexander von Ruhlaud, bestehend in ciucm Arillanlring im Werthe von 1500 Rubeln (3000 Gulden), zugemittelt. — Der zweite Treffer der 18L4er Lose von 40.000 Gulden wurde, wie eine Wicucr Lotalkorrespondcnz meldet, von dem Losuerein „Fortuna" in Neu-Äidschow iu VühmeN gemacht. — Daö von der Donau-Neguliruugskommission bestellte Komitee wird, wie die „G.-C." uernimmt, sich den 7ten d. M. louslituircn und sciue Arbeit beginnen. — Zur Vehandlimg des Keuchhustens durch Gasinhalation eu schreibt die „Wr. Abdpst.": Me bislier gemachten Erfahrungen über die Behandlung des Keuchhustens durch dcn Aufenthalt iu GaZbcreitungsanstaltcl' beziehungsweise durch Inhalation von Leuchtgas sprechen, wie uns von kompetenter Seite versichert wird, dieser Ve-Handlungsweise nicht uur nicht das Wort, sondern haben sogar deu Beweis geliefert, daß dieselbe geradezu nachtheilig werdeu lünne, weil durch sie etwa gleichzeitig vorhandene entziludliche Affektioneu dcr Athmungsorgcuic bedeutend, ja oft in gefährlicher Weise verschlimmert werden. Mit HiN' blick auf dicse Erfahrungen und die Publizität, welche dic obcrwähntc Behandlungswcise bereits erlangt hat, glauben wir im öffentliche» Interesse zu haudcln, wenn wir an das Publikum die ernste Warnung richten, kraute Kinder ja nicht ohuc spezielle ärztliche Anordnung zu obigem Zwecke iu Gasanstalten zu bringen. Deu Inhabern odcr Leitern der Gasanstalten gegenüber glauben wir hingegen die Erwartung aussvrcchen zu sollen, daß sie nur auf Grund ärztlicher Wei< sung Kinder iu derlei Anstalten zulasse» wcrdeu. — Der Handelsmann Antonio Gialomvol aus Venedig, wclchcr am 8. Inni 1803 wegen dcs Verbrechens vcs Hochverrathcs uud des Verbrechens gegen die Kriegsmacht deS Staates zu sechs Iahreu schweren Kerkers, im Gnade"-wcge zu drei Jahren Kerkers ucrurthcilt wurde, ist bczttg' lich des Strafrestes begnadigt und aus dcm Kastell zu Lal-bach entlassen worden. (N. Fr. Vl.) — Die rumänischen Fülstenthiimer habeu eine" Flächeninhalt von 2197 geographischen Quadratmcilcn (w^' vou 1330 zur Wallachei und 867 zur Moldau gehören), sind also ziemlich geuau so groß wie Aaieru, Württemberg, Vadeu und Hessen - Darmstadt zusammengenommen. T>» 375 Gesannntzahl aller Numäncn beträgt aber nur 3,861.846 Seele». An die Pforte hat die Wallache! 5000, die Moldau 3000 Aeutcl, csicick einem Tribut von 400.000 Tha»! lern, zu zahlen. Die Staatsschuld belaust sich auf 28'^ Millionen Thaler. -^ In Mcrilo erscheint an Stelle der rasch eingegangenen „Deutschen Presse iu Merilo" ein neues deutsches Journal unter dem Titel „Deutsche'Zeitung in Meiito," das vorläufig einmal jede Woche ausgegeben wird. fokales. — Ueber Aufforderung eines hiesigen Theaterfreundes hat Herr Anton Zöllner, Direltor des Theaters in Arilnn, demselben bereits erllürt, die Direltiou des Laibacher Theaters abermals zu über« nehmen, wenn ihm der löbliche Landesausschus; die Subuen» tion um etwas erhöhen und, wenn nicht anders, durch Vei» träge der Logcnbcsiher dieselbe garautircu wiirde, wobei er sich verpflichtet, eine gute Oper, Operette, so wie ein gute? Schauspiel, Lustspiel und Posse zu erhalten. Ta Herr Zöllner ein intelligenter Mann und im Arsche einer