Wbacher Zeitung. Nr. 64. PlHnumeratlonsprei«: Im Comptoir gnnzl-fl. N, halbj. fi. 5.50. ffllr die Zustellung ins Haus halbj. 5U li. Mit bei Post ganzj. fi. 15, halbj. st. 7.50. Montag, l8. März Inseiti onügtbühr bis i0ZciI«n: imal «0 lr., lm.snlr., 3m. 1 ft.! sonft pr.Zcile Im. 8 lr., »m. »lr., 3m. lo tr. u. s. w. Inscrlionsstempcl ledcsm. 20 tt. 18«7. NU?- Dos l). Feiertages wegen er scheint die nächste Vtnmmer am Mittwoch. Amtlicher Theil. Wir Frau) Joseph der Erste, von Gottes Gnaden Kaiser von Oesterreich, König voll Ungarn Uüd Böhmen, König von Dalmatien, Croaticu,Tlawllnien,Galizien,LodomericnuudIllyrieu; König von Jerusalem :c.; Erzherzog von Oesterreich; Großhcrzog von Toscaua und Krakan; Herzog von Lothringen, Salzburg. Stcycr, Kärntcn, Vlrain und der Bukowina; Großfürst von Siebenbürgen; Aiark-graf von Mähren; verzog von Ober- nnd Nieder-schlesicn, von Modcna, Parma, Piaecuza nnd Gua-stalls von Auschwitz nnd Zator, von Tescheu. Friaul. liüigusa nnd Zara; gefürslcter Graf von Habsburg nnd Tirol, von Kyburg, Görz nnd Gradisen; Fürst von Tricnt nnd Brixcu; Markgraf von Ober- nnd Niedcr-Lausttz nnd in Istrieu; Graf von Hoheuembs, Feldklrch, Bregen,;, Souucnbcrg :c.; Hcrr von Trieft, von Cattaro nnd anf der wiudischeil 3Nark; Gros^ wojwod der Wojwodschnft Scrbicu :c. :e. thnn knnd nnd ;n wissen: Dic Landtage von Böhmen, Mähren nnd Krain sind anf den l',. April 1867 in ihre geschlichen Ver- saüuulungsorlc ciuberufeu. Ofen, am 15. März 1867. Fra:y Joseph m. ^. Vcust m. i>. Taassc m. ^>. Anf Allerhöchste Anordnung -Bernhard Ritter v. Meyer m. p. Das Fina!,;mmistcrinm hat den Grenzii,spcetor nnd Amtödirector in Bregen,; ?Ido!f H a n ni c d c r znin Qber-aintsdirector in Innsbruck ernannt. Dns Ministcrinm für Cultils nnd Uulerricht hat cinc am Staatsgymuasinm zu Trich erledigte Lehrstelle dcm Gymnasialsupplcutcn zn Gürz Johann Iescnko verliehen. Das Ministerium fur CultnS nnd Unterricht hat den Snftplentcn an der k. l. Uuterrealschulc in Ttcyr Thomas Baucrnfcind zum wirklichen Lehrer an dieser Lehranstalt ernannt. Nichtamtlicher Theil. Laibach, 18. März. Die Einberufung der Landtag von Böhmen, Mähren und Kraiu steht in naher Aussicht. Dic „Dcbattc^ erörtert in rinem Artikel „Zur Situation'' die Vcräu« dcrnngen, welche dic verflossenen Wochen seit den, Schlüsse der Landtage in dcn politischen Verhältnissen hervorgebracht haben. Der Artikel lautet in seinen wesentlich.!, Stellen folgendermaßen: Als man in Viähren llnd Krain dic bekannten Land<> '>>"'" Uhr vor der Bnrg anlangte, im Schlo;;hofe Anfstcllnug. Als Sc. Majestät anf dcm Balkon erschien, ertönte ein lang anhaltendes Eljcurufeu uud die Gesaugsvereine slinnulen dcn siölcscy-Hymnns, cin Volkslied uud das Tzozat au. Nachdcul die letzten Töne des Gesanges verhallt waren, zog sich Se. Majestät in die Gemächer znrück nnd empfing cinc Deputation, bestehend aus dcu Vcrtretcru des Magistrates, des Bnrgerausschnsscs und dcr Ctadtrepräsentautcu dcr Schwcsterstädie, uud drückte in frenndlichcn Worten die allerhöchste Befriedigung über die dargebrachte Ovation aus. Unter lauten (äljenrufen und dcn Klängen dcr Musikcapellen trat d.r Fackelzug, dcm sich cinc unübersehbare Volksmenge angeschlossen halte, dcn Rückwcg an. Trotz des großen Audrauges, welcher längs dcr Albrcchtstraßc bis znr Vnrg hinanf herrschte, wnrde dic Ordnung nach bester Möglichkeit aufrecht erhalten. In den Straßen, durch wclchc sich dcr imposante Fackelzug, dessen Define übcr ciuc halbe Stunde in Ansprnch nahm, bcwcgtc, warcn mehrere Häuser glänzend illnminirt. Kommenden Samstag wird Sc. Majestät die Dc< pntationcn vcrschicdcucr Corporationcn in Audienz empfangen. Dcn Deputationen des Magistrates der Schwc-sterstädte wird schon um !) Uhr Pormittags Audienz ertheilt. Beim Eiuzug Sr. Majestät warcn in den Fenstern der Wohnung dcr Comtesse Christine Wcnckheim vielc jnngc Damcn auS dcn Krciscn der nngarischcn hohcn Aristokratie zn scheu, dic sich aus zartcr Aufmerksamkeit gegeu Ihre Ätajcstät die Kaiserin in blan nnd wciß gctlcidct hatten. Wie „Magyarorszag" mittheilt, geruhte Se. Majestät beim Vorübcrfahren dic Begrüßung dicscr jungen Damcn huldvoll zu erwidern. Oesterreich. Tvicn, 16. März. Dic ,.Wr. Ztg." schrcibt: Wie mau nns mitthcilt, sctzt