WlnawmtiiimS: Preise Für Laibach: Ganzjährig . . 8 fL 46 tr. Halbjährig. . . 4 „ 20 „ »irrtrljShrig . 2 » 10 „ Monatlich . . . — „ 70 „ Laibacher Re-artion Bahnhofgaffe 9;i. 138. Mit der Post: Ganzjährig................12 fl. Halbjährig................ 6 „ «»rikljährig 3 .. Kür Zustellung inS HauS »Intelj. 25 tr., monatl. 9 kr. Einzelne Nummern 6 kr. 1 Nr. 89. ^agblatt. Anonyme Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. Dinstag, 21. April 1874. — Morgen: Sot. und C. Expedition- & Jiiserate«-Bnreau: Congreßplatz Nr. 81 (Buch-handlung von Jgn. v. Kleinmayr & Fed. Bamberg.) Jnsertionspreise: Für die einspaltige Petitzeike ä 4 kr., bei zweimaliger Einschaltung ä 7 fr., dreimaliger ä 10 fr. Jnsertionsstempel jedesmal 30 fr. Bei größeren Inseraten und öfterer Einschaltung entspre-chender Rabatt. 7. Jahrgang. Revision der schweizerischen Bundesverfassung. Am letzten Sonntag wurde in der Schweiz abermals ein gewaltiger Hieb gegen die römischen Dunkelmänner geführt, indem das gesammte Volk aufgerufen ward, üher die neue Bundesverfassung abzustimmen, deren Hauptbedeutung für uns eben in den zeitgemäßen kirchlichen Bestimmungen liegt, die ganz geignet sind, das Kernvolk der Alpenthäler dauerd von der Herrschaft blinden Zelotenthums zu befreien. Schon längst hat man in der Schweiz einge-srhen, daß der bisherige Zustand, in welchem namentlich unsere Föderalisten ihr Ideal erblickten und wornach die einzelnen Cantone ganz verschiedene, in den wichtigsten Prinzipienfragen sich schnurgerade widersprechende Gesetze hatten, bei welchem jeder Canton wirtschaften kann, wie er will, unhaltbar geworden und ein Hemmschuh im Fortschritt mit den Ideen und den Interessen der Zeit, ja daß dieser Zustand auch für die Unabhängigkeit der Schweizer gefahrbringend werde, da das Land nicht nur bei dem Mangel einer festen Centralgewalt den Nachbarreichen gegenüber im Nachtheil, sondern leicht in seinem eigenen Schöße eine Partei erstehen könnte, die unter dem Deckmantel der gefährdeten Religion, vom vaterlandslosen Klerus gehetzt, einen Sonderbund aufzurichten und einen neuen Bruderkrieg zu entflammen vermöchte. Aus diesem Grunde hat die aufgeklärte Partei der Schweiz schon seit langem an einer Reform der Bundesverfassung gearbeitet und ein diesbezüglicher Entwurf gelangte bereits am 12. Mai 1872 zur allgemeinen Abstimmung, wurde aber damals, Dank der wüthenden Agitation des Klerus und der französischen Chauvinisten, mit geringer Majorität verworfen. Die patriotischen Männer der Schweiz ließen sich jedoch durch diesen ersten Misersolg nicht abschrecken, sondern gingen gleich daran, einen neuen Entwurf auSzuarbeiten, welcher eben am verflossenen Sonntag neuerdings dem Schweizervolke zur Annahme vorgelegt wurde. Der Reformgedanke hat seitdem so sehr an Boden gewonnen, daß diesmal nicht mehr Föderalisten und Centralisten, sondern wie in Deutschland Liberale und Ultramontane einander gegenüberstanden, und zwar gehören selW die Führer der ehemaligen romanischen Föderalisten, Ruchonnet von Waadt und Dubs, zu den Liberalen und haben im Nationalrathe mit der großen Majorität (103 gegen 20) für den Revisionsentwurf gestimmt. Es ist daher alle Aussicht vorhanden, daß diesmal die Idee des Fortschrittes in der Schweiz einen glänzenden Sieg feiern werde. Nur die Urschweiz hat sich entschieden gegen die Bundesrevision erklärt. Der Landraih von Uri hat beschlossen, der Landesgemeinde die Verwerfung zu beantragen; ebenso der Landrath von Obwalden. Die Landesgemeindc von Nidwalden hat sich schon im Anfänge des Monats gegen die Revision erklärt. Die Beweggründe dieser Kundgebungen lassen sich folgendermaßen zusammenfassen: Wenn nach dem neuen VerfaffungSentwurfe künftig über BundeS- gesetze eine Volksabstimmung stattfinden soll, so entscheidet einfach die Mehrheit des schweizer Volkes; die bisherigen Standesstimmen werden nicht mehr eingeholt. Die Urschweizer wollen aber auch das Standesvolum bei Gesetzen geltend machen, so daß auch hier wie bei der Versassungsrevision der Canton Uri mit seinen paar tausend Bürgern eben so viel zu bedeuten hätte, als ein großer Canton, mit ändern Worten, daß ein Bürger des Cantonö Uri dreißigmal so viel gelten würde, als ein Bürger des Clintons Bern. Man will ferner kein freies Niederlassungswesen, denn ein solches würde mehr Licht bringen, und der römischen Geistlichkeit, die daselbst das Patronat eines jeden Menschen von der Wiege bis zum Grabe hat, könnte dies nicht anständig sein. Nach dein VerfaffungSentwurfe muß weiter auch eine im Auslande geschlossene Ehe als giltig anerkannt werden. Das harmoniert mit den Anschauungen dieser Bevölkerung nicht, es wäre denn, daß eine Ehe in Rom eingesegnet worden wäre, wenn auch in Widerspruch mit den schweizerischen Gesetzen. Die konfessionellen Bestimmungen sind in den Augen der Urschweiz ein Greuel, denn mit ihnen fallen die Privilegien der katholischen Consession dahin, werden die römischen Sendlinge aus der Schule verdrängt und wird überhaupt nicht mehr gestattet, daß man die Jugend mit vaterlands-verrätherischen Grundsätzen verdirbt, wozu auch dasjenige gehört, was jüngsthin in der Urschweiz von der Kanzel herab verkündet worden ist, nemlich .die