ausge« zeichneten Garderobe und Vibliothel ist, so wäre es sicherlich im Interesse unseres Theater-Publikums wünschcnswerth, wenn dessen nachträgliches Kompelcnzgesuch seitens des LandeZausschusscs in Berücksichtigung genommen oder doch in anderer Weise einmal unseren Theater»Kalamitüten für längere Zeit ein Ende gemacht würde. — In einer der lcjttcu Lehrerkonferenzen unseres Gym» nasinms haben einige Gymnasialprosessoren, die das Slo< venische lehren, dem Hcrru Direktor Mitteis eine Ve> schwerdcschrist gegen die in der 26. Sitzung des Landtages vorgekommene Behauptung, das Slouenische werde unge« nügcnd gelehrt, übergeben. — Auch an unsere Landwirthschastsgescllschaft bat das hohe Justizministerium unterm 21. u. M. die Umfrage wegen Aufhebung des Wuche rp at e nt eö gerichtet. Die „Novice" ziehen hieraus den Schluß, das; die Aufhebung des Wuchergcsclzes noch nicht so nahe sei, als einige Zei« tungcn bebauptrt haben. — Der hiesige Vuchbändlcr Otto Wagner beabsichtigt demnächst, wenn sich die nöthige Anzahl Theilnehmer findet, eine Auswahl der besten Werte sloveni scher Schriftsteller (Vodnik, Prcöcrn, Slomöct, Kosesti, Levslil:c.), rcdigirt von den Herren Iurcic und Strilar, in Lieferungen auszugeben. Die ersten 3 Lieferungen sollen Prcöerns Biographie, Portrait und Gedichte enthalten. — Die Etaotgemeinde Idria hat dem Herrn Land» lags- und Rcichsrathsabgcordnctcn Dr. v. Wurzbach eine Dankadresse für seine Bemühungen im Neichsrathe zur Abwendung des beabsichtigten Verlaufes des Bergwerks votirt. — (Theater.) Die gestrige BencfizeuorsleUnng des Echauspieleipaarcs Josef und Wilhclmine Wehr war wohl nicht so stark besucht, wie wir es diesen verwendbaren Schau» spielcrn gewiß herzlich gewünscht Hütten und wie es das Programm erwarten zu lassen schien. In letzterem haben wir uns übrigens getäuscht. Die Posse „Er lanu nicht lesen" von Grandjean ist nämlich ein höchst simples Mach» wcrl mit gar wenig Erfindung und noch weniger Nil;-, die zur Anschauung gebrachte These: der Lesensunlundige ist der immer Gefoppte — wir glauben, der Lescnslundigc siude noch viel häusigere Gelegenheit, gefoppt zu werden — lst zu vielfach ausgebeutet und benimmt deshalb der Schluß« sUuation schon jeden Neiz. Gespielt wurde übrigens ziem« lich gut. Das hierauf von Herrn Zappe, der beim Austreten beifällig begrüßt wurde, vorgetragene Konzert für die Violine von Hcllmesberger wurde so „zart und rein" zum Ausdrucke gebracht, daß wir von dem Spiele wahrhast entzückt wurden Und Herr Zappe am Schlüsse zweimal gerufen wurde, ^uch Herr Frcdi, der vom Publikum sehr freundlich knivsangen wurde, errang durch den Vortrag des Abt« schcn Liedes: „Gute Nacht, Tu mein herziges Kind," so ^lchlichen Beifall, daß wir von ihm mit einer Zugabe, ^»e>n recht netten Liede vom Kapellmeister Gericte, erfreut Kurden. Herr Fredi bewährt sich daher, wie wir es schon einmal erwähnt, iu hervorragender Weise im Licdersache. — "D'Froschmirl" wurde von der kleinen Toni Call iano ^cht fleißig gelernt und lobenswert!) vorgetragen, nur hat-^u wir diese Eoloszenc lieber von einem Kinde nicht dar« gestellt gesehen: ein solcher Scherz — denn wohl nur als Elchen dürfen wir ihn hinnehmen — macht