dic bisherige Abthcilnng für Cultus uud Uuterricht des bestandenen Staatsmini-sterinms seit 1l. d. M. ihrc Thätigkeit als k, k. Mi-nistcrium für CnltnS nnd Unterricht fort. Pest, 15. März. Dic Ncvnc anf dcr General-wiese hat wegen schlechter Witterung nicht stattgefunden. — Dic deiche dcö Crzbischofc Lonovics wnrdc hclltc Nachmittags dnrch dcu Fürst-Primas cin-gcscguct nud wird hcntc Nachts mittelst Scparatdampfcrs nach Kalocsa überführt. Nfcu, 14. März. Der „Wr. Abdpst." wird von hier geschrieben: Der heutige Tag trägt die Weihe eines großen historischen Ereignisses. Die Beeidigung des ungarischen Ministeriums in dcr alten 5lönigsburg von Oseu hat cincr dcnllviirdigcu Phase in dcr Cntwicklungs-gcjchichte Oesterreichs das Siegel anfgcprägt. Cin poli" lisches Genicinwesen wie das ungarische, mit seinen Sym» palhien uud seiner Kraft, gleich uncutbehrlich für dic Al^achtstellnng des Gesammtrciches, steht am Ziele seiner Wünsche; vom Throne herab vermochte cin königliches Wort der vollen Uebereinstimmung zwischen Fürst nnd Volk erhabenen Ausdruck zu gebcu. Vollzogen hat sich cinc jcncr Thaten, wic sic im Lcbcn dcr Nationen nnr wiederkehren, nm ihrem Streben nnd Wollen ncnc Vc» gcisternng zn leihen, um sie nach vorwärts zn gclcitcn auf der Bahn civilisatorischcr nnd freiheitlicher staatlicher Entwicklung. Cs ist begreiflich, daß ein solcher Tag gefeiert wird mit dcm ganzen 'Bewußtsein seiner Bedcntnng. Die Stimmung, in welcher heutc die Vaud« tagsdepntation ihren ehrfurchtsvollen Dank zn den Füßen des Thrones niedergelegt, ist cin Spiegelbild dcr Bewc« guug, wclche das ganze Volk tief nnd mächtig ergriffen hat. Wem vergönnt war, Zeuge zu sein des hochbcdcu« teudcu Actes, dcr dic volle Verstäudiguug zwischen Krone nnd Voll gleichsam symbolisch zum Abschlnß brachte, dcr vermochte wohl auch Zeuge zn seiu des ernsten Cnt» schlnsses nnd des festen Willens, nicht ncnc Schrau» kcn dcs Mißverständnisses zwischen beiden aufzurichten. Niemandem konnte entgehen, daß das Vertrauen dcs Monarchen auch das volle rückhaltlose Vertrauen dcr Nation wachgerufen hat, daß man hcnte nicht vergebens an ihren pvlitischen Sinn, an ihrc Gefühle dcr Gcrcch« ligkeit nnd Billigkeit gegen das Gcsammtreich appelliren wird, N'ic die Nation ihrerseits nicht vergebens diesc Gefühle für das cigcnc Recht in Anspruch genommen hat. Uud das ist dic crste scgcnsuollc Frucht des erhabenen Entschlusses Sr. Majestät, allcu Völkeru Seines Reiches die Wohlthaten eines freien, verfassungsmäßigen staatlichen Lebens zuzuwenden. Dcr Wunsch, das cigcuc Rccht zu schirmen, bedingt die Achtung dcs frcmdcn, uud das Maß für die Giltigkeit dcs individuellen Anspruches wird man nur in der Rücksicht auf das Ganze finden. Dic Znstimmuug, wclchc dic Wahl dcs Ministeriums im ganzen Lande gefnuden, die unbestreitbaren Beweise von aufrichtiger Anhänglichkeit an den Monarchen nnd dcn Thron, so wic von wahrer politischer Reifc, welche, wic dic königliche Rede heute anerkannt, beide Häuser dcs Landtages nnd die nngarischc Nation gegeben haben, sind nns Bürge dafür, daß die Bahn, wclchc man frcndigen Mnthes betreten, nicht mehr verlassen werden wird. Die Vorbedingungen des vollen Ausgleiches zwischen dcn versassnugsniäßi.M Ansprncheu ilnaarns uud dcn Bedürfnissen nnd ^tiebunaeii dn übrigen Völker dcs Rcichcs sind erfüllt, die ^fmmcM 4l2 sind zur Wahrheit geworden, welche an die crstc Anwesenheit Sr. Majestät des Kaisers bei Gelegenheit der Eröffnung dcs gegenwärtig tagenden Landtages geknüpft wurdcn. Ntbgcn auch jene Hoffnungen ihrer baldigen Erfüllung entgcgcngcführt werden, welche die übrigen Königreiche nnd Vündcr des s^esammtreichcs an das Gefühl der Dankbarkeit und Pflichttreue des ungarischen Volkes anknüpfen. Denn die dauerhafte Vcgründung der Wohlfuhrt des Einzelnen ist nnr möglich mit der Sicherung der Wohlfahrt des Ganzen. 