Nr. 9.______________Freitag, 12. Iiiimci 1894. 113. Jahrgang. LMcherOMmg. ^!!^^ « Ir., grüble prr Zrilc ,md uu» 3 l'is 4 Uhr nachmiNnn«, - Uüfraolirrtt Brirfr werben nicht angenommen, Manulciipte nich« zurückgestellt. Amtlicher Hheil. Se. l. und k. Apostolische Majestät geruhten aller-gnädigst ^ ' >«> >, u ^ die Uebernahme' des Feldmarschall-Lieutenants Hemrich Grafen Herberstein. Obersthofmeisters Sr. k^ und k. Hoheit drs Herrn Erzherzogs Friedrich, auf sein Ansuchen in den wohlverdienten Ruhestand anzuordnen, demselben bei diesem Anlasse den Charakter emes Generals der Kavallerie n6 linnni-6« mit Nachsicht der Taxe zu verleihen und anzubefehlen, dass ihm w Anerkennung seiner vorzüglichen, hingebungsvollen Dienstleistung in der bisherigen Verwendung der Ausdruck der Allerhöchsten. Zufriedenheit bekanntgegeben den Rittmeister Oswald Grafen W ollen st ein-Trost bürg. außer Dienst, zum Obersthofmeistcr ^r. I. und k. Hoheit des Herrn Erzherzogs Friedrich zu «nennen und demselben die Würde eines geheimen Rathes taxfrei zu verleihen; die Uebernahme des Generalmajors Josef Ritter von Kaliwoda, Commandanten der 34 Infanterie-Hngade auf sein Ansuchen - in den wohlverdienten Ruhestand anzuordnen und demselben bei diesem An> lasse in Anerkennung seiner langen, vorzüglichen Dienstleistung das Ritterkreuz des Leopold-Ordens taxf ei zu verleihen; " zu ernennen: die Oberste: k«.,. ^!> F^M" von Spiegelfeld, Commandanten des Infanterieregiments Freiherr von Mollinary Brwde' d"" ^"Mandanten her 34. Infanterie- ^reis.3?^ ^ Major, des Infanterieregiments di « m "" ^"^"°"1 ^'- 3«, zum Commandanten vieles megiments' k^f>..s^ ^rnahme des mit Wartegebür beurlaubten ","W Mon5 von Wiktor in. des Infanterie-U'"""ts Graf Dann Nr. 56, nach dem Ergebnisse "lr neueN'chen Superarbitrierung als zum Truppen-„^ m"" H"" uutauglich, zu Localdieustcn geeigne», unicr Vormerkung für letztere, in den wohlverdienten Ruhestand anzuordnen; zu ernennen: ^ ii^? bersten Franz Czeyda, Commandanten "2 Uhlancuregiments Erzherzog Karl Ludwig Nr. 7, Mn Commandanten der 17. Cavallerie-Brigad'e; den Oberstlieutenant Stefan Ritter Nachodsky von Nendorf, des Uhlanenregiments Erzherzog Karl Ludwig Nr. 7, zum Commandanten dieses Regiments; dann: die Transferierung des Oberstlieutenants Adolf Ströhr, vom Drago'uerregiment Nikolaus I. Kaiser von Nusöland Nr. 5, zum Dragonerrcgiment Graf von Montecuccoli Nr. 8 anzuorduen; die Uebernahme des Obersten Edmund Ritter von Summer-Brasou, übrrcomplet im Geniestabe, Lehrers an der Militärafademie in Wiener-Neustadt, nach dl'M Ergebnisse der Superarbitrierung als invalid, anch zu j'dem Landsturmdieuste ungeeignet, in den wohlverdienten Ruhestand anzuordnen; die Uebernahme des Oberstlieutenants Hugo Schwaab, Commandanten der Batterie-Division Nr. 11, nach dem Ergebnisse der Superarbitrierung als znm Truppendienste im Heere untauglich, zu Localdicnsten geeignet, unter Vormerkung für letztere, in den wohlverdienten Ruhestand anzuordnen und anzubefehlen, dass demselben bei diesem Anlasse in Anerkennung seiner langen und bewährten Dienstleistung der Ausdruck der Allerhöchsten Zufriedenheit bekanntgegeben werde; die Uebernahme des Oberstlieutenants Arnold Richter, Commandanten der Batterie-Division Nr. 32, nach dem Ergebnisse der Superarbitrierung als invalid m den wohlverdienten Ruhestand anzuordnen und anzubefehlen, dass demselben bei diesem Anlasse in Anerkennung seiuer sehr ersprießlichen Dienstleistung der Ausdruck der Allerhöchsten Zufriedenheit bekanntgegeben werde. "Nichtamtlicher Mil. Die Ansprache des Generalobersten v. Los. Anlässlich der vor kurzem erfolgten Ueb^rreichung dl's Seiner k. und k. Hoheit dem Herrn F ldmarschall Erzherzog Albrecht vom Kaiser Wilhelm ll. über-smdi'tm Marschallstabcs hielt Generaloberst v. Lotz eine Ansprache, die nach dem «Armeeblatt» folgende Ausführungen enthielt: «Er erscheine vor dem Herrn Erz« herzog», sagte Freiherr v. Loö, «um dem unbesiegten Feldherrn, dem ersten Soldaten des kaiserlichen und königlichen Heeres, dk Fortdauer unerschütterliche Ver« 'hrung und waff nbrüdrrlicher Freundschaft zu ver» künden, welche im Hohenzollern-Stannne für Eure kaiserliche Hoheit fortlebend — von unserem großen Kaiser und seinem erlauchten Nachfolger auf lungeren All?rgnadigsten Herrscher, drn Träger und Bcwahrer jedweder ruhmvollen Ueberlieferung übergegangen ist.» Der unverwelkliche kriegerische Lorbeer des Herrn Feld-marschalls Albrecht sei «die Frucht hervorragender, angestammter Bcgabnng — zielbewusiter Pflege und zäher Arbeit von Jugend auf — loyaler Soldatentreue und selbstloser Vaterlandsliebe — kurz, einer seltenen Vereinigung von Verstandes» und Charakter-Eigenschaften.» Die Schlusssätze der Ansprache lauteten: «Ich bitte Euere kaiserliche Hoheit, die Gabe meines kaiserlichen Herrn, den Commandostab des preußischen General-F'ldmarschlllls nebst dem begleitenden Handschreiben in freundlicher Würdigung der Gesinnung annehmen zu wollen, welche der hohe Geber in diesem Schreiben zum Ausdruck bringt. Ein Zeichrn der persönlichen Bewunderung nnd Freundschaft Seiner Majestät für Euere kaiserliche Hoheit — ein Beweis der Anerkennung für höchstdero hervorragende mili» tärische Verdienste — ein Symbol der Einigkeit zwischen den verbündeten Monarchen — ein Band der Waffenbrüderschaft zwischen den beiden Armeen. Beide vereint in der Treue gegen ihre Herrscher — in der Liebe zum Vaterland — in pflichtgemäßem Streben nach höchster kriegerischer Tüchtigkeit, welche der sicherste Hort des Weltfriedens, des kostbarsten Gutes aller Nationen ist. Gott erhalte Euere kaiserliche Hoheit noch lange Jahre an der Spitze der kaiserlichen und königlichen Armee — als sicherste Stütze höchstdero Monarchen — zur Ehre Oesterreich-Ungarns und zum Heile der Welt l. __________ Die Coalition. Das «Neue Wiener Tagblatt» bezeichnet die Coalition als einen «festen Reif. und fagt: «Als ein immer festeres Gefüge offenbart sich daS Werk der Coalition, und die Versuche, Bresche in dieselbe zu schießen, hatten bisher keinen anderen Elfolg als den gewiss nicht beabsichtigten, die Mitglieder dieser Arbeitsgemeinschaft immer mehr von deren Nothwendigkeit zu überzeugen ... Die neue Ordnung der Dmge hat sich vollständig eingelebt und all diejenigen, welche ei zufrieden sind, dass an Stelle unersprießlicher Episoden fruchtbringende Permanenz getreten ist, find auch zu» frieden mit dm bisherigen Erfolgen parlamentarischer Arbeitsgemeinschaft und politischer Waffenruhe.» Das Jeuisseton. Ein Licbcszwist. Als Herr Gerard, der Untersuchungsrichter, ein.s Morgens sein Nnr.au bet,at. bli.b sein Äuge auf ein m «ctenbundel haften, das mit Blaustift die'Bezeichnung 'Sehr dringend» trug. a "i ^ Er löste die Schnur, nahm das oberste Stück, e nen Bericht des Polizei - Commissariats von Auteuil, zur Hand und las: 3 '.-p. '^ "^ nachts wurde von einem Fährmanne der aVf, -'^"' """ ^l" Anscheine nach jungen und elegant Mleideien Dame aus der Seine a/zoqen, an d>m ist ^ b" link.'N Brust eine ti.fe Wmide sich,b,,r im nn G'Mtszü^ si„d infolge dts laugen Likens m passer völlig unkenntlich a/wordeu. In dm Taschen dc!!