Katholiken dürfen sich keinen staatlichen Gesetzen fügen." Mit dem Berfassungsentwurse wird endlich Feuilleton. Der Sturz des Fürsten Florestan von Monaco. Die großen geschichtlichen Ereignisse der letzten Äahre haben uns so arg verwöhnt, daß wir für «einere Vorkommnisse Sinn und Verständnis ein-gebüßt zu haben scheinen. ^ WaS sick jedoch während der letzten Wochen in Monaco begeben, ist werth, aufmerksam studiert zu toetdtn, und großen Dank schuldet Gegenwart und Fachwelt dem Fürsten Florestan, seines Nomens der Zweite, daß er, alle persönlichen Rücksichten beiseite «etzend, uns einen offenherzigen, von ihm eigenhändig geschriebenen Bericht über das gegeben hat, was ihn Falle brachte und auch größere Regenten zum Falle bringen müßte, wofern sie sich ein Schicksal "'cht zur Warnung dienen ließen. Fürst Florestan — oder, wie er sich jetzt von e9tn seiner väterlichen Abstammung nunmehr «nt: Prinz Florestan von Würtemberg — wurde, inr irl'f •' berichtet, im Jahre 1850 ge« oren' ist somit 24 Jahre alt. Da er, einer Neben- linie derer von Monaco angehörend, wenig Aussicht hatte, je auf den Thron zu gelangen, und da sein Vater obendrein eine Scheu vor deutschen Professoren fühlte, wurde er in England erzogen, studierte mehrere Jahre in Eton und dann weiter einige Jahre auf der Hochschule von Cambridge. Dadurch wurde er, wie er erzählt, vollständig anglisiert und, was noch schlimmer ist, in den Gedankenstrudel der allgemeinen Negierung hineingerissen, durch den die englische Studentenschaft heutzutage in einem tollen Wirbel Herumgetrieben wird. Er wurde, was schon anderen fürstlichen Studenten vor ihm vorübergehend passiert ist, ein eifriger Republikaner, schwärmte zeitweilig sogar für die pariser Commune und unterstützte im liberalen Debatirclub von Cambridge den Antrag, daß der Ueberschuß besagten Clubs zur Errichtung von Statuen Mazzinis in den bedeutendsten Städten Englands verwendet werden solle. Er unter-schrieb noch eine Petition für Frauenstimmrecht, redigierte eine republikanische Adresse an Sir Charles Dilke, hielt eine donnernde Rede gegen Gladstone und eine andere für Disraeli, den er darin einen Bismarck minus dessen Körperkraft und einen Galgenstrick nannte. ES war aber die liebe Jugend in ihm, die sich austoben mußte, in dem fürstlichen gerade so wie in dem bürgerlichen Studiosus. Weshalb hatte ihn auch sein Vater nach Cambridge geschickt? Ihm, nicht dem jungen Sohne fällt die Schuld der Verderbnis anheim, in der Letzterer unterging. Der 31. Jänner, erzählt der Fürst, war ein wichtiger Tag in meiner Geschichte. Als ich, noch ganz erhitzt vom Ruder», int Flanellhemde mein Zimmer betrat, erblickte ich ein Telegramm auf dein Tische. Ich erbrach es. Der Generalgouverneur von Monaco an Se. Durchlaucht den Fürsten Florestan, Trinity College, Cambrigde. „Eure fürstliche Durchlaucht!" Sicherlich ein Mißverständnis! Ich las weiter. „Heute morgens wurden Se. Durchlaucht der regierende Fürst von der Fürstin, feiner Mutter, der Obhut des Herrn Henri de Payan anvertraut. Da die Fürstin vor Eisenbahnunfällen eine nervöse Angst hat, reiste man nach Monaco in einem vierspännigen Wagen. Turbie ward glücklich erreicht, aber halbwegs zwischen diesem und Roquebrunne wurden die Pferde bei einer scharfen Krümmung des Weges scheu und der Kutscher lenkte den Wagen, um den Abgrund zu vermeiden, gegen die Felsen an der Bergseite des Weges. Durchlaucht stürzten aus den Kops und blieben aus bq die Todesstrafe abgeschafft. Dies steht mit den Anschauungen TellS und Winkelrieds nicht in lieber« Einstimmung. Die Todesstrafe wird in der Regel nur in fortgeschrittenen Staaten mit gemilderten Sitten abgeschafft, und zu diesen wird sich die Urschweiz wohl kaum zählen wollen, jedenfalls nicht iönnen. Was die revidierte Verfassung selbst betrifft, so lehnt sie sich im ganzen an den früheren Entwurf an, nur ist sie bezüglich der Rechtspflege, der Militärversassung und in ändern Punkten weniger centralistifch als der abgelehnte Entwurf von 1872, dagegen ist sie in kirchlich freisinniger Richtung bedeutend verschärft und wahrt besser als vordem die Staatshoheit gegenüber den Ansprüchen der römischen Curie. Was namentlich die Wehrpflicht anbelangt, herrschte bisher inbetreff des LoSfprechenS von derselben und des Ersatzes in Steuern für dieselbe in den verschiedenen Cantonen die größte Verschiedenheit und damit Ungerechtigkeit, so daß einzelne Cantone gerne infolge ganz leichter "körperlicher Gebrechen lossprachen, nur um ihre Einnahmen durch die hohen Militärersatzsteuern zu vermehren. In Artikel 18 der neuen Bundesverfassung wird ausgesprochen, daß der Bund über den Militärpflichtersatz einheitliche Bestimmungen aufstellen kann! (SLluß folgt.) Politische Rundschau. Laibach, 21. April. Znland. Der Reichsrath feiert, weil gestern in Pest beide Delegationen eröffnet wurden. Dem festgestkllten Programme gemäß wird jedoch die Unterbrechung nicht lange dauern, denn nach Len Üblichen Eröffnungsformalitäten, der Wahl des Präsidiums, des Finanz- und Petitionsausschusses ist für die Delegationen kein Anlaß mehr vorhanden, Plenarsitzungen zu halten. Während demnach die Referenten des Finanzausschusses mit der Abfassung ihrer Berichte