'Agram, 15>. Mär;. (Dcb.) Das heutige Amts' blatt fagt gelegentlich einer Vefprcchuug des Schreibens, welches Baron Bcnst an den Banns gerichtet hat: Von dem Wege des AnsglcichS mit Ungarn werden nnö kei« ncrlci Schrecken abhalten, weil wir überzeugt find, daß wir durch passive Negation weit mehr der auf jede Gelegenheit lauernden Reaction, als den Interessen uuscrcs durch unaufhörliche Provisorien schwer geprüften Vaterlandes in die Hände arbeiten würden. Ausland. Verlin, 15. März. Heute Vormittags erstattete die Nedactionscommissioil der uatioual'Iibcralcu Fraction im n o rddcn t schen Reichstag Bericht über die Amcudemcnts zn den ersten Abschnitten des Vcrfassnngs-entwurfcs, aber noch nicht über das Bndget und Mili-tärwcseu. Twcstcu und Genossen werden ein jährliches Budget auch für die Armee uud die Marine proponiren, nebst einer dreijährigen Ucbcrgangsbestimmuug fiir den ^lliilitärctat. Dieses Amcudcment liegt der Ilcdactions commission vor. Die freie conservative Vereinigung soll eine fünf- bis sechsjährige Ucbcrgangsbcstimmnng pro» ponircn wollen. ssiumc, l"'. März. Die Municipalvcrtrctcr sandten heute ein Telegramm au den Ministerpräsidenten Grafen Andrassy, woriu sie auseinandersetzen, das; ihnen der Eivilcaftitän das Abhalten einer Sitzung verweigert habe, sich dann zn seiner Erncnnnng znm Niinistcr Glück wünschen nnd bemerken, das; der r>on den Ministern in die Hände Sr. Majestät abgelegte Eid als Garantie für die gemeinsame Wohlfahrt diene. Paris. 12. Mürz. Der „Mg Ztg." wird von hier geschrieben: Die Anlnnft Bcncdctti's ans Berlin steigert die Spannung, womit man die Erklärungen der Regierung über die deutschen Angelegenheiten erwartet. Man sieht übrigens kaum ein, wozu Herr Rouhcr noch weiterer Belehrungen über die Ziele der preußischen Po» litit bedürfe; die Thronrede des Königs Wilhelm nnd die Reden des Grafen Bismarck erschienen wenigstens den Abgeordrcten als ein völlig ausreichendes Material. Freilich muß die Regierung aufs beste gerüstet in diese Verhandlung gehen, denn eine moralische Schlappe dürfte anf die Hceresfrage zurückwirken, ^llivicr wird daher der Regierung abermals dnrch seine Billignng ihrer Politik große Frcndc bereiten, wenn anch die Mehrheit sich dafür bedankt, in ihm ihren Vertreter zn fehen. Die Apposition will durch Herrn Garnicr'Pagl's beweisen, das; die von der Regierung zur Rechtfertigung ihrer Politik augcführte Eiuhcit der denschcn Nation nach den Ereignissen des letzten Jahres ferner sein als icmals. - - Rouhcr ist keineswegs so ruhig wcgcn jener Depesche, von der er am ^l. Mai nach der Rede von ThicrS sprach, nnd in der sich Italien verpflichtet haben sollte, nicht znersi anzugreifen. Ich könnte damals schon versichern, daß diese Depesche nicht bestehe, nnd daß nur der italienische Gesandte es für unwahrscheinlich nnd nicht im Willen seiner Regierung liegend erklärt hatte, aufgreifen. Es haben sich übrigens schon mehr Depeschen vorgefnndcn, von deren Existenz man nichts gcwnßt halte! sliladrid. Es wurde telegraphisch gemeldet, daß der spauischc Infant Don H cn r i a. n c M ar ia d c B o n r -bo>i, Binder des Königs, dnrch ein königliches Dccrct seiner Würdc als Infant von Spanien und aller feiner übrigen Würdcu, iDrdcnsdccorationcn, Grade, Titel nnd ?Icmtcr entsetzt worden ist. Die Darlcgnng der Motive zu diesem königlichen Decrct ist vom gc° sammten Ministerium unterzeichnet. Sie criuuert daran, daß bereits einmal, im Jahre I8-i18, dem Infanten es gan; ähnlich ergangen war, daß aber die „nncrschöpf-lichc Güte der Königin ihm alle seine Ehren wieder zurückerstattet habe". Dieser Infant, heißt es ferner, wohnt augenblicklich anßcrhalb des Königreiches. Die fremde Presse, die des Bandes, wo er wohnt, hat die unerträglichsten Beleidigungen gegen sehr erhabene Gc> genständc ansgcstoßen, welche die guten Epanicr nur mit ^Begeisterung und Respcet ucuncn. Sicherlich war es Sache des Prinzen, empört zn werden nnd für dicfc Beschimpfungen Gcnngthnnng zn verlangen. Was hat er aber gethan? Er hat sich nn die Presse gewandt, um zn erklären nnd zn veröffentlichen, ohne daß irgend Je. mand von ihm eine solche Erklärung verlangte, das; sein Ehrenplatz nicht an der Seile dcr Königin ist', sondern im fremden ^andc, welches den politischen Flüchtlingen «nd Vcrnrthcilten, deren er erwähnt, als Znflmhtsort dient." Ans London, l). März, schreibt man dcr „ss. Z.'