- l "ko" B'i.fe od-r noch sonst irgmd etwas drn clt"o<>"' Den ei'iiigen Aühaltspunkt bietet die mit Ii<5 ^"l"lim .1., V.» gemarkte Wäsche. Der ärzt- ^ Veflnid lautet dahiu. die Frau sei durch einen l'w'r- oder Dolchstich ermordet und dann in das ^lier geworfen worden. Alle Nachforschungen, die ^ent,tcu der Ermordeten sicherzustellen, sind bis j'tzt i ersolgws geblieben.» OM '^ "°^ Stück war ein Brief, den ein höherer an k" ^ V."'!'l Garnison vor etwa vierzehn Tagen wl,^V^'^"wWe" gerichtet. In diesem Schreinen "loe das plötzliche Verschwinden der englischen Gou- rruaul> der Tochter dei Generals mitgetheilt. «Solange sich Fräulein Lucy Volmy im Kreise meiner Familie befand,» schloss das Schreiben, «hatte ich nicht den geringsten Nulass zu Klagen. Am Tage ihres Verschwmdms entfernte sie sich'a/gen Einbruch der Dunkelheit, um einige Einkäufe zu besorgen, und ist s-ither nicht wieder zurückgekehrt, Wis aus ihr geworden, habe ich nicht zu erfahicu vermocht.» W'iters lag dem Acte das Verhastungöprotokoll eines Bcamtm Namens Rwul V'rteux bei', d^r an m hreren Ab.nden in der Nähe des vom Gmeral bewohnten Hauses gefehen wordeu war und sich auch wiederholt nach Fräulein Volnry erkundigt hatte. «Vierundznnnzig Stunden nach Eotd.ckung des Leichnams verhaftet,» lautete eiu andrer Bericht, «hat der jnnge Maun ohne Zögern eingestanden, Fräulein Volwy gekannt, und sich mit der Absicht getragen zu habm, sie zu heiratm. Er gibt ferner zu, Fräulein Volmy habe ihre bei^ seitiqell B^iehuug.u lösen wi'llm, wobci es ni heftigen Au^inand rsehungen gekommen war. Dies im Zusammenhange mit den anderen Umständen berechtigt zur Annahme, der aui d>r Smie gezogene L'ichuam sei mit Fläuleiu Lucy Voluey identisch und Raoul Be,tenx deren Mörder.» Nachdem der Uutersuchuugsrichtlr zu Ende gelesen, zog er die Kliugel uud gab Befehl, den Ange-klagtm vorzuführen. Wenige Minuten später trat in Bt'gleitung des Gefangenaufsehers ein junger M.ini, mit klarem, offenem Mcke', sanftem Glsichtsausdrucke und von einnehmen» dem Aeußern ins Gerichtschnmer. Nach den ersten einleitenden Fragen, die Raoul Berteux ruhig und höflich beantwortete, wendete sich der Untersuchungsrichter an ihn: «Ist Ihnen bekannt, welches Verbrechens Sie beschuldigt sind?. «Ja, mein Herr.» «Was fiir Beweise vermögen Sie zu Ihrer Vertheidigung anzuführen?» Der Angeklagte schwieg eine Weile, als suche er sich zu sammeln, dann sagte er: «Keine.» Der Untersuchungsrichter, welcher auf eine Reihe von Enllastungsoersuchen und deren Widerlegung vorbereitet gewesen, blickte überrascht aus. «Sie bekennen sich also schuldig?» «Wenn Sie wünschen . . . ja.» «Wenn ich es wünsche?! . . . Es scheint, Sie halten mich zum besten. . . .» «Gott bewahre! . . . Aber was soll ich ent« gegnen? . . . Eine Frau ist ermordet worden, unter dem Verdachte, diesen Mord verübt zu haben, hat man mich verhaftet. Wmn die zärtliche Liebe, die ich für Fräulein Volney hegt?, meinr st ckmlose Vergangenheit uud d>e Erziehung, w^lch? ich genossen, nicht als Entlastungsmomente gelten, wozu soll ich mich dann vertheidigen?» «Ich wünschte nur Ihre Rechtfertigung^""ide zu hören.» «Deren habe ich keine. Es ist nicht gelungen, mit Bestimmtheit festzustellen, an welchem Orte und zu wacher Stunde die That verübt wurde, folglich bin ich auch der Möglichkeit beraubt, ein Alibi nachzuweisen.» «Eine offene Darlegung des ganzen Sachverhaltes würde vielleicht in mir die Ueberzeugung wecken, dass nicht Sie der Mörder sind.» Laibllcher Zeitung Nr. 9. 70 12. Jänner 1894. 1 Blatt schlilßt seine Ausführungen folgendermaßen: «Die überwiegende und die überwältigende Mehrheit des heutigen Oesterreich steht auf dem Boden der Coalition. Es umfasst sie ein fester Reif, der, alle gemäßigteren und einsichtsvolleren Politiker zu gemeinsamem Schaffen verbindend, von der äußerst^ Rechten bis nahe an die äußerste Linke reicht.» Im «Extrablatt» heißt es: «Die Coalition der drei tonangebenden Parteien ist hervorgegangen aus dem Friedenssehnen der Völker Oesterreichs, aus der endlich zum Durchbruche gelangten Erkenntnis, dass die große Mehrheit dieser Völker den markzehrenden nationalpolitischen Zank und Streit nicht länger dulden will, nicht länger ertragen kann! In dieser Erkenntnis haben die Führer die Streitaxt nicht vergraben, wohl aber zeitweilig an die Wand gehängt, um in Eintracht die Wunden zu heilen, welche der Krieg dem Reiche, den Ländern und den Völkern geschlagen. Die berufenen Führer haben sich über einen Waffenstillstand geeinigt, um die conservativen Volkselemente aus allen Parteilagern einander näherzubringen, um gemeinsam dem Frieden die Bahn zu ebnen.» Politische Uebersicht. Uaibach, 11. Jänner. Der Club des conservativen Großgrundbesitzes des böhmischen Landtages hat in die parlamentarische Commission die Abgeordneten Graf Karl Buquoy, Prinz Karl Schwarzenberg, Prinz Ferdinand Lobkowitz und Graf Ed. Palffy (Ersatzmann) wieder» gewählt. Graf Zdenko Waldstein erklärt, dass die Meldung, als bätte er eine Kundgebung des Clubs der nationalen Großgrundbesitzer mitunterzeichnet, jeder Grundlage entbehre. Wie man aus Prag meldet, wird der conservative Großgrundbesitz dem verfassungstreuen die erledigten sechs Landtagsmandate anbieten. Auf Seite des letzteren besteht die Geneigtheit, dieselben zu acceptieren. Die Verhandlungen darüber sind im Zugs und lassen ein günstiges Resultat erwarten. Man betrachtet diesen Schritt als den Ausgangspunkt zur Annäherung der beiden Parteien des Großgrundbesitzes im Königreiche Böhmen. Das «Vaterland» bemerkt hiezu, dass nach der bekannten Lage der Dinge eine solche Eventualität nicht überraschend wäre. Nach einer Meldung der «Neuen freien Presse» hat eine in Tarnopol abgehaltene Versammlung der Wühler der Curie der Großgrundbesitzer den Reichsraths-Al-geordneten Ritter v. Chrzanowsky und Graf Pininski Vertrauen und Anerkennung ausgedrückt und eine Resolution angenommen, in welcher es heißt: Die Versammlung drückt ihre volle Uebereinstimmung mit der vom Polenclub qefassten Resolution betreffend das Programm des Ministeriums Windisch Grätz aus und erkennt an, dass die Coalition der drei politischen Reichsrathsparteien auf Grund drs Programms der praktischen Gesetzgebungsarbeiten den Bedürfnissen Ga-liziens entspricht. Anlässlich der bevorstehenden Verhandlungen des deutschen Reichstages über neue Steuern und Finanzr.eform erörtert die «Post» alle eventuellen Nück-wi'kungen einer Ablehnung der Steuern auf die Finanzen des Königreiches Preußen. Es müssten Schulden g»macht werden, um das Oebarungsdkfic't von 70 Millionen Mark zu decken, oder die Einkommensteuer müsste erhöht werden. Aus Rom wird der «Kölnischen Zeitung» geschrieben: Nachdem die Regierung sich überzeugt hat, dass man es bei der Bewegung in Sicilien nicht nur mit dem Nothschrei einer armen Bevölkerung, sondern zugleich auch mit der gewissenlosen, planmäßigen Aufhetzung durch ein wohlorganisiertes CoinA zu thun hat, war die Verhängung