beschäftigt sind, werden die Arbeiten de« ReichSratheS unbehindert ihren Gang nehmen. UebrigenS wurde der 10. Mai als der voraussichtliche Termin für die Vertagung des ReichSratheS bezeichnet. Das Organ des Cardinal- Rauscher erhält aus Rom Mitteilung über die Antwort des Kaisers an den Papst, die zwar „milde und liebevoll" lautet und durch „freundliche Zusicherungen die Bitterkeit des Ereignisses zu mildern sucht", aber die Notwendigkeit, die Gesetze zu sanktionieren, betont» „weil e« der ausgesprochene Wille des Parlamentes sei". Line schönere Antwort konnte der Monarch gewiß nicht ertheilen. Die echt kaiserlichen Worte lassen die feudal-ultramon- Strlle todt. Euer Durchlaucht sind jetzt regierender Fürst von Monaco und werden heute abend« nach Zusammenkunft des StaatSrathes als Florestan II. proclamiert werden. Gardelieutenant Gasignot wird sich sofort nach England aufmachen, um Euer Durchlaucht an irgend einem Orte, den Euer Durchlaucht zu bestimmen belieben, zu treffen." Fürst von Monaco! Fürst von Monaco! Habe ich doch Lafont im „Rabaga»" gesehen! Wären die Fürsten der Erde nur wie die Theaterfürsten, so bedürften wir keiner Republikaner. Aber glücklicherweise sind sie nicht so. Glücklicherweise! Denn ich bin einer von ihnen. Ich. ich! Seltsam! — Seltsam! Halb Protestant, halb Freidenker, Republi-kaner, Deutscher, Cambridger, Studio, sollte ich Plötzlich über katholische Italiener als Despot re. gieren! Marschall Mac Mahon und der Herzog von Broglie würden mich, so dachte ich, schon unterstützen. da sie für Monaco selbst einen deutschen Herrscher einem italienischen verziehen. Mein Recht auf den Thron aber ist unbestrei>bar. Wollte jemand es «mfechten, er käme um seinen Spaß, indem ich unschwer auf ein so lästiges Spielzeug verzichten würde. Uebrigens wäre ich gern nach Monaco gegangen, um dort die Republik auSzurufen, hätte tanen Jntrigueu in ihrer ganzen Aussichtslosigkeit erscheinen. Die Einigkeit zwischen Krone und Volksvertretung ist die sicherste Bürgschaft für die freiheitliche Entwicklung des österreichischen VersassungS. staates. Samstag den 18. d. nahm der ungarische Reichstag seine Berathungen nach den Osterferien wieder auf. Die ungarische Publicistik war in den letzten Tagen redlich bemüht, dem Parlamente ein treues Spiegelbild der Lage vorzuhalten, in welcher sich das Land befindet, und hat auch nicht gesäumt, mit positiven Vorschlägen bezüglich der reichstäglichcn Thätigkeit hervorzutrelen. Das Cabinet Bilto scheint ebenfalls schon darüber schlüssig geworden zu fein, in welcher Reihenfolge der Reichstag die der Erledigung harrenden Gesetzentwürfe b-fchließen soll. Außer einigen judicicllen Gesetzen wird es vornehmlich eine Novelle zum 1848er Wahlgesetze sein, mit welcher sich der Reichstag wird beschäftigen müssen; dieselbe ist bereits auS-gearbeitet und soll nach den Versicherungen der pester Offtciösen geeignet sein, allen Erwartungen zu entsprechen, welche die Liberalen ait die Renovierung des veralteten ungarischen Wahlsystems knüpfen. Ausland. Der deutsche Reichstag hat nach fünftägiger Debatte die zweite Lesung des M i l i t ä r g e s e tz e S beendet. Die Centrumspartei hat jeden fußbreit Byden in zähem Ringen verteidigt; sie stimmte auch gegen die Communal-steuerfreiheil der Offiziere, bekanntlich eine der Bedingungen des CompromifseS. Auch die Fortschrittspartei bekämpfte diese Forderung der Regierung, indessen ohne irgend welchen Erfolg. Zum Schluffe brachte noch der Abgeordnete Kryger den Antrag ein, Nordschleswig von dem Geltungsbereiche deS Gesetzes auszuschließen; der dänische Abgeordnete scheint aber auf keiner Seite des Hauses Unterstützung gefunden zu haben. Inzwischen spitzen sich die Vorgänge auf kirchlichem Gebiete immer schärser zu. Der Amts-entsetzung Ledochowski's folgte auf dem Fuße die Verhaftung des Domherrn und Offizials Woycie -cho wski in Gnesen, welcher für ein Jahr in dem Gefängniffe zu Bromberg kaltgestellt wird. Es ist, als ob das KataklySma in den kirchlichen Wirren eingetreten wäre; denn alles deutet darauf hin, daß die ultima ratio nahegerückt sei, um mit durchschlagenden Maßregeln die Renitenz der Psassen ein- für allemal auf das Haupt zu treffen. Da» BiSthumSgesetz im preußischen Landtage und das Kirchendienergesetz im deutschen Reichstage werden der größten Bereitwilligkeit in den Parlamenten begegnen, denn es verhehlt sich niemand, daß die Stunde der definitiven Abrechnung hereingebrochen ist. ich nicht gewußt, daß der merkwürdige Despotismus, den man die französische Republik nennt — wo es statt eines gescheiten Despoten zwei dumme gibt, die Herzoge von Magenta und Broglie — nicht einmal ein kleines Abbild ihrer selbst mitten in ihrer Gemeinde Roquebrunt gestatten würden. Cambridge zu verlassen, «hat mir nicht wehe. Die einzigen Personen, von denen ich Abschied nahm, waren mein Tutor und meine Stubenmagd. Erstem traf ich auf der Straße, theilte ihm mein Avancement mit, und als er mir versicherte, daß meine Regierung ein Segen für das Land fein werde und die beste Vorbereitung für das Szepter dir Erziehung eines englichen Gentleman fei, merkte ich deutlich, wie ihm die Idee einer Einladung auf nächsten Winter nach Monaco im