sich wohl gut "uf einem Hausthcater, nicht aber auf der Bühne vor dem 2loßcn Publikum. Ten Schluß der Vorstellung machte die gute Ausfüh-^"'g der „Zehn Mädchen und kein Mann," über welche Brette wir schon mehrmals zu sprechen und uns günstig l" äußern Gelegenheit fanden. . ^ Aus Lack wird uns berichtet: Am 13. und 28. Februar '^- smd in den Stcuergemeinden Studcnim, Oberluza, Sel- ^ und St. Dementis Woltcublüche niedergegangen, welche ^'e derartige Anschwellung der dortigen Gcbirgsbache zur ^ge hatten, daß sie große Fclsstücke mit sich führten, anine entwurzelten und die Felder und Wiesen derart mit H»tt, Lehmerdo u. s. w. überdeckten, daß große Strecken verwüstet sein sollen, daß die Beschädigten von diesen ^ undsiüclcn theils gar keinen, theils einen sehr geringen ""ss haben werden. Rudolföwertl), 6. März. Sonntag den II. März ""stallet die Citavnica in ihren Lokalitäten zwei theatralische Vorstellungen in slovcnischer Sprache. Es werden die beiden Lustspiele: „Dcnmwi l»ll" und „8!rup" aufgeführt. Da der Eintritt Jedermann gestattet, der Preis der Plühe nicht hoch gestellt und der Neinertrag den Nolhleidcnden in Uuterlrain gewidmet ist, erwartet man zahlreichen Zuspruch. Aus den Landtagen. Prag, 5. März. Brinz und Genossen interpel-lircn dcn Negicrungövertretcr wegen dcr Hostomicer Vorgänge, fragen, welche Anstalten die Regierung getroffen oder zu treffen gedenlt, damit die Staats, liiirger des berechtigten Schutzes nicht entbehren und nicht ähnliche die Sicherheit nnd das Eigenthum be-drohende Szenen sich wiederholen. Dcr Negicrnugsver-lrctcr Statthallerciralh Bach legt die von der Regie, rnng ergriffenen energischen Maßregeln dar, welche voll' ständige Beseitigung jcder weiteren Gefahr anhoffen lassen. — Hieranf NachtragSbcrichte dcr Budget-kom misfi o n. Das Budget l^lo 1866 wird in dritter Lesung erledigt, die Rechnungsabschlüsse vom Jahre 1863, 1864 genehmigt. — Der Antrag Slradalauf Geweih, rung dcr LandcSsuuvenlion von 1 Million für die von dcr Regierung beabsichtigte M o l dau - Ell, c - Re -gulirnng wird an den LandcSauSfchuß gewiesen. — Der Antrag StcmglcrS auf Erwirlung dcr Erleichterung > zum GrundstuclauStauschc wird an eine Kommission von ! '^ Mitgliedern gewiesen, welche in 8 Tagen zu refcriren ^ Hut. — Verhandlung über den KommissionSlicricht betreffend die Rcorganisirung der LandeSirrenanstalt begonnen. Generaldebatte beendet. Morgen Fortsetzung. Lemberg, 5. März. In dcr heutigen Landtags-sitzung wnrdc die Debatte über die Vorlage des Landes-auSschusseS wegen Aufhebung dcr Ternavorschläge bei Besctznngcn von Pfarrcrstellen fortgesetzt nnd die Vorlage nach sehr heftiger Debatte schließlich an-genommen. Die Nulhcncn stimmten dagegen. Nächste Sitznng morgen. Lembcrg, 0. März. Es kommt eine Zuschrift der Statthaltern zur Verlesung, wonach zufolge Allerhöchster Entschließung vom 2. d. M. der Schluß dcr Session am 28. d. M. zu erfolgen hat. Neueste Nachrichten nnd Telegramme. Prag, «. März. (N. Fr. Pr.) Dcr Prager Pc-lizei-Direllor, Herr Ullmann, wnrde auf Befehl dcs StaatöministcrS seiner amtlichen Funktionen enthoben nnd gegen ihn eine Untersuchung wegen mangelhafter Ausführung dcr Befehle der Statthaltcrci