des Belagerungszustandes über die Insel nichts anderes als eine That der Pflichterfüllung gegen diejenigen Theile der Bewohnerschaft, die sich nach wie vor in Ruhe und Frieden ihrer Arbeit widmen wollten. Die französische Abgeordnetenkammer wird sich vom 13. d. M. ab mit gesetzgeberischen Arbeiten beschäftigen, deren erste eine Vorlage über die Conversion ist. Dann wird sie zur Erörterung der Interpellationen schreiten, die während der letzten Sitzungsperiode nicht erledigt werden konnten. Im englischen Unterhanse wurde am 9. d. M. die Einzelberathung der Bill über die Kirch-spielräthe erledigt. In officielien Kreisen wird entschieden dementiert, dass England vorgeschlagen habe, die Entscheidung zwischen Spanien und Marokko einem Schiedsgerichte zu unterwerfen. Der serbische Ministerrath hat, wie aus Belgrad gemeldet wird, den österreichischen Gegenvorschlägen in der Obrtfrage endgiltig zugestimmt. Es erübrigt nur noch die Redaction und die beiderseitige Unterzeichnung des Scklussprowkulls, welche in Wien erfolgt. Sectionschef Milovanovic erhielt bereits die Ermächtigung, die Angelegenheit vollständig zu final'sieren. Wie «Grazdanin» erfährt, schließt das russische Reichsbudget pro 1894 mit einem Uebcrschusse von circa 10 Millionen Rubel der Einnahmen über die Ausgaben ab, wobei die Voranschläge äußerst vorsichtig gemacht erscheinen. Tagesneuigleiten. — (Erzherzog Josef August.) Aus München wird geschrieben: «Die Hochzeitsreise unserer baierischen Prinzessin Augusta mit ihrem Gemahl, dem Erzherzog Josef August, ins heilige Land zum Grabe des Erlösers ist nach den soeben eingetroffenen Nachrichten nicht ganz glücklich verlaufen. Der junge Erzherzog erkrankte schon am dritten Tage nach seiner Anlunst in Jerusalem, wo er im österreichischen Hospiz Wohnung nahm, und ent-schloss sich, wahrscheinlich auf den Rath seiner Aerzte, die heilige Stadt schon sehr bald wieder zu verlassen, um sich am Mittwoch den 20. December in Jaffa für die Rückreise einzuschiffen. Die Krankheit bestand in heftigem Husten und Fieber, und scheint die Ii'flnenza (arabisch «Ruchan») gewesen zu srin, die in Jerusalem zur Zeit heftig auflritt; der am 12 December einge-tretene Regen und die darauf folgende Kälte scheinen das U>'t>l veranlasst zu haben. Die Herrschaften haben indessen doch die wichtigsten Punkte in Jerusalem besucht.» — (Statthalter G'af Franz Thun) Das «Präger Abendblatt, schreibt: M hrere P ager Vlalw haben anlässlich der jüngsten Relse des Siatthalters nach Wien ssemeldet, dass sich derselbe nach Wien begeben habe. um sich emer Polypenoperation zu unterzieh,«. Wir sind ermächtigt zu erklären, dass diese Operation bereits vor einigen Wochen mit bestem Erfolge vollzogen wmde und d"ss der Statthalter sich drs besten Wohls.ins erfreut. — (Marquise Bacquehem f.) Am 9. b. ! nachts ist die Mutter Sr. Excellenz des Herrn Ministers l des Iinern Maiqilis Vacquehm, die Marquise Clotilbt! u. Vacquehem, geborene Gräfin von Rindsmaul, Stern- i kreuz-Ordensdame und Ehrendame des königlich baierischeN Theresien-Ordens, seit 1889 Witwe nach dem k. und l. < Kämmerer und Major Marquis Christian v. Vacquehem gestorben. Die Marqmse, welche in Linz domicilierte, stand in dem hohen Alter von 82 Jahren. ^ — (Die Heirat der Prinzessin Elisabeth von Vaiern.) Aus München wird telegraphiert: Wie der «Vaierische Courier» mit größter Bestimmtheit uon kirchlich-autoritativer Seite erfährt, ist sowohl die Civil- als auch die kirchliche Trauung des Baron See-jried mit der Prinzessin Elisabeth von Vaiern rechts" kräftig erfolgt und dabei die Garantie für die Erziehung der Kinder im katholischen Glauben gegeben worden. — (Nus Prag.) Der verantwortliche Redacteur der behördlich eingestellten Zeitschrift «Nrodvislost» Antoll Hajn wurde am 9. d. M. nach geheim durchgeführter Verhandlung wegen des Verbrechens der Ruhestörung nach ß 65 St. G., begangen durch einen Artikel in den« uon ihm redigierten Blatte sowie wegen Uebertretung del pflichtgemäßen Obsorge zu achtmonatlicher schwerer, mit acht Fasttagen verschärfter Kellerstrafe verurlheilt. Weiter wurde für das Vlatt ein Cautionsverlust von 500 st. ausgesprochen. Von den anderen Anklagepunkten wurde Hajn freigesprochen. — (Winter in Italien.) Man schreibt del «N. fr. Pr.» aus Nervi, 8. Jänner. Der Wettersturz, welcher in den letzten Wochen über den größten Theil von Europa hereingebrochen ist und so fürchterliche Verheerungen angerichtet, hat auch die beiden Nivieren nicht ganz verschont. Nachdem wir das alte Jahr in vollstem Sonnenglanze bei wahrhaftem Sommerwetter beschlossen, tan» plötzlich ein eisiger Nordwind dahergebraust, da« Thermometer fiel auf —1 Grad Celsius, schwere Wolken lagerten am Himmel und ließen noch Schlimmeres befürchten. Missmuth und Verzagtheit ergriffen die Fremden, welche hier nur Sonne und ewig blauen Himmel zu treffen wähnten. «Um in ein solches Klima zu gerathen,» hörte man vielfach klagen, «braucht man nicht erst eine lange, beschwerliche Reise zu unternehmen, das kann man daheim leichter haben und auch frieren kann man billiger und bequemer zu Hause!» Da trafen die Welterberichte aus dem Norden ein — überall Schneestürme, Verkehrsstörungen und beiß'nde Kälte; selbst die Nachrichten aus anderen llimatischrn Wintercurorten lauteten nicht t'öst" licher. Von N'zza bis N aprl überall Schnee, SlürNlt ilnd F-ost, in Mentone sogar 10 Grad Kälte; und selbst in E^yplen musste man zur künstliche E wärmung dil Z,flucht nehmen. Man urlb/ilte nun nüchterner, besonn.net >md plötzlich lam wilder die herrlich-, schwer entbehrte Sonne zum V,nsch.'m. ; das Feuer in Oeien und Ka< minen wu.de ausgelöscht, und wir si>n im Freien, ill mild.m Sonnenscheine, unter Palmen. Omngen und Ei-tronenbäumen, unter blühenden Ros.n. Cimelien und Hycicimhen. und ergötz n uns an der Fülle von Pracht, '"eiche d>e Nitur über diesen E denwmtel aufgegessen hat, Mr der Meinung lebt, man würde hier immer nur until blauem H,mm?l athmen und bllß sonnige, wa-me Tag« geni.