Kopfe spukte. Meine arme alte Stubenmagd hatte unterdessen in meinem Zimmer das Telegramm gelesen und nannte mich dreimal „Eure kaiserliche Majestät", während sie meine Hemden packte. Eine halbe Stunde später war ich auf dem Wege nach London und am Abend des 3. Februar traf ich mit Herrn de Payan und Lieutenant Gafignol verabredetermaßen im Grand Hotel zu Paris zusammen. In ihrer Begleitung fuhr ich nach Nizza, wo mich der gambettistische Die versailler Regierung plant wieder ein Attentat auf das allgemeine Stimmrecht. Nach dem Gesetze von 1871 sollen die General-rät he alle drei Jahre drittelweise erneuert werden; ein Drittheil muß also im Lause des Jahres 1874 neu gewählt werden. Die Regierung legt jedoch auch diese Bestimmung wieder extensiv aus und behält sich vor, die betreffenden Wahlen erst gegen Ende des Jahres auszuschreiben, wenn das neue Wahlgesetz beschlossen sein wird. Nach der strengen Interpretation lausen ober die Gewalten der bisherigen Generalräthe schon im August ab, und in einigen dieser Versammlungen ist daher der „Wunsch" angenommen worden, daß die Wahlen vor dem letzteren Termine statthätten. lieber die Lage bei Somorrostro fehlt e» an Mitteilungen. Noch immer weiß man nicht, ob, wie verschiedentlich versichert wurde, die Feindseligkeiten wirklich von neuem ausgenommen worden sind. In welcher eigentümlichen Zwangslage sich beide Armeen befinden müssen, erhellt am deutlichsten aus den graphischen Schilderungen englischer Blätter über den gemütlichen Verkehr zwischen den feindlichen Linien. Man labet einander zu Trinkgelagen und Kartenspiel ein und trennt sich jedeSmal mit Seufzen darüber, am nächsten Morgen sich wieder mit gespanntem Hahn gegenüberstehen zu müssen. Die Suezkanal'Frage scheint nach den letzten telegraphischen Nachrichten aus Konstantinopel einen ernstern Charakter anzunehmen. Herr Lessep» betritt den Weg praktischer Repressalien Die Weigerung der Mächte, ihm einen dreimonatlichen Aufschub bezüglich der Durchführung der von der internationalen Tonnencommission gefaßten Beschlüsse zu bewilligen, beantwortet er mit der Drohung, er werde die Lootsen zurückziehen, die Leuchtthurmfeuer au-löschen und die faktische Schließung des Kanal» herbeiführen. Der Khedive seinerseits scheint erklärt zu haben, daß er in diesem Falle sein Territorial-recht geltend machen und die Kanalarbeiten im Namen der Regierung fortsetzen werde. So stehen wir. sagt der „Ungar. Lloyd", in der That am Vorabende eines möglicherweise sehr weitreichenden Conflitt». Zur Tagesgeschichtt. — Ein w il l kommener Firmling. Während der Osterlage empfing der Pjpft die Fürstin Thurn und Taxi» mit ihrem ©ohne, dem Prinzen Adolf, Zögling de« Jesuiten Löffler, den der Papst firmle. Zum Dank überreichte ihm die Fürstin ein vergoldetes Kistchen voll Napoleonsd'or, ein Geschenk, welche« der heilige Vater sehr huldvoll entgegen genommen haben soll, weil er für solche klingende Be-lhäligung de« „wahren Glauben«" überhaupt sehr eingenommen ist. Bürgermeister auf Wunsch de« legitimistischen PrS-feclen mit einer Adreffe begrüßte. Um 4 Uhr nachmittags erreichten wir den Bahnhof von Monaco, der mit den weißen Flaggen meiner Vorfahren geschmückt war. Meine Untertanen empfingen mich mit Begeisterung. 39 Mann meiner loyalen Armee machten Spalier, der 40. aber fehlte leider, da er wegen einer Warze am Daumen dienstunfähig war. Letztere» wurde mir von Herrn de Payan officiell gemeldet, und höchlich bewunderte ich die ausgezeichnete Centralifation der Verwaltung, durch welche allein ein solche» Detail selbst dem Premier bekannt sein konnte. In Front der Truppen standen ihre vier Offiziere; neben ihnen abseits der Armeepropst und der Jesuitenchef Pdre Pellico, ein Bruder de» wegen seiner Kerkerhaft historisch Berühmten. „Wo ist Monsieur Blanc, mein Spielpächter?" fragte ich Herrn de Payan. „Monsieur B'.anc," erwiderte dieser mit strenger Stimme, „ist zwar ein nützlicher Unterthan Eurer Durchlaucht, aber weder ein Mitglied von Eurer fürstlichen Durchlaucht Haushalt, noch ein Soldat in dero Armee, noch rin Beamter in der» — lieber den Verkehr der C a r l i st e n und Republikaner in den Zwischenpausen der Sümpfe, schreibt man: „Nicht- ist allgemeiner, als daß jemand von den entgegengesetzten Linien ankommt und, den Namen eine- Freunde-, Verwandten oder Bruder-, dessen Rang und Regiment bekannt sind, au--ruft, und da- Wort macht die Rande, bis die gesuchte Person gefunden ist und nach der Front kommt, und dann — welche Explosionen von Herzlichkeit! Carlo» Calderon z. B, ein Mitglied der Madrider beau •toonde, nunmehr Oberst in der Carlisten-Armee, verlangt nach dem Marquis von Asumada, SerranoS Adjutant. General Elw, der Carlistenführer, wünscht seinen Vetter, Brigadier Dana, zu sehen, während die carlistischen Moiquis von HornazaS und Villada-ria- die Brigadiers Blanco und Montenegro in freundlichen Botschaften um Unterredungen ersuchen. Alle kommen zur Front geritten, und inbrünstige Umarmungen und animin i«te Gespräche entspinnen sich zwischen den lang getrennten Freunden, in denen nicht «in Wort über Politik vernommen wird, ausgenommen vielleicht die Klage, sich auf entgegengesetzten Seilen zu finden, während ihre