< ^ Der neulichcn Meldung über den dcr Königin Vittoria in Verwahrung gegebenen Briefwechsel zwischen den Kaisern Napoleon nnd Maximilian habeich ergänzend und berichtigend noch Einiges hinzuzufügen, was bei dcr ersten mir gemachten flüchtigen Mittheilung Übergängen worden war. DaS von allen Zcitnngcn wiederholte Gerücht, die Kaiserin Eharlotte habe diese znr einstigen Pnblication bestimmten Schriftstücke nach Enropa mitgenommen, war vom mcxicanischcn Hofe nnr ausgesprengt worden, nnl den Marschall Bazainc zu täuschen, der mit heftigem Ungestüm die Papiere begehrt nnd, als sie ihm verweigert wnrdcn, geänßcrt hatte, er werde sie schon zn erlangen wissen. In Wahrheit behielt Kaiser Max die Papiere bei sich. Aber die Anssprcnguug erfüllte ihren Zweck, denn Bazaine glanbte an die Absen» duug dcr Schriften, meldete sie nach Paris nnd von dort aus wnrdcn nnnmchr im Geheimen die cifrigsteu An» strcngnngcn gemacht, die Doeumeutc dcr Kaiserin zn entwenden (?). Damit fleht im Znsammenhang, das; die Kaiserin schon auf der Reise nach Rom mit krank< haftcr Heftigkeit die Entfcrnnng ihres gcsammtcn mexi» canischcn Gefolges verlangte. Die geheimen Nachforschungen bei dcr Kaiserin nach den Schriften muffen sehr gründlich gewesen sein, denn schon vor Monaten wnrdc mit der grüßten Bestimmtheit nach Paris gemeldet, daß dieselben sich nicht im Gepäcke dcr Kaiserin befänden, anch wohl kannl befunden hätten, da über deren andcrwcitc Unterbringung während dcr Reise nicht das Geringste zn ermitteln sei. Sehr wahrscheinlich befänden sie fich noch in Mexico. Die Meldnng zuverlässiger Agcuten wnrdc von Paris aus sogleichdemMarschall Bazainc übermittelt, uud Kaiscr Max bemerkte sehr bald, daß bazainc von dem Zurückbleiben der Papiere in Mexico unterrichtet sciu müsse, da ihm gewisse verdächtige Nachsorschuugcu uicht entgehen konnten. Bei der Rücksichtslosigkeit nnd Gewaltthätigkeit Bazainc's nnd bei dcr Bestechlichkeit dcr Mexicaner mnßtc er befürchten, daß er dcr Papiere sehr bald bcranbt fein werde, wenn cr sie nicht schleunigst in Sicherheit brächte. Es handelte sich darum, sie die-scs Mal wirklich uach Europa zu schicken. Aber anch das war nicht so leicht anszuführen, denn Kaiser M^ix konnte mit Sicherheit voraussetzen, daß Bazaine keinen Anstand nehmen werde, jeden feiner Boten, bevor cr Mexico verließ, unter irgend einem Vorwandc gcnan dnrchsuchcn nnd ihm die Schriften entreißen zn lassen. Es galt also, den Marschall abermals zn täuschen. Z» diesem Zwecke spielte Kaiser Max mit einem vertrantcu Hcrrn seiner Umgebung öffentlich eine Eomödic. Derselbe mnßtc dem Kaiser einen (verabredeten) Anlaß znr Unznsriedcuheit gcbcu, welche dcr letztere sehr laut nnd auffallend äußerte. Gleich darauf verging sich derselbe Herr nochmals in einer Weise gegen den Kaiser, daß dieser in hellen Zorn gericth, ihn mit allen Zeichen höchster Ungnade ans seinem Dienste entließ nnd ihm befahl, sogleich den Hof und Mexico zn verlassen. Die Eomödic wnrdc so gnt gespielt, daß die gcsammte Um« gebnng des Kaisers nnd auch Marschall Bazaine mit seinen Frauzoscn vollkommen getäuscht wnrdc. Niemand dachte daran, den so nugnädig entlassenen uud Verbannten bei seiner Rückkehr nach Enropa anfziihaltcn odcr gar zn durchsuchen, Er entkam glücklich mit den in-> haltöschwcrcn Papieren, die cr sofort nach England brachte nnd dcr Königin Victoria anvertraute. Erst vou Vondon ans begab sich dcr Botc dcs Kaistrs Max übcr Wien znr Kaiserin Eharlotte, die bis dahin von dem Verbleib der Schriftstücke nichts wnßtc nud persönlich an dcr ganzen Intrignc natürlich nicht bctheiligt war. London, !5i. März. Im Parlament theilte Derby mit: die Türkei ränmt nngcslört dic Festung Belgrad und führt die versprochene Christcnrcform ans. Dcr Staatsconscil erhielt mehrere Mitglieder. Nachrichten aus Talvnich vom 27. Februar zn» folge hat am 16. desselben Mcnatcs in dcr N^hc von Wolo zwischen den thessalischrn Insurgenten nnd den türkischen Trnppcn ein Znsammcnstoß stattgefunden, welcher znm gänzlichen Nachtheile dcr ersteren ansficl. Zwei hellenische Banden hatten sich bei dem Dorfe Rlndina festgesetzt, dessen christliche Einwohner jedoch, weit entfernt, die Insurgenten zn unterstützen, vielmehr für dic von Ethcm Pascha gefühlten vier Bataillone rcgnlärcr türkischer Truppcu lcbhaft Partci uahmcu. Die gänzliche Niederlage dcr im ganzen anf 9(0 Mann geschätzten Banden erfolgte bei dcm Kloslcr Paimgia. Ihr Verlnst ist sehr beträchtlich und dnrch diesen Erfolg dcr türkischen Waffen die Absicht