ß.'n, der ergibt sich alluding« .iner argen Täuschung — aber nach einem vieljäh-ia/n Äufenibeilte an beldeN Nieren babe ich doch von Cannes bis Santa Ma ahe< r,ta das Thermometer niemals unter -j- 3 Grad C lsius des Morgens sinken sehen, ni mal« rauhe, kalte Tag« Der Angeklagte schwieg trotz aller ihm gemachten Vorstellungen. Plötzlich aber schien ihn seine bisher bewahrte Selbstbeherrschung im Stiche zu lassen. In Thränen ausbrechend sau! er auf einen Stuhl und murmelte: «Ich habe weiter nichts zu sagen.» «Nehmen Sie sich in acht!» rief der Untersuchungsrichter. «Ein solcher Ausspruch ist gleichbedeutend mit einem Geständnisse.» «Immerhin,» erwiderte Raoul Berteux heftig, indem er sich erhob. «Bitte, nehmen Sie zu Protokoll, was ich Ihnen sage... Ich habe sie o/liebt und sie hatte mir zugcschworen, meine Frau zu werden. Im letzten Augenblicke, das heißt wenige Tage vor dem für unsere Vermählung festgesetzten Zeitpunkte, zog sie ihr Versprechen zurück. Meine Thränen, mein Flehen vermochten sie nicht zu rühren . .. Dieser Trotz reizte mich zu namenloser Wuth. Meine Liebe verwandelte sich in Hass und ich stieß ihr, meiner Sinne kaum noch mächtig, ein Messer in die Brust. Die Spuren memer That zu verwischen, warf ich die Leiche in die Seine.» «Gestatten Sie mir noch einige Fragen,» bemerkte der Untersuchungsrichter, nachdem die Aussagen des An» geklagten zu Papier gebracht worden. «N in, mein Herr!» weigerte sich Verteux. «Ich habe Ihnen ohne Rückhalt alles gesagt .. . Noch waters aber von dem Geg nstande. zu sprechen ist überflüssig und für mich nur Qual.» D^mit wurden die Acten vorläufig geschlossen. Die Presse brachte und verbreitete die Kunde davon in aller Welt. Mit Spannung wurde der öffentliche Verhandlung«^ erwartet, weil man hoffte, d'r Angeklagte werde gegenüber den G fchwornen Aufklärungen geben, die er in der Vorunteisuchung verschwiegen. Seit etwa drei Wochen schon befand sich Raonl Berteux zu Mazas in Verwahrungshaft, als dem Un tersuchungsrichter Gerard, der eben im Begrifft stand, sein Bureau zu verlassen, cine Dame gemeldet wurde, die ihn dringend zu sprechen wünscht,'. Eiltschloss n, diese so unzeitiqe Siörung rasch abzufertigen, empfang Gerard seinen B such mit dem Hute in der Hand, Das junge Mädchen ihm gegenüber aber war so reizend, dass der gestrengste Untersuchungsrichter der Eile vergass und höflich fragte: «Womit kann ich dienen? «Sie sind der Herr, der in Angelegenheit Raoul Berteux die Voruntersuchung leitet.» «Ja, mein Fräulein,. «Nun denn. ich bin herbeigeeilt, die Justiz von einem verhängnisvollen Irrthume zu bewahren und Ih"en Gelegenheit zu bieten, ein folgenschweres Vergehen wieder gut zu machen. Kurz, ich bin Lucy Volney.» «Unmöglich l . ... Sie sind also nicht ermordet worden?» «Wie Sie sehen, nein, sonst hätte ich wohl kaum das Vergnügen, hier vor Ihnen zu stehen.» «Wer aber ist die Frau welche man in der Seine aufgefunden?. «Darüber vermag ich Ihnen keine Auskunft zu geben . .. Hier sind meine Papiere, Sie zu überzeugen.» »Raoul Belreux hat gestanden.» «Und damit eine Unwahrheit gesagt.» «Ab.-r zu welchem Zwecke?» «Das weist ich nicht und ka»>n es auch nicht errathen. Lassen Sie ihn vorrufen, vielleicht aibt er Ihne« nähere Aufklärung.» Der Untersuchungsrichter fertigte einen Vorführung? bef.hl aus und es währte fast eine Stunde, bis Betreut kam. In dieser Zwischenzeit erzählte Lucy Volney. sie habe infolge eines durch Eifersucht hervorgerufenen Zwistes 'hre Beziehung zu Newill lösen wollen und als beste« Mittel erachtet, seinen Augen spurlos zu verschwinde''' Dies zu bewerkstelligen, flüchtete sie ohne HinterlassüB irgend einer Nachricht in die Provinz zu einer vertraut^ Freundin. Durch Zufall nur war in einem ziemlich spaten Zeitpunkte ein Vlatt in ihre Hände gekomme", durch das ste über die Gefahr unterrichtet wurde, '" der Raoul um ihretwillen schwebte. Sie sei nun herbei' geeilt, um das an ihm begangene Unrecht zu sübne"' Venn Eintritte des Mannes warf sie sich in s^t Arme und bat ihn um Verzeihung. Er drückte sie aerühlt an se,n Herz und sagte: ^ 'AH wusste wohl, Sie würden mich nicht meines Schicksnle überlassen.» l l^^"'!? °ber haben Se sich schuldig bekannt?' forschte der Untersuchunsrichter, m., ./Weil ich hierin daS einüge Mittel sah, sie zl" ^uctlehr zu veranlassen,, erwiderte Raoul Vettel Vor kurzem sind Naoul und Lucy ein Paar g^ worde,,. _. W"s den aus der Seine gezogenen weibliche" Leichnam betrifft, ist es nicht geluna/n.' oess n Identity festzustellen, und die Augeleqeuhcit blieb «in «,,.l,.6sleuchtur.g«lö,p5r und suchte zu enllommkn, lvurd.' aber von einem inzwischen herbeigreilten Schutzmann ausgehalten, welcher dlssn Identität feststellte, lxn ^ (Unruhen in Italien.) Ueber die Vor-^. "°" 6°r°to fehlen noch immer ausführlichere Vc rMe. W,e versichert wird, wären von den Demonstranten «ner gelödtct und drei verwundet worden. Auch mehrere Soldaten seien leicht verlcht. Es wurden Verstärkungen ?üs-i fi /"3"^' "° die Ruhe indessen hergestellt vom i ^"35 ^ ^"zia Stefani meldet aus Modena Emili« w^i. ^^^' 10N0 Handlanger aus Finale-Emll.a, welche h.eher gekommen waren, um bei der Sau- i» .. ^ Dreizehn «indei ertrunlen) «l,,« ff''««« ".,g^.e sich v°r«estern .» groß!« Ung« "n^^^.^ """" " Kmde'r.« Fcuerslirnn^"^^^^^) ^ ^rch die jüngste Nn^ Ausstellung in Chicago verursachte dänischen^ belaufen. Di.' unversed ""erre.chifchcn Ausstellungsgegenstände blieben Local- und Provinzial-Nachrichtcn.^ Durchführungodestimmunften zum neuen Landwehr-Gesetze. ssYM^ ^.? ber Herr Landesvertheidigungs'Minister kr?ung^er.afen': "^'^ ^" °^ ' " ^ '^nde Verily Zur Ausführung des Gesches vom 25. December 1893 ^er d'e l. l. Landwehr der im Reichsralhe vertretenen Königreiche und Länder mit Ausschluss von Tirol und Vorarlberg, im Anschlüsse an die Bestimmungen des Wehr-gesehes, wird angeordnet: In Gemäßheit des erwähnten Gesetzes, welches mit dem 30. December 1893, als dem Tage der Kundmachung, in Kraft tritt, finden die Bestimmungen des 8 1 betreffend die Dienstpflicht im activen Stande aus alle Landwchrpflichtigen Anwendung, welche die Zeit der Präsenzdienstleistung im Sinne der Bestimmungen des durch das neue außer Kraft gesetzten früheren Gcfetzes (§ b) noch nicht vollstreckt haben. Für diejenigen, welche vor Kundmachung des neuen Gesetzes ein zweites Präsenzjahr freiwillig angetreten haben, finden nicht die Bestimmungen des neuen, fondern noch jene des bisherigen Gesetzes Anwendung, und ist denselben das zweite Präfenzjahr nach der Vollstreckung doppelt anzurechnen. Jenen, die noch ein weiteres Jahr freiwillig fortdienen, kommt die Ergänzung der Begünstigungen des neuen Glsetzes für das dritte Präfenzjahr zuzuerkennen. Die im früher citierten § 1 nunmehr ausschließlich für das dritte Präfenzdienstjahr vorgesehenen Begünstigungen finden v?n denjenigen beginnend Anwendung, welche nach dem Zeitpunkte der Kundmachung des Gesetzes ein drittes Präsenzdienstjahr vollstrecken werden, mit Ausnahme jener, welche ein solches Jahr eventuell nach den Bestimmungen des Wehrgesetzes strafweise nachzudienen hätten. Die gegenständlichen Begünstigungen sind derart durchzuführen, dafs die nach dem Gesetze hievon Betroffenen zu, im ganzen höchstens 16 Wochen Waffen-(Dienst-) Uebung herangezogen werden und nach Vollendung des dritten Dienstjahres, für den Rest ihrer sonstigen Dienstpflicht in der Landwehr sowie im Landstürme, in die um zwei Jahre vorangehende Iahrgangslategorie zu überjrhen kommen. Die Bestimmungen des ß 4 bezüglich der Waffen» (Dienst-) Uebungspflichtigen finden auf alle Landwrhr-pflichtigen mit dem Tage der Kundmachung Anwendung, und kommen fomit leine Landwehrpflichtigen weiter für mehr als im ganzen höchsten« 20 Wochen zu solchen Uebungen heranzuziehen. Bezüglich der vom neuen Landwehr-Gesetze nicht mehr berührten Bestimmungen über die Gebüren der Vezirksfeldwebel sowie über die Versorgung von deren Witwen und Waisen hat das bisher Giltige unverändert zu bleiben. Betreffend die Heranziehung zur Ableistung der Präsenzdienstpflicht nach tz 1 des Landwehr-Gesetzes wird im allgemeinen