Herzen so eng verbunden sind. Sie essen und trinken zusammen, tauschen Zigarren au-, verlhrilen Charpie und Balsam au-ihren Privaivorrälhen und trennen sich dann, stoische Ruhe simulierend, selbst wenn sie wessen, daß ihre nächste Begegnung im Dickicht der Schlacht, bewaffnet mit dem wdilichen Stahl und der mörderischen Kugel, tigerhaft gegen einander kämpfend, wie nur Spanier und Araber kämpfen, stallfinden mag." — Gut angelegte Gelder. In Amerika wird mehr als in jedem Lande auf Schulbildung verwendet und im Jahre 1873 sind nicht weniger al« 11.226,977 Dollars von Wohllhäteru zu Schul-zwecken geschenkt worden. Universitäten und Gymnasien erhielten 8.238,141 Dollars, technische Schulen 780,658 Dollar«, theologische 619.801 Dollar«, medizinische 78,600 Dollar-. Für die höhere Ausbildung ron Mädchen sind 252,005 Dollars, für gewöhnliche Mädchenschulen 575,241 Dollars, für Bibliotheken 379,011 Dollar«, für naturwissenschaftliche Museen 131,680 Dollars, für Taubstummenschulen 4000 und für Blindenschulen 15,000 Dollar« geschenkt worden. Local- unb Provmzial-Augekgevheitm. — (Der Gemeinderath der Lande«» Hauptstadt Laibach) wird sich infolge der vor kur-zem stallgesundenen ErgänzungSwahlen am 25. d. neu constituieren. Die Wahl de- Bürgermeister- wird {-herein Vernehmen nach erst im Verlaufe de« Monat« Hai L I. vorgenommen. — (Der bekannte Preßprozcß de« Tagblatt) gegen den Pfarrer von Lustthal ist tn Civilverwaltung. Monsieur befindet sich demgemäß draußen unter der Menge." Ich mußte mir die Bekanntschaft mit diesem Herren somit auf später verspüren. Die Szene war auch ohne ihn interessant genug, am aller-interessantesten für mich aber die Anrede meines Trup-penchkf«, des Obersten Jacquemet, in der er mir die Versicherung gab, „daß mein getreues und tapferes Heer mir in den Tod folgen werde, wenn ich es f%tn und dir Pflicht e« rufen werde." In diesem Augenblicke schlüpfte Pater Pellico meine Seite und lispelte: „Ein Wort zu Gna-In der Stadt ist da« unglückselige Gerücht ^breitet, daß Eure fürstliche Durchlaucht ein Ketzer |tl- Was ist da zu thun?" >>Jch fürchte beinahe selber, daß ich einer bin," "widerte ich. n „Aber fürstliche Durchlaucht sind doch nicht in r Form zum Protestantismus übergetreten ?*' tin V'^um Protestantismus? Keineswegs. Ich bin 1 örtidtnltr und halte es mit Strauß." i«Fürstliche Durchlaucht haben mein Herz er-t Freigeisterei, das will nicht viel sagen, 'ch hatte schlimmere« gefürchtet." unk ma*te er eine tiefe Verbeugung tinb verlor sich in der Menge. (Forts, folgt) ein neue« Stadium getreten. Heber R-cur« de« Vertreter« de« Kläger«, Dr. Ahocic, hat da« Oberlande«-gerichl da« erstrichterliche Urtheil nicht bestätigt, daher wird am 30. d. M. vor dem Reichsgerichte in Wien die Frage entschieden werde», ob da« laibacher Landesgericht in dem Falle competent war oder nicht, den Preßprozeß durchzuführen. — (Die Generalversammlung der philharm. Gesellschaft) fand Sonntag den 19. d. M. vormittag« 10 Uhr im Redouteusaale ihre Fortsetzung vom verflossenen Sonntage her, und war ebenfalls von einer großen Anzahl von Mitgliedern besucht. DaS Hauptinteresse knüpfte sich selbstverständlich an die §§ 16 und 19, de» WirkungSkrei« der Direction und der Plenarversammlung regelnd und sestsetzend, und nahm die Debatte darüber, da diese Frage den Kernpunkt der ganzen Statutenänderung bildete und da Bürgermeister Deschmann zwei Zu-satzparagraphe beantragte, solche Dimensionen au, daß über Antrag des Herrn Landeshauptmann R. v. Kal-tenegger eine Generaldebatte angenommen wurde, welcher daun erst die Specialdebatte über die einzelnen Alineas folgte. An dieser Debatte betheiligten sich Herr Landeshauptmann v. Kaltenegger, Bürgermeister Deschmann, Dr. v. Schrey, Herr v. Destenek, Dr. KeeS-dacher, Leo Supanc c. Dr. Steiner, Prof. Dr. Supan, Lewitschnik, Fink u. s. w. Da- Resultat der langen Debatte war die Annahme der vom Fünsercornit6 festgestellten Prinzipien, nemlich die Anerkennung der Verantwortlichkeit der Direction an die Plenarversammlung, das Recht der letzteren, alle die Gesellschaft berührenden Fragen zu di-cutieren, jedoch wurden, um hiebei jedem Mißbrauche der Gewalt Vonseite der Plenarversammlung vorzubeugen, die vou Bürgermeister Deschmann glücklich gewählten Cauteleu al- Zusatzparagraphen von der Versammlung einstimmig angenommen. Diese Cauteleu beziehen sich auf die Zusammenstellung der Tagesordnung der Plenarversammlung, die Beschlußfähigkeit derselben bei Einbringung von Anträgen in Geldfragen und in anderen Angelegenheiten, die vorherige Anmeldung von Anträgen rc. Die vom Fünfercomile al- Anhang zu den Statuten und integrierender Bestandteil derselben festgestellten Institutionen für die Direction-mitglieder wurden der Direktion zur Autragstellung, der Plenarversammlung zur Genehmigung Vorbehalten, ohne selbe al- Statuten, bestaodtheil festzusetzen, was wir insofern als einen Schlag ins Wasser betrachten, da jene Instructionen nicht vom Fünfercomiiö, sondern ohnedies schon von der Direction au-gearbeitet sind und vom Fünsercomilä säst unverändert ausgenommen wurde«. Nach fast dreistündiger lebhafter Verhandlung wurde die Der fammltmg geschlossen. Wir nehmen gerne Anlaß, auch diese-mal