dcr Insurgenten, cincn Einfall längs dcr ganzen thcssnlischen Grenze ,n nutcr-uchmen, völlig vereitelt. — Der Lloyddampscr „Trcbisonda" brachte dcr „Tr. Ztg." dic Lcva»tcpost mit Nachrichten bis zum 9. d. Die Autwort dcr Pforte auf die zwar nicht iu Form einer identischen Eollectivnote, aber doch in ziemlich gleichförmiger Weise gemachten Vorstellungen dcr Vcrtrclcr Englands, Frankreichs und Rnßlauds ist in dcr Form ciner Depesche Fnad Pascha's an die türli« schcn Gesandten in London, Paris nnd St. Petersburg bereits abgcgaugcu. Der türkische Minister dcr anS-! wärtigcn Angelegenheiten bekämpft darin zncrst die Behauptung, daß dcr kretische Aufstand durch thatsächliche Beschwerden hcrvorgcrnfen worden, dic zn irgend einer Zeit allgemein gewesen seien. Die Inselbewohner hätten, damit begonnen, ungerechtfertigte Privilegien zu ver- > langen, nnd als ihnen dicfc nicht sogleich bewilligt worden, sich dnrch Einflüstcrnngcn von Änßcn zn cincr par»" ticllcn Empörung verleiten lassen. Dieselbe sei jetzt ^ aber uutcrdrückt, uud die 'Ruhe dcr Iuscl werde nur noch durch einige fremde Brigantcn gestört. Auf dcm Fest- lande seien die hie nnd da anftanchcndcn Symptome von Unznfricdenhcit nntcr dcr christlichen Vcvölkcrnng ebenfalls großenthcils das Werk fremder Austifter uud bieten kciueu wirklichen Grnnd znr Beschwerde dar, wie man dicö in Paris nnd London anzunehmen scheine. Die Vage aller Elassen dcr Unterthanen des SnltanS habe sich im Gegentheile in den letzten Jahren ungemcin gebessert, die Muselmanen haben vicl von ihrcm alten Stolze uud Fanatismus verloren nnd die Ehristen sind anf eine Stnfc der Gleichheit erhoben worden, dic wenig mchr zn wünschen übrig läßt. Dic Türkei sei in der That innerhalb eines Mcnschcnaltcrs ans dcm Mittel-alter hcrausgctrctcu, währcud ähulichc Eivilisationsfort-fchrittc in Westeuropa Jahrhunderte erfordert habcn. Dic Regierung dcs Sultaus bestrebe sich aber dcuuoch, ernstlich Reformcu durchzuführen, wo dieselben noch nöthig, nnr müsse sie sich gegen einen Drnck verwahren, den dic Lagc nicht rechtfertige und dcm zn weichen ihre Würdc ihr verbiete. — Die Antwort dcr gricchischcn Rcgicruug auf die Note Aali Paschas au die Schutzmächtc ist vom 4. Februar datirt und beginnt damit, die Aufmerksamkeit auf die Thatsache zu lenken, daß dcr türkische Minister seine Bcschuldigungcu gcgcn dic griechische Regierung durch kcincu Bcwcis irgend cincr Art erhärtete. Die kretische Bewcgnng sei vollkommen nationalen Ursprunges, nnd welche Kundgebungen der Sympathie auch von Privatpersonen ausgegangen, die griechische Rcgicrnng habe dic vollständigste Ncnlralität beobachtet nnd stets im Einklänge mit den Verträgen nnd den nationalen Pflichten gehandelt. Hierauf wird ciuc Parallele zwischen der Haltung der britischen Regierung den amerikanischen Eonfödcrirtcn gegenüber nnd jener der griechischen Nc-gicrnng in Beziehung anf den kretischen Aufstand gezogen. Die Behauptung, daß die Gähruug iu Thessalien uud Epirus von gricchischcn Behörden offen angestiftet worden, wird rnndwcg in Abrede gestellt nnd ein Be« weis dafür gefordert. Die Anwesenheit griechischer Truppen in ^amia nnd Earvassara habe nnr den Zwcck, dem Ränbcrwcscn zn stcucru, welches dcr kläglichc Znstand dcs ^andcs längs dcr türkischen Grenze so sehr "fördere. Die ^age dieser beiden Provinzen sei bejammernswert!) und nnr um dic Aufmcrksamkcit dcs AuslaudeS von dieser Thatsache abzulenken nnd die Ergebnisse ihrer eigenen Mißvegicriuig i" verbergen, vcrsnchtc dic Pforte, dcr griechischen Regierung Verletznngcn internationaler Pflichten znr ^ast zu legcn, wclchc Bcschnldignngcn letztere mit Entrüstung znrückweisc. Ncw-Hork, 1-1. März. Dic Militärgonvcrne-mcntsbill wnrdc in Kraft erklärt. In Carolina fand cinc Fcni crvcrsammlu ng behufs Hülfeseuduug uach Irland statt. Hagesncuiglieiten. — (Zur Pariser Ausstellung) Das Central' comity in Wien hat nachstehende Kund in a ch n n a, erlassen : Obwohl die Ndfordeiung dcr Pahvis^taxen von Elite der gsgenstitigen diplomatischen und Consularagenten zwischen Frankreich und lDcslerriich in der M'ueslcu Z>it a/geuseilig ausachohen woiden ist, fo wild doch in Frankreich die Ver> pfliedlung zur P^brevidinma, noch immer aufrecht erhallen. Ta nnn anlüblich der