auf die in dieser Beziehung im § 34 des Wehrgesstzes und § 60 des ersten Theiles der Weh» Vorschriften, ferner betr.ffs Ableistung der Waffcnübungs-pflicht namentlich der in Iftrien und Dalmatien dem Seegewerbe obliegenden Dienstpflichtigen auf die in den Wehivorschristen, und zwar in den 5H 36 des zweiten und 8 des dritten Theiles, gegebenen Bestimmungen hingewiesen. Bei Behandlung jener Dienstpflichtigen, auf welche die Bestimmungen des «Gesetzes vom 28. Juni 1890 über die Bestrafung der Nichlbeiolgung eines Militär» Einberufung« - Befehles und der Verleitung hiezu» Anwendung zu finden haben, wird im Falle ihrer freiwilligen Meldung zur Nachholung diefes Dienstversäum» nisses auf die jeweilig obwaltenden besonderen territorialen und persönlichen Verhältnisse entsprechend Rücksicht zu nehmen sein. Die Detail-Anordnungen zur weiteren Durchführung des Landwehrgesetzes werden mittelst besonderen Erlasses getroffen. — (Allerhöchste Auszeichnung) Seine k. und l. Apostolische Majestät geruhten allergnäbiaft dem Obersten Rudolf Freiherrn Gall von Gallenstein, Commandanten des krainifch-küstenländifchen Landwehr« Infanterie-Regimentes Nr. 5. in Anerkennung seiner vorzüglichen Dienstleistung taxfrei den Orden der eisernen Krone dritter Classe zu verleihen. — (Militärisches.) Seine f. und l. Apostolische Majestät geruhten allergnädigst die Beurlaubung des Oberlieutenants Johann Wodniansky, Commandanten des Landwehr-Bataillons Nr. 25, nach dem Ergebnisse der Superarbitrierung als derzeit dienstuntauglich mit Wartegebür aus die Dauer eines Jahres anzuordnen und den Hauptmann erster Classe KarlRitter von Andrioli, des Landwehr-Bataillons Rudolfswert Nr. 24, zum Commandanten des Landwehr-Bataillons Nr. 25 zu ernennen. * (Deutsches Theater.) Genie'« Operette «Nanon» enthält sehr hübsche Melodien, pikante Rhythmen und ist nebstbei bei sorgsamem Sah sein instrumentiert. Eigenschaften, die ihr einen anständigen Platz in dem Repertoire dieser Kunstgattung sichern und sie immerhin hörenswert erhalten. Das Publicum begrüßte das W^rl als alten Bekannten, dessen Wieberfthen zwar nicht begeistert, aber angenehm berührt. Die Wiedergabe war, einige Unsicherheiten abgerechnet, lobenswert. Fräulein Grimm bewährte ihre Soubrettenkunst durch begagiertes Spiel und pikanten Gesang, Frau Baviera sang eine Walzereinlage mit großer Bravour, Herr Müller trug durch guten Gesang und launiges Spiel, Herr Mondheim und Löffler durch allerhand Drollerien bestens zum Gelingen des Übendes bei. Herr William war unlängst und auch diesmal infolge Hriserkeit minder disponiert. ^ * (Elektrische Stadtbeleuchtung.) Wie bekannt, läuft der mit der Gasgesellschaft abgeschlossene Vertrag im Jahre 1896 ab, und es wurde bei dem Vorhandensein genügender Wasserkraft die elektrische Beleuchtung in Erwägung gezogen. Eine Commission des Gemeinderathes führt die bezüglichen Vorberathungen, auch sind mehrere Offerten in dieser Richtung bereits eingelangt. Die bekannte Firma Ganz H Comp. in Budapest hat gegenwärtig ihren Vertreter, Ingenieur Bauer, zur Vornahme der nöthigen Vorstudien inbetreff Benützung der Wasserkraft der Save entsendet und beabsichtigt, ihre Offerte in circa sechs Wochen dem Gemeinderathe vorzulegen. Bis zur definitiven Entscheidung bleibt die der» malige provisorische Beleuchtung mehrerer Straßen durch Petroleumlampen aufrecht; nun, wir werden uns mit ihr in der AnHoffnung der künftigen strahlenden Helle vorderhand begnügen. — (Selbstmord.) Aus Trieft wirb vom 10. b. berichtet: Der kürzlich zum Finanz-Obercommissär für Troppau ernannte hiesige Finanz-Commissär Johann Zeilinger wurde heute im Fichtenwäldchen erschossen aufgefunden. Der Selbstmörder, ein melancholisch veranlagter junger Mann, gab in hinterlassenen Briefen als Urfach-des Selbstmordes Unlust zu dem bevorstehenden Pomic,! wechs^l an. Er hatte selbst um den Troppauer Poften competiert. — (Entsumpfungs-Urbeiten in Dal-mallen.) Man schreibt aus gara: Das Ackerbau-Ministerium hat eine Enquste durch Mitglieder der Statthaltern, der Direction der dalmatinischen Staatsbahnen, des Landesausschusses und Vertreter der betheiligten Gemeinden behufs Ausarbeitung eines endgiltiaen Project« für die Entfumpfung des Morastes an der Mündung des Iadro bei Salona angeordnet. In diesem Gebiete herrscht starkes Wechselfieber. Zennoch. iNoman aus der Gesellschaft von L. Ideler (U. Derelli.) (7. Fortsetzung.) „, 'Ze täuschen sich, Herr Professor., sagte sic A,'n^5. ^ Essend. «Sie halten' jcht in Ihrer Freundet das Mitleid, das Sie für mich em-U ^V"^'? "ärmeres Gefühl und wollen mir dadurch den Emschluss erleichtern, und doch würde ich mem ganzes Leben hindurch an Ihrer Seite nur denrVn. ^ ' ^ ,.,"" ""ö'U "ur aus Mitleid Ihre Hand gereicht hatten. Und der Gedanke würde mir das "eben zur Qual machen.» Sie starrte düster vor sich hin. «Also ein Nein!» sagte er langsam und gepresst. «Traurig, sehr traurig.» li 5 s^°^ """^ ^ """^ ab, ihre Fassung ver- ik i!^'"" Sie mir nicht!» bat sie leise und bot ^m die Hand. «Ich kann es nicht ändern, denn ich will N .^ " bichr Stunde achten lernte, meinem werden?. "' "^ ""^" beide unglücklich Recüt^ ^°^ ^ ^'""^ zitternde Hand in seine vi^Ä^."e"? ich nach einem Jahr, nach mehreren es H' ""b"täme und Sie erkennen müssten, dass es mcht nur Meuschenfreuudlichseit war, die mich heilte bei^k ^!^" ließ, würden Sie auch dann noch "" >Mer Weigerung verharren?. Einen Augenblick schwieg sie, ehe sie leise, mit erglühenden Wangen stammelte: «Ich weiß es nicht!» Fester umfasste seine Hand die ihre. «So betrachte ich mich Ihnen gegenüber als ge bunden,» sprach er, sich ihr zuneigen^ mit nur müh sam verhaltener Leidenschaft. «Und follte es auch Jahre dauern, bis Sie anders vou mir denken, ich bleibe fest und treu! Und nun wollen wir uns vor den Augen der Mlt als zwei gute Kameraden betrachten, die mit« einander Freude uud Leid theilen!» Und die sichtlich Ermattete zu einem Sessel geleitend, ließ er sich selbst ihr gegenüber nieder «Haben Sie Vertrauen zu mir,, redete er ihr zu, «dann wird noch alles gut werden. Sie dürfen versichert sein, dass Sie Ihr Vertrauen keinem Un< würdigen schenken.» .