zu constatiereu, wie wohlthuend e« auf un« wirkte, eine solche Theilnahme im Publicum für die philharm. Gesellschaft zu finden, und wie e» un« freute, die hervorragendsten Persönlichkeiten Laibachs sich mit solchem Ernste und solcher bi- in« Detail eingehenden Sorgfalt an dem Restauration-bau der Grundgesetze der altehrwürdigen philharm. Gesellschaft betheiligen zu sehen. — (Interpellation in Sachen de« SanitätSwesenS!) Dr. Voinjak und Genoffen richteten in der 48. Sitzung des ReichSrathe« am 31tea März I. I. folgende Interpellation an den Minister de« Innern: In Untersteier und fast in ganz Kram herrschen schon seit Monaten die Blatternepidemie, Fieber« und Scharlachkrankheiten und grassieren in den Bezirkshauptmannschaften von Cilli und Rann und theilweise auch von Marburg in Steiermark, wie auch in den Bezirk-hauptmannschafteu von Gurkfeld, Ru dolfswerlh, Littai und Laibach die Blattern seit nuu zwei Jahre» wüthen und zahlreiche Opfer fordern Im Bezirke St. Marein bei Cilli starben die Leute vielfach am Scharlach, in den Bergdörfern um Stein, brück wüthet da- Fieber. Und doch erläßt die Regie, rung in den verseuchten Orten keine Sanität-vorschris len und kümmert sich nicht um die Belehrung de-Bolle», nicht um au-reichende ärztliche Hilfe. Für die Isolierung der Kranken, sei e- zwang-weise in Krankenhäusern, sei «- in Privathäusern, geschieht nicht«, so daß jeder ungehindert mit den Kranken verkehren kann. Die Leichen solcher an Epidemie» verstorbenen Leute bleiben zu 48 Stunden in den Häusern; Bettler gehen ab und zu, denn den Besucher» theilt man bei solchen Gelegenheiten Wein und Brot au-, bleiben die ganze Zeit beim Kranken und verbreiten bann die Seuche nach allen Richtungen. Bei« Leichenbegängnis begleitet bie Menge den Tobten bi» zum Grabe, wo man bie Todtentruhe oft noch zu einem letzten Anblick öffnet. Die Truhen selbst sinb nicht »erpicht. Ist ein Kranker in einem Safthause, so ist diel dennoch de» Gästen geöffnet, so wie auch nirgend» Warnungstafeln vor verseuchten Wohnhäuser» angebracht sinb. Nirgend» wird da» Bettstroh nach einer ansteckenden Krankheit verbrannt, weber die Kleider de» Verstorbene» noch da» Bettgewand wird entseucht, sonder» ohne weiter» de» Erden auSgefolgt oder an Bettler verschenkt. Genesende Kranke, noch voller Bor» ken am Leibe, gehen in die Kirche, in die Kanzleien, in die Schule und auf die Märkte. Im vergangenen Jahre kamen in Rann eine Menge Rekruten noch voller Borken zur ControlSversammluug. Die Schulen werden erst geschloffen, wenn schon die Mehrzahl der Kinder krank liegt. Dazu kommt noch, daß niemand die Leute über die Gefahr der Ansteckung belehrt, denn die Geistlichkeit hat hierüber keinen Auftrag, bie politischen Aemter haben theil» wegen bet großen Ausdehnung der Bezirke, theil» wegen Utbcrhäusung mit Schreibgeschäften beim besten Willen keine Zeit, für ben wichtigen Zweig der öffentlichen Gesundheitspflege vvrzusorgen. Die Sanitätsbezirke endlich sind so groß, daß sich jeder Bezirk-arzt vervielfältigen müßte, wenn er zu gleicher Zeit an 30 oder 40 verseuchten Ortschaften sein wollte. Die Durchführung der sogenannte» Seucheuordnung nach der bisherigen Schablone führt zu keinem befriedigenden Ergebnis und artet in bloße Formalität au«, denn der Arzt oder Wundarzt ist wegen der Entfernung der verseuchten Ortschaft darauf beschränkt, daß er jede Woche zwei oder dreimal nachsieht, daß er den erforderlichen Bericht erstattet. Ein großer Uebelstand ist auch der Mangel an Strafbestimmungen für den Fall von Uebertretuugeu. Au« diesen Gründen erlauben sich die Unterschriebenen folgende Fragen an den Minister de« Innern zu richten: 1. Hat die hohe Regierung Kenntnis von dem ob-erwähnten Zustande und ist sie bereit, sofort die nöthi-gen Vorkehrungen gegen die Epidemien in den verseuchten Bezirken KrainS und der untern Steiermark zu treffen ? 2. Ist die Regierung geneigt, mit Rück, sicht darauf, daß die bisherigen Erläffe in Seuchen» angelegenheiten vollständig veraltet sind und dringend der Reform im Geiste der Zeit und der modernen Wissenschaft bedürfen, in der künftigen ReichSrath«» fefsion einen Gesetzentwurf über den Vorgang bei Epidemien vorzulegen? Unterfertigt find: Voönjak, Raz» lag, Pfeifer, Nabergvj, Monti, Roser, FuchS, Schaffer, Heil«berg, Graf Thurn, Oelz, Graf Barbo, Deschmann, Brandstätter, Hohenwart. — („Die Pflichten und Rechte der Gefchwornen.*) Seit 1. Jänner 1874 sind Oesterreich« Staatsbürger zu dem hochwichtigen Amte von Geschwomen berufen. Die Zeitungen haben dazu einer bedeutenden und ausgedehnten Wirksamkeit berufene Schwurgericht zumeist nur vom politischen Staubpuukte aus beleuchtet. E» kann nun nicht jedermann zugemuthet werben, bie Strafprozeßordnung unb die zu ihrer Erklärung dienende Literatur durchzustudieren, und doch sollen die neuen Volksrichter klare« Verständnis zur Ausübung ihres Richteramtes in den wichtigsten und heikelsten StrafrechtSfällen mitbringen. Die <8. I. Manz'sche Verlagsbuchhandlung in Wien hat zur Belehrung der Seschwornen eine recht paffende kleine Schrift, betitelt: „Die Pflichten unb Rechte der Geschwomen in Oesterreich nach der neuen Straf-prozeßordnuug, populär dargestellt von Dr. Leopold