bevorstehenden Giösfnung der Pariser slusslcuung sich viele Reisende l>ach Frankreich hegchen wer» den, fo wild da) Pudlicum zur Vermeidung von Mißver« slündinssln ansinsllsanl gemacht, daß es für jeden nach Fraulreich reisenden österreichischen Unterthan nach wie vor nothwendig ist, s.inen Pah bei der laiserl. französtschen Vot> schast in Vicn oder hei einem anderen französischen Ver» trelung^organc im Auslande vidiren zu lassin. -" (Ueber deil Stand der Hinterlader in Otslerreich) erführt der Kamerad, das; 250.000 „Wünzl". Gewehre beslelll sind, welche bis 1. Dec,mher d. I. gl>lie< seit norden sollen. Den grünen Theil der EchlMMctc lieflit der Nähniaschinen'Fahlicant Vrllmaiui, wahrend die Herrich» lung dcr umzuändernden Gewehre und das Einsten dcr Schluß» slücle verschiedenen Gewehr-Fahnle» übcilragen wurde. Wie dasselbe Alalt cri»nert, weiden die Koslru der Umänderung eines Vorderladers in linen „Wä»zl"-Hinlerlader 9 Gul« den betragen, das wü>e allerdings um 5 Gulden per Stück M'hr, als bei anderen vorgelesenen Evstemeni diese Mehr» aufgäbe sull jedoch durch die vorzüglichen Eigenschaften des „WH»zl"-Gcwehls vollständig gerechtfertigt sein. — (Kämpfe unter Zigeunern.) Am 12. d. zwischen 10 nnd 11 Uhr Vormittags lam eö nächst der Tschöpveruer Wiese bei Vri)x zwischen zwei Zigeunerfamiliell wegen einer jungen Zigeuneim zu einem Wortwechsel, der sofort in TlMIichleiten ausaitete und wobei beide Parteien gegcnseilig mehrere Schüsse wechselten. Einer dcr Zia/uuel stürzte lödllich gctrossen auf dcr Straße zusammen und verschied schon nach einigen Minnlen. Die männlichen Mitglit» der der einen Familie erguffen hierauf die Flucht und ließen tin abgefeueites Pistol, einen dlanlen Cavaleriesäh l nnd ein langes Messer auf dem Thaloite zuiuct. Die Leiche dcs Erschossenen winde in das Todlenzimmer des Krankenhauses nach Vrür gebrach!. I,i den Abendstunden wurde einer der Thc lnehmer'an dies.m Raufercessc, der mehrere Hichwunden am Kopfe halte, in Vrüx in Haft genommen. Auf d,c übligeu wird gefahndet. .. ' — (Tob in den Flut hc n.) Die „Liozer Zeitung dringt über den traurigen Ungliiclsfall hei Spalato folgende ausführliche Mittheilung: Am 27. V. M. ging wittclst 413 Varle der kapellmeister und 11 der vorzüglichsten Musiker der Cavelle des 15. Frlojägcrbataillons nach Trau, um bri einer Hochzeit zu spielen. Am nächsten Morgen traten sie! trotz bcZ eingetretenen schr schlechten Wetters, im Vertrauen, auf die Gescbicklichleit der Fährleute, den Nüclweg an. Schon, beinahe an Ort und Stelle angelangt, legte ein heftiger, Windstoß das Schiff auf die Seite, dieses füllte sich angcn-. bliclüch mit Wasser und sank sammt den unter TcÄ befind'" üchcn Pccsonen, bcuor diese noch Zeit halten herauszubringen, unter. Nur der Ecbissscapilän und fein Sohn so wie ein Vandisl, die am Verdeck waren und noch rechtzeitig ins Meer sprangen, wurden, nachdem sie sich rnübsam durch geraume Zeit auf cinem Brette ober dcm Nasfcr erhielten, durch schleunigst ausgesaudte Rellungsbarken gerettet. — (Haupttreffer.) Die Angabe, daß der lchte Haupttreffer der 1864er 2ofe einem Nausmanne in Franl-lurt a. M. zugefallen sei. dürste auf cinem Irrthume beruhen, da dcm „TM." von verläßlicher Seite die Mittheilung gemacht wurde, das; cm Kaufmann in Piscl (Ädh-m<,/.i!l>!^ bei, welche in leicht faßlicher Sprache eine Auseinandersetzung der Taa/sfrage «"Mil. Den auswärtigen Abonnenten wild diefe Broschüre heule abgesondert zligescndct. "^ (Zu den Gotts cheer Wahlen.) Aus L e i t« m e r i z in V 0 h „, e n baden mehrere dort ansässige Gottschecr ein offenes Sendschreiben an ihre LandSlcute in ilrain genchlrt, worin sie dieselben ausfoldern, die Herren Klomer und Ios. Kuller als die Männer ihrcs Vertrauens zu Land« tagsabgeordneten zn wählen. — (Militärisches.) Alois Pl eft a , Official zwei» ler Classe, von der Ge»icdnecliou zu Graz, wurde zur neu auszustellenden G e n i e di r e c t i o n zu Laibach als Amliren» dcr verscht und zu eben dieser Gcmedirection auch Franz Pospis chill, Accessist erster Classe, von der aufzulösenden Geniedircction in Vudweis zugetheilt. ^- (Concert.) Mosg,n um ? Uhr Abends findet im 3!cdoutensc,ale das sünste Mitglilderconc^rt der philbar. monischen Gesellschaft s!a!t, wobei V e e t h o v c n s <_!