«Ich glaube es.» sagte sie leise, «und ich vcr-traue Ihuen ganz. Seltsam, ich sehe Sie heute zum erstenmal in meinem Leben; gesprochen haben wir wohl kaum jemals miteinander, und doch überlasse ich mich willig Ihrer Führung. W's soll geschchen, Herr Professor?» «Wenu Sie sich jetzt nicht entschließen könnm. mir Ihr Jawort zu geben, so sehe ich doch eine zeit weilige Treummz für das beste au,» uechhte er ernst «Wie sollen wir hier als Frmude nebe„eiu2nder lckn iu dieser kleineu Stadt, iu der uns jeder kemtt uud jeder das Wocheublatl geleseu hat? Für mich wür)e das tägliche, unausbleibliche Begegnen auf der Straße schon peinlich sein, für Sie erst recht. Und so will ich gehen. Ich werde um meine Versetzung einkommen, und wenn ich direct um dieselbe bitte, wird man sie mir gewähren, da mir die vorgefetzten Behörden sehr freundlich zugethan sind.» «Nicht Sie follen gehen.» antwortete Rosali«' lebhaft. «Auch das könnte ich nicht verantworten. Ich weiß, wie groß die Freude bei allen Einwohnern Waldenfelds war, als es bekannt wurde, dass Sie als Lehrer an unfer Gymnasium kommen sollten. Kur^ Zeit sind Sie erst hier und trotzdem ist schon jeder von dem Wert Ihrer Person als Mensch wie als Erzieher überzeugt. Es wäre unrecht, sollten Sie aii^ Ihrer schönen Wirksamkeit durch ein Mädchen verdräng werden. Nein, Herr Professor, ich gehe und ich wei» auch schon wohin.» «Unmöglich!» rief Senden erregt. Sie, das einzig/, geliebte Kind, sollten wegen mir das Elternhaus ver lassen, um unter Fremden zu weilen? Das werde ich nimmermehr zugeben.» «Hören Sie mich,» bat Rosalie sanft, «die Sach^ liegt anders, als Sie denken. Schon ehe dies — si> stockte und wieder wurde sie glühend roth, dann abr: sprach sie nntthig weiter — schon ehe dies Ereiqms eintrat, das mir ja allerdings augenblicklich 5"" Ver-weilen in Waldenfeld peinllch macht, erhit. lch ein Schreiben von einer älteren Dame, einer Engländerin, die in der Pension in Berlin, wo ich erzogen wurdr. irmne Lehrerin war. Miss World war mir stets seh: freundlich gesinnt und muss eine gute Meinung von 5llibacker Zeiwna Nr. 9. 72 12. Jänner 1894. — (Vom Reichsgerichte.) Das Reichsgericht hat entschieden, dass durch den Ministerialerlass betreffend die Auslösung des Vereines «Germanenbund» in Salzburg eine Verletzung des staatsgrundgesttzlichen Rechtes der Vcreinsbildung nicht stattgefunden habe. In den Gründen wird hervorgehoben, dass der nichtpolitische Verein thatsächlich seinen statutarischen Wirkungskreis über-schritten habe. Das Reichsgericht verhandelte serner die Beschwerde des Mdiciners Iankovic wegen Nicht-bewilliaung der Statuten des slouenisch-katholisch-akademi-schen Vereines «Danica» in Wien, welche seitens der Statthalterei wegen der in Niederösterreich nicht landesüblichen slovenischen Geschäftssprache erfolgte und vom Ministerium des Innern mit dem Beifügen, dass ein Weiß-blau-rothes Band als Vereins-Avzeichen als politische Demonstration unzulässig sei, bestätigt wurde. Die Urtheils-verlündigung erfolgt Samstag. — (Die Fischzucht anstatt) der f. l. Land-wirtschllfts-Gescllschast für Kram in Laibach wird ab» geben: 1) Cmbryonierte Eier von Regenbogenforellen, das Tausend zu 4 st. 50 kr. Das Laichen erfolgt im März, die Versendung der Eier in billigst berechneter entsprechender Verpackung im April. 2.) Regenbogenforellen: Brut vor dem vollständigen Verbrauche der Dotterblase, das Tausend zu 9 st. Die Versendung erfolgt in der ersten Hälfte Mai. 3) Einjährige Regenbogenforellen ü, 15 kr. 4.) Zweijährige Regenbogenforellen 5 30 kr. b) Erwachsene Regenbogenforellen für Iuchtzwecke, die im März d. I. das erstemal laichen werden, 1 Kilogramm zu 4 st. Ende Februar und Anfangs März sind Milchner und Rogner mit Sicherheit zu unterscheiden, und kann die entsprechende Auswahl getrosten werden. 6.) Einjährige Bachforellen k 5 kr. 7.) Zweijährige Bachforellen ä, 10 lr Die Preise verstehen sich loco Fischzuchtanstalt in Studenec bei Laibach. — (Ueber den Krebshandel in Oefter-reich-Ungarn) wird dem «Oesterreichischen landwirt» schaftlichen Wochenblatt. Nachstehendes berichtet: Aus einem amtlichen Berichte des königlichen Postamtes in Gospic (Kroatien) ist ersichtlich, dass daselbst in den letzten Jahren während der Sommermonate (vom Mai bis inclusive September) 800 Postsendungen (jede mit circa 40 Krebsen) nach Wien, Linz, Laibach, Agram, Budapest ;c. zur Absendung lamen. Da der Preis der Krebse zwischen 2 bis 6 lr. vaniert, so kann man leicht berechnen, welchen beiläufigen Wert diese Krebse hatten. Außer den circa 32.000 Krebsen, welche aus Gospic per Post in den Handel kamen, ist eine ebenso große Menge aus den Gewässern der lrebsreichen L'ka gefangen worden, so dass die Besorgnisse der Obergespanschaft in Gospic betrtffK Ausrottung der dortigen Krebse berechtigt erscheinen. Cs würde sich anempfehlen, in Oesterreich-Ungarn russische schmalscherige Krebse (^,8wou8 rutlionicu«) ein-zu'ühren, die sehr schmackhaft sind, der Krebsseuche widerstehen und sehr billig in ungeheuren Mengen über Pod-woloczy?la bezogen werden können. Im letzten Jahre transportierte die südrussische Eisenbahn 18,324 Pud Krebse ins Ausland: nach Wien, Prag, Vreslau, Karlsbad, Berlin, Leipzig, Dresden, Paris. Im Jahre 1890 betrug dieser Export nur 12.856 Pud. Em russischer Krebs lostet 2 bis 1b lr., darunter gidt es wahre Riesen» Exemplare, so groß wie Hummern. In Paris hat ein Waggon mit russischen Krebsen (10.000 Kilogramm) den Wert von 40,000 Francs, eine Delicalesse, die in Frankreich starken Absatz hat. — (hos» und St a at» hand buch.) Im Ver« läge der Hof- unb Staatsdruckerei ist soeben das Hof-und Staatichandbuch sür 1894 erschienen. Der neue Jahrgang enthält mehrfache El Weiterungen, ebenso wur» mir haben; sie verließ die Schule in Berlin früher als ich, um eine Erzieherinnenstrlle auf einem Landgut anzunehmen, bei zwei mutterlosen Kindern. Dort ist sie noch, obgleich es eine ganze Reihe von Jahren her ist. Nun ist das junge Madchen, das ihrer Erziehung anvertraut wurde, eben erwachsen und ihr Charakter macht Miss World offenbar schwere Sorge; sie schreibt sehr bekümmert deshalb an mich. Die alte, sehr liebenswürdige und verständige Dame hat sich bei anderen nach mich erkundigt und da man ihr sagte, dass ich ruh'g im Hause meiner Eltern lebe, bittet sie mich direct, zu ihr zu kommen, um dem jungen, wie es scheint, ganz verwilderten und unbesonnenen Mädchen eine ältere, redliche Freundin zu werden. Sie hat wohl ganz den Einfluss auf ihren Zögling verloren. Ich bin nunmehr 22 Jahre alt, und Miss World traut mir die Festigkeit zu, ihr bei ihrem sichtlich sehr schweren Wcrt kr Anleitung dieser jungen Dame zu helfen. Ich sprach bereits mit meinen Eltern über diese Angelegenheit und war schon vorher entschlossen, dem Rufe Folge zu leisten. Es soll sich niemand weigern, seinem Nlbenmenschen zu nützen, wenn die Nothwendigkeit dazu an ihn herantritt. Gefällt es mir nicht und vermag ich nicht, mich in die Verhältnisse zu finden, so kann ich jederzeit in mein Elternhaus zurückkehren. Eie sehen also, Herr Professor, dass Sie mich ntcht vertreiben,» schlojs sie ihre Erklärungen. Senden hatte ihr voll Interesse gelauscht, (Fortsetzung folgt.) den auch einzelne Unrichtigleiten aus früheren Jahrgängen entfernt, so dass sich das Handbuch als ein durchaus verlässliches Nachschlagebuch erweist. — (Was man bei uns raucht.) In einem Jahre kommen in unseren Fabriken 560.000 bis 570.000 Metercentner zur Verarbeitung, und zwar werden circa 6000 Millionen Cigarren, 2500 Millionen Cigarretten, 200 000 Metercentner Rauch- und Eigarrettentabal und gegen 30.000 Metercentner Schnupftabak erzeugt. — (Aus Abbazia) schreibt man, dass die Saison sich mit der Anlunst der hohen Protectrice dieses mächtig aufstrebenden Curortes rasch entwickelt und die Frau KronprinzessiN'Witwe in huldvollster Weise sich für alles interessiert, was zum Gedeihen der in Abbazia etablierten