Adler," herausgegeben. Wir können dieses Schrift-chen allen denjenigen, die zum Ehrenamte eines Ge-schwornengerichte« berufen sind oder sich sonst für die öffentliche Rechtspflege al« Laien interessieren, besten« empfehlen. Dasselbe ist zu beziehen durch die Buch-Handlung Kleinmayr & Bamberg unb kostet 50 kr. — (Eiseubahn. Nachrichten.) Die Bau»! arbeiten an der üalieuischeu Strecke der Pontebabahn find zwischen Udine und Osp-daletto am 31. Mürz d. I. in Angriff genommen worden. Die Vollendung der ganzen Linie btfl zur österreichischen Grenze ist durch den mit der Banca di Costrnzione bi Milano im verflossenen Herbste abgeschlossenen Bauvertrag bi« spätesten» im Februar btfl Jahrefl 1876 sichergestellt und bei bet trchnischerseitfl anerkannten Nothwenbigkeit einer zweijährigen Bausrist wohl auch nicht früher zu gewärtigen. Ja Sachen btfl österreichischen, auch für Oberkrain wichtigen Anschlusses Tarvifl » Ponteba hat die klagenfurter Handelskammer eint Petition an den Reichsrath gerichtet. — (Predilbahn.) Die Stadtgemeinde und der Handelsstand von Bill ach haben abermals, innerhalb dreier Jahre zum drittenmale. eine Petition in Sachen der Predilbahn an dafl Gefammtministerium gerichtet. Die Gründe, die für diese Linie geltend ge-macht werden, find meist schon in früheren Petitionen enthalten. Außerdem aber wird auch darauf verwiesen, daß durch den Bau der falzburger Gebirgsbahn — beabsichtigt oder unbeabsichtigt — die uralte Handelsstraße von Südosten nach Westen und Nordwesten wieder in den Weltverkehr einbezogen wird, wenn die dazugehörigen Mittelglieder geschaffen werden. Für jeden Handelspolitiker, dessen Gesichtskreis über das Zunächst» liegende hinauSgeht, fei der Gedanke fast «navweisüch, daß die falzburger Gebirgsbahn naturgemäß und noth» wendig ihre Ergänzung und ihre Zukunft nur durch die Linie Triest-Predil-Billach und deren Fortsetzung bifl Ratstadt oder St. Johann im Pongau, als vollständige Herstellung der alten Handelsstraße, finden könne. Der Bau dieser Linie könne gegenwärtig um so eher in Angriff genommen werden, da doch die Geldmittel zu Nvthstaudsbauten flüssig gemacht wurden. Der Bau der Prebillinie aber würde mit dem Zwecke, den feiernden Händen Arbeit zu schaffen, auch den verbinden, der Verkümmerung des österreichischen Seehandel« ent» gegenzuwirken. So weit die Villacher Petition. Landwirlhschafttiches. — (Ein neuer Feind der Rebe.) Der LandwirthschaftS- und Gartenbauverein in Bozen macht die Weinbergbesitzer auf einen Heuer zum erstenmale in größerer Anzahl auftretenden Feind der so vielfach gefährdeten Rebe aufmerksam. Dieser, die noch nicht bestimmte Raupe eines Nachtschmetterlings, ist 1 bis 1*/* Zoll lang und ungefähr 3 Linien dick, graubraun bis kaffeebraun, verschieden gezeichnet in den verschiedenen HäutungSstadien. Sie sucht ihre Nahrung an den «netöffneten Knospen der Tragreben, wodurch ihre große Schädlichkeit bei verbreitetem Auftreten eben jedermann begreiflich fein dürfte. Ausweis über den Stand der Blatter»epidemie in Laibach vom 15. bis inclusive 17. April 1874. Bo« letzten Ausweise sind in Behandlung verblieben 10, zugewachsen 6, genesen 2, gestorben 1 Sind, in Behandlung verblieben 13. Seit Beginn der Epi demie sinb 415 Blatternkranke amtlich gemeldet worden, von diesen sind 325 genesen unb 77 gestorben. Im lanbschaf tlichen Fil ialf pitale in ber Polanavorstabt waren am 15. b. M. 15 Kranke, ba 1 genesen ist; am 16. b. M 17 Kranke, ba 3 zugewachsen unb 1 genesen ist; am 17. b. M. 16 Kranke, da 1 genesen ist. Etadtmagistrat Laibach, am 18. April 1874. #tngtfen>et. Allen ffranten Kraft mtb Gesundheit ohne Medizi» und ohue Kosten. Revalescifcre du Barry letschest, ttatete«, RdanAc-tie, Sfcmaaeniiig, WSttunaiMam« »ichl, Bleichsucht. — VutjSgc «ne "6.000 Certmcaten übet Beeisungen, dt, ■Btt Medizin tDibentaaben, merben auf «erlangen knnvo ein,) elenbet wahrhafter all erspart die Beralseoilre bei «rwachlruer «ab Killder» fänfiiaoil iorca Preis in Arzneien. 3u Blechbüchse» ecu rin halb Piund (L 1‘50, 1 Pfd. fl. S-50 I »ft. fl. 1-60, 6 Vfb. 10 ft., 18 *fb. 10 U-, äl Jtfb. 36 fl. - Ue-«lwcitr*-Bi»cult«n in BttOfcn i. fl. S'50 und fl. 4-60. — tUTaliscilr« ClocoUrtie in Pulver unb in labletten für 18 Sajfeu it. 1 SO, 81 Kasten J. 8*60, 4. tafien fl. 4-60, in Pulver für >80 tasten ft. 10, für 88t tasten fl. 80, für 676 Saster fl. SB. — Au beziehen durch Barry bn Barth 6 (So»?, in Wien, Walltteouga»#» Üt. b, in Laibaoa »ei S. Mahr, fouit« in eilen Stäbten bei guten Apothekern unb ©Pf« irreihiinbleru > auch ecticubet ba« wiener Hau» ua4 all-.» »egcii bei g'ien Jl.irtinabnv Witterung. Laibach, 21. April. Heiler, Wärme im Znnebmen, schwacher Ostwind. Wärme: morgen- b Ufr -j- 7'0 , nachmittags 2 Uhr + 21-3° C. 0»73 + 18 0'. 1872 + 13 4“ C.) Varo-meter im Fallen 73ty38 Millimeier. Das gestrigeTagcS-mittel der Wärme + 12-6°, um 31" über dem 'Jiormale. Der vorgestrige Sttederschlag 0'20 Niillimeter. üngelvmmeue »trewoe. Am 21. April. Hotel Stadt Wien. Bogler Theresia, Karlstadt. — Rupp, Ingenieur, Rudolsswertk. — Metz, Klug, Hostnik nnb Just, Reisende, Wien. — Schmidt, Reisender, Bregenz. — Malli, Handel?nianii, Nenmarkl. — Dr. Salzgeber, Graz. Botel Kuropa. Dr. Ratet, Marburg. — Deutsch, Kaufm., Graz. — Dejeppi, Triest. llotel Elefant. Ritter v. Hübl, k. k. Generalmajor, Gra;. — Faster, Ravensburg. — Bnntscheg, Pfarrer, Steiermark. Vemordene. Den 19. April. Jakob Cvajner, Inwohner, 73 I., Civilspital, Durchfall.