bei Gelegen« hcit der Demonstrationen vor dem Landtagshansc nnd in der Universität eingeleitet. Mit dcr Lcittmg der Polizei von Prag wurde interimistisch Polizeirath Wei-mann betraut. Pest, 6. März. Dem „Idol Tanuja" entgegen, welcher die Eventualität einer Auslösung dcS Landtags l in Aussicht stellt, wcnn die 1848cr Gesetze nicht vor» läufig rcvidirt werden, sagt „Magyar Vilag," daß man in entscheidenden Kreisen diese ulmm« ililio gar Nlcht in i Rechmmg gezogen habe, weil lein Grund dazu vorhanden war und weil die Regierung auf eine lange, erschöpfende Diölussion dcr obschwcbenden Fragen gefaßt ist.— „Noyd" sagt: DaS Gebiet dcr gemeinsamen Angelegenheiten sei in, Reskript größer alö im Oltoucr-diplom; cs scheine die ministerielle RcgicrnngSform überhaupt für Ungarn als undurchführbar crlläit zu wcrdcn. Indeß sei die AuSglcichshoffnung dulch das t. Rcslript wenig geschwächt; denn auch dieses behält denselben Ausgangspunkt bei und stellt dasselbe Endziel auf, wie die Thronrede. Temesvar, 6. März. Fürst Kusa übernachtet heute in LugoS und wird morgen in Temeöoar dcn Nachtcuifcnthalt nehmen. Köln, 6. März. (Pr.) Die „K. Z." bringt eine offiziöse Berliner Korrespondenz, welche vollen Rück. zng meldet; daS Minister konscil habe tci-nerlei positive Resultate gehabt und von Sommation an Oesterreich werde man vorläufig absehen, unbeschadet der Möglichkeit, daß cine solche in Zntnnft erfolgen könnte. Paris, 6. März. (N. Fr. Pr.) In Bezng auf! dic Donaufürstcnthümer < Frage existircn zwei Konferenz-Vorschläge, ein Pariser und ein türkischer, letzterer verlangt vor dem Zusammentritt der Konferenz in Konstantinopcl cine onrch die Großmächte zu veranstaltende Untersuchung in Bukarest; Frankreich verweigert dies. — Der muldo.walachischc Minisler dcS Acußern, Ghila, heißt es, sci eventueller Kandidat l für die Hospodarswürdc. — Fürst Mcttcrnich stellte dic Zustimmung Oesterreichs zur Abhaltung der Konferenz in Paris in Aussicht. Paris, 6. März. Dcr heutige „Monitcur" meldet: Der Zustand des lais. Prinzen ist schr befriedigend, die Krankheit in voller Abnahme begriffen. — Aus Tripolis (Syrien) wird unter dem 22. Februar berichtet, daß Derwisch Pascha mit 10.000 Mann dort eingetroffen ist. Karam hat sich bei Bcnachi verschanzt und erwartet einen Angriff. Dic Maronitcn haben zwei Bataillone Türlcn geschlagen. London, 5. März (Nachts.) In dcr heutigen UntcrhauSsitzung erwiderte Gladstone auf cine Interpellation Griffiths: England werde bci dcr bevorstehenden Konferenz in Angelegenheit dcr Donau-Fnrstenthümcr prinzipiell an dcm Pariser Traktate festhalten und dic Wünsche dcS Volkes gerne bcrücksich-tigcn, wofern diese als allgemein nnd stabil anerkannt wurden. Bukarest, 6. März. Dic Regierung hat das Gesetz betreffend eine Nationalanlcihe von 30 Millionen Piastern promulgirt. — Zufolge Nachrichten anS Rust-schul wird dort cin türkisches Armeekorps zusammengezogen. — Die Regierung legt der Kammer einen Gesetz« cntwurf wegen sofortiger Errichtung einer National« garde und Organisiruug eiucö Frciwilligcnkorps von 4000 Mann vor. Konstantinopel, 6. März. (N. Frdbl.) Das Beobacht un gskorpS an der Donau besteht auS cincm Ordü (Armeekorps), welches 6 Regimenter Infanterie (18.000 Mann), 4 Regimenter Kavallerie (4000 Mann), cin Regiment Artillerie (15 Batterien mit 60 Geschützen) nebst entsprechender Gcmctrnppc un^ faßt. Ein ReseroekorpS von etwa 10.000 Mann wird bei Schumla aufgestellt. Telegraphische Wechselkurse vom 7. März. ^ 5perz. MetalliaucS «1.10. - 5pcrz. National Anlchen 63.20. — Bankaktien 735. — Krcditatticn 143. — 1860er Staatsanlehen 79.40. — Silber 101.90. - London 102.20. — K. t. Dukaten 4.90. Hamburg, 3. März. DaS Postdampfschiff „Germania," Kapitän Ehlers, ging, cxpcdirt von Hrn. August Bollen, William Millers Nachf., am 3. März mit voller Ladnng von hicr vin Southampton nach Ncw-Zorl ab. — Das Postdampfschisf „Bavaria," Kapitän Taube, am 17. Februar von Newport abge-gangen, ist am 2. März in Cowes angekommen und hat alsbald die Reise nach Hamburg fortgesetzt. Dasselbe überbringt 119 Passagiere, volle ladnng und 1000 Dollars Komptanlen. Geschäfts-Zeitung. Laibach, 7. März. Auf dem heutigeil Marlte sind erschienen : tt Wagen mit Heu und Stroh (Hen 4 l ^tr. 22 Pfd., Stroh 44 Ztr. 5 Pfd.), 30 Wagen und « Schiffe" (27 Klastm mit Hol;. DurchschnittS-Prcisc. Mlt.° MgzIT Ml.. Mgz.» fi.^li. st. lr. fl. lr. fl. lr. Weizen Pr. Metzcn — — 3 l»9 ' Butter pr. Pfund - 45 —'— Korn „ —>— 2 79 Eier pr, Stuck ^-i>—!-., Gerste „ —,- 2 20 Milch pr. Maß -lO-!— Hafer „ —,— 1 75 Rindfleisch pr. Pfd. - l«i—.^— Halbfrucht „ —>- 2l,5 Kalbfleisch „ __ 18 — — Heiden „ -!— 2 30 Schweinrstcisch „ ._ 16 — — Hirse „ -,— 2 27,, Schöpsenfleisch „ —,----------- Klllnrutz „ — — 2 47 Hähudcl pr. Stilck — 45____ Erdäpfel „ 140 -,—! Taulieu „ __ 15____ linsen „ 5-------— Heu pr. Zentner 1 50 - — Erbsen „ 4 50—! , Strol) „ 1^5------- Fisolen „ 5-------—Holz, hart., pr.Klft.-------7i5',> Rindöschmal, Pfd. — 52-!—l .-weiches,, ^__ 559 Schweineschmalz „ —,40 - — Wein, rother, pv. > Speck, frisch, „-,25------- Eimer -!-13 — — geräuchert „ —^38------— weißer „ — — 14 — Nudolfswerth, 5.-März. Die Durchschnitts - Preise stellten sich auf dem heutigen Markte, wie folgt: si. tr. ft. , li. Weizen Pr. Metzcn 4 Z0 Butter pr. Pfund . — , 45 Korn „ 2 »i0 Eier pr. Stn'ct . . — 1 Gerste „ 2 40 Milch pr. Maß . —! 10 Hafer „ 1 50 Nmdflcisch Pr. Pfd. —! 15 Halbfrucht „ 5 10 Kalbfleisch „ —^20 Heiden „ ^, ^0, Schweinefleisch „ — l 20 Hirse „ 2j— ! Schiipfeufleisch „ — -— Külurntz „ 2 40 Hälüidcl pr, Stück — 28 Erdäpfel „ 1 «0 Taubeil „ — >- Linsen „ 4 «0 Heu pr. Zentner . 2 50 Erbsen „ 4 1<; Stroh „ . 1 00 Fisole,, „ 4 20, Holz, hartes, pr. Klft. «^20 Nuidi'schmalz pr. Pfd. — ,40!, — weicht, „ — -_ Schweineschmalz „ — 40 >! Wein, rother, pr.Ennrr « — Speck, frisch, „ — 30 !> — weißer „ 5!-. geräuchert, ,. - 35 , ^ Theater. Heute Donnerstag den l>. Mcirz: Wahn und ^vahusillll. Schauspiel iu 3 Anfzitgeu von ^cmbcrl. Diesem folgt: Hochzeit bei Uater»e„schcin. Komische Operette ,u I Auszug von Offenbach. Meteorologische NeobachlulMli ill Laiüach. -" w., Ab. 321.«« ^ 3.7 i SW.s.sch. lhcilw. dew.^^'l E^artcö Morgenroth mit lcdhastcr Färbung der Wollen i,l West. Nach 4 Uhr Nachmittag Regen mit prachtvollem, doppeltem Regellbogen. Klarer Stcrucuhimmel. Verautwortlichcr Redakteur: Ignaz v. kleilimayr.