-in o 11-Symphonie, 2 i'icdcr von 3l. Schumann (gesungen , von Frau Anna Ptssial), 2 Klcwierpiecen „Alb um ^ bl älter" von Th. Kirchner, vorgetragen von Herrn Iöhrer, dann zwei Lieder („LielitZmahnung" von F. Abcit und „Ständchen" von SchudeU) gesungen von Hrn. Fredy, endlich die Kuvertüre zur Oper „die lustigen Weiber von Windsor" von Nicolai zur Ausfübrung lommen. — (3 um Gcmeindevorstehe r) der Ortsgemrinde Et. Martin in dem Vezirte Lillai ist bn der Neuwahl der Gcnu'mdcvcrlvetnng der Glundbesitjcr und Müller Joseph K opliunilar zu St. Martin gewählt worden. — (An die Adresse deö Herrn Professors Klnn) gelangte, wie die „Presse" hurt, von dem Curator lium dsch.ioc. — (Theater.) „Tie Hugenotten," diese „große Oper" M der eigentlichen Vedculung des Wortes, wmde in dieser Theatersaison am Smnstag zum ersten male bei dicht be-sch'cm Hause gegeben u„t> sc»,d einen bei der anständigen, von fl fördert wurdc aber Oesterreichs Politik dnrch daö frau-züsischc Cabinet, welches mit Oesterreich in dcm Pro< gramm ^isammcnstcht, anf cinc vcrnnnstigc Ncgcnc« ration der Tnrkci Hinzuwirten, utopistischcn Ideen aber leinen freien Spielraum zn gestatten. Dies gilt inöbc» sondere auch in Äczng anf den Tranm cincö großserbischcu Itcichcs. Ucbrigcns hat sich in ncnestcr Zeit dic Aussicht auf ein bestimmtes Zusammengehen nicht unr Oestcr» rcichs und Frankreichs, sondern auch Nnßlands in Vezug auf die oricutalischc Frage eröffnet. Gegen den Bor» schlag des Pariser Cabinets, Thessalien, Epirus nnd Candien von dcr Pforte zu Gunsten Griechenlands ab» ^»trennen, deil hienach verbleibenden Besitzstand aber der Türkei zn garantircn, sind von Oesterreich Beden, lcn erhoben worden. Man betrachtete in B^ien die Nealisiruug ciucs solchen Projettes als den Ansang einer wirklichen Thcilung der Tnrlei, wogegen mau auch im öslerrcichischcu Interesse bestimmte Bürgschaften zu begehren bemüßigt gewesen wärc. Nunmehr aber hat Kaiscr Napoleons diesen Bcdcnleu dcr österreichischen Ne-giernng ^technung tragend, den Gedanken, Thessalien nnd ^pi'rns abzutrennen, gänzlich fallen lassen, dngcgcn abcr Ocstcrrcichs Unterstül.nmg in Ansprnch gcnounnen, um dcr Pforte dic Abtretung von Candien zu empfehle». Dem Vernehmen nach dürfte das kaiserliche Cabinet in dicsen Borschlag einwilligen. Wic mau ans Constant!« noftcl vernimmt, hat auch General Ignatieff iin Auftrage des Pctcrsburgcr Cabinets bereits seinc Znstsmntnncj zu dcn frauzüfischcn Vorschlägcu wcgcn Abtretnng Caudiens erklärt. Die nächsten Tagc wcrdcn Gewißheit darüber bringen, daß von Seite der drei Mächte dcr Pforte cinc solche Lösung empfohlen worden ist. Telegramme. Pest, 10. März. Dic Dcpntirtcntafel hielt hcntc Mittags Sitzung, in wclchcr dcr Präsident nbcr den Empfang dcr Landtagsdcpntation rcfcrirtc, worauf die Nedc des Crzbischofs'Vartakovies nnd die Crwicderung Sr. Hinjestät verlesen wnrdc. Dic Ncdc Sr. ivl'aje,tät wnrdc mit cnthnsiastischcn Cljcus aufgenommen, beson« dcrs dic Stelle übcr die Iutcgrität nnd conititutiouellc Freiheit dcs ^audcs. DaS Clabornt dcr Sicbcuundsechzi-gcr-Commission wurde auf Mittwoch, cmc Petition nm Ziuscngarantic dcr GroßwardciN'Klauscudurger Vahu (bclauntlich das Gcgcnproject der Siebcubürgcr Vahn) für Acoutag auf dic Tagesordnung gesetzt. Verlin, 10. März. (N orddcut sch cr Ncichs < t a g.) v. Carlowitz brachte solgclldc Bcrbcsseruugsanträgc ;n dcm Bnndcsvcrfafsnngscnlwurfc cin: Dic Bundes» glicdcr seien zn verpflichten, ctwaigc Abtrctuugcu ihrer Sonvcrainetätsrcchtc nur zu Gnustcu ihrer Aiitverbün« dctcn vorzunehiucn; cr motivirt den Autrag mit dcr Abhaltung des Ciufllusscs dcs Auslandes. Zweiter Antrag -Das Recht, ständige Gesandte zu haltcu'und zu empfand gcn, stcht ausschlicßlich dcm Vnudcspräsidium zu. Cr motivirt den Antrag dahiu, daß dcm Auslande gegen, übcr dic wirtliche Bundcscinheit Ausdruck erhalten müssc. München, 16. März. (Sitzung dcrAbgeord» netenkammcr.) Die Petitionen des Arbeitervereins um allgemeines Stimm recht, dirccte uud ge-Heinle WalUcu wurdc mit großer Majorität verworfen. Der Antrag aus Crrichtuug cincS Verwaltung sgcri cht shofc s wurdc bciuahc einstimmig angenommen. Paris, 10. März. (Pr.) General Castelnan cr« klärte gestern dcm Kaiser, daß cr im Gegensatze