____ Gedenktafel über die am 2 3. April 1874 ftattfindenden Lici-tationen. 3. Feilb., Stanic'sche Real., Lichtenbach, BG. Goltschee. — 3. Feilb., Mnhiü'sctie Real., Schaufel, BG. Seisenberg. — 2. Feilb., Tomasii'sche Real., Nassenfnß, BG. Raffen» snß. — 3. Feilb., Ogrin'sche Real., Lichtenberq, BG. Goltschee. Lottoziehung vom 18. April. Wien: 76 23 43 66 70. Graz: 78 1 82 48 71. Telegramme. Pest, 20. April. In der heutigen Eröffnung«, sitzung der österreichischen Delegation wurde Rech-bauer zum Präsidenten und Potocki zum Vizepräsidenten gewählt. In längerer Eröffnungsrede weist der Präsident auf die durch die Thatsache erhärtete Lebensfähigkeit der Delegationen und auf die fester geknüpften freundschaftlichen Beziehungen mit den Nachbarreichen hin. Andrassy legt den Budgetentwurf und die Schlußrechnung vor, worauf die Ausschußwahlen vorgenommen wurden. Nach Schluß der Sitzung wies der Budgetauöschuß die verschiedenen Referate zu, worunter das des Kriegöminifteriunis an Demel, GiSkra und Groß. Nach der „Wiener Abendpost" wurde über den Termin der ReichSrathsvertagung noch kein Beschluß gefaßt. Pest, 20. April. Die ungarische Delegation wühlte Gorooe zum Präsidenten und Szögyeryi zum Vizepräsidenten. Erstem betont in seiner Eröffnung«. rede, daß die Finanzlage zur Sparsamkeit mahnt, daß jedoch in erster Linie die maßgebenden Gesichtspunkte des staatlichen Bestände« und die Entwicklung der geschaffene« Institutionen zu berücksichtigen seien. Graf Andrassy legte die Regierungsvorlagen auf den Tisch de« Hause«, sodann erfolgten Commission«-wählen. Wiener Börse vom 20. April. Staatsfonds. Sperr. Reute, öft.Pap. bto. bto. oft. in 6 üb. ioie von 1851 . . . . to|e Bon 18C0, ganze 8o(e von 1860, 6dr.it Prämieusch. v. 1884 Gründend. -OM. BletenBütg. Ungarn JU . . 6 „ Aetieu. «nglo-Baiil.......... SrecUaustalt . . . . Depositenbank .... S«comple.Anstalt . . iftanco«San! . . . Handelsbank.......... tänbetbanlcnbeiein. . Watioualbant . . . vesterr. allg. Bank , Oest. SanlgefeBf. . . Union > Bank .... Bereiusbank.......... Berkehrsbank......... au»ld.«aou........... Karl.ünbwig.jüabn. . Elisadelh-Bchu. Kais. l>r146.50 Pfandbriefe. dg. ist. «ob.-L. . . Geld Ware 94.75. 9*.— 63 2: j >-3.75 90 10' 90.30 85.50! 86.50 101.90 96.50 82.- 136.— 110.— 96.40 . 158.50 12 50 Wechsel (33Äon.) Äugsd. 100 fl.sübb.w. kraukf. ION fl. „ „ Hamburg.............. -onbon 10 PI. SlerU Vati? 100 Kra»c« . Münzen. ?aif. Mitur-Ducatev. JO*g»uc0flütf . . . vreuß. Kassenscheine. Silber . . es.»ci »4.16 55.0' 1II.80 44.25 102.10' 96.75. 82.60 110.25 96.60 159..rO 13.— 94.10 94 30 05.15 111.90 44.30 5 30- s.31 8-a;- 8.97» l-66‘ i.tigs lOf.85 106... Telegraphischer Cursbericht am 21. April. Papier-Rente 69 30 — Silber-Rente 73-90 — 1800er Staats-Anlehen 10375 — Bankaktien 972 — Lredil 215.25 — London 111-70 — Silber 106 25 — 20 - Sranc$-Stücke 8-97.-/, Ein Jxfaoier und Möbel sind wegen Abreise sogleich z» verkaufen. (250—2) Näheres Klagenfurterstrasre Nr. 70, Hofseite K. k. a. priv. Kassenfabrik C. POLZEB & Comp., Wien, .Mrntnerring empfiehlt ihre anerkannt solidest konstruierten, gegen Fener und Einbruch vollkomiiitn erprobten Kaffen zu re-ducierteu Preisen. Unser ueuerfiindenes federloses Sicherheits.hanptschloß mit Combinationsschlllfsel (Patent Karl Polrer), bei welchem die Schlüsselbärte erst im Innern des Schlosses heranStreten, übertrifft alles, was auf dein Gebiete der Kaffenfabrication bisher geleistet wurde. Laut Erlatz des H. k. k. Finanzministeriums vom 25. März 1872, Z. 4331, sind die k. k. Remter bei Anschaffung von seuer- und cinbrilchsicheren Kassen auf unsere Erzeugnisse vorzugsweise angewiesen worden. (221-2) Filiale der 0011 London. *el»e KraerbcU Orrmafl ber beliceten hersUneitre du Bitry u tfcttetHeh«, unb beicitiat bicselbe ohne U(,-bliln unb ohne «osten all, m», jHtuxn., Brust., Lungen.. Leber-, Drüsen-, «chleimhaul., m<, eiesra. nnb Wietenleiben, Tuberculofe, Schwindsucht, Asthma, !U. Umtebanltchtelt, «erpopfung, »lailhöeu, ««astoftglcit. Waflntncht, Riebet, «chwwbel, «lutausst» gen, Chrenbianlen, ttebegrft »nb Erbreche» selbst wiihrcub der Schwan» ______ tixut tn SflN. v. «lkinmayr ft geb. Samberg in Laibach. Steiermärkischen Escompte-Bank. Nachdem für Freitag den 24. April d. J. «rill» Plenarversamiiiluiiff des CoiuiWs des Creditvereines wegen Erledigung eingelaufener Creditsgesuche anbe-raumt ist, so werden alle jene, welche sich im Sinne der Statuten * um einen Credit, bewerben wollen, eingeladen, ihre diesftllligen Gesuche bis spätestens 22, April bei der Steiermilrkischen Escompte-Bank entweder persönlich oder briollicli zu überreichen. Laibach, am 17. April 1874. (247—2) Vom Comite des Credit-Vereines der Filiale der Steiermärkischen Escompte-Bank. * Auszüge aus den Statuten, sowie Gcsuchs-lllannuettc werden auf mündliches oder schriftliches Begehren im Hureau der Anstalt gratis verabfolgt. ________ Lcrleger und für Die Vttcacnun verantwortlich jDttumar Bamberg.