Geschähe beitragen kann. So wird die hohe Frau unter anderem auch das erste photographische Atelier des Wiener Künstlers Herrn Helfer mit dem Besuch? erfreuen und sich die zahlreichen Momentaufnahmen aus der österreichischen Riviera daselbst vorführen lassen. Das Atelier wird hiezu in einen Vlumensalon umgestaltet, wobei der Gärtner von Quisisana die tropischen Gewächse beistellt. — (Benefizvorstellung.) Heute findet, wie schon angelündet, das Benefiz des Regisseurs und Schauspielers Herrn Emil Höfer statt. Derselbe hat dem Publicum durch seine Leistungen viele genussreiche Abends verschafft, daher ein zahlreicher Besuch eine wohlverdiente Anerkennung seiner künstlerischen Bemühungen und Erfolge wäre. — (Kränzchen.) Das Kellner- und Marqueur-Kränzchen eröffnete gestern die Reihe der Veranstaltungen im heurigen Earneual. Der Besuch war bedeutend besser wie im vorigen Jahre, und es herrschte eine durchaus animierte Stimmung, die bis in die Morgenstunde währte. Neueste Nachrichten. Landtage. Im niederösterreichischen Landtage vom Gestrigen beantwortete Statthalter Graf Kielmansegg eine Interpellation der Abgeordneten Schneider und Ge-nossm, worauf zur Tagesordnung geschritten wurde. Die beantragte Subvention für d^n deutschen Schul» verein rief eine länqere, lebhafte Debatte hervor, wurde aber bei der Abstimmung mit namhafter Majmität genehmigt. Die nächste Sitzung des Landtages findet am Samstag den 13. d. M. statt. Im böhmischen Landtage wurde vom Abgeordneten Grafen Palffy und 48 Genossen der angekündigte Gegenprotest betreffend die tünsüge Nehand' lung der Initiativ »Anträge eingebracht. Sodann begründete Abgeordneter Horak seinen gegen die Aufhebung des Futterausfuhlverbotes gerichteten Antrag unter heftigen Ausfällm gegen die Regierung. Der Antrag wurde in erster und zweiter Lesung erledigt. Im mährischen Landtage wurde ein Antrag des Abg. Hulka verlesen betr.ffs der Errichtung eine« Obersten Gerichtshofes für die Länder der böhmischen Krone. Im galizischen Landtage Wurden zahlreiche Vorlagen erledigt, in denen Gemeinde- und Bezirksvertretungen die Bewilligung zur EinHebung vou Brücken- und Straßenmautgebüren ertheilt w:rd. Tnent, 11. Jänner. (Orig.-Tel.) In Anwesenheit des Statthalters wurde die Ceremonie tie's ersten Spa tenstiches des Valsugana.Vahnbaues festlich vollzogen, Ancona, 11. Jänner. (Orig.-Tel.) In der letzten Nacht platzte vor dem Casino Dorico eine mit Pulverpatronen gefüllte Büchse, der Schade ist unbedeutend; auch an andern Stadlpunkten platzten Petarden. Paris, 11. Jänner. (Orig.-Tel.) Die Kammer wählte Dupuy sowie den bisherigen Vizepräsidenten wieder. Prag, 11. Jänner. Ein untergeordneter Beamte der hiesigen Filiale der Creditanstalt veruntreute 3000 Gulden. Die Familie des Defraudanten hat den Schaden gut gemacht, weshalb eine behördliche Intervention unterblieb. Budapest, 11. Jänner. In parlamentarischen Kreisen wird soeben — 12 Uhr mittags — die Nachricht verbreitet, dass Kossuth in Turin gestorben sei. Eine Bestätigung der Nachricht liegt nicht vor. Kossuth ist im Jahre 1802 geboren, würde also ein Alter von 91 Jahren erreicht haben. Paris, 11. Jänner. Eine der hiesigen brasilianischen G sandtschaft von ihrer Regierung zugegangene Depesche dementiert in formeller Weise die Nachricht über die Demission Peixoto's und erklärt, dass die Lage der Regierung eine festbegründete sei. Berlin, l 1, Jänner. Der im Auftrage der baierischen Regierung hier weilende Mediciner Dr. Ferdinand Gutmann verübte heute durchAufschneideu sämmtlicher Schlagadern emen Selbstmord. Dr. Gutmann hatte nebstdem Aiorphlum genommen. Als Motiv der That wird momen- tane Geistesstörung, hervorgerufen durch Ueoerarbeitung, angenommen. Berlin, 11. Jänner. Um halb 12 Uhr vormittags fand ein Kronrath statt, welcher sich, wie die «Nordd, Mg. Ztg.» erfährt, mit der Errichtung von Landwirt-schaftskammern beschäftigte. Paris, 11. Jänner. Vaillant hat sich geweigert, die Berufung qegen das Urtheil anzumelden und wird heute in das Gefängnis von Roquette gebracht. Mail versichert, Vaillant habe sich geäußert, dass seine Ver-, urtheilung die anarchistische Bewegung nicht aufhalten werde. Die Mehrzahl der Blätter billigt das Verdicts London, 11. Jänner. In verschiedenen Küsten«, städtrn fanden gestern abends lärmende Manifestationen ^ Arbeitsloser statt, welche die ganze Nacht damrten, ' Zwei Anarchisienführer, die verhaftet wurden, sollen j gestanden haben, dass für nächsten Sonntag mit de"'> Albeitslosen Attentate gegen die Kirchen geplant waren. - Angekommene Fremde. Am 10. Jänner. Hotel Stadt Wien. Excellenz Baron Schwegel, Reichsraths' Abgeordnet«; Vasso nnd Schaffer, Reis.; Krapp, Hanag. Schul), bischer, Feil und Gutman, Wien. — Mautner und Lavric, Trieft. — Wohlmu Danksagung. > W . . Ai'" bie aus Anlass des Hinscheidens unserer W > Emilie Witscht » W Lehrerin an der stadtischen deutschen Mädchenschule W ^ in Laibach ^ M ^ b"" ""h "nd fern ans minMchem und jchrift. M M ""f"l Messe in reichlichem Maße zugesoinmenen, M ^ unstren Schmerz lindernden Vnur^e a^nchüncr M ^ ""'lM Theilnahme, für die viel.-i, der theuren Vcr< W M ""nMsli von Ncsannteu. Freundinnen, den verehrten M « ^Mrn.umcn aus Rudolsswert und Umgebung u^d M ^ oen Herren des Laiidesbmilimtes ssewidm^en Krmi^, W >» >ur me troh der Ungunst der Witterung überaus M W «? r s Veglciwug der Verewigten znr lchlcu W « MiiliestaXc sowie für dic über Veranlassung des löb- W « nl)cn Lehrkörpers der städtischen deutschen Mädchen» W ^ schnle in Laibach znm Andenken der nunmehr im W ^ b^rrn ruhenden Colli'gin am 10. d. M. in der Dom» W M lirche zu Laibach gelesene heilige Serlenmess- sprechen W M »uir hiemit allen auf diesem Wege unseren tief- W ^ gesühltestcn Dank aus. M W Laibach < Silberau bei Rudölfswert am D M 12. Iäuner I8!14. M > Zlamilie Witschl. > Maßstab 1 : 75 000 Preis per Vlatt 50 lr., in Tafchenformat auf Lemwand gespannt 80 lr. Jg. u.Kleinmayr H Fed. Zambergs Buchhandlung in taibach. ..Die Gartenlaube" Jg. u, Kltinmllyl K Fed. Smnberg i» LMach «°I°list auch Pr ° b ° numm ° rn zur Elnsich! °u,,i°,e». TaibadjrQfttnng flr.9.____________ 73 12.35nnrr 1894. Course an der Wiener Börse vom 11. Jänner 1894. M« b«n oMenen Comsbwtte Stlllll«.Anl»h,N. Geld War, ö«/n Einhcitlich!» Nrntr ln Noten vcrz, Mo! >!i>v!>,»ber . , . »8 05 9f>25 lnvlllten vcrz, ssebrxar-U»f,»^ «7 Nb! »»< 05» ., Silber verz. Innnrr-Ixli U7 ?N^ ft? 9" " „ ., Äprll Oclolwr > !>7 ?n »? W 1854er 4"/„ Etllllsslole . 25!» si. 14» 50 ,4« »N l8NNer 5"/„ ,, ssllnzs 5NÜ fi. l4« 8« ,47 40 l8««er „ „ Fiinftc! wo fi. li'.i — i<>2 — l884«i Stllllt«lo!c . . llX, st. IW —IW ÜN , dto. „ . . 50 fi. 1W — 1W 50 »"/o Dom.-Pfbbr. k l2U st. . . 1LN — l«i — ^°/o vest. Goldrei'te. sllxrrfrri ns 15 lI8 85 ^, 5°/c, Oest, Notrnrculc, strui-rfrci —-- - -^. . i°/« dlo. Neiilr in lironrnwähr, l ..""'^"NllrLWftronenNxm 98 9« 87 1" . .^' »'/» dlo. bto. dt°. p« Ultimo SS l»0 87 1l) s' Eisenlaiiu. k,aat«schuldv« l< ,', lchieibnnnen, ^,ch, «Msabtthbalm fl, «, 4"/« 1L0-. «1 -' "V' '^^^b ^ Valn, Vorarlberaer Pohn in Silb. 2W,, IM« ji , ,s,n fi gz^ ^,_. ...