zn Va-zaine an dic Lebensfähig kcit dcs Mexican i< scheu Kaiserreichs glanbc, wcnn cs Maximilian gelänge, Escobcdo zn schlagen. Paris, 10. März Abcnds. Minister Nouhcr sagt in Vcautwortnng dcr Ncdc Thiers: Die Regierung habe kcincn Fchlcr bcgangcn. Frankreich sei mit allcn Mächtcu frcuudfchaftlich. Cs herrsche Cintracht und nicht Feindseligkeit zwischen dcn Mächten. Es sci kein Grund znr Acnnrnhignng vorhanden. Frankreich sci mit der Cntwicklnng scincr inatericllcn Wohlfahrt beschäftigt. Wic sich Ronhcr ausdrückt, war dcr ehemalige deutsche Bund für Faukrcich unbccmcmcr als das gegenwärtige Deutschland. Iulcö Fnvrc fragt, warum das ncuc Militärgesetz erlassen wurdc, wcnn dic Situation so sci, wic Ronher sie schildere, nnd behandelt dic deutschen An» gclegcuhcitcu. Dic Fortsetzung dcr Intcrpcllationsver' Handlung erfolgt Montag. Telegraphische Wechselconrsc vom 16. März. 5ftcrc. MctalliqneS «0.10. — 5.perc. Metalliqncö mit Mai- uud NoVclnber-ZiusmUÜ.3'.». — bfterc. National Aulcheil 7»» 70, --^anl' uclieu 737. — Ercditactieii 1><5x>!0. — I^NOer Blaalsaüleh«! 87,30. — Silber 126. — London 128.30. — K.l. Ducalsn 0.06. Geschäfts-Zeitung. Vaibacl,, 16. März. Anf dem heutigen Markte slud er. schirneu: 4 Waaeu mit Heu »ud Stroh (Hm 2^ Etr. 70 Pfd., Stroh 2^» Ltr. 20 Pfd.), -15i W^cn n,!d 7 Schiffe (36 Klafter) mit Holz. ________________Dnrchschnittö-Prcise._______ Mlt.» Vt^,.° VM.'T'Hig^ si. t-r. fl. ll. ft. lr. fl. II. Wsi;?n pr. Mchrn 6 66------- Bntlcr pr. Psnnd . 4» _ _ Korn „ 4 2<>------- Eicr pr, Sliict -iz—' — Gerste „ 3 70------- Milch pv. Maß -10 - Hafsv „ 190,------- Rindfleisch pr, Pfd. - ,8 — — Hülbsl'ucht „ — —------- Kalbflcisch „ -22------- Heiden „ !l 66------ Schweinefleisch „ 24____ Hirse „ 3 —------ Schöpstufleisch „ — 14------- Kuturntz „ --------------- Hahndrl pr. Slilck —40 — — Erdäpfel „ 2 !0------- Tauben „ -I5i____ linsen „ 5 80------- Hen pr. Zcntucr l ^0 - — Erbsen „ »> - — Stroh „ —80 — — Fisolen „ 6----------- Holz. hart., vr,Klft.------7 5>0 NiudösclMal; Pfd. —45 — — - wnchri<, ,. -------55.0 Schwmirschmalz „ — 44 — — Wein, rother, pr. ^ , Speck, frisch, „ — 3.z — ^. Eimrr------14! — — s^riinchrrt „ —!4<)I— — — >v»!s;n' ,<-------15,— Hlngekomlllelle Frcmdc. Am I5>. März. Ttsldt Wie»«. Grimschitz, und Joch, ssrlichtenhtlndler, von Klaciciisurt, — 3huu uou Trilst. - Bilglri, und Hetzrr, Kmismcuui, uon Wir». - Fi»f, Fcibricanl, von Gra;. — Vcr- oeit'sr, Haüdclöiilaiiii, von Gotischee. Vaisrisckcr Hof. Hrrbisch, l. l, Ncchnnngs - Official. — Cigaiwwic, Haildelsiuc,»!!, von Mrdal. — Holzmaini, Äaent und Zilli, Kaffccsicdcr, uc»i Ä^ram. Kaiser von Oesterreich. 5,'ist, Agent, uou Wiru. Am 16. März. Vla5t ^.'isU. Die Herren: H^ntschcl nud Muschel, Kauslents, von Wien. — Meier, Privntier, von Gn,z. — Wrnzouetn, t. t. Äeamtür, uon Fcistri;. — Hogoth und Monelto, Pferdchiindlev, Uc>u Trcviso. — u. Lodinger, l. l. M^viucobcrlt., v»n Zwischrn-wässern, Elcpliallt. Die Herren: Wagner, Kausm., von Nürnberg. -v, Sclar, Thcaterdircctar, und Bllcher, Pferdehändler, von Älcigensnrt. — Harnvig. Agent, von Steindruck, — Erosallo, und Ilralla, Haudrlsl.. von Trieft. — Vilhar, Gntsbes., uoil Steinberg, — Hiseüstädter, Handels»!., vo» Schleinitz — Ier-schau, Gnlndbrs., von Mauuch. Kaiser vo» Oesterreich. Tie Herren.- üyal und Pultze, Vl.>ll«sä!is,sr, uon Graz. Molirc». Die Herren : Richini, - - Ieleznit'. Tischler.______ Lutto;iehll»ss vom Itt. Vtärz. ______Trieft: 87, 5«, 53, '.», 74.________ Theater. Heute Montag dcn 1«. Mnrz: Sie hat ihr Herz eutdcckr. ^»sispicl in 1 Äct. Das Pensionat. Operette in 2 Acten vou Euftp^. Morgen Dicnktag bleibt dit Bilhuc geschlossen. -llil'lcorulo^il^e H^l.illilchluu^rll in Endlich. F^3U ^«! ! ^. «.8 ^'s"u7Äig7'''322^''' - - 2,I"SW?schwäch' irübc 16.^ 2 „ ?t. 322.85 -s- 7,4 SW.schwach, lrilbc ! 0.«« !il).. Ab. 322.»»-'s- 6,2 SW.schwas trilbe___!^....... " « ll.'Ma. 322.^'. "4^47^ ! O, schwäch ! "trübe '1,74 17. 2 ,. N.' 324..,c> -^ 3.^ ! O. mäsziss c Reg. u. 10 „ Ab. 3ö5,Z.! . -j- 0.2 ! O. schwach trilbe Schnee Den 16. Tie Wolleüdecle über Tag geschlossen. - - Dr» ,7.' Trübe Wiuodrehung m>n SW. nach ^. NachmMaq dünner Regen. Gegen Aliend Schnee. Nachts diümc ^chncedecle. «tranlworlllchcl Redacteur: Ign»z'". Kleinmnur.