^ »"/« blo, w Kronenw, steuers 4N0 u, WON »r. f. » Kr, «°m. 88 50 97'50 ^«'vtaotsschnlbverlllirtlbu». »n»,abgeftp. «ls«nb..«tt,eu EKsabethbah» LN0 fl.EM. 5'/.°/„ von 2U0 fi. ö, W, pl. Ttüll 254-—858'— °to. Linz Vubwei« »0« fl. ». W. ., ^. . ö'/<"/°...... 2»2 25 «84 «k bto Elllzb.-Tir. 2N»fi.«. W. 5°/, »22 - «z>5 - «aliz.KllrI°Ludw,-V.»«»<,ft.l>al,n, 4<>N >,. 200!» M. 2<><> M, 4«/„......128 95 124 25 ssllln^Io'cph V. Em. 1«84 4"/„ »7 25 W'25 Galizlschs Nnrl Lubwi« - Bahn Em. 1««l »ON fi. S. 4"/„ . 96 85 87 85 Vorarlbrrgfl Vahn.Omifs. l»84, 4"/„. (dw.El.) S..s. lWfl.N. 97'---------'- Un«, Goldrent, 4"/„ prr Tasse. ---—------- dto. bto. bto. prr Ullimo . . 11?-— 117 20 bto, Ncnte Nrnnrnwahr.. 4"/„, sirusrfrsi silr^W l^onrn Nom, 84 «5 «5-^5 4„/° bto, bto, dto, per Ultimo. 84 85 85 05 d'o.St.N.,4'/,"/<, ,»«-—------- bto, dto. Gilb. 100 fl.. 4'/,"/p 101 75 10» 75 bto, Etllll«°Obl 1 2 <>N dto.4'/,°/nOlbllntrealll «Ibl..Ol>I inn »0 101 50 bto. Pläm.°»nl. il1!»0ss.v. W. ,48—Ü49 — dtll. bto. ä 50fi. «. W. ,4«5N1> 8 50 Tl,«ih-Mea.°Lo0 '80-- PrämleN'Nnl. d,Ltadtgm. Wien 178 - 173 8( Vör!cbll>l'Nnlehen verlosb. 5°/» 100-75 ,01 ü!> 4"/„ Krainer LandcsNnl. . . »7>K0 98 «0 »«lb <»»n yfandbrlss» (für 100 fl.). «ob«, allg, bfi, in50I,l>l,4"/«. 121 75 122 5N Wo , in 50 , 4>/,°,„ —------------ Vodcr, allaöstr. Mr,., 4°/^ . . 89-w im, ?l) Epaicasse, I.üft., 80 I. 5'/,°/<>vl, 100 50 i0»-> PrlorilLt».Vblig»ti«nn» (für 100 fi.). ssrrdlnllnb».Nordblllm tM.1»S« 89 80 1NN»N Ocsterr. Norbwestbahn , . . 1<»«^ 108- Ltllllt«l,lll>n....... «11-— — — Sübbllhn i> 3»/,..... 148 50 150 k>0 5 5°/,..... ,L3 - ,28 bv Una.,°galiz. Vohn .... 10550106- 4°/,, Unttttiainer Vahnen . . 98b0 »8 — Dl«»rs, Dos» (V« Lttlcl). Vudavest-Nllfilica (Dombau) . 10 25 1050 «reditlose 100 fi..... 1^5 —l!^s. — «lary'Lol/ «, fl ssM. . . . 5«„0 f.? 40 4"/„Donau-DampNch.i00fi.«M. I»ft5N 1^1 — Ofener «ose 40 ft..... 6» — »4 — Palffh Lofe 4N fl, !>n kreuz. üst. Gef.v., 10 fi. ,8<,<> ,920 Nvilir» lireuz. un>,. Pel. v., 5 ft. ,2'?^ 18x5 !>»>>bolvl, tlufe 10 fi..... 28 50 »4'5!» Salm^ose 40 fi. EM. . . . 71-50 - - El. Gnwi« llose 4<» fi. «M. . --— 74 — Waldslein Lofe 20 ss. EW 48 — 48 — winbischgräh Uose »0 fi, «M. . —-— — — Vlw.-Echb. 8"/„Pram,.Echulbv. d. Vobrncrebitanft.I.Vm. I8>bl> »0'bl> dto. II. 5 — V«insn,^!n w!sn>7 100 N. 1«? — 127 50 V°bencr.-«nsl.,0fi,»NNfi.V4«°^ 452^ 455 — Hrt»,'«nst,f. Hand, u, « 1«0fi. 855'—85<->-— bto, bto, per Ultimo Septbr. 85ü 7b »5« ?5 Erebitbanl, Mg, ung,, 200 fi.. 428 i42« k>0 DevoNtl-nbanl, «ll„., «>N ss. . 225 50 i!L7 -EicomVtr (»es., Nbröst.. 50« fi. «5« — ^« — » —,z»5^t — ^Udnltielsnb,. bs«.,»<»<> fi.«5«/„!l 80—! 82 — Länderbaül. 0ft., »00 fi. . . . 25« 40 259 »0 OeNerr. Ungar, Vanl «00 st. . 1080 1088 Unionbanl 200 ft......»!>8 50 »60 50 NertebrNillnf. Mg.. I« ft. . 17H-— ,'.« - - Artie» «0» tzl»n»porl» (V« Erüil^. «llbrecht-Vahn z«x> fi. VIlber . 85 50 96 50 »usfiglepl. lti'enb, 300 ft. . . ,885 1870 Vbhm. Nlil-bbahn 150 ft, . . L2550V27 — Weftbohn X« fl. . . 375 - »7? — Bufchtithraber <«!. «» st «««. 1148 ,, 52 dtl, M, «) «» st. . 455 — 45K — Donau» DamvfschlNahrt » Ges. Qeftrrr. «X, fl. »M. . . . 428 — 430 — DlllU'«.sVatl.°Pb.^,)90Nfl.V. — — - — Duz ^ndsnblllbsrE.-V.LOOff.V. —-— -.>- Ferdinand« Norbb,1000fl, «W. »8»0 »840 Unnt>. ll;ernow,.Iafih»Vi, »00 st. V. . . «68 — ,«4 — «Irvb. «fteri., Iriest,«« st.IM. 482 — 4f>8 — Oefterr. Norb»e«b «X)fi. Vilb. »l0 — 2«, 50 bto. (!»«,. 8) »00 st. B. . . e<4 50»'45 — PragDurerEisenb. 150st. Gilb. 89 75 8« 50 Siebenbürger Eisenbahn, eiste. — Vlll,n 200 fl. E. . . 81» 5" 314 50 Lüblilllin 200 fi. Gilb« . . .1,0?511ll»0 Lübnordb. «erb.-V, »00 st. «M. i?e — 19? — Ti»«»ay^es.,Wr.,,70fl.t>.W. »74 — »76 - ., E».18«?.» W»i' Iramwav Ges., neue Wl.Prio^ rilaiz-Vlstifn 1W fi, . . . 95 - «! — Una,-a°I, Ellrnb »n« fl. Gilber »l>!« ?5 »04 75 Ung.weft» (Naab «rllz)«0öft.V 20, 50 »02 50 Wiener Loc»lbahnen'»c<,°Vil,ll., erfte. »0 fi. 9« ?5 100 75 ,Mbn»«,l". V«wi«f u «.-<» <5 5<» 4N — He5n«el Vr«u^rei «l,°«es, 70 st, 15? — 159 — Wüfienf.»«.. oest.in Wien.iNNst, »<88 — 240 — «oU) il-1 Nrn. 7709, 7710, 7747 äs 1896 und 4 clo 1894. Erinnerung. . Von dcm k. k. Bezirksgerichte Reifnitz wlrd dem Herrn Franz ^igel. znlctzt Forstadjunct m Modern, h^mvt crmuei^ -. > . Es habm wider ihn bei diesem Gerichte nachstehende Parteien Magen an^ > Iahlunq von Forderungen eingebracht.' 1.) Mathias TMnlel von Ma^rn pow. 60 fl. Iti fr.; 2.) Johann Sbaschnil von dort Nr. 7 ^ P«w. 53 st. 47 lr.; 1.) Karl Nosan von Götenitz pcto. 100 fl.; 4.) Fnrst Karl Anersperg (durch Dr. Golf in Gottschee) pc:lo. 450 fl. l- «. «. Da der Aufenthaltsort des Geklagten diesem Gerichte unbekannt und derselbe vielleicht aus den k. k. Erblanden abwesend ist, so hat man zn defsen Vertretung und auf desfen Gefahr und Kosten den Venn Ignaz Gruntar, k. k. Notar in "nfnitz, als Curator a6 aclum bestellt. Der Geklagte wird hievon zn dem ^ude verständigt, damit er allenfalls zur rechten Zeit ftlb'st erscheinen oder sich einen "wern Sachwalter bestellen und diesem berichte namhaft machen, überhaupt im , ^bnnngsmäßigcn Wege einschreiten und ^ zu seiner Vcrtheidignng erforderlichen schritte eiuleiten könne, widrigcns diese "^)tssache mit dem aufgestellte» Curator nach den Vestimmnngen der Gerichts-ordnnng verhandelt werden und der Ge-uagte, welchem es übrigens freisteht, seine "echtsblchrlfc anch dem benannten Curator an die Hand zu geben, sich die alls einer ^rabsänmnng entstehenden Folgen selbst vnzumessen haben würde. , Neifnitz am 2. Jänner 1894. OOOOOOOOOOOOOOIOOOOOOOOOOOO 3 Schlittschuhe l ° , 0 ä werden JB o ausTerkanf*^ o O weil die Saison schon vorgeschritten ist. Gj g Ein Paar Halifax 8 Q ältere 1 fl., ganz neue fl. 1-20. (210; 3-1 g g Albin Achtschin g q I^ail)a<»li, Tlioatertrasse IV r. 8. g (109) 3—1 Nr. 8534. Erinnerung. Von dem k. k Bezirksgerichte Nassenfuh wird dem Karl Vaöic von Grailach. Martin Sakai aus Huderavne, Jakob Tomazin ans Grailach. Mathias Grabnar ans Vorste, Barbara Grahnt ans Klein-stermec u„d Ursula Kotuik aus Radnavas hicmit erinnert: Es habe wider sie bei diesem Gerichte Josef TomaM ans Grailach. Johann Orabnar lion Ciwtia, Mria Orahttt W/l Dole nnd Maria Krcse von Radnavas die Klagen sik ,>,'a6x. 30. November 1893, Z. 8169. 12., 15.. 18. nnd 29. December 1893, ZZ. 8534, 8535, 8551. 8747 und 8957, si«la. Ersihung der Realität Einl. Z. 67 der Cat.-Gdc.' Staravas nnd 179 der Cat.-Gde. Zburc, Erlöschung der Forderungen Per N4 fl. und 80 fl., dann Ansstellnng der Quittung uud Er« sitzung des Eigenthnmsrechtes der Realität Einl. Z. 179 der C>it.-Gde. IclZeve sowie Ausstellung der Quittung pc;>a, 257 st. s. A. eingebracht, worüber die Tagsatzungen znm sunnnarischen. beziehungsweise ordentlichen mündlichen Verfahren auf den 5. Februar 1894, vormittags 8 Uhr, angeordnet worden find. Da der Aufeuthaltsort der Geklagten diesem Gerichte nnbekannt und dieselben vielleicht aus den k. t. Erblanden abwesend sind. so hat man zn deren Ver-tretnnq als Curator acl nc?